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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 9 (1999) Nr. 1

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 9 (1999) Nr. 1

 

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette:

Stadtansicht Celle, Aufschrift "J.H. Kraus del., H.H. Buk sc. Brunsv. 1772",

Stadtarchiv Celle, ohne Signatur.

Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Dr. Brigitte Streich, Stadtarchiv Celle

 

Inhalt

Vorwort *

7. Symposium der Residenzen-Kommission: "Erziehung und Bildung bei Hofe"
Aufruf zur Anmeldung und Themenabriß *

Aus der Arbeit der Kommission *

Die Arbeit der anderen *

Peter Strohschneider, Dresden: Institutionalisierung und Geschichtlichkeit der höfischen Literatur des deutschen Mittelalters *

Evelyn Korsch, Bonn: Das Bild Venedigs im 16. Jahrhundert -
Die Entrée Heinrichs III. als Kommunikationssystem *

Kolloquiumsberichte *

Krakau, Prag und Wien: Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat
(Leipzig, 25.-27. Februar 1999) von Karen Lambrecht, Leipzig *

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen *

Buchvorstellungen *

Landshuter Stadtresidenz. Architektur und Ausstattung, München 1998,
von Uwe Albrecht, Kiel *

Poslední páni z Hradce (Letzte Herren von Neuhaus), hg. von Václav Bç ñ ek, " eské BudŤ jovice 1998, von Ivan Hlavác ek, Prag *

Wilska, Ma» gorzata: B» azen na dworze Jagiellonów, Warschau 1998,
von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Comitatus. Beiträge zur Erforschung des spätantiken Kaiserhofes, hg. von Aloys Winterling, Berlin 1998, von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Neuerscheinungen *

Verschiedenes *

Die Arbeitsstelle Kiel *

 

 

 

 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 1999), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

 

Vorwort

Auf nach Celle, und: Scharf nachgedacht!

Nachdem Johann Kolbs Heidelbergmonographie erschienen ist, unlängst der umfangreiche Sigmaringer Symposiumsband "Höfe und Hofordnungen" das Licht der Welt erblickte ("Residenzenforschung" Band 10!), Mark Mersiowskys opus magnum über das Rechnungswesen bald folgen wird, die Bibliographie der Reiseberichte Frankreich im Druck ist und diejenigen der Niederlande im Manuskript so gut wie fertiggestellt, auch das Echo auf die Dresdener "Frauenzimmer"-Tagung erfreulich und weitverbreitet war (siehe auch unten die in den Neuerscheinungen notierten Artikel von E. Ulfers und M. Wenzel), könnten wir uns fast zur Ruhe setzen, um uns auf unseren - relativen - Lorbeeren auszuruhen. Doch nichts da, frisch ans Werk. Es erwarten uns, neben manch anderem, zwei Aufgaben, eine große und eine noch größere:

Zunächst die Vorbereitung des nächsten Symposiums in Celle, das vom Samstag, dem 23., bis Mittwoch, dem 27. September 2000 in der alten Heideresidenz der Welfen stattfinden wird. Das Generalthema steht nun fest: "Erziehung und Bildung bei Hofe". Ein knapper Themenabriß und ein Aufruf, Teilnahme und Vorträge anzubieten, ist in diesem Heft auf S. *-11 zu lesen. Gerade jüngere Leute habe hier, wie stets bei uns, eine Chance. Richten Sie Ihre Schreiben mit einer Themenskizze am liebsten gleich, spätestens aber

bis zum 1. September 1999

an die Kieler Arbeitsstelle (zu Händen Herrn Jan Hirschbiegel; die Adresse auf dem letzten Blatt). Dazu noch eine Bitte (die schon einmal hier geäußert worden war): Weil die Hotelzimmer im Jahr der Weltausstellung zu Hannover auch in der weiteren Nachbarschaft knapp sein werden, sollte jeder, der zu diesem Symposium kommen möchte,

schon jetzt ein Zimmer in Celle buchen

(ausgenommen die - indes noch zu bestimmenden - Referenten und die Kommissionsmitglieder), und zwar unter folgender Adresse:

Tourismus Region Celle GmbH, Markt 6, D-29221 Celle, Tel.: 05141-1212; Fax: 05141-12459

Sodann unser Handbuch, wenngleich vorerst nur Bd. 1. Die Kommission arbeitet am Konzept, und dieses vorweg zu definieren ist so schwierig wie unumgänglich. Wie unten S. *, § 5.1.-5.7. zu lesen ist, hoffen wir in erneuter eigener Sitzung Anfang August uns klar und einig zu werden. Auf der letzten Versammlung der Kommission am 18. Februar 1999 wurde uns bewußt, daß der Originalbeitrag des Handbuches nicht in der Topographie von Schloß und Residenz bestehen kann, denn dafür gibt es reichlich Literatur, von Schnell & Steiner und Verwandtem über das Handbuch der Historischen Stätten und die Reklam-Kunstführer bis zum neuen Dehio. Den Originalbeitrag muß vielmehr die erstmalige kritische Zusammenstellung der Dynastien und der von ihnen ausgebildeten Höfe ausmachen, von der aus auf die einzelnen Residenzen verwiesen wird, und diese lokalen Artikel sind knapp zu halten. Auch wurde eine ständische Eingrenzung vorgenommen (nur weltliche und geistliche Reichsfürsten) und eine chronologische (vor 1618), wobei das Schwergewicht auf die Zeit um 1500 gelegt werden soll. Daher der neue Titel "Fürstenhöfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topgraphisches Handbuch". Es wird bereits an Probeartikeln gearbeitet. Gegen Ende des Jahres 1999 soll dann nicht nur in den Mitteilungen 9 Heft 2 etwas zum Stand gesagt werden, sondern in einem 3. Sonderheft als Handreichung zusammengestellt sich finden, was für die künftigen Autoren von Belang ist. In Celle wird dem ehrgeizigen Unternehmen eine eigene Sektion gewidmet werden. Auch die weiteren Bände des Handbuches mit den Begriffen, Bildern und Quellen wollen rechtzeitig vorbereitet sein.

Denn nunmehr wird die Arbeit der Kommission in ihrem zeitlichen Verlauf kritisch beobachtet, wie es sich für ein Akademieunternehmen gehört. Die Professoren Ulf Dirlmeier, Jan-Dirk Müller und Ulrich Schütte in Siegen, München und Marburg (alles ehemalige Residenzen!) haben es auf sich genommen, diesem Beirat anzugehören, und wir sind ihnen dankbar dafür. Guter Rat ist nicht nur teuer, sondern auch selten, und sie wollen ihn uns freiwillig (und kostenlos) geben, wenn die Kommissionsarbeit periodisch begutachtet wird.

Was noch? Die neue Faxnummer (identisch mit der Telephonnummer) und eine neue Internet-Adresse (nunmehr über die Göttinger Akademie): auf dem vorletzten und letzten Blatt dieses Heftes sind sie genannt.

Ja richtig, dieses Heft: Es enthält diesmal weniger komponierten Text. Aber lassen Sie sich auf S. *-18 von Peter Strohschneider und anderen Dresdenern anregen, oder erfahren Sie auf S. *-22, mit welch schwerem theoretischen Geschütz einem Besuch in Venedig zu Leibe gerückt wird. Auch haben wir schon eine erste Besprechung des neuesten (eigentlich ersten) Buchs über den Hofnarren, hier am polnischen Königshof, zu bieten. Dazu so viel einschlägige Informationen aus aller Welt, daß man sich fragt, ob es sich noch lohnt, die Feder zu heben bzw. die Tasten zu schlagen. Doch nur Mut: was andere erarbeiten, ist uns weitere Stufe, die wir als die Söhne und Töchter des Sisyphos munter ersteigen.

Sainte-Aulde über der Marne, am Pfingstfest 1999 Werner Paravicini

 

7. Symposium der Residenzen-Kommission

veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Celle

und dem Deutschen Historischen Institut Paris

Aufruf zur Anmeldung und Themenabriss

"Erziehung und Bildung bei Hofe"

Celle, 23. bis 27. September 2000

Wenn Bourdieu wirklich mit seiner Beobachtung recht hat, daß nicht erstaunlich sei, daß sich etwas ändere, sondern vielmehr der Erklärung bedürfe, weshalb sich etwas gleich bleibe, dann ist es an der Zeit, daß die Residenzen-Kommission sich um die "soziale Reproduktion" kümmert, mit anderen Worten um Erziehung und Bildung bei Hofe.

Ich möchte vorschlagen, das Gesamtthema in einem Dreischritt zu behandeln, der auch den drei Sitzungen am Montag vormittag, Dienstag vormittag und Dienstag nachmittag die Überschrift geben könnte:

1. Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion? Pagenerziehung bei Hofe

Jeder kennt die Figur des (zumeist schönen und von der Königstochter oder gar Königin insgeheim geliebten) Pagen, aber eine angemessene Untersuchung des Pageninstituts und der Edelknabenerziehung bei Hofe gibt es nicht, wie überhaupt mittelalterliche Adelserziehung ein wenig bestelltes Feld ist. Dabei ist die Sache von höchster Bedeutung für die Entstehung und Bewahrung von Loyalitäten, die der nächsten Generation zugute kommen sollen - was natürlich nicht immer glückt. Nachdem wir die Frauen bei Hofe behandelt haben, wären jetzt die Kinder oder wenigstens Jugendlichen an der Reihe. Was voraussetzt, daß wir über Theorie und Praxis der Altersstufen unterrichtet werden. Weniger als Sonder- denn als Kernfall hat die Prinzenerziehung zu gelten, denn in der Regel wird der Thronfolger zugleich mit einer Gruppe von adligen Altersgenossen aufgezogen, die später seine "natürlichen" Räte sind. Ab wann gibt es Erziehung von jungen Edelleuten, die nicht seiner Umgebung angehören? Und wo werden diese jungen Leute untergebracht?

2. Konkurrenz oder Symbiose? Geistliches und weltliches Wissen bei Hofe

Daß klerikales und säkulares Wissen gemeinsam die ritterlich-höfische Kultur hervorgebracht haben, ist allgemein bekannt. Dennoch sind beide Bereiche nicht schlichtweg identisch geworden, was schon daran sichtbar wird, daß dem Fürstensohn noch lange (wie lange?) sowohl ein geistlicher als auch ein weltlicher Erzieher an die Seite gestellt wird. Unzweifelhaft gibt es hier Konkurrenz und Komplementarität. Der unterschiedlichen geistlichen, rechtlichen, weltlichen Gelehrsamkeit bis hin zum heraldischen Wissen um Wappen, Ritual und Zeremoniell wird nachzugehen sein. Auch wurde den "Freien Künsten" (ab wann?) eine eigene "Hofeskunst" entgegengestellt, die noch im 18. Jahrhundert dazu führte, daß die besonders adlige Universität Göttingen, wie viele andere Erziehungsinstitute auch, sich ihre Fecht-, Tanz- und Reitmeister hielt (die Universitäts-Reithalle wurde erst in den 1960er Jahren abgerissen und mußte einem Sparkassenbau weichen). Physisches Training (nicht umsonst ist Sport im engeren Sinne ursprünglich eine aristokratische Angelegenheit), literarische und künstlerische "Bildung", Geistesgegenwart, Redekunst und Geschick im geistvollen Gespräch sind für den Edelmann bei Hofe ebenso unentbehrlich wie alles Gesellschaftliche überhaupt bis hin zur Fähigkeit, gelegentlich ein Lied zu singen, die Laute zu schlagen, eine Geschichte zu erzählen (oder vorzulesen, was zu den Bibliotheken hinführt) und mit den neuen Spielkarten Tarock zu spielen - oder aber kunstvoll eine Lanze zu brechen und die Jagdbeute weidgerecht zu zerwirken. Wie wurde das alles gelernt und vermittelt? Wie war der Stellenwert all dieser Wissensbestände? Und wie steht es mit der sozialen Bedeutung des Fachwissens im engeren Sinne?

3. Tradition oder Innovation? Der Hof als Ort des Alten und des Neuen

Die Erziehung und die Bildung bei Hofe standen damit in einer evidenten Spannung. Einerseits war höfische "Bildung" unterscheidender Besitz und Standesausweis. Mit dem Kavalier entstand das Gegenbild des nur seine Fachwelt kennenden Pedanten. Der Hof ist notwendig zu weiten Teilen ein Ort der Gegenwart des legitimierenden Alten, was auch den Besitz der neuen "Antiken" einschloß. Andererseits ist er aber auch ein Zentrum technischer, künstlerischer, modischer Innovation. Es ist also zu fragen, was, spätestens im Zeitalter des Humanismus und der auch im Reich sich ausbreitenden Universitäten, anders wurde. Sicherlich hat der zunehmend selbstbewußte Staat die Gewichte zugunsten des Fachwissens verschoben. Aber bis zu welchem Grade? In diesem Zusammenhang wird zu beobachten sein, wie die verschiedenen Höfe zur "Kavalierstour" stehen, die gerade im 16. Jahrhundert eine neue Quantität und damit Qualität erhält.

*

Hiermit wird zur Anmeldung bei dem soeben skizzierten Versuch aufgerufen, sowohl zur Teilnahme als Diskutant als auch zur Unterbreitung von Vortragsvorschlägen. Da der Ablauf dem nunmehr schon bewährten Muster folgen wird: Einführungsvortrag am Samstagabend, Exkursion am Sonntag, Symposium am Montag und Dienstag, Abreise am Mittwoch, ein Nachmittag aber der Diskussion des geplanten Handbuches vorbehalten sein soll, haben wir diesmal Platz für 10-12 Referate von 30 Minuten Dauer; möglich sind auch Kurzmitteilungen von 15 Minuten Dauer, was die Zahl der Interventionen erhöhen könnte. Wir werden sicher nicht alle Angebote unterbringen können, zumal im Zweifelsfall die Waage sich zugunsten des jüngeren Forschers neigen soll. Dies nur als vorauseilende Entschuldigung, wenn guter Wille nur mit der Aufforderung zur Teilnahme als Diskutant honoriert werden sollte. So hoffe ich auf möglichst viele Angebote, versehen mit einem Resümee (das evtl. später im Tagungsheft abgedruckt wird), das nicht nur in deutscher, sondern auch, dem künftigen Vortrag entsprechend, in französischer und englischer Sprache abgefaßt werden darf. Denn das Thema soll, wie bisher auch, vergleichend behandelt werden. Dies nicht nur hinsichtlich der Länder, sondern auch der Disziplinen: Neben den Historikern sind, wie stets, besonders die Literaturwissenschafter und die Kunsthistoriker aufgefordert. Die Anmeldefrist endet bei der Kieler Arbeitsstelle (die Adresse ist am Ende dieses Heftes genannt) am

1. September 1999.

Daß die Hotelzimmer aller Diskutanten und Nicht-Kommissionsmitglieder bereits jetzt zu reservieren sind, sei noch einmal eindringlich in Erinnerung gerufen (Näheres im Vorwort zu diesem Heft). In Celle erwartet uns nicht nur eine Tagung im bemerkenswerten Renaissanceschloß und allerlei Sehenswertes in Stadt und Umland, sondern auch eine kleine (oder größere?) Ausstellung zur Residenzenthematik, die von der Mitveranstalterin Dr. Brigitte Streich ausgerichtet werden wird.

Werner Paravicini

Aus der Arbeit der Kommission

Die 13. Sitzung der Residenzen-Kommission fand am 18. Februar 1999 in Göttingen in der Akademie der Wissenschaften statt. Hier die hauptsächlichen Feststellungen und Beschlüsse:

  1. Der Vors. informiert über die Einrichtung eines Beirates zur Residenzen-Kommission als Akademieprojekt, bestehend aus den Herren Prof.es Ulf Dirlmeier (Siegen), Jan-Dirk Müller (München) und Ulrich Schütte (Marburg), denen für die Übernahme dieses Amtes zu danken ist. Die erste Durchführungsprüfung findet im Jahre 2002 statt, die erste Vollendungsprüfung im Jahre 2005.
  2. Tagungen und Symposien:
  3. 2.1. Eine von Prof. Karl-Heinz Spieß (Greifswald) geplante Tagung zum Thema "Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter" wird vom 15. bis 18. Juni 2000 in Greifswald stattfinden. Die Kommission beschloß, sich an der Organisation zu beteiligen und den Tagungsband in die Reihe "Residenzenforschung" aufzunehmen.

    2.2. Symposium Celle 2000: In Absprache mit Prof. Karl-Heinz Spieß wurde das Thema "Erziehung und Bildung bei Hofe" gewählt in Ergänzung der Greifswalder Tagung "Principes", siehe unten S. *.

    2.3. Symposium Neuburg/Donau 2002: Die Diskussion über das Thema wurde vertagt, vorgemerkt wurde "Der Günstling".

    2.4. Symposium 2004: Die Kommission hat das Angebot von Prof. em. Peter Nitsche (Kiel), in Eutin zu tagen, angenommen.

    3. Residenzenforschung:

    3.1. Johann Kolb, Heidelberg (Residenzenforschung, 8) ist erschienen.

    3.2. Mark Mersiowsky, Rechnungslegung (Residenzenforschung, 9) befindet sich zur Erstkorrektur in der Arbeitsstelle [inzwischen abgeschlossen].

    3.3. Höfe und Hofordnungen (Residenzenforschung, 10) wird in Kürze erscheinen [was inzwischen erfolgt ist].

    3.4. Châtelet-Lange, Catharinenburg (Residenzenforschung, 11) mangelt es noch an der Finanzierung. Versuche, in der Pfalz und im Elsaß Beteiligungen zu erreichen, sind fehlgeschlagen.

    4. Hof- und Verwaltungsordnungen, hier: Niedersächsischer Reichskreis:

    Entgegen einem Beschluß der Kommission (siehe das Protokoll der 12. Sitzung der Residenzen-Kommission vom 28. September 1998 in Dresden, Punkt 6, in den MRK 8, 1998, 2, S. 16f.) wird dieses Projekt von Frau Prof. Ellen Widder (Tübingen) nicht beendet, sondern weiterverfolgt.

    5. Handbuch, Teil 1:

    Es wurden (1) Titel, (2) chronologischer Rahmen, (3) geographischer Rahmen, (4) Umfang und (5) Binnenstruktur diskutiert.

    5.1. Die Kommission einigte sich auf den Arbeitstitel: "Fürstenhöfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch." Eine weitere Konkretisierung soll erst im Vorwort bzw. in der Einleitung vorgenommen werden.

    5.2. Die Kommission beschloß aufgrund des Umfangs des zu behandelnden Materials als obere Grenze des Bearbeitungszeitraums den Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618). Eine endgültige untere Grenze (bspw. Mitte oder Ende 13. Jh.) wird erst nach einer Erprobungsphase zu ziehen sein. Allerdings wurde beschlossen, das 15. Jahrhundert bzw. die Zeit um 1500 als Kernzeit des Vorhabens zu betrachten und davon ausgehend die frühere oder spätere Entwicklung darzustellen.

    5.3./5.4. Hinsichtlich der geographischen Ausdehnung konnte keine abschließende Einigung erzielt werden. Die Mitarbeiter der Arbeitsstelle wurden deshalb mit der Erstellung zweier Listen ("Zweifelsfreies und Problematisches") beauftragt, anhand derer dann auf der nächsten Sitzung von Fall zu Fall entschieden werden kann. Einigkeit herrschte hinsichtlich der Aufnahme von Trient und Aquileja, von Savoien, von Metz-Toul-Verdun, Cambrai und Lüttich, von Genf, des Deutschen Ordens und der böhmischen Länder, von Prag, von Schlesien und Ostfriesland mit Aurich. Während der südliche Alpensaum den Raum nach Süden hin begrenzen soll, sollen im Osten sowohl Schlesien als auch das Ordensland einbezogen werden. Für den Norden wurde dafür plädiert, auch das Herzogtum Schleswig mit Gottorf zu berücksichtigen, im Westen sollen die Niederlande als Grenze dienen.

    Es wurde zu bedenken gegeben, daß die Sicht des Benutzers in die Überlegungen mit einbezogen werden muß. Als Orientierungspunkt für den geographischen Rahmen habe dabei die verfassungsgeschichtliche Realität des Hl. römischen Reichs deutscher Nation um 1500 zu dienen.

    Vorgeschlagen wurde eine Anordnung der Liste der Residenzen nach Bundesländern, damit die Institutionen (Historische Kommissionen etc.) besser angeschrieben werden könnten, die man bitten möchte, bei der abschließenden Verfertigung dieser Liste behilflich zu sein.

    Weitere Überlegungen zum Umfang des geplanten Handbuchs stützten sich zunächst auf von den Mitarbeitern der Arbeitsstelle zusammengestellte Listen. Nach einer Überschlagsrechnung würden sich ca. 500 Einzelartikel ergeben. Trotzdem ist die Kommission sich darüber einig, daß der erste Teil des Handbuchs aus maximal 2 Bänden bestehen soll.

    Die Angehörigkeit zum oder die Erhebung in den Fürstenstand vor 1618 gilt als das entscheidende Aufnahmekriterium.

    5.5. Die Diskussion um die Erfassungsmaske(n) für das Handbuch konzentrierte sich auf den verfassungsgeschichtlichen Aspekt und die Entwicklung der Höfe im Reich. Dynastien und Residenzen sollten, so ein Vorschlag, als je eigene Teile des Handbuchs erscheinen. Der Schwerpunkt dürfe nicht auf der Darstellung der Architektur einer Residenz liegen, für die es von kunsthistorischer Seite bereits einschlägige Handbücher gebe. Wichtig seien vor allem die Höfe. Das Handbuch könne als Spiegel des Forschungsstandes betrachtet, Desiderata sollten an entsprechender Stelle vermerkt werden.

    Als wesentlich wird die Darstellung der Dynastien/Höfe angesehen. Von Dynastie- als Dachartikeln ausgehend sollen vor allem die Höfe behandelt werden, von denen aus dann auf die verschiedenen Residenzen verwiesen werden kann. Ob die Verfasser der Dynastie- und Hofartikel auch Kurzbeschreibungen der Residenzen liefern können/sollen (mit nur knapper Angabe der jeweiligen Quellenlage und des Forschungsstandes, vor allem aber weiterführender Literatur: ein Schwerpunkt des Handbuchs könne dies nicht sein) ist noch zu klären.

    5.6. Festgestellt wurde, daß eine bestimmte Zahl von Probeartikeln entsprechend der Verschiedenartigkeit der einzelnen Dynastien/Höfe notwendig ist. Die Kommission beschloß, einige Fachleute um die Erstellung dieser Artikel als Grundlage der weiteren Diskussion zu bitten.

    5.7. Gemeinsam mit den MRK 9 (1999) Heft 2 wird als Handreichung für künftige Mitarbeiter des Projekts ein Sonderheft der MRK erscheinen.

    6. Die nächste Sitzung der Residenzen-Kommission findet am 2. August 1999 in der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Theaterstr. 7, um 11:00 Uhr statt.

    Werner Paravicini

    Die Arbeit der anderen

    Institutionalisierung und Geschichtlichkeit
    der höfischen Literatur des deutschen Mittelalters

    Ein germanistisches Forschungsprojekt

    im Rahmen des SFB 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit"

    an der Technischen Universität Dresden

    In den tiefgreifenden und umfassenden kulturellen Umbruchsprozessen des 12./13. Jahrhunderts entstehen - auch im deutschen Sprachraum - neue Formen poetischer Kommunikation. Ihr Medium ist jene Literatur, die man 'höfisch' nennt, weil sie zunächst im Zusammenhang kommunikativer Selbstverständigung und Weltorientierung einer feudalaristokratischen Elite funktionierte: also am gesellschaftlichen Ort des Hofes und seiner Rituale sozialer Integration. Diesen Ort kann man auch bereits für das Hochmittelalter - also für den Zeitraum vor der vollen Entwicklung entsprechender, hierarchisch gegliederter Organisationen - als institutionelles Gefüge beschreiben, wenn man etwa unter Institutionen relativ dauerhafte, zur Gesamtgesellschaft und Kultur funktionale Sozialformationen versteht, die auf einer Synthese zwischen Sozialordnung sowie Normen- und Regelwissen beruhen und solche Synthesen über die Ausbildung spezifischer Handlungsmuster, Rollen, 'Leitideen', Selbstsymbolisationen, Zugangsbegrenzungen usw. leisten. Man kann auch beschreiben, wie die neue höfische Literatur in derartigen Kommunikationszusammenhängen spezifische institutionelle Leistungen übernimmt: Wie sie als Speicher und Prozessor spezifischen Norm- und Regelwissens funktioniert, wie sie höfische Selbstsymbolisationen ('Höfische Repräsentation') ihrerseits repräsentiert, an der Ausbildung distinkter Rollenentwürfe mitarbeitet oder kommunikative Exklusivitätsschwellen etabliert, die sozial selegierend wirken sollen.

    Man kann dem aber auch eine gewissermaßen gegenläufige Fragerichtung komplementär zur Seite stellen und so eine spezifisch literaturwissenschaftliche Perspektive gewinnen: Was sind überhaupt die Voraussetzungen und Möglichkeitsbedingungen dafür und wie geschieht es, daß höfische Literatur als Funktionselement feudaladeliger Konsoziation ihrerseits in den kommunikativen Ordnungen des Hofes schrittweise instituiert und institutionalisiert wird. Wie wird dieses Moment der Institutionalität von Fürstenhöfen seinerseits institutionalisiert? Es sind - sehr pauschal gesagt - diese Fragen, mit denen sich ein germanistisch-mediävistisches Teilprojekt im Rahmen des 1997 an der Technischen Universität Dresden eingerichteten DFG-Sonderforschungsbereiches 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit" befaßt.

    Den genannten Fragen liegen dabei die folgenden Überlegungen zugrunde: Weltliche Literatur in der Volkssprache stützt sich im Hochmittelalter einerseits bereits auf Schriftlichkeit, ohne doch anderseits die poetischen Kommunikationsformen, deren Medium sie ist, aus der Bindung an gesellschaftliche Interaktion schon zu lösen. Es läßt sich (noch) nicht von einem gegenüber etwa Herrschaft oder Religion funktional ausdifferenzierten gesellschaftlichen Teilsystem 'Literatur' sprechen. Es gibt kaum institutionell stabilisierte Strukturierungen, die der schriftgestützten ästhetischen Rede - etwa auch in der Konkurrenz mit anderen höfischen Repräsentationsformen, mit Festmahl und Sport, Turnier und Tanz usw. - einen verläßlichen Platz sicherten. Es ist daher an den Texten immer wieder dies zu beobachten: Wie strittig es sein konnte, wer unter welchen Bedingungen nach welchen Regeln etwa singen oder erzählen darf; wie Rollen, Ordnungen und Geltungen ästhetischer Rede offenbar immer wieder neu verhandelt werden mußten (etwa in den metanarrativen Partien der großen höfischen Romane oder in der mittelhochdeutschen Spruchdichtung); daß jene Kriterien für Ästhetizität, auf die man sich seit der Ausbildung eines Handlungssystems 'Literatur' in der Neuzeit verlassen kann (also etwa: Originalität, Fiktionalität, Polysemie oder Autonomie des künstlerischen Textes), keineswegs selbstverständlich waren. Literarisch-ästhetische Kommunikationsformen am hochmittelalterlichen Fürstenhof sind also nicht nur sozial exklusiv, räumlich und zeitlich insular, sie sind zugleich durch eine besondere, riskante Okkasionalität gekennzeichnet.

    Dem stehen allerdings unübersehbare Ansprüche auf Maßgeblichkeit spannungsvoll gegenüber: nämlich die allgegenwärtige Behauptung der Dichtung, stets das Richtige und Wahre in der richtigen Weise zu artikulieren. Wenn man nun aber fragt, wie solche Ansprüche unter den gegebenen kommunikationsgeschichtlichen Bedingungen überhaupt plausibel vertreten werden konnten, dann tritt ein Typus von Institutionalität auch des ästhetischen Kommunizierens selbst hervor, der die Literatur in strukturelle Nähe rückt zu nicht-literarischen Repräsentations- und Symbolisationsformen der höfischen Kultur, insbesondere zu Ritual und Zeremoniell. Wichtig werden dann Konventionalität, Schematismus, Muster- und Traditionsbezogenheit, all das also, was mittelalterliche höfische Texte als allenfalls variierende Wiederholungen, Bearbeitungen, Umschriften, Über- und Fortsetzungen anderer Texte oder überhaupt dessen erscheinen läßt, was schon immer literarisch gesagt worden ist. Gerade diese Merkmale poetischer Rede werden dann aber auch in ihrer Funktionalität lesbar: Sie - so die Arbeitshypothese - sind es, die das Gelingen ästhetischer Kommunikation ermöglichten angesichts des Fehlens erst später sich breit entwickelnder institutioneller Sicherungen der laikalen Kunst durch spezifische soziale Handlungsrollen (des Autors, des Verlegers, des Interpreten usw.) oder durch stabile Situationsarrangements für den Literaturumgang (wie die Dichterlesung, das Theater, den literarischen 'Salon' usw.). Privilegiert die mediävistische Literaturwissenschaft noch immer das Individuelle und Innovative gegenüber dem Typischen und Konventionellen, so soll demgegenüber in dem hier skizzierten Projekt zur Geschichte der kommunikativen Institutionalisierung höfischer Dichtung gerade derlei Konventionelles, Stereotypisches, Wiederholungshaftes, solche sprachliche Zeremonialität wichtig werden. Selbstverständlich sind die Texte nicht in einem strengen Sinne rituell, doch immer wieder stilisieren sie sich so, daß Momente der Änderung, der Neuerung, des Traditionsbruchs abgeblendet werden, zeigen sie Wandel als Dauer und bewirken sie so gewissermaßen Situationstranszendenz und Ent-Historisierung poetischer Kommunikation: Wie das Ritual produzieren solche Textmerkmale die kommunikative Wiederholbarkeit und Wahrscheinlichkeit von Dichtung dort, wo entsprechende außertextliche Institutionen noch fehlen. Insofern lassen sie sich als spezifisch institutionelle Dimensionen der poetischen Rede selbst beschreiben, als Momente ihrer Stabilisierung gegenüber den Kontingenzen des je Okkasionellen. Es sind aber diese institutionellen Dimensionen der poetischen Kommunikation selbst offenbar eine entscheidende Voraussetzung dafür, daß Literatur überhaupt jene institutionellen Leistungen übernehmen kann, von denen hier ausgegangen wurde: nämlich Medium und Repräsentation höfischer Repräsentation zu sein, Form der Selbstsymbolisierung, der Normen- und Wissenstradierung jener laikalen höfischen Kulturen, die Kohärenz und Persistenz kaum durch Organisationen (samt Verrechtlichungen und Verschriftlichungen) sichern, sondern vor allem durch theatralische Inszenierungen, rituelle Verkörperungen und die präsenzstiftenden Leistungen dinglicher Zeichen.

    Die konkreten Untersuchungen dieses Projektes können den skizzierten Prospekt freilich allein zu erarbeiten versuchen in stets exemplarisch angelegten Einzelstudien, die den systematischen Ansatz auf einzelne Texte, literarische und literarhistorische Problemkonfigurationen zu beziehen versuchen. Dabei geht es gegenwärtig insbesondere um die institutionellen Leistungen von Erzählmustern (am Beispiel des Schemas der gefährlichen Brautwerbung) und anderen Wiederholungsstrukturen, um zeitgenössische Prozesse der literarischen Kanonbildung sowie um frühe Strategien einer Autonomisierung von Literatur (also ihrer Entkoppelung von heteronomen Legitimationsfonds etwa der Religion, des Rechts oder der Herrschaft). Komplementär dazu wird zugleich gefragt nach den pragmatischen Bedingungen des Erzählens bei Hofe und - am Beispiel von Autorschaft - nach frühen Spuren einer Ausbildung spezifisch literaturbezogener sozialer Handlungsrollen. Mit all dem aber hofft das Projekt einen Beitrag leisten zu können nicht allein zu der disziplinär germanistischen Diskussion um die höfische Literatur, sondern zugleich auch zu einer interdisziplinären mediävistischen Hofforschung: Diese hat es mit soziokommunikativen Konfigurationen zu tun, die ganz zentral auch durch Formen 'ästhetischer' Stilisierung bestimmt sind. Die Bedingungen, Formen und Funktionen solche Stilisierung auch im Medium der höfischen Literatur und deren historischer Wandel sind daher - so sehr hier die historische Okkasionalität der höfischen Literatur betont wurde - in systematischer Hinsicht für eine solche Hofforschung wohl nicht nur ganz am Rande belangvoll.

    Nähere Informationen zu dem hier skizzierten Forschungsprojekt finden sich im Internet unter http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~sfb537/ sowie in einer Informationsbroschüre des Sonderforschungsbereiches 537, die bei diesem angefordert werden kann. In der Arbeit an konkreten literarhistorischen Problemen werden Frageinteressen und methodische Ansätze des germanistischen Teilprojektes u.a. in den folgenden Publikationen diskutiert: Kellner, Beate: Kontinuität der Herrschaft. Zum mittelalterlichen Diskurs der Genealogie am Beispiel des "Buches von Bern", in: Mittelalter. Neue Wege durch einen alten Kontinent, hg. von Müller, Jan-Dirk; Wenzel, Horst, Stuttgart, Leipzig 1999, S. 43-62; Kellner, Beate; Strohschneider, Peter: Die Geltung des Sanges. Überlegungen zum "Wartburgkrieg" C, in: Wolfram-Studien 15 (1998), S. 171-195; Strohschneider, Peter: 'nu sehent, wie der singet!' Vom Hervortreten des Sängers im Minnesang, in: 'Aufführung' und 'Schrift' in Mittelalter und früher Neuzeit. Symposion Seeon 1994, hg. von Müller, Jan-Dirk, Stuttgart, Weimar 1996 (Germanistische Symposien Berichtsbd. XVII), S. 7-30; Ders.: Situationen des Textes. Okkasionelle Bemerkungen zur 'New Philology', in: Philologie als Textwissenschaft. Alte und neue Horizonte, hg. von Tervooren, Helmut; Wenzel, Horst, Berlin 1997 (ZfdPh 116, SH), S. 62-86; Ders.: Tanzen und Singen. Leichs von Ulrich von Winterstetten, Heinrich von Sax sowie dem Tannhäuser und die Frage nach dem rituellen Status des Minnesangs, in: Mittelalterliche Lyrik: Probleme der Poetik, hg. von Cramer, Thomas; Kasten, Ingrid, Berlin 1999 (Philologische Studien und Quellen, 154), S. 197-231; Ders.: Textualität der mittelalterlichen Literatur. Eine Problemskizze am Beispiel des "Wartburgkrieges", in: Mittelalter. Neue Wege durch einen alten Kontinent, hg. von Müller, Jan-Dirk; Wenzel, Horst, Stuttgart, Leipzig 1999, S. 19-41.

    Peter Strohschneider, Dresden*

    Das Bild Venedigs im 16. Jahrhundert -
    Die Entrée Heinrichs III. als Kommunikationssystem

    (Dissertationsprojekt)

    Unter diesem Titel entsteht eine Dissertationsschrift zur frühneuzeitlichen Geschichte, die von Herrn Prof. Dr. Bernd Roeck (Bonn/Zürich) betreut wird.

    Nach dem Tod seines Bruders Karl IX. verläßt Heinrich von Valois am 18. Juni 1574 Krakau, um in Paris die Thronfolge anzutreten. Er reist über Wien, wo er mit dem Kaiser Gespräche führt, um das seit der Bewerbung um die polnische Krone angespannte Verhältnis zu verbessern. Zudem kann er auf dieser südlichen Wegstrecke - durch Oberitalien nach Lyon - das Betreten protestantischer Gebiete vermeiden, was in Anbetracht der Auseinandersetzungen mit den Hugenotten mehr Sicherheit bietet. Als Heinrich den Wunsch äußert, Venedig zu besuchen, wird dies von den Venezianern als willkommene Gelegenheit zur Imagepflege betrachtet. Sowohl innen- als auch außenpolitisch kann eine Demonstration der Macht und des Wohlstands Venedigs positive Signale setzen.

    Heinrich III. besucht Venedig vom 17. bis zum 27. Juli 1574 und hält am 18. Juli seine Entrée in der Serenissima. Der Ablauf strukturiert sich in drei Phasen: die Vorbereitungen, die Entrée und die Präsentation der Stadt, wobei die Entrée den symbolischen Höhepunkt bildet. Eine Klärung der Verantwortlichkeiten in Bezug auf Organisation und Konzeption des Staatsbesuchs wird im einzelnen erfolgen. Die Präsentation der Stadt umfaßt ein weitgehend standardisiertes Unterhaltungs- und Besichtigungsprogramm, das um persönliche Wünsche des Gastes ergänzt wird. Den formalen Abschluß bildet eine Abschiedszeremonie mit der Übergabe von Geschenken. Es gilt, ein Funktionsmodell der Entrée Heinrichs III. im historisch-politischen Kontext zu erstellen und dabei in Bezug zu anderen Entrées sowie zur religiösen und profanen Festkultur Venedigs zu setzen, um die ikonographische Programmatik zu ermitteln. Bei der Analyse wird der Begriff "Bild" in seiner Polyvalenz zugrunde gelegt. Dem entspricht eine semiotische Definition der Kommunikation, die alle Erscheinungsformen von Sprache als Zeichensprache versteht. Somit werden auch die nonverbalen Bestandteile der Entrée - z.B. Gesten, Bilder und Festarchitektur - in ihrer Interaktion interpretiert. Die Entrée wird als kulturelles Phänomen in ihrer Gesamtheit erfaßt, denn sie vereint Handlungen, deren Bedeutung und Funktion in den liturgischen, rechtlichen, politischen und sozialen Bereich gehören. Folglich ist die Analyse interdisziplinär ausgerichtet und integriert kultur-, verfassungs-, sozial- und insbesondere kunsthistorische Aspekte.

    Der Handlungs- und Wirkungszusammenhang der Entrée als Repräsentationsform ist zu untersuchen. Der Begriff "Repräsentation" wird semantisch verstanden - d.h. als Zeichensystem mit Symbolqualität -, mit dessen Hilfe die Formen und Zeichen des gemeinsamen Handelns bei der Entrée beschrieben werden sollen. Es gilt, den Bezug zwischen den historischen Strukturen von Öffentlichkeit zum Prinzip politischer Repräsentation darzustellen und die Kommunikationsformen, die Öffentlichkeit erzeugen, mit den zugrundeliegenden Wahrnehmungsformen zu erkennen. Da die Entrée als Repräsentationsform Öffentlichkeit herstellt, ist sie rechtsrelevant und dient der Herrschaftslegitimation. Sie wird zum Spiegel politischer Verhältnisse und kann als herrschaftsstabilisierendes Medium eingesetzt werden. Im Hinblick auf ihre Funktion als elementares Prinzip politischen Handelns ist die Frage nach den verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen vorrangig.

    In Venedig weisen Zeremonialwesen und Festkultur eine stark ausgeprägte Vernetzung von weltlichem und religiösem Bereich auf und stehen im Dienst der Politik. Die Entrée - ein Konglomerat aus Prozession und antikem Triumphzug - kann als Gesamtkunstwerk bewertet werden, wobei der venezianische Staat als Kunstauftraggeber fungiert. Es soll geklärt werden, inwiefern es sich um Staatskunst und damit um ein instrumentum regni handelt. Andererseits ist bei der Kunstproduktion die religiöse Implikation zu beachten und festzustellen, inwieweit in der staatlich gelenkten Kunst der heilsgeschichtliche Aspekt Ausdruck findet. Da im Zeremonialwesen die Rangabstufungen der sozialen Ordnung gespiegelt werden, bildet der Doge das Zentrum und agiert in der Ikonographie in halbgeistlicher Funktion. Seine profane Rolle ist durch den Dualismus von Princeps und Primus inter pares gekennzeichnet. Die Funktion des Dogen, der mit Zeichen ausgestattet ist und selbst zum Zeichen wird, soll analysiert werden. Die in der Entrée angewandten Zeichen sind auf ihren säkularen und religiösen Gehalt zu prüfen, um zu zeigen, in welchem Ausmaß eine Tendenz zur Profanierung besteht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach einer Objektivierung des Staatlichen, der auch das Ritual unterliegt.

    Da die Entrée Träger der politischen Ikonographie ist, muß die Lesbarkeit von Kunst und Ritual als Zeichen gewährleistet sein. Mittels der visuellen Inszenierung sowie der Profanierung religiöser Elemente - z.B. der Übernahme von allgemein bekannten Zeichen aus der Liturgie - können komplexe Inhalte verständlich gemacht werden. Die Bedeutung der Visualisierung wird gesteigert, indem die Öffentlichkeit der Darstellung und Beobachtung der anwesenden Personen dient. Es soll gezeigt werden, daß eine solche Perspektive zur Theatralisierung von Verhaltensweisen führt, nämlich zum Kult des Scheins. Das Spielen einer Rolle in der Öffentlichkeit wird zur Voraussetzung der sozialen Integration - ein Aspekt, der konstitutiv für die Entrée in Venedig ist. Der durch visuelle Effekte erzeugte pompöse Schein fungiert als Machtinstrument und wird durch eine bewußt eingesetzte Materialikonologie gestützt. Die Beschreibungen zur Entrée Heinrichs geben Aufschluß über die Strategien der Illusionserzeugung. Sie sollen auf ihre Effektivität im öffentlichen Bereich untersucht werden. In diesen Kontext gehört der Mythos Venedigs, der alle staatskonstituierenden Elemente - Unabhängigkeit, Wohlstand, Ordnung und Harmonie - aufgreift. Ebenso wie die Insignien und Kunstwerke dient er der Herrschaftslegitimation.

    Anhand der Entrée Heinrichs III. soll ein Modell von Öffentlichkeit mit seinen spezifischen Strukturen und Mechanismen aufgezeigt sowie überprüft werden, inwiefern der Staat zur Selbstkonstituierung der Öffentlichkeit bedarf. Im Venedig des 16. Jahrhunderts unterliegen öffentliches und privates Leben noch keiner konsequenten Differenzierung, was belegt werden muß. Es soll gezeigt werden, inwieweit die Träger einer "öffentlichen Meinung" mit den Trägern "öffentlicher Gewalt" identisch sind. Die Entrée kann als Fokus des Gesamtkomplexes der venezianischen Repräsentation und Diplomatie betrachtet werden. Als Einzelstudie angelegt soll sie zur Vermittlung des Typischen beitragen: dem Bild Venedigs im 16. Jahrhundert. Aus der Analyse der Topoi bei der Konstruktion der Bilder, die das Fundament des venezianischen Staates begründen, läßt sich die Imagekonzeption erschließen. Die innen- und außenpolitische Wirkung soll anhand von drei semiotischen Ebenen ermittelt werden: des Verhältnisses der Zeichen zur Bedeutung (Semantik), des Bezugs der Zeichen untereinander (Syntaktik) und des Verhältnisses der Zeichen zu ihren Benutzern, d.h. Produzenten, Rezipienten, Interpreten (Pragmatik). Der letztgenannte Aspekt ist konstituierend für die Analyse von Öffentlichkeit und umfaßt als Kommunikationsebenen die Signoria als Gastgeberin, das Publikum und Heinrich III. als Gast. Die eingesetzten Medien sind auf ihre Zielsetzungen sowie Absender und Adressaten zu untersuchen. Intention und Effekt der Entrée als Kommunikationsform bilden das Ziel. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die einzelnen Handlungen der Zeremonie, die zur typologischen Erfassung der Selbstdarstellung Venedigs führen sollen. Denn die Entrée vermittelt die Normen und Werte, auf denen das venezianische Selbstverständnis beruht, und repräsentiert ein Abbild des Gesellschaftssystems. Es wird zu belegen sein, daß Venedig zwar formale Strukturen aus der byzantinischen und römischen Herrschaftsikonographie aufgreift, aber nach eigenen Bedürfnissen abwandelt, um rechtliche Unabhängigkeit von beiden Kaiserreichen zu demonstrieren. Dabei handelt es sich um einen Assimilationsprozeß, der auch bezüglich der Insignien und der Transformation des Mythos stattfindet. Die Entrée soll deshalb in ihrem Bezug zur Tradition sowie zu Innovationen in der Präsentationsform bearbeitet werden, um darzulegen, inwiefern politische Konditionen den Inhalt und die Erscheinungsform der Entrée beeinflussen.

    Die Schriftkultur übernimmt die Rolle eines Kommentars und somit eine wichtige Funktion als Faktor der öffentlichen Meinungsbildung. Infolgedessen werden die Publikationen von der Signoria kontrolliert. Es soll nachgewiesen werden, inwieweit eine Zunahme der Diskursivität vorliegt, denn die programmatische Unterstützung der Festkultur durch die Schriftkultur ist konstitutiv. Die Darstellung in den offiziellen Festbeschreibungen gibt typologische Präsentationsformen Venedigs wieder, so daß sich kritische Stellungnahmen zum Ereignis nur in fremdautorisierten Berichten finden lassen. Letztere sind grundlegend, um die tatsächlichen Umstände möglichst wahrheitsgetreu zu ermitteln und mit dem von Venedig in der Öffentlichkeit produzierten Bild sowie der Rezeption der Entrée zu konfrontieren. Einige Quellen wurden als Vorbild anderer verwandt, was zu belegen ist. Da manche Texte mit Illustrationen versehen sind, kann ein Vergleich des Präsentationsmodus mit anderen Bildquellen erstellt werden. Zugleich gilt es, die These von der im 16. Jahrhundert vorherrschenden Auffassung einer Einheit von Wort und Bild zu überprüfen. Für die zeitgenössischen Beschreibungen der Entrée Heinrichs wird aufgezeigt, in welchem Ausmaß sie einer Politisierung unterliegen, und unterschiedliche Wahrnehmungsformen in französischen und italienischen Schriften sind zu erläutern. Ebenso soll der Niederschlag in der offiziellen Geschichtsschreibung untersucht werden. In diesen Zusammenhang gehört auch die Rezeption des Ereignisses in der Kunst. Die Festarchitektur und ihre Bildprogramme sollen geschildert und im Rahmen der gesamten politischen Ikonographie interpretiert werden. Es wird versucht, die Divergenzen in den Beschreibungen der Kunstwerke zu erklären, die aus einer zunehmenden Politisierung der Festschriften resultieren. Der graduelle Funktionswandel, der sich in der politischen Ikonographie der optischen Propagandamittel offenbart, soll im historischen Kontext dargestellt werden, denn Venedig nutzt den Gesamtkomplex der zur Verfügung stehenden Medien - visueller und diskursiver -, um Imagepflege zu betreiben. Die leitende Fragestellung lautet: gibt es ein spezifisch venezianisches Modell von Öffentlichkeit im 16. Jahrhundert, und welche Funktion erfüllt in diesem Kontext die Kunst?

    Evelyn Korsch, Bonn*

    Kolloqiumsberichte

    Krakau, Prag und Wien:
    Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat

    Tagung des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur
    Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)

    Leipzig, 25. bis 27. Februar 1999

    Wie der Begriff Metropolen ist der des Staates in seiner Anwendung auf die Frühmoderne umstritten. Dennoch oder gerade deshalb fand in Leipzig eine Tagung statt, die der Frage nach den Funktionen von Metropolen im entstehenden Staat - hier in den ostmitteleuropäischen Ländern - nachgehen sollte. Wurden Krakau, Prag und Wien in der Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts in ihrer Multifunktionalität für einen sich erst langsam ausbildenden Staatsverband überhaupt einbezogen? Wirkte sich dies im Gegenzug auf die Entwicklung der Städte aus? Versteht man Ostmitteleuropa als Strukturbegriff, ist auch nach der Einbeziehung der Region in die gesamteuropäische Kultur und nach der Integrationskraft ihrer Zentren zu fragen. Wie weit reichte die Ausstrahlungs- und Anziehungskraft? Wie ordnen sich die Metropolen in einen europäischen Zusammenhang ein und wer waren die treibenden und hemmenden Kräfte einer Modernisierung, die es in dieser vorgeblich rückständigen Geschichtsregion in den Zentren aufzudecken gilt? Neben diesen allgemeinen Fragen sollten die metropolenbildenden Faktoren Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kirche, Bildung, Kultur und Hof debattiert werden, die jedoch nicht alle in Vorträgen behandelt werden konnten.

    Zunächst stand die "Staatliche Funktion und politische Repräsentation" im Vordergrund. Winfried Eberhard, der Leiter des Forschungsprojektes, das die Metropolen Ostmitteleuropas im 15. und 16. Jahrhundert untersucht, gab eine Einführung in das Tagungsthema, da der Einleitungsvortrag von Peter Johanek (Münster) über "Funktionen der Metropolen im werdenden Staat des Spätmittelalters und der Frühneuzeit" leider ausfallen mußte. Daß die Funktionskonzentration sich im Laufe des Mittelalters und im Zuge der Residenzbildung erst allmählich entwickelte, führte Kurt Andermann (Karlsruhe) vor Augen, der die sakrale Funktion der Hauptstadt erläuterte, die sich bald mit profanen Funktionen verband. Parallel zur Institutionalisierung einer vor äußeren Zugriffen sicheren Landeskirche standen einerseits die Memoria und andererseits die sakrale Legitimierung der Herrschaft. Damit hob Andermann die Bedeutung der kirchlichen Zentralisierung für die Hauptstadtwerdung hervor, ohne daß eine Grablege alleine eine Residenzstadt herausbildet. In Prag und Wien, besonders aber in Krakau, kann die Zusammenlegung der sakralen Residenzfunktionen beobachtet werden, so, wie man sie auch vorbildlich in München vorfindet.

    In mehreren Vorträgen wurde die Fluktuation von Zentren und ihre mögliche Konkurrenz innerhalb der Länderkonglomerate thematisiert. Die Geschichte von Prag und Krakau ist zu einem Gutteil durch ihre zeitweise Randlage im jeweiligen Herrschaftsgebiet bestimmt. Auch in den habsburgischen Ländern gab es dezentral wirkende, ständische Faktoren. Arno Strohmeyer (Leipzig) stellte in seinem Vortrag "Metropole und ständischer Staat" Wien und Graz (1564-1637) gegenüber, die jeweils mit den Kernelementen von Hof, Universität und Bistum ausgestattet waren. Bei allen Unterschieden wurden beide Zentren für die katholische Konfessionialisierung und damit für den Ausbau eines zentralisierten, frühabsolutistischen Staatswesens instrumentalisiert. Strohmeyer ging dabei auf die Bedeutung der politischen Institutionen für die Metropole und die Beteiligung der Stadt an den Institutionen ein.

    Der Warschauer Historiker Antoni Maczak beschrieb dagegen im Anschluß an die Forschungen von Maria Bogucka bei der Frage "Metropole in einem republikanischen Ständestaat? Krakau und seine Konkurrenten im Hauptstadtstatus" die chronologische und funktionale Differenzierung von Krakau, Warschau und Danzig. Durch die territoriale Erweiterung Polens rückte Krakau immer mehr in eine räumliche Grenzlage und verlor nach der Union von Lublin 1569 allmählich zugunsten Warschaus seine Hauptstadtfunktion, obwohl es bis ins 18. Jahrhundert hinein sakraler Mittelpunkt im dezentral organisierten polnischen Landesverband war. Lediglich Danzig war eigenständig politisch aktiv, womit die Bedeutung Krakaus für den Städtestand des Landes als sehr gering zu bewerten ist. Dieses Ergebnis bestätigend, widmete sich auch der Kunsthistoriker Arnold Bartetzky (Leipzig) dem Verhältnis von Stadt und Königtum. Anhand der Rathausbauten in Prag und Krakau sowie in den regionalen Zentren Breslau und Posen erläuterte er die unterschiedliche städtische Repräsentation in Spätmittelalter und Frühneuzeit, die auf das Selbstverständnis der städtischen Eliten schließen lassen. Laut Áron Petneki (Miskolc) ließen sich diese unterschiedlichen Funktionen stereotypenhaft auch in den ungarischen Reisebeschreibungen bestätigen, so wurde etwa Krakau weniger als Hauptstadt denn als locus amoenus wahrgenommen.

    Wie die Städte in ihren mittelalterlichen Freiheiten beschnitten und immer stärker in den frühneuzeitlichen 'Finanzstaat' eingebunden wurden, stellte Georg Michels (Leipzig) in seinem Vortrag über "Handel und Handwerk in Krakau und Wien im Vergleich" dar. Im Gegensatz zu Krakau war Wien durch den Mangel an Naturschätzen dabei abhängiger von äußeren, politischen Faktoren und verlor trotz neuer Impulse durch die Hofresidenz für Handel und Handwerk im überregionalen Maßstab an Gewicht. Eine zentrale Bedeutung der Metropolen für die Wirtschaft des Landes und die Ausbildung einer Wirtschaftsregion konnte deshalb nur in Ansätzen festgestellt werden.

    Einen weiteren Schwerpunkt der Tagung bildete die komplexe Binnenstruktur der Metropolen und ihre Bedeutung für Bildung und Kunst, womit gleichzeitig eine Ausweitung oder Eingrenzung ihres Einzugsbereichs verbunden war. Michal Svatoš (Prag) hob die zunächst noch auf das Schulwesen und die Stadtämter in Böhmen beschränkte Rolle Prags als Bildungszentrum im 16. Jahrhundert hervor, als die Universität auf eine Landeshochschule reduziert war. Karen Lambrecht (Leipzig) versuchte, die Funktionen der Universitäten Krakau, Prag und Wien im werdenden Staat darzustellen. Die Interaktion zwischen Universität einerseits, Stadt, Hof und Kirche andererseits waren in Krakau besonders eng, während in Wien die Instrumentalisierung der Universität durch den Landesherrn am stärksten war. Jan Pirozynski (Krakau) beschrieb unter Mitwirkung von Anezka Badurová (Prag) Krakau und Prag als Zentren des Buchdrucks im 15. und 16. Jahrhundert. Krakau hatte zwar eine größere Buchproduktion, Prag fungierte jedoch schon sehr früh als Zentrum des landessprachlichen Druckes.

    Bei der Analyse der gesellschaftlichen und ethnischen Pluralität ostmitteleuropäischer Metropolen konzentrierten sich die Vorträge auf Krakau. Hier wie in Prag handelte es sich eigentlich jedoch um eine ethnische Dualität von Deutschen und Polen bzw. Tschechen. Henryk Samsonowicz (Warschau) wies gleichzeitig noch auf die konfessionelle, zünftische und sozialtopographische Differenzierung der Krakauer Stadtgesellschaft hin. Heidemarie Petersen (Leipzig) beschrieb das Selbstverständnis der Krakauer Judengemeinde aufgrund einer Krakauer Gemeindeordnung von 1595 als autonom und autark, so daß man nicht von Integration oder Zusammenleben, sondern von Koexistenz sprechen muß. Die Stadt erschien hierin nur als eine von mehreren unspezifischen Bezugsgrößen neben König, Adel und Kirche, also auch hier wiederum in ihrer Funktion beschränkt. Karin Friedrich (London) diskutierte die gesellschaftliche Interaktion ethnischer Gruppen in Krakau anhand der Paradigmen von Polonisierung, Stadtpatriotismus und nationalem Konflikt, die sich jedoch meist als ein Nebenprodukt religiöser, politischer und sozialer Spannungen erwiesen. Trotz nachlassender Hauptstadtfunktionen Krakaus nutzten Hof, Kirche und Adel das noch vorhandene Potential des Krakauer Patriziats und die Anwesenheit etwa der Italiener noch im 17. Jahrhundert zur Förderung eigener Interessen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die sogenannten "Übergangsgruppen" von geadelten Bürgern und Adeligen, die das Bürgerrecht erwarben. Dieses Phänomen gehörte in Prag zu den seltenen Ausnahmen, wie Leszek Belzyt (Leipzig) betonte, der den Adel in den Metropolen Prag und Krakau um 1600 verglich. Der relativ große Anteil des Adels (in Krakau rund 600, in Prag rund 900 Familien) ist jedoch für die gesellschaftliche Attraktivität beider Zentren kennzeichnend. Ebenso wie die Universität war der Hof ein Faktor, der für den Zuzug von Adeligen, Bürgern, Gelehrten und Fremden wirkte. Die Interaktionen des böhmischen und höfischen Adels nach der Residenzverlegung nach Prag unter Rudolf II. untersuchte Jaroslava Hausenblasová (Prag). Es kam zu einer personellen Überschneidung der zwei getrennten Verwaltungssysteme und damit zu einem engeren politischen Zusammenschluß des Königreichs Böhmen und der habsburgischen Länder auf der Ebene des Adels.

    Die Glanzperiode Prags, die Zeit Rudolfs II., wurde in einigen kunsthistorischen Vorträgen vorgeführt, obgleich der Beitrag von Beket Bukovinská (Prag) "Prag in der Zeit Rudolfs II. - das Kunstgewerbe zwischen Hof und Stadt" ausfallen mußte. Jürgen Zimmer (Berlin) beschäftigte sich mit "Prag als kulturellem Zentrum (1570-1618)" und den Fragen von Import, Export und Transfer von Kunst und Künstlern. Der Vortrag von Michal Šronek (Prag) "Kunstmäzenatentum in Prag - eine Rückstrahlung der gesellschaftlichen Veränderungen 1580-1650" zeigte die Konflikte zwischen Hof- und Zunftkünstlern sowie die aristokratische, bürgerliche und zunehmend auch die kirchliche Kunstförderung über die Zeit Rudolfs hinaus. Jirí Kropácek (Prag) hob in seinem Vortrag über die Hofkunst in Prag zwischen 1560/70 die bereits von Rudolf geschaffenen Grundlagen für Residenzausbau und Kunstrepräsentation hervor und betonte die Bedeutung Ferdinands von Tirol für die Kunstförderung, die immer mehr vom Bürgertum aufgegriffen wurde. Die Metropole Prag erfüllte damit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihre Funktion als Ort der kulturellen Kommunikation und der künstlerischen Innovationen. Daß diese auch weitergegeben wurden, versuchten zwei weitere Vorträge anhand der Fassadenarchitektur als Herrschaftsrepräsentation zu zeigen: Monika Brunner (Leipzig) leitete aus der nördlichen Gartenseite der Prager Residenz ihre Ausstrahlung etwa auf die Residenzarchitektur der Wittelsbacher ab, und Matthias Müller (Greifswald) sah in einem kontrovers diskutierten Vortrag die Wiener Hofburg als programmatisches Leitbild für den frühneuzeitlichen Residenzenbau im alten Reich (16. und frühes 17. Jahrhundert) an.

    Wie sich die Funktionen einer Metropole bipolar innerhalb der Stadt differenzieren und wie ein Stadtraum organisiert werden konnte, führten eindrücklich die beiden Krakauer Kunsthistoriker Marek Walczak und Krzysztof Czyzewski am Beispiel der Marienkirche als Ort der bürgerlichen Repräsentation und der Kathedrale als Ort der höfischen Repräsentation in Krakau vor. In Prag dagegen stellte sich laut dem Kunsthistoriker Kilian Heck (Berlin) der Stadtraum als einheitlicher Herrschaftsraum dar, wobei das Radialsystem der Straßen auf die Burg ausgerichtet war. In Anlehnung an Georg Simmels Raumtheorie sollte sich nach Heck die Stadt zum Umland hin abgrenzen und nach innen differenzieren.

    Die Funktion von Metropolen als Orte der höfischen Repräsentation kam dezidiert in den Referaten von Marina Dmitrieva (Leipzig) über die "Ephemere Architektur in Krakau und Prag. Zur Inszenierung von Herrschereinzügen in ostmitteleuropäischen Metropolen" und Zbigniew Dalewski (Warschau) "Monarchische Zeremonien im spätmittelalterlichen Krakau" zum Ausdruck. Auch hier wurden Stadtraum und Stadtgesellschaft bei herrscherlichen Einzügen in die Repräsentation mit eingebunden. Lars O. Larsson (Kiel) unterschied dabei die anlaßgebundene und die ständige höfische Repräsentation als kulturelle Kommunikation in Wien unter Maximilian II. und in Prag unter Rudolf II. Am Beispiel Anna Jagiellonkas (1523-1596) differenzierte auch Andrea Langer (Leipzig) die Residenzfunktionen in Polen, wo sich Ujazdów bei Warschau zum Witwensitz und zur Nebenresidenz entwickelte, Krakau jedoch weiterhin Mittelpunkt der höfischen Repräsentation und des kunstbezogenen Engagements Annas blieb.

    Leider blieb die kirchliche Zentralität, die kirchenpolitische Vernetzung und die Bedeutung der Metropolen für die Ausbreitung und Durchsetzung reformatorischer Bewegungen oder der Rekatholisierung ein zwar in einigen Vorträgen angesprochener Faktor, konnte jedoch nicht mit einem eigenen Beitrag systematisch analysiert werden. Diese Lücke soll im Tagungsband geschlossen werden, der in der Institutsreihe "Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa" beim Franz Steiner Verlag Stuttgart erscheinen wird. Somit dürfte die Tagung einen Beitrag zur nuancierten Betrachtung der Funktion von Metropolen in Ostmitteleuropa geleistet haben, die besonders durch den vergleichenden Ansatz deutlich wird.

    Dr. Karen Lambrecht, Leipzig*

    Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

    36. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde

    Zentrum, Region und Minderheiten in Ostmitteleuropa am Beispiel
    Siebenbürgen

    Heidelberg, 11. bis 13. September 1998

    Kontaktadresse: Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V.

    Schloß Horneck

    D-74831 Gundelsheim

    Tel. [D] 0 62 69 - 84 76 - Fax [D] 0 62 69 - 83 97

     

    Im Programm ein Vortrag von K. Gündisch (Oldenburg) über die historischen Wurzeln der ständischen Autonomie und Regionalität Siebenbürgens im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit.

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    Tagung

    Der Riß im Himmel - Clemens August und seine Epoche

    Jülich, 19. bis 20. Oktober 1998

    Kontaktadresse: Gesellschaft für die Geschichte der Stadt Jülich und des Jülicher Landes

    Joseph-Kuhl-Gesellschaft

    Kommstr. 11

    D-52428 Jülich

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    Conference

    Dress and symbolism in Burgundy and the Burgundian Netherlands 1363-1530

    Société, traités, symboles

    London, 23. bis 24. Oktober 1998

    Kontaktadresse: Dr J. Bridgeman

    2 Granville Square

    GB-London WC1X 9PF

    Tel. [GB] 41 21 - 6 92 29-34 oder -13 - Fax [GB] 41 21 - 6 92 29-35

     

     

     

    Aus dem Programm:

    Freitag, 23. Oktober

    Morgan, D. A. L. (London), Valois Burgundy, the political and economic context 1363-1477; Piponnier, F. (Paris), At court, in town and in the country: Burgundian dress at the time of the Valois dukes; Vandeuren-David, C. (Löwen), Des accessoires du costume: ceintures et bourses, un exemple dijonnais; Monnas, L. (London), Political gifts of clothing to the Madonna of Tournai by the Valois Dukes of Burgundy; Reynolds, C. (Reading), Costume and the illustration of narrative under Philip the Good and Charles the Bold; Scott, M. (Leicester), Dress in the works of Rogier van der Weyden; Campbell, L. (London), Dress and identity in Netherlandish portraits.

    Samstag, 24. Oktober

    Cherry, J. (London), Burgundian jewellery: reality and imagination; Slanic ka, S. (Basel), John the Fearless' devices for clothing 1404-1419; Jolivet, S. (Dijon), Le phénomène de la mode à la cour de Bourgogne de Philippe le Hardi à Charles le Téméraire; Childs, W. (Leeds), The Anglo-Burgundian textile trade 1350-1500; McKendrick, S. (London), Charles the Bold and the Troy Tapestries; Duits, R. (Utrecht), Fact or fiction in Flemish gold brocades. The representation of fabrics in 15th century Flemish paintings; Velden, H. van der (Utrecht), Textiles and Visual Culture: the notion of aesthetics at the court of Burgundy.

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    44. Wolfenbütteler Symposium

    Regionalität und Bewußtseinsbildung in der Vormoderne

    Okzident und Orient im Kulturvergleich

    Wolfenbüttel, 11. bis 14. November 1998

    Kontaktadressen: Prof. Dr. Friedrich Niewöhner

    Postfach 1364

    D-38299 Wolfenbüttel

    Tel [D] 0 53 31 - 8 08-1 00 - Fax [D] 0 53 31 - 8 08-1 34

    Internet: http://www.hab.de

    Prof. Dr. Bert Fragner

    Universität Bamberg - Zentrum für Mittelalterstudien

    D-96045 Bamberg

    Tel. [D] 09 51 - 8 63 21 78 - Fax [D] 09 51 - 8 63 51 79

    Email: bert.fragner@split.uni-bamberg.de

    Prof. Dr. Bernd Schneidmüller

    Universität Bamberg - Zentrum für Mittelalterstudien

    D-96045 Bamberg

    Tel. [D] 09 51 - 8 63 23 05 - Fax D] 09 51 - 8 63 23 06

    Email: bernd.schneidmüller@ggeo.uni-bamberg.de

     

    Aus dem Programm:

    Mittwoch, 11. November

    Schneidmüller, B. (Bamberg), Zur Einführung - Die Entstehung der Region aus dem Bewußtsein.

    Donnerstag, 12. November

    Moraw, P. (Gießen), Regionale Differenzierung im vormodernen Europa; Moeglin, J.-M. (Paris), Dynastie und regionale Identität in Alteuropa.

     

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    Symposium

    Vom Ursprung der Städte

    Linz, 17. bis 19. November 1998

    Kontaktadresse: Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung

    Stockhofstr. 32

    A-4020 Linz

    Tel. [A] 7 32 - 78 10 64 - Fax [A] 7 32 - 78 10 64 4

     

    Aus dem Programm:

    Dopsch, H. (Salzburg), Topographische, rechtliche und gesellschaftliche Struktur der bayerischen Bischofsstädte Regensburg, Passau, Freising und Salzburg im Vergleich; Störmer, W. (München), Präurbane Siedlungen und zentrale Orte im früh- und hochmittelalterlichen Bayern; Haider, S. (Linz), Dienten Pfalzen als Kern späterer Städtegründungen?

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    Regensburger Herbstsymposium

    Kunstgeschichte und Denkmalpflege

    Regensburg, 17. bis 22. November 1998

    Kontaktadresse: Stadt Regensburg

    Volkshochschule

    Haidplatz 8

    D-93047 Regensburg

    Tel. [D] 09 41 - 5 07-24 33 - Fax [D] 09 41 - 5 07-44 33

     

    Aus dem Programm:

    Freitag, 20. November

    Reichstag und Politik

    Luttenberger, A., Der Immerwährende Reichstag zu Regensburg, das europäische Mächtesystem und die politische Ordnung des Reichs; Styra, P., Der Immerwährende Reichstag in der Regensburger Geschichtsschreibung (Patricius, Kayser, Gumpelzhaimer u.a.); Schönfeld, R., Die Regensburger Wirtschaft in der Zeit des Immerwährenden Reichstags; Wolf, P., Reichsdeputationshauptschluß und das Ende des Reichstags; Grillmeyer, S., Die Residenzfrage der Thurn und Taxis am Ende des Alten Reichs.

    Samstag, 21. November

    Kulturelles Leben am Hof der Fürsten von Thurn und Taxis und am Immerwährenden Reichstag

    Pigge, H., Das Hoftheater der Fürsten von Thurn und Taxis im 18. Jahrhundert; Knedlik, M., "... und Poet dazu." Die fürstlichen Bibliothekare Wilhelm Rothammer und Albrecht Christoph Kayser als Schriftsteller; Dünninger, E., Therese von Thurn und Taxis und die Dichter. Literarische Interessen einer Fürstin an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert; Baumann, W., "Heiteres Rokoko" - Zur Wertschätzung der Kunst des 18. Jahrhunderts im Fürstenhaus Thurn und Taxis; Fendl, E., Fürstliche Feste und Volksbelustigungen; Haberkamp, G., Die Musik am Hofe der Fürsten von Thurn und Taxis im 18. Jahrhundert.

    Reichstag und Denkmalpflege

    Morsbach, P., Barockisierung der Stadt Regensburg; Angerer, M., Das Regensburger Rathaus als Tagungsstätte des Reichstags; Strobel, R., Die Fürst-Anselm-Allee; Reidel, H., Die Residenzen der kaiserlichen Prinzipalkommissare; Freitag, M., Die Gesandten am Immerwährenden Reichstag; Dittscheid, C., Die Gesandten und ihre Grabmäler - Dreieinigkeitskirche - St. Emmeram; Kernl, H., Die baulichen Folgen des Reichsdeputationshauptschlusses und das Ende des Reichstags für Regensburg.

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    Ausstellung

    Meister Theoderich - Magister Theodoricus

    Hofmaler Kaiser Karls IV.

    Prag, 17. November 1998 bis Juni 1999

    Information: Agneskloster

    CZ-116 38 Prag

    Tel. [CZ] 02 21 - 87 91 11

     

    Besprechung von Herzogenberger, J. von, in: Kunstchronik, Heft 12, Dezember 1998, S. 589-592.

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    Tagung

    Rußland und die böhmischen Länder

    Kontakte, Einflüsse, Wahrnehmungen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

    Bad Wiessee, 20. bis 22. November 1998

    Kontaktadresse: Dr. Peter Heumoos

    Collegium Carolinum e.V.

    Forschungsstelle für die böhmischen Länder

    Hochstr. 8/II

    D-81669 München

    Tel. [D] 0 89 - 4 48 83 93 - Fax [D] 0 89 - 48 61 96

     

    Aus dem Programm:

    Bojcov, M. (Moskau), Karl IV., Wenzel IV. und die Hussiten in der russischen Historiographie.

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    Colloque international

    La Chasse au Moyen Age

    Société, traités, symboles

    Lausanne, 27. bis 28. November 1998

    Kontaktadresse: Bureau d'histoire médiévale

    Section d'histoire

    BSFH 2

    CH-1015 Lausanne

    Tel. [CH] 41 21 - 6 92 29-34 oder -13 - Fax [CH] 41 21 - 6 92 29-35

     

    Aus dem Programm:

    Freitag, 27. November

    Guerreau, A. (Paris), La chasse comme rite biparti symétrique; Galloni, P. (Langhirano), Sant'Uberto: Caccia e santità. Consolidamento del potere carolingio e cristianizzazione delle campagne; Moro, P. A. (Venedig/Mailand), La caccia in età carolingia: i vescovi, tra divieti religiosi e doveri imperiali; Fradejas Rueda, J. M. (Madrid), Ornithological Classification in Medieval Spanish Treatises on Falconry; Smets, A. (Löwen), La traduction en moyen français des traités cynégétiques latins: le cas du De falconibus d'Albert le Grand; Pastoureau, M. (Paris), La chasse au sanglier: histoire d'une dévalorisation (VIe-XIVe s.); Van den Abeele, B. (Genf), Le chasseur chassé dans les marges et drôleries des manuscrits gothiques.

    Samstag, 28. November

    Rösener, W. (Gießen), Adel und Jagd. Die Bedeutung der Jagd im Kontext der adeligen Mentalität; Beck, C. (Dijon), Les chasses ducales en Bourgogne (vers 1360-vers 1470); Niedermann, C. (Zürich), Les traités de chasse à la cour de Philippe le Bon; Santa Eugenia, F. J. (Genf), Littérature et chasse à la cour de Giangaleazzo Sforza: les hutains contenus dans le ms. H. VI. 30 de la Biblioteca comunale de Sienne; Guerreau-Jalabert, A. (Paris), La chasse dans les romans arthuriens; Strubel, A. (Avignon), La chasse à la senefiance: la dérive allégorique de la Vénerie chez Henri de Ferrières.

    *****

    Ausstellung

    Hochrenaissance im Vatikan

    Kunst und Kultur im Rom der Päpste I, 1503-1534

    Bonn, 11. Dezember 1998 bis 11. April 1999

    Information: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

    Friedrich-Ebert-Allee 4

    D-53113 Bonn

    Tel. [D] 02 28 - 91 71-2 00

    Internet: http://www.kah-bonn.de

    [vgl. hierzu den gleichnamigen Aufsatzband, siehe unten S. * in diesem Heft]

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    Ausstellung

    Philipp II.

    Madrid, bis 10. Januar 1999

    Information: Prado-Museum

    E-28014 Madrid

    Tel. [E] 00 34 - 91-4 20 36 62

    *****

     

     

     

     

    Ausstellung

    Prunkrüstungen

    New York, bis 17. Januar 1999

    Information: Metropolitan Museum New York

    Internet: http://www.metmuseum.org/htmlfile/info/general.html

    Siehe Artikel von A. Tietenberg "Laßt mich der Löwe sein" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. Dezember 1998 über die Prunkrüstungen des Filippo Negroli.

    *****

    Ausstellung

    Zu Ehren des Königs

    Van der Meulen, Künstler im Dienste Ludwigs XIV.

    Luxemburg, bis 17. Januar 1999

    Information: Museum für Stadtgeschichte der Stadt Luxemburg

    14, rue du Saint-Esprit

    und

    Villa Vauban - Städtische Kunstgalerie

    28, avenue Emile Reuter

    L-1475 Luxembourg

    Tel. [L] 52 22 90 50-1

    *****

    Ausstellung

    Ansichten aus dem alten Würzburg

    Festung, Residenz, Kirchen

    Würzburg, bis 24. Januar 1999

    Information: Mainfränkisches Museum Würzburg, Festung Marienberg

    D-97082 Würzburg

    Tel. [D] 09 31 - 43 01 6

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    Ausstellung

    Im Reich des Sultans

    Kunst und Kultur der Osmanen

    Schwäbisch Hall, bis 24. Januar 1999

    Information: Hällisch-fränkisches Museum im Keckenhof

    D-74523 Schwäbisch Hall

    Tel. [D] 07 91 - 7 51-3 60

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    Internationales Kolloquium

    Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (1450-1550)

    Nürnberg, 29. Januar bis 1. Februar 1999

    Kontaktadresse: Dr. Dietmar Popp

    GWZO

    Luppenstr. 1b

    D-04177 Leipzig

    Tel. [D] 03 41 - 9 73 55-60 - Fax [D] 03 41 - 9 73 55-69

     

    Tagungsprogramm:

    Freitag, 29. Januar

    Sektion I: Die Jagiellonen - Geschichte, Hof und Kultur allgemein

    Labuda, A. (Berlin), Der Künstler im spätmittelalterlichen Osten. Ansichten und Forschungsmodelle; Goleman, W. (Lublin), The Jagiellons and the Image of the Ideal Monarch in the Polish Political Thought; Piech, Z. (Krakau), Die Darstellungen der Jagiellonen in ikonographischen Quellen; Malkiewicz, A. (Krakau), Die Einstellung der letzten polnischen Jagiellonen gegenüber den bildenden Künsten; Jarzewicz, J. (Posen), Die Kunst der neuen Eliten in Großpolen um die Wende des 15. und 16. Jahrhunderts. Einige Beispiele; Mrozowski, P. (Warschau), L'élite du pouvoir en tant que protectrice de l'art dans les pays sous le pouvoir des Jagellons au tournant des XVe et XVIe siècles; Bartetzky, A. (Leipzig), Rathausdekorationen in Polen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Stand und Perspektiven der Forschung; Szczepkowska-Naliwajek, K. (Warschau), Les rapports entre la sculpture et l'orfèvrerie en Pologne au tournant du XVe siècle; Langer, A. (Leipzig), Frauen - Kunst - Kulturtransfer. Ein Projekt zu weiblichen Mitgliedern der jagiellonischen Dynastie; Pirozynski, J. (Krakau), Der internationale Korrespondentenkreis der Herzogin Sophie aus dem Hause der Jagiellonen (1522-1575). Ein Beitrag zur kulturellen Vermittlung einer polnischen Prinzessin auf dem deutschen Thron in Braunschweig-Wolfenbüttel.

    Samstag, 30. Januar

    Sektion II: Die Jagiellonen (einschließlich Nachbarn) und die Kirche

    Borkowska, U. (Lublin), The Jagiellons as the Founders of Latin Church network in Grand Duchy of Lithuanina and Poland; Kras, P. (Lublin), The Jagiellon Policy of Religious Tolerance in Poland and Lithuania; Walcak, M. (Krakau), The Jagiellonian Saints. On Some Political, National and Ecclesiastical Aspects of Artistic Propaganda in Jagiellonian Poland; Karlowska-Kamzowa, A. (Posen), Tod und Heilige im Gebetbuch Königs Wladislaus II. Jagiello; Madej-Anderson, A. (Tübingen), Die Rolle der Bettelorden in der Vermittlung künstlerischer Formen und Motive nach Polen. Probleme - Methoden - Perspektiven; Richter, J. (Brandenburg), Die Gradualhandschriften für die Kuttenberger Pfarrkirchen. Künstlerische Innovation unter den Bedingungen einer königlichen Bergstadt; Gerrat, I. (Preßburg), Ein Votivbild des jagiellonischen Diplomaten in Preßburg. Tradition der Marienverehrung und jagiellonische Bildproduktion; Mieth, K. M. (Dresden), Die Retabel des Franziskanerobservantenklosters St. Anna in Kamenz. Verflechtung östlicher und westlicher Elemente; Herrmann, C. (Allenstein), Das Deutschordensland Preußen und das Jagiellonenreich. Überlegungen zu den kulturellen und künstlerischen Beziehungen zwischen 1386 und 1525; Larsson, L. O. (Kiel), Die Arbeiten für Katharina Jagiellonika in Schweden.

    Öffentlicher Abendvortrag: Stromer, Frhr.W. von: Wirtschafts- und Technikbeziehungen zwischen Polen und Oberdeutschland zur Zeit der Jagiellonen (Ende 14. - Mitte 16. Jh.).

    Sonntag, 31. Januar

    Sektion III: Die Länder der böhmischen Krone und Ungarn unter den Jagiellonen

    Royt, J. (Prag), Renovatio regni; Bartlova, M. (Prag), Panel Painting in Bohemia in the Last Third of the 15th Century: the Problem of Continuity; Studnickova, M. (Prag), Sub serenissimo principe et domino Wladislao rege ungariae bohemie ... vita regularis inducta est. Die Entwicklung der böhmischen Buchmalerei zur Zeit der Jagiellonen und ihr Verhältnis zu den Nachbarländern; Fajk, J. (Prag), Late Gothic Sculpture in Bohemian Lands under the Rule of Wladyslaw Jagiellonczyk (Overview) - Present State of Knowledges and the Problems of Future Research; Kuthan, J. (Prag), Die Baukunst des Fürstenhauses der Rosenberger im späten 15. Jahrhundert; Chotebor, P. (Prag), Durdik, T. (Prag), Der Umbau des sogenannten Statthalter-Lustschlosses im Prager Tiergarten (Stromovka) unter Wladislaus Jagiello; Feld, I. (Budapest), Die Bauten von König Wladislaus II. und die Verbreitung der Renaissance-Architektur in Ungarn - die Rolle und die Bedeutung der archäologischen Forschung; Török, G. (Budapest), Die Ursprünge der jagiellonischen Renaissance; Farbaky, P. (Budapest), Györgi Szatmari (1457-1524) as Patron of Arts; Hlobil, I. (Prag), Zur öffentlichen und privaten Kunst in Mähren am Anfang der Neuzeit; Torbus, T. (Warschau/Marburg), Der Einfluß der Krakauer Renaissance-Kunst in Schlesien; Keblowski, J. (Tübingen), Die schlesische Sepulkralplastik des 16. Jahrhunderts und ihre Beziehungen zum Krakauer Hof der Jagiellonen.

    Montag, 1. Februar

    Sektion IV: Fragen des internationalen Austauschs

    Herbers, K. (Erlangen), Kulturtransfer durch Reisende. Das Beispiel des Schlesiers Nikolaus von Popplau (2. Hälfte 15. Jh.); Smolucha, J. (Krakau), Die Ausländer am Hof Sigismund I.; Ferenc, M. (Krakau), Die Ausländer am Hof Sigismund Augusts; Harwell, G. (Princeton), The Sigismund Chapel and the Renaissance of Mathematics: Geometry and Sources; Imorde, J. (Zürich), Träumende Prälaten. Zu Grabmalfiguren im Krakauer Dom; Miziolek, J. (Warschau), The Bishop Tomicki Chapel and Its Altarpiece with the Adoration of the Magi; Dmitrieva, M., Zamosc - eine Idealstadt. Italienrezeption in städtebaulichen Konzeptionen Polens; Lövei, P. (Budapest), Salzburg und Esztergom versus Krakau, Gniezno und Wilna: die Lieferung des Rotmarmors im Fernhandel Mitteleuropas; Chamonikola, K. (Brünn), Die spätgotische Bildhauerkunst in Mähren im internationalen Kontext; Marcinkowski, W. (Krakau), Die spätgotische Plastik in Kleinpolen im Kontext der süddeutschen Kunst: ein Umriß der Problematik; Harasimowicz, J. (Breslau/Thorn), Die Bedeutung der süddeutschen Reichsstädte für die bürgerliche Kultur der jagiellonischen Länder um 1500.

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    Ausstellung

    Dienst und Herrschaft

    Trier, Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum, bis 30. Januar 1999

    Information: Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum

    Windstraße 6-8

    D-54290 Trier

    Tel. [D] 06 51 - 7 10-52 55

    Siehe den Artikel "Maßvoller Aufstieg zur Macht. Dienst und Herrschaft: Die Familie Walderdorff in einer Ausstellung des Trierer Dommuseums" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. März 1999 von M. Voggenauer.

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    Ausstellung

    Marzipan

    Vom Fürstenkonfekt zur Konsumware

    Lübeck, St.-Annen-Museum, bis 31. Januar 1999

    Information: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte

    Duvekenstr. 21

    D-23552 Lübeck

    Tel. [D] 04 51 - 1 22 41 34

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    Arbeitsgespräch der Herzog-August-Bibliothek

    Barocke Festbeschreibungen in digitalen Systemen

    Wolfenbüttel, 15. bis 16. Februar 1999

    Kontaktadresse: Prof. Dr. Friedrich Niewöhner

    Herzog-August-Bibliothek

    Postfach 1364

    D-38299 Wolfenbüttel

    Tel. [D] 0 53 31 - 8 08-1 00 - Fax [D] 0 53 31 - 8 08-1 34

    Internet: http://www.hab.de

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    Ausstellung

    Vorderösterreich nur die Schwanzspitze des Kaiseradlers?

    Die Habsburger im deutschen Südwesten

    Rottenburg am Neckar, 20. Februar bis 24. Mai 1999

    Niederösterreich, Schallaburg, 18. Juni bis 2. November 1999

    Freiburg i.Br., 1. Dezember 1999 bis 27. Februar 2000

    Information: Iris Huber

    Württembergisches Landesmuseum

    Öffentlichkeitsarbeit Museumspädagogik

    Schillerplatz 6

    D-70173 Stuttgart

    Tel. [D] 07 11 - 1 26-29 81 - Fax [D] 07 11 - 2 23-84 24

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    Konferenz

    Krakau, Prag und Wien

    Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat

    Leipzig, 25. bis 27. Februar 1999

    Konferenz des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. mit der Projektgruppe "Metropolen und Zentren: ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration Ostmitteleuropas (15./16. Jahrhundert)"

    Kontaktadresse: Prof. Dr. Winfried Eberhard

    GWZO

    Luppenstr. 1B

    D-04177 Leipzig

    Tel. [D] 03 41 - 9 73 55 60 - Fax [D] 03 41 - 9 73 55 69

    Email: gwzo@rz.uni-leipzig.de

    Programm:

    Donnerstag, 25. Februar

    Staatliche Funktion und politische Repräsentation

    Eberhard, W. (Leipzig), Einführung; Heck, K. (Berlin), Konstruktion von Zentrum und Peripherie. Das Beispiel Prag; Andermann, K. (Karlsruhe), Sakrale Funktionen der Hauptstadt; Labuda, A. S. (Berlin), Der Bildkult der Nationalheiligen in Prag und Krakau um 1500; Strohmeyer, A. (Leipzig), Metropole und Ständestaat. Die Funktionen von Wien, Linz und Graz in den österreichischen Erbländern an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert; Maczak, A. (Warschau), Metropole in einem republikanischen Ständestaat? Krakau und seine Konkurrenten im Hauptstadtstatus; Petneki, A. (Miscolc), Die Funktion der Metropolen Krakau, Prag und Wien in den Augen der zeitgenössischen Ungarn.

    Metropolen als kulturelle Zentren: Kommunikation in Bildung und Kunst

    Garber, K. (Osnabrück), Kulturelle Zentren in Ostmitteleuropa; Lambrecht, K. (Leipzig), Die Funktion der Universitäten Krakau, Prag und Wien im werdenden Staat; Pirozynski, J. (Krakau), Krakau und Prag als Zentren des Buchdrucks im 15. und 16. Jahrhundert; Zimmer, J. (Berlin), Prag als kulturelles Zentrum (1570-1618); Cornejova, I. (Prag), Prag als Bildungszentrum im 16. Jahrhundert; Bukovinská, B. (Prag), Prag in der Zeit Rudolfs II. Das Kunstgewerbe zwischen Hof und Stadt.

    Freitag, 26. Februar

    Gesellschaftliche Pluralität: Polarität und Interaktion

    Belzyt, L. (Leipzig), Der Adel in den Metropolen Prag und Krakau um 1600. Seine soziale Stellung und ethnische Differenzierung; Friedrich, K. (London), Gesellschaftliche Interaktion ethnischer Gruppen in Krakau; Hausenblasová, J. (Prag), Die Verwandlung der Prager Elitengesellschaft um 1600. Heimischer und höfischer Adel in Prag zur Zeit Rudolfs II.: Koexistenz und gegenseitiger Einfluß; Kropacek, J. (Prag), Kulturelle Interaktion zwischen Hof und Metropole - Prag um 1560-70; Petersen, H. (Leipzig), Das Selbstverständnis der Krakauer Judengemeinde im städtischen Kontext; Samsonowicz, H. (Warschau), Kontakte zwischen Sprach- und Berufsgruppen in Krakau und Prag; Walczak, M., Czyzewski, K. (Krakau), Kathedrale und Marienkirche in Krakau in ihrer Funktion für Hof und Stadt; Bartetzky, A. (Leipzig), Stadt und Monarchie. Zur städtischen Repräsentation in Rathausbauten polnischer und böhmischer Metropolen in der Frühen Neuzeit; Michels, G. (Leipzig), Handel und Handwerk in Krakau und Wien im Vergleich.

    Samstag, 27. Februar

    Metropolen als Orte der höfischen Repräsentation

    Larsson, O. (Kiel), Wien - Prag: Höfische Repräsentation als kulturelle Kommunikation; Dalewski, Z. (Warschau), Monarchische Zeremonien im spätmittelalterlichen Krakau; Dmietrieva, M. (Leipzig), Ephemere Architektur in Krakau und Prag. Zur Inszenierung von Herrschereinzügen in ostmitteleuropäischen Metropolen; Balus, K. (Krakau), Die Anfänge jagiellonischer Grabkapellen, deren künstlerische Gestalt und Ideenumfeld sowie deren Platz in der Liturgie des Krakauer Doms im Spätmittelalter; Langer, A. (Leipzig), Lebensraum und Repräsentation: Die weibliche Zentralperson im höfischen Leben in Krakau; Sronek, M. (Prag), Kunstmäzenatentum in Prag - eine Rückstrahlung der gesellschaftlichen Veränderungen 1580-1650; Müller, M. (Greifswald), Der Anachronismus als Modernität: Wien als programmatisches Leitbild für den frühneuzeitlichen Residenzbau im Alten Reich (16./frühes 17. Jahrhundert); Brunner, M. (Leipzig), Fassadenarchitektur als Herrschaftsrepräsentation: Die Prager Kaiserresidenz.

     

    [Ein Bericht der Tagung von Frau Dr. Karen Lambrecht in diesem Heft S. *-*]

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    Ausstellung

    Gold

    Element & Mineral - Rausch, Macht & Illusion

    Heilbronn, bis 28. Februar 1999

    Information: Städtische Museen Heilbronn

    Deutschhofstr. 6

    D-764081 Heilbronn

    Tel. [D] 0 71 31 - 56-31 44/ -38 13

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    Fachtagung

    Umgang mit Quellen heute

    16. Jahrhundert - Gegenwart

    Wien, 2. bis 3. März 1999

    Kontaktadresse: Dr. Hans Peter Hye

    Historische Kommission

    Fleischmarkt 22

    A-1010 Wien

    Tel. [A] 5 12 - 91 84/93 - Fax [A] 5 13 - 38 51

    Email: hans.peter.hye@oeaw.ac.at

     

    [Zum Programm siehe auf der homepage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - http://www.oeaw.ac.at - die Rubrik Veranstaltungen]

     

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    Internationales historisches Symposium

    Auswärtige Politik und internationale Beziehungen im Mittelalter

    (13.-16. Jahrhundert)

    Berlin, 11. bis 13. März 1999

    Kontaktadressen: Prof. Dr. Dieter Berg

    (Universität Hannover/Historisches Seminar/Mittelalterliche Geschichte)

    Hörsterplatz 4

    D-48175 Münster

    Tel. [D] 02 51 - 4 83 62 85 - Fax [D] 02 51 - 4 82 62 85

    Dr. Martin Kintzinger

    (FU Berlin/FB Geschichtswissenschaften/Friedrich-Meinecke-Institut)

    Habelschwerdter Allee 45

    D-14195 Berlin

    Tel. [D] 0 30 - 8 38-33 24 - Fax [D] 0 30 - 8 38-35 45

    Dr. Pierre Monnet

    (Mission Historique Française en Allemagne)

    Postfach 2833

    D-37018 Göttingen

    Tel. [D] 05 51 - 5 52 13 - Fax [D] 05 51 - 4 64 55

    Aus dem Programm:

    Donnerstag, 11. März

    Monnet, P. (Göttingen), Das Symposium als Forum deutsch-französischer Zusammenarbeit; Kintzinger, M. (Berlin), Auswärtige Politik und internationale Beziehungen im mittelalterlichen Westeuropa. Zur Konzeption des Symposiums; Moraw, P. (Gießen), Überlegungen zum Problem der "Außenpolitik" im deutschen und europäischen Mittelalter; Autrand, F. (Paris), Y-a-t-il des Affaires Etrangères en France sous Charles V et Charles VI?

    Sektion I: Bilaterale Politik und Beziehungen zwischen den Regna

    Eickels, K. van (Bamberg), Vom inszenierten Konsens zum systematischen Konflikt: Die Grundlagen der englisch-französischen Beziehungen und ihr Wandel an der Wende vom Hoch- zum Spätmittelalter; Kintzinger, M. (Berlin), Kaiser und König. Das römisch-deutsche Reich und Frankreich im Spätmittelalter; Reitemeier, A. (Kiel), Grundprobleme der deutsch-englischen Beziehungen im späten Mittelalter; Heimann, H.-D. (Potsdam), Dependancebildungen deutscher Territorialherrschaften im Ost-West-Verhältnis.

    Freitag, 12. März

    Sektion II: Politik und Beziehungen zwischen Territorien

    Monnet, P. (Göttingen), Possibilités et limites d'une diplomatie urbaine dans l'Allemagne de la fin du Moyen Age: Francfort-sur-le-Main, ville d'Empire; Butz, R. (Dresden), Die Beziehungen der Wettiner zu den auswärtigen Mächten im Spätmittelalter im Zusammenhang ihrer Rangerhöhung; Schnerb, B. (Lille), Les ambassadeurs bourguignons sous le principat de Philippe le Bon.

    Sektion III: Auswärtige Politik und Beziehungen der Regna. Fallbeispiele

    Autrand, F. (Paris), Un diplomate de carrière au service du roi de France: Jean, duc de Berry (1340-1416); Berg, H. (Hannover), Rekuperation und Expansion: Studien zur Außenpolitik König Heinrichs III. und zur Rolle Englands im politischen Kräftegefüge Europas (1216-1272); Averkorn, R. (Hannover), Kastilien in seinem außenpolitischen Beziehungsgeflecht unter den Königen aus dem Haus Trastámara von 1369 bis 1454; Jaspert, N. (Berlin), Grundzüge angevinischer Außenpolitik nach dem Verlust Siziliens; Maillefer, J.-M. (Lille), Quelques nobles allemands au service de la diplomatie des Folkunger (Suède, 1250-1364).

    Samstag, 13. März

    Sektion IV: Praktische Politik und theoretische Reflexion

    Mitsch, R. (Mannheim), Die Perzeption des außenpolitischen Systems der westeuropäischen Monarchien durch Geschichtsschreiber des 14. und frühen 15. Jahrhunderts; Wefers, S. (Frankfurt/M.), Zur Theorie auswärtiger Politik des römisch-deutschen Reiches im Spätmittelalter.

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    Tagung

    Universitäten zwischen Kirche, Staat und Nation

    Sozialgeschichtliche und politische Entwicklungen im ost-mitteleuropäischen Raum

    Marburg, 7. bis 9. April 1999

    Kontaktadresse: Dr. Peter Wörster

    Herder-Institut e.V.

    D-35037 Marburg

    Gisonenweg 5-7

    Tel. [D] 0 64 21 - 18-41 40 - Fax [D] 0 64 21 - 18-41 39

    Email: woerster@mailer.uni-marburg.de

    Internet: http://www.uni-marburg.de/herder-institut

     

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    Ausstellung

    Menschen Mächte Märkte

    Schwaben vor 1000 Jahren und das Villinger Marktrecht

    Villingen, 14. März bis 1. August 1999

    Information: Dr. Casimir Bumiller

    Hexentalerstr. 32

    D-79283 Bollschweil

    Fax [D] 0 76 33 - 8 17 35

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    Ausstellung

    Stock und Stab

    Vom Würdezeichen zum Alltagsobjekt

    Herne, bis 21. März 1999

    Information: Emschertalmuseum

    Schloß-Strünkede-Str. 80

    D-44629 Herne

    Tel. [D] 0 23 23 - 16-26 11

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    Ausstellung

    Via Regia

    Preußens Weg zur Krone

    Ausstellung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

    Lüneburg, 17. April bis 25. Juli 1999

    Kontaktadresse: Ostpreußisches Landesmuseum

    Ritterstr. 10

    D-21335 Lüneburg

    Tel. [D] 04131 - 75995-0 Fax 04131 - 75995-11

    Von 1701 bis 1945/47, etwas weniger als zweieinhalb Jahrhunderte, währt die Existenz des Staates Preußen. Dazwischen durchläuft das einst größte deutsche Staatsgebilde eine rasante Entwicklung mit entscheidenden Prägungen für Deutschland und Europa. So groß wie die zwischen Glorifizierung und Verteufelung liegende Spanne der Bewertung Preußens, so groß ist die Faszination, die seine historische Kometenbahn heute noch auf den Betrachter ausübt.

    Hauptkomponenten des Staates Preußen sind das Kurfürstentum Brandenburg und das Herzogtum Preußen. Letzteres entsteht in Nachfolge des zwischen 1231 und 1525 existierenden Deutschordensstaates Preußen auf dem einstigen Siedlungsgebiet der baltischen Prußen zwischen Weichsel und Memel. In ihm treten 1618 die brandenburgischen Hohenzollern die Erbfolge an. Ähnlich wie der sächsische und hannoversche Kurfürst strebt auch der brandenburgische Kurfürst die Königskrone an. 1701 krönt er sich in seinem formell nicht zum Reich gehörenden Herzogtum zum König in Preußen. Damit ist der Grundstein dafür gelegt, daß aus seiner vom Rhein bis zur Memel verstreuten Ländermasse ein effizienter Staat wird. Allmählich geht der von der baltischen Urbevölkerung übernommene Landesname Preußen nun auf den brandenburgisch-preußischen Gesamtstaat über. Auch die zweite - und letzte - preußische Königskrönung findet in der (ost-)preußischen Haupt- und Residenzstadt Königsberg statt. Ihr Hauptakteur ist 1861 Wilhelm I., der zehn Jahre später Deutscher Kaiser wird.

    Die vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz konzipierte und durch hochrangige Leihgaben anderer Einrichtungen ergänzte Ausstellung widmet sich den beiden preußischen Königskrönungen und ihren Hintergründen.

    [Katalog: Gundermann, I.: Via Regia. Preußens Weg zur Krone, Berlin 1998]

     

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    Ausstellung

    Onder den Oranjeboom

    Niederländische Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert an deutschen Fürstenhöfen

    Krefeld, 18. April bis 18. Juli 1999

    Berlin, 15. August bis 14. November 1999

    Apeldoorn, 16. Dezember 1999 bis 20. März 2000

    Information: Kaiser-Wilhelm-Museum

    Karlsplatz 35

    D-47798 Krefeld

    Tel. [D] 0 21 51 - 86 10 07 oder - 86 27 11

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    Internationales Symposium

    Mahl und Repräsentation

    Der Kult ums Essen

    Salzburg, 29. April bis 1. Mai 1999

    Kontaktadresse: Prof. Dr. Lothar Kolmer

    Dr. Christian Rohr

    Institut für Geschichte der Universität Salzburg

    Rudolfskai 42

    A-5020 Salzburg

    Tel. [A] 06 62 - 80 44-47 91 oder -4794 - Fax [A] 06 62 - 63 89-47 90

    Email: lothar.kolmer@sbg.ac.at - christian.rohr@sbg.ac.at

    Internet: http://www.sbg.ac.at/mahl99/index.htm

    Aus dem Programm:

    Donnerstag, 29. April

    Die Not, der Hunger und die Askese

    Lohmer, C. (München), Gemüsesuppe und Rhetorik. Askese bei Petrus Damiani und Bernhard von Clairvaux; Ehlert, T. (Würzburg), Das Rohe und das Gebackene oder die sozialisierende Funktion der Nahrung, demonstriert am "Iwein" Hartmanns von Aue; Schneider, H. (München), "Die Maus in der Milch" - Hygienevorschriften in Bußbüchern; Montanari, M. (Bologna), Contadini, guerrieri, sacerdoti. Alimentazione, stili di vita e immaginario sociale.

    Repräsentation

    Krieger, D. J./Belliger, A. (Luzern), Repräsentation und Ritual; Garhammer, E. (Paderborn), Gott und Gaumen. Theologisches zum Motivkomplex Essen; Lindner, M. (Berlin), "Nam velut unda fluit, potus et esca fuit". Vom gemeinschaftsstiftenden Sinn des Festmahls.

    Festvortrag

    Martini, L., Repräsentation und Mahl.

    Freitag, 30. April

    Tischkultur und Dekoration

    Vavra, E. (Krems), Kopf und Klinge. Tischkultur im Bild des Mittelalters; Kollmer, L. (Salzburg), Ein Glas für sieben - sieben Gläser für einen: Repräsentation per Distanz; Rader, T. (Berlin), Becher oder Tod - Richtig und falsch verstandene Zeichen bei Tisch; Katzinger, W. (Linz), Spektakelkultur im 17. Jh.: Das Fürstentreffen mit Kaiser Matthias in Linz (1614); Gugler, A. (Wien), Speisen der Augen. Allegorische Schaugerichte bei den Krönungen von Kaiser Karl VI.

    Quellen zur Eßkultur

    Fritsch, S. (Wien), Das Refektorium im Jahreskreis. Drei Quellen zum Jahr 1337; Aichholzer, D. (Wien), Schachbretter aus Erbsen, Mandeligel und Nonnenfürze in Gesöff: Aus Kochbüchern des 15. Jahrhunderts in der Österreichischen Nationalbibliothek; Laurioux, B. (Paris), Cookery Books from the Late Middle Ages; Flandrin, J.-L. (Paris), L'ordre de succession des mets aux XVIIe et XVIIIe siècles; Smets, J. (Montpellier), Am Tisch eines südfranzösischen Seigneurs im 18. Jahrhundert; Lang, J. (Bad Reichenhall), Kult und "Überkultivierung" des Weins am Beispiel südostbayrischer Augustiner-Chorherrenstifte; Hiebl, E./Hellmuth, T. (Salzburg), Trinkkultur und kollektive Identitäten - Adel, Bürgertum und Unterschichten im Vergleich.

    Samstag, 1. Mai 1999

    Mahl und Kommunikation - die praktische Umsetzung heute

    Kammerhofer-Aggermann, U. (Salzburg), Imaginäre Modelle der Vergangenheit - Gesellschaftliche und kulinarische Fiktionen in den Kochbüchern der Vergangenheit und Gegenwart; Pöcklhofer, H. (Salzburg), Die Küche eines Fürsterzbischofs zu Mozarts Zeiten; Schallaböck, T. (Salzburg), Mittelalterliche Musik als Ambiente historischer Gastmähler; Rohr, C. (Salzburg), Mittelalter-Festivals - Erlebte Geschichte oder greller Kommerz?

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    Internationales Kolloquium

    La cour Plantagênet (1154-1204)

    Parenté, gouvernement, savoir et civilité

    Thouars, 30. April bis 1. Mai 1999

    Kontaktadresse: Centre d'Etudes supérieures médiévales

    Université de Poitiers

    UFR Sciences Humaines et Arts

    24, rue de la Chaîne

    F-86022 Poitiers

    Aus dem Programm:

    Freitag, 30. April

    Ouverture

    Aurell, M., Rapport introductif.

    Richard Cśur-de-Lion et sa parentèle, les frères:

    Turner, R. V., The Households of the Sons of Henry II.

    Richard Cśur-de-Lion et sa parentèle, les femmes:

    Hivergneaux, M., Aliénor d'Aquitaine: le pouvoir d'une femme à la lumière de ses chartes; Cloulas, I., La retraite au Mans de Bérangère de Navarre, reine-douairière d'Angleterre.

    Henri II, Richard Cśur-de-Lion et leur entourage:

    Vincent, N., Les Poitevins de l'entourage d'Henri II; Billoré, M., La noblesse normande dans la suite de Richard Ier; Chauvenet, F., Les Poitevins à la cour de Richard Ier.

    Sonnabend, 1. Mai

    Culture et idéologie:

    Gillingham, J., Historical Culture at the Plantagenet Court; Genet, J.-P., Image et conception du souverain chez Jean de Salisbury.

    Religion et politique:

    Andrault-Schmitt, C., Les rapports des Plantagenêts avec les établissements religieux: questions ouvertes sur l'architecture; Bozoky, E., Le culte des saints et des reliques dans la politique d'Henri II et Richard Ier.

    Le thème du courtisan:

    Türk, E., Curialis nugator - Il perfetto cortegiano: deux manières d'appréhender une même réalité sociale; Contamine, P., Conclusion.

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    Vortrag

    Zwischen Sondergotik und nordischem Manierismus

    Das Jülicher Vierflügelschloß und der Paradigmenwechsel im frühen Schloßbaus Europas

    Vortrag von Stephan Hoppe anläßlich des 506. Geburtstags von Alessandro Pasqualini

    Jülich, Schloßkapelle Zitadelle, 5. Mai 1999

    Das ab 1549 durch den italienischen Architekten Alessandro Pasqualini erbaute Jülicher Residenzschloß gilt zu Recht als ein Schlüsselbau der mitteleuropäischen Schloßbaukunst. Zusammen mit einigen wenigen anderen Bauunternehmungen höfischer Provenienz wie der Landshuter Stadtresidenz oder dem Dresdener Stadtschloß führt es die intensivierte Rezeption der italienischen Renaissancearchitektur in Deutschland an. Dies bedeutet aber weder, daß erst hier der Übergang von der mittelalterlichen Burg zum neuzeitlichen Schloß vollzogen worden wäre, noch, daß nun die italienische Baukunst die einheimische völlig verdrängt bzw. ersetzt hätte. Der Vortrag soll deshalb die Position der Jülicher Anlage innerhalb einer vielschichtigen Entwicklung darstellen, die mit der Albrechtsburg in Meißen um 1470 begann und mit einem Bau wie dem Aschaffenburger Schloß um 1600 endete. Dabei wird auch auf die Wandlungen des Hoflebens und deren Konsequenzen für den funktionalen und strukturellen Aufbau der Schlösser und ihrer baulichen Umgebung eingegangen.

    Kontaktadresse: Stadtgeschichtliches Museum Jülich

    Postfach 1220

    D-52411 Jülich

    Tel. [D] 0 24 61 - 63-2 28 oder -3 49 - Fax [D] 0 24 61 - 63-3 54

    Internet: http://www.juelich.de/museum

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    Tagung

    Weltliche Feste und Feiern in der Neuzeit

    Braunschweig, 13. bis 15. Mai 1999

    Kontaktadresse: Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen

    Geschäftsstelle

    Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv

    Am Archiv 1

    D-30169 Hannover

    Tel. [D] 00 34 - 91-4 20 36 62

    Aus dem Programm:

    Donnerstag, 13. Mai

    Mohrmann, R.-E. (Münster), Fest und Alltag in der frühen Neuzeit - Rituale als Ordnungs- und Handlungsmuster; Widder, E. (Tübingen), Alltag und Fest am welfischen Fürstenhof im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert.

    Freitag, 14. Mai

    Daniel, U. (Braunschweig), Das höfische Fest im Barock.

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    30. Jahreskongreß des französischen Mediävistenverbandes (SHMES)

    Der Fremde im Mittelalter

    Göttingen, 3. bis 6. Juni 1999

    Kontaktadresse: Dr. Pierre Monnet

    Mission Historique Française en Allemagne

    Postfach 2833

    D-37018 Göttingen

    Tel. [D] 05 51 - 5 52 13 - Fax [D] 05 51 - 4 64 55

    Email: Monnet@mhfa.mpg.de

    Aus dem Programm:

    Conférence inaugurale: Paravicini, W. (Paris): L'Etranger à la cour.

    Bernardi, P. (Aix en Provence), Esclaves et artisanat: une main d'śuvre étrangère dans la Provence des XIIe-XVIe siècles; Boissellier, S. (Tours), L'étranger au quotidien: les mudejars portugais XIIe-XIIIe siècles, un problème politique et culturel»; Bozoky, E. (Poitiers), Les cathares comme 'étrangers'. Origines, voyages, exil; Braunstein, P. (Paris), Du Danube au Sinaï: le passé et le présent du monde; Bührer-Thierry, G. (Paris), Les missionnaires germaniques en pays slave et hongrois (VIIe-XIe siècles): découverte de l'autre, prédication et acculturation; Bulst, N. (Bielefeld), Zur Rechtsstellung von Fremden in spätmittelalterlichen deutschen Städten; Cassagnes-Brouquet, S. (Nantes), Des étrangers à la cour, les artistes et les échanges culturels en Europe au temps du Gothique international; Collard, F. (Reims), Une arme venue d'ailleurs. Portrait de l'étranger en empoisonneur au Moyen Age; Depreux, P. (Lille), Princes, princesses et nobles étrangers à la cour des rois mérovingiens et carolingiens. Alliés, hôtes ou otages?; Gazeau, V. (Caen), Les abbés bénédictins dans la Normandie ducale: des abbés étrangers?; Gilli, P. (Montpellier), Citoyens et non-citoyens dans la pensée juridique italienne à la fin du Moyen Age; Henriet, P. (Paris), Xénophobie et intégration isidorienne à Léon au XlIIe siècle. Le discours de Lucas de Tuy (gest. 1249) sur les étrangers; Leroy, B. (Pau), La Navarre aux XIIIe-XIVe siècles, un exemple de royaume gouverné par des étrangers; Lorcin, M.-T. (Lyon), L'étranger dans les nouvelles de langue d'oïl (XIIIe-XVe siècles); Malmut, E. (Paris), La notion d'étranger à Byzance; Montaubin, P. (Université de Picardie), Etrangers en chrétienté: clercs italiens en France et en Angleterre (1200-1350); Schmieder, F. (Frankfurt am Main/München), Tartarus valde sapiens et eruditus in Philosophia. La langue des missionnaires en Asie (XIIIe siècle); Schubert, E. (Göttingen), Die Fremden im Alltag des mittelalterlichen Deutschland; Verger, J. (Paris); Mornet, E. (Paris), Heurs et malheurs de l'étudiant étranger.

    Conclusions: Oexle, O. G. (Göttingen).

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    Tagung

    Faktoren der Interregionalität und Identität Nordhessens im Mittelalter

    Kassel, 10. bis 12. Juli 1999

    Kontaktadressen: Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner

    Universität Gesamthochschule Kassel

    Fachbereich 05

    Nora-Platiel-Str. 1

    D-34127 Kassel

    Tel. [D] 05 61 - 8 04-31 04 bzw. -30 98 - Fax [D] 05 61 - 8 04-34 64

     

    Prof. Dr. Winfried Schich

    Humboldt-Universität Berlin

    Unter den Linden 6

    D-10099 Berlin

    Tel. [D] 0 30 - 20 93-17 78 bzw. -17 66 - Fax [D] 0 30 - 20 93-16 00

    Aus dem Programm:

    Donnerstag, 10. Juni

    Das Land und seine Identität:

    Hardt, M. (Leipzig), Die Integration Nordhessens in das Frankenreich durch herrschaftliche und kirchliche Siedlung; Müller, M. (Greifswald), Eine mittelalterliche Form der "corporate identity": Die Rezeption der Marburger Elisabeth-Kirche in den mittel- und nordhessischen Pfarr-, Kloster- und Stiftskirchen; Studt, B. (Münster), Das Land und seine Fürsten. Zur Entwicklung der Landes- und dynastischen Geschichtsschreibung in Hessen und Thüringen.

    Freitag, 11. Juni

    Das Land im Vergleich:

    Braasch-Schwersmann, U. (Marburg), Deutscher Orden und Johanniter in Nordhessen im Vergleich; Schich, W. (Berlin), Der mittelalterliche Landesausbau in Nordhessen und im Raum östlich der Elbe und Saale; Baumgärtner, I. (Kassel), Aufruhr in den Städten: Kassel und Hofgeismar im mittel- und norddeutschen Vergleich.

    Das Land und seine Nachbarn:

    Aufgebauer, P. (Göttingen), Niedersächsische Herrschaftsträger im nördlichen Hessen des hohen Mittelalters; Heinemeyer, K. (Erfurt), Geistliche und weltliche Kräfte im Ringen um den Aufbau der Landesherrschaft in Hessen; Johanek, P. (Münster), Die Beziehungen zwischen Nordhessen und Westfalen; Nolte, C. (Greifswald), Familienkonflikte bei den Landgrafen von Hessen und den Markgrafen von Brandenburg um 1500.

    Samstag, 12. Juni

    Das Land in Kirchen- und Wirtschaftsordnung:

    Schöner, C. (Rom), Nordhessen und Rom: Pfründenvergabe und kirchliche Verhältnisse; Rothmann, M. (Frankfurt/M.), Nordhessen in der mittelalterlichen Wirtschaft; Sippel, K. (Marburg), Die spätmittelalterlichen Glashütten Nordhessens und ihre Außenbeziehungen.

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    Ausstellung

    Geist und Macht

    Konrad Heresbach - Humanist und Diplomat am jülich-klevischen Hof

    Eine Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums Jülich in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Zitadelle und dem Forschungszentrum Jülich. Kulturhaus am Hexenturm

    Kontaktadresse: Stadtgeschichtliches Museum Jülich

    Postfach 1220

    D-52411 Jülich

    Tel. [D] 0 24 61 - 63-2 28 oder -3 49 - Fax: [D] 0 24 61 - 63-3 54

    Internet: http://www.juelich.de/museum

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    VIIe congrès international d'archéologie médiévale

    Aux marches du palais. Qu'est-ce qu'un palais médiéval?

    Donnés historiques et archéologiques

    Le Mans und Mayenne, 9. bis 11. September 1999

    Kontaktadresse: Mme Brigitte Bellanger

    Service Recherche

    Faculté des Lettres et Sciences humaines

    Université

    Avenue O. Messiaen

    F-72085 Le Mans

    Cedex 9

    Tel. [F] 02 43 - 83-38 19 - Fax [Fax] 02 43 - 83-36 53

    Email: Brigitte.Bellanger@univ-lemans.fr

    Aus dem Programm:

    Désignations d'ensemble, critères d'appartenance et de reconnaissance:

    Renoux, A. (Le Mans), AulaRapport introductif; Bruand, O. (Le Mans), Le qualificatif de palatium sur les monnaies mérovingiennes et carolingiennes (VIIe-IXe siècle); Guigon, P. (Le Mans), L'arx de Morvan, les Lis de Salomon et la domus de Gradlon : les résidences aristocratiques d'époques carolingienne en Bretagne; Jones, M. (Nottingham), The counting of parts: remarques sur le vocabulaire des résidences seigneuriales et princières en Bretagne au Moyen Age; Zotz, T. (Freiburg i. Br.), Camera et caminata. Les espaces "privés" du palais royal et leur fonction en Allemagne d'après les sources écrites; Bennert, U. (Paris), Salle et grande salle en France à la fin du Moyen Age; Mérindol, C. de (Paris), Essai sur la distinction des espaces par le décor à l'époque médiévale. Iconologie et topographie; Salamagne, A. (Lille), Archères, mâchicoulis et tours dans l'architecture militaire du Moyen Age (XIIIe-XVe siècle): éléments fonctionnels ou symboliques? Robin, F. (Montpellier), De la fortresse à la maison des champs: mots et réalités (Anjou-Provence, 1360-1480); Beck, P. und C. (Paris, Nantes), Duceppe-Lamarre, F. (Le Mans), Les aménagements paysagés des résidences princières dans les pays bourguignons au XIVe siècle (Flandre, Artois, Bourgogne); Chalmin-Sirot, E. (Lyon), Les modèles princiers et leur imitation en milieu seigneurial en territoire genevois et savoyard (XIVe-XVe siècle); Nissen-Jaubert, A. (Tours), Centres de pouvoir dans l'Europe septentrionale au Moyen Age: critères de reconnaissance topographiques et archéologiques; Foronda, F. (Le Mans), Les lieux de rencontre. Espaces et pouvoir dans les Chroniques castillanes des règnes de Jean II et d'Henri IV (1406-1474); Beaumont-James, T. (Winchester), Les palais anglais au Moyen Age (XIe-XVIe siècle).

    Palais et châteaux princiers et royaux:

    Gai, S. (Paderborn), Nouvelles données sur le palais Charlemagne et de ses successeurs à Paderborn; Wyss, M. (Saint-Denis), Le "palais" de Charlemagne à Saint-Denis; Comte, F. (Angers), Deschamps, S. (Nantes), Le palais comtal d'Angers IXe-XIIe siècle: l'identification de son espace par les sources écrites et archéologiques; Flambard, A.-M. (Rouen), Le château des comtes de Meulan à Vatteville: étude comparative d'une demeure aristocratique normande; Léost, D. (Rouen), Le château royal de Rouen pendant la guerre de Cent Ans: désignation, fonction, disposition et évolution des espaces; Giuliato, G. (Nancy), Un réseau castral au confluent de la Meurthe et de la Moselle, XIIIe-XVIe siècle; Opritesco, A. (Nantes), Nouvelles découvertes au château de Saumur; Rouaud, I. (Nantes), Nantes: du chastel de la tour Neuve au château de François II.

    Palais et châteaux des papes, des archevêques et évêques:

    Casset, M. (Le Mans), Le vocabulaire des résidences des archevêques et évêques normands au Moyen Age: une image du bâti? Bertiaux, M.-C. (Le Mans), Palais et séjours des évêques de Troyes dans leur diocèse aux XIVe et XVe siècles; Bernardi, P. (Paris), Dautrey, P. (Paris), Theis, V. (Lyon), Dire le palais: le palais des papes d'Avignon à travers la comptabilité pontificale; Pradalier, H. (Toulouse), Dénomination et fonction des lieux dans le palais des archevêques de Narbonne au XIVe siècle.

    Mayenne:

    Renoux, A. (Le Mans), Le château de Mayenne et ses antécédents carolingiens: l'apport des textes; Early, R. (Oxford), Le château de Mayenne et ses antécédents carolingiens: les données archéologique.

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    Internationale Konferenz

    Der europäische Adel im Ancien Régime

    Von der Krise der ständischen Monarchien bis zur Revolution (ca. 1600-1789)

    Osnabrück, 9. bis 11. September 1999

    Kontaktadresse: Prof. Dr. Ronald G. Asch

    Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Osnabrück

    Neuer Graben 19/21

    D-49069 Osnabrück

    Tel. [D] 05 41 - 9 69-49 03 - Fax [D] 05 41 - 9 69-48 98

    Email: ronald.g.asch@rz.uni-osnabrueck.de

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    Internationales Colloquium

    Die Konstruktion der Vergangenheit

    Geschichtsdenken, Tradition und Selbstdarstellung in den ostmitteleuropäischen Stände-
    gesellschaften (1500-1800)

    Leipzig, 30. September bis 2. Oktober 1999

    Tagung der Projektgruppe des GWZO: "Die Entwicklung frühparlamentarischer ständischer Konsenssysteme als ostmitteleuropäisches Staatsmodell vom 16. bis 18. Jahrhundert und deren Integrationsfähigkeit für konfessionelle, regionale und nationale Pluralität".

    Kontaktadresse: Dr. Joachim Bahlcke; Dr. Arno Strohmeyer

    GWZO

    Luppenstr. 1B

    D-04177 Leipzig

    Tel. [D] 03 41 - 9 73 55 60 - Fax [D] 03 41 - 9 73 55 69

    Emails: bahlcke@rz.uni-leipzig.de - strohm@rz.uni-leipzig.de

    Für organisatorische Fragen:

    Dr. Ewa Tomicka-Krumrey

    Tel. [D] 03 41 - 9 73 55 64

    Email: tomicka@rz.uni-leipzig.de

    Internet: http://www.uni-leipzig.de/gwzo

    Den heuristischen Hintergrund der Tagung bildet die Verwendung der Geschichte zur Absicherung und Legitimation politischer Macht- und Herrschaftsansprüche. Im Mittelpunkt der Diskussion soll daher eine doppelte Frage stehen: Zum einen die nach dem Verhältnis zwischen "Geschichte" bzw. Geschichtsschreibung sowie politischem Macht- und Herrschaftsanspruch, zum anderen die nach der Entwicklung und Modellhaftigkeit ständischer bzw. monarchischer Traditionsbildung und Selbstdarstellung. Diese doppelte Fragestellung scheint für den Osten des ständischen Europa, einschliesslich der östlichen österreichischen Länder und Preussen, in der Frühneuzeit sinnvoll und reizvoll zugleich. Bis 1500 hatten sich in Polen, Böhmen und Ungarn vergleichbare Ständeverfassungen mit weitgehenden Partizipations- und Kontrollrechten und einem ausgeprägten Repräsentationsbewusstsein ausgebildet. In allen drei Länderkonglomeraten zeigte sich ein starkes ständisches Integrationspotential, das nicht nur in Krisenzeiten der Monarchie eine Partikularisierung des Staates verhinderte, sondern auch das Königtum immer wieder zum Wettbewerb um die Form staatlich-territorialer Ordnung herausforderte. In unterschiedlicher Intensität und Dauer behaupteten sich in den Ländern des östlichen Mitteleuropa ständische Strukturen, deren Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit über Krisensituationen hinweg der Region eigene, von West- und Mitteleuropa ebenso wie von Osteuropa sich deutlich abhebende Konturen gaben. Die Tatsache, dass diese ständischen Strukturen in Gesellschaft und Verfassung die ostmitteleuropäischen Kernländer bis ins 19. Jahrhundert so nachhaltig und tiefgreifend wie kaum anderswo in Europa prägten und als emanzipative Komponente noch die nationalen Bewegungen mitbeeinflussten, erweist Ostmitteleuropa als eine Geschichtsregion der langen Frühneuzeit.

     

    Aus dem Programm:

    Donnerstag, 30 September

    Geschichtskultur und Historiographie

    Kersken, N. (Marburg), Voraussetzungen, Traditionen und Neuerungen im Geschichtsdenken Ostmitteleuropas in der frühen Neuzeit; Blanke, H. W.(Bielefeld), Leistung und Grenzen eines strukturgeschichtlichen Ansatzes der Historiographiegeschichte; Kessler, W. (Herne), Zur Funktion von Historiographie in ständisch verfassten Gesellschaften: Kroatien und Krain vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.; Gündisch, K. (Oldenburg), Historiographie im Dienst der Politik. Zum Wandel des Geschichtsbildes der siebenbürgischen Stände und der nichtständischen Rumänen im 16.-18. Jahrhundert; Strohmeyer, A. (Leipzig), Höfisches und ständisches Geschichtsdenken in den österreichischen Ländern im Vergleich; Mueller, M. G. (Halle/Saale), Das Königliche Preussen zwischen Polen-Litauen und Brandenburg-Preussen: Ständische Selbstdarstellung und Traditionsbildung im Vergleich; Dybas, B.(Leipzig), Geschichtsdenken in Livland um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Zur livländischen Geschichte im historischen Werk des Hochadeligen Jan August Hylzen. Weber, M. (Oldenburg), Prägung von Geschichtsbildern. Die frühneuzeitliche Chronistik Pommerns und Schlesiens im Vergleich.

    Visualisierungen von Vergangenheiten

    Harasimowicz, J. (Breslau), Die Kontinuität der adelig-ständischen Identität in den Bildprogrammen der frühen Neuzeit: Schlesien und Grosspolen im historischen Vergleich; Dimitrieva, M. (Leipzig), Die Inszenierung der Geschichte in den höfischen Festen in Prag und Krakau im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert; Polleross, F. (Wien), Kunst und historische Legitimation. Zur Repräsentation der Stände in Österreich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert; Knoz, T. (Brünn); Winkelbauer, T. (Wien), Adel und Geschichte. Grablegen und Grabdenkmäler österreichischer und mährischer Adeliger (15.-18. Jahrhundert).

    Freitag, 1. Oktober

    Adel und Geschichtsbewusstsein

    Panek, J. (Prag), Traditionsbildung und Selbstdarstellung beim böhmischen und mährischen Adel: Die Herren von Rosenberg, Hasenburg und Zerotin im historischen Vergleich; Hiller, I. (Budapest), Traditionsbildung und politische Praxis. Die Geschichtskultur der Familie Esterhazy im 17. und 18. Jahrhundert; Bömelburg, H.-J. (Warschau), Aspekte des Jagiellonenkultes in der polnischen Frühneuzeit; Hausmann, G. (Bielefeld), Geschichtsdenken und Traditionsbildung beim Adel in Rußland in der Frühneuzeit.

    Klerus und Traditionsbildung

    Bahlcke, J. (Leipzig), Die Autorität der Vergangenheit: Kirchlicher Traditionalismus und künstlerischer Modernismus beim ungarischen Episkopat im späten 18. Jahrhundert; Mat'a, P. (Prag), Geschichtsdenken, Traditionsbildung und Selbstdarstellung des höheren Klerus im 17. und 18. Jahrhundert: Böhmen und Mähren im historischen Vergleich; Roszak, S. (Thorn), Die Politiker und die Mäzene. Das Verhalten der Bischöfe in der Adelsrepublik gegenüber den kulturellen Wandlungen in der Zeit August des Starken und August III.; Zach, K. (München), Kirchliche Hierarchie, Politik und Geschichtsdenken im 17. Jahrhundert: Das Beispiel des Belgrader Bischofs Jovan Brnjakovic.

    Städtische Identität und Erinnerungskultur

    Lottes, G. (Gießen), Identität durch Geschichte(n). Identitätslegenden deutscher Reichsstädte in der frühen Neuzeit; Lambrecht, K. (Leipzig), Stadt und Geschichtskultur. Breslau und Krakau im 16. Jahrhundert.

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    Tagung

    Die "Blüte" der Staaten des östlichen Europa im 14. Jahrhundert

    Krakau, 14. bis 17. Oktober 1999

    Kontaktadresse: Deutsches Historisches Institut Warschau

    Palac Kultury i Nauki (17. Stock)

    Plac Defilad 1, skr. 33

    PL 00-901 Warszawa

    Tel. [PL] 22 - 65 6-71 81/ -71 82/ -71 83 - Fax [PL] 22 - 69 3-70-06

    Email: dhi@dhi.waw.pl

    "Blüte" bezeichnet - in der Retrospektive - den Höhepunkt einer längeren staatlichen Entwicklung, deren Niveau während der darauffolgenden Zeiten nicht beibehalten worden ist, die mitunter auch in eine Krise mündete. Somit markiert der mit diesem Begriff bezeichnete Zeitraum einerseits das Ende einer Etappe, andererseits aber auch einen Neubeginn. Unstrittig trifft diese Definition für das 14. Jh. auf eine Reihe von Staaten des östlichen Europa zu, was von der westeuropäischen Geschichtsforschung jedoch bislang marginalisiert oder kaum gebührend wahrgenommen worden ist. Auch in den betreffenden Ländern selbst ist die komparative wie beziehungsgeschichtliche Betrachtung bisher nicht unternommen worden. Eine die einzelnen Landesgeschichten dieses Raumes übergreifende Themenstellung eröffnet der Forschung neue Perspektiven. Es geht nicht um die biographische Darstellung der "großen" Personen des 14. Jhs., sondern um Grundlinien ihrer Herrschaft. Gefragt wird nach den Voraussetzungen der Konjunktur (Dynastie) und deren Umsetzung, nach der Interaktion mit der Gesellschaft (Stände), nach den wesentlichen Leistungen (Recht, Handel, Geld, Landesausbau), berührt werden sollen Wirkungen über die jeweilige Regierungszeit hinaus (Unionen) einschließlich der Grundlagen späterer Verklärungen und Mythen. Besonderes Augenmerk ist den territorialen Expansionen zu schenken. Auch hierbei geht es um Voraussetzungen, Methoden und Wirkungen - letzteres sowohl für die gewonnenen Gebiete als auch für die Kernlandschaften. In diesem Zusammenhang sind die internationalen Beziehungen (Konfliktbewältigung), deren Reichweite und die jeweiligen Intensitäten zu untersuchen. Dieser Art sollen die Konstituenten des Raumes (Ostmittel-, östliches, Osteuropa) - im Zusammenhang mit mittel- und westeuropäischen Entwicklungen - herausgearbeitet werden. Sie haben, so die Vermutung, Möglichkeiten und Methoden der Herrschaft - in Abhängigkeit von der Persönlichkeit (oder auch nicht) - determiniert und die staatliche "Blüte" im 14. Jh. ermöglicht [Text: Deutsches Historisches Institut Warschau - http://www.dhi.waw.pl].

    Aus dem Programm:

    Freitag, 15. Oktober

    Lübke, C. (Greifswald), Ostmitteleuropa - Entstehung und Gestaltung eines Raumes; Jähnig, B. (Berlin), Der Deutschordensstaat Preußen - die großen Hochmeister des 14. Jahrhunderts; Nikzentaitis, A. (Klaipeda), Litauen unter den Großfürsten Gedimin (1316-1340/41) und Olgerd († 1377); Nazarenko, A. (Moskau), Der Aufstieg Moskaus unter Ivan I. Kalita (1328-1340) und Dmitrij Donskoj (1359-1389); N.N., Gegenprobe: Die Markgrafschaft Brandenburg im 14. Jahrhundert; Samsonowicz, H. (Warschau), West-Ost-Gefälle? Krise und Blüte.

    Sonnabend, 16. Oktober

    Borgolte, M. (Berlin), Komparatistische Historiographie - Möglichkeiten, Methoden, Desiderate; Steindorff, L. (Münster), Stefan Dušan von Serbien (1331-1355); Engel, P. (Budapest), Ungarn zur Zeit Karl Roberts von Anjou (1308-1342) und Ludwigs des Großen († 1382).

    Sonntag, 17. Oktober

    Eberhard, W. (Leipzig), Böhmen unter den Luxemburgern Johannes (1310-1346) und Karl († 1378); Kurtyka, J. (Krakau), Das wiedervereinigte Polen unter den beiden letzten Piasten: Wladyslaw Lokietek (1320-1333) und Kazimierz Wielki († 1370); Gawlas, S. (Warschau), Möglichkeiten und Methoden herrschaftlicher Politik im östlichen Europa im 14. Jahrhundert. Resümee.

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    Internationales Kolloquium

    Reines et princesses

    Statut politique, narratif, imaginaire; éducation, pouvoir et vie privée, champ métaphorique

    Montpellier, November 1999

    Kontaktadresse: Gérard Gouiran

    Université Paul Valéry

    Route de Mende

    B.P. 5043

    F-34032 Montpellier Cédex 1

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    Internationales Kolloquium

    Grand Tour

    Adliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert

    Internationales Kolloquium des Deutschen Historischen Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Geschichte, Mainz, dem Kunsthistorischen Institut, Florenz, der Bibliotheca Hertziana, Rom, und den Deutschen Historischen Instituten in London, Rom und Warschau.

    Kontaktadresse: Deutsches Historisches Institut Paris

    Hôtel Duret de Chevry

    8, rue du Parc-Royal

    F-75003 Paris

    Tel. [F] 42 71 56 16 - Fax: [F] 42 71 56 43

    Email: direktor@dhi-paris.fr

    Die in zwei Teilen, im November 1999 und im November 2000 in der Villa Vigoni am Comer See und im Hôtel Duret de Chevry zu Paris durchzuführende internationale Tagung möchte ein wesentliches Stück europäischer Kulturgeschichte vergleichend beleuchten. Die Tatsache, daß vom Mittelalter an ein großer Teil des europäischen Adels in sich zunehmend vereinheitlichten Formen Europa bereist hat, ist von größter Bedeutung für die kulturelle Identität und Einheit des Abendlandes gewesen. Die Forschung hat sich bislang vorwiegend mit dem 18. Jahrhundert beschäftigt und mit der literarischen Produktion. Der Schwerpunkt der Doppeltagung liegt demzufolge auf der davorliegenden Zeit und auf dem Phänomen und seinen Überresten selbst. Vor allem aber soll der Grand Tour als Funktion der Schicht beobachtet werden, die das später von anderen nachgeahmte Phänomen hervorgebracht hat, des Adels also und seiner im Rahmen der Gesamtgesellschaft gesehenen Bedürfnisse, wobei auch zu klären ist, wie Herrscherreise und Adelsreise sich zueinander verhalten.

    1. Tagung

    Grand Tour

    Chronologie, Form und Funktion der Adelsreise

    Villa Vigoni, 19. bis 20. November 1999

    Anliegen der ersten Tagung ist die Einbindung des Grand Tour in die spätmittelalterliche Tradition der Adelsreise, die vermutlich auch nur eine neue Form konstitutiv adliger Mobilität überhaupt war. Sodann geht es um gliedernde Formenkunde und deutliche Chronologie.

    1. Eine alte Praxis oder ein neues Phänomen: adlige Mobilität vor dem Grand Tour.

    Hier sollen früh-, hoch- und spätmittelalterliche Kontinuitäten (Ausbildung an fremden Höfen und Universitäten, Sprachenerwerb, Musterung des europäischen höfischen und militärischen Arbeitsmarktes) dargelegt und gegen neue Elemente abgewogen werden.

    2. Alte Ziele, neue Ziele: Heidenkampf, Pilgerfahrt, Höfe, Universitäten, Badeorte, Antike.

    Die langsame Schwergewichtsverlagerung wäre zu beschreiben, bzw. die Attraktion und Anverwandlung der neuen Elemente. Schwellen könnten etwa die Zeit um 1500, um 1650, um 1750 sein. Zu bedenken: die Faszination und die Überschreitung der Grenzen Europas.

    3. Planende Voraussicht, sichtbare Ehre, bleibende Erinnerung: Schriftstücke und Realien der Adelsreise.

    Es geht um Empfehlungsschreiben, Pässe, Orden, Stammbücher, Mitbringsel, Reiseberichte; Wappen und Inschriften; Rechnungen, Instruktionen, Briefe; Guiden und Apodemiken.

    4. Reisen als Erziehung und Reisen als Zustand: von der vornehmen Abwesenheit über die Bildungsreise zum Tourismus.

    Die Frage ist, ob eine Einengung auf die Erziehungsreise junger Leute stattfand, oder die gleichzeitige Repräsentationsreise (z. B. fürstliche Heiliglandfahrten der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts), die (späte) Bildungsreise, das freiwillige Exil oder einfach Reisen als standesgemäße Beschäftigung fortbestehen. Evtl. Schwellen wie oben.

    Programm:

    Freitag, 19. November

    Paravicini, W. (Paris), Einleitung

    1. Sitzung: Eine alte Praxis oder ein neues Phänomen: adlige Mobilität vor dem Grand Tour

    Ehlers, J. (Berlin), Grand Tour avant la lettre. Schichtenspezifische Mobilität im Früh- und Hochmittelalter; Ridder-Symoens, H. de (Gent/Amsterdam), Adlige Mobilität vor dem Grand Tour: niederländische Beispiele; Spiess, K.-H. (Greifswald), Reisen der deutschen Fürsten und Grafen im Spätmittelalter; Pánek, J. (Prag); Polívka, M. (Prag), Die Veränderungen des böhmischen Reisens zwischen Mittelalter und früher Neuzeit.

    2. Sitzung: Alte Ziele, neue Ziele: Heidenkampf, Pilgerfahrt, Höfe, Universitäten, Badeorte, Stätten der Antike.

    Zahnd U. M. (Bern): Von der Heiliglandfahrt zur Hofreise. Form und Funktion adliger und patrizischer Bildungsreisen im spätmittelalterlichen Bern; Ranft, A. (Halle): Das Phänomen der Hofesreise; Wiedmann, G. (Bibl. Hertziana, Rom): Der Nürnberger Nikolaus Muffel in Rom (1452); Esch, A. (DHI Rom): Antiken-Wahrnehmung in Reiseberichten des 15. und frühen 16. Jahrhunderts; Walther, G. (Frankfurt a. M.): Adel und Antike in Italien (16. und 17. Jahrhundert).

    Samstag, 20. November

    3. Sitzung: Planende Voraussicht, sichtbare Ehre, bleibende Erinnerung: Schriftstücke und Realien der Adelsreise

    Bepler, J. (Wolfenbüttel), Travelling and posterity: the archive, the library and the cabinet; Kraack, D. (Berlin), Monumentale Selbstzeugnisse spätmittelalterlicher Reisender und frühneuzeitlicher Kavaliere; Tripps, J. (Heidelberg) Pilgerfahrten als kreative Impulse für die Goldschmiedekunst der Spätgotik: Die Stiftungen von Pilgerandenken durch Adel und Stadtpatriziat in Kirchenschätze; Behringer, W. (München/York), Infrastruktur und Wahrnehmung. Reisehilfsmittel für Italienreisende vom 15.-19. Jahrhundert und ihre Spiegelung in Reiseberichten; Seta, C. de (Neapel), Il genere del ritratto e i grandtourists.

    4. Sitzung: Reisen als Erziehung und Reisen als Zustand: von der vornehmen Abwesenheit über die Bildungsreise zum Tourismus.

    Heiss, G. (Wien): Bildungs- und Reiseziele österreichischer Adeliger (16.-18. Jahrhundert); Boutier, J. (EHESS Marseille): Le 'Grand Tour' des gentilshommes et les académies d'éduction pour la noblesse en France, Italie, Empire (XVIe-XVIIIe siècle); Garms-Cornides, E. (Rom): Die Hof-meister des "Grand Tour".

    Roeck, B.: Schlußwort.

    2. Tagung

    Grand Tour

    Einheit und Vielfalt der abendländischen Adelskultur

    Hôtel Duret de Chevry - Deutsches Historisches Institut Paris - November 2000

    Die Pariser Tagung stellt die Frage nach den Wirkungen in den Vordergrund: Wie genau und konkret reproduziert der Grand Tour die europäische Kultur der Höfe (nur der Höfe)? Ist er ein greifbares, erhebliches Element in dieser Produktion und Reproduktion, die ja auch durch andere Mobilitäten (der Kaufleute, der Geistlichen und Gelehrten, der Fachleute und Künstler) hergestellt wird? Wie geht die Ausbreitung vor sich? In beiden Richtungen? Wodurch wird diese Funktion schließlich ersetzt?

    1. Herkunftsländer und Zielländer: Chronologie und Geographie der Teilnahme.

    Zentrum und Peripherie sind zu beachten, Italien (kaum der festländische Süden, doch ab wann Sizilien?), Frankreich, die Niederlande, schließlich England als bevorzugte Zielländer (wohin reist dann deren Ober-schicht?). Ist eine quantitative Progression der Teilnahme am Grand Tour zu beobachten, ab wann, weshalb?

    2. Wirkungen: ein Netz von Bekanntschaften.

    Es geht nicht nur um Einheimische und Fremde, sondern auch um Fremde und Landsleute unter sich. Hielten die Reisebekanntschaften? Kam man darauf zurück, etwa beim Empfang Fremder bei Hofe, bei Auswahl von Gesandten?

    3. Wirkungen: Importe und Exporte in Lebensform, Kunst und Wissenschaft.

    Gelerntes wird angewandt, Gekauftes ausgewertet, Erschautes nachgeahmt. Fürstliche Imitationen etwa in Bayern und Sachsen. Italianismus nördlich der Alpen.

    4. Die Grenzen des Modells und das Ende der Exklusivität: konfessionelle, staatliche, nationale Differenzen und die bürgerliche Konkurrenz.

    Wandlungen durch Konfessionalisierung; merkantilistische, moralisierende, soziale Kritik; nationale Vorbehalte: Beispiele wären die Herausbildung des "Tour of Britain" und der nationale Universitätsbesuch. Bürgerliche Kritik und bürgerliche Imitation im 18. Jahrhundert und ihre Folgen.

    *****

    Tagung

    Principes

    Dynastien und Höfe im späten Mittelalter

    Greifswald, 15. bis 18. Juni 2000

    Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß

    Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Domstraße 9a

    D-17489 Greifswald

    Tel. [D] 0 38 34 - 86-33 03 - Fax 0 38 34 - 86-33 05

    Tagungen, Publikationen, abgeschlossene und laufende Dissertationen, Habilitationen und Projekte der Geschichtswissenschaft, aber auch ihrer Nachbardisziplinen deuten in jüngster Zeit an, daß das Interesse an der Sozial- und Kulturgeschichte des Adels allgemein und der Fürsten im besonderen zugenommen hat. Als Schwerpunkte schälen sich dabei Dynastien und Höfe heraus, und zwar sowohl die einzelne Dynastie und der einzelne Fürstenhof als auch die Verbindungen/Vernetzungen und Kontakte zwischen Dynastien bzw. zwischen Höfen. Beides, das Exemplarische als auch das Vergleichende, bestimmt die Perspektive, aus der bei der Tagung ausgewählte Themenkomplexe bearbeitet werden sollen. Aus inhaltlichen und arbeitsorganisatorischen Gründen sollen allein die Reichsfürsten einschließlich des Herzogs von Burgund ins Auge gefaßt werden, um damit die Basis für einen der Zukunft vorbehaltenen internationalen Vergleich zu schaffen. Vorgesehen sind die folgenden vier Themenbereiche, die ineinander greifen und von mehreren Aspekten her beleuchtet werden können:

  4. Kommunikations- und Beziehungsnetze zwischen den Reichsfürsten (Korrespondenzen, Konnubium, Reisen, Besuche, Gesandtschaften, Austausch von Geschenken und von Hofpersonal, klienteläre Verflechtungen, Rangsystem, politische Allianzen).
  5. Familie und Hof (Beziehungen zwischen einzelnen Familienmitgliedern und dem engeren Gefolge, eigene Gefolgschaften bestimmter Angehöriger und deren Rekrutierung, Zusammenleben und getrennte Aufenthalte an einem oder mehreren Höfen, innerfamiliale Beziehungen, "Alltag" bei Hofe).
  6. Herrschaftsrepräsentation (Bautätigkeit, Architektur und Wohnstrukturen, höfische Feste und deren Inszenierung, Herrschaftszeichen, Mäzenatentum und Kunstpatronage, fürstliche Porträts, Kleidungsaufwand und Symbolik der Kleidung).
  7. Memoria (Monumente, Stiftungen, Texte, Nachruhm).

Die Tagung geht aus dem Greifswalder Forschungsprojekt "Principes. Die sozialen Beziehungen der Reichsfürsten und die innere Struktur des Reichsfürstenstandes im Spätmittelalter" hervor und wird in Verbindung mit der Residenzen-Kommission bei der Akademie der Wissenschaften in Göttingen veranstaltet. Der ursprünglich vorgesehene Themenbereich "Erziehung und Bildung" wurde nach Absprache mit der Residenzen-Kommission ausgeklammert, da sich die nächste Tagung der Kommission im Jahr 2000 in Celle dieser Problematik widmen wird.

Die Greifswalder Tagung soll den Doktoranden und Habilitanden verschiedener Disziplinen, die in Deutschland über den Fürstenstand arbeiten, methodische und thematische Anregungen vermitteln. Als Zuhörer und Diskutanden sich deshalb über die interessierten Fachkollegen hinaus besonders Nachwuchswissenschaftler erwünscht.

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Ausstellung

Das Patriziat im alten Frankfurt

Frankfurt am Main, Oktober bis März 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Rainer Koch

Historisches Museum Frankfurt am Main

Saalgasse 19

D-60311 Frankfurt am Main

Tel. [D] 0 69 - 2 12-3 55 99 - Fax 05 31 - 212-3 07 02

Buchvorstellungen

Landshuter Stadtresidenz. Architektur und Ausstattung, München 1998 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, 14), 286 S., zahlreiche, z.T. farbige Abb.

Herzog Ludwig X. von Bayern (1495-1545), einer der beiden jüngeren Brüder des Wittelsbachers Wilhelm IV. (reg. ab 1511), gehört zu jenen von der Geschichtsschreibung wenig beachteten Landesherren, die, von der Primogenitur nicht berücksichtigt und eigentlich für eine geistliche Laufbahn bestimmt, zwar nur ein nachgeordnetes politisches Gewicht besaßen, dieses fehlende Machtpotential jedoch durch kulturelle Ambitionen zu kompensieren versuchten. Nachdem es Ludwig - den ungünstigen Auspizien zum Trotz - 1514 dennoch gelungen war, vertraglich als Mitregent wenigstens die formelle Gleichrangigkeit mit seinem älteren Bruder zu erreichen, setzte er alles daran, eine seiner Standeswürde gemäße eigene fürstliche Hofhaltung einzurichten. Das inmitten seines niederbayerischen Territoriums gelegene Landshut, 1516 zur Residenzstadt erhoben, bot mit der traditionsreichen Höhenburg Trausnitz die besten Voraussetzungen, um die gewonnene Herrschaft zu demonstrieren. Daß diese stolze, aber im Kern noch ganz mittelalterlich-wehrhafte Architektur, hoch über den Dächern der Stadt und außerhalb des bürgerlichen Gemeinwesens, seit 1536 dann einen Gegenpol zu ihren Füßen, auf unregelmäßigem Gelände zwischen Isar und Rathaus, inmitten der Altstadt erhielt, ist an sich noch nicht überraschend, besaßen doch viele europäische Fürsten des Spätmittelalters und der beginnenden Neuzeit neben ihrer zumeist strategisch günstig plazierten Stadtresidenz einen zivilen Amtssitz an zentraler Stelle, der üblicherweise den Verwaltungsaufgaben vorbehalten war. Daß allerdings in kürzester Bauzeit bis 1543 zwei voneinander stark abweichende Planlösungen, der sog. Deutsche und der Italienische Bau, gewissermaßen Seite an Seite zur Ausführung kamen, verlangt nach einer Erklärung. Dies um so mehr, als mit dem Italienischen Bau ein nicht nur zu seiner Zeit nördlich der Alpen singulärer Stadtpalast entstand, der, an den modernsten und prominentesten fürstlichen Residenzprojekten des damaligen Europa orientiert, geeignet war, binnen weniger Jahre den Münchner Hof seines regierenden Bruders in den Schatten zu stellen und zugleich schlagartig die Formen und den Geist der italienischen Renaissance nach Bayern vermittelte.

Ein im September 1996 vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte (München) in Verbindung mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und der Bibliotheca Hertziana (Rom) in Landshut veranstaltetes internationales Kolloquium ermöglichte nach Abschluß mehrjähriger Bauforschungs- und Restaurierungsarbeiten die seit langem fällige intensive Diskussion um künstlerische Herkunft, Formensprache, Funktion und Bedeutung dieser einzigartigen Architektur. Die vor Ort gehaltenen Referate liegen, erweitert um ergänzende Beiträge zu während des Kolloquiums nicht berücksichtigten Themen, nunmehr in gedruckter Form vor. Die auch äußerlich ansprechende, ausführlich und durchweg qualitätvoll illustrierte Edition vereinigt 17 wissenschaftliche Beiträge, deren historischer und kunsthistorischer Ansatz die Intentionen des Auftraggebers bei der Realisierung des sog. Deutschen und Italienischen Baues zu hinterfragen versucht.

Beginnend mit Georg Spitzlbergers (Landshut) Einführung in die Person des Auftraggebers und ihren politischen Status, wirft Andreas Tönnesmann (Augsburg) die Frage nach den Beweggründen des Bauherrn auf, der so bewußt italienische Hofkultur nach Bayern importieren ließ. Friedrich Kobler (München) betont vor dem Panorama der bildenden Künste im Landshut des frühen 16. Jahrhunderts die Unvergleichlichkeit des spektakulären "Fremdkörpers". Der Baugeschichte geht, vornehmlich aufgrund der glücklicherweise umfangreich erhaltenen schriftlichen Quellen, Klaus Endemann (München) nach. Seine Thesen zur vermuteten Autorschaft Giulio Romanos hinsichtlich des Italienischen Baues werden in dem Beitrag von Christoph Luitpold Frommel (Rom) aufgenommen und durch geeignete Vergleichsbeispiele aus dem Bereich der italienischen Renaissancearchitektur struktur- und funktionsanalytisch weiter vertieft. Hubertus Günther (Zürich) hingegen untersucht die Funktion und Disposition der Räume des Deutschen Baues und bewertet dessen typologische und stilistische Eigenart im Schnittpunkt regionaler und internationaler Tendenzen. Callogero Bellanca (Rom) bringt die Materialverwendung mit der italienischen Baupraxis in Verbindung. Zündstoff für die während der Tagung heftig entbrannte Diskussion um die ursprüngliche Farbfassung des großen Innenhofes liefert Johannes Erichsen (München) mit Hilfe eines heute im Schloßmuseum zu Güstrow ausgestellten zeitgenössischen Historienbildes, dessen Darstellung die Landshuter Situation frei paraphrasiert. Das architektonische Dekorum des Italienischen Baues als Ausdruck fürstlicher Rangbehauptung thematisiert Hans Lange (München), während Iris Lauterbach (München) die verschiedentlich geäußerte Behauptung, es habe bei der Stadtresidenz auch Gartenanlagen gegeben, zurückweist und stattdessen die Existenz mehrerer Höfe und eines Marstalls hervorhebt. Mehrere Beiträge widmen sich einzelnen Räumen und ihrer Ausstattung. So verortet Stefan Kummer (Würzburg) die bemerkenswerte Architektur der Kapelle und verweist auf entsprechende italienische Vorbilder. Wolfger A. Bulst (Florenz) klärt ikonographische Probleme des Italienischen Saals. Klaus Endemann führt die Vielfalt der Portallösungen, Decken und Kamine als wichtige, bewußt eingesetzte Komponenten der Raumkunst vor Augen. Dorothea Diemer (München) betrachtet die Stuckdekorationen in ihrem Verhältnis zu italienischen Beispielen, insbesondere des vorbildhaften Mantuaner Palazzo Te. Michael Bohr (Wien) weist sowohl italienische als auch nordische Vorlagen für die ornamentale Gestaltung der Türblätter nach. Fragen zur Vita und zum Werk des friesischen Malers Herman Postma (Posthumus), der u.a. für die Altarbilder der Landshuter Kapelle verantwortlich zeichnete, beantwortet Nicole Dacos (Brüssel/Rom) vor dem Hintergrund römischer und niederländischer Einflüsse. Hilda Lietzmann (München) schließlich belegt, daß für die Zeit nach dem frühen Tod Herzog Ludwigs (1545) gerade der Italienische Bau als "Vorführpalast" ausgewählten Gästen vorbehalten blieb.

Ein gesonderter Quellenanhang, der auch eine Übersicht über die erhaltenen historischen Plansätze des 18. und 19. Jahrhunderts umfaßt, schließt neben dem Literaturverzeichnis und einem nützlichen Register die für die frühneuzeitliche Residenzenforschung inhaltlich wie methodisch ergiebige Publikation ab, die monographische Objektanalyse und interdisziplinäre Fragestellung auf gelungene Weise miteinander vereint und sehr wesentlich zu einer besseren Kenntnis und zum Verständnis der Landshuter Stadtresidenz beiträgt.

Uwe Albrecht, Kiel*

Poslední páni z Hradce (Letzte Herren von Neuhaus), hg. von Václav Bç ñ ek, " eské BudŤ jovice 1998 (Opera historica, 6. Editio Universitatis Bohemiae Meridionalis), 554 S.

Das südböhmische historische Universitätszentrum konzentriert sich bekanntlich vornehmlich auf die Erforschung der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Verhältnisse des südböhmischen Hochadels (frühere Veröffentlichungen wurden in den MRK 8 [1998] 1, S. 40 kurz angezeigt). Es handelt sich dabei keinesfalls um ein regionales Thema. Nicht nur zählten die zwei profilierten Häuser der Herren von Rosenberg und Neuhaus zu den wichtigsten im Lande mit großen internationalen Beziehungen, sondern auch - und das ist in mancherlei Hinsicht noch wichtiger - gehören die jetzt staatlichen Archive in Wittingau (TÍ eboÁ ) und Neuhaus (JindÍ ichç v Hradec) mit ihrem Materialreichtum für eben diese Zeit, sowohl hinsichtlich des Geschäftsschriftgutes als auch der privaten Korrespondenz, in vergleichbaren Maßstäben zu den wichtigsten Fundgruben in ganz Mitteleuropa. Die Arbeitsgruppe unter der Leitung des Herausgebers dieses Bandes (der Ergebnisse eines Seminars von 1996 publiziert) orientiert sich vornehmlich am Geschlecht der Herren von Neuhaus, diesmal allerdings nur im Rahmen des eigenen Königreichs. Alle sechzehn Aufsätze erscheinen auf tschechisch, jedoch stets mit einer fremdsprachigen, meist englischen Zusammenfassung. Aus Platzgründen werden im folgenden nur die fremdsprachigen Titel der Zusammenfassungen genannt, wobei leider nicht alle Aufsätze berücksichtigt werden konnten. Daß der Band kein Register enthält, ist bedauerlich.

Obwohl die Hofführung und das Residenzwesen des Hauses im 16. Jahrhundert im Vordergrund des Interesses stehen, kommen auch wirtschaftliche, kulturelle, allgemein politische, literarische, kirchliche und private Aspekte ihres Lebens zu Wort. Hingewiesen sei zunächst auf den Beitrag von Josef Hrdlic ka über "The Last Lords of Hradec in Sources and Literature" (S. 33-62). Es folgen Aufsätze von Jan Müller zu den "Late Renaissance Residences of the Lords of Hradec" (S. 91-102), in welchem das südböhmische Neuhaus und das südwestmährische Telc behandelt werden, und von Josef Hrdlic ka zum "Betrieb des Wiener Hauses Joachims von Neuhaus" (S. 103-126) und zu "Adam II. of Hradec and his Court" (S. 127-144), sowie von Markéta Marková über "The Fashion at the Court of the last Lords of Hradec" (S. 319-347). Sowohl Václav Bç ñ ek und Josef Hradlic ka bringen im Anhang ihres Aufsatzes "Family Life of the last Lords of Hradec in the light of their correspondance" (S. 319-347) eine Edition von 83 Privatbriefen, meist tschechisch, als auch JiÍ í KubeÓ im Anschluß an seinen Beitrag "Family Relations among the Lords of Hradec and the Roñ mberk in the Century preceeding the White Mountain" (S. 273-317), in welchem sechzehn private Briefe der späten Rosenberger publiziert werden.

Wenigstens noch zwei Beiträge müssen erwähnt werden: Josef Hrdlic kas Arbeit über "Das literarische Mäzenatentum der letzen Herren von Neuhaus" (S. 349-369) und Pavel Králs "Funerals of the Lords of Hradec" (S. 401-512), ebenfalls mit Quellenanhängen, u.a. mit zwei äußerst interessanten Verzeichnissen der eingeladenen Gäste zum Begräbnis von Joachim von Neuhaus und Ulrich Felix Popel von Lobkowitz, beide von 1604. In der "Neuhäuser Liste" befinden sich auch Hochadelige aus dem Hofstaat Rudolfs II., aus dem Reich, aus Österreich und Schlesien. Alles in allem: komparitistisches Material ersten Ranges.

Ivan Hlavác ek, Prag*

Wilska, Ma» gorzata: B» azen na dworze Jagiellonów, Warschau 1998 [277 S., mit 90 überwiegend farbigen Abbildungen und Biogrammen im Anhang sowie engl. und franz. Zusammenfassungen]

Das knapp dreihundert Seiten umfassende, in polnischer Sprache geschriebene Werk beschäftigt sich in fünf Kapiteln mit den Narren am Hof der Jagiellonen von 1385, dem Herrschaftsantritt des Ladislas Jagiello, bis 1572, dem Jahr des Todes von Sigismund Augustus. Die Autorin möchte, nachdem dieses Thema von geschichtswissenschaftlicher Seite mehr als hundert Jahre keine Bearbeitung mehr erfahren hat, einerseits Fiktion von Fakten trennen und die tatsächliche Existenz der insgesamt achtzehn ermittelten Personen zum Vorschein kommen lassen, andererseits den Platz der Institution des Narren innerhalb der Struktur des Hofes der jagiellonischen Herrscher bestimmen, seine Rolle am Hof, seine Rechte und Pflichten, die Formen der Ausübung seiner Beschäftigung, sein Verhältnis zum König und den Zweck der Einrichtung seines Amtes beschreiben. Quellengrundlage sind überlieferte Rechnungsbestände des Jagiellonenhofes und einschlägige ikonographische Zeugnisse, verglichen mit denjenigen aus anderen Teilen Europas.

Im ersten Kapitel widmet sich Ma» gorzata Wilska der polnischen und lateinischen Terminologie, den jeweiligen Bedeutungsgehalten und etymologischen Hintergründen. Während es europaweit bekannte lateinische Bezeichnungen wie joculator oder mimus für den Hofnarren gab, kannte die polnische Sprache neben ebenso allgemein gehaltenen Begriffen eine Reihe von Wortschöpfungen, die, teils slawischen Ursprungs, teils aus anderen Sprachen entlehnt, spezialisierten Fertigkeiten der Narren entsprachen. Lediglich das Wort b» azen hat davon auch heute noch Bestand.

Das zweite Kapitel befaßt sich, hauptsächlich nach ikonographischen Zeugnissen, mit dem äußeren Erscheinungsbild, mit Kleidung und Insignien, mit Farbgebung und Physiognomie. Das typische Kostüm des Hofnarren, dessen Seßhaftigkeit bei Hof sich im 14. Jahrhundert aus den wandernden joculatores entwickelte, schien in seinen wesentlichen Elementen - Kappe mit Ohren, Glockenbehang - in ganz Europa einheitlich gewesen zu sein, der symbolische Gehalt auch der Insignien schien überall gleich verstanden worden zu sein. Das Narrenzepter, im 15. Jahrhundert in Polen geschmückt mit einem Fuchsschwanz, bekundete bekanntermaßen symbolisch des Recht des Narren, stets die ungeschönte Wahrheit sagen zu dürfen, besonders dem Herrscher. Die Grundfarbe Gelb war auch in Italien und Frankreich sowie in Deutschland, Böhmen, Ungarn und Polen üblich, ergänzt durch die jeweiligen monarchischen Landesfarben. Daneben haben jedoch landestypische Kombinationen existiert, wie rot und weiß in Polen, einer Abbildung im "Pontificale" des Erazm Ciolek folgend, was höfische Rechnungen bestätigen, entsprechend der bekannten blauen Kleidung englischer und französischer Hofnarren.

Schließlich geht es im dritten Kapitel um individuelle Erscheinungsformen, um Namensgebung, um soziale und ethnische Stellung und Herkunft der Narren, die zeitgenössische Meinung über sie, um ihre Fertigkeiten und ihre Erziehung, und um besondere Konstellationen wie die des Narren und des alten Königs oder des Narren, der als Gast am Hof weilt. So gab es auch in Polen den ritterständischen Narren. Der früheste bekannte Ritternarr war Nicolaus Twar, der zu Zeiten des Königs Ladislaus Jagiello Dienst tat und in den Quellen als nobilis-ioculator bezeichnet wird. Hanusz, deutscher Abkunft, diente über zwanzig Jahre lang unter drei jagiellonischen Königen. Der berühmteste war jedoch Stanis» aw Sta1/2 cyk an den Höfen Sigismunds I. und Sigismund Augustus'. Durch Befragung der überlieferten Rechnungen war es der Autorin möglich, seiner Biographie einige bislang unbekannte Aspekte hinzuzufügen. Hanusz und Stanis» aw gehörten der obersten Hierarchieebene der Hofnarren an, daneben waren weitere Narren beschäftigt, doch nur diesen beiden war der Titel gloriosus miles zu eigen. Die Autorin macht deutlich, daß es nicht genügte, bestimmte naturgegebene Eigenschaften und Talente zu besitzen, um den Dienst eines Hofnarren versehen zu können. Ein Narr sollte seine Umgebung unterhalten können, als Musiker oder Sänger, als amüsanter Plauderer oder Geschichtenerzähler. Sprachkenntnisse, besonders des Lateinischen, waren dafür unentbehrlich, historisches Wissen und die Kenntnis spezifischer Traditionen und Anforderungen des höfischen Lebens ebenso. Die achtzehn am polnischen Hof identifizierbaren Narren stammten größtenteils aus Polen selbst, zwei kamen aus Deutschland, je einer war Ruthene, Grieche und Spanier.

Im vierten Kapitel werden die Narren in alltäglichen und außergewöhnlichen Situationen betrachtet, die Orte, an denen sie tätig wurden, bei jahreszeitlichen Festen, bei besonderen politischen und höfischen Ereignissen. Der Hofnarr begleitete den Herrscher auf Reisen, war bei seinem Bad anwesend, unterhielt bei den Mahlzeiten mit Gesang oder Erzählungen, und saß des Abends mit seinem Herrn beim Schachspiel. Besonderes Augenmerk gilt der Funktion des Narren bei gesellschaftlichen Anlässen. Sein Lachen konnte die öffentliche Meinung beeinflussen, das Ende einer Karriere bedeuten, einen Widersacher seines Herrn für alle Zeiten bloßstellen. Die scharfe Zunge von Stanis» aw Sta1/2 cyk war bekannt und gefürchtet. Gewiß waren für ein derartiges Verhalten intime Kenntnis bestehender Verhältnisse, von Antipathien und Sympathien, ein subtiles Gespür für situationsbedingt opportunen Einsatz des narrengemäßen Repertoires unabdingbare Voraussetzungen.

Das letzte Kapitel beschließt den Band mit einer nahezu spiegelbildlichen Betrachtung des Verhältnisses von König und Narr und einer Gegenüberstellung ihrer idealtypisch gezeichneten Rollen und Funktionen, die sich nicht darin erschöpft, festzustellen, daß sich die königlichen Farben in der Kostümierung des Narren wiederfinden oder königliche Insignien wie Zepter und Krone für den Narrendienst adaptiert wurden. Der Narr war des Königs Gegenbild und zugleich seine komplementäre Ergänzung. König wie Narr sollten weise, mutig, gerecht und edel sein. Beide waren aus je unterschiedlichen Gründen ausgeschlossen vom Rest der Gesellschaft und unterlagen nicht den Normen, die die übrigen Mitglieder der höfischen Gesellschaft banden. Einsamkeit war für beide die zu tragende Konsequenz.

Des Narren Beitrag für die Gesellschaft, in der er sich bewegte, lag in seiner Stabilisierung des sozialen Gleichgewichts. Er war abhängig von seinem Verhältnis zum Herrscher, beider Position hing ab von ihrer Persönlichkeit. Je ausgeprägter das königliche sacrum, desto höher der Rang und die Bedeutung des Narren. Je mehr der Herrscher sich seiner Umwelt entfremdete, desto mehr benötigte er einen vertrauten und ehrlichen Narren. Der Narr war der Einzige, der ihm die Wahrheit sagen konnte und durfte und füllte deshalb eine wichtige Lücke.

Alles in allem eine aufschlußreiche, erkenntnisförderne und wertvolle Ergänzung von Werner Mezgers bekanntem Werk über die "Hofnarren im Mittelalter". Exemplarisch werden Bedeutung und Funktion des Hofnarren dargestellt, bevor er zu Beginn der frühen Neuzeit infolge des Wandels von Herrschaft zu einer Kuriosität unter vielen am Hof absanken.

Jan Hirschbiegel

Comitatus. Beiträge zur Erforschung des spätantiken Kaiserhofes, hg. von Aloys Winterling, Berlin 1998 (Akademie Verlag Berlin, 191 S. mit Bibliographie von Tassilo Schmitt, S. 161-173, sowie Sach-, Personen-, Orts- und Quellenregister, S. 175-191).

Der den Lesern der "Mitteilungen der Residenzen-Kommission" nicht unbekannte Bielefelder Althistoriker Aloys Winterling hat als Herausgeber mit "Comitatus" nach "Zwischen 'Haus' und 'Staat'. Antike Höfe im Vergleich" erneut einen Band vorgelegt, der einer auf das (späte) Mittelalter und die frühe Neuzeit konzentrierten Hofforschung dazu dienen kann, die geschichtlichen Ursprünge des Gegenstandes ihres Interesses nicht zu vergessen, gleichzeitig aber auch deutlich macht, wie wichtig die gegenseitige kritische Wahrnehmung und Durchdringung von am selben Phänomen gewonnener Erkenntnisse über die Fachgrenzen hinweg ist.

Die in dem vorzustellenden Band vereinigten fünf Beiträge von Karl Leo Noethlichs, Helga Scholten, Andreas Gutsfeld, Anja Wieber-Scariot und Dirk Schlinkert gehen auf Vorträge zurück, die bereits 1995/96 im Bielefelder Althistorischen Kolloquium gehalten worden sind. Ihnen gemein ist, so Winterling, die Behandlung zentraler Aspekte des "monographisch bisher noch nicht behandelten spätantiken Kaiserhofes" (S. 7), "einer neuen Sichtweise verpflichtet ..., die die Bedeutung und Eigengesetzlichkeit höfischer Strukturen in Rechnung stellt" (S. 7).

Der Herausgeber präsentiert statt einer abschließenden Zusammenfassung bereits einleitend die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse der einzelnen Beiträge vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse vor allem Henrik Löhkens und schließt mit einem aus drei Thesen und dem Hinweis auf ein Desiderat bestehenden Resümee. Demnach hätten erstens "Machtstrukturen und Kommunikationsverhältnisse an spätantiken Kaiserhöfen ... zentrale Funktionen hinsichtlich der Ausübung kaiserlicher Herrschaft einerseits, der Sicherung der kaiserlichen Position andererseits" (S. 11). Zweitens ließe sich aus der "Bevorzugung von Personen niedriger Herkunft in der engsten kaiserlichen Umgebung ... auf eine latente Bedrohung der Kaiser durch Personen hohen aristokratischen Prestiges schließen" (S. 11) und es sei "eine tendenzielle Schwäche der Stellung spätantiker Kaiser" (S. 11) festzustellen. Drittens habe der Hof durch Förderung sozialer Mobilität Einfluß auf die Zusammensetzung der Oberschicht genommen (vgl. S. 11), dabei aber nicht "die traditionelle, städtisch-politische Prägung der Aristokratie dauerhaft durch eine auf den Kaiser zentrierte höfische Hierarchie" (S. 11) ersetzen können. Über diesen in ihren allgemeinen Passagen vordergründig recht blaß wirkenden und undifferenzierten, mithin unschwer einsichtigen und dahingehend leicht auf andere Epochen übertragbaren Aussagen darf nicht vergessen werden, daß dahinter konkrete historische Rahmenbedingungen stehen und diese Aussagen konkreten höfischen Strukturen entsprechen. Was fehlt, sei dann auch schließlich eine "Studie, die anhand einer Analyse der literarischen Quellen die zeremoniellen Regelungen formalisierter höfischer Interaktion sowie die daran beteiligten Personenkreise im 4. und 5. Jahrhundert untersucht, die die realhistorische Bedeutung der normativen Regelungen der Rechtsquellen überprüft und die Differenz gegenüber den Verhältnissen der byzantinischen Zeit herausarbeitet" (S. 11).

In Anlehnung an Henrik Löhken, der, angeregt von den Thesen Norbert Elias', feststellen mußte, "daß die politisch-sozialen Verhältnisse am spätantiken Hof erheblich von denjenigen abwichen, die Elias für den Hof Ludwigs XIV. beschrieben hatte" (S. 8), daß "keinesfalls von einer dauerhaften höfischen Interaktionsgemeinschaft von Kaiser und größeren Kreisen der politisch relevanten Senatsaristokratie - der sachlichen Voraussetzung für domestizierende Wirkungen des Hofes - ausgegangen werden kann" (S. 8) und daß mitnichten von einer "'Verhofung' der senatorischen Aristokratie, vielmehr ... [von einer] 'Senatorisierung' der in dieser Zeit meist aus niedrigen sozialen Verhältnissen aufgestiegenen höfischen Eliten" (S. 8f.) zu sprechen sei, reduzieren die Autorinnen und Autoren den spätantiken Kaiserhof folglich weder auf seine administrativen Strukturen noch sehen sie von vornherein in diesem das kaiserliche Domestikationsinstrument gegenüber der Aristokratie (vgl. S. 9).

Der an den Anfang gestellte Beitrag von Karl Leo Noethlichs behandelt S. 13-49 zunächst überblicksweise "Strukturen und Funktionen des spätantiken Kaiserhofes" mit einem Schwerpunkt auf der Zeit Justinians I. Noethlichs konzentriert sich in sechs größeren Abschnitten auf Raum-, Personal- und Handlungsstrukturen, sieht den Hof als politisch-gesellschaftliches Machtzentrum (S. 42-44) mit bildungspolitischen und sozialen Funktionen (S. 45f.) und schließt mit einem knappen Ausblick auf das Mittelalter, auf die frühen merowingischen Höfe und den Papsthof. Ein wesentliches Ergebnis seiner Untersuchung ist die Feststellung von der "Besonderheit spätantiker Kaiserhöfe ..., die sie von den Höfen der hellenistischen Zeit und denen der späteren europäischen Geschichte unterschied" (S. 9): Nähe zum Herrscher habe zwar auszeichnende Wirkung gehabt, aber der wesentliche Ausgangspunkt der seit dem 4. Jahrhundert formalisierten aristokratischen Hierarchie war nicht die höfische, sondern die traditionelle senatorische Rangordnung in ihrer modifizierten und differenzierten Weiterentwicklung (vgl. S. 9f.) - Noethlichs, der dem byzantinischen Hofkonzept zwar Vorbildcharakter sowohl für weltliche als auch für kirchliche Herrschaftszentren zuspricht (vgl. S. 46) und in der Entwicklung der Hofkultur bis in die frühe Neuzeit von diesem ausgehend einen byzantinischen, einen osmanischen und einen europäischen Typ zu erkennen meint, sieht die Gunst des spätantiken Herrschers, reichsweit eingebunden in das traditionelle stadtstaatlich-republikanisch-senatorische Rangsystem, nicht selbst als rangbildenden Faktor, und bestätigt damit Löhkens These von der "Senatorisierung".

"Der oberste Hofeunuch. Die politische Effizienz eines gesellschaftlich Diskriminierten" ist das Thema des Aufsatzes von Helga Scholten (S. 51-73). Der praepositus sacri cubiculi, wie sein offizieller Titel lautete, kontrollierte als oberster Kammerherr einerseits den informalen Zugang zum Kaiser und verfügte dementsprechend über eines der wichtigsten Herrschaftsmittel (vgl. S. 53-60), war andererseits aber auch informelles Herrschaftsinstrument des Kaisers selbst (vgl. S. 60-63), in dessen nächster Nähe er sich bewegte und dessen Vertrauen er genoß. Der einen wie der anderen Seite kam dabei die Tatsache zugute, daß Hofeunuchen, ehemalige, im Ausland gekaufte Sklaven, nur über geringes gesellschaftliches Ansehen verfügten und keine familiären Bindungen hatten, somit dem Kaiser kein Konkurrent erwuchs, dem praepositus sacri cubiculi dadurch auch vom Kaiser kaum Gefahr drohte. Scholten sieht in der Institution des Hofeunuchen - Mittler zwischen Kaiser und Außenwelt (vgl. S. 59) - eine systemstabilisierende und damit systemerhaltende Funktion (vgl. S. 73).

Unter der Überschrift "Der Prätorianerpräfekt und der kaiserliche Hof im 4. Jahrhundert n. Chr." behandelt Andreas Gutsfeld S. 75-102 eine weitere herausragende Position am spätantiken Kaiserhof, die vom Hofeunuchen zwar vor allem nach seiner Stellung gänzlich verschiedene Charakteristika aufweist, an welcher aber "aus umgekehrter Perspektive die Wirksamkeit derselben höfischen Mechanismen" (S. 10) demonstriert werden kann. Hier nun war der jeweilige Stelleninhaber einerseits ausgezeichnet durch langjährige Amtserfahrung, besaß ein hohes Sozialprestige und verfügte über ein großes Maß an Selbständigkeit. Von formal hohem Rang und Einfluß konnte sich der Prätorianerpräfekt - "ein Stiefkind der Forschung" (S. 75) - andererseits allerdings kaum kaiserlicher Nähe und Gunst erfreuen, zu gefährlich schienen die Amtsinhaber den Kaisern als potentielle Konkurrenten, dementsprechend war der Prätorianerpräfekt auch kaum eingebunden in die höfische Hierarchie, siehe v.a. S. 85-95, wo Gutsfeld ein differenziertes, auch Ausnahmen berücksichtigendes Bild der persönlichen Beziehungen zwischen den Kaisern und den Prätorianerpräfekten zeichnet. Der Autor schließt mit der Feststellung, daß "die herausragende Amtsgewalt des Prätorianerpräfekten in seinem Verwaltungssprengel und sein hohes soziales Ansehen ... nicht ihre adäquate Entsprechung in einer hohen Stellung am Hof und einem herausragenden Einfluß auf die Regierungspolitik" (S. 102) gefunden habe.

Schließlich widmet sich S. 103-131 Anja Wieber-Scariot der Rolle der Kaiserin am Beispiel der Eusebia, der zweiten Frau Kaiser Constantius' II. Es geht ihr, auf der Grundlage der res gestae des Ammianus Marcellinus, um deren "Einflußnahme auf die politische Entscheidungsfindung am Hofe ..., ihre Rolle als Patronin und ihre Verwicklung in eine höfische Intrige" (S. 104). Die ambivalente Beurteilung der Position der Kaiserin durch die Zeitgenossen orientierte sich an deren Status als Ehefrau und Mutter des künftigen Kaisers. Kaisernähe ermöglichte ihr aktives Eingreifen in die Politik und gewährte ihr "außergewöhnliche Matronagemöglichkeiten" (S. 131), nötigte sie aber auch zur Parteinahme. Setzte sich die Kaiserin gegenüber den Hofparteiungen zugunsten Dritter durch, galt sie als gute Kaiserin, nutzte sie ihre Stellung für ihre eigenen Interessen oder war sie gar in höfische Intrigen verwickelt (siehe die interessanten Ausführungen der Autorin S. 115-130), als schlechte Kaiserin. Damit weist die Position der Kaiserin einige deutliche Parallelen zu derjenigen des obersten Hofeunuchen auf.

Dirk Schlinkert referiert abschließend unter dem Titel "Dem Kaiser folgen. Kaiser, Senatsadel und höfische Funktionselite (comites consistoriani) von der Tetrarchie Diokletians bis zum Ende der konstantinischen Dynastie" (S. 133-159) vor allem über die Integrationsbemühungen Konstantins, vornehme Senatoren und soziale Aufsteiger zusammenzuführen. Ausgehend von den Funktionen, die der Hof bei dem Neuplatoniker Synesios von Kyrene - das zentrale Medium, durch das der Kaiser seine Herrschaft über das Reich ausübt" (S. 134) - und bei Ammianus Marcellinus - "Zwischeninstanz, die ein Monarch braucht, um seine Herrschaft auszuüben und seinen Befehl durchzusetzen" (S. 135) - hat, konzentriert sich Schlinkert auf die "Analyse einer höfischen Gruppe, die im Zentrum der politischen Organisation der spätantiken Monarchie stand: 'die Gefolgsleute des kaiserlichen Rates' (comites consistoriani oder comites sacri consistorii), ihre Biographien und politischen Karrieren bis an die Spitze der höfischen Administration sowie ihre Verflechtung mit dem Stand der adligen Senatoren" (S. 137f.). Seine reich belegte Studie beschreibt nach einem Streiflicht auf die historischen Ursprünge des Rates zunächst, daß das Privileg, regelmäßig an den Versammlungen des Rates teilnehmen zu können, in interessanter Parallelisierung zum Phänomen des Gabentausches zurückzuführen ist auf eine Gabe des Kaisers: "Der Akt der Statusvergabe war nach dem Verfahren des Gabentausches organisiert und begründete die Abhängigkeit der Gefolgsleute vom Herrscher und ihre Loyalität zu ihm" (S. 141 mit zahlreichen Nachweisen in den Anmerkungen 25 und 26). Comes war ein Statusprädikat, die comites waren die Gefolgsleute des Kaisers und die schließlich durch Konstantin neugeordnete comitiva "definierte ... eine besondere Gruppe von Personen, deren soziale Lage sich aus dem Grad der persönlichen Nähe zum Herrscher ergab" (S. 146f.). Diese besondere Personengruppe war nach dem Zerfall der (stadtrömischen) "Interaktionsgemeinschaft von Hof, Kaiser und Senat" (S. 143 nach Henrik Löhken) dadurch ausgezeichnet, daß sie zunächst tatsächlich gezwungen war, dem mobilen Hof, damit dem Kaiser, "zu folgen" (vgl. S. 143). Bekanntlich war es dann Konstantin, der wieder von einer festen Residenz aus regierte und um 330 die comitiva nun durch eine eigene Statushierarchie nach comites erster, zweiter und dritter Ordnung unterschied, nachdem der traditionellen comitiva bereits seit 316 auch die mit dem comes-Titel charakterisierten Amtsinhaber angehörten, die comitiva also nicht mehr nur aus den nächsten Freunden und Beratern des Kaisers bestand, sondern auch aus den höchsten Stelleninhabern. Abgeschlossen wurde dieser Prozeß durch "die Verbindung der comitiva primi ordinis mit einer Top-Position im kaiserlichen Rat" (S. 147). Schlinkert resümiert: "Konstantin aktivierte also mit der comitiva ein traditionelles Herrschaftsinstrument neu, als er mit der Vergabe dieses sozialen Status eine Gruppe höfischer Gefolgsleute konstituierte und diese in eine hierarchische Ordnung brachte" (S. 148). Im Gegenzug erhielten die comites "ein attraktives Kapital: die Ehre, das Prestige, ein hervorragender Gefolgsmann des Kaisers zu sein" (S. 148), an welcher eben auch die sozialen Aufsteiger, die homines novi, und nicht nur die etablierten Senatoren, partizipierten. In der Realität konnte dieses Kapital dann insbesondere in Personalfragen und Protektion ausgemünzt werden (vgl. S. 150). Das Ziel aber, höfische Ehre in der Hand des Kaisers dahingehend zu instrumentalisieren, "die adligen Herren des Senatorenstandes, Ritter und soziale Aufsteiger in der höfischen Elite des sacer comitatus zu verbinden und in einer gesellschaftlichen Formation zu vereinigen" (S. 155), war erreicht: "Die dignitas eines comes ... adelte ... den Aufsteiger, ... bestätigte und vermehrte ... den Adel eines gebürtigen Senators" (S. 156). Schlinkert deutet diese Gruppe richtig als höfische Funktionselite mit der comitiva als integrativem Element.

Nachdem "die Forschung seit dem 19. Jahrhundert den spätantiken Kaiserhof vornehmlich als organisatorisches Phänomen" (S. 7) wahrgenommen und "das Hofzeremoniell als Ausdruck einer spätantiken 'Kaiser- und Reichsidee' gedeutet" (S. 7) hatte, sollte mit dem vorliegenden Band nun "die typische, Verwaltungsstrukturen und zeremonielle Ordnung konterkarierende Bedeutung von Gunst, Macht, Schmeichelei, Rivalität und Intrigen, von Aufstieg und Sturz der daran Beteiligten ... als Forschungsgegenstand Ernst genommen" (S. 7) werden. Dieses Ziel ist im Rahmen der jeweiligen thematischen Begrenztheit eindrucksvoll erreicht worden.

Jan Hirschbiegel

Neuerscheinungen

 

Aichholzer, D.: "Wildu machen ayn guet essen ...". Drei mittelhochdeutsche Kochbücher: Erstedition, Übersetzung, Kommentar. Bern, Berlin u.a. 1999 (Wiener Arbeiten zur Germanischen Altertumskunde und Philologie, 35).

Albert & Isabella 1598-1621. Essays, hg. von W. Thomas, L. Duerloo, Turnhout 1998.

[The Rule of the Archdukes Albert and Isabella over the Low Countries began in 1598, exactly 400 years ago. Their highly cosmopolitan court became a flourishing center of the arts, a showcase for other courts throughout Europe. The archdukes made a great contribution towards the radiation of the style later known as 'Flemish Baroque'. The century of Peter Paul Rubens would never have been the same without the support of Albert and Isabella. - In the Habsburg Netherlands, a region split by civil war, the protestant Northern Provinces had broken away from Catholic Spain, while Spanish rule was established in the Southern Netherlands. The confidence between sovereign and subject would be restored by the Archdukes. The Twelve Year Truce (1609-1621) brought the necessary peace for a political, economic and in particular cultural revival. Albert and Isabella surrounded themselves with a score of artists, including the architects Wenzel Coebergher and Jacques Franckaert, the composer Peter Philips and the court painters with Peter Paul Rubens in the first place, but also Jan I Bueghel, Otto Van Veen and Theodoor van Loon. The South Netherlandish humanists, Justus Lipsius in particular, brought about an intellectual apogee.]

Aus dem Inhalt:

Thomas, W., The Reign of Albert & Isabella in the Southern Netherlands, 1598-1621; DaCosta Kaufmann, T., Archduke Albrecht as an Austrian Habsburg and Prince of the Empire; Millán, J. M., El archiduque Alberto en la corte de Felipe II (1570-1580); Jordan Gschwend, A., Archduke Albert of Austria as Viceroy of Portugal (1583-1593); Valladares, R., La Monarquía Hispánica y el problema de los Países Bajos; Thøfner, M., The Ideal of Sovereignty in the Joyous Entries of the Archduke Albert and the Infanta Isabella; García García, B. J., Bruselas y Madrid: Isabel Clara Eugenia y el duque de Lerma; Croft, P., Brussels and London: the Archdukes, Robert Cecil and James I; Arblaster, P., The Archdukes and the Northern Counter-Reformation; Echevarría Bacigalupe, M. A., Espionnage à la cour de Bruxelles; Welzel, B., The Sense of Touch from the Five Senses of Jan Brueghel and Peter Paul Rubens; Lanoye, D., Structure and Composition of the Household of the Archdukes; Brown, C., Rubens and the Archdukes; Proesmans, K., The Key Role of the Archducal Court in Spreading a New Musical Style in the Low Countries; Verberckmoes, J., The Archdukes in their Humour; Baetens, R., La relance d'une dynamique culturelle sous le règne des archiducs; Schumann, C., Jan Brueghel's Peasant Weddings as Images of Social Unity under Archducal Sovereignty; Banz, C., Anmerkungen zum Ausstattungsprogramm der Marienwallfahrtskirche in Scherpenheuvel; Lombaerde, P., Dominating Space and Landscape: Ostend and Scherpenheuvel; Ottenheym, K., The Catholic Nassaus in Brussels and Their Buildings; de Jonge, K., Building Policy and Urbanisation during the Reign of the Archdukes; Schepper, H. de, Les archiducs et les institutions du gouvernement au Pays-Bas espagnol, 1596 1621; Retortillo Atienza, A., Poder e influencia de Ambrogio Spinola en la corte de los archiduques (1602-1607); Van Honacker, K., The Archdukes and Their Subjects: The Political Culture of the Citizens in the Netherlands; Martyn, G., Het recht ten tijde van de aartshertogen: codificatie en enkele fundamentele wetten; Put, E., Les archiducs et la réforme catholique: champs d'action et limites politiques; Duerloo, L., Archducal Piety and Habsburg Power; Roegiers, J., Vandermeersch, P., Les archiducs et l'université de Louvain; Stols, E., De triomf van de exotica of de bredere wereld in de Nederlanden van de aartshertogen; Ebben, M., Portuguese Merchant Bankers and the Court of the Archdukes, 1596-1633; Porteman, K., Albrecht en Isabella in de letterkunde van hun tijd; Papy J., Van Houdt, T., The Image of Archduke Albert in Seventeenth-Century Funeral Literature; Arblaster, P., The Press Image of the Infanta Isabella; Van Noten, F., The Horses of Albert and Isabella: Historical Background; Verschooten, F., The Horses of Albert and Isabella: Radiographic Examination.

Althoff, G.: Rituale - Symbolische Kommunikation. Zu einem neuen Feld der historischen Forschung, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 50 (1998), S. 140-154.

Andermann, K.: êre - güete - minne. Die Burgen des Wimpfener Reichsforstes, in: Deutsches Archiv 54 (1998), S. 97-117.

Auer, L.: The Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Vienna, in: The Court Historian 3 (1998), S. 9-15.

Banquets et manières de table au Moyen Age. Centre Universitaire d'Études et de Recherches Médièvales d'Aix, (Senefiance, 38), Aix-en-Provence 1996.

Die Beziehungen der Herzöge in Preußen zu West- und Südeuropa (1525-1688). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von D. Heckmann, Köln, Weimar 1999 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 47).

Von Bildern und anderen Schätzen. Die Sammlungen der Fürsten Esterházy, hg. von G. Mraz, G. Galavics, Wien 1999.

Billot, C.: Les saintes chapelles royales et princières, Paris 1998.

Binding, G.: Architektonische Formenlehre, 4., überarb. und erg. Aufl., Darmstadt 1998.

Birch, D. J.: Pilgrimage to Rome in the Middle Ages. Continuity and Change, Woodbridge, Rochester 1998 (Studies in the History of Medival Religion, 13).

Die früh- und hochmittelalterliche Bischofserhebung im europäischen Vergleich, hg. von F.-R. Erkens, Köln, Weimar 1998 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 48).

Blanc, O., Parades et parures: l'invention du corps de mode à la fin du Moyen Age, (Le temps des images), Paris 1997.

Boetticher, M. von: Braunschweigische Fürsten in Rußland in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, 54).

Boudon, F., Blécon, J. in Zusammenarbeit mit C. Grodecki: Le château de Fontainbleau deFrançois Ier à Henri IV. Les bâtiments et leurs fonctions, Paris 1998.

Bruna, D.: De l'agréable à l'utile: le bijou emblématique à la fin du Moyen Âge, in: Revue historique 609 (1999), S. 3-22.

Bryce, I. B. D.: A Chronology of the Castles of Scotland 100-1685, Edinburgh 1998.

Bryson, A.: From Courtesy to Civility. Changing Codes of Conduct in Early Modern England, Oxford 1998.

The Medieval Fortified Buildings of Cumbria, hg. von D. R. Perriam, J. Robinson, Kendal 1998.

Burg, Dorf, Kloster, Stadt. Beiträge zur hessischen Landesgeschichte und zur mittelalterlichen Verfassungsgeschichte. Hg. von U. Braasch-Schwersmann, Marburg 1999 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte, 17).

Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1: Bauformen und Entwicklung. Bd. 2: Geschichte und Burgenlandschaften, hg. von der Deutschen Burgenvereinigung, Stuttgart 1998.

Frühmittelalterlicher Burgenbau in Mittel- und Osteuropa, hg. von J. Henning, A. T. Ruttkay, Bonn 1998.

Burgen und frühe Schlösser in und um Thüringen, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, München 1999 (Forschungen zu Burgen und Schllössern, 5).

[Burgen- und Schloßbau kurz vor und nach der "Zeitenwende" um 1500 stehen im Mittelpunkt der fünften Publikation der Wartburg-Gesellschaft. Einen Schwerpunkt bilden Burgen und Schlösser in Thüringen und den angrenzenden Regionen. Dazu gehört vor allem der Norden Bayerns und Baden-Würtembergs. Viele neue Erkenntnisse haben aber auch für andere Länder Bedeutung. Berichtet wird über neue Forschung zur Wartburg, besonders zu den Palastbauten der Neuenburg bei Freyburg, zur Burg Lohra, zur Lobdeburg bei Jena und generell zur Baupolitik Landgraf Ludwig Il. von Thüringen (um 1128 bis 1172). Ein Beitrag über das Marientor in Naumburg an der Saale und die wichtigen Erkenntnisse zur Bauforschung im Vergleich zum gleichzeitigen Burgenbau rundet diesen Teil des Buches ab. Als Ausblick auf das 16. Jahrhundert wird über Schloß Schwickershausen berichtet.

Außerhalb Thüringens werden die Kaiserpfalz in Nürnberg und die Burg Botenlaube bei Bad Kissingen behandelt. Der Schloßbau ist durch einen grundlegenden Beitrag über die Wohnappartements im deutschen Schloßbau der Spätgotik und frühen Renaissance vertreten, ferner durch Einzeldarstellungen der Baugeschichte von Schloß Cronheim und der Arbeiten von Elias Holl in Eichstätt. Neben Schloß Höchstädt an der Donau wird erneut die umstrittene Entstehung von Schloß Celle diskutiert.]

Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Heft 7, Halle/Saale 1998.

Aus dem Inhalt:

Stahl, A., Die ehemalige Amtsburg Loburg, S. 6-25; Brückner, J., Die Burg Hasserode - zur Geschichte eines Rittersitzes am Fuße des Harzes, S. 26-41; Schmitt, R., Archivalische Quellen zur Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses Wendelstein an der Unstrut, S. 56-134; Schmitt, R., Eine bisher unbekannte Ansicht des Schlosses Heldrungen vom 16. Juli 1664 - Quellen zur Zerstörung der Festung im Dreißigjährigen Krieg und zum Wiederaufbau seit 1663, S. 135-158; Titze, M., Schloß Dornburg in Anhalt, S. 159-176; Roch-Lemmer, I., Herrenhäuser in der Umgebung von Halle/Saale, S. 177-185; Schmidt, A., Das barocke Herrenhaus in Ermlitz, S. 186-201; Schmitt, R., Zur Geschichte und Baugeschichte der Neuenburg bei Freyburg/Unstrut. Wege der Forschung seit 1984, S. 202-239; Hildebrand, S., Die Komturei Dahnsdorf, S. 240-242.

Bürgerfleiß und Fürstenglanz. Reichsstadt und Fürstabtei Kempten. Katalog zur Ausstellung in der Kemptener Residenz, 16. Juni bis 8 November 1998, hg. von W. Jahn, J. Kirmeier, W. Petz, E. Brockhoff, Augsburg 1998 (Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur, 38).

Burke, P.: Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien. Aus dem Englischen von K. Kochmann, München 1998.

Cavina, M.: Paterfamilias - princeps nella tradizione teologica e giuridica bassomedievale. Alcuni sondaggi nelle fonti e nella storiografia, in: Congress of Medieval Canon Law 1572 (1998), S. 1137-1153.

Chattaway, C. M.: Looking a medieval gift hors in the mouth. The role of giving of gift objects in the definition and maintenance of the power networks of Philip the Bold, in: Bijdragen en Medelingen betreffende de Geschiedenis der Nederlanden 114 (1999), S. 1-15.

Choné, P.: A propos de la culture des cours et de quelques expositions récentes, in: Bulletin d'information de la Mission historique française en Allemagne 34 (1998), S. 112-116.

Chontinisio, C.; Mozzarelli, C.: Repubblica e virtù. Pensiero politico e Monarchia Cattolica fra XVI e XVII sec., Rom 1995.

Cliffe, J. T., The world of the country house in seventeenth-century England, New Haven 1999.

La cour comme institution économique, hg. von M. Aymard, M. A. Romani, Paris 1998.

Aus dem Inhalt:

Aymard, M.; Romani, M. A., La cour comme institution économique, S. 1-14; Blockmans, W.; Janse, A.; Kruse, H.; Stein, R., From territorial courts to one residence. The Low Countries in the late middle ages, S. 17-28; Caron, M.-T.; Clauzel, D.; Rauzier, J.; Sommiér, M., La cour des ducs de Bourgogne (1369-1477), consommation et redistribution, S. 31-41; Ladero Quesada, M. A., Casa y Corte. L'Hôtel du roi et la Cour comme institutions économiques au temps des Rois Catholiques (1480-1504), S. 43-54; Jurado Sanchez, J., La financiación de la Casa Real española y sus repercusiones sobre la hacienda y la economiá (1561-1808), S. 57-64; Rodríguez-Saldago, M. J., Honour and profit in the court of Philip II of Spain, S. 67-86; Guerzoni, G., The courts of Este in the first half of XVIth century. Socio-economic aspects, S. 89-119; Fantoni, M., L'economia dello splendore. La corte medicea fra Cinque e Seicento, S. 115-124; Adams, S., The courts as an economic institution. The court of Elizabeth I of England (1558-1603), S. 127-136; Asch, R. G., The court of Charles I. Some reflections on the social and economic role of the court in early Stuart England, S. 139-148; Persson, F., Splendour at a price. The economy of the Swedish court in the early modern period, S. 151-159; Aymard, M., Économie de l'information et réseaux interpersonnels à la cour de Versailles, S. 161-166; Garrigues, F., Circuits économiques, comptabilité et contrôle administratif. Le cas des trésoriers à la cour de France au XVIIIe siècle, S. 169-181; Coquery, N., L'art de consommer. La mentalité économique des courtisans parisens à la fin de l'Ancien Régime, S. 183-190; Ray, A., Court and the city in medieval India. A comperative study of Vijayanagar and Gaur, S. 193-206; Ôguchi, Y., The Tokugawa shôgun's "court" as an economic institution, S. 209-217.

Dann, T.: Die Appartements des Leineschlosses im Spiegel höfischen Zeremoniells der Zeit um 1700 bis 1850, in: Hannoversche Geschichtsblätter, NF, 52 (1998), S. 171-196.

Daston, L.; Park, K.: Wonder and the Order of Nature 1150-1750, New York 1998.

De Dijn, R.: Des Kaisers Frauen. Auf den Spuren Karls V. von Flandern durch Deutschland bis in die Estremadura, Stuttgart 1999.

Deisenroth, K.: Märkische Grablege im höfischen Glanze: Der Bornstedter Friedshof zu Potsdam, Berlin 1998.

Devliegher, L.: Patrizierhäuser und Adelshöfe des 15. Jahrhunderts in Brügge, in: Jahrbuch für Hausforschung 44 (1998), S. 37-53.

Distelberger, R.; Leithe-Jasper, M.: Kunsthistorisches Museum Wien. Bd. 1: Die Schatzkammer, München 1998.

Duindam, J.: Norbert Elias und der frühneuzeitliche Hof. Versuch einer Kritik und Weiterführung, in: Historische Anthropolgie 6 (1998), S. 370-387.

Dülmen, R. van: Der ehrlose Mensch. Soziale Ausgrenzung in der Frühen Neuzeit, Köln, Weimar 1999.

Dünnebeil, S.: Die Lübecker Zirkel-Gesellschaft. Formen der Selbstdarstellung einer städtischen Oberschicht, Lübeck 1996 (Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Reihe B, 27).

Dutour, Th.: Une Société de l'honneur: les notables et leur monde à Dijon à la fin du Moyen Age, Paris 1998 (Études d'histoire Médiévales, 2).

Editionsdesiderate zur Frühen Neuzeit. Beiträge zur Tagung der Kommission für die Edition von Texten der Frühen Neuzeit. Zweiter Teil, hg. von H.-G. Roloff unter redaktioneller Mitarbeit von R. Meincke, Amsterdam/Atlanta 1997 (Chloe, 25).

Aus dem Inhalt:

Meise, H., Zur Edition von Quellen aus dem Umfeld höfischer Tagebücher der Frühen Neuzeit; Kästner, H., Die Autobiographie Melchior Schedels (1516-1571) aus Nürnberg; Kühlmann, W., Schäfer, E., Zum Projekt eines Repertoriums der Korrespondenz von Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809).

Ehlers, C.: Le Répertoire des palais royaux allemands, in: Bulletin d'information de la Mission historique française en Allemagne 34 (1998), S. 79-89.

Die Entstehung des modernen Europa 1600-1900, hg. von M. North, O. Mörke, Köln, Weimar, Wien 1998 (Wirtschafts- und sozialhistorische Studien, 7).

L'état Angevin. Pouvoir, culture et société entre XIIIe et XIVe siècle; Actes du colloque international organisé par l'American Academy in Rome, Rom 1998 (Rom/Neapel, 7.-11. November 1995).

Aus dem Inhalt:

Gilli, P., L'intégration manquée des Angevins en Italie, le témoignage des historiens; Giordanengo, G., Arma legesque colo. L'état et le droit en Provence (1246-1343); Carozzi, C., Saba Malaspina et la légitimité de Charles Ier; Bruzelius, C., Charles I, Charles II, and the development of an angevin style in the kingdom of Sicily; Gardner, J., Seated kings, sea-faring saints and heraldry, some themes in angevin iconagraphy; Boyer, J.-P., Prédication et état napolitain dans la première moitié du XIVe siècle; Barbero, A., Letteratura e politica fra Provenza e Napoli; Heullant-Donat, I., Quelques réflexions autour de la cour angevine comme milieu culturel au XIVe siècle; Saxer, V., Philippe Cabassole et son Libellus hystorialis Marie beatissime Magdalene. Préliminaires à une édition du Libellus; Vitolo, G., Il monachesimo benedettino nel Mezzogiorno angioino, tra crisi e nuove esperienze religiose; Paul, J., Angevins, frères prêcheurs et papauté; Paciocco, R., Angioini e "spirituali". I differenti piani cronologici e tematici di un problema; Shatzmiller, J., Les Angevins et les juifs de leurs états, Anjou, Naples et Provence; Klaniczay, G. & al., "Vinum vetus in utres novos". Conclusioni sull'edizione CD del leggendario ungherese angioino; Coulet, N., Aix, capitale de la Provence angevine; Galasso, G., Napoli capitale; Kiesewetter, G., La cancelleria angioina; Palmieri, S., L'archivio della regia Zecca. Formazione, perdite documentarie e ricostruzione; Voci, A. M., La cappella di corte dei primi sovrani angioini di Napoli; Hébert, M., Les assemblées représentatives dans le royaume de Naples et dans le comté de Provence; Morelli, S., I giustizieri nel regno di Napoli al tempo di Carlo I d'Angiò, primi risultati di un'indagine prosopografica; Cuozzo, E., Modelli di gestione del potere nel regno di Sicilia. La "restaurazione" della prima età angioina; Vitale, G., Nobiltà napoletana della prima età angioina. Eliteburocratica e famiglia; Bresc, H., La "mala signoria" ou l'hypothèque sicilienne; Martin, J.-M., Fiscalité et économie étatique dans le royaume angevin de Sicile à la fin du XIIIe siècle; Roncière, C. M. de la, L'état angevin 1265-1340, pouvoirs et sociétés dans le royaume et le comté, bilan d'un colloque.

Evans, L.: The Castles of Wales, London 1998.

Ewert, U. C.: Die Itinerare der burgundischen Herzöge aus dem Hause Valois: eine empirische Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Itinerarstruktur und Herrschaftserfolg im 14. und 15. Jahrhundert (Diss. Kiel 1998), Mikrofiche Edition, Ketsch bei Mannheim 1999.

Falkenstein, L.: Otto III. und Aachen, Hannover 1998 (Studien und Texte. Monumenta Germaniae Historica, 22).

Faulstich, W.: Medien zwischen Herrschaft und Revolte. Die Medienkultur der frühen Neuzeit 1400-1700, Göttingen 1998 (Geschichte der Medien, 3).

Felix Fabri, Die Sionpilger, hg. von W. Carls, Berlin, Bielefeld, München 1999 (Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, 39).

Formen der Visualisierung von Herrschaft. Studien zu Adel, Fürst und Schloßbau vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, hg. von P.-M. Hahn und H. Lozrenz, Berlin 1998.

Foster, E.: Besiedlung des Landes Ruppin, dargestellt am Ortsnamenmaterial, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropaforschung 47/4 (1998), S. 475-501.

Fouquet, G.: Bauen für die Stadt. Finanzen, Organisation und Arbeit in kommunalen Baubetrieben des Spätmittelalters, Köln, Weimar 1999 (Städteforschung, Reihe A, 48).

Freudenthaler, I.: Tarascon als Residenz Renés von Anjou, Mag. (masch.) Augsburg 1998.

Furtwängler, M.: Luise Caroline Reichsgräfin von Hochberg (1768-1820). Handlungsspielräume einer morganatischen Fürstengattin am Karlsruher Hof, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 146 (1998), S. 271ff.

Garland, L.: Byzentine Empresses. Women and power in Byzantium ad 527-1204, London 1998.

Gazaux, C.: La musique à la cour de François Ier, un art au service de la politique, in: Positions des Thèses de l'Ecole nationale des chartes 1997, S. 87-95.

Die Geschichtsschreibung in Mitteleuropa. Projekte und Forschungsprobleme, hg. von Jaros» aw Wenta, Toru1/2 1999 (Subsidia Historiographica, 1).

Aus dem Inhalt:

Bookmann, H.: "Historiae" auf Tafeln; Johanek, P.: Historiographie, Bild und Denkmal in der Geschichtsüberlieferung des Mittelalters; Studt, B.: "Kleine Formen" der spätmittelalterlichen Geschichtsüberlieferung. Zu Vermittlungsweisen und Verbreitungsmustern von Fürstengeschichten.

Golly-Becker, D.: Die Stuttgarter Hofkapelle unter Herzog Ludwig III. 1554-1593, Stuttgart 1999 (Quellen und Studien zur Musik in Baden-Württemberg, 4).

Goodman, J. R.: Chivalry and Exploration 1298-1630, Woodbridge 1998.

Gorter-Van Royen, L. V. G.: De regentessen van Karel V in de Nederlanden. Beeld en werkelijkheid, in: Tijdschrift voor geschiedenis 110 (1997), S. 169-197.

Götze, H.: Castel del Monte: Geometric Marvel of the Middle Ages, München 1998.

Habsburg, G. von: Princely Treasures, London 1997.

Hansekaufleute in Brügge, hg. von W. Paravicini und H. Wernicke: Prosopographischer Katalog, bearb. von S. Dünnebeil, R. Rössner, Frankfurt am Main u.a. 1999 (Kieler Werkstücke, Reihe D: Beiträge zur Geschichte des späten Mittelalters, 2, Teil 3).

Hansert, A.: Welcher Prinz wird König? Die Habsburger und das universelle Problem des Generationswechsels. Eine Deutung aus historisch-soziologischer Sicht, Stuttgart 1998.

Held, W.: August der Starke und der sächsische Adel. Konflikt und Konfliktbewältigung zwischen 1694 und 1707 in Kursachsen, Köln, Weimar 1999.

Herzog Albrecht von Preußen und Livland (1534-1540). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von S. Hartmann, Köln, Weimar 1999 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 49).

Das albertinische Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Beiträge zur barocken Residenzkultur, hg. von "Die Fünf Ungleichen" e.V., Freiburg/Unstrut 1999.

Aus dem Inhalt:

Glatzel, K. und Säckel, J., Einführung; Schmitt, R., Die Schloßkapellen im Herzogtum Sachsen-Weißenfels. Beiträge zu ihrer Baugeschichte; Säckl, J., Garten- und Jagdanlagen der Herzöge von Sachsen-Weißenfels; Hellwig, B., Aus Küche und Keller der kurchsächsischen und herzoglichen Hofhaltung. Funde aus einer barocken Abfallgrube auf Schloß Neuenburg; Schmager, M., Medaillen - barocke Repräsentation.

Heyde, J: Zwischen Kooperation und Konfrontation: Die Adelspolitik Polen-Litauens und Schwedens in der Provinz Livland 1561-1650, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropaforschung 47/4 (1998), S. 544-567.

Die Hochmeister des Deutschen Ordens 1190-1994, hg. von U. Arnold, Marburg 1998 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, 40/Veröffentlichungen der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, 6).

Hochrenaissance im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste I, 1503-1534, hg. von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Zusammenarbeit mit den Vaticanischen Museen und der Biblioteca Apostolica Vaticana [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung 11. Dezember 1998 bis 11. April 1999 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. Katalogkoordination: P. Kruse], Ostfildern-Ruit 1999.

Aus dem Inhalt:

Esch, A., Gesellschaft und Wirtschaft. Der Alltag Roms außerhalb des Hofes im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts, S, 145-153; Schimmelpfennig, B., Vatikanpalast und Zeremoniell, S. 154-159.

Höfe und Hofordnungen 1200-1600. 5. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, veranstaltet gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Paris und dem Staatsarchiv Sigmaringen, Sigmaringen, 5. bis 8. Oktober 1996, hg. von H. Kruse und W. Paravicini, Stuttgart 1999 (Residenzenforschung, 10).

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Europäische Hofordnungen als Gattung und Quelle, S. 13-20;

Norm und Praxis

Drossbach, G.: Sciencia de regimine domus regie: Der Hof zwischen Ideal und Wirklichkeit in der "Yconomica" Konrads von Megenberg, S. 23-35; Honemann, V.: Hof und Hofordnung in spätmittelalterlicher deutscher Reiseliteratur, S. 37-42; Vec, M.: Hofordnungen. Versuch einer rechtshistorischen Funktionsanalyse. Zu einem Beispiel spätmittelalterlicher Normsetzung, S. 43-63; Zotz, T.: Hof und Hofordnung vor der Zeit der Verschriftlichung, S. 65-73.

Vorbilder? Der europäische Westen

Kerscher, G.: Die Strukturierung des mallorquinischen Hofes um 1350 und der Habitus der Hofgesellschaft, S. 77-89; Lalou, E.: Les ordonnances de l'hôtel des derniers Capétiens directs, S. 91-101; Lachaud, F.: Order and disorder at court: the ordinances for the royal household in England in the twelfth and thirteenth centuries, S. 103-116; Reitemeier, A.: Die Ordnung des englischen Hofes um 1400 - eine Ordnung nach Wissen? S. 117-140; Kruse, H.: Die Hofordnungen Herzog Philipps des Guten von Burgund, S. 141-165; Paviot, J.: Ordonnances de l'hôtel et cérémonial de cour aux XVe et XVIe siècles d'après l'exemple bourguignon, S. 167-174; De Jonge, K.: Hofordnungen als Quelle der Residenzenforschung? Adlige und herzogliche Residenzen in den südlichen Niederlanden in der Burgunderzeit, S. 175-220.

Nachahmer? Deutsche Könige, Kurfürsten, Fürsten und Grafen

Heinig, P.-J.: Theorie und Praxis der "höfischen Ordnung" unter Friedrich III. und Maximilian I. 223-242; Bojcov, M.: Sitten und Verhaltensformen am Innsbrucker Hof des 15. Jahrhunderts im Spiegel der Hofordnungen, S. 243-283; Rödel, W. G.: Kurmainz: Residenzen und Hofordnungen, S. 285-300; Militzer, K.: Die kurkölnischen Hofordnungen und die Ausformungen Brühls zu einer Residenz, S. 301-314; Boockmann, H.: Hof und Hofordnung im Briefwechsel des Albrecht Achilles von Brandenburg, S. 315-320; Butz, R.: Die Stellung der wettinischen Hofräte nach Ausweis der Hofordnungen des ausgehenden Mittelalters, S. 321-336; Hesse, C.: Zwischen Reform und Beschränkung. Die Hofordnungen der Landgrafschaft Hessen aus dem beginnenden 16. Jahrhundert, S. 337-360; Störmer, W.: Hof und Hofordnung in Bayern-München (15. und frühes 16. Jh.) , S. 361-381; Kramer, F.: Zur Entstehung und Entwicklung von Hofordnungen am Münchener Hof in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 383-399; Flink, K.: Die Klevischen Hofordnungen. Von der Kostliste bis zur Regimentsordnung, S. 401-420; Kasten, B.: Überlegungen zu den jülich-(klevisch-)bergischen "Hofordnungen" des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 421-455; Widder, E.: Hofordnungen im Niedersächsischen Reichskreis, S. 457-495; Streich, B.: Die Diepholzer Hof- und Verwaltungsordnungen des 16. Jahrhunderts. Zur Anwendung und Fortschreibung eines Herrschaftsregulativs, S. 497-518; Kirchmaier, B., Trugenberger, V.: Waldburgische Hofordnungen aus der Grafschaft Friedberg-Scheer. Edition und Kommentar, S. 519-553; Moraw, P.: Zusammenfassung, S. 555-560.

Hof, staats- en stadsceremonies, Zwolle 1999 (Nederlands kunsthistorisch jaarboek, 49).

Howell, M.: Eleanor of Provence: Queenship in Thirteenth-Century England, Oxford 1998.

Später Humanismus in der Krone Böhmens 1570-1620. Studien zum Humanismus in den böhmischen Ländern, Teil IV, Schriften zur Kultur der Slaven, hg. von H.-B. Harder, H. Rothe, Dresden 1998 (Neue Folge der Maisk-Schriften, 3).

Iconography, Propaganda, and Legitimation, hg. von A. Ellenius, Oxford 1998.

Imago Figurata.

Editions, Bd. 1: Antonius à Burgundia, Linguae vitia et remedia (Antwerpen 1631), mit einer Einleitung von T. van Houdt, Turnhout 1998.

Editions, Bd. 2: Johannes Kreihing, Emblemata ethico-politica (Antwerpen 1661), mit einer Einleitung von G. R. Dimler, Turnhout 1998.

Editions, Bd. 3: Hieronymus Ammon, Imitatio Crameriana (Nürnberg 1649), hg. von S. Mödersheim, Turnhout 1998.

Studies, Bd. 2: The Emblem and Architecture: From the Sixteenth to Eighteenth Century, hg. von H. J. Böker, P. M. Daly, Turnhout 1998.

Barocke Inszenierung. Der Moment in dauerhafter Erscheinung. Veröffentlichung der Beiträge des Symposiums "Barocke Inszenierung" (20.-22. Juni 1996 Technische Universität Berlin), hg. von F. Neumeyer, F. Barry, J. Imorde, T. Weddigen, Berlin 1998.

Jahnecke, H.: Die Breitenburg und ihre Gärten im Wandel der Jahrhunderte, Kiel 1999 (Bau und Kunst. Schleswig-Holsteinische Schriften zur Kunstgeschichte, 2).

Jahrbuch für Regionalgeschichte und Landeskunde, 20 (1995/1996), Stuttgart 1998.

Aus dem Inhalt:

Fuhrmann, B., Die Rechnungen der Hofschaffnei Basel 1475/76; Cremer, F., Ein Irrläufer in der Forschungsliteratur. Zur vermeintlichen Abhängigkeit des Langchores der Wallfahrtskirche Wilsnack von dem der Sankt Martinskirche zu Colmar.

Jean l'Aveugle, comte de Luxembourg, roi de Bohême. Johann der Blinde, Graf von Luxemburg, König von Böhmen (1296-1346). Actes des 9es Journées Lotharingiennes. Tagungsband der 9es Journées Lotharingiennes 1996, hg. von M. Pauly, Luxemburg 1997 (Publications du CLUDEM, 14; Publications de la Section Historique de l'Institut Grand-ducal de Luxembourg, 65).

Aus dem Inhalt:

Seibt, F., Johann der Blinde in der Historiographie; Hilsch, P., Johann der Blinde in der deutschen und böhmischen Chronistik seiner Zeit; Voltmer, E., Johann der Blinde in der italienischen und französischen Chronistik seiner Zeit; Martin, G. H., John the Blind: The English Narrative Sources; Moraw, P., Über den Hof Johanns von Luxemburg und Böhmen; Hlavácek, I., Verwaltungsgeschichtliche Bemerkungen zum Itinerar Johanns von Luxemburg; Schubert, E., Die deutsche Königswahl zur Zeit Johanns des Blinden; Spevacek, J. †, Johann von Luxemburg als König von Böhmen; Reichert, W., Johann der Blinde als Graf von Luxemburg; Margue, M., Memoria et fundatio. Religiöse Aspekte des Herrscherverständisses eines Landesherrn in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts; Pauly, M., "Pour ladicte ville faire mouteplier". Städte- und Handelspolitik Johanns des Blinden in der Grafschaft Luxemburg; Zemlicka, J., Die Städtepolitik Johanns von Luxemburg im Königreich Böhmen; Butz, R., König Johann von Böhmen und die Städte in der Oberlausitz; Falkowski, W., La politique de Jean de Luxembourg vis-à-vis de la Pologne; Burgard, F.; Reichert, W., König Johann von Böhmen und Erzbischof Balduin von Trier; Menzel, M., König Johann von Böhmen und die Wittelsbacher; Contamine, P., Politique, culture et sentiment dans l'Occient de la fin du Moyen Age: Jean l'Aveugle et la royauté française; Härtel, R., Die Italienpolitik Johanns von Böhmen; Felten, F. J., Johann der Blinde und das Papsttum; Jäschke, K.-U., Trennungen. Über das Verhältnis König Johanns von Böhmen zu seinen Eltern: Römerkönigin Margarete und Römerkaiser Heirnich VII.; Thomas, H., Vater und Sohn. König Johann und Karl IV.; Veldtrup, D., Ehen aus Staatsräson. Die Familien- und Heiratspolitik Johanns von Böhmen; Bellwald, L., Das Augenleiden Johanns des Blinden aus medizinhistorischer Sicht; Atten, A., Die Luxemburger in der Schlacht von Crécy; Maas, J., Johann der Blinde, emblematische Heldengestalt des luxemburgischen Nationalbewußtseins im 19. und 20. Jahrhundert; Irsigler, F., Schlußfolgerungen.

Jorzik, R.: Herrschaftssymbolik und Staat. Die Vermittlung königlicher Herrschaft im Spanien der frühen Neuzeit (1556-1598), Wien, München 1998 (Studien zur Geschichte und Kultur der iberischen und iberoamerikanischen Länder, 4).

Jousselin, R.: Au couvert du roi. XVIIe-XVIIIe siècles, Paris 1998.

Jütte, R.: Krankheit bei Hofe. Zwischen Aderlaß und Holzkur, in: Damals 2 (1999).

Kaiser Heinrich VI. Ein mittelalterlicher Herrscher und seine Zeit. Mit Beitr. von G. Baaken, P. Csendes, T. Kölzer u.a., Göppingen 1998 (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, 17).

Kathol, P.: Alles Erdreich ist Habsburg Untertan. Studien zu genealogischen Konzepten Maximilians I. unter besonderer Berücksichtigung der "Fürstlichen Chronik" Jakob Mennels, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 106 (1998), S. 365-376.

Kaufmann, T. DaCosta: Höfe, Klöster und Städte. Kunst und Kultur in Mitteleuropa 1450-1800. Übers. aus dem Englischen, Köln 1998.

Kerth, S.: Der landsfrid ist zerbrochen. Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13.-16. Jahrhunderts, Wiesbaden 1998 (Imagines Medii Aevi, 1).

Kintzinger, M., Westbindungen im spätmittelalterlichen Europa. Auswärtige Politik zwischen dem Reich, Frankreich, Burgund und England in der Regierungszeit Kaiser Sigmunds, Sigmaringen 1999 (Mittelalter-Forschungen, 2).

[Von außen wie im Inneren seiner Reiche fand sich Sigmund von Luxemburg (seit 1387 König von Ungarn, ab 1410/11 deutscher König) mit vielfältigen Bedrohungen und Spannungen konfrontiert. Sie verlangten nach einer die Grenzen übergreifenden Politik in Westeuropa. Die Türkengefahr im Osten, die Hussitenunruhen und die Anliegen der Kirchenreform erforderten internationales Zusammenwirken, um Stabilität und Frieden des Abendlandes zu sichern. Tiefgreifende Zerwürfnisse im Frankreich des kranken Karls VI. und der englisch-französische Krieg wirkten zudem polarisierend. Eine programmatische, aber auch flexible Befriedungspolitik im Westen war geboten. Sigmund schöpfte hierfür aus dem Reservoir der in seiner Zeit gegebenen Handlungsmöglichkeiten auswärtiger Politik: dynastischer und vertraglicher Bindungen, sorgfältig gestalteter Diplomatie und persönlicher Kontakte der Fürsten, eines engen Netzes von einheimischen und auswärtigen Vertrauten, einer ideell überhöhten Friedens- und Vermittlungspolitik. Seine Außenpolitik wird damit auch zum Zeugnis für Transfer und praktische Leistungsfähigkeit von Kulturtechniken der Verständigung zwischen den europäischen Höfen. Universalansprüche und Traditionsbezug einerseits, Kleinräumigkeit der politischen Konzeption und überraschend erscheinende Bündniswechsel andererseits standen häufig nebeneinander. Die überkommene Nähe zu Frankreich-Burgund blieb dauerhaftes Ziel, wurde aber vorübergehend zugunsten einer Allianz mit England aufs Spiel gesetzt. Sigmunds auswärtige Politik im Westen Europas ist insgesamt als eine von weitgesteckten Zielen bestimmte, aber auch die Erfordernisse im Einzelfall auslotende pragmatische Politik zu beschreiben. Sie zeigt exemplarisch die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Politik in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Kapitelüberschriften: Dynastie und Vertrag: Das erste Jahrzehnt der Regierung im Reich zwischen Tradition und Pragmatik. - Familiares Regis und Gesandte: Diplomatie zwischen Gefolgschaft und Funktion. - Ritterkultur und Repräsentation: Selbstverständnis und Ausdrucksformen gegenseitiger Bindung. - Reich und Grenzregion: Anforderungen und Rezeption im letzten Jahrzehnt der Regierung.]

Kisby, F.: Music and Musicians in Royal, Ducal, Imperial and Papal Courts to c.1700: an Introductory Bibliography, in: The Court Historian III, 1 (1998), S. 37-48.

Klotz, H.: Geschichte der deutschen Kunst. Bd. 1: Mittelalter 600-1400, München 1998.

Knecht, R. J.: Catherine de' Medici, London 1998.

Kohl, B. G.: Padua under the Carrara, 1318-1405, Baltimore 1998.

König, E.: Die Très Belles Heures von Jean de France Duc de Berry. Ein Meisterwerk an der Schwelle zur Neuzeit, München 1998.

Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., hg. von P. Wende, München 1998.

Kubinyi, A.: König und Volk im spätmittelalterlichen Ungarn. Städteentwicklung, Alltagsleben und Regierung im mittelalterlichen Ungarn, Herne 1998 (Studien zur Geschichte Ungarns, 1).

Kurmainz, das Reichserzkanzleramt und das Reich am Ende des Mittelalters und im 16. und 17. Jahrhundert, hg. von P. C. Hartmann, Stuttgart 1998 (Geschichtliche Landeskunde, 47).

Aus dem Inhalt:

Roll, C., "Sin lieb sy auch eyn kurfurst ..." Zur Rolle Bertholds von Henneberg in der Reichsreform, S. 5-44; Decot, R., Albrecht von Brandenburg als Reichserzkanzler, S. 45-68; Lanzinner, M., Die Rolle des Mainzer Erzkanzlers auf den Reichstagen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 69-88; Leeb, J., Die Stellung des Mainzer Kurfürsten und Reicherzkanzlers zu den anderen Kurfürsten auf dem Kurfürstentag: Das Beispiel 1558, S. 89-120; Neuhaus, H., Die Rolle der Mainzer Kurfürsten und Erzkanzler auf Reichsdeputations- und Reichskreistagen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 121-136; Schmidt, G., Die Beziehungen der protestantischen Reichsstände zum Reichserzkanzler im 16. Jahrhundert, S. 137-152; Sellert, W., Der Mainzer Reichserzkanzler und die Reichshofratsordnungen, S. 153-172; Beyer, N., Künstlerischer Ausdruck der Ansprüche und Stellung der Mainzer Erzbischöfe in der frühen Neuzeit: Das Beispiel von Grabdenkmälern, S. 173-206; Amann, K., Konfessionalisierung und Sozialdisziplinierung in Kurmainz unter den Reichserzkanzlern und Erzbischöfen von Mainz in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 207-222; Rödel, W. G., Mainz als kurfürstliche Residenzstadt im 16. und 17. Jahrhundert, S. 223-239.

Larsson, L. O.: Adrian de Vries in Schaumburg, Stuttgart 1998.

Die Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein. Edition und Kommentar, Bd. 1: 1382-1419, hg. von A. Schwob unter Mitarbeit von K. Kranich-Hofbauer, U. M. Schwob, B. Spreitzer, Wien 1999.

Leonardo a Piombino e l'idea della città moderna na tra Quattro e Cinquecento, hg. von A. Fara, Florenz 1999.

Reichsstädtische Libertät und habsburgisches Kaisertum, hg. von H. Durchhardt und M. Schnettger, Mainz 1999 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Beiheft 48. Abteilung Universalgeschichte).

Lietzmann, H.: Valentin Drausch und Herzog Wilhelm V. von Bayern. Ein Edelsteinschneider der Spätrenaissance und sein Auftraggeber, München 1998.

Mittelalterliche Literatur und Kunst im Spannungsfeld von Hof und Kloster, hg. von N. F. Palmer, H.-J. Schiewer, Tübingen 1999.

Losse, M.: "... die stolzen Zeugen der ruhmreichen Vergangenheit". Anmerkungen zur Rezeption von Burgen und Schlössern an der Lahn, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 103 (1998), S. 39-70.

Lottes, G.: Die politische Raumordnung Europas vom späten Mittelalter bis zum Wiener Kongress, Stuttgart 1999.

Lübke, C.: Fremde im östlichen Europa. Von Gesellschaften ohne Staat zu verstaatlichten Gesellschaften (9.-11. Jahrhundert), Köln, Weimar 1999 (Ostmitteleuropa in Vergangenheit und Gegenwart, 23).

Ludica, annali di storia e civiltà del gioco 2, 1996.

Aus dem Inhalt:

Carte da gioco e giochi di carte/Card games and playing cards/Cartes à jouer et jeux de cartes/Spielkarten und Kartenspiele

Ortalli, G., Giovanni Cagnolo e don Messore: un laboratorio per la fabbricazione dei tarocchi alla corte di Borso d'Este; Franceschini, A., Note d archivio sulle carte ferraresi; Ortalli, G., The Prince and the playing cards. The Este family and the role of courts at the time of the Kartenspiellnvasion; Holländer, B., Das Ambraser Hofämterspiel; Mehl, J.-M., Les rois de France et les cartes a jouer.

Ludica, annali di storia e civiltà del gioco 3, 1997.

Aus dem Inhalt:

Materiali per un colloquio: Jeux, culture et sociétés du Moyen Age au XX siècle

Muchembled, R., Jeux, cultures et sociétés; Ortalli, G., The Origins of the Gambler-State. Licenses and Excises for Gaming Activities in the XIII and XIV Centuries (and the Case of Vicenza); van den Neste, E., La fète des trente et un rois de Turnai, un jeu de role au xive siècle; Alexandre-Bidon, D., La vie en miniature: dinettes et poupées à la fin du Moyen Age; Grunberg, B., Jeux et fètes en Nouvelle Espagne (XVIe siècle-début XVIIe); Beimas, E.: Jeu et civilisation des mśurs: le jeu de paume à Paris du xvie au xvlle siècle

Lugares de poder - Europa séculos XV a XX. Lieux de pouvoir - Europe XVe-XXe siècles. Places of Power - Europe 15th to 20th centuries, hg. von G. Sabatier, R. C. Gomes, Acarte 1998.

Aus dem Inhalt:

Sabatier, G., Lieux de pouvoir et résidences royales en France, XVe-XVIIIe, S. 42ff.; Gomes, R. C., Monarquia e território: residências reais portuguesas, séculos XIV a XVI, S. 84ff.; Polleross, F., Ubi Caesar ibi Roma est - Les résidences des Habsbourg dans les états patrimoniaux, XVIe-XVIIIe, S. 106ff.; Persson, F., A solar system. Swedish royal residences during the 17th and 18th centuries, S. 142ff.; Florescu, R., The Hradchany during the period of Rudolph II: site and seat of numerous powers, 1552-1612, S. 158ff.; Buescu, A. I., Uma sepultura para o rei. Morte e memória na trasladação de D. Manuel (1551), S. 184ff.; Vieiria, J. C., Palácio Nacional de Sintra: o poder de um lugar, séculos XV a XIX, S. 204ff.; Bertelli, S., The residential structure of the Grand Duke of Tuscany, 16th to 19th centuries, S. 226ff.; Loach, J., Lyon versus Paris: claiming the status of Capital in the middle of the 17th centuries; Bertrand, G., L'impossible invention d'une capitale: Milan à la fin du XVIIIe siècle, S. 286ff.; Dujardin, P., Lyon, la Basilique et la Préfecture ou le lieu du politique à la fin du XIXe siècle, S. 314ff.; Messina, M. G., A non-exist building for an imperial dictatorship: the competition for the Palazzo Littorio, 1934, S. 338ff.; Joly, J., La France des années 60. Le pouvoir sans lieux ou la monumentalité inversée, S. 364ff.; Florescu, I., Casa Republicii: the Bucharest of Ceausescu, S. 392ff.

Maier, M.: Standesbewußte Stiftsdamen. Stand, Familie und Geschlecht im adligen Damenstift Olsberg 1780-1810, Köln, Weimar 1999.

Mazouer, C.: Le théâtre français du moyen âge, Paris 1998.

McDermott, J. P.: Court and state ritual in China, Cambridge 1998 (University of Cambridge Publications).

Mélanges Jean Favier, Paris 1999.

Aus dem Inhalt:

Kammerer, O., Métropoles épiscopales sans evêques, Essai de comparaison entre Metz et Strasbourg au XIIIe siècle, S. 170-184; Tenenti, A., Pouvoir princier et structure des villes capitales en Italie, XVe-XVIe siècle, S. 239-245; Lalou, E., Enguerran de Marigny et l'évolution du métier de la Chambre du roi, S. 269-278; Contamine, P., Réformer l'Etat, rationaliser l'administration, à propos du contrôle des finances publiques, 1456-1461, S. 388-396; Kerhervé, J., Jetons et histoire en Bretagne au XVe siècle, S. 412-224; Barbiche, B., Homme d'affaires et pieux fondateur, Aubert de Guignicourt, procureur à la cour pontificale d'Avignon, S. 556-564.

Metternich, W.: Burgen in Irland. Herrschaftsarchitektur im Hochmittelalter, Darmstadt 1999.

The Military Orders: Welfare and Warfare, hg. von H. Nicholson, Aldershot 1998.

Musacchio, J. M., The art and ritual of childbirth in Renaissance Italy, New Haven 1999.

Neuber, H.: Beiträge zur Geschichte der Burg Hauneck im Spätmittelalter, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 103 (1998), S. 19-38.

Nolte, C.: Ir seyt ein frembs weib, das solt ir pleiben, dieweil ihr lebt. Beziehungsgeflechte in fürstlichen Familien des Spätmittelalters, in: Geschlechterdifferenz im interdisziplinären Gespräch, hg. von D. Ruhe, Würzburg 1998 (Kolloquium des Interdisziplinären Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien an der Ernst Moritz Arndt-Universität Greifswald), S. 11-41.

Nuding, M.: Die Universität, der Hof und die Stadt um die Wende zum 15. Jahrhundert: Fragen an die ältesten Heidelberger Rektoratsakten, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 146 (1998), S. 197ff.

Oakeshott, E.: Records of the Medieval Sword, Suffolk 1998.

Oakeshott, E.: The Sword in the Age of Chivalry, Suffolk 1998.

Opitz, K.: Geschichte im höfischen Roman. Historiographisches Erzählen im "Eneas" Heinrichs von Veldeke, Heidelberg 1998 (Germanisch-Romanische Monatsschrift, Beihefte, 14).

Opll, F.: Leben im mittelalterlichen Wien. Wien, Köln, Weimar 1998.

Ortner, A.: Petrarcas Trionfi in Malerei, Dichtung und Festkultur. Untersuchungen zur Entstehung und Verbreitung eines florentinischen Bildmotivs auf cassoni und deschi da parto des 15. Jahrhunderts, Weimar 1998.

Fünf Palästina-Pilgerberichte aus dem 15. Jahrhundert, hg. von R. Herz, D. Huschenbett, F. Sczesny, Wiesbaden 1998 (Schriften des Sonderforschungsbereichs 226 Würzburg/Eichstätt, 33).

Palazzo Te a Mantova, hg. von A. Belluzzi, 2 Bde. (Bildatlas und Textband), Modena 1998 (Mirabilia Italiae, 8).

Papsturkunden und europäisches Urkundenwesen. Studien zu ihrer formalen Kohärenz (11. bis 15. Jahrhundert), hg. von P. Herde, H. Jakobs, Köln, Weimar 1999 (Archiv für Diplomatik, Beiheft 7).

Pérouse de Montclos, J.-M.: Fontainebleau, Paris 1998.

Petrat, G.: Die letzten Narren und Zwerge bei Hofe. Reflexionen zu Herrschaft und Moral in der Frühen Neuzeit, Bochum 1998.

Pils, S. C.: Hof/Tratsch. Alltag bei Hof im ausgehenden 17. Jahrhundert, in: Wiener Geschichtsblätter 53 (1998), S. 77-99.

Piponnier, F.; Mane, P.: Dress in the Middle Ages, London 1997.

Pischke, G.: Die Grafen von Northeim im "Land an der Werra", in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 103 (1998), S. 3-18.

Poeschel, S.: Alexander Maximus. Das Bildprogramm des Appartamento Borgia im Vatikan, Weimar 1998.

Polleross, F. B.: Tradition und Recreation. Die Residenzen der österreichischen Habsburger in der Frühen Neuzeit, in: Majestas 6 (1998), S. 91-148.

Les princes et l'histoire du XIVe au XVIIIe siècle. Actes du colloque organisé par l'université de Versailles-Saint-Quentin et l'Institut Historique Allemand, Paris-Versailles, 13-16 mars 1996, hg. von C. Grell, W. Paravicini, J. Voss, Bonn 1998 (Pariser Historische Studien, 47).

Aus dem Inhalt:

Moyen Age/ Mittelalter

Graf, K., Fürstliche Erinnerungskultur. Eine Skizze zum neuen Modell des Gedenkens in Deutschland im 15. und 16. Jahrhundert, S. 1-12; Moeglin, J.-M., L'histoire des princes et la cristallisation du sentiment d'identité régionale: du comté de Toulouse au landgraviat de Hesse (XIIIe-XVe siècles), S. 13-42; Mérindol, C. de, Les princes et l'usage de l'histoire à la fin de l'époque médiévale: le témoignage des 'images', S. 43-66; Neddermeyer, U., Darümb sollen die historien billich fürsten bücher sein und genennet werden. Universalhistorische Werke als Ratgeber der Fürsten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, S. 67-108; Marchal, G. P., Dans les traces des aïeuls: les usages de l'histoire dans une société sans prince (XVe-XVIIIe siècles), S. 109-122; Sprandel, R., Die Rechtfertigung des Krieges durch die Hofchronisten im spätmittelalterlichen Deutschland, S. 123-140; Iwanczak, W., L'empereur Charles IV et son attitude face à l'histoire, S. 141-150; Nolte, C., Fürsten und Geschichte im Nordosten des spätmittelalterlichen Reiches. Zur literarischen Gestaltung der Jerusalemreise Herzog Bogislaws X. von Pommern, S. 151-170; Koczerska, M., L'amour de la patrie et l'aversion pour la dynastie: exemple de Jan Dlugosz, historiographe des Jagellon, S. 171-180; Wilska, M., Les ducs de Mazovie du XVe siècle devant l'histoire ou la petite et la grande patrie, S. 181-188; Jones, M., Un prince et son biographe: Jean IV, duc de Bretagne (1364-1399) et Guillaume de Saint-André, S. 189-204; Zingel, M., Les princes et l'histoire. L'exemple des ducs Valois de Bourgogne, S. 205-220; Ehlers, J., Philippe de Commynes und die Fürsten dieser Welt. Von der Heilsgeschichte zur Pragmatik, S. 221-230; Contamine, P., Une chronique pour un prince? La "Geste des nobles François", S. 231-242; Melville, G., Geschichte im Diskurs. Zur Auseinandersetzung zwischen Herolden über die Frage: Qui est le royaume chrestien qui plus est digne d'estre approuché d'Onneur? S. 243-262; Genet, J.-P., Les princes anglais et l'histoire à la fin du Moyen Age, S. 263-298; Clough, C., Federico da Montefeltro's concept and use of history, S. 297-326; Fubini, R., Machiavelli, i Medici e la storia fiorentina nel Quattrocento, S. 327-338; Oexle, O. G., Adel, Memoria und kulturelles Gedächtnis. Bemerkungen zur Memorial-Kapelle der Fugger in Augsburg, S. 339-358.

Temps Modernes/Neuzeit

Müller, R. A., Historia als Regentenhilfe. Geschichte als Bildungsfach in deutschen Fürstenspiegeln des konfessionellen Zeitalters, S. 359-372; Ribhegge, W., Erasmus von Rotterdam und der burgundische Hof. Die "Institutio princepis christiani" (1516), S. 373-402; Alazard, F., Sur le livret relatant l'entrée de Marguerite d'Autriche à Pavie en 1599. Le Prince au service d'une histoire municipale, S. 403-418; Kakolewski, I., Politische Testamente und Fürstenspiegel als Instrumente der fürstlichen Politik im Herzogtum Preußen und in Polen-Litauen im 16. Jahrhundert, S. 419-426; Polleross, F., Alexander redivivus et Cleopatra nova. L'identification avec les héros et héroïnes de l'histoire antique dans le 'Portrait historié', S. 427-472; Ranum, O., L'histoire entre la pédagogie princière et la philosophie des années 1630-1640. Les exemples de Sorel et de Gomberville, S. 473-482; Currey, K., 'Au temple de mémoire': princes of the House of Lorraine and their historical image in ducal pompes funèbres 1608-1624, S. 483-498; Schmid, A., Die "Bavaria sancta et pia" des P. Matthäus Rader SJ, S. 499-522; Kleber, H., Louis XIV mémorialiste. La genèse des "Mémoires" de Louis XIV, S. 523-534; Grell, C., La monarchie française et l'histoire au XVIIe siècle. Etat des recherches en France, S. 535-554; Osterwalder, F., Der Prinz über der Geschichte. Die jansenistische Prinzenerziehung als Modell für die Erziehung des Bourgeois, S. 555-572; Mormiche, P., Le cardinal de Fleury et l'éducation de Louis XV d'après "L'abrégé de l'histoire de France, rois de la première et de la deuxième race", S. 573-590; Kalmàr, J., Le rôle de l'éducation de l'empereur Charles VI dans la formation de ses principes du gouvernement, S. 591-598; Skuncke, M.-C., L'histoire dans l'éducation de Gustave III de Suède, S. 599-604; Malettke, K., L'électeur Guillaume Ier de Hesse-Cassel: "Mèmoires de ma vie", S. 605-618; Quantin, J.-L., Croisades et supercroisades: les "Histoires" de Maimbourg et la politique de Louis XIV, S. 619-644.

Pracht und Herrlichkeit. Adelig-fürstliche Lebensstile im 17. und 18. Jahrhundert, hg. von P.-M. Hahn und H. Lorenz, Berlin 1998.

Die Pracht der Medici. Florenz und Europa, hg. von C. A. Luchinat, München 1998.

Raunet, J.: Loches, logis royaux, triptique de la Passion, in: Les cahiers de rencontre avec le patrimoine religieux 3 (1995), S. 110-125.

Rauzier, J.: Les approvisionnements de la cour de Philippe le Hardi, duc de Bourgogne (1371-1384), Annales de Bourgogne 70 (1998), S. 5-29.

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), hg. von H. Koller, P.-J. Heinig. Nach Archiven und Bibliotheken geordnet. CD-Rom-Ausgabe erarb. von D. Rübsamen. H. 1-10 mit Sonderbd. 1: Regesta chronologico-diplomatica Friderici III. Romanorum Imperatoris (Regis IV.), bearb. v. J. Chmel, Wien 1838/40. Register erarb. v. D. Rübsamen und P.-J. Heinig, Köln, Weimar 1998 (Regesta Imperii, I).

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), hg. von H. Koller, P.-J. Heinig. Nach Archiven und Bibliotheken geordnet. H. 11: Die Urkunden und Briefe aus den Archiven und Bibliotheken des Freistaates Sachsen. Bearb. von E.-M. Eibl, Wien, Weimar, Köln 1998.

Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347), hg. von P. Acht. Nach Archiven und Bibliotheken geordnet. H. 4: Die Urkunden aus den Archiven und Bibliotheken des Elsasses (Département Haut- und Bas-Rhin). Bearb. von J. Wenzel, Köln, Weimar, Wien 1998.

Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347), hg. von P. Acht. Nach Archiven und Bibliotheken geordnet. H. 5: Die Urkunden aus den Archiven und Bibliotheken im Regierungsbezirk Schwaben (Bayern). Bearb. von M. Menzel, Köln, Weimar, Wien 1998.

Das Register der welfischen Herzöge Bernhard und Heinrich für das Land Braunschweig 1400-1409 (-1427). Bearb. von U. Schwarz, Hannover 1998 (Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Landesgeschichte, 34; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 25).

Reimann, H.: Der niedere Adel im Umfeld mecklenburgischer und pommerscher Fürsten zur Zeit beginnender deutschrechtlicher Veränderungen der Siedlungsstruktur in Mecklenburg und Westpommern (Ende 12. - 1. Hälfte 13. Jahrhundert), in: Zeitschrift für Ostmitteleuropaforschung 47 (1998), S. 502-519.

Renaissancekultur und antike Mythologie. hg. von B. Guthmüller und W. Kühlmann, Tübingen 1999 (Frühe Neuzeit, 50).

Reiße-Beschreibung Niclas von Popplau, Ritters, bürtig von Breßlau. Vorwort und Kommentar von P. Radzikowski. Übersetzung von Vorwort, Bemerkungen und Annex nach der polnischen Ausgabe: P. Radzikowski, D. Radzikowski, Krakau 1998.

Renoux, A.: Palais princières, royaux et épiscopaux normanno-angevins (Xe-XIIIe siècle), in: Cavalieri alla conquista del Sud. Studi sull'Italia normanna in memoria di Léon-Robert Ménager, hg. von E. Cuozzo e J.-M. Martin, Rom 1998, S. 23-56.

Die Repräsentation der Gruppen. Texte, Bilder, Objekte, hg. von O. G. Oexle und A. von Hülsen-Esch, Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Max-Planck Instituts für Geschichte, 141).

[Die mittelalterliche Gesellschaft kann nicht nur als Gefüge von Ständen und Schichten betrachtet werden, sondern auch als Gefüge von unterschiedlich konstituierten und strukturierten Gruppen. Zu nennen sind hier beispielsweise Adelsgeschlechter, Klosterkonvente, die Familie, die Verwandtschaft, das 'Haus', aber auch Einungen wie Gilden, Zünfte, Bruderschaften, Universitäten sowie bäuerliche und städtische Kommunen. Vereinbarte Regeln und Normen drücken die Ziele der Gruppe aus und bestimmen die Vorstellungen über die Gruppe sowohl bei den Mitgliedern als auch bei Außenstehenden.

Die Autoren dieses Bandes untersuchen die Repräsentation von solchen Gruppen in der Gesellschaft des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Die Medien, die der Repräsentation dienen, sind vielfältig: Das Spektrum reicht hier von Gemälden, Grabmälern, Grabbildern und Wappen über 'Zunftaltertümer' und Kleidung bis zu Patrizierstammbüchern und Gelehrtenstammbüchern. Es geht also um die Darstellung von Gruppen in Texten, Bildern und Objekten, um die Vorstellungen von diesen Gruppen und um symbolische Stellvertretung, die in Bildern und Denkmälern ausgeübt werden kann. Von Historikern und Kunsthistorikern geschrieben, ist dieser Band ein anregendes Beispiel für die Zusammenarbeit von Geschichtswissenschaft und Kunstgeschichte.]

Richard II: the art of kingship, hg. von A. Goodman u.a., Oxford 1999.

Ancient and Medieval Rites of Passage. Bd. 1: A History of Young People in the West, hg. von G. Levi, J.-C. Schmitt, London 1997.

Aus dem Inhalt:

Marchello-Nizia, C.: Courtly chivalry.

Roehmer, M.: Burg Friedestrom in Zons: Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung, Siegburg 1998.

Rösch, S. und G.: Kaiser Friedrich II. und sein Königreich Sizilien, Sigmaringen 1998.

Roesener, W.: Adelsherrschaft als kulturhistorisches Phaenomen. Paternalismus, Herrschaftssymbolik und Adelskritik, in: Historische Zeitschrift 268 (1999), S. 1-33.

Roux, B.: Les dialogues de Salmon et Charles VI. Images de pouvoir et enjeux politiques, Genf 1998.

Runneburg in Weißensee. Amtlicher Führer der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, bearb. von M. Kirchschlager, B. Lohmann, T. Stolle, München 1998.

Sachs, B.: Prunkvoller Dachsbau. Höfischer Glanz: Das Thurn-und-Taxis-Museum in Regensburg, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. Dezember 1998.

Aus den Sammlungen der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt. Drucke, Handschriften und Autographen des 15. bis 20. Jahrhunderts, hg. von M. Schütterle, Rudolstadt 1998 (Schriften der Historischen Bibliothek der Stadt Rudolstadt, 3).

Saudan-Skira, S.: Orangeries: Palaces of Glass. Their History and Development, Köln 1998.

Schloß Molsdorf mit Park. Amtlicher Führer der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, bearb. von S. Schürholz und G. Thimm, München 1998.

Schmid, K.: Geblüt - Herrschaft - Geschlechterbewußtsein. Grundfragen zum Verständnis des Adels im Mittelalter. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Dieter Mertens und Thomas Zotz, (Vorträge und Forschungen, 44), Sigmaringen 1999.

[Die 1993 von Karl Schmid ins Auge gefaßte Publikation seiner Habilitationsschrift nach über drei Jahrzehnten sollte nach der Vorstellung des Autors mit einer breiten, nicht zuletzt von ihm selbst geleisteten Einbeziehung der seither fortgeschrittenen Erforschung des mittelalterlichen Adels verbunden werden. Nachdem Schmids Tod im November 1993 diesen Plan in seiner ursprünglichen Form unmöglich gemacht hat, hielten die mit der postumen Veröffentlichung betrauten Herausgeber es für angebracht, in der Einleitung zu diesem Werk neben einer Skizze von Schmids wissenschaftlichem Werdegang und neben einer knappen Einordnung der Habilitationsschrift in sein Gesamtoeuvre die Rezeption der Forschungen Karl Schmids zum mittelalterlichen Adel, wie sie in seinen wegweisenden Veröffentlichungen der späten fünfziger Jahre greifbar wurden, darzustellen. An der starken, bis in die jüngste Zeit fortdauernden Resonanz in der deutschen wie internationalen Mediävistik läßt sich die anregende, zu Zustimmung wie Kritik herausfordernde Kraft der Schmid-These ablesen, die mit der Erörterung adliger Familienstruktur und adligen Geschlechterbewußtseins die Adelsforschung nach dem Zweiten Weltkrieg neu befruchtet hat. Vor solchem Hintergrund wird die früh von Karl Schmid gezogene Summe nun der wissenschaftlichen Öffentlichkeit übergeben.

Als Karl Schmid 1961 seine Habilitationsschrift über »Grundfragen zum Verständnis des Adels im Mittelalter« abschloß, hatte sein 1957 in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins erschienener Aufsatz »Zur Problematik von Familie, Sippe und Geschlecht, Haus und Dynastie beim mittelalterlichen Adel. Vorfragen zum Thema 'Adel und Herrschaft im Mittelalter'« bereits große Beachtung gefunden, namentlich durch Georges Duby. In diesen "Vorfragen" rückte Schmid den Zusammenhang zwischen dem Wandel der Herrschaftsformen und der Familienstruktur im hochmittelalterlichen Adel in den Mittelpunkt. Der leitende Aspekt der »Grundfragen« ist hingegen die wechselseitige Bezogenheit von Adel und Königtum: königliches Geblüt als Leitstern adeligen Geblütsdenkens, königliche Herrschaft als Vorbild adeliger Herrschaft, das Königtum als »höchste Verwirklichung des Geblüts«, »höchste Herrschaft« und »die früheste Gestaltwerdung adligen Geschlechts«. Durch diese Orientierung am Königtum sieht Schmid die Geschichte des Adels in Bewegung gehalten. Die Untersuchungen über das Verhältnis der stirps regia zum Adel sind daher von zentraler Bedeutung. Schmid zeigt, daß die je unterschiedlichen Lösungen des Problems, wie das Königtum den Adel gleichzeitig an sich zieht und auf Distanz hält, die Epochen des Königtums wie des Adels gliedern. Geblüt, Herrschaft und Geschlechterbewußtsein - diese Leitbegriffe gliedern die Arbeit - bezeichnen keine statischen Elemente. Schmid kommt es darauf an, die Bewegungen herauszuarbeiten, die die Geschichte des Adels ausmachen und die sich sowohl in unterschiedlichen Stufen der Ausprägung dieser drei Elemente selbst wie auch ihres Verhältnisses zueinander manifestieren. Schmid zielt nicht eigentlich auf eine Geschichte des Adels, sondern auf Einsichten in die Geschichtlichkeit von Adel.]

Schmitt, G.: Schlösser und Burgen am Bodensee. Bd. 1: Westteil: Von Maurach bis Arenenberg, Biberach 1998.

Schmitz, H.: Preussische Königsschlösser: Mit einem Nachwort zur Neuausgabe von G. Peschken, Berlin 1999.

Schock-Werner, B.: The Castle of Emperor Charles IV in Lauf: Residency for a projected new Territory, in: Bohemia 39, 1998.

Schreiner, P.: Konstantinopel - eine Stadt ohne Menschen? Reisende aus fünf Kulturkreisen berichten, in: Fernreisen im Mittelalter, hg. von F. Reichert, Berlin 1998 (Das Mittelalter 3, 1998, Heft 2), S. 127-139.

Schütte, U.: Das Fürstenschloß als "Pracht-Gebäude", in: Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit, hg. vom Thüringischen Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt durch Lutz Unbehaun unter Mitarbeit von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, München 1998 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 1), S. 15-29.

Schütte, U.: "Das gantze Haus" und seine Architektur. Land-und Hofleben in den frühneuzeitlichen Traktaten zur Ökonomie und Zivilbaukunst, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 36 (1997), S. 125-145.

Schwennicke, D.: Europäische Stammtafeln, Bd. 18: Zwischen Maas und Rhein, Frankfurt am Main 1998.

Sedlacek, I.: Die Neuf Preuses. Heldinnen des Spätmittelalters, Marburg 1997.

Selart, A.: Zur Sozialgeschichte der Ostgrenze Estlands im Mittelalter, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropaforschung 47 (1998), S. 520-543.

Serrano Larráyoz, F.: Banquetes de los principes de Viana a mediados del siglo XV, in: Principe de Viana 59 (1998), S. 689-718.

Sohn, A.: Die Kapetinger und das Priorat Saint-Martin-des-Champs im 11. und 12. Jahrhundert. Mit Ausblicken auf die Beziehungen zwischen dem Konvent und den englischen Königen, in: Francia 25/1 (1998), S. 77-121.

Southworth, J.: Fools and Jesters at the English Court, Strout 1998.

Specht, R.: Geschichte der Stadt Zerbst in 2 Bänden anläßlich der 1050 Jahrfeier, Dessau 1998.

Städte und Friedenskongresse, hg. von H. Duchhardt, Köln, Weimar 1999 (Städteforschung, Reihe A, 50).

Städtisches Gesundheits- und Fürsorgewesen vor 1800, hg. von P. Johanek, Köln, Weimar 1999 (Städteforschung, Reihe A, 49).

Die Landshuter Stadtresidenz. Architektur und Ausstattung, hg. von I. Lauterbach, K. Endemann und C.L. Frommel, München 1998 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, 14) [Siehe die Besprechung oben S. *ff.].

Stein, H.: Catalogue des actes de Charles le Téméraire (1467-1477). Mit einem Anhang: Urkunden und Mandate Karls des von Burgund, Graf von Charolais (1433-1467). Bearbeitet von Sonja Dünnebeil (Instrumenta, 3), Sigmaringen 1999.

[Karl der Kühne, Herzog von Burgund, Brabant und Limburg, Geldern und Lothringen, Graf von Flandern, Artois, Burgund, Hennegau, Holland, Seeland und Namur, Markgraf des Reichs und Herr von Friesland, Salins und Mecheln, herrschte als letzter der großen Burgunderherzöge über ein großes Machtgebilde, das quer zu allen heutigen Staatsgrenzen lag. Im Nachlaß des französischen Archivars Henri Stein (gest. 1940) zu Dijon fanden sich über 3000 Regesten von Urkunden und Mandaten Karls des Kühnen und seiner Beamten, die, bibliographisch und gelegentlich auch archivalisch ergänzt, einen guten Einblick in Organisation und Verwaltung seiner Herrschaft geben. Die Sammlung umfaßt weniger politische Staatsverträge als personelle und finanzielle Entscheidungen. Einen großen Teil der hier verzeichneten Schreiben bilden Ernennungsurkunden. Erhalten ist etwa die Bestallung Guillaume Hugonets zum Kanzler von Burgund, aber auch die Ernennungen zahlreicher Baillis, Lieutenants und anderer Amtsträger an den herzoglichen Behörden in Mecheln, Lille oder Brüssel, weiter von Ämtern am burgundischen Hof in der unmittelbaren Nähe des Herzogs: Stellen von Kammerherren, Hofmeistern oder Schenken. Es finden sich auch zahlreiche Mandate, in der eine burgundische Behörde angewiesen wird, an eine Person aus der Umgebung des Herzogs einen einmaligen Betrag oder eine regelmäßige Rente auszuzahlen. Genauso wichtig sind aber auch die Schreiben, die die Einkünfte für die herzogliche Schatulle regeln. Ausführliche Indizes für die angeführten Archive, Ausstellungsorte, Sekretäre sowie der genannten Personen und Orte erleichtern dem Benutzer den Zugang zu den Regesten. Zusammen mit dem 1995 veröffentlichten Inventar des Briefwechsels stellt das vorliegende Werk die Forschung zur bewegten Regierungszeit dieses europäischen Herrschers vor und nach seinem Regierungsantritt auf eine neue Grundlage.]

Steinmetz, T.: Zur Entstehung von Burg Collenberg am Main, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 50 (1998), S. 192-199.

Streetz, M.: Das Fürstentum Calenberg-Göttingen (1495/1512-1584), in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 70 (1998), S. 191-235.

Streich, B.: Das Amt Altenburg im 15. Jahrhundert. Eine Studie zur Praxis der Lokalverwaltung, Weimar 1999.

Strickhausen, G.: Burgen der Ludowinger in Thüringen, Hessen und dem Rheinland. Studien zu Architektur und Landesherrschaft im Hochmittelalter, Darmstadt 1998 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, 109).

Strohm, P.: England's empty throne. Usurpation and the language of legitimitation, 1399-1422, New Haven 1998.

Teuscher, S.: Hunde am Fürstenhof. Köter und "edle wind" als Medien sozialer Beziehungen vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Historische Anthropologie 6 (1998), S. 347-369.

Teuscher, S.: Bekannte - Klienten - Verwandte: Soziabilität und Politik in der Stadt Bern um 1500. Weimar, Wien 1998 (Norm und Struktur, 9).

Thiele-Dohrmann, K.: Kurtisanenfreund und Fürstenplage. Pietro Aretino und die Kunst der Enthüllung, Düsseldorf 1998.

Thirion, J.: Le Mobilier du Moyen Age et de la Renaissance en France, Paris 1998.

Tondel, J.: Eruditio et Prudentia: Die Schloßbibliothek Herzog Albrechts von Preußen: Bestandskatalog 1540-1548, Wolfenbüttel 1998 (Wolfenbütteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens, 30).

Tremp, E.: Auf dem Weg in die Moderne: Peter II. von Savoyen und die Anfänge von Territorialstaatlichkeit im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift für historische Forschung 25 (1998), S. 481-507.

Tzermias, P.: Geschichte der Republik Zypern. Mit Berücksichtigung der historischen Entwicklung der Insel während der Jahrtausende, 3., überarb. und aktualisierte Aufl., Tübingen 1998.

Ulfers, E.: Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, in: Frühneuzeit-Info, hg. vom Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit, Jg. 9, Heft 2 (1998), S. 269-272.

Urkundenbuch zur Geschichte der Herrschaft Plesse, bearb. von J. Dolle, Hannover 1998 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 37 = Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter, 26).

La vie de château. Architecture, fonctions et représentations des châteaux et des palais du Moyen-Age à nos jours. Textes réunis par F.-X. Cuche, Straßburg 1998.

Wackernagel, R.: Staats- und Galawagen der Wittelsbacher. Kutschen, Schlitten und Sänften aus dem Marstallmuseum Schloß Nymphenburg, 2 Bde. Stuttgart 1999.

Wagner, Y.: Prinzen, Mütter und Erzieher. Zum Bildungsverhalten des preußisch-deutschen Hofes, in: Archiv für Kulturgeschichte 80 (1998), S. 351-373.

Walker, J.: Gambling and Venetian Noblemen c. 1500-1700, in: Past and Present 162 (1999), S. 28-69.

Watanabe-Kelly, H.; Simon, A.: Bibliography of European Court Festivals, 1500-1800, London 1998.

Barocke Weltenbilder. Franz Joachim Beich. Hofmaler des bayrischen Kurfürsten Max Emanuel. Ausstellungskatalog des Zeppelin Museums Friedrichshafen, Friedrichshafen 1998.

Wenzel, M.: Tagungsbericht "Das Frauenzimmer", 6. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen (Dresden 1998), in: Kunstchronik 52, Heft 4 (1999), S. 143-146.

Werner, K. F.: Einheit der Geschichte. Studien zur Historiographie, hg. von W. Paravicini, Sigmaringen 1999 (Beihefte der Francia, 45).

[Die Einheit der Geschichte verbindet geschehene und reflektierte Geschichte um den Zentralbegriff Historia in allen Sprachen der lateinischen Welt, und dies in der Kontinuität ihrer literarischen Gattungen. Diese umfassen auch den nichthistorischen Niederschlag des Geschehens in Epos, Legende und Fabel, aus denen erlebte Geschichte sehr konkret geschöpft, ja rekonstruiert werden kann. Alle Elemente dieser einen Geschichte werden jetzt, nach der Überwindung nationaler Verengungen, wieder in europäischer Fülle verstanden. Im vorliegenden Band sind Arbeiten von Karl Ferdinand Werner vereint, die Beispiele für diese Fülle geben und die zu jener Neuinterpretation beigetragen haben.]

Aus dem Inhalt:

I. Orientierungsprobleme der Moderne, Wiederentdeckung Europas

Das "Europäische Mittelalter". Glanz und Elend eines Konzepts, S. 3-15; D'où l'Europe nous vient-elle? S. 16-28; L'historien et la notion d'Etat, S. 29-41; Vergangene Staaten- und Völkerwelt. Eine Herausforderung für die internationale Organisation der Historiker, S. 42-47; Historisches Seminar - Ecole des Annales. Zu den Grundlagen einer europäischen Geschichtsforschung, S. 48-85.

II. Lateinische Historiographie und Hagiographie in der Welt Gottes

Gott, Herrscher und Historiograph. Der Geschichtsschreiber als Interpret des Wirkens Gottes in der Welt und Ratgeber der Könige (4. bis 12. Jahrhundert) , S. 89-119; Adel - "Mehrzweck-Elite" vor der Moderne? S. 120-135; Zur Arbeitsweise des Regino von Prüm, S. 136-156: Der Autor der Vita sanctae Chrothildis. Ein Beitzrag zur Idee der "heiligen Königin" und des "Römischen Reiches" im X. Jahrhundert, S. 157-191; Die literarischen Vorbilder des Aimon von Fleury und die Entstehung seiner "Gesta Francorum" , S. 192-226; La légende de saint Alexis: un document sur la religion de la haute noblesse vers l'an mil, S. 227-242. Ademar von Chabannes und die Historica pontificum et comitum Engolismensium, S. 243-272.

Wieverlhove, H.: Tischbrunnen. Forschungen zur europäischen Tischkultur, Berlin 1998.

Wilska, M.: B» azen na dworze Jagiellonów, Warschau 1998 [Vorstellung oben S. *-*.].

Winkelbauer, T.: Fürst und Fürstendiener. Gundaker von Liechtenstein, ein österreichischer Aristokrat des konfessionellen Zeitalters, Wien München 1999 (Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsbände, 34).

Wüst, W.: Censur als Stütze von Staat und Kirche in der Frühmoderne. Augsburg, Bayreuth, Kurmainz und Württemberg im Vergleich. Einführung - Zeittafel - Dokumente, München 1998 (Schriften der Philosophischen Fakultäten der Universität Augsburg, 57).

Zeremoniell in der Krise. Störung und Nostalgie, hg. von B. Jahn, T. Rahn, C. Schnitzer, Marburg 1998.

 

 

Verschiedenes

  • Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, daß die homepage der Residenzen-Kommission seit dem 1. Januar 1999 eine neue Adresse hat (http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de). Die alte Seite wurde inzwischen bis auf die Postadresse entfernt und mit einem Link zur neuen Seite ausgestattet. Bitte ändern Sie dementsprechend Ihre 'bookmarks'. Natürlich stehen Ihnen wie gewohnt auch unter der neuen Adresse sämtliche Informationen und 'downloads' zur Verfügung. In diesem Zusammenhang möchten wir auch anregen, uns Hinweise auf für die Residenzenforschung relevante und wichtige Adressen im Internet zu schicken, auf die dann von unserer homepage aus verwiesen werden kann.

Neuerscheinungen zum Thema:

Reimann, B.: Internet für geisteswissenschaftliche Berufe. Auffinden, Auswahl, Gestaltung und Darbietung von Informationen im World-Wide-Web, Neuwied 1999.

Ohrmund, A.; Tiedemann, P.: Internet für Historiker. Eine praxisorientierte Einführung. Darmstadt 1999.

Interessante aktuelle Internet-Adressen:

Die frühe Neuzeit im Internet: Virtual Library Geschichte/Frühe Neuzeit:

http://www-geschichte.fb15.uni-dortmund.de/vl/fnz/fnz.htm

Geschichte im Internet: Linksammlung zu verschiedenen Epochen:

http://www-geschichte.fb15.uni-dortmund.de/ links/links.htm

  • Auch die Faxnummer der Residenzen-Kommission hat sich geändert. Sie lautet ab 1. April 1999 ebenso wie die Telefonnummer ([D] 04 31 - 8 80-14 84). Die technische Austattung ist zudem durch einen integrierten Anrufbeantworter vervollständigt worden.
  • Für die Erforschung der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte gewinnen die Rechnungen der öffentlichen, aber auch der privaten Haushalte zunehmend an Bedeutung. Allen denjenigen, die sich im Rahmen ihrer Arbeit mit Rechnungen beschäftigen, steht seit kurzem ein eigenes, COMPUTATIO genanntes Informations- und Diskussionsforum zur Verfügung, auf das hier eigens hingewiesen werden soll. Es handelt sich dabei um die von Dr. Otto Volk (Marburg) betreute Internetseite, die unter der Adresse

http://online-media.uni-marburg.de/ma_geschichte/computatio/

aufzurufen ist. Dort findet sich unter anderem eine Seite mit "Aktuellen Informationen" zu laufenden Forschungsvorhaben und anderen Arbeiten. Eine Diskussionsseite ist im Aufbau.

Besonderes Gewicht erhält COMPUATIO durch ein verstecktes Hilfsmittel, nämlich die von Otto Volk und Harm von Seggern (Kiel) erstellte und noch im weiteren Aufbau befindliche Spezialbibliographie zum Rechnungswesen, die den Zeitraum bis 1600 erfaßt. Gegenwärtig enthält sie 865 Titel, die vor allem den deutschen Sprachraum betreffen, eine Ausweitung auf die Niederlande (und Frankreich) ist in Angriff genommen. Sie bietet die Möglichkeit, nach Verfassern zu suchen, aber auch nach Regionen und einzelnen Orten sowie nach Erscheinungsjahren. Eine Publikation im Druck ist beabsichtigt.

Hinweise und Kritik werden ausdrücklich erbeten, weswegen alle, die in Forschung und Lehre und Studium mit diesen Quellen zu tun haben, sich an Dr. Otto Volk, Mittelalterliche Geschichte, Philipps-Universität Marburg (Email: volko@mailer.uni-marburg.de) oder auch an Harm von Seggern, M.A., Christan-Albrechts-Universität Kiel, Historisches Seminar (Email: hvonseggern@email.uni-kiel.de ) wenden können.

  • 3rd International Scientific Symposium in Ceský Krumlov, October, 13th and 15th 1998: "Festivities and Entertainment at the Courts and in the Residential Towns of Early Modern Era". Institute of History of Southbohemian University in Ceské Budejovice in co-operation with the management of the State Castle and the District Administration in Ceský Krumlov.

[Papers will be published in Opera historica 8 (Editio Universitatis Bohemiae Meridionalis) in the course of 1999.]

Gehaltene Vorträge:

Festivities as a research subject:

Festivity as the Problem of Anthropology and Cultural History (J. Válka), Festivities of the Early Modern Age in the Austrian Historiography (K. Vocelka), Festivities of the Early Modern Age in the Hungarian Historiography (I. G. Tóth).

Festivities at the Aristocratic Courts - the Possibilities of Interpretation:

Festive Culture of the Protestant Princes on the North of the Holy Roman Empire during the 17th Century (P.-M. Hahn), The Austrian Frauenzimmer, To the Role of the Wife in the Court Festive Life (B. Bastl), "Aber kayner ist mier lieber als der docktor gratian..." Commedia dell´arte in the Coronation of Eleonora I of Gonzaga in Prague (O. G. Schindler), Drinker Entertainments at the Aristocratic Courts in the Renaissance Age (Ambras-Bechyne) (V. Buzek), Aristocratic Weddings in Bohemia and Moravia in the 16th Century (P.Vorel), Aristocratic Funeral Festivities before the White Mountain Battle as a Means of Communication (P. Král), Festivities in the Life and Mentality of the Early Modern Nobility on the Example of Carnival (P. Mata), Criticism of the Court. Life and the Court Festivities in the German Moralising Literature in the 16th Century (V. Bok), Religious Fraternities, Nobility and the Festivities in the Baroque Bohemia (J. Mikulec), The Look over the Fence (The Countrymen as the Participants and the Spectators of the Early Modern Festivities) (P. Himl).

Festivities in the aristocrat's life cycle:

Christenings and Marriages in the Aristocratic and the Rural Households in the 17th and 18th Centuries (J. Grulich), Imperial Assembly and Wedding (Speyer 1570) (J. Patrouch), Music and Musicians at the Wedding of Jan Krakovský of Kolovrat (Innsbruck 1580) (P. Danek), The Wedding Codex of Archduke Ferdinand II of Tirol (V. Sandbichler), Festive Eating at the Aristocratic Court (J. Hrdlicka), Court Hunting in the Mirror of the Painting Art (D. Kacprzak), Grossvaradin Feast (Festivity as a Reflection of the Victory above Turks (M. Svoboda).

Space and places of the festivities:

Space and Time of the Baroque Festivities (P. Fidler), Place for a Feast - Festive Places of the Princes of Dietrichstein in the 18th Century (J. Kroupa).

Town, ecclesiastic and school festivities:

Profane Festivities of Early Modern Age in the Royal Town Olomouc (M. Cermák), Execution as a Theatre of Law? (On the Question of Law Relevation of the Execution Ritual in the Czech Towns in the Time before White Mountain) (P. Kreuz), Academic Festivities in Zamosc (16-18 Century) (H. Gmiterek), Festivities at the Charles-Ferdinand University in the 17th Century (I. Cornejová), Celebrations of Easter in the Jesuit Clementin Hall (K.Bobková), Festivities in the Czech Premonstrate Cloisters (P. Pokorný, J. Parez, H. Kucharová), A Contribution to the Typology of the Baroque Festivities on the Example of Premonstrate Canony Klásterní Hradisko near Olomouc (J. Oppeltová).

Kontaktadresse: Mgr. Jiri Kubes

Historický ústav JU

Jeronýmova 10

CZ-Ceské Budejovice

371 15

Email: kubesj00@pf.jcu.cz

 

Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Jan Hirschbiegel, M.A.

Jörg Wettlaufer, M.A.

 

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 04 31-8 80-14 84

 

 

Email: resikom@email.uni-kiel.de

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

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Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

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