Die
Briefe Sidonias an Georg (Nr. 1–95)
1.
Herzog Albrecht habe Sidonia geschrieben, daß er seinen
Landen über längere Zeit fernbleiben werde, verbunden mit der Frage, ob sie zu
ihm kommen werde. Georg möge Hans von Minkwitz mitbringen, mit dem sie über die
Angelegenheit sprechen wolle, bevor sie Albrecht antworte.
(wahrscheinlich 1489)
Januar 22
Fol. 220. – Zur Datierung: Der Tag Vincentii fiel
in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia
bezeichnt sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1489
und 1495 auf einen Donnerstag. Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit
einem Schreiben Herzog Albrechts an seinen Sohn Georg, das Ende 1488 oder
Anfang 1489 entstanden sein muß.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 413, S. 283. – Lit.: Rogge,
Herzog Albrecht, S. 39 (mit Auszug in Anm. 37).
Herczallerlibster son! Mein herr
hat mir yn seym schreyben zcu erkennen geben, das er sich vorshee, nach lenger
von seyn landen zcu seyn, den er villeycht gedencke. Auch mir doneben schreybt,
so ich neben yn kummen weld yn der czeyt darauff gedencken, so weld er mit der czeyt
auch darauff bedacht seyn, wie era mich
mit fugen zcu ym bryngen mocht. Abe[r] ichb pinc
ytczunt auff seyn schreyben nicht dzcu antwurtend bedacht und vorshee mich, alsbald antwurt
darauff zcu geben sey nicht von nothen. Aber ich bitt dych, du wollest ern
Hanse von Minquicz mit dir her zcu mir bryngenn,
mit dem will ich von den dingen eyn red haben und alsden mich mit antwurt
keygen meym hern halden yn zcuvorsicht, das es mir nicht vorweyslich seyn werd. Ich schreyb ern Hanse auch hymit, den briff antwurt ym
und kerr vleys an, das er mit dir kumm. Kan er es aber nicht fuglich thun, so
las michs eher ye besser wissen, das ich mich darnach zcu richten weys. Domit
bis Got beffollen. Geschriben eylend donerstag Vincency.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Folgt
gestrichen ich. d–d) Oberhalb der Zeile eingefügt.
2.
Sidonia habe von Georgs gelungenen Rede vor König
Maximilian gehört. Dieser begehre von Herzog Albrecht, daß er einen Feldzug
nach Frankreich oder Ungarn unternehme. Sie mahnt Georg zum Gebet. Die Gemahlin
des Hans von Minkwitz, die ihr kurze Zeit als Hofmeisterin gedient habe, habe
sie auf deren Wunsch hin nach Hause entlassen.
(1491) Mai 6 (Juni
24?)
Fol. 143. – Zur Datierung: Der Kontext (der sermon vor dem König, mögliche Feldzüge
in Ungarn und Frankreich) legen einen Bezug zum Nürnberger Reichstag von April
bis Juni 1491 nahe, dessen Abschied vom 28. Juni datiert.
Herzog Albrecht
traf am 17. April in Nürnberg ein, seine Söhne
Georg, Heinrich und Friedrich
am 28. April.
Der gebräuchliche Tag Johannes’ des Evangelisten (27. Dezember) kommt für
die Datierung allerdings nicht in Frage, so daß Sidonia den Tag Johannis
ante portam latinam (6. Mai) meinen muß. Nicht gänzlich auszuschließen ist
daneben eine Verwechslung mit dem Tag Johannes’ des Täufers (24. Juni),
doch erscheint für den Empfang Georgs und seiner Brüder durch Maximilian ein
Termin bald nach ihrem Einzug in Nürnberg plausibler. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr.
462, S. 313. – Lit.: Gess,
Klostervisitationen, S. 5 f.; Richter,
Erziehungswesen, S. 9; Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 231; Volkmar,
Reform, S. 81.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem
ynhalt, das mir hewt am tag s. Johanes ewangelisten,
meyns liben nesten frunds, auff der mawr, als ich nach essens zcu der predig
ging, an mich gelangt, hab ich auffs freyntlichst vorstanden und angnummen.
Und hor sagen, das du hast eyn sermon vorm kunige
yn dem, als er dych und deyna bruder
entpfangen, gethan hast und wol von dir bracht. Hab ich nicht ungern gehort und
vorshe mich, auff lenger tag wirt eyn gutter prediger auß dir werden. Als du
bemeldest, das dir meyn her
auff deyn werbung keyn antwurt geben hab und yn bedencken gnümmen, darauff
wollest wissen, das er mir soliche meynung schreybt, das der konig an ym begert
und ym dy wall gybt, er solle erczwen keyn Franckreych und sych vor Paris
legen ader hynab keygen Ungern und sych vor Offen
legen. Dy soliche lipliche wege kan ym der romische kunig vorgeben, aber er
spricht villeycht nicht: „Ych will dir deyn schaden richten und das du darauff
gewant hast widdergeben.“ Herczlibes sonichen, vorgis nicht des rosenkrancz
und auch der 15 Ave Marien und zcu dem wenigist funff P[ater] N[oster] u[nd] so vil Ave Marien,
und wenn [dir]b es woll ghet,
gedencke auch an deyne getraw mutter. Domit bis Got beffollen. Und sag ern Hanse und dem hoffmeyster vil guts von meynen wegen,
und das sy feste halden
mitsampt auchc allen yn dem, das auch
allen von mir beffollen ist. Und sag ern Hanse, das seyn weyp
an iren danck woll acht tage hoffmeysterin gewest ist. und hat mich kawm
erbethen, das ich ir an der mitwochen
hyn heym erlawbet, den sy gap genotig ding for, sy must den schaffen dy pelcze
außczyhen. Ich vorshe mich nicht, das aller ding dy schaff waren, es was fast
dy cleyne Anna
domit gemeynt, dy hat ir hoffmeysterin vorloren. Sy hatd eyn man gnummen, das weys er Hans woll.
Geschriben gar eylend am tag s. Johanes etc.
Zdena herczogin zcu Sachssen
a) Am linken
Rand eingefügt. b) Blatt
am unteren Rand beschädigt. c) Oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
3.
Sidonia teilt Georg mit, daß sie ihrem Bruder, Herzog
Heinrich von Münsterberg, erst nach einem Treffen mit ihm eine Antwort
schicken werde. Georgs Brief sei teilweise unverständlich. Er solle ihrem
Bruder schriftlich mitteilen, daß sie die Angelegenheit mit ihm besprochen
habe.
(1492) Oktober 5
Fol. 176. – Zur Datierung: Das Schreiben dürfte
sich auf Brief Nr. A1 beziehen. –
Lit.: Richter, Erziehungswesen,
S. 9.
Herczallerlibster son! Dein schreyben mit allem
ynhalt hab ich vorstanden und las dych darauff wissen, das ich meynem bruder
auff seyn schreyben under anderen geschriben, das ich ym seyn schreyben domit
nicht vorantwurt wold haben. Aber ich vorshee mich, du wurdest yn kurcz zcu
mir kummen, alsden weld ich gnuglich mit dir dovon reden und ym darnach pey
eygner botschafft entlich antwurt schicken. Aber du kanst gedencken, so ich ym
dysen deynen bryff schicken sold, wer ich mir selber entkeygen, den du weyst,
das ich dya ding am ersten mit dir
geredet und darnach den bryff lesen lassen, auch auff deyn ansuchen, dir den
bryff mitgegeben, das ich dir yn nicht geschickt hab. Auch magstu mir
sycherlich glawben, das ich deynsb bryffs meynung der schrifft halb
nicht woll vornemen kan, den du hast underweyle bose buchstaben gemacht und
auch etliche wort aussen lassen, als du selber shen wirdest. Demselbingen nach
ist meyn bethe, du wollest ym cmit eygner hant schrifftlichc
zcu erkennen geben, das ich dy ding mit dir geredet hab und den deyn antwurt
mit eygner hant auff dyselbinge meyne rede und laut des bryffs schreyben, aber
dych bas, den du yn dysem briff gethan, vorsheen und gancze sychtige buchstaben
machen und keyn wort aussen lassen. Dy meynüng, als vill ich der schrifft halb
vornemen hab mogen, hat mir nicht obil geffallen. Du moget es dopey bleyben
lassen. Alsden, wenn du geschriben hasst, schick mir den bryff, will ich yn pey eygner botschafft meym bruder
zcuschicken. Geschriben eylend freytag nach Franciscy. Domit bis Got beffollen.
Zdena
a) Folgt gestrichenes Zeichen. b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen des [?]. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
4.
Sidonia habe Georgs Brief entnommen, daß er nicht gewillt
sei, ihrem Bruder, Herzog Heinrich von Münsterberg, zu schreiben. Statt dessen
wolle sie diesem selbst Georgs Antwort schriftlich übermitteln. Georg möge Dr.
Münzmeister anweisen, sie am folgenden Tag aufzusuchen.
(1492) Oktober 7
Fol. 182. – Das Schreiben folgt aus inhaltlichen
Gründen auf Brief Nr. 3.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem
ynhalt hab ich vorstanden und vormerck, dasa
du mericlicher ursach halb meym bruder
zcu schreyben nicht gemeynt bist. Nu, herczlibster son, ich bin seyn zcufryde,
aber das ist meyn bethe, du wollest mir deyn antwurt
auff dyselbingb meyn red, dy ich mit dir
der dyng halbc gethan, schicken, und
eher ye besser. Alsden will ichd meym
bruder dyselbing deyn antwurt mit eygener hant schryfftlich zcu erkennen
geben. Herczallerlibster son, ich bitt dych, du wollest doctor Mü[n]tczmeyster
beffelen lassen, das ere moringen
mantag czeytlich
zcu mir kumme, den ich seyn en wenig zcu ychte
bedarff. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag nach Francisci.
Zdena
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Folgt
gestrichen geredet (darunter Punkte). d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Oberhalb der Zeile eingefügt.
5.
Herzog Albrecht habe Sidonia mitgeteilt, daß er Sluis
eingenommen habe. Wenn er bezahlt werde, wolle er bald wieder heimkommen. In
Dresden möge Georg Kirchengeläut und Gottesdienste anordnen.
(1492 Oktober)
Fol. 207. – Blatt am rechten Rand beschnitten
(Textverlust). – Zur Datierung: Seit Juli 1492 hatte Herzog Albrecht von
Sachsen als Generalstatthalter der Niederlande Philipp von Kleve, den Anführer
des Aufstandes gegen die Herrschaft Maximilians,
in dessen letztem Rückzugsort Sluis belagert. Am 12. Oktober 1492 unterzeichneten beide ein Friedensabkommen, am 14. Oktober
wurde Albrecht das kleine
Kastell in der Stadt übergeben. – Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 438, S. 297 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 227 f.
Herczallerlibster son! Du wollest wissen, das mir
meyn herr
schreybt, das er dy Schlewse
gwünnen hab und fast ebentewer dovor bestanden. Und mir doneben gancz
freyntlich zcu erkennen geben, so er beczalt wer, er weld nicht lang theding
machen, er weld sych bald wirder heym fugen. Got der Herre hat ym sycherlich
gancz trewlichen peygestand[en]a und yn nichtb durich menschlichs vordynen, sünder durich
seyn unaußschprechliche, grundelose guttickeyt und barmherczickeyt gnediglich
vor obil behutt und enthalden. Demselbingen nach ist meyn meynüng, hastu es
nicht gethan, so thue es nach und beschtel yn der pfar
und yn beyden clostern,
auch yn der pfar zcu Aldendresden,
das man Got darum lob mit gesang und gelewte. Dar[ffst]c dych
nicht forichten, das du gelt darumb gybst, sy mussen es umbsünst thun. Und
beschtel auff dem schlos eyn messe von der heyligen Dreyffaldickeyt und nach
dem Sanctus auch das Tedeum auffs erlichst mit urgeln und gesang figratine
etc., wenn du bist es schuldigd. Man
hat es gan[cz]e erlich hyf
auff dem thum
begangen mit gelewt gund gesangg und auch ym closter
und anderswu, und wer woll billich, das du es obir das gancz lant yn clostern
und yn allen pfarren beschteltest. Herczallerlibster son, ich bitt dych, du
wollest mir bey dysem botten zcu erkennen geben, wie meyn her dy Schlewß
gewünnen hat und wie es deym bruder h[erczog] Heynrich
ghe, den mir hat meyn herr czwir korczlich nache[i]nander geschriben,
Heynrich hat mir aber seyn hantschrifft nicht geschickt. Domit
bish Got beffollen. Geschriben eylend.
Zdena h[erczogin] z[cu] S[achssen]
a) Beschädigung
am Rand. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Beschädigung
am Rand. d) Folgt
gestrichen d[…]. e) Beschädigung am
Rand. f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g–g) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen begange. h) Folgt gestrichen geb.
6.
Sidonia teilt Georg mit, daß sie ihm das versprochene
Geschmeide nicht schikke, da es beschädigt sei. Sie bestätigt den Empfang von
Wein und bittet dringend um das verheißene Wachs. Georg möge ihr das Silber
senden, das ihr Albrecht zugedacht habe. Sie schickt ihm ein Gebetbuch.
(1493 Januar 18?)
Fol. 190. – Zur Datierung: Da Sidonia Herzog
Albrecht (meyn her) erwähnt, bildet
dessen Tod den sicheren Terminus ante quem.
Der in Brief Nr. 7 abgestattete Dank für Wachs könnte sich auf die hier
geäußerte Bitte um Zusendung von Wachs beziehen, so daß das vorliegende
Schreiben von 1488, 1493 oder 1499 stammen müßte. Möglicherweise steht das im
Brief erwähnte Silber, das Albrecht seiner Frau habe zukommen lassen und um
dessen Aushändigung Sidonia bittet, im Zusammenhang mit einem Eintrag in den
albertinischen Hofrechnungen. Demzufolge seien gut 47 Gulden für Silber
ausgegeben worden, das Sidonia auf Weisung Herzog Albrechts erhalten habe.
Der Eintrag ist nicht exakt datiert, steht aber unter der Rubrik Awsgabe uff denn nawenjarsmargkt im dreyunndnewnnzcigstenn jare, was zur Tagesdatierung des Briefes passen würde, der somit aus dem
Jahr 1493 stammen könnte. – Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 405, S. 278. – Lit.: Gess, Akten, S. XXV, Anm. 1; Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 230.
Herczallerlibster
son! Ich las dych wissen, das ich von den gnaden Gotes in guttem gsunt pin, desgleychen ich von dir gern vornemen
weld. Nachdem ich dir vorheyssen, des schmittens
eyn teyl zcu schicken, als pin ich rats wurden, den vor micha und dy meyn zcu behalden, ursach halb, das
er nicht gancz ist. So er aber gancz bader dy helfft ganczb wer, hett ich dir yn liber geschickt, aber
er ist fast obir dy helfft, deshalb mir nicht fugt, eym fursten eyn partecken
stuck zcu schicken. Du hast mir dy lag reynffals
cvon der von Hall
wegenc hewt geschickt. Du hettest mir
das wachs gleych als woll mitschicken mogen, hetstu es thun wollen. Aber ich
foricht, das du Jorgen hast vorgessen dovon zcu sagen ader zcu beffelend. Ych mocht auff dy czeyt nicht ferner mit
dir dovon reden, sunder ich beffal Weysch, dych daran zcu erynneren, mir solich
wachs zcu schicken. Und ist nach meyn bethe und ernste meynung, das du mir
solich wachs auff mantag ader dynstag erstkunfftig
schickst, wilt anders eyn freyntliche mutter haben. Und ker dych wider an
Maltycz
nach an dysen nach genen und las mir meyn wachs yn deyner gegenwertickeyt
abwegen, eyn rechten woll gewegen czentner, und brych den heyligen nichts ab. Auch do du keyn Leypsig
reist, hab ich vorgessen dir eyne czeychen des sylbers halb, das mir
meyn her
geben hatf. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest Jorgen darum
schreyben, das er mir solich sylber eher ye besser schick. Ich schick dir
hymit eyn buchel, das schicket dir doctor Andreas Schwertfeger,
gdaryn eyn gebethg, das
solstu alle tag, wu duh bist, des
morryngens bethen. Den es ist eyn bewert gebeth und dorch den heyligen Geyst
dem heyligen Augustino geoffenbart und ist nücz vor alle ferlichkeyt der selen
und des leybes und iist guti
vor dy reyser,
dy dych von dem pferd werffen. Und der doctor meynt, es sey auch sunderwarj gutt vor alle feyn[t]schafft und vor
dy feynt, dy dych yn irem czawn betreten mochten. Domit bis Got beffollen.
Geschryben eylen[d] freytag nach Antony.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen zcy. b–b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt gestrichen abe. e) eynz[…] (Verschreibung?). f) hahat. g–g) Oberhalb der Zeile
eingefügt. h) Folgt
gestrichen bis. i–i) Oberhalb der Zeile eingefügt. j) Oberhalb der Zeile eingefügt.
7.
Sidonia dankt Georg für das Wachs, das er ihr geschickt
hat. Am Tag zuvor habe sie ein Gewölbe aufbrechen lassen und dort einen Kasten
mit Münzen gefunden. Dr. Andreas Schwertfeger sendet ihm ein Gebetbuch.
(1493?) Januar 22
Fol. 142. – Zur Datierung: Der Tag Vincentii fiel
in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia
bezeichnt sich in der Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1488, 1493
und 1499 auf einen Dienstag.
Wahrscheinlich bezieht sich der Dank für das übersandte Wachs auf die in
Brief Nr. 6 geäußerte Bitte, ihr auff
mantag ader dynstag erstkunfftig Wachs zu schicken. Ebenso wie Brief Nr.
6 könnte das vorliegende Schreiben damit von 1493 stammen (vgl. die editorische
Vorbemerkung zu Brief Nr. 6). – Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 406, S. 278 f. – Lit.: Gess, Akten, S. XXV, Anm. 1; Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230.
Herczallerlibster sona! Ich danck dir gancz freyntlich des wachs
mir geschickt, ich wils vordynen, wenn ich gros werd. Ich hald dych nü vor eyn
warhafften man, so du mir das wachs geschickt hast. Ich hatte aber sorg und
foricht, du hettest es Jorgen zcu sagen vorgessen, und gedacht, er furicht, so
ich es ynnewerd, ich wurd nicht geffallen daran haben. Es ist aber nü gancz
richtig. Ich hab gester[n] mantag am tag sancte Angnetis
das gewelbichen auffbrechen lassen, und yn eynem kasten hab ich funden eyn
sack, villeycht czweyer schpan langk, und daryn woll eyns grossen mans hant und
etliche finger breyt soliche munczb,
dergleychc ich dir hymit zcu eym besicht
schick. Und wen dir Got zcu mir gehylfft, [will ich] denselbingen sack
mit solichem geld weysen und der meysten awgen mit dir darum werffen, wer
solichen grossen gefunden schacz behald. Ich schick dir aber hymit eyn buchel,
das ist gebessert mit etlichen gebethen von den heyligen funff wunden,
das schickt dir doctor Schwer[t]feger,
und auch das forig gebeth, das er dir vor geschickt hat.
Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag spat am tag Vincency des
heyligen mertrers.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen dy. c) gleych am linken Rand eingefügt.
8.
Sidonia sendet Georg zwei Mönche des Franziskanerklosters
zu Kamenz, dessen Bau er durch die Bereitstellung eines Pferdes für
Transportarbeiten unterstützen möge. Im Meißner Dom habe man die Totenfeier für
den verstorbenen Kaiser abgehalten. Sie bittet um Wildbret.
(1493 nach August 19)
Fol. 169. – Zur Datierung: Ein recht genauer
Anhaltspunkt ergibt sich aus der Erwähnung des Begängnisses für den am 19.
August 1493 verstorbenen Kaiser Friedrich III.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 441, S. 299 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 229 f.
Herczallerlibster son! Dyse czwene bruder seyn von
Kamencz,
dy haben mich gebethen, das ich dych bitten weld, das du yn so gnedig seyn weldest
und yn eyn alt schaden pfert geben weldest, das yn steyne, kalk und sant zcu
irem baw
furen kond. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest
Gote zcu lobe unda umbb
meyner bethe willen yn so gnedig seyn und sy mit eym solichen pferdt vorsorgen,
das werden sy vor dych keygen dem almechtigen Got mit yrem ynnygen gebethe
getrewlichen vorgleychen. Auch wollest wissen, das man den keysser
auffs herlichst hy auff dem thum
begangen hat am mantag mit der vigily und am dynstag mit den messen, als ich
dych berichten will, ap Got will, wenn du zcu mir kumst. Domit bis Got
beffollen. Und schick mir auch wilpert. Yn sunderheyt bitt ich dych, das du mir
haselhünerc und eychhorner fahen lest und mir dy schickest.
Geschriben eylend.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile Rasur: und [?]. c) Folgt gestrichen fa.
9.
Sidonia bittet Georg, daß er die Pfründe des Johannes
Schedlitz nach dessen Tod an Jörg Schneider vergebe. Sie beschwert sich über
Heinitz, dem sie nur für eine Reise nach Chemnitz Urlaub gegeben habe. Pflug
und Wesnitz seien gehorsamer. Sie wünscht einen anderen Hofmeister.
(wahrscheinlich 1493)
September 4
Fol. 159. – Zur Datierung: Die gegen Ende des
Briefes erwähnte frühere Bitte um Haselhühner und Eichhörnchen bezieht sich
wahrscheinlich auf Brief Nr. 8.
Herczallerlibster son! Ich danck dir auffs
allerfreyntlichst des hyrschen, und wenn mir Got dy gnad vorleyet, so will ichs
vorgleychen mit dem, das mich Got ermant. Ich las dich wissen, das der prister
eyner yn der cappallen fast kranck leyt, das man sych seyns lebens nicht lang
vorsicht. Als hat mich gar eyn frommer man, genent er Jorg Schneyder und ist
doctor, Gorliczer
cappalan, demuttiglicha mit bethe
ersuchen lassen, ynb keygen dir zcu
vorschreyben, so der fall an dem prister, gennent er Johanes Schedlicz, gesche,
das du yn gnediglich mit demselbingen lehen vorsheen weldest. Demselbingen nach
bitt ich dych, yn allen trawen als meyn herczallerlibsten son, du wolle[s]t
hiryn meyn bethe anshen, und so der fall an dem bemelten prister gesche, du
wollest mir so freyntlich seyn und dem armen und frommen prister so gnedig und
yn vor eynen andern mit demselbingen lehen vorshen. Das will ich yn
mutterlicher lib um dych vorschulden und er mit seym vleyssigen gebeth vor dych
und vor dy gancze herschafft keygen dem almechtigen Got demuttiglich vordynen.
Heynicz
halb las ich dych wissen, das ich ym nicht ferner den keygen Kemnicz
lawbe geben hab. Wiewoll er mir hat sagen lassen, was ich dir und der herczogin
entpitten wold, hab ich ym sagen lassen, ich wolle ym nyndert den keyn Kemnicz
erlawben, weld er aber keyn Schelnberg
reytten, so sold er hy bleyben. Das hat er mir also durch juncfraw Barbaran
zcusagen lassen, so ich es nicht haben weld, so weld erc nyndert den keynd Kemnicz reytten. Also seynt es alles lugen
umb den man und ist von eygenem syn, und es geffellet mir nichts von ym, das er
so eyn unbestendig man mit seynen worten ist. Zcuerczeyt wenn mir mher macht an
ycht lege, so must ich des auch von ym wartend seyn. Hyrum magstu ym sycherlich
sagen, das es mich ernstlich auff yn vordreust, und kan dopey nicht anders
erkennen, den das er mich voracht. Du magst mir auch sycherlich glawben, das
mir Pflug
und Wesnyg
vill gehorsamer seyn den her. Ich hab yn nach ny darczu vormogen kunnen, das er
hett seyn hoffgewant lassen machen, und ist mir underweylen yn schewczlichen
grawen hadder zcu dynst kummen, das ich seyn mher schand den ere gehat.
Demselbingen nache ist meyn bethe, das
du ym dy ding ernstlich sagest und bald herreytten heyst. Du findst woll ander
hoffmeyster yn das frawenczymmer, dy nütczer den er do seyn. Ich hab dir auch
um haselhuner und eychhorner geschriben, ich weys aber nicht, ap du den bryff
gelesen hast ader nicht. Domit bis Got beffollen. Und sag dem herczogen und
der herczogin
vill guts von meynen wegen. Geschriben eylend mitwoch vor unser Frawen tag
geburt.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt gestrichen be. b) Folgt gestrichen keyd. c) Oberhalb der Zeile eingefügt. d) Am linken Rand
eingefügt. e) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
10.
Sidonia verwendet sich bei Georg für ein Anliegen des
Meißner Domkapitels. Auf Ersuchen des Andreas Schwertfeger bittet sie Georg um
Wildbret für zwei Lizentiaten, die zu Erfurt promoviert werden. Er möge daher
nach Schellenberg schreiben und einen Hirsch fangen lassen.
(1493) Oktober 6
Fol. 210. – Zur Datierung: Das Jahr ergibt sich
aus dem inhaltlichen Bezug zur Doktorpromotion der beiden Erfurter Lizentiaten
am 21. Oktober 1493.
Herczallerlibster son! Ich pin vom cappittel
amit betha angelangt, das ich
sy keygen dir vorschreiben weld, als du den yn der eyngelegten czedel yn dem
grossen briff eyngeslossen vornemen wirdest. Und bitt dych, du wollest dychb umb meiner bethe willen cyn demc gnediclich keygen yn erczeygen und sy pey
dem, do sy vormeynen gerechtickeyt an zcu haben, auch ander lewtd desgleychen sagen, behalden, angeshen, das
sy sych mher den eynmal yn dem, das du von yn begert hast, gancz guttwilliclich
und undertheniclich erczeygt und gehalden haben, als ich an czweyffel pin, du
es thun wirdst. Auch, herczallerlibster son, mich hath doctor Swertfeger
bericht, das czwene leczenciaten,
bruder seyns ordens, ezcu Erfurthe
auff erstkunfftigen der eylfftawsent juncfrawen tag
doctor werden sollen und mich doneben gebethen, das ich dych von ir beyder
wegen bitten weld, das du sy auff die bemelte czeit mit eym hirsch ader hew[p]twildes
gnediclichen vorsorgen weldest. Demselbingen nach bitt ich dych,
herczallerlibstes sonichen, du wollest sy mit solichem wilpert umb meiner beth willen vorsorgen, Got zcu lob und ere den czweyen
brudern, auchf doneben der gutten ler und underweysung, dy von yn dem volk gescheen wirdt, dych teylhafftig machen. Ich forcht,
es wirdt auff der Dresdnischer heyd nichtg leychtlich zcu fahen seynh. Demselbingen noch bitt ich dich, du wollest
keyn Schelnberg
schreyben und selbst eyn hirsch fahen lassen und
beffellen, alsbald der gefangen wirdt, hergefurt werd.
Und das der hirsch gwislich
auff erstkunfftigen suntag
ader mantag nach Dyonisy herkumm,
das ist hewt ader moringen
obir achtag, als ich
an czweyffel pin, du es thun wirdst.
Das wil ich yn mutterlicher libe kegen dir zcu
vorgleychen nicht vorgessen, und sy mit yrem gebeth keygen Got sychi
getrewlichen zcu vordinen befleyssigen. Domit bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen dych. d) Folgt gestrichen sagen her [?]. e–e) Oberhalb der Zeile
eingefügt. f) Folgt
gestrichen der le. g) Folgt gestrichen h. h) Folgt gestrichen seyn. i) Ursprünglich wohl nur sy, das ch
anscheinend nachträglich in der Lücke zum folgenden Wort ergänzt.
10a.
Sidonia bittet Georg im Namen der Frau von der Sale um
Wildbret. Georg möge nicht vergessen, am kommenden Dienstag Siegmund Pflug zur
Frau von der Sale zu schicken.
(1493 Oktober 6?)
Fol. 211. – Es handelt sich nicht um ein
selbständiges Schreiben, sondern offenbar um einen eingelegten Zettel (kleines
Format, verkürzte Anrede, Fehlen von Datum, Unterschrift, Adresse und Siegel).
Zu welchem Brief dieses Stück gehört, läßt sich nicht mit völliger Sicherheit
sagen. Der Wunsch, das Wildbret auff dyselbinge
czeyt zuzustellen, könnte sich aber auf Brief Nr. 10 beziehen.
Herczallerlibster! Dy von der Salen,
witwe, hat mich bericht, wie sy dych umb wilpert gebethen hab. Bitt sy nach, du
wollest vleys ankeren, das ir solich wilpert auff dyselbinge czeyt werden
mocht. Auch bitt sy, du wollest nicht vorgessen, doctor Sygmünt Pfluge
auff den erstkunfftigen dynstag
zcu ir zcu reyten heyssen. Das alles will sy demuttiglich vordynen.
11.
Sidonia dankt Georg für das Wildbret. Er habe es jedoch zu
früh geschickt, und außerdem sei es zu wenig, um es den beiden Erfurter
Lizentiaten zu verehren. Er möge daher mehr Wildbret senden.
(1493) Oktober 10
Fol. 196. – Zur Datierung: Die Datierung folgt aus
dem inhaltlichen Bezug zum Brief Nr. 10 (vgl. dort).
Herczallerlibster son! Ich danck dir ser freintlich
des hewpwilds, das du mir geschickt hast. Aber
ich hatte dir geschriben, du soldest mir solich wilpert erst auff süntag ader
mantag nach Dyonisy
schicken, den es wirdt nicht werhafft bleyben
vor der czeyt. Auch ist es eyn cleyns und eyn jünges heuptwilds, dena czweyen zcu schicken und zcu solichen iren eren. Demselbingen
nach bitt ich dych nach auffs allerfreintlichst, du wollest mir so freyntlich
seyn und dyselbingen czwenn liczencziaten
mit mher wilpert, als bnoch mitb eym hewpwilds ader zcu
dem wenigist mit czweyen
reheen vorsorgenc und das wilpertd auff erstkunfftigen suntag
ader mantag gwislich herschicken, den der doctor Schwertfeger wirdt sych bald darnach
auff dynstag
erheben und nach Erfurt
faren und yn dasselbing wilpert bringen, als ich an czweyffel pin, du thun
wirdst, das will ich yn mutterlicher lib getrewlich umb dych beschuldigen, und
sy beyd mit iren gebeth und lere keyn Got vorgleychen. Domit bis Got beffollen.
Geschriben eylend donerstag nache Dyonisy.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen yn. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichen macht. c) Oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Oberhalb
der Zeile eingefügt. e) Folgt
gestrichen Egidy.
12.
Sidonia teilt Georg mit, daß ihm Andreas Schwertfeger
seinen Dank wegen der beiden Lizentiaten ausrichten lasse. Sie selbst hätte
diesen lieber frisches Wildbret gegeben.
(1493) Oktober 13
Fol. 208. – Zur Datierung: Die Datierung folgt aus
dem inhaltlichen Bezug zum Brief Nr. 10 (vgl. dort).
Herczallerlibster son! Ich danck dir gancz
freyntlich des wilperts, das du mir geschickt hast. Der doctor
lest dir auch fast demutticlich dancksagen von der czweyer leczenciaten
wegena, her will es mitsampt ghenen mit
seym gebeth keygen Got gleychmachen. Er hett es zcu dem ersten gütt lassen
seyn und hett ym lassen gnugen, aber mich daucht es zcu wenig [zu] seyn
und hett ynb gern frysch wilpert gehat.
Domi[t] bis Got beffollen. Geben und geschriben suntag nach Dyonisy. Ich
hab hewt hort auff dem predigstul bitten vor Hans Grensyng, der auff dem
heyligen wegk
vorscheyden sey. Wen es der will Gots wer, ich hett ym seyns lebens woll
gegunst, so es den Gotc ym besten
erkent, sod sol es yderman auch woll
geffallen, der ym gnedig und barmherczig sey, und geb ym dy ewige rüge [?].
Amen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgen
gestrichene Zeichen. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt
gestrichen m[…] es.
13.
Sidonia sendet Georg einen Brief, den er an Herzog Albrecht
weiterleiten möge. Sie bittet Georg, am folgenden Tag zu ihr zu kommen, weil
sie mit ihm etwas zu besprechen habe.
(1493) Oktober 16
Fol. 147. – Zur Datierung: Der Tag Galli fiel in dem hier relevanten Zeitraum
(vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnt sich in der
Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1493 und 1499 auf einen Mittwoch.
Am 16. Oktober 1499 befand sich Albrecht allerdings noch in Friesland, das er
erst am 27. Oktober verließ. Daher dürfte der Brief auf den 16. Oktober 1493 zu datieren sein. Zu
einem Aufenthalt Albrechts in Nürnberg zu diesem Zeitpunkt könnte die Nachricht
passen, daß dieser zusammen mit seinem Sohn Heinrich am 3. November
1493 in Wien eingetroffen sei. Nach den Hofrechnungen wurden Herzog Albrecht zu
Neujahr 1494 in Nürnberg 20000
Gulden bereitgestellt.
– Druck: Steinhausen, Privatbriefe,
Bd. 1, Nr. 444, S. 300 f. – Lit.: Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 122.
Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit den
bryff meym hern
zcugehorend, den schick ym, das er ym zcu Nornberg
werd. Auch bitt ich dych, so du es so schicken kondst, du wellest morringen
auffs morringenessen zcu mir kummen, den ich mit dir zcu reden hab, das ich dir
nicht schreyben nach entpitten kann. Ich will mich auch darnach richten. Schick
auch eynen vor dir her, der mir sagt, ap du kumst ader was du thun wilt. Domit
bis Got beffollen. Geschriben eylend mitwoch s. Gally.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
14.
Entsprechend der Zusage Georgs habe Sidonia die Pfründe an
Jörg Schneider verliehen. Sie bittet ihn darum, ihr möglichst rasch die
Präsentation zu schicken.
(wahrscheinlich 1494)
April 6
Fol. 183. – Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 9.
Herczallerlibster son! Nachdem als ich an czweyffel
pina, du weyst, das der fall an dem
prister gescheen,
hab ich der zcusag nach, bdy du mir gethanb, ern Jorgen Schneyder das lehen yn crafft
und massen, als tetstus, ym gelihen. Nu gebrichts ym an eyner presentacion.
Bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest mir dy eher ye besser pey
dysem botten schicken und deyner zcusag nachkummen und dych nymands dovon weysen nach reden lassen, anderst ich wurd nicht
eyns mankorns wertc von dir halden.
Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag Quasi modo geniti.
Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
15.
Sidonias früher geäußerter Bitte, ihr die Präsentation für Jörg Schneider
zukommen zu lassen, sei Georg bisher nicht nachgekommen. Sie
befürchtet, daß man ihm ihren Brief nicht übergeben habe, und wiederholt ihre
Bitte. Georg möge sie besuchen.
(wahrscheinlich 1494)
April 7
Fol. 168. – Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 14.
Herczallerlibster son! Ich hab dir vormals
geschriben und zcu erkennen geben, das ich ern Jorgen Schneyder genent deynem
vorheyssen nach das lehen, das sych erledigt, yn crafft als tetstu es, ym
gelihen hab und ym fell nür an eyner presentacio, und dych gebethen, mir dy
eher ye besser ap[e]y dem b[o]ttena zcu schicken, das den nach von dir nicht
gescheen. Und kan nicht wissen, ap dir der bryff wurden ader nicht wurden ist.
Und foricht, das man dir den bryff nicht hat geantwurten mügen, ursach halb ich
dych, ap Got will, berichten will, so du zcu mir kumst. Aber ich schreyb wie
vorb, kumm dem nach, das du mir
vorheyssen hast, und las dych nymands dovon widder reden nach weysen, anders
ich wurd von dir nicht eyns monkorns wert halden. Den er ist eyn frommer man
und eyns gutten lebens. Hab gleych mher früm leut auff deym stifft als andere.
Domit bis Got beffollen. Ych bins an allen czweyffel, du wirdest dych cyn
dem und allemc recht keygen mir halden Geschriben eylend mantag nach Quasi
modo geniti. Ich bitt dych, herczallerlibster son, du wollest
dyse woch ader gwislich auff gene woche zcu mir kummen, den ich
dorff deyn, und kum ye auff eyn fleyschtag.
Zdena
a–a) Am linken
Rand eingefügt (aufgrund der nachträglichen Bindung einzelne Buchstaben nicht
lesbar). b) Folgt
gestrichenes Wort. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
16.
Sidonia bittet Georg dringend um ihr Unterhaltsgeld. Ihr sei
zu Ohren gekommen, daß Meister Christoph als ihr „Hofmeister“ bezeichnet
werde, was ihr zum Hohn gereiche. Georg wisse, daß dies nicht wahr sei, und
möge es richtigstellen, wenn er es höre.
(spätestens 1494) Mai
18/Juni 21
Fol. 212. – Zur Datierung: Bis 1494 erhielt
Sidonia ein ‚Quatembergeld‘ von 100 Gulden, worauf sich der Beginn des Briefes
bezieht. Ab 1495 wurden die vierteljährlichen Zahlungen auf je 524 Gulden
erhöht.
– Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz,
S. 230.
Herczallerlibster son! Nachdem ich dir geschriben
um meyn solt und auch meyster Cristoff
beffollen, dych umb das ander gelt, das auch auff dysen quotemer
geffallen solt, darczu du den auff dy czeyt, als er mir gesagt, woll gelawt
hast, demselbingen nach ist meyn bethe, du wollest mir meyn solt, dy 100 gulden,
schicken und auch das ander gelt, des ich als wenig als meyns soldes geraten
kann, den es will mir umbsunst nymands nichtsa
lassen nach geben, ich mus gelt darumb
außgeben. Herczallerlibster son, ich bitt dych auffs freyntlichst, du wollest
mir das oben bemelte gelt alles schicken, das es mir nach vor freytags werd. Auch, herczallerlibster son, ich hab vorstanden, dasc etliche yn deynem hoff und auff dem land, auch hy yn dyser stat und hyn und fur meyster
Cristoff, mir zcu eynem gespüt und ym zcu eynem hen, meynen
hoffmeyster heyssen und nennen. Nü weystu woll, das ich yn darzcud
ny auffgenummen, so hat mir yn nymands zcu eym hoffmeyster geben und hab yn
auch vor keynen hoffmeyster pey mir. Demselbingen nach ist meyn trewlich und
gans freyntliche bethe, wü soliche wort ader red yn schimpf ader ernest an dych
gelangen wurd ader yn ymant yn der weyse vor dir nennen, du wollest dych keygen
solichen mit antwurt halden, auff das sy erkennen mogen, das sy dir keyn
geffallen daran thün, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend mantag nach der heyligen Dreyffaldickeyt tag. Deyn
beschriben antwurt pey dysem meym liben getrawen.
Zdena
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Am
linken Rand eingefügt. c) Folgt gestrichen man yn. d) Zwischen dar
und zcu mehrere gestrichene Zeichen.
17.
Sidonia erkundigt sich, ob Georg sie zusammen mit Herzog
Johann besuchen wolle. Sie wisse, daß er mit Kurfürst Friedrich und Herzog
Johann einen Verhandlungstag zu Oschatz
abhalten werde. Bisher habe sie ihr Geld nicht erhalten, woran Georgs Räte Schuld seien. Sie meint, daß sie der Meißner
Domherren wegen hinter etliche Dinge kommen werde, und werde ihm
darüber zu gegebener Zeit berichten.
(wahrscheinlich
spätestens 1494) Juli 9/15
Fol. 148. – Zur Datierung: Bei den 100 Gulden, auf
die Sidonia wartet, handelt es sich vermutlich um das ‚Quatembergeld‘, das ihr
bis 1494 in dieser Höhe gezahlt wurde (vgl. oben zu Brief Nr. 16).
Herczallerlibster son! Ich weys, das herczog Hans,
deyn fetter, pey dir ist, und vorsthe aucha, das deyn fettern
und du mit[einan]derb eyn tag
halden werdet zcu Oschacz.
Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest mir zcu erkennen geben, ap du
mitsampt herczog Hanse hyzcu reytten wirdst und auff welichen tag ader stund du
dych hy zcu seyn vorsychst. Auch hab ich dich nü, do du am nechste pey mir
gewest, gebethen, du weldest mir das ander gelt auch auff eyn czeyt dir bericht
zcuschicken, das den bisher nicht geschen ist. Und gib dir yn dem keyn schult,
sunder deyner regirer eyn teyls hab ich yn vordocht. Got der Herr vorgeb mirs,
thu ich yn unrecht, doch kan ich mich der gedancken nicht erweren und vorshe
mich, so ich yndert irer frewnt eynenc
pey mir zcu dyner hett, der solichs gelt ynhaben wurd, so wurd mir solichs geltd nicht also lang vorgehalden und wurd alle
wege geldes gnug doseyn, wenn ich darnach schreyben ader schicken wurd.
Demselbingen nach ist meyne vleyssige bethe, herczalle[r]libster son,
du wollest vleys ankeren, das mir solichs gelt wert eher ye besser pey und nach
dyse woche, den ich vorsich mich, du hast dy 1500e gulden nach nicht
vorthan, dy dir Widebach
newlich geschickt hat. Und bis darczu, das mir der marschalk
dy hundert gulden auch eher ye besser schick ader bryng. Der thumhern
halb dorffestuf auff dysmal nychts mit ym reden bis auff eyn ander
czeyt, den ich pin yng meynung, hynder etlich dyng zcu kummen.
Sobald ich warlich darhynder küm, so will ich ferner mit dir dovon reden. Und
las dyse meyne schrifft also pey dir bleyben, aber bis daran, das mir das gelt
wirdt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Kyliani.
Zdena
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Mittelteil
des Wortes unleserlich. c) Oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Folgt
gestrichen ge. e) Folgt hundert. f) r oberhalb der Zeile eingefügt. g) Oberhalb der Zeile eingefügt.
18.
Sidonia bittet Georg zu veranlassen, daß ihr die
Spangennadel zugeschickt werde, da der Herzog komme. Maltitz möge er daran
erinnern, ihr die ausgeliehene Legende des hl. Franz von Assisi zurückzugeben.
(spätestens 1494)
Dezember 6
Fol. 213. – Zur Datierung: Das Schreiben geht dem
Brief Nr. 20 voran, dessen Terminus ante quem im Januar 1495, möglicherweise
sogar im Oktober 1493 liegt.
Herczallerlibster
son! Ich bitt dych auffs freyntlichst, das du wollest vleys ankeren, das mir das hefftel eher ye besser werd, auff das, so der herczog kumt, ich
nicht mit schanden besthe, als ich sychern vortrawen zcu dir hab, du
thun wirdest. Auch hab ich zcuerczeyt Malticz
dy legend sancti Francisci gelichen. Ich bitt dych, du wollest ym sagen, das er
mir sy eher ye besser widder schick. Domit bis Got beffollen. Geschriben
eylend hewt am s. Nicolaus tag.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
19.
Sidonia habe von Georg keine Antwort auf ihr vorheriges
Schreiben erhalten, weshalb sie auch nicht wisse, wie es um ihre Spangennadel
stehe. Er möge in dieser Angelegenheit einen eigenhändigen Brief aufsetzen,
statt die Kanzlei damit zu beauftragen. Bevor durch die Kanzlei ausgefertigte
Briefe ausgehen, solle er diese persönlich lesen.
(spätestens 1494)
Dezember 9/15
Fol. 214. – Zur Datierung: Das Schreiben geht dem
Brief Nr. 20 voran, dessen Terminus ante quem im Januar 1495,
möglicherweise sogar im Oktober 1493 liegt.
Herczallerlibster son! Auff meyn nechst schreyben
hastu mir keyn antwurt gethan, deshalb ich nicht vornemen kan, wie es um das
hefftel
bleybt. Demselbingen nach bitt ich dych auffs freyntlichst, hastu nicht darum
geschriben ader schreyben lassen, du wollest es nach thun. Aber so du deyn
eygen hantschrifft dohyn schickest, vorshe ich mich, wurd mher helffen den auß
dera canczleyb, und wer mir auch vill liber. Und werc mir auch lip, wenn du bryffe auß der kanczley
zcud vorschicken schuffst, das dy bryff
vormals vor dir gelesen würden ader du sy selber lesest, so hertstu, wase
sy ynnehalden. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach
Concepcionis Marie.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen canz. b) Folgt gestrichen es […]. c) Oberhalb der Zeile eingefügt. d) Oberhalb der Zeile ist zcu vor eingefügt, auf der Zeile steht bereits vorschicken. e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen wie [?].
20.
Sidonia habe die Spangennadel von Georg erhalten. Sie
schicke ihm zwei Briefe, die er weiterleiten möge. Die Frau von der Sale habe
darum gebeten, daß Georg den Inhalt eines Schreibens ihres Vaters an Jörg von
der Sale übermittle.
(spätestens 1495
Januar)
Fol. 151. – Zur Datierung: Der Terminus ante quem
ergibt sich daraus, daß der im Brief als lebend erwähnte Georg von der Sale
spätestens im Januar 1495 gestorben sein dürfte.
Sofern der Zettel Nr. 10a tatsächlich zu Brief Nr. 10 gehören sollte, müßte
das vorliegende Schreiben noch vor dem 6. Oktober 1493 entstanden sein, da
Barbara von der Sale dort bereits als Witwe bezeichnet ist.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben pey Benedi[c]tus
mit zcuschickung des hefftels
hab ich yn mutterlicher lib freyntlich vorstanden und angnümmen. Und schick dir
hymit czwen bryff, dy wirdstu forder zcu senden woll wissen. Du wollest auch
wissen, das mir dy von der Salen
geschriben, wie ir vatera neben deym
bryff, dir zcugehorend, ir auch geschriben, aber sy kond yn irem bryff nichts
vornemen, do sy auff grunden künd. Demselbingen nach bitt sy mich, dych
dymutticlich zcu bitten, was dir vor antwurt von ym wurden wer, du weldest es
yren junchern Jorg von der Salen
vornemen lassen. Ich bitt dych, herczlibster son, du wollest es yn ye e[her]
besser lassen wissen. Ich will dir Benedictüm leyen, der sol dir dy botschafft
woll außrichten und wirdt dychb villeycht
eyn groschen kosten, den gybstu ym zcu pertinentis [?].
An dem Latin kanstu gedencken, das ich doher eyn czeyt bas gelert wurden bin
den vor. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend etc. Du hast mir sewberlich
mitgeffaren,
hast mich bryffe schreyben lassen und den botten villeycht ander wege gheen
lassen den dem weg, den ich dych gebetten hatt. Harr, ich will dych mit
ergerten hawen, das dir das mawl nach sussen weyn wessern sol.
a) Folgt
gestrichen ir. b) Am linken Rand eingefügt.
21.
Sidonia habe Herrn Lorenz angewiesen, Georg Mitteilung über
den von der Kere zu machen. Er möge diesen härter anfassen, da er sonst verderbe.
(wahrscheinlich 1488
oder 1494) Dezember 21
Fol. 204. – Zur Datierung: Der Thomastag fiel in
dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet
sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1488 und 1494 auf
einen Sonntag.
Herczallerlibster son! Ich hab her Lorenczen
beffollen, dir etliche meynüng zcu sagen betreffend den von der Kher,
dem magstu glawben geben yn massen, redet ich es selbst mit dir. Sycherlich, du
must ym eyn hertern czawm anlegen, anders er vordirbt gar. Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend suntag sancti Thome.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
22.
Georgs Entscheidung in einem Streit zwischen der Stadt
Großenhain und dem dortigen Magdalenenkloster werde vom Geleitsmann nicht korrekt
umgesetzt. Auf Ersuchen der Priorin bittet Sidonia darum, daß sich Georg um
diese Angelegenheit kümmere.
(wahrscheinlich 1495
März 13)
Fol. 164. – Zur Datierung: 1494 entschied Herzog
Georg einen Streit zwischen dem Kloster und dem Rat zu Großenhain „um eine
Zinszahlung aus Unschlitt“, im Dezember 1494 gingen in dieser Angelegenheit
herzogliche Briefe aus.
Auf diesen Vorgang scheint der Brief Sidonias Bezug zu nehmen.
Herczallerlibster son! Ich pin an czweyffel, dyra sey nach yngedenck, wie der schit
czwuschen den vom Hayn
und der priorin
doselbst gescheen, ydoch will ich dir nicht vorhalden, was ich von der priorin
von Freyberg
und auch derb vom Hayn bericht bin als
in der weysse, das dy cpriorin undc
dy samlung
des closters zcum Hayn yr besitczung und gehabter gewer bahalden solle, auch
ire czinse an den fleyschern wie vor ermannen, des sych dy priorin also gehalden
hat. Auff solichen deynen schit hat der gleyczman zcum Haynd
der priorin zcu erkennen geben auß das obirmarschalks
beffell, das sy es pey ym suchen sullen, doch nicht eher, es kum den ir
general ader ir obirster, das ich mich mitsampt dere priorin nicht bedüncken lassen, das deym
schid nach dein recht gemeß sey. Deshalb hat sy mich ersucht und mich gebethenf, dir zcu schreyben, des ich der loblichen
samlung zcum Hayn nicht hab wissen abzcuschlahen. Demselbingen nach bitt ich
dych, du wollest mir eher ye besser zcu erkennen geben, wie sych dy sach helt
und was deyn meynung yn den dyngen sey. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend
freytag nach Ynvocavit.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen sey[…]. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt
gestrichen zcuer. e) Folgt gestrichen priororin. f) Folgt gestrichen der […].
23.
Priorin und Konvent des Magdalenenklosters zu Großenhain
hätten Sidonia einen Brief überantwortet, den ihnen der Geleitsmann
zugeschickt habe. Über den Inhalt werde Georg durch Meister Christoph
informiert werden. Georg solle die Interessen von Geistlichen beachten. Sidonia
benötige Fleisch und Bier.
(wahrscheinlich 1495
März/April)
Fol. 170. – Zur Datierung: Das Schreiben könnte
aus inhaltlichen Gründen auf Brief Nr. 22 folgen. Dazu paßt die ungefähre
zeitliche Einordnung, die sich aus der Erwähnung des Jahrmarktes in Dresden
ergibt.
Herczallerlibster son! Mir haben dy priorin vom
Hayn
und dy gancze samlung des closters eyn bryff zcugeschickt, den yn der gleyczman
und kytczer geschriben und yn ir gloster antwürten lassen, des ynhalt mir dir
zcu schreyben nicht not thutt. Aber ich hab
meyster Cristoff
beffel geben, dyr dy meynung zcu sagen und dir darneben
meyn guttduncken zcu eruffenen, dema magstu glawben
geben yn massen, redet ich es yn eygner person mit dir. Und bitt dych, du wollest
dych keygen geystlichen lewten, zcuvorauß dy gerevermirtb seyn,
nicht leychtlich yn solichem ader anderem bewegen lassen, sunder sy pey irer
alden ankunfft, dopey sy deyn alde alder vor 100 jarn behalden haben,
hanthaben und lassen, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. So wird dychc Got auch widderum hanthaben und enthalden
yn allem dem, das dir gütt und nutcz sey an der selen und am leybe. Ich las
dych auch wissen, das ich keyn kuchenvleysch mher hab. Demselbingen nach
schaff, das mir eyn ochs ader drey zcu dem wenigistend eher ye besser herap getriben werden. Auch
hab ich 8 vas birs lassen bringene,
dovor gyb mir gelt ader bir, welichs du wilt. Nachdem als itczunt jarmarck
do czu Dresden
ist, bitt ich dych, du wollest deyne milde hant keygen mir erscheynen lassen,
auff das ich moge sprechen: „Ey, wie mild ist der furste.“ Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend.
Zdena
a) Folgt
gestrichen ich. b) gereüermirt. c) ch oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Folgt
gestrichen eih [?]. e) Folgt
gestrichen dy las [?] b[…] beczalen.
24.
Sidonia schickt Georg einen Brief, den sie von Priorin und
Konvent des Magdalenenklosters zu Großenhain erhalten habe. Er möge dafür
sorgen, daß die Nonnen zu ihrem Recht gelangten, und zu diesem Zweck an die
Stadt Großenhain schreiben.
(wahrscheinlich 1495
ca. März/April)
Fol. 181. – Zur Datierung: Das Schreiben folgt aus
inhaltlichen Gründen auf die Briefe Nr. 17 und 18.
Herczallerlibster son! Das du gesunt werest an leyb
und an der selen, erfur ich alleczeyt gern. Und schick dir hymit eyn briff, den
mir dy priorin vom Hayn
mitsampt irer samlüng geschickt haben, yn dem du ire meynüng vornemen wirdst.
Herczallerlibstes kinta, weys ich doch
nicht ander, den das es dir nach yngedencke sey, do du am nechst pey mir
warest, das ich dych gancz freyntlich bat und dir auß mutterlicher herczlicher
lib getrewlichen ritt, du weldest feste obir den pristern und nünnen halden und
sy getrewlichen hanthaben und sy dir beffollen lassen seyn, das du mir zcu der
czeyt als eynn from gehorsam kint vorheyssen hast und als ich ganczlich vort[r]ewen
zcu dir hab gethan und thun wirdest, und villeycht nichts von dem bryff, der an
[den] official gelangt, weyst, auch keynen beffell darumb gethan hast.
Ist es aber mit deym wissen und willen geschen,
so bitt ich dych auff hochst yn aller mütterlicher trewen, ere Got und dy werd
mutter Gotes, auch dy heylige Mariam Magdalenam und den heyligen Vallentinüm und stelle es ab und schaff, das den nünnen
das ire an furder beswerüng werd, den du hast keyn ursach,
dy dych daran vorhyndert, außgnümmen du weldest dir den den bosen geyst
durch deyner retten eyns teyls ratt ym münd meren lassen. Gedenck an das
geneschel, das dir unser liber herre Got nü czugeschickt hat und dir domit
gedrewt und villeycht, so du dych yn dem und andern nicht bessern würdst, dir
etwas nach vill schedlichers und schreclichers zcuschicken mochte. Das alles
zcu ve[r]hutten bitt ich dych, meynn herczallerlibstes kint, du wollest
dyse meyne schrifft
nicht lindlich auß dem syn schlahen und sy nicht vorachten, sundern zcu hercz
nemen, auch den vom Hayn
beher ye besserb schreyben,
das sy den nünne[n], auch denc
pristern, das sy yn zcu geben schuldig seyn, an vorczog geben, angeshen
vorbemelte meynüng, auch etlich beschwerung deshalb von mir laden und es vor
keynen schercz haben, nach dem ich dych, ap Got wil, berichten wil, so du zcu
mir kumst. Domit bis Got beffollen, der dir seyn gnadd, recht zcu thun, vorley und dych vor allem
obil behutt. Mir ist deynthalb nicht enwenigk hyut yn der nacht bange gewest und wust doch von dyser schrifft
nicht, aber do mir der bryff wart, gedacht ich: „Hilff Got, das ist villeycht
dy ursach.“ Geschriben eylend. Deyn hantschrifft mit dysem botten eher ye
besser, den ye heyliger dy czeyt ist, ye mher dy armen geystlichen anfechtung
haben müssen, auff das […]f sy getrosten mag.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Folgt
gestrichen prs [?]. d) Folgt
gestrichen […] recht und […]. e) Folgt gestrichen deynthalb. f) Kurzes Wort durch die nachträgliche
Bindung nicht lesbar.
25.
Sidonia erkundigt sich bei Georg wegen ihres Wachses. Sie
entschuldigt sich dafür, daß sie ihn nicht bei sich behalten habe, aber sie
beabsichtige, am folgen-
den Tag etwas zum Lob Gottes und zu Ehren des hl. Paulus
und seiner Bekehrung zu unternehmen.
(wahrscheinlich 1490
oder 1496 Januar 24)
Fol. 160. – Zur Datierung: Wenn Sidonia schreibt,
am nächsten Tag wolle sie etwas zu Ehren des hl. Paulus und seiner Bekehrung
unternehmen, so legt dies die Vermutung nahe, daß es sich bei dem Folgetag um
das Fest Pauli Conversionis handelt. Gemäß der Datierung am Schluß des Briefes
müßte dies dann ein Sonntag sein. Pauli Conversio fiel in dem hier relevanten
Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet sich in ihrer
Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1490 und 1496 auf einen
Sonntag.
Herczallerlibster son! Ich hab vorgessen, dych zcu
fragen, wie es meyns wachs halben bleybt ader wemm ich es anfürdern sol, den
ich sols dyse kunfftige woch haben. Meyn herczallerlibstes sonichen, ich bitt
dych auffs hochst ich kan, du wellest es nichta
yn unfrewntschafft von mir vorsteen, das ich dych hewt nicht pey mir behilt,
den ich richt mich eyns teyls nach dem, als ich zcu dir sagt: „Wiltu hewt keyn
Dresden?“
Sprachstu: „Ich weld gern.“ Ich sagt ader widder ja nach neyn, wiewoll ich es
ym willen was, dych keyn Dresden zcu reyten lassen, ursach halb, das ich, ap
Got will, morringen Got zcu lob und ere [und] sancto Pawlo und seyner
bekerung bzcu erenb etwas
forhab zcu thun – Got helff mir! – zcu der selen selickeyt, daran ich etwasc vorhindert wurden werr, das ich es nicht als
statlich hett thun mogen als also. Ich hab mich sider vorsunnen, das du
villeychtd yn eyn kald kuchem kummen bist und es auch villeycht
nicht lang zcuvor gewist haben, das du kummen weldeste. Vorgib mir dy unvornunfft, ich wilsf nymmer thun. Domit bis Got beffollen.
Geschriben eylend su[n]abent vor s. Pawls bekerung.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen yn. b–b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Folgen
gestrichene Zeichen. d) y über
der Zeile nachgetragen. e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen wilt. f) Folgt
gestrichen my.
26.
Sidonia bittet Georg, er möge Bruder Johannes von Bamberg
erlauben, das Doktorat anzunehmen, und auch nicht zulassen, daß andere ihn
daran hindern. Er solle nicht auf seine Räte hören, denn etliche unter ihnen
wollten auf diese Weise vielleicht die Freiberger unterstützen.
(wahrscheinlich
1492/1496) Januar 26/Februar 1
Fol. 194. – Zur Datierung: Den Terminus post quem
bildet der päpstliche ‚Butterbrief‘ für das Freiberger Kollegiatstift vom 10.
Juli 1491.
Wahrscheinlicher Terminus ante quem ist die päpstliche Bulle in dieser
Angelegenheit vom 26. August 1496.
Herczallerlibster son! Es hatt bruder Johanes
Bobemberger
an mich gelangen lassen, das dy gancze universiteta zcu Ley[p]sig
und doctores der heyligen schrifft on keygen dir vorschreyben, auff das er von
dirb erlangen mocht eyn gnediges vorgünnen, das doctorat anzcünemen, als du
den yn iren schrifften vornemen wirdst, mich auch doneben
mit dymuttiger bethe ersuchen lassen,
on auch keygen dir zcu
vorschreyben, das ich ym fuglich nicht hab mogen abschlahen. Demselbingen
nach bitt ich dych auffs allerfreyntlichst, so ich ummer kann, du wollest es
umb meyner bethe willen thun undc ym
gnediclichen vorgünnen, das er solichs doctorat annemen mogen und yn daran
nicht vorhyndern, auch andern yn daran zcu vorhyndern nicht gestaten, angeshen
dy gutten werick, dy dovon erschprissen mogen. Den es mocht sych manich mensch
seyner lere bessern und seligk werden, do sunst nichts auß wurd, den dy gaben
und gnaden Gotes seynt manycheley. Er mocht eind
dy gnad vorleyen, dy er eym andern nicht vorleyt. Auch vorstee ich, das etliche
deyne rete yn auch gerne daran hyndern welden. Ich bitt, ker dych nicht daran,
den sy wollen v[i]lleichte den
von Freyberg
domitt hoffiren. Aber als mich dy dingk anshen und ich ynn meym eynfeldigen
vorstentnis begreyffen kanf, so seyn dy
von Freybergk ungerechter den Johanes Bobemberger und doctor Breytembachg ,
den es ist nichth woll leydlich, das man
eyns ketczer heyst. Obir das haben dy von Freyberg mit Johanese Bobemberger
etwas außzcutragen, das geschicht als woll, wenn er doctor ist, als dyweyll er
liczencziat ist. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben eylend hewt
donerstag nach Conversio sancty Pawli.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) uniüersitet. b) Folgt gestrichen zcu. c) Folgt gestrichen woll. d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Oberhalb der Zeile
eingefügt. f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g) Folgt
gestrichen dem [?]. h) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
27.
Die Briefe Georgs an Sidonia und an Herzog Friedrich seien
vertauscht worden. Sidonia wünscht Georg und seiner zukünftigen Gemahlin alles
Gute zur bevorstehenden Hochzeit. Sie schickt ihm eine Haube.
(1496) August 21
Fol. 137. – Zur Datierung: Eindeutiger Anhaltspunkt
ist die im Brief als bevorstehend angesprochene Hochzeit Georgs.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 474, S. 320. – Lit.: Nolte,
Familie, S. 333; Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 232.
Herczallerlibster son! Ich las dich wissen den briff,
den du mir pey Heinczen bothen geschickt, gehort herczog Fridrich zcu. Wiewoll ich yn auffgebrochen und gelesen, schick ich dir yn widder und vershee mich, herczog
Fridrich werd den briff, der mir gehort, auch gelesen haben. Es wirdt
das gmeine sprichwort an dir war, den man sch[p]richt gern zcu den, dy
nicht aller ding auff ira thün achtung
geben: „Du ghest yn gedancken als eyn vorlobte mayt.“ Desgleychen mag man
ytczunt auch zcu dir sprechen. Herczallerlibster son, Got gebe dir und deiner
gemahel
gar vil glucks und heyles, auch seyn gotliche gnad, libeb, friden undc
eyntracht, auch fruchtbarheyt der selen dund auch des leibesd und vorley auche beyden ym
anfang guttes mittel zcu begreyffen und alsden den anffanng und mittel mitf
eynem gutten, fruchtbarn, auch seligen endeg zcu beschlissen. Amen.
Auch als ich yn dysem briffe vorneme, so wurd dy hochczeit umb Martini
seyn, das den, als ich mich vorshee,
umb dy czeit sterbens halb fast soriglich
seyn würd. Darumb bedencks gar eben, was dir in dem zcu thun sey. Auch
schick ich dir hymit dy hawbe, dy ich dir vorheyssen. Und der almechtig
Got geb, das du nicht eheeh zcureyssest, es sey den, das sy dir deyn
eygen son ader thochter beschmeyssett. Domit bis Got beffollen. Das Latin yn
dem briff, das du herczog Fridrich schreybest, hab ich woll vornümmen. Es wer
nicht bose, so er dir volgen weld, es wer ym zcu der selen und leybe nutcze.
Geschriben eylend suntag nach der hymmelffart der j[u]ncfrawen Marien,
der gebererin Gotes.
Do ich den briff auffgebrach, sach ich allererst, das der
briff h[erczog] F[ridrich] zcustund, den ich hatte vor nye auff
dy obirschrifft gemerickt.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb der Zeile eingefügt. b) Folgt gestrichen y. c) Folgt gestrichen eyntracht (darunter
Punkte). d–d) Am
Rand eingefügt. e) Folgen
gestrichene Zeichen. f) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen zcu. g) Folgt gestrichen beschlissen. h) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
28.
Georg habe auf den letzten Brief Sidonias noch nicht
geantwortet. Sie bittet ihn um Zusendung des schwarzen Damasts. Vor der
Hochzeit solle er unbedingt die Beichte ablegen.
(1496) November 8
Fol. 139. – Zur Datierung: Eindeutiger
Anhaltspunkt ist die im Brief als bevorstehend angesprochene Hochzeit Georgs.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 476, S. 321 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230 und 232.
Herczallerlibster son! Du hast mir auff mein nhest
schreyben, das ich dir pey dem nech[s]ten botten, der mir das seyden gereth
brachte, keyn antwurt gethan. Demselbingen nach bitt ich dych, meyn
herczallerlibster sona, so du des sammets,
den ich doch fast gern hett, nicht geratten weldest ader kondst, du wellest mir
doch den schwarczen damaschken 15 ellen eher ye besser schicken und pey dysem
bothen und yn auffs ehersten, als du kanst, domit fordern, als ich an czweyffel
pin, du thun wirdest. Das will ich umb dych auffs allerfreyntlichst vordinen.
Auch als du dich yn meyn gebeth befilst, magstu mir sycherlich glawben, das ich
alles mein gebeth, seyn sey wenig aderb wievill seyn seyc,
so wirdtd es alles Got dem almechtigen als vollkumlich vor dych
geuppfert als vor mich, weld es ym der almechtige Got nür angeneme lassen seyn.
Herczallerlibster son, nachdem du weyst, so man das hochwirdig sacrament
entpfan will, pfligt man zcuvor [zu] beychten, auch rew und leyde umb dy
sund zcu haben mit guttem vorsacz etc. Demselbingen nach, so den dy ee auch eyn
sacrament ist und das hochste an der leychnam unsers Hern,
ist es czymlich und billich, auch seliclich, das du dych deyner sunden mit
warer rew und leuter beycht entladest, auch gutten vorsacz hast, deyn leben zcu
bessern, und alsoe yn gutter meynüngf, Got dem
almechtigen zcu eynem ewigen lobe das hochwirdige sacrament der heyligen ee an
dych [zu] nemen und [zu] entpfahen, des ichg an
czweyffel pin, du es thün wirdest. Auch so du es thun kondest, weldest von
jogunt auff alle deyne sund beychten und dich auff den briff von peyn und
schult entpinden lassen. Werr fast sere gutt, so du ye von jogunt auff nicht
beychten kondest, so beycht doch alle dy sund, dy du synt der nechsten beychte
gethan, do du von peyn und schult entpunden bist, und las dych von peyn und
schult entpinden. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag vor Martini.
Sag Heynrich,
deym bruder, vill guts von meinen wegen.
Zdena
a) Folgt gestrichen du wollest mir. b) ader ader. c) Folgt gestrichenes Zeichen. d) Oberhalb der Zeile
eingefügt. e) Folgt
gestrichen so. f) meynüng meynüng. g) Oberhalb der Zeile eingefügt.
29.
Weder Herzog Albrecht noch Kurfürst Ernst hätten ihrer
Braut ein Ehrengeschenk gemacht. Daher sei Georg anläßlich seiner eigenen
Hochzeit nach Sidonias Meinung auch nicht dazu verpflichtet. Hans von
Minkwitz habe ihr eine unverständliche Nachricht geschickt.
(1496 vor November 21)
Fol. 145. – Zur Datierung: Terminus ante quem ist
die im Brief angesprochene Hochzeit Georgs.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 473, S. 319 f.
Herczallerlibster son! Deyn briff ist mir hiut yn
der nacht umb 12 worden. Und las dich wissen, das icha michb
nicht vorshe, das meyn herr
nach seyn bruder
seliges gedechtnis erre eyner brawt geschenckt hetten. Darum las ich mich
beduncken, es sey ungefferlich, ap du es auch nichtc thuest.
Der hochczit halben wirdestu ern Hanse
woll berichten. Er hat mir yn eyner eyngelegten czedel geschriben, ich weys
mich nichts dareyn zcu richten. Ich weys [nicht], ap er botschafft zcu
meym hern haben will. Ist es, das er botschafft zcu m[eym] h[ern]
haben will, so las michs eher ye besser wissen. Domit bis Got beffollen. Geschriben
eylend hiut yn der nacht czwuschen czwelffen und eyme.
Zdena
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen vor. c) Folgt gestrichen thest.
30.
Sidonia bittet darum, daß Georg dem Schösser schriftlich
befehle, einen Gefangenen freizulassen. Er möge damit nicht die Kanzlei
beauftragen, die alle Vorgänge verzögere.
(spätestens 1497) Juli
26/August 1
Fol. 185. – Zur Datierung: Den Terminus ante quem
bildet der Tod des Johann Erolt/Königsberger im Mai 1498.
Herczallerlibster son! Nachdema du mir und doctor Kunsperger
den geffangen los geben hast, des ich dir den getrewlich danck, aber der
schosser will yn auff dy meynüng nicht ledig geben, er shee den deyn bryff.
Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest
mir eher ye besser schreybenb und yn der schrifft dem schosser
beffell geben, den geffangen außzculassen, alsden will ich mit des doctors rat
yn yndert hynschicken, das du dych vor ym nicht besürgen dorffest. Liber son,
fertig den botten eher ye besser. Den so du es yn der canczley beffilst, dy
czawtern domit, als lang es yn geffeltc, als sy hewer taten mit ern
Jorgen presentacio,
und sagten dir eyn schwaff, sy leg pey ern Thamloser, und was nichts darhynder
den ir lawter vorsemlichkey[t]. Das magst yn kunlich sagen. Und ym ist
also, sy teten es nicht anders mitd der warheyt reden. Und Cuncze
Rumpff
hatf zcu dem warczeychen gesagtg, man heth aller pristerh
namen beschriben, des namens hett sy nicht finden kunnen. Das waren lawter
logen. Was kund er reden, stund doch der name yn deym bryff und auch yn der
presentacio. Liber son, dys gyb ich diri darumb zcu erkennen, auff
das du erkennest, ap man auch allewege thue, das du beffilst, ader ap alles war
sey, das man dir sagt etc. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylen[d]
sünabent nach Jacobi.
Und wiltu auff mantag zcu mir kummen, las mich es auch pey dysem botten wissen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) dem
oberhalb der Zeile eingefügt. b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen schicken. c) Folgt gestrichen de. d) Oberhalb der Zeile
eingefügt. e) Über
dem Raum zwischen Cuncz und Rumpff Rasur hat. f) Oberhalb der Zeile
eingefügt. g) Folgt
gestrichen d[…]. h) Folgt gestrichen name. i) Oberhalb der Zeile eingefügt.
31.
Sidonia habe von Johann Erolt (Königsberger) und Marcus
Sculteti erfahren, daß der Domherr Kaspar von Salhausen Feinde Albrechts und
Georgs beherberge. Georg solle einen oder zwei seiner Räte schicken,
um sich gegenüber dem
Domkapitel der Angelegenheit anzunehmen.
(spätestens 1497)
Dezember 14/20
Fol. 216. – Zur Datierung: Den Terminus ante quem
bildet der Tod des Johann Erolt/Königsberger im Mai 1498.
Herczallerlibster son! Do ich den forigen briff
geschriben und vorsigelt hatt und darnach yn dy kyrich
zcu der fesper ging, seyn zcu mir kummen doctor Kunsperger
und doctor Marcüs
und haben mir zcu erkennen geben, das er Caspar Solhawsen
etliche meyns hern
und deyne feynt hy zcua herbergen und zcub hawsen nicht eynmal, sunder ufftmals sychc understanden und dem auch so gethan, sy
geherbergt und gehawsset, und mir doneben gesagt, sy hetten woll meynung
gehat, ym cappittel
mit ym dovon zcu reden. Doch umb des willen, das sy
forichten, er Caspar mochte dyselbingend
bewegen, das ir eyner ader czwene evom cappitele auffgehalenf mochten werden,
wenn sy seyn am wenigist
sorg hetteng, ym besten beschten haben lassen und mich
doneben gebethen, dy ding yn geheym an dych zcu gelangen lassen und dych bitten,
das du eyn ader czwen deyner rethe herschicken weldst und yn beffell geben, das
sy dy cappittelshern alle ernstlich von deynen wegenh umb dy meynüng anreden sollen und auch den
benümen, der der sach schuldig sey. Derselbingen irer beth nach schreyb ich und
geb dir dys zcu erkennen, das magstu deynen rethen yn gehey[m]i
vorhalden, und
was dir daryn behaget ader nich[t]j behagt,
wirdstu dych mitsampt
deynen reten wo[l]k
recht zcu halden wissen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag
nach Lucien.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) selbingen
oberhalb der Zeile eingefügt. e–e) Oberhalb der Zeile eingefügt. f) Folgt gestrichen werden wurden l; darüber gestrichen vom capittel. g) Folgen gestrichene
Zeichen. h) Am
linken Rand eingefügt. i) Wegen des Falzes schwer zu lesen. j) Wegen des Falzes schwer zu
lesen. k) Wegen
des Falzes schwer zu lesen.
32.
Christoph Ziegler habe Sidonia berichtet, daß Hans von
Schönberg seine Stellung als Amtmann zu Pirna aufgeben wolle. Sie bittet Georg
darum, Christoph Ziegler als neuen Amtmann einzusetzen.
(wahrscheinlich 1496
oder 1497) (Dezember?)
Fol. 218. – Zur
Datierung: Ein wahrscheinlicher Anhalt für die Datierung ergibt sich aus dem Ende der Amtszeit
des Hans von Schönberg als Landvogt zu Pirna.
Herczallerlibster son! Mich hat Cristoff Czigler,
czeiger dis briffs, bericht, das er Hans von Schonbergk
das ammacht zcu Pirn
auffgeben und dovon czyhen werd, und mich doneben auffs demuthiclichst
gebethen, yn keygen dir zcu vorschreyben, so den der stand des ammechst zcu
Prin erfordert eyns wackern ammechtmans, dovor ich yn und ander erkennen, auch
her mit der hylff Gotes dem ammacht woll zcuvorscheen getrawet, auch dir und
dem land ado getrewlicha zcu
dynen denck. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest yn umme meyner beth
willen gnedigen willen erczeygen undb yn
vor eynem andern dohyn zcu eym amma[ch]stman vorschaffen, yn auch hyrin
meyner vorschrifft genslich entpfinden lassen. Will ich yn mutterlicher lib
getrewlich keyn dir vorgleychen. So dir aber eyn eynigerley weyse, yn dohyn zcu
vorschaffen, nicht fugen wold, als ich mich nicht vorshee, du wollest es dem
gutten gesellen zcu guth halden, auff das ym nicht schimpf nach spat dovon
erstee. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend mitwoch yn der weychffaste.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichenes Wort.
33.
Georg möge dafür sorgen, daß die in Leipzig gedruckte
Ausgabe der Predigten Johannes Taulers verkauft werden dürfe.
(1498) März 29
Fol. 141. – Zur Datierung: Die Ausführungen
Sidonias dürften sich auf die Ausgabe der Predigten Johannes Taulers beziehen,
die 1498 unter dem Titel Sermon des grosz
gelarten in gnaden erlauchten doctoris Johannis Tauleri […] bei Konrad
Kachelofen in Leipzig erschien. Nach dem Kolophon wurde der Druck am
Gertrudentag (17. März) 1498 abgeschlossen.
Sidonias Brief dürfte kurz darauf entstanden sein. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1,
Nr. 492, S. 329 f. – Lit.: Reichel,
Herzog Georg, S. 8; Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 228; Volkmar,
Reform, S. 81.
Herczallerlibster son! Nachdem ich mit dir geredet
hab des buchs halb genent der Thawler,
das man czu Leypsigk
gedrückt und avon etlichena gehemmt zcu vorkauffen, bitt
ich dych auffs allerfreintlichst als meinen herczallerlibsten son, du wollest
es Got dem almechtigen zcu lobe, auch umb deiner und unser aller selickeit
willen thuen und vorschaffen, das dy bucher außghenb und vorkawfft
mogen werden. Den ich kan nicht anders gedencken, den das der veynt des
menschlicher selickeyt durch etliche yn guttem scheync soliche
bucher zcu vorkawffen betriglichen vorhindert ader hemmet. Er erkennet auch,
das ymd villeycht dodurch maniche sele entczogen wyrdt, darum thuet
er, wie er kan, auffe dasf dy gutten werk vorhindert und
nachgelassen werden. Den das buch leret nichts den gru[n]dlose demüth
und sych selbest erkennen, auch dy welt gund alle czeitliche dingg
vorschmehen und vorachten, das den geystlichen menschen und den, dy mit dem
handel umbghen, gutte zcurichtung ist, zcu kummen zcu dem, darum sy sych yn den
dingen uben. Mein herczallerlibstes kint, ich bitt dych nach wie vor, du wollest
das ewige, froliche lon von Gote entpfahen und mich der bethe geweren, du
wirdst entpfinden, dash durich nichts anders den durich den boßen
geist vorhindert wirdt. Du magst mir warlich glawben, das sych des buchs, auß
dem dy andern gedruckt seyn, 6 menschen, dy ich weis, fast sere gebessert haben
und von irem irrigen leben yn gütt, volkumme leben gegangen und von tag zcu
tage zcunemen. Herczallerlibster soni, merigk, wie es umb dy welt
stund, wenn frumme, andechtige menschen theten. Demselbingen nach bitt ich
dych, du wollest darczu forderlich seyn, das du den yn der weyse woll und
gerüglich thun magst, und dych aller gutten werk teylhafftig machenj,
dy von den menschen gescheenk und nach gescheen werden, weliche sych
des buchs gebessert [haben] ader nach bessern werden, als [ich]
gancz sunder czweyffel pin, du wirdest mir yn solichem zcu geffall werden. Will
ich widderum mitl aller mütterlicherm herczlicher libe
keyn dir vorgleychen. Domit bis Got beffollen. Und sag deym bruder
und deyner gemahel
gar vil guts von meinen wegen. Geschriben eylend donerstag nach Letare.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen von. b) Folgt gestrichen moge (darunter
Punkte). c) Folgt
gestrichen b[…] (darunter Punkte). d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Oberhalb der Zeile
eingefügt. f) Folgt
gestrichenes Wort. g–g) Oberhalb
der Zeile eingefügt. h) Folgt
gestrichen nicht. i) Oberhalb der Zeile
eingefügt. j) Folgt
gestrichen dy [?]. k) Folgt
gestrichen weliche. l) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen yn. m) Oberhalb der Zeile eingefügt.
34.
Sidonia bittet darum, daß Georg ihrem Kaplan Simon die
Pfarrei zu Senftenberg verleihen möge.
(wahrscheinlich 1492
oder 1498) August 23
Fol. 179. – Zur Datierung: Der Tag vor
Bartholomaei fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts
– Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift
nicht als Witwe) allein in den Jahren 1492 und 1498 auf einen Donnerstag.
Herczallerlibster son! Er Symon, meyn caplan, hat
mir deyn hantschrifft bracht, belangend dy pfar zcu Senfftenberg.
Demselbingen nach bitt ich dych auffs freyntlichst als meyn herczallerlibsten
son, du wollest mira so freyntlich seyn und ym so genedig und ym dy
bemelte pfar gnediglich leyen. Das will ich yn mutterlicher libe bkeyn
dirb zcu vorgleychen unve[r]gessen
seyn und er Symon mit seym gebethe keygen Got vor dych und uns alle sych
getrewlichen zcu vordynen befleyssigen, den es ist gar eyn from man. Er ist
nicht magister, er ist aber woll als geler[t] als etliche magistery. Ich
vorczey mich seyn nicht gern, aber umb seyner fromickeyt wille she ich es gern,
das ym dy pfar wirt, und pin an czweyffel, Got hat es yn sunderwar beschaffen
und yn darczu außerwelt. Ich will beshen, wu ych ym eyn andern pfaffen erkrig.
Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend donerstag abent Bartholomey.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb der Zeile eingefügt; darunter
gestrichen ym. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt.
35.
Sidonia habe die Antwort Georgs auf ihr letztes Schreiben
erhalten. Er möge gegenüber dem Gefangenen Barmherzigkeit walten lassen. Sie
bittet ihn, darauf zu achten, daß sein Sohn, den er auf den Namen ‚Johannes‘
taufen lassen wolle, nicht ‚Hans‘ genannt werde.
(1498) August 25
Fol. 138. – Zur Datierung: Eindeutiger
Anhaltspunkt ist die im Brief als bevorstehend angesprochene Taufe von Georgs
Sohn Johann(es), der am 24. August 1498 geboren wurde.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 498, S. 332 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 228 f. und 233 [ebd., S.
229, Anm. 88 falsche Folioangabe („Bl. 169“) der Vorlage].
Herczallerlibster son! Dein antwürt auff meyn
jungsts schreyben hab ich mit allem ynhalt vorlesen, aber gar ungern vornümmen.
Den nachdem, als wir alle gerne sheen, das uns barmherczickeyt von Got geschee,
so schicken wir uns fast wenigk darczü, und füricht, uns wirdt zcuerczeit mit
der ellen gemessen werden, als wir unserem nachsten messen. Und vorshee micha, so eyner deyner rette an des geffangen stat
sesse, er würd gedencken: „O weld sych ymant obir mich erbarmen und mir auß
dyser not helffenb!“ So uns den auff
ertreych solicher geczwak wee thüt, wie woll wirdt uns den der czwagk yn dem
fegefewer cvor unser missetatc
thun, so es woll gerett. Got gebe, das dopey bleybe und nicht erger werdt. Man
sold gedencken das der almechtige Got alle czeit seyn gerechtickeyt vermischt
mit der barmherczickeyt und sold nicht also gar schwind mit der straff seyn.
Was wurd dych und deyn rette helffen, so der arm mensch yn dem thurm stürb etc.
Ich las also besteen yn seynem werd, wiewoll ich mich vill eyner ander antwurt
vorsheen hett, so es aberd nicht anders seyn kan, musß ich mir daran
gnügen lassen. Du hast mir gesagt, das deyn son Johanes
getawfft sol werden, demselbingen kum nach. Und wiltu mir libe thuen, so
beffille, so man yn tawfft, das yn dy poten alle nicht Hans, sünder
Johanes nennen und fdas erf also mit dem namen getawfft
werd. Herczallerlibster son, der almechtige Got beware dych mitsampt deym
bruder
und helff dir mit grossen frewden gsuntg widder zcu mir. Amen.
Geschriben eylend sunabent nach Bartholomey. hSag deym bruder und
deyner gemahel
vill guts von meinen wegenh.
a) Folgen
gestrichene Zeichen. b) Folgt
gestrichen auch. c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichenes Wort. d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Folgt gestrichen d. f–f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g) Oberhalb
der Zeile eingefügt. h–h) Offenbar
nachträglich in den noch zur Verfügung stehenden Raum eingefügt.
35a.
Sidonia bittet Georg darum, für die Glawbiczin einen Brief an den Hochmeister des Deutschen Ordens
in Preußen zu verfassen und an sie zu schicken.
(wahrscheinlich vor
1498 September 29)
Fol. 178. – Es handelt sich nicht um ein
selbständiges Schreiben, sondern offenbar um einen eingelegten Zettel (kleines
Format, Fehlen von Datum, Unterschrift, Adresse und Siegel). Zu welchem Brief
dieses Stück gehört, läßt sich nicht entscheiden. – Zur Datierung: Am 29.
September 1498 wurde Georgs Bruder Friedrich zum Hochmeister des Deutschen
Ordens in Preußen erhoben.
Bezöge sich Sidonias Bitte auf ihn, würde sie ihn vermutlich namentlich oder
unter Anspielung auf das Verwandtschaftsverhältnis anführen.
Herczallerlibster son! Ich hab dich von der
Glawbiczin wegen umb eyn briff an hoen meyster zcu Prewssen [gebeten]
von wegen ires eydems Hansen Nabdicz, dem der bemelt hoe meyster des ordens
solt seyner bruder halb schuldig seyna. Herczallerlibstera son, las den bryff machen und schick yn pey
er Symon
her.
a) Folgt son. b) Folgt
gestrichen sol.
36.
Sidonia bittet Georg darum, daß er ihrem alten Kaplan
Thomas das zugesagte Hofgewand schicke.
(wahrscheinlich 1492
oder 1498) November 11
Fol. 177. – Zur Datierung: Martini fiel in dem
hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts
– Sidonia bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1492 und 1498
auf einen Sonntag.
Herczallerlibster son! Er Thomas, deyn und meyn
alder caplan, hat mich gebethen, dych zcu erynnern des hoffgewands halb, ym
von dir vorheyssen mher den eyne fart.
Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest vorschaffen,
das ym das bemelte hoffgwant wirdt, auff das er dych hynfurder darum nicht
anlawffen und mich ader ander keygen dir zcu vorschreyben nicht ersuchen darff,
als ich mich sycherlich zcw dir vorshe, du thun wirdest. Domit bis Got
beffollen. Geschryben eylend suntag am tag s. Martini.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
37.
Sidonia fordert Georg auf, sie zwischen Weihnachten und dem
Dreikönigstag zu besuchen. Sie sendet Andreas
Proles zu ihm, dem er am Weihnachtsabend beichten solle. Außerdem schickt sie ihm ein Marienbild,
das er ihr zu Neujahr schenken möge.
(wahrscheinlich 1492
oder 1498) Dezember 13
Fol. 202. – Zur Datierung: Der Tag Luciae fiel in
dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet
sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) in den Jahren 1492 und 1498 auf
einen Donnerstag. – Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 404, S. 277. – Lit.: Distel,
Geburtstag, S. 171; Gess,
Akten, S. XXV, Anm. 1; Richter,
Erziehungswesen, S. 7; Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 227.
Herczallerlibster son! Ich las dich wissen, das ich
von den gnaden Gotes yn guttem gsunt pin, desgleychen ich von dir gern shen
woldt zcu seyner czeyt, aber vor Weyennachten und vor s. Johanes tag kan ich es nicht woll
gewarten, sünder darnach, welichen tag du wilt, magstu kummen, doch das czwuschen
s. Johanes tag und der heyligen
Dreyer Kunig abent geschee,
und las nicht underwegen. Ich schick dira hy doctor Proles, dem hab ich beffollen, das er eyn frommen menschen
auß dir machen sol. Und wens auff Weyennachtabent kumt, bitt ich
dych, du wollest ym beychten dy sund, dy du ym anfang des Advents bgebeycht
hastb, auch dy du synt der nechsten beycht gethan hast, ym
uffenbaren. Er bryngt dir gar eyn seüberlich
bild der mutter Gotes, und das kyndel hat schir eyn soliche fisomen des antlich halb, als du an dem wirdst erkennen,
wy du geschtalt bist. Und bitt dychc, herczallerlibster
son, du wollest mir das Marienbild zcu dem newen jar schencken, ich wils
vorgleychen. Und bitt dych, du wollest vleys ankeren, wenn Prolesd
von Drezden
czeucht, nyndert zcuczye den hyzcu und pey mir behar. Domit bis Got beffollen.
Geben und geschriben eylend donerstag Lucie.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen hy mit h. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichenes Zeichen. c) Oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
38.
Sidonia teilt Georg mit, daß er nicht am Neujahrstag,
sondern danach zu ihr kommen solle.
(wahrscheinlich 1492
oder 1498) (Dezember)
Fol. 206. – Zur Datierung: Die eingangs genannte Zeitspanne
für den Besuch Georgs bezieht sich auf Brief Nr. 37, der diesem Schreiben
mithin vorangeht (siehe dort).
Herczallerlibster son! Nachdem ich dir geschriben, das du dych czwuschen s.a Johanes tagb und dem abent der heyligen Dreyer Kunig zcu mir fugen solst, nü vorshe ich mich, du mochtst auff des newen
jars tag herrzcukummen gedencken,
das ich den deyn auff den tag nicht gewarten kond etc., als du woll weyst. Aber
den andern tag nach des newen jares tag bitt ich dych, du wollest nicht
aussen bleyben, den ich was mit dir zcu reden habc, das ich dir nicht schreyben mag. Domit bis
Got beffollen. Und schreyb mir pey dysem botten widder.
Zdena
a) Folgt
gestrichen Johal. b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
39.
Sidonia teilt Georg mit, daß sie der Überbringer des
Schreibens um einen Brief an ihn gebeten habe. Diesen habe sie dem Mann
gegeben, um ihn loszuwerden.
(wahrscheinlich 1493
oder 1499) Juli 26
Fol. 192. – Zur Datierung: Der Annentag fiel in
dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia bezeichnet
sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1493 und 1499
auf einen Freitag.
Herczallerlibster son! Der alde her hat mich
gebethen, das ich yma eyn bryff ban
dychb geben weldc, dem ich ym geben hab, und bitt dych, sag ym
nicht, was ich dir geschriben hab. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend
freytag am tag sancte Anne. Ich hab ym dysen bryff umb nichts willen an dych
gegeben, den das ich seyn loswerd.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen den [?]. b–b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Folgt
gestrichen den [?].
40.
Sidonia bittet Georg darum, daß er dem Schwager des Mathes
Voyt von Rödern für dessen Streitaustrag mit Jörg von Salhausen zwei Personen an
die Seite stellen möge, um diesen zu beraten und seine Sache zu vertreten.
(wahrscheinlich 1493
oder 1499) Oktober 16
Fol. 162. – Zur Datierung: Galli fiel in dem hier relevanten Zeitraum
(vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia
bezeichnet sich in der Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren 1493
und 1499 auf einen Mittwoch.
Herczallerlibster son! Mathes Voyt von Redern
hat mich bericht, das er eyn schwager hab, dem du und seym widdersachen Jorgen
Solhawsen
als morringen eyn tag benant, do zcu erscheynen, und mich gebethen, dych zcu
bitten, das du demselbingen seym schwager eynen ader czwene zcugeben wollest,
dy yma yn seyner sach ratten, und eyner
derselbingen ym seyn wort rede. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest es
um meyner beth willen thun und ym, wie oben bemeltb, yn czweyen, yn seyner sach hulfflich zcu
seyn, vorgünnen, als ich an czweyffel pin, du thun werdest. Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend mitwoch s. Gally.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen s. b) Folgt gestrichen mit.
41.
Sidonia bittet Georg für Heinitz und dessen Bruder um zwei
Pferde. Georg möge anordnen, daß zu Ehren des Heiligen Adrianus
wöchentlich mindestens eine Messe
gelesen werde.
(wahrscheinlich vor
1499 November 24)
Fol. 144. – Zur Datierung: Das Schreiben muß dem
Brief Nr. 42 vorangehen, in dem Sidonia auf die hier geäußerte Bitte um die
Bereitstellung zweier Pferde Bezug nimmt. – Lit.: Rogge, Herrschaftsweitergabe, S. 271.
Herczallerlibster son! Mich hat Heynicz
bericht, das du hy zcu Meissen
eyn wagengeschir zcueghen wilt lassen, und doneben gebethen, dych zcu bitten,
das du ym und seym bruder derselbingen pfert
czwey geben woldst, dy sy den doheym zcu yrer notdurfft und nucz gebrauchen
wollen. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest mir zcu geffall, angesehen
ir beyder lange getrew dinst pey mir und seliger gedechtnis der herczogin
gethan, und yn dy bemelte czwey pfert geben. Das will ich yn mutterlicher lib keygen dir vorgleychen und sy undertheniglich mit allenn trawen vleys vordinen.
Domit bisa Got beffollen. Auch nachdem als
ytczunt gestalt unfrids halb gewünnen, hab Got und dy mutter Gotes vor awgen, auch den heyligen
Adrianüm, und befill, das man zcu dem minsten
bdy wochb eyn messe
von sancto Adriano sing ader lesse, den er der ding macht keygen Got hatc. Und pin an czweyffel, so man yn in den dingen getrewlichen anruffen wirdt, er wirdt pey Got solichs gebeth thun, das
bald zcu fridlicher eyntrachtickeyt kummen wirdt. Und las meynen
nesten frunt
nicht aussen, las auch dy woche eyn messe von ym lesen ader singen. Geschriben
eylend.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen God. b–b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
42.
Sidonia bittet Georg erneut um zwei Pferde für Heinitz und
dessen Bruder. Sie ermahnt ihn zu einem gottesfürchtigen Lebenswandel.
(wahrscheinlich
spätestens 1499) November 18/24
Fol. 221. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Nachdem ich dich vormals
gebethen, czwey pfert Heynicz
und seym bruder zcu geben,
desgleychen bitt ich dych nach auffs allerfreyntlichst, du wollest mir zcu
geffall den beyden Heynicz dy czwey pfert geben, den der schosser hat der pfert
eyns hewt vorkawfft, und so ich es vorshen hett, weren sy alle vorkawfft
wurden, eher ich seyn gewar werr wurden. Ich bitt dich, vorsag mir der beth
nicht und schreyb mir widder dy meynüng, das du mir der pfert czweya hast gegeben, dy solle ich dem schosser
anfordern und darmit thun und lassen, wie ader was ich will. Herczlibstes
sonichen, dein schaden, den du an deym fuß entpfangen hast, ist mir eyn
trewlichs leyt. Demselbingen nach hab deyn bas yn achtung und din Got mit
besserem vleys, den du bisher gethan. Werr weys, was dir Got domit zcu erkennen
geben ader gybt, den wir seyn arme lewt und wissen nicht, wasb Got obir uns vorhengt. Hirumb sollen wir
stets yn der foricht Gotes wandern und seyne gotliche geboth nach unserem
bestenc vormogend zcu vorbringen uns befleyssigen und
uns etlicher leychtfertickeyt massen thüns und auch der wort. Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend suntag vor Katherinen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt gestrichen
pfert (darunter
Punkte). b) Folgt
gestrichen go[…]. c) hesten. d) Folgt gestrichen un[…].
43.
Sidonia sendet einen Brief, den Georg an Herzog Albrecht
weiterleiten möge. An Herzog Heinrich schreibe sie absichtlich nicht. Georg
solle Jörg Schneider zu ihr schicken, damit dieser ihren Rock zurichte.
(1493 oder 1499)
November 29
Fol. 217. – Zur Datierung: Der Tag vor Andreae
fiel in dem hier relevanten Zeitraum (vor dem Tod Herzog Albrechts – Sidonia
bezeichnet sich in ihrer Unterschrift nicht als Witwe) allein in den Jahren
1493 und 1499 auf einen Freitag. – Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 449, S. 304 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 230.
Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit eyn
bryff, den magstu meym hern
zcuschicken.
Heynrich schreyb
ich aber nichts,
ursach halba etc. Libes sonichen, schick mir doch Jorgen
Schneyder her, das er mir den rock recht mach. Domit bis Got beffollen.
Geschriben eylend freytag abent sancti Andree.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgen zwei
Buchstaben (Rasur?) am möglicherweise angeschnittenen Rand.
44.
Sidonia bittet Georg darum, daß er den Anspruch der
Augustinereremiten zu Altendresden auf ein käuflich erworbenes Haus
unterstütze. Er solle zu ihr kommen. Zwei beiliegende Briefe möge er an Herrn
Lorenz weiterleiten, den Kaplan seines Bruders.
(wahrscheinlich
spätestens 1499) Dezember 22/28
Fol. 153. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Dein schreyben mit allem
ynhalt hab ich vorstanden, und als du meldest, das dy bruder
auffshen sulden, das sy es an andern enden auch zcu endschafft und auß der
ansprach bringen. Herczallerlibster son, ich mus torlich fragen, und verczey
mir der frag, wie ghet das ymmer zcu, do der pfarrar das haws kawffen wold, do
was es an alle ansprache, auch villeycht, so er es gekawfft hett, werr es auch
an anspracha, aber nü es dy bruder
gekawfft haben und es yn zcugesagt, auch ynb
vorschreybung von dir darobir vorheyssenc,
sold das haws yn ansprach seyn.
Herczallerlibstes kint, las soliche ding kindern vorlegen und nicht dir und
andern, dy es vorsteen. Ich weys nymands, der mit recht yndert eyn zcuspruch
zcu dem hawß hab, denn was der pfarrare
neydes halb durch andere und mitsampt andern tag und nacht darauff trachten,
auff das sy dy bruder mit unrecht ader wie sy konden dovon brechten. O wie
eynen redliche ansprache haben sy, es werr nicht wunder, das syf Got darobir pflagt umb solichen has und
neydes willen, den sy zcu den armen frummen brudern tragen. Demselbingen nach
bitt ich dych auffs host als meyn herczallerlibsten son, du wollest indenck
seyn, das du hewer sagtest, du vorsheest dych, das sy yn es nicht gunden.
Daran hastu sycherlich war und magst es greyffen. Wiltu es anders nicht horen
nach vornemen, das dem also sey, und weldst dy bruder von Aldendresden gder
zcusag nach pey dem hawßg behalden und
syh dopey hanthaben und schutczen, auch
yn sycher vorschreybung darobir geben, will ich ynn mutterlicher lib mit allen
herczlichen trewen keyn dir vorscholden und dy veter und bruder miti
irem gebethe keygen Got vor dich getrewlichen vorgleychen. Herczallerlibster
son, mich hat Kolbel gebethen, nach her keyn dir gebrochen eyns b[…]j halb, denn erk eyns tags langer wegk zcu tragen vorczogen,
den er hat thun sollen. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollestl
umb das ummer beth willenn vorgeben, thut er es aber mher, solstu das alde mit
dem newenn, wie du wilt, schtraffen, das hat er zcu leyden vorwilliget. Auch
bitt ich dych, du wollest auff erstkunfftigen mantag zcu mir kummen, den ich
dych gern shen weld, auch mit dir etwas zcu reden hab, das ich dir widder
geschreyben nach entpitten kann. Domit bis Got beffollen. Geschriben montag
nach sancti Thome apostoly.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
Auch, herczallerlibster son, bitt ich dych umb eyn antwurt
deyner selbst ha[n]tschrifft. Dyse ander czwenne bryffe obirantwürt ern
Lorenczm, meyns sons, deyns brudern,
caplan.
a) Folgt gestrichen s[…]. b) Oberhalb der Zeile eingefügt. c) Folgen gestrichene Zeichen. d) Folgt gestrichen ader ist. e) Folgt gestrichenes
Wort. f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g–g) Oberhalb
der Zeile eingefügt; darunter mehrere gestrichene Wörter sowie ungestrichenes
haws. h) Folgt gestrichen haws. i) Folgt
mit. j) Wort aufgrund der nachträglichen
Bindung nicht vollständig lesbar. k) Folgt
gestrichen hath. l) Folgt gestrichen hyryn. m) Folgt
gestrichen herczo.
45.
Sidonia beglückwünscht Georg zur Geburt eines Sohnes. Wenn
Georg das Kind bereits in Kürze taufen lassen wolle, könne sie daran zwar
entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nicht teilnehmen, werde ihn und seine
Gemahlin aber später besuchen.
(1497 September/1499)
Fol. 140. – Zur Datierung: Da sich Sidonia nicht
als Witwe bezeichnet, ist der Brief wahrscheinlich vor dem Tod Herzog Albrechts
geschrieben. Bis 1500 wurden Georg drei Söhne geboren: Christoph (* 8.
September 1497), Johann (* 24. August 1498) und Wolfgang
(* 1499). Christoph und Wolfgang verstarben innerhalb weniger Monate nach
der Geburt.
Welchen Sohn Sidonia meint, ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden.
– Druck: Steinhausen,
Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 488, S. 327. – Lit.: Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 232.
Herczallerlibster son! Dy naw zeitüng, dy du mir
geschriben, hab ich mit grossen frewden herczlichen gerne vorstanden. Got dem
Hern sey danck, lob und ere gesagt nü und allewege umb dy und alle seyne
gotliche gnad und grundlose barmherczickeyt. Und der almechtige Got gebe dir
und deyner gemahel,
auch dem liben cleynen soneleyn
gar vill glucks und heyles und vorley uns allen, das wir an dem liben kindeleyn
ere und heyl leybes und der selen erleben. Amen. Herczallerlibster sona, ich shee gernn, das du deyn son tawffen
lest, weyl du nach ym land bist. Ich hab dir
gesagt, ich weld pey der tawffe seyn. So es aber so yn kurcz geschicht, will ich es berugen lassen,
bis Got will, das dy sechswocherin
sterker wir[d], so will ich den kumen und mich gestellen mit meym
kostlichen geschenck. Domit bis Got beffollen. Und wunsch der sechswocherin gar
vil glucks von meinen wegen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
46.
Sidonia erkundigt sich bei Georg, in welchem Gemach Herzog
Friedrich untergebracht werden solle, damit sie es herrichten lasse.
(wahrscheinlich spätestens 1499)
(wahrscheinlich
Dezember)
Fol. 199. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, stellt der Tod Herzog Albrechts
den wahrscheinlichen Terminus ante quem dar. Außerdem dürfte sich die Frage der
Unterbringung Friedrichs auf die Meißner Burg, nicht den Witwensitz Sidonias in
Tharandt beziehen. Die heylige czeyt,
für die Sidonia um Wildbret bittet, meint vermutlich die Weihnachtstage, da
sie in ihrem nächsten Schreiben
(Brief Nr. 47) Neujahrswünsche übermittelt. Denkbar, aber nicht gesichert ist ein Zusammenhang mit den
Briefen Nr. 18–20, was den Entstehungszeitraum weiter eingrenzen würde.
Herczallerlibster! Nachdema du und ich uns h[erczog] F[ridrichs]
zcukunfftb vorshen, wer mir not zcu
wissen, yn weliches gemach man yn legen wurd. Las mich es wissen, so will ich
bestellen, das man dy stub außheyst und dy cammer reynlich zcuricht, auff das
man hyndenach nicht eylen darff. Domit bis Got beffollen. Mich dunckt, dy
grossec stube und cammer obir dem
mushawse
wer am bequemst zcuzcurichten. Vorsorg mich mit wilpert auff dy heylige czeyt.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) dem
oberhalb der Zeile eingefügt. b) Folgt gestrichen her. c) Oberhalb der Zeile eingefügt.
47.
Wegen der Gemächer, die für den Herzog zugerichtet werden
sollen, habe Sidonia von Georg noch keine Antwort erhalten. Sie bittet um eine
entsprechende Mitteilung. Die Kosten für die Versorgung des Gefolges könne sie
nicht allein tragen. Sie wünscht ihm alles Gute zum Neuen Jahr.
(wahrscheinlich
spätestens 1500 Januar)
Fol. 171. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. Die am Ende des Briefes geäußerten
Neujahrswünsche legen die Entstehung Anfang Januar nahe. Denkbar, aber nicht
gesichert ist ein Zusammenhang mit den Briefen Nr. 18–20, was den
Entstehungszeitraum weiter eingrenzen würde.
Herczallerlibster son! Ich las dich wissen, das ich
von den gnaden Gotes in guttem gsunt pin, desgleychen ich von dir zcu vornemen
hocherfrewt wera. Nachdem ich dir
vormalsb der gemach halb, weliche man
dem herczogen, ap er quem, zcurichten sold, geschriben,
darauff du mir keyn antwurt geben, demselbingen nach bitt ich dych, du
wollest mir es zcu erkennen geben, was vor gemach er ynnenhaben sol. Auch
vorshee ich mich, er werdc under 60
pferden kawm bryngen, eher mherd den mynner, das den meyner huffen
zcu schwer zcu tragen werr, alles außzcurichten. Aber was obir seyn tisch zcu
thun wer, das liß ich gescheen. Das ander ist mir mit dem meysten, doch hat mir er Hans
zcuerczeyt gesagt, wenn mir solich trefflich gest quemen, es sold nicht obir mich ghen.
Demselbingen nach gyb ich dir dy ding zcu erkennen, was iche mich
halden sold, lasf gmich wisseng, darnach
will ich mich richten. Domit geb dir Got vil gutter
gluckseliger nawer yar und alles, das dir gutt sey zcu der sellen und
leybes heyl und selickeyt. Bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen g. c) Folgt gestrichen under 60. d)
Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen mher
[?]. e) Folgt ich. f) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichenes Wort. g–g) Am linken Rand eingefügt.
48.
Sidonia verwendet sich bei Georg für einen Mann, dessen
Sohn in Dresden eingekerkert ist. Georg möge sich dafür einsetzen, daß dieser
am Leben bleibe und freigelassen werde. Sofern er aber bestraft werden müsse,
solle dies heimlich durch den Büttel und nicht durch den Henker geschehen. Sie
erkundigt sich, ob Georg sie am kommenden Mitwoch besuchen wolle.
(wahrscheinlich spätestens 1499 oder 1500)
Ende Dezember oder
Anfang Januar
Fol. 188. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Es ist eyn arm man zcu mir
kummen und mir dysen bryff bracht, den ich dir hymit schick, und mich berichten
lassen, das der ytczunt gefencklich zcu Dresden
sytczt seyn naturlich son seyn und mich neben der schryfft demutticlich mit
beth ersuchen lassen, dir vor seynen geffangen son zcu schreyben, auff das er
der that halb nicht vom leben kumme. Demselbingen nach ist meyn vleyssige
bethe, du wollest deyn besten und meysten vleys ankeren, das der arm schalk pey
dem leben bleyben moge und also auß dem gefencknis kum auff seyn freynt und dy
andern und er auch seyn keyn auffrügk
haben dorff. Ist aber sach, das man yn eyn schtraff anlegen wyl, das doch
heymlich durich den büttel und nicht durich den henger geschee.
Herczallerlibster son, ich bitt dych, kerr vleys yn dem an umba meyner beth willen, ich wils vorgleychen.
Las mich auch pey dysem botten wissen, wenn du auff mitwoch kummen wilt auffs
morringen- ader abentessen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend suntag
nach Weynachten.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
49.
Sidonia bittet Georg, daß er sie am folgenden Mittwoch
besuchen möge, da sie seiner dringend bedürfe. Er solle ihr seine Ankunftszeit
mitteilen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Januar 9/15
Fol. 152. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich bitt dich auffs
freyntlichst, [wie] ich kann, du wollest auff erstkunfftige mitwoch zcu
mir kummen und ye nicht aussen bleyben, den ich deyn zcu grosser noth bedorff,
und wils yn mutterlicher lib auffs freyntlichst umb dych vorscholden. So du
auff den tag auffs morringenessen kummen kondst, seg ich gancz gern. Und las
michs ye morringen wissen, auff weliche czeit du kummen wilt. Domit bis Got
beffollen. Geschriben eylend mantag nach Erhardi.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
50.
Sidonia schickt Georg zwei Straußeneier und Silber, damit er alles an zwei Goldschmiede
übergebe. Sie übermittelt Anweisungen für die Verarbeitung. Georg möge daran
denken, einer Frau zu einem Platz im Spital zu verhelfen.
(1494 oder 1500)
Januar 22
Fol. 198. – Zur Datierung: Der Tag Vincentii fiel
in dem hier relevanten Zeitraum in den Jahren 1494, 1500 und 1505 auf einen
Mittwoch. Das Jahr 1505 ist nicht nur unwahrscheinlich, weil sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, sondern auch wegen der Erwähung
des Stifts (Meißen).
Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit dy zcw[e]n
schtrawsseneyerschalen und das sylber mit, des seynt 6 margk und etlichs lot
darobir czwey ader drey ungeferlich auff ader ab, dy wollest den czweyen
goltschmiden zcu arbethen geben, das grost meyster Pawel,
das cleynst Mates Goltschmit.
Und beffill yn, das sy dya auffs reyniclichst eynfassen. Man wirt
mussen dy eyerschalle obin weytter brechen, do ker vleys an, das man es an
schaden thu, das dy schalen nicht schaden dovon entpfan, den dy cleynst hat
gereyt eyn riczel
entpfangen. Ich weys aber nicht, wie es ir worden ist, den sy wart mir gancz
obirantwürt. Derb goltschmit kans aber wol eynfassen, das man des
riczlens nicht sycht, wenn er nürten cder bogleyn eynsc
darobir czewcht, dareyn das eye gefast sol
werden. Das eyne, als ich dir den gesagt hab, las machen nach deym gefall, das
ander auch nach deym besten guttdüncken, den auff das cleynst las deyn wappen
machen, auff das ander Sachssen
und Behmen, das Sachssen obinan stett. Das machlon vor das mein will ich selbst
geben, nür alleyn, das dud es vorgülden lassest, das wirdt
denochst etwas betreffen, darum will [ich] schlechts nicht, das du das
machlon vor das meyne gybst. Und bis daran, dase dy schallen eher ye
besser eyngefast werden, das nach vor Ostern her auffs styfft
kummen. Auch schick mir meyn wachs eher ye besser. Und vorgiß der j[u]ncfrawen
nicht und hilff ir yn das spital,
doch das sy nicht benen[t]f wirdt umb der andern willen.
Domit bis Got beffollen. Geben und geschrybeng
mitwoch Vincency.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter verwischt sy
(Rasur?). b) Folgt
gestrichen gult. c–c) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichen das eyne boglein [?]. d) Oberhalb der Zeile
eingefügt. e) Folgt
gestrichen es. f) Wortende wegen der nachträglichen Bindung
schwer zu lesen. g) Folgt
gestrichen dyn.
51.
Sidonia bittet Georg darum, daß er am folgenden Tag – dem
Fest der heiligen Lanze – zu ihr komme. Er möge Paul Goldschmied anweisen, den
erhaltenen Auftrag rechtzeitig auszuführen.
(1494 April 10 oder
1500 April 30)
Fol. 157. – Zur Datierung: Die Anweisung an Paul
Goldschmied dürfte sich auf den in Brief Nr. 50 vom 22. Januar 1494 oder 1500
beschriebenen Auftrag beziehen. Im übrigen bildet die Urkunde Bischof
Johanns VI. von Meißen vom 29. Oktober 1492 über die (zukünftige) Begehung
des Festes der heiligen Lanze einen Terminus post quem.
Herczallerlibster son! Ich hab was mit dir zcu
reden. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollest morringen freytag auffs
morringenessen pey mir seyn und vorgut nehmen mit mir armen alden weybe, auch
dych des aplas teylhafftig machen, den der babist und der bischoff zcua dysem fest des speres
geben haben. Domit bis Got beffollen. Schik ye morringen czeytlich vorher, auff
das ich mich darnach zcu richten weys. Ich hor sagen, das Pawl Goltschmit
das dingk nach nicht gemacht hat. Und bitt dych, du wollest ym beffelen, das er
es mach, das vor der hymmelffart bunsers Hernb
bereyt sey, auch vor der czeyt hy sey. Domit bis Got beffollen. Geschriben
eylend donerstag nachc Quasy modo geniti.
a) Folgt gestrichen dem. b–b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Am linken
Rand eingefügt.
52.
Sidonia bittet Georg, zu ihr zu kommen, weil sie mit ihm
etwas zu bereden habe. Sie verlangt Wachs.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Januar 18/24
Fol. 146. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest
auff nechsten dynstag zcu mir kumen, den ich gnottigs mit dir zcu reden hab.
Du wollest mir auch meyn wachs vorschaffen, das es mir auff erstkunfftige
mitwoch werd. Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben sunabent nach
Anthony.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
53.
Sidonia erinnert Georg daran, daß er der alten Hofmeisterin
Tuch für einen Schaubenrock zugesagt habe. Er möge den Stoff möglichst rasch an
sie – Sidonia – senden.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Januar 25/Februar 1
Fol. 203. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich hab dych zcuerczeyt
gebethen, das du weldest der alden hoffmeysteryn eyn elle adder acht schwarcza
Mechlisch ader sunst gutts thu[ch]s czu eynem schawbenrock
geben, das du mir den vorheyssen hast, aber dych yn dem bisher vorgessen.
Demselbingen nach erynner ich dych daran und bitt dych nachb auffs
allerfreyntlichst, du wollest mir so freyntlich seyn und ir so gnedig und
wollest ir solich gewant zcu eym schawbenrock geben und es mir ye ehe[r]
besser schicken, so will ich es ir von deynen wegen obirantwurten. Domit bis
Got beffollen. Geschriben eylend suntag nach Conversio sancti Pawly apostoli.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) cz oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgen
gestrichene Zeichen.
54.
Sidonia dankt Georg für das Wachs. Gerüchte, sie habe
bereits im Herbst Wachs erhalten, seien nicht wahr. Sie habe zugestimmt, die
Rechnungslegung bis auf Reminiscere zu verschieben.
(wahrscheinlich spätestens
1500) Januar 26/Februar 1
Fol. 195. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. Der Brief Nr. 55, in dem es um die
Bestellung des Christoph Ratzwitz zu Sidonias Kaplan geht, dürfte dem
vorliegenden Schreiben vorausgehen.
Herczallerlibster sona! Das wachs ist mir gester mantag wurden, des
ich dir auffs allertrewlichst danck. Deyn teyl sol auch dopey seyn, das solstu,
ap Got will, mit frewden entpfinden. Herczallerlibster sonb, ich hor sagen, das man sol gesagt haben,
auff nechst vorschinnen Michelsmarckt soldc auch eyn czentner wachs
herkummen seyn, dovon ich sicherlich nichts weys, und istd mir yn
der warheyt nicht wurden. Und magst mir sycherlich glawben und mich dovor
haben, hett ich es auff dy czeyt entpfangen, ich weld dir darumb nicht
geschriben haben. Auche hab ich synt Allerheyligentag
meyns wachs keyn stückel gehabt, den Urban
hatte villeycht eyn pfunt ader 17 ynne, das hat ich lassen kawffen, so yndert
eyn gast zcu mir quem, das ich auch mit eren bestand. Aber do mir wachs
gebrach, hab ich dasselbing wachs auch vorthan. Auch, herczallerlibster son, er
Cristoff
und meyster Cristoff
haben michf bitten lassen, das ich es mit der rechnüng bis auff
Reminiscere besteen weld lassen, das hab ich yng also zcu thun habh
sagen lassen, wiewoll ich es nicht gern gethan hab und vil liber geshen hett,
das sy alsbald ir rechnüng gethan hetten, das du dych darnach zcu richten
weyst. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dynstag nach Bekerüng s.
Pawly.
Hastu mit den rechenmeystern etwas dovon geredt, den magstu esi sagen
und sy von meynen wegen bitten, das sy auff dy czeyt, etwen mantag ader dinstag
nach Reminiscere, sych her finden wollen und dy rechnung von anhoren.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c)
Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen sold. d) Oberhalb der Zeile
eingefügt. e) Folgt
gestrichen will. f) Folgt gestrichen gebe. g) Oberhalb der Zeile
eingefügt. h) Oberhalb
der Zeile eingefügt. i) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
55.
Sidonia habe die Schreiben Georgs und Heinrichs von
Schönberg bezüglich Christoph Ratzwitz erhalten. Sie wolle diesen entsprechend
der Bitte Heinrichs von Schönberg zum Kaplan annehmen.
(wahrscheinlich vor
1500 Februar 1)
Fol. 174. – Zur Datierung: Das Schreiben dürfte
dem Brief Nr. 54 vorausgehen, da Sidonia dort anscheinend ebenfalls Christoph
Ratzwitz erwähnt.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben mitsampt
Heynrichs von Schonbergs,
belangend ern Cristoff Roczwicz, hab ich vorstanden und las dych darauff wissen,
wiewol icha eyns frommen pristers nicht
alleyn zcu eynem caplan, sunder auch zcu eynem cammermeysterb, der schreyben und rechen kond, sunderwar
woll bedurfft, dennoch, wie dem allem um deyner vorbeth willen, will ich Heynrich
von Schonberg seyner bethe geweren und ern Cristoff Roczwicz zcum caplan
auffnemen. Das sollet yr ym also von meynen wegen zcusagen, den ich las
Heynriche vonc Schonberg der alden trew
genissen, das er zcuerczeyt hy zcu Meyssen
auff dem marckt eyn rynnend von meynen wegen thet. Hat er es vorgessen,
so gedenck ich es aber nach. Domit bise Got
beffollen. Und hutt dychf vor den haselnüssen und vor
allerley obist und bisg vorsichtig ym reyten, rennen, steen und
ghen, den du bedarffest seyn an den enden fast woll etc. Ich vorshe mich, ich
werd eyn frolichenh man auß ern Cristoff machen, den als ichi
vorstee, hat er es ym langst gewunscht, pey mir zcu seyn. Du mogst ym auch
sagen lassen, das er auff unser Frawen abent
gwislich hy sey, kan er aber eher kummen, so ist es mir nach vill liber.
Zdena h[erczogin] zcu S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen woll. c) Folgt gestrichen Schonneb [?]. d) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichenes Wort. e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen seyt. f) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen auch. g Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen seyt. h Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen froen [?]. i) Oberhalb der Zeile eingefügt.
56.
Sidonia berichtet, daß die Frau von der Sale und deren
Stiefsohn Albrecht von der Sale die Pfarrei zu Schönfeld an zwei verschiedene
Personen verliehen hätten. Der Streitaustrag vor dem Offizial sei ergebnislos
verlaufen. Sidonia bittet darum, daß Georg zu Gunsten der Frau von der Sale
entscheide.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Februar 10/16
Fol. 186. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich pin an czweyffel, du
habst seyna eyn wissen, das dy fraw von
der Salen
das pfarlhen bzcu Schonffeltb
eym prister gelihen hab yn zcuvorsicht dem reczeß nach, sy sold seyn macht
haben. Darobir hat Albrecht von der Salen,
ir stiffson, dasselbing pfarlhen des officials schreyber auch gelihen. Deshalb
sy und ir son her vor den official geladen seyn und als hewt donerstag nach
Appolonien hy vor ym gesten. Als ist dy fraw personlich hy gewest und etliche
gemechtigt von irenwegen, dy sach vor dem official außzcutragen. Desgleychen ir
son am andern teyl seyn sweher von seynen wegen do gehabt, aber sy seyn beyd an
end abgescheyden, den dy fraw appelirtc mechticlichen uff dych. Was
du sy yn dem thun ader lassen heyst, will sy sych gancz williclich darnach
richten. Demselbingen nach hat mich dy fraw gebethen, das ich sy keygen dir
vorschreyben wold, du wollest ir so gnedig seynd und sy gnediglich
dopey behalden, wiewoll es ym reczes nicht alse clerlich außgedruckt
ist. Doch so stet es yn dem reczeß, das sy dy gutter und dy vormündschafft dyß
jar volkumlich ynhaben sol. Her, allerb[e]ster son, ich bitt dych, thu
es umb meyner beth willen und behalt dy fraw ytczund dopey, auff das sy
hynforder kost mhue czerung
mag vortragen seyn. Domit bis Got beffollen. Geben donerstag nach Apolonien.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile gestrichenes Wort (Rasur). d) Folgen gestrichene
Zeichen. e) Folgen
gestrichene Zeichen.
57.
Sidonia wolle sich darum bemühen, Haselhühner zu erhalten.
Georg möge Siegmund von Miltitz ruhig mitnehmen, sie bedürfe seiner
augenblicklich nicht. Sie beklagt sich über Georgs Räte. Sie habe einen Knecht
zum Dienst angenommen, und Georg möge dem Amtmann zu Rochlitz schreiben, daß er
diesen zu ihr ziehen lasse.
(spätestens 1500) März
17/April 20
Fol. 224.– Es handelt sich um ein Doppelblatt,
dessen zweite Hälfte (fol. 225/1) nur die Adresse trägt. – Zur Datierung: Da
sich Sidonia in ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod
Herzog Albrechts den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Dein schreyben hab ich
vorlesen und auffs allerfreintlichst vorstanden
und angnummen, als du bemeldst des weidmans halb, zcu dem will ich schicken,
so er hasselhuner geffangen hett, mir eyns teils dovon zcu schicken, das ander, awas er
geffangen hata, sol er dir bringen. Auch
Sygmunds von Milticz
halb magst in woll mitnemen, den ich denck mir nicht bald yndert hinzcufaren,
darczu ich seyn durffte. Herczallerlibster sonn, ich clag dir obir deine rethe,
wiewoll du meinst, sy thuen mir nichtsb.
Wiltu mir nicht glawben, so lis disen yngelegten briff. Hastü denc indert ein vornunfft pey dir, so wirdestu erkennen,
ap sy auffrichtiglich keygen mir gehandelt haben ader ap es mit Got besteen
mag und ap es widder dy geboth Gotes sey ader nicht etc. Ich hald, herczallerlibster
son, das du widder wort nach weyse dovon weist, dhirum geb ich dir
in dem kein schultd. Derselbing knecht
hat mir dinst angebothen, dyweyl dy herczogin
seliger gedechtnis nach lebethe, und darnach, als sy starp, durich dy
Reynspergin
abermals mher den eyne fart, als hab ich ynn darnach angnummen, und er mire dinst vorheyssen. Demselbingen vorheyssen
nach will ich yn zcu mir fordern und bitt dich auffs allerfreintlichst, du
wellest dem amptman zcu Rochlicz
schreyben, das erf sych mit eynem andern
vorsorg und mir meinen knecht nicht vorhald, sunder wenn ich yn forder, yn mir
lasse. Herczallerlibster son, ich bitt dich, du wollest mich nicht vordencken,
das ich yng von dan forder, den ich hab mangel eins solichen knechts.
Ich habh doher, sint mir der forig krank wart, Andres den hinckenden mussen
ym keller haben, den ich sunst zcu andern dyngen zcu gbrawchen durfft,
den er kan jagen, kan haselhuner fahen und ander weydberg, des er, dyweyl er ym
keller sein muß, alles nicht warten kan. Mein herczallerlibster son, ich bitt
dich, du wollest dem amptman zcu Rochlicz eher ye besser schreyben, den ich
denck nicht lang zcu vorczihen, yn zcu mir zcu fordern. Auch so er mir dinst
vorheyssen hat, hat er sych an meynen willen zcu nymand mit dinst zcu
vorbinden. Beichten deine rethe recht, so wirdt yn auch eyn rechte busse
gesetczt. Got sey uns allen gnedig und gebe uns wares rechtes erkentnis. Domit
bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag nach dem Palmtag.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen yedoch [?]. c) Am linken Rand
eingefügt. d–d) Oberhalb
der Zeile eingefügt. e) Folgt
gestrichen den [?]. f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g) Oberhalb
der Zeile eingefügt. h) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
58.
Sidonia sendet Georg ein Ablaßbüchlein. Sie erteilt ihm
Anweisungen zum Erwerb von Ablaß und bittet um Wildbret.
(spätestens 1500)
März/April
Fol. 180. – Zur Datierung: Der Brief ist offenbar
kurz vor Ostern verfaßt, möglicherweise in der Karwoche. – Druck: Steinhausen, Privatbriefe, Bd. 1, Nr. 401, S. 275 f. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 226
f.
Herczallerlibster son! Ich schick dir hymit eyn
buch, daryn du sychst, was, wievil und auff welichen tag du aplas vordinen
magst. Und du must mericken, so der aplas yn czweyen aader dreyena kyrichen ist, so mustu von ytczlicher kyrich
wegen sunderwar czwenn elter
nemen ader außerwelen. Und ap du auch gleych yn eyn kyrich quemst, dennest
soltu dir czwen elter daryn außerwelen und deyn gebeth dovor sprechen, so
wirdstu des aplas teylhafftig. Auch ap underweylen der aplas auff eyn jar
ader wenig mher lawten wirdt, vorschmach yn nicht, nym yn mit an, den er ist
dir nicht schedlich. Dynt er dir nicht vor dy peyn, so meret er dir aber das
vordinst pey Got. Ist, das du es am ersten so ordenst, als ich dir geschriben
hab, ader zcuerczeitb beschriben
geschick mitsampt andern gebethen. Du hast dyse woche gancz czu end auß
vorgebüng peyn und schultc an den
zcufelligen aplas derselbingen tag, als du yn dem buchleyn lesen wirdest, und
steet bis auff zcukunfftige mitwoch nach Oster[n], und dyselbinge mit
eyngeschlossen. Und auff dyselbing mitwoch hastu eyn sel auß dem fegfewer zcu
erlosen. Ich bitt dychd, kumm deyns
fettern, hercz[og] Ernests,
sel mit dem aplas zcu hylff und ordens, also es dy sel nicht durfft, das der
enelendesten selen, dy ym fegfewer, zcu hylff kum. Auff dysen Grundonerstag
hast czweyerley vorgebung peyn und schült, des donerstags halb und auch der wochen
halb, als ich dir vor geschriben hab. Herczallerlibster son, ich bitt dych, du
wollest mich auff dyse heylige czeyt
mit wilpert vorsorgen, ich wils vordinen. Domit bis Got beffollen.
Herczallerlibster son, wenn der aplas etwas mericlich gros ist, so thu ym etwas
bas und nym eyn altar ader vir vor dych, den wir kunnen ym nymmer zcuvill
thun.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Folgt
gestrichen und […]. d) Folgen gestrichene Zeichen.
59.
Sidonia wendet sich an Georg wegen einer aus dem Kloster
zum Heiligen Kreuz entführten Nonne. Ihrer Meinung nach solle Georg den
Übeltäter, einen Schreiber, und dessen Stiefvater im ganzen Land suchen
lassen. Sie bittet um Zusendung der Straußeneier.
(1494 oder 1500)
(April/Mai)
Fol. 184. – Zur Datierung: Die gegen Ende des
Schreibens erwähnten Straußeneier beziehen sich auf Brief Nr. 50, der folglich
vorangehen muß.
Herczallerlibster son! Nachdem du weyst, das eyn
nünne vom heyligen crewcze auß dem closter entwürden ist
unda yn eym dorff, nahen pey dem Hayn gelegen, vorsichert, das sy nicht wegkkummen kan, hatt mich dy eptischin
bericht, das der schreyber, der sy zcu fall bracht, dem man, pey
dem sy sey, gedrawt und gesagt, er wolle sy herauser gewinnen, das sold er ym
nicht erwerenn, und musten mher den eyner that darobir bleyben. Der ursach
halb foricht dy eptischin, so man sy in das closter brechtb und er nicht ergriffen und gefanclich
gesetczt werr, so mocht er ern eyn frevel am closter aderc a[n]dern dyngen begehen, das demd land nicht eben werr. Demselbingen nach werr
mein guttduncken, das du mit den reten eyn red dovon hetst, das man achtüng
auff dy dyng hett, und nicht alleyne yn der Heymschen pflege, sunder auch yn
allen ammechten nach ym und seym styffvater stellet, und alsdenn, wenn man den
schreybere begriff, denn dem bischoff
obirantwurt, den er ist eynn acolitüsf .
Wenn man aber seyn styffvater erkriget, den
darff man nicht dem bischoff obirantwürten den sunst schtraffen, das sych eyn ander daran stest. Auch ist der schreyber mitsampt
seym styffvater eynmal selbsechst und zcu dem andern selbachte pey gder
nachtg umb das haus hyn und
widder zcu ghenn geshen wurden. Was willens erh
gewest ist, mag man woll gedencken. Herczallerlibster soni, solichs hab ich dir ym besten nicht
vorhalden wellen, denn solicher erwegner büff mitsampt seym anhangk mochte
etwas anrichten, das nicht ga[r]j gutt werr. Was du deshalb
rats wirdst, las mic[h]sk eher ye besser schrifftlich
vornemen. Auch bitt ich dych, du wollest vleys ankeren, das mir dy
schtrawseneyer auff dy czeyt eyn tag ader drey vor unsers Hern hymmelfart
werden. Domitl bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen auff. b) Folgt gestrichen eher […] man den […]. c) Oberhalb der Zeile
eingefügt. d) Oberhalb
der Zeile eingefügt. e) Folgt
gestrichen mit. f) Folgt gestrichen f. g–g) Am linken Rand
eingefügt. h) Oberhalb
der Zeile eingefügt. i) Oberhalb
der Zeile eingefügt. j) Letzter
Buchstabe des Wortes aufgrund der nachträglichen Bindung nicht
lesbar. k) Wort
aufgrund der Bindung teilweise schwer zu lesen; nicht auszuschließen ist auch
die Lesart mirs. l) Zwischen do
und mit gestrichen bys [?] seyt [?] Got.
60.
Ihr Kaplan Christoph Ratzwitz
habe Sidonia wegen einer Vikarie
um ein Empfehlungsschreiben an Dekan und Kapitel zu Prag
ersucht. Sie bittet darum, daß auch Georg ein entsprechendes Schreiben
aufsetze. Ihren diesbezüglichen Brief möge er in der Kanzlei ausfertigen
lassen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Juli 16/22
Fol. 191. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. Der Brief Nr. 55, in dem es um die
Bestellung des Christoph Ratzwitz zu Sidonias Kaplan geht, muß dem vorliegenden
Schreiben vorausgehen.
Herczallerlibster sona! Ich las dych wissen, das heynt eyn ficerey
der altar s. Wenczeslay
ledig wurden, dyselbing fikerey zcu lehen ghet vom techent und capittel zcu
Prag.
Hat mich er Cristoff Raczwicz, meyn caplan, gebethen, yn keygen dem techent undb dem capitel zcu Prag
zcu vorschreyben, ym solichs lehen zcu leyen, hab ich es ym nicht abzcuschlan
wissen. Er hat mich auch doneben gebethen, dych yn dysem meym schreyben zcu
bitten, das du ym auch neben mir eyn vorschrifft an bemelten thechent und das
capittel geben weldest. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest ym umb
meyner bethe willen eyn vorschrifft geben an das en, als obin melt, ich wils
vordynen, er mit seym ynnygen gebeth keygen Got vorgleychen. Ich schick dir
hymit meyn piczlir
und bitt dych, du wollest yn der canczley eyn bryff von meynen wegen an techent
und das capittel zcu Prag machen nach deym besten geffalle und meyns caplens
nücz und mir das piczlir pey er Cristoff widder schicken. Domit bis Got beffollen.
Geschriben eylend dynstag nach der teylung der aposteln.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
61.
Sidonia bittet darum, daß Georg mit seiner Gemahlin zu ihr
komme, um an der Heiltumsweisung teilzunehmen. Er möge nicht alle Hofjungfrauen
mitbringen, da sie diese wegen der Anwesenheit der Herzogin von Bayern nicht
unterzubringen wisse. Sie bittet um Wildbret.
(wahrscheinlich 1500)
Juli 29
Fol. 223. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts
im September 1500 den wahrscheinlichen Terminus ante quem. Der Terminus post quem
ist mit der Heirat Georgs im November 1496 gegeben. In diesem Zeitraum fiel der
Tag Marthae nur im Jahr 1500 auf einen Mittwoch.
Herczallerlibster son! Nachdem ich dich gebethen
hab, das du weldest auff Donati
zcu mir kummen, als ist es nach mein freintliche bethe, das du wollest auff
dyselbing czeit pey mir seyn und wollest dein gemahel
mit dir bringen, dy ich den auch herczlichen gerna peyb
dem heyligtumbweysen und kirichweyen haben will, den sy ist nach nye keynmal
pey dem heyligtümweyssen gewest. So man es den ytczunt auff das fest gar
weyset, so will ich sy sunde[r]war gern dopey haben. Und bitt dych, du
wollest auff den abent Donatic
vor fesperczeit mitsampt ir kummen. Ich bitt dych auch doneben, du wollest
nicht alle juncfrawen mitfaren lassen, den ich wirdt nicht herberg gnug darczu
haben der herczogin von Beyern halb, dy wirdt das gemach ynnehaben, das herczog Hans ynnenhatte. Meyn herczallerlibster son,
ich bitt dych, du wollest nicht aussen bleyben, sunder auff dy czeit mitsampt
deyner gemahel kummen, den ich will ir meinen wagen, ap Got will, auff den
manthag schicken. Du wollest mich auch auff dy czeytd mit wilpert
vorsorgen, auch mich eehe ye bessere wissen lassen,
ap du mitsampt deyner gmahel kumst. Domit bis Got beffollen. Geschriben
eylend mitwoch s. Marthe.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt gestrichen hy. b) Folgt gestrichen mir. c) Oberhalb der Zeile eingefügt. d) Folgen gestrichene
Wörter. e–e) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
62.
Sidonia bedauert, daß Georg am folgenden Tag nicht zu ihr
kommen könne. Statt dessen möge er einen Tag später erscheinen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) Juli 26/August 1
Fol. 200. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! So es hett seyn mogen, ich
hets gern geshen, das du auff morringen mitwoch zcu mir kummen werest, so es
aber auff den tag nicht seyn kann, bitt ich dych, du wollest dych auff erstkunfftigen
donerstag zcu mir fugen und nicht aussen bleyben, will ich yn mutterlicher lib
umb dych vordinen. Geschriben eylend dynstag nach Jacobi.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
63.
Die Weyssenbachin
habe Sidonia von dem Streit mit ihrem Mann erzählt. Sidonia bittet Georg, die
Frau in seinen Schutz zu nehmen und ihre Ansprüche zu unterstützen. Schwester
Cordula von Altendresden habe für ein Mädchen um einen Platz im Spital
gebeten.
(wahrscheinlich
spätestens 1500) August 11/17
Fol. 161. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Dy Weyssenbachin ist pey mir
gewest und mira etliche ere irthüm
czwuschen irem man und ir erczalt, auch doneben eyn briff geczeygt, den dir ir
man zcugeschickt, in dem er vormelt, des tags, den du czwuschen yn beyden zcu
halden bestymt, nicht warten wolle. Auch dy bemelte Weyssenbachin sych hy pey
etlichen iren gutten frunden rats erfragt, dy ir den gerathen, das sy dych mit
bethe anfall, sy yn dy gutter zcu weyssen. Hat mich dyselb Weyssenbachin
demutticlich mit beth ersucht, ir eyn vorschrifft an dych zcu geben und sy yn
der keygen dir zcu vorbitten. Demselbingen nach bitt ich dych, herczallerlibster
son, du wollest dych in dem umb meyner bethe willen bkeygen irb
gnediclich erczeygen, sy auch hanthaben und yn deyn schucz nememc,
auff das sy pey demd, darczu sy gerechtickeyt hat, bleyben moge, als
ich an czweyffel pin, du thun wirdst. Domit bis Got beffollen. Auch hat mich
swester Cordula von Aldendresden gebethen vor eyn meydeleyn, so yndert eyn stat
ym spital
ledig wurd, du wollest ire yn das spital helffen
und weldest nür Malticzf
beffellen, so yn schwester Cordula irynnern würd, das der forder pey den
bürgern von deynen wegen ankeren sol. Geschriben eylend mitwoch nach Laurency.
Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt gestrichen ir. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt. c) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichen neben. d) Folgt gestrichen d[…]. e) Folgt yr. f) Folgt gestrichen achtung.
64.
Sidonia wolle sich so verhalten, wie Georg es ihr
schriftlich mitgeteilt hat. Den Ablaß, den sie deswegen versäume, müsse er für
sie erwerben.
(wahrscheinlich spätestens
1500) August 16/22
Fol. 150. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 121.
Herczallerlibster son! Ich wils gern so halden, als
du mir geschriben hast, aber was ich dyweyll aplas vorsewme, den mustu
vorbethen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend sunabendt nach
Asumpcionis Marie.
Zdena h[erczogin]a
zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen vc [?].
65.
Sidonia erinnert Georg an
die Angelegenheit des verstorbenen Geleitsmannes. Sie bittet ihn darum, daß er dessen Halbbruder Heinrich, dem Vormund
der Kinder, bestimmte
Abgaben erlasse. Georg möge ihr eine Haube zurückschicken, um sie weiter machen
zu lassen. Heinrich von Schönberg solle er ausrichten, Sidonia wolle über die
Niederkunft seiner Frau informiert werden.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 197. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Nachdema du sagtest, das man dir eyn erynnerüng thun
sold der sachen halb betreffend des vorstorben gleyczmans kynder, demselbingen
nach erynner ich dych an dem pey bdisem pristerb, hern Heynrich, der des bemelten vorstorben
gleyczmans halber bruder und seyner kynder vormund ist. Und bitt dych wie vor,
du wollest es umb meyner beth willen thun und ym es zcu den dreyen jarn kummen
lassen und dennachst 400 scheffel nachlassen. So es aber nicht seyn mocht, das
ym dy 400 scheffel nachgelassen wurden, so bitt ich dych nach auffs
allerfleyssigist, du weldest deyn hochsten vleys ankeren, das ym nachgelassen
werden 200 scheffel und doch dy 3 jar frist, das ander zcu beczalen. Das will
ich umb dych yn mutterlicher lib auffs freyntlichst vordinen, und er mit seynem
gebeth keyn Got vor dych getrewlich auffs allervleyssigist vorgleychen. Schick
mir dy geweirichte hawbe, dy ich dir hab geschickt, ich will dir sy weytter
machen lassen. Domit bis Got beffollen. Sag Heynrich von Schonberg,
das er seyner frawen
sag, wenn Gotc ir thochterd
entpunden hab, als ich an czweyffel pin, es werd gnediglich mit frewden
gescheen, das sy mich es darnach bald wissen las, den mir liget macht daran,
als ich sy berichten will, ap Got wil, wenn ir Got zcu mir gehilfft.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) dem
oberhalb der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt
gestrichen g.
66.
Die alte Hofmeisterin habe Georg ersucht,
ihr im Konflikt mit einem Bauern beizustehen, der ihr Geld schulde. Sidonia
bittet Georg, daß er den Schösser anweise, in dieser Streitsache zu
entscheiden. Sie beschwert sich über Georgs Räte.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 149. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Mich hat dy alde
hoffmeisterin bericht, das sy dych gebethen, dy ding czwuschen ir und dem man,
der ir schuldig ist, dem schosser
azcu vorhorena beffellen
weldst, auch ym beffellen, ir yn den dingen hulfflich zcu seyn, des du den
bisher nicht gethan. Nü weys sy nicht, ab du es vorgessen hast ader ap du dovon
geweyst bist. Demselbingen nach bitt sy nach auffs vleyssigist und
demuttigist, du wollest dich nach keygen ir erczeygen, als sy den vortrawen
zcu dir hat als zcu irem landsfursten und gnedigen hern, auch vormunden, und
weldest dem schosser schreyben und ym yn derselbingen deyner schrifft beffelen,
das er sych der dingk czwuschen ir und dem bawrn understhee. Den als ich an ir
vorstee, so bewt sy es nicht anders, den das man ir helff, warczu sy
gerechtickeyt hat. Warczu sy nicht gerechtickeyt hatt, will sy sych gern dovon
weysen lassen. Demselbingen nach bitt ich dich, du wollest dem schosser pey
dysem botten schreyben und ym beffell geben, dy dingk czwuschen ir und dem
bawrn richtig zcu machen. Ich hab auch als von mir selbst mit ir auß der sachen
gereth und gesagt, das dy lewt sagen, worum sy es so lang zcu ermanen hat
ansteen lassen und nicht eher darumb gemant. Den ytczunt hat sy mir geantwurt,
sy hett es vor den czehen jarn und nach mher jarn gern gnummen, so es ir hett
werden moge[n]. Sy hab ynb auch vormals mher [als einmal]
mit dem ban vormant, es hat aber bisher alles nicht helffen wollen. Hab ich
darauff gesagt: „Last auch unbekummert, euch wirt wol geholffen, aber ir must
dem mann tage czeyt setczen,
das er es auch dester statlicher geben kan. Den so er es auch alles auff eyn
czeyt geben sold, das wer dem man nicht recht.“ Hat sy mir geantwurt: „O libe
gnedige fraw, weld Got, das nür ymant daryn handelt. Ich weld es ym gancz macht
geben und weld mich weysen lassen, wie man weld, und weld gern 15 groschen vor eyn
scheffel korns nemen, wiewoll es ytczunds 20 groschen gylt.“ Demselbingen irem
gleychen bitten nach bitt ich dych, bis ir so gnedig und hylff ir, das sy das
ir von ym erlangen moge. Ych hab wol erkent, das deyne rete etlich nür das
gespott auß ir treyben und meynen, sy hab der czehen, der sy nicht eyns hatt.
Denn sold sy etwas vonn obrigem geld haben, sold es ymant wissen, so wust ich
es auch, den alles ir obrigesc geltd legt sy an an irer selen selickeyt,
außgenümmen irem sone gybt sy des jares auch eyn mericlichs geldt. Daran thut
sye den nicht unrecht. Domit bis Got
beffollen. Deyn antwurt pey dyssem bothen. Las mich auch wissen, wie es umb
des thodenf gleyczmans
sach bleyb, derhalb ich dir vormals geschriben hab.
Geschriben eylend.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen sy. c) Am linken Rand
eingefügt. d) Folgen
gestrichene Zeichen. e) Oberhalb
der Zeile eingefügt. f) Am
linken Rand eingefügt.
67.
Sidonia bittet um die Zusendung von Wildbret. Sie erkundigt
sich, wie weit Meister Ludwig mit der Übertragung eines bestimmten Buches ins
Deutsche gekommen sei, und stellt diesem gegebenenfalls eine Entlohnung in
Aussicht.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 154. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ych las dych wissen,
das ich von den gnaden Gotes in guttem
gsunt pin, desgleychen ich von dir alczeit zcu vornemena erfrewt
wer. Nachdem ich dych durch Pfluge
hab bitten lassen, mich auff dy heylige czeyt mit wilpert zcu vorsorgen,
demselbingen nach ist meyn beth, du wollest dem also thun. Auch hab ich dych
gebethen, du wolldest vleys ankeren, das mir meyster Ludwigk
das ander teylb vordewczen welde, als ym
den angeczeyg[t] ist. Hatt er etwas daran zcu thun angeffangen, bitt ich
dych, du wollest vleys ankeren, das er es mit allem vleys follent auß
vordewsch, den er soll es nicht umbsunst thun. Ich will ym gern eyn badhemd
darumb machen lassen ader so vil geben, das er ym eyn solichs hemd darum woll
mag machen lassen. Hatt er aber nichts daran gemacht, so schick mir das buch
widder, ich vorshe mich, ich will hy ymands bekommen, der mir es umbsunst
vordewschet. Domit bis Got beffollen, der dych vorc allem obil
behutt.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) üornemen. b) Am linken Rand
eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt; darunter gestrichen vor
[?].
68.
Sidonia bittet Georg darum, am folgenden Montag zum
Morgenessen zu ihr zu kommen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 163. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest
auff ersstkunfftigen manthag zcu mir kummen auffs morringenessen und zcu
rechter czeyt, auff das ich nicht lang nach dir harrena derff. Domit bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen wild.
69.
Sidonia habe bei Georg erreicht, daß er den
Augustinereremiten von Altendresden den Besitz des strittigen Hauses zugesagt
habe. Er möge dabei bleiben und eine schriftliche Bestätigung ausstellen.
(wahrscheinlich spätestens
1500)
Fol. 166. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Nachdem du weyst, das ich
hewer von der bruder wegen von Aldendresden pey dir erlangt,
das yn das haws zcugesagt
wart, und auch
eyn vorschreybüng dorobir vorheyssen, das denn bisher mit der vorschreybung
nachbliben, demselbingen nach bitt ich dych auffs
allerfreyn[t]lichst als meynenn herczallerlibsten son, du wollest
deynen worten nachkummen und sy dopey behalden, yn auch gnuglichea
vorschreybung dorobir geben, auch dych nymandsb auff ander wege
weysen lassenc. Will ich yn mutterlicher libe auffs trewlichst keyn
dir vorschelden und dy bruder mit yrem gebeth dkeyn Gotd auffs vleyssigist vor dych zcu thun, alles
vormogens nicht sparen, und mir des eyn schrifftliche antwurt deyner
hantschrifft schickest eher ye bessere
mit dysem botten. Domit bis Got beffollenn.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb der Zeile eingefügt. b) Folgt gestrichen von [?]. c) Folgt lassen. d–d) Oberhalb der Zeile
eingefügt. e) Folgt
gestrichen do.
70.
Sidonia habe Georgs Schreiben erhalten. Sie bittet ihn, zum
Abendessen zu ihr zu kommen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 167. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Deyn schriffta, yn diser stündt bald nach funffen an mich
gelangt, hab ich auffs allerfreyntlichst vorstanden und bitt dych, du wollest
morringen auffs abentessen pey mir seyn und vor guth mit mir armen frawen
nemen. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen bal.
71.
Sidonia habe von ihrem ehemaligen Knecht Gregor Nüssichen
erfahren, daß dieser als Laienbruder in den
Franziskanerorden eintreten wolle, wozu er jedoch ein Handwerk beherrschen
müsse. Sie bittet Georg darum, daß er Nüssichen während seines ersten Lehrjahres
mit Nahrung versorge.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 172. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 229.
Herczallerlibster son! Gregor Nüssichen,
vorczeytten meyn knecht, hatt mich bericht, das er ym willen sey, so ym Got dy
gnad geben und vorleyen weld, das er sych in eyn orden geben wolle, und nemlich
in barfüssenorden. Demselbingen nach denckt era,
eyn hantwerk zcu lernen, den sy keynen auff zcu eym leyenbruder auffnemen, er
kunne den eyn hantwerk. Nü sagt er, so er den eyn hantwerk lernet, so müs er
dem meyster bdas erste jarb
lonen und sych selbest bekostigen. Demselbingen nach hat er mich gebethen, das
ichc yn keygen dir vorschreyben weld, auff das du ym dasselbinge jar, dyweyl er lernet, dy kost mit deynen gringsten knechten geben wollest,
auff das er nür den leyp erneren künne, etwenn wirdt Got der selen helffen.
Hyrum bitt ich dych, herczallerlibster son, du wollest es umb meyner bethe
willen thun und ym dasselbing jar, dyweyl er lernt, ddy speyse gebend, auff das er dester eher zcu dem guttem
vornemen kummen moge, als ich den an czweyffel pin, du es umb meyner beth
willen thun wirdest. Das will ich yn aller freyntschafft umb dych vordinen, und
so ym Got gehylfft, das er yn den standt kumt, vor dych keygenn dem almechtigen
Got mit seym eynfeldigen gebethe auffs getrewlichste vorgleychen. Domit bis
Got beffollen. Geschriben eylend.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
Er bitt, das du, das er yn orden czyhen wolle, also pey
dir bleyben wollest lassen.
a) Oberhalb der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt. c) Folgt gestrichen d. d–d) Oberhalb der Zeile eingefügt.
72.
Sidonia teilt Georg mit, daß ein Vikar am Meißner Dom
lebensgefährlich erkrankt sei. Sie bittet Georg, sich beim Domkapitel dafür
einzusetzen, daß die Pfründe im Todesfall an den Chorschüler He(i)nritze
vergeben werde.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 173. – Möglicherweise wurde das Blatt am
unteren Rand beschnitten (Tintenspuren), so daß vermutlich die Unterschrift
verlorengegangen ist. – Zur Datierung: Die Angabe, daß ein Vikar hy erkrankt sei, weist darauf hin, daß Sidonia
den Brief in Meißen und damit wahrscheinlich vor ihrer Übersiedlung nach Tharandt
geschrieben haben dürfte.
Herczallerlibster son! Es ist eyn ficarius
hy plucz kranck wurden, das man sych seyns lebens nicht lange vorsycht, aund
das lehen get v[o]m cappittela .
Demselbingen nach ist eyn armer korschuller, Henricze genent, vor mich kummen
und mich mitb vleyssiger bett
angeffallen, yn keygen dem cappittel zcu vorbitten, so der vall an dem
beschee, das ym dasselbinge lehen werden mocht, den das lehen ist gestifft auff
den eldesten korschuler, der er sych auch eyner seyn duncket. Es hatt aber eyn
wenig eyn fell, das der arme gesell, so er nicht vleyssige vorbeth hett, mocht
darhinder hyn ghen, das zcu schreyben zcuvill neme, aber ich hab er Felix
beffollen, das er dych der sachen gruntlich berichten solle. Ich hab nach keyn
entliche antwurt am cappittel erlangen mogenc,
aber der arm geselle hat mich doneben auffs demuttigist gebethen, dych vor yn
yn meyner schrifft zcu bitten,
das du wollest ym so gnedig seynd und yn keygen dem cappittel vorschreyben, so der vall an dem gesche,
das dem armen und frummen
Heynryczen werden mocht. Demselbingen nach bitt ich dych,
herczallerlibster son, vorschreyb yn vleyssiclich und ker dych nichts an ir
außrede, den wenn sy es sunst thuen welden, sy hetten als gutte ursach, das
lehene dysem zcu leyen als eym andern.
Domit bis Got beffollen.
a–a) Am linken
Rand eingefügt (wegen der nachträglichen Bindung teilweise im Falz). b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Folgt
gestrichen d. d) Folgt gestrichen wollest. e) Folgt
gestrichen dy s.
73.
Sidonia dankt Georg dafür, daß er sich für eine arme Person
eingesetzt habe. Er möge 15 Groschen geben (Bezug unklar).
(spätestens 1500?)
Fol. 189. – Zur Datierung: Das Schreiben könnte
inhaltlich an Brief Nr. 72 anschließen; in diesem Fall dürfte es vermutlich
nicht viel später entstanden sein.
Herczallerlibster son! Ich dancke dir des trewen
vleys, den du von der armen person wegen ankert hast.
Got wirdt dir dy frewd der ewigen selickeyt darum gebena, und sy wirt auch mit yrem gebeth
vleyssiclich darnach arbeythen, das sy dir erwerb alles, das dir gutt sey [und]
zcu der selen und leybes heyl und selickeyt dint. Dy 15 groschen magstu geben,
so hastu dester mher lons dovon. Domit bis Got beffollen. Ich hab es ir
geschriben, das du das gelt geben wilt.
Zdena
a Folgt
gestrichen des geldes halb.
74.
Sidonia teilt Georg mit, daß sie sich heute nicht um ihn
kümmern könne. Sie werde mit ihm aber am nächsten Morgen beim Essen reden. Am
kommenden Tag möge er auch bei der Heiltumsweisung anwesend sein.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 193. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Nachdem ich mit dir
vorlassen het, das ich dem auff dyße czeyt nicht warten kond, so du aber
kummenn bist, treyb ich dych nicht auß, aber das ich dir hyut nicht zcusprech,
las dich nichts kummern, den du weyst dy sach woll. Aber morringen zcu dem
moringenessen will ich mich erberlich keygen dir halden. Vor der czeyt kan
nach mag ich mit dir nichts handeln, ursa[c]ha halb du woll
weyst. Auch wirdt man morringen das heyltüm weysen, dopey müstu auch seyn, und
bleyb dort an deyner seyten, do du pfligst zcu steen. Und den alsbald man das
heyligtüm geweyset hat, bitt ich dych, du wollest mitsampt deynem hoffgesind
von der parkyrich ghen und sunst anderstwu do nyden yn der kyrich yn eym gestül
das ammacht
aüßhoren. Den wiewoll eyn want vor unseren stant gemacht ist, dennoch kan man
durich das gitter geshen, wenn man auff und nidder ghet und was man begint.
Herczallerlibster son, bis mir sovillb zcu willen und bitt Got vor
mich. Domit hab dir eyn gutte selige nacht und bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) ursah, über dem a
ein weiteres a
eingefügt. b) Zwischen so und vill gestrichene(s) Zeichen.
75.
Die Priorin zu Freiberg habe Sidonia berichtet, daß sie in
einem Rechtsstreit mit Bernhard von Dalen stehe. Sidonia bittet Georg darum,
der Priorin zu ihrem Recht zu verhelfen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 201. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Dy priorin von Freyberg
hat mich bericht, das sy yn eym handel sey mit Bernhart von Dalen, und vormeynt
fast eyn gerechte sach zcu haben. Auch so hor
ich von andern, das sy fast gerecht sey. Demselbingen nach bitt ich dych,
herczallerlibster son, du wollest getrawen vleys ankeren, das dy priorin
pey irer gerechtickeyt bleyb, und ir vo[r]helffen, derselbingen irer sach auff eyn end
zcu kummen, auff das sy hynforder der sach halb keyn mü nach kost haben
darff, als ich an czweyffel pin, du thun wirdest. Domit
bis Got beffollen. Geschriben eylend hewt
czwischen dreyen und viren.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
76.
Sidonia bittet Georg, ihr mitzuteilen, ob er kommen werde.
Sie könne ihn nur zusammen mit drei weiteren Personen verpflegen, für die
Versorgung der Pferde und seines übrigen Gefolges müsse er selbst aufkommen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 205. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Du hast mir nü gesagt, das
du auff lummeschen [?] marckt zcu mir kummen wollest. Demselbingen nach
ist meyn beth, so du kummen weldest, du weldest mich es pey keygenwertigen [boten]
wissen lassen. Doch das ich dych nüra
mitsampt dreyen person yn meyner vorsorgüng hab als mit essen und trincken. Das
futter wirdestu selber außrichten und dy andern, dy mit dir kummen, mit
schpeyse und aller notdurfft vorsurgenb,
den meyne huffe ertrugs nicht. Domit bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Folgt
gestrichen d[…].
77.
Sidonia bittet Georg, am folgenden Dienstag zu ihr zu
kommen, denn sie habe ihn lange nicht gesehen.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 209. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen. – Lit.: Rogge,
Familienkorrespondenz, S. 237, Anm. 123.
Herczallerlibster son! Ich bitt dich, du wollest auff erstkunfftigen dynstag
zcu mir kummen, den ich hab lang nye deyn gestalt
gesehen, do shen ich mich nacha. Und bitt dych, bleyb nicht aussenb, das will ich um dych vordynen, wenn ich
groß werd. Domit bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
a) Vorsilbe dar gestrichen. b) Oberhalb der Zeile eingefügt.
78.
Sidonia teilt Georg mit, daß es ihr besser gehe, wie ihm
der Arzt selbst berichten werde. Sie schickt ihm die versprochene Haube.
(wahrscheinlich
spätestens 1500)
Fol. 215. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift nicht als Witwe bezeichnet, dürfte der Tod Herzog Albrechts
den Terminus ante quem darstellen.
Herczallerlibster son! Ich las dych wissen, das von
den gnaden Gotes fast besser mit mir wurden ist, als dych den der doctor
selbest berichten wirt. Ich schick dir hymit dy hawb, dy ich dir vorheyssen
hab. Und wenn du keyn Turgaw
reyten wilt, las mich es den abent zcuvor wissen. Domit bis Got beffollen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen]
79.
Hans von Schöberg habe Sidonia mitgeteilt, daß Georg im Amt
Tharandt geboten habe, Sidonias „Untertanen“ eine Steuer aufzuerlegen. Auch
wenn sie davon nicht befreit sein sollte, wäre die angesetzte Frist für die
Hintersassen zu kurz.
(1501) Juni 30
Fol. 222. – Zur Datierung: Bei der Steuer dürfte
es sich um die Türkensteuer han-deln, die 1500 auf dem Augsburger Reichstag
beschlossen worden war (vgl. den Verweis auf den römischen König im Brief). Im
April 1501 forderten König und Reichsregiment Herzog Georg auf, unter anderem
Einwohnerverzeichnisse als Grundlage für die Erhebung bis zum 25. Juli 1501
nach Nürnberg zu senden. Im Juni 1501 wurde die Angelegenheit auf einem Landtag
zu Leipzig verhandelt. Am 18. Juni ordnete Georg die Anlage der
Einwohnerverzeichnisse und die entsprechende Verteilung der Steuer an. Zwar
wurden daraufhin die Register angelegt, die Steuererhebung selbst blieb aber
offenbar aus.
Herczallerlibster son! Mir hat Hans von Schonbergk
zcu erkennen geben, wie du ins ampt zcum Tharant
geschriben, mein underthanen zcu gebitten, in ganczer bereitschafft auff
dein ander
schreiben volge
zcu thun,
und denselbingen
schtewer auffzculegen, als den auff dem lanttage
zcu Leypsigk
gesagt ist. Nympt mich fast wunder, so ich in korcz vorschinen tagen pey dir gewest und du
des ny keygen mir gewent hast, auch derhalb kein schrifft an mich gethan, wü
ich dovon nicht gefreyet seyn mocht, solichs den meinen selbst zcu gebitten und
auffzculegen, indem ich dich um freintlichen rath bitte, denn was du hirynn
beffindest, soa soliche stewer
beslossen und ich den meinen auff dyse ersuchung auffzculegen schuldig
werr, dennoch dy angeczeigte czeit vor dem tage s. Marien
Magdalenen
denn armen leuten vil zcu korcz. Ich hette auch auß vormeltem deinem schreibenb nach nicht gnuglich underrichtung, dy von
ytczlichem standt eynzcubringen. Ich hab auch nichtsdesterweniger
dir zcu
geffallen den
meinen in
bereytschafft zcu warthen zcu gebitten
beffollen, pin
auch sunder
czweyffel, du
wirdest mir
bestenn sonlichen rath nicht vorhalden, so dy stewr dem Romischen konig
sol, wie ich mich in meym sthandt keygenn ym und dir der billikeit nach beweysen
sol. Pin ich geneygtc, mich darnach zcu richten, aber ich weld auch
nicht gern obir dy billichkeit beschwerüng leyden. Herczallerlibster son, ich
bittd dych, du wollest mir schrifftlich freintliche
antwurt geben, als ich mich des und aller trew genczlichen zcu dir vorshee. Ich
hett dir diser meinüng halb gern eher geschriben,
als pin ich durch ander geschefft vorhindert wurden, an denn mir auchf
etwas gelegen ist. Domit bis Got beffollen. Und sag deiner gemahel vil libs und guts von meinen wegen. Geschriben mitwoch
nach Petri und Pauli apostolorum.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Folgt
gestrichen ich ab [?]. b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Über
gneygt ein e
nachgetragen. d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Oberhalb der Zeile eingefügt. f) Folgt gestrichen etw
[?].
80.
Wenn es Georg im Streit mit seinem Bruder genehm sei, wolle
sich Sidonia zu Herzog Heinrich nach Freiberg begeben, um diesen zu veranlassen,
einem Verhandlungstag in Meißen zuzustimmen. Gemeinsam mit Heinrich von
Einsiedel, Hans von Minkwitz, Siegmund von Maltitz und Nikolaus von Heinitz
werde sie selbst dorthin kommen.
(1506 Dezember 1)
Fol. 226. – Zur Datierung: Mit größter Wahrscheinlichkeit
handelt es sich bei dem am Schluß angezeigten beiliegenden Schreiben Sidonias
an Herzog Heinrich um den Brief Nr. A4,
der auf den 1. Dezember 1506 datiert ist. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 118.
Herczallerlibster son! Ich pin deins schreibens,
das du mir pey Wiczleben zcugeschickt, sere hoch erfrewt wurden, und wiewoll
ich auff dy schrifft, dy ich dir pey meinem kuchemeister zcugeschickt, nach
keine antwurt entpfangen, so hab ich doch auß mutterlicher trew und libe bedacht,
guth zcu sein, das ich den handel nach nicht gar dermassen auß meinen henden
der vorfassüng nachkummen lis. Und wu es dir geffellig und [du] es
leiden woldest, das man nachmals von den amptgebrechen und dem tittel czwuschen
dir und deinem bruder
handelte, woldt ich mich auff nachsten donerstag
kein Freybergk
in eigner person der sachen zcu guth fugen und pey herczog Heinrich sovil mir
moglich erlangen, das auff dy nachste woche,
welichen tag es dir geffelt, ein tag zcu Meyssen gehalden wurd, zcu vorsuchen,
ap Got nach gnade geben weld, das ir vor fremden lewten nicht handeln
dorfftet, so wold ich auch in eygner persone dohin kummen und ern Heinrich
vonn Eynsidel, ern Hans von Minqwicz, Sygmünt von Malticz und doctor Heynicz
pey mich als hendler czihen. So wirdestu auch rethe dohin schicken, dy
zcu der sachen dinten. Und wu dir das also geffelet, so las er Hanß von
Minquicz zcu mir auff nachsten donerstag
umb fesperczeit kein Freybergk kummen,
dy sach mit herczog Heinrich
zcu handeln. Und schreyb
mir eygentlich, das ich mich mit antwurt keygen deim bruder zcu halden weis,
den ich ym kein andera antwurt gegeben,
den wie du hirinne findest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag
nach Andree fast spate.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt.
81.
Sidonia bittet Georg, über Nacht bei ihr zu bleiben.
(1500 oder 1506)
Dezember 7
Fol. 228. – Zur Datierung: Der Tag vor Conceptio
Mariae fiel während der Witwenschaft Sidonias nur in den Jahren 1500 und 1506
auf einen Montag.
Herczallerlibster son! Ich hab dich hewt gebethen, das du, so du, ap Got will, zcu
mir kumst, obir nacht pey mir bleyben wollest, als ist nach meine gar
freintliche bethe, du wollest mir so freintlich seyn und obir nacht pey
mir bleyben, als ich mich des und aller lib und freintschafft zcu dir vorshee,
mir solichen zcu geffallen werdest, auch mich pey dißem bothen wissen lassen,
wie du es halden wilt. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend manthag abent
Concepcionis Marie.
Zdena h[erczogin] zcu S[achssen] w[itwe]
82.
Sidonia zeigt sich erfreut über die Heimkehr Georgs. Ihr
Enkel leide an einem Husten. Als Vorsichtsmaßregel möge Georg dem Arzt
erlauben, zu ihr zu kommen und das Kind zu behandeln. Sie bittet um Wildbret.
1507 Dezember 18
Fol. 229. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 232, Anm. 106.
Herczallerlibster son! Ich hab vorstanden, das du
von den gnaden Gotes widder zcu land kummen bist, des ich auffs allerhochst
erfrewt pin. Und wollest wissen, das ich
mitsampt meim herczlibsten son in guttem gsunt seyn, auser
alleyna, das meim son bder hüstb eyn wenigk zcuhangt,
und schirt yn inc der kele. Demselbingen
nach bitt ich dich, du wollest dem doctor erlawben, das er herkumm und dem flos
vorkum, auff das er sych nicht forder ergebe, wiewoll ich mich ganczlich
vorshe, das dy sach an des doctors hylff woll zcurinen mag, yedoch auff eyn
vorsurgung will ich den doctor gern dorpeyd haben. Ich bitt dich auch auffs allerfreyntlichst, du wollest mich und
mein herczlibsten son auff dy heylige czeit
mit wiltpret vorsorgen. Domit bis Got beffollen. Und sag deiner
gemahel vil libs
und guts von meinen wegen. Geschriben eylend sunabent nach Lucie anno
1507.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b–b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter gestrichen hy.
83.
Den von Georg erwähnten Brief an Hans von Schönberg habe
Sidonia nicht erhalten. Sie habe von seinem Konflikt mit Kurfürst Friedrich
gehört. Georg möge sein Vertrauen in Gott setzen. Weiterhin sei ihr zu Ohren
gekommen, daß sich Georgs Bruder Heinrich auf den Besuch einer Hochzeit
vorbereite, die der Magdeburger Erzbischof Ernst von Sachsen für einen seiner
Diener ausrichte. Zu beiden Punkten wünscht sie mehr zu erfahren.
1508 Januar 27
Fol. 230.
Herczallerlibster son! Du hast mir am jungst
geschriben, wie du mir ein briff an Hanse von Schonbergk
schicktest, den hab ich nicht geshen. Anthonius
spricht auch, ym sey keyner wurden. Aber wie dem allem [sei], so danck
ich dir auffs freintlichst deins freyntlichen willen, den du der bruderschafft
umb meiner vorschrifft willen erczeygta
hast. Got der Herre sey dein lon und erhor dich auch an dem tag, wenn düb yn anruffen wirdest! Und bitt dich, du
wollest mir nach solichen briff an Hans von
Schonberg ader an dysen forster schicken, solichs gelt nachzculassen.
Herczallerlibster son, ich hore, das der curfurst fast auff dich erczernt ist und denckt,
dichc fast obil anzcufechten. Got der Herr sey
dein helffer und stee dir pey mit seyner gotlichen hilff, den er vorlest
nymands, der yn yn getrawet und seyn hoffnung ganczlich yn yn setczt. Dem thu
auch also und
setcz dein getrawen
und hoffnüng gancz
in yn, er vorlest dich nicht und wirdt
dein helffer sein. Ich pin yn sycherenn vortrawen zcu dem almechtigen Got, er werd
es gnediglich vorfuge[n] durch seyn gnad und barmherczickeit, das es gutlichen hingelegt wirdt an alle auffrur ader krigk.
Auch hor ich sagen, das mein son, dein bruder,
h[erczog] H[einrich], sich faste bereytet
und sagt, das m[eyn]
h[er] von Magdeburgd eyn grosse hochczit eynem
seyner diner zcu Halle
machen will, darczu sollen alle hern von Sachssen kümmen.
Wenn dem also wer,
so wurdestu auch hinkummen. Got der Herr gebe zcu gluck und aller selickeit! Herczallerlibster,
ich bitt dich auffs allerfreintlichst, du wollest mir schreyben, wie es ein
gestalt hab des kurfursten halb und auch der hochczeit halb zcu Halle, ap ir
den alle dohin kummen sollet. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend
donerstag nach Conversione s. Pauli anno 1508.
Herczallerlibster sonn, ich las dich auch wissen, das mein
herczliber son
von den gnaden Gotes in guttem gsunt ist und mire gar ein libes
hawßgesindt.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Folgt
gestrichen h[…]. b) Oberhalb der Zeile
eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt gestrichen sol [?]. e) Folgt
Rasur oder Streichung g[…].
84.
Sidonia bittet Georg darum, daß er ihren Enkel wieder zu
ihr schicke.
1508 April 15
Fol. 232. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 233 (ebd., Anm. 109 falsche
Folioangabe („Bl. 231“) der Vorlage).
Herczallerlibster son! Auff dein itcziges schreyben
weys ich dir keyn ander antwurt zcu geben, den das ich in sicher hoffnung pin,
du wirdest mir mein herczlibes soneleyn auff nachsten manthag widder herschicken. Ap es ye
auff den tag nicht seyn kond, bitt ich, du wollest mir yn korczlich
nach Ostern schicken, es wird an allen czweyffel
deym und meym liben soneleyn
an allen schaden,
sunder seyn grosser nutcz seyn. Und bitt darauff dein
freyntliche antwurt. Und bis domit Got dem almechtigen beffollen. Geschriben
eylend sunabent abent Palmarum anno 1508.
Z[dena] h[erczogin] zc[u] S[achssen]
w[itwe]
85.
Sidonia dankt Georg für den Rat, den er einer Äbtissin und
deren Konvent erteilt habe. Sein Schreiben
habe sie jedoch nicht weitergeleitet, da er den Konvent darin einfach als „Nonnen“ bezeichnet
habe.
1508 Mai 9
Fol. 227. – Lit.: Rogge, Familienkorrespondenz, S. 236, Anm. 119.
Herczallerlibster son! Ich danck dir auff das
allerfreintlichst des trewen rates, [den du] der eptischin mitsamt irer
samlung
mitgeteylt hast, und pin sunder czweyffel, sy wirdt es mitsampt irer samlüng akein Gota mit yrem gebeth vorgleichen.
So du in deim briff dy samlung nicht nünnen gesetczt hettest, weld ich der
eptischin deyn briff zcugeschickt haben, den sy an allen czweyffel gar vor grosse gnad von dir angnummen heth, aber so du sy und ire samlüng schlecht
hinwegk nünnen heyst, willb ich mich yn den briff zcu
schicken enthalden. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend dinstag
nach Misericordias Domini anno 1508.
a–a) Oberhalb der Zeile eingefügt. b) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen hab.
86.
Aufgrund vertraulicher Mitteilungen von „guten Freunden“
rät Sidonia Georg dringend dazu, den durch Kurfürst Friedrich zu Erfurt
angesetzten Verhandlungstag mit seinem Bruder Heinrich persönlich zu besuchen
und unter keinen Umständen abzusagen, da ihm daraus Nachteile erwachsen
könnten.
(1501/1509)
Februar/März
Fol. 231. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift als Witwe bezeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts den
Terminus post quem.
Herczallerlibster son! Mir ist yn diser stund vona
gutten freynden schrifft zcukummen und mir dyse
nachfolgend meynung yn hochen vortrawen zcu erkennen geben, auch doneben
gebethen, es dir eher ye besser zcu wissen zcu thun. Und das ist der handelb: Nachdem der kürfurst ein tag czwuschen
dir und deym bruder kein Erfurt geleget hab, das ichc
dychd durch beth vormogen weld, solichen tag nicht abzcuschlahene und den in eygner person zcu besuchen,
dych nicht wegern fzcu
bittenf, und ap es dir zcu kurcz were, auff dyse czeit den tag zcu
besuchen, das du erlengerüng des tags begeren sollest, und es ye nicht lassen,
sunder den tag yn eygner personn besuchen. Den wü du den tagg
abschreyben wurdest, hat man mich warlichh
underricht, das dir villeicht ein hon mocht erczeigt werden. Hirumb ist mein gar freintliche bethe, du wollest
ye den tag nicht abschlahen, und so dü ye nichti
selbest hinkummen kondestj, als ich mich nicht vorshe, das du
es underlassen wirdest, das du doch deine rethe dohin schicken weldest. Mein
herczallerlibster son, ich bitt dich, du wollest dyse meine schrifft zcu hercz
nemen und nicht flach hindan schlahen und es bas vornemen, den ich geschriben
hab, auch von den, dy es mir zcu wissen gethan haben, in grossen gnaden annemenn, den es warlich von yn auffs allergetrewlichst
gemeynt wirdt. Domit bis Got beffollen, der dir alle deyn sach durch sein gnad zcu seynem lob und deynem heyl der selen und des
leybes schick. Geschriben eylend mitwoch nach Oculi.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Folgt
gestrichen eynem. b) Folgt gestrichen nach. c) Vor ich
Rasur (d). d) Folgt gestrichen dyr. e) Zwischen ab
und zcuschlahen
Rasur? f–f) Oberhalb
der Zeile eingefügt. g) Folgt
gestrichen nicht. h) Oberhalb der Zeile eingefügt. i) Oberhalb der Zeile eingefügt. j) Folgt gestrichen d[…].
87.
Sidonia bittet Georg darum, daß er dem Überbringer des
Briefes, einem Boten der Abtei Saint-Hubert, erlaube, einmal jährlich durch
sein Land zu ziehen und dabei die Reliquien des hl. Hubertus zu weisen. Im
heutigen Gottesdienst habe dieser Niederländer Wasser und Brot gesegnet, was
ein wirksamen Mittel gegen den Biß eines tollwütigen Hundes sei.
(1501/1509?) April
26/Mai 30
Fol. 219. – Zur Datierung: Die von Sidonia
erwähnte Kirche do nidden, in welcher
der Geistliche gepredigt habe, läßt eher an die unterhalb der Burg Tharandt
gelegene Kapelle
als an eine Kirche in Meißen denken, so daß der Brief nach Sidonias
Übersiedlung dorthin entstanden wäre. Daß in der Unterschrift der sonst übliche
Hinweis auf den Witwenstand fehlt, könnte mit der Auslassung der gesamten,
sonst auf den Namen folgenden Titulatur erklärt werden.
Herczallerlibster son! Dyser des heyligen Huparti
both,
czeyger dys bryffs, hat mich mit bethea
ersuchen lassen, das ich ym eyn schrifft an dych geben und yn keygen dir
vorbitten weldb, auff das du ym gunst
und lawb geben weldest, das er das wirdige heyligetum des heyligen Huparti ydes
jares eyns yn deynem land umbfuren mocht und doneben seyn leben und wirdiges
vordinenc dem volk vorczalen ader uffenbaren, das ich ymd nicht hab wissen fuglich abzcuschlan. Und bitt dyche auff dasf freyntlichst, du wollest es Got zcu lob und eren dem heyligen
Huparto thun und dych gnediclich yn dem keygen ym erczeygen, angeshen das
grosse hochwirdig vordinst und crefftige gewalt und macht, dy der heylige
Hupartus pey dem almechtigen Got hat, als man es den yn seyner legend mericlich
findet beschriben, und galle jarg ym eyn czeyt des jares eynmal das heyligtüm
yn deynem land umbzcufuren vorgünnen wellest. Er hatt hewt suntag do nidden yn
unser liben kyrich geprediget, auch wasser und brot gesegent, das soll gutt
seyn hzcu demh, do Got vor
sey, wenn eynen menschen eyn toricht hunt gebissen hett, auch desgleychen,
wenn eyn tir, es sey eyn hunt ader waserley tir es sey, von eynem torichten hund gebissen wurd, so man ym des brots eynen
bissen zcu essen geb, er wirdt widder
gesunt. Auch hat mich der bemelt dyner
s. Huparti gebethen, dych
zcu bitten, das du yn yn eygner person horen weldest, das mich den nicht
unczymlich [zu] seyni duncket.
Aber du must eyn seyden cleyt anhaben, den er ist eyn Nidderlender,
so du andern gleych ghen wurdest, wurd er dych nicht vor eyn herczogen haben.
Erczeyg dychj yn demk, als du
gern weldest, das Got und dy liben heyligen keygen dir thün solden, als ich an
czweyffel pin, du thun wirdest. Domit bis Got beffollen. Geschriben eylend
suntag vor der hymmellffart unsers Hern.
Zdena
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Oberhalb
der Zeile eingefügt. e) Oberhalb
der Zeile eingefügt. f) Oberhalb der Zeile
eingefügt. g–g) Am
linken Rand eingefügt. h–h) Oberhalb der Zeile
eingefügt. i) Oberhalb
der Zeile eingefügt. j) ch
wahrscheinlich nachträglich in den Freiraum in der Zeile
eingefügt. k) Folgt
gestrichen ald.
88.
Sidonia bittet Georg, ihrem Arzt, dem Münich, einen Geleitbrief auszustellen und ihr
dieses Schriftstück möglichst rasch zukommen zu lassen.
(spätestens 1509) Mai
5/Juni 8
Fol. 187. – Blatt am unteren Rand beschädigt oder
beschnitten (Textverlust).
Herczallerlibster son! Ich las dych wissen, das ich
von den gnaden Gotes in guttem gsunt pin, desgleychen ich von dir alleczeit
gern wüsst. Mich hat meyn arczt, ader Münicha, gebethen dir zcu schreyben und bitten, das
du ym eyn gleytczbriff geben wuldest. Den sob
er ufftmals ym land auff und nidder, hyn und widder reytten müß, foricht er
sych vor etlicher loser bursch, dy mit irem anhang mochten etwas an ym uben,
das, als erc meynt, ym nicht recht nach
ebenn wer. Demselbingen nach bitt ich dych, du wollest ym eyn gleytczbryff
geben und mir den eher ye besser pey dysem botten schicken, den er wirt
morringen widder zcu mir kummen, als weld ich yn ym obirantwürten. Und befill
ye, das nicht domit vorczogen werd, den ich hab ym vorheyssend, denselbingen gleytczbriff als morringen zcu
obirantwurten. Er hat mir von den gnaden Gotes das beyn sewberlich geheylt, und
wirdt bald gancz gütt werden. Aber als ich yn merick, so ist er eyn selczamer
und eyn wuster abentewrer, doch so schawet er sych fast vor mir, und vorshe
mich, so er merickt, das mir mit unnuczen worten woll wer, er würd sych nicht
so berigen, ich wurd eyn gutten narn an ym haben. Ich thue aber nicht
desgleychene, als wer mir woll darmit. [fDomit bis Got
befollenf.] gGeben und geschriben dynstag vor Pfingsteng.
Zdena
a–a) Oberhalb
der Zeile eingefügt. b) Oberhalb
der Zeile eingefügt. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt gestrichenes
Zeichen. e) Folgt gestrichen das. f–f) Aufgrund der Beschädigung am unteren
Rand nur teilweise lesbar; davor eventuell nicht zu rekonstruierender
Textverlust von einer drittel Zeile. g–g) Vertikal an den linken Rand
geschrieben.
89.
Sidonia klagt darüber, daß der Bakkalaureus für
Unregelmäßigkeiten und Versäumnisse bei der Entlohnung ihrer Hofmeisterin und
ihrer Hofjungfrauen verantwortlich sei. Georg möge mit diesem reden. Sie
bittet ihn weiterhin darum, daß er Andreas Schwertfeger zwei Pferde und einen
Wagen leihe, damit dieser zu ihr kommen könne. Ihren Dienern solle er das
Hofgewand schicken.
(vor 1509 Juni 13)
Fol. 165. – Zur Datierung: Das Schreiben geht aus
inhaltlichen Gründen dem Brief Nr. 90 voraus.
Herczallerlibster son! Deyner antwurt
nach, dy du mir meyner bethe halb gethan,
hab ich mit der hoffmeysterin geredt, dy mir auff meyn red geantwurt, das der
bacalariüs mit der warheyt nymmer mher schprechen nach sagen mag, das er ira und ir maget auff dy czeyt, als man ytczunt
am nechsten dy juncfrawen entricht hab, yndert eyn heller ader scherff geben
hab. Das will sy mitsampt ir magt, wie hoch sy soll, erhalden. Uber das sagt
sy, das der bacalarius hewer nach dem jarmarkt, der nach Weyennachten zcu seyn pfligt,
dy juncfrawen ires harras halb, der als ytczunt eyn jar vorgangen
zcu Ostern hat geffallen sollen,
allererst auff dy bemelte czeyt entricht hab, do ich auch
eyn gutt wissen umb hab, hat er ir auch 3½ gulden und 1 schok und 3 groschenb, 3½ gulden vor den harras, der do hat sollen
geffallen, und das schok 3 groschen vor das new jar, geschicktc, aber irer maget ist widder heler nach
pfennyng wurden, den das gelt vor den halben harras hette von rechts wegen der
Annen von Nornberg
gebort, als wart es der Meysneryn, das du des eyn wissen hast. Und ist nicht anders
darumb, so magstu mit dem bacalarien eyn red dovon haben, auff das du nicht hynder
den syben gulden
hyn ghest. Dy hoffmeysteryn begeret
und bitt demuttiglich, das er es erweyse,
pey wem er ir es geschickt ader wu er es ir gegeben hab, den das genyge gelt
vor den halben harrasd und das schok und 3 groschen hat ir Urban bracht etc. Herczallerlibster son, ich bitt dych, du wollest mir so freyntlich [sein] und doctor Swertfeger czwey pfert und eyn wagen leyen und ym dye moringen
freytagsf fru mitsampt
dem wagen keygen Aldendresden hynauß zcu schicken
beffellen, auch der wagenknechten eynen heyssen lassen,
das er yn her zcu mir furen sulle,
also das er auffg den bemelten freytag
auff das moringenessen hy pey mir sey. Herczallerlibster son, hab vleys yn
dem, auff das mir nicht gesche als mit dem wilpert, den mir etwas fast macht daranh gelegen
ist. Ich will es mit aller mutterlicher lib keyn dir
vorgleychen auff allergetrewlichst, als ich ymmer kan. Und bitt auch Got vor
mich. Herczallerlibsteri son, mich hat Pflug,
Heynicz
und Wesnigk
gebethen, du weldest yn ir hoffgewant mitschicken, das wollen sy vordynen,
den es wer alles eyne mühe. Domit bis Got beffollen. Und vorgis ye nichtj
des wagens und pferd, auch den wagenknecht zcu leyen und her zcu furen zcu
beffelen.
Zdena
a) Folgt
gestrichen ader. b) Folgt gestrichen zcu dem. c) Oberhalb der Zeile eingefügt. d) Folgt gestrichen hat. e) Folgt gestrichen des frei. f) y oberhalb der Zeile eingefügt. g) Folgt gestrichen das mor [?],
folgt ungestrichen auff. h) Folgt gestrichen geg [?].
i) Auf hercz folgt gestrichen allb. j) Folgt gestrichenes Zeichen.
90.
Sidonia bedankt sich für das zugesandte Wildbret. Er möge
mit dem Bakkalaureus reden. Sie schicke Meister Christoph zu ihm, der ihn über
etliche Beschwerden von ihrer Seite informieren werde.
(spätestens 1509) Mai
10/Juni 13
Fol. 175.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben [ist]
hewt an mich gelangt, nach dem ich mich wenigk ader schir nichts zcu richten
weys, ausgummen auff dy letczt, das du mir wilpert schickest, des ich dir auß
mutterlicher lib gancz freyntlich danck. Des andern halb, das ich dir
geschriben hab, darff ich keyner antwurt, sunder ich sheg gern, das du mit dem
bacalarien eyn red von des harras
wegen hettest, doch nicht das man sy herschicken sold, sunder das du nicht
hynder den syben gulden, do er dir von gesagt hat, hyn ghest, den der
bacalarius ist eyn selczam menichen und von vil worten, dy sych underweylen
nicht also erfinden.
Do-mit will ich nymands zcu naha gewest
mit meyn schreyben seynb. Du magst auch
sycherlich glawben, das solich gelt an dy enden nicht gelangt ist. Herczallerlibster
son, ich schick meyster Cristoff
zcu dir, der soll dychc etlicher meyner
gebrechen von meynen wegen berichten und dych von meyn wegen bitten, das du mir
yn dem trawlich peysten wollest. Auch wirt er dych meyns soldes halb ermanen,
den bitt ich mir pey ymd zcu schicken. Domit bis Got beffollen. Geschryben
eylend suntag Pfingsten.
Zdena
a) Folgt
gestrichen s[…]. b) Folgt gestrichen den [?]. c) Folgt gestrichen ir [?].
d) Oberhalb der Zeile eingefügt,
davor und darunter Rasur.
91.
Sidonia dankt Georg für die Übersendung von 200 Gulden,
obwohl Sie die übrigen 200 Gulden auch gern erhalten hätte. Sie bittet ihn
darum, am kommenden Montag zu ihr zu kommen.
(spätestens 1509) Mai
22/Juni 25
Fol. 155.
Herczallerlibster son! Deyn schreyben mit allem
ynhalt hab ich vorstanden und aufs freyntlichst angnummen und danck dir gutlich
dera 200 gulden, wiewoll ich es liber
geshen heth, das du mir dy bander czweybhundert auchc
geschickt hetst. So es aber, als du schreybest, auff dysmall nicht hat seyn
kunnen, las ich es pey dem bis auff deyn zcukunfft beschten und geb dir yn demd keyn schult. Und bitt dych auffs allerfreyntlichst auß mutterlicher trew eund
libe, du wollest auff erstkunfftigen
mantag zcu mir kummen undf uffsg
moringenmal pey mir seyn und auch czymliche czal pfert und lewt mit dir bringen,
als du den woll weyst, den ich mit dir zcu reden hab etwas, do mir
auch mocht an leyt, als ich an czweyffel pin, du mir solichs zcuh geffallen wirdst und dych nymans daran
vorhyndern wirdst lassen. Das will ich widderumbi yn herczlicherj mutterlicher trew
und lib umb dych vordynen. Domit bis Got beffollen. Und las mich bald moringenk
sunabent wissen, was du thun ader lassen wilt. Geschriben freytag nach
Corporis Cristi.
Zdena
a) Folgt gestrichen vir[…]. b–b) Oberhalb der Zeile eingefügt. c) Oberhalb der Zeile eingefügt. d) Folgt gestrichen auch (darunter Punkte). e–e) Oberhalb der Zeile eingefügt. f) Oberhalb der Zeile
eingefügt. g) uuffs. h) Oberhalb der Zeile
eingefügt. i) Folgt
gestrichen dych. j) cz über der Zeile
eingefügt. k) Folgt
gestrichen sunta.
92.
Sidonia bittet Georg darum, daß er den Hofmeister und den
Amtmann von Oschatz zu ihr schicke. Für (ihren Diener) Urban ersucht sie den
Sohn um ein Schreiben an den Förster zu Tharandt, damit dieser zwölf Stämme
Holz erhalte.
(1500/1509) Oktober
5/11
Fol. 225. – Zur Datierung: Da sich Sidonia als
Witwe bezeichnet, ist der Brief nach dem Tod Herzog Albrechts entstanden.
Herczallerlibster son! Ich hab yn nachsten
schreyben yn dem colender geerret und gemeint, das sant Hedwigen taga
auff den nachstenb freitag csein würdc. Als hab ich es vorsheen, das habd mir nicht vor obil, den es vo[r]syet
maniche gutte dirne. Und ich bitt dych, du wollest den hoffmeyster
auff erstkunfftigen manthag ader gwislich auff dinstag czeitlich herkummen
lassen und auch vorschaffen, das der amptman von Oschacz
auff dy czeit auch hy sey. Wenn es gesein kond, sheg iche fast gern, das der hoffmeyster auff den
mantag quem. Auch hat mich Urban
gebethen, das ich dych auch bitten sold, das du ym eyn briff an [den]
forster zcum Tarand
ader wu er wont geben weldest, das ym dy 12 stemme holcz, dy du ym zcugesagt
hast, auff nestkunfftigen freytag mit dem holcz, das ich gedenck zcu fellen
lassen zcu dem bakhauß, auch mit geffellet wurden, das will er underteniclich fumb
dichf vordinen. Domit bis Got beffollen. Und sag deym bruder
und deiner gemahel
vil libs und güts von meynen wegen. Geschriben eylend dinstag nach Francisci.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Folgt
gestrichen wurd. b) Am linken Rand
eingefügt. c–c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Oberhalb der Zeile eingefügt. e) Oberhalb der Zeile
eingefügt. f–f) Am
linken Rand eingefügt.
93.
Hans Berwitz habe Sidonia
wissen lassen, daß er für einen Streitaustrag mit Helferich von
Meckau vor Herzog Georg einen „Redner“ benötige. Entsprechend dieser
Bitte möge Georg Herrn Siegmund Pflug befehlen, die Aufgabe zu übernehmen.
Dieser habe auch bereits eingewilligt.
(1492, 1498 oder 1509)
Oktober 20
Fol. 156. – Zur Datierung: Der Tag vor Elftausend
Jungfrauen fiel in dem hier relevanten Zeitraum allein in den Jahren 1492, 1498
und 1509 auf einen Sonnabend.
Herczallerlibster son! Hans Berwicz hat an mich
glangen lassen, das seyn vater und Helfrich von Mecken
vor dir etlichen iren handela
außzcutragenb haben, und mich doneben berichten lassen, das ymc an eym redner gebreche, auch dopey bitten
lassen, das ych ym eyn vorschrifft an dych geben weld, auff das du ern Sygmünth
Pfluge
beffelen wollest, ym seyn wort zcu reden. Und hat mir auch sagen lassen, das er
Sygmü[n]t es czu thun sych bewilliget hab, so er des eyn beffel von dir
hab. Demselbingen nach bitt ich dich, du wellistd hern Sygmu[n]t solichs zcu thun
vorgünnen, als ferr es dir zcu thun czymt. Domit bis Got beffollen. Geschriben
eylend sunabent abent 11000
juncfrawen.
Zdena
a) Folgt
gestrichen vor. b) außzcutragegen. c) Folgt gestrichen an. d) Folgt gestrichen d.
94.
Sidonia bittet Georg darum, dafür zu sorgen, daß der Sohn
(Enkel?) der Frau von der Sale, ihrer Dienerin, aus dem Gefängnis entlassen
werde.
(spätestens 1509)
Oktober 25/31
Fol. 158.
Herczallerlibster son!
Meyne dynerin – dy von der Salen
– hat mir eyn bryff geweyser, den hat ir ere thochter geschickt, yn dem sy ir
zcu erkennen geben, das der amptmann von
Senfftenberg
iren son Lewtelt an deyn hant beschtrickt habe, und es hab sych eyns hasen halb begeben. Und mich demutticlich gebethen, yn keygen dir zcu vorschreyben, auff das er solicher
gefencknis von dir ledyg werden mocht. Demselbingen nach, herczallerlibster
son, bitt ich dych gancz freyntlich, du wellest yn umer meyner beth willen der
geffencknis ledig sagen, will ich yn mutterlicher lib freyntlich keygen dir zcu vorgleychen nicht vorgessen.
Domit bis Got beffollen. Geben und geschriben mantag vor Allerheyligentag.
Zdena
95.
Sidonia habe Georgs Räten die vorfassung
vorgeschlagen, die aber angegeben hätten, diese nicht ohne Zustimmung ihres
Herrn annehmen zu können. Sie bittet Georg, ihren Vorschlag zu akzeptieren.
(1500/1509) November
26/Dezember 2
Fol. 233. – Zur Datierung: Da sich Sidonia in
ihrer Unterschrift als Witwe bezeichnet, bildet der Tod Herzog Albrechts den
Terminus post quem.
Herczallerlibster son! Ich hab ym allerbesten dy
vorfassung, wie du lesen wirdest, deynen rethen vorgeschlagen, und wiewoll sy
sych die anzcunemen mher den zcu schwer gemacht und an dir, was sy thuen
sollen, zcu erholen mir angegeben, bitt ich dich auffs allerfreintlichste, du
wollest mir zcu geffalle dyse vorfassüng nicht abschlahen, den es sere woll
und gutlich von mir gemeint und dir zcu guthe geschiet, es ist dir auch meins
vorshens ane schaden, und will mich genczlich zcu dir alsoa zcu
geschen vorshen und in mutterlicher libe kein dir zcu gedencken nicht
vorgessen. Ap dir aber diese vorfassünge, als ich mich nicht vorshe, nicht
leidlich [ist], so wollest doch deinen rethen schreyben, das sy in den
andern gebrechen von deinen wegen handlung warten und leyden dein gutliche
antwurt. Geschriben eylend zcu mitternacht freytags nach Katherinen.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen vorshen.
Anhang
(Nr. A1–A4)
A1.
Georg teilt Sidonia mit, daß er ihr Schreiben samt dem
beigelegten Brief Herzog Heinrichs von Münsterberg erhalten habe. Dessen Klage,
Georg habe sich geweigert, ihn wegen des Gutes Podiebrad zu unterstützen, sei
nicht gerechtfertigt.
1492 Oktober 5,
Dresden
HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/1,
fol. 234. – Papier. Doppelblatt (nur ein Blatt auf Vorder- und Rückseite
beschrieben). Adresse (fol. 231/1r, fragmentarisch): […]rn furstin frawn Zdena […]ennen herczogin zcu […] zcu Doringen […]
zcu Meyssen […] liben fraw mutter. Verschlußsiegel aufgedr. (fol.
231/1r). – Vgl. die Briefe Nr. 3 und 4.
Sonlich lib mit gantcz trawen zcuvor. Hochgeborn
furstin, libe fraw mutter! Ich han a.l.
schreiben sampt dem briff, den mir a.l.
zcuschigt von dem hochgbornen hern Heynrich herczoga von Monsterberg,
meynem ohemen, entpfangen, dorin sichb meyn ohem kegen a.l. bklagt von mir, das seyner lib
vorschrifft, das gut Podebrat
blangend, an koniglich magestet zcu Ungern und Bhemen, dy sein lib und meher
bey keserlicher magestet, kurfursten undc fursten des Reichs, auch
andern sein hern und fraünden erlanget, von mir gewegert, das sich seyn lib auß
angeborner pflicht und vorwantniß vil anders und in grosrem fraüntschafft bey
mir zcu erlangen vorsen, und so seyn lib sulch vorschrifft, mir meyn willen zcu
erkennen, den notcz halb gsucht, het seyn lib bey mir nicht wilfarung eyns
stugks papirs wirdig erlangen mügen. Und wy sulch seyner lib schrifft mit meren
worten außgbreit, hab ich alles inhaldeß vornomen und meynes ohemen widerwiln,
des ich mich ind keyn weg vorsehen, dorauß bfunden, nachdem meyne
schrifftlich antwort, dovon sich meyn ohme beklaget, do in ich seyner lib nicht
anders den im allerbesten meynf bdungken und wolmeynung eroffent,
und mir den seyn lib gbeten, uff furder ansinnen zcu thun bewillig[t],
wo sulch meyn schrifft recht angesen und gnuglich btracht und wolg
vornomen wert unvorkort, nicht anders dan zcimlich freüntlich und wol mag gacht
ader gdeüt werden, und so ich och nicht wissen, das ich ye eynmols meynem
ohemen frauntlichh wilfarüng zcimlicher weiß zcu gleisten gspart,
furder in eym grossern den eyns stugs papirs wirdig meynen gutten willen
erczeiget hab, als ich forder zcu thun guts willens gneget gwest und, wo es
seyn lib anders vor gut haben wil, nach pin, wer meyns bdungkeni,
mich unvorschold dermoß gegen a.l.
anzcugeben des willens, als ich ermessen, a.l.
gegen mir zcu bewegen, nicht unbillich von meynem ohemen enthalden. Wen ab[er]
ich seyner lib mit unformlicher ader seynes vorseens unfrauntlicher antwert,
als sich nach meyns vorseens nichtj bfunden, begegent, het seyn wol
mogenk mir dorumb schreiben und nicht meyn schreyb[en] nach
seyner lib gfal deutten, alsden wolt ich mich mit zcimlicher antwert vornemen
hanl lassen. Dyweil aber sulchs ubergangen undm von
seyner lib widerwil und unersu[…]n zcuvorsicht angzceiget wert ound
soo ich seyn lib in sulchem allem, wy berürt, durch keynen weg
vororsach[t], will ich dissen handel meynem ohemen nach notorfft zcu
vorantwerten a.l. zcu gfaln, noch
lassen ungzceuffel, a.lib werd mich
des wol wissen zcu entschuldigen pund vorantwertenp, wen
awer lib wol mich dorvor halten, das ich allen a.l. vorwanten frauntli[ch]q wilfarüng zcu erzceigen
a.l. domit und sust allen andern
sunlich ghorsam und bheglich wolgefaln zcu gleisten ungspartcz vormogens guts
willens gantcz gnegetr pin. Geben zcu Dresden, freitag nach
Francisci [14]92.
J[örg] h[erczog] z[cu] S[achssen]
a) Am linken
Rand eingefügt. b) Folgt
dorin sich. c) Folgt gestrichen f[…]. d) Folgt gestrichen h. e) Oberhalb der Zeile eingefügt, darunter
gestrichen unser. f) Am Ende des Wortes mehrere Zeichen (en [?])
gestrichen. g) Oberhalb
der Zeile eingefügt, darunter gestrichen unvorkort. h) Am Schluß des Wortes er gestrichen. i) Folgt gestrichen nicht. j) Oberhalb der Zeile
eingefügt. k) Folgt
gestrichen mich. l) Oberhalb der Zeile eingefügt. m) Oberhalb der Zeile eingefügt. n) Rest des Wortes wegen der nachträglichen Bindung
unleserlich. o–o) Oberhalb der Zeile eingefügt,
darunter gestrichen dy weil. p–p) Oberhalb der Zeile
eingefügt. q) Schluß
des Wortes wegen der nachträglichen Bindung nicht lesbar. r) Folgt gestrichen sei.
A2.
Sidonia bittet ihren Sohn Friedrich, den Hochmeister des
Deutschen Ordens, sie selbst und die Seele seines verstorbenen Vaters, Herzog
Albrechts, in sein Gebet einzuschließen.
1501 März 10
GStA Berlin, XX. HA, OBA, Nr. 18436.
– Papier. Eigenhändig. Adresse (auf der Rückseite): Dem hochgebornen und hochwirdigisten hern Fridrich,
herczogen zcu Sachssen etc., des Dewschen Ordens hoemeyster, meinem herczlibsten
sone. Verschlußsiegel aufgedrückt (Rückseite). – Reg.: Regesta
historico-diplomatica Ordinis S. Mariae Theutonicorum, Teil 1/2, Nr. 18436, S.
339.
Hochgeborner furst, herczlibster son! Ich las euch
wissenn, das ich von den gnaden Gotes in guttem gsunt pin, desgleichen ich von
euch allewege zcu vornemen auffs allerhochst erfrewt wer. Und bith euch, ir
wollet mich yn awerem gebeth und freintlichen gedencken haben, auch der selen
aweres liben vaters
nicht vorgessen, sunder theglich mit sunderwarem gebeth keygen Got und der
mutter Gotes, auch allen heyligen gedencken, so ir ym den mit dem gebeth und andern
gutten wericken vor das angesicht Gotes helffeta. Alsden wirdt er
nicht auffhoren, bis er euch dohin hylfft, do ir auch gern seit und euch mit
ym zcu ewigen czeitten frewet. Herczlibster son, ich pin sunder czweyffel, ir
seyt dy ding von euch selbst zcu thun gneygt, yedoch so beweget mich dy lib, dy
ich zcu ym trag, darczu, das ich euch deshalb schreyben müß. Domit beffell ich
euch alleczeit Got dem almechtigen in seyn gotlich
gnad und bewarüng,
auch der gebererin
Gotes, awer elichen gemahel,
dy euch alleczeit vor allem obil beware. Geschriben eylend mitwoch nach
Reminiscere anno 1501.
Zdena h[erczogin] zc[u] S[achssen] w[itwe]
a) Folgt gestrichenes Zeichen.
A3.
Georg teilt Sidonia mit, daß er über das gewünschte Tuch
noch nicht verfüge. Markgraf Friedrich habe ihn gebeten, ihm bei der
Verheiratung seiner Töchter zu helfen. Er habe ihm daraufhin einen Herzog von
Liegnitz als möglichen Gemahl vorgeschlagen. Wenn Sidonia einverstanden sei, möge sie deshalb mit Ludmilla
von Liegnitz, ihrer Schwester, in Verbindung treten.
1502 Mai 27
HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/2,
fol. 13–14. – Papier. Doppelblatt. Beide Blätter am rechten Rand
beschnitten (Textverlust). Adresse (fol. 14v): Z[dena] h[erczogin]
z[cu] S[achssen]. Verschlußsiegel aufgedrückt.
Sonlich lib zcuvor. Hochgeborne fürstin, libe fraw
mutter! Awer lib hat mir bey Seydwicz gschriben einesa thuche[s]b
halben, das zcü Roczlicz sein sall, wyc des awer lib schreiben mel[det]b.
Demnoch fug ich awer lib wissen, das Seydwicz aller eir[…]b hy zcu
Leipczig
zcu mir kommen den tag, do ichd kommen pin, das ich noch dem thuch
nicht hab moch[t]b seen, so ichs find, so sal es awer lib
seynn. Libe frawe mütter, marggraff
Friderich hat nest zcu Erffort mit m[ir]b
under anderm gred und mich als sein frund, oche seyner kinder
angzogen, ich wol bholffen sein, domit her sein tochter vorgeben mog, den her
h[at]b ir drey, dy greit manbar sein.
Doruff gantwert, ich wer im und sein kinden vorwant und zcu dinen gneget, her
wost aber selber, das es itczt selczam umb dy freyer wer, doch so het ich noch
ein fraünt, versege m[ich]b, her word och bald ein weib
nemen, ich wolt gern erfarung haben, wo her gnegett, sichf in disg
land zc[u]b fraunden, alsden wolt ich fleiß haben, ab ich
mocht dorczu dinen, das her sein tochter nemen. Der frunt wer der herczogen von
der Lignicz eyner.
Doruff ha[t]b her gsagett, ich sol an den ort seiner tochter
eyne wol mechtig seyn. Demnoch hab ich gdocht, das nimant besser erfarüng in
disser sachen haben kon den awer lib, disser meynüng, das awer lib awerh
schwester
diß me[i]nüng gschriben. Auch wer wissent, das sy zcwen son het, der
noch keiner vorelicht wer und do[ch]b sunder zcweiffel ir
gmüt wer, eynen zcü vorelichen, dyweil den zcu
mermaln durchi erstifftüng Got vill lobes und ere entstanden, och den heuffer, so es zcwossen grossen hern
gschen, vil erre und nocz dorawß entstanden, och frauntlicher wil gemert. So
hilt es awer lib dorvor, es solt ir och zcu bdengken sein, wo sy sich mit iren
sonen gfraunden wolt und so awer lib weiß, das sy und ir kint auch und awer
kinden uffs hochs vorwant, so hab awer lib och gdocht, dasj gut wer,
das sich ir kind sich an dy ort frünten, do sy dy vorwant frauntschafft
ernaweten, undk mocht den awer lib margraff Friderichs tochter ir
vorschlann, nochdem mir dyselben meynes weybes
halben vast vorwant, mit erbitung, wol ir son und sy dorzcu
gneget, so verhoff awer lib, ir wolt sulchs durch mich wol zcuwege und in
handel brengen, mit bit irer antwert. Wert sy es zcuschreiben, so kann man der
sachen wol maß finden. Wordm sy es aber abschlan, so wolt ich den
och wol mit fug aus der sachen kommen. Wes nü awer lib in disser sach bdengkt,
das wol mir awer lib zcu erkennen geben. Gfelt es awer libn, so mag
awer lib disser ader ander meynüng awer schwester schreiben. Wo aber awero
lib bfund, das es nicht güt, so wil ich awer lib domit nicht bschwert haben. Wo
es och bey awer lib bfünden, das es gut wer, so wolt ich gern, dasp
a.l. awer schwester yr ir [?]
besser schrib, uff das ich ir gmut wost umb sein Veitczq tag
ader korcz dornoch, so wolt ich alsden, so ich dy zceit bey margraff Friderich
sein werd, den handel fordern aderr abschlan. Sulchs als stel ich in
awer lib gdenck[en]b. Was mir awer lib wider schreiben wil,
das schigk awer lib meynem weybe, dy sal mirs wider zcuschigken. Awer lib undertenig
zcu dinen pin ich willig. Geben eylent am freitag noch Corporis Cris[ti]
im 1500 und 2.
J[org] h[erczog] z[cu] S[achssen]
a) Folgt
gestrichen thich. b) Textverlust durch Beschneidung des
Blattes am rechten Rand. c) Oberhalb
der Zeile eingefügt. d) Folgt
gestrichen von. e) Folgt gestrichen seiner […]. f) Folgt gestrichen
an. g) Oberhalb
der Zeile eingefügt. h) Folgt
gestrichen schch. i) Folgt gestrichen
ey. j) Folgt
gestrichen da. k) Folgt
gestrichen wo [?]. l) Folgt
gestrichen awer lib. m) Folgen gestrichene
Zeichen. n) Folgt
gestrichen s[…]. o) Folgen gestrichene
Zeichen. p) Folgt
gestrichen e[…]. q) Folgt gestrichenes Zeichen. r) Folgt gestrichen abschlch.
A4.
Sidonia teilt ihrem Sohn Heinrich mit, daß sie sich von ihm
Besseres erhofft habe. Sein Schreiben übermittle sie an Herzog Georg, von dem
sie in der Angelegenheit noch keine Antwort erhalten habe.
1506 Dezember 1
HStA Dresden, Geh. Rat, Loc. 8498/5,
fol. 8. – Papier. Abschr. (kleinformatiges Stück ohne Unterschrift,
keine Siegelspuren, Rückseite unbeschrieben). Nicht von der Hand Sidonias. Es
dürfte sich um die Kopie des Schreibens an Herzog Heinrich handeln, die Sidonia
dem Brief Nr. 80 beigelegt hat.
Hertzliber son! Ich hatte verhofft,
du soltest dich eins besßern
bedacht haben. Dieweile ichs aber nicht weiter brengen
kann, ßo wil ich dein schreiben herzcogen Georgen, deynem brudere, zuschicken,
von dem ich in der sachen noch keyne antwort erlanget habe, und was mir widder
von ym geschriben, wil ich dich mutterlicher weiße mit antwort vorstehen
lasßen. Domit biß Got bevolhen. Geschriben dienstags
noch Andree anno Domini 1506.
Quellen-
und Literaturverzeichnis
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Dresden, Sächsisches Hauptstaatsarchiv [HStA
Dresden]
Kopialbücher [Cop.]:
Nr. 105, 106.
Geheimer Rat (Geheimes
Archiv) [Geh. Rat], Locat [Loc.] 8498/1; 8498/2; 8498/5; 8678/18.
Kammerkollegium/Geheimes Finanzkollegium
[Kammerkoll.], Locat [Loc.] 32436, Rep. XXVIII (Hofordnung) Nr. 1 Bl. 30.
Stuttgart, Hauptstaatsarchiv – Landesarchiv Baden-Württemberg
[HStA Stuttgart]
J 340 (Wasserzeichensammlung Piccard),
online benutzt unter http://www. piccard-online.de (17.2.2009).
Weimar, Thüringisches Hauptstaatsarchiv [HStA
Weimar]
Ernestinisches
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Heft 36: Die
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Städte Großenhain, Radeburg und Riesa, bearb. von Cornelius Gurlitt, Dresden 1914 [Nachdruck
Neustadt an der Aisch 2001].
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