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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

Sonderheft 11

 

 

Briefe der Herzogin Sidonia von Sachsen (1449–1510)

an ihren Sohn Georg (1471–1539)

 

bearbeitet von

Sven Rabeler, Alexandra Kursawe und Claudia Ulrich

 

 

Kiel 2009


 

 

Briefe der Herzogin Sidonia von Sachsen (1449–1510)

an ihren Sohn Georg (1471–1539)

 

 

 

 

 

 

bearbeitet von

Sven Rabeler, Alexandra Kursawe und Claudia Ulrich

 

 

 

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonderheft 11

 

Kiel 2009


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ISSN 1617-7312

 

 

Herstellung:

Universitätsdruckerei

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette:

Holzschnitt aus Conrad Bote, Cronecken der sassen,

Mainz (Peter Schöffer) 1492 (ohne Blatt- oder Seitenzählung)

 


Vorwort

Auch magstu mir sycherlich glawben, das ich deyns bryffs meynung der schrifft halb nicht woll vornemen kan, den du hast underweyle bose buchstaben gemacht und auch etliche wort aussen lassen, als du sel­ber shen wirdest.

Die Kritik, die Herzogin Sidonia von Sachsen an den Schreibkünsten ihres Soh­nes Georg äußerte, mag dem heimlichen Stoßseufzer manchen modernen Bear­beiters mittelalterlicher Quellen nahekommen. Bis die „Meinung der Schrift“ ergründet, der letzte „böse Buchstabe“ transkribiert und alle „ausgelassenen Wörter“ ergänzt sind, kann viel Zeit vergehen.

Die Ursprünge der vorgelegten Edition reichen ein halbes Jahrzehnt zu­rück. 2004 nahm Alexandra Kursawe im Rahmen ihrer bei Prof. Dr. Gerhard Fouquet (Kiel) angefertigten Staatsexamensarbeit eine erste Transkription der Briefe Si­donias von Sachsen vor. Mit Blick auf die in Aussicht genommene Publikation bearbeitete Claudia Ulrich diesen Text im Jahr 2007 weiter. Dem Unterzeichne­ten blieb es schließlich überlassen, den transkribierten Quellentext noch einmal mit den Originalen zu kollationieren und für den Druck einzu­richten, die Datie­rungsfragen soweit mit ver­tretbarem Aufwand möglich zu klären sowie einen Personen- und Sach­kom­mentar beizugeben.

Die gemeinsame Arbeit wäre ohne ihren spiritus rector Prof. Dr. Gerhard Fouquet nicht denkbar, dem sich alle Beteiligten als Schüler verpflichtet fühlen und dem Dank für Anregungen, Hinweise und Unterstützung im Rahmen dieser Arbeit (und weit darüber hinaus) gebührt. Doch damit ist der angenehmen Pflicht zur Danksagung keineswegs Genüge getan, gilt sie doch auch Prof. Dr. Werner Paravicini (Kiel) für inhaltliche Anmerkungen und für die Aufnahme in die Son­der­hefte der Mitteilungen der Re­sidenzen-Kommission, Prof. Dr. Enno Bünz (Leipzig) für freundlich gewährte Hinweise, Dr. Jan Hirsch­biegel (Kiel) für die Betreuung der Druck­legung, schließlich dem Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, unter des­sen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern al­lein Christine Weis­bach na­mentlich ge­nannt sei.

 

Erlangen, im Juni 2009                                                                    Sven Rabeler


 

 


Inhalt

Abkürzungen.................................................................................................. 6

 

Einführung...................................................................................................... 7

Sven Rabeler, Sidonia, Georg und die albertinischen Höfe um 1500.......... 9

Sven Rabeler und Claudia Ulrich, Beschreibung der Briefe................... 17

Alexandra Kursawe, Die Briefe Sidonias von Sachsen............................ 19

Sven Rabeler, Zur Einrichtung der Edition.............................................. 39

 

Edition.......................................................................................................... 41

Chronologisches Verzeichnis der Briefe.................................................. 43

Die Briefe Sidonias an Georg (Nr. 1–95)................................................. 47

Anhang (Nr. A1–A4).......................................................................... 135

 

Quellen- und Literaturverzeichnis.................................................................. 141

 

Personen- und Ortsregister zur Edition......................................................... 153

 

Bearbeiter.................................................................................................... 156

 


Abkürzungen

Abkürzungen einzelner Archivbestände sind im Quellen- und Lite­ratur­ver­zeich­nis angeführt.

 

 

Abschr.              Abschrift

fl                        Gulden

GStA Berlin        Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin

HStA Dresden     Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden

HStA Stuttgart    Hauptstaatsarchiv Stuttgart

HStA Weimar     Hauptstaatsarchiv Weimar

Ldkr.                  Landkreis

Lit.                     Literatur

Prov.                  Provinz (Belgien, Niederlande)

Reg.                   Regest

 

 


Einführung

 

 

 


 

 


Sidonia, Georg und die albertinischen Höfe um 1500

Sven Rabeler

I.

Die geschichtswissenschaftliche Beschäftigung mit den Wettinern des 15. und 16. Jahrhunderts bietet ein prägnantes Beispiel für die Unwägbarkeiten und Un­gleichgewichte im Walten Klios. Haben vor allem Friedrich der Weise (1463–1525) als oft beschworener ‚Landesherr Luthers‘ und Moritz (1521–1553) als der erste Kurfürst aus der albertinischen Linie (und nebenbei als notorischer ‚Verräter‘ an der protestantischen Sache des Schmalkaldischen Bundes) seit dem 19. Jahrhundert immer wieder aufs neue die Aufmerksamkeit der For­schung gefunden (und dies durchaus weit über die genannten Epitheta hinaus)[1], so steht es um manche ihrer nahen Verwandten weit schlechter. Dies gilt insbe­sondere auch für Albrecht und Georg von Sachsen. Albrecht (1443–1500), für den bereits im 16. Jahrhundert der Beiname ‚der Beherzte‘ vorkommt, fand mit Friedrich Albert von Langenn immerhin einen recht akribischen Biographen[2], auch wenn dessen 1838 (!) veröffentlichtes Werk mittlerweile doch etwas in die Jahre gekommen ist und eine neue Arbeit als wichtiges Desideratum bezeichnet werden muß. In jüngerer Zeit hat es dieser ‚Stammvater des sächsischen Königs­hauses‘ – ein anderes Epitheton der älteren Forschung – außerdem zu einem an­sehnlichen Sammelband gebracht[3]. Demgegenüber ist seinem Sohn Georg dem Bärtigen – oder besser: dem an dieser Person interessierten Historiker – mit dem biographischen Abriß von Georg Welck wenig gedient[4]. Bezeichnenderweise hat bis heute die Kirchenpolitik Georgs die stärkste Aufmerksamkeit gefunden, angefangen mit der umfangreichen Edition von Felician Gess bis zu der kürzlich erschienenen Dissertation von Christoph Volkmar[5] – in gewissem Sinne schließt sich hier der Kreis zu den eingangs erwähnten Friedrich und Moritz und deren Wahrnehmung im Rahmen der Reformationsgeschichte und des beginnenden konfessionellen Zeitalters.

Die Gemahlin Albrechts des Beherzten, Sidonia, ist zwar einer ganzen Rei­he von Autoren eine Erwähnung wert ob ihrer Frömmigkeit und ihres tatsäch­lichen oder unterstellten religiösen Einflusses auf ihren Erstgeborenen Georg, der bekanntlich im Gegen­satz zu seinen ernestinischen Vettern der Römischen Kirche treu blieb[6], aber ansonsten ist es um sie weitgehend still geblieben – zur Zählung der wenigen kurzen Beiträge, die sich mit ihrer Person beschäftigen, bedarf es noch nicht einmal der Finger einer Hand[7]. Dabei sind Fürstinnen der Vormoderne gerade in jüngerer Zeit ein wichtiger Gegenstand der Forschung[8] – nur verspricht Sido­nia offenbar in mancher Hinsicht kein allzu spannendes ‚Untersuchungsobjekt‘ zu sein: Die dynastische Verbindung der Wettinner zum Böhmenkönig Georg von Podiebrad zeitigte längerfristig kaum greibare Ergeb­nisse, eine signifikante politische Rolle hat Sidonia nie gespielt (und wollte sie vermutlich auch nie spielen), Anteil an der kulturellen Prägung des albertini­schen Hofes läßt sich ihr nicht ohne weiteres zuschreiben (sieht man einmal von dem letztlich eher blaß bleibenden religiösen Einfluß ab). Wohl nicht frei von Ironie hat Karlheinz Blaschke das gängige Bild dieser Frau folgendermaßen zu­sammengefaßt:

„In die sächsische Landesgeschichte ist sie in zweifacher Gestalt ein­ge­gangen: Sie trat auf dem Tag zu Eger 1459 mit ihren damals kaum zehn Jahren als liebreizendes Mädchen im Brautschmuck auf, und sie be­glei­tete als Witwe von ihrem Alterssitz Tharandt aus in mütterlicher Für­sorge ihren Sohn Georg, der ihr in einem innig-vertrauten Verhält­nis verbunden war. Sidonie muß eine sehr verträgliche Frau gewesen sein, sonst wäre das Zusammenleben der Hofhaltungen beider Brüder Ernst und Albrecht nicht über zwei Jahrzehnte hinweg so spannungs­frei ver­laufen. In 36 Ehejahren scheint sie dem unruhigen, vielbeschäf­tigten und oft abwesenden Albrecht eine geduldige Ehefrau ge­wesen zu sein. […] Vielleicht läßt sich diese so zurückhaltend auftretende Frau als der gute Geist ansehen, der dem hochgespannten Leben ihres Ge­mahls in Zeiten gemeinsamer Häuslichkeit verständnisvoll zur Seite stand.“[9]

Inwieweit eine solche Einschätzung Sidonia wirklich gerecht wird, müßten ein­gehende Forschungen erst noch zeigen. Doch in einem Punkt darf Sidonia Aus­nahmecharakter beanspruchen: als Verfasserin von Briefen – von Briefen, die Überlieferungschancen und ‑zufällen zum Trotz auf uns gekommen sind. Diese 95 Schreiben an ihren Sohn Georg hat schon 1852 Friedrich Albert von Langenn paraphrasierend zu einem kurzen Lebensbild verarbeitet[10], und seit 1899 liegen immerhin sechzehn dieser Briefe in der bis heute unverzichtbaren Sammlung Georg Steinhau­sens auch gedruckt vor[11]. Umso erstaunlicher ist es, daß erst Jörg Rogge dieses gewichtige Quellenkorpus einer knappen sozial- und mentalitäts­geschichtlichen Analyse unterzogen hat, ohne damit bereits alle möglichen und sinnvollen Fragen zu stellen und zu beantworten[12].

Die Bedeutung dieser Quellen erweist sich bei einem kurzen Vergleich. So ist zum Beispiel die Zahl der bislang bekannten Familienbriefe von der Hand Albrechts des Beherzten eher gering[13]. Am ehesten vergleichbare Quellen wetti­nischer Provenienz besitzen wir mit den Schreiben von Albrechts Mutter Marga­retha von Sachsen (1416–1486), die freilich an Zahl hinter denjenigen ihrer Schwiegertochter zurückstehen[14]. Ansonsten liegen umfangreichere Korrespon­denzen der Wettiner aus diese Zeit vornehmlich mit außerdynastischen Partnern vor, etwa der Briefwechsel Kurfürst Friedrichs des Weisen mit dem Nürnberger Losunger Anton Tucher[15]. Erst in der Reformationszeit steigt die Zahl der wetti­nischen Korrespondenzen sprunghaft an, besonders eindrucksvoll ablesbar etwa an dem mehr als 800 (!) Stücke zählenden Korpus der Schreiben Elisabeths von Rochlitz (1502–1557), der Frau von Sidonias Enkel Herzog Johann (1498–1537)[16].

Das Paradebeispiel für fürstlich-dynastische Korrespondenzen der Jahr­zehnte vor und um 1500 bilden hingegen die Hohenzollern mit der auch in dieser Hinsicht besonders prägnanten Gestalt des Kurfürsten Albrecht Achilles (1414–1486) im Zentrum. Neben seinen Söhnen spielen hier auch die Töchter und seine Frau Anna von Sachsen eine wichtige Rolle. Insbesondere Cordula Nolte hat in jüngster Zeit demonstriert, wie sich an Korrespondenzen fürstliche Kommunikations- und Beziehungsnetze aufzeigen und analysieren lassen[17].

II.

Sidonia (auch Sidonie, Zedena, Zdena) wurde am 11. November 1449 als Toch­ter des böhmischen Hochadligen Georg von Kunstadt und Podiebrad (1420–1471) und dessen erster Frau Kunigunde von Sternberg (1422–1449) geboren[18]. Nach­dem ihr Vater 1458 von der Mehrheit der Stände zum König von Böhmen erho­ben worden war, gehörte zu dessen frühen Regierungsmaßnahmen die Su­che nach einem Ausgleich mit den Wettinern. Ergebnis war der im April 1459 mit Kurfürst Friedrich II. und Herzog Wilhelm III. geschlossene Vertrag von Eger, der die strittigen Herrschaftsansprüche regelte[19]. Rund ein halbes Jahr später, am 11. November 1459 und damit an ihrem zehnten Geburtstag, wurde zu Eger die Heirat Sidonias mit Albrecht, dem jüngeren Sohn Friedrichs II. von Sachsen, feierlich begangen[20]. Die Ehe, die der weiteren Absicherung des Verhältnisses zwischen König Georg und den Wettinern diente, wurde genau viereinhalb Jahre später, am 11. Mai 1464, vollzogen[21].

Wenige Wochen darauf, am 7. September 1464, verstarb Sidonias Schwie­gervater, Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige[22]. Die Nachfolge traten dessen Söhne Ernst und Albrecht – abgesehen von der Kurwürde, die dem Älteren Ernst zufiel – vorerst gemeinsam an. Mit dem Tod ihres Onkels Wilhelm III. im Jahr 1482 fielen ihnen auch die Thüringischen Lande zu. Erst 1485 schritten sie zur Aufteilung der Herrschaft (Leipziger Teilung), bei der Albrecht den Meißner Anteil wählte[23]. Über die Person Sidonias sind wir während dieser Jahre kaum informiert. Allein die Folge der Geburten läßt sich nachvollziehen: 1468 wurde Katharina geboren, 1471 Georg, 1473 folgte Heinrich, 1474 schließlich Fried­rich. Vier weitere Kinder, die auf die Namen Anna, Ludwig und zweimal Jo­hann getauft wurden, erreichten nicht das Erwachsenenalter[24].

III.

Die einzige erhaltenen Hofordnung Herzog Albrechts, die zwischen 1486 und 1490, wahrscheinlich 1488/89 entstanden ist, gewährt einige Einblicke in das Frauenzimmer[25]. Dem Teilhof Sidonias gehörten zu diesem Zeitpunkt noch ihre drei Söhne an – Georg, Heinrich und Friedrich, von denen allein ersterer namentlich erwähnt ist. Die Ordnung sieht jährliche Ausgaben in Höhe von 5050 Gulden vor. An der Spitze des Personals stand die Hofmeisterin. Weiterhin waren Sidonia und ihren Kindern elf jungfrawen und mehrere namentlich ge­nannte Diener (darunter Adlige wie Christoph Pflug und Siegmund von Maltitz) beigegeben. Die Küche umfaßte den Küchenschreiber, drei Schenken, vier Kö­che und einen Küchenjungen. Hinzu kamen ein oder zwei Kammerknechte, zwei Schneider, mehrere Pagen (jungen), der Knecht der Hofjungfrauen, ein Torwär­ter und ein Stubenheizer. Am Ende der Hierarchie stand eine Reihe von Knech­ten. In die Kalkulation für diesen Teilhof einbezogen waren noch mehrere an­dere Personen, darunter Hans von Minkwitz sowie Dietrich und Kaspar von Schönberg, die allerdings beim Essen anscheinend nicht an den Tischen des Frauenzimmers plaziert wurden.

Ab 1487 hielt sich Herzog Albrecht nur noch sporadisch in seinen Stamm­landen auf. Im Sommer 1487 wurde er zunächst zum Hauptmann im Reichs­krieg gegen den ungarischen König Matthias Corvinus in Österreich bestellt, ab dem Frühjahr 1488 war er in den Krieg gegen die aufständischen flandrischen Städte involviert. Die folgenden zwölf Jahre bis zu seinem Tod im September 1500 verbrachte Albrecht größtenteils im Dienst König Maximilians in den Nie­derlanden[26]. Die Vertretung des Abwesenden oblag seinem Sohn Georg. Diese neue Konstellation konnte auch für den fürstlichen Hof nicht ohne Folgen bleiben.

Daß Albrecht der Heimat für längere Zeit fernbleiben würde, zeichnete sich bereits um die Jahreswende 1488/89 ab, denn am 16. Dezember 1488 be­stellte König Maximilian den sächsischen Herzog zu seinem Generalstatthalter in den Niederlanden[27]. Kurz darauf, vielleicht im Januar 1489, teilte Herzog Al­brecht seinem Sohn Georg die Übertragung des neuen Amtes mit[28]. Zugleich bat er ihn dringend, daß er gemeinsam mit dem Obermarschall Hans von Minkwitz dafür Sorge trage, ihm so schnell wie möglich Geld zu schicken, denn er sei ffon ssy[n] genaden [d.h. König Maximilian] genedyklich genug abgefferty[get] ssunder geld, das ysst yczund hyr nyd czu bekomen. Offenbar war sich Albrecht durchaus bewusst, daß er fortan finanziell an seinen königlichen Herrn gekettet sein würde:

Nu han ych ssoffyl uff dessen handel geleged, dass ych myd ffugen nyd daffon absstellen kan, y[ch] muss eyner andern czyd erwarten, darczu yc[h] edlychen geldess nodorfft ssyn werd uffczub[rin]gen.

Allerdings benannte er ebenso eindeutig seine Motivation für den Einsatz im habsburgischen Dienst: Ych hoff, unss ssol dadorch er und nocz wederffaren.

In dieser Situation dachte Albrecht auch an die Ordnung der heimischen Verhältnisse. Seine Gemahlin wolle weder zu ihm in die Niederlande kommen noch am Hof Georgs bleiben. Statt dessen habe ihm Sidonia mitgeteilt, daß sie beabsichtige, mit wenigen Personen keyn Myssen uff unsser sschloss überzu­siedeln, da unsserm Hergot czu dynen by dem lobelychen styfft. Gemeint ist die sogenannte Albrechtsburg zu Meißen[29]. Dieser höchst ambitionierte und archi­tekturgeschichtlich richtungsweisende Schloßbau war bereits 1471 während der Regierung der Brüder Ernst und Albrecht im Zeichen der gemeinsamen Hofhal­tung begonnen worden, doch auch jetzt, fast zwei Jahrzehnte später, waren die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Das Interesse Albrechts scheint merklich nachgelassen zu haben – vermutlich war das Bauwerk für die albertinische Hof­haltung zu groß dimensioniert. Zur Hauptresidenz entwickelte sich statt dessen Dresden, auf das sich auch die späteren Ausbaupläne Georgs konzentrieren soll­ten[30]. Für die Aufnahme des kleinen Haushalts Sidonias hingegen konnte der Meißner Bautorso durchaus geeignet erscheinen, zumal deren Interessen offen­bar die unmittelbare Nachbarschaft des Domstifts entgegenkam. So sollte Georg seiner Mutter sstoben und kamern und wessen yn der grossen kemnaten czurych­ten, daryn ssy wanung gehaben mag. Damit könnte der Nordbau des Schlosses ge­meint sein, dessen erstes Obergeschoß ein weiter, später als „Große Hofstube“ bezeichneter Raum ausfüllte. Darüber lagen im zweiten Obergeschoß mehrere Zimmer, die Wohnzwecken gedient haben könnten und deren größtes in einem Inventar von 1576 als „der alten Herzogin Gemach“ bezeichnet wird, oh­ne daß der Bezug zu Sidonia zwingend anzunehmen wäre[31]. Für die allgemeinen Wohn­verhältnisse in Meißen mag es bezeichnend sein, daß Sidonia anläßlich eines bevorstehenden Besuches „Herzog Friedrichs“ (gemeint ist entweder der Kur­­fürst oder Sidonias gleichnamiger Sohn) bei Georg nachfragte, welche Ge­mä­cher man für diesen vorbereiten solle[32] – große Teile des weitläufigen Kom­plexes wurden in der Regel sicherlich nicht genutzt.

Doch kehren wir zu dem zitierten Brief Albrechts zurück[33]. Dieser wies seinen Sohn Georg an, gemeinsam mit Hans von Minkwitz und dem Hofmeister mit der Herzogin zu reden, um deren endgültige Entscheidung in dieser Sache zu vernehmen. Sofern sie weiterhin Meißen als Aufenthaltsort wählen wolle, solle er sie und die Ihren mit aller nodtorff versehen. Er möge den Haushalt ver­sorgen und Si­donia vierteljährlich die Summe von 100 Gulden auszahlen, die sie auch bislang erhalten habe. Die yongffern, die Sidonia aus ihrem Dienst entlasse, seien mit dem egeld auszustatten, den Dienern sollten noch ausstehende Zahlun­gen gelei­stet werden.

Was Albrecht hier in wenige Worte faßte, bedeutete zum einen die räum­liche und weitgehend auch finanzielle Abschichtung der Herzogin vom Hof[34], zum anderen die weitgehende Auflösung des Frauenzimmers Sidonias, wie es – wahrscheinlich kurz zuvor – noch die albertinische Hofordnung normierend be­schrieben hatte. Fortan nahm Sidonia anscheinend mit einem sehr kleinen Haus­halt vorlieb. Entsprechend gering an Zahl ist auch das Personal, das uns ihre Briefe während der folgenden Jahre vorführen. Hinzu kommt als dritte Folge die partielle Herauslösung der Herzogin aus den mündlichen Kommunikations­netzen von Familie und Hof – und damit der Grund für die schriftliche Korre­spondenz mit dem Sohn.

An dieser Situation änderte grundsätzlich auch der Tod Herzog Albrechts am 12. September 1500 im fernen Emden nichts mehr. Von Meißen siedelte Sidonia nunmehr auf die Burg Tharandt über, die zu ihrem Witwengut gehörte[35]. Doch weder im Zuschnitt des Haushalts der Fürstenwitwe noch in ihren kom­munikativen Bindungen sind größere Einschnitte erkennbar. Vermutlich in Tharandt verstarb Sidonia am 1. Februar des Jahres 1510[36].

 


 

 


Beschreibung der Briefe

Sven Rabeler und Claudia Ulrich

Das vorgelegte Quellenkorpus, das geschlossen im Hauptstaatsarchiv Dresden überliefert ist[37], umfaßt 95 Briefe (sowie zwei eingelegte Zettel) Herzogin Sido­nias von Sachsen an ihren Sohn, Herzog Georg. Die Stücke dürften sämtlich der Zeit nach der Auflösung der gemeinsamen Hofhaltung und der Einrichtung eines separaten Haushalts für Sidonia in Meißen (Anfang 1489) angehö­ren[38] (das erste genauer datierbare Schreiben stammt wahrscheinlich aus dem Januar 1489). Die potentielle Ab­fassungszeit erstreckt sich bis zum Tod der Herzogin im Februar 1510 (der letzte datierte Brief fällt in den Mai 1508).

In der Regel hat Sidonia ihre Schreiben zwar mit dem Tagesdatum verse­hen, doch fehlt – von vier Ausnahmen abgesehen[39] – die Jahresangabe. Eine gro­be Scheidung ist in den meisten Fällen anhand des Umstandes möglich, daß Si­donia ihre übliche Unterschrift – Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] – nach dem Tod Albrechts mit dem Wort w[itwe] ergänzte. Soweit dies aufgrund anderer Anhaltspunkte überprüfbar ist, scheint Sidonia in diesem Punkt nach 1500 kon­sequent verfahren zu sein. Problematisch sind allerdings die Briefe, die Sidonia nur mit Zdena ohne titularische Hinzufügungen unterzeichnet hat – zumindest in einem Fall ist die Entstehung des betreffenden Schreibens nach ihrer Übersied­lung von Meißen nach Tharandt und damit nach 1500 nicht unwahrscheinlich[40], so daß die Unterschrift in diesen Fällen keinen sicheren Anhalt für die Datierung bietet. Für rund die Hälfte der Briefe lassen sich aufgrund des Inhalts darüber hinaus­gehende Angaben zur absoluten chronologischen Einordnung, bisweilen auch zur relativen Chronologie machen. Weiteren Forschungen muß es vorbe­halten bleiben, gegebenenfalls für andere Stücke chronologische Anhaltspunkte zu finden.

Die Briefe sind durchgehend auf Papier geschrieben. Die Maße schwanken zwischen ca. 9 und 33 cm in der Höhe, ca. 18 und 22 cm in der Breite. Kleiner sind allein die beiden erhaltenen Zettel, die in Briefe eingelegt waren[41]. Erkenn­bar sind verschiedene Wasserzeichen. Das häufigste (Ochsenkopf mit Kreuz und Schlange) kennzeichnet nach Piccard ein Papier, das 1498 auch für ein Schrift­stück des Merseburger Bischofs Verwendung fand[42]. Die anderen Wasserzeichen (darunter am häufigsten Krone mit Kreuz, drei weitere erscheinen nur je einmal) sind wegen der Existenz zahlreicher Varianten schwerer zu identifizieren. Aber auch eine genauere Untersuchung würde für die Datierung der Briefe keine si­cheren Erkenntnisse erbringen, da die zu gewinnenden Anhaltspunkte allgemein wohl zu grob wären, vor allem aber, weil die Verwendung der einzelnen Papiere noch nicht einmal eine eindeutige relative Chronologie erkennen läßt.

Der Benutzung hinderlich ist der Umstand, daß die Briefe im 19. Jahrhun­dert zusammen mit anderen wettinischen Handschreiben zu einer gebundenen Akte formiert wurden. Durch die Bindung sind am Rand stehende Wörter zu­weilen nur schwer zu lesen. Außerdem wurden einige Blätter beschnitten, was vereinzelt zu Textverlust führte. Ansonsten befinden sich die Briefe in der Regel in einem recht guten Erhaltungszustand. Die gesamte Akte ist mit einer durch­laufenden Blattzählung versehen (eine weitere moderne Numerierung bezieht sich allein auf die Briefe Sidonias, wobei die unselbständigen Zettel jeweils mit der Nummer des vorangehenden Briefes bezeichnet sind). Die Reihung der Brie­fe nimmt keinerlei Rücksicht auf die chronologische Abfolge – selbst inhaltlich unmittelbar zusammengehörige Stücke sind auseinandergerissen.

Der Brieftext nimmt in den meisten Fällen nur eine Blattseite ein. Beid­sei­tig beschriebene Blätter sind seltener, nur einmal findet sich ein Doppelblatt (gefalzter Bogen)[43]. Sämtliche Briefe waren mit einem aufgedrückten Verschluß­siegel versehen, von dem heute in vielen Fällen nur noch Wachsreste zeugen. Die Adresse, die beim Öffnen des versiegelten Briefes oftmals beschädigt wurde und heute daher meistens nur fragmentarisch erhalten ist, lautet mit geringen Variationen: Herczog Jorgen von Sachssen, meym herczallerlibsten sone.

Die Briefe sind durchgehend von derselben Hand geschrieben, offenbar von Sidonia selbst. Es handelt sich um eine in der Regel gut lesbare, recht flüs­si­ge Kursive, die es in Gleichmaß und Rundung freilich nicht mit einer geübten Kanzleihand aufnehmen kann. Majuskeln sind äußerst selten. Die Briefe sind durchweg unterschrieben, wobei Sidonia stets die tschechische Form ihres Na­mens (Zdena) benutzte. Häufig finden sich nachträgliche Streichungen sowie Einfügungen und Korrekturen, meist oberhalb der Zeile, zuweilen als Margina­lien. Die Rückseiten zeigen zuweilen Kanzleivermerke (kurze Angaben zum In­halt) von anderer Hand.

 

 


Die Briefe Sidonias von Sachsen

Alexandra Kursawe

I.

In der Forschung gewinnen familiäre und verwandtschaftliche Beziehungsfelder und deren Verschiebungen sowie deren Konsequenzen für das Verhältnis zwi­schen den Ehepartnern wie zwischen Eltern und Kindern zunehmend an Inter­esse. Zwar floriert gegenwärtig die historische Beschäftigung mit Frauen in un­terschiedlichen sozialen Gruppen, aber ein umfassendes Bild der Lebensformen spätmittelalterlicher Fürstinnen ist noch nicht gezeichnet worden. Dazu vermag die Analyse der 95 Briefe, die Herzogin Sidonia von Sachsen an ihren Sohn Ge­org richtete, einen Beitrag zu leisten. 95 Briefe von einer Hand an denselben Empfänger ermöglichen zahlreiche Einblicke in das Beziehungsgeflecht dieser Personen sowie in ihre Lebenswelt[44].

Im Zuge der Entdeckung des ‚dargestellten Ichs‘ in Selbstzeugnissen[45] des Spätmittelalters wird seit einigen Jahren die historische Briefforschung wieder aufgegriffen[46]. In Fürstenbriefen sind neben den offiziellen oftmals auch persön­liche Momente erkennbar. Das Rollenverhalten der Familienmitglieder war pri­vat und öffentlich zugleich[47]. Somit konnten persönlichere, intimere Momente die offiziellen Handlungsvorgänge begleiten und gerade im rhetorischen Ver­mittlungsvorgang des Briefes mit seinen affektiven Möglichkeiten zur Darstel­lung gebracht werden. Das kann zu Schwierigkeiten im interpretatorischen Handlungsvollzug führen, da es nicht immer einfach ist, das verschlungene In­einander von konventionellem Rollenverhalten und Individualität, die Ver­schränkung von höfischer Norm, Zeremoniell, vorgegebenen Personenbezie­hungen und Persönlichkeit, von nonverbaler, mündlicher und schriftlicher Kommunikation aufzubrechen und zu entschlüsseln. Problematisch bei der Quellengattung der Selbstzeugnisse kann die Frage nach der Repräsentativität des Textes und nach der kulturellen oder gattungsgemäßen Stilisierung sein[48]. Daher ist zu beachten, daß es nicht zu einer Verzerrung der historischen Inhalte durch die persönlichen Anschauungen kommt. Es muß stets bedacht werden, daß die Gefühlsdarbietung von einem bestimmten Rollenverhalten geleitet sein kann. Bei der Interpretation von Briefen muß dieser Quellengruppe immer ein spezifisches Charakteristikum in Rechnung gestellt werden. Denn schon Georg Simmel stellte fest, daß der „Brief, trotz oder, richtiger wegen seiner Deutlich­keit, viel mehr als die Rede der Ort der ‚Deutungen‘ und deshalb der Mißver­ständnisse“ ist[49]. Simmels Feststellung ist für die Interpretation der Briefe von wesentlicher Bedeutung, denn als beobachtender Dritter muß auf der Ebene der schriftlichen Kommunikation mit Deutungen und Zweideutigkeiten zwischen den Schreibern und den Empfängern der Briefe oder mit Submitteilungen ge­rechnet werden, deren tatsächliche Bedeutung sich nicht mehr erschließen läßt[50].

Dennoch erlauben die Äußerungen in Briefen einen Einblick in die fami­liäre Sphäre und liefern die Möglichkeit, Aspekte des Alltags, Fühlens und Den­kens von hochadeligen Frauen und Männern in konkreten Kontexten zu veran­schaulichen[51]. Denn der Brief, zumindest der „Familien- und Freundschaftsbrief“[52], war für den Augenblick bestimmt, nicht für nachkom­mende Generationen, daher wird in den Briefen der Inhalt wohl nicht so über­formt worden sein, wie es bei­spielsweise bei Autobiographien geschehen sein kann[53]. War er einmal abge­schickt, konnte der Brief nicht mehr korrigiert wer­den. Nachdem der Empfänger ihn gelesen hatte, hatte der Brief seinen Zweck er­füllt. Mathias Beer weist zu Recht darauf hin, daß die „Familien- und Freund­schaftsbriefe“ als „subjektiver Spiegel des historisch Objektiven“[54] bezeichnet werden müssen, da die in den Briefen geschilderten Ereignisse, immer aus der Sicht des Schreibers, als allge­mein richtig und zuverlässig aufgrund der Nähe des Schreibers zum Tagesge­schehen angesehen werden können[55]. Die Interpre­tation von Briefen ermöglicht es, den Menschen in seiner sozialen Rolle und dem von ihm selbst abgesteckten Beziehungsfeld zu erleben und seine selbst ge­setzten Prioritäten zu berück­sichtigen[56].

„Keys to the doors of private life and emotionality are never easy to turn“[57], stellt Joel T. Rosenthal treffend fest, jedoch bieten die Briefe der Herzogin Si­donia von Sachsen an ihren Sohn Georg den Bärtigen eine außergewöhnliche Möglichkeit, die Schlüssel dennoch zu drehen und die Türen in die fürstliche Lebenswelt einen Spalt weit zu öffnen. Dadurch erlangen wir einen Einblick in das familiäre Beziehungsgeflecht des mittelalterlichen Hochadels, indem sich die Auswertung der Briefe an einer Schnittstelle von verschiedenen Problem­kreisen der Familienbeziehungen im engeren Sinne bewegt. Wir können hinter die Türen von Frauen als Fürstengemahlinnen und Witwen blicken, ihr Verhält­nis zu den Kindern und Enkelkindern sowie ihre Handlungsmöglichkeiten ge­genüber ihren Gatten[58] analysieren und nach der „Interdependenz von gesell­schaftlichen Verhältnissen und menschlichen Bedürfnissen“[59] fragen. War das Bewußtsein der hochadeligen Familien auch stets von der öffentlichen Reprä­sentation der Herrschaft geprägt, so bietet sich durch dieses Briefkorpus die Möglichkeit, die Mitglieder der hochadeligen Familie als Eltern und Kinder, als Ehegatten und Verwandte in einem Bereich zu belauschen, in dem sich die Be­reiche zwischen Denken und Handeln in öffentlicher Funktion und engeren fa­miliären Belangen verwischten. Die Äußerungen der Dynastiemitglieder gewäh­ren somit einen Einblick in das Familiennetz. Der Quellenfundus erlaubt es, Innenansichten der Familienstrukturen und Beziehungen zu erlangen[60], und er kann dazu beitragen, die Frauen des Adels stärker, als bisher geschehen, als Per­sönlichkeit auf der einen Seite kennenzulernen und die Familienstrukturen der Dynastien auf der anderen Seite konkret zu veranschaulichen[61].

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die Herzogin Sidonia von Sachsen (1449–1510), die 1459 von ihrem Vater Georg von Podiebrad (1420–1471) aus dynastischen Motiven mit dem Wettiner Albrecht dem Beherzten (1443–1500) verheiratet wurde, und ihr erstgeborener Sohn Herzog Georg der Bärtige (1471–1539). Ihnen wird in bestimmten Situationen über die Schulter geblickt, um auf diese Weise ein Muster von Rollen und Rollenverhalten zu konstruieren. Mit ‚Rolle‘ ist hier sowohl die Erwartung für angemessenes und richtiges Verhalten als auch das tatsächliche Verhalten der Person gemeint[62]. Herauszustellen ist, welche Aspekte der Lebensform[63] ‚Mutter‘ beziehungsweise ‚Fürstin‘ bei Sido­nia anhand ihrer Korrespondenz mit dem Sohn erkennbar sind. Dazu werden die jeweiligen Facetten des Lebens der Fürstin analysiert und – soweit möglich – zu einem Lebens- und Charakterbild zusammengestellt.

II.

Herczallerlibster son! Ich bitt dich auffs freyntlichst, [wie] ich kann, du wollest auff erstkunfftige mitwoch zcu mir kummen und ye nicht aussen bleyben, den ich deyn zcu grosser noth bedorff, und wils yn mutterlicher lib auffs freyntlichst umb dych vorscholden[64].

Dieser Briefanfang zeigt das Bedürfnis Sidonias, ihren geliebten Sohn um sich zu haben und sich vor allen Dingen mit ihm auszutauschen[65]. Neben den Briefen der beiden gab es wohl etliche Besuche des Sohnes bei der Mutter, so daß sie im regen Informationsaustausch standen, was zu den abwechslungsreichen Inhalten der Briefe führte[66]. In den vorliegenden Briefen beschäftigt sich Sidonia meist mit Familienangelegenheiten, nur selten spricht sie von politischen Dingen. Sie gab dem ältesten Sohn Ratschläge und ermahnte diesen, sie versuchte den fürst­lichen Stellvertreter und späteren Regenten zu erziehen. Der Einsatz für die Ver­sorgung und Belohnung treuer Diener und Personen, die in Sidonias Gunst stan­den, sowie die Einforderung der ihr zustehenden Versorgung ihres Haushaltes sind weitere Aspekte der Briefe. Daneben lassen sich Andeutungen über ihr ei­genes Leben und ihren Tagesablauf erkennen. Somit ist es möglich, einen Ein­blick in die sonst verborgene Welt von Sidonias Haushalt, ihrer Interessen, ihrer Freuden und Sorgen und ihrer Wünsche und Enttäuschungen zu erlangen.

Das Briefmaterial setzt nach der Schätzung Elisabeth Werls im Jahre 1488 ein, als Georg die Stellvertretung für seinen in der Folgezeit meist abwesenden Vater übernahm. Der Sohn trat seiner Mutter, der Fürstin, als erwachsener Mann gegenüber, dem die Regierung und die Versorgung des Herzogtums unterstan­den. Die Briefe sind insofern eine besondere Quelle, als sie die Beziehung zwi­schen Mutter und Sohn sowohl zu Lebzeiten des Ehemannes Sidonias als auch nach dessen Tod widerspiegeln. In dem Verhältnis zwischen Eltern und Kindern stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt. Auf der einen Seite gab es die Forderung nach Gehorsam und die tatsächlich ausgeführte Unterwerfung des Kindes, auch des erwachsenen, unter die Eltern. Andererseits finden sich zahlreiche Zeichen von Zuneigung und Unterstützung[67]. Die Briefe der Fürstin enthalten beide Komponenten. Sie verlangte Gehorsam, trat dem Sohn aber auch mit großer Liebe und Zuneigung entgegen. Auffällig an den Briefen ist, daß Sidonia sich stets über die Konventionen des Briefschreibens hinwegsetzte. Dies beginnt schon mit der Anrede. Jeden Brief eröffnete sie mit herczallerlibster son, darauf folgte die ‚narratio‘ oder bereits die ‚petitio‘; das ‚exordium‘ mißachtete die Fürstin permanent. Auch übte sie sich nicht in der verlangten Zurückhaltung, oft wiederholte sie ihr Anliegen mehrfach und setzte sich daher über die Regel der kurzen Erzählung hinweg. Diese Mißachtung des Formulars darf natürlich nicht als Unfreundlichkeit, Geringschätzung oder gar Beleidigung ausgelegt werden, vielmehr zeigt sich hier die enge Beziehung zwischen ihr und dem Sohn. Die Verletzung der Konventionen eröffnete der Fürstin die Möglichkeit, Persönli­cheres und Intimeres in den Briefen zu schreiben.

In ihrer Rolle als Fürstin läßt sich Sidonia in vier Facetten fassen: als Leite­rin der Hofhaltung, Bittstellerin für andere, Beraterin ihres Sohnes und Bericht­erstatterin der Ereignisse bei Hofe. Als Fürstin war Sidonia zur Fürsorge und zur Versorgung ihres Haushaltes angehalten. Somit war ihr Sohn die Bezugsperson, mit der sie ihre eigene Versorgung wie die ihres Hofes zu vereinbaren hatte. Zahlreiche Briefe an den Sohn thematisieren die Sicherstellung ihrer Versor­gung. Immer wieder finden sich in den Briefen der Fürstin Nachfragen und Er­mahnungen an den Sohn in Bezug auf die ihr zustehenden Leistungen. So ver­langte Sidonia sowohl Naturalien als auch Geld und Lebensmittel[68], da sie nach ihrer Auffassung das Recht hatte, diese Dinge einzufordern. Sie tat dem Sohn auch unmittelbar kund, wenn etwas nicht zu ihrer Zufriedenheit erledigt wurde. Nicht immer trug sie ihr Anliegen als Bitte vor, was dem Briefformular nach an­gemessen gewesen wäre. Wie so oft durchbricht Sidonia die Konvention des Fürstenbriefes, wenn sie schreibt: Du wollest mir auch meyn wachs vorschaffen, das es mir auff erstkunfftige mitwoch werd[69]. Kam der Sohn jedoch einer Forde­rung zu ihrer Zufriedenheit nach, bedankte sich die Mutter: Deyn schreyben mit allem ynhalt hab ich vorstanden und aufs freyntlichst angnummen und danck dir gutlich der 200 gulden[70]. Sie versäumte es dann aber nicht, den Sohn zu ermah­nen, das noch ausstehende Geld ebenfalls zu beschaffen (wiewoll ich es liber geshen heth, das du mir dy ander czweyhundert auch geschickt hetst[71]). Sie re­lativierte ihre Kritik, als sie schrieb, daß den Sohn keine Schuld treffe, jedoch ist ihr Tadel deutlich spürbar: So es aber, als du schreybest, auff dysmall nicht hat seyn kunnen, las ich es pey dem bis auff deyn zcukunfft beschten und geb dir yn dem keyn schult[72]. Es scheint, daß Georg manchen Anfragen und Bitten nicht nachgekommen ist, so daß Sidonia in einem späteren Brief nochmals das erbe­tene Geld forderte:

Auch hab ich dich nü, do du am nechste pey mir gewest, gebethen, du weldest mir das ander gelt auch auff eyn czeyt dir bericht zcuschicken, das den bisher nicht geschen ist. Und gib dir yn dem keyn schult, sun­der deyner regirer eyn teyls hab ich yn vordocht[73].

Wenn der Sohn ihrer Forderung jedoch prompt nachkam, lobte sie ihn über­schwenglich:

Ich danck dir gancz freyntlich des wachs mir geschickt, ich wils vor­dynen, wenn ich gros werd. Ich hald dych nü vor eyn warhafften man, so du mir das wachs geschickt hast [74].

Es kam auch vor, daß Sidonia durch ihre Hofangehörigen dem Sohn Wünsche vortragen ließ, auf die sie sich in ihren Briefen berief. So hatte sie Georg durch Siegmund Pflug[75] bitten lassen, ihr Wildbret zu schicken. In ihrem Brief bekräf­tigte sie die Forderung nochmals und hielt den Sohn zur Erfüllung dieses Anlie­gens an:

Nachdem ich dych durch Pfluge hab bitten lassen, mich auff dy hey­lige czeyt mit wilpert zcu vorsorgen, demselbingen nach ist meyn beth, du wollest dem also thun [76].

Geschickt vermochte Sidonia die Rolle der Fürstin, die ihre Versorgung sicher­zustellen versuchte, und die Rolle als Mutter, die dem Sohn Bitten vortrug, mit­einander zu verflechten, um auf diese Weise den Sohn zur Erfüllung ihrer Wün­sche anzuhalten. Diese brieflich geäußerten Bitten für sich selbst waren stets nur ein Aspekt in den verschickten Briefen, denn kaum einer der vorliegenden Brie­fe betraf nur Forderungen in Versorgungsangelegenheiten. Meist eröffnete oder beendete sie den Brief, indem sie ganz beiläufig, aber stets bestimmt die ver­langte Leistung erwähnte. Auffällig ist, daß sie die Bitte oder auch die Er­mah­nung völlig unvermittelt vortrug, ohne den Sohn darauf vorzubereiten. Sie ver­letzte somit wieder das Formular, was besonders darin zum Ausdruck kommt, daß sie ihrem Sohn sogar „drohte“[77], bei Nichterfüllung bei der Mutter in Un­gnade zu fallen. Es wird ebenfalls deutlich, daß Sidonia von ihrem Sohn ab­hängig war und sich genau überlegen mußte, wie weit sie mit ihren For­derungen ge­hen konnte, um Georg nicht zu verstimmen.

Ähnlich fordernd und forsch trat die Fürstin auf, wenn sie sich für andere Personen bei ihrem Sohn verwendete. Eine wichtige Funktion der Fürstin war das Vermitteln von Gunst durch Fürbitten[78]. Bei Sidonia kam zu ihrem sozialen Stand auch noch ihr Verhältnis zu ihrem Sohn als Mutter hinzu. Viele Bittende wußten vermutlich um die enge Beziehung zwischen Georg und seiner Mutter, so daß sie die Erfolgschancen für ihr Anliegen erhöht sahen, wenn sie die Für­stin um Protektion und Empfehlung gegenüber dem Regenten baten[79]. Die Kli­entel, welche sich mit Bitten an die Fürstin wandte, umfaßte sowohl Männer als auch Frauen[80]. Es wird sich bei den Bittstellern in erster Linie um Angehörige des Hofes der Fürstin gehandelt haben. So setzte sich Sidonia beispielsweise für die Anliegen der Frau von der Sale, ihrer Hofdame[81], ein und unterstützte die Weyssenbachin bei ihren Mitgiftstreitigkeiten, indem sie als Mittlerin zu Georg fungierte. Sidonia bat den Sohn, daß er sich der Angelegenheit annehme und die Frau unterstütze, damit diese zu ihrem Recht komme. Mit einer ihren Briefen zugrundeliegenden Eigenart bekräftigte Sidonia ihr Ersuchen, indem sie die Bitte nochmals wiederholte:

Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest dych in dem umb meyner bethe willen keygen ir gnediclich erczeygen, sy auch hanthaben und yn deyn schucz nemem, auff das sy pey dem, darczu sy gerechtickeyt hat, bleyben moge, als ich an czweyffel pin, du thun wirdst[82].

Der Sohn sollte aufgrund der mütterlichen Bitte der Frau zu ihrem Recht verhel­fen. Für Sidonia schien es selbstverständlich, daß Georg ihrem Ansuchen nach­kommen werde: Mit dem Nachsatz, daß er dies unzweifelhaft tun werde, übte sie zugleich Druck aus, selbst wenn sie in Wirklichkeit nicht ohne Zweifel war. Oft schließt an die Forderung das Versprechen Sidonias an, daß sie ihm sein Entgegenkommen selbstverständlich danken werde. Georg sollte stets der Mut­ter zuliebe so handeln, wie Sidonia ihn geheißen hatte. Auffälligerweise schrieb Sidonia nicht, daß er es um des Petenten willen tun solle. Sie verstand sich als eine Instanz zwischen Bittsteller/in und Regent.

Sidonia bat keineswegs nur für Frauen. Auch für Männer, denen sie wohl­gesonnen war, setzte sie sich gegenüber ihrem Sohn ein. Die vorgetragenen An­gelegenheiten sind auch in diesen Fällen vielschichtig. Sidonia wünschte bei­spielsweise für Streitende einen Entscheid[83], sie bat für Bedrängte, die Georgs Hilfe erhofften[84], und Sidonia sprach für Bewerber, die um eine Stelle, eine Be­förderung oder eine Pfründe nachsuchten[85]. Einige Fälle erstrecken sich sogar über mehrere Briefe, so daß verfolgt werden kann, wie der Sohn reagierte und wie die Fürstin im Zuge der fortlaufenden Entwicklung der Angelegenheit ar­gumentierte und handelte[86]. In diesem Zusammenhang treten auch Submittei­lungen in einem Brief auf: anderst ich wurd nicht eyns mankorns wert von dir halden[87]. Mit dieser wohl auf der Mündlichkeit beruhenden Submitteilung[88], die sich schwerlich in ihrer Bedeutung übersetzen läßt, hat die Fürstin einen ganz eigenen und persönlichen Aspekt in das Briefformular eingefügt. Dieser Aus­druck entsprach in keinem Fall der Konvention des Fürstenbriefes, weist aber gerade auf die Verbundenheit der beiden hin, da sie beide die Bedeutung ge­kannt haben müssen: Sollte der Sohn ihr die geforderte Präsentation nicht zu­kommen lassen, wäre er noch nicht einmal ein Mohnkorn wert. Eine solche Phrase wäre sonst sicherlich als eine Beleidigung aufgefaßt worden, in diesem Fall weist sie in der Tat eher auf den vertrauten Umgang der Fürstin und ihres Sohnes hin.

An anderen Stellen wird deutlich, daß die Fürstin es nicht einfach hatte, mit ihren Bitten den Sohn für sich zu gewinnen. Zuweilen bedurfte es mehrfacher Nachfragen, bis eine Angelegenheit erledigt wurde[89]. Fühlte sich Sidonia unge­recht behandelt, ermahnte sie den Sohn sogar: Herczallerlibstes kint, las soliche ding kindern vorlegen und nicht dir und andern, dy es vorsteen[90]. Durch die Di­minutivformel herczallerlibstes kint für den erwachsenen Fürsten durchbrach Sidonia das Formular – man könnte meinen, daß sie den Sohn sogar herab­setzte[91]. In der Tat wird an dieser Stelle deutlich, wie unzufrieden Sidonia mit der Entwicklung der Angelegenheit war, was sie nicht vor Georg verbarg. Sido­nia stellte sich als ermahnende Mutter ihrem „Kind“[92] Georg gegenüber. Umge­kehrt dankte die Fürstin dem Sohn umgehend, wenn Georg ihrem Anliegen stattgab[93].

Nach der Analyse der Bittbriefe läßt sich feststellen, daß die Fürstin für Männer meist um eine Pfründe[94] oder Stelle[95], um einen „Redner“, der den Bitt­steller in einer Verhandlung vertreten sollte[96], oder um materielle Unterstützung wie Pferde[97] oder die Übernahme der Lehrkosten[98] bat. Bei den Bitten für Frauen war die Fürstin stets darauf bedacht, daß Georg dafür sorgte, den Peten­tinnen zu ihrem finanziellen und gesellschaftlichen Recht zu verhelfen. Der Fürst sollte die Frauen schützen, sich ihrer annehmen und sie unterstützen[99]. Oftmals sollte Georg einen Schiedsspruch fällen[100] oder andere auffordern, einer Zahlung an die Frau nachzukommen[101]. Eine umfassende Untersuchung aller vorgetragenen Für­bitten und deren Erfolg oder Mißerfolg würde es erlauben, eine Art Interes­sen­spektrum Sidonias zu beschreiben. Sie wirkte auf jeden Fall als eine ver­mittelnde und ausgleichende Instanz zwischen dem Fürsten auf der einen, verschiedenen Personen und Gruppen auf der anderen Seite. Ihre Rolle als Bitt­stellerin eröffnete ihr auch einen Entscheidungsspielraum, denn sie be­stimmte, für wen sie eintrat. Ausdruck ihrer eigenen Präferenz war sicherlich ihre Für­sprache für fromme Menschen und Geistliche, für ihr nahestehende und ihr zu­getane Herrschaftsbefohlene und Verwandte.

In ihrer Rolle als Beraterin trat die Fürstin dem Sohn meist warnend und klagend mit dem erhobenen Zeigefinger gegenüber. Besondere Zielscheibe ihrer Kritik waren die Räte Georgs und seine Kanzlei. Auch weckte sie Mißtrauen gegenüber seinen Dienern, um auf diese Weise selber mehr Einfluß auf den Sohn zu gewinnen[102]. Sie forderte ihn unter anderem zum eigenhändigen Schrei­ben auf, da sie der Kanzlei nicht traute[103]. Neben dem Rat, entschiedener gegen­über seinen Dienern aufzutreten – sie ermahnte ihn beispielsweise zu größerer Strenge gegen den Junker von der Kere[104] – kritisierte sie häufig das Vorgehen und die Arbeitsweise seiner Räte und veranlaßte Georg selbst, eine genaue Kontrolle vorzunehmen, auff das du erkennest, ap man auch allewege thue, das du beffilst[105]. Sidonia selbst gab den Räten Anordnungen[106]. Da sie aber nur selten am Dresdner Hof war, ließ sie die Hofleute durch Georg ermahnen, ihre Befehle auszuführen. Immer wieder schob sie die Schuld auf Georgs Räte, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt wurden:

Herczallerlibster sonn, ich clag dir obir deine rethe, wiewoll du meinst, sy thuen mir nichts. Wiltu mir nicht glawben, so lis disen yn­gelegten briff. Hastü den indert ein vornunfft pey dir, so wirdestu er­kennen, ap sy auffrichtiglich keygen mir gehandelt haben ader ap es mit Got besteen mag und ap es widder dy geboth Gotes sey ader nicht etc. Ich hald, herczallerlibster son, das du widder wort nach weyse dovon weist, hirum geb ich dir in dem kein schult[107].

Sie klagte dem Sohn, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlte, und riet ihm dazu, der Anschuldigung nachzugehen. Eine gegenteilige Meinung in Bezug auf ihr Mißtrauen gegenüber den Räten ließ Sidonia nicht zu und erklärte Georg da­her, du weldest dir den bosen geyst durch deyner retten eyns teyls ratt ym münd meren lassen[108]. Sidonia war ihrer Meinung nach einer Verfehlung auf die Spur gekommen und schrieb daraufhin prompt an den Sohn. Sie bat Georg, daß er wegen der Domherren zu Meißen nicht mit dem Marschall reden solle, den ich pin yn meynung, hynder etlich dyng zcu kummen[109]. Unterstützend stand sie Ge­org zur Seite, indem sie weitere Ermittlungen anstellen wollte, ehe sie den Ver­dacht aussprach: Sobald ich warlich darhynder küm, so will ich ferner mit dir dovon reden[110]. Sie bat Georg, daß er diesen Brief geheimhalten solle (las dyse meyne schrifft also pey dir bleyben[111]). Daß Georg dem Wunsch seiner Mutter nachgekommen ist, zeigt das Äußere des Briefes: Dieser wurde im Gegensatz zu den anderen Schreiben klein zusammengefaltet und ist stark zerknittert, woraus zu schließen ist, daß Georg ihn tatsächlich bei sich getragen hat. Anhand dieses aus dem Briefbestand hervortretenden Stückes kann nochmals festgestellt wer­den, daß Mutter und Sohn in einem engen Verhältnis zueinander standen, denn die Mutter beriet den Sohn und bat um Geheimhaltung, und Georg scheint die Warnung der Mutter ernst genommen zu haben.

Oftmals wurden Ereignisse bei Hofe in Sidonias Briefen thematisiert. Sie hielt den Sohn auf dem laufenden, forderte seine Anordnungen und bat um sei­nen Rat. Wenn in ihrem sehr religiös ausgerichteten Alltag etwas Besonderes geschah, berichtete Sidonia sofort dem Sohn davon. So hatte sie am tag sancte Angnetis das gewelbichen auffbrechen lassen[112], in dem ein mit Münzen gefüllter Kasten gefunden wurde. Ein Exemplar davon hatte Sidonia dem Sohn zur An­sicht geschickt. Nun bat sie ihn, zu ihr zu kommen, damit sie beide um den Münzschatz würfeln könnten (der meysten awgen mit dir darum werffen, wer solichen grossen gefunden schacz behald[113]). Es kam häufiger vor, daß Sidonia sich über das Hofpersonal bei Georg beschwerte[114]. Wenn es Unstimmigkeiten am Hof gab, informierte Sidonia den Sohn darüber und verlangte, daß er die Angelegenheit regele:

Demselbingen nach ist meyn trewlich und gans freyntliche bethe, wü soliche wort ader red yn schimpf ader ernest an dych gelangen wurd ader yn ymant yn der weyse vor dir nennen, du wollest dych keygen solichen mit antwurt halden, auff das sy erkennen mogen, das sy dir keyn geffallen daran thün, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest[115].

Sie war auf Georgs Unterstützung bei der Verwaltung ihres Hofes angewiesen.

Sidonia versuchte auch den Frieden innerhalb der Familie zu wahren und war daher beunruhigt, als sich ihre Söhne Heinrich und Georg stritten. Daß die beiden sich uneinig waren, duldete sie nicht. Sie nahm sogar eine Reise nach Freiberg auf sich, um selbst zu vermitteln (woldt ich mich auff nachsten do­nerstag kein Freybergk in eigner person der sachen zcu guth fugen und pey herczog Heinrich sovil mir moglich erlangen[116]), und schlug Georg einen Ver­söhnungstag in Meißen vor. Sidonia scheint Stellung für den ältesten, offenbar bevorzugten Sohn bezogen zu haben, denn sie schrieb in einem der vorangehen­den Briefe: Heynrich schreyb ich aber nichts, ursach halb[117]. Gemeinsam mit ih­ren eigenen Räten beabsichtigte sie, auf diesem Tag zu erscheinen, und fragte den Sohn, ob er damit einverstanden sei:

Und wu dir das also geffelet, so las er Hanß von Minquicz zcu mir auff nachsten donerstag umb fesperczeit kein Freybergk kummen, dy sach mit herczog Heinrich zcu handeln [118].

War Georg in Unannehmlichkeiten, mischte sich die Fürstin ein und wollte eine für den Sohn positive Klärung herbeiführen. Mit Besorgnis hörte Sidonia von dem Zorn Kurfürst Friedrichs auf Georg: Herczallerlibster son, ich hore, das der curfurst fast auff dich erczernt ist und denckt, dich fast obil anzcufechten[119]. In diesem Fall griff sie nicht selbst handelnd ein, sondern schrieb dem Sohn auf­richtende Worte:

Got der Herr sey dein helffer und stee dir pey mit seyner gotlichen hilff, den er vorlest nymands, der yn yn getrawet und seyn hoffnung ganczlich yn yn setczt. Dem thu auch also und setcz dein getrawen und hoffnüng gancz in yn, er vorlest dich nicht und wirdt dein helffer sein. Ich pin yn sycherenn vortrawen zcu dem almechtigen Got, er werd es gnediglich vorfuge[n] durch seyn gnad und barmherczickeit, das es gutlichen hingelegt wirdt an alle auffrur ader krigk[120].

Ein anderes Mal hatte sie sogar eine Vorahnung, daß etwas Schlimmes gesche­hen würde:

Mir ist deynthalb nicht enwenigk hyut yn der nacht bang gewest und wust doch von dyser schrifft nicht, aber do mir der bryff wart, gedacht ich: „Hilff Got, das ist villeycht dy ursach.“[121]

Diese Stelle zeigt die innige Verbundenheit Sidonias mit ihrem Sohn. Die Mut­ter dachte permanent an Georg, sogar nachts[122]. Sidonia stand dem Sohn als Für­sprecherin und Stütze zur Seite. Sie kritisierte sein Vorgehen nicht, sondern for­derte ihn auf, sich in die Hände Gottes zu geben, der alles zum Guten wenden werde. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß Sidonia nicht selbst in die aus­wärtige Politik des Sohnes eingriff, wie sie es bei den Familienangelegenheiten tat. Vielmehr sah sie ihre Aufgabe darin, durch Fürbitte und Hinweis auf die Gewißheit der göttlichen Hilfe dem Sohn beizustehen[123].

In ihren Briefen sprach Sidonia den Sohn oft als Mutter an, doch ist zu be­achten, daß die Rolle der Mutter und der Fürstin sich häufiger zu überschneiden scheinen, da eine strenge Rollenteilung in den Briefen nicht immer möglich ist. Aus vielen Briefen spricht eine Mutter, die ihren Sohn vermißte. Sidonia teilte ihrem Sohn nach dessen langer Abwesenheit mit, wie sehr sie sich nach seinem Besuch sehne, sie wollte mit ihm reden, sich austauschen, den Sohn einfach um sich wissen: Ich bitt dich, du wollest auff erstkunfftigen dynstag zcu mir kum­men, den ich hab lang nye deyn gestalt gesehen, do shen ich mich nach[124]. Wenn sie um seine Besuche bat[125], tat sie dies einerseits als Mutter, andererseits gehörte es auch zu ihrem Kalkül als Fürstin, den Sohn für ihre Anliegen zu gewinnen – und konnte sie ihn per Brief nicht dazu bewegen, sich ihrer Angelegenheit anzu­nehmen, erbat sie seinen Besuch, um die Sache persönlich mit ihm zu bereden. Bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht konnte sich der Sohn ja viel­leicht doch noch überreden lassen. In ihren Briefen trat die Mutter Georg als Ratgeberin und Erzieherin gegenüber.

Engagiert begleitete Sidonia als Mutter die Vorbereitungen zu Georgs Hochzeit mit Barbara von Polen (1478–1534), die am 21. November 1496 in Leipzig stattfand[126]. Für Sidonia war die Hochzeit wohl in erster Linie eine Ver­anstaltung, die organisiert und vorbereitet werden mußte, weniger eine Angele­genheit der dynastischen Raison oder des Auftrags der Dynastie[127]. In drei Brie­fen thematisierte Sidonia die Hochzeitsvorbereitungen. Ihre Freude über das bevorstehende Ereignis und die hohe Bedeutung, die sie der Ehe zumaß, kom­men in einem Brief zum Ausdruck, den die Fürstin an ihren Sohn richtete, weil dieser ein Schreiben an die Mutter mit dem Brief an Herzog Friedrich ver­wechselt hatte[128]. Amüsiert über die Verwechslung, neckte sie den Sohn, indem sie meinte, auf ihn treffe das Sprichwort zu: Du ghest yn gedancken als eyn vorlobte mayt[129]. Sie hatte Verständnis für die Zerstreuung Georgs und wünschte dem Sohn und seiner Gemahlin alles Gute für die nunmehr kurz bevorstehende Hochzeit[130]. Wenn Georg sie bat, stand sie ihm mit Rat zur Seite; aber auch wenn er nicht fragte, wollte sie ihn beraten[131]. Die Briefe Sidonias in Bezug auf die Hochzeit des Sohnes zeigen eine besorgte und fürsorgliche Mutter, die darauf bedacht war, dem Sohn zur Seite zu stehen. Ferner wird deutlich, daß der Sohn bewußt den Rat der Mutter in dieser Angelegenheit erbeten hatte. Anhand der beiden erhaltenen Schreiben Georgs an seine Mutter ist zu erkennen, daß er de­ren Rat durchaus schätzte[132].

Sidonia erteilte in ihren Briefen Ratschläge und versuchte explizit, auf Ge­org einzuwirken und ihn somit zu erziehen[133]. Sie appellierte vor allem im Hin­blick auf die Ausübung der Religion an ihn und war fortwährend besorgt um sein Seelenheil, weshalb sie ihn stets zur Frömmigkeit anhielt. Der Grundsatz, nach dem sie lebte, sollte auch für den Sohn gelten. In einem der Briefe sprach die Fürstin ihr Erziehungsziel klar aus: Ich schick dir hy doctor Proles, dem hab ich beffollen, das er eyn frommen menschen auß dir machen sol[134]. Im Hinblick auf die Ausübung der Religion war Sidonia darauf bedacht, ihren Sohn das rich­tige Verhalten zu lehren. Häufig schickte sie Georg Ablaßbücher[135]. Da sie seine kri­tischen Gedanken zum Ablaß kannte, flehte sie ihn dringend an: vorschmach yn nicht, nym yn mit an, den er ist dir nicht schedlich[136]. Sie unterwies den Sohn wei­terhin, daß er auch für die Verwandten Ablässe erbitten möge und diese nutze:

Ich bitt dych, kumm deyns fettern, hercz[og] Ernests, sel mit dem aplas zcu hylff und ordens, also es dy sel nicht durfft, das der enelendesten selen, dy ym fegfewer, zcu hylff kum [137].

Obwohl Georg auf Wunsch der Mutter eine klerikale Ausbildung erhalten hatte, wies sie den Sohn ständig zurecht, wenn es um kirchliche Angelegenheiten ging. So bedankte sie sich zwar bei Georg, daß er einer Äbtissin einen Rat erteilt hatte, wies ihn aber sofort zurecht, weil er in seinem Brief an die Äbtissin diese selbst und ihren Konvent (samlung) einfach als Nonnen angeredet hatte. Sidonia behielt sich vor, den Brief des Sohnes nicht an die Frauen weiterzuleiten (aber so du sy und ire samlüng schlecht hinwegk nünnen heyst, will ich mich yn den briff zcu schicken enthalden[138]). Der Tadel der Mutter ist in diesem Brief von 1508 greifbar, da sie den erwachsenen Sohn belehrte. Weiterhin zeigt dieses Schrei­ben, daß Georg seinen Brief an die Äbtissin zunächst seiner Mutter ge­schickt hatte, sie fungierte also als Mittlerin. Sie entschied dann auch, daß sie den Brief aufgrund der Verfehlung Georgs nicht an das Kloster weiterleiten werde.

Die Briefe lassen erahnen, wie die Fürstin über ihren Sohn, dessen Leib und Seele wachte. Oft kehrte dieses Wortpaar in ihren Schreiben wieder: Das du gesunt werest an leyb und an der selen, erfur ich alleczeyt gern[139]. Besorgt, aber auch zurechtweisend ermahnte sie den Sohn zur Vorsicht beim Genuß von Obst und Haselnüssen: Und hutt dych vor den haselnüssen und vor allerley obist und bis vorsichtig ym reyten, rennen, steen und ghen, den du bedarffest seyn an den enden fast woll[140]. Sidonia lehrte den Sohn, alle Krankheiten als ein Mahnzeichen Gottes aufzufassen und bei jeder Erkrankung sein Gewissen zu fragen, was Gott ihm dadurch mitteilen wolle:

Gedenck an das geneschel, das dir unser liber herre Got nü czuge­schickt hat und dir domit gedrewt und villeycht, so du dych yn dem und andern nicht bessern würdst, dir etwas nach vill schedlichers und schreclichers zcuschicken mochte[141].

In diesem Brief schrieb Sidonia selbst, daß sie dem Sohn den Ratschlag erteilt habe (dir auß mutterlicher herczlicher lib getrewlichen ritt), sich für die Belange der Priester und Nonnen einzusetzen, was Georg als eynn from gehorsam kint vorheyssen hatte[142]. Seinem Versprechen scheint der Herzog jedoch nicht nach­gekommen zu sein, denn Sidonia wies ihn abermals zurecht und zeigte ihm seine Verfehlung auf.

In fünf Briefen spricht die Fürstin als Großmutter[143] und äußert sich über die Namensgebung, wünscht Glück zur Geburt und erzieht den Enkel. Sidonia mußte erfreut gewesen sein, als der zweite Sohn Georgs und Barbaras am 24. August 1498 gesund geboren wurde[144]. Dieser Sohn sollte Johann heißen. Viel­leicht hatte Sidonia zur Namensgebung beigetragen, denn sie schreibt selbst in einem Brief, daß ihr bester Freund der Evangelist Johannes gewesen sei[145]. Freundlich und zurückhaltend kommuniziert sie mit Georg, wenn sie Ratschläge zur Kindeserziehung gibt[146] oder um einen Besuch des Enkels bittet[147]. Es ist kein forsches Auftreten zu erkennen, welches das Briefformular durchbrochen hätte. Sidonia scheint sich in der Rolle der Großmutter wohlgefühlt zu haben und hatte den Enkel gerne um sich, sie hatte seinen Besuch sogar direkt bei Ge­org erbeten. Als weiteres Indiz könnte gelten, daß drei der fünf Briefe sich aus­schließlich um den Enkelsohn drehen[148], was die Bedeutung zeigt, die seine Anwesenheit für Sidonia gehabt haben mag. Den Erwartungen, die an eine Für­stin als Großmutter gestellt wurden, ist Sidonia gerecht geworden, denn sie un­terstützte den eigenen Sohn, indem sie sich um den Enkel kümmerte und diesen zum Teil miterzog. Die Aufnahme des Enkelsohnes knüpfte zusätzlich auch das Band zum eigenen Sohn enger, und Sidonia nahm trotz der räumlichen Tren­nung vom Fürstenhof eine zentrale Stellung im familiären Beziehungsgeflecht ein[149].

Schon Herzog Albrecht wußte, was die Lebensbestimmung seiner Frau Si­donia war, als er Georg mitteilte, daß er während der Abwesenheit des Vaters für die Mutter sorgen sollte, unsserm Hergot czu dynen by dem lobelychen styfft[150]. Sidonia richtete ihren Alltag nach dem kirchlichen Leben aus. So ver­zichtete sie auch darauf, den Sohn an hohen Kirchentagen oder während Gebets­zeiten zu empfangen. Einmal schickte sie Georg aufgrund wichtiger kirchlicher Verpflichtungen weg. Sidonia berief sich auf ihre Vorbereitungen: […] ursach halb, das ich, ap Got will, morringen Got zcu lob und ere [und] sancto Pawlo und seyner bekerung zcu eren etwas forhab zcu thun[151]. Trotzdem muß sie sich gesorgt haben, daß Georg ihr den Vorfall übel nahm, denn sie bat ihn um Ver­gebung: Vorgib mir dy unvornunfft, ich wils nymmer thun[152]. In diesem Brief sprach nicht die selbstbewußte, stets fordernde Frau, sondern eine Mutter, die sich über die Konsequenzen ihres Verhaltens gegenüber dem Sohn sorgte. Sie hatte offenbar Angst, seine Gunst zu verlieren. Der Brief zeigt auch, daß Sidonia aufgrund der religiösen Vorgaben darauf verzichtete, den Sohn zu sehen. Georg scheint die Mutter in der strengen Ausübung ihrer Frömmigkeit unterstützt zu haben, was dadurch bekräftigt wird, daß die beiden in einer Art Gebetsgemein­schaft lebten[153]. Sie betete ständig für den Sohn und verlangte dasselbe von ihm. Und auch Georg forderte die Mutter zu Gebeten auf, beispielsweise sollte sie ihm vor seiner Hochzeit durch ihre Gebete beistehen[154]. Die Frömmigkeit durchdrang den Alltag Sidonias völlig; auch für den Sohn, den sie so liebte, war sie nicht bereit, ihre Pflichten aufzuschieben. Ihre Frömmigkeit scheint eine be­sondere Bindung zwischen Sohn und Mutter gewesen zu sein, da beide fürein­ander beteten und sie den Sohn zu ihrer Form der Frömmigkeit zu erziehen ver­suchte, beispielsweise als sie dem Sohn zur Verbreitung von Taulers Predigten riet[155], weil sie sechs Menschen kannte, die sich durch das Buch gebessert hät­ten. Geschickt versuchte sie, den Fürsten für ihre Sache zu gewinnen, wenn sie ihn als meinen herczallerlibsten son bat,

du wollest es Got dem almechtigen zcu lobe, auch umb deiner und un­ser aller selickeit willen thuen und vorschaffen, das dy bucher auß­ghen und vorkawfft mogen werden [156].

Für das Seelenheil aller sollte Georg ihrem Wunsch nachkommen. Sie verstärkte ihr Anliegen noch, indem sie ihm den ewigen Lohn Gottes zusagte: Mein herczallerlibstes kint, ich bitt dych nach wie vor, du wollest das ewige, froliche lon von Gote entpfahen und mich der bethe geweren[157]. Wieder sprach sie den Herzog mit der verniedlichenden Form herczallerlibstes kint an, um ihre zu­rechtweisende Position zu stärken. In diesem Brief sind die Rolle der Mutter und die der Gläubigen stark verflochten, denn Sidonia versuchte, Georg bei dieser Gelegenheit ihre Auffassung von der Bedeutung eines guten und richtigen Herr­scherhandelns für sein Seelenheil zu vermitteln. Für Sidonia konnte nur ein gu­ter Fürst eine gute Herrschaft führen, und um dies zu erreichen, mußte Georg stets auf sein Seelenheil bedacht sein. Er sollte das Wohl seiner Seele als Leitfa­den für seine Entscheidungen nehmen. Es ist eine Eigenart der Fürstin, daß sie dem Sohn vorrechnete, was sein eigener Nutzen bei der Sache sei. In ihrem Brief wiederholte die Fürstin ihr Anliegen dreimal und bestärkte dies durch dreimaliges Anreden Georgs mit herczallerlibster son, einmal mit herczaller­libstes kint. Fordernd trat die Fürstin in Erscheinung, als sie, wie so oft in ihren Briefen, Georg wissen ließ, daß sie von der Erfüllung ihres Anliegens ausging (als [ich] gancz sunder czweyffel pin, du wirdest mir yn solichem zcu geffall werden[158]). Besonders auffällig ist das Ende des Briefes: Wie gewöhnlich wollte Sidonia ihm sein Entgegenkommen honorieren, diesmal sogar mit aller mütterli­cher herczlicher libe keyn dir vorgleychen[159], nicht nur mit mutterlicher libe, wie dies meist ihr Versprechen in anderen Briefen war. Die Pflichten der Gläu­bigen konnte die Fürstin nur mit Hilfe und Unterstützung des Sohnes so erfüllen, wie sie es sich wünschte – sei es, daß Georg sie durch Wachslieferungen unter­stützte, sei es, daß er ihrem Verlangen nachkam, die von ihr als gut befundenen Predigten verkaufen oder ihren favorisierten Heiligen zu Ehren eine Messe lesen zu lassen. Da es keine Beschwerden über die Nichterfüllung ihrer Anliegen in den Briefen gibt, ist davon auszugehen, daß der ebenfalls religiös interessierte Georg den Bitten seiner Mutter nachgekommen ist.

III.

Wir haben die Herzogin Sidonia von Sachsen nunmehr anhand der vorhandenen Briefe mit ihrem Sohn Georg ‚sprechen hören‘ und haben die Fürstin in ihren einzelnen Rollen kennengelernt. Im Mittelpunkt der Betrachtung stand die Frage nach der fremden und der eigenen Rollenerwartung. Neben den in den Briefen thematisierten Sachinformationen spiegeln sich persönliche Anteilnahme und Emotionalität wider. Bemerkenswert ist, daß die Anteilnahme Sidonias nicht nur ihre Rolle als Fürstin umfaßte, sondern auch auf der Mutter-Sohn-Ebene statt­fand. Claudia Opitz weist darauf hin, daß die Mütter des Spätmittelalters den Lebensweg ihrer kleinen und großen Kinder mit Aufmerksamkeit, Engagement und Liebe begleitet haben[160]. Dies gilt auch für Sidonias Verhältnis zu dem älte­sten Sohn. Wie es Ebba Severidt für das Verhältnis Eltern – Kinder bei den Gonzagas festgestellt hat, läßt sich bei Sidonia ebenfalls eine Vernarrtheit in den Erstgeborenen erkennen[161]. Sie scheint wie Isabella Gonzaga den Ältesten „mehr [als die anderen] geliebt“ zu haben[162]. In ihren Briefen sparte Sidonia ei­nerseits nicht mit Beweisen für ihre mütterliche Liebe, andererseits übte sie auch keine Zurückhaltung bei der Belehrung ihres Sohnes über die Ausübung der Frömmigkeit und das richtige Verhalten als Herrscher. Ihre Erziehungsabsichten sind ganz deutlich zu erkennen, im Gegensatz zu denen ihrer Schwiegermutter Margaretha[163]. Die offensichtlich appellative Funktion der Briefe der Herzogin zieht sich durch alle Rollen, die für sie ausgemacht werden konnten. In ihrer Rolle als Fürstin trat sie Georg als Beraterin und Berichterstatterin gegenüber. Sie setzte sich in dieser Funktion auch für die Belange von Frauen und Männern ein, die in ihrer Gunst standen und die sie vehement gegenüber dem Sohn ver­trat. Dabei scheute sie auch keine Mühe, ihr Anliegen mehrfach und mit Nach­druck dem Herzog vorzutragen. Neben dem Einsatz für die von ihr erhörten Pe­tenten nahmen ihre persönlichen Wünsche, die ihr Georg erfüllen sollte, einen beträchtlichen Raum ein. In der Lebensform der Fürstin begegnete Sidonia dem Sohn mit einer fordernden Erwartungshaltung. Sie wünschte etwas und ging stets davon aus, daß Georg ihrem Anliegen nachkommen werde. Daneben trat sie als Schlichterin von Streitigkeiten, besonders familiärer Art, auf. In dieser Rolle setzte sie sich für Georg ein und beriet ihn. Es ist weniger die auffor­dernde und ermahnende Fürstin oder Mutter zu sehen als vielmehr die besorgte und flehende Vermittlerin zwischen Brüdern, um nur ein Beispiel aufzugreifen. Obwohl sie sich schon zu Lebzeiten ihres Mannes in Meißen ein Refugium ein­gerichtet hatte, konnte sie sich als Gattin des regierenden Fürsten nicht völlig dem politischen Geschehen entziehen. Sie hatte als Mutter den designierten Nachfolger zu erziehen und seinen Charakter zu festigen. In der Rolle als Mutter ist zu erkennen, daß Sidonia versuchte, auf dem Wege der brieflichen Kommu­nikation Einfluß auf die Lebensführung ihres Sohnes zu nehmen, vor allem um sicherzustellen, daß er alles zugunsten seines Seelenheils unternahm. Wie erwähnt, scheinen Georg und Sidonia in einer Art Gebetsgemeinschaft verbun­den gewesen zu sein[164]. Mutter und Sohn haben sich wahrscheinlich in der Aus­übung der Frömmigkeit unterstützt. Sidonia richtete sogar ihren Alltag nach den religiösen Verpflichtungen aus, denen sich selbst der geliebte Sohn unterordnen mußte. Pflichtbewußt übte Sidonia die ihr zugedachten Rollen aus, so auch jene als Großmutter. Sie kümmerte sich um den Enkel, erbat dessen Besuch und scheint gerne mit diesem zusammengewesen zu sein.

Sidonias emotionale Äußerungen waren mit Sicherheit nicht völlig zweck­frei. Neben Gefühlen haben auch die materiellen Interessen eine Rolle ge­spielt[165]. Zum einen wollte sie den Sohn zu einem frommen Mann erziehen, der als Ersatz für ihren hussitischen Vater ein treuer Diener der Papstkirche sein sollte. Zum anderen konnte nur Georg als der Regent ihre zahlreichen Wünsche erfüllen, und daher verwundert es nicht, daß die Geschwister Georgs eine „so auffällig unauffällige Rolle“[166] spielten. Obwohl sie bis zu dem Tode Albrechts bewußt die Abgeschiedenheit Meißens suchte und danach wohl auf ihrem Wit­wensitz in Tharandt weilte, verbrachte Sidonia ihre Tage nicht einsam, sondern pflegte eine intensive Kommunikation mit den Verwandten sowie ihrer Umwelt und nahm die wichtigen Funktionen als Erzieherin sowohl des eigenen Sohnes als auch des Enkels und als Anlaufstation für weibliche und männliche Angehö­rige des Hauses ein[167]. Es kann also anhand der Briefe, der darin enthaltenen Sachinhalte und emotionalen Äußerungen und der Durchbrechung der Konven­tionen des Briefschreibens auf das persönliche Verhältnis von Georg und Sido­nia geschlossen werden. Gerade deshalb muß an dieser Stelle davor gewarnt werden, die Ergebnisse zu stark zu verallgemeinern, denn dieses Verhältnis zwi­schen Sidonia und Georg kann nur als Beispiel dienen und steht nicht repräsen­tativ für das Verhältnis von Mutter und Sohn im Spätmittelalter.

Das vorliegende Briefkorpus macht deutlich, daß Sidonia die Rollener­wartungen, die an sie gestellt wurden, mit ihrer Lebensform vereinigt hat. Die Rollen, die sie Georg gegenüber einnahm, vermischten sich oft, und so kam es vor, daß sie sowohl als Mutter als auch als Fürstin zu ihm sprach. Dennoch kön­nen immer nur Facetten einer Lebensform bestimmt werden, auch Sidonias Cha­rakterbild ist unvollständig, denn die Suche nach dem ‚Alltag bei Hofe‘ und da­mit nach dem alltäglichen Miteinander ist schwierig. Und es ist nicht zu erwarten, daß ein vollständiges Bild gegeben werden kann, aber immerhin kön­nen Teile zusammengefügt werden[168]. Wie andere Fürstinnen hat auch Sidonia ihre Rolle und damit ihre Lebensform individuell gestaltet, was zu einigen Ge­meinsamkeiten mit den vorherrschenden Konventionen führte, aber auch Frei­raum für eine eigene Gestaltung ließ. Mit den Worten Cordula Noltes: „Das In­dividuum ist weniger jenseits als vielmehr in seiner Rolle zu suchen.“[169]


 

 


Zur Einrichtung der Edition

Sven Rabeler

Die vorgelegte Edition soll einerseits Besonderheiten der Textgestalt der Vor­la­gen wiedergeben, andererseits durch eine gemäßigte Norma­lisierung die Lesbar­keit erhöhen. Grundlage ist eine buchstabengenaue Trans­kription, von der nur nach folgenden Regeln abgewichen wird[170]:

    –  Einfache Kürzungen sind ohne Kennzeichnung aufgelöst, was an keiner Stel­le besondere Pro­bleme bereitet. Werden in den Vorlagen hingegen Wör­ter (bei­spielsweise Titel) mit ihren Anfangsbuchstaben abgekürzt, so wird dies im Druck belassen, wobei meistens eine Ergänzung in eckigen Klam­mern er­folgt.

    –  Die Buchstaben ‚u‘ und ‚i‘ werden nur vokalisch, ‚v‘ und ‚j‘ nur konsonan­tisch ge­braucht und dementsprechend vereinheitlicht. Hingewiesen sei auf den Umstand, daß Sidonia häufiger auch im Wortinnern ein ‚v‘ trotz voka­lischen Lautwertes verwendet.

    –  Eigennamen und davon abgeleitete Adjektive, kirch­li­che Feste, der Name Gottes und die Nomina sacra werden großgeschrieben. Außer am Satz­an­fang erfolgt sonst durchgehend Kleinschreibung.

    –  Die Zeichensetzung sowie die Getrennt- und Zusammenschreibung von Wörtern lehnt sich an den modernen Ge­brauch an.

    –  Zahlen werden in den Vorlagen durchgehend mit römischen Zeichen wie­dergegeben, im Druck sind sie durch arabische ersetzt.

Diphtongierungen in Form übergeschriebener Buchstaben sind nicht auszuma­chen. Zuweilen setzt Sidonia über ein ‚u‘ zwei Punkte, wobei im Einzelfall un­klar bleibt, ob eine Diphtongierung gemeint ist oder nur das ‚u‘ gekennzeichnet werden soll. Dessen ungeachtet erfolgt die Wiedergabe im Druck stets als ‚ü‘ (bei dem vereinzelt beobachteten konsonantischen Gebrauch im Wortanlaut wird ein ‚v‘ gesetzt, ergänzt durch eine diesbezügliche textkritische Anmer­kung).

Zusätze von Bearbeiterseite erfolgen stets in eckigen Klammern. Ver­se­hentliche Verdoppelungen von Wörtern sind im Haupttext korrigiert, was mit einer Anmerkung gekennzeichnet wird. Der textkritische Ap­parat verzeichnet au­ßerdem Streichungen (soweit möglich unter Anführung der gestrichenen Wörter oder Zeichen), Rasuren, Hinzufügungen oberhalb der Textzeilen oder als Margi­nalien (in den Haupttext integriert) sowie Textverluste.

Die Briefe werden grundsätzlich in chronologischer Reihenfolge geboten. Stücke, für die kein genaueres Datum, sondern nur ein mehr oder minder großer Entstehungszeitraum, eventuell auch verschiedene alternative Daten angegeben werden können, sind unter dem letzten möglichen Zeitpunkt eingereiht. Einzelne Abweichungen ergeben sich allein daraus, daß inhaltlich zusammengehörige Briefe unmittelbar hintereinander stehen. Der Orientierung des Benutzers dient das chronologische Verzeichnis, das der Edition vorangestellt ist. Unselbstän­di­ge Zettel sind mit a-Nummern versehen. Die im Anhang präsentierten ergän­zen­den Schreiben sind unter Voranstellung von ‚A‘ eigens numeriert.

Sämtliche Briefe sind mit einem Kopfregest versehen, das wesent­li­che In­halte kurz benennt. Die folgende Da­tierung ist möglichst genau gehalten, wobei erschlossene Angaben in Klammern stehen, Zeiträume durch einen Schrägstrich bezeichnet sind. Die Stückbeschrei­bung beginnt mit der Fundstelle (die Blattan­gabe bezieht sich stets auf die Akte HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1). Da die (meist nur fragmentarisch erhal­tene) Adresse keine wesentlichen Variationen aufweist, sind Angaben dazu ebensowenig notwendig wie zum Siegelbefund[171]. Es folgen gegebenenfalls eine Begründung für die Datierung sowie Verweise auf Drucke, Regesten und Litera­tur (nicht eigens genannt sind die einschlägigen Arbeiten von Elisabeth Werl und Friedrich Albert von Langenn[172]). Daß die in­halt­liche Kommentierung des Textes in Form von Fußnoten (zu Orten, Personen und so fort) ungleichmäßig ausfällt, ist nicht vermeidbar, insbe­sondere aufgrund der Abhängigkeit von der Literatur. Für Worterläuterungen wurden heran­gezogen:

    –  Anderson, Robert R. u.a. (Hrsg.): Frühneuhoch­deutsches Wörterbuch, voll­ständig bisher Bd. 1–4, Ber­lin/New York 1989–2002.

    –  Baufeld, Christa: Kleines frühneuhochdeutsches Wörterbuch. Lexik aus Dichtung und Fachliteratur des Frühneuhochdeutschen, Tübingen 1996.

    –  Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, 16 Bde., Leipzig 1854–1960.

 

 

 


Edition

 

 


 


Chronologisches Verzeichnis der Briefe

Nr. 1:     (wahrscheinlich 1489) Januar 22

Nr. 2:     (1491) Mai 6 (Juni 24?)

Nr. 3:     (1492) Oktober 5

Nr. 4:     (1492) Oktober 7

Nr. 5:     (1492 Oktober)

Nr. 6:     (1493 Januar 18?)

Nr. 7:     (1493?) Januar 22

Nr. 8:     (1493 nach August 19)

Nr. 9:     (wahrscheinlich 1493) September 4

Nr. 10:   (1493) Oktober 6

Nr. 10a:  (1493 Oktober 6?)

Nr. 11:   (1493) Oktober 10

Nr. 12:   (1493) Oktober 13

Nr. 13:   (1493) Oktober 16

Nr. 14:   (wahrscheinlich 1494) April 6

Nr. 15:   (wahrscheinlich 1494) April 7

Nr. 16:   (spätestens 1494) Mai 18/Juni 21

Nr. 17:   (wahrscheinlich spätestens 1494) Juli 9/15

Nr. 18:   (spätestens 1494) Dezember 6

Nr. 19:   (spätestens 1494) Dezember 9/15

Nr. 20:   (spätestens 1495 Januar)

Nr. 21:   (wahrscheinlich 1488 oder 1494) Dezember 21

Nr. 22:   (wahrscheinlich 1495 März 13)

Nr. 23:   (wahrscheinlich 1495 März/April)

Nr. 24:   (wahrscheinlich 1495 ca. März/April)

Nr. 25:   (wahrscheinlich 1490 oder 1496 Januar 24)

Nr. 26:   (wahrscheinlich 1492/1496) Januar 26/Februar 1

Nr. 27:   (1496) August 21

Nr. 28:   (1496) November 8

Nr. 29:   (1496 vor November 21)

Nr. 30:   (spätestens 1497) Juli 26/August 1

Nr. 31:   (spätestens 1497) Dezember 14/20

Nr. 32:   (1496 oder 1497) (Dezember?)

Nr. 33:   (1498) März 29

Nr. 34:   (wahrscheinlich 1492 oder 1498) August 23

Nr. 35:   (1498) August 25

Nr. 35a:  (wahrscheinlich vor 1498 September 29)

Nr. 36:   (wahrscheinlich 1492 oder 1498) November 11

Nr. 37:   (wahrscheinlich 1492 oder 1498) Dezember 13

Nr. 38:   (wahrscheinlich 1492 oder 1498) (Dezember)

Nr. 39:   (wahrscheinlich 1493 oder 1499) Juli 26

Nr. 40:   (wahrscheinlich 1493 oder 1499) Oktober 16

Nr. 41:   (wahrscheinlich vor 1499 November 24)

Nr. 42:   (wahrscheinlich spätestens 1499) November 18/24

Nr. 43:   (1493 oder 1499) November 29

Nr. 44:   (wahrscheinlich spätestens 1499) Dezember 22/28

Nr. 45:   (1497 Sept./1499)

Nr. 46:   (wahrscheinlich spätestens 1499) (wahrscheinlich Dezember)

Nr. 47:   (wahrscheinlich spätestens  1500 Januar)

Nr. 48:   (wahrscheinlich spätestens 1499 oder 1500) Ende Dezember/Anfang

              Januar

Nr. 49:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 9/15

Nr. 50:   (1494 oder 1500) Januar 22

Nr. 51:   (1494 April 10 oder 1500 April 30)

Nr. 52:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 18/24

Nr. 53:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 25/Februar 1

Nr. 54:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 26/Februar 1

Nr. 55:   (wahrscheinlich vor 1500 Februar 1)

Nr. 56:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Februar 10/16

Nr. 57:   (spätestens 1500) März 17/April 20

Nr. 58:   (spätestens 1500) März/April

Nr. 59:   (1494 oder 1500) (April/Mai)

Nr. 60:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Juli 16/22

Nr. 61:   (wahrscheinlich 1500) Juli 29

Nr. 62:   (wahrscheinlich spätestens 1500) Juli 26/August 1

Nr. 63:   (wahrscheinlich spätestens 1500) August 11/17

Nr. 64:   (wahrscheinlich spätestens 1500) August 16/22

Nr. 65:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 66:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 67:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 68:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 69:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 70:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 71:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 72:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 73:   (spätestens 1500?)

Nr. 74:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 75:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 76:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 77:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 78:   (wahrscheinlich spätestens 1500)

Nr. 79:   (1501) Juni 30

Nr. 80:   (1506 Dezember 1)

Nr. 81:   (1500 oder 1506) Dezember 7

Nr. 82:   1507 Dezember 18

Nr. 83:   1508 Januar 27

Nr. 84:   1508 April 15

Nr. 85:   1508 Mai 9

Nr. 86:   (1501/1509) Februar/März

Nr. 87:   (1501/1509?) April 26/Mai 30

Nr. 88:   (spätestens 1509) Mai 5/Juni 8

Nr. 89:   (vor 1509 Juni 13)

Nr. 90:   (spätestens 1509) Mai 10/Juni 13

Nr. 91:   (spätestens 1509) Mai 22/Juni 25

Nr. 92:   (1500/1509) Oktober 5/11

Nr. 93:   (1492, 1498 oder 1509) Oktober 20

Nr. 94:   (spätestens 1509) Oktober 25/31

Nr. 95:   (1500/1509) November 26/Dezember 2

 

 

Nr. A1:  1492 Oktober 5

Nr. A2:  1501 März 10

Nr. A3:  1502 Mai 27

Nr. A4:  1506 Dezember 1

 

 


 

 

 

 

 


Die Briefe Sidonias an Georg (Nr. 1–95)

1.

Herzog Albrecht habe Sidonia geschrieben, daß er seinen Landen über längere Zeit fernbleiben werde, verbunden mit der Frage, ob sie zu ihm kommen werde. Georg möge Hans von Minkwitz mitbringen, mit dem sie über die Angelegenheit sprechen wolle, bevor sie Albrecht antworte.

(wahrscheinlich 1489) Januar 22

Fol. 220. – Zur Datierung: Der Tag Vincentii fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnt sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1489 und 1495 auf einen Don­nerstag. Wahr­scheinlich besteht ein Zusammenhang mit einem Schreiben Herzog Albrechts an seinen Sohn Georg, das Ende 1488 oder Anfang 1489 entstanden sein muß[173]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 413, S. 283. – Lit.: Rogge, Herzog Albrecht, S. 39 (mit Auszug in Anm. 37).

Herczallerlibster son! Mein herr[174] hat mir yn seym schreyben zcu erkennen ge­ben, das er sich vorshee, nach lenger von seyn landen zcu seyn, den er villeycht gedencke. Auch mir doneben schreybt, so ich neben yn kummen weld yn der czeyt darauff gedencken, so weld er mit der czeyt auch darauff bedacht seyn, wie era mich mit fugen zcu ym bryngen mocht. Abe[r] ichb pinc ytczunt auff seyn schreyben nicht dzcu antwurtend bedacht und vorshee mich, alsbald antwurt darauff zcu geben sey nicht von nothen. Aber ich bitt dych, du wollest ern Hanse von Minquicz[175] mit dir her zcu mir bryngenn, mit dem will ich von den dingen eyn red haben und alsden mich mit antwurt keygen meym hern halden yn zcu­vorsicht, das es mir nicht vorweyslich seyn werd. Ich schreyb ern Hanse auch hy­mit, den briff antwurt ym und kerr vleys an, das er mit dir kumm. Kan er es aber nicht fuglich thun, so las michs eher ye besser wissen, das ich mich darnach zcu richten weys. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend donerstag Vincency.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestrichen ich.     d–d) Oberhalb der Zeile eingefügt.

2.

Sidonia habe von Georgs gelungenen Rede vor König Maximilian gehört. Die­ser begehre von Herzog Albrecht, daß er einen Feldzug nach Frankreich oder Ungarn unternehme. Sie mahnt Georg zum Gebet. Die Gemahlin des Hans von Minkwitz, die ihr kurze Zeit als Hofmeisterin gedient habe, habe sie auf deren Wunsch hin nach Hause entlassen.

(1491) Mai 6 (Juni 24?)

Fol. 143. – Zur Datierung: Der Kontext (der sermon vor dem König, mögliche Feldzüge in Ungarn und Frankreich) legen einen Bezug zum Nürnberger Reichs­tag von April bis Juni 1491 nahe, dessen Abschied vom 28. Juni datiert[176]. Herzog Albrecht traf am 17. April in Nürnberg ein, seine Söhne Georg, Heinrich und Fried­rich am 28. April[177]. Der gebräuchliche Tag Johannes’ des Evangelisten (27. De­zember) kommt für die Datierung allerdings nicht in Frage, so daß Sido­nia den Tag Jo­han­nis ante portam latinam (6. Mai) meinen muß. Nicht gänzlich aus­zuschließen ist daneben eine Verwechslung mit dem Tag Johannes’ des Täufers (24. Juni)[178], doch erscheint für den Empfang Georgs und seiner Brüder durch Ma­ximilian ein Termin bald nach ihrem Einzug in Nürnberg plausibler. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 462, S. 313. – Lit.: Gess, Klostervisita­tionen, S. 5 f.; Rich­ter, Erziehungswesen, S. 9; Rogge, Familienkorrespondenz, S. 231; Volkmar, Reform, S. 81.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem ynhalt, das mir hewt am tag s. Johanes ewangelisten[179], meyns liben nesten frunds, auff der mawr, als ich nach essens zcu der predig ging, an mich gelangt, hab ich auffs freyntlichst vorstan­den und angnummen. Und hor sagen, das du hast eyn sermon vorm kunige[180] yn dem, als er dych und deyna bruder[181] entpfangen, gethan hast und wol von dir bracht. Hab ich nicht ungern gehort und vorshe mich, auff lenger tag wirt eyn gutter prediger auß dir werden. Als du bemeldest, das dir meyn her[182] auff deyn werbung keyn antwurt geben hab und yn bedencken gnümmen, darauff wollest wissen, das er mir soliche meynung schreybt, das der konig an ym begert und ym dy wall gybt, er solle erczwen keyn Franckreych und sych vor Paris[183] legen ader hynab keygen Ungern und sych vor Offen[184] legen. Dy soliche lipliche wege kan ym der romische kunig vorgeben, aber er spricht villeycht nicht: „Ych will dir deyn schaden richten und das du darauff gewant hast widdergeben.“ Hercz­libes sonichen, vorgis nicht des rosenkrancz und auch der 15 Ave Marien und zcu dem wenigist funff P[ater] N[oster] u[nd] so vil Ave Marien, und wenn [dir]b es woll ghet, gedencke auch an deyne getraw mutter. Domit bis Got beffol­len. Und sag ern Hanse[185] und dem hoffmeyster[186] vil guts von meynen wegen, und das sy feste halden mitsampt auchc allen yn dem, das auch allen von mir beffollen ist. Und sag ern Hanse, das seyn weyp[187] an iren danck woll acht tage hoffmey­sterin gewest ist. und hat mich kawm erbethen, das ich ir an der mitwo­chen[188] hyn heym erlawbet, den sy gap genotig ding for, sy must den schaffen dy pelcze außczyhen. Ich vorshe mich nicht, das aller ding dy schaff waren, es was fast dy cleyne Anna[189] domit gemeynt, dy hat ir hoffmeysterin vorloren. Sy hatd eyn man gnummen, das weys er Hans woll. Geschriben gar eylend am tag s. Jo­hanes etc.

Zdena herczogin zcu Sachssen

a) Am linken Rand eingefügt.     b) Blatt am unteren Rand beschädigt.     c) Oberhalb der Zei­le eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.

3.

Sidonia teilt Georg mit, daß sie ihrem Bruder, Herzog Heinrich von Münster­berg, erst nach einem Treffen mit ihm eine Antwort schicken werde. Georgs Brief sei teilweise unverständlich. Er solle ihrem Bruder schriftlich mitteilen, daß sie die Angelegenheit mit ihm besprochen habe.

(1492) Oktober 5

Fol. 176. – Zur Datierung: Das Schreiben dürfte sich auf Brief Nr. A1 beziehen. – Lit.: Richter, Erziehungswesen, S. 9.

Herczallerlibster son! Dein schreyben mit allem ynhalt hab ich vorstanden und las dych darauff wissen, das ich meynem bruder[190] auff seyn schreyben under anderen geschriben, das ich ym seyn schreyben domit nicht vorantwurt wold ha­ben. Aber ich vorshee mich, du wurdest yn kurcz zcu mir kummen, alsden weld ich gnuglich mit dir dovon reden und ym darnach pey eygner botschafft entlich antwurt schicken. Aber du kanst gedencken, so ich ym dysen deynen bryff schicken sold, wer ich mir selber entkeygen, den du weyst, das ich dya ding am ersten mit dir geredet und darnach den bryff lesen lassen, auch auff deyn ansu­chen, dir den bryff mitgegeben, das ich dir yn nicht geschickt hab. Auch magstu mir sycherlich glawben, das ich deynsb bryffs meynung der schrifft halb nicht woll vornemen kan, den du hast underweyle bose buchstaben gemacht und auch etliche wort aussen lassen, als du selber shen wirdest. Demselbingen nach ist meyn bethe, du wollest ym cmit eygner hant schrifftlichc zcu erkennen geben, das ich dy ding mit dir geredet hab und den deyn antwurt mit eygner hant auff dyselbinge meyne rede und laut des bryffs schreyben, aber dych bas, den du yn dysem briff gethan, vorsheen und gancze sychtige buchstaben machen und keyn wort aussen lassen. Dy meynüng, als vill ich der schrifft halb vornemen hab mogen, hat mir nicht obil geffallen. Du moget es dopey bleyben lassen. Alsden, wenn du geschriben hasst, schick mir den bryff, will ich yn pey eygner bot­schafft meym bruder zcuschicken. Geschriben eylend freytag nach Franciscy. Domit bis Got beffollen.

Zdena

a) Folgt gestrichenes Zeichen.     b)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen des [?].     c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt.

4.

Sidonia habe Georgs Brief entnommen, daß er nicht gewillt sei, ihrem Bruder, Herzog Heinrich von Münsterberg, zu schreiben. Statt dessen wolle sie diesem selbst Georgs Antwort schriftlich übermitteln. Georg möge Dr. Münzmeister an­weisen, sie am folgenden Tag aufzusuchen.

(1492) Oktober 7

Fol. 182. – Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 3.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem ynhalt hab ich vorstanden und vormerck, dasa du mericlicher ursach halb meym bruder[191] zcu schreyben nicht gemeynt bist. Nu, herczlibster son, ich bin seyn zcufryde, aber das ist meyn bethe, du wollest mir deyn antwurt auff dyselbingb meyn red, dy ich mit dir der dyng halbc gethan, schicken, und eher ye besser. Alsden will ichd meym bruder dysel­bing deyn antwurt mit eygener hant schryfftlich zcu erkennen geben. Herczaller­libster son, ich bitt dych, du wollest doctor Mü[n]tczmeyster beffelen lassen, das ere moringen mantag[192] czeytlich zcu mir kumme, den ich seyn en wenig zcu ychte bedarff. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag nach Francisci.

Zdena

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestrichen ge­redet (darunter Punkte).     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Oberhalb der Zeile einge­fügt.

5.

Herzog Albrecht habe Sidonia mitgeteilt, daß er Sluis eingenommen habe. Wenn er bezahlt werde, wolle er bald wieder heimkommen. In Dresden möge Georg Kirchengeläut und Gottesdienste anordnen.

(1492 Oktober)

Fol. 207. – Blatt am rechten Rand beschnitten (Textverlust). – Zur Datierung: Seit Juli 1492 hatte Herzog Albrecht von Sachsen als Generalstatthalter der Nieder­lande Philipp von Kleve, den Anführer des Aufstandes gegen die Herrschaft Maxi­milians, in dessen letztem Rückzugsort Sluis belagert. Am 12. Oktober 1492 unter­zeichneten beide ein Friedensabkommen, am 14. Oktober wurde Albrecht das klei­ne Kastell in der Stadt übergeben[193]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 438, S. 297 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 227 f.

Herczallerlibster son! Du wollest wissen, das mir meyn herr[194] schreybt, das er dy Schlewse[195] gwünnen hab und fast ebentewer dovor bestanden. Und mir do­neben gancz freyntlich zcu erkennen geben, so er beczalt wer, er weld nicht lang theding[196] machen, er weld sych bald wirder heym fugen. Got der Herre hat ym sycherlich gancz trewlichen peygestand[en]a und yn nichtb durich menschlichs vordynen, sünder durich seyn unaußschprechliche, grundelose guttickeyt und barmherczickeyt gnediglich vor obil behutt und enthalden. Demselbingen nach ist meyn meynüng, hastu es nicht gethan, so thue es nach und beschtel yn der pfar[197] und yn beyden clostern[198], auch yn der pfar zcu Aldendresden[199], das man Got darum lob mit gesang und gelewte. Dar[ffst]c dych nicht forichten, das du gelt darumb gybst, sy mussen es umbsünst thun. Und beschtel auff dem schlos eyn messe von der heyligen Dreyffaldickeyt und nach dem Sanctus auch das Te­deum auffs erlichst mit urgeln und gesang figratine[200] etc., wenn du bist es schul­digd. Man hat es gan[cz]e erlich hyf auff dem thum[201] begangen mit gelewt gund gesangg und auch ym closter[202] und anderswu, und wer woll billich, das du es obir das gancz lant yn clostern und yn allen pfarren beschteltest. Herczaller­libster son, ich bitt dych, du wollest mir bey dysem botten zcu erkennen geben, wie meyn her dy Schlewß gewünnen hat und wie es deym bruder h[erczog] Heynrich[203] ghe, den mir hat meyn herr czwir korczlich nache[i]nander geschri­ben, Heynrich hat mir aber seyn hantschrifft nicht geschickt. Domit bish Got beffollen. Geschriben eylend.

Zdena h[erczogin] z[cu] S[achssen]

a) Beschädigung am Rand.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Beschädigung am Rand.     d) Folgt gestrichen d[…].     e) Beschädigung am Rand.     f) Oberhalb der Zeile ein­ge­fügt.     g–g) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter ge­strichen begange.     h) Folgt gestri­chen geb.

6.

Sidonia teilt Georg mit, daß sie ihm das versprochene Geschmeide nicht schik­ke, da es beschädigt sei. Sie bestätigt den Empfang von Wein und bittet dringend um das verheißene Wachs. Georg möge ihr das Silber senden, das ihr Albrecht zugedacht habe. Sie schickt ihm ein Gebetbuch.

(1493 Januar 18?)

Fol. 190. – Zur Datierung: Da Sidonia Herzog Albrecht (meyn her) erwähnt, bil­det dessen Tod den sicheren Terminus ante quem[204]. Der in Brief Nr. 7 abge­stattete Dank für Wachs könnte sich auf die hier geäußerte Bitte um Zusendung von Wachs beziehen, so daß das vorliegende Schreiben von 1488, 1493 oder 1499 stammen müßte. Möglicherweise steht das im Brief erwähnte Silber, das Albrecht seiner Frau habe zukommen lassen und um dessen Aushändigung Sidonia bittet, im Zusammenhang mit einem Eintrag in den albertinischen Hofrechnungen. Dem­zufolge seien gut 47 Gulden für Silber ausgegeben worden, das Sidonia auf Wei­sung Herzog Albrechts erhalten habe[205]. Der Eintrag ist nicht exakt datiert, steht aber unter der Rubrik Awsgabe uff denn nawenjarsmargkt im dreyunndnewnn­zcig­stenn jare[206], was zur Tagesdatierung des Briefes passen würde, der somit aus dem Jahr 1493 stammen könnte. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 405, S. 278. Lit.: Gess, Akten, S. XXV, Anm. 1; Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230.

Herczallerlibster son! Ich las dych wissen, das ich von den gnaden Gotes in gut­tem gsunt pin, desgleychen ich von dir gern vornemen weld. Nachdem ich dir vor­heyssen, des schmittens[207] eyn teyl zcu schicken, als pin ich rats wurden, den vor micha und dy meyn zcu behalden, ursach halb, das er nicht gancz ist. So er aber gancz bader dy helfft ganczb wer, hett ich dir yn liber geschickt, aber er ist fast obir dy helfft, deshalb mir nicht fugt, eym fursten eyn partecken[208] stuck zcu schicken. Du hast mir dy lag reynffals[209] cvon der von Hall[210] wegenc hewt ge­schickt. Du hettest mir das wachs gleych als woll mitschicken mogen, hetstu es thun wollen. Aber ich foricht, das du Jorgen hast vorgessen dovon zcu sagen ader zcu beffelend. Ych mocht auff dy czeyt nicht ferner mit dir dovon reden, sunder ich beffal Weysch, dych daran zcu erynneren, mir solich wachs zcu schicken. Und ist nach meyn bethe und ernste meynung, das du mir solich wachs auff mantag ader dynstag erstkunfftig[211] schickst, wilt anders eyn freynt­liche mutter haben. Und ker dych wider an Maltycz[212] nach an dysen nach genen und las mir meyn wachs yn deyner gegenwertickeyt abwegen, eyn rechten woll gewegen czentner, und brych den heyligen nichts ab. Auch do du keyn Leyp­sig[213] reist, hab ich vorgessen dir eyne czeychen des sylbers halb, das mir meyn her[214] geben hatf. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest Jorgen darum schrey­ben, das er mir solich sylber eher ye besser schick. Ich schick dir hymit eyn buchel, das schicket dir doctor Andreas Schwertfeger[215], gdaryn eyn gebethg, das solstu alle tag, wu duh bist, des morryngens bethen. Den es ist eyn bewert gebeth und dorch den heyligen Geyst dem heyligen Augustino geoffenbart und ist nücz vor alle ferlichkeyt der selen und des leybes und iist guti vor dy reyser[216], dy dych von dem pferd werffen. Und der doctor meynt, es sey auch sunderwarj gutt vor alle feyn[t]schafft und vor dy feynt, dy dych yn irem czawn betreten mochten. Domit bis Got beffollen. Geschryben eylen[d] freytag nach Antony.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen zcy.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c–c) Oberhalb der Zeile ein­gefügt.     d) Folgt gestrichen abe.     e) eynz[…] (Verschreibung?).     f) hahat.     g–g) Ober­halb der Zeile eingefügt.     h) Folgt gestrichen bis.     i–i) Oberhalb der Zeile eingefügt.     j) Oberhalb der Zeile eingefügt.

7.

Sidonia dankt Georg für das Wachs, das er ihr geschickt hat. Am Tag zuvor ha­be sie ein Gewölbe aufbrechen lassen und dort einen Kasten mit Münzen gefun­den. Dr. Andreas Schwertfeger sendet ihm ein Gebetbuch.

(1493?) Januar 22

Fol. 142. – Zur Datierung: Der Tag Vincentii fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnt sich in der Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1488, 1493 und 1499 auf einen Dienstag[217]. Wahr­schein­lich bezieht sich der Dank für das übersandte Wachs auf die in Brief Nr. 6 geäu­ßerte Bitte, ihr auff mantag ader dynstag erstkunfftig Wachs zu schicken. Ebenso wie Brief Nr. 6 könnte das vorliegende Schreiben damit von 1493 stammen (vgl. die editorische Vorbemerkung zu Brief Nr. 6). – Druck: Steinhausen, Privatbrie­fe, Bd. 1, Nr. 406, S. 278 f. – Lit.: Gess, Akten, S. XXV, Anm. 1; Rogge, Familien­korrespondenz, S. 230.

Herczallerlibster sona! Ich danck dir gancz freyntlich des wachs mir geschickt, ich wils vordynen, wenn ich gros werd. Ich hald dych nü vor eyn warhafften man, so du mir das wachs geschickt hast. Ich hatte aber sorg und foricht, du het­test es Jorgen zcu sagen vorgessen, und gedacht, er furicht, so ich es ynnewerd, ich wurd nicht geffallen daran haben. Es ist aber nü gancz richtig. Ich hab gester[n] mantag am tag sancte Angnetis[218] das gewelbichen auffbrechen lassen, und yn eynem kasten hab ich funden eyn sack, villeycht czweyer schpan langk, und daryn woll eyns grossen mans hant und etliche finger breyt soliche munczb, dergleychc ich dir hymit zcu eym besicht schick. Und wen dir Got zcu mir ge­hylfft, [will ich] denselbingen sack mit solichem geld weysen und der meysten awgen mit dir darum werffen, wer solichen grossen gefunden schacz behald. Ich schick dir aber hymit eyn buchel, das ist gebessert mit etlichen gebethen von den heyligen funff wunden[219], das schickt dir doctor Schwer[t]feger[220], und auch das forig gebeth, das er dir vor geschickt hat[221]. Domit bis Got beffollen. Geschri­ben eylend dynstag spat am tag Vincency des heyligen mertrers.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen dy.     c) gleych am linken Rand ein­ge­fügt.

8.

Sidonia sendet Georg zwei Mönche des Franziskanerklosters zu Kamenz, dessen Bau er durch die Bereitstellung eines Pferdes für Transportarbeiten unterstützen möge. Im Meißner Dom habe man die Totenfeier für den verstorbenen Kaiser abgehalten. Sie bittet um Wildbret.

(1493 nach August 19)

Fol. 169. – Zur Datierung: Ein recht genauer Anhaltspunkt ergibt sich aus der Erwähnung des Begängnisses für den am 19. August 1493 verstorbenen Kaiser Friedrich III.[222] – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 441, S. 299 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 229 f.

Herczallerlibster son! Dyse czwene bruder seyn von Kamencz[223], dy haben mich gebethen, das ich dych bitten weld, das du yn so gnedig seyn weldest und yn eyn alt schaden pfert geben weldest, das yn steyne, kalk und sant zcu irem baw[224] furen kond. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest Gote zcu lobe unda umbb meyner bethe willen yn so gnedig seyn und sy mit eym solichen pferdt vorsorgen, das werden sy vor dych keygen dem almechtigen Got mit yrem ynnygen gebethe getrewlichen vorgleychen. Auch wollest wissen, das man den keysser[225] auffs herlichst hy auff dem thum[226] begangen hat am mantag mit der vigily und am dynstag mit den messen, als ich dych berichten will, ap Got will, wenn du zcu mir kumst. Domit bis Got beffollen. Und schick mir auch wilpert. Yn sunderheyt bitt ich dych, das du mir haselhünerc und eychhorner fa­hen lest und mir dy schickest. Geschriben eylend.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile Rasur: und [?].     c) Folgt gestri­chen fa.

9.

Sidonia bittet Georg, daß er die Pfründe des Johannes Schedlitz nach dessen Tod an Jörg Schneider vergebe. Sie beschwert sich über Heinitz, dem sie nur für eine Reise nach Chemnitz Urlaub gegeben habe. Pflug und Wesnitz seien ge­hor­samer. Sie wünscht einen anderen Hofmeister.

(wahrscheinlich 1493) September 4

Fol. 159. – Zur Datierung: Die gegen Ende des Briefes erwähnte frühere Bitte um Haselhühner und Eichhörnchen bezieht sich wahrscheinlich auf Brief Nr. 8.

Herczallerlibster son! Ich danck dir auffs allerfreyntlichst des hyrschen, und wenn mir Got dy gnad vorleyet, so will ichs vorgleychen mit dem, das mich Got ermant. Ich las dich wissen, das der prister eyner yn der cappallen fast kranck leyt, das man sych seyns lebens nicht lang vorsicht. Als hat mich gar eyn from­mer man, genent er Jorg Schneyder und ist doctor, Gorliczer[227] cappalan, demut­tiglicha mit bethe ersuchen lassen, ynb keygen dir zcu vorschreyben, so der fall an dem prister, gennent er Johanes Schedlicz, gesche, das du yn gnediglich mit demselbingen lehen vorsheen weldest. Demselbingen nach bitt ich dych, yn allen trawen als meyn herczallerlibsten son, du wolle[s]t hiryn meyn bethe an­shen, und so der fall an dem bemelten prister gesche, du wollest mir so freynt­lich seyn und dem armen und frommen prister so gnedig und yn vor eynen an­dern mit demselbingen lehen vorshen. Das will ich yn mutterlicher lib um dych vorschulden und er mit seym vleyssigen gebeth vor dych und vor dy gancze her­schafft keygen dem almechtigen Got demuttiglich vordynen. Heynicz[228] halb las ich dych wissen, das ich ym nicht ferner den keygen Kemnicz[229] lawbe geben hab. Wiewoll er mir hat sagen lassen, was ich dir und der herczogin[230] entpitten wold, hab ich ym sagen lassen, ich wolle ym nyndert den keyn Kemnicz erlaw­ben, weld er aber keyn Schelnberg[231] reytten, so sold er hy bleyben. Das hat er mir also durch juncfraw Barbaran zcusagen lassen, so ich es nicht haben weld, so weld erc nyndert den keynd Kemnicz reytten. Also seynt es alles lugen umb den man und ist von eygenem syn, und es geffellet mir nichts von ym, das er so eyn unbestendig man mit seynen worten ist. Zcuerczeyt wenn mir mher macht an ycht lege, so must ich des auch von ym wartend seyn. Hyrum magstu ym sy­cherlich sagen, das es mich ernstlich auff yn vordreust, und kan dopey nicht an­ders erkennen, den das er mich voracht. Du magst mir auch sycherlich glawben, das mir Pflug[232] und Wesnyg[233] vill gehorsamer seyn den her. Ich hab yn nach ny darczu vormogen kunnen, das er hett seyn hoffgewant lassen machen, und ist mir underweylen yn schewczlichen grawen hadder zcu dynst kummen, das ich seyn mher schand den ere gehat. Demselbingen nache ist meyn bethe, das du ym dy ding ernstlich sagest und bald herreytten heyst. Du findst woll ander hoff­meyster yn das frawenczymmer, dy nütczer den er do seyn. Ich hab dir auch um haselhuner und eychhorner geschriben, ich weys aber nicht, ap du den bryff ge­lesen hast ader nicht. Domit bis Got beffollen. Und sag dem herczogen und der herczogin[234] vill guts von meynen wegen. Geschriben eylend mitwoch vor unser Frawen tag geburt.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen be.     b) Folgt gestrichen keyd.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Am linken Rand eingefügt.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt.

10.

Sidonia verwendet sich bei Georg für ein Anliegen des Meißner Domkapitels. Auf Ersuchen des Andreas Schwertfeger bittet sie Georg um Wildbret für zwei Lizentiaten, die zu Erfurt promoviert werden. Er möge daher nach Schellenberg schreiben und einen Hirsch fangen lassen.

(1493) Oktober 6

Fol. 210. – Zur Datierung: Das Jahr ergibt sich aus dem inhaltlichen Bezug zur Doktorpromotion der beiden Erfurter Lizentiaten am 21. Oktober 1493[235].

Herczallerlibster son! Ich pin vom cappittel[236] amit betha angelangt, das ich sy keygen dir vorschreiben weld, als du den yn der eyngelegten czedel yn dem grossen briff eyngeslossen vornemen wirdest. Und bitt dych, du wollest dychb umb meiner bethe willen cyn demc gnediclich keygen yn erczeygen und sy pey dem, do sy vormeynen gerechtickeyt an zcu haben, auch ander lewtd desgley­chen sagen, behalden, angeshen, das sy sych mher den eynmal yn dem, das du von yn begert hast, gancz guttwilliclich und undertheniclich erczeygt und gehal­den haben, als ich an czweyffel pin, du es thun wirdst. Auch, herczallerlibster son, mich hath doctor Swertfeger[237] bericht, das czwene leczenciaten[238], bruder seyns ordens, ezcu Erfurthe [239] auff erstkunfftigen der eylfftawsent juncfrawen tag[240] doctor werden sollen und mich doneben gebethen, das ich dych von ir bey­der wegen bitten weld, das du sy auff die bemelte czeit mit eym hirsch ader hew[p]twildes gnediclichen vorsorgen weldest. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibstes sonichen, du wollest sy mit solichem wilpert umb meiner beth willen vorsorgen, Got zcu lob und ere den czweyen brudern, auchf doneben der gutten ler und underweysung, dy von yn dem volk gescheen wirdt, dych teyl­hafftig machen. Ich forcht, es wirdt auff der Dresdnischer heyd[241] nichtg leycht­lich zcu fahen seynh. Demselbingen noch bitt ich dich, du wollest keyn Scheln­berg[242] schreyben und selbst eyn hirsch fahen lassen und beffellen, alsbald der gefangen wirdt, hergefurt werd. Und das der hirsch gwislich auff erstkunfftigen suntag ader mantag nach Dyonisy[243] herkumm, das ist hewt ader moringen obir achtag, als ich an czweyffel pin, du es thun wirdst. Das wil ich yn mutterlicher libe kegen dir zcu vorgleychen nicht vorgessen, und sy mit yrem gebeth keygen Got sychi getrew­lichen zcu vordinen befleyssigen. Domit bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen dych.     d) Folgt gestrichen sagen her [?].     e–e) Ober­halb der Zeile eingefügt.     f) Folgt gestrichen der le.     g) Folgt gestrichen h.     h) Folgt ge­strichen seyn.     i) Ursprünglich wohl nur sy, das ch anscheinend nachträglich in der Lücke zum folgenden Wort ergänzt.

10a.

Sidonia bittet Georg im Namen der Frau von der Sale um Wildbret. Georg möge nicht vergessen, am kommenden Dienstag Siegmund Pflug zur Frau von der Sa­le zu schicken.

 (1493 Oktober 6?)

Fol. 211. – Es handelt sich nicht um ein selbständiges Schreiben, sondern offen­bar um einen eingelegten Zettel (kleines Format, verkürzte Anrede, Fehlen von Datum, Unterschrift, Adresse und Siegel). Zu welchem Brief dieses Stück gehört, läßt sich nicht mit völliger Sicherheit sagen. Der Wunsch, das Wild­bret auff dy­selbinge czeyt zuzustellen, könnte sich aber auf Brief Nr. 10 bezie­hen.

Herczallerlibster! Dy von der Salen[244], witwe, hat mich bericht, wie sy dych umb wilpert gebethen hab. Bitt sy nach, du wollest vleys ankeren, das ir solich wil­pert auff dyselbinge czeyt werden mocht. Auch bitt sy, du wollest nicht vorges­sen, doctor Sygmünt Pfluge[245] auff den erstkunfftigen dynstag[246] zcu ir zcu reyten heyssen. Das alles will sy demuttiglich vordynen.

11.

Sidonia dankt Georg für das Wildbret. Er habe es jedoch zu früh geschickt, und außerdem sei es zu wenig, um es den beiden Erfurter Lizentiaten zu verehren. Er möge daher mehr Wildbret senden.

(1493) Oktober 10

Fol. 196. – Zur Datierung: Die Datierung folgt aus dem inhaltlichen Bezug zum Brief Nr. 10 (vgl. dort).

Herczallerlibster son! Ich danck dir ser freintlich des hewpwilds, das du mir ge­schickt hast. Aber ich hatte dir geschriben, du soldest mir solich wilpert erst auff süntag ader mantag nach Dyonisy[247] schicken, den es wirdt nicht werhafft bley­ben vor der czeyt. Auch ist es eyn cleyns und eyn jünges heuptwilds, dena czweyen zcu schicken und zcu solichen iren eren. Demselbingen nach bitt ich dych nach auffs allerfreintlichst, du wollest mir so freyntlich seyn und dyselbingen czwenn liczencziaten[248] mit mher wilpert, als bnoch mitb eym hewpwilds ader zcu dem wenigist mit czweyen reheen vorsorgenc und das wilpertd auff erstkunfftigen sun­tag ader mantag[249] gwislich herschicken, den der doctor Schwertfeger[250] wirdt sych bald darnach auff dynstag[251] erheben und nach Erfurt[252] faren und yn dassel­bing wil­pert bringen, als ich an czweyffel pin, du thun wirdst, das will ich yn mutter­licher lib getrewlich umb dych beschuldigen, und sy beyd mit iren gebeth und lere keyn Got vorgleychen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend do­ners­tag nache Dyonisy.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen yn.     b–b) Oberhalb der Zeile einge­fügt, darunter gestrichen macht.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen Egidy.

12.

Sidonia teilt  Georg mit, daß ihm Andreas Schwertfeger seinen Dank wegen der beiden Lizentiaten ausrichten lasse. Sie selbst hätte diesen lieber frisches Wild­bret gegeben.

(1493) Oktober 13

Fol. 208. – Zur Datierung: Die Datierung folgt aus dem inhaltlichen Bezug zum Brief Nr. 10 (vgl. dort).

Herczallerlibster son! Ich danck dir gancz freyntlich des wilperts, das du mir ge­schickt hast. Der doctor[253] lest dir auch fast demutticlich dancksagen von der czweyer leczenciaten[254] wegena, her will es mitsampt ghenen mit seym gebeth key­gen Got gleychmachen. Er hett es zcu dem ersten gütt lassen seyn und hett ym lassen gnugen, aber mich daucht es zcu wenig [zu] seyn und hett ynb gern frysch wilpert gehat. Domi[t] bis Got beffollen. Geben und geschriben suntag nach Dyonisy. Ich hab hewt hort auff dem predigstul bitten vor Hans Grensyng, der auff dem heyligen wegk[255] vorscheyden sey. Wen es der will Gots wer, ich hett ym seyns lebens woll gegunst, so es den Gotc ym besten erkent, sod sol es yderman auch woll geffallen, der ym gnedig und barmherczig sey, und geb ym dy ewige rüge [?]. Amen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgen gestrichene Zeichen.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen m[…] es.

13.

Sidonia sendet Georg einen Brief, den er an Herzog Albrecht weiterleiten möge. Sie bittet Georg, am folgenden Tag zu ihr zu kommen, weil sie mit ihm etwas zu besprechen habe.

(1493) Oktober 16

Fol. 147. Zur Datierung: Der Tag Galli fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnt sich in der Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1493 und 1499 auf einen Mittwoch. Am 16. Oktober 1499 befand sich Albrecht allerdings noch in Friesland, das er erst am 27. Oktober ver­ließ[256]. Daher dürfte der Brief auf den 16. Oktober 1493 zu datieren sein. Zu einem Aufenthalt Albrechts in Nürnberg zu diesem Zeitpunkt könnte die Nachricht pas­sen, daß dieser zusammen mit seinem Sohn Heinrich am 3. November 1493 in Wien eingetroffen sei[257]. Nach den Hofrechnungen wurden Herzog Albrecht zu Neujahr 1494 in Nürnberg 20000 Gulden bereitgestellt[258]. – Druck: Steinhausen, Privat­briefe, Bd. 1, Nr. 444, S. 300 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 122.

Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit den bryff meym hern[259] zcugehorend, den schick ym, das er ym zcu Nornberg[260] werd. Auch bitt ich dych, so du es so schicken kondst, du wellest morringen auffs morringenessen zcu mir kummen, den ich mit dir zcu reden hab, das ich dir nicht schreyben nach entpitten kann. Ich will mich auch darnach richten. Schick auch eynen vor dir her, der mir sagt, ap du kumst ader was du thun wilt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mitwoch s. Gally.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

14.

Entsprechend der Zusage Georgs habe Sidonia die Pfründe an Jörg Schneider verliehen. Sie bittet ihn darum, ihr möglichst rasch die Präsentation zu schicken.

(wahrscheinlich 1494) April 6

Fol. 183. Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 9.

Herczallerlibster son! Nachdem als ich an czweyffel pina, du weyst, das der fall an dem prister gescheen[261], hab ich der zcusag nach, bdy du mir gethanb, ern Jor­gen Schneyder das lehen yn crafft und massen, als tetstus, ym gelihen. Nu ge­brichts ym an eyner presentacion. Bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest mir dy eher ye besser pey dysem botten schicken und deyner zcusag nachkum­men und dych nymands dovon weysen nach reden lassen, anderst ich wurd nicht eyns mankorns wertc von dir halden. Domit bis Got beffollen. Geschriben ey­lend suntag Quasi modo geniti.

Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zei­le eingefügt.

15.

Sidonias früher geäußerter Bitte, ihr die Präsentation für Jörg Schneider zu­kom­men zu lassen, sei Georg bisher nicht nachgekommen. Sie befürchtet, daß man ihm ihren Brief nicht übergeben habe, und wiederholt ihre Bitte. Georg mö­ge sie be­suchen.

(wahrscheinlich 1494) April 7

Fol. 168. Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 14.

Herczallerlibster son! Ich hab dir vormals geschriben und zcu erkennen geben, das ich ern Jorgen Schneyder genent deynem vorheyssen nach das lehen, das sych erledigt, yn crafft als tetstu es, ym gelihen hab und ym fell nür an eyner presentacio, und dych gebethen, mir dy eher ye besser ap[e]y dem b[o]ttena zcu schicken, das den nach von dir nicht gescheen. Und kan nicht wissen, ap dir der bryff wurden ader nicht wurden ist. Und foricht, das man dir den bryff nicht hat geantwurten mügen, ursach halb ich dych, ap Got will, berichten will, so du zcu mir kumst. Aber ich schreyb wie vorb, kumm dem nach, das du mir vorheyssen hast, und las dych nymands dovon widder reden nach weysen, anders ich wurd von dir nicht eyns monkorns wert halden. Den er ist eyn frommer man und eyns gutten lebens. Hab gleych mher früm leut auff deym stifft als andere. Domit bis Got beffollen. Ych bins an allen czweyffel, du wirdest dych cyn dem und allemc recht keygen mir halden Geschriben eylend mantag nach Quasi modo geniti. Ich bitt dych, herczallerlibster son, du wollest dyse woch ader gwislich auff gene wo­che zcu mir kummen, den ich dorff deyn, und kum ye auff eyn fleyschtag.

Zdena

a–a) Am linken Rand eingefügt (aufgrund der nachträglichen Bindung einzelne Buchstaben nicht lesbar).     b) Folgt gestrichenes Wort.     c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt.

16.

Sidonia bittet Georg dringend um ihr Unterhaltsgeld. Ihr sei zu Ohren gekom­men, daß Meister Christoph als ihr „Hofmeister“ bezeichnet werde, was ihr zum Hohn gereiche. Georg wisse, daß dies nicht wahr sei, und möge es richtigstel­len, wenn er es höre.

(spätestens 1494) Mai 18/Juni 21

Fol. 212. – Zur Datierung: Bis 1494 erhielt Sidonia ein ‚Quatembergeld‘ von 100 Gulden, worauf sich der Beginn des Briefes bezieht. Ab 1495 wurden die viertel­jährlichen Zahlungen auf je 524 Gulden erhöht[262]. – Lit.: Rogge, Fami­lien­korre­spondenz, S. 230.

Herczallerlibster son! Nachdem ich dir geschriben um meyn solt und auch mey­ster Cristoff[263] beffollen, dych umb das ander gelt, das auch auff dysen quote­mer[264] geffallen solt, darczu du den auff dy czeyt, als er mir gesagt, woll gelawt hast, demselbingen nach ist meyn bethe, du wollest mir meyn solt, dy 100 gul­den, schicken und auch das ander gelt, des ich als wenig als meyns soldes gera­ten kann, den es will mir umbsunst nymands nichtsa lassen nach geben, ich mus gelt darumb außgeben. Herczallerlibster son, ich bitt dych auffs freyntlichst, du wollest mir das oben bemelte gelt alles schicken, das es mir nach vor freytags werd. Auch, herczallerlibster son, ich hab vorstanden, dasc etliche yn deynem hoff und auff dem land, auch hy yn dyser stat[265] und hyn und fur meyster Cristoff, mir zcu eynem gespüt und ym zcu eynem hen, meynen hoffmeyster heyssen und nennen. Nü weystu woll, das ich yn darzcud ny auffgenummen, so hat mir yn nymands zcu eym hoffmeyster geben und hab yn auch vor keynen hoffmeyster pey mir. Demselbingen nach ist meyn trewlich und gans freyntliche bethe, wü soliche wort ader red yn schimpf ader ernest an dych gelangen wurd ader yn ymant yn der weyse vor dir nennen, du wollest dych keygen solichen mit ant­wurt halden, auff das sy erkennen mogen, das sy dir keyn geffallen daran thün, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mantag nach der heyligen Dreyffaldickeyt tag. Deyn beschriben antwurt pey dysem meym liben getrawen.

Zdena

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Am linken Rand eingefügt.     c) Folgt gestrichen man yn.     d) Zwischen dar und zcu mehrere gestrichene Zeichen.

17.

Sidonia erkundigt sich, ob Georg sie zusammen mit Herzog Johann besuchen wolle. Sie wisse, daß er mit Kurfürst Friedrich und Herzog Johann einen Ver­handlungstag zu Oschatz abhalten werde. Bisher habe sie ihr Geld nicht erhal­ten, woran Georgs Räte Schuld seien. Sie meint, daß sie der Meißner Domher­ren wegen hinter etliche Dinge kommen werde, und werde ihm darüber zu gegebe­ner Zeit berichten.

(wahrscheinlich spätestens 1494) Juli 9/15

Fol. 148. – Zur Datierung: Bei den 100 Gulden, auf die Sidonia wartet, handelt es sich vermutlich um das ‚Quatembergeld‘, das ihr bis 1494 in dieser Höhe gezahlt wurde (vgl. oben zu Brief Nr. 16).

Herczallerlibster son! Ich weys, das herczog Hans[266], deyn fetter, pey dir ist, und vorsthe aucha, das deyn fettern[267] und du mit[einan]derb eyn tag halden werdet zcu Oschacz[268]. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest mir zcu erkennen geben, ap du mitsampt herczog Hanse hyzcu reytten wirdst und auff welichen tag ader stund du dych hy zcu seyn vorsychst. Auch hab ich dich nü, do du am nechste pey mir gewest, gebethen, du weldest mir das ander gelt auch auff eyn czeyt dir bericht zcuschicken, das den bisher nicht geschen ist. Und gib dir yn dem keyn schult, sunder deyner regirer eyn teyls hab ich yn vordocht. Got der Herr vorgeb mirs, thu ich yn unrecht, doch kan ich mich der gedancken nicht er­weren und vorshe mich, so ich yndert irer frewnt eynenc pey mir zcu dyner hett, der solichs gelt ynhaben wurd, so wurd mir solichs geltd nicht also lang vorge­halden und wurd alle wege geldes gnug doseyn, wenn ich darnach schreyben ader schicken wurd. Demselbingen nach ist meyne vleyssige bethe, herczalle[r]­libster son, du wollest vleys ankeren, das mir solichs gelt wert eher ye besser pey und nach dyse woche, den ich vorsich mich, du hast dy 1500e gulden nach nicht vorthan, dy dir Widebach[269] newlich geschickt hat. Und bis darczu, das mir der marschalk[270] dy hundert gulden auch eher ye besser schick ader bryng. Der thumhern[271] halb dorffestuf auff dysmal nychts mit ym reden bis auff eyn ander czeyt, den ich pin yng meynung, hynder etlich dyng zcu kummen. Sobald ich warlich darhynder küm, so will ich ferner mit dir dovon reden. Und las dyse meyne schrifft also pey dir bleyben, aber bis daran, das mir das gelt wirdt. Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Kyliani[272].

Zdena

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Mittelteil des Wortes unleserlich.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen ge.     e) Folgt hundert.     f) r oberhalb der Zeile einge­fügt.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.

18.

Sidonia bittet Georg zu veranlassen, daß ihr die Spangennadel zugeschickt wer­de, da der Herzog komme. Maltitz möge er daran erinnern, ihr die ausgeliehene Le­gende des hl. Franz von Assisi zurückzugeben.

(spätestens 1494) Dezember 6

Fol. 213. – Zur Datierung: Das Schreiben geht dem Brief Nr. 20 voran, dessen Terminus ante quem im Januar 1495, möglicherweise sogar im Oktober 1493 liegt.

Herczallerlibster son! Ich bitt dych auffs freyntlichst, das du wollest vleys an­ke­ren, das mir das hefftel[273] eher ye besser werd, auff das, so der herczog[274] kumt, ich nicht mit schanden besthe, als ich sychern vortrawen zcu dir hab, du thun wir­dest. Auch hab ich zcuerczeyt Malticz[275] dy legend sancti Francisci gelichen. Ich bitt dych, du wollest ym sagen, das er mir sy eher ye besser widder schick. Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend hewt am s. Nicolaus tag.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

19.

Sidonia habe von Georg keine Antwort auf ihr vorheriges Schreiben erhalten, weshalb sie auch nicht wisse, wie es um ihre Spangennadel stehe. Er möge in dieser An­gelegenheit einen eigenhändigen Brief aufsetzen, statt die Kanzlei da­mit zu be­auftragen. Bevor durch die Kanzlei ausgefertigte Briefe ausgehen, solle er diese persönlich lesen.

(spätestens 1494) Dezember 9/15

Fol. 214. – Zur Datierung: Das Schreiben geht dem Brief Nr. 20 voran, dessen Ter­minus ante quem im Januar 1495, möglicherweise sogar im Oktober 1493 liegt.

Herczallerlibster son! Auff meyn nechst schreyben hastu mir keyn antwurt ge­than, deshalb ich nicht vornemen kan, wie es um das hefftel[276] bleybt. Demsel­bingen nach bitt ich dych auffs freyntlichst, hastu nicht darum geschriben ader schreyben lassen, du wollest es nach thun. Aber so du deyn eygen hantschrifft dohyn schickest, vorshe ich mich, wurd mher helffen den auß dera canczleyb, und wer mir auch vill liber. Und werc mir auch lip, wenn du bryffe auß der kancz­ley zcud vorschicken schuffst, das dy bryff vormals vor dir gelesen würden ader du sy selber lesest, so hertstu, wase sy ynnehalden. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Concepcionis Marie[277].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen canz.     b) Folgt gestrichen es […].     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile ist zcu vor eingefügt, auf der Zeile steht bereits vorschicken.     e) Ober­halb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen wie [?].

20.

Sidonia habe die Spangennadel von Georg erhalten. Sie schicke ihm zwei Briefe, die er weiterleiten möge. Die Frau von der Sale habe darum gebeten, daß Georg den Inhalt eines Schreibens ihres Vaters an Jörg von der Sale übermittle.

(spätestens 1495 Januar)

Fol. 151. – Zur Datierung: Der Terminus ante quem ergibt sich daraus, daß der im Brief als lebend erwähnte Georg von der Sale spätestens im Januar 1495 gestorben sein dürfte[278]. Sofern der Zettel Nr. 10a tatsächlich zu Brief Nr. 10 ge­hören sollte, müßte das vorliegende Schreiben noch vor dem 6. Oktober 1493 ent­standen sein, da Barbara von der Sale dort bereits als Witwe bezeichnet ist.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben pey Benedi[c]tus mit zcuschickung des hefftels[279] hab ich yn mutterlicher lib freyntlich vorstanden und angnümmen. Und schick dir hymit czwen bryff, dy wirdstu forder zcu senden woll wissen. Du wollest auch wissen, das mir dy von der Salen[280] geschriben, wie ir vatera neben deym bryff, dir zcugehorend, ir auch geschriben, aber sy kond yn irem bryff nichts vornemen, do sy auff grunden künd. Demselbingen nach bitt sy mich, dych dymutticlich zcu bitten, was dir vor antwurt von ym wurden wer, du wel­dest es yren junchern Jorg von der Salen[281] vornemen lassen. Ich bitt dych, hercz­libster son, du wollest es yn ye e[her] besser lassen wissen. Ich will dir Benedictüm leyen, der sol dir dy botschafft woll außrichten und wirdt dychb vil­leycht eyn groschen kosten, den gybstu ym zcu pertinentis [?][282]. An dem Latin kanstu gedencken, das ich doher eyn czeyt bas gelert wurden bin den vor. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend etc. Du hast mir sewberlich mitgeffaren[283], hast mich bryffe schreyben lassen und den botten villeycht ander wege gheen lassen den dem weg, den ich dych gebetten hatt. Harr, ich will dych mit ergerten hawen, das dir das mawl nach sussen weyn wessern sol.

Zdena herczogin zcu Sachssen

a) Folgt gestrichen ir.     b) Am linken Rand eingefügt.

21.

Sidonia habe Herrn Lorenz angewiesen, Georg Mitteilung über den von der Kere zu machen. Er möge diesen härter anfassen, da er sonst verderbe.

(wahrscheinlich 1488 oder 1494) Dezember 21

Fol. 204. – Zur Datierung: Der Thomastag fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1488 und 1494 auf einen Sonntag.

Herczallerlibster son! Ich hab her Lorenczen beffollen, dir etliche meynüng zcu sagen betreffend den von der Kher[284], dem magstu glawben geben yn massen, redet ich es selbst mit dir. Sycherlich, du must ym eyn hertern czawm anlegen, an­ders er vordirbt gar. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag sancti Thome.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

22.

Georgs Entscheidung in einem Streit zwischen der Stadt Großenhain und dem dortigen Magdalenenkloster werde vom Geleitsmann nicht korrekt umgesetzt. Auf Ersuchen der Priorin bittet Sidonia darum, daß sich Georg um diese Ange­legenheit kümmere.

(wahrscheinlich 1495 März 13)

Fol. 164. – Zur Datierung: 1494 entschied Herzog Georg einen Streit zwischen dem Kloster und dem Rat zu Großenhain „um eine Zinszahlung aus Unschlitt“, im Dezember 1494 gingen in dieser Angelegenheit herzogliche Briefe aus[285]. Auf diesen Vorgang scheint der Brief Sidonias Bezug zu nehmen.

Herczallerlibster son! Ich pin an czweyffel, dyra sey nach yngedenck, wie der schit[286] czwuschen den vom Hayn[287] und der priorin[288] doselbst gescheen, ydoch will ich dir nicht vorhalden, was ich von der priorin von Freyberg[289] und auch derb vom Hayn bericht bin als in der weysse, das dy cpriorin undc dy samlung[290] des closters zcum Hayn yr besitczung und gehabter gewer bahalden solle, auch ire czinse an den fleyschern wie vor ermannen, des sych dy priorin also gehal­den hat. Auff solichen deynen schit hat der gleyczman zcum Haynd [291] der prio­rin zcu erkennen geben auß das obirmarschalks[292] beffell, das sy es pey ym su­chen sullen, doch nicht eher, es kum den ir general ader ir obirster, das ich mich mit­sampt dere priorin nicht bedüncken lassen, das deym schid nach dein recht ge­meß sey. Deshalb hat sy mich ersucht und mich gebethenf, dir zcu schrey­ben, des ich der loblichen samlung zcum Hayn nicht hab wissen abzcu­schlahen. Dem­selbingen nach bitt ich dych, du wollest mir eher ye besser zcu erkennen geben, wie sych dy sach helt und was deyn meynung yn den dyngen sey. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend freytag nach Ynvocavit.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen sey[].     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen zcuer.     e) Folgt gestrichen priororin.     f) Folgt gestrichen der […].

23.

Priorin und Konvent des Magdalenenklosters zu Großenhain hätten Sidonia ei­nen Brief überantwortet, den ihnen der Geleitsmann zugeschickt habe. Über den Inhalt werde Georg durch Meister Christoph informiert werden. Georg solle die Interessen von Geistlichen beachten. Sidonia benötige Fleisch und Bier.

(wahrscheinlich 1495 März/April)

Fol. 170. – Zur Datierung: Das Schreiben könnte aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 22 folgen. Dazu paßt die ungefähre zeitliche Einordnung, die sich aus der Erwähnung des Jahrmarktes in Dresden ergibt[293].

Herczallerlibster son! Mir haben dy priorin vom Hayn[294] und dy gancze samlung des closters eyn bryff zcugeschickt, den yn der gleyczman[295] und kytczer ge­schri­ben und yn ir gloster antwürten lassen, des ynhalt mir dir zcu schreyben nicht not thutt. Aber ich hab meyster Cristoff[296] beffel geben, dyr dy meynung zcu sa­gen und dir darneben meyn guttduncken zcu eruffenen, dema magstu glaw­ben geben yn massen, redet ich es yn eygner person mit dir. Und bitt dych, du wollest dych keygen geystlichen lewten, zcuvorauß dy gerevermirtb seyn, nicht leycht­lich yn solichem ader anderem bewegen lassen, sunder sy pey irer alden ankunfft, do­pey sy deyn alde alder vor 100 jarn behalden haben, hanthaben und lassen, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. So wird dychc Got auch wid­derum hanthaben und enthalden yn allem dem, das dir gütt und nutcz sey an der selen und am ley­be. Ich las dych auch wissen, das ich keyn kuchenvleysch mher hab. Demsel­bin­gen nach schaff, das mir eyn ochs ader drey zcu dem wenigistend eher ye besser herap getriben werden. Auch hab ich 8 vas birs lassen bringene, dovor gyb mir gelt ader bir, welichs du wilt. Nachdem als itczunt jarmarck[297] do czu Dresden[298] ist, bitt ich dych, du wollest deyne milde hant keygen mir er­scheynen lassen, auff das ich moge sprechen: „Ey, wie mild ist der furste.“ Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend.

Zdena

a) Folgt gestrichen ich.     b) gereüermirt.     c) ch oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt ge­strichen eih [?].     e) Folgt gestrichen dy las [?] b[…] beczalen.

24.

Sidonia  schickt Georg einen Brief, den sie von Priorin und Konvent des Magda­lenenklosters zu Großenhain erhalten habe. Er möge dafür sorgen, daß die Non­nen zu ihrem Recht gelangten, und zu diesem Zweck an die Stadt Großenhain schreiben.

(wahrscheinlich 1495 ca. März/April)

Fol. 181. – Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf die Briefe Nr. 17 und 18.

Herczallerlibster son! Das du gesunt werest an leyb und an der selen, erfur ich alleczeyt gern. Und schick dir hymit eyn briff, den mir dy priorin vom Hayn[299] mitsampt irer samlüng geschickt haben, yn dem du ire meynüng vornemen wirdst. Herczallerlibstes kinta, weys ich doch nicht ander, den das es dir nach yngedencke sey, do du am nechst pey mir warest, das ich dych gancz freyntlich bat und dir auß mutterlicher herczlicher lib getrewlichen ritt, du weldest feste obir den pristern und nünnen halden und sy getrewlichen hanthaben und sy dir beffollen lassen seyn, das du mir zcu der czeyt als eynn from gehorsam kint vorheyssen hast und als ich ganczlich vort[r]ewen zcu dir hab gethan und thun wirdest, und villeycht nichts von dem bryff, der an [den] official gelangt, weyst, auch keynen beffell darumb gethan hast. Ist es aber mit deym wissen und willen geschen, so bitt ich dych auff hochst yn aller mütterlicher trewen, ere Got und dy werd mutter Gotes, auch dy heylige Mariam Magdalenam und den heyligen Vallentinüm und stelle es ab und schaff, das den nünnen das ire an furder beswe­rüng werd, den du hast keyn ursach, dy dych daran vorhyndert, außgnümmen du weldest dir den den bosen geyst durch deyner retten eyns teyls ratt ym münd meren lassen. Gedenck an das geneschel, das dir unser liber herre Got nü czuge­schickt hat und dir domit gedrewt und villeycht, so du dych yn dem und andern nicht bessern würdst, dir etwas nach vill schedlichers und schreclichers zcu­schicken mochte. Das alles zcu ve[r]hutten bitt ich dych, meynn herczaller­lib­stes kint, du wollest dyse meyne schrifft nicht lindlich auß dem syn schlahen und sy nicht vorachten, sundern zcu hercz nemen, auch den vom Hayn[300] beher ye besserb schreyben, das sy den nünne[n], auch denc pristern, das sy yn zcu ge­ben schuldig seyn, an vorczog geben, angeshen vorbemelte meynüng, auch et­lich be­schwerung deshalb von mir laden und es vor keynen schercz haben, nach dem ich dych, ap Got wil, berichten wil, so du zcu mir kumst. Domit bis Got beffol­len, der dir seyn gnadd, recht zcu thun, vorley und dych vor allem obil be­hutt. Mir ist deynthalb nicht enwenigk hyut yn der nacht bange gewest und wust doch von dyser schrifft nicht, aber do mir der bryff wart, gedacht ich: „Hilff Got, das ist villeycht dy ursach.“ Geschriben eylend. Deyn hantschrifft mit dy­sem botten eher ye besser, den ye heyliger dy czeyt ist, ye mher dy armen geyst­lichen an­fechtung haben müssen, auff das […]f sy getrosten mag.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestrichen prs [?].     d) Folgt gestrichen […] recht und […].     e) Folgt gestrichen deynthalb.     f) Kur­zes Wort durch die nachträgliche Bindung nicht lesbar.

25.

Sidonia erkundigt sich bei Georg wegen ihres Wachses. Sie entschuldigt sich da­für, daß sie ihn nicht bei sich behalten habe, aber sie beabsichtige, am folgen-

den Tag etwas zum Lob Gottes und zu Ehren des hl. Paulus und seiner Bekeh­rung zu unternehmen.

(wahrscheinlich 1490 oder 1496 Januar 24)

Fol. 160. – Zur Datierung: Wenn Sidonia schreibt, am nächsten Tag wolle sie et­was zu Ehren des hl. Paulus und seiner Bekehrung unternehmen, so legt dies die Vermutung nahe, daß es sich bei dem Folgetag um das Fest Pauli Conversionis handelt. Gemäß der Datierung am Schluß des Briefes müßte dies dann ein Sonn­tag sein. Pauli Conversio fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Her­zog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1490 und 1496 auf einen Sonntag.

Herczallerlibster son! Ich hab vorgessen, dych zcu fragen, wie es meyns wachs halben bleybt ader wemm ich es anfürdern sol, den ich sols dyse kunfftige woch haben. Meyn herczallerlibstes sonichen, ich bitt dych auffs hochst ich kan, du wellest es nichta yn unfrewntschafft von mir vorsteen, das ich dych hewt nicht pey mir behilt, den ich richt mich eyns teyls nach dem, als ich zcu dir sagt: „Wiltu hewt keyn Dresden[301]?“ Sprachstu: „Ich weld gern.“ Ich sagt ader widder ja nach neyn, wiewoll ich es ym willen was, dych keyn Dresden zcu reyten lassen, ursach halb, das ich, ap Got will, morringen Got zcu lob und ere [und] sancto Pawlo und seyner bekerung bzcu erenb etwas forhab zcu thun – Got helff mir! – zcu der selen selickeyt, daran ich etwasc vorhindert wurden werr, das ich es nicht als statlich hett thun mogen als also. Ich hab mich sider vorsunnen, das du villeychtd yn eyn kald kuchem kummen bist und es auch villeycht nicht lang zcuvor gewist haben, das du kummen weldeste. Vorgib mir dy unvornunfft, ich wilsf nymmer thun. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend su[n]abent vor s. Pawls bekerung.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen yn.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgen gestrichene Zei­chen.     d) y über der Zeile nachgetragen.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestri­chen wilt.     f) Folgt gestrichen my.

26.

Sidonia bittet Georg, er möge Bruder Johannes von Bamberg erlauben, das Doktorat anzunehmen, und auch nicht zulassen, daß andere ihn daran hindern. Er solle nicht auf seine Räte hören, denn etliche unter ihnen wollten auf diese Weise vielleicht die Freiberger unterstützen.

(wahrscheinlich 1492/1496) Januar 26/Februar 1

Fol. 194. – Zur Datierung: Den Terminus post quem bildet der päpstliche ‚Butter­brief‘ für das Freiberger Kollegiatstift vom 10. Juli 1491[302]. Wahrscheinlicher Terminus ante quem ist die päpstliche Bulle in dieser Angelegenheit vom 26. Au­gust 1496[303].

Herczallerlibster son! Es hatt bruder Johanes Bobemberger[304] an mich gelangen lassen, das dy gancze universiteta zcu Ley[p]sig[305] und doctores der heyligen schrifft on keygen dir vorschreyben, auff das er von dirb erlangen mocht eyn gnediges vorgünnen, das doctorat anzcünemen, als du den yn iren schrifften vor­nemen wirdst, mich auch doneben mit dymuttiger bethe ersuchen lassen, on auch keygen dir zcu vorschreyben, das ich ym fuglich nicht hab mogen abschlahen. Demselbingen nach bitt ich dych auffs allerfreyntlichst, so ich ummer kann, du wollest es umb meyner bethe willen thun undc ym gnediclichen vorgünnen, das er solichs doctorat annemen mogen und yn daran nicht vorhyndern, auch andern yn daran zcu vorhyndern nicht gestaten, angeshen dy gutten werick, dy dovon erschprissen mogen. Den es mocht sych manich mensch seyner lere bessern und seligk werden, do sunst nichts auß wurd, den dy gaben und gnaden Gotes seynt manycheley. Er mocht eind dy gnad vorleyen, dy er eym andern nicht vorleyt. Auch vorstee ich, das etliche deyne rete yn auch gerne daran hyndern welden. Ich bitt, ker dych nicht daran, den sy wollen v[i]lleichte den von Freyberg[306] do­mitt hoffiren. Aber als mich dy dingk anshen und ich ynn meym eynfeldigen vorstentnis begreyffen kanf, so seyn dy von Freybergk ungerechter den Johanes Bobemberger und doctor Breytembachg [307], den es ist nichth woll leydlich, das man eyns ketczer heyst. Obir das haben dy von Freyberg mit Johanese Bobem­berger etwas außzcutragen, das geschicht als woll, wenn er doctor ist, als dy­weyll er liczencziat ist. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben eylend hewt donerstag nach Conversio sancty Pawli[308].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) uniüersitet.     b) Folgt gestrichen zcu.     c) Folgt gestrichen woll.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Folgt gestrichen dem [?].     h) Oberhalb der Zeile eingefügt.

27.

Die Briefe Georgs an Sidonia und an Herzog Friedrich seien vertauscht worden. Sidonia wünscht Georg und seiner zukünftigen Gemahlin alles Gute zur bevor­stehenden Hochzeit. Sie schickt ihm eine Haube.

(1496) August 21

Fol. 137. – Zur Datierung: Eindeutiger Anhaltspunkt ist die im Brief als bevor­stehend angesprochene Hochzeit Georgs[309]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 474, S. 320. – Lit.: Nolte, Familie, S. 333; Rogge, Familienkorrespon­denz, S. 232.

Herczallerlibster son! Ich las dich wissen den briff, den du mir pey Heinczen bo­then geschickt, gehort herczog Fridrich[310] zcu. Wiewoll ich yn auffgebrochen und gelesen, schick ich dir yn widder und vershee mich, herczog Fridrich werd den briff, der mir gehort, auch gelesen haben. Es wirdt das gmeine sprichwort an dir war, den man sch[p]richt gern zcu den, dy nicht aller ding auff ira thün ach­tung geben: „Du ghest yn gedancken als eyn vorlobte mayt.“ Desgleychen mag man ytczunt auch zcu dir sprechen. Herczallerlibster son, Got gebe dir und deiner ge­mahel[311] gar vil glucks und heyles, auch seyn gotliche gnad, libeb, friden undc eyntracht, auch fruchtbarheyt der selen dund auch des leibesd und vorley auche beyden ym anfang guttes mittel zcu begreyffen und alsden den anffanng und mittel mitf eynem gutten, fruchtbarn, auch seligen endeg zcu beschlissen. Amen. Auch als ich yn dysem briffe vorneme, so wurd dy hochczeit umb Martini[312] seyn, das den, als ich mich vorshee, umb dy czeit sterbens halb fast soriglich seyn würd. Darumb bedencks gar eben, was dir in dem zcu thun sey. Auch schick ich dir hymit dy hawbe, dy ich dir vorheyssen. Und der almechtig Got geb, das du nicht eheeh zcureyssest, es sey den, das sy dir deyn eygen son ader thochter be­schmeyssett. Domit bis Got beffollen. Das Latin yn dem briff, das du herczog Fridrich schreybest, hab ich woll vornümmen. Es wer nicht bose, so er dir vol­gen weld, es wer ym zcu der selen und leybe nutcze. Geschriben eylend suntag nach der hymmelffart der j[u]ncfrawen Marien, der gebererin Gotes.

Do ich den briff auffgebrach, sach ich allererst, das der briff h[erczog] F[ridrich] zcustund, den ich hatte vor nye auff dy obirschrifft gemerickt.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen y.     c) Folgt gestrichen eyntracht (dar­unter Punkte).     d–d) Am Rand eingefügt.     e) Folgen gestrichene Zeichen.     f) Ober­halb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen zcu.     g) Folgt gestrichen beschlissen.     h) Ober­halb der Zeile eingefügt.

28.

Georg habe auf den letzten Brief Sidonias noch nicht geantwortet. Sie bittet  ihn um Zusendung des schwarzen Damasts. Vor der Hochzeit solle er unbedingt die Beichte ablegen.

(1496) November 8

Fol. 139. – Zur Datierung: Eindeutiger Anhaltspunkt ist die im Brief als bevor­stehend angesprochene Hochzeit Georgs[313]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 476, S. 321 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230 und 232.

Herczallerlibster son! Du hast mir auff mein nhest schreyben, das ich dir pey dem nech[s]ten botten, der mir das seyden gereth brachte, keyn antwurt gethan. Demselbingen nach bitt ich dych, meyn herczallerlibster sona, so du des sam­mets, den ich doch fast gern hett, nicht geratten weldest ader kondst, du wellest mir doch den schwarczen damaschken 15 ellen eher ye besser schicken und pey dysem bothen und yn auffs ehersten, als du kanst, domit fordern, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Das will ich umb dych auffs allerfreyntlichst vordinen. Auch als du dich yn meyn gebeth befilst, magstu mir sycherlich glaw­ben, das ich alles mein gebeth, seyn sey wenig aderb wievill seyn seyc, so wirdtd es alles Got dem almechtigen als vollkumlich vor dych geuppfert als vor mich, weld es ym der almechtige Got nür angeneme lassen seyn. Herczallerlibster son, nachdem du weyst, so man das hochwirdig sacrament entpfan will, pfligt man zcuvor [zu] beychten, auch rew und leyde umb dy sund zcu haben mit guttem vorsacz etc. Demselbingen nach, so den dy ee auch eyn sacrament ist und das hochste an der leychnam unsers Hern[314], ist es czymlich und billich, auch selic­lich, das du dych deyner sunden mit warer rew und leuter beycht entladest, auch gutten vorsacz hast, deyn leben zcu bessern, und alsoe yn gutter meynüngf, Got dem almechtigen zcu eynem ewigen lobe das hochwirdige sacrament der heyli­gen ee an dych [zu] nemen und [zu] entpfahen, des ichg an czweyffel pin, du es thün wirdest. Auch so du es thun kondest, weldest von jogunt auff alle deyne sund beychten und dich auff den briff von peyn und schult entpinden lassen. Werr fast sere gutt, so du ye von jogunt auff nicht beychten kondest, so beycht doch alle dy sund, dy du synt der nechsten beychte gethan, do du von peyn und schult entpunden bist, und las dych von peyn und schult entpinden. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag vor Martini. Sag Heynrich[315], deym bruder, vill guts von meinen wegen.

Zdena

a) Folgt gestrichen du wollest mir.     b) ader ader.     c) Folgt gestrichenes Zeichen.     d) Ober­halb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen so.     f) meynüng meynüng.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.

29.

Weder Herzog Albrecht noch Kurfürst Ernst hätten ihrer Braut ein Ehren­geschenk gemacht. Daher sei Georg anläßlich seiner eigenen Hochzeit nach Si­do­nias Meinung auch nicht dazu ver­pflichtet. Hans von Minkwitz habe ihr eine un­verständliche Nachricht geschickt.

(1496 vor November 21)

Fol. 145. – Zur Datierung: Terminus ante quem ist die im Brief angesprochene Hochzeit Georgs[316]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 473, S. 319 f.

Herczallerlibster son! Deyn briff ist mir hiut yn der nacht umb 12 worden. Und las dich wissen, das icha michb nicht vorshe, das meyn herr[317] nach seyn bru­der[318] seliges gedechtnis erre eyner brawt geschenckt hetten. Darum las ich mich beduncken, es sey ungefferlich, ap du es auch nichtc thuest[319]. Der hochczit hal­ben wirdestu ern Hanse[320] woll berichten. Er hat mir yn eyner eyngelegten cze­del geschriben, ich weys mich nichts dareyn zcu richten. Ich weys [nicht], ap er botschafft zcu meym hern haben will. Ist es, das er botschafft zcu m[eym] h[ern] haben will, so las michs eher ye besser wissen. Domit bis Got beffollen. Ge­schriben eylend hiut yn der nacht czwuschen czwelffen und eyme.

Zdena

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen vor.     c) Folgt gestrichen thest.

30.

Sidonia bittet darum, daß Georg dem Schösser schriftlich befehle, einen Gefan­genen freizulassen. Er möge damit nicht die Kanzlei beauftragen, die alle Vor­gänge verzögere.

(spätestens 1497) Juli 26/August 1

Fol. 185. – Zur Datierung: Den Terminus ante quem bildet der Tod des Johann Erolt/Königsberger im Mai 1498[321].

Herczallerlibster son! Nachdema du mir und doctor Kunsperger[322] den geffangen los geben hast, des ich dir den getrewlich danck, aber der schosser will yn auff dy meynüng nicht ledig geben, er shee den deyn bryff. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest mir eher ye besser schreybenb und yn der schrifft dem schos­ser beffell geben, den geffangen außzculassen, alsden will ich mit des doctors rat yn yndert hynschicken, das du dych vor ym nicht besürgen dorffest. Liber son, fertig den botten eher ye besser. Den so du es yn der canczley beffilst, dy czaw­tern domit, als lang es yn geffeltc, als sy hewer taten mit ern Jorgen presenta­cio[323], und sagten dir eyn schwaff, sy leg pey ern Thamloser, und was nichts dar­hynder den ir lawter vorsemlichkey[t]. Das magst yn kunlich sagen. Und ym ist also, sy teten es nicht anders mitd der warheyt reden. Und Cuncze Rumpff[324] hatf zcu dem warczeychen gesagtg, man heth aller pristerh namen beschriben, des na­mens hett sy nicht finden kunnen. Das waren lawter logen. Was kund er reden, stund doch der name yn deym bryff und auch yn der presentacio. Liber son, dys gyb ich diri darumb zcu erkennen, auff das du erkennest, ap man auch allewege thue, das du beffilst, ader ap alles war sey, das man dir sagt etc. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylen[d] sünabent nach Jacobi[325]. Und wiltu auff mantag zcu mir kummen, las mich es auch pey dysem botten wissen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) dem oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen schicken.     c) Folgt gestrichen de.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Über dem Raum zwischen Cuncz und Rumpff Rasur hat.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Folgt gestri­chen d[…].     h) Folgt gestrichen name.     i) Oberhalb der Zeile eingefügt.

31.

Sidonia habe von Johann Erolt (Königsberger) und Marcus Sculteti erfahren, daß der Domherr Kaspar von Salhausen Feinde Albrechts und Georgs beher­berge. Georg solle einen oder zwei seiner Räte schicken, um sich gegenüber dem Domkapitel der Angelegenheit anzunehmen.

(spätestens 1497) Dezember 14/20

Fol. 216. – Zur Datierung: Den Terminus ante quem bildet der Tod des Johann Erolt/Königsberger im Mai 1498[326].

Herczallerlibster son! Do ich den forigen briff geschriben und vorsigelt hatt und darnach yn dy kyrich[327] zcu der fesper ging, seyn zcu mir kummen doctor Kuns­perger[328] und doctor Marcüs[329] und haben mir zcu erkennen geben, das er Caspar Solhawsen[330] etliche meyns hern[331] und deyne feynt hy zcua herbergen und zcub hawsen nicht eynmal, sunder ufftmals sychc understanden und dem auch so ge­than, sy geherbergt und gehawsset, und mir doneben gesagt, sy hetten woll mey­nung gehat, ym cappittel[332] mit ym dovon zcu reden. Doch umb des willen, das sy forichten, er Caspar mochte dyselbingend bewegen, das ir eyner ader czwene evom cappitele auffgehalenf mochten werden, wenn sy seyn am wenigist sorg het­teng, ym besten beschten haben lassen und mich doneben gebethen, dy ding yn geheym an dych zcu gelangen lassen und dych bitten, das du eyn ader czwen deyner rethe herschicken weldst und yn beffell geben, das sy dy cappittelshern alle ernstlich von deynen wegenh umb dy meynüng anreden sollen und auch den benümen, der der sach schuldig sey. Derselbingen irer beth nach schreyb ich und geb dir dys zcu erkennen, das magstu deynen rethen yn gehey[m]i vorhalden, und was dir daryn behaget ader nich[t]j behagt, wirdstu dych mitsampt deynen re­ten wo[l]k recht zcu halden wissen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Lucien[333].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) selbingen oberhalb der Zeile eingefügt.     e–e) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     f) Folgt gestrichen werden wurden l; darüber gestrichen vom capittel.     g) Folgen ge­striche­ne Zeichen.     h) Am linken Rand eingefügt.     i) Wegen des Falzes schwer zu lesen.     j) We­gen des Falzes schwer zu lesen.     k) Wegen des Falzes schwer zu lesen.

32.

Christoph  Ziegler habe Sidonia berichtet, daß Hans von Schönberg seine Stel­lung als Amtmann zu Pirna aufgeben wolle. Sie bittet Georg darum, Christoph Ziegler als neuen Amtmann einzusetzen.

(wahrscheinlich 1496 oder 1497) (Dezember?)

Fol. 218. – Zur Datierung: Ein wahrscheinlicher Anhalt für die Datierung ergibt sich aus dem Ende der Amtszeit des Hans von Schönberg als Landvogt zu Pirna[334].

Herczallerlibster son! Mich hat Cristoff Czigler[335], czeiger dis briffs, bericht, das er Hans von Schonbergk[336] das ammacht zcu Pirn[337] auffgeben und dovon czyhen werd, und mich doneben auffs demuthiclichst gebethen, yn keygen dir zcu vorschreyben, so den der stand des ammechst zcu Prin erfordert eyns wackern ammechtmans, dovor ich yn und ander erkennen, auch her mit der hylff Gotes dem ammacht woll zcuvorscheen getrawet, auch dir und dem land ado getrewlicha zcu dynen denck. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest yn umme meyner beth willen gnedigen willen erczeygen undb yn vor eynem andern dohyn zcu eym amma[ch]stman vorschaffen, yn auch hyrin meyner vorschrifft genslich entpfinden lassen. Will ich yn mutterlicher lib getrewlich keyn dir vorgleychen. So dir aber eyn eynigerley weyse, yn dohyn zcu vorschaffen, nicht fugen wold, als ich mich nicht vorshee, du wollest es dem gutten gesellen zcu guth halden, auff das ym nicht schimpf nach spat dovon erstee. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mitwoch yn der weychffaste.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichenes Wort.

33.

Georg möge dafür sorgen, daß die in Leipzig gedruckte Ausgabe der Predigten Johannes Taulers verkauft werden dürfe.

(1498) März 29

Fol. 141. – Zur Datierung: Die Ausführungen Sidonias dürften sich auf die Aus­gabe der Predigten Johannes Taulers beziehen, die 1498 unter dem Titel Sermon des grosz gelarten in gnaden erlauchten doctoris Johannis Tauleri […] bei Konrad Kachelofen in Leipzig erschien. Nach dem Kolophon wurde der Druck am Gertrudentag (17. März) 1498 abgeschlossen[338]. Sidonias Brief dürfte kurz darauf entstanden sein. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 492, S. 329 f. – Lit.: Reichel, Herzog Georg, S. 8; Rogge, Familienkorrespondenz, S. 228; Volk­mar, Reform, S. 81.

Herczallerlibster son! Nachdem ich mit dir geredet hab des buchs halb genent der Thawler[339], das man czu Leypsigk[340] gedrückt und avon etlichena gehemmt zcu vorkauffen, bitt ich dych auffs allerfreintlichst als meinen herczallerlibsten son, du wollest es Got dem almechtigen zcu lobe, auch umb deiner und unser aller selickeit willen thuen und vorschaffen, das dy bucher außghenb und vorkawfft mogen werden. Den ich kan nicht anders gedencken, den das der veynt des menschlicher selickeyt durch etliche yn guttem scheync soliche bucher zcu vorkawffen betriglichen vorhindert ader hemmet. Er erkennet auch, das ymd villeycht dodurch maniche sele entczogen wyrdt, darum thuet er, wie er kan, auffe dasf dy gutten werk vorhindert und nachgelassen werden. Den das buch leret nichts den gru[n]dlose demüth und sych selbest erkennen, auch dy welt gund alle czeitliche dingg vorschmehen und vorachten, das den geystlichen menschen und den, dy mit dem handel umbghen, gutte zcurichtung ist, zcu kummen zcu dem, darum sy sych yn den dingen uben. Mein herczallerlibstes kint, ich bitt dych nach wie vor, du wollest das ewige, froliche lon von Gote entpfahen und mich der bethe geweren, du wirdst entpfinden, dash durich nichts anders den durich den boßen geist vorhindert wirdt. Du magst mir warlich glawben, das sych des buchs, auß dem dy andern gedruckt seyn, 6 menschen, dy ich weis, fast sere gebessert haben und von irem irrigen leben yn gütt, volkumme leben gegangen und von tag zcu tage zcunemen. Herczallerlibster soni, merigk, wie es umb dy welt stund, wenn frumme, andechtige menschen theten. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest darczu forderlich seyn, das du den yn der weyse woll und gerüglich thun magst, und dych aller gutten werk teylhafftig machenj, dy von den menschen gescheenk und nach gescheen werden, weliche sych des buchs gebessert [haben] ader nach bessern werden, als [ich] gancz sunder czweyffel pin, du wirdest mir yn solichem zcu geffall werden. Will ich widderum mitl aller mütterlicherm herczlicher libe keyn dir vorgleychen. Domit bis Got beffollen. Und sag deym bruder[341] und deyner gemahel[342] gar vil guts von meinen wegen. Geschriben eylend donerstag nach Letare.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen von.     b) Folgt gestrichen moge (darun­ter Punkte).     c) Folgt gestrichen b[…] (darunter Punkte).     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f) Folgt gestrichenes Wort.     g–g) Oberhalb der Zeile eingefügt.     h) Folgt gestrichen nicht.     i) Oberhalb der Zeile eingefügt.     j) Folgt gestri­chen dy [?].     k) Folgt gestrichen weliche.     l) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen yn.     m) Oberhalb der Zei­le eingefügt.

34.

Sidonia bittet darum, daß Georg ihrem Kaplan Simon die Pfarrei zu Senftenberg verleihen möge.

(wahrscheinlich 1492 oder 1498) August 23

Fol. 179. – Zur Datierung: Der Tag vor Bartholomaei fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts Sidonia bezeichnet sich in ihrer Un­ter­schrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1492 und 1498 auf einen Donners­tag.

Herczallerlibster son! Er Symon, meyn caplan, hat mir deyn hantschrifft bracht, belangend dy pfar zcu Senfftenberg[343]. Demselbingen nach bitt ich dych auffs freyntlichst als meyn herczallerlibsten son, du wollest mira so freyntlich seyn und ym so genedig und ym dy bemelte pfar gnediglich leyen. Das will ich yn mutterlicher libe bkeyn dirb zcu vorgleychen unve[r]gessen seyn und er Symon mit seym gebethe keygen Got vor dych und uns alle sych getrewlichen zcu vor­dynen befleyssigen, den es ist gar eyn from man. Er ist nicht magister, er ist aber woll als geler[t] als etliche magistery. Ich vorczey mich seyn nicht gern, aber umb seyner fromickeyt wille she ich es gern, das ym dy pfar wirt, und pin an czweyffel, Got hat es yn sunderwar beschaffen und yn darczu außerwelt. Ich will beshen, wu ych ym eyn andern pfaffen erkrig. Domit bis Got beffollen. Ge­schriben eylend donerstag abent Bartholomey.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt; darunter gestrichen ym.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.

35.

Sidonia habe die Antwort Georgs auf ihr letztes Schreiben erhalten. Er möge ge­genüber dem Gefangenen Barmherzigkeit walten lassen. Sie bittet ihn, darauf zu achten, daß sein Sohn, den er auf den Namen ‚Johannes‘ taufen lassen wolle, nicht ‚Hans‘ genannt werde.

(1498) August 25

Fol. 138. – Zur Datierung: Eindeutiger Anhaltspunkt ist die im Brief als bevorste­hend angesprochene Taufe von Georgs Sohn Johann(es), der am 24. August 1498 geboren wurde[344]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 498, S. 332 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 228 f. und 233 [ebd., S. 229, Anm. 88 fal­sche Folioangabe („Bl. 169“) der Vorlage].

Herczallerlibster son! Dein antwürt auff meyn jungsts schreyben hab ich mit al­lem ynhalt vorlesen, aber gar ungern vornümmen. Den nachdem, als wir alle gerne sheen, das uns barmherczickeyt von Got geschee, so schicken wir uns fast wenigk darczü, und füricht, uns wirdt zcuerczeit mit der ellen gemessen werden, als wir unserem nachsten messen. Und vorshee micha, so eyner deyner rette an des geffangen stat sesse, er würd gedencken: „O weld sych ymant obir mich er­barmen und mir auß dyser not helffenb!“ So uns den auff ertreych solicher ge­czwak wee thüt, wie woll wirdt uns den der czwagk yn dem fegefewer cvor unser missetatc thun, so es woll gerett. Got gebe, das dopey bleybe und nicht erger werdt. Man sold gedencken das der almechtige Got alle czeit seyn gerechtickeyt vermischt mit der barmherczickeyt und sold nicht also gar schwind mit der straff seyn. Was wurd dych und deyn rette helffen, so der arm mensch yn dem thurm stürb etc. Ich las also besteen yn seynem werd, wiewoll ich mich vill eyner an­der antwurt vorsheen hett, so es aberd nicht anders seyn kan, musß ich mir daran gnügen lassen. Du hast mir gesagt, das deyn son Johanes[345] getawfft sol werden, demselbingen kum nach. Und wiltu mir libe thuen, so beffille, so man yn tawfft, das yn dy poten alle nicht Hans, sünder Johanes nennen und fdas erf also mit dem namen getawfft werd. Herczallerlibster son, der almechtige Got beware dych mitsampt deym bruder[346] und helff dir mit grossen frewden gsuntg widder zcu mir. Amen. Geschriben eylend sunabent nach Bartholomey. hSag deym bru­der und deyner gemahel[347] vill guts von meinen wegenh.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgen gestrichene Zeichen.     b) Folgt gestrichen auch.     c–c) Oberhalb der Zeile ein­ge­fügt, darunter gestrichenes Wort.    d) Oberhalb der Zeile eingefügt.    e) Folgt gestrichen d.     f–f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.     h–h) Offenbar nach­träglich in den noch zur Verfügung stehenden Raum eingefügt.

35a.

Sidonia bittet Georg darum, für die Glawbiczin einen Brief an den Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen zu verfassen und an sie zu schicken.

(wahrscheinlich vor 1498 September 29)

Fol. 178. – Es handelt sich nicht um ein selbständiges Schreiben, sondern offen­bar um einen eingelegten Zettel (kleines Format, Fehlen von Datum, Unterschrift, Adresse und Siegel). Zu welchem Brief dieses Stück gehört, läßt sich nicht ent­scheiden. – Zur Datierung: Am 29. September 1498 wurde Georgs Bruder Fried­rich zum Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen erhoben[348]. Bezöge sich Sidonias Bitte auf ihn, würde sie ihn vermutlich namentlich oder unter Anspielung auf das Verwandtschaftsverhältnis anführen.

Herczallerlibster son! Ich hab dich von der Glawbiczin wegen umb eyn briff an hoen meyster zcu Prewssen [gebeten] von wegen ires eydems Hansen Nabdicz, dem der bemelt hoe meyster des ordens solt seyner bruder halb schuldig seyna. Herczallerlibstera son, las den bryff machen und schick yn pey er Symon[349] her.

a) Folgt son.     b) Folgt gestrichen sol.

36.

Sidonia bittet Georg darum, daß er ihrem alten Kaplan Thomas das zugesagte Hofgewand schicke.

 (wahrscheinlich 1492 oder 1498) November 11

Fol. 177. – Zur Datierung: Martini fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Wit­we) allein in den Jahren 1492 und 1498 auf einen Sonntag.

Herczallerlibster son! Er Thomas, deyn und meyn alder caplan, hat mich gebe­then, dych zcu erynnern des hoffgewands halb, ym von dir vorheyssen mher den eyne fart[350]. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest vorschaffen, das ym das bemelte hoffgwant wirdt, auff das er dych hynfurder darum nicht anlawffen und mich ader ander keygen dir zcu vorschreyben nicht ersuchen darff, als ich mich sycherlich zcw dir vorshe, du thun wirdest. Domit bis Got beffollen. Geschryben eylend suntag am tag s. Martini.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

37.

Sidonia fordert Georg auf, sie zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag zu besuchen. Sie sendet Andreas Proles zu ihm, dem er am Weihnachtsabend beich­ten solle. Außerdem schickt sie ihm ein Marienbild, das er ihr zu Neujahr schen­ken möge.

(wahrscheinlich 1492 oder 1498) Dezember 13

Fol. 202. – Zur Datierung: Der Tag Luciae fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1492 und 1498 auf einen Donnerstag. – Druck: Steinhau­sen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 404, S. 277. – Lit.: Distel, Geburtstag, S. 171; Gess, Akten, S. XXV, Anm. 1; Richter, Erziehungswe­sen, S. 7; Rogge, Familienkorrespondenz, S. 227.

Herczallerlibster son! Ich las dich wissen, das ich von den gnaden Gotes yn gut­tem gsunt pin, desgleychen ich von dir gern shen woldt zcu seyner czeyt, aber vor Weyennachten[351] und vor s. Johanes tag[352] kan ich es nicht woll gewarten, sünder darnach, welichen tag du wilt, magstu kummen, doch das czwuschen s. Johanes tag und der heyligen Dreyer Kunig abent[353] geschee, und las nicht under­wegen. Ich schick dira hy doctor Proles[354], dem hab ich beffollen, das er eyn from­men menschen auß dir machen sol. Und wens auff Weyennachtabent[355] kumt, bitt ich dych, du wollest ym beychten dy sund, dy du ym anfang des Advents bge­beycht hastb, auch dy du synt der nechsten beycht gethan hast, ym uffenbaren. Er bryngt dir gar eyn seüberlich bild der mutter Gotes, und das kyndel hat schir eyn soliche fisomen[356] des antlich halb, als du an dem wirdst erkennen, wy du ge­schtalt bist. Und bitt dychc, herczallerlibster son, du wollest mir das Marienbild zcu dem newen jar schencken, ich wils vorgleychen. Und bitt dych, du wollest vleys ankeren, wenn Prolesd von Drezden[357] czeucht, nyndert zcuczye den hyzcu und pey mir behar. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben eylend do­nerstag Lucie.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen hy mit h.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichenes Zei­chen.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.

38.

Sidonia teilt Georg mit, daß er nicht am Neujahrstag, sondern danach zu ihr kommen solle.

(wahrscheinlich 1492 oder 1498) (Dezember)

Fol. 206. – Zur Datierung: Die eingangs genannte Zeitspanne für den Besuch Ge­orgs bezieht sich auf Brief Nr. 37, der diesem Schreiben mithin vorangeht (siehe dort).

Herczallerlibster son! Nachdem ich dir geschriben, das du dych czwuschen s.a Jo­hanes tagb und dem abent der heyligen Dreyer Kunig[358] zcu mir fugen solst, nü vorshe ich mich, du mochtst auff des newen jars tag[359] herrzcukummen ge­dencken, das ich den deyn auff den tag nicht gewarten kond etc., als du woll weyst. Aber den andern tag nach des newen jares tag bitt ich dych, du wollest nicht aussen bleyben, den ich was mit dir zcu reden habc, das ich dir nicht schreyben mag. Domit bis Got beffollen. Und schreyb mir pey dysem botten widder.

Zdena

a) Folgt gestrichen Johal.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile ein­gefügt.

39.

Sidonia teilt Georg mit, daß sie der Überbringer des Schreibens um einen Brief an ihn gebeten habe. Diesen habe sie dem Mann gegeben, um ihn loszuwerden.

(wahrscheinlich 1493 oder 1499) Juli 26

Fol. 192. – Zur Datierung: Der Annentag fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1493 und 1499 auf einen Freitag.

Herczallerlibster son! Der alde her hat mich gebethen, das ich yma eyn bryff ban dychb geben weldc, dem ich ym geben hab, und bitt dych, sag ym nicht, was ich dir geschriben hab. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend freytag am tag sancte Anne. Ich hab ym dysen bryff umb nichts willen an dych gegeben, den das ich seyn loswerd.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen den [?].   b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.   c) Folgt gestrichen den [?].

40.

Sidonia bittet Georg darum, daß er dem Schwager des Mathes Voyt von Rödern für dessen Streitaustrag mit Jörg von Salhausen zwei Personen an die Seite stel­len möge, um diesen zu beraten und seine Sache zu vertreten.

(wahrscheinlich 1493 oder 1499) Oktober 16

Fol. 162. Zur Datierung: Galli fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1493 und 1499 auf einen Mittwoch.

Herczallerlibster son! Mathes Voyt von Redern[360] hat mich bericht, das er eyn schwager hab, dem du und seym widdersachen Jorgen Solhawsen[361] als morrin­gen eyn tag benant, do zcu erscheynen, und mich gebethen, dych zcu bitten, das du demselbingen seym schwager eynen ader czwene zcugeben wollest, dy yma yn seyner sach ratten, und eyner derselbingen ym seyn wort rede. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest es um meyner beth willen thun und ym, wie oben bemeltb, yn czweyen, yn seyner sach hulfflich zcu seyn, vorgünnen, als ich an czweyffel pin, du thun werdest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mit­woch s. Gally.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen s.     b) Folgt gestrichen mit.

41.

Sidonia bittet Georg für Heinitz und dessen Bruder um zwei Pferde. Georg möge anordnen, daß zu Ehren des Heiligen Adrianus wöchentlich min­destens eine Mes­­se gelesen werde.

(wahrscheinlich vor 1499 November 24)

Fol. 144. – Zur Datierung: Das Schreiben muß dem Brief Nr. 42 vorangehen, in dem Sidonia auf die hier geäußerte Bitte um die Bereitstellung zweier Pferde Bezug nimmt. – Lit.: Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 271.

Herczallerlibster son! Mich hat Heynicz[362] bericht, das du hy zcu Meissen[363] eyn wagengeschir zcueghen wilt lassen, und doneben gebethen, dych zcu bitten, das du ym und seym bruder derselbingen pfert czwey geben woldst, dy sy den do­heym zcu yrer notdurfft und nucz gebrauchen wollen. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest mir zcu geffall, angesehen ir beyder lange getrew dinst pey mir und seliger gedechtnis der herczogin[364] gethan, und yn dy bemelte czwey pfert geben. Das will ich yn mutterlicher lib keygen dir vorgleychen und sy un­der­theniglich mit allenn trawen vleys vordinen. Domit bisa Got beffollen. Auch nach­dem als ytczunt gestalt unfrids halb gewünnen, hab Got und dy mutter Gotes vor awgen, auch den heyligen Adrianüm[365], und befill, das man zcu dem min­sten bdy wochb eyn messe von sancto Adriano sing ader lesse, den er der ding macht key­gen Got hatc. Und pin an czweyffel, so man yn in den dingen getrewlichen an­ruf­fen wirdt, er wirdt pey Got solichs gebeth thun, das bald zcu fridlicher eyn­trach­tickeyt kummen wirdt. Und las meynen nesten frunt[366] nicht aussen, las auch dy woche eyn messe von ym lesen ader singen. Geschriben eylend.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen God.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile einge­fügt.

42.

Sidonia bittet Georg erneut um zwei Pferde für Heinitz und dessen Bruder. Sie ermahnt ihn zu einem gottesfürchtigen Lebenswandel.

(wahrscheinlich spätestens 1499) November 18/24

Fol. 221. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Nachdem ich dich vormals gebethen, czwey pfert Hey­nicz[367] und seym bruder zcu geben[368], desgleychen bitt ich dych nach auffs aller­freyntlichst, du wollest mir zcu geffall den beyden Heynicz dy czwey pfert geben, den der schosser hat der pfert eyns hewt vorkawfft, und so ich es vorshen hett, weren sy alle vorkawfft wurden, eher ich seyn gewar werr wurden. Ich bitt dich, vorsag mir der beth nicht und schreyb mir widder dy meynüng, das du mir der pfert czweya hast gegeben, dy solle ich dem schosser anfordern und darmit thun und lassen, wie ader was ich will. Herczlibstes sonichen, dein schaden, den du an deym fuß entpfangen hast, ist mir eyn trewlichs leyt. Demselbingen nach hab deyn bas yn achtung und din Got mit besserem vleys, den du bisher gethan. Werr weys, was dir Got domit zcu erkennen geben ader gybt, den wir seyn arme lewt und wissen nicht, wasb Got obir uns vorhengt. Hirumb sollen wir stets yn der foricht Gotes wandern und seyne gotliche geboth nach unserem bestenc vor­mogend zcu vorbringen uns befleyssigen und uns etlicher leychtfertickeyt mas­sen thüns und auch der wort. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag vor Katherinen[369].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen pfert (darunter Punkte).     b) Folgt gestrichen go[…].     c) hesten.     d) Folgt gestrichen un[…].

43.

Sidonia sendet einen Brief, den Georg an Herzog Albrecht weiterleiten möge. An Herzog Heinrich schreibe sie absichtlich nicht. Georg solle Jörg Schneider zu ihr schicken, damit dieser ihren Rock zurichte.

(1493 oder 1499) November 29

Fol. 217. – Zur Datierung: Der Tag vor Andreae fiel in dem hier relevanten Zeit­raum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unter­schrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1493 und 1499 auf einen Freitag. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 449, S. 304 f. – Lit.: Rogge, Fami­lienkorrespondenz, S. 230.

Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit eyn bryff, den magstu meym hern[370] zcuschicken. Heynrich[371] schreyb ich aber nichts, ursach halba etc. Libes soni­chen, schick mir doch Jorgen Schneyder her, das er mir den rock recht mach. Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend freytag abent sancti Andree.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgen zwei Buchstaben (Rasur?) am möglicherweise angeschnittenen Rand.

44.

Sidonia bittet Georg darum, daß er den Anspruch der Augustinereremiten zu Al­tendres­den auf ein käuflich erworbenes Haus unterstütze. Er solle zu ihr kom­men. Zwei beiliegende Briefe möge er an Herrn Lorenz weiterleiten, den Kaplan seines Bruders.

(wahrscheinlich spätestens 1499) Dezember 22/28

Fol. 153. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Dein schreyben mit allem ynhalt hab ich vorstanden, und als du meldest, das dy bruder[372] auffshen sulden, das sy es an andern enden auch zcu endschafft und auß der ansprach bringen. Herczallerlibster son, ich mus tor­lich fragen, und verczey mir der frag, wie ghet das ymmer zcu, do der pfarrar das haws kawffen wold, do was es an alle ansprache, auch villeycht, so er es ge­kawfft hett, werr es auch an anspracha, aber nü es dy bruder gekawfft haben und es yn zcugesagt, auch ynb vorschreybung von dir darobir vorheyssenc, sold das haws yn ansprach seyn. Herczallerlibstes kint, las soliche ding kindern vorlegen und nicht dir und andern, dy es vorsteen. Ich weys nymands, der mit recht yn­dert eyn zcuspruch zcu dem hawß hab, denn was der pfarrare neydes halb durch andere und mitsampt andern tag und nacht darauff trachten, auff das sy dy bru­der mit unrecht ader wie sy konden dovon brechten. O wie eynen redliche an­sprache haben sy, es werr nicht wunder, das syf Got darobir pflagt umb solichen has und neydes willen, den sy zcu den armen frummen brudern tragen. Demsel­bingen nach bitt ich dych auffs host als meyn herczallerlibsten son, du wollest indenck seyn, das du hewer sagtest, du vorsheest dych, das sy yn es nicht gun­den. Daran hastu sycherlich war und magst es greyffen. Wiltu es anders nicht horen nach vornemen, das dem also sey, und weldst dy bruder von Alden­dresden gder zcusag nach pey dem hawßg behalden und syh dopey hanthaben und schutczen, auch yn sycher vorschreybung darobir geben, will ich ynn mutter­licher lib mit allen herczlichen trewen keyn dir vorscholden und dy veter und bruder miti irem gebethe keygen Got vor dich getrewlichen vorgleychen. Hercz­allerlibster son, mich hat Kolbel gebethen, nach her keyn dir gebrochen eyns b[…]j halb, denn erk eyns tags langer wegk zcu tragen vorczogen, den er hat thun sollen. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollestl umb das ummer beth willenn vorgeben, thut er es aber mher, solstu das alde mit dem newenn, wie du wilt, schtraffen, das hat er zcu leyden vorwilliget. Auch bitt ich dych, du wollest auff erstkunfftigen mantag zcu mir kummen, den ich dych gern shen weld, auch mit dir etwas zcu reden hab, das ich dir widder geschreyben nach entpitten kann. Domit bis Got beffollen. Geschriben montag nach sancti Thome apostoly[373].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

Auch, herczallerlibster son, bitt ich dych umb eyn antwurt deyner selbst ha[n]tschrifft. Dyse ander czwenne bryffe obirantwürt ern Lorenczm, meyns sons, deyns brudern[374], caplan.

a) Folgt gestrichen s[…].     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgen gestrichene Zeichen.     d) Folgt gestrichen ader ist.     e) Folgt gestrichenes Wort.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g–g) Oberhalb der Zeile eingefügt; dar­unter mehrere gestrichene Wörter sowie ungestriche­nes haws.     h) Folgt gestrichen haws.     i) Folgt mit.     j) Wort aufgrund der nachträglichen Bindung nicht vollständig lesbar.     k) Folgt gestrichen hath.     l) Folgt gestrichen hyryn.     m) Folgt gestrichen herczo.

45.

Sidonia beglückwünscht Georg zur Geburt eines Sohnes. Wenn Georg das Kind bereits in Kürze taufen lassen wolle, könne sie daran zwar entgegen ihrer ur­sprünglichen Absicht nicht teilnehmen, werde ihn und seine Gemahlin aber spä­ter besuchen.

(1497 September/1499)

Fol. 140. – Zur Datierung: Da sich Sidonia nicht als Witwe bezeichnet, ist der Brief wahrscheinlich vor dem Tod Herzog Albrechts geschrieben. Bis 1500 wurden Georg drei Söhne geboren: Christoph (* 8. September 1497), Johann (* 24. August 1498) und Wolfgang (* 1499). Christoph und Wolfgang verstarben innerhalb weniger Monate nach der Geburt[375]. Welchen Sohn Sidonia meint, ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden[376]. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 488, S. 327. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 232.

Herczallerlibster son! Dy naw zeitüng, dy du mir geschriben, hab ich mit gros­sen frewden herczlichen gerne vorstanden. Got dem Hern sey danck, lob und ere gesagt nü und allewege umb dy und alle seyne gotliche gnad und grundlose barmherczickeyt. Und der almechtige Got gebe dir und deyner gemahel[377], auch dem liben cleynen soneleyn[378] gar vill glucks und heyles und vorley uns allen, das wir an dem liben kindeleyn ere und heyl leybes und der selen erleben. Amen. Herczallerlibster sona, ich shee gernn, das du deyn son tawffen lest, weyl du nach ym land bist. Ich hab dir gesagt, ich weld pey der tawffe seyn. So es aber so yn kurcz geschicht, will ich es berugen lassen, bis Got will, das dy sechs­wocherin sterker wir[d], so will ich den kumen und mich gestellen mit meym kostlichen geschenck. Domit bis Got beffollen. Und wunsch der sechswocherin gar vil glucks von meinen wegen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.

46.

Sidonia erkundigt sich bei Georg, in welchem Gemach Herzog Friedrich unter­gebracht werden solle, damit sie es herrichten lasse.

(wahrscheinlich spätestens 1499)

(wahrscheinlich Dezember)

Fol. 199. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, stellt der Tod Herzog Albrechts den wahrscheinlichen Terminus ante quem dar. Außerdem dürfte sich die Frage der Unterbringung Friedrichs auf die Meißner Burg, nicht den Witwensitz Sidonias in Tharandt beziehen. Die heylige czeyt, für die Sidonia um Wildbret bittet, meint vermutlich die Weih­nachtstage, da sie in ih­rem nächsten Schreiben (Brief Nr. 47) Neujahrswünsche übermittelt. Denk­­bar, aber nicht gesichert ist ein Zusammenhang mit den Briefen Nr. 18–20, was den Ent­stehungs­zeitraum weiter eingrenzen würde.

Herczallerlibster! Nachdema du und ich uns h[erczog] F[ridrichs][379] zcukunfftb vorshen, wer mir not zcu wissen, yn weliches gemach man yn legen wurd. Las mich es wissen, so will ich bestellen, das man dy stub außheyst und dy cammer reynlich zcuricht, auff das man hyndenach nicht eylen darff. Domit bis Got beffollen. Mich dunckt, dy grossec stube und cammer obir dem mushawse[380] wer am bequemst zcuzcurichten. Vorsorg mich mit wilpert auff dy heylige czeyt.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) dem oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen her.     c) Oberhalb der Zeile ein­gefügt.

47.

Wegen der Gemächer, die für den Herzog zugerichtet werden sollen, habe Sido­nia von Georg noch keine Antwort erhalten. Sie bittet um eine entsprechende Mitteilung. Die Kosten für die Versorgung des Gefolges könne sie nicht allein tragen. Sie wünscht ihm alles Gute zum Neuen Jahr.

(wahrscheinlich spätestens 1500 Januar)

Fol. 171. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. Die am Ende des Briefes geäußerten Neujahrswünsche legen die Entstehung An­fang Januar nahe. Denkbar, aber nicht gesichert ist ein Zusammenhang mit den Briefen Nr. 18–20, was den Entstehungszeitraum weiter eingrenzen würde.

Herczallerlibster son! Ich las dich wissen, das ich von den gnaden Gotes in gut­tem gsunt pin, desgleychen ich von dir zcu vornemen hocherfrewt wera. Nach­dem ich dir vormalsb der gemach halb, weliche man dem herczogen, ap er quem, zcurichten sold, geschriben[381], darauff du mir keyn antwurt geben, dem­sel­bingen nach bitt ich dych, du wollest mir es zcu erkennen geben, was vor ge­mach er ynnenhaben sol. Auch vorshee ich mich, er werdc under 60 pferden kawm bryngen, eher mherd den mynner, das den meyner huffen zcu schwer zcu tragen werr, alles außzcurichten. Aber was obir seyn tisch zcu thun wer, das liß ich gescheen. Das ander ist mir mit dem meysten, doch hat mir er Hans[382] zcuer­czeyt gesagt, wenn mir solich trefflich gest quemen, es sold nicht obir mich ghen. Demselbingen nach gyb ich dir dy ding zcu erkennen, was iche mich halden sold, lasf gmich wisseng, darnach will ich mich richten. Domit geb dir Got vil gut­ter gluckseliger nawer yar und alles, das dir gutt sey zcu der sellen und leybes heyl und selickeyt. Bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen g.     c) Folgt gestrichen under 60.     d)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen mher [?].     e) Folgt ich.     f)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichenes Wort.     g–g) Am linken Rand eingefügt.

48.

Sidonia verwendet sich bei Georg für einen Mann, dessen Sohn in Dresden ein­gekerkert ist. Georg möge sich dafür einsetzen, daß dieser am Leben bleibe und freigelassen werde. Sofern er aber bestraft werden müsse, solle dies heimlich durch den Büttel und nicht durch den Henker geschehen. Sie erkundigt sich, ob Georg sie am kommenden Mitwoch besuchen wolle.

(wahrscheinlich spätestens 1499 oder 1500)

Ende Dezember oder Anfang Januar

Fol. 188. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Es ist eyn arm man zcu mir kummen und mir dysen bryff bracht, den ich dir hymit schick, und mich berichten lassen, das der ytczunt ge­fencklich zcu Dresden[383] sytczt seyn naturlich son seyn und mich neben der schryfft demutticlich mit beth ersuchen lassen, dir vor seynen geffangen son zcu schreyben, auff das er der that halb nicht vom leben kumme. Demselbingen nach ist meyn vleyssige bethe, du wollest deyn besten und meysten vleys ankeren, das der arm schalk pey dem leben bleyben moge und also auß dem gefencknis kum auff seyn freynt und dy andern und er auch seyn keyn auffrügk[384] haben dorff. Ist aber sach, das man yn eyn schtraff anlegen wyl, das doch heymlich durich den büttel und nicht durich den henger geschee. Herczallerlibster son, ich bitt dych, kerr vleys yn dem an umba meyner beth willen, ich wils vorgleychen. Las mich auch pey dysem botten wissen, wenn du auff mitwoch kummen wilt auffs morringen- ader abentessen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag nach Weynachten.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.

49.

Sidonia bittet Georg, daß er sie am folgenden Mittwoch besuchen möge, da sie seiner dringend bedürfe. Er solle ihr seine Ankunftszeit mitteilen.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 9/15

Fol. 152. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich bitt dich auffs freyntlichst, [wie] ich kann, du wollest auff erstkunfftige mitwoch zcu mir kummen und ye nicht aussen bleyben, den ich deyn zcu grosser noth bedorff, und wils yn mutterlicher lib auffs freyntlichst umb dych vorscholden. So du auff den tag auffs morringenessen kummen kondst, seg ich gancz gern. Und las michs ye morringen wissen, auff weliche czeit du kummen wilt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mantag nach Erhardi[385].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

50.

Sidonia schickt Georg zwei Straußeneier und Silber, damit er alles an zwei Gold­schmiede übergebe. Sie übermittelt Anweisungen für die Verarbeitung. Ge­org möge daran denken, einer Frau zu einem Platz im Spital zu verhelfen.

(1494 oder 1500) Januar 22

Fol. 198. – Zur Datierung:  Der Tag Vincentii fiel in dem hier relevanten Zeit­raum in den Jahren 1494, 1500 und 1505 auf einen Mittwoch. Das Jahr 1505 ist nicht nur un­wahrscheinlich, weil sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Wit­we bezeichnet, sondern auch wegen der Erwähung des Stifts (Meißen).

Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit dy zcw[e]n schtrawsseneyerschalen und das sylber mit, des seynt 6 margk und etlichs lot darobir czwey ader drey ungeferlich auff ader ab, dy wollest den czweyen goltschmiden zcu arbethen ge­ben, das grost meyster Pawel[386], das cleynst Mates Goltschmit[387]. Und beffill yn, das sy dya auffs reyniclichst eynfassen. Man wirt mussen dy eyerschalle obin weytter brechen, do ker vleys an, das man es an schaden thu, das dy schalen nicht schaden dovon entpfan, den dy cleynst hat gereyt eyn riczel[388] entpfangen. Ich weys aber nicht, wie es ir worden ist, den sy wart mir gancz obirantwürt. Derb goltschmit kans aber wol eynfassen, das man des riczlens nicht sycht, wenn er nürten cder bogleyn eynsc darobir czewcht, dareyn das eye gefast sol werden. Das eyne, als ich dir den gesagt hab, las machen nach deym gefall, das ander auch nach deym besten guttdüncken, den auff das cleynst las deyn wappen ma­chen, auff das ander Sachssen und Behmen, das Sachssen obinan stett. Das mach­lon[389] vor das mein will ich selbst geben, nür alleyn, das dud es vorgülden las­sest, das wirdt denochst etwas betreffen, darum will [ich] schlechts nicht, das du das machlon vor das meyne gybst. Und bis daran, dase dy schallen eher ye bes­ser eyngefast werden, das nach vor Ostern her auffs styfft[390] kummen. Auch schick mir meyn wachs eher ye besser. Und vorgiß der j[u]ncfrawen nicht und hilff ir yn das spital[391], doch das sy nicht benen[t]f wirdt umb der andern willen. Domit bis Got beffollen. Geben und geschrybeng mitwoch Vincency.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter verwischt sy (Rasur?).     b) Folgt gestrichen gult.     c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen das eyne boglein [?].     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen es.     f) Wortende wegen der nachträglichen Bin­dung schwer zu lesen.     g) Folgt gestrichen dyn.

51.

Sidonia bittet Georg darum, daß er am folgenden Tag – dem Fest der heiligen Lanze – zu ihr komme. Er möge Paul Goldschmied anweisen, den erhaltenen Auftrag recht­zeitig auszuführen.

(1494 April 10 oder 1500 April 30)

Fol. 157. – Zur Datierung: Die Anweisung an Paul Goldschmied dürfte sich auf den in Brief Nr. 50 vom 22. Januar 1494 oder 1500 beschriebenen Auftrag bezie­hen. Im übrigen bildet die Urkunde Bischof Johanns VI. von Meißen vom 29. Ok­tober 1492 über die (zukünftige) Begehung des Festes der heiligen Lanze einen Termi­nus post quem[392].

Herczallerlibster son! Ich hab was mit dir zcu reden. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollest morringen freytag auffs morringenessen pey mir seyn und vor­gut nehmen mit mir armen alden weybe, auch dych des aplas teylhafftig ma­chen, den der babist und der bischoff zcua dysem fest des speres[393] geben haben. Domit bis Got beffollen. Schik ye morringen czeytlich vorher, auff das ich mich darnach zcu richten weys. Ich hor sagen, das Pawl Goltschmit[394] das dingk nach nicht gemacht hat. Und bitt dych, du wollest ym beffelen, das er es mach, das vor der hymmelffart bunsers Hernb [395] bereyt sey, auch vor der czeyt hy sey. Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend donerstag nachc Quasy modo geniti.

a) Folgt gestrichen dem.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Am linken Rand eingefügt.

52.

Sidonia bittet Georg, zu ihr zu kommen, weil sie mit ihm etwas zu bereden habe. Sie verlangt Wachs.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 18/24

Fol. 146. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest auff nechsten dynstag zcu mir ku­men, den ich gnottigs mit dir zcu reden hab. Du wollest mir auch meyn wachs vor­schaffen, das es mir auff erstkunfftige mitwoch werd. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben sunabent nach Anthony[396].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

53.

Sidonia erinnert Georg daran, daß er der alten Hofmeisterin Tuch für einen Schaubenrock zugesagt habe. Er möge den Stoff möglichst rasch an sie – Sido­nia – senden.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 25/Februar 1

Fol. 203. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich hab dych zcuerczeyt gebethen, das du weldest der alden hoffmeysteryn eyn elle adder acht schwarcza Mechlisch ader sunst gutts thu[ch]s czu eynem schawbenrock[397] geben, das du mir den vorheyssen hast, aber dych yn dem bisher vorgessen. Demselbingen nach erynner ich dych daran und bitt dych nachb auffs allerfreyntlichst, du wollest mir so freyntlich seyn und ir so gnedig und wollest ir solich gewant zcu eym schawbenrock geben und es mir ye ehe[r] besser schicken, so will ich es ir von deynen wegen obirantwurten. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag nach Conversio sancti Pawly apostoli[398].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) cz oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgen gestrichene Zeichen.

54.

Sidonia dankt Georg für das Wachs. Gerüchte, sie habe bereits im Herbst Wachs erhalten, seien nicht wahr. Sie habe zugestimmt, die Rechnungslegung bis auf Reminiscere zu verschieben.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Januar 26/Februar 1

Fol. 195. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. Der Brief Nr. 55, in dem es um die Bestellung des Christoph Ratzwitz zu Sidonias Kaplan geht, dürfte dem vorliegenden Schreiben vorausgehen.

Herczallerlibster sona! Das wachs ist mir gester mantag wurden, des ich dir auffs allertrewlichst danck. Deyn teyl sol auch dopey seyn, das solstu, ap Got will, mit frewden entpfinden. Herczallerlibster sonb, ich hor sagen, das man sol gesagt ha­ben, auff nechst vorschinnen Michelsmarckt soldc auch eyn czentner wachs her­kummen seyn, dovon ich sicherlich nichts weys, und istd mir yn der warheyt nicht wurden. Und magst mir sycherlich glawben und mich dovor haben, hett ich es auff dy czeyt entpfangen, ich weld dir darumb nicht geschriben haben. Auche hab ich synt Allerheyligentag[399] meyns wachs keyn stückel gehabt, den Urban[400] hatte villeycht eyn pfunt ader 17 ynne, das hat ich lassen kawffen, so yndert eyn gast zcu mir quem, das ich auch mit eren bestand. Aber do mir wachs gebrach, hab ich dasselbing wachs auch vorthan. Auch, herczallerlibster son, er Cristoff[401] und meyster Cristoff[402] haben michf bitten lassen, das ich es mit der rechnüng bis auff Reminiscere besteen weld lassen, das hab ich yng also zcu thun habh sagen lassen, wiewoll ich es nicht gern gethan hab und vil liber geshen hett, das sy alsbald ir rechnüng gethan hetten, das du dych darnach zcu richten weyst. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Bekerüng s. Pawly[403]. Hastu mit den rechenmeystern etwas dovon geredt, den magstu esi sa­gen und sy von meynen wegen bitten, das sy auff dy czeyt, etwen mantag ader dins­tag nach Reminiscere, sych her finden wollen und dy rechnung von anhoren.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen sold.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen will.     f) Folgt gestrichen gebe.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.     h) Oberhalb der Zeile eingefügt.     i) Oberhalb der Zeile eingefügt.

55.

Sidonia habe die Schreiben Georgs und Heinrichs von Schönberg bezüglich Christoph Ratzwitz erhalten. Sie wolle diesen entsprechend der Bitte Heinrichs von Schönberg zum Kaplan annehmen.

(wahrscheinlich vor 1500 Februar 1)

Fol. 174. – Zur Datierung: Das Schreiben dürfte dem Brief Nr. 54 vorausgehen, da Sidonia dort anscheinend ebenfalls Christoph Ratzwitz erwähnt.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben mitsampt Heynrichs von Schonbergs[404], belangend ern Cristoff Roczwicz, hab ich vorstanden und las dych darauff wis­sen, wiewol icha eyns frommen pristers nicht alleyn zcu eynem caplan, sunder auch zcu eynem cammermeysterb, der schreyben und rechen kond, sunderwar woll bedurfft, dennoch, wie dem allem um deyner vorbeth willen, will ich Heyn­rich von Schonberg seyner bethe geweren und ern Cristoff Roczwicz zcum ca­plan auffnemen. Das sollet yr ym also von meynen wegen zcusagen, den ich las Heynriche vonc Schonberg der alden trew genissen, das er zcuerczeyt hy zcu Meyssen[405] auff dem marckt eyn rynnend von meynen wegen thet. Hat er es vor­gessen, so gedenck ich es aber nach. Domit bise Got beffollen. Und hutt dychf vor den haselnüssen und vor allerley obist und bisg vorsichtig ym reyten, rennen, steen und ghen, den du bedarffest seyn an den enden fast woll etc. Ich vorshe mich, ich werd eyn frolichenh man auß ern Cristoff machen, den als ichi vorstee, hat er es ym langst gewunscht, pey mir zcu seyn. Du mogst ym auch sagen las­sen, das er auff unser Frawen abent[406] gwislich hy sey, kan er aber eher kum­men, so ist es mir nach vill liber.

Zdena h[erczogin] zcu S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen woll.     c) Folgt gestrichen Schon­neb [?].     d)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichenes Wort.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen seyt.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestri­chen auch.     g Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen seyt.     h Oberhalb der Zei­le eingefügt, darunter gestrichen froen [?].     i) Oberhalb der Zeile eingefügt.

56.

Sidonia berichtet, daß die Frau von der Sale und deren Stiefsohn Albrecht von der Sale die Pfarrei zu Schönfeld an zwei verschiedene Personen verliehen hät­ten. Der Streitaustrag vor dem Offizial sei ergebnislos verlaufen. Sidonia bittet darum, daß Georg zu Gunsten der Frau von der Sale entscheide.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Februar 10/16

Fol. 186. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich pin an czweyffel, du habst seyna eyn wissen, das dy fraw von der Salen[407] das pfarlhen bzcu Schonffeltb [408] eym prister gelihen hab yn zcuvorsicht dem reczeß nach, sy sold seyn macht haben. Darobir hat Albrecht von der Salen[409], ir stiffson, dasselbing pfarlhen des officials schreyber auch gelihen. Deshalb sy und ir son her vor den official geladen seyn und als hewt donerstag nach Appolonien hy vor ym gesten. Als ist dy fraw personlich hy gewest und etliche gemechtigt von irenwegen, dy sach vor dem official außzcutragen. Desgleychen ir son am andern teyl seyn sweher von seynen wegen do gehabt, aber sy seyn beyd an end abgescheyden, den dy fraw appelirtc mechticlichen uff dych. Was du sy yn dem thun ader lassen heyst, will sy sych gancz williclich darnach richten. Demselbingen nach hat mich dy fraw gebethen, das ich sy keygen dir vorschreyben wold, du wollest ir so gnedig seynd und sy gnediglich dopey behalden, wiewoll es ym reczes nicht alse clerlich außgedruckt ist. Doch so stet es yn dem reczeß, das sy dy gutter und dy vormündschafft dyß jar volkumlich ynhaben sol. Her, allerb[e]ster son, ich bitt dych, thu es umb meyner beth willen und behalt dy fraw ytczund dopey, auff das sy hynforder kost mhue czerung[410] mag vortragen seyn. Domit bis Got beffollen. Geben donerstag nach Apolonien[411].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile gestrichenes Wort (Rasur).     d) Folgen gestrichene Zeichen.     e) Folgen gestrichene Zeichen.

57.

Sidonia wolle sich darum bemühen, Haselhühner zu erhalten. Georg möge Sieg­mund von Miltitz ruhig mitnehmen, sie bedürfe seiner augenblicklich nicht. Sie beklagt sich über Georgs Räte. Sie habe einen Knecht zum Dienst angenommen, und Georg möge dem Amtmann zu Rochlitz schreiben, daß er diesen zu ihr zie­hen lasse.

(spätestens 1500) März 17/April 20

Fol. 224.– Es handelt sich um ein Doppelblatt, dessen zweite Hälfte (fol. 225/1) nur die Adresse trägt. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Dein schreyben hab ich vorlesen und auffs allerfreintlichst vorstanden und angnummen, als du bemeldst des weidmans halb, zcu dem will ich schicken, so er hasselhuner geffangen hett, mir eyns teils dovon zcu schicken, das ander, awas er geffangen hata, sol er dir bringen. Auch Sygmunds von Mil­ticz[412] halb magst in woll mitnemen, den ich denck mir nicht bald yndert hinzcu­faren, darczu ich seyn durffte. Herczallerlibster sonn, ich clag dir obir deine rethe, wiewoll du meinst, sy thuen mir nichtsb. Wiltu mir nicht glawben, so lis disen yngelegten briff. Hastü denc indert ein vornunfft pey dir, so wirdestu er­kennen, ap sy auffrichtiglich keygen mir gehandelt haben ader ap es mit Got be­steen mag und ap es widder dy geboth Gotes sey ader nicht etc. Ich hald, hercz­allerlibster son, das du widder wort nach weyse dovon weist, dhirum geb ich dir in dem kein schultd. Derselbing knecht hat mir dinst angebothen, dyweyl dy herczogin[413] seliger gedechtnis nach lebethe, und darnach, als sy starp, durich dy Reynspergin[414] abermals mher den eyne fart, als hab ich ynn darnach an­gnum­men, und er mire dinst vorheyssen. Demselbingen vorheyssen nach will ich yn zcu mir fordern und bitt dich auffs allerfreintlichst, du wellest dem amptman zcu Rochlicz[415] schreyben, das erf sych mit eynem andern vorsorg und mir meinen knecht nicht vorhald, sunder wenn ich yn forder, yn mir lasse. Herczallerlibster son, ich bitt dich, du wollest mich nicht vordencken, das ich yng von dan forder, den ich hab mangel eins solichen knechts. Ich habh doher, sint mir der forig krank wart, Andres den hinckenden mussen ym keller haben, den ich sunst zcu andern dyngen zcu gbrawchen durfft, den er kan jagen, kan haselhuner fahen und ander weydberg, des er, dyweyl er ym keller sein muß, alles nicht warten kan. Mein herczallerlibster son, ich bitt dich, du wollest dem amptman zcu Rochlicz eher ye besser schreyben, den ich denck nicht lang zcu vorczihen, yn zcu mir zcu for­dern. Auch so er mir dinst vorheyssen hat, hat er sych an meynen willen zcu ny­mand mit dinst zcu vorbinden. Beichten deine rethe recht, so wirdt yn auch eyn rechte busse gesetczt. Got sey uns allen gnedig und gebe uns wares rechtes er­kentnis. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag nach dem Palmtag.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen yedoch [?].     c) Am linken Rand eingefügt.     d–d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen den [?].     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.     h) Oberhalb der Zeile eingefügt.

58.

Sidonia sendet Georg ein Ablaßbüchlein. Sie erteilt ihm Anweisungen zum Erwerb von Ablaß und bittet um Wildbret.

(spätestens 1500) März/April

Fol. 180. – Zur Datierung: Der Brief ist offenbar kurz vor Ostern verfaßt, mögli­cherweise in der Karwoche[416]. Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 401, S. 275 f. – Lit.: Rogge, Familien­korre­spondenz, S. 226 f.

Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit eyn buch, daryn du sychst, was, wie­vil und auff welichen tag du aplas vordinen magst. Und du must mericken, so der aplas yn czweyen aader dreyena kyrichen ist, so mustu von ytczlicher kyrich wegen sunderwar czwenn elter[417] nemen ader außerwelen. Und ap du auch gleych yn eyn kyrich quemst, dennest soltu dir czwen elter daryn außerwelen und deyn gebeth dovor sprechen, so wirdstu des aplas teylhafftig. Auch ap un­der­weylen der aplas auff eyn jar ader wenig mher lawten wirdt, vorschmach yn nicht, nym yn mit an, den er ist dir nicht schedlich. Dynt er dir nicht vor dy peyn, so meret er dir aber das vordinst pey Got. Ist, das du es am ersten so or­denst, als ich dir geschriben hab, ader zcuerczeitb beschriben geschick mitsampt andern gebethen. Du hast dyse woche gancz czu end auß vorgebüng peyn und schultc an den zcufelligen aplas derselbingen tag, als du yn dem buchleyn lesen wirdest, und steet bis auff zcukunfftige mitwoch nach Oster[n], und dyselbinge mit eyngeschlossen. Und auff dyselbing mitwoch hastu eyn sel auß dem feg­fewer zcu erlosen. Ich bitt dychd, kumm deyns fettern, hercz[og] Ernests[418], sel mit dem aplas zcu hylff und ordens, also es dy sel nicht durfft, das der enelen­desten selen, dy ym fegfewer, zcu hylff kum. Auff dysen Grundonerstag hast czweyerley vorgebung peyn und schült, des donerstags halb und auch der wo­chen halb, als ich dir vor geschriben hab. Herczallerlibster son, ich bitt dych, du wollest mich auff dyse heylige czeyt[419] mit wilpert vorsorgen, ich wils vordinen. Domit bis Got beffollen. Herczallerlibster son, wenn der aplas etwas mericlich gros ist, so thu ym etwas bas und nym eyn altar ader vir vor dych, den wir kun­nen ym nymmer zcuvill thun.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestri­chen und [].     d) Folgen gestrichene Zeichen.

59.

Sidonia wendet sich an Georg wegen einer aus dem Kloster zum Heiligen Kreuz entführten Nonne. Ihrer Meinung nach solle Georg den Übeltäter, einen Schrei­ber, und dessen Stiefvater im ganzen Land suchen lassen. Sie bittet um Zusen­dung der Straußeneier.

(1494 oder 1500) (April/Mai)

Fol. 184. – Zur Datierung: Die gegen Ende des Schreibens erwähnten Straußeneier beziehen sich auf Brief Nr. 50, der folglich vorangehen muß.

Herczallerlibster son! Nachdem du weyst, das eyn nünne vom heyligen crew­cze[420] auß dem closter entwürden ist unda yn eym dorff, nahen pey dem Hayn[421] gelegen, vorsichert, das sy nicht wegkkummen kan, hatt mich dy eptischin be­richt, das der schreyber, der sy zcu fall bracht, dem man, pey dem sy sey, ge­drawt und gesagt, er wolle sy herauser gewinnen, das sold er ym nicht erwerenn, und mu­sten mher den eyner that darobir bleyben. Der ursach halb foricht dy eptischin, so man sy in das closter brechtb und er nicht ergriffen und gefanclich gesetczt werr, so mocht er ern eyn frevel am closter aderc a[n]dern dyngen begehen, das demd land nicht eben werr. Demselbingen nach werr mein guttduncken, das du mit den reten eyn red dovon hetst, das man achtüng auff dy dyng hett, und nicht alleyne yn der Heymschen pflege, sunder auch yn allen ammechten nach ym und seym styffvater stellet, und alsdenn, wenn man den schreybere begriff, denn dem bischoff[422] obirantwurt, den er ist eynn acolitüsf [423]. Wenn man aber seyn styffvater erkriget, den darff man nicht dem bischoff obirantwürten den sunst schtraffen, das sych eyn ander daran stest. Auch ist der schreyber mitsampt seym styffvater eynmal selbsechst und zcu dem andern selbachte pey gder nachtg umb das haus hyn und widder zcu ghenn geshen wurden. Was willens erh gewest ist, mag man woll gedencken. Herczallerlibster soni, solichs hab ich dir ym besten nicht vorhalden wellen, denn solicher erwegner büff mitsampt seym anhangk mochte etwas anrichten, das nicht ga[r]j gutt werr. Was du deshalb rats wirdst, las mic[h]sk eher ye besser schrifftlich vornemen. Auch bitt ich dych, du wollest vleys ankeren, das mir dy schtrawseneyer auff dy czeyt eyn tag ader drey vor unsers Hern hymmelfart[424] werden. Domitl bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen auff.     b) Folgt gestrichen eher […] man den […].     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen mit.     f) Folgt ge­strichen f.     g–g) Am linken Rand eingefügt.     h) Oberhalb der Zeile eingefügt.     i) Ober­halb der Zeile eingefügt.     j) Letzter Buchstabe des Wortes aufgrund der nachträglichen Bin­dung nicht lesbar.     k) Wort aufgrund der Bindung teilweise schwer zu lesen; nicht aus­zu­schließen ist auch die Lesart mirs.     l) Zwischen do und mit gestrichen bys [?] seyt [?] Got.

60.

Ihr Kaplan Christoph Ratzwitz habe Sidonia wegen einer Vikarie um ein Empfeh­lungsschreiben an Dekan und Kapitel zu Prag ersucht. Sie bittet darum, daß auch Georg ein entsprechendes Schreiben aufsetze. Ihren diesbezüglichen Brief möge er in der Kanzlei ausfertigen lassen.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Juli 16/22

Fol. 191. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. Der Brief Nr. 55, in dem es um die Bestellung des Christoph Ratzwitz zu Sidonias Kaplan geht, muß dem vorliegenden Schreiben vorausgehen.

Herczallerlibster sona! Ich las dych wissen, das heynt eyn ficerey[425] der altar s. Wenczeslay[426] ledig wurden, dyselbing fikerey zcu lehen ghet vom techent und ca­pittel zcu Prag[427]. Hat mich er Cristoff Raczwicz, meyn caplan, gebethen, yn keygen dem techent undb dem capitel zcu Prag[428] zcu vorschreyben, ym solichs lehen zcu leyen, hab ich es ym nicht abzcuschlan wissen. Er hat mich auch do­neben gebethen, dych yn dysem meym schreyben zcu bitten, das du ym auch ne­ben mir eyn vorschrifft an bemelten thechent und das capittel geben weldest. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest ym umb meyner bethe willen eyn vorschrifft geben an das en, als obin melt, ich wils vordynen, er mit seym ynny­gen gebeth keygen Got vorgleychen. Ich schick dir hymit meyn piczlir[429] und bitt dych, du wollest yn der canczley eyn bryff von meynen wegen an techent und das capittel zcu Prag machen nach deym besten geffalle und meyns caplens nücz und mir das piczlir pey er Cristoff widder schicken. Domit bis Got beffol­len. Geschriben eylend dynstag nach der teylung der aposteln[430].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.

61.

Sidonia bittet darum, daß Georg mit seiner Gemahlin zu ihr komme, um an der Heiltumsweisung teilzunehmen. Er möge nicht alle Hofjungfrauen mitbringen, da sie diese wegen der Anwesenheit der Herzogin von Bayern nicht unterzubrin­gen wisse. Sie bittet um Wildbret.

(wahrscheinlich 1500) Juli 29

Fol. 223. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts im September 1500 den wahrschein­lichen Terminus ante quem. Der Terminus post quem ist mit der Heirat Georgs im November 1496 gegeben. In diesem Zeitraum fiel der Tag Marthae nur im Jahr 1500 auf einen Mittwoch.

Herczallerlibster son! Nachdem ich dich gebethen hab, das du weldest auff Dona­ti[431] zcu mir kummen, als ist es nach mein freintliche bethe, das du wollest auff dyselbing czeit pey mir seyn und wollest dein gemahel[432] mit dir bringen, dy ich den auch herczlichen gerna peyb dem heyligtumbweysen und kirichweyen haben will, den sy ist nach nye keynmal pey dem heyligtümweyssen gewest. So man es den ytczunt auff das fest gar weyset, so will ich sy sunde[r]war gern dopey ha­ben. Und bitt dych, du wollest auff den abent Donatic [433] vor fesperczeit mit­sampt ir kummen. Ich bitt dych auch doneben, du wollest nicht alle juncfrawen mitfaren lassen, den ich wirdt nicht herberg gnug darczu haben der herczogin von Beyern[434] halb, dy wirdt das gemach ynnehaben, das herczog Hans[435] yn­nen­hatte. Meyn herczallerlibster son, ich bitt dych, du wollest nicht aussen bley­ben, sunder auff dy czeit mitsampt deyner gemahel kummen, den ich will ir mei­nen wagen, ap Got will, auff den manthag schicken. Du wollest mich auch auff dy czeytd mit wilpert vorsorgen, auch mich eehe ye bessere wissen lassen, ap du mit­sampt deyner gmahel kumst. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mit­woch s. Marthe.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen hy.     b) Folgt gestrichen mir.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Fol­gen gestrichene Wörter.     e–e) Oberhalb der Zeile eingefügt.

62.

Sidonia bedauert, daß Georg am folgenden Tag nicht zu ihr kommen könne. Statt dessen möge er einen Tag später erscheinen.

(wahrscheinlich spätestens 1500) Juli 26/August 1

Fol. 200. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! So es hett seyn mogen, ich hets gern geshen, das du auff morringen mitwoch zcu mir kummen werest, so es aber auff den tag nicht seyn kann, bitt ich dych, du wollest dych auff erstkunfftigen donerstag zcu mir fugen und nicht aussen bleyben, will ich yn mutterlicher lib umb dych vordinen. Ge­schriben eylend dynstag nach Jacobi[436].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

63.

Die Weyssenbachin habe Sidonia von dem Streit mit ihrem Mann erzählt. Sido­nia bittet Georg, die Frau in seinen Schutz zu nehmen und ihre Ansprüche zu unterstützen. Schwester Cordula von Altendresden habe für ein Mädchen um ei­nen Platz im Spital gebeten.

(wahrscheinlich spätestens 1500) August 11/17

Fol. 161. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Dy Weyssenbachin ist pey mir gewest und mira etliche ere irthüm czwuschen irem man und ir erczalt, auch doneben eyn briff geczeygt, den dir ir man zcugeschickt, in dem er vormelt, des tags, den du czwuschen yn bey­den zcu halden bestymt, nicht warten wolle. Auch dy bemelte Weyssenbachin sych hy pey etlichen iren gutten frunden rats erfragt, dy ir den gerathen, das sy dych mit bethe anfall, sy yn dy gutter zcu weyssen. Hat mich dyselb Weyssen­bachin demutticlich mit beth ersucht, ir eyn vorschrifft an dych zcu geben und sy yn der keygen dir zcu vorbitten. Demselbingen nach bitt ich dych, herczaller­libster son, du wollest dych in dem umb meyner bethe willen bkeygen irb gnedic­lich erczeygen, sy auch hanthaben und yn deyn schucz nememc, auff das sy pey demd, darczu sy gerechtickeyt hat, bleyben moge, als ich an czweyffel pin, du thun wirdst. Domit bis Got beffollen. Auch hat mich swester Cordula von Aldendresden gebethen vor eyn meydeleyn, so yndert eyn stat ym spital[437] ledig wurd, du wollest ire yn das spital helffen[438] und weldest nür Malticzf [439] beffel­len, so yn schwester Cordula irynnern würd, das der forder pey den bürgern von deynen wegen ankeren sol. Geschriben eylend mitwoch nach Laurency[440].

Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen ir.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen neben.     d) Folgt gestrichen d[].     e) Folgt yr.     f) Folgt gestrichen achtung.

64.

Sidonia wolle sich so verhalten, wie Georg es ihr schriftlich mitgeteilt hat. Den Ablaß, den sie deswegen versäume, müsse er für sie erwerben.

(wahrscheinlich spätestens 1500) August 16/22

Fol. 150. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 121.

Herczallerlibster son! Ich wils gern so halden, als du mir geschriben hast, aber was ich dyweyll aplas vorsewme, den mustu vorbethen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend sunabendt nach Asumpcionis Marie[441].

Zdena h[erczogin]a zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen vc [?].

65.

Sidonia erinnert Georg an die Angelegenheit des verstorbenen Geleitsmannes. Sie bittet ihn darum, daß er dessen Halbbruder Heinrich, dem Vormund der Kin­der, bestimmte Abgaben erlasse. Georg möge ihr eine Haube zurückschicken, um sie weiter machen zu lassen. Heinrich von Schönberg solle er ausrichten, Si­donia wolle über die Niederkunft seiner Frau informiert werden.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 197. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Nachdema du sagtest, das man dir eyn erynnerüng thun sold der sachen halb betreffend des vorstorben gleyczmans kynder, demselbin­gen nach erynner ich dych an dem pey bdisem pristerb, hern Heynrich, der des bemelten vorstorben gleyczmans halber bruder und seyner kynder vormund ist. Und bitt dych wie vor, du wollest es umb meyner beth willen thun und ym es zcu den dreyen jarn kummen lassen und dennachst 400 scheffel nachlassen. So es aber nicht seyn mocht, das ym dy 400 scheffel nachgelassen wurden, so bitt ich dych nach auffs allerfleyssigist, du weldest deyn hochsten vleys ankeren, das ym nachgelassen werden 200 scheffel und doch dy 3 jar frist, das ander zcu be­czalen. Das will ich umb dych yn mutterlicher lib auffs freyntlichst vordinen, und er mit seynem gebeth keyn Got vor dych getrewlich auffs allervleyssigist vorgleychen. Schick mir dy geweirichte hawbe, dy ich dir hab geschickt, ich will dir sy weytter machen lassen. Domit bis Got beffollen. Sag Heynrich von Schonberg[442], das er seyner frawen[443] sag, wenn Gotc ir thochterd [444] entpunden hab, als ich an czweyffel pin, es werd gnediglich mit frewden gescheen, das sy mich es darnach bald wissen las, den mir liget macht daran, als ich sy berichten will, ap Got wil, wenn ir Got zcu mir gehilfft.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) dem oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen g.

66.

Die alte Hofmeisterin habe Georg ersucht, ihr im Konflikt mit einem Bauern bei­zustehen, der ihr Geld schulde. Sidonia bittet Georg, daß er den Schösser anwei­se, in dieser Streitsache zu entscheiden. Sie beschwert sich über Georgs Räte.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 149. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Mich hat dy alde hoffmeisterin bericht, das sy dych gebe­then, dy ding czwuschen ir und dem man, der ir schuldig ist, dem schosser[445] azcu vorhorena beffellen weldst, auch ym beffellen, ir yn den dingen hulfflich zcu seyn, des du den bisher nicht gethan. Nü weys sy nicht, ab du es vorgessen hast ader ap du dovon geweyst bist. Demselbingen nach bitt sy nach auffs vleys­sigist und demuttigist, du wollest dich nach keygen ir erczeygen, als sy den vor­trawen zcu dir hat als zcu irem landsfursten und gnedigen hern, auch vormun­den, und weldest dem schosser schreyben und ym yn derselbingen deyner schrifft beffelen, das er sych der dingk czwuschen ir und dem bawrn understhee. Den als ich an ir vorstee, so bewt sy es nicht anders, den das man ir helff, war­czu sy gerechtickeyt hat. Warczu sy nicht gerechtickeyt hatt, will sy sych gern dovon weysen lassen. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollest dem schosser pey dysem botten schreyben und ym beffell geben, dy dingk czwuschen ir und dem bawrn richtig zcu machen. Ich hab auch als von mir selbst mit ir auß der sa­chen gereth und gesagt, das dy lewt sagen, worum sy es so lang zcu ermanen hat ansteen lassen und nicht eher darumb gemant. Den ytczunt hat sy mir geantwurt, sy hett es vor den czehen jarn und nach mher jarn gern gnummen, so es ir hett werden moge[n]. Sy hab ynb auch vormals mher [als einmal] mit dem ban vor­mant, es hat aber bisher alles nicht helffen wollen. Hab ich darauff gesagt: „Last auch unbekummert, euch wirt wol geholffen, aber ir must dem mann tage czeyt setczen[446], das er es auch dester statlicher geben kan. Den so er es auch alles auff eyn czeyt geben sold, das wer dem man nicht recht.“ Hat sy mir geantwurt: „O libe gnedige fraw, weld Got, das nür ymant daryn handelt. Ich weld es ym gancz macht geben und weld mich weysen lassen, wie man weld, und weld gern 15 groschen vor eyn scheffel korns nemen, wiewoll es ytczunds 20 groschen gylt.“ Demselbingen irem gleychen bitten nach bitt ich dych, bis ir so gnedig und hylff ir, das sy das ir von ym erlangen moge. Ych hab wol erkent, das deyne rete et­lich nür das gespott auß ir treyben und meynen, sy hab der czehen, der sy nicht eyns hatt. Denn sold sy etwas vonn obrigem geld haben, sold es ymant wissen, so wust ich es auch, den alles ir obrigesc geltd legt sy an an irer selen selickeyt, außgenümmen irem sone gybt sy des jares auch eyn mericlichs geldt. Daran thut sye den nicht unrecht. Domit bis Got beffollen. Deyn antwurt pey dyssem bo­then. Las mich auch wissen, wie es umb des thodenf gleyczmans[447] sach bleyb, derhalb ich dir vormals geschriben hab[448]. Geschriben eylend.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile ein­gefügt, darunter gestrichen sy.     c) Am linken Rand eingefügt.     d) Folgen gestrichene Zeichen.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f) Am linken Rand eingefügt.

67.

Sidonia bittet um die Zusendung von Wildbret. Sie erkundigt sich, wie weit Mei­ster Ludwig mit der Übertragung eines bestimmten Buches ins Deutsche gekom­men sei, und stellt diesem gegebenenfalls eine Entlohnung in Aussicht.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 154. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ych las dych wissen, das ich von den gnaden Gotes in gut­tem gsunt pin, desgleychen ich von dir alczeit zcu vornemena erfrewt wer. Nach­dem ich dych durch Pfluge[449] hab bitten lassen, mich auff dy heylige czeyt mit wilpert zcu vorsorgen, demselbingen nach ist meyn beth, du wollest dem also thun. Auch hab ich dych gebethen, du wolldest vleys ankeren, das mir meyster Ludwigk[450] das ander teylb vordewczen welde, als ym den angeczeyg[t] ist. Hatt er etwas daran zcu thun angeffangen, bitt ich dych, du wollest vleys ankeren, das er es mit allem vleys follent auß vordewsch, den er soll es nicht umbsunst thun. Ich will ym gern eyn badhemd[451] darumb machen lassen ader so vil geben, das er ym eyn solichs hemd darum woll mag machen lassen. Hatt er aber nichts dar­an gemacht, so schick mir das buch widder, ich vorshe mich, ich will hy ymands bekommen, der mir es umbsunst vordewschet. Domit bis Got beffollen, der dych vorc allem obil behutt.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) üornemen.     b) Am linken Rand eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt; darun­ter ge­strichen vor [?].

68.

Sidonia bittet Georg darum, am folgenden Montag zum Morgenessen zu ihr zu kommen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 163. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest auff ersstkunfftigen manthag zcu mir kummen auffs morringenessen und zcu rechter czeyt, auff das ich nicht lang nach dir harrena derff. Domit bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen wild.

69.

Sidonia habe bei Georg erreicht, daß er den Augustinereremiten von Alten­dresden den Besitz des strittigen Hauses zugesagt habe. Er möge dabei bleiben und eine schriftliche Bestätigung ausstellen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 166. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Nachdem du weyst, das ich hewer von der bruder wegen von Aldendresden[452] pey dir erlangt, das yn das haws zcugesagt wart[453], und auch eyn vorschreybüng dorobir vorheyssen, das denn bisher mit der vorschreybung nachbliben, demselbingen nach bitt ich dych auffs allerfreyn[t]lichst als meynenn herczallerlibsten son, du wollest deynen worten nachkummen und sy dopey be­halden, yn auch gnuglichea vorschreybung dorobir geben, auch dych nymandsb auff ander wege weysen lassenc. Will ich yn mutterlicher libe auffs trewlichst keyn dir vorschelden und dy bruder mit yrem gebeth dkeyn Gotd auffs vleyssigist vor dych zcu thun, alles vormogens nicht sparen, und mir des eyn schrifftliche antwurt deyner hantschrifft schickest eher ye bessere mit dysem botten. Domit bis Got beffollenn.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen von [?].     c) Folgt lassen.     d–d) Ober­halb der Zeile eingefügt.     e) Folgt gestrichen do.

70.

Sidonia habe Georgs Schreiben erhalten. Sie bittet ihn, zum Abendessen zu ihr zu kommen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 167. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Deyn schriffta, yn diser stündt bald nach funffen an mich gelangt, hab ich auffs allerfreyntlichst vorstanden und bitt dych, du wollest mor­ringen auffs abentessen pey mir seyn und vor guth mit mir armen frawen nemen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Folgt gestrichen bal.

71.

Sidonia habe von ihrem ehemaligen Knecht Gregor Nüssichen erfahren, daß die­ser als Laienbruder in den Franziskanerorden eintreten wolle, wozu er jedoch ein Handwerk beherrschen müsse. Sie bittet Georg darum, daß er Nüssichen während seines ersten Lehrjahres mit Nahrung versorge.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 172. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 229.

Herczallerlibster son! Gregor Nüssichen, vorczeytten meyn knecht, hatt mich bericht, das er ym willen sey, so ym Got dy gnad geben und vorleyen weld, das er sych in eyn orden geben wolle, und nemlich in barfüssenorden. Demselbingen nach denckt era, eyn hantwerk zcu lernen, den sy keynen auff zcu eym leyenbru­der auffnemen, er kunne den eyn hantwerk. Nü sagt er, so er den eyn hantwerk lernet, so müs er dem meyster bdas erste jarb lonen und sych selbest bekostigen. Demselbingen nach hat er mich gebethen, das ichc yn keygen dir vorschreyben weld, auff das du ym dasselbinge jar, dyweyl er lernet, dy kost mit deynen gring­sten knechten geben wollest, auff das er nür den leyp erneren künne, etwenn wirdt Got der selen helffen. Hyrum bitt ich dych, herczallerlibster son, du wol­lest es umb meyner bethe willen thun und ym dasselbing jar, dyweyl er lernt, ddy speyse gebend, auff das er dester eher zcu dem guttem vornemen kummen moge, als ich den an czweyffel pin, du es umb meyner beth willen thun wirdest. Das will ich yn aller freyntschafft umb dych vordinen, und so ym Got gehylfft, das er yn den standt kumt, vor dych keygenn dem almechtigen Got mit seym eynfeldi­gen gebethe auffs getrewlichste vorgleychen. Domit bis Got beffollen. Geschri­ben eylend.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

Er bitt, das du, das er yn orden czyhen wolle, also pey dir bleyben wollest lassen.

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestrichen d.     d–d) Oberhalb der Zeile eingefügt.

72.

Sidonia teilt Georg mit, daß ein Vikar am Meißner Dom lebensgefährlich erkrankt sei. Sie bittet Georg, sich beim Domkapitel dafür einzusetzen, daß die Pfründe im Todesfall an den Chorschüler He(i)nritze vergeben werde.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 173. – Möglicherweise wurde das Blatt am unteren Rand beschnitten (Tinten­spuren), so daß vermutlich die Unterschrift verlorengegangen ist. – Zur Datie­rung: Die Angabe, daß ein Vikar hy erkrankt sei, weist darauf hin, daß Sidonia den Brief in Meißen und damit wahrscheinlich vor ihrer Übersiedlung nach Tha­randt geschrieben haben dürfte.

Herczallerlibster son! Es ist eyn ficarius[454] hy plucz kranck wurden, das man sych seyns lebens nicht lange vorsycht, aund das lehen get v[o]m cappittela [455]. Demselbingen nach ist eyn armer korschuller, Henricze genent, vor mich kum­men und mich mitb vleyssiger bett angeffallen, yn keygen dem cappittel zcu vor­bitten, so der vall an dem beschee, das ym dasselbinge lehen werden mocht, den das lehen ist gestifft auff den eldesten korschuler, der er sych auch eyner seyn duncket. Es hatt aber eyn wenig eyn fell, das der arme gesell, so er nicht vleys­sige vorbeth hett, mocht darhinder hyn ghen, das zcu schreyben zcuvill neme, aber ich hab er Felix beffollen, das er dych der sachen gruntlich berichten sol­le. Ich hab nach keyn entliche antwurt am cappittel erlangen mogenc, aber der arm geselle hat mich doneben auffs demuttigist gebethen, dych vor yn yn mey­ner schrifft zcu bitten, das du wollest ym so gnedig seynd und yn keygen dem cappit­tel vorschreyben, so der vall an dem gesche, das dem armen und frummen Heyn­ryczen werden mocht. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, vorschreyb yn vleyssiclich und ker dych nichts an ir außrede, den wenn sy es sunst thuen welden, sy hetten als gutte ursach, das lehene dysem zcu leyen als eym andern. Domit bis Got beffollen.

a–a) Am linken Rand eingefügt (wegen der nachträglichen Bindung teilweise im Falz).     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Folgt gestrichen d.     d) Folgt gestrichen wollest.     e) Folgt gestrichen dy s.

73.

Sidonia dankt Georg dafür, daß er sich für eine arme Person eingesetzt habe. Er möge 15 Groschen geben (Bezug unklar).

(spätestens 1500?)

Fol. 189. – Zur Datierung: Das Schreiben könnte inhaltlich an Brief Nr. 72 an­schließen; in diesem Fall dürfte es vermutlich nicht viel später entstanden sein.

Herczallerlibster son! Ich dancke dir des trewen vleys, den du von der armen person wegen ankert hast[456]. Got wirdt dir dy frewd der ewigen selickeyt darum gebena, und sy wirt auch mit yrem gebeth vleyssiclich darnach arbeythen, das sy dir erwerb alles, das dir gutt sey [und] zcu der selen und leybes heyl und se­lickeyt dint. Dy 15 groschen magstu geben, so hastu dester mher lons dovon. Domit bis Got beffollen. Ich hab es ir geschriben, das du das gelt geben wilt.

Zdena

Folgt gestrichen des geldes halb.

74.

Sidonia teilt Georg mit, daß sie sich heute nicht um ihn kümmern könne. Sie werde mit ihm aber am nächsten Morgen beim Essen reden. Am kommenden Tag möge er auch bei der Heiltumsweisung anwesend sein.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 193. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Nachdem ich mit dir vorlassen het, das ich dem auff dyße czeyt nicht warten kond, so du aber kummenn bist, treyb ich dych nicht auß, aber das ich dir hyut nicht zcusprech, las dich nichts kummern, den du weyst dy sach woll. Aber morringen zcu dem moringenessen will ich mich erberlich key­gen dir halden. Vor der czeyt kan nach mag ich mit dir nichts handeln, ursa[c]ha halb du woll weyst. Auch wirdt man morringen das heyltüm weysen, dopey müstu auch seyn, und bleyb dort an deyner seyten, do du pfligst zcu steen. Und den alsbald man das heyligtüm geweyset hat, bitt ich dych, du wollest mitsampt deynem hoffgesind von der parkyrich ghen und sunst anderstwu do nyden yn der kyrich yn eym gestül das ammacht[457] aüßhoren. Den wiewoll eyn want vor unse­ren stant gemacht ist, dennoch kan man durich das gitter geshen, wenn man auff und nidder ghet und was man begint. Herczallerlibster son, bis mir sovillb zcu willen und bitt Got vor mich. Domit hab dir eyn gutte selige nacht und bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) ursah, über dem a ein weiteres a eingefügt.     b) Zwischen so und vill gestrichene(s) Zei­chen.

75.

Die Priorin zu Freiberg habe Sidonia berichtet, daß sie in einem Rechtsstreit mit Bernhard von Dalen stehe. Sidonia bittet Georg darum, der Priorin zu ihrem Recht zu verhelfen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 201. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Dy priorin von Freyberg[458] hat mich bericht, das sy yn eym handel sey mit Bernhart von Dalen, und vormeynt fast eyn gerechte sach zcu haben. Auch so hor ich von andern, das sy fast gerecht sey. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest getrawen vleys ankeren, das dy priorin pey irer gerechtickeyt bleyb, und ir vo[r]helffen, derselbingen irer sach auff eyn end zcu kummen, auff das sy hynforder der sach halb keyn mü nach kost haben darff, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Domit bis Got beffol­len. Geschriben eylend hewt czwischen dreyen und viren.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

76.

Sidonia bittet Georg, ihr mitzuteilen, ob er kommen werde. Sie könne ihn nur zu­sammen mit drei weiteren Personen verpflegen, für die Versorgung der Pferde und seines übrigen Gefolges müsse er selbst aufkommen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 205. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Du hast mir nü gesagt, das du auff lummeschen [?] marckt zcu mir kummen wollest. Demselbingen nach ist meyn beth, so du kummen wel­dest, du weldest mich es pey keygenwertigen [boten] wissen lassen. Doch das ich dych nüra mitsampt dreyen person yn meyner vorsorgüng hab als mit essen und trincken. Das futter wirdestu selber außrichten und dy andern, dy mit dir kummen, mit schpeyse und aller notdurfft vorsurgenb, den meyne huffe ertrugs nicht. Domit bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Folgt gestrichen d[…].

77.

 

Sidonia bittet Georg, am folgenden Dienstag zu ihr zu kommen, denn sie habe ihn lange nicht gesehen.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 209. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 237, Anm. 123.

Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest auff erstkunfftigen dynstag zcu mir kummen, den ich hab lang nye deyn gestalt gesehen, do shen ich mich nacha. Und bitt dych, bleyb nicht aussenb, das will ich um dych vordynen, wenn ich groß werd. Domit bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

a) Vorsilbe dar gestrichen.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.

78.

Sidonia teilt Georg mit, daß es ihr besser gehe, wie ihm der Arzt selbst be­richten werde. Sie schickt ihm die versprochene Haube.

(wahrscheinlich spätestens 1500)

Fol. 215. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.

Herczallerlibster son! Ich las dych wissen, das von den gnaden Gotes fast besser mit mir wurden ist, als dych den der doctor selbest berichten wirt. Ich schick dir hymit dy hawb, dy ich dir vorheyssen hab. Und wenn du keyn Turgaw[459] reyten wilt, las mich es den abent zcuvor wissen. Domit bis Got beffollen.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]

79.

 

Hans von Schöberg habe Sidonia mitgeteilt, daß Georg im Amt Tharandt gebo­ten habe, Sidonias „Untertanen“ eine Steuer aufzuerlegen. Auch wenn sie davon nicht befreit sein sollte, wäre die angesetzte Frist für die Hintersassen zu kurz.

(1501) Juni 30

Fol. 222. – Zur Datierung: Bei der Steuer dürfte es sich um die Türkensteuer han-deln, die 1500 auf dem Augsburger Reichstag beschlossen worden war (vgl. den Verweis auf den römischen König im Brief). Im April 1501 forderten König und Reichsregiment Herzog Georg auf, unter anderem Einwohnerverzeichnisse als Grundlage für die Erhebung bis zum 25. Juli 1501 nach Nürnberg zu senden. Im Juni 1501 wurde die Angelegenheit auf einem Landtag zu Leipzig verhandelt. Am 18. Juni ordnete Georg die Anlage der Einwohnerverzeichnisse und die entspre­chende Verteilung der Steuer an. Zwar wurden daraufhin die Register angelegt, die Steuererhebung selbst blieb aber offenbar aus[460].

Herczallerlibster son! Mir hat Hans von Schonbergk[461] zcu erkennen geben, wie du ins ampt zcum Tharant[462] geschriben, mein underthanen zcu gebitten, in gan­czer bereitschafft auff dein ander schreiben volge zcu thun, und denselbingen schtewer auffzculegen, als den auff dem lanttage zcu Leypsigk[463] gesagt ist. Nympt mich fast wunder, so ich in korcz vorschinen tagen pey dir gewest und du des ny key­gen mir gewent hast, auch derhalb kein schrifft an mich gethan, wü ich dovon nicht gefreyet seyn mocht, solichs den meinen selbst zcu gebitten und auffzcule­gen, indem ich dich um freintlichen rath bitte, denn was du hirynn beffin­dest, soa soliche stewer beslossen und ich den meinen auff dyse ersuchung auffzculegen schuldig werr, dennoch dy angeczeigte czeit vor dem tage s. Marien Magdale­nen[464] denn armen leuten vil zcu korcz. Ich hette auch auß vormeltem deinem schreibenb nach nicht gnuglich underrichtung, dy von ytczlichem standt eynzcu­bringen. Ich hab auch nichtsdesterweniger dir zcu geffallen den meinen in bereyt­schafft zcu warthen zcu gebitten beffollen, pin auch sunder czweyffel, du wir­dest mir bestenn sonlichen rath nicht vorhalden, so dy stewr dem Romi­schen konig[465] sol, wie ich mich in meym sthandt keygenn ym und dir der bil­likeit nach be­weysen sol. Pin ich geneygtc, mich darnach zcu richten, aber ich weld auch nicht gern obir dy billichkeit beschwerüng leyden. Herczallerlibster son, ich bittd dych, du wollest mir schrifftlich freintliche antwurt geben, als ich mich des und aller trew genczlichen zcu dir vorshee. Ich hett dir diser meinüng halb gern eher ge­schriben, als pin ich durch ander geschefft vorhindert wurden, an denn mir auchf etwas gelegen ist. Domit bis Got beffollen. Und sag deiner ge­mahel[466] vil libs und guts von meinen wegen. Geschriben mitwoch nach Petri und Pauli apostolorum.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Folgt gestrichen ich ab [?].     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Über gneygt ein e nachgetragen.    d) Oberhalb der Zeile eingefügt.    e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f) Folgt gestrichen etw [?].

80.

Wenn es Georg im Streit mit seinem Bruder genehm sei, wolle sich Sidonia zu Herzog Heinrich nach Freiberg begeben, um diesen zu veranlassen, einem Ver­handlungstag in Meißen zuzustimmen. Gemeinsam mit Heinrich von Einsiedel, Hans von Minkwitz, Siegmund von Maltitz und Nikolaus von Heinitz werde sie selbst dorthin kommen.

(1506 Dezember 1)

Fol. 226. – Zur Datierung: Mit größter Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem am Schluß angezeigten beiliegenden Schreiben Sidonias an Herzog Heinrich um den Brief Nr. A4, der auf den 1. Dezember 1506 datiert ist. – Lit.: Rogge, Fa­mi­lienkorrespondenz, S. 236, Anm. 118.

Herczallerlibster son! Ich pin deins schreibens, das du mir pey Wiczleben zcu­geschickt, sere hoch erfrewt wurden, und wiewoll ich auff dy schrifft, dy ich dir pey meinem kuchemeister zcugeschickt, nach keine antwurt entpfangen, so hab ich doch auß mutterlicher trew und libe bedacht, guth zcu sein, das ich den han­del nach nicht gar dermassen auß meinen henden der vorfassüng nachkummen lis. Und wu es dir geffellig und [du] es leiden woldest, das man nachmals von den amptgebrechen und dem tittel czwuschen dir und deinem bruder[467] handelte, woldt ich mich auff nachsten donerstag[468] kein Freybergk[469] in eigner person der sachen zcu guth fugen und pey herczog Heinrich sovil mir moglich erlangen, das auff dy nachste woche, welichen tag es dir geffelt, ein tag zcu Meyssen[470] gehalden wurd, zcu vorsuchen, ap Got nach gnade geben weld, das ir vor frem­den lewten nicht handeln dorfftet, so wold ich auch in eygner persone dohin kum­men und ern Heinrich vonn Eynsidel[471], ern Hans von Minqwicz[472], Sygmünt von Malticz[473] und doctor Heynicz[474] pey mich als hendler czihen. So wirdestu auch rethe dohin schicken, dy zcu der sachen dinten. Und wu dir das also geffelet, so las er Hanß von Minquicz zcu mir auff nachsten donerstag[475] umb fesperczeit kein Freybergk kummen, dy sach mit herczog Heinrich zcu handeln. Und schreyb mir eygentlich, das ich mich mit antwurt keygen deim bruder zcu halden weis, den ich ym kein andera antwurt gegeben, den wie du hirinne findest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag nach Andree fast spate.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.

81.

Sidonia bittet Georg, über Nacht  bei ihr zu bleiben.

(1500 oder 1506) Dezember 7

Fol. 228. – Zur Datierung: Der Tag vor Conceptio Mariae fiel während der Wit­wenschaft Sidonias nur in den Jahren 1500 und 1506 auf einen Montag.

Herczallerlibster son! Ich hab dich hewt gebethen, das du, so du, ap Got will, zcu mir kumst, obir nacht pey mir bleyben wollest, als ist nach meine gar freintliche bethe, du wollest mir so freintlich seyn und obir nacht pey mir bleyben, als ich mich des und aller lib und freintschafft zcu dir vorshee, mir solichen zcu geffal­len werdest, auch mich pey dißem bothen wissen lassen, wie du es halden wilt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend manthag abent Concepcionis Marie.

Zdena h[erczogin] zcu S[achssen] w[itwe]

82.

Sidonia zeigt sich erfreut über die Heimkehr Georgs. Ihr Enkel leide an einem Husten. Als Vorsichtsmaßregel möge Georg dem Arzt erlauben, zu ihr zu kom­men und das Kind zu behandeln. Sie bittet um Wildbret.

1507 Dezember 18

Fol. 229. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 232, Anm. 106.

Herczallerlibster son! Ich hab vorstanden, das du von den gnaden Gotes widder zcu land kummen bist, des ich auffs allerhochst erfrewt pin. Und wollest wissen, das ich mitsampt meim herczlibsten son[476] in guttem gsunt seyn, auser alleyna, das meim son bder hüstb eyn wenigk zcuhangt, und schirt yn inc der kele. Dem­sel­bingen nach bitt ich dich, du wollest dem doctor erlawben, das er herkumm und dem flos vorkum, auff das er sych nicht forder ergebe, wiewoll ich mich gancz­lich vorshe, das dy sach an des doctors hylff woll zcurinen mag, yedoch auff eyn vorsurgung will ich den doctor gern dorpeyd haben. Ich bitt dich auch auffs aller­freyntlichst, du wollest mich und mein herczlibsten son auff dy heyli­ge czeit[477] mit wiltpret vorsorgen. Domit bis Got beffollen. Und sag deiner gemahel[478] vil libs und guts von meinen wegen. Geschriben eylend sunabent nach Lucie anno 1507.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zei­le eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen hy.

83.

Den von Georg erwähnten Brief an Hans von Schönberg habe Sidonia nicht er­halten. Sie habe von seinem Konflikt mit Kurfürst Friedrich gehört. Georg möge sein Vertrauen in Gott setzen. Weiterhin sei ihr zu Ohren gekom­men, daß sich Georgs Bruder Heinrich auf den Besuch einer Hochzeit vorberei­te, die der Mag­deburger Erzbischof Ernst von Sachsen für einen seiner Diener ausrichte. Zu beiden Punkten wünscht sie mehr zu erfahren.

1508 Januar 27

Fol. 230.

Herczallerlibster son! Du hast mir am jungst geschriben, wie du mir ein briff an Hanse von Schonbergk[479] schicktest, den hab ich nicht geshen. Anthonius[480] spricht auch, ym sey keyner wurden. Aber wie dem allem [sei], so danck ich dir auffs freintlichst deins freyntlichen willen, den du der bruderschafft[481] umb mei­ner vorschrifft willen erczeygta hast. Got der Herre sey dein lon und erhor dich auch an dem tag, wenn düb yn anruffen wirdest! Und bitt dich, du wollest mir nach solichen briff an Hans von Schonberg ader an dysen forster schicken, so­lichs gelt nachzculassen. Herczallerlibster son, ich hore, das der curfurst[482] fast auff dich erczernt ist und denckt, dichc fast obil anzcufechten[483]. Got der Herr sey dein helffer und stee dir pey mit seyner gotlichen hilff, den er vorlest ny­mands, der yn yn getrawet und seyn hoffnung ganczlich yn yn setczt. Dem thu auch also und setcz dein getrawen und hoffnüng gancz in yn, er vorlest dich nicht und wirdt dein helffer sein. Ich pin yn sycherenn vortrawen zcu dem almech­tigen Got, er werd es gnediglich vorfuge[n] durch seyn gnad und barmherczickeit, das es gut­lichen hingelegt wirdt an alle auffrur ader krigk. Auch hor ich sagen, das mein son, dein bruder, h[erczog] H[einrich][484], sich faste bereytet und sagt, das m[eyn] h[er] von Magdeburgd [485] eyn grosse hochczit eynem seyner diner zcu Halle[486] machen will, darczu sollen alle hern von Sachssen kümmen. Wenn dem also wer, so wurdestu auch hinkummen. Got der Herr gebe zcu gluck und aller selickeit! Herczallerlibster, ich bitt dich auffs allerfreintlichst, du wollest mir schreyben, wie es ein gestalt hab des kurfursten halb und auch der hochczeit halb zcu Halle, ap ir den alle dohin kummen sollet. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend donerstag nach Conversione s. Pauli anno 1508.

Herczallerlibster sonn, ich las dich auch wissen, das mein herczliber son[487] von den gnaden Gotes in guttem gsunt ist und mire gar ein libes hawßgesindt.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Folgt gestrichen h[…].     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     d) Folgt gestrichen sol [?].     e) Folgt Rasur oder Streichung g[…].

84.

Sidonia bittet Georg darum, daß er ihren Enkel wieder zu ihr schicke.

1508 April 15

Fol. 232. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 233 (ebd., Anm. 109 falsche Folioangabe („Bl. 231“) der Vorlage).

Herczallerlibster son! Auff dein itcziges schreyben weys ich dir keyn ander ant­wurt zcu geben, den das ich in sicher hoffnung pin, du wirdest mir mein hercz­li­bes soneleyn[488] auff nachsten manthag[489] widder herschicken. Ap es ye auff den tag nicht seyn kond, bitt ich, du wollest mir yn korczlich nach Ostern[490] schicken, es wird an allen czweyffel deym und meym liben soneleyn an allen schaden, sun­der seyn grosser nutcz seyn. Und bitt darauff dein freyntliche antwurt. Und bis domit Got dem almechtigen beffollen. Geschriben eylend sunabent abent Palma­rum anno 1508.

Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

85.

Sidonia dankt Georg für den Rat, den er einer Äbtissin und deren Konvent erteilt habe. Sein Schreiben habe sie jedoch nicht weitergeleitet, da er den Konvent dar­in einfach als „Nonnen“ bezeichnet habe.

1508 Mai 9

Fol. 227. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 119.

Herczallerlibster son! Ich danck dir auff das allerfreintlichst des trewen rates, [den du] der eptischin mitsamt irer samlung[491] mitgeteylt hast, und pin sunder czweyffel, sy wirdt es mitsampt irer samlüng akein Gota mit yrem gebeth vor­glei­chen. So du in deim briff dy samlung nicht nünnen gesetczt hettest, weld ich der eptischin deyn briff zcugeschickt haben, den sy an allen czweyffel gar vor gros­se gnad von dir angnummen heth, aber so du sy und ire samlüng schlecht hinwegk nünnen heyst, willb ich mich yn den briff zcu schicken enthalden. Do­mit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag nach Misericordias Domini an­no 1508.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen hab.

86.

Aufgrund vertraulicher Mitteilungen von „guten Freunden“ rät Sidonia Georg dringend dazu, den durch Kurfürst Friedrich zu Erfurt angesetzten Verhand­lungstag mit seinem Bruder Heinrich persönlich zu besuchen und unter keinen Umständen abzusagen, da ihm daraus Nachteile erwachsen könnten.

 (1501/1509) Februar/März

Fol. 231. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift als Witwe be­zeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts den Terminus post quem.

Herczallerlibster son! Mir ist yn diser stund vona gutten freynden schrifft zcu­kummen und mir dyse nachfolgend meynung yn hochen vortrawen zcu erkennen geben, auch doneben gebethen, es dir eher ye besser zcu wissen zcu thun. Und das ist der handelb: Nachdem der kürfurst[492] ein tag czwuschen dir und deym bru­der[493] kein Erfurt[494] geleget hab, das ichc dychd durch beth vormogen weld, soli­chen tag nicht abzcuschlahene und den in eygner person zcu besuchen, dych nicht wegern fzcu bittenf, und ap es dir zcu kurcz were, auff dyse czeit den tag zcu be­suchen, das du erlengerüng des tags begeren sollest, und es ye nicht lassen, sun­der den tag yn eygner personn besuchen. Den wü du den tagg abschreyben wur­dest, hat man mich warlichh underricht, das dir villeicht ein hon mocht erczeigt werden. Hirumb ist mein gar freintliche bethe, du wollest ye den tag nicht abschla­hen, und so dü ye nichti selbest hinkummen kondestj, als ich mich nicht vorshe, das du es underlassen wirdest, das du doch deine rethe dohin schicken weldest. Mein herczallerlibster son, ich bitt dich, du wollest dyse meine schrifft zcu hercz nemen und nicht flach hindan schlahen und es bas vornemen, den ich geschriben hab, auch von den, dy es mir zcu wissen gethan haben, in grossen gnaden anne­menn, den es warlich von yn auffs allergetrewlichst gemeynt wirdt. Domit bis Got beffollen, der dir alle deyn sach durch sein gnad zcu seynem lob und dey­nem heyl der selen und des leybes schick. Geschriben eylend mitwoch nach Oculi.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Folgt gestrichen eynem.       b) Folgt gestrichen nach.     c) Vor ich Rasur (d).     d) Folgt gestrichen dyr.    e) Zwischen ab und zcuschlahen Rasur?    f–f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Folgt gestrichen nicht.     h) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     i) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     j) Folgt gestrichen d[…].

87.

Sidonia bittet Georg darum, daß er dem Überbringer des Briefes, einem Boten der Abtei Saint-Hubert, erlaube, einmal jährlich durch sein Land zu ziehen und dabei die Reliquien des hl. Hubertus zu weisen. Im heutigen Gottesdienst habe dieser Niederländer Wasser und Brot gesegnet, was ein wirksamen Mittel gegen den Biß eines toll­wütigen Hundes sei.

(1501/1509?) April 26/Mai 30

Fol. 219. – Zur Datierung: Die von Sidonia erwähnte Kirche do nidden, in wel­cher der Geistliche gepredigt habe, läßt eher an die unterhalb der Burg Tharandt gelegene Kapelle[495] als an eine Kirche in Meißen denken, so daß der Brief nach Sidonias Übersiedlung dorthin entstanden wäre. Daß in der Unterschrift der sonst übliche Hinweis auf den Witwenstand fehlt, könnte mit der Auslassung der gesam­ten, sonst auf den Namen folgenden Titulatur erklärt werden.

Herczallerlibster son! Dyser des heyligen Huparti both[496], czeyger dys bryffs, hat mich mit bethea ersuchen lassen, das ich ym eyn schrifft an dych geben und yn keygen dir vorbitten weldb, auff das du ym gunst und lawb geben weldest, das er das wirdige heyligetum des heyligen Huparti ydes jares eyns yn deynem land umbfuren mocht und doneben seyn leben und wirdiges vordinenc dem volk vorczalen ader uffenbaren, das ich ymd nicht hab wissen fuglich abzcuschlan. Und bitt dyche auff dasf freyntlichst, du wollest es Got zcu lob und eren dem hey­ligen Huparto thun und dych gnediclich yn dem keygen ym erczeygen, angeshen das grosse hochwirdig vordinst und crefftige gewalt und macht, dy der heylige Hupartus pey dem almechtigen Got hat, als man es den yn seyner legend meric­lich findet beschriben, und galle jarg ym eyn czeyt des jares eynmal das heylig­tüm yn deynem land umbzcufuren vorgünnen wellest. Er hatt hewt suntag do nidden yn unser liben kyrich geprediget, auch wasser und brot gesegent, das soll gutt seyn hzcu demh, do Got vor sey, wenn eynen menschen eyn toricht hunt ge­bissen hett, auch desgleychen, wenn eyn tir, es sey eyn hunt ader waserley tir es sey, von eynem torichten hund gebissen wurd, so man ym des brots eynen bis­sen zcu essen geb, er wirdt widder gesunt. Auch hat mich der bemelt dyner s. Hu­parti gebethen, dych zcu bitten, das du yn yn eygner person horen weldest, das mich den nicht unczymlich [zu] seyni duncket. Aber du must eyn seyden cleyt anhaben, den er ist eyn Nidderlender[497], so du andern gleych ghen wurdest, wurd er dych nicht vor eyn herczogen haben. Erczeyg dychj yn demk, als du gern wel­dest, das Got und dy liben heyligen keygen dir thün solden, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag vor der hymmellffart unsers Hern.

Zdena

a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Oberhalb der Zeile eingefügt.     e) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g–g) Am linken Rand eingefügt.     h–h) Oberhalb der Zeile eingefügt.     i) Oberhalb der Zeile eingefügt.     j) ch wahrscheinlich nachträglich in den Freiraum in der Zeile eingefügt.     k) Folgt gestrichen ald.

88.

Sidonia bittet Georg, ihrem Arzt, dem Münich, einen Geleitbrief auszustellen und ihr dieses Schriftstück möglichst rasch zukommen zu lassen.

(spätestens 1509) Mai 5/Juni 8

Fol. 187. – Blatt am unteren Rand beschädigt oder beschnitten (Textverlust).

Herczallerlibster son! Ich las dych wissen, das ich von den gnaden Gotes in guttem gsunt pin, desgleychen ich von dir alleczeit gern wüsst. Mich hat meyn arczt, ader Münicha, gebethen dir zcu schreyben und bitten, das du ym eyn gleytczbriff geben wuldest. Den sob er ufftmals ym land auff und nidder, hyn und widder reytten müß, foricht er sych vor etlicher loser bursch, dy mit irem anhang mochten etwas an ym uben, das, als erc meynt, ym nicht recht nach ebenn wer. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest ym eyn gleytczbryff geben und mir den eher ye besser pey dysem botten schicken, den er wirt morringen widder zcu mir kummen, als weld ich yn ym obirantwürten. Und befill ye, das nicht domit vorczogen werd, den ich hab ym vorheyssend, denselbingen gleytczbriff als morringen zcu obirantwurten. Er hat mir von den gnaden Gotes das beyn sewberlich geheylt, und wirdt bald gancz gütt werden. Aber als ich yn merick, so ist er eyn selczamer und eyn wuster abentewrer, doch so schawet er sych fast vor mir, und vorshe mich, so er merickt, das mir mit unnuczen worten woll wer, er würd sych nicht so berigen, ich wurd eyn gutten narn an ym haben. Ich thue aber nicht desgleychene, als wer mir woll darmit. [fDomit bis Got befollenf.] gGeben und geschriben dynstag vor Pfingsteng.

Zdena

a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt.     b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zei­le eingefügt.     d) Folgt gestrichenes Zeichen.     e) Folgt gestrichen das.     f–f) Aufgrund der Beschädigung am unteren Rand nur teilweise lesbar; davor eventuell nicht zu rekon­struieren­der Textverlust von einer drittel Zeile.     g–g) Vertikal an den linken Rand geschrieben.

89.

Sidonia klagt darüber, daß der Bakkalaureus für Unregelmäßigkeiten und Ver­säumnisse bei der Entlohnung ihrer Hofmeisterin und ihrer Hofjungfrauen ver­antwortlich sei. Georg möge mit diesem reden. Sie bittet ihn weiterhin darum, daß er Andreas Schwertfeger zwei Pferde und einen Wagen leihe, damit dieser zu ihr kommen könne. Ihren Dienern solle er das Hofgewand schicken.

(vor 1509 Juni 13)

Fol. 165. – Zur Datierung: Das Schreiben geht aus inhaltlichen Gründen dem Brief Nr. 90 voraus.

Herczallerlibster son! Deyner antwurt nach, dy du mir meyner bethe halb ge­than, hab ich mit der hoffmeysterin geredt, dy mir auff meyn red geantwurt, das der bacalariüs mit der warheyt nymmer mher schprechen nach sagen mag, das er ira und ir maget auff dy czeyt, als man ytczunt am nechsten dy juncfrawen entricht hab, yndert eyn heller ader scherff geben hab. Das will sy mitsampt ir magt, wie hoch sy soll, erhalden. Uber das sagt sy, das der bacalarius hewer nach dem jar­markt, der nach Weyennachten zcu seyn pfligt, dy juncfrawen ires harras[498] halb, der als ytczunt eyn jar vorgangen zcu Ostern hat geffallen sollen, allererst auff dy bemelte czeyt entricht hab, do ich auch eyn gutt wissen umb hab, hat er ir auch 3½ gulden und 1 schok und 3 groschenb, 3½ gulden vor den harras, der do hat sollen geffallen, und das schok 3 groschen vor das new jar, geschicktc, aber irer maget ist widder heler nach pfennyng wurden, den das gelt vor den halben har­ras hette von rechts wegen der Annen von Nornberg[499] gebort, als wart es der Meysneryn, das du des eyn wissen hast. Und ist nicht anders dar­umb, so magstu mit dem bacalarien eyn red dovon haben, auff das du nicht hyn­der den syben gul­den hyn ghest. Dy hoffmeysteryn begeret und bitt demuttig­lich, das er es erweyse, pey wem er ir es geschickt ader wu er es ir gegeben hab, den das genyge gelt vor den halben harrasd und das schok und 3 groschen hat ir Urban[500] bracht etc. Hercz­allerlibster son, ich bitt dych, du wollest mir so freynt­lich [sein] und doctor Swert­feger[501] czwey pfert und eyn wagen leyen und ym dye moringen freytagsf fru mit­sampt dem wagen keygen Aldendresden hynauß zcu schicken beffellen, auch der wagenknechten eynen heyssen lassen, das er yn her zcu mir furen sulle, also das er auffg den bemelten freytag auff das moringen­essen hy pey mir sey. Hercz­aller­libster son, hab vleys yn dem, auff das mir nicht gesche als mit dem wilpert, den mir etwas fast macht daranh gelegen ist. Ich will es mit aller mutterlicher lib keyn dir vorgleychen auff allergetrewlichst, als ich ymmer kan. Und bitt auch Got vor mich. Herczallerlibsteri son, mich hat Pflug[502], Heynicz[503] und Wesnigk[504] gebe­then, du weldest yn ir hoffgewant mit­schicken, das wollen sy vordynen, den es wer alles eyne mühe. Domit bis Got beffollen. Und vorgis ye nichtj des wa­gens und pferd, auch den wagenknecht zcu leyen und her zcu furen zcu beffelen.

Zdena

a) Folgt gestrichen ader.     b) Folgt gestrichen zcu dem.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen hat.     e) Folgt gestrichen des frei.     f) y oberhalb der Zeile eingefügt.     g) Folgt gestrichen das mor [?], folgt ungestrichen auff.     h) Folgt gestrichen geg [?].     i) Auf hercz folgt gestrichen allb.     j) Folgt gestrichenes Zeichen.

90.

Sidonia bedankt sich für das zugesandte Wildbret. Er möge mit dem Bakkalaureus reden. Sie schicke Meister Christoph zu ihm, der ihn über etliche Beschwerden von ihrer Seite informieren werde.

(spätestens 1509) Mai 10/Juni 13

Fol. 175.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben [ist] hewt an mich gelangt, nach dem ich mich wenigk ader schir nichts zcu richten weys, ausgummen auff dy letczt, das du mir wilpert schickest, des ich dir auß mutterlicher lib gancz freyntlich danck. Des andern halb, das ich dir geschriben hab, darff ich keyner antwurt, sunder ich sheg gern, das du mit dem bacalarien eyn red von des harras[505] wegen hettest, doch nicht das man sy herschicken sold, sunder das du nicht hynder den syben gulden, do er dir von gesagt hat, hyn ghest, den der bacalarius ist eyn selczam menichen und von vil worten, dy sych underweylen nicht also erfinden[506]. Do-mit will ich nymands zcu naha gewest mit meyn schreyben seynb. Du magst auch sycherlich glawben, das solich gelt an dy enden nicht gelangt ist. Herczaller­libster son, ich schick meyster Cristoff[507] zcu dir, der soll dychc etlicher meyner gebrechen von meynen wegen berichten und dych von meyn wegen bitten, das du mir yn dem trawlich peysten wollest. Auch wirt er dych meyns soldes halb ermanen, den bitt ich mir pey ymd zcu schicken. Domit bis Got beffollen. Ge­schryben eylend suntag Pfingsten.

Zdena

a) Folgt gestrichen s[…].     b) Folgt gestrichen den [?].     c) Folgt gestrichen ir [?].     d) Oberhalb der Zeile eingefügt, davor und darunter Rasur.

91.

Sidonia dankt Georg für die Übersendung von 200 Gulden, obwohl Sie die übri­gen 200 Gulden auch gern erhalten hätte. Sie bittet ihn darum, am kommenden Montag zu ihr zu kommen.

(spätestens 1509) Mai 22/Juni 25

Fol. 155.

Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem ynhalt hab ich vorstanden und aufs freyntlichst angnummen und danck dir gutlich dera 200 gulden, wiewoll ich es liber geshen heth, das du mir dy bander czweybhundert auchc geschickt hetst. So es aber, als du schreybest, auff dysmall nicht hat seyn kunnen, las ich es pey dem bis auff deyn zcukunfft beschten und geb dir yn demd keyn schult. Und bitt dych auffs allerfreyntlichst auß mutterlicher trew eund libe, du wollest auff erst­kunfftigen mantag zcu mir kummen undf uffsg moringenmal pey mir seyn und auch czymliche czal pfert und lewt mit dir bringen, als du den woll weyst, den ich mit dir zcu reden hab etwas, do mir auch mocht an leyt, als ich an czweyffel pin, du mir solichs zcuh geffallen wirdst und dych nymans daran vorhyndern wirdst lassen. Das will ich widderumbi yn herczlicherj mutterlicher trew und lib umb dych vordynen. Domit bis Got beffollen. Und las mich bald moringenk sun­abent wissen, was du thun ader lassen wilt. Geschriben freytag nach Corporis Cristi.

Zdena

a) Folgt gestrichen vir[…].     b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.     c) Oberhalb der Zeile ein­gefügt.     d) Folgt gestrichen auch (darunter Punkte).     e–e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f) Oberhalb der Zeile eingefügt.     g) uuffs.     h) Oberhalb der Zeile eingefügt.     i) Folgt ge­strichen dych.     j) cz über der Zeile eingefügt.     k) Folgt gestrichen sunta.

92.

Sidonia bittet Georg darum, daß er den Hofmeister und den Amtmann von Oschatz zu ihr schicke. Für (ihren Diener) Urban ersucht sie den Sohn um ein Schreiben an den Förster zu Tharandt, damit dieser zwölf Stämme Holz erhalte.

(1500/1509) Oktober 5/11

Fol. 225. – Zur Datierung: Da sich Sidonia als Witwe bezeichnet, ist der Brief nach dem Tod Herzog Albrechts entstanden.

Herczallerlibster son! Ich hab yn nachsten schreyben yn dem colender geerret und gemeint, das sant Hedwigen taga [508] auff den nachstenb freitag csein würdc. Als hab ich es vorsheen, das habd mir nicht vor obil, den es vo[r]syet maniche gutte dirne. Und ich bitt dych, du wollest den hoffmeyster[509] auff erstkunfftigen manthag ader gwislich auff dinstag czeitlich herkummen lassen und auch vor­schaffen, das der amptman von Oschacz[510] auff dy czeit auch hy sey. Wenn es gesein kond, sheg iche fast gern, das der hoffmeyster auff den mantag quem. Auch hat mich Urban[511] gebethen, das ich dych auch bitten sold, das du ym eyn briff an [den] forster zcum Tarand[512] ader wu er wont geben weldest, das ym dy 12 stemme holcz, dy du ym zcugesagt hast, auff nestkunfftigen freytag mit dem holcz, das ich gedenck zcu fellen lassen zcu dem bakhauß, auch mit geffellet wurden, das will er underteniclich fumb dichf vordinen. Domit bis Got beffollen. Und sag deym bruder[513] und deiner gemahel[514] vil libs und güts von meynen we­gen. Geschriben eylend dinstag nach Francisci[515].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Folgt gestrichen wurd.     b) Am linken Rand eingefügt.     c–c) Oberhalb der Zeile einge­fügt.     d) Oberhalb der Zeile ein­gefügt.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt.     f–f) Am linken Rand eingefügt.

93.

Hans Berwitz habe Sidonia wissen lassen, daß er für einen Streitaustrag mit Hel­ferich von Meckau vor Herzog Georg einen „Redner“ benötige. Entspre­chend dieser Bitte möge Georg Herrn Siegmund Pflug befehlen, die Aufgabe zu über­nehmen. Dieser habe auch bereits eingewilligt.

(1492, 1498 oder 1509) Oktober 20

Fol. 156. – Zur Datierung: Der Tag vor Elftausend Jungfrauen fiel in dem hier relevanten Zeitraum allein in den Jahren 1492, 1498 und 1509 auf einen Sonn­abend.

Herczallerlibster son! Hans Berwicz hat an mich glangen lassen, das seyn vater und Helfrich von Mecken[516] vor dir etlichen iren handela außzcutragenb haben, und mich doneben berichten lassen, das ymc an eym redner gebreche, auch do­pey bitten lassen, das ych ym eyn vorschrifft an dych geben weld, auff das du ern Sygmünth Pfluge[517] beffelen wollest, ym seyn wort zcu reden. Und hat mir auch sagen lassen, das er Sygmü[n]t es czu thun sych bewilliget hab, so er des eyn beffel von dir hab. Demselbingen nach bitt ich dich, du wellistd hern Syg­mu[n]t solichs zcu thun vorgünnen, als ferr es dir zcu thun czymt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend sunabent abent 11000 juncfrawen.

Zdena

a) Folgt gestrichen vor.    b) außzcutragegen.    c) Folgt gestrichen an.    d) Folgt gestrichen d.

94.

Sidonia bittet Georg darum, dafür zu sorgen, daß der Sohn (Enkel?) der Frau von der Sale, ihrer Dienerin, aus dem Gefängnis entlassen werde.

(spätestens 1509) Oktober 25/31

Fol. 158.

Herczallerlibster son! Meyne dynerin – dy von der Salen[518] – hat mir eyn bryff geweyser, den hat ir ere thochter geschickt, yn dem sy ir zcu erkennen geben, das der amptmann von Senfftenberg[519] iren son Lewtelt an deyn hant beschtrickt habe, und es hab sych eyns hasen halb begeben. Und mich demutticlich gebe­then, yn keygen dir zcu vorschreyben, auff das er solicher gefencknis von dir le­dyg werden mocht. Demselbingen nach, herczallerlibster son, bitt ich dych gancz freyntlich, du wellest yn umer meyner beth willen der geffencknis ledig sagen, will ich yn mutterlicher lib freyntlich keygen dir zcu vorgleychen nicht vorges­sen. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben mantag vor Allerheyligen­tag[520].

Zdena

95.

Sidonia habe Georgs Räten die vorfassung vorgeschlagen, die aber angegeben hät­ten, diese nicht ohne Zustimmung ihres Herrn annehmen zu können. Sie bittet Georg, ihren Vorschlag zu akzeptieren.

(1500/1509) November 26/Dezember 2

Fol. 233. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in ihrer Unterschrift als Witwe be­zeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts den Terminus post quem.

Herczallerlibster son! Ich hab ym allerbesten dy vorfassung, wie du lesen wir­dest, deynen rethen vorgeschlagen, und wiewoll sy sych die anzcunemen mher den zcu schwer gemacht und an dir, was sy thuen sollen, zcu erholen mir ange­geben, bitt ich dich auffs allerfreintlichste, du wollest mir zcu geffalle dyse vor­fassüng nicht abschlahen, den es sere woll und gutlich von mir gemeint und dir zcu guthe geschiet, es ist dir auch meins vorshens ane schaden, und will mich genczlich zcu dir alsoa zcu geschen vorshen und in mutterlicher libe kein dir zcu gedencken nicht vorgessen. Ap dir aber diese vorfassünge, als ich mich nicht vorshe, nicht leidlich [ist], so wollest doch deinen rethen schreyben, das sy in den andern gebrechen von deinen wegen handlung warten und leyden dein gut­liche antwurt. Geschriben eylend zcu mitternacht freytags nach Katherinen[521].

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a)  Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen vorshen.

 

 


Anhang (Nr. A1–A4)

A1.

Georg teilt Sidonia mit, daß er ihr Schreiben samt dem beigelegten Brief Herzog Heinrichs von Münsterberg erhalten habe. Dessen Klage, Georg habe sich ge­weigert, ihn wegen des Gutes Podiebrad zu unterstützen, sei nicht gerechtfertigt.

1492 Oktober 5, Dresden

HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1, fol. 234. – Papier. Doppelblatt (nur ein Blatt auf Vorder- und Rückseite beschrieben). Adresse (fol. 231/1r, fragmentarisch): […]rn furstin frawn Zdena […]ennen herczogin zcu […] zcu Doringen […] zcu Meyssen […] liben fraw mutter. Verschlußsiegel aufgedr. (fol. 231/1r). – Vgl. die Briefe Nr. 3 und 4.

Sonlich lib mit gantcz trawen zcuvor. Hochgeborn furstin, libe fraw mutter! Ich han a.l. schreiben sampt dem briff, den mir a.l. zcuschigt von dem hochgbornen hern Heynrich herczoga von Monsterberg[522], meynem ohemen, entpfangen, dor­in sichb meyn ohem kegen a.l. bklagt von mir, das seyner lib vorschrifft, das gut Podebrat[523] blangend, an koniglich magestet zcu Ungern und Bhemen, dy sein lib und meher bey keserlicher magestet, kurfursten undc fursten des Reichs, auch andern sein hern und fraünden erlanget, von mir gewegert, das sich seyn lib auß angeborner pflicht und vorwantniß vil anders und in grosrem fraüntschafft bey mir zcu erlangen vorsen, und so seyn lib sulch vorschrifft, mir meyn willen zcu erkennen, den notcz halb gsucht, het seyn lib bey mir nicht wilfarung eyns stugks papirs wirdig erlangen mügen. Und wy sulch seyner lib schrifft mit me­ren worten außgbreit, hab ich alles inhaldeß vornomen und meynes ohemen wi­derwiln, des ich mich ind keyn weg vorsehen, dorauß bfunden, nachdem meyne schrifftlich antwort, dovon sich meyn ohme beklaget, do in ich seyner lib nicht anders den im allerbesten meynf bdungken und wolmeynung eroffent, und mir den seyn lib gbeten, uff furder ansinnen zcu thun bewillig[t], wo sulch meyn schrifft recht angesen und gnuglich btracht und wolg vornomen wert unvorkort, nicht anders dan zcimlich freüntlich und wol mag gacht ader gdeüt werden, und so ich och nicht wissen, das ich ye eynmols meynem ohemen frauntlichh wilfa­rüng zcimlicher weiß zcu gleisten gspart, furder in eym grossern den eyns stugs papirs wirdig meynen gutten willen erczeiget hab, als ich forder zcu thun guts willens gneget gwest und, wo es seyn lib anders vor gut haben wil, nach pin, wer meyns bdungkeni, mich unvorschold dermoß gegen a.l. anzcugeben des willens, als ich ermessen, a.l. gegen mir zcu bewegen, nicht unbillich von meynem ohe­men enthalden. Wen ab[er] ich seyner lib mit unformlicher ader seynes vorseens un­frauntlicher antwert, als sich nach meyns vorseens nichtj bfunden, begegent, het seyn wol mogenk mir dorumb schreiben und nicht meyn schreyb[en] nach sey­ner lib gfal deutten, alsden wolt ich mich mit zcimlicher antwert vornemen hanl lassen. Dyweil aber sulchs ubergangen undm von seyner lib widerwil und un­ersu[…]n zcuvorsicht angzceiget wert ound soo ich seyn lib in sulchem allem, wy berürt, durch keynen weg vororsach[t], will ich dissen handel meynem ohe­men nach notorfft zcu vorantwerten a.l. zcu gfaln, noch lassen ungzceuffel, a.lib werd mich des wol wissen zcu entschuldigen pund vorantwertenp, wen awer lib wol mich dorvor halten, das ich allen a.l. vorwanten frauntli[ch]q wilfarüng zcu er­zceigen a.l. domit und sust allen andern sunlich ghorsam und bheglich wolge­faln zcu gleisten ungspartcz vormogens guts willens gantcz gnegetr pin. Geben zcu Dresden, freitag nach Francisci [14]92.

J[örg] h[erczog] z[cu] S[achssen]

a) Am linken Rand eingefügt.     b) Folgt dorin sich.     c) Folgt gestrichen f[…].     d) Folgt gestrichen h.     e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen unser.     f) Am Ende des Wortes mehrere Zeichen (en [?]) gestrichen.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter ge­strichen unvorkort.     h) Am Schluß des Wortes er gestrichen.     i) Folgt gestrichen nicht.     j) Oberhalb der Zeile eingefügt.     k) Folgt gestrichen mich.     l) Oberhalb der Zeile eingefügt.     m) Oberhalb der Zeile eingefügt.     n) Rest des Wortes wegen der nachträglichen Bindung un­leserlich.     o–o) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen dy weil.     p–p) Oberhalb der Zeile eingefügt.     q) Schluß des Wortes wegen der nachträglichen Bindung nicht lesbar.     r) Folgt gestrichen sei.

A2.

Sidonia bittet ihren Sohn Friedrich, den Hochmeister des Deutschen Ordens, sie selbst und die Seele seines verstorbenen Vaters, Herzog Albrechts, in sein Gebet einzuschließen.

1501 März 10

GStA Berlin, XX. HA, OBA, Nr. 18436. – Papier. Eigenhändig. Adresse (auf der Rückseite): Dem hochgebornen und hochwirdigisten hern Fridrich, her­czogen zcu Sachssen etc., des Dewschen Ordens hoemeyster, meinem herczlib­sten sone. Ver­schlußsiegel aufgedrückt (Rückseite). – Reg.: Regesta historico-diplomatica Ordi­nis S. Mariae Theutonicorum, Teil 1/2, Nr. 18436, S. 339.

Hochgeborner furst, herczlibster son! Ich las euch wissenn, das ich von den gna­den Gotes in guttem gsunt pin, desgleichen ich von euch allewege zcu vornemen auffs allerhochst erfrewt wer. Und bith euch, ir wollet mich yn awerem gebeth und freintlichen gedencken haben, auch der selen aweres liben vaters[524] nicht vor­gessen, sunder theglich mit sunderwarem gebeth keygen Got und der mutter Gotes, auch allen heyligen gedencken, so ir ym den mit dem gebeth und andern gutten wericken vor das angesicht Gotes helffeta. Alsden wirdt er nicht auff­horen, bis er euch dohin hylfft, do ir auch gern seit und euch mit ym zcu ewigen czeitten frewet. Herczlibster son, ich pin sunder czweyffel, ir seyt dy ding von euch selbst zcu thun gneygt, yedoch so beweget mich dy lib, dy ich zcu ym trag, darczu, das ich euch deshalb schreyben müß. Domit beffell ich euch alleczeit Got dem almechtigen in seyn gotlich gnad und bewarüng, auch der gebererin Go­tes, awer elichen gemahel[525], dy euch alleczeit vor allem obil beware. Geschri­ben eylend mitwoch nach Reminiscere anno 1501.

Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]

a) Folgt gestrichenes Zeichen.

A3.

Georg teilt Sidonia mit, daß er über das gewünschte Tuch noch nicht verfüge. Markgraf Friedrich habe ihn gebeten, ihm bei der Verheiratung seiner Töchter zu helfen. Er habe ihm daraufhin einen Herzog von Liegnitz als möglichen Ge­mahl vorgeschlagen. Wenn Sidonia einverstanden sei, möge sie deshalb mit Lud­milla von Liegnitz, ihrer Schwester, in Verbindung treten.

1502 Mai 27

HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/2, fol. 13–14. – Papier. Doppelblatt. Beide Blätter am rechten Rand beschnitten (Textverlust). Adresse (fol. 14v): Z[dena] h[erczogin] z[cu] S[achssen]. Verschlußsiegel aufgedrückt.

Sonlich lib zcuvor. Hochgeborne fürstin, libe fraw mutter! Awer lib hat mir bey Seydwicz gschriben einesa thuche[s]b halben, das zcü Roczlicz sein sall, wyc des awer lib schreiben mel[det]b. Demnoch fug ich awer lib wissen, das Seydwicz aller eir[…]b hy zcu Leipczig[526] zcu mir kommen den tag, do ichd kommen pin, das ich noch dem thuch nicht hab moch[t]b seen, so ichs find, so sal es awer lib seynn. Libe frawe mütter, marggraff Friderich[527] hat nest zcu Erffort[528] mit m[ir]b under anderm gred und mich als sein frund, oche seyner kinder angzogen, ich wol bholffen sein, domit her sein tochter vorgeben mog, den her h[at]b ir drey, dy greit manbar sein[529]. Doruff gantwert, ich wer im und sein kinden vor­want und zcu dinen gneget, her wost aber selber, das es itczt selczam umb dy freyer wer, doch so het ich noch ein fraünt, versege m[ich]b, her word och bald ein weib nemen, ich wolt gern erfarung haben, wo her gnegett, sichf in disg land zc[u]b fraunden, alsden wolt ich fleiß haben, ab ich mocht dorczu dinen, das her sein tochter nemen. Der frunt wer der herczogen von der Lignicz eyner[530]. Dor­uff ha[t]b her gsagett, ich sol an den ort seiner tochter eyne wol mechtig seyn. Dem­noch hab ich gdocht, das nimant besser erfarüng in disser sachen haben kon den awer lib, disser meynüng, das awer lib awerh schwester[531] diß me[i]nüng gschri­ben. Auch wer wissent, das sy zcwen son het, der noch keiner vorelicht wer und do[ch]b sunder zcweiffel ir gmüt wer, eynen zcü vorelichen, dyweil den zcu mermaln durchi erstifftüng Got vill lobes und ere entstanden, och den heuffer, so es zcwossen grossen hern gschen, vil erre und nocz dorawß entstanden, och frauntlicher wil gemert. So hilt es awer lib dorvor, es solt ir och zcu bdengken sein, wo sy sich mit iren sonen gfraunden wolt und so awer lib weiß, das sy und ir kint auch und awer kinden uffs hochs vorwant, so hab awer lib och gdocht, dasj gut wer, das sich ir kind sich an dy ort frünten, do sy dy vorwant fraunt­schafft ernaweten, undk mocht den awer lib margraff Friderichs tochter ir vor­schlann, nochdem mir dyselben meynes weybes[532] halben vast vorwant, mit er­bi­tung, wol ir son und sy dorzcu gneget, so verhoff awer lib, ir wolt sulchs durch mich wol zcuwege und in handel brengen, mit bit irer antwert. Wert sy es zcu­schreiben, so kann man der sachen wol maß finden. Wordm sy es aber abschlan, so wolt ich den och wol mit fug aus der sachen kommen. Wes nü awer lib in dis­ser sach bdengkt, das wol mir awer lib zcu erkennen geben. Gfelt es awer libn, so mag awer lib disser ader ander meynüng awer schwester schreiben. Wo aber awero lib bfund, das es nicht güt, so wil ich awer lib domit nicht bschwert haben. Wo es och bey awer lib bfünden, das es gut wer, so wolt ich gern, dasp a.l. awer schwester yr ir [?] besser schrib, uff das ich ir gmut wost umb sein Veitczq tag[533] ader korcz dornoch, so wolt ich alsden, so ich dy zceit bey margraff Friderich sein werd, den handel fordern aderr abschlan. Sulchs als stel ich in awer lib gdenck[en]b. Was mir awer lib wider schreiben wil, das schigk awer lib meynem weybe, dy sal mirs wider zcuschigken. Awer lib under­tenig zcu dinen pin ich willig. Geben eylent am freitag noch Corporis Cris[ti] im 1500 und 2.

J[org] h[erczog] z[cu] S[achssen]

a) Folgt gestrichen thich.     b) Textverlust durch Beschneidung des Blattes am rechten Rand.     c) Oberhalb der Zeile eingefügt.     d) Folgt gestrichen von.    e) Folgt gestrichen seiner […].     f) Folgt gestrichen an.     g) Oberhalb der Zeile eingefügt.     h) Folgt gestrichen schch.     i) Folgt gestrichen ey.     j) Folgt gestrichen da.     k) Folgt gestrichen wo [?].     l) Folgt gestrichen awer lib.     m) Folgen gestrichene Zeichen.     n) Folgt gestrichen s[…].     o) Folgen gestrichene Zeichen.     p) Folgt gestrichen e[…].     q) Folgt gestrichenes Zei­chen.     r) Folgt gestrichen abschlch.

A4.

Sidonia teilt ihrem Sohn Heinrich mit, daß sie sich von ihm Besseres erhofft ha­be. Sein Schreiben übermittle sie an Herzog Georg, von dem sie in der Angele­genheit noch keine Antwort erhalten habe.

1506 Dezember 1

HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/5, fol. 8. – Papier. Abschr. (kleinformatiges Stück ohne Unterschrift, keine Siegelspuren, Rückseite unbeschrieben). Nicht von der Hand Sidonias. Es dürfte sich um die Kopie des Schreibens an Herzog Heinrich handeln, die Sidonia dem Brief Nr. 80 beigelegt hat.

Hertzliber son! Ich hatte verhofft, du soltest dich eins besßern bedacht haben. Die­weile ichs aber nicht weiter brengen kann, ßo wil ich dein schreiben herzcogen Georgen, deynem brudere, zuschicken, von dem ich in der sachen noch keyne antwort erlanget habe, und was mir widder von ym geschriben, wil ich dich mut­terlicher weiße mit antwort vorstehen lasßen. Domit biß Got bevolhen. Geschri­ben dienstags noch Andree anno Domini 1506.

 


 

 


Quellen- und Literaturverzeichnis

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Geheimer Rat (Geheimes Archiv) [Geh. Rat], Locat [Loc.] 8498/1; 8498/2; 8498/5; 8678/18.

Kammerkollegium/Geheimes Finanzkollegium [Kammerkoll.], Locat [Loc.] 32436, Rep. XXVIII (Hofordnung) Nr. 1 Bl. 30.

Stuttgart, Hauptstaatsarchiv – Landesarchiv Baden-Württemberg [HStA Stutt­gart]

J 340 (Wasserzeichensammlung Piccard), online benutzt unter http://www. piccard-online.de (17.2.2009).

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Sekundärliteratur

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Schwennicke, Detlev: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten, Neue Folge.

Bd. 1/1: Die fränkischen Könige und die Könige und Kaiser, Stammes­her­zoge, Kurfürsten, Markgrafen und Herzoge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Frankfurt am Main 1998.

Bd. 3/1: Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches, an­dere europäische Fürstenhäuser, Marburg 1984.

Seifert, Siegfried: Von Bischof Bernhard von Kamenz bis zum letzten Bischof von Meißen, Johann IX. von Haugwitz (1293–1581), in: Willi Ritten­bach/Siegfried Seifert: Geschichte der Bischöfe von Meißen 968–1581, Leipzig 1965 (Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte, 8), S. 195–384.

Severidt, Ebba: Familie, Verwandtschaft und Karriere bei den Gonzaga. Struk­tur und Funktion von Familie und Verwandtschaft bei den Gonzaga und ihren deutschen Verwandten (1444–1519), Leinfelden-Echterdingen 2002 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 45).

Simmel, Georg: Sociologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesell­schaftung, Frankfurt a.M. 1992 (Gesamtausgabe, 11).

Spiess, Karl-Heinz: Familie und Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters. 13. bis Anfang 16. Jahrhundert, Stuttgart 1993 (Viertel­jahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte, 111).

–––: Witwenversorgung im Hochadel. Rechtlicher Rahmen und praktische Ge­staltung im Spätmittelalter und zu Beginn der Frühen Neu­zeit, in: Martina Schattkowsky (Hrsg.): Witwenschaft in der Frühen Neu­zeit. Fürstliche und adlige Witwen zwischen Fremd- und Selbstbestimmung, Leipzig 2003 (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde, 6).

Stanislaw-Kemenah, Alexandra-Kathrin: Kirche, geistliches Leben und Schul­wesen im Spätmittelalter, in: Blaschke/John, Geschichte der Stadt Dres­den, Bd. 1, S. 198–246.

–––: Spitäler in Dresden. Vom Wandel einer Institution (13. bis 16. Jahrhundert), Leipzig 2008 (Schriften zur säch­sischen Geschichte und Volkskunde, 24).

Stephan, Bernd: Beiträge zu einer Biographie Kurfürst Friedrichs III. von Sach­sen des Weisen (1463–1525), 2 Bde., Diss. theol. Leipzig 1979 (masch.).

Streich, Brigitte: Frauenhof und Frauenzimmer, in: Hirschbiegel/Paravi­cini, Frauenzimmer, S. 248–262.

–––: Lebensbedingungen thüringischer Fürstinnen im späten Mit­telalter, in: Zeit­schrift des Vereins für Thüringische Geschichte 54 (2000), S. 45–73.

–––: Zwischen Reiseherrschaft und Residenzbildung: Der wettini­sche Hof im späten Mittelalter, Köln/Wien 1989 (Mitteldeutsche Forschun­gen, 101).

Tersch, Harald: Frühneuzeitliche Selbstzeugnisse, in: Josef Pauser/Martin Scheutz/Thomas Winkelbauer (Hrsg.): Quellenkunde der Habsburger­monarchie (16.–18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, München/ Wien 2004, S. 727–740.

Thieme, André: Der Brüderliche Vertrag zwischen den Herzögen Georg (dem Bärtigen) und Heinrich (dem Frommen) zum Jahre 1505. Einführung und Edition, in: Hoffmann/Richter, Herzog Heinrich, S. 9–19.

–––: Glaube und Ohnmacht. Herzogin Elisabeth von Rochlitz am Dresdner Hof, in: Enno Bünz/Stefan Rhein/Günther Wartenberg (Hrsg.): Glaube und Macht. Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation, Leip­zig 2005 (Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, 5), S. 149–174.

–––: Herzog Albrecht der Beherzte im Dienst des Reiches. Zu fürstlichen Karrie­remustern im 15. Jahrhundert, in: Ders., Albrecht der Beherzte, S. 73–101.

–––: Religiöse Rhetorik und symbolische Kommunikation. Herzogin Elisabeth von Sachsen am Dresdner Hof (1517–1537), in: Winfried Müller (Hrsg.): Perspektiven der Reformationsforschung in Sachsen. Beiträge des Ehren­kolloquiums zum 80. Geburtstag von Karlheinz Blaschke, Dresden 2008 (Bausteine aus dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, 12), S. 95–106.

–––  (Hrsg.): Herzog Albrecht der Beherzte (1443–1500). Ein sächsi­scher Fürst im Reich und in Europa, Köln u.a. 2002 (Quellen und Materia­lien zur Ge­schichte der Wettiner, 2).

–––  /Vötsch, Jochen (Hrsg.): Hof und Hofkultur unter Moritz von Sachsen (1521–1553), Beucha 2004 (Saxonia, 8).

Thumser, Matthias: Verfahrensweisen bei der Edition deutschsprachiger Ge­schichts­quellen (13.–16. Jahr­hundert), in: Ders. u.a. (Hrsg.): Edition deutsch­­sprachiger Quellen aus dem Ost­see­raum (14.–16 Jahrhun­dert), To­ruń 2001, S. 13–34.

Tutzschmann, Max[imilian] Moritz: Friedrich der Weise, Kurfürst von Sach­sen, ein Lebensbild aus dem Zeitalter der Reformation, Grimma 1848.

Virck, H[ans]: Die Ernestiner und Herzog Georg von 1500 bis 1508, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 30 (1909), S. 1–75.

Voigt, Martina: Zur Biographie des Zeitzer Propstes Melchior von Meckau († 1509), in: Peter Moraw (Hrsg.): Akkulturation und Selbstbehauptung. Studien zur Entwicklungsgeschichte des Lande zwischen Elbe/Saale und Oder im späten Mittelalter, Berlin 2001 (Berichte und Abhandlungen [der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften], Sonderbände, 6), S. 139–147.

Volkmar, Christoph: Die Heiligenerhebung Bennos von Meißen (1523/24). Spätmittelalterliche Frömmigkeit, landsherrliche Kirchenpolitik und refor­matorische Kritik im albertinischen Sachsen in der frühen Reformations­zeit, Münster 2002 (Reformationsgeschichtliche Studien und Texte, 146).

–––: Reform statt Reformation. Die Kirchenpolitik Herzog Ge­orgs von Sachsen 1488–1525, Tübingen 2008 (Spätmittelalter, Humanis­mus, Reformation, 41).

Wartenberg, Günther: Herzog Albrecht der Beherzte als spätmittelalterlicher Christ und als Herr der Kirche seines Landes, in: Thieme, Albrecht der Be­herzte, S. 197–212.

–––: Landesherrschaft und Reformation. Moritz von Sachsen und die albertini­sche Kirchenpolitik bis 1546, Gütersloh 1988 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte, 55).

Welck, Heinrich von: Georg der Bärtige, Herzog von Sachsen. Sein Leben und Wirken, Braunschweig 1900.

Werl, Elisabeth: Herzogin Sidonia von Sachsen und ihr ältester Sohn Herzog Georg, in: Herbergen der Christenheit 3 (1959), S. 8–19.

 

 


 

 

 

 

 

 


Personen- und Ortsregister zur Edition

Die Zahlen bezeichnen die Nummern der Briefe.

Berücksichtigt wurden ausschließlich Erwähnungen von Orten und Personen in den edierten Briefen, die einleitenden Texte wurden ebensowenig berücksichtigt wie die Anmerkungen des Editionsteils. Aufgeführt sind gegebenenfalls auch erschlossene Namen. Nicht aufgenommen wurden Sidonia und Georg von Sachsen.

Abkürzungen: Hg. (Hgn.) = Herzog (Herzogin); Kf. = Kurfürst; Kg. = König; Ks. = Kaiser; Mgf. = Mark­graf.

 

 

 


Adrianus (Heiliger)  41

Altendresden  89

— Augustinereremitenkloster  5, 44, 69

— Pfarrer (Ort ?)  44

— Pfarrkirche  5

— s. Cordula v. Altendresden

Andres „der Hinkende“ (Knecht Hgn. Sido­nias)  57

Anna v. Nürnberg (Hofjungfrau Hgn. Si­do­nias?)  89

Augustinus (Heiliger)  6

Augustusburg s. Schellenberg

 

Bakkalaureus (N.N.)  89, 90

Bamberg s. Johannes v. Bamberg

Barbara (Hofjungfrau Hgn. Sidonias)  9

Bayern, Hgn. Amalia v. (geb. Hgn. v. Sach­sen)  61

Benedictus (Diener Hgn. Sidonias)  20

Berwitz, Hans (und dessen Vater)  93

Bobemberger s. Johannes v. Bamberg

Böhmen (Wappen)  50

Böhmen, Kg. v.  A1

Brandenburg, Mgf.en v.

— Anna (Tochter Friedrichs d.Ä.)  A3

— Friedrich d.Ä.  A3

— Margareta (Tochter Friedrichs d.Ä.)  A3

— Sophia (Tochter Friedrichs d.Ä.)  A3

Breitenbach, Johann v.  26

Brieg, Hg. Georg I. v.  A3

Buda/Ofen  2

Bünau, Anna v. s. Minkwitz, Anna v.

 

Chemnitz  9

Christoph (Meister, Diener Hgn. Sidonias)  16, 23, 54, 90

Cordula v. Altendresden (Schwester)  63

 

Dalen, Bernhard v.  75

Dorlmeier, Johannes  10, 11, 12

Dörreheid, Benedikt  22, 23

Dresden  25, 37, 48, A1

— Franziskanerkloster  5

— Schloß  5

— Jahrmarkt  23

— Spital  63

 

Einsiedel, Heinrich v.  80

Erfurt  10, 86, A3

Erolt, Johann (Königsberger)  30, 31

 

Felix (Geistlicher)  72

Frankreich  2

Franz v. Assisi (Heiliger)  18

Freiberg  26, 80

— Kollegiatstift  26

— Magdalenerinnenkloster, Priorin (Barba­ra Schroter)  22, 75

Friedrich III., römisch-deutscher Kg. u. Ks.  8

 

Glawbiczin  35a

Görlitz  9

Goldschmied, Mattis – s. Rudel, Mattis

Goldschmied, Paul  50, 51

Grensing, Hans  12

Großenhain  22, 59

— Geleitsmann zu s. Dörre­heid, Benedikt

— Geleitsmann (N.N.) zu (?)  65, 66

— — dessen Bru­der s. Heinrich (Priester)

— Magdalenenkloster und Priorin  22, 23, 24

— Pflege  59

Halle (Saale)  6, 83

He(i)nritze, Chorschüler zu Meißen  72, 73

Heinitz, Niklas v.  80

— N.N. (Diener Sidonias)  9, 41, 42, 89

— — dessen Bruder  41, 42

Heinrich (Priester)  65

Heinz (Bote)  27

Helwig, Johann (Schösser zu Meißen)  66

Hubertus (Heiliger)  87

 

Johannes (Evangelist)  2

Johannes v. Bamberg  26

Jörg (Diener Hgn. Sidonias?)  6, 7

 

Kamenz  8

Kere, v.d. (Merten oder Georg?)  21

Kolbel  44

Königsberger – s. Erolt, Johann

 

Leipzig  6, 33, A3

— Landtag zu  79

— Universität  26

Liegnitz, Hg. Friedrich II. v.  A3

— Ludmilla  A3

— s. auch Brieg, Hg. v.

Lorenz (Kaplan Hg. Heinrichs v. Sach­sen)  44

Lorenz (wahrscheinlich Geistlicher)  21

Ludwig (Meister, Kaplan Hg. Georgs?)  67

 

Magdeburg, Ebf. v., Ernst v. Sachsen  83

Maltitz, Siegmund v.  80

— Siegmund v. (?)  2, 6, 18, 63

Maria Magdalena (Heilige)  24

Maria (Heilige)  24, 37

Maximilian I., römisch-deutscher Kg. u. Ks.  2, 79

Meckau, Helferich v.  93

Meißen  41, 55, 80, 89

— Bf. v. (Johann VI. v. Salhausen)  59

— Dom  5, 8, 31

— — Altar des hl. Wenzel  60

— — Chorschüler  72

— — Domstift  15

— — Vikar, Vikarie  60, 72

— Domkapitel, Domherren  10, 17, 31, 72

— — s. Erolt, Johann; Salhausen, Kaspar v.; Sculteti, Marcus

— Kloster St. Afra  5 (?)

— Kloster zum Heiligen Kreuz  59

— Schloß (‚Albrechtsburg‘)  46, 47

— Offizial (Ort unsicher)  56

— Schösser zu (Johann Helwig)  66

— — N.N. (?)  42

Miltitz, Siegmund v.  57

Minkwitz, Anna v. (geb. v. Bünau, Hofmei­sterin Hgn. Sidonias)  2

— Hans v.  1, 2, 17, 22, 29, 47, 80

Münich (Arzt)  88

Münsterberg, Hg. Heinrich I. d.Ä. v.  3, 4; A1

Münzmeister (Dr.)  4

 

Nabdicz, Hans  35a

Nathin, Johannes  10, 11, 12

Niederlande (Niederländer)  87

Nürnberg  13, 89

Nüssichen, Gregor (Knecht Hgn. Sido­nias) 71

 

Oschatz  17

— Amtmann zu (Michel Petzold oder Bene­dikt Richter)  92

 

Paris  2

Paulus (Heiliger)  25

Pflug, Christoph (Diener Hgn. Sidonias)  9, 67 (?), 89

— Siegmund  10a, 67 (?), 93

Pirna, Amtmann zu (Hans v. Schöberg)  32

Podiebrad (Poděbrady)  A1

Podiebrad, Ludmilla v. – s. Liegnitz

Polen, Barbara v. s. Sachsen

Prag, Dom (Dekan und Kapitel)  60

Preußen, Hochmeister  35a

Proles, Andreas  37

 

Ratzwitz, Christoph (Kaplan Hgn. Sido­nias)  55, 54, 60

Reynspergin (Magdalena v. Reinsperg?)  57

Rochlitz, Amtmann zu  57

Roczlicz  A3

Rödern  40

Römisch-deutsches Reich  A1

Rudel, Mattis (auch Mattis Gold­schmied)  50

Rumpf, Kunz  30

 

Sachsen (Wappen)  50

Sachsen, Hg. Albrecht der Beherzte v.  1, 2, 5, 13, 29, 43; A2

— Amalia s. Bayern

— Barbara (polnische Königstochter)  27, 33, 35, 45, 61, 79, 92; A3

Sachsen, Hg. v. – Christoph, Johann oder Wolfgang (Söhne Georgs)  45

— Ernst (Kf.)  29, 58

— Ernst s. Magdeburg, Ebf. v.

— Friedrich III. der Weise (Kf.)  17, 18 (?), 27 (?), 46 (?), 47 (?), 83, 86

— Friedrich (Hochmeister des Deutschen Ordens)  2, 18 (?), 27 (?), 46 (?), 47 (?); A2

— Heinrich der Fromme  2, 5, 28, 33 (?), 35 (?), 43, 80, 83, 86, 92 (?); A4

— Johann (Hans) der Beständige  17, 61

— Johann (Sohn Hg. Georgs)  35, 45, 82 (?), 83 (?), 84 (?)

— Friedrich (Sohn Hg. Georgs)  82 (?), 83 (?), 84 (?)

— Margaretha  41, 57

— Hof und Haushalt

— — „alte Hofmeisterin“  53, 66

— — Bote s. Heinz

— — Diener u. Knechte Hgn. Sidonias s. Andres; Benedictus; Christoph (Mei­ster); Heinitz; Jörg; Nüssichen, Gre­gor; Pflug, Christoph; Urban; Wes­nig; Weysch

— — Dienerinnen Hgn. Sidonias s. Sale, Barbara v.d.

— — Hofjungfrauen Hgn. Sidonias  89; s. Anna v. Nürnberg (?); Barbara

— — Hofmeister (Siegmund v. Maltitz?)  2

— — Hofmeister im Frauenzimmer  9

— — Hofmeister s. Schleinitz, Dietrich v.

— — Hofmeisterin Hgn. Sidonias  89; s. Mink­witz, Anna

— — Kanzlei Hg. Georgs  19, 30, 60

— — Kaplan Hg. Georgs s. Ludwig (Mei­ster); Thomas

— — Kaplan Hg. Heinrichs s. Lorenz

— — Kaplan Hgn. Sidonias s. Ratzwitz, Chri­stoph; Simon; Tho­mas

— — Küchenmeister Hgn. Sidonias  80

— — Marschall  17

— — Obermarschall  22

— — Räte Hg. Georgs  26, 31, 35, 57, 86, 95

— — Rechenmeister Hg. Georgs  54

Saint-Hubert  87

Sale, Albrecht v.d.  56

— Barbara v.d. (Dienerin Hgn. Sidonias)  10a, 20, 56, 94

 

— — deren Vater  20

— — deren Tochter und Sohn/Enkel Leu­telt  94

— Jörg (Georg) v.d.  20

Salhausen, Georg (Jörg) v.  40

— Kaspar v.  31

Schedlitz, Johannes  9, 14

Schellenberg (Augustusburg)  9, 10

Schleinitz, Dietrich v.  92

Schneider, Jörg (Geistlicher)  9, 14, 15, 30

Schneider, Jörg  43

Schönberg, Antonius v.  83

— Hans v. († 1511)  32

— Hans v. († 1537)  79, 83

— Heinrich v.  55, 65

— Ilse (geb. Pflug)  65

— N.N. v. (Tochter des Heinrich und der Ilse v. Schön­berg)  65

Schönfeld, Pfarrkirche  56

Schroter, Barbara  22, 75

Schwertfeger, Andreas  6, 7, 10, 11, 12, 89

Sculteti, Marcus (Domherr zu Meißen)  31

Senftenberg, Pfarrkirche  34

— Amtmann zu  94

Seydwitz  A3

Simon (Kaplan Hgn. Sidonias)  34, 35a

Sluis  5

 

Tauler, Johannes  33

Thamloser  30

Tharandt, Amt  79

— Förster zu  92

Thomas (Kaplan Hg. Georgs und Hgn. Si­donias)  36

Torgau  78

 

Ungarn  2

— Kg. v.  A1

Urban (Diener Hgn. Sidonias)  54, 89, 92

 

Valentin (Heiliger)  24

Voyt, Mathes (und dessen Schwager)  40

 

Wesnig (Diener Hgn. Sidonias)  9, 89

Weysch (Diener Hgn. Sidonias?)  6

Weyssenbachin (und ihr Mann)  63

Wiedebach, Georg v.  17

Witzleben, N.N. v.  80

 

Ziegler, Christoph  32


Bearbeiter

Dr. Sven Rabeler: Geboren 1971. Studium (Mittlere und Neuere Geschichte, Ost­europäische Geschichte, Kunstgeschichte) an der Christian-Albrechts-Universi­tät zu Kiel. 1998 Magisterprüfung. 2005 Promotion. Zur Zeit wissenschaftlicher Mit­arbeiter am Institut für Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Er­lan­gen-Nürnberg (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissen­schaften).

 

Alexandra Kursawe: Geboren 1980. Studium (Geschichte und Deutsch) an der Chri­stian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2004 Staatsexamen (Lehramt an Gym­na­sien). Im Schuldienst tätig.

 

Claudia Ulrich: Geboren 1980. Studium (Geschichte und Deutsch mit Ergän­zungsfach Kulturmanagement) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 2006 Staatsexamen (Lehramt an Gymnasien). Im Schuldienst tätig.

 



[1]        Exemplarisch angeführt seien hier zum einen einige biographische Arbeiten zu Fried­rich dem Weisen – Tutzschmann, Friedrich der Weise; Stephan, Beiträge; Ludol­phy, Fried­rich der Weise – zum anderen mehrere neuere Arbeiten zu Moritz – Blasch­ke, Moritz von Sachsen; Thieme/Vötsch, Hof und Hofkultur; Herrmann, Moritz von Sachsen; Wartenberg, Landesherrschaft.  – Zu Reichsfürsten der Jahrzehnte um 1500 vgl. zu­künftig auch den von Oliver Auge, Ralf-Gunnar Werlich und Gabriel Zeilinger heraus­gegebenen Sammelband zur Tagung ‚Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppen­bild und Individualität. Formen fürstlicher Selbstdarstellung und ihre Rezeption (1450–1550)‘ (erscheint 2009 als Band 22 der Reihe ‚Residenzenforschung‘).

[2]        Langenn, Herzog Albrecht.

[3]        Thieme, Albrecht der Beherzte.

[4]        Welck, Georg der Bärtige. – Eine Biographie Herzog Georgs ist längerfristig von Prof. Dr. Enno Bünz (Leipzig) zu erwarten.

[5]        Gess, Akten; Volkmar, Reform.

[6]        Vgl. z.B. Volkmar, Reform, S. 79, 81, 83 f., 411–414, 454, 460 und 619; Ders., Hei­ligenerhebung, S. 2, 63, 153, 163 und 182; Wartenberg, Herzog Albrecht, S. 198, 201 und 202; Junghans, Georg von Sachsen, S. 385; Gross, Wettiner, S. 102 und 106. Letztlich gehen diese Wertungen nach wie vor insbesondere auf Werl, Sidonia zurück.

[7]        Langenn, Familienleben; Werl, Sidonia; Rogge, Herzog Albrecht, insbesondere S. 31–40. Vgl. außerdem Streich, Frauenhof, S. 249 f. – Als gänzlich populär gehalte­ner Lebensabriß kommt hinzu Anonymus, Herzogin Sidonie,

[8]        Als Beispiele seien genannt: Nolte, Familie; Dies., Christine von Sachsen; Streich, Le­bensbedingungen; Rogge, Fürstin; Thieme, Glaube und Ohnmacht; Hirschbiegel/Pa­ravicini, Frauenzimmer; Bastl, Tugend; Lilienthal, Fürstin; Essegern, Fürstin­nen.

[9]        Blaschke, Fürst, S. 22.

[10]      Langenn, Familienleben.

[11]      Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1 (vgl. in der vorliegenden Edition die Briefe Nr. 1, 2, 5–8, 13, 27–29, 33, 35, 37, 43, 45 und 58).

[12]      Rogge, Familienkorrespondenz.

[13]      Beispiele in HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1 und 8498/2; HStA Weimar, EGA Reg. A 106. Zum Begriff ‚Familienbrief‘ vgl. Fouquet, Fürsten, insbesonder S. 172 f.

[14]      Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 206 und 211–220.

[15]      Siehe dazu künftig die Kieler Dissertation von Sina Westphal: Briefe und Macht. Die Reichsstadt Nürnberg, Kursachsen und das Reich um 1500.

[16]      Eine Edition bereitet André Thieme (Institut für Sächsische Geschichte und Volks­kunde, Dresden) vor. Vgl. Thieme, Glaube und Ohnmacht; Ders., Religiöse Rhetorik.

[17]      Nolte, Familie; Dies., Eigenhändige Briefe. Dort auch Hinweise auf die ältere Litera­tur zu diesen Korrespondenzen. – Mit teils parallelen, teils abweichenden Ansätzen ist für die Wettiner auf Rogge, Herrschaftsweitergabe zu verweisen.

[18]      Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 3/1, Tafel 22. – Zu Georg von Podiebrad vgl. Hey­mann, George of Bohemia; Odložilík, Hussite King.

[19]      Heymann, George of Bohemia, S. 189–194; Odložilík, Hussite King, S. 100–102; Rogge, Herzog Albrecht, S. 28–31.

[20]      Odložilík, Hussite King. S. 104; Rogge, Herzog Albrecht, S. 31–34. – Zugleich wurde per procurationem die Ehe zwischen Heinrich (Hynek) von Podiebrad und Katharina von Sachsen, einer Tochter Herzog Wilhelms III., geschlossen.

[21]      Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 3/1, Tafel 22.

[22]      Posse, Wettiner, Tafel 6; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 153.

[23]      Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 222–226; Hänsch, Hauptteilung.

[24]      Posse, Wettiner, Tafel. 28; Schwennicke, Stammtafeln, Tafel 167.

[25]      Vgl. zum folgenden HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, zum Hof Sidonias fol. 2v–3v (danach zitiert; gedruckt bei Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 27–35, hier S. 30 f.). –  Zur Datierung der Hofordnung vgl. Rabeler, Lebensformen, S. 469–472.

[26]      Vgl. dazu allgemein Thieme, Albrecht der Beherzte im Dienst des Reiches.

[27]      Rabeler, Lebensformen, S. 182 (mit Quellen- und Literaturhinweisen).

[28]      HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1, fol. 132–133, teilweise beschädigt (im folgenden nach diesem handschriftlichen Original zitiert; auszugs­weise gedruckt bei Steinhau­sen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 414, S. 283 f., der den Brief auf Anfang 1489 datiert). – Der Anhalt für die Datierung ergibt sich nicht nur aus der Bestallung Albrechts zum Ge­neralstatthalter im Dezember 1488, sondern auch aus dem inhaltlichen Bezug zu einem Brief Sidonias an Georg, der offenbar auf den 22. Jan. 1489 zu datieren ist (Brief Nr. 1).

[29]      Zur Albrechtsburg vgl. zuletzt Donath, Herzog Albrecht und Hoppe, Albrechtsburg (mit Hinweisen zur älteren Literatur).

[30]      Baudisch/Butz/Streich, Meißen, S. 372; Meinhardt, Dresden.

[31]      Vgl. Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 40, S. 432.

[32]      Briefe Nr. 46 und 47.

[33]      Wie Anm. 28. Vgl. dazu auch Rogge, Herzog Albrecht, S. 38 f.

[34]      Vgl. auch Nolte, Familie, S. 183.

[35]      Streich, Frauenhof, S. 250; Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 24, S. 124.

[36]      Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Tafel 167. Zum Grabdenkmal im Meißner Dom siehe Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 40, S. 328–330.

[37]        Die Briefe sind Teil einer im 19. Jh. formierten Akte, die Handschreiben verschiedener Angehöriger der Wettiner aus dem 15. und 16. Jh. enthält: HStA Dresden, Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Loc. 8498/1, hier fol. 137–232.

[38]        Vgl. oben S. 14 f.

[39]        Briefe Nr. 82–85.

[40]        Brief Nr. 87.

[41]        Briefe Nr. 10a und 35a.

[42]        HStA Stuttgart, J 340, Nr. 79204.

[43]        Brief Nr. 57.

[44]        Die folgenden Ausführungen stellen eine Zusammenfassung meiner Examensarbeit dar: Alexandra Kursawe, Der Briefwechsel der Herzogin Sidonia von Sachsen (1449–1510), Staatsexamensarbeit für das Lehramt an Gymnasien (masch.), Kiel 2004. Später er­schie­nene Literatur konnte für die Veröffentlichung nicht mehr einbezogen werden.

[45]        In Selbstzeugnissen spricht der Schreiber über seine Handlungen oder Empfindungen, vgl. Tersch, Selbstzeugnisse, S. 727.

[46]        Als Beispiel sei hier allein verwiesen auf die Beiträge in Arnold/Schmolinsky/Zahnd, Das dargestellte Ich.

[47]        Vgl. Spiess, Familie.

[48]        Vgl. Greyerz, Von der dargestellten Person zum erinnerten Ich, S. 12.

[49]        Simmel, Sociologie, S. 432.

[50]        Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 207.

[51]        Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 205 f.

[52]        Neben der Familie war für die Menschen des Mittelalters die Freundschaft ein konsti­tuierender Faktor des sozialen Miteinanders; vgl. Fouquet, Fürsten, S. 181.

[53]       Vgl. Beer, Eltern, S. 63.

[54]      Beer, Ehealltag, S. 109.

[55]      Vgl. Beer, Eltern, S. 65.

[56]      Vgl. Beer, Eltern, S. 66.

[57]      Rosenthal, Widows, S. 39. David Herlihy unterstützt Rosenthals These in seiner Arbeit über die Familie im mittelalterlichen Europa: „[…] the emotional life of the medieval family [is] indisputably the most elusive of subjects” (Herlihy, Family, S. 167 f.).

[58]      Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 203.

[59]      Rogge, Familienkorrespondenz, S. 204.

[60]      Vgl. Liebertz-Grün, Frau und Herrscherin, S. 187.

[61]      Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 208.

[62]      Vgl. Severidt, Familie, S. 97.

[63]      Nach Arno Borst sind Lebensformen „geschichtlich eingeübte soziale Verhaltenswei­sen“ (Borst, Lebensformen, S. 14).

[64]      Brief Nr. 49.

[65]      Sidonia erbat insgesamt fünfzehnmal explizit den Besuch Georgs.

[66]      Vgl. Werl, Sidonia, S. 10.

[67]      Vgl. Severidt, Familie, S. 97 f.

[68]      Vgl. Spiess, Witwenversorgung, S. 100.

[69]      Brief Nr. 52.

[70]      Brief Nr. 91.

[71]      Brief Nr. 91.

[72]      Brief Nr. 91.

[73]      Brief Nr. 17.

[74]      Brief Nr. 7.

[75]      Zu Siegmund Pflug siehe Brief Nr. 10a, Anm. 73.

[76]      Brief Nr. 67.

[77]      Vgl. Brief Nr. 6.

[78]      Vgl. Keller, Anna von Sachsen, S. 269.

[79]      Eine Auszählung hat ergeben, daß Sidonia vierundvierzigmal ich bitt dich/dych schreibt, was auf die große Anzahl der vorgetragenen Bitten hinweist.

[80]      Sidonia bat insgesamt fünfundzwanzigmal für achtzehn Männer und fünfzehnmal für acht Frauen.

[81]      Brief Nr. 20. – Zur Identifizierung der Frau von der Sale siehe Brief Nr. 10a, Anm. 72.

[82]      Brief Nr. 63.

[83]      Briefe Nr. 40, 63, 66, 69, und 75.

[84]      Vgl. Briefe Nr. 8, 10, 22, 36, 50, 53, 63, 65, 71, 88, 89, 92 und 94.

[85]      Vgl. Briefe Nr. 9, 15, 26, 32, 34, 56, 60 und 72.

[86]      Brief Nr. 9.

[87]      Brief Nr. 14.

[88]      Unter Submitteilung wird eine Mitteilung in der Mitteilung verstanden, deren Bedeutung meist nur den jeweiligen Korrespondenzpartnern bekannt war.

[89]      Brief Nr. 69.

[90]      Brief Nr. 44.

[91]      Ebba Severidt verweist darauf, daß Eltern ihren Nachwuchs mit Kosenamen belegten und durch Diminutivformeln verniedlichten. In Sidonias Fall zeigt dies die besondere Verbundenheit, soll den Sohn aber gleichzeitig auf die Ebene des unmündigen Kindes stellen. Vgl. Severidt, Familie, S. 110.

[92]      Fünfmal bezeichnete sie Georg als sonichen und ebenfalls fünfmal als kint.

[93]      Brief Nr. 48.

[94]      Vgl. Briefe Nr. 34, 60 und 72.

[95]      Vgl. Briefe Nr. 26 und 32.

[96]      Vgl. Briefe Nr. 40 und 93.

[97]      Vgl. Briefe Nr. 8, 41 und 42.

[98]      Vgl. Brief Nr. 71.

[99]      Vgl. Briefe Nr. 20, 24, 63 und 75.

[100]      Vgl. Brief Nr. 22.

[101]      Vgl. Briefe Nr. 89 und 90.

[102]      Cordula Nolte verweist darauf, daß die Witwe den Kindern als selbständige Briefpartne­rin gegenübertrat. Sie versuchte nicht nur auf die Politik und Lebensführung des Sohnes Einfluß zu nehmen, sondern bezog auch in Streitigkeiten Position. Als weiteres Beispiel führt Nolte die Kurfürstin Anna von Brandenburg an. Vgl. Nolte, Beziehungsgeflech­te, S. 17. Uta Löwenstein gibt ein Beispiel, in dem der zwanzigjährige Hermann völlig unter dem Einfluß seiner Mutter Juliane von Hessen-Kassel stand. Vgl. Löwenstein, Hofhaltung, S. 125.

[103]      Brief Nr. 19.

[104]      Brief Nr. 21: Sycherlich, du must ym eyn hertern czawm anlegen, anders er vordirbt gar.

[105]      Brief Nr. 30.

[106]      Vgl. Werl, Sidonia, S. 16.

[107]      Brief Nr. 57.

[108]      Brief Nr. 24.

[109]      Brief Nr. 17.

[110]      Brief Nr. 17.

[111]      Brief Nr. 17.

[112]      Brief Nr. 7.

[113]      Brief Nr. 7.

[114]      Brief Nr. 9.

[115]      Brief Nr. 16.

[116]      Brief Nr. 80.

[117]      Brief Nr. 43.

[118]      Brief Nr. 80.

[119]      Brief Nr. 83.

[120]      Brief Nr. 83.

[121]      Brief Nr. 24.

[122]      Vgl. Werl, Sidonia, S. 18.

[123]      Vgl. Werl, Sidonia, S. 17.

[124]      Brief Nr. 77.

[125]      Vgl. Briefe Nr. 13, 38, 44, 49, 51, 61, 68, 77, 81 und 91.

[126]      Vgl. Langenn, Herzog Albrecht, S. 488–493; Posse, Wettiner, Tafel 28; Welck, Georg, S. 13.

[127]      Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 231.

[128]      Der Bote Heinz hatte ihr nicht den für sie bestimmten Brief gebracht.

[129]      Brief Nr. 27.

[130]      Brief Nr. 27.

[131]      Brief Nr. 28.

[132]      Vgl. Briefe A1 und A3.

[133]      Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 226. Sidonias Schwiegermutter Margaretha, die ebenfalls in regem Briefkontakt mit ihrem Sohn stand, tat dies nicht.

[134]      Brief Nr. 37.

[135]      Vgl. Briefe Nr. 6 und 7.

[136]      Brief Nr. 58.

[137]      Brief Nr. 58.

[138]      Brief Nr. 85.

[139]      Brief Nr. 24.

[140]      Brief Nr. 55.

[141]      Brief Nr. 24.

[142]      Brief Nr. 24.

[143]    Briefe Nr. 27, 45 und 82–84.

[144]    Der Erstgeborene Christoph (8. September–5. Dezember 1497) verstarb bereits nach drei Monaten.

[145]    Brief Nr. 2: hewt am tag s. Johanes ewangelisten, meyns liben nesten frunds.

[146]    Brief Nr. 82.

[147]    Brief Nr. 84.

[148]    Vgl. Briefe Nr. 45, 82 und 84.

[149]    Vgl. Nolte, Beziehungsgeflechte, S. 18.

[150]    HStA Dresden, Geh. Rat., Loc. 8498/1, fol. 132v.

[151]    Brief Nr. 25.

[152]    Brief Nr. 25.

[153]    Vgl. Rogge, Familienkorespondenz, S. 236.

[154]    Vgl. Brief Nr. 28.

[155]    Zu Johannes Tauler siehe Brief Nr. 33, Anm. 167.

[156]    Brief Nr. 33.

[157]    Brief Nr. 33.

[158]    Brief Nr. 33.

[159]    Brief Nr. 33.

[160]    Vgl. Opitz, Kinderwunsch, S. 83 f.

[161]    Langenn, Züge, S. 20 stellt fest, daß Georg der Liebling seiner Mutter gewesen sei.

[162]    Vgl. Severidt, Familie, S. 81 f.

[163]    Margaretha verfolgte mit ihren Briefen die Intention, ihre Beziehungen zu pflegen, we­niger den Sohn zu erziehen. Stets stellte sie ihre eigenen Belange hinter die der Dynastie zurück. Vgl. Rogge, Familienkorrespondenz, S. 235.

[164]    Ein Beispiel in Brief Nr. 64: Ich wils gern so halden, als du mir geschriben hast, aber was ich dyweyll aplas vorsewme, den mustu vorbethen.

[165]    Vgl. Medick/Sabean, Einleitung, S. 17–21.

[166]    Rogge, Familienkorrespondenz, S. 237.

[167]    Vgl. Spiess, Witwenversorgung, S. 106.

[168]    Vgl. Johanek, Schlußbetrachtungen, S. 267–274.

[169]    Nolte, Beziehungsgeflechte, S. 33.

[170]        In Anlehnung an Schultze, Richtlinien. Zum Problem der von Schultze geforderten, hier aber nicht durchgeführten Vereinfachung von Konsonantenhäufungen vgl. Thum­ser, Verfahrensweisen.

[171]        Vgl. oben S. 18.

[172]        Werl, Sidonia; Langenn, Familienleben.

[173]        Vgl. oben S. 13–15.

[174]        Herzog Albrecht der Beherzte von Sachsen (1443–1500), Sohn Kurfürst Friedrichs II. des Sanftmütigen (1412–1464). Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 153 und 167.

[175]        Hans von Minkwitz († 1516), Ritter, Sohn des Hans (d.Ä.) von Minkwitz († 1460), war 1484 albertinischer Hofmeister, 1488–1497 albertinischer Obermarschall. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 363 f.; Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 5.

[176]        Deutsche Reichstagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 4/1, Nr. 366, S. 515 f.; zu den Verhand­lungen über eine Reichshilfe gegen Frankreich und gegen Ungarn vgl. die Einleitung von Reinhard Seyboth, in: ebd., insbesondere S. 80 f. und 84 f.; Wolf, Doppel­regie­rung, S. 266–268. – Die Verbindung zum Nürnberger Reichstag von 1491 stellt unter indirekter Bezugnahme auf den vorliegenden Brief Welck, Georg der Bärtige, S. 11 her. Richter, Erziehungswesen, S. 9 bezieht dessen Angabe ausdrücklich auf den Brief Sidonias, was wiederum Volkmar, Reform, S. 81, Anm. 29 übernimmt. – Eine ab­weichende Datierung auf den 6. Mai 1495 schlägt Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 462, S. 313 vor (danach Rogge, Familienkorrespondenz, S. 231, Anm. 101).

[177]        Deutsche Reichstagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 4/1, Nr. 518, S. 693; Nr. 519, S. 698 und 699.

[178]        Herzog Albrecht hielt sich noch am 29. Juni 1491 in Nürnberg auf (Deutsche Reichs­tagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 4/1, Nr. 260, S. 382).

[179]        Vgl. die editorische Vorbemerkung zum Brief.

[180]        König Maximilian I. (1459–1519).

[181]        Herzog Heinrich der Fromme (1473–1541), Sohn Herzog Albrechts von Sachsen und Sidonias (Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167; vgl. zur Person auch Schirmer, Herzog Heinrich), und dessen Bruder Herzog Friedrich (1474–1510), ab 1498 Hochmeister der Deutschen Ordens. Siehe zu beiden Posse, Wet­tiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167. Vielleicht ist hier auch nur einer der Brüder gemeint.

[182]      Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[183]      Paris.

[184]      Buda/Ofen.

[185]      Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3). Dieser läßt sich im Juni 1491 in Nürnberg nachweisen (Deutsche Reichstagsakten, Mittlere Reihe, Bd. 4/1, Nr. 260, S. 382), war vermutlich aber bereits vorher anwesend.

[186]      Möglicherweise Siegmund von Maltitz († 1524), Ritter, 1490–1496 albertinischer Hofmarschall, 1499–1524 Amtmann zu Schellenberg (Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 361 f.). Dieser ist nach Langenn, Herzog Albrecht, S. 558 zwischen 1492 und 1496 nicht nur als Untermarschall, sondern auch als Hofmeister nachweisbar. Das Hofmeister­amt könnte er ebenso wie das (Unter-)Marschallamt bereits früher innegehabt haben.

[187]      Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3) war verheiratet mit Anna von Bünau, einer Tochter Rudolfs von Bünau zum Wesenstein (Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 517, ad a. 1481; Bd. 5, Tafel 5).

[188]      Wahrscheinlich 1491 Mai 4 (vgl. die editorische Vorbemerkung zum Brief).

[189]      Anna von Bünau (siehe oben Anm. 15)? Die präzise Bedeutung der Textstelle ist nicht geklärt.

[190]      Herzog Heinrich I. d.Ä. (1448–1498) von Münsterberg, Sohn Georgs von Podiebrad und damit Bruder Herzogin Sidonias und Onkel Herzog Georgs. Schwennicke, Stamm­tafeln, Bd. 3/1, Tafel 22.

[191]      Herzog Heinrich I. d.Ä. von Münsterberg (siehe oben Anm. 18).

[192]      1492 Okt. 8.

[193]      Rabeler, Lebensformen, S. 199.

[194]      Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[195]      Sluis (Niederlande, Prov. Zeeland).

[196]      Verhandlung.

[197]      Mit Pfarrechten war die Dresdner Frauenkirche ausgestattet. Vgl. Stanislaw-Kemenah, Kirche, S. 200–202.

[198]      Gemeint sind das Franziskanerkloster zu Dresden und das Augustinereremitenkloster zu Altendresden (Stanislaw-Kemenah, Kirche, S. 214–218 und 219 f.; Butte, Geschich­te Dresdens, S. 96–98).

[199]      Die Pfarrkirche (Dreikönigskirche) zu Altendresden war seit 1481 dem dortigen Augu­stinereremitenkloster inkorporiert (Stanislaw-Kemenah, Kirche, S. 206; Butte, Ge­schichte Dresdens, S. 98 f.).

[200]      Offenbar abgeleitet von Figural, figurieren.

[201]      Dom zu Meißen.

[202]      Gemeint sein könnte das Kloster St. Afra (Augustinerchorherren) zu Meißen (vgl. zu diesem Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 39, S. 337–340).

[203]      Zu Herzog Heinrich siehe oben Anm. 9.

[204]      Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230, Anm. 96 datiert das Schreiben auf „18. Januar 1488 oder 1493“, ohne dies zu begründen.

[205]      HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 210v: 47 gulden 10 d fur silber meiner gne­digenn frawenn [d.h. Herzogin Sidonia] 6 margk ½ lot uff bevehl meines gnedigenn hernn herzcoge Albrechten, die margk zcu 7 fl 12 ß bezcalt.

[206]      HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 210r.

[207]      Geschmeide.

[208]      Teilchen.

[209]      Reinfal (Südwein).

[210]      Halle (Saale).

[211]      1493 Jan. 21 oder Jan. 22?

[212]      Wahrscheinlich Siegmund von Maltitz (siehe oben Anm. 14).

[213]      Leipzig.

[214]      Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[215]      Andreas Schwertfeger, Angehöriger des Augustinereremitenordens, studierte in Leip­zig, war 1479 Bakkalaureus an der theologischen Fakultät der Universität Erfurt und wurde dort 1482 zum Doktor der Theologie promoviert. Gess, Akten, Bd. 1, S. XXV); Kleineidam, Universitas, Teil 2, S. 283 (Andreas Gladiatoris); Kolde, Augustiner-Congregation, S. 140 f.; Volkmar, Reform, S. 81.

[216]      Reisige.

[217]      Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230 gibt als Möglichkeiten nur 1488 und 1493 an, ohne dies zu begründen.

[218]      Jan. 21.

[219]      Gemeint sind die fünf Wundmahle Christi.

[220]      Andreas Schwertfeger (siehe oben Anm. 43).

[221]      Vgl. Brief Nr. 6.

[222]      Hödl, Habsburg, S. 193.

[223]      Kamenz (Ldkr. Bautzen).

[224]      Im Jahr 1493 stiftete König Wladislaw von Böhmen bei Kamenz ein Franziskanerklo­ster (UB Kamenz und Löbau, Nr. 173, S. 130 f.). Am 20. Mai desselben Jahres wurde der Grundstein zu den Klostergebäuden gelegt (ebd., Nr. 174, S. 131). Vgl. Bau- und Kunst­denkmäler Sachsen, Heft 36, S. 156 f.

[225]      Kaiser Friedrich III. (1415–1493).

[226]      Dom zu Meißen.

[227]      Görlitz.

[228]      In der Hofordnung Herzog Albrechts wird unter dem Sidonia zugeordneten Personal auch Heinitz mit zwei Pferden aufgeführt (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 2v; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 30). Ihm selbst stand demnach ein Knecht zu (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 3v; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 31). – Angehörige der sächsischen Niederadelsfamilie Heinitz sind mehrmals im wet­tinischen Hofdienst belegt. Im Zusammenhang mit ihrer Hochzeit wurde Sidonia 1459 Balthasar Heinitz als Diener zugeordnet (Streich, Reiseherrschaft, S. 179). Dem Braut­zug der Wettinerin Christina, einer Tochter Kurfürst Ernsts, gehörte 1478 der junge Heinitz als Diener an (ebd., S. 179 und 445). 1486 stand offenbar Heinrich von Heinitz im Dienst Herzog Albrechts (Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 57: Ausgaben in der Kammerrechnung für die Beschlagung zweier Pferde). Heinrich von Heinitz, wohl ein Bruder des Nikolaus von Heinitz (zu diesem siehe unten Anm. 302), war von 1500 bis 1508 im Dienst Herzog Heinrichs Amtmann zu Freiberg (Mansberg, Erbarman­schaft, Bd. 2, S. 58 und passim).

[229]      Chemnitz.

[230]      Wer hier gemeint ist, kann nicht ohne weiteres geklärt werden.

[231]      Schellenberg (seit 1899 Augustusburg, Ldkr. Mittelsachsen).

[232]      In der Hofordnung Herzog Albrechts wird unter dem Sidonia zugeordneten Personal auch Pflug mit zwei Pferden aufgeführt (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 2v; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 30). Ihm selbst wird ein Knecht zugeordnet (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 3v; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 31). Es dürfte sich um den an einem der Tische aufgeführten Christoph Pflug handeln (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 3r; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 31). Dieser erscheint auch 1495 als Diener Sidonias (Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 151). Möglicherweise ist er identisch mit einem vor 1506 verstorbenen Sohn des Heinrich Pflug († 1506, Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 11).

[233]      In der Hofordnung Herzog Albrechts wird unter dem Sidonia zugeordneten Personal auch Weßnig mit einem Pferd aufgeführt (HStA Dresden, Kammerkollegium, Loc. 32436, fol. 2v; Kern, Hofordnungen, Bd. 2, S. 30).

[234]      Wer hier gemeint ist, kann nicht ohne weiteres entschieden werden.

[235]      Vgl. unten Anm. 66.

[236]      Domkapitel zu Meißen.

[237]      Andreas Schwertfeger (siehe oben Anm. 43).

[238]      Dabei muß es sich um Johannes Nathin und Johannes Dorlmeier handeln, die beide am 21. Okt. 1493 in Erfurt zum Doktor der Theologie promoviert wurden. Nathin († 1529), der seit 1465 in Erfurt, Tübingen und Heidelberg studiert hatte und 1472 in das Erfurter Augustinerkloster eingetreten war, wurde im Sommersemester 1493 in Erfurt Lizentiat. Drolmeier († vor 1505) besuchte ab 1472 die Universität in Erfurt, gehörte ab 1483 dem dortigen Augustinerkonvent an und wurde – ebenso wie Nathin – im Sommersemester 1493 Lizentiat. Kleineidam, Universitas, Teil 2, S. 291 f.

[239]      Erfurt.

[240]      Okt. 21.

[241]      Dresdner Heide, Waldgebiet bei Dresden.

[242]      Schellenberg, seit 1899 Augustusburg (Landkreis Mittelsachsen).

[243]      1493 Okt. 13 oder Okt. 14. Der Brief ist also eine Woche vorher – am Sonntag vor Dio­nysii – verfaßt.

[244]      Wahrscheinlich Barbara von der Sale, die in einem Dresdner Stadtbucheintrag von 1503 als Witwe Georgs (Jörgs) von der Sale und als Hofmeisterin bezeichnet wird (Kübler/ Ober­ste, Stadtbuch, Nr. 5/414, S. 525). Diese Funktion dürfte sie am Hof Sidonias aus­geübt haben.

[245]      Siegmund Pflug (um 1455/60–1510), Sohn des Hans Pflug († 1486) und der Agnes von Heinitz, studierte in Leipzig und erwarb den Doktorgrad. 1486 war er Domherr in Mei­ßen und Merseburg. Den albertinischen Herzögen diente er als Rat, 1494–1500 als Kanz­ler. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 367. In einem Brief vom 9. April 1510 bezeichnete Herzogin Barbara, die Gemahlin Georgs, den gerade verstorbenen Siegmund Pflug als gefater (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1, fol. 235r); dieser dürfte also Taufpate eines der Kinder des Herzogspaares gewesen sein.

[246]      1493 Okt. 8?

[247]      1493 Okt. 13 oder Okt. 14.

[248]      Siehe oben Anm. 66.

[249]      1493 Okt. 13 oder Okt. 14.

[250]      Andreas Schwertfeger (siehe oben Anm 43).

[251]      1493 Okt. 15.

[252]      Erfurt.

[253]      Andreas Schwertfeger (siehe oben Anm. 43).

[254]      Siehe oben Anm. 66.

[255]      Auf einer Wallfahrt (nach Jerusalem?).

[256]      Rabeler, Lebensformen, S. 233.

[257]      Regesta Imperii XIV, Bd. 1, Nr. 2820, S. 353.

[258]      HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 242v (Eintrag für den Zeitraum Michaelis 1493 bis Neujahr 1494): 20000 guld[e]nn meinem gnedigenn herrnn herzcogenn Al­brechte gein Nurmberk bestalt, dasß die uffs naw jar nestvolgennnde alda gewest seynn.

[259]      Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[260]      Nürnberg.

[261]      Vgl. Brief Nr. 9.

[262]      Anscheinend wird in den albertinischen Hofrechnungen erstmals 1491 eine Zahlung in Höhe von 100 fl an Sidonia verzeichnet (fällig zu Pfingsten, HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 146r), doch in seinem Brief, in dem er seinen Sohn Georg anweist, Sidonia ein ‚Quatembergeld‘ von 100 fl zu zahlen, erwähnt Herzog Albrecht, daß diese Summe auch schon zuvor an Sidonia entrichtet worden sei (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1, fol. 133r; vgl. oben S. 15). Noch im Dez. 1494 (zu Luciae) erhielt Sidonia 100 fl (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 274r), 1495 (zu Matthiae) wurde dann erstmals ein ‚Quatembergeld‘ von 524 fl entrichtet (ebd., fol. 279r, hier noch in zwei Summen – 500 fl und 24 fl – gebucht, später nur noch jeweils eine Buchung von 524 fl). Vgl. auch Schirmer, Staatsfinanzen, S. 182; Puff, Finanzen, S. 145 f. (die dort vermerkte Zahlung von 400 fl im Febr. 1495 läßt sich anhand der gerade angeführten Hofrechnungen nicht nachvollziehen).

[263]      Gemäß einem Stadtbucheintrag vom 29. März 1503 setzte meister Cristoff ge­genüber Herzogin Sidonia sein Haus am Markt zu Dresden als Sicherheit für eine Schuld von 100 fl (Kübler/Oberste, Stadtbuch, Nr. 5/412, S. 523 f.).

[264]      Quatember.

[265]      Meißen.

[266]      Herzog Johann der Beständige von Sachsen (1468–1532), Sohn Kurfürst Ernsts (1441–1486). Posse, Wettiner, Tafel 7; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 154.

[267]      Kurfürst Friedrich III. der Weise von Sachsen (1463–1525), Sohn Kurfürst Ernsts (1441–1486) und seiner Frau Barbara (1443–1484), und Herzog Johann von Sachsen (siehe oben Anm. 94).

[268]      Oschatz (Ldkr. Nordsachsen).

[269]      Georg von Wiedebach († 1524), der zunächst als Türknecht im Hofdienst Herzog Al­brechts von Sachsen stand und dessen Privatschatulle verwaltete, wurde 1491 albertini­scher Landrentmeister, 1494 Amtmann zu Leipzig. Beide Funktionen bekleidete er bis zu seinem Tod. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 377 f.

[270]      Der Obermarschall Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3).

[271]      Domherren zu Meißen.

[272]    Kiliani = Juli 8.

[273]    Spangennadel (Schmuckstück).

[274]    Welcher Herzog hier gemeint ist, bleibt unklar. Denkbar ist ein Zusammenhang mit den Briefen Nr. 46 und 47. In diesem Fall müßte es sich entweder um Kurfürst Friedrich III. von Sachsen (siehe oben Anm. 95) oder Sidonias Sohn Friedrich (siehe oben Anm. 9) handeln.

[275]    Wahrscheinlich Siegmund von Maltitz (siehe oben Anm. 14).

[276]    Siehe oben Anm. 101.

[277]    Conceptio Mariae = Dez. 8.

[278]    Vgl. unten Anm. 109.

[279]    Siehe oben Anm. 101.

[280]    Barbara von der Sale (siehe oben Anm. 72).

[281]    Goerlitz, Staat und Stände, S. 590 verzeichnet unter den schriftsässigen Edelleuten ei­nen Georg von der Sale zu Schönfeld, der 1488 zur Steuer und im folgenden Jahr zum Heeresaufgebot herangezogen wurde. Ab Jan. 1495 erscheint in dieser Aufstellung (sein Sohn?) Albrecht (siehe unten Anm. 237). Wahrscheinlich ist Georg von der Sale zuvor verstorben.

[282]    D.h. zur zugehörigen Besoldung?

[283]    D.h. schlecht behandelt.

[284]    Gemeint sein könnte ein Angehöriger der fränkischen Niederadelsfamilie von der Kere. Nach den albertinischen Hofrechnungen erhielt 1493 ein Merten von der Kere, der in Leipzig studierte, einen Jahressold von 60 fl (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 237v). 1494 betrug sein Jahressold 50 fl (ebd., fol. 246r). 1493 erhielten Georg von der Kere und eine weitere Person für sich und ihre Knechte zu Kleidung und anderem 125 fl (ebd., fol. 210r). Möglicherweise meint Sidonia eine dieser beiden von der Kere.

[285]    Volkmar, Reform, S. 254, Anm. 18.

[286]    Vgl. die editorische Vorbemerkung zum Brief.

[287]    Großenhain (Ldkr. Meißen). – Hier ist der städtische Rat gemeint.

[288]    Priorin des Magdalenenklosters zu Großenhain (zu diesem vgl. Bau- und Kunstdenk­mäler Sachsen, Heft 38, S. 24).

[289]    Priorin des Magdalenerinnenklosters zu Freiberg wurde 1480 Barbara Schroter (UB Frei­berg, Bd. 1, Nr. 640, S. 432 f.), die diese Funktion bis 1521 oder 1522 innehatte (vgl. ebd., Nr. 697, S. 474 und Nr. 699, S. 475).

[290]    Konvent.

[291]    Als Geleitsmann zu Großenhain ist zwischen 1493 und 1497/98 Benedikt Dörreheid be­legt (Goerlitz, Staat und Stände, S. 44; Hesse, Amtsträger, S. 605).

[292]    Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3).

[293]    Siehe unten Anm. 125.

[294]    Großenhain (Ldkr. Meißen).

[295]    Wahrscheinlich Benedikt Dörreheid (siehe oben Anm. 119).

[296]    Zur Person vgl. oben Anm. 91.

[297]    In Dresden fanden um 1500 zwei Jahrmärkte statt, zum einen beginnend mit dem ersten Sonntag nach Gallus (16. Oktober), zum anderen in der Fastenzeit (Blaschke, Wirt­schaft, S. 164).

[298]    Dresden.

[299]    Barbara Schroter, Priorin des Freiberger Magdalenerinnenklosters (siehe oben Anm. 117).

[300]    Dem Rat von Großenhain.

[301]    Dresden.

[302]    Siehe unten Anm. 135.

[303]    Siehe unten Anm. 135.

[304]    Der Franziskaner Johannes von Bamberg (de Bomberga) wurde an der theologischen Fakultät der Universität Leipzig 1490 ad cursum legendum, 1491 ad sentencias und schließlich am 17. März 1493 zum Lizentiat zugelassen (Erler, Matrikel, Bd. 2, S. 14 und 15). Damit erfüllte er grundsätzlich auch die Voraussetzungen für die Bewerbung um das Doktorat (vgl. dazu allgemein ebd., S. XVII–XIX), wozu sich in der Leipziger Matrikel allerdings kein Hinweis findet (vgl. den Indexeintrag in Erler, Matrikel, Bd. 3, S. 34, s.v. Bamberg, Ioh. de). Auch in der Bulle Papst Alexanders VI. von 1496 (Pasig, Johannes VI., S. 191–194, siehe unten Anm. 135) wird er nicht als Doktor bezeichnet.

[305]    Leipzig.

[306]    Freiberg (Ldkr. Mittelsachsen).

[307]    Johann von Breitenbach († 1509), Dr. jur. utr., war 1479–1509 Ordinarius an der Juri­stenfakultät der Universität zu Leipzig, Richter des Oberhofgerichts (Schirmer, Herr­schaftspraxis, S. 349 f.). – In einem 1491 in Leipzig gedruckten Gutachten (vgl. Mu­ther, Quellengeschichte, S. 395) nahm Breitenbach Stellung gegen einen päpstlichen ‚Butterbrief‘ vom 10. Juli 1491, den Herzog Albrecht zugunsten des Neubaus der 1484 durch Brand zerstörten Stiftskirche St. Marien (Dom) zu Freiberg erwirkt hatte und der im folgenden zusätzlich mit einem Ablaß verbunden wurde (UB Freiberg, Bd. 1, Nr. 789, S. 562 f.; 1492 wiederholt: ebd., Nr. 793, S. 565 f.). Zu den Kritikern, die in einer teils heftig geführten Kontroverse in Opposition zu dem durch Herzog Georg unterstützten Freiberger Kollegiatstift standen, zählten auch Angehörige der Bettelorden, darunter Jo­hannes von Bamberg (siehe oben Anm. 132). Mit einer Bulle vom 26. Aug. 1496 be­stätigte Papst Alexander VI. noch einmal den Freiberger ‚Butter­brief‘ und erlegte den Gegnern Stillschweigen auf (UB Freiberg, Bd. 1, Nr. 813, S. 593; Pasig, Johannes VI., S. 191–194). Vgl. Volkmar, Reform, S. 379 f. und 416 f.; Pet­zold, Streit; Pasig, Johannes VI., S. 184–194.

[308]    Pauli conversio = Jan. 25.

[309]    Vgl. unten Anm. 140.

[310]    Gemeint ist entweder Sidonias Sohn Friedrich (siehe oben Anm. 9) oder Kurfürst Fried­rich III. der Weise von Sachsen (siehe oben Anm. 95). Die Bezeichnungen, die Sidonia an anderen Stellen für beide Personen gebraucht, sprechen zwar eher für die Vermu­tung, daß hier Georgs Bruder gemeint ist, mit letzter Sicherheit ist die Frage aber nicht zu entscheiden.

[311]    Barbara (1478–1534), Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. (Kazimierz Jagiełłon­czyk), Gemahlin Herzog Georgs von Sachsen. Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167.

[312]    Nov. 11. – Tatsächlich fand die Hochzeit Georgs und Barbaras am 21. Nov. 1496 statt (vgl. Schirmer, Hochzeit).

[313]    Vgl. oben Anm. 140.

[314]    D.h. das höchste außer der Kommunion.

[315]    Zu Herzog Heinrich siehe oben Anm. 9.

[316]    Vgl. oben Anm. 140.

[317]    Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[318]    Kurfürst Ernst von Sachsen (1441–1486), Sohn Kurfürst Friedrichs II. des Sanftmütigen (1412–1464). Posse, Wettiner, Tafel 7; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 153 f.

[319]    Die Aufstellung der Ausgaben für die Hochzeit Georgs mit Barbara in den albertinischen Hofrechnungen beginnt mit dem Eintrag: 918 gulden vor eyn cleynat dem marsteller, szo meynn gnediger herr der brauth gen Polnn geschigket (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 339r). Der marsteller erhielt außerdem 20 fl vor eynn pferdt, als er deshalbenn genn Nurmbergk reytte (ebd.).

[320]    Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3).

[321]    Vgl. unten Anm. 150.

[322]    Johann Erolt/Königsberger, Doktor, wurde spätestens 1475 Domherr zu Meißen und fungierte 1486–1495 als albertinischer Kanzler, 1490 als Oberhofrichter. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 356. – Während Schirmer als Todes­datum den 21. Mai 1495 an­gibt, nennt Pasig, Johannes VI., S. 35 den 17. Mai 1498. Schirmers Angabe scheint falsch zu sein, da Erolt noch in einer Urkunde vom 31. März 1498 als lebend genannt wird (UB Hochstift Meißen, Bd. 3, Nr. 1307, S. 303; vgl. auch ebd., Nr. 1301, S. 299 f. vom 28. Sept. 1496). Im Okt. 1499 werden dann seine Testa­mentsvollstrecker sowie eine te­stamentarische Altarstiftung erwähnt (ebd., Nr. 1311 f., S. 314).

[323]    Vgl. die Briefe Nr. 14 und 15.

[324]    Nach den albertinischen Hofrechnungen erhielt Cuntz Rumpff 1495 einen Gulden für zcerunge gein Dreßden, als er hie lage und gein Wurms reiten solde, da ime m. g. h. wi­der bott (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 279v).

[325]    Jacobi = Juli 25.

[326]    Vgl. oben Anm. 150.

[327]    In den Meißner Dom.

[328]    Johann Erolt/Königsberger (siehe oben Anm. 150).

[329]    Marcus Sculteti (von Glogau), Doktor, war 1474 Domherr (zu diesem Zeitpunkt Custos) zu Meißen (UB Hochstift Meißen, Bd. 3, Nr. 1179, S. 225). Nach Pasig, Johannes VI., S. 35 starb er am 31. Juli 1502.

[330]    Kaspar von Salhausen, Domherr zu Meißen. Er gehörte 1487 zu den Oratoren, welche die päpstliche Bestätigung der Wahl seines Verwandten Johann von Salhausen zum Bi­schof einzuholen hatten. Spätestens 1504 wurde er Scholaster des Domkapitels (so noch 1528: UB Hochstift Meißen, Bd. 3, Nr. 1390, S. 344). Er lebte noch 1539 (ebd., Nr. 1409, S. 352 f.). Pasig, Johannes VI., S. 12 f. und 35; Gess, Akten, Bd. 1, S. 23, Anm. 2.

[331]    Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[332]    Im Meißner Domkapitel.

[333]    Luciae = Dez. 13.

[334]    Vgl. unten Anm. 164.

[335]    Christoph Ziegler († 1517) ist 1504–1516 als Amtmann zu Meißen nachweisbar (Goer­litz, Staat und Stände, S. 58; Hesse, Amtsträger, S. 612; vgl. auch Mansberg, Er­barmanschaft, Bd. 2, S. 109 und 411; zu seinem Grabdenkmal im Meißner Dom siehe Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 40, S. 334). In einem Brief vom 9. April 1510 be­zeichnete Herzogin Barbara den Sohn des Meißner Amtmannes Christoph Ziegler, der gleichfalls Christoph hieß, als pate, also wohl als Patenkind ihres Gemahls Georg, der diesem zu einer geistlichen Pfünde verhelfen möge (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1, fol. 235r).

[336]    Nach Meiche, Beschreibung, S. 219 war Hans von Schönberg, Bruder Dietrichs von Schönberg, 1484–1486 und 1494–1496 Amtmann (Landvogt) zu Pirna; sein Nachfolger sei 1497 Götz vom Ende geworden. – Goerlitz, Staat und Stände, S. 64 schreibt, Hans von Schönberg sei erstmals im Oktober 1494, letztmals im Dezember 1496 als Amt­mann zu Pirna nachweisbar; der erste Beleg für Götz vom Ende in dieser Funktion falle in den Januar 1498.– Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 403 gibt an, daß Hans von Schön­berg († 1511) zwischen 1486 und 1497 Landvogt zu Pirna gewesen sei (ebenso ebd., Bd. 5, Tafel 33; ebd., Bd. 2, S. 519 im Jahr 1491 Siegmund von Miltitz in dieser Funk­tion). – Hesse, Amtsträger, S. 660 vermerkt, daß Johannes von Schönberg 1483–1485 Amtmann zu Pirna, 1492–1496 Landvogt zu Meißen (!) gewesen sei.

[337]    Pirna (Ldkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge).

[338]    Hain, Repertorium, Bd. 2/2, Nr. 15346, S. 396 mit Berichtigung S. 547.

[339]    Johannes Tauler (um 1300–1361), Mitglied des Straßburger Dominikanerkonvents, An­hänger der dem Mystizismus zuzurechnenden Gottesfreundebewegung. Erhalten haben sich rund 80 Predigten Taulers. Gnädinger, Tauler (mit Li­teraturangaben). – Zum Be­zug der Aussage Sidonias vgl. die editorische Vorbemerkung zum Brief.

[340]    Leipzig.

[341]    Wahrscheinlich Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[342]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[343]    Senftenberg (Ldkr. Oberspreewald-Lausitz). – Das Patronat über die Senftenberger Pfarrei lag beim sächsischen Herzog. Ab 1501 war Wilhelm von Betzschitz Pfarrer zu Senftenberg. Volkmar, Reform, S. 285; vgl. auch Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 118 und 226.

[344]    Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167.

[345]    Johann (1498–1537), Sohn Herzog Georgs von Sachsen und seiner Frau Barbara (Pos­se, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167).

[346]    Gemeint ist hier wahrscheinlich Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[347]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[348]    Posse, Wettiner, Tafel 28.

[349]    Sidonias Kaplan (vgl. Brief Nr. 34).

[350]    D.h. mehr als einmal.

[351]    Dez. 25.

[352]    Dez. 27 (Tag Johannis ev.).

[353]    Zwischen Dez. 27 (Tag Johannis ev.) und Jan. 5 (Tag vor dem Dreikönigstag).

[354]    Andreas Proles (1429–1503) studierte zunächst in Leipzig (später auch in Perugia) und trat 1451 in den Augustinereremitenorden ein. 1456 wurde er Prior des Klosters Him­melspforte. Zwischen 1461 und 1503 war er (mit Unterbrechungen) Generalvikar des Augustinereremitenordens. Gess, Akten, Bd. 1, S. XXIV f. und Nr. 308, S. 281; Kolde, Augustiner-Congregation, S. 96–165 und passim; Volkmar, Reform, S. 72, 81 und passim.

[355]    Dez. 24.

[356]    Gesichtszüge.

[357]    Dresden.

[358]    Zwischen Dez. 27 (Tag Johannis ev.) und Jan. 5 (Tag vor dem Dreikönigstag).

[359]    Jan. 1.

[360]    Rödern, Gem. Ebersbach (Ldkr. Meißen).

[361]    Goerlitz, Staat und Stände, S. 590 (in Verbindung mit S. 569) verzeichnet unter den schriftsässigen Edelleuten einen Georg von Salhausen zu Lauenstein, der 1495, 1498 und 1499 zum Landtag nach Leipzig bzw. (1498) nach Naumburg geladen und 1502 zur Steuer herangezogen wurde.

[362]    Siehe oben Anm. 56.

[363]    Meißen (Ldkr. Meißen).

[364]    Margaretha (1416–1486), Gemahlin Kurfürst Friedrichs II. des Sanftmütigen von Sach­sen (1412–1464), Tochter Herzog Ernsts des Eisernen von Österreich (1377–1424). Pos­se, Wettiner, Tafel 6; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 153; Hödl, Habs­burg, S. 242.

[365]    Hl. Adrianus. – Die Textstelle könnte sich auf den Sint-Adriaan von Gee­rards­bergen/ Grammont (Belgien, Prov. Ost­flandern) beziehen, der  im burgundischen Herzogshaus besondere Verehrung genoß (freundlicher Hinweis von Prof. Dr. Werner Paravicini, Kiel). Zu diesem Kloster vgl. Michel, Abbayes, S. 114–116.

[366]    Möglicherweise meint Sidonia damit den Evangelisten Johannes (vgl. Brief Nr. 2).

[367]    Siehe oben Anm. 56.

[368]    Vgl. Brief Nr. 41.

[369]    Catharinae = Nov. 25.

[370]    Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[371]    Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[372]    Gemeint sind die Mönche des Augustinereremitenklosters zu Altendresden, das seit sei­ner Gründung 1405 durch Markgraf Wilhelm I. (ausgeführt nach dessen Tod durch Landgraf Friedrich d.J.) enge Beziehungen zu den Wettinern unterhielt (Stanislaw-Kemenah, Kirche, S. 219 f.; Butte, Geschichte Dresdens, S. 98).

[373]    Thomae ap. = Dez. 21.

[374]    Wahrscheinlich Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[375]    Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 167.

[376]    Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 488, S. 327 mit Anm. 1 datiert den Brief auf Sept. 1497, da man nach „dem ganzen Ton des Briefes […] den Neugeborenen für den ersten Sohn Herzog Georgs halten“ müsse. Ebenso datiert auch Rogge, Familienkorre­spondenz, S. 232 das Schreiben auf Sept. 1497, weil er davon ausgeht, daß es sich um die Geburt des ersten Sohnes handele. Diese Argumentation würde aber zumindest auch zu dem 1498 und damit nach dem frühen Tod Christophs geborenen Johann passen.

[377]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[378]    Zu den in Frage kommenden drei Söhnen Herzog Georgs und seiner Frau Barbara – Christoph (* und † 1497), Johann (1498–1537) und Wolfgang (1499–1500) – siehe die editorische Vorbemerkung zum Brief.

[379]    Entweder Kurfürst Friedrich III. von Sachsen (siehe oben Anm. 95) oder Sidonias Sohn Friedrich (siehe oben Anm. 9).

[380]    Speisehaus, -raum.

[381]    Vg. Brief Nr. 46.

[382]    Hans von Minkwitz (siehe oben Anm. 3).

[383]    Dresden.

[384]    Vorwurf.

[385]    Erhardi = Jan. 8.

[386]    Paul Goldschmied (auch Goltsmid u.ä.), ansässig zu Dresden, erhielt häufiger Aufträge der Wettiner, so 1481 von Herzog Albrecht (Streich, Reiseherrschaft, S. 466 mit Anm. 234 und S. 475 f.). Vgl. auch Kübler/Oberste, Stadtbuch, Nr. 4/435, S. 235; Nr. 4/574, S. 300; Nr. 4/619, S. 323; Nr. 5/254; S. 454 f.; Nr. 5/433, S. 533 f.; Nr. 5/475, S. 553; Nr. 5/476, S. 553 f. (Einträge zu Paul Goldschmied in den Dresdner Stadtbüchern zwi­schen 1491 und 1504).

[387]    Mattis Rudel (auch Mattis Goldschmied), ein in Dresden ansässiger Goldschmied. Vgl. die Stadtbucheinträge (1482–1501) bei Küb­ler/Oberste, Stadtbuch, Nr. 4/144, S. 96; Nr. 4/245, S. 142; Nr. 4/357, S. 198; Nr. 4/413, S. 223; Nr. 4/565, S. 294 f.; Nr. 4/608, S. 318; Nr. 4/638, S. 332; Nr. 5/65, S. 370 f.; Nr. 5/340, S. 489.

[388]    Kleiner Riß.

[389]    Lohn für die Anfertigung einer Handarbeit.

[390]    Domstift zu Meißen.

[391]    Nicht zu entscheiden ist, ob hier ein inhaltlicher Bezug zu Brief Nr. 63 vorliegt – die Tagesdatierungen beider Stücke machen dies eher unwahrscheinlich.

[392]    Vgl. unten Anm. 221.

[393]    Mit einer Urkunde vom 29. Okt. 1492 ordnete Bischof Johann VI. von Meißen an, daß in seiner Diözese das Fest der heiligen Lanze jährlich am Freitag nach Quasimodogeniti feierlich zu begehen sei; zugleich verband er damit einen vierzigtägigen Ablaß (UB Hochstift Meißen, Bd. 3, Nr. 1285, S. 291). Als Initiatorin wird ausdrücklich Sidonia genannt. Vgl. Pasig, Johannes VI., S. 118 f.

[394]    Paul Goldschmied (siehe oben Anm. 214).

[395]    1494 Mai 8 oder 1500 Mai 28.

[396]    Antonii = Jan. 17.

[397]    Eine Schaube ist ein langes Oberkleid.

[398]    Pauli conversio = Jan. 25.

[399]    Nov. 1.

[400]    Siehe unten Anm. 328.

[401]    Wohl Christoph Ratzwitz, Sidonias Kaplan. Vgl. Brief Nr. 55.

[402]    Zur Person vgl. oben Anm. 91.

[403]    Pauli conversio = Jan. 25.

[404]    Fraglich ist, ob hier Heinrich d.Ä. oder Heinrich d.J. von Schönberg gemeint ist. Hein­rich d.Ä. († 1505) gehörte seit 1458 dem Gefolge Kurfürst Friedrichs II. von Sachsen an und war seit 1467 Amtmann zu Schellenberg. Sein Sohn Heinrich d.J. († 1537) war bereits in den 1490er Jahren albertinischer Rat, 1500/01 und 1507 Amtmann zu Anna­berg, 1502/03 Hofmar­schall; nach 1508 stand er zeitweise auch im Dienst des Naum­burger Bischofs. Schir­mer, Herrschaftspraxis, S. 372; Hesse, Amtsträger, S. 637; Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 32.

[405]    Meißen (Ldkr. Meißen).

[406]    Welcher Marienfesttag hier gemeint ist, kann nicht ohne weiteres entschieden werden.

[407]    Barbara von der Sale, die Witwe Georgs von der Sale zu Schönfeld. Vgl. oben Anm. 72.

[408]    Schönfeld (Ldkr. Meißen).

[409]    Albrecht von der Sale zu Schönfeld wurde 1495, 1498 und 1499 zum Landtag nach Leipzig bzw. (1498) nach Naumburg geladen, 1502 zur Steuer herangezogen (Goer­litz, Staat und Stände, S. 590 in Verbindung mit S. 569).

[410]    D.h. ohne weitere Kosten, Mühe und Zehrung?

[411]    Apolloniae = Febr. 9.

[412]    Siegmund von Miltitz († 1506) war herzoglicher Rat und Marschall, 1487–1491 Amt­mann zu Pirna. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 363.

[413]    Herzogin Margaretha (siehe oben Anm. 192).

[414]    Vielleicht ist Magdalena von Reinsperg gemeint, die 1485 als Unterpriorin, 1495 als Priorin des Klosters zum Heiligen Kreuz bei Meißen erscheint (UB Meißen, Nr. 488, S. 378; UB Hochstift Meißen, Bd. 3, Nr. 1294, S. 296).

[415]    Rochlitz (Ldkr. Mittelsachsen). – Lückenhafte Angaben zu den Rochlitzer Amtleuten und Schössern der 1490er Jahre bei Goerlitz, Staat und Stände, S. 68.

[416]    Rogge, Familienkorrespondenz, S. 226 gibt als Entstehungsjahr des Schreibens 1487 an; ebd., S. 227, Anm. 83 datiert er es „vor 12.04.1487“. Er begründet dies nicht eigens, doch scheint er davon auszugehen, daß der Brief in einem unmittelbaren zeitlichen Be­zug zum Tod Kurfürst Ernsts (26. Aug. 1486, vgl. Posse, Wettiner, Tafel 7) steht (diese Vermutung bereits bei Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 401, S. 275 mit Anm. 1). Der Wortlaut des Briefes läßt dies aber nicht zwingend erscheinen.

[417]    Altäre.

[418]    Zu Kurfürst Ernst von Sachsen siehe oben Anm. 146.

[419]    Osterzeit.

[420]    Kloster zum Heiligen Kreuz (Benediktinerinnen, nur im 13. Jh. vorübergehend mit Zi­sterzienserinnen besetzt), bei Meißen gelegen (Schlegel, Meißen).

[421]    Großenhain (Ldkr. Meißen).

[422]    Johann VI. von Salhausen (1444–1518), gehörte seit 1466 dem Meißner Domkapitel an, dort 1476 Dekan, 1480 Dr. jur. utr., ab 1487 Bischof von Meißen; Seifert, Bischof, S. 347–359.

[423]    Acolitus, höchster Grad unter den niederen geistlichen Weihen.

[424]    1494 Mai 8 oder 1500 Mai 28.

[425]    Vikarie (am Meißner Dom?).

[426]    Wenzelsaltar im Meißner Dom, gestiftet 1380 durch den Prager Erzbischof Johann von Jenzenstein. Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 40, S. 129.

[427]    Prag.

[428]    D.h. dem Dekan und dem Domkapitel zu Prag.

[429]    Petschaft.

[430]    Divisio apostolorum = Juli 15.

[431]    Aug. 7.

[432]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[433]    Tag vor Donati = Aug. 6.

[434]    Wohl Amalia (1436–1501), Tochter Kurfürst Friedrichs II. von Sachsen (1412–1464) und damit Schwägerin Sidonias, Gemahlin Herzog Ludwigs des Reichen von Bayern-Landshut (1417–1479), gestorben in Rochlitz. Posse, Wettiner, Tafel 6.

[435]    Zu Herzog Johann siehe oben Anm. 94.

[436]    Jacobi = Juli 25.

[437]    Sofern hier eine Dresdner Einrichtung gemeint ist, könnte es sich entweder um das Ma­ternispital oder das Bartholomäispital handeln, die um 1500 beide auch Pfründner auf­nahmen und unter deren Bewohnern sich Frauen fanden (Stanislaw-Kemenah, Spitä­ler, insbesondere S. 91–96 und 177–183; Dies., Kirche, S. 207–212; Butte, Geschichte Dresdens, S, 159 f.).

[438]    Nicht zu entscheiden ist, ob hier ein inhaltlicher Bezug zu Brief Nr. 50 vorliegt – die Ta­gesdatierungen beider Stücke machen dies eher unwahrscheinlich.

[439]    Vielleicht Siegmund von Maltitz (siehe oben Anm. 14).

[440]    Laurentii = Aug. 10.

[441]    Assumptio Mariae = Aug. 15.

[442]    Heinrich d.Ä. von Schönberg (sie­he oben Anm. 232).

[443]    Heinrich d.Ä. von Schönberg war mit Ilse Pflug verheiratet. Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 32.

[444]    Von den beiden bei Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 32 aufgeführten Töchtern Heinrichs von Schönberg d.Ä. – Elisabeth und Barbara – könnte hier möglicherweise Elisabeth gemeint sein, die dort als Hofmeisterin der Herzogin Barbara bezeichnet ist.

[445]    Wahrscheinlich Johann Helwig, der zwischen 1487 und 1502 als Schösser bzw. Amt­mann zu Meißen bezeichnet wird (Goerlitz, Staat und Stände, S. 57; Hesse, Amtsträ­ger, S. 653).

[446]    D.i. mehrere Termine setzen.

[447]    Geleitsmann zu Großenhain?

[448]    Vgl. Brief Nr. 65.

[449]    Durch ihren Diener Christoph Pflug (siehe oben Anm. 60) oder durch den Rat und Kanz­ler Siegmund Pflug (siehe oben Anm. 73)?

[450]    In der Hofordnung Herzog Georgs von 1502 (?) wird Her Ludwig, unsers g. h. caplann, erwähnt (Goerlitz, Staat und Stände, S. 491). Dieser könnte mit dem hier genannten meyster Ludwigk identisch sein.

[451]    Badehemd.

[452]    Zum Augustinereremitenkloster in Altendresden siehe oben Anm. 200.

[453]    Vgl. zum Vorgang Brief Nr. 44.

[454]    Vikar (vicarius).

[455]    Domkapitel zu Meißen.

[456]    Dies könnte sich eventuell auf Brief Nr. 72 beziehen.

[457]    Meßamt.

[458]    Barbara Schroter, Priorin des Magdalenerinnenklosters zu Freiberg (siehe oben Anm. 117).

[459]    Torgau (Ldkr. Nordsachsen).

[460]    Goerlitz, Staat und Stände, S. 355 f.

[461]    Hans von Schönberg, Amtmann zu Tharandt (siehe unten Anm. 307).

[462]    Tharandt (Ldkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge).

[463]    Leipzig. – Zum 1501 in Leipzig abgehaltenen Landtag vgl. die editorische Vorbemer­kung zum Brief.

[464]    Juli 22.

[465]    König Maximilian (1459–1519).

[466]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[467]    Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[468]    1506 Dez. 3.

[469]    Freiberg (Ldkr. Mittelsachsen). – Der am 30. Mai 1505 zwischen den Herzögen Georg und Heinrich geschlossene ‚Brüderliche Vertrag‘ sprach Heinrich unter anderem das Amt Freiberg zu. Vgl. Thieme, Vertrag; Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 260–264.

[470]    Meißen (Ldkr. Meißen).

[471]    Heinrich von Einsiedel (1435–1507), Ritter, Sohn des Kunz von Einsiedel († vor 1439) und der Anna vom Ende. Ab 1469 kurfürstlich sächsischer Rat; später Angehöriger des albertinischen Hofrates. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 354 f.; Mansberg, Erbarman­schaft, Bd. 5, Tafel 14.

[472]    Zu Hans von Minkwitz siehe oben Anm. 3.

[473]    Zu Siegmund von Maltitz siehe oben Anm. 14.

[474]    Nikolaus von Heinitz († 1526), Doktor. Studium der Jurisprudenz. 1503 Domherr in Mei­ßen. 1494/95 und 1496/97 albertinischer Richter am Oberhofgericht; 1495–1499 Bei­sitzer des Reichskammergerichts; 1500–1506 albertinischer Kanzler; 1505 Statthalter zu Dresden. Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 357; vgl. auch Gess, Akten, Bd. 2, S. 809 (Register s.v. Heinitz); zu seinem Grabdenkmal im Meißner Dom siehe Bau- und Kunst­denkmäler Sachsen, Heft 40, S. 335.

[475]    1506 Dez. 3.

[476]    In Frage kommen zwei Söhne Herzog Georgs: Johann (siehe oben Anm. 173) oder Fried­rich (1504–1539). Posse, Wettiner, Tafel 28; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Ta­fel 167.

[477]    Weihnachtsfeiertage.

[478]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[479]    Hans von Schönberg († 1537; sein gleichnamiger älterer Bruder, Rat des Hochmeisters in Preußen, gestorben 1513, dürfte hier nicht in Frage kommen), Sohn des Dietrich von Schönberg († 1498) und der Katharina von Maltitz. Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 33. – Hans von Schönberg ist 1500/01 als Amtmann zu Tharandt belegt (Goer­litz, Staat und Stände, S. 83; Hesse, Amtsträger, S. 660; vgl. auch Mansberg, Erbar­manschaft, Bd. 2, S. 407). 1502 wird Georg von Betschwitz als Amtmann zu Tharandt bezeichnet (Goerlitz, Staat und Stände, S. 83; Hesse, Amtsträger, S. 627; vgl. auch Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 117), 1502/03 Jörg von Rotschitz (Kübler/ Oberste, Stadtbuch, Nr. 5/364, S. 500; Nr. 5/412, S. 523). Sollte Hans von Schönberg diese Funktion danach noch einmal bekleidet haben, müßte er vielleicht schon vor 1508, spätestens 1511 wieder aus diesem Amt geschieden sein (Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 411 und 414; ebd., Bd. 5, Tafel 33 ist angegeben, daß er 1500–1509 [ohne Un­terbrechung?] Amtmann zu Tharandt gewesen sei). 1511 war Lupold von Bredau Amt­mann zu Tharandt (Goerlitz, Staat und Stände, S. 84; Hesse, Amtsträger, S. 666). – 1506 beauftragte ihn Sidonie damit, für den Kauf des Vorwerks zu Somsdorf (heute Ortsteil von Freital) 350 fl an Melchior von Korbiz zu zahlen (Mansberg, Erbarman­schaft, Bd. 2, S. 410).

[480]    Antonius von Schönberg († 1554), Sohn des Dietrich von Schönberg († 1498) und der Katharina von Maltitz. Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 5, Tafel 33; vgl. auch ebd., Bd. 2, S. 414.

[481]    D.h. den zuvor genannten Brüdern Hans und Antonius von Schönberg.

[482]    Kurfürst Friedrich III. der Weise von Sachsen (siehe oben Anm. 95).

[483]    Seit 1501 stand Herzog Georg in Auseinandersetzungen mit seinen ernestinischen Vet­tern, vor allem in Fragen des Handelsverkehrs und der Bergwerke. Der Konflikt spitzte sich 1507/08 zu, sogar unter Gefahr kriegerischer Verwicklungen. Ein (ernestinischer) Landtag zu Naumburg beschäftigte sich am 25. Januar 1508 mit dieser Angelegenheit. Am 29. Februar 1508 erging an Georg eine Friedegebot König Maximilians. Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 265–279; Virck, Ernestiner; Burkhardt, Landtagsakten, Bd. 1, S. 67–78.

[484]    Zu Herzog Heinrich siehe oben Anm. 9.

[485]    Ernst (1464–1513), Sohn Kurfürst Ernsts von Sachsen (1441–1486) und seiner Frau Elisabeth (1443–1484), wurde 1476 Erzbischof von Magdeburg, 1479 Administrator von Halberstadt (1480 Bischof). Posse, Wettiner, Tafel 7; Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 154; Rogge, Ernst von Sachsen.

[486]    Halle (Saale).

[487]    Siehe oben Anm. 304.

[488]    Siehe oben Anm. 304.

[489]    1508 April 17.

[490]    1508 April 23.

[491]    Konvent. – Unklar ist, um welches Kloster es sich hier handelt.

[492]    Kurfürst Friedrich III. der Weise von Sachsen (siehe oben Anm. 95).

[493]    Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[494]    Erfurt.

[495]    Vgl. Blaschke, Tharandt, S. 345 f. Zur Lage (an der Stelle des späteren Stadthauses) siehe auch Bau- und Kunstdenkmäler Sachsen, Heft 24, S. 126 und 132 (Stadtplan).

[496]    Wahrscheinlich ein Bote der Abtei Saint-Hubert (Benediktiner) in der Diözese Lüttich (Belgien, Prov. Luxemburg) – freundlicher Hinweis von Prof. Dr. Werner Paravicini (Kiel). Zum Kloster vgl. Michel, Abbayes, S. 230–234.

[497]    Niederländer.

[498]    Haras oder arras ist ein leichter Wollstoff, der ursprünglich aus Arras stammte.

[499]    Nürnberg.

[500]    Nach den albertinischen Hofrechungen wurden 1489 Urban dem boten 20 fl als Sold ausgezahlt (HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8678/18, fol. 44v). In den weiteren Jahren begegnen weitere Zahlungen (Besoldung, Zehrungskosten) an Urbann botenn oder im Zusammenhang mit dessen Reisen, so 1491, 1493, 1495 und 1496 (ebd., fol. 147r, 243r, 300v, 310r und 313v). Ob hier dieselben Person gemeint ist, muß fraglich bleiben.

[501]    Andreas Schwertfeger (siehe oben Anm. 43).

[502]    Siehe oben Anm. 60.

[503]    Siehe oben Anm. 56.

[504]    Siehe oben Anm. 61.

[505]    Siehe oben Anm. 326.

[506]    Vgl. Brief Nr. 89.

[507]    Zur Person vgl. oben Anm. 91.

[508]    Okt. 15.

[509]    Albertinischer Hofmeister war zwischen 1497 und 1511 Dietrich von Schleinitz († 1511). Schirmer, Herrschaftspraxis, S. 369.

[510]    Oschatz (Ldkr. Nordsachsen). – Amtmann (Vogt) zu Oschatz war bis 1501 Michel Petzold, danach (mindestens bis 1516) Benedikt Richter (Goerlitz, Staat und Stände, S. 61; vgl. Hesse, Amtsträger, S. 605 und 669).

[511]    Siehe oben Anm. 328.

[512]    Tharandt (Ldkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge).

[513]    Wahrscheinlich Herzog Heinrich (siehe oben Anm. 9).

[514]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139).

[515]    Francisci = Okt. 4.

[516]    Möglich wäre die Identifizierung mit Helferich von Meckau († 1494), Sohn Balthasars von Meckau, oder mit dessen gleichnamigen Neffen (lebt noch 1533), einem Sohn Kas­pars von Meckau (Fischer, Ahnenreihenwerk, Bd. 4/25, Regesten v. Meckau, S. 13 und Stammtafelskizze, Tafel 2 – wie verläßlich diese Angaben sind, sei freilich dahinge­stellt). – Ein Helferich von Meckau wurde 1489 zum albertinischen Heeresaufgebot her­angezogen (Goerlitz, Staat und Stände, S. 584). Vgl. auch Voigt, Biographie, S. 146, Anm. 32.

[517]    Siegmund Pflug (siehe oben Anm. 73).

[518]    Zu Barbara von  der Sale siehe oben Anm. 117.

[519]    Senftenberg (Ldkr. Oberspreewald-Lausitz). – Zu den Senftenberger Amtleuten der 1490er Jahre vgl. Goerlitz, Staat und Stände, S. 80 f.; Mansberg, Erbarmanschaft, Bd. 2, S. 220; Bd. 4, S. 167.

[520]    Allerheiligen = Nov. 1.

[521]    Catharinae = Nov. 25.

[522]    Herzog Heinrich I. d.Ä. von Münsterberg (siehe oben Anm. 18).

[523]    Poděbrady (dtsch. Podiebrad, Tschechien).

[524]    Herzog Albrecht (siehe oben Anm. 2).

[525]    Die hl. Maria als Patronin des Deutschen Ordens.

[526]    Leipzig.

[527]    Markgraf Friedrich d.Ä. von Brandenburg (1460–1536), Sohn des Kurfürsten Albrecht Achilles (1414–1486). Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 139. Vgl. allgemein Seyboth, Mark­graf­tümer, passim; Nolte, Familie, passim.

[528]    Erfurt.

[529]    Markgraf Friedrich d.Ä. von Brandenburg und seine Frau Sophia (1464–1512), Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. (Kazimierz Jagiełłonczyk) hatten zu diesem Zeit­punkt insgesamt fünf lebende Töchter: Margareta (1483–1532), Sophia (1485–1537), Anna (1487–1539), Elisabeth (1494–1518) und Barbara (1495–1552) – Herzog Georg meint hier nur die drei ältesten Töchter. Sophia heiratete 1519 tatsächlich Herzog Fried­rich II. von Liegnitz (1480–1547), einen Sohn Herzog Friedrichs I. von Liegnitz (1446–1488). Allerdings war Friedrich II. in erster Ehe ab 1515 mit Elisabeth († 1517), Toch­ter des polnischen Königs Kasimir IV., verheiratet. Von Sophias Schwestern wurde Anna 1518 mit Herzog Wenzeslaus II. von Teschen verehelicht, Elisabeth 1510 mit Markgraf Ernst I. von Baden und Barbara 1528 mit Landgraf Georg III. von Leuchten­berg. Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 1/1, Tafel 139; Bd. 3/1, Tafel 10.

[530]    Gemeint sind die zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Söhne Herzog Friedrichs I. von Liegnitz (1446–1488) und Ludmillas (siehe unten Anm. 359) – Friedrich II. von Lieg­nitz (1480–1547) und Georg I. von Brieg (1481/83–1521). Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 3/1, Tafel 10.

[531]    Ludmilla (1456–1503), Tochter des böhmischen Königs Georg von Podiebrad, verheira­tet mit Herzog Friedrich I. von Liegnitz († 1488). Schwennicke, Stammtafeln, Bd. 3/1, Tafel 22.

[532]    Herzogin Barbara (siehe oben Anm. 139). – Die Frau Markgraf Friedrichs d.Ä., Sophia von Polen (siehe oben Anm. 357), war eine Schwester Barbaras.

[533]    1502 Juni 15.

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