Akademie der Wissenschaften zu GöttingenResidenzen-
Kommission
Arbeitsstelle Kiel
Akademie der
Wissenschaften
zu Göttingen
Tres riches heures, Duc de Berry, SeptemberbildKleine Schriften UB Kiel (©)Karlsruher virtueller Katalog (KvK)Kleine Schriften UB Kiel (©)Tres riches heures, Duc de Berry, Septemberbild
Login      Hilfe Aktuelles | Publikationen | Handbuch | Symposien | Home | Kontakt | Suchen:
Mitteilungen der Residenzen-Kommission 9/2 (1999)

__________________________________________________

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften Göttingen

 

Jahrgang 9 (1999) Nr. 2

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 9 (1999) Nr. 2


Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette:

Palazzina di Caccia die Stupinigi – Turin (1729), entnommen dem Werbeprospekt

"Royal Residences in Piedmont", hg. von turismo Torino


 

 

Inhalt

Vorwort *

Vorläufiges Tagungsprogramm des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission
in Celle vom 23. bis 26. September 2000: "Bildung und Erziehung bei Hofe" *

Aus der Arbeit der Kommission *

Die Arbeit der anderen *

Alexander Thon, Kaiserslautern, Zwischen Interdikt und "Gipfel der Freuden".
Pfälzische Reichsmininsterialen und staufische Verwaltungsrealität auf
Burg Trifels bis zum Jahr 1330 *

Ilse Maria Freudenthaler, Augsburg, Tarascon als Residenz Renés von Anjou *

Kolloquiumsberichte *

Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (1450-1550), (Nürnberg, 29. Januar bis 1. Februar 1999),von Evelin Wetter und Dietmar Popp, Leipzig *

"L’étranger au moyen-age" (Göttingen, 3. bis 6. Juni 1999),
von Jörg Wettlaufer, Kiel *

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen *

Buchvorstellungen *

Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt durch Lutz Unbehaun unter Mitarbeit
von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, München, Berlin 1998 (Rudolstädter
Forschungen zur Residenzkultur, 1),
von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Das albertinische Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Beiträge zur barocken Residenzkultur, hg. von "Die Fünf Ungleichen" e.V., Freyburg/Unstrut 1999,

von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Aristokratické rezidence a dvory v raném novovÆ ku (Aristokratische Residenzen
und Höfe in der frühen Neuzeit), hg. von Václav Bö û ek und Pavel Král,
Ceské Budéjavice 1999 (Opera historica, 7),
von Ivan Hlavá¹ ek, Prag *

Neuerscheinungen *

 

Sonstiges *

La Société française d’histoire urbaine (SFHU) *

Die Arbeitsstelle Kiel *

 

 

 

 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 2000), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.


Vorwort

Machen Sie mit!

Das sagt jeder, der etwas von einem will. Doch hier soll nichts verkauft werden, und kein Verein will neue Mitglieder werben. Es geht um unser gemeinsames Werk, das da heißt "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich", erster Teil: "Ein dynastisch-topographisches Handbuch". Die Kommission ist am vergangenen 2. August (!) eigens in Göttingen zusammengetreten und hat den Rahmen festgelegt, wie unten S. 11-14 nachzulesen ist. Parallel erscheint als Sonderheft 3 dieser Mitteilungen und wird mit diesem Heft versandt die von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer erarbeitete Handreichung für die künftigen Autoren. In Vorbereitung ist eine Bibliographie als Sonderheft 4. Nur der Verlag steht noch nicht fest. Aber der Zuschlag wird bald erfolgen. Übrigens tagte am 3. August (!) erstmals der "Begleitende Ausschuß" zur Residenzen-Kommission, den die Göttinger Akademie zur Kontrolle dieses Akademie-Unternehmens eingesetzt hat. Er wurde vom Vorsitzenden und den Mitarbeitern umfassend unterrichtet und hat inzwischen sein Urteil abgegeben: Es ist überaus ermutigend; wir danken Ulf Dirlmeier, Wilhelm Janssen, Jan-Dirk Müller (Vors.) und Ulrich Schütte für Mühe und Mitdenken. Aber in drei Jahren kommen die Herren wieder. Bis dahin muß der erste Teil des Handbuchs vollendet sein. Damit dies so geschieht, brauchen wir nicht nur einen zweiten ständigen Mitarbeiter in Kiel (der entsprechende Drittmittelantrag ist gestellt), sondern auch und vor allem viele externe Mitarbeiter, die die zahlreichen Artikel über die reichsfürstlichen Dynastien (ca. 50), Könige/königliche Höfe und Reichsfürsten(tümer)/Höfe (ca. 170) sowie Residenzen (ca. 200) schreiben. Sonderheft 3 enthält all die notwendigen Angaben, zum Schluß auch einen heraustrennbaren Anmeldebogen. Lesen Sie, füllen Sie aus, schreiben Sie uns: Machen Sie mit!

Auf unserem nächsten (7.) Symposium in Celle wird es, wie Sie unten lesen können, eine Werkstatt zum Handbuchprojekt geben. Dort kann dann noch manche Feineinstellung vorgenommen werden. Doch geht es zwischen dem 23. und 26. September hauptsächlich um anderes, nämlich um das Thema "Erziehung und Bildung bei Hofe". Das Programm steht schon einigermaßen fest und wird deshalb bereits hier auf S. 9-10 mitgeteilt; daß es noch zu Änderungen kommen wird, weiß jeder, der jemals eine Tagung vorbereitet hat. Erinnern möchte ich daran, daß die Zusammenfassungen bis zum 1. August 2000 nach Kiel einzusenden sind, damit wirklich für Celle ein Resümee-Heft entsteht.

Erschienen ist inzwischen der 2. Band der Bibliographie der europäischen Reiseberichte zu den Texten aus Frankreich, bearbeitet von Jörg Wettlaufer in Zusammenarbeit mit Jacques Paviot, dem kundigen Pariser Kollegen. Der niederländische Band, bearbeitet von Jan Hirschbiegel, wird alsbald folgen. Dann aber tritt eine bibliographische Pause ein, zugunsten des oben genannten Handbuchs. Hoffentlich finden sich andere Forscher, die – durchaus in Zusammenarbeit mit uns – das Werk fortführen. Denn noch fehlen Großbritannien, Spanien, Italien, Skandinavien und allerhand verstreute Texte.

Auch unsere Reihe "Residenzenforschung" ist vorangekommen: Mark Mersiowskys "Rechnungslegung" ist nach der zweiten Korrektur wieder an den Verlag zurückgegangen, Frau Châtelet-Langes "Catharinenburg" liegt dort zur Herstellung und "Das Frauenzimmer" erwartet seine Kalkulation – natürlich soll der Dresdener Tagungsband zum Symposium in Celle erscheinen: Drücken Sie uns die Daumen – und, wie gesagt: Machen Sie mit!

Sainte-Aulde, am Tage des hl. Clemens Werner Paravicini


 

Erziehung und Bildung bei Hofe

7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen

in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Celle und dem Deutschen Historischen Institut Paris

Celle, 23.-26. September 2000

Vorläufiges Tagungsprogramm

(Stand: Dezember 1999)

Samstag, 23. September

18.00 Öffentlicher Vortrag im Rittersaal/Schloß

Uwe Albrecht (Kiel)

Das Celler Schloß. Ein norddeutscher Fürstensitz zwischen Spätgotik und Frührenaissance.

Brigitte Streich (Celle)

Einführung in die Ausstellung "Stadt – Land – Schloß. Celle als Residenz".

Rundgang durch die Ausstellung.

19.30 Empfang durch die Stadt Celle in der Ehrenhalle des Bomann-Museums.

Sonntag, 24. September

9.00 Stadtbesichtigung bzw. Exkursion (ganztägig).

Montag, 25. September

9.00 Begrüßung.

9.15 Werner Paravicini (Paris)

Formen, Funktionen, Inhalte von Erziehung und Wissen bei Hofe.

Sitzung 1 Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion

9.30 Bernhart Jähnig (Berlin)

Junge Edelleute am Hof des Hochmeisters zu Marienburg um 1400 (Kurzreferat).

9.45 Joseph Morsel (Paris)

(angefragt).

10.15 Diskussion.

Kaffeepause.

11.00 Arnd Reitemeier (Kiel)

Adelserziehung am englischen Hof im 15. Jahrhundert.

11.30 Monique Sommé (Arras)

Les jeunes nobles à la cour de Bourgogne au XVe siècle.

12.00 Diskussion.

Mittagessen.

15.00 Doris Aicholzer (Wien)

Erziehung am, für und durch den Wiener Hof im 16. und 17. Jahrhundert.

15.30 Susanne Claudine Pils (Wien)

Identität und Kontinuität. Die Erziehung zum Höfling am Beispiel der Harrach im 17. Jahrhundert.

16.00 Antje Stannek (Braunschweig)

Exempla & Imitatio. Medien und Methoden der höfischen Standeserziehung, 17.-18. Jahrhundert, am Beispiel der Höfe von Mecklenburg-Schwerin und Sachsen-Gotha.

16.30 Diskussion.

Kaffeepause.

17.15 Werkstatt: Das Handbuchprojekt "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich".

20.00 [16. Sitzung der Residenzen-Kommission]

Dienstag, 26. September

Sitzung 2 Konkurrenz oder Symbiose? Geistliches und weltliches Wissen bei Hofe

9.00 Michael Rothmann (Frankfurt/M.)

Wissen bei Hofe zwischen Didaxe und Unterhaltung. Die höfische Enzyklopädie des Gervasius von Tilbury.

9.30 Ivan Hlavá¹ ek (Prag)

Geistlich und weltlich am Hofe der letzten Pé emysliden und der Luxemburger (Kurzreferat).

9.45 Diskussion.

Kaffeepause.

10.30 Jacques Verger (Paris)

(angefragt).

11.00 Antonio Saez-Arance (Bielefeld)

Erziehung und Bildung in Zeiten der Konfessionalisierung: der Hof Philipps II. von Spanien.

11.30 Diskussion.

Mittagessen.

Sitzung 3 Tradition oder Innovation? Der Hof als Ort des Alten und des Neuen

15.00 Gundula Grebner (Frankfurt/M.)

Naturerkenntnis und politisches Handeln am Hofe Friedrichs II.

15.30 Lucas Burkart (Basel)

Paradoxe Innovation. Soziale und politische Funktionen des Alten und des Neuen am Hof Kaiser Maximilians I. (1500-1519).

16.00 Diskussion.

Kaffeepause.

16.45 Steffen Stuth (Magdeburg)

Zwischen Tradition und Moderne. Zur Rolle von Bildung und Erziehung am mecklenburgischen Hof unter Johann Albrecht I. (1547-1576).

17.15 Gerhard Fouquet (Kiel)

Schlußwort.

17.45 Abschlußdiskussion.

20.00 Gemeinsames Abendessen.

 


Aus der Arbeit der Kommission

Die 14. (außerordentliche) Sitzung der Residenzen-Kommission fand am 2. August 1999 von 11.15-15.30 Uhr in Göttingen in der Akademie der Wissenschaften statt. Hier die hauptsächlichen Feststellungen und Beschlüsse:

  1. Abschlußdiskussion Handbuch, Teil 1 – siehe das beiliegende Sonderheft 3

  • Titel

"Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch".

Entsprechend Benennung der Handreichung "Materialien zum Werk: ...".

Diese Handreichung enthält die unten aufgeführten Beschlüsse der Kommission, die hier der Vollständigkeit halber aufgeführt sind.

  • Konzeption

  • Das Handbuch, Teil 1, wird aus zwei Quartbänden bestehen: a) Dynastien, Könige bzw. Reichsfürstentümer/Höfe, b) Residenzen. – Eine fortlaufende Nummerierung der insgesamt vier Teile ist nicht vorgesehen.
  • Vorgesehen sind drei Stichworttypen: Dynastien, Könige bzw. Reichsfürstentümer/Höfe, Residenzen. Zusammenfassende und nicht personenbezogene Hofartikel (z.B. geistlicher Fürstentümer) werden unter dem jeweiligen Stichwort der Stichwortreihe Könige bzw. Reichsfürstentümer/Höfe erscheinen. Entsprechend der Konzeption der Residenzartikel sollen den jeweiligen Hof prägende Persönlichkeiten hervorgehoben werden.
  • In der Handreichung soll auf die Bedeutung von Gegenkönigen und
    -bischöfen hingewiesen werden. Amtsinhaberlisten oder gar Stammbäume werden weder in der Handreichung noch im Handbuch erscheinen.
  • Sämtliche Abweichungen von der Regel, neben den Königen nur die (reichsunmittelbaren) Reichsfürsten aufzunehmen, sind im Vorwort zu klären und zu begründen (bspw. böhmische und schlesische Fürstentümer, Ostfriesland).

Beschlossen wurde zusätzlich zu den bereits auf der 13. Sitzung am 18. Februar 1999 in Göttingen festgestellten Aufnahmen und Ausschlüssen die Bearbeitung bzw. Nichtbearbeitung folgender Fürsten:

    • In einem jeweils eigenen Artikel werden die reichsfürstlichen Äbte und Äbtissinen zusammengefaßt behandelt, wobei jedoch gewisse Ausnahmen zu beachten sein werden (gesonderte Artikel aufgrund ihrer besonderen Stellung bspw. für den Propst von Berchtesgaden oder die Äbte von Fulda, Ellwangen und Kempten).
    • Inkorporierte Bistümer werden bei den entsprechenden Fürsten behandelt.
    • Ausschluß der Bistümer und Erzbistümer des Arelats, der Fürsten von Aremberg und des Abts von Hersfeld.
    • Eigene Artikel für die Bistümer Breslau, Brixen, Cammin und Ermland, den Johannitermeister, die Bistümer Livlands und Pont-à-Mousson.
    • Leitomischl, Olmütz und Prag erscheinen unter dem Artikel für den Kg. von Böhmen.
    • Genf erscheint unter dem Artikel für Savoyen, Mömpelgard bei Württemberg, die Markgrafschaft Landsberg bei den Wettinern.

  • Chronologie

Die Entwicklung wird bis 1648 verfolgt, es wird aber weiterhin an der Kernzeit 1500 festgehalten und somit werden keine zusätzlichen Aufnahmen späterer Fürstungen erfolgen.

  • Geographie

Eine vorliegende Liste aufzunehmender Reichsfürsten soll anhand einschlägigen Kartenmaterials über die Ausdehnung des Reiches um 1500 (einschl. Lothringen, Niederlande und Eidgenossenschaft) vervollständigt werden.

  • Abbildungen

Pläne und Abbildungen sind nicht vorgesehen, aber es soll bei der Einwerbung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Appell zum Sammeln von Material für den Bildteil des Handbuches erfolgen. Eventuell soll im Innendeckel von Teil 1 eine Übersichtskarte der Residenzorte gegeben werden.

  • Format

Die Artikel werden zweispaltig gesetzt. Länge der Artikel nach einer vorgegebenen Anschlagszahl, ansonsten pragmatische Flexibilität nach Bedarf. Nach vorläufigen Schätzungen sind zu den einzelnen Stichworttypen etwa 170 Könige/Reichsfürsten, 50 Dynastien/dynastieähnliche Linien und mindestens 200 Residenzartikel zu erwarten. Die jeweiligen Literaturangaben können mit kurzen Kommentaren versehen sein. Am Ende der beiden Teile soll sich ein Verzeichnis mehrfach zitierter Literatur befinden. Sonstige Literatur wird am Ende jedes Artikels vollständig genannt. Erforderlich ist eine sparsame Verwendung von Literatur- und Quellennachweisen in Klammern innerhalb des Textes (z.B. Wenskus 1968, S. 112), die aber nicht den Charakter "getarnter Anmerkungen" annehmen sollen. Sonst Manuskriptgestaltung nach den Richtlinien der Francia-Redaktion.

  • Verlagsfrage und Bezahlung der Mitarbeiter

Die Kommission ist der Auffassung, daß eine Bezahlung der Mitarbeiter durch einen Verlag nicht zu realisieren sein wird.

  • Mitarbeitergewinnung

Soll von Kiel aus in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden vorgenommen werden.

  1. Mitarbeiterstellen Kiel
  2. Die Kommission stimmt dem Vorschlag des Vorsitzenden zu, die vorhandene BAT IIa-Stelle an Dr. des. Jan Hirschbiegel zum 1. Januar 2000 für 3 Jahre zu vergeben.

    Eine zweite Stelle, die mit Dr. Jörg Wettlaufer besetzt werden soll, soll mit Drittmitteln finanziert werden – der Antrag ist inzwischen gestellt.

  3. Symposien

  • Celle 2000: Prof. Uwe Albrecht erklärt sich bereit, den Abendvortrag zu halten, der Celle in die Geschichte des norddeutschen Schloßbaus der Frührenaissance einordnen wird. Ein Vortrag von Dr. des. Jan Hirschbiegel wird ein dem Handbuch gewidmetes Werkstattgespräch einleiten.
  • Neuburg/Donau 2002: Als Thema gilt "Der Fall des Günstlings".
  • Eutin 2004 bleibt als Tagungsort bestehen, doch besteht auch die Möglichkeit, in Wien zu tagen.
  • Für 2006 steht als Tagungsort Halle (Giebichenstein?) zur Diskussion, ggf. zum Thema "Stadt und Residenz", in Zusammenarbeit mit Prof. Andreas Ranft, Halle.
  • Vom 25. bis zum 27. November 1999 findet in Freiburg das von Prof. Thomas Zotz mit Unterstützung der Residenzen-Kommission veranstaltete Kolloquium "Fürstenhöfe und ihre Außenwelt" statt, dessen Programm Prof. Thomas Zotz vorstellt – siehe unten die Angaben in der Rubrik "Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen".
  • Im Juni 2000 findet in Greifswald die von Prof. Karl-Heinz Spieß gemeinsam mit der Kommission veranstaltete Tagung "Principes" statt (siehe MRK 9, 1999, Nr. 1, S. 50f.)

  1. Veröffentlichungen

  • Residenzenforschung

    • Höfe und Hofordnungen (Bd. 10) ist erschienen.
    • Mark Mersiowsky, Rechnungslegung (Bd. 9) liegt der Arbeitsstelle und dem Autor zur Zweitkorrektur vor – diese ist inzwischen abgeschlossen.
    • Liliane Châtelet-Lange, Catharinenburg (Bd. 11) ist als Manuskript zur Erstellung des Erstkorrekturabzugs in Kiel eingegangen (und inzwischen lektoriert, redaktionell überarbeitet und dem Verlag zugesandt worden). Die Kosten werden von der Akademie übernommen.
    • Die Beiträge für den Frauenzimmer-Band werden im August für die Kalkulation aufbereitet, zusammengefaßt, und an den Verlag geschickt – was inzwischen geschehen ist.

  • Reiseberichte

    • Französische Reiseberichte: Im Oktober erschienen.
    • Niederländische Reiseberichte: Liegen dem Vorsitzenden zur Revision vor und gehen nach Überarbeitung in den Druck – was inzwischen geschehen ist.
    • Der Vorsitzende erinnert an die notwendige Fortsetzung der Reihe, die nicht aus den Augen gelassen werden darf, nun aber vorerst den wichtigeren Arbeiten nachgeordnet wird.

  • Hof- und Verwaltungsordnungen

In Arbeit befinden sich

    • der niedersächsische Reichskreis, Prof. Ellen Widder.
    • die jülich-klevisch-bergischen Hofordnungen, Dr. Brigitte Kasten.
    • die Hofordnungen des Ordenslandes und des Herzogtums Preußen, Dr. Klaus Neitmann.

  1. MRK

  • Geplante Sonderhefte:

    • Nr. 3: Materialien zum Werk "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch" – sind mit den vorliegenden MRK erschienen.
    • Nr. 4: Bibliographie zum Werk "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch" – wird mit den MRK 1 (2000) erscheinen.
    • Nr. 5: Bibliographie "Neuerscheinungen 1995-2000" – wird mit den MRK 2 (2000) erscheinen.

  1. Nächste Sitzung

Bei Gelegenheit des Greifswalder Principes-Kolloquiums am Abend des Exkursionstages, dem 18. Juni 2000.

Werner Paravicini

Die Arbeit der anderen

Insuper accedat ad cumulum gaudiorum, quod castrum Driesvelt et insignia imperialia in nostro dominio iam habemus et pacifice possidemus

Zwischen Interdikt und "Gipfel der Freuden".
Pfälzische Reichsmininsterialen und staufische Verwaltungsrealität
auf Burg Trifels bis zum Jahr 1330

(Dissertationsprojekt)

Über wohl keine zweite der zahllosen deutschen Burgen existiert eine ähnlich große Menge an Schrifttum wie über den Trifels – allerdings auch über keine ein ähnliches Ausmaß an Literatur, die sich mehr dem Wunschdenken und der Zeitgebundenheit des jeweiligen Verfassers unterworfen hat statt dem eingestandenermaßen komplizierten Quellenmaterial Rechnung zu tragen. Dennoch darf nicht verkannt werden, daß das Wissen über die oft unreflektiert verklärte Glanzzeit der Burg, das Hochmittelalter, an und für sich gering ist. Mithin verbleibt, nachdem die mittelalterliche Baugeschichte inzwischen so weit als möglich Klärung erfahren hat, die Frage nach den außerhalb des Baubefundes tradierten, historischen Details zu erheben, und dabei besonderes Augenmerk auf den bisher kaum frequentierten Personenkreis zu richten, dem die Verwaltung von Burg und Amtsbezirk Trifels (1241 officium in Drivels) sowie der umliegenden Burgen oblag. Wer waren überhaupt die "Verwalter", oder besser: die Burgmannen, aus welchem sozialen Milieu stammten sie, inwieweit fungierten sie als Träger einer übergeordneten Verwaltung und in welchem Ausmaß konnten sie samt ihren Familien von dieser Tätigkeit profitieren? Spielte die Burg Trifels tatsächlich solch eine besondere Rolle nicht allein für die Staufer und, sollte dies der Fall sein, wo lassen sich Ursachen und Folgewirkungen erkennen?

Im größeren Rahmen wie im einzelnen zeigt die Untersuchung, welch hohe Bedeutung gerade der pfälzischen Reichsministerialität nicht nur für die regionale, sondern für die Reichsgeschichte des 13. Jahrhunderts zukommt – wobei die bedeutendsten Vertreter ihres Standes, Markward von Annweiler und Konrad von Scharfenberg, die ungleich besser erforscht sind, bewußt kurz behandelt werden. Befragt man die Quellen auf mehr als das reine Auftreten dieses Personenkreises im Umfeld des Kaiser- und Königshofes, so wird sehr schnell offenbar, daß gerade unter Berücksichtigung des sozialen Umfeldes das gewonnene Bild wesentlich erweitert werden kann und muß. Die generalisierende Annahme eines planmäßigen Einsatzes der Reichsministerialität im Sinne einer gesamtstaatlichen Planung seitens der staufischen Herrscher aber überfordert die historische Realität zweifellos und läßt im übrigen zumeist die Eigendynamik, dynastisches Interesse und Autonomiebestrebungen der instrumentalisierten Personen außer acht. Prosopographische Einzelstudien ermöglichen neue Einblicke in dieses Thema und dokumentieren die ganze Bandbreite des Lebens und Wirkens von Ministerialen auf dem Trifels und Umgebung, die bei ihrem Streben nach sozialem Aufstieg auf einem schmalen Grat zwischen politischer Machtfülle bis hin zur Königsvertretung einerseits und Widrigkeiten verschiedenster Provenienz bis hin zum päpstlichen Interdikt andererseits balancierten. Deutlich wird – gleichsam eine Art Vorstufe zur späteren Beamtenschaft der Neuzeit – ihre Effizienz als Amtsträger für die staufischen Könige und Kaiser, was sich gerade nach dem Wegbrechen einer einheitlichen Reichsspitze im Interregnum offenbarte, als die Reichsministerialität sich auch aus vitalem Eigeninteresse heraus um die Weiterführung der politischen Strukturen bemühte. Der Trifels jedenfalls bzw. die auf ihm mehrfach gelagerten Reichskleinodien erfuhren ihre Betreuung durch die Spitze dieses mächtigen Beamtentums, was wiederum die exzeptionelle Stellung der Burg belegt.

Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse in größerem Maße, als es bereits die grundlegenden Studien von Hermann Schreibmüller (Pfälzer Reichsministerialen, 1911) und Karl Bosl (Die Reichsministerialität der Salier und Staufer, 1950/51) getan haben, die innige Verbindung der Burg bzw. der sie verwaltenden Reichsministerialität mit dem politischen Geschehen der Zeit. Wohl die deutlichste Zäsur stellte dabei der Aufstand König Heinrichs (VII.) gegen seinen Vater, Kaiser Friedrich II. dar, nach dessen Scheitern offensichtlich für kurze Zeit der Deutsche Orden die Aufsicht über den Trifels übernahm. Mit der Verpfändung des Trifels an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht im Jahre 1330 endete spätestens auch die hervorgehobene Stellung der Pfälzer Reichsministerialität.

Die von Prof. Dr. Wilhelm Janssen (Bonn) betreute Dissertation wird wahrscheinlich bis zum Ende des Jahres 1999 abgeschlossen sein.

Alexander Thon, Kaiserslautern*

Tarascon als Residenz Renés von Anjou

(Zusammenfassung einer Magisterarbeit)

In der Forschung ist es seit langem bekannt, daß die zwischen Avignon und Arles gelegene provenzalische Kleinstadt Tarascon zu den Residenzen des "guten Königs" René von Anjou (1409-1480) gehörte. Allerdings lag bislang keine wissenschaftliche Abhandlung zu diesem Thema vor. So habe ich 1998 in meiner von Herrn Prof. Dr. Bernhard Schimmelpfennig (Universität Augsburg) betreuten Magisterarbeit versucht, dieses Phänomen mit dem Instrumentarium der modernen Hof- und Residenzenforschung von zwei Seiten her näher zu beleuchten: zum einen wurde Tarascon als Residenzstadt untersucht, zum anderen stand das Château von Tarascon als Ort "gehobenen Wohnens" im Mittelpunkt.

Der erste Teil meiner Arbeit befaßte sich mit dem Problemkomplex Stadtförderung, Wirtschaftsförderung und Beziehung der Fürstenfamilie zur Stadtbevölkerung. Dazu zählten die Maßnahmen zur Residenzbildung, genauer gesagt die Beziehung des Königs zu den Kirchen und Klöstern vor Ort, sowie sein Interesse an der Errichtung von Profanbauten.

Die Analyse der Hofrechnungen, in diesem Falle der Rechnungen der "Argenterie" und der "Menus plaisirs", der Rechnungen des "Grenetiers" von Tarascon und der Akten eingesessener Notare, ergab, daß sich die Beziehungen der Fürstenfamilie zu der Elite von Tarascon nur noch skizzenhaft rekonstruieren ließen. Dabei zeigte sich, daß keine der führenden Familien Tarascons am Hof Renés von Anjou dauerhaft vertreten war. In den Rechnungen werden sehr wenige Bürger Tarascons als Gratifikanten erwähnt, davon lediglich zwei aus der Oberschicht. Allerdings scheinen einige Bindungen der Hofgesellschaft zur Stadt vorhanden gewesen zu sein. Darauf weisen die in der Kirche Sankt Martha liegenden Gräber des Italieners Jean Cossa, eines der engsten Vertrauten Renés von Anjou, und des Guillaume Crespin, jahrelang Kapitän des Schlosses, hin. Außerdem besaß Pierre Ardouin, Seigneur de La Motte, ein führender Finanzbeamter des Königs, nachweislich ein Haus in Tarascon.

Der Ort wurde durch die Anwesenheit des Hofes zum Anziehungspunkt für Leute von außerhalb, vor allem für Lieferanten, Kaufleute und Handwerker sowie für Boten und Botschafter anderer Herrscher oder Familienmitglieder des Königs. Dies kam dem Gaststättengewerbe der Stadt zugute. Gleichzeitig wurden Kuriere der Stadt im Auftrag des Königs zu Botengängen ausgeschickt. So lassen sich auf diesen beiden Gebieten Impulse nachweisen, die auf René zurückgingen.

Der Hof trat daneben als Konsument und Arbeitgeber in Erscheinung. Aufgrund der vorhandenen Quellen läßt sich dies vor allem für das Bekleidungshandwerk und den Textilhandel nachweisen. Normalerweise wurde auf lokale "Tondeurs", "Drapiers" und "Chaussetiers" zurückgegriffen, da diese Berufsstände am Hof nicht vertreten waren. Weniger häufig gingen Aufträge an "Pelletiers", "Cordonniers" und "Armuriers". Dabei gelang es einzelnen Handwerkern und Händlern besser als ihren Konkurrenten, sich Aufträge des Hofes zu sichern. Namentlich zu erwähnen sind hier vor allem Trophème Bernard und seine Verwandten, Jehan und Guillaume de La Croulle, Bonmaquet Cohen, juif de Tarascon, und Jacquet le Marschall, dit le Picart.

Weitere Branchen wurden gefördert, so insbesondere der Schiffsbau der Stadt. Einzelaufträge gingen an Sattler und Tischler, Hufschmiede, Apotheker, Kurzwarenhändler, Fuhrleute und Fährleute vor Ort. Als Konsument fand der Hof somit in Tarascon die Möglichkeit, seine grundlegenden Bedürfnisse zu decken. Allerdings konnte die Stadt in vielen Bereichen nicht mit Avignon konkurrieren. Gerade auf dem Gebiet des Kunstgewerbes war Avignon Tarascon überlegen. So wurde nur ein Maler aus der näheren Umgebung, Thomas Grabuset aus Beaucaire, dem in der Forschung die berühmte "Pietà de Tarascon" (Musée Cluny, Cl. 18 509) zugeschrieben wird, vom Hof beauftragt. Bezeichnenderweise ist Thomas selbst kein Provenzale, sondern stammte wahrscheinlich aus Besançon und hielt sich wohl eher zufällig in der Nachbarstadt von Tarascon auf. Auch kompliziertere Bauaufträge, wie die Holzgalerie des Schlosses oder das Verglasen der Fenster, wurden von Fachleuten aus Avignon übernommen.

Auf dem Gebiet der Profanbauten zeigt sich ein ähnliches Bild: die einfacheren Arbeiten wurden von Leuten der Stadt und der nächsten Umgebung ausgeführt. René stützte sich wie seine Vorgänger, Ludwig II. und Ludwig III., die im wesentlichen für die Konzeption und den Bau des Schlosses verantwortlich zeichnen, auf eine eingesessene Familie aus Tarascon: auf Jean Robert und seinen Sohn.

René selbst modernisierte das Schloß in vielen Bereichen und paßte es an die Anforderungen an, die seine Zeit an eine fürstliche Residenz stellte: Er ließ neue Fenster öffnen und verglasen, repräsentative Holzdecken anbringen, eine Holzgalerie von seinem Zimmer zu dem Zimmer der Königin bauen, sowie die Zugbrücke durch eine feste Holzbrücke ersetzen und eine Promenade errichten. Auch eine modische Turmuhr wurde angebracht. Außerdem finden sich Hinweise auf das Halten seltener Tiere und Vögel sowie auf einen Garten. Noch 1478 erwarb René von Anjou ein Haus, ein Beweis für sein anhaltendes Interesse an dieser Residenz.

Weniger ausgeprägt war Renés Anteilnahme am Sakralbau vor Ort. Zwar geht aus einem Rechnungseintrag und aus dem Protokoll einer Ratssitzung hervor, daß er sich für den Bau einer Sakristei für die Kirche von Sankt Martha engagierte und ihn finanziell unterstützte, ansonsten waren andere Interessen eindeutig vorrangig. So scheint er den Bau des Glockenturms von Sankt Martha, dem großen Projekt der Tarasconaiser Gemeinde im 15. Jahrhundert, nur insoweit Beachtung geschenkt zu haben, als dieser die Aussicht vom Schloß durch seine Höhe gefährden könnte, wie aus einem seiner Briefe hervorgeht. Allerdings tat er sich durch die Stiftung eines kostbaren Reliquienschreines und der Teilnahme an den feierlichen Translationen der Heiligen Martha (1458/1470) hervor. Schenkt man der älteren Forschung Glauben, stattete er die Kirche zusätzlich mit außergewöhnlichen Freiheiten aus. Allerdings habe ich keine Belege für diese These gefunden. René stand dabei in einer auf Ludwig I. zurückgehenden Tradition, die der Verehrung der Heiligen Martha eine besondere Rolle in der Familienandacht zubilligte. In die gleiche Richtung weist eine Übersicht über die Almosen, die René geistlichen Institutionen zukommen ließ. Auch hier wurde neben den Bettelorden – vor allem das Dominikanerkloster in Tarascon profitierte von seinen Zuwendungen – der Kirche Sankt Martha gedacht.

Im zweiten Abschnitt, dem Hauptteil der Arbeit, stand das Schloß von Tarascon als eine Stätte "gehobenen Wohnens" im Vordergrund. Ziel war es, in zwei Schritten die Funktion der einzelnen Räume zu bestimmen und ein Raumprogramm zu erstellen. Dabei wurde zum einen eine gezielte und einordnende Beschreibung und Analyse der Anlage durchgeführt. Zum anderen wurde in einem zweiten Durchgang mit Hilfe von Inventaren des Schlosses dieses Raumprogramm überprüft und korrigiert. Dazu standen sechs bislang in der Forschung größtenteils noch nicht bearbeitete Inventare aus der Zeit der Vorgänger Renés von Anjou (aus den Jahren 1417, 1424, 1425, 1427, 1432) sowie ein am 30. Dezember 1457 anläßlich des Amtswechsel des Kapitäns erstelltes Inventar zur Verfügung, auf das sich meine Ausführungen hauptsächlich stützten. Es spiegelt allerdings den Zustand des Schlosses zu einer Zeit wieder, in der der Hof nicht anwesend war. Dies hat zur Folge, daß Räume größtenteils anders, vielfach als eine Art "Speicher" oder gar nicht genutzt wurden.

Dabei ergab sich für das aus Barbakane, Basse-cour und Corps de Logis bestehende Gebäude folgendes Bild: Über die Barbakane, einen rechtwinkeligen Turm, der wegen des Baus eines Schlachthofes im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, ist nicht näheres bekannt, außer daß sie ein Teil des Verteidigungssystems war. Sie wird in keinem der Inventare näher beschrieben. In dem trapezförmig angelegten Unterhof (Basse-cour) lassen sich zwei Bereiche unterscheiden. An der Rhôneseite, in der "Aile des Communs" waren die sechs Hofämter in eigenen Räumlichkeiten untergebracht. Obwohl dieser Flügel heute nur noch aus sechs Räumen besteht, muß es früher noch einen siebten Saal gegeben haben, wie nicht nur aus dem Inventar, sondern auch aus dem Plan eines der für die Restaurierung der Anlage zuständigen Architekten hervorgeht. Dieser Saal wurde als eine zweite kleine Küche genutzt. Auf der gegenüberliegenden Stadtseite dienten die Türme nicht nur der Verteidigung, sondern auch als Unterkunft für die Wachmannschaft und als Lagerraum für Baumaterialien und Kleidung. Das Verteidigungssystem wurde zusätzlich durch eine heute nicht mehr vorhandene Zwischenmauer ergänzt, die den Platz zwischen den einzelnen Flügeln teilte. Es ist umstritten, ob sich hier ein Garten oder ein Exerzierplatz befunden haben könnte.

Während Barbakane und Basse-Cour durch eine Zwischenfassade miteinander verbunden waren, trennt ein Trockengraben die Hauptburg (Corps de Logis) vom Unterhof ab. Die Hauptburg besteht aus vier Flügeln, die sich um einen Ehrenhof gruppieren. Auffällig ist die Tatsache, daß alle Flügel gleich hoch sind und eine Dachterrasse bilden.

Der Nordteil des Corps de Logis diente hauptsächlich als Verteidigungszone und als Unterkunft. Im darunterliegenden Keller und in der obersten Etage wurden Vorräte gelagert. Im nordwestlichen Teil, d.h. im sog. Artillerieturm und in einem heute nicht mehr existierenden Turm, waren im Erdgeschoß weitere Wirtschaftsräume untergebracht, insbesondere die eigentliche Schloßküche und die dazugehörige Echansonnerie. Im ersten Stock befanden sich Wohnräume, im zweiten Stock lag das "Grand Retrait" des Königs, ein wesentlicher Bestandteil des fürstlichen Appartements. Darüber und daneben war die Artillerie des Schlosses untergebracht. In den Dachkammern wohnten wahrscheinlich Dienstboten. In dem fünfetagigen Donjon d’entrée befanden sich, abgesehen vom Eingang im Erdgeschoß, hauptsächlich Wohnräume für einfache Mitglieder des Hofes oder für Teile der Wachmannschaft. Im darunterliegenden Keller lag ein Zufluchtsraum für die Juden der Stadt. Überhaupt läßt sich feststellen, daß ein Großteil des Hauptgebäudes unterkellert ist. Man kann einen größeren und einen kleineren Raum unterscheiden, in dem vor allem Vorräte, nachweislich Öl, gelagert wurden.

Im anschließenden östlichen Teil des Nordflügels befindet sich im Erdgeschoß ein Teil der gewölbten, kunstvoll verzierten Galerie, die sich noch über den gesamten Ostflügel hinzieht. Ihre Funktion bestand darin, die Wohnräume zu erweitern und einen angemessenen Rahmen für das Hofleben und seine Vergnügungen bereitzustellen, eine Aufgabe, die sie mit dem kunstvoll ausgestalteten Ehrenhof teilte. Die anderen Etagen des Nordostflügels boten weitere Unterbringungsmöglichkeiten für hochgestellte Persönlichkeiten sowie mehrere Retraits. Die Funktion der obersten, gewölbten Etage jedoch ist nicht mehr zu rekonstruieren. Der Nordostturm stellte ebenfalls Wohnraum für Personen zur Verfügung, denen wegen ihrer Position am Hof ein eigener, privater Raum zustand. Im vierten Stock liegt eine Kammer, in der Dienstboten beherbergt und Vorräte gelagert wurden. Darüber war eine Glockenuhr angebracht.

Im benachbarten Ostflügel wurden in den im ersten und zweiten Stock gelegenen Appartements Mitglieder der königlichen Familie bzw. zeitweise auch hohe Adelige aus dem Rat des Königs untergebracht. Wer in der obersten Etage mit ihren drei Räumen residierte, läßt sich aus den Inventaren nicht erschließen und damit auch nicht überprüfen, ob die momentan gebräuchliche Bezeichnung als "appartement des invités et familiers" korrekt ist.

An diesen Wohnkomplex schließt sich der über eine prachtvolle Wendeltreppe mit dem Ostteil verbundene Sakralbereich an, der die erste und dritte Etage des Südostturms und des Südflügels umfaßte. Er besteht aus insgesamt drei Kapellen: der "Chapelle basse", der darübergelegenen "Chapelle haute", in deren Wände zwei Privatoratorien für den König und seine Gemahlin eingelassen sind, sowie die im Erdgeschoß des Südflügels gelegene "Chapelle des Chantres". Untere und obere Kapelle formen zusammen eine Sainte-Chapelle, die damals zu einem Pflichtbestandteil einer fürstlichen Residenz geworden war.

In der zweiten Etage jedoch, also zwischen den beiden Kapellen, sowie in der Dachetage und im Anschluß an die "Chapelle haute", findet sich eine Reihe von Räumen, deren Funktion sehr schwer zu rekonstruieren ist, da sie 1457 überwiegend als Speicher verwendet wurden. Nicht alle Kammern, die dem Inventar zufolge in dieser Etage gelegen haben müßten, lassen sich einwandfrei identifizieren und damit lokalisieren. Allerdings legen die aufbewahrten Gegenstände nahe, daß es sich hierbei um Arbeits- und Wohnräume gehandelt haben muß, die wohl vor allem geistigen Arbeiten vorbehalten waren. Da sich in diesem Teil des Gebäudes ein Versteck findet, in dem der Schatz aufbewahrt wurde, sowie ein Ofen, der zur Herstellung von Hostien diente, liegt die Vermutung nahe, daß hier ein Teil der Geistlichkeit untergebracht war, auch wenn dies aus den Schriftquellen nicht klar hervorgeht.

Im benachbarten Südwestturm findet sich einen Mischung von Wirtschafts- und Herrschaftsräumen. So liegen im Erdgeschoß die Bäckerei des Schlosses und daran anschließend das sog. "Prison de la penneterie", unmittelbar darüber aber die mehr oder weniger privaten Räume des Königs und das sog. Schmuckzimmer, in dem einem Inventar zufolge Rat gehalten wurde.

Die Repräsentationsräume und Festsäle befinden sich im Westflügel, der somit alle Teile der sog. "grande salle" zu umfassen scheint: Festsaal, Empfangsaal, Gerichtsaal. Vor allem die Säle der ersten und zweiten Etage dürften sehr luxuriös ausgestattet gewesen sein, worauf selbst noch die relativ wertlosen Reste der Einrichtung schließen lassen, die 1457 hier untergestellt waren. Etwas aus dem Rahmen fällt allerdings der Saal im Erdgeschoß, der sich nicht ganz so eindeutig als Repräsentationsraum bestimmen läßt. Er diente zwar, wie auch der darüberliegende Saal, als Speiseraum, aber wie die Einrichtung nahelegt eher für den niedriger gestellten Teil der Hofgesellschaft.

Insgesamt läßt sich festhalten, daß die innere Gestaltung des Gebäudes dem im 15. Jahrhundert verstärkt aufkommenden Wunsch nach Kommodität angepaßt wurde. So sind die Wirtschaftsgebäude in der Vorburg und im westlichen Teil des Erdgeschosses des Corps de Logis untergebracht und verschwinden damit aus dem Blickfeld. Ansonsten bot das Château alle Räumlichkeiten, die für ein repräsentatives Hofleben nötig waren: zwei nach der Art der Sainte-Chapelle angelegte Kapellen, drei repräsentative Säle, die auf zwei Etagen in wahrhaft königliche Appartements übergehen, einen mit Bedacht geplanten Innenhof und eine Galerie, die den Wohnraum erweiterte und ein Hofleben im wahrsten Sinne des Wortes ermöglichte. Tarascon zeigte sich allen Anforderungen an eine königliche Residenz gewachsen und nahm alle zeitgenössischen Schmuckelemente auf, die der Selbstdarstellung des Herrschers und seines Ranges dienten: Wappen, beispielsweise als Schmuck an Fenstern, Konsolen und Eingängen angebracht, eine mit graziösen Skulpturen geschmückte Galerie, gut sichtbare Büsten des Herrschers und seiner Gemahlin im Ehrenhof, eine mit großen, offenen Fenstern versehene Wendeltreppe und möglicherweise eine Loggia. Auch die Innenausstattung, d.h. die in wenigen Resten noch erhaltene Wandbemalung, die Gewölbe mit ihrem Skulpturenschmuck, die bemalten Holzdecken, die Fliesen, die hohen, oft mit Sitzbänken ausgestatteten Fenster und nicht zuletzt die den neuesten Standards entsprechenden Latrinen, fügen sich in dieses Gesamtbild. Aber vor allem kam das Schloß, den neuen Ansprüchen nach mehr Wohnraum entgegen. Es bot René viele neue Möglichkeiten der Selbstdarstellung und wurde gleichzeitig seinem Wunsch nach Distanzierung und Privatleben gerecht. In allen vier Flügeln finden sich zahlreiche Unterbringungsmöglichkeiten. Im Ostflügel sind mit Ausläufern in den Nordostteil des Gebäudes drei eigenständige Appartements untergebracht. Der Nordostturm verfügte auf vier Etagen über Wohnfläche und Einzelzimmer für hochgestellte Persönlichkeiten. Die Zwischenetage des Südflügels erwies sich als ein Ort, in dem alle modern gewordenen weiteren Privaträume des Königs Raum finden konnten, auch wenn der Einzelnachweis aufgrund der im Jahr 1457 überwiegenden Funktion als Speicherfläche schwer zu führen ist. So läßt sich abschließend sagen, daß das Château von Tarascon eine würdige Residenz war, die den Ansprüchen des 15. Jahrhunderts voll genügte.

Ilse Maria Freudenthaler, Augsburg *

Kolloquiumsberichte

Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (1450-1550)

Internationales Colloquium des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. Leipzig am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
vom 29. Januar bis 1. Februar 1999

Zur Vorbereitung eines langfristig angelegten Forschungsprojekts der DFG lud das Geisteswissenschaftliche Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. Leipzig (Prof. Dr. W. Eberhard) in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Kunstwissenschaft der TU Berlin (Prof. Dr. R. Suckale) und dem Germanischen Nationalmuseum (Generaldirektor Dr. habil. G. U. Großmann) zu einem interdisziplinären Colloquium nach Nürnberg. Ziel war die Sichtung des Forschungsstandes zur Bedeutung der Jagiellonendynastie für Kunst und Kultur in Mitteleuropa. Das seit 1386 die polnische Krone führende litauische Geschlecht hatte durch die Hochzeit König Kazimierz’ IV. JagielloÕ czyk mit Elisabeth von Habsburg im Jahr 1454 auch Anspruch auf den böhmischen und den ungarischen Thron erworben. Mit deren Besteigung in den Jahren 1471 bzw. 1490 durch WÓ adysÓ aw JagielloÕ czyk, als böhmischer König Wladislaw II., waren die Jagiellonen bis in das 16. Jahrhundert hinein diejenige Macht, welche das gesamte östliche Mitteleuropa umspannte, zumal sie ihren Einfluß durch eine wohlkalkulierte Heiratspolitik auch auf die angrenzenden Territorien ausdehnen konnten. Diese europäische Dimension des Themas und gleichsam seine politische Aktualität im Hinblick auf ein geeintes Europa zeigte Robert Suckale (Berlin) in seiner Eröffnungsrede zum Colloquium eindrücklich auf.

Bei der viertägigen Veranstaltung mit insgesamt 45 Vorträgen in vier Sektionen und zahlreichen internationalen Teilnehmern handelte es sich um die erste dieser Art seit 1978 ("Die Parler und der Schöne Stil" in Köln) bzw. 1981 ("Veit Stoß" in Nürnberg). Seitdem sei von der deutschen Kunstgeschichte, so wurde es von einigen Kollegen aus Ostmitteleuropa beklagt, kaum mehr ein relevantes Ostthema aufgegriffen worden. Dagegen bezeugten die zahlreichen polnischen Beiträge das in Polen ungebrochene Interesse an der Jagiellonenära, das dort über eine lange Tradition verfügt, wenngleich man sich in der Regel weitgehend innerhalb der nationalen Grenzen aufhielt (vgl. "Polen im Zeitalter der Jagiellonen", Ausstellungs-Katalog Schallaburg 1986). Die Vorträge der tschechischen, slowakischen, ungarischen, amerikanischen und deutschen Teilnehmer widmeten sich schließlich vor allem den Desideraten sowohl in resümierender als auch projektierender Absicht. Grund für den unterschiedlichen Grad der Erforschung der Jagiellonenzeit ist die historiographische Bewertung des Geschlechts in den einzelnen Ländern. Die ältere tschechische Geschichtsschreibung war geprägt von einer Abneigung gegen die Jagiellonenära als Fremdherrschaft, und erst in jüngerer Zeit bemühte man sich um eine Neubewertung (vgl. Josef Macek, "Jagellonský vÆ k v ¹ eských zemích", Prag 1992, 1994, 1998 und 1999), wobei die erste kunsthistorische Gesamtdarstellung von J. Homolka, J. Krása, V. Mencl u.a. in dem 1978 erschienenen Sammelband "PozdnÆ gotické umÆ ní v echách, 1471-1526" ("Spätgotische Kunst in Böhmen, 1471-1526") noch sehr auf die Kernlande der böhmischen Krone, d.h. auf das Gebiet des heutigen Tschechiens konzentriert ist. Für Ungarn zeichnet sich der Ansatz einer Beschäftigung mit der jagiellonischen Herrschaft überhaupt erst in den Ausstellungskatalogen "Matthias Corvinus", Schallaburg 1982, und "Pannonia regia", Budapest 1995, ab. Die jeweiligen politischen Determinationen, die der von Thomas DaCosta Kaufmann (Princeton) skizzierte Forschungsstand deutlich widerspiegelt und die im Rahmen der ostmitteleuropäischen Kunsthistoriographie sicherlich einer eingehenden Untersuchung bedürften, exemplifizierte Adam Labuda (Berlin) als Einführung in den Themenkreis der Tagung anhand verschiedener Forschungsmodelle zum Künstler im spätmittelalterlichen Osten: Hier kontrastiert das Bild vom Schöpfer einer nationalen Kunst, wie es den Künstler für den politischen Kampf instrumentalisierte, mit dem vom Schöpfer autonomer Normen, das neben seiner Glorifizierung gleichsam zu seiner Isolierung von gesellschaftspolitischen Prozessen führte. Demgegenüber scheint erst das Konzept vom Künstler als Teilnehmer eines Marktes den historischen Gegebenheiten und künstlerischen Veränderungen Rechnung zu tragen.

Die erste Sektion "Die Jagiellonen – Geschichte, Hof und Kultur allgemein" wurde mit Vorträgen zum propagandistischen Selbstverständnis der jagiellonischen Dynastie eröffnet: Wojciech Goleman (Lublin) referierte über die Vorstellung vom Königtum im politischen Denken der späteren Jagiellonenzeit und Zenon Piech (Krakau) erläuterte die Darstellungen der Jagiellonen in ikonographischen Quellen und damit die Ausbildung einer spezifischen Staatsikonographie. Die unterschiedliche Haltung zur Kunst bei Sigismund I. und dessen Sohn Sigismund August – beim ersten Werkzeug zu Selbstdarstellung und politischer Propaganda mit einer Vorliebe für monumentale Architekturstiftungen, beim zweiten mehr persönliches Sammeln, was den Strukturwandel der Repräsentationskultur verdeutlicht – führte Adam MaÓ kiewicz (Krakau) vor Augen. Aber nicht nur das Herrschergeschlecht selbst stand im Mittelpunkt des Interesses, sondern auch die Stiftungen der neuen Machteliten im Umkreis des Hofes, d.h. des hohen Klerus und Adels, so in den Vorträgen von PrzemysÓ aw Mrozowski (Warschau) und JarosÓ aw Jarzewicz (Posen). Desweiteren beleuchtete Arnold Bartetzky (Leipzig) das Selbstverständnis der polnischen Städte und ihre Selbsteinordnung in das Staatsgefüge anhand der Rathausdekorationen von Krakau, Warschau, Danzig, Thorn und Posen – zumeist aus nachjagiellonischer Zeit –, wobei das Spektrum von der Thematisierung eines dezidierten Untertänigkeitsverhältnisses, wie in Krakau und Warschau, bis zur Abgrenzung und Verherrlichung der städtischen Res publica im Rechtsstädtischen Rathaus zu Danzig reicht. Von höfischen wie bürgerlichen Auftraggebern gestiftete Werke der Goldschmiedekunst, insbesondere figürliche Reliquiare in ihrer Beziehung zur zeitgenössischen Skulptur untersuchte Kinga Szczepkowska-Naliwajek (Warschau). Die Sektion beschließend präsentierte Andrea Langer (Leipzig) ihr Projekt zur Rolle der weiblichen Mitglieder des Jagiellonenhauses als Trägerinnen und Vermittlerinnen von kulturellen Strömungen an ostmitteleuropäische und mitteleuropäische Residenzen. Die innovative Fragestellung zur höfischen Kultur führte gleichzeitig den Blick aus den Kernlanden der jagiellonischen Herrschaft auf andere europäische Zentren.

Die zweite Sektion "Die Jagiellonen (einschließlich Nachbarn) und die Kirche", in die Franz Machilek (Bamberg) einführte, umfaßte ein weites Spektrum verschiedenster Aspekte, zeigte aber auch einige Desiderate insbesondere hinsichtlich der Bedeutung der Dynastie für die Frömmigkeitsgeschichte auf, so z.B. bei der Rolle bestimmter Orden, wie der Bernhardiner (Franziskanerobservanten) und deren Förderung durch das Jagiellonenhaus. Dagegen berichtete Urszula Borkowska (Lublin) über die Stiftungstätigkeit der Jagiellonen und die Begründung eines kirchlichen Netzwerks in Polen und Litauen sowie von PaweÓ Kras (Lublin) über die von den katholischen Herrschern praktizierte Politik der religiösen Toleranz. Im Anschluß daran widmete sich Marek Walczak (Krakau) der Politisierung der polnischen Landesheiligen und ihrer Bedeutung im jagiellonischen Staat, so beispielweise der allegorischen Deutung des Martyriums des hl. Stanislaus, des Hauptpatrons Polens, auf die Teilung Polens im 12. und Wiedervereinigung unter den Jagiellonen im 14. Jahrhundert. Mit dem privaten Aspekt christlicher Ikonographie im Gebetbuch König Wladislaws II. aus dem Prag der 1470er Jahre beschäftigte sich Alicja KarÓ owska-Kamzowa (Posen). Ivan Gerát (Preßburg) interpretierte das Votivbild eines Höflings Wladislaws II., des jagiellonischen Diplomaten in Preßburg, Emmericus I. Czobor, mit seiner charakteristischen Darstellung der Madonna im Strahlenkranz als Hinweis auf die konservativ-katholische Haltung der Jagiellonen und stellte es in Zusammenhang mit antihussitischen Bestrebungen der franziskanischen Observanten unter der Führung von Johannes Capestranus. Über die Ausstattung der Kirche des von König Wladislaw II. geförderten Franziskanerobservantenklosters St. Anna in Kamenz in der Oberlausitz referierte Katja Mieth (Dresden), wobei sie die um 1500 geschaffenen Flügelretabel im Spannungsfeld von östlichen und westlichen Einflüssen untersuchte. Agnieszka Madej-Anderson (Tübingen) erläuterte am Beispiel der Dominikanerkirche in Krakau, welche Rolle die Bettelorden bei der Vermittlung künstlerischer Formen und Motive hatten, speziell des ordensspezifischen und aus Italien stammenden Bildgutes. Besonderen künstlerischen Aufwand und innovative Gestaltung mit bemerkenswerten Darstellungen der Arbeitswirklichkeit in den Illustrationen von Gradualhandschriften für die Pfarrkirchen der bedeutenden königlichen Bergbaustadt Kuttenberg führte Jörg Richter (Brandenburg) vor Augen. Christopher Herrmann (Allenstein/Olsztyn) deutete an, welche kulturellen und künstlerischen Beziehungen zwischen dem Deutschordensland Preußen und der polnisch-litauischen Union bestanden, und wies damit auf das Desiderat der weiteren Erforschung der Regionen in der Peripherie des Jagiellonenreichs hin, die für den europaweiten Kulturtransfer wichtige Gelenkstellen sind. Als Beispiel für eine solche kulturelle Vermittlung hinterfragte schließlich Lars Olof Larsson (Kiel) die Rolle der Katharina Jagiellonika als Königin von Schweden, die traditionell als Garantin für die Renaissancebaukunst unter König Johann angesehen wurde. Jedoch zeige das einzige Objekt, das mit der 1583 verstorbenen Herrscherin in Verbindung gebracht werden könne, die Grabkapelle im Dom von Uppsala mit der Grabanlage, kaum direkte Italienbezüge. Es weise zuallererst auf eine herrschaftslegitimierende Funktion des betriebenen Aufwands hin.

"Die Länder der böhmischen Krone und Ungarn unter den Jagiellonen" waren das Thema der dritten Sektion, die Thomas DaCosta Kaufmann (Princeton) mit dem bereits erwähnten Bericht des Forschungsstands eröffnete. Der größte Teil der über 50 Jahre währenden Regierung der Jagiellonen in Böhmen fällt auf WÓ adysÓ aw JagielloÕ czyk (1471-1516), dessen Herrschaftsinstallation als Wladislaw II. Jan Royt (Prag) unter dem Stichwort Renovatio regni darlegte: die Bemühungen um die Prager Residenz, d.h. deren Ausbau durch Benedikt Ried, die Erneuerung des Kults der böhmischen Landesheiligen, für die Wladislaw neue Reliquiare anfertigen ließ, und die zweite Ausmalung der Wenzelskapelle durch den sog. Meister des Leitmeritzer Altars. Unter dem Titel "Sub serenissimo principe et domino Wladislao rege ungarie bohemie... vita regularis inducta est", ein Satz aus dem Kolophon des Teplaer Abtes Sigmund in einem dortigen Antiphonar aus dem Jahr 1500, stellte Milada Studni¹ ková (Prag) als Früchte der hier angesprochenen Konsolidierung des klösterlichen Lebens neuerschlossene Buchmalereien aus dem Prämonstratenserstift Tepl/Teplá und dem Observantenkloster Kaaden/Kada× vor. Neben dem Hinweis auf die Prager Herkunft einiger Illuminatoren formulierte sie das Desiderat, die stilistischen Anknüpfungspunkte an die süddeutsche Buchmalerei zu präzisieren. Vor dem Hintergrund neuer Forschungen hob Milena Bartlová (Prag) für die böhmische Tafelmalerei entgegen der Schulmeinung die Kontinuität in der künstlerischen Produktion hervor, mit charakteristischen retrospektiven Tendenzen im zweiten Jahrhundertdrittel. Ähnlich den Bereichen der Buchmalerei (s.o.) und der spätgotischen Skulptur Böhmens, wie er hinsichtlich Wissensstand und Forschungsperspektiven von Jié í Fajt (Prag) vorgestellt wurde, ist auch für die Tafelmalerei ein Weiterkommen lediglich in der Zusammenschau mit den Zeugnissen Frankens, Thüringens, Schwabens etc. möglich. Ist die gegenseitige Befruchtung zwar evident, so offenbart der Stand der Erforschung der jeweiligen Einflußbereiche schwerwiegende Defizite. In ähnlicher Weise berichtete Jié í Kuthan (Prag) von internationalen Stilbezügen in der umfangreichen Bautätigkeit Peters IV. von Rosenberg – einer der drei Hauptmänner, die in Abwesenheit Wladislaws II. seit 1490 das Königreich Böhmen regierten. So wurden auf dem rosenbergischen Dominium in Südböhmen nahezu 30 Kirchen und Kapellen umgebaut oder neu errichtet, für die eine Stilsynthese aus retrospektiven Elementen (Luxemburger Epoche), Einflüssen aus Oberösterreich sowie des angrenzenden bayerischen Donaugebiets und ebenso des königlichen Baumeisters Benedikt Ried charakteristisch ist. Als regelrechten Architekturfund konnten Petr ChotÆ bor und Tomaš Durdík (Prag) den Umbau des Lustschlosses im Prager Tiergarten (Stromovka) unter Wladislaw II. vorstellen. Ausgeführt durch die gleichzeitig an der Burg tätige Bauhütte des Benedikt Ried, handelte es sich nach der Umgestaltung um einen länglichen Palast mit umlaufenden Arkadengängen und seitlichem Treppenturm. Nur unter Einbeziehung der archäologischen Forschung, wie István Feld (Budapest) sie vorstellte, sind schließlich Bauten für Wladislaw in Ungarn zu erfassen, darunter zwei Palastbauten in den Ofener Bergen, welche jüngsten Ausgrabungen zufolge die ersten reinen Renaissancearchitekturen in Ungarn zu sein scheinen. Im Anschluß daran zeigte Gyöngyi Török (Budapest) die Ursprünge der jagiellonischen Renaissance in Ungarn und die von dort ausgehende Verbreitung der italienischen Formen auf, z.B. durch Werke der Buchmalerei noch vor 1500, und Péter Farbaky (Budapest) führte mit dem Kleriker und Politiker György Szatmári einen Kunstmäzen der Renaissance par excellence vor, der an der Wende zum 16. Jahrhundert eine Vielzahl von bedeutenden Werken der verschiedensten Gattungen u. a. in Kaschau, Pecs und Esztergom in Auftrag gab. Ähnlich besprach Ivo Hlobil (Prag) das kulturelle Wirken des Olmützer Bischofs Stanislav Thurzo am Beispiel von Werken in Mähren: zwei dem Stil des Veit Stoß verwandten Kruzifixen und der Ausgestaltung der Fassade des Bischofsschlosses in Kremsier/KromÆ é íû im Renaissancesstil. Hinsichtlich der Renaissancearchitektur in Schlesien lenkte Tomasz Torbus (Breslau) die Aufmerksamkeit auf die wechselseitige Beanspruchung der Vorbilder: Zitierte die ältere deutsche Literatur vor allem die sächsische und böhmische Schloßbaukunst und unterschlug sie einen möglichen Einfluß via Krakau, hat die allzu starke Betonung des Vorbildcharakters des Wawelschlosses seitens einiger polnischer Kunsthistoriker nach 1945 mit der hypothetischen Rekonstruktion des Schlosses in Brieg/Brzeg in den 60er Jahren konkrete Gestalt angenommen. Andererseits belegt die Tätigkeit schlesischer Bauleute an der Krakauer Wawelresidenz die offensichtlich wechselseitige Befruchtung im Schloßbau der Renaissance. Deshalb gelte es, die festgefügten Konstrukte einer schlesischen, mährischen etc. Renaissance aufzugeben und nach den nachweislichen Berührungspunkten zu fragen. Ein direkte Übernahme aus Krakau in Schlesien zeigte abschließend Janusz KÄ bÓ owski (Tübingen) mit dem sog. Sansovino-Grabmaltypus, der, in Rom kurz nach 1500 entwickelt, alsbald auf dem Wawel auftauchte und seit dem Grabmal des Breslauer Bischofs Johannes V. Thurzo von 1537 in Schlesien weite Verbreitung fand.

Die vierte Sektion war schließlich speziell den "Fragen des internationalen Austauschs" gewidmet, wenngleich dieser Aspekt schon in den vorangegangenen Vorträgen vielfach zur Sprache kam. Zur Einführung stellte Klaus Herbers (Erlangen) methodische Überlegungen zum Kulturtransfer durch Reisende an, die er an den Berichten des Schlesiers Nikolaus von Poplau von seinen Reisen in südwesteuropäische Länder unter dem Aspekt Kulturvergleich exemplifizierte. Daran anknüpfend trugen Janusz SmoÓ ucha und Marek Ferenc (Krakau) die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu den Ausländern am Hof Sigismunds I. bzw. am Hof Sigismund Augusts vor, mit denen eine der Grundlagen für die Internationalität der jagiellonischen Hofkultur deutlich wurde. Die kulturgeschichtlichen Anregungen aus dem italienischen Bereich wurden dann an ganz verschiedenen Objektgruppen vorgeführt: Gregory Harwell (Princeton) stellte die Kuppel der Sigismundkapelle am Wawel als erste, mit Hilfe in Italien wiederentdeckter antiker Geometrie exakt konstruierte Ellipse dar. Joseph Imorde (Zürich) erschloß den Traum als Bezugs- und Bedeutungsebene des auf Andrea Sansovino zurückgehenden und in Polen in Anlehnung an die königliche Grablege in der Sigismundkapelle weit verbreiteten Grabmaltypus mit kopfgestützter Liegefigur. Und Marina Dmitrieva (Leipzig) erläuterte an der Idealstadt Zamoí º , einer der wenigen realisierten Planstädte der Renaissance und gleichzeitig Festung sowie Handels- und Bildungszentrum, die Ansprüche und patriotischen Ideale von Jan Zamoyski, Großhetman im Dienste Stephan Bathorys und Anna Jagiellonkas. Als einen besonderen Aspekt von internationalem Austausch nannte Pál Lövei (Budapest) die weite Verbreitung des sog. ungarischen Rotmarmors, eines überaus gefragten Materials für Baudekor und insbesondere figürliche Grabmäler, das von florierenden Werkstätten in Ungarn bearbeitet und in weite Teile Mitteleuropas vertrieben wurde. Im Anschluß daran wurden die kulturellen Verknüpfungen der ostmitteleuropäischen mit den westlichen Kulturregionen und vor allem mit Süddeutschland dargelegt. Den dauerhaften und mannigfaltigen Transfer etwa zwischen den süddeutschen Reichsstädten und östlichen Metropolen zeigte Jan Harasimowicz (Breslau) sowohl an künstlerischen Objekten wie Ölbergkapellen und großen narrativen Bildepitaphien zur Ausstattung von Stadtpfarrkirchen als auch an Übernahmen von Brauchtum, etwa des Nürnberger Faschings in Breslau auf. Kaliopi Chamonikolasová (Brünn) referierte über die Skulptur in Mähren Ende des 15. Jahrhunderts mit Zentrum in Brünn. Sie hob die zunehmende Qualität hervor und stellte den Konnex mit der Kunst in Wien unter Niclaus Gerhaert und Nachfolgern heraus, wobei Importe und selbständige Schöpfungen nicht immer zu unterscheiden seien. Ähnliches konstatierte Wojciech Marcinkowski (Krakau) für die spätgotische Skulptur in Kleinpolen und zeigte eine Fülle von motivischen und stilistischen Verwandtschaften zu Bildhauerarbeiten in Süddeutschland. Er äußerte abschließend die Hoffnung, daß das Desiderat weiterer komparativer Forschungen in diesem Bereich in zukünftiger nationenübergreifender Zusammenarbeit behoben werden könne. Ein Ziel, das von der deutschen Kunstgeschichte mit der Nürnberger Tagung neu aufgenommen wurde und mit dem geplanten DFG-Forschungsprojekt in Leipzig intensiv verfolgt werden soll.

Die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge in der Reihe "Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums" ist in Vorbereitung.

Evelin Wetter/Dietmar Popp, Leipzig*

"L’étranger au moyen-âge"

30. Kongreß des Französischen Mediävistenverbandes
(Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur Public)

Göttingen, 3.-6. Juni 1999

Der 30. Kongreß des Französischen Mediävistenverbandes (Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur Public) fand vom 3. bis zum 6. Juni zum ersten Mal in seiner Geschichte in Deutschland statt. Nachdem die 29. Tagung des Verbandes in Rom durchgeführt worden war, fiel die Wahl für die Tagung mit dem Thema "Der Fremde im Mittelalter" nicht zufällig auf Göttingen. Als Sitz der Mission Historique en Allemagne, dem Pendant des Deutschen Historischen Instituts in Paris, und des Max-Planck-Instituts für Geschichte unter der Leitung von Otto Gerhard Oexle gab es sicher kaum einen geeigneteren Ort für eine Tagung französischer Mediävisten in Deutschland. Hinzu kam als Gastgeberin die Georg-August-Universität Göttingen, die gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut Mitveranstalterin des Kongresses war. Dank der großzügigen Unterstützung durch das französischen Außenministeriums, die Französische Botschaft, das CNRS, die Luftfahrtgesellschaft Air France, die DFG und die Fritz Thyssen-Stiftung sowie der Schirmherrschaft des Deutsch-Französischen Kulturrats konnten sich die Tagungsteilnehmer völlig auf die Thematik des Kongresses konzentrieren, der von Pierre Monnet von der Mission Historique Française und seinen Helfern umsichtig organisiert worden ist.

Den Eröffnungsvortrag hielt Werner Paravicini, Paris, über den Fremden bei Hofe – eine Thematik, die Forschungen des Vortragenden zur Geschichte von Hof und Adel mit der Quellengattung der Reiseberichte verband. Den Ausgangspunkt seiner Überlegungen zur Situation des Fremden bei Hofe bildete der einzigartige Reisebericht des Breslauer Patriziers Nikolaus von Popplau, der 1483-1486 eine "Höfetour" durch Europa unternahm und dabei besonders den Kontakt zu fremden Herrschern suchte, die ihn im gegenseitigen Tausch mehr oder weniger bereitwillig als Quelle für Neuigkeiten und Informationen an ihrem Hofe akzeptierten und schließlich regelmäßig reich beschenkt und für die Fortsetzung seiner weiten Reise ausgestattet wieder entließen.

Die Tagung bestand aus fünf Sektionen, die jeweils verwandte Vorträge zusammenfaßten, und wurde am Freitag morgen mit der ersten Sektion über "Denken/Einordnen: die Begriffe, die Diskurse und das Recht" fortgesetzt. Unter dem Vorsitz von Michel Balard, bekannt für seine Arbeiten zum italienischen Orient und zur Reiseforschung, wurden zunächst vier Vorträge gehalten, die einen weiten Bogen von der Literaturgeschichte zur Theologie und Rechtsgeschichte spannten. Marie-Thérèse Lorcin, Lyon, widmete sich dem Thema des Fremden in den Nouvelles der Langue d’Oil vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Als Erbauungsliteratur bietet diese im Spätmittelalter so beliebte Literaturform nur relativ wenig Hinweise auf Fremde. Meist handelt es sich um Anspielungen auf nationale Stereotypen, die in diesen Texten aufgegriffen wurden und den Hintergrund für die amüsanten und lehrreichen Geschichten lieferten. Patrick Henriet, Paris, schloß mit einem Vortrag über Fremdenfeindlichkeit und isidorische Integration in einer Rede des Lucas de Túy (gest. 1250) über die Fremden an die Quellengattung der Literatur im weiteren Sinne an und betonte die integrative Kraft der Verehrung des Hl. Isidor im Königreich Léon, die mancherlei Schranken zwischen Fremden zu überwinden vermochte. Anschließend ging Neithart Bulst, Bielefeld, in seinem auf deutsch gehaltenen Vortrag auf die Rechtsstellung der Fremden in deutschen Städten des Mittelalters ein. Er untersuchte den normativen Regelungsbedarf, der durch die Anwesenheit von Fremden in Städten ausgelöste wurde: Anzeige-, Kennzeichnungs- und Haftungspflicht des Wirtes für den Gast waren nur einige der Aspekte, die Bulst in seinem Beitrag herausarbeitete. Ebenfalls der Domäne der Rechtsgeschichte ist der anregende Beitrag von Patrick Gilli, Montpellier, zum täglichen Miteinander von Bürgern und Nichtbürgern im italienischen rechtlichen Denken am Ende des Mittelalters zuzurechnen. Gerade im Bereich der italienischen Stadtstaaten sei dem Bürgerrecht, d.h. der Unterscheidung zwischen Bürgern und Nichtbürgern in rechtlichen Dingen und der Anerkennung des poltischen Mitspracherechts von Neubürgern, eine besondere Bedeutung zugekommen. Anhand von einigen, von Juristen zu dieser Problematik verfaßten "consilia" des 14. und 15. Jahrhunderts erläuterte Gilli, wo die politische Fremdheit dieser Neubürger endete und wie ihre stadtbürgerliche Eingliederung anfing.

In der zweiten, von Michel Le Mené präsidierten Sektion mit dem Titel "Figures d’exclusion et figures d’integration", sprach Philippe Bernardi vom CNRS Aix-en-Provence über Sklaven und Handwerker: Fremde Arbeitskräfte in der Provence. Zu vorschnell sei in der Vergangenheit, auf Grundlage der Arbeiten von Charles Verlinden, der Sklave in der Provence mit dem Hausdiener gleichgesetzt worden. Durch neuere Forschungen lasse sich heute eine differenzierteres Bild der provenzalischen Gesellschaft im späten Mittelalter zeichnen, in dem die Bedeutung der Sklaven als Mittler und Transporteure für bestimmte, im Abendland noch unbekannte Techniken eine große Rolle gespielt hätte. Franck Collard von der Universität Reims sprach anschließend über eines der vielen negativen Vorurteile, das Fremden häufig anhaftete – die scheinbare Verantwortung für Unglücks- und Todesfälle durch Giftmischerei. Neben den Juden waren es häufig auch Reisende aller Art, die dieses Verbrechens verdächtigt wurden. Während zunächst scheinbar vor allem die geographische Distanz Fremdheit definierte, konnte im späteren Mittelalter auch der Reisende aus anderen europäischen Ländern oder auch der Nachbar aufgrund des aufkeimenden Nationalgefühls zum fremden Giftmischer werden. Eben solche "fremden Nachbarn" stellte auch Edina Bozoky, Poitiers, in ihrem Beitrag über "Die Katharer als Fremde" vor. Ihr Vortrag beleuchtete die ideologischen, juristischen und sozialen Gesichtspunkte des Katharertums in deren Beziehung zum Begriff des Fremden. Schon die Herkunft der Ketzerei war für die Kirche ein wichtiges Moment in ihrer Ablehnung der Kartharer. Durch Ausschluß und Unterdrückung der Katharer wurden aus den ehemaligen Nachbarn Fremde –Fremdheit also als Konstrukt, aus dem sehr schnell eine Realität als Emigrant oder Exilant werden konnte. Die Katharer selbst kämpften gegen die Entwurzelung durch die Bildung von Solidaritätsnetzwerken und die Bewahrung ihrer religiösen Identität.

Élisabeth Malmut, Paris, setzte die Sektion mit einem Beitrag über "Fremde Völker in der kaiserlichen byzantinischen Ideologie des 10. bis 12. Jahrhunderts" fort. Anhand mehrerer einschlägiger Texte stellte sie zunächst die herrschende Ideologie in Bezug auf fremde Völker vor, um dann in einem zweiten Teil die konkreten Beziehungen des byzantinischen Herrscherhauses zu diesen Völkern durch Diplomatie (Gesandtschaften, Eheschließungen) und im Rahmen der Christianisierungsbemühungen erörterte. Auch der Vortrag von Philippe Depreux von der Universität in Tours über "Fürsten, Fürstinnen und ausländische Adelige am Hof der merowingischen und karolingischen Könige – Verbündete, Gäste oder Geiseln" stellte diese Formen von Kontakt mit Fremden in den Mittelpunkt. Auffällig war seine Bemerkung, daß die einschlägigen Texte anscheinend keine Sprachprobleme erwähnen. Ob permanent anwesende fremde Ehefrauen und Geiseln oder auf der Durchreise befindliche Pilger, selten nur wird im frühen Mittelalter die sprachliche Fremdheit in den Vordergrund gerückt, die doch so prominent in späteren Quellen auftaucht. Weiter im Bereich des hohen Adels bewegten sich die Ausführungen von Béatrice Leroy, Universität Pau, über Navarra im 13. und 14. Jahrhundert als Beispiel eines von Fremden regierten Königreichs. In der Interaktion zwischen iberischer Bevölkerung und französischen Königen im Laufe des 14. Jahrhunderts wurde es zur wichtigen nationalen Grundregel, daß die Herrscher in ihrer Gesetzgebung die nationalen Bräuche und Gewohnheiten befolgten. Auch der Führungselite aus Navaresen und Franzosen gelang die Integration in eine navaresische Nation in dieser Zeit.

Über den "Fremden am Hofe, Künstler und kultureller Austausch in Europa im Zeitalter der internationalen Gotik" (um 1400) sprach Sophie Cassagnes-Brouquet von der Universität Rennes zum Ausklang der Sektion. Wiederum, wie schon im Eröffnungsvortrag von Paravicini, stand die Rolle des Fremden am Hofe im Mittelpunkt. Diesmal aber aus einer anderen Perspektive, nämlich der des Künstler und mit Blick auf den internationalen Kunsttransfers dieser Zeit. Am Beispiel der burgundischen Hofkünstler führte sie die vielfältigen Verflechtungen im Kunstmarkt dieser Zeit vor Augen. In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung der Beziehungen zwischen Italien und Burgund für den kulturellen Austausch in der Zeit zwischen 1380 und 1450 unterstrichen.

In der relativ kurzen dritten Sektion, die mit "Der Fremde im Alltag/L’étranger au quotidien" betitelt war, stellten unter dem Vorstitz von Pierre Desportes zwei französische und ein deutscher Teilnehmer Aspekte der Integration und Exklusion von Fremden im Alltag zur Diskussion. Stéphane Boissellier von der Universität Tours berichtete über seine Forschungen zu den sog. "Mudejaren", der islamischen Minderheit im Süden Portugals während des 13. und 14. Jahrhunderts. Die vergleichsweise gute Integration dieser Bevölkerungsgruppe in die herrschende christliche Gesellschaft ließe sich zum Teil aus der gemeinsamen ethnischen Basis (viele Christen waren bekehrte "Mudejaren") erklären. Die Integration durch das enge Zusammenleben in dörflichen Gemeinschaften überdeckte scheinbar in diesem Fall die religiös determinierte Fremdheit. Ernst Schubert referierte, als Vertreter der einladenden Universität Göttingen, über das Thema "Fremde und Erfahrungen des Fremden im mittelalterlichen Deutschland. Ausgehend von einer etymologischen Betrachtung von Begriffen wie "Befremdlich" und "befremden" erörterte sein provokativer Beitrag die Entwicklung und Wandlung der Wahrnehmung von "Fremdheit" im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Schubert konstatierte zunächst eine prinzipielle Offenheit des Mittelalters für Fremde. Dies ließe sich an der Bedeutungveränderung des Wortes "fremd" erkennen. Ursprünglich sei "fremd" nämlich die Antwort auf die Frage "woher kommst du" und "wer bist du" im Sinne einer sozialen und nicht einer geographischen Standortbestimmung gewesen. Erst mit der Entwicklung von Städten und deren Segregation vom umliegenden Land sei "fremd" als synonym für "Elend" verwendet worden. "Fremd" im Sinne von "befremdlich" tauche dagegen erst um 1500 im deutschen Sprachschatz auf und deute die grundsätzliche Veränderung in der Wahrnehmung von "Fremdheit" an. Gründe hierfür seien in der Abnahme der Pilgerfahrten aufgrund von Verboten durch die Obrigkeit zu suchen, die somit "Fremdenfeindlichkeit" von oben nach unten vermittelten. Als dritter Beitrag der Sektion sprachen Élisabeth Mornet und Jacques Verger, beide Paris, über Glück und Unglück des fremden Studenten. An dem Beispiel der Universitäten Paris, Padua und Bologna erläuterte zunächst Verger die Realität von "Fremdheit" von Studenten in diesen Städten am Beispiel von aktenkundig gewordenen Zwischenfällen. Mornet wendete in einem zweiten Teil den Blick auf autobiographische Zeugnissen von Studenten aus Nordeuropa, die aufgrund fehlender nationaler Universitäten bis zum Ende des Mittelalters gezwungen waren, im Ausland zu studieren. Die spärlichen Zeugnisse, die Hinweise auf die Selbstwahrnehmung der Studenten erhalten, belegen eine deutliche Wahrnehmung von nationaler Identität, die sich besonders auch auf die unterschiedliche Herkunft innerhalb des heutigen Skandinavien bezog. In der anschließenden Diskussion wurden Zweifel an dem von Schubert beschriebenen Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Pilgerfahrten und einer Zunahme von Fremdenfeindlichkeit geäußert und in diesem Zusammenhang auch grundsätzlich die These der Offenheit des (deutschen) Mittelalters gegenüber Fremden kritisch hinterfragt. Gerade in Bezug auf die großen, epochalen Veränderungen in der Wahrnehmung von Fremdheit bleibt somit weiterhin Diskussion und Forschungsbedarf festzustellen.

In der vierten Sektion der Tagung, die dem Thema "Kirche und Fremdheit/Une ecclesia sans étrangers" (Vorsitz: Heribert Müller) gewidmet war und in deren Anschluß sinnfällig die Exkursion nach Hildesheim mit Besichtigung des dortigen Domschatzes durchgeführt wurde, sprachen Pascal Montaubin von der Universität Amiens und Véronique Gazeau aus Caen über Konflikte um und über Fremdenfeindlichkeit innerhalb der christlichen Kirche. Montaubin untersuchte zunächst die Spannungen zwischen italienischen Klerikern und den Bevölkerungen in England und Frankreich vom Ende des 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Unter dem Stichwort "Fremde im Christentum" stellte er vor dem Hintergrund der päpstlichen Ernennungspolitik an ausländischen Kirchen fest, daß die italienischen Kleriker in beiden Ländern spürbar als Fremde wahrgenommen wurden. Besonders aber in England wurde schon sehr früh und sehr laut Kritik geäußert. Man verwahrte sich vehement gegen die Vergabe von Pfründen an die ausländischen, päpstlichen Kleriker. Doch der fremde Kleriker konnte in manchen Fällen auch zum gefragten Mittelsmann zum Papst werden, so daß man durchaus von einer ambivalenten Situation sprechen könne. Gazeau beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit einer anderen Facette des Themas, nämlich der Frage, ob die Benediktineräbte im Herzogtum Normandie fremde Äbte gewesen seien. In der Zeit vom 10. zum 12 Jahrhundert ließ sich in der Normandie eine ganze Reihe fremder Äbte nieder, die aus Italien, Deutschland, England oder auch anderen Regionen Frankreichs in diese Gegend kamen und in der Klosterreformation tätig waren. Hier sei es ebenfalls zu Konflikten, aber auch zur gegenseitigen Beeinflussung gekommen.

Die fünfte und letzte Sektion der Tagung, die von Claude Gauvard, der amtierenden Vorsitzenden des französischen Mediävistenverbandes, präsidiert wurde, stand unter dem Thema der Spiegelung des Eigenen durch die Begegnung mit dem Fremden: "Discours de l’autre, discours de soi". Die Erkenntnis, daß ein Reisebericht nicht nur etwas über die besuchten fremden Orte und Menschen, sondern auch über den Autor und seine Kultur verrät, ist nicht neu – aber ihre Anwendung auf solche Texte ist damit um so wichtiger. Géneviève Bührer-Thierry von der Universität Paris XII sprach in ihrem Vortrag zunächst von den "Fremden durch den Glauben, Fremde durch die Sprache: Die Missionare der germanischen Welt beim Zusammentreffen mit heidnischen Völkern (8. bis 11. Jahrhundert)". Ihre Quellen waren vor allem Heiligenviten, die in der Regel aber mehr über die fremden Völker als über deren Wahrnehmung der Missionare erzählen. Damit war dieser Beitrag, aufgrund der Quellenlage, deutlich dem ersten Teil des Sektionstitels, dem "Discours de l’autre" gewidmet. Als Fremde erschienen den Missionaren zunächst alle, die "Fremde im Glauben" waren. Sodann war die Fremdsprachen-Problematik von Bedeutung. Das Evangelium konnte nur über eine gemeinsame Sprache weitergegeben werden. Fremdheit wurde nicht zuletzt durch das Erlernen der lingua franca, der lateinischen Sprache, durch die einheimische Bevölkerung überwunden. Mit einem lateinischen Quellenzitat ist auch der zweite Beitrag der Sektion von Felicitas Schmieder, München, überschrieben: "Tartarus valde sapiens et eruditus in philosophia – die Sprache der Missionare in Asien". Bei der Mission der Mongolen und anderer asiatischer Völker mußten die Franziskaner- und Dominikanermissionare in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zunächst einmal selbst die Schulbank drücken und die Sprache der "Heiden" erlernen. Aus den ersten Missionsversuchen ergab sich schnell die Notwendigkeit von Fremdsprachenkenntnissen und in missionstheoretischen Schriften setzten sich die zurückgekehrten Missionare für Unterricht in Sprache, Religion und Kultur der Heiden an den Universitäten ein. In diesem intensiven Kontakt mit fremden Religionen hatte auch die spätere komparative Theologie ihren Ausgangspunkt. Der letzte Vortrag der Sektion von Philippe Braunstein, Paris, beschäftigte sich mit einem klassischen Thema der mittelalterlichen Reiseforschung: dem Evagatorium des Felix Fabri, das dieser nach zwei Reisen in das Heilige Land und nach Ägypten zuerst 1486 veröffentlichte. Dieser Reisebericht hebe sich von der Masse der spätmittelalterlichen Reisetagebücher und Itinerare durch sein Reflektionsniveau und seine Gelehrsamkeit ab, durch die der Autor eine "Kontinuität des Raumes, eine Kontinuität des Abendlandes auf dem Sinai schuf, die die Entfernung der Fremdheit zu überwinden vermochte ...".

Die Ergebnisse der Tagung wurden abschließend von Otto G. Oexle zusammengefaßt und die Teilnehmer im Anschluß von der Präsidentin des französischen Mediävistenverbandes, Claude Gauvard, verabschiedet. Vor ihrem Rückflug über bzw. nach Paris stand für die französischen Teilnehmer allerdings noch ein Archivbesuch in Frankfurt auf dem Programm. Eine Veröffentlichung der Beiträge in einem Tagungsband ist vorgesehen.

Das Abendprogramm der Tagung war ebenso wie der Ablauf in den Sektionen hervorragend organisiert. Ein besonderer Höhepunkt war hierbei sicherlich der festlichen Empfang im Max-Planck-Institut für Geschichte, bei dem die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem französischen und dem deutschen Mediävistenverband intensiviert und in einem feierlichen Akt auf eine neue, nunmehr offizielle Grundlage gestellt wurden. Es bleibt zu wünschen, daß aus diesem guten Anfang noch viele, fruchtbare Kooperationen, Diskussionen und Forschungsprojekte erwachsen mögen.

Jörg Wettlaufer

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

Wolfenbütteler Gastseminar

Hoffeste und Hofrituale als große Politik’

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, 28. bis 29. Januar 1999

Leitung: Prof. Dr. Hans Medick, Göttingen

Kontaktadresse: Herzog August Bibliothek

Lessingplatz 1

D-38304 Wolfenbüttel

Tel. + 0 53 31 - 808-0 – Fax + 0 53 31 - 808-173

*****

Wolfenbütteler Arbeitsgespräch

Die literarische und materielle Kultur der Frauenklöster im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit (ca. 1350-1550)

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, 24. bis 26. Februar 1999

Leitung: Prof. Dr. Volker Honemann, Münster – Dr. Eva Schlotheuber, Göttingen – Dr. Falk Eisermann, Münster

Kontaktadresse: Herzog August Bibliothek

s.o.

*****

Ausstellung

A Treasure House of Books

The Library of Duke August of Brunswick-Wolfenbüttel

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, 5. März bis 1. September 1999

Kontaktadresse: Herzog August Bibliothek

s.o.

*****

Wolfenbütteler Arbeitsgespräch

Beyond the Book: The Emblem in Early Modern Culture – Über das Emblembuch hinaus: Das Emblem in der europäischen Kultur der frühen Neuzeit

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, 8. bis 9. März 1999

Leitung: Prof. Dr. Gerhard F. Strasser, Pennsylvania/USA – Prof. Dr. Mara Wade, Urbana/USA

Kontaktadresse: Herzog August Bibliothek

s.o.

*****

Ausstellung

Ritterburg und Fürstenschloß

Passau, 9. Mai bis 31. Oktober 1999

Kontaktadresse: Oberhausmuseum Passau

Oberhaus 125

D-94034 Passau

Tel. + 08 51 - 4 93 35-0 – Fax + 08 51 - 4 93 35-10

Internet: http://www.bistum-passau.de/ritter.htm

Siehe unter Neuerscheinungen den Titel "Ritterburg und Fürstenschloß".

*****

Ausstellung

Seidene Kostbarkeiten

Mittelalterliche Textilien von Europa bis China

Abegg-Stiftung Riggisberg in der Schweiz, 9. Mai bis 1. November 1999

Siehe unter Neuerscheinungen den Titel "Entlang der Seidenstraße".

*****

Jahrestagung

Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen

Weltliche Feste und Feiern in der Neuzeit

Braunschweig, 13. bis 15. Mai 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Ernst Schubert

Institut für historische Landesforschung

Platz der Göttinger Sieben 5

D-37073 Göttingen.

Tel. + 05 51 - 2 28 82

Ausgewählte Vorträge:

Widder, E. (Tübingen), Alltag und Fest am welfischen Fürstenhof im ausgehenden 15. und im 16. Jahrhundert; Daniel, U. (Braunschweig), Das höfische Fest im Barock.

*****

Ausstellung

Alte Christen – Neue Christen

Württemberg im Streit um die Reformation

Stuttgart, 10. Juni bis 10. September 1999

Kontaktadresse: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 4

D-70173 Stuttgart

Tel. + 07 11 - 212-43 35 – Fax + 07 11 - 212-43 60

*****

Ausstellung

Die Triumphe des Barock / I Trionfi del Barocco

Architektur in Europa – Architettura in Europa 1600-1750

Turin, 4. Juli bis 7. November 1999

Kontaktadresse: Palazzina di Caccia di Stupinigi

Piazza Principe Amadeo, 7

I-10042 Nichelino – Turin

Tel. +3 90 11 - 3 58 12 20

Internet: http://www.regione/piemonte.it/lingue/english/resid/stupi.htm

*****

Internationales Symposium

Ökonomische Potenz und Interkulturalität

Bedeutungen und Wandlungen der mitteleuropäischen Hofjudenschaft
auf dem Weg in die Moderne

Halberstadt, 5. bis 8. September 1999

Wiss. Leitung: Prof. Dr. Friedrich Battenberg und Dr. Rotraud Ries in Zusammenarbeit mit der Moses-Mendelssohn-Akademie

Kontaktadresse: Moses-Mendelssohn-Akademie

Rosenwinkel 18

D-38820 Halberstadt

Aus der Ankündigung:

Zum Abschluß des DFG-Projekts "Die Rolle der Hofjuden im Akkulturationsprozeß der Juden des deutschsprachigen Raumes" sollen Forschungsergebnisse aus diesem Projekt und dem Arbeitskreis "Hofjuden" der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland werden diese Ergebnisse um eigene Forschungen bereichern und v.a. in der Schlußsektion die Detailstudien unter zusammenfassenden Fragestellungen zur Diskussion stellen.

Ziel ist es, ein deutlich differenzierteres und strukturierteres Bild von der jüdischen Wirtschaftselite des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, darunter v.a. den Hofjuden vorzustellen. Neben ihrer ökonomischen, politischen und innerjüdischen Rolle soll der kulturelle Wandel thematisiert werden, der diese Minderheiten-Elite früher als die übrige Judenschaft einen Weg aus dem traditionellen Judentum in die entstehende moderne Gesellschaft gehen ließ.

Nicht zufällig findet die Tagung in Halberstadt statt: Das ehemalige Rabbinerseminar wurde von Behrend Lehmann, einem der bedeutendsten Hofjuden der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts gestiftet.

Siehe auch die Dokumentation der Debatte um die "Hofjuden als Prototypen der jüdischen Moderne" im Internet unter der Adresse http://stadt.heim.at/newyork/130028/hofjuden1.html.

Aus dem Programm:

Sonntag, 5. September

Breuer, M. (Jerusalem), Hofjuden, Fürst und jüdische Gesellschaft: Zwischen Loyalität, Verpflichtung und Macht (öffentlicher Vortrag).

Montag, 6. September

A. Funktion und Wandel der jüdischen Wirtschaftselite in zentraleuropäischen Metropolen

Kreutz, W. (Mannheim), Einführung; Burkhardt, N. (Mühlheim/M.), Wiener Hofbankiers und ökonomische Modernisierung; Keuck, T. (Köln): Kontinuität und Wandel im ökonomischen Verhalten preußischer Hofjuden: Die Familie Itzig in Berlin; Schlick, G. (Frankfurt/M.), Jüdische Wechselmakler am Börsenplatz Frankfurt/M.; Wallenborn, H. (Potsdam), Sephardische Residentenfamilien in Hamburg.

B. Jüdische Wirtschaftselite – Jüdische Gemeinde – Jüdische Kultur

Rohrbacher, B. (Duisburg), Einführung; Cohen, R. (Jerusalem), Creating an Elite. Norm of Behaviour: Court Jews as Patrons and Collectors of Art; Strehlen, M. (Berlin/Mainz), Repräsentation und Selbstverständnis am "Ort des Ewigen Lebens"; Raspe, L. (Frankfurt/M.), Individueller Ruhm oder kollektiver Nutzen? Behrend Lehmann als Mäzen; Grabherr, E. (Wien), Hofjuden auf dem Lande als Repräsentanten aufklärerischer Ideen und Förderer der Haskalah.

Schoeps, J. H. (Potsdam), Skrupellose Geschäftemacher oder Wirtschaftspolitiker von Format? Das Hoffaktorentum im Deutschland des 17. und 18. Jahrhunderts (öffentlicher Abendvortrag).

Dienstag, 7. September

C. Väter und Söhne, Aufsteiger und Nachfolger: Wandel in der Generationenfolge

Kasper-Holtkotte, C. (Frankfurt/M.), Einführung; Ries, R. (Darmstadt/Herford), Wenn das Fremde zum Eigenen wird: Hofjuden-Kinder auf dem Weg aus dem Judentum; Wassmuth, B. (Karlsruhe): Die Familien May und Mayer in Mannheim; Battenberg, F. (Darmstadt): Wolf Wertheimer in München; Backhaus, F. (Frankfurt/M.), Die Rothschild-Söhne; van Bekkum, W. (Amsterdam/Groningen), Zwischen Loyalität und Opposition: Der Bankier Abraham Carl Wertheim (1832-1897) in Amsterdam.

D. Hofjuden in deutschen Kleinterritorien

Deventer, J. (Hamburg), Einführung: van Faassen, D. (Paderborn), Der kleine Hofjude als "dienstbeflissener Nachbar": Beispiele aus der Grafschaft Lippe; Blinn, D. (Simmern), Alchemistische Versuche und ökonomische Projekte: Die Familie Wahl in Pfalz-Zweibrücken; Hebell, K. (Darmstadt), Madame Kaulla und ihr Klan: Aufstieg in der Grafschaft Hechingen.

Dick, J. (Halberstadt), Behrend Lehmann und Halberstadt als Hofjuden-Residenz: Stadtrundgang und Besuch des Jüdischen Friedhofs.

von Glasenapp, G. (Frankfurt/M.), Die Rezeption des Hofjudenthemas (insbes. "Jud Süß") in der Literatur.

Mittwoch, 8. September

E. Der reiche und verlustreiche Weg in die Moderne: Kommentare und Schlußdiskussion

Hertz, D. (Bronxville/NY), Einführung und Moderation; Lowenstein, S. (Los Angeles), Hofjuden, Tradition und Moderne; Po-Chia Hsia, R. (Los Angeles), Hofjuden und Kultur; Studemund-Halevy, M. (Hamburg), Aschkenasische Hofjuden, sefardische Residenten und ihre kulturellen Differenzen; Goemmel, R. (Regensburg), Hofjuden und Wirtschaft im Merkantilismus; Schmidt, M. (Tromsö), Hofjuden, Kommunikation und Emanzipation; Heimann-Jelinek, F. (Wien): Hofjuden und Identitätswandel.

*****

Tagung

Fünfzig Jahre Landesgeschichtsforschung in Hessen

Marburg, 6. bis 8. September 1999

Kontaktadresse: Dr. Ursula Braasch-Schwersmann

Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde

Wilhelm-Röpke-Str. 6 C

D-35032 Marburg

Tel. + 0 64 21 - 28 45 82 – Fax + 0 64 21 - 28 47 99

Email: reuling@mailer.uni-marburg.de

Aus dem Programm:

Moraw, P. (Gießen), Spätmittelalterforschung in Hessen seit 1945; Janssen, J. (Bonn), Landesgeschichte im Nachkriegsdeutschland; Braasch-Schwersmann, U. (Marburg), Wege der Stadtgeschichtsforschung in Hessen; Gräf, H. (Marburg), Dynastien, Territorien, Land. Forschungen zur frühneuzeitlichen Geschichte in Hessen; Eiler, K. (Wiesbaden), Nassau in der hessischen Landesgeschichtsforschung der Nachkriegszeit – eine Bilanz; Seier, H. (Marburg), Kurhessenforschung im 20. Jahrhundert; Pletsch, A. (Marburg), Historisch-geographische Siedlungsforschung in Hessen.

*****

Symposion

Der Medici-Papst Leo X. und Frankreich
Politik, Kultur und Familiengeschäfte in der europäischen Renaissance

Veranstaltet von der Bibliotheca Hertziana und dem DHI in Rom

Rom, 9. bis 11. September 1999

Kontaktadressen: PD. Dr. Götz R. Tewes

Universität zu Köln

Historisches Seminar

Albertus-Magnus-Platz

D-50923 Köln

Tel. + 02 21 - 470 -52 54 – Fax + 02 21 - 470-51 48

Email: alh62@mail1.rrz.Uni-Koeln.de

Dr. Michael Rohlmann

Bibliotheca Hertziana

Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte

Via Gregoriana 28

I-00187 Roma

Tel. + 0 66 99 93-1 – Fax. + 0 66 99 93-333

Email: rohlmann@biblhertz.it

Aus dem Programm:

Böninger, L. (Florenz/Jena), Lorenzo de‘ Medici und Frankreich. Die Frankreichkontakte der Medici bis zum Sturz der Familie 1494; Tewes, G.-R. (Köln), Ursachen, Formen und Folgen der Medici-Frankreich-Allianz im Potifikat Leos X.; Meissen, T. (Zürich), Das Interesse an der Vergangenheit im Florenz der Medici; Tauber, C. (Bonn), Italianità am Hofe Franz‘ I. (1515-1521); Pietschmann, K. (Münster), Heiligsprechungsprozesse unter Leo X. und ihr Frankreich-Bezug; Rohlmann, M. (Rom), Bildgeschichte im Vatikanpalast; Fritz, M. P. (Saint-Prex), "... pieno d’una certa argutia gioconda et sottile ..." Bemerkungen zu Kardinal Bibbienas Kreuzzugslegation in Frankreich; Wolter von dem Knesebeck, H. (Göttingen), Bücher und Handschriften als Kulturtausch zwischen Frankreich und der Kurie unter Leo X.; Roth, A. (Rom), Französische Musiker und Komponisten am päpstlichen Hof unter Leo X.; Strunck, C. (Rom), Das Bild der Nachwelt: Die diplomatischen Beziehungen Leos X. zu Frankreich in Darstellungen des Cinque- und Seicento.

Siehe hierzu auch die Besprechung "Ausgleichskünstler des Machtverlusts", Annäherung an einen übergangenen Medici, von T. Leuker, in der F.A.Z. vom 29.9.1999.

*****

7. Pfälzisches Burgensymposion

Von der Legende zur Wirklichkeit

Neue Erträge der pfälzischen Burgenforschung

Dahn, 18. September 1999

Leitung: Jürgen Keddigkeit, M.A. – Rüdiger Mertens

Kontaktadresse: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde

Benzinoring 6

D-67653 Kaiserslautern

Tel. + 06 31 - 364-73 03 – Fax + 06 31 - 360-93 47

*****

45. Wolfenbütteler Symposium

"Reisebilder"

Die Rezeption der Reisen und ihr Niederschlag in Wissenschaften und Literatur

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Ende September 1999

Leitung: Prof. Dr. Michael Lackner, Göttingen – Dr. Philippe Despoix, Berlin

Kontaktadresse: Prof. Dr. Friedrich Niewöhner

Herzog August Bibliothek

Postfach 13 64

D-38299 Wolfenbüttel

Tel. + 0 53 31 - 808-210 – Fax + 053 31 - 808-266

Email: niewoehner@hab.de

*****

Internationale Arbeitstagung

Europa im Mittelalter
Theorien, Methoden und Praxis des Vergleichs in den europäischen
Geschichtswissenschaften vom Mittelalter

Berlin, 23. bis 25. September 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Michael Borgolte

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für vergleichende Geschichte Europas im Mittelalter

Unter den Linden 6

D-10099 Berlin

Tel. + 030 - 20 93-22 33 – Fax + 030 - 20 93-24 31

Email: michael.borgolte@geschichte.hu-berlin.de

Internet: http://www.geschichte.hu-berlin.de/ivgem

Aus dem Programm:

Donnerstag, 23. September

Borgolte, M. (Berlin), Einleitung: Perspektiven europäischer Mittelalterhistorie an der Schwelle zum 21. Jahrhundert; Nyberg, T. (Odense), Frühes und spätes Mittelalter in Skandinavien – ein möglicher Vergleich?; Algazi, G. (Tel Aviv, Berlin), Hofkulturen im Vergleich: "Liebe" bei den frühen ‘Abbasiden’; Bak, J. (Budapest), Über die Möglichkeiten eines Vergleichs von Eliten in mittelalterlichen Gesellschaften (insbesondere Mitteleuropas); Oexle, O. G. (Göttingen), Gruppen in der Ständegesellschaft komparatistisch gesehen; D’Avray, D. (London), Vergleichende Geschichte des mittelalterlichen Ehesystems; Spiess, K.-H. (Greifswald), Höfische Feste im Europa des 15. Jahrhunderts.

Freitag, 24. September

Geary, P. J. (Notre Dame), Comparative History, Social Scientific Modeling, and the European Middle Ages; Klaniczay, G. (Budapest), Probleme der vergleichenden Religions- und Kulturgeschichte; Menant, F. (Paris), Quelque possibilités de comparaison dans l ‘histoire rurale des XIIe-XIIIe siècles, à partir d’exemples lombards; Rando, D. (Trient), Das mittelalterliche Venedig in der Wahrnehmung der Europäer; Bagge, S., (Bergen), Medieval Societies and Historiography; Vollrath, H., (Bochum), Textproduktionen der europäischen Regna des hohen Mittelalters im Vergleich; Schneidmüller, B., (Bamberg), Die Eigenart der anderen im eigenen Blick. Vergleichende Wahrnehmung politischer Ordnung im hochmittelalterlichen Deutschland und Frankreich.

Samstag, 25. September 1999

Piskorski, J. M. (Stettin/Posen), Kolonisationsvorgänge des europäischen Mittelalters im Vergleich. Versuch einer Typologie und Theorie; Goetz, H.-W. (Hamburg), Frühmittelalterliche Grundherrschaften und ihre Erforschung im europäischen Vergleich; Blockmans, W. (Leiden), Die Dynamik der politischen Systeme im Spätmittelalter. Vergleich und Versuch zur Theoriebildung; Helmrath, J. (Berlin), Partikularsynoden im europäischen Vergleich; Barrow, G. W. S. (Edinburgh), Divisions of Territory in the Middle Ages: England and Scotland compared; Strzelczyk, J. (Posen), Auf der Suche nach der nationalen Identität im Mittelalter. Der Fall Polen; Rexroth, F. (Berlin), Zusammenfassung.

 

*****

Tagung der Görres Gesellschaft

Sektion für Geschichte

Potsdam, 28. September 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Laetitia Boehm

Hohenzollernstr. 54/I

D-80801 München

Tel. + 089 - 34 12 19

Aus dem Programm:

Sohn, A. (Münster), Von der Residenz zur Hauptstadt. Paris im hohen Mittelalter; Heimann, H.-D. (Potsdam), Potsdam: Alte Stadt und Residenz – Geschichte und Gestalt einer so nicht mehr existierenden Stadt.

*****

Tagung

Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter

II. Hoch- und Spätmittelalter

Insel Reichenau, 5. bis 8. Oktober 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Jürgen Petersohn

Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte e.V.

Benediktinerplatz 5

D-78467 Konstanz

Fax + 0 75 31 - 6 17 43

Aus dem Programm:

Dienstag, 5. Oktober

Winterfeld, D. von (Mainz), Deutsche Architektur des 13. Jahrhunderts in ihrem Verhältnis zu Frankreich.

Freitag, 6. Oktober

Kurmann, P. (Freiburg/Schweiz), Französische und deutsche Skulptur. Parallelen und Divergenzen im Werdegang vom späten 12. zum frühen 14. Jahrhundert; Reuter, T. (Southampton), Nur im Westen was Neues? Das Werden prämoderner Staatsformen im europäischen Hochmittelalter; Moeglin, J.-M. (Paris), Nationen, Nationalisierung, nationale Identitäten; Paravicini, W. (Paris), Deutsche Adelskultur und der Westen im späten Mittelalter. Eine Spurensuche am Beispiel der Wittelsbacher.

Samstag, 7. Oktober

Blockmans, W. (Leiden), Stadt, Verwaltung, Schriftlichkeit; Irsigler, F. (Trier), Wirtschaft, Wirtschaftsräume, Kontaktzonen; Rexroth, F. (Berlin), "... damit die ganze Schule Ruhm und Ruf gewinne". Vom umstrittenen Transfer des Pariser Universitätsmodells nach Deutschland; Johnson, L. P. (Cambridge), Französischer Einfluß auf deutsche Literatur und Sprache (1150-1230). Spekulationen über Wege und Weisen der Vermittlung.

Sonntag, 8. Oktober

Moraw, P. (Gießen), Deutschland und der Westen Europas im späteren Mittelalter.

*****

Ausstellung

Kunst am spanischen Hof Philipps IV.

Die großen Sammlungen IX: Museo Nacional del Prado zu Gast in Bonn

Velázquez, Rubens, Lorrain

Bonn, 8. Oktober 1999 bis 23. Januar 2000

Kontaktadresse: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Friedrich-Ebert-Allee 4

D-53113 Bonn

Tel. + 02 28 - 91 71-200

Internet: http://www.kah-bonn.de

*****

Ausstellung

Johannes a Lasco – Ein Leben in Büchern und Briefen

Emden, 14. Oktober bis 28. November 1999

Die Ausstellung beschreibt Leben und Werk des polnischen Adligen, Humanisten und Reformators Johannes a Lasco (1499-1560) und präsentiert dazu eine Vielzahl von Objekten aus seiner Zeit, darunter mehrere seiner Briefe und Schriften. Ein zweiter Teil der Ausstellung widmet sich dem Kauf der Bibliothek des Erasmus von Rotterdam durch a Lasco. Erasmus verkaufte die rund 440 Bände der Bibliothek 1525 für 400 Gulden, doch gingen sie erst nach seinem Tod 1536 an a Lasco. Heute sind nur noch rund 20 Bände erhalten, die in der Ausstellung im Original (8 Exemplare) oder in Reproduktionen präsentiert werden.

Die Ausstellung steht im Kontext eines Symposiums zum 500. Geburtstag a Lascos, das vom 14. bis zum 17. Oktober 1999 in Emden stattfand. Zur Ausstellung ist im foedus-Verlag, Wuppertal, ein Katalog erschienen (148 Seiten, 80 farbige Abbildungen, 36,– DM).

Kontaktadresse: Henning P. Juergens, M.A.

Johannes a Lasco Bibliothek

D-26721 Emden

Email: juergens@jalb.de

Internet: http://www.jalb.de/HOMEPAGE/aLascoprog.htm

*****

Tagung

Die Stadt als Zentrum

Ausstrahlung, Einzugsbereich und Anziehungskraft nordostschweizerischer Städte

St. Gallen, 14. und 15. Oktober 1999

Kontaktadressen: Schweizer Arbeitskreis für Stadtgeschichte

Pascale Sutter – Dr. Martina Stercken

Historisches Seminar der Universität Zürich

Karl-Schmid-Str. 4

CH-8006 Zürich

Tel. + 01 - 634-38 59, -38 82 – Fax + 01 - 634-40 13

Email: psutter@hist.unizh.ch – stercken@ hist.unizh.ch

Dr. Silvio Bucher

Staatsarchiv St. Gallen

Regierungsgebäude

CH-9001 St. Gallen

Tel. + 071 - 229-32 05

Email: staatsarchiv@dim-sta.sg.ch

Aus dem Programm:

Kiessling, R. (Augsburg), Modelle und Theorien zum Stadt-Land-Verhältnis; Radeff, A. (Lausanne), La ville de Saint-Gall, un lieu central? Zangger, A. (Bern), Die Ausbildung zentraler Orte in der fürstäbtischen Landesverwaltung, Fuchs, K. (Zürich), Suburbium, Quinta, Centena: Städtische Umlandbereiche im früheren Mittelalter; Maurer, H. (Konstanz), Zeitweilige Zentralität und ihre Auswirkungen auf das innere Gefüge der Bodenseelandschaft im Hohen Mittelalter; Burmeister, K. H. (St. Gallen/Bregenz), Verschiebung zentralörtlicher Funktionen im Bodenseeraum; Gilomen, H. J. (Zürich), Neue Forschungsansätze zum Thema ‚Migration im Mittelalter’; Rippmann, D. (Basel), Typen kleinräumiger Migration zwischen Stadt und Land; Menolfi, E. (Basel) Kleinstädte im Spannungsfeld zwischen ländlicher Zentrumsfunktion und dem Einfluß von St. Gallen. Das Beispiel Altstätten vom 15. bis zum 18. Jahrhundert.

*****

Städtetagung

Ludwigslust zwischen Barock und Plattenbau

Ludwigslust, 15. bis 17. Oktober 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. August Gebeßler

Arbeitsgemeinschaft die Alte Stadt e.V.

Marktplatz 16

D-73728 Esslingen

Tel. + 07 11 35 12 32 42 – Fax. + 07 11 35 12 24 18

*****

Ausstellung

Stickereien für den preußischen Hof

Potsdam – Sanssouci/Orangerie, bis 15. Oktober 1999

Kontaktadresse: Schloß Sanssouci – Schloßpark Sanssouci

D-14469 Potsdam

Tel. + 03 31 - 96 94 19 90

*****

Tagung

Von der Burg zum Schloß

Landesherrlicher und adeliger Profanbau in Thüringen vom 15. zum 16. Jahrhundert

Schloß Beichlingen, 15. bis 17. Oktober 1999

Kontaktadresse: Förderverein Schloß Beichlingen

Schloß Beichlingen

D-99625 Beichlingen

Tel. + 0 36 35 - 40 36 42

Aus dem Programm:

Freitag, 15. Oktober

Strickhausen, G., Das Hohe Haus in Beichlingen im Kontext des spätmittelalterlichen Burgenbaus in Thüringen; Durdik, T., Der Burgenbau Wenzels IV. in Böhmen; Lohmann, B., Burg und Schloß – Zur baulichen Entwicklung des alten Schlosses in Dornburg im 15. und 16. Jahrhundert; Altwasser, E., Burg und Schloß Kranichfeld.

Samstag, 16. Oktober

Bechler, L., Schloß Beichlingen (mit Besichtigung); Grossmann, G. U., Die Architektur in Hessen und Thüringen im 16. Jahrhundert und Schloß Weißensee; Brohl, E., Der polnische Einfluß im 16. und 17. Jahrhundert auf den Festungsbau in Thüringen und Sachsen; Roch-Lemmer, I., Burg, Schloß und Festung Heldrungen im Vergleich mit Mansfeld.

Sonntag, 17. Oktober

Hoppe, S., Wettinische Burgen und Schlösser im 15. und 16. Jahrhundert; Unbehaun, L., Nikel Gromann und der Burgenausbau unter den Wettinern im 16. Jahrhundert in Thüringen; Friedoff, J., Der Wiederaufbau von Burg Blankenhain im 17. Jahrhundert; Wirth, H., Wandlungsprozesse im Burgen- und Schloßbau in Thüringen.

*****

Ausstellung

Renaissance Florence in the 1470s

London, 20. Oktober 1999 bis 16. Januar 2000

Kontaktadresse: National Gallery

Trafalgar Square

GB-London WC2N 5DN

Tel. + 020 - 77 47 28 85

Internet: http://www.nationalgallery.org.uk/exhibitions/index.html

*****

Fünfter niederländischer Mediävistentag

Stad: Macht en imago

Utrecht, 22. Oktober 1999

Aus dem Programm:

Van Uytven, R. (Löwen), Siegels van macht: Attributen van een stedelijke elite; Martens, M. (Groningen), Het ontstaan van de kunstmarkt in Brugge en Antwerpen: artistieke identiteit en economische noodzaak; Bruaene, A.-L. (Gent), "Ghend nochtan dat die hooft ende boven allen den andren es binnen slants". Zelfbeeld en cultureel imago van een zelfbewuste Vlaamse stad; van Leeuwen, J. (Löwen), "Hoemen ene stat regeren sal". Opvattingen over een ideaal stadsbestuur; Laleman, M.-C. (Gent), "Stenen zo hoof als toren". De macht van de stadselites in de 12e en 13e eeuw; van der Velden, H. (Utrecht), Jan van Eycks Rolin Madonna: een iconologische interpretatie; Benders, J. (Groningen), Handelaren, goederen en informatie. Het bereik van der middeleeuwse stad; Brand, H. (Paris), Im dienst van "der stede oirbaer". Machthebbers en ondernemers in het spanningsveld tussen algemeen welzijn en eigenbelang; Lynch, M. u. Dennison, P. (Edinburgh), The Myth of the Scottish Medieval Burgh Community.

Kontaktadresse: Dr. Bas van Bavel,

UvA

Tel. + 020 - 52 54 66 0

Email: b.van.bavel@hum.uva.nl

Myriam Carlier

RU Gent

Tel. + 32 - 92 64 40 20

Email: myriam.carlier@rug.ac.be

*****

Kolloquium

Würzburger medizinhistorisches Kolloquium
veranstaltet von der Würzburger Medizinhistorischen Gesellschaft
sowie dem Institut für Geschichte der Medizin

Würzburg, 30. Oktober 1999

Kontaktadressen: Prof. Dr. Dr. Gundolf Keil

Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg

Oberer Neubergweg 10a

D-97074 Würzburg

Tel. + 09 31 79 67 80 – Fax. + 09 31 79 67 878

Aus dem Programm:

Offner, R. (Speichersdorf), Die siebenbürgischen Hofärzte der Frühmoderne.

*****

Ausstellung

Hofteppiche

Mailand, bis 31. Oktober 1999

Kontaktadresse: Museo Poldi Pezzoli

Via Manzoni, 12

I-#Mailand

Tel. + 02 - 79 48 89

*****

Ausstellung

Frühe italienische Tafelmalerei

Stuttgart, bis 31. Oktober 1999

Kontaktadresse: Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 30-32

D-70173 Stuttgart

Tel. + 07 11 - 21 24 05-0 – Fax + 07 11 - 21 24 02-8

Internet: http://www.stgt.com/extern/statsgal.htm

*****

Ausstellung

Carolus

St. Petersabtei, Gent, 6. November 1999 bis 30. Januar 2000

Kontaktadresse: Tourisme Gent

Tel. + 32 - 92 66 52 32 – Fax + 32 - 92 25 62 88

Email: tourisme@gent.be

Internet: http://www.charlesv2000.org

Unter dem Motto "Carolus" widmet sich Gent in der St. Petersabtei dem bedeutendsten, mit Sicherheit politisch einflußreichsten fürstlichen Sohn der Stadt: Kaiser Karl V., Sohn Philipps des Schönen, mit 19 Jahren einer der weltweit mächtigsten Herrscher, von Sizilien und Spanien bis zu den Niederlanden. Die zentrale Genter Ausstellung läßt ein Zeitalter zwischen Reformation, ausklingendem Mittelalter, der Entdeckung Amerikas und der Erfindung des Buchdrucks wiedererstehen, zwischen beginnendem Welthandel und geistig-kultureller Erneuerung. Was bisher zum Teil noch nie gezeigte Schriftstücke reflektieren, bringen gemalte Meisterwerke erlebbar zum Ausdruck, von Tizian und Dürer, Leoni und Cranach, Gossaert und van Orley, Seisenegger und Holbein (Text nach "Flandern in Focus", hg. vom Belgischen Verkehrsamt).

*****

Arbeitstagung

Städtische Mythen

Worms, 12. bis 14. November 1999

Kontaktadresse: Dr. Walther Bernhardt

Stadtarchiv Esslingen

Marktplatz 20

D-73728 Esslingen

Tel. + 07 11 - 35 12-25 30 – Fax + 07 11 - 35 12-26 13

Aus dem Programm:

Johanek, P. (Münster), Nibelungenstädte. Mythische und historische Traditionen in Worms und anderwärts; Mörke, O. (Kiel), Städtemythen in der Schweiz und in der niederländischen Republik. Versuch einer Typologie kollektiver Sinnstiftung in frühneuzeitlichen Republiken.

*****

Internationales Kolloquium

"Faire bans, edictz et statuz"

L’activité législative communale dans l’Occident médieval, ca. 1200-1550
Sources, objets, acteurs

Colloque internationale dans le cadre du pôle d’attraction interuniversitaire IV/14
"La société urbaine au bas moyen âge"

Brüssel, 17. bis 20. November 1999

Kontaktadressen: Prof. Dr. Jean-Marie Cauchies

173, rue de la Station

B- 7390 Quaregnon

Dr. Eric Bousmar

Faculté universitaires Saint-Louis

Rue de Renivaur, 1a

B-1340 Ottignies Louvain-la-Neuve

Email: bousmar@fusl.ac.be

Aus dem Programm (Auszug/Stand Oktober 1998):

Ammann-Doubliez, C. (#), Genèse et fonctions du recueil des lois de la ville de Fribourg (1363-1466); Ascheri, M. (Siena), La législation urbaine italienne; Asenjo-Gonzales, M. (Madrid), Les ordonnances des villes castillanes; Batlle Gallart (Barcelona), Les ordonnances relatives à la vie sociale de Barcelone au Moyen Age tardif, Berkvens, L. (Maastricht), La législation urbaine à Maastricht (collaboration des autorités communales avec le prince-évêque de Liège et le duc de Brabant, seigneurs de la ville); Boone, M. (Gent), La "restriction" de Charles le Téméraire à Gand (13 juillet 1468): initiative et genèse du texte, ses rapports avec les ordonnances communales gantoises et avec les règlements urbains princiers; Bousmar, E. (Brüssel), La législation communale de Mons (Hainaut) dans son contexte régional (XIIIe - déb. XVIe siècles). Sources, objets et acteurs; Brand, H. (Paris), La législation communale de la ville de Leyde (Hollande); Bulst, N. (Bielefeld), Die französischen städtischen Aufwands- und Luxusgesetzgebungen; Cauchies, J. M. (Brüssel), L’activité législative communale dans l’Occident médiéval: directions et pistes de recherches (exposé inaugural); Chittolini, G. (Mailand), La validita degli statuti cittadini nel territorio (Lombardia, secoli XIV-XV); Clauzel, D. et al. (Univ. d’Artois), Rapport d’ensemble sur la législation communale d’Artois, Flandre gallicante, et Picardie; Da Cruz Coelho, M. H. (Coimbra), La législation des villes portugaises; De Carvalho Homem, A. L. (Porto), La législation des villes portugaises; De Montagut, T. (Barcelona), La législation communale catalane; Falcon Perez, I. (Zaragoza), Estatutos y normativa emanados del gobierno municipal de Zaragoza (Aragon) en el siglo XV; Giordanengo, G., Les législations statutaires des villes du Midi de la France; Isenmann, E. (Bochum), Städtisches Satzungsrecht (Statutengebung) und stadtherrliches Privileg in Rechtsgutachten deutscher Juristen des Spätmittelalters; Jacobs, B, (Tilburg), La législation communale de Bois-le-Duc #(‘s-Hertogenbosch); Marchandisse, A. (Liège), Le prince-évêque Jean de Bavière et l’abrogation du corpus législatif de la ville de Liège/ou: Les ordonnances urbaines relatives à la reconstruction de la ville de Liège après le sac de 1468; Schuster, P. (Bielefeld), Warum Gesetze so selten geändert wurden: Überlegungen zu Gerechtigkeit, Gesetz und Rechtspraxis im Spätmittelalter, oder: Der lange Schatten der Traditionen: Beobachtungen zur Reflexion gesellschaftlicher Realität in den Gesetzen und städtischen Verordnungen spätmittelalterlicher Reichsstädte; Stabel, P. (Gent), Bans échevinaux et marchés urbains dans le comté de Flandre, Tappy, D. (Lausanne), La législation communale dans les domaines savoyards de Suisse romande et/ou à Lausanne au bas moyen âge; Yante, J. M. (Brüssel), La législation économique des villes liégeoises et namuroises au XIIIe-XVe siècles). Enjeux et rapports de forces.

*****

Jahrestagung des Collegium Carolinum

Religion und Gesellschaft in den böhmischen Ländern
Bad Wiessee, 18. bis 21. November 1999

Kontaktadressen: Prof. Dr. Ph.Dr. h.c. Ferdinand Seibt / Christine Brenner

Collegium Carolinum

Hochstr. 8/II

D-81669 München

Tel. + 0 89 44 88 393 – Fax + 0 89 486 196

Email: post.cc@extern.lzr-muenchen.de

christiane.brenner@extern.lzr-muenchen.de

http://www.collegium-carolinum.de

Aus dem Programm:

Seibt, F. (München), Thron und Altar: Premysliden – Ludemburger – Habsburger.

*****

Symposium

Der Staufer Heinrich VII.
Ein König im Schatten seines kaiserlichen Vaters

Göppingen, 20. November 1999

Kontaktadressen: Gesellschaft für staufische Geschichte e.V.

Schloßstr. 14

D-73033 Göppingen

Tel. + 0 71 61 - 97 95 22 – Fax + 0 71 61 - 97 95 21

*****

Jahresversammlung "Europa delle Corti"

Tasso a Roma

Chiesa, corti e cultura alla finde del Cinquecento

Rom, 22. bis 25. November 1999

Aus dem Programm:

Montag/Dienstag, 22./23. November

Round Table: Un 'agenda per il Rinascimento e l'Antico regime: categorie e problemi.

Roma alla fine del Cinquecento: politica e istituzioni

Rosa, M., La Curia romana nel secondo Cinquecento; Visceglia, M. A., Ceremoniale e politica; Fosi, I., Corte pontificia e società romana alla fine del Cinquecento; Ago, R., Instituzioni e società; Signorotto, G., Roma, Spagna, potentati italiani.

Mittwoch , 24. November

L‘ultimo Tasso. Dal "poema eroico" al "poema sacro"

Guglielminetti, M., Oldcorn, A., Sensi, C., Per ´un 'edizione della "Conquistata"; Gigante, C., Appunti per una nuova edizione del "Giudicio"; Girardi, M.T., Gli "auotores" greci di Tasso fra "Conquistata" e "Giudicio"; Russo, E., La "fantasia intellettuale" nei "Discorsi delpoema eroico"; Ardissino, E., Il Tasso lettore di Plotino; Chiesa, M., La tradizione quattro-cinquecentesca del poema biblico; Borsetto, L., Muse cristiane vs Muse pagane. La linea Sannazaro-Vida-Tasso; Luparia, P., La genesi del "Mondo creato": l'ambiente romano e la prima edizione del poema Sole, A., Le "Rime sacre" e il soggiorno romano di Tasso; Chiodo, D., Attorno a Fabio Orsini: la "Risposta di Roma a Plutarco"; Gigliucci, R., Il "Rogo amoroso" e la poesia delle fiamme.

Donnerstag , 25. November

Roma allafine del Cinquecento: la cultura

De Caprio, V., Esperienze liriche nell'ambiente romano; Cassiani, C., Miti pagani e allegorie cristiane a Roma da Valeriano a Tasso; Ranieri, C., La poesia religiosa da Vittoria Colonna a Torquato Tasso: note e osservazioni non è sicura di poter venire; Fagiolo, M., Madonna, M. L., Roma nella seconda metà del Cinquecento. Papato e aristocrazia, arte e scienza per una città del futuro; Strinati, C., (titolo da definire).

Round Table: Torquato Tasso: il bilancio di un centenario.

Kontaktadresse: Prof. Cesare Mozzarelli

Università Cattolica del Sacro Cuore

Largo Gemelli 1

I-20123 Milano

Tel. +39-2-72 34 22 95 – Fax +39-2-72 34 27 40

*****

Internationales Kolloquium

Reines et princesses au Moyen Âge

Montpellier, 24. bis 27. November 1999

Kontaktadresse: Centre de recherche interdisciplinaire sur la société et l’imaginaire au moyen âge CRISIMA (C. Raynaud)

Université Paul-Valéry Montpellier III

Route de Mende

F-34199 Montpellier cedex 5

*****

Kolloquium

Fürstenhöfe und ihre Außenwelt

Aspekte gesellschaftlicher und kultureller Identität im deutschen Spätmittelalter

Freiburg, 25. bis 27. November 1999

Eine Veranstaltung des SFB 541, Teilprojekt B 6: Der Fürstenhof im Mittelalter – Identitätsfindung und Abgrenzungsmechanismen, in Verbindung mit der Residenzen-Kommission
der Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Kontaktadresse: Prof. Dr. Thomas Zotz

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Historisches Seminar – Abteilung Landesgeschichte

Werderring 8

D-79085 Freiburg

Tel. + 07 61 - 203-34 60, -34 59 – Fax + 07 61 - 203-91 88

Email: zotz@ruf.uni-freiburg.de

Sekretariat des SFB: Dr. Brigitte Schirmer

Tel. + 07 61 - 203-20 26

Email: sfb541@uni-freiburg.de

Internet: http://www.phil.uni-freiburg.de/SFB541/

 

Anliegen und Konzeption des Kolloquiums:

Vor dem Hintergrund der Gesamtthemas des Sonderforschungsbereiches will das Kolloquium die Rolle des Anderen, der Außenwelt bzw. der Außenwelten, in der Geschichte der Fürstenhöfe im deutschen Spätmittelalter und die damit einhergehende Herausbildung einer höfischen Identität näher in den Blick nehmen. War die Erforschung des mittelalterlichen Hofes bislang vordringlich an Fragen seines "Systems", seiner Strukturen und seiner kulturellen Erscheinungsformen orientiert, so geht es hier darum, auf die Veränderung dieser Strukturen durch die Einwirkung äußerer Faktoren, auf die Interaktion von Hof und Außenwelt(en) zu achten.

Auf verschiedenen Ebenen war der Fürstenhof mit einer Alterität konfrontiert: Alltäglich oder festtäglich kamen Gäste, die kurzfristig die Struktur des Hofes veränderten, während die Heirat des Fürsten die Vertreter einer anderen Dynastie und deren höfische Umgebung dauerhaft präsent machte und zur Begegnung unterschiedlicher Kulturen führte. Wie hat ein Hof auf solche Veränderung, solche Einwirkung von außen reagiert, und welche Auswirkung hatte dies für ihn? Es wäre nach der Funktion der Krise zu fragen, in die ein Hof geraten konnte, durch Herrschaftswechsel oder durch die Veränderung der Rahmenbedingungen einer fürstlichen Herrschaft, wie sie für Bischofssitze des späten 13. und des 14. Jahrhunderts auf dem Hintergrund bürgerlich-städtischer Geschichte gilt. Haben solche alteritätsgestützten Krisen zur Selbstpositionierung eines Hofes beigetragen? In welchen Phasen und mit welchen Mitteln vermochte ein Hof sich zu verstetigen?

Neben der Konfiguration ,Fürstenhof und städtisches Bürgertum’ verdient das Beziehungsgeflecht ,Hof und (auswärtiger) Adel’ Aufmerksamkeit: Wie wurde es in Phasen der Herrschaftserweiterung oder der Rangerhöhung gestaltet, welche Identitätsangebote gingen von einem Hof aus, die Adlige an Haus und Hof binden sollten? Von der "anderen" Seite her bleibt die Frage, wie wichtig der Hof für die Adligen war. Das von Norbert Elias an dem Frankreich Ludwigs XIV. gezeichnete Bild der "höfischen Gesellschaft", das auch den "Prozeß der Zivilisation" geprägt hat, bedarf für die Formierungsphase des Fürstenhofes im Hoch- und Spätmittelalter der kritischen Modifizierung. Schließlich soll die Wahrnehmung des Hofes und seiner (vermeintlichen) Reichweite ebenso wie seiner Gegenwelt thematisiert werden in Zeugnissen der Selbst- wie der Außensicht, und nicht zuletzt erscheint bedeutsam, wie die höfische und die außer- bzw. unhöfische Welt im Spiegel der Literatur zueinander in Beziehung und Spannung gesetzt worden sind.

Programm:

Donnerstag, 25. November

Zotz, T. (Freiburg i.Br.), Herrschaftswechsel als Chance für die Identität des Hofes; Paravicini, W. (Paris), Der Fremde am Hof: Nikolaus von Popplau auf Europareise.

Freitag, 26. November

Weber, K. (Essen), Stadt und Hof in Straßburg unter Bischof Konrad von Lichtenberg (1273-1299); Käble, M. (Freiburg i.Br.), Der Hof der Basler Bischöfe zwischen Stadt, regionalem Adel und Reichsgewalt im 14. Jahrhundert; Bihrer, A. (Freiburg i.Br.), Ein Bürger als Bischof von Konstanz: Ulrich Pfefferhart (1345-1351), sein Hof und die Stadt; Fouquet, G. (Kiel), Bischöfliches Domkapitel und Stiftsadel im Speyer des 14. Jahrhunderts; Andrae-Rau, A.-M. (Freiburg i.Br.), Adel und habsburgischer Hof in der Formierungsphase der Vorderen Lande: Das Beispiel der Markgrafen von Hachberg; Krieg, H. (Freiburg i.Br.), Der markgräfliche Hof - die Markgrafen bei Hofe: Die Markgrafen von Baden zwischen fürstlichem Herrschaftsanspruch und Fürstendienst im 15. Jahrhundert; Heinig, P.-J. (Mainz), Der regionalisierte Königshof: Friedrich III. und das Reich in Fremd- und Selbstwahrnehmung; Spiess, K.-H. (Greifswald), Fremdheit und Integration bei internationalen Fürstenheiraten im Spätmittelalter; Honemann, V. (Münster), Der Wilde am Hof in der deutschen Literatur des hohen und späten Mittelalters (Gemeinschaftsveranstaltung mit dem SFB-Workshop "Alterität als Zivilisationskritik? Primitivismus und die Figur des ‚Edlen Wilden’").

Samstag, 27. November

Mertens, D. (Freiburg i.Br.), Der württembergische Hof in den Krisen von Dynastie und Land 1440-1520; Melville, G. (Dresden), Der spätmittelalterliche Hof und die Symbolisierungen seiner Identität.

Johanek, P. (Münster), Zusammenfassung.

*****

Ausstellung

Gestörte Fürsten – Macht und Wahnsinn

Gent, 26. November 1999 bis 31. Mai 2000

Kontaktadresse: Museum Dr. Guislain

Jozef Guislainstraat 43

B-9000 Gent

Tel. + 09 - 2 16 35 95 – Fax + 09 - 2 16 35 51

*****

Internationaler Kongreß

The Burgundian-Habsburg Court Complex of Music manuscripts (1500-1535) and the Workshop of Petrus Alamire

Löwen, 25. bis 28. November 1999

Kontaktadresse: Mariet Vriens

Alamire Foundation

Mgr. Ladeuzeplein 21

B-3000 Leuven

Tel. + 32-16-324 661 – Fax + 32-16-324 706

Email: mvriens@arts.kuleuven.ac.be

Internet: http://fuzzy.arts.kuleuven.ac.be/alamire

*****

Kolloquium

Kaiser Arnolf
Das ostfränkische Reich am Endes des 9. Jahrhunderts

Regensburg, 9. bis 11. Dezember 1999

Kontaktadressen: Prof. Dr. Franz Fuchs

Institut für Geschichte

Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften

Universitätsstraße 31

D-93053 Regensburg

Tel. + 09 41 - 943-35 37 – Fax + 09 41 - 943-32 75

Email: franz.fuchs@geschichte.uni-regensburg.de

Internet: http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/

phil_Fak_III/Geschichte/pmg.html

Prof. Dr. Peter Schmid

Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte

Institut für Geschichte

Universitätsstraße 31

D-93053 Regensburg

Tel. + 09 41 - 9 43-35 33, 34 – Fax + 09 41 - 9 43-35 32

Email: peter.schmid@geschichte.uni-regensburg.de

Internet: http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/

phil_Fak_III/Geschichte/lbg.html

Nähere Informationen finden sich auf der WWW-Seite zum Kolloqium unter der Adresse:

http://www.bigfoot.com/~Kaiser_Arnolf

Aus dem Programm:

Donnerstag, 9. Dezember – Altes Rathaus

Schieffer, R. (München), Eröffnungsvortrag: Kaiser Arnolf und die deutsche Geschichte.

Freitag, 10. Dezember – Refektorium von St. Emmeram

Kasten, B. (Bremen), Chancen und Schicksale "unehelicher" Karolinger im 9. Jahrhundert; Mersiowsky, M. (Münster), Carta edita, causa finita. Zur Diplomatik Kaiser Arnolfs; Becher, M. (Bonn), Arnolf und die Sachsen; Hartmann, M. (München), Lotharingien in Arnolfs Reich. Das Königtum Zwentiba#lds; Dopsch, H. (Salzburg), Arnolf und der Südosten (Karantanien, Mähren, Ungarn).

Samstag, 11. Dezember – Refektorium von St. Emmeram

Kortüm, H.-H. (Regensburg), multi reguli in Europa ... excrevere. Das ostfränkische Reich und seine Nachbarn; Hartmann, W. (Tübingen), Kaiser Arnolf und die Kirche; Reuter, T. (Southampton), Sex, Lügen und Eideshelferinnen. Der Uota-Prozess; Stein-Kecks, H. (Erlangen), Das Arnolf-Ziborium in der Schatzkammer der Münchener Residenz; Schmid, P. (Regensburg), Kaiser Arnolf, Bayern und Regensburg; Fuchs, F. (Regensburg), Arnolfs Tod, Begräbnis und Memoria.

*****

Ausstellung

Die Renaissance in Venedig und die Malerei des Nordens

Venedig, bis 9. Januar 2000

Kontaktadresse: Palazzo Grassi

San Samuele 3231

I-30134 Venedig

Tel. + 041 - 5 23 16 80 – Fax + 041 - 5 28 62 18

Internet: http://www.palazzograssi.it/pitturarinascimento/index.html

*****

Workshop

Die Sozialstruktur und Sozialtopographie der mittelalterlichen Stadt

Halle (Saale), 27. und 28. Januar 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Andreas Ranft – Matthias Meinhardt

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften

Institut für Geschichte

D-06099 Halle (Saale)

Tel. +03 45 55 24 295 oder 24 281 – Fax + 03 45 55 27 101

email: ranft@geschichte.uni-halle.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 27. Januar

I. Sozialstrukturforschung

Ellermeyer, J. (Hamburg), Zur Sozialstruktur spätmittelalterlicher Städte. Ein Rückblick auf Ansätze, Erfolge und Probleme der Forschung in Deutschland; Meinhardt, M. (Halle/Saale, Dresden), Aspekte der sozialen Struktur Dresdens im Residenzbildungsprozess des 15. und 16. Jahrhunderts; Heiermann, C. (Dresden), Die Spitze der Sozialstruktur. Die Erforschung städtischer Eliten im Bodenseeraum des späten Mittelalters; Selzer, S. (Halle/Saale, Lübeck), Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole – Kleidung, Konsum und exklusive Gruppenbildung als Merkmale sozialer Ordnung, gezeigt an Beispielen aus norddeutschen Hansestädten.

Freitag, 28. Januar

II. Sozialtopographieforschung

Denecke, D. (Göttingen), Soziale Strukturen im städtischen Raum. Entwicklung und Stand der sozialtopographischen Stadtgeschichtsforschung; Hammel-Kiesow, R. (Lübeck), Die mittelalterliche Sozialtopographie Lübecks; Steenweg, H. (Kassel), Die Sozialtopographie Göttingens um 1400; Igel, K. (Osnabrück), Forschungen zur Sozialtopographie Greifswalds um 1400. Der Greifswalder liber heriditatum 1351-1452; Lücke, M. (Halle/Saale), Versuch einer Vermögenstopographie Wittenbergs in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts; Kroll, S. (Rostock), Ausblick in die Frühe Neuzeit: Das Stadtinformationssystem Stralsund 1706/07: Anmerkungen zur Sozialstruktur und Sozialtopographie einer frühneuzeitlichen Handels- und Festungsstadt; Kühlborn, M. (Lüneburg), Stadtarchäologie in Lüneburg. Aspekte zum archäologischen Nachweis verschiedener sozialer Gruppen des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

*****

Ausstellung

Karl V.

Bonn, 25. Februar bis 21. Mai 2000

Kontaktadresse: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Friedrich-Ebert-Allee 4

D-53113 Bonn

Tel. + 02 28 - 91 71-200

Internet: http://www.kah-bonn.de

*****

Internationale wissenschaftliche Tagung

Die Stiftskirche in Südwestdeutschland

Aufgaben und Perspektiven der Forschung

Kloster Weingarten, 17. bis 19. März 2000

veranstaltet vom Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Kontaktadresse: Prof. Dr. Sönke Lorenz

Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Wilhelmstr. 36

D-72074 Tübingen

Tel. + 0 70 71 - 29-23 87 – Fax + 0 70 71 - 29-70 29

*****

8. Tagung der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern

Burgenbau im 13. Jahrhundert

Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, 30. März bis 2. April 2000

Kontaktadresse: Germanisches Nationalmuseum

Prof. Dr. G. Ulrich Großmann

Kornmarkt 1

D-90402 Nürnberg

Tel. + 09 11 - 1 33 10

Aus dem Programm:

Donnerstag, 30. März

I. Zum Burgenbau allgemein

Meyer, W. (Basel), Beschleunigung im Bauwesen des 13. Jahrhunderts im Burgenbau; Biller, T. (Berlin), Die Entwicklung regelmäßiger Burgformen in der Spätromanik; Peron, G. (Köln), Architektur im Parzival des Wolfram von Eschenbach; Stevens, U. (Bonn), Doppelkapellen; Thon, A. (Kaiserslautern): Zum Begriff "Pfalz"; Kerscher, G. (Frankfurt): Zur Hofkultur im 13. Jahrhundert (angefragt).

Freitag, 31. März

II. Burgen des 12.-14. Jahrhunderts in Franken und den Nachbarregionen

Hensch, M., Die Entwicklung der Burg Sulzbach aus archäologischer Sicht. Befunde des 10. bis 12. Jh. (Arbeitstitel); Friedel, B. (Nürnberg), Die Burg Nürnberg im 13. Jahrhundert; Schweitzer, A. (Leipzig), Burg Lauf; Burger, D., Die Burgruine Pappenheim; Steinmetz, T., Die Burg in Rothenburg o.d.T.; Häffner, H.-H. (Weißenburg), Die Blasiuskapelle in Rothenberg.

Besichtigung der Kaiserburg (Treffpunkt am Sinwellturm der Kaiserburg).

III. Burgen des 13. Jahrhunderts regional - von Nordost nach Südwest

Drake, K. (Turku), Burgenbau in Schweden im 13. Jahrhundert; Holst, J. C., Burg Stargard im 13. Jh. (angefragt); Herrmann, C. (Allenstein), Burg Landskron in Oppenheim (1275/81), ein Residenzbau Rudolfs von Habsburg.

Samstag, 1. April

Heine H.-W. (Hannover), Die Harlyburg, eine unerforschte Reichs- und Territorialburg des 13. Jahrhunderts; Hoffmann, Y. (Hainichen), Die Burg Gnandstein in Sachsen im 13. Jahrhundert; Möser, J. (Dresden), Das Stadtschloß Jessen/Elster, im Kern eine Backsteinburg des 13. Jahrhunderts; Grossmann, U. (Nürnberg), Zur Baugeschichte der Burg Ranis in Thüringen; Decker, K.-P. (Büdingen), Zur Geschichte von Schloß Büdingen.

Mitgliederversammlung.

Exkursionen nach Lauf und zur Cadolzburg.

Sonntag, 2. April

Jost, B. (Köln), Der Falkensteiner Bau der Burg Münzenberg – ein Palas der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts; Barz, D. (Alzey), Lichtenstein in der Pfalz – das Ende einer Burg des 13. Jahrhunderts; Strickhausen, G. (Kaiserslautern), Beobachtungen zur Baugeschichte des Marburger Schlosses im 13. Jahrhundert; Liessem, U. (Koblenz), Die Bauten der Edelfreien von Wangen – bei besonderer Berücksichtigung der Burgen Friedrichs von Wangen, Fürstbischof von Trient; Losse, M. (Marburg), Morlebach – Laus Christi. Burg Mürlenbach und die Kastellburgen des späten 13. Jahrhunderts in der Eifel; Durdik, T. (Prag), Grundlinien des böhmischen königlichen Burgenbaues im 13. Jahrhundert; Schicht, P. (Wien), Kastellburgen des 13. Jahrhunderts in Österreich.

*****

Workshop

Semantike(en) des Reisens von der Antike bis zur Gegenwart

Graduiertenkolleg "Reiseliteratur und Kulturanthropologie"

Universität Paderborn, 28. bis 29. April 2000

Kontaktadresse: Tilman Fischer – Mathis Leibetseder

Graduiertenkolleg FB 3

Warburger Str. 100

D-33098 Paderborn

Tel. + 0 54 21 - 1 52 31 oder + 0 52 51 - 60 - 42 57

Email: tilman.fischer@gmx.de

mleibetseder@hotmail.com

Internet: http://hrz.uni-paderborn.de/graduiertenkolleg/

*****

Ausstellung

Los Honores

Mecheln, 26. Mai bis 8. Oktober 2000

Kontaktadresse: Cultureel Centrum A. Spinoy

Minderbroedersgang 5

B-2800 Mechelen

Margarethe von Österreich, der Erzieherin Karls V., ist es zu verdanken, daß die Wandteppichmanufakturen während ihrer Regentschaft (1506-30) einen enormen Aufschwung erlebten. Bis zu 50 000 Weber waren in jener Zeit tätig. Die neun Wandteppiche der Serie "Los Honores" werden erstmals außerhalb Spaniens gezeigt. Karl V. hatte sie bei dem Brüsseler Weber Pieter van Aelst in Auftrag gegeben, anläßlich seiner Kaiserkrönung 1520: Allegorische Szenen, die die Tugenden zum Erlangen fürstlicher Ehrbarkeit darstellen (Text nach "Flandern in Focus", hg. vom Belgischen Verkehrsamt).

*****

Kolloquium

Vraie et fausse fortification
Les "signes militaires" dans l’architecture de la Renaissance

Tours, 6 bis 9. Juni 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Jean Guillaume

Centre d’Études Supérieures de la Renaissance

B.P. 1328

F-37013 Tours

Tel. + 02 47 70 17 00 – Fax + 02 47 70 17 01

Email: guillaume@univ-tours.de

Call for papers

Les deux fonctions traditionnelles du château – défense et résidence – se sont séparées dans la seconde moitié du XVe siècle avec l’apparition de forteresses dotées de tours à canons puis de ramparts bastionnés. Privées de valeur militaire, les demeures aristocratiques à la campagne n’en deviennent pas pour autant civiles, sauf exceptions. Longtemps, les bâtisseurs ont souhaité qu’elles conservent une certaine capacité de défense contre des bandes hostiles dotées d’armes légères. Cette préoccupation s’accentue lorsque les conditions de sécurité se dégradent (dans la France des guerres de Religion par exemple); les châteaux se dotent alors d’un appareil de défense plus efficace, créant l’impression d’un retour en arrière.

Cependant, les soucis de sécurité, à des niveaux divers, n’expliquent pas tout, loin de là. La demeure fortifiée, petite ou grande, a été pendant des siècles la résidence d’une famille noble, vouée au métier des armes; elle reste le siège de son pouvoir sur un territoire et le signe le plus lisible de son rang. L’appareil militaire jouit donc d’un prestige propre si bien que les bâtisseurs voudront longtemps en conserver certains éléments. Sur ce point d’ailleurs la nouvelle noblesse, issue de l’administration, se montre souvent encore plus "militaire" que l’ancienne... Il arrive même que des signes nouveaux apparaissent, empruntés à la fortification moderne, telle la plate-forme bastionnée en France. Dans beaucoup de cas le caractère symbolique de ces organes militaires est évident, dans d’autres les choses sont moins claires: le pont-levis anoblit le château mais il renforce aussi sa sécurité.

La situation diffère évidemment beaucoup selon les pays, ce que le colloque devrait permettre de préciser. Il faudra tenir compte des réalités sociales (structure et pouvoirs de la noblesse, rôle militaire), des représentations collectives propres à chaque milieu (dans quelle mesure, jusqu’à quand et pour qui l’appareil militaire reste-t-il un signe de distinction sociale?). Puis il faudra se demander comment se traduit l’attachement aux signes militaires. On peut reproduire fidèlement des formes anciennes, jouer librement avec elles ou en inventer de nouvelles. Pourquoi certains signes ont-ils une énorme importance dans un pays, très peu chez son voisin? Le fossé offre un bel exemple de ces préférences: dès le XVIe siècle les Anglais ne semblent plus lui attacher d’importance alors que les Français en creusent encore au XVIIIe siècle devant de charmantes "maisons de plaisance" qui acquièrent ainsi la dignité d’un vrai "château" ...

Pour prendre conscience de ces particularités, il faut comparer. Nous avons tous tendance à considérer comme normal, donc inutile à expliquer, ce à quoi nous sommes habitués. Une confrontation internationale devrait nous aider à identifier, dans chaque milieu, "l’image" que l’aristocratie veut donner d’elle-même à travers ses demeures, du XVe au XVIIe siècle.

*****

Fourth International Congress

Fifteenth -Century Studies

Antwerpen, 2. bis 7. Juli 2000

Kontaktadressen: Peter M De Wilde

Dept. of Romance Languages

University of Antwerp

Universiteitsplein 1

B-2610 Antwerpen (Wilrijk)

Tel. + 323 - 820-28-25 – Fax + 323 - 820-28-23

Email: dewilde@ula.ua.ac.bc

Edelgard E. DuBruck

Modern Languages

Detroit, Michigan, 48221 (USA)

Tel: + 248-488-2026 (residence) – Fax: + 248-489-0875

Email: 110337.3107@compuserve.com

******

19th International Congress of Historical Sciences

Oslo, 6. bis 13. August 2000

Kontaktadresse: CISH 2000

Congress Conference AS

Thomas Heftyesgt. 2

P.O. Box 2694 Solli

N-0204 Oslo

Tel. + 22 56 - 19 30 – Fax + 22 56 - 05 41

Email: cish@congrex.no

*****

Fifth International Conference on Urban History

European Cities

Networks and Crossroads

Berlin, 30. August bis 2. September 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Heinz Reif, Marcus Funck, Stephan Malinowski

Technische Universität Berlin

Institut für Geschichtswissenschaft, TEL 17-3

EAUH 2000

Ernst-Reuter-Platz 7

D-10587 Berlin

Email: reifnada@sp.zrz.tu-berlin.de

malinowski@populus.net

mafunccd@ sp.zrz.tu-berlin.de

Internet: http://eauh2000.tu-berlin.de

Aus dem Programm:

Isaacs, A. K. (Pisa), Cities versus States in Medieval and Modern Cities; De Meyer, D. (Gent), On the Road again: Travelling Artists and the City 1400-1750; Kuchenbuch, L. (Hagen), The City and the Culture of Writing in the Middle Ages.

*****

Internationale Fachtagung

Riga und der Ostseeraum in der Geschichte

Riga, 11. bis 16. September 2001

Kontaktadresse: Dr. Eduard Muehle

Herder-Institut

Gisonenweg 5-7

D-35037 Marburg

Tel. + 0 64 21 - 184-100 – Fax: + 0 64 21 - 184-139

Email: muehle@mailer.uni-marburg.de

Call For Papers

Anläßlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Riga veranstalten die Universität Lettlands in Riga, die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Baltische Historische Kommission mit Sitz in Göttingen und das Herder-Institut Marburg in Verbindung mit der Akademie der Wissenschaften Lettlands in Riga, der Ständigen Konferenz der Historiker des Ostseeraumes mit Sitz in Greifswald und dem Institut für Vergleichende Städtegeschichte in Münster in der Zeit vom 11. September (Anreise) bis 16. September (Abreise) 2001 in Riga eine internationale Fachtagung, deren Anliegen es sein wird, mit Blick auf historische Fragestellungen die geschichtliche und gegenwärtige Bedeutung Rigas im Kontext der nordosteuropäischen Großregion zu diskutieren. Die von Prof. Dr. Ilgvars Misans und Prof. Dr. Horst Wernicke konzipierte Tagung soll in mehreren Sektionen die über See gehenden Kontakte und Verbindungen der Stadt Riga in den Ostseeraum hinein von ihrer Gründung (1201) bis in die Gegenwart (2001) erörtern und die achthundertjährige Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes zugleich in eine größere vergleichende historische Perspektive stellen.

Die Veranstalter laden hiermit zur Einreichung von Vorschlägen für Referate ein, für die vorläufig folgende Sektionen vorgesehen sind:

1. Die Entstehung der städtischen Landschaft im Ostseeraum.

2. Riga und die Hanse.

3. Riga und die Städte des Ostseeraumes auf dem Wege zur Modernisierung.

4. Die Ostseemetropole Riga und die Städte des Ostseeraumes im 19. und 20. Jahrhundert.

Referate können in deutscher oder englischer Sprache in einer Länge von 25 Minuten gehalten werden. Vorschläge für Referate werden in Form eines Abstracts (ca. 250 Worte) bis zum 1. Dezember 1999 an das Herder-Institut Marburg erbeten. Die Anzahl der Referate ist auf ca. 60 begrenzt, so daß bei größerem Interesse auf der Grundlage der eingesandten Abstracts eine Auswahl vorzunehmen sein wird. Eine entsprechende Mitteilung wird im Februar 2000 erfolgen.

*****

International Conference

Norbert Elias and Social Anthropology

Metz, 21. bis 22. September 2000

 

Kontaktadresse: Dr Sophie Chevalier, lecturer in social anthropology at the University of Franche-Comté

Email: SophieChevalier@compuserve.com

Call for Papers

The work of Norbert Elias has attracted the attention of historians, political scientists and sociologists. At a time of renewed interest in Elias’ researches, we would like to examine how his "cross-disciplinary" thought illuminates the anthropological approach.

The conference will focus on two main topics:

What is the place of anthropology in Elias work? His work refers explicitly to classics like Radcliffe-Brown, Mead, Evans-Pritchard, Levi-Strauss. He lived in Africa, where he confronted the cultural "Other". This experience led him to reconsider European culture and more broadly the epistemological position of self-distanciation.

How can Elias’ works enrich anthropology? Apart from occasional references to Elias in recent anthropological writing, there has been no systematic attempt to incorporate his perspective into the various fields to which it is obviously relevant. These might include: uses of the body, everyday life, organisation of public and private space etc.; concepts such as habitus, process, interiorisation, etc; and the definition of "culture".

This conference, beyond paying homage to Elias, wants to stimulate a critical reading of Elias’ works. We will explore the heuristic value and formative potential of his thought for contemporary anthropology.

*****

Ausstellung

Barock im Vatikan (1550-1650)

Kunst und Kultur im Rom der Päpste II

Bonn, 15. Dezember 2000 bis Mai 2001

Kontaktadresse: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Friedrich-Ebert-Allee 4

D-53113 Bonn

Tel. + 02 28 - 91 71-200

Internet: http://www.kah-bonn.de

Buchvorstellungen

Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt durch Lutz Unbehaun unter Mitarbeit von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, München, Berlin 1998 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 1) [Deutscher Kunstverlag, 207 S., zahlr., teils farb. Abb., 88,– DM]

Vor uns liegt der erste Band der Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur als Ergebnis eines wissenschaftlichen Kolloquiums des 1997 gegründeten Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur zum Thema "Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit", das vom 3. bis zum 6. Oktober 1996 auf Schloß Heidecksburg in Rudolstadt stattgefunden hat. Der Band vereinigt nach Geleitworten von Museumsdirektor Horst Fleischer und einer Einführung von Lutz Unbehaun (S. 9-14) vierzehn Beiträge von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz.

Dargestellt werden, wie Unbehaun einleitend ausführt, "die für die frühe Neuzeit charakteristischen Beziehungen zwischen Architektur und Kunst einerseits und Herrschaftsform, höfischer Gesellschaft sowie territorialen Gegebenheiten andererseits" (S. 9) unter Konzentration auf den Beitrag der Schloßarchitektur zur Entstehung der Kultur- und Lebensformen an den Höfen und zur Ausbildung frühneuzeitlicher Staatlichkeit (ebd.), denn "die Architektur der Schlösser [hat] die unterschiedlichen Formen höfischer Kommunikation – bis hin zur Festkultur – nicht nur integriert, sondern in besonderer Weise organisiert und bestimmt" (ebd.). Gleichzeitig leisten – mit Blick auf die bisherige Kunstgeschichtsschreibung – die einzelnen Referate ihren Beitrag dazu, daß einer unreflektierten Übernahme von in der Forschung tradierten Einschätzungen und gängigen Topoi entgegengewirkt wird. Insbesondere Luxus und Verschwendung als unterstellte Bedürfnisse feudalen Lebensstils verlangen nach einer differenzierten Begrifflichkeit, denn "mit der memoria und mit der andauernden Wirkung einzelner Kunstformen [soll] die Permanenz der für die höfische Welt grundlegenden sozialen und politischen Werte garantiert werden", zitiert Unbehaun Ulrich Schütte (ebd.). Schließlich waren Repräsentation und Zeremoniell, wie Unbehaun richtig hervorhebt, vor allem "Folge höfischer Statuskonkurrenz und des Strebens nach Reputation und Legitimation unter den territorialherrschaftlichen Standesgenossen auf der Reichsebene oder gar im europäischen Rahmen" (ebd.), und bilden mit der die bildenden Künste fordernden Architektur, Raumanordnung und Ausstattung eine sich gegenseitig bedingende Einheit (S. 10).

Zur Veranschaulichung des den vorliegenden Band in diesem Sinn auszeichnenden innovativen Ansatzes sollen die Beiträge von Ulrich Schütte, Sigrid Puntigam und Wolf Eiermann genauer betrachtet werden.

Ulrich Schütte spürt in seinem Aufsatz über "Das Fürstenschloß als ‘Pracht-Gebäude’" (S. 15-29) der höfischen Kategorie "Pracht" nach, die er als unerläßliches Kommunikationsmittel der sozialen Eliten der feudal geprägten und nur teilweise schriftlichen Gesellschaften des Mittelalters und der frühen Neuzeit vorstellt (S. 15), entsprechend einem noch im 18. Jahrhundert gegebenen Herrschaftsverständnis, das die Fürsten, "am göttlichen Sein teilhabende Herrscher" (S. 9), als Erdengötter und ihre Schlösser als Göttersitze sehen kann (S. 16f.). Mit den Mitteln der Pracht wurden Würde, Ehre, Majestät und Ansehen der Fürsten demonstriert (S. 18). Schütte weist deutlich darauf hin, daß eine solche fürstliche Prachtentfaltung integraler Bestandteil der ganzen fürstlichen Herrschaft war, sich nicht nur an die unteren Stände wendete, sondern auch an die Standesgenossen (S. 19). Von entscheidender Bedeutung sei dabei die zweifache Konditionierung von Pracht als Intendierung einer spezifischen Sinnlichkeit prächtiger Erscheinungen und die Existenz des fürstlichen Körpers (oder in dessen Erweiterung der gesamte Hofstaat als Teil dieses Körpers) als Zeichenträger voraussetzend (S. 19). Nur vor diesem Hintergrund kann "Prachtbaukunst" (S. 20-26) als v.a. im 18. Jahrhundert genau definiertes Bauprogramm verstanden werden, daß, siehe oben, höfischen Werten zur dauerhaften Gültigkeit verhelfen sollte.

So hätten die kleinen Fürsten Standeserhöhung und Selbstdarstellung nicht nur aus Ehre und Eitelkeit angestrebt und keineswegs habe in Verkennung ihrer ökonomischen Potenz an den Höfen Verschwendungssucht geherrscht, sondern "gerade die Kleinstaaten standen unter politischen und sozialen Zwängen, die ihnen, wollten sie im höfischen Normensystem bestehen, keine andere Wahl des Handelns ließen" (S. 31), stellt Sigrid Puntigam, die Ausführungen Ulrich Schüttes ergänzend, in ihrem Beitrag über "Standeserhöhung und Schloßbau im kleinstaatlichen Bereich" (S. 31-46) fest. Die Kunstwissenschaft habe bislang den Zusammenhang zwischen Standeserhöhung und statusbedingter architektonischer Repräsentation ignoriert und "auch die Einbeziehung des für die Residenzforschung unerläßlichen territorial- und reichspolitischen Umfeldes" unterlassen (S. 31). Puntigam hingegen sieht das Instrument der Fürstung als Mittel einer politischen Überlebensstrategie des Reichsgrafenstandes im Prozeß der neuzeitlichen Staatsbildung und betrachtet deshalb zunächst die entsprechenden strukturellen und politischen Voraussetzungen (S. 31-35), beleuchtet anschließend die Folgen für die höfische Repräsentation, die die hierarchischen Verschiebungen mit sich brachten (S. 35f.) und zeigt schließlich exemplarisch die architektonischen Umsetzungen als Indikatoren dieses Prozesses (S. 36-43 am Beispiel von Arolsen, Hohenlohe-Schillingsfürst und Tettnang). Sie kommt zu dem Schluß, "daß weder das Vorbild Ludwigs XIV. noch unbedachte Verschwendungssucht oder der barocke ‘Bauwurmb’, sondern die existentiell gefährdete Souveränität die kleinen Territorialherren zum Staatsbildungsprozeß und zur Standeserhöhung mit der damit zwangsläufig verbundenen architektonischen Repräsentation veranlaßte" (S. 43).

Auch Wolf Eiermann beschäftigt sich mit grundsätzlichen "Bemerkungen zur Schloßarchitektur und den ‘schönen Künsten’" (S. 47-51), die ausgehen von der Feststellung, daß präzise und umfassende definitorische Vorstellungen davon, was ein Schloß denn nun sei, nicht befriedigen. Über das Kriterium der am Bauwerk abzulesenden Würde des Bauherrn nähert sich der Autor ebenfalls der Kategorie "Pracht", die als architektonische Artikulation zu verstehen sei, die "sowohl den Affekt des Staunens auslöste, als auch eine klare ikonographische Aussage zum Rang des Erbauers, seinen Tugenden und nicht zuletzt zur Nutzung des Bauwerks machte" (S. 49). Dabei sei allerdings weit vor die Gesetze der Ästhetik zurückzugehen, sich zu lösen von einer Kunstgeschichte, die, als Tochter der Ästhetik, der Enträtselung des Dekorums verhaftet geblieben sei: "Es ist an der Zeit, barocke Bauwerke nicht mehr mit dem klassizistischen Maßstab des späten 18. Jahrhunderts zu messen" (S. 48), denn "Vorbild war das Monumentale der Antike" (S. 49), das als Maßstab für fürstliches Bauen vor allem die Dimension der Residenzkomplexe bestimmte (ebd.). Und Eiermann schließt mit der Folgerung, daß die Aussage, architectura und Ästhetik seien für das fürstliche Bauwerk sekundär, solange These bleiben muß, als die Kunstgeschichte sich noch nicht vom bürgerlich-ästhetischen Denken des klassizistischen 18. und 19. Jahrhunderts gelöst habe.

Die diesen drei programmatischen und neue Sichtweisen einfordernden Beiträgen folgenden Referate stehen je nach Themenstellung auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Intensität im Rahmen der oben skizzierten Ansprüche. Helen Watanaba O’Kelly untersucht "Das Schloß als Festort in der frühen Neuzeit (S. 53-62), Frank Druffner die kulturelle Leitfunktion englischer Landsitze um 1700 (S. 63-68) und Christian Renfer die Typologie des privaten Herrschaftsbaus in der schweizerischen Eidgenossenschaft der frühen Neuzeit (1450-1650) (S.69-81). Gotthard Kießling beschäftigt sich mit der herrschaftlichen Inanspruchnahme evangelischer Kirchen an Residenzorten (S. 83-93), Wolfgang Brassat mit Vasaris Ausmalung des Palazzo Vecchio in Florenz (S. 95-110) und Uwe Albrecht mit fürstlichen Mausoleen und Grabmälern in Norddeutschland und Dänemark (S. 111-130), den Inszenierungen des eigenen Nachruhms (S. 111). Es folgen "Überlegungen zu ungewöhnlichen Treppentürmen an deutschen und französischen Renaissanceschlössern" von Matthias Müller (S. 131-144), der den Wendelstein als antihabsburgisches Architekturmotiv der Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes deutet, also als Zeichen einer politisch-religiös motivierten Konkurrenzsituation, nicht nur als "Capriccio". Am Beispiel von Schloß Raudnitz widmet sich Monika Brunner dann der frühbarocken Schloßbaukunst in den Habsburgerländern (S. 151-159) und kann, wie sie selbst schreibt, zwei entscheidende Prämissen der Barockforschung revidieren: "einmal die Ansicht, der Ausgangsort repräsentativen Barockbaus in den Habsburgerländern sei in der kaiserlichen Residenzstadt Wien zu lokalisieren; sowie zum anderen die Annahme, der Anfang adeliger Barockbaukunst wäre ... zeitlich erst nach 1683 zu datieren" (S. 151). Den Abschluß bilden die Beiträge von Claudia Banz, Hendrik Bärnighausen und Birgit Kümmel über "Die Gemäldesammlung der Erzherzöge Albrecht und Isabella in Brüssel. Anmerkungen zu ihrer programmatischen Disposition und Funktion" (S. 161-169), "Schloß Sondershausen: Die Stuckdekoration im ‘Gewölbe am Wendelstein’" (S. 171-189) und über "Geschichte und Struktur der landgräflichen Sammlungen in Kassel im 16. und 17. Jahrhundert" (S. 191-207).

Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung der Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur. Als zweiter Band dieser Reihe sollen die Ergebnisse der Tagung vom April 1998 zu dem Thema "Bildnis, Fürst und Territorium" veröffentlichen werden.

Jan Hirschbiegel


Das albertinische Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Beiträge zur barocken Residenzkultur, hg. von "Die Fünf Ungleichen" e.V., Freyburg/Unstrut 1999, [115 S., mit zahlr., teils farb. Abb.]

Die anzuzeigende Veröffentlichung erschien aus Anlaß der Ausstellung "Die Herzöge von Sachsen-Weißenfels – Hofhaltung und Residenzen", die vom 23. April bis zum 25. Juli 1999 im Museum Burg Querfurt gezeigt wurde. Redaktion und Gestaltung stammen von dem durch zahlreiche Publikationen zu Burgen und Schlössern Sachsen-Anhalts bekannten Bauhistoriker Reinhard Schmitt, im vorliegenden Band vertreten mit Beiträgen zur Baugeschichte der Schloßkapellen im Herzogtum Sachsen-Weißenfels (S. 10-47).

"Die Fünf Ungleichen" sind ein Zusammenschluß von fünf Museen in Burgen und Schlössern im Süden Sachsen-Anhalts, der sich von Beginn an die "Frage nach dem Verbindenden in der Vergangenheit [der] unweit voneinander liegenden Burgen und Schlösser und nach gemeinsamen Forschungs- und Ausstellungsprojekten" (S. 5) stellte, wie wir einführend von Kristine Glatzel und Joachim Säckl erfahren (S. 5-9). Ausstellung und Publikation sind ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit, ausdrücklich als Fortsetzung zweier Veröffentlichungen aus dem Jahre 1994 verstanden.

Glatzel und Säckl machen deutlich, daß sowohl das Wissen über die Hofkultur des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Weißenfels, mit Sachsen-Querfurt in Personalunion verbunden, trotz reichhaltigen Quellenmaterials noch immer lückenhaft wie auch die Wirkung der Residenzen auf ihr Umfeld bislang nur unzureichend erforscht ist, obwohl der Einfluß des Weißenfelser Hofes auf die deutsche Kulturentwicklung insbesondere durch die Förderung von Oper und Theater bekannt sei (S. 5 – Schmitt attestiert der sächsischen Sekundogenitur Weißenfels deshalb eine hohe kulturgeschichtliche Bedeutung, wohingegen u.a. die Bautätigkeit der Herzöge bislang kaum untersucht wurde, vgl. S. 10). Sie begründen dies zum einen damit, daß Kursachsen 1815 an Preußen fiel und "man in der Folge die Hof- und Residenzkultur aus den Augen verlor", zum anderen mit der "territoriale[n] Vielfalt und Zersplitterung des Weißenfelser Herzogtums bis in die Gegenwart" (ebd.).

Für den Weißenfelser Hof stellt sich nach Glatzel und Säckl zunächst die Frage nach der politischen Dimension und den Auswirkungen barocker Residenzkultur hinsichtlich des Verhältnisses von realer Macht und Handlungsvermögen zu einem fürstlichen Anspruch auf Repräsentation nach absolutistischem Vorbild (S. 5f.). So war der Magdeburger Administrator August (1638-1680), zweiter Sohn des Kurfürsten Johann Georg I. und Gründer der Linie Sachsen-Weißenfels, zwar mit seinen Bemühungen, ein selbständiges und reichsunmittelbares Reichsfürstentum zu errichten, gescheitert. Weder war es ihm gelungen, in Weißenfels, am Ort seiner zukünftigen Residenz, eine besondere Souveränität zu errichten, noch das 1663 geschaffene Reichsfürstentum Querfurt in Sachsen-Weißenfels umzuwidmen. Aber alle "Aktivitäten, die auf die Errichtung einer neuen Residenz als Sitz eines Herrschers zielten, dienten dem Zweck, Standeszugehörigkeit zu dokumentieren, politische Ziele und Souveränität zu deklamieren" (S. 6): "Weißenfels wurde ... Residenzort und Zentrum aller Bemühungen um eine standesgemäße Residenzkultur" (ebd.), auch wenn Weißenfels die reichsfürstliche Freiheit fehlte, die Querfurt gegeben war. Die politische Dimension der Weißenfelser Residenzkultur verlor unter den Nachfolgern Herzog Augusts zugunsten der Absicherung eines landesfürstlichen Lebensstils an Bedeutung, der das Herzogtum bis an den Rand des Staatsbankrotts führte. Erst dem letzten Sachsen-Weißenfelser Herzog Johann Adolf II. (1736-1746) gelang die Konsolidierung, bevor nach seinem Tod das Herzogtum wieder an das Kurhaus zurückfiel. Unter den Herzögen von Sachsen-Weißenfels wurde aber, wie Glatzel und Säckl ausführen, "nicht nur die Staatskasse belastet, eigenem Selbstverständnis gefrönt und versucht, fürstliche Souveränität zu demonstrieren" (ebd.): Residenzkultur "war auch wichtige Triebkraft, die einzelne Orte und das Land umgestaltete, Strukturen entwickelte, einer Künstlerschaft Tätigkeitsfelder erschloß und sie in das Land zog" (ebd.).

Eine Residenz im allgemeinen wie eben auch die zentrale Residenz des Herzogtums Sachsen-Weißenfels im besonderen unterlag verschiedenen Kriterien, die Form und Gliederung bestimmten. Einerseits war eine Residenz wie Weißenfels mit ihren angeschlossenen Einrichtungen Sitz der Regierung und damit administratives und geistig-künstlerisches Zentrum, andererseits "kennzeichnete Residenz auch die Gestaltung der ständigen wie saisonalen Wohnplätze des regierenden Fürstenhauses und der seiner einzelnen Mitglieder (Nebenlinien, Witwensitze)" (S. 7). Durch die Familienstruktur des Herzogshauses entstand darüber hinaus im gesamten Herzogtum ein "Netz residentialer Einrichtungen" (S. 8), das weiteren Ausbau durch Gärten und Jagdanlagen möglich machte. Glatzel und Säckl heben hervor, daß sich Residenzkultur nicht nur auf dieses Netz beschränkt, sondern auch die Bemühungen der Herzöge zu erfassen hat, "zeitgemäße moderne Formen des gesellschaftlichen Lebens zu fördern oder wirtschaftliche Impulse zu geben" (ebd.). Dazu gehören die Gründung von Schulen, Bibliotheken oder Waisenhäusern, die Unterstützung und Ausstattung von Kirchen und Kirchenbauten, siedlungsgeographische und städtebauliche Aktivitäten sowie gesetzgeberische Maßnahmen zur Regelung bspw. des Kurwesens, des Weinbaus oder der Manufakturen. Auf der Grundlage umfangreichen Quellenmaterials werden einige dieser Aspekte der Sachsen-Weißenfelser Residenzkultur näher beleuchtet.

Den Anfang machen die baugeschichtlichen Beiträge Reinhard Schmitts zu den Schloßkapellen des Herzogtums, denn, so Schmitt, "zu den vornehmsten Bauaufgaben gehörten im Barock neben den Schloßbauten selbst, den Thronsälen und Theatern der Aus- oder gar Neubau von Kapellen für die am Hofe gepflegte Frömmigkeit" (S. 10), dies vor dem Hintergrund, daß die Herzöge als Bauherren gegenüber den Kurfürsten ein hohes Maß an Selbständigkeit entwickeln konnten (ebd.). Schmitt belegt dies vor allem nach archivalischen und ikonographischen Zeugnissen beispielhaft an den Neubauten in dem neu errichteten Schloß Weißenfels (S. 18-25) und in dem bestehenden Schloß Sangerhausen (S. 30-34) sowie anhand von Modernisierungsmaßnahmen an Kirchen bzw. Kapellen in Querfurt (S. 12-18), Freyburg (S. 25-30), Wendelstein (S. 35f.), Heldrungen (S. 36-38) und Langendorf (S. 34f.). Überdauert hat die Zeiten einzig die Weißenfelser Kapelle, Heldrungen und Sangerhausen wurden abgebrochen. Schmitt macht deutlich (S. 38f.), daß die Bautätigkeit der Herzöge – umfangreicher als die in den beiden gleichzeitig eingerichteten Sekundogenituren Sachsen-Zeitz und Sachsen-Merseburg – im Zusammenhang mit der Bedeutung der einzelnen Residenz, mit saisonal bedingten Aufenthalten des Hofes, der jeweiligen herzoglichen Vorliebe für den einen oder anderen Ort und natürlich auch den unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen des Herzogtums zu sehen ist: Weißenfels war Hauptsitz, in Langendorf hielt sich der Hof u.a. zur Brunnenkur auf, Freyburg diente als Aufenthaltsort höfischer Jagdgesellschaften, Sangerhausen genoß die besondere Wertschätzung Herzog Christians (1712-1736), Querfurt war Residenz eines selbständigen Fürstentums, Heldrungen schließlich fiel Sparmaßnahmen zum Opfer.

Joachim Säckl behandelt die "Garten- und Jagdanlagen der Herzöge von Sachsen-Weißenfels" (S. 48-96). Im Sinne einer "ganzheitlichen Sicht auf die wettinische Residenzkultur an der Saale um 1700" will Säckl seinen Beitrag "als Beginn einer systematischeren Beschäftigung mit der Weißenfelser Residenzkultur" verstanden wissen, denn eine "umfassendere Sicht auf die Kulturgeschichte der bedeutendsten albertinischen Sekundogenitur ... würde die innere Vielfalt fürstlicher Residenzkultur besser zur Anschauung bringen" (S. 48). Seinen Gegenstand hat Säckl bewußt gewählt, denn gerade dort und nicht nur auf der Bühne des Theaters habe höfisches Leben stattgefunden, hier waren die Räume, die der Fürst und sein Hof zur Etablierung residentialer Kultur und höfischer Repräsentation benötigte, bevorzugte Orte fürstlichen Privatlebens und Kristallisationspunkte barocker Residenzkultur (ebd.). Eigenem Eingeständnis zufolge hat Säckl die Quellen nur unzureichend ausgewertet und erhebt deshalb auch nicht den Anspruch, ein vollständiges Bild der fürstlichen Lebensräume "Lustgarten" und "Jagdbahn" zu bieten, das allerdings beeindruckt. Zunächst gibt Säckl "Überlegungen zu einer Geschichte der herrschaftlichen Gärten im Herzogtum Sachsen-Weißenfels" (S. 49-56), gefolgt von einem "Katalog der wichtigsten Anlagen" (S. 56-73). Säckl stellt fest, daß es zwar am herzoglichen Streben nach standesgemäßen Gärten nicht fehlte, diese aber nicht zu den Zentren aristokratisch geprägter Gartenkunst zu zählen seien und bis auf eine Ausnahme auch von keinerlei weiterreichendem Einfluß waren. Lediglich Klein-Friedenthal habe auch außerhalb der Grenzen des Herzogtums Beachtung gefunden und wirkte wohl als Vorbild für die Gartenanlage Friederikenberg des Zerbster Herzogtums. Bedeutender sei der Einfluß Weißenfelser Gartenkunst auf die bürgerliche Gartenbautradition zumindest von Weißenfels gewesen, wie Stadtpläne aus der Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts zeigen (S. 55f.). Der Katalog, der jeweils allgemeine und beschreibende Angaben enthält und Pläne, Abbildungen und Literatur nennt, umfaßt die Anlagen von Barby – Schloß und Schloßgarten, Dahme – Schloß und Schloßgarten, Freyburg (Neuenburg) – Lustgarten in der Vorburg, Schloß Neuenburg – Garten Klein Friedrikenthal, Halle – Residenzgarten an der Neuen Residenz, Halle – Fürstlicher Küchengarten, Langendorf – Garten beim Kammergut Langendorf, Langensalza – Garten im Schloß Dryburg, Langensalza – Garten Friedrikenberg, Querfurt – Lustgarten am Fürstenhaus der Burg, Querfurt – Lusthaus auf der Eselswiese, Sangerhausen – Lustgarten an der Gonna, Weißenfels – Eremitage und Weißenfels – Residenzgarten (Lust-, Küchen- und Schießgarten) sowie die Menagerie in Weißenfels. "Wildbahnen und Plätze herrschaftlicher Jagd" ist der Titel des zweiten Teils (S. 73-82), ebenfalls gefolgt von einem "Katalog der wichtigsten Anlagen" (S. 82-93). Der Katalog erfaßt das Jagdschloß Freyburg (Neuenburg) mit den Tiergärten "im Burgholz" und "Friedenthal in der Alten Göhle", das dortige sogenannte "Horchhaus" und die dazugehörigen Reviere Neue Göhle, Schleberöder und Branderöder Holz, stellt das Weißenfelser Fasanengehege "Beuditz" mit dem "Jägergarten" und dem Garten "Sausehölzchen" vor, beschreibt das zu Schloß Wendelstein gehörende "Prinzenhaus" (vermutlich der letzte bauliche Zeuge der höfischen Jagdkultur des Hauses Sachsen-Weißenfels, S. 92) mit den Loderslebener und Wendelsteiner Forsten und nennt abschließend den heute nicht mehr genau zu lokalisierenden Saugarten bei der Lautersburg. Entsprechend hat Säckl seine vorangehenden Ausführungen auf die drei Zentren fürstlicher Jagd in und um Weißenfels und Freyburg (Neuenburg) und im Ziegelrodaer Forst konzentriert. Leider kann der Autor im Rahmen seines Beitrages aufgrund des noch mangelhaften Forschungsstandes und der Materialfülle die höfische Jagd am Weißenfelser Hof nicht in ihrer ganzen Breite darstellen (S. 75) und damit auch nur andeutungsweise Aussagen treffen, die auf diesem Gebiet einen Vergleich zu anderen Höfen der Zeit gestattete. Immerhin mußte durch die Trennung vom kurfürstlichen Jagdwesen 1652/53 überhaupt erst ein standesgemäßes Jagdwesen am Weißenfelser Hof mit den entsprechenden Wildbahnen, Häusern, Gerätschaften, Tieren und Personal entwickelt werden. Es ist das Verdienst des Verfassers, darauf hingewiesen zu haben, daß es an einer zusammenhängenden Darstellung noch fehlt.

Der dritte Beitrag stammt aus der Feder von Beate Hellwig, die sich mit "Küche und Keller der kurfürstlichen und herzoglichen Hofhaltung" nach einem interessanten Fund aus einer barocken Abfallgrube auf Schloß Neuenburg beschäftigt (S. 97-108). Dieser Fund, bereits vor 35 Jahren entdeckt, stammt aus zwei übereinander liegenden Räumen, in denen sich wohl eine mittelalterliche Warmluftheizung befunden hatte, die im 15./16. Jahrhundert zugemauert worden waren. Zugänglich waren die Räume dann nur noch durch eine kleine Öffnung, die als eine Art Müllschlucker diente. Diese Räume enthalten Schutt, der hauptsächlich aus Asche, Holzkohle und Bauresten bestand, aber auch Gefäß- und Geschirrscherben aus Keramik, Glas und Porzellan enthielt, Tabakspfeifen, Ofenkacheln, Würfel, Messingknöpfe und -schnallen. Zusammen mit den vorgefundenen Speiseabfällen (Tierknochen, Fischreste, Muschelschalen) erlauben die Fundstücke einen Blick nicht nur auf "das Alltagsleben der Schloßbewohner zur Zeit der kursächsischen Fürsten und der Herzöge von Sachsen-Weißenfels, sondern ... auch ... in die Kochtöpfe, die Speisekammer und auf die herzogliche Tafel" (S. 96). Ebenfalls aufgefundene Münzen und Schriftzüge auf den inzwischen zum Teil rekonstruierten Gefäßen erlauben die Datierung des Fundes in dem oberen der beiden Räume in das 17./18. Jahrhundert, Fundmaterial aus dem unteren Raum stammt wohl aus dem 16./17. Jahrhundert. Hellwig befaßt sich – angereichert mit knappen kulturgeschichtlichen Exkursen – vor allem mit Keramik (S. 99-104) und Glas (S. 104f.), "Würfelspiel und ‘Tabaktrinken’" (S. 105f.) und Tierresten (S. 106f.). Fayence- und Porzellanscherben deuten auf die herzogliche Tafel und lassen auf den Genuß von Kaffee, Tee oder Schokolade schließen (S. 103). Glasreste zeigen, daß auch in Weißenfels schon böhmisches Glas bekannt war. Aufschluß über den Zeitvertreib geben ein Würfel aus Bein, Tonmurmeln, eine hölzerne Spielfigur und ein Spielbrett sowie holländische Pfeifenköpfe aus weißem Ton. Die der Neuenburger Abfallgrube entnommenen Tierknochen stammen zu 39% von Wildtieren, zu 61% von Haustieren. Es fanden sich Knochen von Hirsch, Reh und Hase, von Fasan, Rebhuhn und Wildente, wobei Hasen und Wildenten offensichtlich die am häufigsten verzehrten Wildtiere waren. Daneben scheinen zahlreiche kleinere Vögel verspeist worden zu sein, darunter Wachteln und Eichelhäher, Wacholderdrosseln und Waldschnepfen – Zeugen herzoglicher Jagdleidenschaft (S. 107). Des weiteren stand hauptsächlich Ziegen- und Schaffleisch auf der Speisekarte, weniger Rind- und am wenigsten Schweinefleisch. Fasane, Schafe, Ziegen, Hühner und Gänse waren, nach den Knochenresten zu urteilen, die beliebtesten Fleischspeisen, vereinzelt enthielt der Schutt aber auch schon Truthahnknochen. Identifiziert werden konnten auch Reste von Hecht und Karpfen, von Miesmuscheln und Austern.

Den Schluß bilden die Ausführungen von Martin Schmager über "Medaillen – barocke Repräsentation" (S. 109-114). Da das Herzogtum keine eigenen Münzen prägen durfte und auch über keine eigene Münzstätte verfügte, wurden Münzen ohne gesetzliche Zahlkraft und Medaillen in benachbarten Städten und Herzogtümern in Auftrag gegeben. An ausgewählten Beispielen will Schmager zeigen, daß "die Weißenfelser Medaillen in Qualität und Vielfalt den Vergleich mit den großen deutschen Höfen nicht zu scheuen brauchen" (S. 109). Die erste Medaille des Herzogtums wurde 1663 aus Anlaß der Grundsteinlegung der Schloßkapelle im Residenzschloß Neu-Augustusburg geprägt. Die letzte Sachsen-Weißenfelser Medaille stammt aus dem Jahre 1736 und wurde auf die Geburt des Erbprinzen geprägt, dessen früher Tod Sachsen-Weißenfels nach dem Tod Herzog Johann Adolfs II. 1746 an Kursachsen zurückfallen ließ. Beginn und Ende des Herzogtums spiegeln sich in diesen beiden Prägungen. Die nach Schmager schönste Arbeit für den Weißenfelser Hof sei die letzte unter Herzog August geprägte Medaille aus dem Jahre 1679, die auf ihrer Rückseite eine Teilansicht des Weißenfelser Schlosses zeigt, umschrieben mit den Worten tam div qvam div. anno mdclxxix (Abb. 3 und 4). Die meisten Medaillen, 44 an der Zahl, hat Herzog Johann Georg prägen lassen. Eine goldene Medaille entstand aus Anlaß seines Regierungsantritts 1698, andere Anlässe zur Prägung von Medaillen waren die verschiedenen Festlichkeiten des Hofes – Karneval, Geburtstage, Schützenveranstaltungen, die Geburt des Erbprinzen 1702 und dessen Einsegnung, die Heirat der ältesten Schwester des Herzogs oder Einweihungen. 1704 hat Herzog Johann Georg den Weißenfelser Orden "... de la noble passion" gestiftet. Ein Exemplar konnte bis heute nicht gefunden werden, aber zur Ordensstiftung sind zwei Medaillen geprägt worden (S. 111). Erhalten haben sich auch verschiedene Huldigungsmedaillen von Städten des Herzogtums. Schmager hebt hervor, daß nur aus der Zeit Herzog Johann Georgs Medaillen bekannt sind, die auch die Herzogin abbilden. Prägefreudig war auch Herzog Christian, der sich durch die Konvertierung des Dresdener Kurhauses zum Katholizismus für die evangelischen Glaubensangelegenheiten zuständig fühlte und dies auch auf den von ihm veranlaßten Medaillenprägungen zum Ausdruck brachte, so 1717 aus Anlaß des Reformationsjubiläums und 1730 aus Anlaß der zweiten Säkularfeier der "Confessio Augustana".

Alles in allem bemerkenswerte und notwendige Studien, die exemplarisch Aspekte der höfischen Kultur eines kleineren Hofes behandeln, dessen kulturelle Bedeutung insgesamt höher zu veranschlagen ist, als bislang allgemein bekannt war.

Jan Hirschbiegel


Aristokratické rezidence a dvory v raném novovÆ ku (Aristokratische Residenzen und Höfe in der frühen Neuzeit), hg. von Václav Bö û ek und Pavel Král (=Opera historica 7), eské BudÆ jovice 1999, Editio Universitatis Bohemiae meridionalis, 684 S.

Die "Hof- und Residenzenforschung Reihe" des südböhmischen Universitätszentrums unter der Leitung von Václav Bö û ek, die in dieser Zeitschrift regelmäßig annotiert wird, präsentiert sich diesmal mit einem stattlichen Band von nicht weniger als 25 Aufsätzen tschechischer, deutscher und österreichischer Autoren. Der Band verdient breitere Aufmerksamkeit, da die Beiträge bisweilen über die Grenze Böhmens hinausgreifen. Neben einer kleineren Zahl zusammenfassender Skizzen, die dem Vergleich dienen sollen, handelt es sich um verschiedene Sondagen in die Problematik aus sachlicher und auch typologischen Sicht, meist auf Grund archivalischer Quellen, die bisher kaum interpretiert wurden. Wegen des besonderen Umfanges des anzuzeigenden Werkes kann nur die knappste Form der Aufzählung geboten werden, was jedoch nicht allzu stören wird, da die Titel so gut wie immer Auskunft über den diesbezüglichen Inhalt geben. Alle tschechischen Aufsätze besitzen deutsche, ausnahmsweise auch anderssprachige Zusammenfassungen, deren Überschriften im folgenden stets in Klammern angeführt werden. Václav Bö û ek, ž lechta raného novovÆ ku v ¹ eském dÆ jepisectví devadesátú ch let (Early modern Nobility in the Czech Historiography on the 1990's) (S. 5-28). – Ivan Hlavá¹ ek, Dvö r a rezidence ¹ eskú ch panovníkö doby pé emyslovské a ranÆ lucemburské. Stru¹ nú pé ehled vú voje a literatury pro dobu do roku 1346 (Der Hof und Residenzen der böhmischen Herrscher der Pé emysliden- und frühluxemburgischen Zeit) (29-70). – Ronald G. Asch, Der englische Königshof im frühen 17. Jahrhundert im Spannungsfeld zwischen monarchischer Selbstdarstellung und Adelskultur (71-96). – Markus Relsenleitner, Habsburgische Höfe in der frühen Neuzeit – Entwicklungslinien und Forschungsprobleme (97-114). – Georg Heilingsetzer, Das Jahr 1620 als Zäsur? Der oberösterreichische Adel im Vergleich mit dem Adel der böhmischen Länder (115-137). – Petr Mata, Soumrak venkovskú ch rezidencí. "Urbanizace" ¹ eské aristokracie mezi stavovstvím a absolutismem (Das Ausklingen der Bedeutung der ländlichen Reaidenzen. Urbanisierung der böhmischen Aristokratie zwischen dem Ständewesen und dem Absolutismus) (139-152). – Michaela Neudertová, "Item ve velké fraucimé e pé ed lusthausem se nachází..." Pé íspÆ vek ke studiu inventáé ö pozdnÆ renesan¹ nich rezidencí v severozápadních echách ("Item aufm großen frauen Zimmer um Lusthaus ist ..." Ein Beitrag zum Studium der Schloßinventare der Renaissancezeit in Nordwestböhmen) (163-199). – Milan Svoboda, Rezidence pánö z Redernu na pé elomu 16. a 17. století (Die Residenzen der Herren von Redern an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert) (201-222). – Marie Ryantová, PromÆ ny lobkovické rezidence na Vysokém Chlumci v 16. a 17. století (Die Veränderungen der Lobkowitzer Residenz Vysokú Chlumec im 16. und 17. Jahrhundert) (223-249). – Lenka Bobková, Reziden¹ ní pé edstavy rytíé ö ze Salhausenu v severozápadních echách (Residenzvorstellungen der Ritter von Salhausen in Nordwestböhmen) (251-273). – Petr Fidler, "Bauen ist eine höhere Lust als Kriegführen". Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein als Bauherr und Mäzen. – Zur Baustratagie eines Fürsten (275-309). – Monika Brunner, Raudnitz und Richelieu. Die frübarocken Residenzschlösser zweier Erster Staatsminister im kunsthistorischen Vergleich (311-329). – Petr Vorel, ¦ ivot na dvoé e Viléma z Perë tejna (Das Leben am Hofe Wilhelms von Pernstein) (331-360). – Tomáë Baletka, Dvö r olomouckého biskupa Stanislava Thurza (1497-1540) (Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzo 1497-1540) (361-382). – Petr Vybíral, Rezidence a dvö r pánö z Ludanic ve druhé polovinÆ 16. století (Court of the Lord of Ludanice in the Second Half of the Sixteenth Century) (383-407). – Tomáë Knoz, Rezidence a dvö r Karla starë ího ze ¦ erotína (Residenzen und Hof Karls des Älteren von Zierotin) (409-439). – Jié í Kubeë , ž vamberskú dvö r v Té eboni v letech 1611/1612 aû 1620 (Der schwanbergische Hof in Té ebon Wittingau in den Jahren 1611/1612-1620). – Petr Kopi¹ ka, Dvö r Zde× ka VojtÆ cha a Polyxeny z Lobkovic ve dvácatú ch a té icátých letech 17. století (Der Hof ZdenÆ k VojtÆ chs und Polyxenas von Lobkowitz in den zwanziger und dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts) (469-493). – Beatrix Bastl, Macht der Emotionen? Refugien der Intimität? Die Erhaltung des Namens und die Ordnung der aristokratischen Familie (495-534). – Radek Fukala, Náboû enaká politika markrabÆ te Jié ího Braniborsko-Ansbasë kého v krnovském kníû ectví (Religionspolitik des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach im Fürstentum von Krnov Jägerndorf) (535-557). – Marie Koldínská, Praû ská a víde× ská kaû dodennost za té icetileté války o¹ ima nejvyë ë ího purkrabího (Prager und Wiener Alltag in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in den Augen des obersten Burggrafen) (559-574). – Bronislav Chocholá¹ , Návë tÆ vy u nejvyë ë iho zemského komorníka. Dvö r a hosté Frantië ka Antonína hrabÆ te Collalta v BrnÆ koncem 17. století (Besuche beim Oberstlandeskämmerer. Hofstaat und Gäste Franz Antons Grafen von Collalto in Brno Brünn am Ende des 17. Jahrhunderts) (575-595). – Zde× ka Prokopová, "Cultores Deiparae Cajoviensis". Vazby dvora Jana Kristiána z Eggenberku k poutnímu místu ("Cultores Deiparae Cajoviensis". Bindungen des Hofes Johann Christians von Eggenberg zum Wallfahrtsort) (597-617). – Josef Hrdli¹ ka, Rituál stolování na ranÆ novovÆ kú ch aristokratickú ch dvorech v ¹ eskú ch zemích (Das Tafelritual an aristokratischen Höfen der frühen Neuzeit in den böhmischen Ländern (619-653). – Milena Lenderová, PromÆ ny francouzské tabule v 18. století (Les changements de la table française au XVIIIeme siècle) (655-676).

Der Sammelband ist in einer Auflage von 350 Exemplaren erschienen und besitzt keinen Register. Weitere Bände sind mit Interesse zu erwarten.

Ivan Hlavá¹ ek, Prag*

 

Neuerscheinungen

 

Adel – Geistlichkeit – Militär. Festschrift für Eckard Opitz zum 60. Geburtstag, hg. von M. Busch und J. Hillmann, Bochum 1999 (Sonderband zur Schriftenreihe der Stiftung Herzogtum Lauenburg) [D. Winkler, 286 S., 89,50 DM].

The age of the favourite, hg. von J. H. Elliott und L. Brockliss, New Haven 1999 [Yale U.P., 352 S., 75 Abb., ca. 75 DM].

Zum Inhalt:

Observers in England, Spain, France and many other European states in the sixteenth and seventeenth centuries grew increasingly alarmed by the growing influence of favourites, or minister-favourites. These individuals appeared to be usurping powers and duties normally exercised by monarchs. In this pioneering book, a team of international scholars considers the emergence of favourites in Europe. Probing beyond the well-known life ‘stories of such individual favourites and minister-favourites as the Duke of Buckingham, Cardinal Richelieu and the Count-Duke of Olivares, the contributors enquire into the phenomenon of these powerful figures.

Architecture, jardin, paysage. L’Environement du château et de la villa aux XVe et XVIe siècles, hg. von J. Guillaume, Paris 1999 [312 S., 213 Abb., 350 FF].

Aus dem Inhalt:

Dépendances, jardin, verger, parc forment l’environnement obligé du château et de la villa et le cadre naturel de la vie noble à la campagne que de nombreux textes, étudiés ici, permettent de connaître. A partir de la Renaissance, ces différents espaces sont peu à peu mis en ordre et tendent à former une composition unitaire. Parmi eux, le jardin occupe une position privilégiée Aussi est-il l’objet principal de ce livre, étant entendu qu’on s’est surtout attaché à son organisation générale et aux rapports qu’il entretient avec la demeure. En adoptant cet angle de vue et en procédant à une confrontation européenne, on découvre que les structures du jardin changent assez lentement et pas partout de la même façon, si bien que la notion usuelle de «jardin de la Renaissance» rend mal compte d’une réalité plus complexe. Les inventions italiennes restent essentielles, mais la France développe au même moment des exigences propres qui aboutiront vers 1630 à la naissance d’un jardin totalement nouveau.

Y a-t-il un «jardin de la Renaissance»? LES VILLAS: ITALIE ET DALMATIE: Grujic, N., L’environnement des villas ragusaines à la Renaissance; Jestaz, B., La villa de Giovanni Ruccellai à Quaracchi et ses nouveautés; Lazzaro, C., The Sixteenth Century Central Italian Villa and the Cultural Landscape; Burns, H., Palladio’s Designs for Villa Complexes and their Surroundings; Kehl, P., Die Entwicklung der estensischen Renaissance-Gärten. CHÂTEAU ET JARDIN EN FRANCE: Whiteley, M., Relationship between Garden, Park and Princely Residence in Medieval France; Guillaume, J., Le jardin mis en ordre: jardin et château en France du XVe au XVIIe siècle; Boudon, F., Jardins d’eau et jardins de pente dans la France de la Renaissance. EUROPE DU NORD, EUROPE CENTRALE: De Jonge, K., L’environnement des châteaux dans les Pays-Bas méridionaux au XVIe siècle et au début du XVIIe siècle; Henderson, P., The Visual Setting of the English Country House: 1500-1625; Lauterbach, I., Jardins de la Renaissance en Allemagne et en Autriche; Putkowska, J., The Royal Villas in Poland in th Sixteenth Century. ARANJUEZ: Wilkinson, C., European Convergences: Philippe II and the Landscape of Aranjuez. VIVRE AUTOUR DU CHATEAU: Fontaine, M.-M., La vie autour du château: témoignages littéraires; Howard, D., Chasse, sports et plaisirs autour des châteaux d’Écosse.

Arendt, B.: Jetzt reden wir! Das Kommunikationsverhalten der Frauen im französischen Artusroman des Mittelalters, Bern 1998 [200 S., 84,–].

Made in Arolsen. HEWI und die Kaulbachs. Zwischen höfischem Handwerk und Industriedesign. Ausstellungskatalog des Museums Bad Arolsen, Autoren: A. E. Danasouri, T. Dann, E. Emscher, B. Kümmel, C. Nicolaus, E. Schmidberger, B. Steltner, C. Weinberger, O. Wilke, C, Wolsdorf, Bad Arolsen 1998 [227 S., 138 teils farbige Abb.].

Attempto – oder wie stiftet man eine Universität: die Universitätsgründungen der sogenannten zweiten Gründungswelle im Vergleich, hg. von S. Lorenz in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Stuttgart 1999 (Contubernium, 50).

Aus dem Inhalt:

Lorenz, S., Fehlgeschlagen, gescheitert, erfolglos. Vergebliche Versuche von Universitätsgründungen in Regensburg, Lüneburg, Breslau und Pforzheim; Schmidt, R., Heinrich Rubenow und die Gründung der Universität Greifswald 1456; Matheus, M., Heiliges Jahr, Nikolaus V. und das Trierer Universitätsprojekt: eine Universitätsgründung in Etappen (1450-1473); Speck, D., Fürst, Räte und die Anfänge der Freiburger Universität; Sieber, M., Motive der Basler Universitätsgründung; Müller, R. A., Ludwig IX. der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut (1450-1479) und die Gründung der Universität Ingolstadt 1472; Duchhardt, H., Universität Mainz (1476/77); Mertens, D., Eberhard im Bart als Stifter der Universität Tübingen; Stievermann, D., Friedrich der Weise und seine Universität Wittenberg; Kintzinger, M., Frankfurt an der Oder. Eine moderne Universität?; Schubert, E., Zusammenfassung.

Barbier, F.: Livres de cour et "jardins imprimés": l’Hortus Palatinus de Salomon de Caus, in: Plurales Deutschland – Allemagne plurielle: Festschrift für Étienne François, hg. von P. Schöttler, Göttingen 1999, S. 167-178 [Wallstein].

Barta, I.: Familienporträts der Habsburger. Dynastische Repräsentation im Zeitalter der Aufklärung, Wien 1999 [Böhlau, 140 S., 60 Abb. 69,80].

Baudisch, S.: Lokaler Adel in Nordwestsachsen. Siedlungs- und Herrschaftsstrukturen vom späten 11. bis zum 14. Jahrhundert, Köln, Weimar 1999 (Geschichte und Politk in Sachsen, 10) [Böhlau, 432 S., 98,– DM].

Bechthold, M.: Kleidung der Vernunft. Die Vorgeschichte bürgerlicher Repräsentation an Beispielen höfischer und bürgerlicher Kleidung in Frankreich vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, Münster 1999 (zugleich Diss. Univ. Oldenburg 1994) [Lit, ca. 300 S., 48,80 DM].

Bell, I.: Elizabethan Women and the Poetry of Courtship, Cambridge 1998 [276 S., 118,– DM].

Die Beziehungen der Herzöge von Preußen zu West- und Südeuropa (1525-1688). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von D. Heckmann, Köln, Weimar 1999 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 47) [Böhlau, 688 S., 148,– DM].

Böhmisch-österreichische Beziehungen im 13. Jahrhundert. Österreich (einschließlich Steiermark, Kärnten und Krain) im Großreichprojekt Ottokars II. Premysl, König von Böhmen. Vorträge eines internationalen Symposions vom 26. bis 27. September 1996 in Znaim, hg. von M. Blàhovà und I. Hlavá¹ ek unter Mitwirkung von J. Hrdina und P. Kubín, Prag 1998 [Das Österreichische Kulturinstitut Prag; Philosophische Fakultät der Karlsuniversität].

Aus dem Inhalt:

Hlavá¹ ek, I., Böhmisch-österreichische Nachbarschaft bis zu den Anfängen Pé emysls II.; Rohr, C., Pé emysl Otakar II. - ein Wegbereiter der Habsburger? Grabmayer, J., Überlegungen zu Persönlichkeit und Politik König Rudolfs I. von Habsburg; Pferschy, G., Funktion und Gefüge der Herrschaft König Ottokars über die Steiermark; Csendes, P., König Ottokar II. und die Stadt Wien; Ogris, A., Die Beziehungen König Ottokars zum Herzogtum Kärnten vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung im 13. Jahrhundert; ¦ emli¹ ka, J., Die Tradition der babenbergisch-pé emyslidischen Heiratsverbindungen; Vaní¹ ek, V., Die Familienpolitik der Witigonen und die strukturellen Veränderungen der südböhmischen Region im Staatenverband König Pé emysl II. Ottokars; Gutkas, K., König Ottokars Städtepolitik in Österreich und in der Steiermark; Wiedl, B., Der Salzburger Erzbischof Friedrich II. von Walchen und seine Beziehung zu Pé emysl Otakar II. und Rudolf I. von Habsburg; Riedmann, J., Die Grafen von Tirol-Görz und König Ottokar sowie der Einfluß des Böhmenkönigs auf Nordostitalien; Bláhová, M., Das Bild Pé emysl Ottokars II. in der böhmischen Geschichtsschreibung des Mittelalters; Kusternig, A., Die Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen am 26. August 1278; Kuthan, J., Die Kunst am Hofe Pé emysl Ottokars II. im Rahmen des mitteleuropäischen Kulturkreises des 13. Jahrhunderts; Schwarz, M., Forschungsaspekte zur Wiener Hofburg; Soukupová, H., Pé emysl Ottokar II. und das Programm seiner Prager Grabstätte; Beneë ovska, K., Das Minoriten- und Klarissenkloster in Znaim und seine mittelalterliche Gestalt; Svitak, Z., Alltagsleben in den österreichisch-böhmischen Beziehungen. Heinrich, ein Notar Pé emysl Ottokars II; Libor, J., Die Würdenträger der geistlichen Ritterorden an dem Hof der letzten Pé emysliden; Krej¹ ík, T., Maráz, K., Die Rezeption von Reitersiegeln: Ende des 12. und die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts am Beispiel der Babenberger und Pé emysliden; Register: Kahuda, J.

Das Bild der Stadt in der Neuzeit 1400-1800, hg. von W. Behringer und B. Roeck, München 1999 [C. H. Beck, 520 S., 168,00].

Bingenheimer, K.: Die Luftheizungen im Mittelalter. Zur Typologie und Entwicklung eines technikgeschichtlichen Phänomens, Hamburg 1998 (Antiquitates, 17) [500 S., 200 Abb., 227,70 DM].

Bloch, M.: Die Feudalgesellschaft. Aus dem Französischen von E. Bohm in Zusammenarbeit mit K. Böse u.a. Durchgesehene Neuausgabe, Stuttgart 1999 [Klett-Cotta, 667 S., 78,– DM].

Boockmann, H. (†): Kaiser Friedrich III. unterwegs, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 54 (1998) S. 567-582.

Bothe, R.: Der Dichterfürst und seine Architekten. Das Weimarer Residenzschloß vom Mittelalter bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, Ostfildern-Ruit 1999 [Hatje, 250 S., 250 Abb., 98,- DM].

Brinkmann, B.: Die flämische Buchmalerei am Ende des Burgunderreichs. Der Meister des Dresdener Gebetbuchs und die Miniaturisten seiner Zeit, 2 Bde., Turnhout 1998 (Ars Nova, 1) [448 und 312 S., 537 Abb., davon 63 farbige Abb., 355,– DM].

Bulst, W. A., Das Frauenzimmer, Nachtrag zum Palazzo Medici Riccardi, in: Kunstchronik 6 (1999) S. 282-283.

Burgenforschung aus Sachsen 12 (1999). Protokollband des Kolloquiums "Ergebnisse und Probleme bei der Datierung von Burgen" auf Burg Kriebstein am 27. und 28. Juni 1998.

Aus dem Inhalt:

Billig, G., Das Reichsland Pleißen und Burgenbau im 12. Jahrhundert – Entwicklungsbild und Fragen chronologischer Einordnung, S. 3-48; Kobuch, M., Zur Nutzung von Quellen bei der Datierung des Roten Turmes zu Meißen, S. 48-52; Pfefferkorn, W., Die Datierung von mittelalterlichem Mauerwerk, S. 53-65; Uhl, S., Buckelquader als Datierungshilfe, S. 66-73; Schmitt, R., Zu den romanischen Mauerwerksstrukturen auf der Neuenburg bei Freyburg/Unstrut, S. 74-109; Sachenbacher, P., Ergebnisse archäologischer Burgenforschung in Ostthüringen, S. 110-123; Hoffmann, Y., Datierte Wohntürme und Bergfriede des 11. bis 13. Jahrhunderts in Sachsen, S. 124-140; Durdík, T., Einige Bemerkungen zur Datierung böhmischer Burgen, S. 141-152; Zeune, J., Zum Datieren von Schießscharten, S. 153-164; Meister, R., Probleme und Ergebnisse bei der Datierung von Schießscharten in Burgmauern, S. 165-173; Petersen, P., Das Wohnturmdachwerk der Burg Kriebstein, S. 174-186; Baumbach, U., Reuther, S., Das Fürstenhaus des Schlosses Rochlitz, ein fürstlicher, repräsentativer Saalbau um 1375/80, S. 187-199; Müller, H., Ergebnisse und Probleme bei der Datierung von Burgen – Zusammenfassung, S. 200-203.

Burgund – die Zeit der großen Herzöge. Titelthema der Zeitschrift Damals 10 (1999).

Aus dem Inhalt:

Müller, H., Die Zeit der großen Herzöge; Oster, U. A., Die Herzogsgräber von Dijon. Prunkvolle Trauer; Kruse, H., Der Hof der Herzöge. Schaufenster der Macht.

Bracke, N.: Die Regierung Waldemars IV. Eine Untersuchung zum Wandel von Herrschaftsstrukturen im spätmittelalterlichen Dänemark, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1999 (Kieler Werkstücke. Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 21) [Peter Lang, 249 S., 4 Abb. 79,– DM].

Caron, M.-T.: Les Voeux du Faisan (1454). Noblesse en fête, esprit de croisade, Turnhout 1999.

Clough, C. H.: Frederico da Montefeltro. Tra politica e mecenatismo, Urbino 1999 (Collana di studi i testi n. 17).

Church, S. D.: The Household Knights of King John, Cambridge 1999 (Cambridge Studies in Medieval Life and Thought, 4th series) [200 S., 98,– DM].

Dauer, H.: Schloßbaukunst des Barock von Anhalt-Zerbst, Köln, Weimar 1999 [Böhlau, 496 S., 200 sw-Abb. und 50 farbige Abb., 98,– DM].

Decker, K.-P.: Büdingen – Die kleine Residenzstadt, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 83 (1998) S. 111-132.

Decker, K.-P.; Grossmann, G. Ulrich: Schloß Büdingen, 1. Aufl., Regensburg 1999 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mittelauropa, 2) [Schnell und Steiner, 63 S., zahlreiche, größtenteils farbige Abb.].

Demeures Seigneuriales dans la France des XIIe-XIVe siècles. Étude sur les résidences rurales des seigneuries laiques et ecclésiastques, hg. von J. Mesqui, Paris 1999 (Bulletin Monumental, 157, Fasc. 1) [Société Française d’Archéologie, 136 S.]

Diemer, D., Neue Forschungen und eine bedeutende Ausstellung, in: Kunstchronik 6 (1999) S. 242-259.

Duhamelle, C.: "Le rêve du corail". La controverse vue par elle-même dans les récits de conversiatons princières allemand au catholicisme, XVIe-XVIIIe siècles, in: Plurales Deutschland – Allemagne plurielle: Festschrift für Étienne François, hg. von P. Schöttler, Göttingen 1999, S. 103-109 [Wallstein].

Dunk, T. von der: Das deutsche Denkmal. Eine Geschichte in Stein vom Hochmittelalter bis zum Barock, Köln 1999 (Beiträge zur Geschichtskultur, 18) [816 S., 100 Abb., 198,– DM].

Engels, J. I.: Das "Wesen" der Monarchie? Kritische Anmerkungen zum "Sakralkönigtum" in der Geschichtswissenschaft, in: Majestas 7 (1999) S. 3-39.

Entstehung und Konsolidierung der Territorien. Symposion zum 65. Geburtstag von Wilhelm Janssen am 30. September und 1. Oktober 1998 in Bonn (zugl. 56. Arbeitstagung des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande), Bonn 1999 (Rheinische Vierteljahrsblätter, 63) [Festgabe Wilhelm Janssen zum 65. Geburtstag].

Aus dem Inhalt:

Schieffer, R., Laudatio auf Wilhelm Janssen, S. 1-6; Brendler, A., Die Entwicklung des Bergischen Amtes Angermund, S. 124-151; Burgard, F., ...bischof und grebe ... – Bischof und Graf zugleich. Zur Ausbildung des Trierer Kurstaates bis zur Mitte des 14. Jhs., S. 70-89; Diestelkamp, B., Lehnrecht und Lehnspolitik als Mittel des Territorialausbaus, S. 26-38; Kraus, T., Stationen auf dem Weg zur Jülicher Landesherrschaft, S. 90-123; Moraw, P., Das Reich und seine Territorien, der König und die Fürsten im späten Mittelalter, S. 187-203; Reichert, W., Der Landesherr als Lehnsmann. Zu den passiven Lehnsbindungen der Grafen von Luxemburg, S. 39-69; Schleidgen, W.-R., Territorialisierung durch Verwaltung. Anmerkungen zur Geschichte des Herzogtums Kleve-Mark im 15. Jh., S. 152-186; Schubert, E., Die Umformung der spätmittelalterlichen Fürstenherrschaft im 16. Jh., S. 204-263; Willoweit, D., Fürst und Fürstentum in Quellen der Stauferzeit, S. 7-25; Janssen, W., Schriftenverzeichnis, bearb. von B. Steingiesser, S. 264-275.

Essegern, U.: Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel. Eine Fürstin am Dresdener Hof, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 69 (1998) S. 251-260.

Fechner, R.: Schlossgarten Stuttgart. Führer Staatliche Schlösser und Gärten, München u.a. 1999 [Deutscher Kunstverlag, 48 S., 76 Abb., 8,50 DM].

Festungsforschung International. DGF-Jahrbuch 1997/98, hg. von V. Schmidtchen, Frankfurt a. M. u.a. 1998 (Schriftenreihe Festungsforschung, 13) [Peter Lang, 181 S., 69,– DM].

Fouquet, G.: Bauen für die Stadt. Finanzen, Organisation und Arbeit in kommunalen Baubetrieben des Spätmittelalters, Köln 1999 (Städteforschung. Reihe A, 48) [Böhlau, 614 S., 118,00 DM].

Galland, B.: Les Papes d’Avignon et la Maison de Savoie (1309-1409), Paris 1998 (Collection de l’Ecole française de Rome, 247) [512 S., 95,– DM].

Garrigou Grandchamp, P.: Rez. von: A. M. Blasco i Bardas, Les pintures murals del Palau Reial Major de Barcelona, Barcelona 1993, in: Bulletin Monumental 157-II (1999), S. 236-237.

Godelier, M.: Das Rätsel der Gabe. Geld, Geschenke, helige Objekte. Aus dem Französischen von Martin Pfeiffer, München 1999 [C. H. Beck, 308 S., 68,– DM].

Göbel, D.: Tagungsbericht: Faktoren der Interregionalität und Identität Nordhessens im Mittelalter, Kassel 10. bis 12. Juni 1999, in: AHF Nr. 67 vom 30.8.1999 [5 S.].

Goetz, H. W.: Moderne Mediävistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung, Darmstadt 1999 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 412 S., 78,– DM].

Grössing, S.-M.: Karl V. Der Herrscher zwischen den Zeiten und seine europäische Familie, Wien 1999 [Amalthea, 363 S., Abb., 39,90 DM].

Hartmann, S.: Herzog Albrecht von Preußen und Livland (1534-1540). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, Köln 1999 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 49) [Böhlau, 608 S., 128,– DM].

Das gemeinsame Haus Europa. Handbuch zur europäischen Kulturgeschichte, hg. vom Museum für Völkerkunde Hamburg, München 1999 [dtv, 48,00 DM].

Heidenreich, G.: Schloß Meßkirch. Repräsentation adeligen Herrschaftsbewußtseins im 16. Jahrhundert, Tübingen 1998 [bibliotheca academica, 188 S., 124 Abb.].

Helas, P.: Lebende Bilder in der italienischen Festkultur des 15. Jahrhunderts, Berlin 1999 (Acta humaniora) [Akademie Verlag, ca. 300 S., 82 Abb., ca. 128 DM].

Held, W.: Der Adel und August der Starke. Konflikt und Konfliktaustrag zwischen 1694 und 1707 in Kursachsen, Köln 1999 [Böhlau, 295 S., 68,– DM].

Heller, K.: Venedig. Recht, Kultur und Leben in der Republik 697-1797, Wien 1999 [Böhlau, 816 S., 160 sw-Abb., 32 S. farbige Abb., 140,– DM].

Hen, Y.: Holy Land Pilgrims from Frankish Gaul, in: Revue belge de philologie et d’histoire 76 (1998) S. 291-306.

Herrscher, P.: Italien im Barockzeitalter (1600-1750). Eine Sozial- und Kulturgeschichte, Wien 1999 [Böhlau, 377 S., 78,– DM].

Hillen, C.: Curia Regis. Untersuchungen zur Hofstruktur Heinrichs (VII.) 1220-1235 nach den Zeugen seiner Urkunden, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Brüssel, New York, Wien 1999 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 837) [Peter Lang, 429 S., 19 Abb., 10 Tab., 2 Graphiken, 118,– DM].

Hlaváček, I.: Der Hof und Residenzen der böhmischen Herrscher der Pé emysliden und in frühluxemburgischer Zeit, in: Aristokratické rezidence a dvory v raném novovÇ ku, hg. von V. Bö û ek u. P. Král, eské BudÆ jovice 1999 (Opera historica, 7).

Zusammenfassung:

In Anknüpfung an das sich vertiefende Interesse der europäischen Mediävistik um die Hof- und Residenzenproblematik wird auch in der zeitgenössischen tschechischen Historiographie dem Thema der Hof- und Residenzenführung erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Obwohl die Quellengrundlage für die älteren Zeiten ziemlich schmal ist und die Forschung eigentlich nur aus den Zeugenreihen der Herrscherurkunden ergiebiger schöpft, kann die rahmenweise Periodisierung doch folgendermaßen geboten werden. Das Zeitalter der Pé emyslidenherzöge, das der Pé emyslidenkönige und das der frühen Luxemburger. Während die Zeit bis rund Ende des 12. Jahrhunderts als die Epoche der Konstituierung des Hofes gelten kann und deshalb der Hof als solcher als relativ bescheiden zu betrachten ist, obwohl schon alle Funktionen der profilierten Dignitäre der vergleichbaren mitteleuropäischen Höfe zu belegen sind, avanciert der Pé emyslidenhof des 13. Jahrhunderts, besonders dann der letzten Pé emysliden zu den Spitzenstrukturen der Zeit in ganz Mitteleuropa. Neben den Verwaltungsfunktionen sind es besonders die kulturellen Phänomene, die in den Vordergrund rücken und die sich auch in der eigentlichen Hofführung widerspiegeln. Obwohl die Herrscher verschiedentlich unterwegs waren (es wird knapp auch der Itinerarforschung Aufmerksamkeit gewidmet), galt als ihre eigentliche Residenz stets Prag, bzw. die Prager Burg (die erst nach dem wohl verheerenden Brand am Anfang des 14. Jahrhunderts durch Johann von Luxemburg eine Zeitlang verlassen wurde, und wieder erst durch Karl IV. systematisch aufgebaut werden konnte). Während die ältere Zeit systematischer geschildert wird, konnte mit zunehmender Quellenmenge die Problematik nur rahmenweise skizziert werden. Zum Schluß wird knapp noch die Literatur über die Höfe Karls IV., seines Sohnes Wenzel sowie über die der mährischen Nebenlinie der Luxemburger charakterisiert. Dasselbe betrifft auch die Höfe anderer sowohl weltlicher auch geistlicher Großer, die manchmal nur vorausgesetzt werden können. Konkreter tauchen hier nur die Höfe der Bischöfe von Prag und Olmütz auf, sowie die der verwitweten (und mit den weltlichen Großen lebenden) Königinnen.

Hlaváček, I.: Il regnio di Bohemia i Lussemburgo e l’Italia, in: Communicazione e mobilità nel Medioevo. Incontri fra il Sud e il Centro dell’Europa (secoli XI-XIV), hg. von S. de Rachewiltz und J. Riedmann, Bologna 1997 (Annali dell’Instituto storico italo-germanico, Quaderno 48), S. 519-539.

Wo Mächtige einst Hof hielten. Kleiner Pfalzenführer zu Geschichte und Archäologie ausgewählter Kaiser- und Königspfalzen auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts, Halle an der Saale 1999.

Holtferich, C.-L.: Finanzplatz Frankfurt. Von der mittelalterlichen Messestadt zum europäischen Bankenzentrum, München 1999 [C. H. Beck, ca. 420 S., ca. 58,– DM].

Northern Humanities in European Context, 1469-1625, hg. von F. Akkerman, A.-J. Vanderjagt, A. H. van der Laan, Leiden 1999 (Brill’s Studies in Intellectual History, 94) [250 S., 154,50 DM].

Idea and Ideal of the Town between Late Antiquity and the Early Modern Ages, hg. von G. P. Broglio, B. Ward-Perkins, Leiden 1998 (Transformation of the Roman World, 4) [282 S., 172,– DM].

The royal image – Representations of Charles I., hg. von T. N. Corns, Cambridge 1999 [Cambridge UP, 304 S., ca. 35 Lb].

Neue Impulse der Reiseforschung, hg. von M. Maurer, Berlin 1999 (Aufklärung und Europa. Beiträge zum 18. Jahrhundert) [Akademie, 421 S., 120,00 DM].

Janssen, W.: Die vereinigten Herzogtümer im 16. Jahrhundert, in: Der Niederrhein im Zeitalter des Humanismus. Konrad Heresbach und sein Kreis, hg. von M. Pohl, Bielefeld 1997 (Schriften der Heresbach-Stiftung Kalkar, 5), S. 9-36.

Jena, D.: Die Zarinnen Rußlands (1547-1918), Regensburg, Graz 1999 [Pustet/Styria, 376 S., 16 sw-Abb., 58,– DM].

Jorzick, R.: Herrschaftssymbolik und Staat. Die Vermittlung könglicher Herrschaft im Spanien der frühen Neuzeit (1556-1598), München 1998 (Studien zur Geschichte und Kultur der Iberischen und Iberoamerikanischen Länder, 4) [352 S., 93,– DM].

Kerscher, G., Architektur als Repräsentation. Spätmittelalterliche Palastbaukunst zwischen Pracht und zeremoniellen Voraussetzungen (Avignon, Mallorca, Kirchenstaat), Tübingen 1999/2000 [Wasmuth, 512 S., 470 Abb., ca. 258,– DM, im Druck].

Kisby, F.: Kingship and the Royal Itinerary. A Study of the Peripatetic Household of the Early Tudor, in: The Court Historian 4,1 (1999) S. 29-39.

Klassen, J.: Warring Maids, Captive Wives and Hussite Queens. Women and Men at War and Peace in Late Medieval Bohemia, # 1999 [250 S., 89,– DM].

Kléber Monod, P.: The power of kings. Monarchy and religion in Europe, 1589-1715, New Haven 1999 [Yale U.P., 384 S., 35. Abb.].

Kletke, D.: Farbenfrische Christenlehre. Illumination für eine Königin: Das Stundenbuch der Jeanne d’Evreux im Metropolitan Museum, in: F.A.Z vom 18.6.1999 [Feuilleton].

Die Deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, hg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte. Red. L. Fenske, C. Ehlers, T. Zotz, Bd. 4: Niedersachsen, Lfg. 1: Bardowick-Braunschweig (Anfang), bearb. von U. Reinhardt, C. Ehlers, L. Fenske, Göttingen 1999 [Vandenhoeck & Ruprecht, 106 S., 6 Abb., 34,– DM].

Kohler, A.: Karl V. 1500-1558. Eine Biographie, München 1999 [C. H. Beck, 424 S., Abb., 58,– DM].

Kramp, M., Steinmeier, S.: Krönungen. Könige in Aachen – Geschichte und Mythos. Zur Aachener Ausstellung im Jahr 2000, in: Majestas 7 (1999) S. 113-126.

Kubinyi, A.: König und Volk im spätmittelalterlichen Ungarn. Städteentwicklung, Alltagsleben und Regierung im mittelalterlichen Königtum# Ungarn, Herne 1998 (Studium zur Geschichte Ungarns, 1) [Schäfer, 376 S., 69,– DM].

Die Küche. Zur Geschichte eines architektonischen, sozialen und imaginativen Raums, hg. von E. Miklautz, H. Lachmayer und R. Eisendle, Wien 1999 [Böhlau, 400 S., 100 sw-Abb., 69,80 DM].

Das Kunstwerk als Geschichtsdokument. Festschrift für H.-E. Mittig, hg. von A. Tietenberg, München 1999 [312 S., 52 sw-Abb., 48,– DM].

Kurmainz, das Reichserzkanzleramt und das Reich am Ende des Mittelalters und im 16. und 17. Jh., hg. von P. C. Hartmann, Stuttgart 1998 (Geschichtliche Landeskunde, 47) [Franz Steiner, 74,– DM].

La Vopa, A.: Der Höfling und der Bourgeois. Überlegungen zu Norbert Elias, in: Historische Anthropologie 7 (1999) Heft 3 [im Druck].

Leisering, E.: Die Rechte der Wettiner als Reichsfürsten. Eine Aufzeichnung von 1350, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 69 (1998) S. 233-244.

Löwener, M.: Die Einrichtung von Verwaltungsstrukturen in Preußen durch den deutschen Orden bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Wiesbaden 1998 (Quellen und Studien des Deutschen Historischen Instituts Warschau, 7) [280 S., 5 Abb., 90,– DM].

Lübke, C.: Fremde im östlichen Europa. Von Gesellschaften ohne Staat zu verstaatlichten Gesellschaften (9.-11. Jahrhundert), Köln, Weimar 1999 (Ostmitteleuropa in Vergangenheit und Gegenwart, 23) [Böhlau, 384 S., 98,– DM].

Luff, R.: Wissensvermittlung im europäischen Mittelalter. "Imago mundi"-Werke und ihre Prologe, Tübingen 1999 (Texte und Textgeschichte, 47) [586 S., 352,– DM].

Lutter, C.: Politische Kommunikation an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Republik Venedig und Maximilian I. (1495-1508), München 1998 (Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, 34) [262 S., 79,– DM].

Macttardy, K. J.: Cultural capital, family strategies and noble identity in early modern Habsburg Austria, 1579-1620, in: Past & Present, 163 (1999) S. 36-75.

Malacarne, G.: Le cacce del principe. L’ars venandi nella terra die Gonzaga, Modena 1998 (Il giardino delle Esperidi, 8) [239 S., 120 000 L.].

Manipulus florum. Festschrift für Peter Johanek zum 60. Geburtstag, hg. von E. Widder, M. T. Leuken und M. Mersiowsky, Münster 1999 [Waxmann, 360 Seiten, 89.– DM].

Aus dem Inhalt:

Kersken, N., Geschichtslose Zeiten. Vom Verstummen der Historiographie im Mittelalter; Stein, U., Die Darstellung der Grafen Wilhelm II. (1426-1444) und Wilhelm III. (1444-1480) von Henneberg in der hennebergischen und mitteldeutschen Geschichtsschreibung; Wurm, J.-P., Gerste, H. J., Die Barbarossa-Vita des Johannes Eck und der oberdeutsche Zinsstreit; Ehbrecht, W., Maria, Mauritius, Auctor und die Gemeinschaft der Heiligen des Bundes und der Städte; Fahlbusch, F. B., Der Stadtgrundriß als Quelle im Geschichtsunterricht; Widder, E. Eine Hofordnung für Amberg (1472); Meyer, C., Spuren im Wald der Erinnerung. Ars memorativa und die Dogmatik der Institutionen im 12. Jahrhundert; Schumann, K. P., Petrus Comestor und Petrus Lombardus in Minden? Prolegomena zu einer Geschichte der dominikanischen Partikularstudien im spätmittelalterlichen Westfalen; Heckmann, M.-L., Das Reichsvikariat des Dauphins im Arelat 1378. Drei Diplome Kaiser Karls IV. aus dem Pariser Nationalarchiv; Veldtrup, D., Ein ,luxemburgisches’ Anniversarbuch? Auszüge aus einer vergessenen Memorialüberlieferung des Prager Veits-Domes.

Autour de Marguerite d’Écosse. Reines, princesses et dames du XVe siècle. Actes du colloque de Thouars (23. et 24. mai 1997), hg. von G. und P. Contamine, Paris 1999.

Mattéoni, O.: Servir le prince. Les officiers des ducs de Bourbon à la fin du Moyen Age (1356-1523), Paris 1998 (Histoire ancienne et médiévale, 12) [Publications de la Sorbonne, 507 S.].

Maurer, M.: Die Erhebung Württembergs zum Herzogtum im Jahre 1495, in: Zeitschrift für Würtembergische Landesgeschichte 58 (1999) S. 11-45.

Mesqui, J.: Rez. von: Schloß Tirol – Saalbauten und Burgen des 12. Jahrhunderts in Mitteleuropa, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationtionalmuseum, bearb. von T. Biller, München, Berlin 1998 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 4), in: Bulletin Monumental 157-II (1999) S. 240-242.

Mesqui, J.: Rez. von: Autour du château médiéval. Actes des Rencontres Historiques et Archéologiques de l’Orne tenues à Alençon le 5 avril 1997, Alençon 1998, in: Bulletin Monumental 157-II (1999) S. 244-245.

Meyer, R. J.: Königs- und Kaiserbegräbnisse im Spätmittelalter. Von Rudolf von Habsburg bis zu Friedrich III., Köln, Weimar 1999 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 19) [Böhlau, 400 S., 48 Tafeln, 90 sw-Abb. und Karten, 108,– DM].

Meyer-Kalkus, R.: Fürstliche Libertinage in der Komödie – Amphitryon-Dramen nach Molière, in: Plurales Deutschland – Allemagne plurielle: Festschrift für Étienne François, hg. von P. Schöttler, Göttingen 1999, S. 149-166 [Wallstein].

Michalsky, T.: Memoria und Repräsentation. Die Grabmäler des Königshauses Anjou in Italien, Göttingen 1999 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 157) [Vandenhoeck & Ruprecht, 500 S., 158 Abb., 98,- DM].

Militzer, K.: Von Akkon zur Marienburg. Verfassung, Verwaltung und Sozialstruktur des Deutschen Ordens 1190-1309, Marburg 1999 (Quellen und Studien zzur Geschichte des Deutschen Ordens, 56/Veröffentlichung der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, 9) [Elwert, 547 S., 78,– DM].

Minges, K.: Das Sammlungswesen in der frühen Neuzeit. Kriterien der Ordnung und Spezialisierung, München 1998 [Lit, 262 S., 23 sw-Tafeln; 49,90 DM].

Mittelalter. Neue Wege durch einen alten Kontinent, hg. von J.-D. Müller und H. Wenzel, Düsseldorf 1999 [S. Hirzel, 379 S., 138,– DM].

Das Mittelalter. Bischofsherrschaft und Stadtgemeinde, hg. von J. Jarnut, Paderborn 1998 (Paderborn. Geschichte der Stadt in ihrer Region, 1) [540 S., 120 zum Teil farbige Abb., 58,– DM].

Mitteleuropäisches Städtewesen in Mittelalter und Frühneuzeit. Edith Ennen gewidmet, hg. von W. Janssen und M. Wensky, Köln, Weimar 1999 [Böhlau, 300 S., 40 sw-Abb., Subskriptionspreis bis zum 31.12.1999 48,– DM, danach 64,– DM].

La morte e la gloria: apparati funebri medicei per Filippo II di Spagna e Margherita d’Austria; Austellungskatalog: Firenze, Capelle Medicee, 13. März bis 27. Juli 1999, hg. vom Ministero per i Beni e le Attività Culturali, Soprintendenza per i Beni Artistici e Storici delle Province di Firenze, Pistoia e Prato, bearb. von M. Bietti, Livorno 1999 [Sillabe, 207 S.].

Müller, M.: Die spätmittelalterliche Bistumsgeschichtsschreibung. Überlieferung und Entwicklung, Köln 1998 (Archiv für Kulturgeschichte, Beihefte) [541 S., 118,– DM].

Mund, S.: Antoine de Bourgogne, prince français et duc de Brabant, in: Revue belge de philologie et d’histoire 76 (1998) S. 319-355.

Necker, H. K.: Dandolo. Venedigs kühnster Doge, Wien 1998 [250 S., 58,– DM].

Nieder, H.: Ritterspiele, Trifoni, Feuerwerkspantomime. Die Kasseler Tauffeierlichkeiten von 1598. Fest und Politik am Hofe des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, Marburg (Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland, 24) 1999 [Jonas, 232 S., sw-Abb., ca. 38 DM].

Noblesse de Bretagne du moyen âge à nos jours. Actes de la journée d’étude à Guingamp le 22 novembre 1997, hg. von J. Kerhervé, Rennes 1999 [Presses Universitaires de Rennes, Collection "Histoire", 230 S., 130 FF].

Noflatscher, H.: Räte und Herrscher. Politische Eliten an den Habsburgerhöfen der österreichischen Länder 1480-1530, Mainz 1999 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, 161: Abteilung Universalgeschichte. Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches, 14) [von Zabern, 496 S., 4 Tafeln mit 1 Farb- und 3 sw-Abb., 88,– DM].

O’Callaghan, J. F.: Alfonso X, the Cortes and Government in medieval Spain, Aldershot 1999 (Variorum Collected Studies Series, CS 604) [324 S., 196,– DM].

L’oeuvre de Limoges: art et histoire au temps des Plantagenêts; actes du colloque organisé au musée du Louvre par le Service culturel les 16 et 17 novembre 1995, hg. von D. Gaborit-Chopin und E. Taburet-Delhaye, Paris 1998 [La Documentation Française, 455 S.].

Onder den oranje boom. Katalogband zur gleichnamigen Ausstellung: Niederländische Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert an deutschen Fürstenhöfen, München 1999 [Hirmer, 504 S., 78,– DM].

Onder den oranje boom. Textband zur gleichnamigen Ausstellung: Dynastie in der Republik. Das Haus Oranien-Nassau als Vermittler niederländischer Kultur in deutschen Territorien im 17. und 18. Jahrhundert, hg. von H. Lademacher, München 1999 [Hirmer, 522 S., 85,– DM].

Ordine et officij de casa Illustrissimo Signor Duca de Urbino, hg. von S. Eiche, Urbino 1999.

Österreich im Mittelalter. Bausteine zu einer revidierten Gesamtdarstellung. Die Vorträge des 16. Symposiums des Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde Puchberg am Schneeberg, 1. bis 4. Juli 1996, hg. von W. Rösner, St. Pölten 1999 (Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde, 26) [Selbstverlag].

Aus dem Inhalt:

Lackner, C., Die landesfürstlichen Pfandschaften in Österreich unter der Enns im 13. und 14. Jahrhundert, S. 187-204; Kühltreiber, K. und T., Der archäologische Beitrag zur Burgenforschung im südöstlichen Niederösterreich, S. 205-252; Folker, R., Johannes von Soldania – ein persischer Erzbischof in österreichischen Handschriften, S. 349-365.

Pamme-Vogelsang, G.: Die Ehen mittelalterlicher Herrscher im Bild. Untersuchungen zu zeitgenössischen Herrscherpaardarstellungen des 9. bis 12. Jahrhunderts, München 1998 [Wilhelm Fink, 376 S., 46 Abb., 128,– DM].

Paravicini-Bagliani, A.: Per una storia economica e finanziaria della corte papale preavignonese, in: Gli spazi economici della Chiesa nell’Occidente mediterraneo (secoli XII-metà XIV), Pistoia 1999, S. 19-42.

Pätzold, S.: Amtsbücher und andere Quellen zu Land und Herrschaft Erzbischof Albrechts III. von Magdeburg (1368-1371), in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 47 (1999) S. 485-501.

Pfälzisches Burgenlexikon I, hg. von J. Keddigkeit, K. Scherer, E. Braun, A. Thon, R. Übel, Kaiserslautern 1999 (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, 12) [Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, 352 S., 26 sw-Abb., 76 farbige Abb., 70 Karten, 49 Grund- und Aufrisse, 54,– DM].

Pommern, hg. von W. Buchholz, Berlin 1999 (Deutsche Geschichte im Osten Europas, 9) [Siedler, 576 S., 128,– DM].

Les princes et l’histoire du XIVe au XVIIIe siècle, hg. von C. Grell, W. Paravicini, J. Voss. Actes du colloque organisé par l’Université de Versailles-Saint-Quentin et l’Institut Historique Allemand, Paris/Versailles, 13-14 mars 1996, Bonn 1998 (Pariser Historische Studien, 47) [Bouvier, 658 S., 168,– DM].

Reinhard, W.: Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1999 [C. H. Beck, 631 S., 13 Abb., 98,– DM].

Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters, hg. von W. Paravicini. Eine analytische Bibliographie. Teil 2: Französische Reiseberichte, bearb. von J. Wettlaufer in Zusammenarbeit mit J. Paviot, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Brüssel, New York, Wien 1999 (Kieler Werkstücke. Reihe D: Beiträge zur Geschichte des späten Mittelalters, 12) [Peter Lang, 270 S., 79,– DM].

Repertorium der Policeyordnungen der Frühen Neuzeit, hg. von K. Härter u. M. Stolleis, Frankfurt a. M. 1998, Bd. 2,1/2,2 (Studien zur europäischen Rechtsgschichte, 111,1/111,2; Ius Commune, Sonderhefte) [Klostermann, Bd. 2,1, 650 S.; Bd. 2,2, 468 S.].

Reynebeau, L.: Het hof van een vorstin. Johanna van Castilië in de Nederlanden (1496-1506) [unveröffentlichte Lizentiatsarbeit, Universität Gent 1998, 2 Bde., 294 u. 209 S.].

Richard II. The Art of Kingship, hg. von A. Goodman, J. L. Gillepsie, Oxford 1999 [Clarendon Press, 299 S.].

Ritterburg und Fürstenschloß. Begleitbände zur Ausstellung von Stadt und Diözese Passau im Oberhausmuseum Passau 1998. Bd. 1: Geschichte, hg. von H.W. Wurster, R. Loibl, Regensburg 1998 [Friedrich Pustet, 408 S., 49,80 DM] Bd. 2: Archäologische Funde, von W. Endres, hg. von J. P. Niemeier, H. W. Wurster, R. Loibl, Regensburg 1998 [Pustet, 320 S., 39,80 DM].

Rödel, V.: Die Akten zur Belehnung der Herzöge von Jülich durch die rheinischen Pfalzgrafen. Ein Fund im Staatsarchiv Wertheim, in: Rheinische Vierteljahresblätter 62 (1988) S. 385-365.

Auf den Römerstraßen ins Mittelalter. Beiträge zur Verkehrsgeschichte zwischen Maas und Rhein von der Spätantike bis ins 19. Jahrhundert, hg. von F. Burgard und A. Haverkamp, Mainz 1998 (Trierer Historische Forschungen, 30) [602 S., 130,– DM].

Peter Paul Rubens: Löwenjagd, Hochzeit in Procuratione/Alte Pinakothek München, München 1997 (Patrimonia, 129) [Kulturstiftung der Länder. In Verbindung mit der Bayrischen Staatsgemäldesammlung, 71 S.].

Porträt – Landschaft – Interieur. Jan van Eycks Rolin-Madonna im ästhetischen Kontext, hg. von C. Kruse und F. Thürlemann, Tübingen 1999.

Aus dem Inhalt:

Franke, B., Domäne und aristokratische Repräsentation – Bauerndarstellungen in franko-flämischen Tapisserien des 15. Jahrhunderts, S. 73-90; Welzel, B., Bildnis – Schenkung – Territorium. Zum Reliquiar Karls des Kühnen von Gérard Loyet, S. 203-218; Kress, S., Memlings Triptychon des Benedetto Portinari und Leonardos Mona Lisa – Zur Entwicklung des weiblichen Dreiviertelporträts im Florentiner Quattrocento, S. 219-236.

Rudolf II. [der Zweite] und Prag: kaiserlicher Hof und Residenzstadt als kulturelles und geistiges Zentrum Mitteleuropas; Katalog zur Ausstellung Prag 30. Mai bis 7. September 1997, hg. von E. Fucikova, J. M. Bradburne, B. Bukovinska, Parg 1997 [Verwaltung der Prager Burg, 392 S.].

Rückert, R.: Der Hofnarr Joseph Fröhlich 1694-1757. Taschenspieler und Spaßmacher am Hofe Augusts des Starken, Offenbach 1998 [Edition Volker Huber, 376 S., zahlr. Abb., 128,– DM].

Sabatier, G.: Versailles ou la figure du roi, Paris 1999 [Albin Michel, 700 S., 240,– FF].

Schlinker, S.: Fürstenamt und Rezeption. Reichsfürstenstand und gelehrte Literatur im späten Mittelalter, Köln, Weimar 1999 (Forschungen zur deutschen Rechtsgeschichte, 18) [Böhlau, 408 S., 88,– DM].

Schmidt, G.: Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit, 1496-1806, München 1999 [C. H. Beck, ca. 460 S., 78,– DM].

Schmidt, M.: Reverentia und Magnificentia. Historizität in der Architektur Süddeutschlands, Österreichs und Böhmens vom 14. bis 17. Jahrhundert, Regensburg 1999 [Schnell & Steiner, 432 S., 130 sw-Abb., ca. 148,– DM].

Schnitzer, C.: Höfische Maskeraden. Funktion und Ausstattung von Verkleidungsdivertissements an deutschen Höfen der Frühen Neuzeit, Tübingen 1999 [Max Niemeyer, 272 S., 318 Abb., 258,– DM].

Schulin, E.: Kaiser Karl V. Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereiches, Stuttgart 1999 [Kohlhammer, 204 S., Abb., 35,– DM].

Seibert, H.: Heinrich der Löwe und die Welfen. Ein Jubiläum und sein Ertrag für die Forschung, in: Historische Zeitschrift 268 (1999) S. 375-406.

Entlang der Seidenstraße. Frühmittelalterliche Kunst zwischen Persien und China in der Abegg-Stiftung, hg. von der Abegg-Stiftung. Autoren: S. S. Blair, P. O. Harper, A. Heller, J. Kröger, P. Meyers, K. Otavsky, B. Overlaet, R. Schorta, S. J. Simpson, Riggisberg 1998 [382 S., 206 teils farbige Abb.].

La Sicile des émirs aux barons: châteaux et formes de pouvoir. Actes du séminaire de Rome (11 mars 1996) réunis par J.-M. Poisson, in: Mélanges de l’Ecole française de Rome 110,2 (1998) S. 549-771.

Aus dem Inhalt:

Poisson, J.-M., Caractères originaux et "modèles" importés dans l’architecture militaire médiévale de l’aire méditerranéenne, S. 549-560; Pesez, J.-M., Sicile arabe et Sicile normande: châteaux arabes et arabo-normands, S. 561-576; Molinari, A., Tipologia, caratteri costruttivi e committenza di castelli siciliani tra musulmani, Normanni e Svevi. Il caso di Segesta/Calatabarbaro nella Sicilia occidentale (secc. XII-XIII), S. 577-589; Corretti, A., Il palazzo fortificato di Entella, S. 591-606; di Liberto, R., Il castello di Calatubo. Genesi e caratteri di un inedito impianto fortificato siciliano fra l’XI ed il XII secolo, S. 607-663; Caruso, E., Il castello normanno-svevo di Salemi, S. 665-690; Maurici, F., Il Castel Maniace di Siracusa. Nuova ipotesi di interpretazione di un monumento svevo, S. 691-700; Lesnes, E., Châteaux du XIVe siècle en Sicile occidentale. Typologie, influences, S. 701-718; Pezzini, E., Un tratto della cinta muraria della città di Palermo, S. 719-771.

Sommerlechner, A.: Stupor mundi? Kaiser Friedrich II. und die mittelalterliche Geschichtsschreibung, Wien 1999 (Publikationen des Historischen Instituts beim österreichischen Kulturinstitut in Rom, Abt. 1, 11) [448 S., 16 S. Tafeln, 200,– DM].

Sophie Charlotte und ihr Schloß. Ein Musenhof des Barock in Brandenburg-Preußen, hg. von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, München 1999/2000 [Prestel, 400 S., 250 Abb., ca. 118,– DM, im Druck].

Specula principum, a cura di Angela De Benedictis con la collaborazione di Annamaria Pisapia, Frankfurt am Main 1999 (Ius Commune, 117).

Spezialbibliotheken in Deutschland. Bd. 4: Geschichte, Historische Hilfswissenschaften, bearb. von P. Hauke, Bad Honnef 1999 [Bock + Herchen, 260 S., 78,– DM].

Spohr, E., Küffner, H.: Burg und Schloß Düsseldorf. Baugeschichte einer Residenz, Jülich 1999 (Jülicher Forschungen, 6) [Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V., 200 S., 150 teils farbige Abb., 49,80 DM].

Starkey, D.: Henry VI’s Old Blue Gown. The English Court under the Lancastrians and Yorkists, in: The Court Historian 4,1 (1999) S. 1-28.

Showing Status. Representation of Social Positions in the Late Middle Ages, hg. von W. Blockmans und A. Janse, Turnhout 1999 (Medieval Texts and Cultures of northern Europe, 2) [Brepols, 490 S.].

Aus dem Inhalt:

Blockmans, W., The Feeling of Being Oneself. PART I: POSITIONING BY MILIEU: Van Uytven, R., Showing off One’s Rank in the Midd1e Ages; Quéruel, D., Attitudes and Social Positioning in Courtly Romances: Hainault, Fourteenth and Fifteenth Centuries; Stein, R., Gifts of Mourning-Cloth at the Brabantine Court in the Fifteenth Century; Blockmans, W., Donckers, E.; Self-Representation of Court and City in Flanders and Brabant in the Fifteenth and Early Sixteenth Centuries; Janse, A., Marriage and Noble Lifestyle in Holland in the Late Middle Ages; Verbij-Schillings, J., On the Nature of True Nobility: Views from Dutch Courtiers in the Early Fifteenth Century; De Ridder-Symoens, H., Rich Men, Poor Men: Social Stratification and Social Representation at the University (13th-16th Centuries); Van Kann, F. J. W., Around Saint George: Integration and Precedence during the Meetings of the Civic Militia of The Hague; Goudriaan, K., Ownership of Graves in Medieval Parish Churches in Holland. PART II. VISIONS AND PROBLEMS: Van Gusen, A., Love and Marriage: Fictional Perspectives; Blockmans, W., Neijzen, T., Functions of Fiction: Fighting Spouses argund 1500; Raupp, H. J., Visual Cornments of the Mutability of Social Positions and Values in Netherlandish and German Art of the Fifteenth and Sixteenth Centuries; Koldeweij, J., The Wearing of Significative Badges, Religious and Secular: The Social Meaning of a Behavioural Pattern; De Bruin, H., Treacherously Significant Woodcarving: Woodcuts in Dutch Language (Post-)Incunabula as a Source for Socio-Historical Research. PART III. POSITIONING BY SOCIAL FUNCTION: Warnar, G., Jan van Ruusbroec and the Social Position of Late Medieval Mysticism; Martens, P. J., The Position of the Artist in the Fifteenth Century: Salaries and Social Mobility; Klamt, J. C., Artist and Patron: The Self-Portrait of Adam Kraft in the Sacrament-House of St. Lorenz in Nuremberg; Hoppenbrouwers, P., Rebels with a Cause: The Peasant Movements of Northern Holland in the Later Middle Ages; Blockmans, W., To Appear or to Be.

Thon, A.: Standardwerk oder Amphilogie? Überlegungen zu Stand, Aufgabe und Methode nicht nur der pfälzischen Burgenforschung, in: Pfälzer Heimat 49 (1998) S. 118-124.

Torbus, T.: Die Konventsburgen im Ordensland Preußen, München 1998 (Schriften des Bundesinstituts für ostdeutsche Kulutr und Geschichte, 11) [Oldenbourg, 956 S., 506 teils farbige Tafeln und Abb.].

Vorstelijk vertoon: aan het hof van Frederik Hendrik en Amalia. Haags Historisch Museum, 6. Dezember 1997 bis 29. März 1998, Ausstellungskatalog, hg. von M. Keblusek und J. Zijlmans, Zwolle 1997 [Waanders, 254 S.].

Warnke, M.: Geschichte der deutschen Kunst. Bd 2: Spätmittelalter und Frühe Neuzeit 1400 bis 1750, München 1999 [C. H. Beck, 496 S., 403 farbige und sw-Abb., 128,– DM].

Webb, D.: Pilgrims and Pilgrimage in the Medieval West, London 1999 (International Library of Historical Studies, 12) [304 S., 130,– DM].

Weinfurter, S.: Heinrich II. (1002-1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Regensburg 1999 [Pustet, 400 S., 68,– DM].

Weissensteiner, F.: Liebeshimmel und Ehehöllen. Heiraten zwischen Habsburgern und Wittelsbachern, Regensburg, Graz 1999 [Pustet/Styria, 288 S., 24 sw-Abb., 39,80 DM].

Wettlaufer, J., Hirschbiegel, J.: Tagungsbericht: Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames, in: Bulletin der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Historischen Instituts Paris, 5 (1999) S. 59-65.

Wettlaufer, J.: Das Herrenrecht der ersten Nacht. Hochzeit, Herrschaft und Heiratszins im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Frankfurt am Main 1999 (Historische Studien, 25) [Campus, 430 S., 98,– DM].

Winkelbauer, T.: Fürst und Fürstendiener. Gundaker von Liechtenstein, ein österreichischer Aristokrat des konfessionellen Zeitalters, München 1999 (Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsbd., 34) [Oldenbourg, 656 S., 134,– DM].

Woolgar, C. M.: The Great Household in Late Medieval England, New Haven 1999 [264 S., 24 farbige Abb., 90,– DM].

Zotz, T.: Le palais et les élites dans le royaume de Germanie, in: La Royauté et les élites dans l’Europe carolingienne (du début du IXe aux environs de 920), hg. von R. Le Jan, Lille 1999, S. 233-247 (Centre d’Histoire de l’Europe du Nord-Ouest, 17).

Zotz, T.: In den Mauern, vor den Mauern: Der Sitz des Herrn, in: Stadt- und Landmauern. Bd. 3: Abgrenzungen – Ausgrenzungen in der Stadt und um die Stadt, Zürich 1999 (Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege an der ETH Zürich, 15,3), S. 63-70.

Sonstiges

Interessante Internet-Adressen und Neuigkeiten aus dem Netz

Seit dem 19.10.99 hat die homepage der Residenzenkommission ein neues Design bekommen. Unter Beibehaltung der weitgehenden Textbasierung wurde die Navigation der Seite verbessert. Knöpfe am oberen Rand der Seite mit den einzelnen Rubriken Index (Gesamtübersicht), Mitglieder, Publikationen, Symposien, home (Anfangsseite) und Kontakt ermöglichen nun eine einfachere und flexiblere Benutzung der Seiten. Außerdem wurde die Darstellung für Monitore mit geringer Auflösung optimiert. Bis Anfang 2000 sollen auch interaktive Formulare für die Anmeldung zur Mitarbeit für das geplante Handbuch der Fürstlichen Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich zur Verfügung gestellt werden.

Stammbäume nach dem Muster der Europäischen Stammtafeln bietet das japanische Hawk Castle / Die europäischen Dynastien: http://www.people.or.jp/~yakome/dynasty/index.htm

Diese japanische Seite ist kein ernstzunehmendes Forschungsinstrument, bietet jedoch bislang die einzige größere Übersicht im Internet zu den europäischen Dynastien des Mittelalters und der Neuzeit. Durch Hypertext kann aufgrund der vielfachen Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Dynastien leicht von einem zum anderem Stammbaum gesprungen werden.

Zuletzt ein Hinweis auf die 3. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit vom 16. bis 18. September 1999 in Essen, die eine ausführliche und interessante Internetseite unterhält. Dort findet sich auch ein Programm mit den gehaltenen Vorträgen:

http://www.uni-essen.de/erfahrung1999

 

*****

La Société française d’histoire urbaine (SFHU)

La Société française d’histoire urbaine a tenu son assemblée constitutive le 21 novembre 1998. Cette société est une association (loi 1901) dont les statuts sont déposés à la préfecture de Paris. Elle a pour vocation de rassembler tout ceux qui abordent le fait urbain dans son historicité. Elle se définit par conséquent moins par un ancrage disciplinaire que par des pratiques scientifiques communes. Elle a pour objectif de favoriser les échanges et les débats entre ses membres et de promouvoir la connaissance et la diffusion de l’histoire urbaine. À la fin de l’année 1998, la Société française d’histoire urbaine comptait plus de trois cents adhérents répartis dans la plupart des universités françaises, des écoles d’architecture, des instituts d’urbanisme et dans différents organismes publics (EHESS, ENS, CNAM, CNRS, Inventaire des monuments historiques ...).

La rapidité avec laquelle plusieurs centaines de personnes ont adhéré révèle que son existence répond à un besoin.

La société entretient des liens avec de nombreux chercheurs étrangers et en particulier, avec The European Association of Urban Historians qui organise les conférences internationales d’histoire urbaine (Amsterdam 1992, Strasbourg 1994, Budapest 1996, Venise 1998, Berlin 2000).

Pour répondre à ces objectifs, la société entend se doter d’outils appropriés. Le premier numéro du bulletin de liaison sortira au printemps 1999. Alimenté par les informations fournies par les sociétaires ou par des nonsociétaires, il s’efforcera de rendre compte, de façon succincte, des soutenances de thèse, appels à communication, colloques, séminaires et publications ... Parallèlement se met en place un site Internet. La société prépare un annuaire de ses membres fournissant, pour chacun d’eux, renseignements pratiques et bibliographie sommaire. Cet annuaire sera actualisé régulièrement.

Dans le domaine scientifique, la société organisera chaque année des rencontres d’histoire urbaine. Les premières rencontres se tiendront à Lyon les 19 et 20 novembre 1999. Le thème retenu est «La construction de la ville».

La société a pour ambition de publier la revue Histoire Urbaine, lieu privilégié de la réflexion scientifique. Elle permettra de mieux faire connaître la vitalité d’un domaine de recherche dont les implications sont liées aux grands débats d’aujourd’hui. Enfin, sera mis en place un prix récompensant un travail de recherche en histoire urbaine.

Rassemblant des enseignants, des chercheurs et des étudiants ainsi que des praticiens du fait urbain, la Société a un rôle scientifique et pédagogique à jouer en direction des acteurs des villes contemporaines. Pour comprendre et analyser les sociétés urbaines actuelles, il est difficile de faire l’économie de la réflexion historique. Là se situe la dimension civique de la Société française d’histoire urbaine.

Kontaktadressen: SFHU

Maison des Sciences de l’homme

54, bd. Raspail

F-75006 Paris

Tel: + 01 49 50 21 86 (mardi et jeudi)

Email: sfhu@msh-paris.fr

M. Olivier Zeller

Trésorier de la société francaise d’histoire urbaine

41, rue Raulin

F-69007 Lyon

*****

Geisteswissenschaftliches Zentrum
Geschichte und Kultur Mitteleuropas e.V. (GWZO)

Arbeitsgebiet III: Die Metropolen Ostmitteleuropas:
Regionalkultur - Nationalkultur - Europäische Kultur

Projekt 1: Metropolen und Zentren: Ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration in Ostmitteleuropa (15./16. Jahrhundert)

Das Projekt, das interdisziplinär von Historikern und Kunsthistorikern bearbeitet wird, untersucht den Funktionswandel von Metropolen in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht ebenso wie die Interaktion und das Verhältnis zwischen Hof, Bürgerstadt, Adel und kirchlichen Zentren. Insgesamt geht es um die Integrationskraft von Metropolen für die ethnische und kulturelle Pluralität sowie fiir den Transfer regionaler, nationaler und europäischer Kultur. Im Mittelpunkt stehen die ostmitteleuropäischen Metropolen Krakau, Prag, Danzig, Wien und Buda. Daneben werden regionale Zentren als Bezugs- und Verbindungspunkte berücksichtigt.

Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen und ihre Arbeitsschwerpunkte: Prof. Dr. Winfried Eberhard (Projektleiter); Dr. Arnold Bartetzky – Rathäuser als Orte städtischer Selbstdarstellung; Dr. Leszek Belzyt – Sprachlich-kulturelle Pluralität in Prag und Krakau; Monika Brunner M.A. – Architekturpolitik Kaiser Rudolfs 11.; Dr. Marina Dmitrieva – Renaissance und Manierismus in Prag, Krakau und Buda; Dr. Karen Lambrecht – Zentrum und Kommunikation; Dr. Andrea Langer – Frauen des Jagiellonenhauses in der Kunst; Dr. Georg Michels – Wirtschaftliche Interaktion; Heidemarie Petersen, M.A. – Juden in Krakau, Posen und Lemberg.

Publikationen: Metropolen im Wandel: Zentralität in Ostmitteleuropa an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, hg. von Evamaria Engel, Karen Lambrecht, Hanna Nogossek, Berlin 1995.

Projekt 3: Die Bedeutung der Jagiellonen für die Kunst und Kultur Mitteleuropas (ca. 1450-1550) [vgl. oben S. *ff.].

Im Zentrum des Interesses stehen die Internationalität der Kultur in Ostmitteleuropa und ihre weitreichende Ausstrahlung in einer Zeit der Epochenwende sowie die Aufnahme unterschiedlicher geistes- und kulturgeschichtlicher Strömungen. Die Verflechtung der jagiellonischen Länder mit den Nachbarn und insbesondere die Wirkung der Jagiellonen-Kultur auf die Regionen des Deutschen Reichs war ein kaum beachteter und untersuchter Aspekt. Aus diesem Grund sollen die einzelnen nationalen Perspektiven der Forschung in den verschiedenen Ländern zu einem übernationalen, europäischen Blickwinkel erweitert werden. Die Epoche bzw. das Wirken der Jagiellonen sind damit ein historischer Modellfall für den Beitrag der östlichen Nachbarn zur gemeinsamen europäischen Kultur.

Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen und ihre Arbeitsschwerpunkte: Prof. Dr. Robert Suckale (Projektleiter); Petronilla Cemus, M.A. – Die Wandmalereien in der Wenzelskapelle im Veitsdom zu Prag; Dr. Dietmar Popp – Italien- und Renaissancerezeption in Ungarn und im Jagiellonenreich (1460-1530); Dr. Tomasz Torbus – Residenzarchitektur der Renaissance in Polen – Litauen, Böhmen und Ungarn (Beginn 2000); Dr. Evelin Wetter – Die Goldschmiedekunst der Jagiellonenära im Kontext höfischer und bürgerlicher Repräsentationskultur (Beginn 2000).

*****

Öffentliche Vorträge

La peinture espagnole du XVIIe siècle
Le réel et le sacré

Paris, Musée du Louvre, September und November 1999, jeden Donnerstag um 18.30 Uhr.

Ausgewählte Vorträge:

30. September

Welzel, B. (Marburg,) Les collections royales et la peinure flamande.

14. Oktober

Warnke, M. (Hamburg), Velázques à Rome: le genie et l’étude.

4. November

Checa, F. (Madrid), La valeur des images à la cour de Philippe II.

*****

Kolloquium zur osteuropäischen Geschichte

Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Geschichtwissenschaften, Osteuropäische Geschichte
Wintersemester
1999/2000

Kontaktadresse: Dr. Aleksandar Jakir

Philipps-Universität Marburg

Fachbereich Geschichtwissenschaften

Osteuropäische Geschichte

Wilhelm-Roepke-Str. 6

D-35032 Marburg

Tel. + 0 64 21 - 2 28 46 31 – Fax + 0 64 21 - 2 28 69 00

Aus dem Programm:

Mittwoch, 27. Oktober

Werkstattgespräche im Herder-Institut, Gisonenweg 5-7

Nikzentaitis, A., Das Bild des Deutschen Ordens in Litauen im 19. und 20. Jahrhundert.

*****

Öffentliches Kolloquium

Aktuelle Forschungsprobleme des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie, Abteilung Geschichte
Wintersemester 1999/2000, Donnerstags 18.15 bis 20.30 Uhr, Raum S 2-121

Vorträge:

14. Oktober

Konersmann, F. (Bielefeld), Konzepte und Methoden in der Unternehmens-historiographie der Frühneuzeit. Die Firmen- und Familiengeschichte Tenge als Fallbeispiel.

21. Oktober

Korinth, D. (Bielefeld), Eisen und Kanonen. Aufstieg und Fall eines Exportgewerbes im Weserraum des 16. und 17. Jahrhunderts.

28. Oktober

Schreiner, K. (Bielefeld), In Sünden verstrickt. Formen und Funktionen kollektiver Schuldzuweisung.

4. November

Rohmann, G. (Göttingen), "Herkommen" als Kostümgeschichte. Die Porträts im Ehrenbuch der Fugger (1542-1549).

11. November

Kasten, B. (Bremen), Das Lehnswesen - Fakt oder Fiktion? Anmerkungen zur gegenwärtigen Debatte (1990-1998) über die fränkische Vasallität.

18. November

Dygo, M. (Warschau), Die Stadt zu polnischem Recht und die deutschrechtliche Gründungsstadt. Neue Bemerkungen zu einem alten Zankapfel.

25. November

Borgolte, M. (Berlin), Die Erfindung der europäischen Gesellschaft. Marc Bloch und die deutsche Verfassungsgeschichte seiner Zeit.

2. Dezember

Rexroth, F. (Bielefeld), "... damit die ganze Schule Ruhm und Ruf gewinne." Vom umstrittenen Transfer des Pariser Universitätsmodells nach Deutschland

9. Dezember

Ellis, S. (Galway/Giessen), Centre and Periphery: Ireland and the North of England under the Tudors.

16. Dezember

Israel, U. (Göttingen), Nordalpine Minderheiten in italienischen Städten des späten Mittelalters.

6. Januar

Messerli, A. (Zürich), Lesen und Schreiben in der Schweiz. 1700 bis 1900.

13. Januar

Erben, D. (Augsburg), Die Krise des Reiterdenkmals und das Wachstum der Staatsgewalt im 16. Jahrhundert.

20. Januar

Schmid, R. (Zürich), Geschichte machen. Darstellungen der Vergangenheit und ihre Funktionen in Städten des deutschen Südwestens. 14. bis 16. Jahrhundert.

27. Januar

Strohmeyer, A. (Leipzig), Die politische Theorie des ständischen Widerstandes in Ober- und Niederösterreich im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert.

3. Februar

Ruether, A. (Giessen), Schlesien im späten Mittelalter. Eine regionalhistorische und beziehungsgeschichtliche Studie.

10. Februar

Beck, R. (Unterfinning/Salzburg), Überlegungen zu den "Zauberbuben"-Prozessen in München-Freising 1715-1772.

Alle Interessenten, auch gelegentliche Gäste, sind zu den einzelnen Vorträgen und den anschließenden Diskussionen herzlich eingeladen.

Kontaktadresse: Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie

Abteilung Geschichte

Universität Bielefeld

Postfach 100 131

D-33501 Bielefeld

Universitätsstr. 25

D-33615 Bielefeld

*****

Öffentliches Colloquium zur

Geschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit

Freie Universität Berlin, FB Geschichts- und Kulturwissenschaften

Wintersemester 1999/2000, Dienstags 18.00 bis 20.00 Uhr, Raum: A 125, Koserstr. 20

Ausgewählte Vorträge:

30. November

Stannek, A. (Braunschweig), "Von Bienen und Giftspinnen". Auslandserfahrung im Kontext der höfischen Standeserziehung an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert.

11. Januar

Winnige, N. (Berlin), "Forschungsinstitut für die Geschichte Preußens e.V.", oder: gibt es noch institutionalisierte Preußenforschung in Berlin?

18. Januar

Weber, B. (Berlin), Konzeptionelle Fragen im Fürstbistum Osnabrück (1530-1648).

25. Januar

Piller, G. (Basel), Kindheit und Jugend im Spiegel autobiographischer Texte der Frühen Neuzeit.


Die Arbeitsstelle Kiel

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Jan Hirschbiegel

Dr. Jörg Wettlaufer

 

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 04 31-8 80-14 84

 

 

Email: resikom@email.uni-kiel.de

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

*****

Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. 00 33-1-42 71 56 16 - Fax 00 33-1-42 71 56 43

Email: direktor@dhi-paris.fr

Adresse im Internet: http://www.dhi-paris.fr

Menue von:
Milonic Web Menus
© Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen