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Artikel:C.7. Emden
Bearbeiter: Walter Deeters, Aurich

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  • C_7_Emden

    C_7_Emden.doc

    I. E. entstand um 800 als Handelsplatz auf einer erhöhten Warft an der Mündung der Aa in die Ems, was auch sein alter Name bezeugt: Amuthon, Aamünden. Die Stadt war von Anfang an der wirtschaftl. Vorort Ostfrieslands. Die Burg in E. lag am Westrand der erwähnten Warft an der Ems. Dort residierte der Gf. von Ostfriesland vom Ende des 15. Jh.s bis 1561. – D, Niedersachsen, Reg.bez. Weser-Ems.

    II. Der Ort gehört zu den sandigen Hügeln in der Marschlandschaft, zu denen auch ® Bremen zählt, auf denen sich seit dem 8. Jh. Händler und Handwerker niederließen, um die Produkte der benachbarten Landwirtschaft zu vermarkten und diese mit Geräten zu versorgen. E. gehörte zum Bm. ® Münster und war Sitz eines Laien-Propstes, einer typ. fries. Institution.

    Im 15. Jh. erweiterte sich die Bebauung. Ein Stadtrecht wurde wie bei den anderen ostfries. Städten nicht verliehen. Um die Mitte des 15. Jh.s lassen sich ein Bürgermeister und ein Stadthaus nachweisen. 1464 wählte Gf. Ulrich I. E. als Ort der Investitur zum Reichsgf.en. 1495 beauftragte Gf. Edzard I. von Ostfriesland den E.er Bürgermeister Hompe Hayen mit einer wichtigen Gesandtschaft zum Reichstag von ® Worms, von dem Hayen nebenbei für die Stadt E. eine kgl. Wappenverleihung heimbrachte.

    Im 16.Jh. machte wachsender Reichtum die Stadt E. gegenüber dem Grafenhaus, das in wachsende finanzielle Schwierigkeiten geriet, immer selbstbewußter, so daß Gf. Edzard II. seine Res. 1561 in die Burg von Aurich verlegte.

    III. Die Burg von E. war ein Drei-Flügel-Bau, umgeben von Wall und Wassergräben. 1595 wurde sie von der Stadt E. unter Kontrolle gebracht. 1766 wurde sie vollständig abgebrochen. Bis auf wenige Ansichten existieren keine Zeugnisse mehr.

    Die Burg stand in enger Nachbarschaft zur Großen Kirche, der Gemeindekirche E.s. Dort ist – allerdings schwer beschädigt – als einzige Erinnerung an die Res. in E. das Grabmal des Gf.en Enno II. von Ostfriesland erhalten. Im Grunde bedeuten die beiden Menschenalter, in denen E. eine herrschaftl. Res. beherbergte, nur ein folgenloses Zwischenspiel in der Stadtgeschichte.

    ® A. Cirksena ® B.7. Ostfriesland.

    Q. Brandt, Klaus: Archäologische Quellen zur frühen Geschichte von Emden, in: Ostfriesland, 1995, S. 2-57.

    L. Deeters, Walter: Von 1576 bis 1611, in: Ostfriesland im Schutze des Deichs, Bd. 10: Geschichte der Stadt Emden, Bd. 1: Von den Anfängen bis 1611 hg. im Auftrag der niederemsischen Deichacht und ihrer Rechtsnachfolgerin der Deichacht Krummhörn, Leer 1995, S. 273-336. – Lengen, Hayo van: Von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters, in: Ostfriesland, 1995, S. 59-159. – Schmidt, Heinrich: Von 1500 bis 1575, in: Ostfriesland, 1995, S. 162-269. –– Smid, Menno: Kirche zwischen Burg und Rathaus. Ein Beitrag zur Emder Stadtgeschichte und zum Verhältnis von Staat und Kirche in Emden, in: Res Frisicae. Beiträge zur ostfriesischen Verfassungs-, Sozial- und Kulturgeschichte. Harm Wiemann zu seinem 75. Geburtstag am 24. Mai 1978, hg. vom Kollegium der ostfriesischen Landschaft, Aurich u.a. 1978 (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, 59), S. 131-150.

    W. D.

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