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Artikel:C.7. Bensberg
Bearbeiter: Anja Kircher-Kannemann, M.A., Duisburg

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  • C_7_Bensberg

    C_7_Bensberg.doc

    I. Benesburg (1139), Bensburne (1278), Bainsbuir (1340), Bensberg (1396); Bensberg liegt ca. 15 km östl. von ® Köln, am Nordrand des Königsforstes. Heute zu Bergisch Gladbach. Zunächst gehörte dieses Gebiet den Gf.en von Meer. Von den Ebf.en von ® Köln wurde es in geistl. Besitz umgewandelt und die Vogteirechte wurden den Herren von Berg übertragen. 1348 starb die Limburger Linie des Hauses Berg aus, die Gft. fiel an eine Nebenlinie der Mgf.en von Jülich; seit 1380 Hzm.; 1423 Vereinigung mit dem Hzm. Jülich; 1511 starben die Hzg.e aus dem Hause Heimbach in männl. Linie aus und Jülich-Berg fiel an ® Kleve, 1521 Vereinigung mit ® Kleve; nach dem Erbfolgestreit ging Jülich-Berg 1614 durch den Vertrag von Xanten an ® Pfalz-Neuburg. B. war lt. der Hofordnung vom 24. Juni 1534 eines der vier gewöhnl. Hoflager und diente im 14. und 15. Jh. mehrfach als Witwensitz. Wilhelm I. (1296-1308) und Wilhelm II. (1360-1408) feierten hier ihre Hochzeiten (1296, 1369). Unter Adolf VII. (1408-37) wurde B. zu einem Bollwerk gegen ® Köln ausgebaut. Er und auch Gerhard II. (1437-75) verpfändeten es mehrfach. Im 14. und 15. Jh. war das Schloß ein bevorzugter Aufenthaltsort. – D, Nordrhein-Westfalen, Reg.bez. Köln, Rheinisch-Bergischer Kr., Teil von Bergisch Gladbach.

    II. Die alte Burg befand sich mitten im kgl. Bannforst, direkt an einer wichtigen Straße, dem Mauspfad. Für das Jahr 957 ist ein castrum banni belegt. Die erste urkundl. Erwähnung findet sich 1139. Die Pfarre B., die mit der Kapelle in Gladbach einen Pfarrverband bildete, wurde erstmalig 1155 erwähnt. Ein Amtmann, der später seinen Sitz nach Porz verlegte, wobei die Kellnerei in B. blieb, ist seit 1139 belegt. Bereits im 13. Jh. wurde die Burgverwaltung zur Amtsverwaltung erweitert. Die Siedlung B., die 1406 zusammen mit dem Schloß durch einen Brand stark beschädigt wurde und sich aus wenigen Häusern der umwohnenden Burgleute entwickelt hatte, wurde 1413 erstmals als Freiheit bezeichnet. 1575 erhielt sie von Wilhelm IV. (1539-92) Privilegien. Die Freiheit sollte zwei Vorsteher haben; für alles, was aus Berg, ® Köln, Mülheim oder der Vogtei Siegburg importiert wurde, wurde Zollfreiheit gewährt, zudem mußten die Bewohner keine Steuern zahlen und waren von fast allen Diensten befreit. Allerdings sollten sie das Schloß und die Freiheit bewachen, dafür aber mußten sie keinerlei auswärtigen Kriegsdienst leisten. Diese Privilegien wurden 1622, 1658, 1692 und zuletzt 1700 bestätigt. Wilhelm IV. war es auch, der den Protestanten die Schloßkapelle für ihre Gottesdienste zur Verfügung stellte. Stadtrechte erhielt B. erst 1947, i.J. 1975 wurde die Stadt mit Bergisch Gladbach vereinigt.

    Bereits Ebf. Konrad von Hochstaden soll den Grundstock für den Erzbergbau in und um B. gelegt haben. Dieser ist jedoch über Jh.e nicht nachweisbar und wurde erst in den 1830er Jahren wieder aufgenommen.

    III. Die erste Erwähnung der Burg dat. von 1003. Es handelte sich dabei ursprgl. um eine ovale Anlage mit Kapelle, die zum Schutz des Vogteilandes diente. Engelbert II. (1218-25) und auch Wilhelm III. (1475-1511) ließen die Burg erweitern. 1406 wurden Burg und Stadt durch Belagerung und Brand stark beschädigt. Als Schloß wurde der Bau ab 1413 bezeichnet. Die Schloßkapelle wurde 1532 errichtet. Wilhelm IV. ließ das Hauptschloß abreißen und die Vorburg und die Kellnerei mit fsl. Wohnräumen versehen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloß erneut stark beschädigt. Philipp Wilhelm (1653-79) ließ 1666 die nötigsten Instandsetzungsarbeiten machen. Hzg. Johann Wilhelm II. (1679-1716) ließ zw. 1706 und 1710 ein Neues Schloß auf der Bärenkuppe, nördl. des Alten Schlosses, errichten. Der Architekt war Gf. Matteo d’Alberti. Beim Tod des Hzg.s 1716 waren die Arbeiten an der Inneneinrichtung noch nicht abgeschlossen. Da seine Nachfolger ihre Res. in Mannheim nahmen, wurde dieser Neubau kaum mehr genutzt. 1793 und 1819-32 diente er als Lazarett. 1794 wurden viele Kunstwerke nach ® München überführt. 1837-40 wurde das Schloß zu einem Kadettenhaus umgebaut, das es bis 1918 blieb. Danach diente es als Kaserne und Obdachlosenasyl. Ab 1935 gab es im Schloß eine NS-Erziehungsanstalt. Im Zusammenhang mit den dafür nötigen Umbauten wurden vom Architekten Werner Dobisch viele Veränderungen aus dem 19. Jh. wieder zurückgebaut. Nach 1945 wurde das Neue Schloß B. wieder als Kaserne genutzt. Das Alte Schloß hingegen, dessen Palas 1848 eingestürzt war, ging 1850 in Privatbesitz der Gf.en Spee über. Ab 1867 war ein Krankenhaus in den erhaltenen Gebäuden untergebracht. 1967 wurden die Reste des Alten Schlosses in den Neubau des Rathauses einbezogen.

    ® A. Jülich, Gf.en und Hzg.e von (Heimbach) ® B.7. Jülich und Berg

    Q. Archiv für die Geschichte des Niederrheins, 1832-70. – Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, 1-4, 1840-58.

    L. Becker, Eugen: Name und Burg Bensberg, Elberfeld 1902. – Daubenbüchel, Willy: Das alte Schloß Bensberg und der letzte Domainenrath Kobell, Bensberg 1993. – Dobisch, Werner: Das Neue Schloß zu Bensberg, Düsseldorf 1935 (Rheinische Kunststätten. Reihe 12: Das Bergische Land, 3). – Hoffmann, Godehard: Das neue Schloß in Bensberg als preußisches Kadettenhaus, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 97 (1995/96) S. 149-176. – Kluxen, Kurt: Geschichte von Bensberg, Paderborn 1976. – Looz-Corswarem 1993. – Precht von Taboritzki, Barbara: Das Neue Schloß Bensberg in Bergisch Gladbach, Neuss 1996 (Rheinische Kunststätten, 418). – Schmitz, Hans Jakob: Die alte Graf- und Herzogsresidenz Bensberg, Bergisch Gladbach 1950 (Bergische Heimatführer, 2).

    A. K.-K.

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