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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 8 (1998) Nr. 2

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 8 (1998) Nr. 2

 

 

Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette: Blick auf die Neue Burg mit Denkmal Prinz Eugens
am Heldenplatz (© Österreich Werbung)

Inhalt

Hartmut Boockmann 1934-1998 5

  Auswahlbibliographie Hartmut Boockmann 9 Aus der Arbeit der Kommission 15 Schriftenverzeichnis Karl-Heinz Spiess 19 Die Arbeit der anderen 24 Jeroen Duindam, Utrecht: The court of the Austrian Habsburgs: locus of a composite heritage 24

Cordula Nolte, Greifswald: Studien zum familialen und verwandtschaftlichen Beziehungsnetz der Markgrafen von Brandenburg (Projektskizze) 59

Kolloquiumsberichte 65 6. Symposium der Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut Paris, dem Sonderforschungsbereich 537 der Technischen Universität Dresden und dem Landesamt für Archäologie des Freistaates Sachsen, von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Kiel 65

Texte, Rituale, Bilder. Wirklichkeitsbezug und Wirklichkeitskonstruktion politisch-rechtlicher Kommunikationsmedien in Stadt- und Landgesellschaften des späten Mittelalters, von Gerrit J. Schenk, Heidelberg 72

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen 75

Buchvorstellungen 92

Heinz-Dieter Heimann in Verbindung mit Ivan Hlavácek (Hg.): Kommunikationspraxis und Korrespondenzwesen im Mittelalter und in der Renaissance. Paderborn/München/Wien/Zürich 1998, von Harm von Seggern, Kiel 92 Neuerscheinungen 95

Verschiedenes 112

Die Arbeitsstelle Kiel 115

 
 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 1999), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Hartmut Boockmann
1934-1998

Der Historiker sollte wissen, daß der Tod zuschlägt, wann und wo er will. Wenn es aber einen Menschen trifft, der ihm nahesteht, so ist er überrascht und wehrlos wie jeder andere Sterbliche. Nur zwei Monate nach der Entdeckung eines Gehirntumors ist Hartmut Boockmann am 15. Juni 1998 gestorben. Die Residenzen-Kommission verlor ein Mitglied der ersten Stunde.

Zuletzt haben wir ihn auf dem Sigmaringer Symposium am 5. Oktober 1996 erlebt, wie er in der Portugiesischen Galerie des Schlosses den Festvortrag in Gegenwart von Fürst und Erbprinz hielt, zum Thema "Vom Fels zum Meer: Die süddeutschen und die norddeutschen Hohenzollern im 19. Jahrhundert" - eine delikate, glänzend bewältigte Aufgabe: Wie selten einer verfügte er über die Gabe der schwebenden Rede. Ich hoffte darauf, ihn Ende September 1998 in Dresden wiederzusehen und mit ihm die großen Aufgaben zu beraten, die auf unsere Kommission zukommen. Statt dessen fuhr ich am 22. Juni nach Göttingen und nahm mit beeindruckend vielen anderen an seiner Trauerfeier in der St. Albani-Kirche teil, wo Bernd Möller ihm einen bewegenden und bewegten Nachruf sprach.

Nun er nicht mehr ist, wird plötzlich deutlich, wieviel er seinen Kollegen und der Öffentlichkeit bedeutet hat: Kaum gelingt es, die vielen Kommissionen und Gremien zu nennen, in denen er mitwirkte. In der methodischen Aufgeregtheit der Zunft stand er wie ein Fels, wies die Moden zurecht und forderte Stil und Qualität. Knapp und streng hat er das Zensorenamt im Literaturbericht zum Spätmittelalter in der weit verbreiteten Zeitschrift «Geschichte in Wissenschaft und Unterricht» ausgeübt (deren Mitherausgeber er ab 1987 war) und als Redaktor der «Göttingischen Gelehrten Anzeigen», seit 1988 - vom selben Jahre an gehörte er ungewöhnlicher Weise auch zu den Herausgebern der Zeitschrift für Kunstgeschichte. Ohne je den Standpunkt des Fachhistorikers zu verlassen, schrieb er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Göttinger Tageblatt, in ganz lokalen Publikationen, oder auch in «Damals», wie Anlaß und Pflicht es verlangten.

Überhaupt die Pflicht: am 22. August 1934 zu Marienburg geboren, hat er seine Heimat nie vergessen und stets an die Gegenwart der ostdeutschen und der mitteldeutschen in der gesamtdeutschen Geschichte erinnert, darin Hans Patze ähnlich; aber gleichzeitig hat er die Verständigung zwischen deutschen und polnischen Historikern, Deutschland und Polen zu seiner Lebensaufgabe gemacht, was die polnischen Kollegen ihm in aufrichtiger Anerkennung gedankt haben. Viel Zeit hat er der Deutschen Forschungsgemeinschaft gegeben, wo sein Urteil einiges galt. Um die Geschichtswissenschaft an der Humboldt-Universität aufzubauen, hat er sich drei Jahre lang zur Verfügung gestellt, von 1992 bis 1995. Als die Welle der großen und kleinen historischen Ausstellungen kam, hat er geraten, Stellung genommen, mitgeplant und mitgewirkt, voran beim Deutschen Historischen Museum in Berlin. In Göttingen, wo er ab 1982 Professor war, ist er zum Historiker seiner ehrwürdigen Universität geworden, und hat auch dort Ämter und Kommissionen übernommen, so wie er es schon 1975-1982 während seiner ersten Professur in Kiel getan hatte, in unvergeßlicher Weise. Schließlich war er stets, in Wort und Schrift, ein engagierter Lehrer seiner Studenten.

Dabei hat er nach Ehren nicht geschielt, Internationalität (mit Ausnahme Polens) nicht angestrebt. Die weithin sichtbare Anerkennung, die ihm gebührt, wäre ihm sicher noch zuteil geworden. Einstweilen war er nicht überall und nirgends, sondern ganz dort, wo er wirkte. Der Westpreuße, der, geflüchtet, in Potsdam Abitur machte, wieder flüchten mußte, nach Stuttgart, in Tübingen das Studium begann, hat schließlich seit 1957 in Göttingen tiefe Wurzeln geschlagen. Dort wurde er i.J. 1988 in die Akademie gewählt und hat ihre Arbeit in vielfältiger Weise getragen, nicht nur in unserer Kommission, sondern auch und zumal in der Kommission zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters.

Es war bewunderungswürdig, wie er ein Dokument zum Leuchten bringen konnte, ein Testament, einen Reisebericht, einen Reformtraktat oder eine mittelalterliche Altartafel. Denn er hatte ein besonderes Verhältnis zu Gegenstand und Bild. Er wies viele neue Wege, besonders eindrücklich in seinem Aufsatz über das Wilsnacker Wunderblut und vor allem in demjenigen über Deutsche Stadttyrannen - ein geradzu genialer Blick auf das Funktionieren städtischer Oligarchien in spätmittelalterlichen Reich. Im Gedächtnis aber wird er den meisten bleiben als der Entdecker mittelalterlicher und gegenwärtiger Bilder als Trägern von Informationen und Vermittler von Erkenntnis. Sein Meisterwerk auf diesem Gebiet ist der große, bislang dreimal aufgelegte Band über «Die [deutsche] Stadt im späten Mittelalter», der eine völlig neue Weise der Spurensuche, des Kommentars, der Vergegenwärtigung im Bilde darstellt. Es ist derselbe Geist, der aus Arnold Eschs Werk «Römische Straßen in ihrer Landschaft» spricht. Hätten wir nur dergleichen über die Bauern, die Kirche, die Gelehrten - und über Höfe und Residenzen. Der Preis war hier wie dort ein lebenslanges Begehen des Terrains und Photographieren des Objekts, d.h. ein frühes Erkennen der Aufgabe und unbeirrbares Festhalten daran.

Den angekündigten Band der «Enzyklopädie Deutscher Geschichte» über die materielle Kultur des Mittelalters werden wir nun nicht mehr aus Boockmanns Feder erhalten. Früh hat er sich für das Thema interessiert, in vielen Einzelbeiträgen hat er es behandelt. Zwar galt seine besondere Aufmerksamkeit eher der Stadt, dem Bürgertum, den gelehrten Räten. Aber der Schatten der Marienburg hat ihn immer wieder an den Deutschen Orden und damit an die höfische Welt des Adels herangeführt, und notwendiger Weise zu dem, was spätere Jahrhunderte aus dieser Tradition gemacht haben. So entstanden wichtige Studien über die Hauptburg des Deutschen Ordens - weniger die mittelalterliche als diejenige des 19. Jahrhunderts. Die Dissertation war einem Juristen des Hochmeisters gewidmet, Laurentius Blumenau. Um die Rechtsposition des Deutschen Ordens auf dem Konstanzer Konzil ging es auch bei der Habilitation. Dann folgten die großen Synthesen: die maßgebliche Ordensgeschichte und die große Geschichte des Landes West- und Ostpreußen. Daneben ließen vorbereitenden Studien auf zwei neue Bücher hoffen: eine Ikonographie des Deutschen Ordens und eine Gesamtauswertung des Treßlerbuches, jenes seit langem bekannten und sogar (nicht durchweg befriedigend) veröffentlichten Buchs der hochmeisterlichen Kasse in den kritischen Jahren 1399-1409, ein Dokument von wahrhaft internationalem Rang. Einen dieser Beiträge hat er auf unserem Kolloquium «Alltag bei Hofe» in Ansbach vorgetragen und damals unvergeßlich vom Strohhut des Hochmeisters gesprochen. Diese ungeborenen Bücher schmerzen besonders.

Der Kommission wird er nun in der täglichen Arbeit fehlen, wenn es darum geht, ein abgewogenes Urteil über ein Manuskript zu erhalten, Gelassenheit zu üben und das künftige Handbuch der Höfe und Residenzen vorzubereiten. Hartmut Boockmann hatte den Höhepunkt noch nicht erreicht, trotz seinem Alter von 63 Jahren. Es war noch viel von ihm und seinem Werk zu erwarten, gehörte er doch zu jenen, die im Laufe der Jahre immer besser werden.

Auf diesen Mann war zu bauen, erfahren, prinzipientreu, unaufgeregt, fleißig wie er war. Wieviele gibt es davon? Wieviele bleiben uns? Hermann Heimpel, der sorgenvolle Historiker der Nachkriegszeit, dessen Glanz und düsteres Elend er in einem kleinen Band nachgezeichnet hat (der wohl einen größeren vorbereiten sollte), hat seinen langjährigen Assistenten geprägt, so wie er Erich Meuthen und Arnold Esch geformt hat: eine Schule der Anschauung, der Qualität, des Wortes.

Im Abschied, den wir nun nehmen müssen, senden wir Frau Dr. Andrea Boockmann unseren achtungsvollen Gruß.

Paris, am 24. November 1998 Werner Paravicini

Auswahlbibliographie Hartmut Boockmann
Stand Juli 1998
A. Selbständige Veröffentlichungen

1. Laurentius Blumenau. Fürstlicher Rat – Jurist – Humanist (ca. 1415-1484), Göttingen 1965 (Göttinger Bausteine zur Geschichtswissenschaft 37), 266 S. [Dissertation].

2. Athenaion-Bilderatlas zur deutschen Geschichte. Handbuch der Deutschen Geschichte. Begründet von O. Brandt usw., Bd. 5, Frankfurt a. M. 1968. VIII und 807 S. [zusammen mit H. Jankuhn und W. Treue], 2. Aufl. [aktualisierte Sonderausgabe] 1981, 3. Aufl. 1983.

3. Johannes Falkenberg, der Deutsche Orden und die polnische Politik. Untersuchungen zur politischen Theorie des späteren Mittelalters. Mit einem Anhang: Die Satira des Johannes Falkenberg, Göttingen 1975 (Veröffentlichungen des Max-Planck Instituts für Geschichte 45), 369 S. [Habilitationsschrift].

4. Der Deutsche Orden. Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte, München 1981, 320 S. 2. Aufl. 1982, 3. Aufl. 1989, 4. Aufl. 1994. Übersetzung ins Litauische 1995.

5. Die Marienburg im 19. Jahrhundert, Frankfurt a. M. usw. 1982, 2. Aufl. 1992.

6. Leben und Sterben in einer spätmittelalterlichen Stadt, Göttingen 1983, 46 S. [vgl. unten Nr. 33]; erneut in Nr. 11, S. 183-214 und 235.

7. Die Stadt im späten Mittelalter, München 1986, 357 S., 2. Aufl. 1987, 3. Aufl. 1994.

8. Stauferzeit und spätes Mittelalter. Deutschland 1125-1517, Berlin 1987, 432 S., 2. Aufl. 1993, "Mit einer Vorbemerkung zur neuen Ausgabe" 3. Aufl. 1994.

9. Der Historiker Hermann Heimpel, Göttingen 1990, 68 S.

10. Deutsche Geschichte im Osten Europas, Ostpreußen und Westpreußen, Berlin 1992, 479 S.

11. Fürsten, Bürger, Edelleute, Lebensbilder aus dem späten Mittelalter, München 1994, 239 S.

B. Sammelwerke und Zeitschriften

12. Lebenslehren und Weltentwürfe im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, Göttingen 1989 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-hist. Klasse, 3. Folge, Bd. 179) [zusammen mit B. Moeller u. K. Stackmann].

13. Die Anfänge der ständischen Vertretungen in Preußen und seinen Nachbarländern, München 1992, (Schriften des Historischen Kollegs 16).

14. Kirche und Gesellschaft im Heiligen Römischen Reich des 15. und 16. Jahrhunderts, Göttingen 1994, (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-hist. Klasse, 3. Folge, Bd. 201).

15. Literatur, Musik und Kunst im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, Göttingen 1995 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-hist. Klasse, 3. Folge, Bd. 208) [zusammen mit L. Grenzmann, B. Moeller u. M. Staehelin].

16. Recht und Verfassung im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, I. Teil: Bericht über Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters 1994 bis 1995, Göttingen 1998 (zusammen mit L. Grenzmann, B. Moeller und M. Staehelin).

C. Aufsätze, Miszellen, Literaturberichte

17. Preußen, Der Deutsche Ritterorden und die Wiederherstellung der Marienburg, in: Acht Jahrhunderte Deutscher Orden, hg. von K. Wieser, Bad Godesberg 1967, S. 547-559.

18. Die Marienburg in neuerer Zeit, in: Neues Marienburger Heimatbuch, hg. von R. Zacharias, Herford 1967, S. 285-294.

19. Die Rechtsstudenten des Deutschen Ordens. Studium, Studienförderung und gelehrter Beruf im späteren Mittelalter, in: Festschrift für H. Heimpel, Bd. 2, Göttingen 1972, S. 313-375.

20. Das ehemalige Deutschordensschloß Marienburg 1772-1945. Die Geschichte eines politischen Denkmals, in: Geschichtswissenschaft und Vereinswesen im 19. Jahrhundert, Göttingen 1972 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 1), S. 99-162.

21. Aus den Handakten des Kanonisten Johannes Urbach. Die Satira des Johannes Falkenberg und andere Funde zur Geschichte des Konstanzer Konzils, in: Deutsches Archiv 28 (1972), S. 497-532.

22. Die preußischen Studenten an den europäischen Universitäten bis 1525, in: Historisch-geographischer Atlas des Preußenlandes, hg. von H. Mortensen u.a., Lieferung 3, Wiesbaden 1973, Bl. 13.

23. Zur politischen Geschichte des Konstanzer Konzils, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 85 (1974), S. 45-63.

24. Das Hornecker Stifterbild und die Anfänge der Deutschordenskommende Horneck. Beiträge zu einer Ikonographie des Deutschen Ordens, in: Horneck, Königsberg und Mergentheim. Zu Quellen und Ereignissen in Preussen und im Reich vom 13. bis 19. Jahrhundert, hg. von U. Arnold, Lüneburg 1980, S. 11-32.

25. Zur Mentalität spätmittelalterlicher gelehrter Räte, in: Historische Zeitschrift 233 (1981), S. 295-316.

26. Die Anfänge des Deutschen Ordens in Marburg und die frühe Ordensgeschichte, in: Sankt Elisabeth. Fürstin – Dienerin – Heilige, Sigmaringen 1981, S. 137-150.

27. Die Entwürfe von Karl-Wilhelm Kolbe und Karl-Wilhelm Wach für die Glasmalereien des Marienburger Sommerremters. Beiträge zu einer Ikonographie des Deutschen Ordens (2), in: Preußen und Berlin. Beziehungen zwischen Provinz und Hauptstadt, hg. von U. Arnold, Lüneburg 1981, S. 9-39.

28. Der Streit um das Wilsnacker Blut. Zur Situation des deutschen Klerus in der Mitte des 15. Jhs., in: Zeitschrift für Historische Forschung 9 (1982), S. 385-408.

29. Die Marienburg, in: Journal für Geschichte 1982, S. 56ff.

30. Die Vorwerke des Deutschen Ordens in Preußen, in: Die Grundherrschaft im späten Mittelalter 1, hg. von H. Patze, Sigmaringen 1983 ( Vorträge und Forschungen 27), S. 555-576.

31. Die Bedeutung Thüringens und Hessens für den Deutschen Orden, in: Die Rolle der Ritterorden in der Christianisierung und Kolonisierung des Ostseegebietes, hg. v. Z. H. Nowak, Thorn 1983 (Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica 1), S. 57-68.

32. Über Ablaß-"Medien", in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 34 (1983), S. 709-721.

33. Leben und Sterben im mittelalterlichen Göttingen. Über ein Testament des 15. Jahrhunderts, in: Göttinger Jahrbuch 31 (1983), S. 73-94 (auch separat, siehe oben. Nr. 6).

34. Zu den Wirkungen der "Reform Kaiser Siegmunds" in: Studien zum Bildungswesen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, hg. von B. Moeller u.a., Göttingen 1983 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-hist. Klasse, 3. Folge, Bd. 137), S. 112-135.

35. Spätmittelalterliche deutsche Stadt-Tyrannen, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 119 (1983), S. 73-91.

36. Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens im Mittelalter und Geschichtsschreibung im mittelalterlichen Preußen, in: Literatur- und Laienbildung im Spätmittelalter und in der Reformationszeit, hg. von L. Grenzmann u. K. Stackmann, Stuttgart 1984 (Germanistische Symposien Berichtsbände 5), S. 80-93.

37. Eine Urkunde Konrads II. für das Damenstift Obermünster in Regensburg. Zu einem verschenkten Königsszepter und zum Königskanonikat, in: Institutionen, Kultur und Gesellschaft im Mittelalter. Festschrift für J. Fleckenstein, hg. von L. Fenske u.a., Sigmaringen 1984, S. 207-219.

38. Über Schrifttafeln in spätmittelalterlichen deutschen Kirchen, in: Deutsches Archiv 40 (1984), S. 209-224.

39. Eine spätmittelalterliche Stadt. Vorschläge für die Verwendung eines Bildes im Geschichtsunterricht, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 36 (1985), S. 271-276.

40. Mittelalterliches Recht bei Kleist. Ein Beitrag zum Verständnis des "Michael Kohlhaas", in: Kleist-Jahrbuch 1985, S. 84-108.

41. Der Deutsche Orden in Nürnberg, in: Die Rolle der Ritterorden in der mittelalterlichen Kultur, hg. von. Z. H. Nowak, Thorn 1985 (Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica 3), S. 89-104.

42. Der Einzug des Erzbischofs Sylvester Stodewescher von Riga in sein Erzbistum im Jahre 1449, in: Zeitschrift für Ostforschung 35 (1986), S. 1-17.

43. Beiträge zu einer Ikonographie des Deutschen Ordens (III.), in: Werkstatt des Historikers der mittelalterlichen Ritterorden. Quellenkundliche Probleme und Forschungsmethoden, hg. von Z. H. Nowak, Thorn 1987 (Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica 4), S. 65-75. Wieder in: Der Deutsche Orden in Tirol, hg. von H. Noflatscher, Bozen 1991, S. 475-484.

44. Die Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens. Gattungsfragen und "Gebrauchssituationen", in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im späten Mittelalter. hg. von H. Patze, Sigmaringen 1987 (Vorträge und Forschungen 31), S. 447-469.

45. Die Lebenswelt eines spätmittelalterlichen Juristen. Das Testament des doctor legum Johannes Seeburg, in: Philologie als Kulturwissenschaft. Studien zur Literaturgeschichte des Mittelalters. Festschrift für K. Stackmann, Göttingen 1987, S. 287-305.

46. Mittelalterliche Traditionen in der Neuzeit – Die Marienburg als politisches Denkmal, in: Ostdeutsche Geschichts- und Kulturlandschaften 2 (1987), S. 99-117.

47. Geschäfte und Geschäftigkeit auf dem Reichstag im späten Mittelalter, in: Historische Zeitschrift 246 (1988), S. 297-325 [auch separat].

48. Der Ordensstaat Preußen im Mittelalter und seine Beziehungen zu Polen, in: Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn, Dillingen 1989 (2. Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen. Akademiebericht 141), S. 49-67.

49. Der Deutsche Orden um 1400, in: Reformbemühungen und Observanzbestrebungen im spätmittelalterlichen Ordenswesen, hg. von K. Elm, Berlin 1989, S. 131-138.

50. Bericht aus seinem Arbeitsgebiet (Vorstellungsbericht), in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 199 (1989), S. 85-92.

51. Erfahrene Umwelt. Deutschland in einem Reisebericht des 15. Jahrhunderts, in: Naturwissenschaftliche und historische Beiträge zu einer ökologischen Grundbildung, hg. von B. Herrmann u. A. Budde, Hannover 1989, S. 35-43. Wieder in: Von der Angst zur Ausbeutung, hg. von E. Schubert u. B. Herrmann, Frankfurt am Main 1994, S. 107-121. Vgl. oben Nr. 11, S. 33-55 und 233 («König Friedrich III. unterwegs»).

52. Eichendorff und die Marienburg, in: Aurora. Jahrbuch der Eichendorff-Gesellschaft 49 (1989), S. 111-133.

53. Die Vergangenheit des Deutschen Ordens im Dienste der Gegenwart. Ein Beitrag zur "Rezeption" mittelalterlicher Geschichte im Zeitalter moderner Nationalstaaten. Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 41 (1990), S. 370-379.

54. Bemerkungen zu den frühen Urkunden über die Mission und Unterwerfung der Prussen, in: Die Ritterorden zwischen geistlicher und weltlicher Macht im Mittelalter, Thorn 1990 (Ordines militares. Colloquia Torunensia 5), S. 45-56.

55. Der Deutsche Orden in der deutschen Geschichte, in: Bundesinstitut für ostdeutsche Kultur und Geschichte. Errichtung und Aufgaben, Oldenburg 1990, S. 25-43. [Auch separat: Kulturelle Arbeitshefte 27, Bonn 1990].

56. Einleitungen und Katalogbeiträge (z.T. gemeinsam mit M. Arszynski und M. Biskup), in: Katalog: 800 Jahre Deutscher Orden. Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Zusammenarbeit mit der Internationalen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, Gütersloh/München 1990.

57. Spielleute und Gaukler in den Rechnungen des Deutschordenshochmeisters, in: Feste und Feiern im Mittelalter, hg. von D. Altenburg u.a., Sigmaringen 1991, S. 217-227.

58. Beiträge zum Katalog: Kreuz und Schwert. Der Deutsche Orden in Südwestdeutschland, in der Schweiz und im Elsaß, Mainau 1991, S. 107f., 120-125.

59. Die Freiheit der Prußen im 13. Jahrhundert, in: Die abendländische Freiheit vom 10. bis zum 14. Jahrhundert, hg. v. J. Fried, Sigmaringen 1991 (Vorträge und Forschungen 29), S. 287-306.

60. Nachrichten über die Diplomatie des Deutschen Ordens aus dem Tresslerbuch, in: Balticum, Studia z dziejów polityki, gospodarki i kultury XII-XVII wieku ofarowane M. Biskupowi (1992), S. 67-78.

61. Pferde auf der Marienburg, in: Vera lex historiae. Festschrift für D. Kurze, Köln 1993, S. 117-126.

62. Aachen. Residenz Karls des Großen und Krönungsort der Könige, in: Die Hauptstädte der Deutschen, hg. von U. Schultz, München 1993, S. 11-21.

63. Lebensgefühl und Repräsentationsstil der Oberschicht in den deutschen Städten um 1500, in: "Kurzweil viel ohn' Maß und Ziel", hg. vom Deutschen Historischen Museum, München 1994, S. 33-47.

64. Deutsche Städte um 1500 in den Augen von Zeitgenossen, in: Studien zum 15. Jahrhundert. Festschrift für Erich Meuthen, München 1994, S. 557-570.

65. Der Alltag eines spätmittelalterlichen Herrschers, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 45 (1994) S. 667-679. Wieder in Nr. 11, S. 11-31 und 233.

66. Die Städte des Deutschen Ordens, in: Stadt und Kirche, hg. von F.-H. Hye. Linz/Donau 1995, S. 281-300.

67. Alltag am Hof des Deutschordenshochmeisters in Preußen, in: Alltag bei Hofe, hg. von W. Paravicini, Sigmaringen 1995, S. 37-147.

68. Der Deutsche Orden in der Kommunikation zwischen Nord und Süd, in: Kommunikation und Mobilität im Mittelalter, hg. von S. de Rachewiltz u. J. Riedmann, Sigmaringen 1995, S.179-189. Wieder in: Communicazione e mobilità nel Medioevo Incontri fra il Sud e il Centro dell'Europa (secoli XI-XIV), hg. von. denselben, Bologna 1997, S. 303-321.

69. Mittelalterliche deutsche Hauptstädte, in: Hauptstadt. Historische Perspektiven eines deutschen Themas, hg. von H.-M. Körner u. K. Weigand, München 1995, S. 29-45.

70. Herkunftsregion und Einsatzgebiet. Beobachtungen am Beispiel des Deutschen Ordens, Thorn 1995 (Ordines militares Colloquium Torunensia 8), S. 7-19.

71. Das 15. Jahrhundert in der deutschen Geschichte. Mittelalterforschung nach der Wende 1989, hg. von M. Borgolte, München 1995, S. 485-511.

72. Die Bautätigkeit des Deutschen Ordens anhand des Tresslerbuchs, in: Sztuka w kregu zakonu krzyzackiego w Prusach i Inflantach (1995), S. 137-145.

73. Süßigkeiten im finsteren Mittelalter. Das Konfekt des Deutschordenshochmeisters in: Mittelalterliche Texte, hg. von R. Schieffer, Müchen 1996, S. 173-188.

74. Mäzenatentum am Übergang vom Mittelalter zur Reformationszeit, in: Stadt und Mäzenatentum, hg. von B. Kirchgässner u. H. P. Becht, Sigmaringen 1997, S. 31-44.

75. Die Briefe des Deutschordenshochmeisters, in: Kommunikationspraxis und Korrespondenzen im Mittelalter und in der Renaissance, hg. von H. D. Heimann usw., Paderborn 1997, S. 103-111.

76. Nachwort, in: Kaiser, Reich und Region. Studien und Texte aus der Arbeit an den Constitutiones des 14. Jahrhunderts und zur Geschichtae der Monumenta Germanae Historica, hg. von M. Lindner u.a., Berlin 1997, S. 313-323.

77. Kirche und Stadt in Göttingen zur Zeit der Ausmalung von St. Albani, in: Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag, hg. von P. Aufgebauer, U. Ohainski und E. Schubert, Bielefeld 1998, S. 229-239.

78. Gelehrte Juristen im spätmittelalterlichen Nürnberg, in: Recht und Verfassung im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. I. Teil: Bericht über Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters 1994 bis 1995, hg. von H. Boockmann, L. Grenzmann, B. Moeller und M. Staehelin, Göttingen 1998, S. 199-214.

79. Obrigkeitliche Bindungen von Pfründen und Kirchenvermögen im spätmittelalterlichen und reformatorischen Nürnberg, in: Die frühe Reformation in Deutschland als Umbruch. Wissenschaftliches Symposion des Vereins für Reformationsgeschichte 1996, hg. v. B. Moeller in Gemeinschaft mit St. E. Buckwalter, Gütersloh 1998 ( Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, 199), S. 371-380.

80. Deutscher Orden in Thüringen (Mühlhausen), in: Sachsen und Anhalt 1998 (im Druck).
 


Aus der Arbeit der Kommission

Zum letzten Mal hat die Kommission zu einem Kolloquium, das Dresdener, über das "Frauenzimmer", eingeladen, das nicht mit seiner neuen Aufgabe in Verbindung steht: dem Handbuch der Höfe und Residenzen, das innerhalb von zwölf Jahren entstehen soll, in vier Teilen: Dynastien und Orte, Begriffe, Texte, Bilder. In Celle wird es im Jahre 2000 vor allem darum gehen, und erneut in Neuburg an der Donau 2002. Wir müssen ein wenig umdenken, zugleich aber das eine nicht lassen, während wir das andere tun. Die Reihe "Residenzenforschung" soll weiter blühen und gedeihen (mehrere Bände werden 1999 erscheinen), die "Mitteilungen" sich ausdehnen (ihre Auflage beträgt nun schon 600), die Symposien internationalen Charakter tragen (also Themen behandeln, nicht nur Arbeitsbesprechungen sein).

Anstelle Hartmut Boockmanns hat die Kommission Karl-Heinz Spieß gewählt, der in diesem Heft gleich an zwei Stellen präsent ist: in seiner Bibliographie S.*ff., und in der Projektbeschreibung seiner Schülerin Cordula Nolte S. *ff. Herr Spieß hat schon lange mitgearbeitet, indem er nie eine Einladung zu unseren Symposien ausschlug. Herzlich sei er jetzt begrüßt, als einer von uns.

Im Folgenden der Stand im Einzelnen:

Die 12. Sitzung der Residenzen-Kommission fand am 28. September 1998 in Dresden statt. Hier die hauptsächlichen Feststellungen und Beschlüsse:

1. Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß (Greifswald) wurde einstimmig zum neuen Mitglied gewählt. Die Bibliographie seiner bislang erschienenen Arbeiten siehe S. *. 2. Symposien 2.1. Nr. 6: "Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames", Dresden, 26. bis 29. September 1998: siehe den Bericht S. *.

2.2. Nr. 7: Celle, 23. bis 27. September 2000. Das endgültige Thema des Symposiums wird auf einer außerordentlichen Sitzung der Residenzenkommission am 18. Februar 1999 in Göttingen beschlossen, die Organisation ist jedoch Dank tatkräftiger Mitarbeit von Frau Dr. Brigitte Streich weiter vorangeschritten. Dieses 7. Symposium, begleitet von einer von Frau Dr. Streich initiierten und durchgeführten Ausstellung, wird sich einerseits der Bilanzierung des bislang Geleisteten widmen, soll andererseits an den neuen Aufgaben orientiert sein (siehe hierzu MRK 8, 1998, 1, S. 5 und 7 und unten Punkt 9).

2.3. Nr. 8: Neuburg/Donau 2002. Die Stadt Neuburg an der Donau ist auf Anregung Herrn Prof. Dr. Ferdinand Kramers (Eichstätt) durch ihren Oberbürgermeister, Herrn Günter Huniar, an uns mit dem Angebot, dort unser 8. Symposium abzuhalten, herangetreten. Dieses Angebot hat die Kommission angenommen.

3. Residenzenforschung 3.1. Michael Scholz, Residenz, Hof und Verwaltung der Erzbischöfe von Magdeburg in Halle, Bd. 7 ist erschienen.

3.2. Johann Kolb, Heidelberg. Die Entstehung einer landesherrlichen Residenz im 14. Jahrhundert", Bd. 8 wird im Jan./Feb. 1999 erscheinen.

3.3. Mark Mersiowsky, Die Anfänge territorialer Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium, Bd. 9 ist nach nunmehr erfolgter Sicherstellung der Finanzierung im Satz.

3.4. Die Publikation der Akten des 5. Symposiums zu Sigmaringen, Höfe und Hofordnungen, hg. von Holger Kruse und Werner Paravicini = Bd. 10, hat sich aus verschiedenen Gründen verzögert, dennoch ist mit dem Erscheinen im Febr./März 1999 zu rechnen.

3.5. Liliane Châtelet-Lange, Die Katharinenburg in Birlenbach (Unterelsaß), ein Schloß des Pfalzgrafen Johann Casimir von Zweibrücken ist kalkuliert Es fehlt noch die Finanzierung.

3.6. Brigitte Kasten (Hg.), Die jülich-klevisch-bergischen Hofordnungen bis 1600 befindet sich weiterhin in Arbeit (siehe ausführlicher MRK 8, 1998, 1, S. 8).

3.7. Das Angebot von Prof. Dr. Klaus Neitmann, eine kommentierte Edition preußischer Hofordnungen in die Planung der Reihe aufzunehmen, wurde gern angenommen.

3.8. Die Publikation der Akten des 6. Symposiums zu Dresden, Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames, soll sobald als möglich erfolgen. Redaktionsschluß: 1. Mai 1999.

4. Mitteilungen der Residenzen-Kommission 4.1. Heft 8, 1 ist erschienen (Aufl. 500 Ex.), Heft 8, 2 (Aufl. 600 Ex.) liegt hiermit vor.

4.2. Ein bibliographisches Sonderheft in Weiterführung von Sonderheft 1 wird mit den MRK 10, 2000, 2 nach dem Symposium 2000 in Celle zum 10jährigen Bestehen der Residenzenkommission/Arbeitsstelle Kiel erscheinen.

5. Bibliographien europäischer Reiseberichte des späten Mittelalters 5.1. Bd. 2 (Niederlande), bearb. von Jan Hirschbiegel und Detlev Kraack, ist bis auf die Einarbeitung letzter Korrekturen und die Erstellung der Indizes abgeschlossen.

5.2. Bd. 3 (Frankreich), bearb. von Jörg Wettlaufer in Zusammenarbeit mit Jacques Paviot, ist ebenfalls abgeschlossen.

Beide Bände werden noch einer abschließenden Revision unterzogen, bevor sie in den Druck gehen. Vorerst ist eine Fortsetzung der Reihe durch die Kommission nicht geplant. Hingegen wird es wohl zu einer 2. Aufl. des vergriffenen 1. Bandes: Deutsche Reiseberichte, kommen.

6. Hof- und Verwaltungsordnungen, hier: Niedersächsischer Reichskreis Die Kommission beschloß die Beendigung dieses Projektes in dem Sinne, daß Frau Prof. Ellen Widder, die einen Beitrag aus dem Material in dem künftigen Bd. Höfe und Hofordnungen geben wird, um die Regestenedition eines gut dokumentierten Teilgebietes, hier: der welfischen Territorien, gebeten werden soll. Hof- und Verwaltungsordnungen werden nunmehr in dem geplanten Handbuch spätmittelalterlicher Höfe und Residenzen des deutschen Reiches Aufnahme finden. 7. Die Arbeitsstelle in Kiel 7.1. Die Kieler Arbeitsstelle wird, was Vorbereitung und Organisation der Symposien anbelangt, aufgrund ihrer Ausstattung (siehe MRK 8, 1998, 1, S. 5 und 8) künftig einen Großteil der bislang von Dr. Holger Kruse (Deutsches Historisches Institut Paris) versehenen Arbeiten leisten, sich ansonsten nunmehr verstärkt dem unten unter Punkt 9 notierten neuen Projekt zuwenden.

8. Die Kommission hat der Bitte ihres Mitglieds Prof. Dr. Thomas Zotz, Leiter des Freiburger SFB 541 "Identitäten und Alteritäten", als Mitveranstalter eines für Ende November 1999 geplanten Kolloquiums des Teilprojekts B6 "Der Fürstenhof in der mittelalterlichen Gesellschaft" (siehe MRK 8, 1998, 1, S. 15-21) aufzutreten, entsprochen.

9. Topographisches Handbuch "Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich 1200-1600"

In Umsetzung des Langzeitprogramms der Residenzenkommission, beschlossen auf der 8. Sitzung der Residenzenkommission zu Potsdam und niedergelegt in den MRK 5, 1995, 1, S. 8-10, haben die Mitarbeiter der Kieler Arbeitsstelle ein erstes Dossier zur Diskussion vorgelegt.

Beschlossen wurde ein "Durchgang mittlerer Reichweite", der den zur Verfügung stehenden zeitlichen Rahmen des genehmigten und finanzierten Gesamtprojekts "Residenzenforschung" berücksichtigt:

  • Erstellung eines Handbuchs in ein bis max. zwei Bänden, das in alphabetischer Sortierung Artikel über Höfe, Dynastien, Bistümer und Residenzen der fürstlichen Reichsstände verzeichnet.
  • Möglichst Ausdehnung des zu behandelnden Zeitraumes bis zum Ende des Alten Reiches.
  • Erstellung der einzelnen Artikel durch einschlägig ausgewiesene Fachleute, die Redaktion in Händen der Kieler Arbeitsstelle.
Weitere inhaltliche Beratungen, eine Besprechung von Vorschlägen zur praktischen Durchführung des Projekts, der Beginn einer Vorbereitungsphase, Bearbeitungsmasken, die Gewinnung von Mitarbeitern sollen auf der unter Punkt 10 notierten außerordentlichen Sitzung der Residenzenkommission in Göttingen stattfinden.

Zur Überlegung steht einerseits eine detailliertere Vorstellung des Projekts in den MRK 9, 1999, 1, andererseits die Darstellung in einem Sonderheft 3 der MRK in Form einer Handreichung, die dann auch über den Verteilerkreis der MRK hinaus künftigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen dienen kann.

10. Die nächste, außerordentliche Sitzung der Residenzenkommission findet am 18. Februar 1999 um 11:00 Uhr in Göttingen statt.

Werner Paravicini, Paris
Schriftenverzeichnis Karl-Heinz Spieß
I. Selbständige Schriften
1. Lehnsrecht, Lehnspolitik und Lehnsverwaltung der Pfalzgrafen bei Rhein im Spätmittelalter (Geschichtliche Landeskunde 18), Wiesbaden 1978. XXV, 289 S., 1 Taf., 1 Karte u. 2 Fig.

2. Das älteste Lehnsbuch der Pfalzgrafen bei Rhein vom Jahr 1401 (Veröffentl. d. Hist. Kommission für Baden-Württemberg, Reihe A, Bd. 30), Stuttgart 1981. XVI, 260 S., 2 Abb., 10 Karten.

3. Christel Krämer und Karl-Heinz Spieß (Bearb.), Ländliche Rechtsquellen aus dem kurtrierischen Amt Cochem (Geschichtliche Landeskunde 23), Stuttgart 1986. 56*, 480 S., 1 Karte.

4. Familie und Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters (13. bis Anfang des 16. Jahrhunderts) (VSWG, Beihefte 111), Stuttgart 1993, 627 S.

II. Aufsätze in Zeitschriften und Sammelwerken sowie namentlich gezeichnete Lexikonartikel
5. Die Wahlkämpfe in den Erzstiften Köln (1304) und Trier (1307), in: Geschichtliche Landeskunde 9, 1973, S. 69-130. (Seminararbeit im Hauptseminar "Die Reichspolitik Rudolfs und Albrechts von Habsburg" bei Prof. Dr. Alois Gerlich, SS 1971).

6. Vom reichsministerialen Inwärtseigen zur eigenständigen Herrschaft. Untersuchungen zur Besitzgeschichte der Herrschaft Hohenecken vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, in: Jahrbuch z. Geschichte von Stadt u. Landkreis Kaiserslautern 12/13, 1974/75, S. 84-106.

7. Willigis und seine Zeit, in: 1000 Jahre Mainzer Dom (975-1975). Werden und Wandel. Mainz 1975, S. 23-43. Mitarbeit und Entwurf der Karten "Das Erzstift Mainz zur Zeit des Willigis" (S. 22), "Der Wirkungsbereich von Erzbischof Willigis" (S. 29) und "Mainz zur Zeit des Willigis" (S. 37).

8. Alsenz im hohen und späten Mittelalter (10. bis 15. Jahrhundert), in: 1200 Jahre Alsenz. 775-1975. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart der Gemeinde, hg. v. d. Ortsgemeinde Alsenz, Alsenz 1976, S. 70-78.

9.-25. Lehnbuch, Lehnregister, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Bd. 2, Lieferung 15, Berlin 1977, Sp. 1686-1688. — 10. Lehnsanwartschaft, in: ebd., Sp. 1696-1698. — 11. Lehnsaufgebot, in: ebd., Sp. 1698-1700. — 12. Lehnsauftrag, in: ebd., Sp. 1700-1701. — 13. Lehnsbrief, in: ebd., Sp. 1701-1702. — 14. Lehnsdienst, in: ebd., Sp. 1704-1707. — 15. Lehnseid, in: ebd., Sp. 1707-1708. — 16. Lehenserneuerung, in: ebd., Sp. 1708-1710. — 17. Lehnsfähigkeit, in: ebd., Sp. 1710-1711. — 18. Lehnsgericht, in: ebd., Sp. 1714-1717. — 19. Lehnsgesetze, in: ebd., Sp. 1717-1721. — 20. Lehnskuß, in: ebd., Sp. 1721-1722. — 21. Lehnspflichten, in: ebd., Sp. 1722-1725. — 22. Lehn(s)recht, Lehnswesen, in: ebd., Sp. 1725-1741. — 23. Lehnsrevers, in: ebd., Sp. 1742-1743. — 24. Lehnsträger, in: ebd., Sp. 1747-1749. — 25. Lehnsvertrag, in: ebd., Sp. 1749-1750.

26. Burg, Burggraf und Burgmannschaft im spätmittelalterlichen Alzey, in: 700 Jahre Stadt Alzey, hg. v. Friedrich Karl Becker, Alzey 1977, S. 106-115.

27. Reichsministerialität und Lehenswesen im späten Mittelalter. Studien zur Geschichte der Reichsministerialen von Bolanden, Hohenfels, Scharfeneck, Eltz, Schöneck und Waldeck, in: Ministerialität im Mittelrheinraum (Geschichtliche Landeskunde 17), Wiesbaden 1978, S. 56-78.

28. Mannlehen, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte Bd. 3, Lieferung 17, Berlin 1978, Sp. 247-248.

29. Die Rodensteiner als Alzeyer Burggrafen, in: Alzeyer Geschichtsblätter 14, 1979, S. 22-32.

30. Beiträge zur Wappenkunde des niederen Adels aus dem heutigen Rheinhessen, in: Alzeyer Geschichtsblätter 16, 1981, S. 93-103.

31. Sammelbericht Rheinhessen-Pfalz 1974-1979, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 118, 1982, S. 591- 659.

32. Zur Landflucht im Mittelalter, in: Hans Patze (Hg.), Die Grundherrschaft im späten Mittelalter, 2 Bde., (Vorträge und Forschungen 27), Sigmaringen 1983, hier Bd. 1, S. 157-204.

33. Die Staufer und ihre Helfer, in: Mainz in der Stauferzeit. Lebendiges Rheinland-Pfalz 21, 1984, S. 110-116.

34. Das Rheingauer Weistum, in: Nassauische Annalen 96, 1985, S. 29-42.

35. Reichsdienstmannen, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte Bd. 4, Lieferung 27, Berlin 1986, Sp. 557-561.

36. Die Weistümer und Gemeindeordnungen des Amtes Cochem im Spiegel der Forschung, in: Christel Krämer und Karl-Heinz Spieß (Bearb.), Ländliche Rechtsquellen aus dem kurtrierischen Amt Cochem (Geschichtliche Landeskunde 23), Stuttgart 1986, S. 1*-56*.

37. Teilpacht (Métayage) et Teilbauverträge (Baux a part de fruits) en Allemagne occidentale au Moyen Age et aux Temps Modernes, in: Les Revenus de la terre, complant, champart, métayage en Europe occidentale (IXe-XVIIIe siècles) (Flaran 7), Auch 1987, S. 119-144.

38. Königshof und Fürstenhof. Der Adel und die Mainzer Erzbischöfe im 12. Jahrhundert, in: Deus qui mutat tempora. Menschen und Institutionen im Wandel des Mittelalters. Festschrift für Alfons Becker zu seinem 60. Geburtstag, hg. v. Ernst-Dieter Hehl, Hubertus Seibert u. Franz Staab, Sigmaringen 1987, S. 203-234.

39. Teilpacht und Teilbauverträge in Deutschland vom frühen Mittelalter bis zur Neuzeit, in: Zeitschr. f. Agrargesch. u. Agrarsoziologie 36, 1988, S. 228-244 (deutsche Fassung von (36) mit leicht gekürztem Anmerkungsapparat).

40. Etat de la Recherche sur la Noblesse Allemande au Bas Moyen Age (XIIe-XVe s.), in: Bulletin d’Information de la Mission Historique Francaise en Allemagne 18, 1989, S. 63-85.

41. Erbteilung, dynastische Räson und transpersonale Herrschaftsvorstellung. Die Pfalzgrafen bei Rhein und die "Pfalz" im späten Mittelalter, in: Franz Staab (Hg.), Die Pfalz. Probleme einer Begriffsgeschichte vom Kaiserpalast auf dem Palatin bis zum heutigen Regierungsbezirk (Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Speyer 81), Speyer 1990, S. 159-181.

42. Teilpacht, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Bd. 5, Lief. 33, Berlin 1991, Sp. 141-143.

43. Zur Wirtschafts- und Sozialstruktur der frühmittelalterlichen Grundherrschaft östlich des Rheins, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 41, 1991, S. 265-276.

44. Mainz: Hoftage, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6, Lieferung 1, München und Zürich 1992, Sp. 142-143.

45. Mainz: Synoden, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6, Lieferung 1, München und Zürich 1992, Sp. 143-144.

46. Ständische Abgrenzung und soziale Differenzierung zwischen Hochadel und Ritteradel im Spätmittelalter, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 56, 1992, S. 181-205.

47. Rappoltstein, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, Lief. 2, München u. Zürich 1994, Sp. 444- 445.

48. Art. Raugrafen, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, Lief. 3, München u. Zürich 1994, Sp. 477.

49. Rentenlehen, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, Lieferung 4, München und Zürich 1994, Sp. 738.

50. Bäuerliche Gesellschaft und Dorfentwicklung im Hochmittelalter, in: Werner Rösener (Hg.), Grundherrschaft und bäuerliche Gesellschaft im Hochmittelalter (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 115), Göttingen 1995, S. 211-239.

51. Burg und Herrschaft im 15. und 16. Jahrhundert, in: Winfried Dotzauer, Wolfgang Kleiber, Michael Matheus und Karl-Heinz Spieß (Hg.), Landesgeschichte und Reichsgeschichte. Festschrift für Alois Gerlich zum 70. Geburtstag (Geschichtliche Landeskunde 42), Stuttgart 1995, S. 195-212.

52. Dietrich I., Kurfürst-Erzbischof von Mainz, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 3, Freiburg 1995, Sp. 223-224.

53. Heinrich II., Erzbischof von Mainz, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 4, Freiburg 1995, Sp. 1394.

54. Heinrich III., Erzbischof von Mainz, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 4, Freiburg 1995, Sp. 1394.

55. Senior, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, München und Zürich 1995, Sp. 1756.

56. Zusammenfassung, in: Protokoll Nr. 347 über die Arbeitstagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte auf der Insel Reichenau vom 3.-6. Oktober 1995 zum Thema "Raumerfassung und Raumbewußtsein im späteren Mittelalter (12.-15. Jahrhundert)", Konstanz 1996, S. 103-111.

57. Teilbau, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, Lief. 3, München und Zürich 1996, Sp. 526-527.

58. Testament, politisches, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, Lief. 3, München 1996, Sp. 570-571

59. Zepterlehen, in: Handwörterbuch zur Deutschen Rechtsgeschichte, Bd. 5, Lief. 39, Berlin 1996, Sp. 1672-1673.

60. Chateau et pouvoir en Allemagne (XVe-XVIe siècles), in: Chateau et Pouvoir, hg. vom Centre de recherches sur les origines de la civilisation de l’Europe moderne et contemporaine - Université Michel de Montaigne-Bordeaux 3, Laboratoire d’histoire anthropologique du Mans Université du Mans, Bordeaux 1996, S. 89-110.

61. Unterwegs zu einem fremden Ehemann. Brautfahrt und Ehe in europäischen Fürstenhäusern des Spätmittelalters, in: Irene Erfen und Karl-Heinz Spieß (Hg.), Fremdheit und Reisen im Mittelalter, Stuttgart 1997, S. 17-36.

62. Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Werner Paravicini (Hg.), Zeremoniell und Raum (Residenzenforschung 6), Sigmaringen 1997, S. 39-61.

63. Zu den Formen fürstlicher Herrschaftsrepräsentation im Spätmittelalter. Ein Kommentar zum Beitrag von Michail A. Bojcov, in: Majestas 5, 1997, S. 67-77.

64. Herrschaftliche Jagd und bäuerliche Bevölkerung im Mittelalter, in: Werner Rösener (Hg.), Jagd und höfische Kultur im Mittelalter (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 135), Göttingen 1997, S. 231-254.

65. Burgfrieden als Quellen für die politische und soziale Lage des spätmittelalterlichen Adels, in: Hermann Ehmer (Hg.) Burgen im Spiegel der historischen Überlieferung (Oberrheinische Studien 13), Sigmaringen 1998, S. 183-201.

66. Dynastie und Herrschaft der Grafen von Hanau im Spätmittelalter, in: Allmuth Schuttwolf (Hg.), Jahreszeiten der Gefühle. Das Gothaer Liebespaar und die Minne im Spätmittelalter, Gotha, Ostfildern-Ruit 1998, S. 34-49.

67. Zum Gebrauch von Literatur im spätmittelalterlichen Adel, in: Ingrid Kasten, Werner Paravicini und René Pérennec (Hg.), Kultureller Austausch und Literaturgeschichte im Mittelalter (Beihefte der Francia 43), Sigmaringen 1998, S. 85-101.

68. Der Hof Barbarossas und die politische Landschaft am Mittelrhein. Methodische Überlegungen zur Untersuchung der Hofpräsenz im Hochmittelalter, demnächst in: Peter Moraw (Hg.), Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späten Mittelalter (12.-15. Jahrhundert) (Vorträge und Forschungen), Sigmaringen 1998.

69. Proprietary, Possessory and Contractual Rights in German Noble Families, 1300-1500, demnächst in: De Lloyd Guth (Hg.), Law and the Medieval Family, 1300-1500, Vancouver 1998.

70. Kommunikationsformen im spätmittelalterlichen Hochadel, demnächst in: Gerd Althoff (Hg.): Form und Funktion politischer Kommunikation im Mittelalter (Vorträge und Forschungen), Sigmaringen 1999.

III. Herausgebertätigkeit
71. Nieder-Olm. Der Raum der Verbandsgemeinde in Geschichte und Gegenwart, Alzey 1983. XII, 523 S. zahlr. Abb. u. Tab.

72. Landesgeschichte und Reichsgeschichte. Festschrift für Alois Gerlich zum 70. Geburtstag (Geschichtliche Landeskunde 42), Stuttgart 1995, 452 S. (gemeinsam mit Winfried Dotzauer, Wolfgang Kleiber und Michael Matheus).

73. Fremdheit und Reisen im Mittelalter, Stuttgart 1997, 319 S.(gemeinsam mit Irene Erfen).

IV. Lexikonartikel und Rezensionen

Bearbeitung des Fachgebiets "Historische Hilfswissenschaften", in: Brockhaus Enzyklopädie, Mannheim 1986, Bd. 1ff., mit 122 Stichwörtern, z.B. Annalen, Archiv, Buch, Bulle, Chronik, Codex, Diplom, Diplomatik, Epigraphik, Fälschung, Formularbuch, Goldene Bulle, Inschriften, Kanzlei, Königsurkunden, Kopialbuch, Paläographie, Papsturkunden, Pergament, Quelle, Regesten, Register, Siegel, Sphragistik, Urbar, Urkunde, Urkundenlehre. Außerdem 79 Rezensionen in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften.

 
Die Arbeit der anderen
The court of the Austrian Habsburgs: locus of a composite heritage

Jeroen Duindam hat uns die folgende "long version" seines Beitrags zu dem künftigen, von J. Adamson herausgegebenen Band "Princely Courts in Europe" zur Verfügung gestellt. Wir kennen ihn als umsichtigen Kritiker von Norbert Elias' einengenden Hoftheorien (siehe Anm. 79), die im Wesentlichen auf Saint-Simons Memoiren aus der Spätzeit Ludwigs XIV. beruhen, also auf dem Versailler Modell. Hier wird das habsburgische Gegenstück beschrieben und gezeigt, was der Wiener Hof nicht war und was an ihm anders war. Auch wenn der Umfang dieses Beitrags fast den Rahmen der MRK sprengt und trotz der Handbuchform haben wir ihn aufgenommen, denn es handelt sich um anregende Lektüre. Zwei Titel, die der Autor noch nicht kennen konnte, seien nachgetragen: G. Schwerhoff, Zivilisationsprozeß und Geschichtswissenschaft. Norbert Elias' Forschungsparadigma in historischer Sicht, in: HZ 266 (1998), S. 561-605, und, vor allem, umfassend zum engeren Thema, aber eher aus bauhistorischer Sicht, F.B. Polleroß, Tradition und Recreation. Die Residenzen der österreichischen Habsburger in der Frühen Neuzeit, in: Majestas 6 (1998), S. 91ff.

W.P.

Introduction*

‘Vienne est la Capitale d’Allemagne, ou plûtot d’Occident, on y voit aujourd’huy la Majesté de l’empire, comme autrefois à Rome’, Charles Patin noted in his description of Vienna around 1670. Almost sixty years later, in 1729, Freiherr von PöllnitzbegANBEGAN began his more captious account in similar terms: ‘L’on ne peut disconvenir que la Cour de Vienne ne soit la plus grande, & la plus magnifique Cour de l’Europe, par le grand nombre de princes et de Seigneurs qui la composent’. While Patin continued in the same vein, Pöllnitz quickly pointed out that in some respects Charles VI’s (1711-1740) court seemed to lag behind European standards of court life. Rigid ceremoniousness he argued, gave the imperial court ‘un air de contrainte’. Moreover, of all monarchs, the emperor was ‘un des plus mal logés’, and the interior of the palace hardly fitted his elevated rank.

Indeed, most visitors to the imperial court noted a contradiction between the emperor’s hierarchical supremacy among European rulers, and his relatively less brilliant repraesentatio maiestatis. They explained the apparent disparity in different ways: some argued that it was a deliberate policy intended to stress the emperor’s ‘inherent’ pre-eminence; others that it merely reflected a lack of style. Pöllnitz tended to support the latter interpretation, but he could not fully explain the austerity of the imperial household at a time when courtly opulence had reached its apogee in most contemporary European courts. Why did the emperor choose to live in these sparsely decorated apartments? ‘Je ne sai???s pourquoi, car assurément les garde-meubles sont pleins de riches tapisseries, de superbes tableaux, & d’autres beaux meubles: apparemment l’étiquette est de ne s’en point servir.’

The question remains: did the emperors in fact create their own reserved style of courtly grandezza? Could their court attract and captivate the elites from the patchwork of otherwise unconnected Habsburg dominions? We can only try to answer these questions on the basis of a concrete description. In this essay, I will explore the period extending roughly from the beginning of the division of Charles V’s heritage in the 1520s until the succession crisis following the death of Charles VI in 1740. The discussion of these general matters is necessarily preceded by a more concrete outline of the dynasty and its dominions, the household, its palaces, and its calendar. After these orientations, I will further explore court ceremony, ruler and elites, rivalry at court, the cultural role of the court, and its place as the centre of the Monarchia Austriaca.

Dominions and dynasty

The composite nature of the Austrian Habsburgs’ realms remained evident longer than in most other dynastic possessions. Indeed, even the term ‘Austrian’ can rightly be questioned. In fact, only in anticipation of the final disruption of the holy roman empire by Napoleon did Francis II/I (1792-1835) remodel his title and realm in 1804 to approach the modern entity ‘Austria’. In the preceding centuries ‘Austria’ primarily indicated the archduchy that was the core of the Habsburg Erblande, or hereditary lands, a group of possessions which also included Styria, Carinthia, Carniola, Tyrol, and the Vorlande. After the death the Jagiello king of both Bohemia and Hungary in the Battle of Mohács (1526), the Habsburgs also held these elective crowns. Only in the decade following the Battle of the White Mountain (1620), however, was Bohemia absorbed into the Habsburg hereditary lands. Hungary followed a century later, but retained a stronger sense of autonomy. Neither Bohemia nor Hungary easily fitted the label ‘Austrian’.

The holy roman empire, moreover, can hardly be described as ‘Austrian’, or even Habsburg territory. Some of the Habsburg dominions lay outside the empire, while Habsburg rule in the empire was severely restricted by the near-sovereignty of the territories, a situation that was formally endorsed by the Peace of Westphalia in 1648. Thus, at one extreme the Habsburg dynast ruled his own archduchy as Landesfürst, at the other extreme the same dynast was elected imperial suzerain; in between stood the two initially elective crowns of Bohemia and Hungary. Emperor, king, archduke: Habsburgs ruled each of their territories with a different title, and with a different set of rights and duties, and this was reflected in the structure of their court.

The Austrian Habsburgs’ interests were closely linked to the senior Spanish branch of the dynasty. In the two centuries preceding 1700, Habsburgs were on the throne both in Madrid and in Vienna. For the larger part of the period, they formed the strongest alliance in Europe; Habsburg family loyalty was a force to be reckoned with. The Spanish and Austrian branches entertained close – if not always cordial – relations, while Habsburg spouses extended the network even further. During the sixteenth century, an upbringing in Spain was customary for the Austrian Habsburgs. While this habit declined in the seventeenth century, a strong commitment to the Counter-Reformation maintained Habsburg union.

Dynastic fortune became less certain in the second half of the seventeenth century. After the death of Philip IV (1621-1665), the Spanish succession was threatened by the fragile health of Charles II (1665-1700). Charles died without having produced heirs to the throne. His decision to maintain the integrity of the Spanish empire, and to leave it to Louis XIV’s grandson Philippe d’Anjou, sparked off the war of Spanish Succession (1702-1713), that finally brought the Bourbon dynasty to the Spanish throne. At the same time the Austrian succession was far from secure; Leopold I (1657-1705) unexpectedly came to the throne, after the death of his elder brother, and in 1657-58 he had trouble securing his imperial election. Moreover, only his third marriage produced the much hoped for male offspring, Joseph in 1678 and Charles in 1685. Charles, succeeding to his brother Joseph in 1711, died in 1740 without male heirs. This caused a crisis that cost the Habsburgs Silesia, and for a short time brought the Bavarian Elector to the imperial throne.

With their diverse territories, the Austrian Habsburgs also inherited a multiplicity of residences. Frederick III (1448-1493) mainly resided in Wiener Neustadt; Maximilian I (1493-1519) preferred Augsburg and Innsbruck. Charles V (1519-1556) maintained a peripatetic court; in 1521-22 he assigned the government of the Erblande to his brother Ferdinand, but only after Charles’ abdication in 1556 Ferdinand became emperor. After the unsuccessful Turkish siege of Vienna in 1529, Ferdinand i.Ferdinand I;resolved to transform Vienna into an impregnable fortress; in 1533 he moved the Hoflager there. In Ferdinand’s reign, Vienna became the customary residence, but Prague, the illustrious capital of the newly acquired Bohemian lands, offered another attractive option. In 1583, Rudolf II (1576-1612) transferred the court to Prague. With the advent of Ferdinand II (1619-1637) of the new Styrian branch of the dynasty, Vienna regained its position. This relocation implied both a growing distance from the empire’s heartlands and a hazardous propinquity of the Turkish threat. It might not be a coincidence that during the reigns of Ferdinand II and Ferdinand III (1637-1657) the Turks were at peace with the Habsburgs, whereas the empire was ravaged by the Thirty Years’ War (1618-1648).

Though the court became far more sedentary in the course of the seventeenth century, it still travelled regularly, and Vienna never was its only residence. The Bohemian and Hungarian capitals Prague and Pressburg (after the Turkish defeats again Budapest); archducal capitals like Linz, Graz, and Innsbruck; imperial free cities like Frankfurt or Regensburg; and Brussels in the Southern Netherlands: these all retained importance. Members of the dynasty, with their own Hofstaat, ruled their territories as Landesfürst, or as governors on behalf of the emperor.

Setting priorities for ruling this assemblage of territories was inevitably a highly complex task. Most choices would have different consequences for any of the constituent parts, and it was clearly impossible to find a course that would be welcomed uniformly by all. Institutions in Vienna and elsewhere reflected the heterogeneous heritage: some bodies were focused on the Reich, others on the Erblande, or on Bohemia and Hungary. Emperors stuck to their role as the ranking secular ruler of Europe, but their imperial dignity was a liability as well as an asset. It enabled them to initiate ambitious policies in the German territories, or in Northern Italy, but it involved them in an interminable array of legal, diplomatic, and military conflicts. The traditional view, however, that in the course of the seventeenth and eighteenth century the Habsburgs steadily focused on consolidating their ‘Austrian’ domains, and thus increasingly left the Reich to itself, deserves to be questioned. The close link between the imperial dignity and the Roman Catholic Church secured the emperor a culturally and politically highly important role as patron of the Reichskirche. Moreover, the emperor always presented the empire’s elites an alternative for the court of their Landesfürst. Indeed, a readiness of local ???éelites to attend on the emperor potentially strengthened both the pivotal role of Vienna as a political and cultural centre, and the influence of the emperor on the princes of the empire. Finally, though the treaties of Utrecht (1713) and Rastatt (1714) put a Bourbon on the Spanish throne, they also gave the Southern Netherlands and important territories in Italy to the Habsburgs. While the Netherlands remained a somewhat isolated outpost, Italy became the focus of a new ‘imperial’ Habsburg policy, echoing the Italian policies of medieval emperors.

The household

What is a court? The familia or Hofgesinde of a ruler. This would include his kin, a Gefolgschaft of fellow-noblemen, an array of servants, and guards. The almost-equals in the retinue of the ruler were expected to literally serve the ruler, often on a regular basis, but at least in more ceremonial settings. The medieval emperor theoretically was served by princes of the empire, who occupied the main court offices: Marschall, Kämmerer, Schenk and Truchseß. In reality, however, the princes exerted their office by deputy. The Marschall initially was the most important court officer in the German lands, but in the later middle ages the Hofmeister surpassed both the Marschall and the Truchseß. In Ferdinand I’s important court ordinances, introduced in 1527 and 1537, the offices of the court took the form they were to keep during the next two centuries. There were now again four main court offices, each overseeing its own department: Obersthofmeister (steward), Obersthofmarschall (marshall), Oberstkämmerer (chamberlain) and finally the Oberststallmeister (master of the stables). All other officers and servants fell under the authority of these senior officers.

The Obersthofmeister’s formal responsibilities included management of the Hofwirtschaft: the kitchens, cellars, court dining, and its provision with linen and plate. He supervised not only provisioning and personnel, but, with his deputy, the Oberststabelmeister, also oversaw the ceremonial of the table. The Obersthofmeister often was the most important confidant of the emperor, and he could formally represent the emperor on many occasions.

While the Obersthofmeister may have had formal control over all other courtiers, the second-in-rank officer, the Obersthofmarschall was actually the more important in keeping the court well-ordered. The marshal had jurisdiction over all courtiers and servants, who enjoyed immunity from normal legal procedures. As the defender of discipline and mores within the court, he functioned as the ‘eyes and ears’ of the emperor. Diplomats and foreign visitors, too, fell under his jurisdiction, and he could have an important role in establishing and maintaining contact with them. At first, the marshal’s office had had responsibility for all matters concerning the stables, a critically important department in a court which was so frequently on the move. Over time, however, the tasks immediately concerned with the stables were delegated to the Oberststallmeister, while the marshal retained the responsibility for the court travel arrangements, and therefore for assigning accommodation to members of the court while of progress. In Vienna, the cramped situation of the Hofburg made quartering a permanent necessity.

The Oberstkämmerer was responsible for the chamber and wardrobe, and thus for the audiences, Ankleiden and Abziehen. He carried the symbolic key to the emperor’s apartment. He, or one of his deputies – Kämmerer, Türhüter and Kammerdiener – introduced foreign representatives and other visitors. The chamberlain’s right to determine the sequence of audiences conferred on him considerable influence. He also was responsible for the monarch’s personal movable property, and for the collections at court – a major responsibility in a household in which art was highly prized. Finally, there was the Oberststallmeister, the officer responsible for control of the emperor’s stables, horses, and carriages, and for supervising the Edelknaben, or noble pages in attendance at court. He had a ceremonial role whenever the emperor left the palace on horseback or in a carriage, either riding beside the monarch or travelling with him in his coach; and with close access to the emperor came not only prestige, but also influence.

Next to these four most senior court officers came the Obersthofjägermeister (master of the hunt) and the Obersthoffalkenmeister (master of the falcons), responsible for organising the various forms of hunting which formed a central part of courtly recreation. Lastly came the departments responsible for the security of the emperor’s person: the Hartschierenhauptmann (captain of the mounted bodyguard) and the Trabantenhauptmann (captain of the infantry guards).

The Obersthofmeister and the Obersthofmarschall clearly were the two most important court dignitaries. The balance between them remained fluid. Any emperor could change it, while the personality of the incumbents determined the force of the office. In fact, this held true for all functions at court. The court offices were strongly tied to the ruling emperor; when he died, the whole establishment formally lost its position. The new emperor could create a new court, and he would often do so, choosing his own confidants for the highest offices. When the dynastic succession had been secured by having the heir elected as king of the romans, the newly elected formed his own Hofstaat – members of this Hofstaat could hope to accede to higher spheres with their patron.

The highest court offices were invariably held by the upper nobility, Grafen or Fürsten. To these can be added a multitude of court offices, held by nobles, but not necessarily of equally elevated rank. There is a clear distinction between the court offices, conferring honour and prestige, and restricted to the nobility, and the humbler tasks of the court’s clercs and domestics. The different departments had a functional hierarchy neatly following the social hierarchy: nobles, non-noble clerks, and servants which corresponded to government and ceremony, administration, and menial tasks. Integrated into this hierarchy was the Hofkapelle, including the court’s clergy and the chapel’s choristers. A swarm of councillors, artisans, artists, and various specialists was also included in the Hofgesinde. Most members of the Hofgesinde received some remuneration, and some were entitled to Hofspeisung and Hofquartier: they could expect to be fed and lodged at the court’s expense. Pay was often late, and for most tasks it can hardly have been much. The highest court officers and the chapel’s virtuosi, however, received substantial salaries. Being part of the household could bring many small and large advantages for the whole hierarchy; not only freedom from taxes, but also gratuities. Visitors were annoyed by the habit of Türhüter, Kammerdiener, Trabanten, and Hartschieren demanding a fee to introduce them into the emperor’s rooms.

What, then, was the size of the Habsburg court? The Hofstaat, when it is preserved, lists the Hofgesinde, giving us a fairly accurate idea of the entourage in attendance or serving at court. The sources suggest that the court at the end of the reign of Maximilian I was composed of almost 500 persons. In the 1520s, Ferdinand’s court started more modest, but we have to remember that it became the imperial court only after 1556. Under his successor Maximilian II (1564-1576) the Hofstaat again amounted to 500 persons. Under subsequent rulers, this number increased at a leisurely pace: the court probably did not exceed 600 persons until the second half of the seventeenth century. Only during the reigns of Leopold I, Joseph I (1705-1711) and Charles VI, did figures rise dramatically, finally reaching some 2,000-2,500 persons in the second quarter of the eighteenth century. E.G. Rinck listed the personnel of the different departments of the Hofstaat in the last year of Leopold’s reign: he suggests that staff were distributed among the departments with 258 for the Obersthofmeister (excluding the chapel staff and the musicians, who accounted for a further 150); 487 for the Oberstkämmerer (an inflated figure, containing 423 Kämmerer, or honorary chamberlains, nominally attached to the court); 27 for the Obersthofmarschall; and 216 for the Oberststallmeister.He further listed 113 for the Hartschierenhauptmann, 110 for the Trabantenhauptmann, 57 for the Obersthofjägermeister, and 28 for the Obersthoffalkenmeister. Adding the empress’ court, and the administrative staff, he came to a grand total of ca. 1,840; a figure which accords with the estimate by Johann Basilius Küchelbecker, who thought the Vienna Hofstaat stood at some 2,000 persons in 1729.

While Rinck’s and Küchelbecker’s aggregates were more or less similar, their computations and categories differ. Different choices could be made when counting the Hofstaat. Though primogeniture took away sovereignty from other senior members of the dynasty, they were still entitled to their own Hofstaat. Dowager-empresses, empresses, kings of the Romans, and often archdukes and archduchesses maintained their own households; while these could be limited to a Hofmeister or Hofmeisterin with some pages and domestics, they could also reach substantial levels. In the first thirty years of Leopold I’s reign, the court of the widow of Ferdinand III, the dowager-empress Eleonora II Gonzaga, offered a conspicuous example. Rinck added the empress’ Hofstaat, but omitted those of Joseph and other relatives. Hartschieren, Trabanten, and other guard regiments could inflate the numbers – the threat of Turks, or Swedes, in the vicinity of the court provoked a steady growth. Did they belong to the court? Moreover, do we add those holding sinecures but not appearing at court, like the majority of the honorary Kämmerer, flaunting their ceremonial key far away from the emperor’s chambers, or the similarly expanding category of the geheime Räthe? Finally, office at court was often held on a rotational basis. Thus even the four Kämmerer actually serving, Küchelbecker remarked, did so only for a month. Evidently, the Hofstaat can sometimes lead us to overestimate the number of those actually residing at court.

The growth of the court’s personnel was matched by a corresponding inrcease in expenditure, exacerbated by the growing demands of magnificence. Again, the reign of Leopold seems to have been a turning point, expenditures increasing five-fold between 1660 and 1705. During the reigns of both Joseph and Charles the tendency progressed, and in the 1730s expenditures had again almost doubled. The reign of Maria-Theresa (1740-1780) reversed this trend; Joseph II (1765-1790) further reduced spending on court life.

The orbits of the household

The court, however, was a much larger phenomenon than the sum of those who appeared on the Hofstaat. While it is more or less clear who belonged to the court, it is evident that the group depending on the court in other and different ways was much greater. Following Küchelbecker noted the court encompassed around 2,000 persons in 1729, but he also stressed that the crowd of those honoured with pensions and gratuities, and still hopefully circling around the ruler, was much larger. A court domestic, or officer, would bring his dependents; and while they might not formally belong to the household, they certainly clung to the court. A multitude stayed in the vicinity of the court, looking for its benefits without having any formal position. Petitioners, those piliers de l’antichambre, were not listed in the Hofstaat but permanently added to the numbers surrounding the ruler. The same holds true for many artists and fortuneseekers, offering their services and vying for the ruler’s patronage. The court was a meeting place and a cross-roads for the most diverse groups and interests – if it would not be a great convergence of persons, the raison d’être of its ambitious make-up would disappear. Numbers of these visitors could vary greatly; the Hofstaat was only the nucleus of a larger and varied entourage which surrounded the court.

At court, the two categories of ‘household’ and ‘government’ were inevitably mixed. Officers of the household were initially responsible for the government of the ruler’s own domains, and partly also for the administration of his realm in the broadest sense. The Kämmerer, for instance, looked after the treasury. In the long run, many administrative tasks pertaining in the first instance to the ruler’s territories, and not to his person, were taken over by clerks. While this was common occurrence for lower level tasks, it extended to some of the tasks at the highest levels. The new men in administration were not necessarily noble: they could qualify for their tasks by their skills. Nobles looked upon the growing administrative tasks as subordinate, and they could extend this attitude to the incumbents.

The Hofgesinde included both the officers of the household and the administrators of the Habsburg realms. Both were duly listed in the Hofstaat, and were active in the main agencies of government at the Emperor’s court. The geheime Rat (Privy Council) assisted the ruler in making his principal decisions on any matter. It was apt to become too large and unwieldy, and therefore was regularly trimmed to conform to its original objective: a small circle of knowledgeable advisors supporting the ruler. Here, the emperor’s noble companions remained the strongest group. The Reichshofrat was the supreme court of justice for the empire and for the Habsburg lands, it also dealt with administrative and political matters, especially those pertaining to the empire. The Reichshofkanzlei handled all government correspondence: its head, the Reichsvizekanzler, therefore had a pivotal position in the Reichshofrat. In 1620, Ferdinand II created the Österreichische Hofkanzlei, which slowly took over much work from the Reichshofkanzlei. The Hofkanzler, accordingly, could often be more important than the Reichsvizekanzler; his position was further strengthened in 1749 the when the Österreichische Hofkanzlei was united with the Bohemian chancery. The Hofkammer, or court treasury, administered the revenue coming from the Habsburg domains, and it collected indirect taxes. The Hofkriegsrat was responsible for all matters relating to war, and it administered the grants coming from the Estates in the Erblande. The almost continual warfare secured the Hofkriegsrat a certain leverage, but resources perpetually lagged far behind the perceived military necessities.

Generally, noble participation diminished when financial or legal competence came to the fore, and when the connection with personal service to the ruler decreased. Ferdinand I’s court ordinances of 1527 and 1537 can be read as a first endeavour to separate more clearly the honorific and the administrative (or alternatively the personal versus the territorial) responsibilities at court. In the succeeding centuries, the administrative apparatus indeed expanded, gaining more autonomy in the process. For all practical purposes, however, the separation of household and government remained a dead letter until the reforms of Maria-Theresa after the War of Austrian Succession (1740-1748), and it can indeed be argued that this situation persisted far into the nineteenth century. In the early modern age, ‘administration’ was not the assertive young cuckoo slowly pushing the older courtly apparatus out of the nest. If anything, the court forced the newer cadres of state servants into its habitual ways, and it remained the heart of government.

The emperors’ residences ;

The Vienna Hofburg was the principal domicile of the emperors in the early modern age. It was a warren of interconnected buildings, the earliest dating from the thirteenth century, progressively extended or adapted to conform to new exigencies. After the siege of Vienna in 1529, Ferdinand I had the damaged Hofburg repaired and extended: its defensive function remained of prime importance, and this fact guided the reconstruction. Soon, Ferdinand had to enlarge and redecorate the complex to accommodate his children, and towards the end of his reign he had a new building constructed for the Hofstaat of the king of the romans, Maximilian. When Maximilian II succeeded, he moved into the Hofburg proper, and he used the new building to house the court’s stables, hence its name, Stallburg. Maximilian moreover, had to provide room for the Hofstaat of his sons, Rudolf and Ernst, and in 1575-1577 the Amalienburg was constructed to accommodate them– its name came into being more than a century later, when it functioned as the residence of the dowager-empress Amalia Wilhelmina of Brunswick-Lüneburg. The Turkish war, 1591/3-1606, underlined Vienna’s vulnerability; and works were once again concentrated upon improving its defenses. In the course of the seventeenth century, the palace complex acquired a bathing-house, a hall for court balls, and a Komödienhaus, or court theatre. Yet, for all these amenities, it still did not strike visitors as a particularly majestic domicile. Matthaeus Merian noted in his Topographia Germania that the Hofburg was ‘zwar nicht sonders prächtig erbaut/und für einen solchen mächtigen und höchsten Potentaten/und eine so grosse Hoffhaltung/zimblich eng ist.’

Its shortcoming were partially remedied by Leopold I, who planned and built a new stately wing in the 1660s, the so-called Leopoldine Tract. But the building was destroyed by fire shortly after the emperor took up occupancy, and although it was rebuilt by 1681, it was only in use for two years before the Turkish siege of Vienna in 1683, when it was once more heavily damaged, the Hofburg being one of the prime targets of the Turks’ artillery bombardment. Only after the emperor’s successes in the war with the Turks had rendered the defensive structures of the Hofburg both obsolete and purposeless, could the palace be adapted to truly conform to the standards of repraesentatio maiestatis - or, for that matter, unité de style. Even so, budgetary difficulties continued to limit the emperors’ building activities. Montesquieu, visiting Vienna in 1729, could still with some justification contrast the motley Hofburg with the splendorous domiciles of the greatest court nobles. Between 1683 and 1749, some forty-six palaces were constructed in Vienna, prince Eugene’s Belvedère ranking high among these. During the 1720s and 1730s, Charles VI provided the Hofburg with the more befitting Michaelertrakt, and added the majestic Hofbibliothek to the complex.

By 1728, however, Charles could spend part of his time at the Lustschloß Schönbrunn. In the seventeenth century this was a modest hunting lodge, known largely for its Tiergarten and its springs. From 1638, it had been in possession of Eleonora I Gonzaga, widow of Ferdinand II. After her death in 1655, the reigning empress – and soon to be dowager-empress – Eleonora II Gonzaga obtained Schönbrunn. In 1686, after her death, Schönbrunn, Laxenburg and Favorita were returned to the emperor. Schönbrunn now was to become the domicile of the king of the romans, Joseph. The great architect Johann Bernhard Fischer von Erlach presented the court with proposals that surpassed the ambitions even of Versailles. In the 1690s, building began on Fischer von Erlach’s far more modest second project. The massive ‘Habsburg columns’ Fischer also designed for the Karlskirche were initially planned at the entrance of Schönbrunn, but in the truncated second project, they were transformed into graceful obelisks. From 1700, Schönbrunn could be used, primarily as a hunting lodge. Construction went on, however, and new wings were added. After his accession to the imperial throne, Joseph I had only a few years to live. He visited Schönbrunn for festivals and hunting, but did not habitually live there. Upon his death, his widow Amalia-Wilhelmina occupied it for more than a decade – Charles VI obtained it in 1728. During his lifetime, it did not have the prominence it would attain under Maria-Theresa. Charles cherished another project: the austere residence at Klosterneuburg, inspired by the example of the Escorial. Only a small part of this Klosterresidenz was ever constructed.

The Hofburg was thus the habitual residence of the emperor, but variety was provided by sojourns in the hunting lodges at Laxenburg, Favorita, , Ebersdorf, Schönbrunn, and the Neugebäude. The Prague castle, or Hradcany, however, was more than comparable to the Hofburg. The great Luxembourg emperor Charles IV (1347-1378) had turned the Prague Hradcany into a centre of patronage. Vladislas II Jagiello, who combined the Hungarian and Bohemian crowns from 1490, tried to emulate Charles. Ferdinand I built a palace for his queen near the Hradcany. Rudolf II, taking the court to Prague in the 1580s, could fall back on a rich heritage. He used it to advance his idiosyncratic notion of imperial rule through patronage of the arts. In his days, Prague indeed regained its former pre-eminence. The Castle was further expanded and embellished. Rudolf’s reign ended in debacle, and the Thirty Years’ War changed the position of Bohemia. Thus, Prague lost part of its attraction for the Habsburgs. Leopold stayed there when he tried to escape from the plague ravaging Vienna from 1679. Other emperors visited Prague, but they were never again enticed to turn the Hradcany into their residence. Much later, Maria-Theresa again honoured the Hradcany with building activities.

The calendar of court life

The most important factor structuring the calendar of the court was certainly the Roman Catholic liturgical year: the Christmas and Easter cycles, and the feasts of saints. Each year saw the same sequence of religious celebrations and Andachten. The emperor often worshiped publicly, walking with part of the Hofstaat from palace to church. Ambassadors were expected to escort and emulate the emperor in his public religious observances. During Lent the regime seems to have been particularly demanding. Justus Eberhard Passer, envoy from Hessen-Darmstadt in the early 1680s, noted the processions, pilgrimages, masses, matins, and vespers, in his diary. In 1729 Küchelbecker dutifully listed the years’ activities of the court, again showing the primacy of the religious cycles. In 1726, the worldly duc de Richelieu complained that only the sturdiest of monks could endure the court’s religious observances. He calculated having spent more than hundred hours with the emperor in church, from Palm Sunday until the day after Easter.

Court ceremonial and court festivities were both intimately tied to the liturgical year. The emperor dined publicly in the Ritterstube of the Hofburg on at least four occasions: St. Andrew’s feast (November 30, when he dined with the knights of the Golden Fleece), Christmas, Easter and Pentecost. The Wirtschaften, a mixture of comedy, masquerade and ballet in a pastoral setting, performed by courtiers, were invariably organised during Shrovetide. Passer noted the cast in 1680: high court nobles dominated, the Spanish ambassador procured a role as Böhmischer Baur, and the emperor and empress danced in the ballet. During Holy Week, like other rulers, the emperor would wash the feet of twelve poor men on Maundy Thursday. Passer reported this repeatedly, at one time stressing that the poor were thoroughly cleansed beforehand. An elaborate meal was part of the ceremony, and the guests could take their tableware home. Some of them, not used to this affluence, had to be carried home by the Trabanten.

The knights of the Golden Fleece had their own sequence of celebrations in Vienna. In addition to the order’s major celebration on St. Andrew’s day, Küchelbecker listed 50 Toison Tage in his calendar, most again connected with religious activities. Also included in the Hofkalender, but not strictly determined by the liturgical year were the birthdays and name days of the members of the dynasty. During these Galas, compliments could be offered to the celebrant, and divertissements, operas and concerts would be organised.

There was also a seasonal aspect to court life. In Vienna, the Hofburg functioned principally as the winter residence. In spring, however, the court moved to the hunting lodge at Laxenburg; in summer it moved to the Favorita; and in autumn to Ebersdorf. In the course of the eighteenth century, Schönbrunn gradually took its place in the schedule; and here, as at Versailles, what began as a hunting lodge was finally transformed into a Lustschloß fully capable of serving as a seat for the court. Life in the ‘outdoor’ dwellings was less ceremonious, with the ruler being accompanied by a relatively intimate circle; administrative work continuing at a lower pitch; and hunting, always a favourite pastime at court, truly dominating the schedule of the courtiers.

While seasons and the liturgical year structured the court’s calendar over the months, the domestic ceremonies of Ankleiden, dinner, supper, and Abziehen structured the daily rhythm at court – a sequence that would occur in almost any major noble household. The day began with the Ankleiden, in the company of the Oberstkämmerer and his deputies. In Leopold’s time it was enlivened by court jesters and dwarfs. As was to be expected, religious observance figured prominently in the morning hours, either in the Hofburg Chapel, in the Augustiner- or Hofkirche (physically connected to the Hofburg), or in one of the other churches in Vienna. Then came the demands of government: reading dispatches, conferring with councillors, or presiding over council meetings. After dinner, the court, women included, could go hunting near Vienna, or shoot at targets. The Swedish resident Esaias Pufendorf noted in his description of a Fuchsprellen in March 1672 that it was truly ‘...remarquabel, daß der Kaiser selbst mit einem Stocke die Füchse geschlagen und darnach geworfen, wenn sie geprellt waren, und daß er darin die kleinen Jungen und Narren zu Kameraden gehabt, welches mich dünkte etwas alien von der kaiserlichen Gravität zu sein’. Leopold’s fervour was nothing exceptional among monarchs: each of his predecessors and successors was an equally passionate hunter. In the afternoon, after hunting or as an alternative, the imperial family could indulge in recreational games. Unlike hunting, however, cardgames were far from an addiction, as they were at many other courts. Music was an important pastime. Most Habsburgs had some musical talent; they composed, performed and directed: music must have taken its share of their time, not only during the performances, but also in more private moments. Leopold’s correspondence with his librarian Lambeck suggests that he devoted some time to reading. In the late afternoon or in the early evening both the emperor and the empress would be available for audiences. Supper took place auf der Kaiserin Seite, and prominent guests could join the imperial family there. After supper, there could be audiences, musical performances, or comedies. The emperors were early risers, and the Abziehen can hardly have taken place very late.

Can this tentative sketch of the emperor’s days be extended to encompass the day of courtier? Probably not – all courtiers did not take part in every one of these occasions. What strikes the eye is the large amount of time that was spent without spectators.

Court ceremony

Tasks, position, appearance and deportment of those present at processions, audiences, meals, Ankleiden and Abziehen were to a large extent predetermined. Some of these ceremonies were limited to the ruler and his immediate environment of court dignitaries and family; others were much more public. In Vienna, the Ankleiden and Abziehen remained secluded domestic ceremonies, very different from the French lever and coucher. Meals and audiences could both be ‘public’ and ‘private’. Religious ceremonies could take place in the Hofburg chapel, but often had a public character, as the processions from the Hofburg to the church, and vice versa, show. High points of the dynasty – births, funerals, marriages, diets, elections, coronations – always had their train of public ceremonies, both in Vienna, Prague and Preßburg, and in the cities of the empire connected to these events, mainly Frankfurt and Regensburg.

Dress too, was prescribed to a certain extent. The livery of the emperors’ court was dominated by black and yellow (or ‘gold’); Kammerdiener and Kämmerer had their own, somewhat similar but richer, apparel. The emperors themselves wore the spanische Hoftracht: a black costume enlivened by golden embroidery, red hose and shoes, and a hat decorated with red, yellow or white feathers. While other court officers were freer in the choice of their costume than the servants in livery or the Kämmerer, they seem to have adhered to the generally sober style of the emperor’s court. During the frequent Galas, however, costume would be more sumptuous, with jewellery having a particularly important role in demonstrating rank. On several occasions, the emperor appeared in a splendid costume, dominated by jewellery, gold and silver brocade; his hat crowned by blue feathers held together by a diamant agraffe. The knights of the Golden Fleece departed from the habitual preference for black: their costume was red, with golden embroidery and worn with the order’s gold chain. The French court style, still frowned upon by Charles VI, was finally introduced by Francis I. Joseph II favoured a military court costume.

Both public and private meals were served according to fixed rules. If the emperor and empress dined in public, generally in the Ritterstube, they were accompanied by the senior court dignitaries, with the Hartschieren and Trabanten standing near. They were served, on bended knee, by an array of other court officers, the Oberststabelmeister leading the Oberstsilberkämmerer, Truchsessen, the Kämmerer, Vorschneider, Mundschenke, and Edelknaben. Vehse, a nineteenth-century erudite, calculated that any dish went through twenty-four pairs of hands before it actually reached the emperor. The ambassadors, and all others in attendance, had to remain standing, and could only withdraw ‘... sobald Ihre K.Mt. den ersten Trunk gethan.’ Visitors report many details of public dining. Brown noted ‘three remarkably low dwarfs’ during the public dinner on Christmas. Pöllnitz counted forty-eight dishes, observing that the emperor and empress dined together, but were served by their own Hofstaat, and from their own kitchen, an observation not confirmed elsewhere. Within the limits of available space, the ‘dem Orte und der Feyerlichkeit angemessen Gekleideten’ were admitted to the ceremony. The emperor’s table stood on an elevation, or dais, and his chair was marked by a canopy of state. He would remain covered throughout the meal, only taking off his hat during prayers, or when the empress drank to his health. On Sundays, and during galas, public dining was animated by the court’s musicians. A range of intermediate stages stood between the ceremony of public dining and the truly private and less ceremonialised dinner of the emperor ‘sur sa Serviette’ in his own rooms.

While the exterior of the palaces demonstrated the dynasty’s attempt at magnificence to anybody passing by, the interior was conceived as a cordon sanitaire, shielding the emperor’s innere Wohnräume from lowly and unwanted visitors. Emperor and empress had their own sequence of antechambers, at the centre meeting in their contiguous apartment. In the Hofburg, ‘the side of the empress’ and ‘the side of the emperor’ alluded to the habit of dining in the afternoon en famille on the emperor’s side, and in the evening with guests on the empress’ side. Dining on the emperor’s side generally took place in the Ratstube, but public dining would take place in the larger Ritterstube.

Only persons of a certain rank could progress from the Ritterstube towards the centre, passing through the first antechamber, second antechamber, Ratstube (council chamber) or audience room, and finally reaching the imperial apartment proper. Each ‘threshold’ demanded an extra step in the courtly hierarchy. The Ritterstube was open for all members of the Hofstaat; entrance to the first antechamber was limited to Kavalieren, Edelknaben and Kapellmeister, only Freiherren, Grafen, Hofkriegsoffizieren and prelates could enter the second antechamber. Finally, only ambassadors, electors, princes of the empire, senior court officers, privy councillors, Kämmerer, archbishops and bishops were allowed in the Ratstube. On the emperor’s side, the Ratstube functioned as audience room, but depending on the rank of the visitor, either the second antechamber or the emperor’s Retirade could also be used. On the empress’ side matters proceeded similarly, the audience room taking the place of the Ratstube. In the Ratstube stood the symbols of rulership: an estrade, or elevated platform, a carpet and a canopy – insignia which were also set up in the other places where the emperor resided.

This basic sequence of rooms is found in many German palaces. In the later seventeenth century other names could be added (‘Dutch’ cabinet, mirror room, etc.); these left the structure intact, but added fashionable items. The Botschafterstiege, too, was a French-inspired innovation of the eighteenth century. The contiguous apartments of the emperor and the empress, the inner rooms to which the sequence of antechambers on both sides finally led, were only accessible to court dignitaries, domestics, and, of course, the imperial family. Thus, they did not have a conspicuous role in the more public ceremonies.

Those wanting to address the emperor had to ask the Oberstkämmerer for a place on the list for the private audiences. An audience with the empress had to be requested through her Obersthofmeister. Diplomats and prelates took precedence over most others, and there are reports about petitioners waiting for months. The Kämmerer took the visitor through the antechambers to the audience room. Entering the audience room or Ratstube, the visitor had to make the Tieffe Reverentz or Spanische Compliment three times, a deep bow on bended knee. Withdrawing, he had to keep looking towards the emperor and repeat the three ‘Spanish compliments’. During these private audiences, the emperor would receive his guest standing under a canopy, and leaning against a table. There were no spectators: even the Kämmerer or Türhüter left the room, or waited behind a screen near the entrance. Audiences with the empress were similar, but a Hofdame would visibly remain in the room. Typically, ambassadors or sovereigns visiting the court would first have a sumptuous public entry; a public audience (with reciprocated words of welcome) and only then a private audience. Differences in court conventions could lead to awkward moments. Saint-Simon reports that the French envoy Cheverny, introduced into Leopold’s audience room, mistook it for yet another antechamber. He haughtily paced the room, ignoring what he took to be the ‘servant’ leaning against the table in the middle of the room, until this figure made himself known as the emperor, and Cheverny desparately sought to find excuses for his faux pas. While the story seems somewhat unlikely, especially the emperor’s role in timidly opening the conversation and the lack of preparation on the part of the envoy, it exaggerates and ridicules a difference noted in many other accounts.

During pilgrimages and processions, or in church, the Hofstaat took part in its own hierarchical order. The court’s progress from the Hofburg to the church, convent or shrine knew a strict choreography, again tied to rank. In the 1680s, Passer described a procession going from the Hofburg to the Michaelerkirche, to the Schottenkirche, and finally to the Stephanskirche:

‘Erstlich gingen derer Cammerherrn, Ambassadeurn und Pottschaffter Ihre Laquayen, Pagen und Bedienten je Zwey Und Zwey. 2.) Die Kayserl. Cammer Trabanten. 3.) Die Kays. Edelknaben je Zwey und Zwey. 4.) Die Cammerherrn in großer Anzahl. 5.) Kays. hohe Ministri. 6.) Uff Beeden Seiten die Kays. Trabanten und Hartschierer. Darauf folgten der Spanische Und venetianische Pottschafftere, zwischen welchen der Nuncius Apostolicus ginge, nach dißen folgten Ihre Kays. Mt. in einem schwartzen Kleid, und schwartzen Band ufm Hut, eine Bethe in der Hand haltend, nach dero ward die regierende Kayserin, und Ertzherz. Prinzessin, durch den Obrist Hofmeister Und Obrist Kammerer geführet; nach dißem folgte das Kayserl. Frauenzimmer, die Kayserl. Wagen Und Wacht.’ The procession describe here started at ten in the morning and lasted until half past twelve. Similar processions occurred frequently throughout the year, and were repeated every year. The procession to the replica of the Holy Sepulchre in Hernals is mentioned in many accounts. In church too, the emperor was conspicuously present. On Palm Sunday in 1682, two days after the procession described earlier, Passer saw the emperor ‘... mit der gantzen Hofstatt und Pottschafftern bey den Augustinern 3 mahl in der Kirchen herumb gegangen, und endlich Vorm Altar stehen blieben, alle Palmzweige in den Händen tragend.’ Brown witnessed a procession on St. Stephen’s Day to the Stephanskirche, where the emperor ‘... went up to the Altar, kneeled, and kissed the plate wheron the Hostia had lain’. The emperor, however, seems to have attended the religious celebrations in his own oratorium, a canopied booth opened towards the altar but closed towards the audience.

To these cursory descriptions of ceremonies can be added an enormous amount of rules and habits. Sitting and standing; different types of chairs; sitting arrangements; covered and uncovered; lefthand and righthand: these were all tied to rank, and could be hotly debated. The development of permanent diplomacy added substantially to the ceremony and ostentation of court life. As the hierarchy among the rulers of Europe had to be replicated in the contacts between their representatives, complications over precedence abounded, because rulers interpreted the hierarchy differently, or when the individual rank of the representatives suggested a different posture than the rank of the rulers they represented – inevitable aspects of diplomacy at least until the Congress of Vienna. Permanent diplomacy was an important factor in urging the different courts to create an all-encompassing ‘table of ranks’ governing mutual exchanges. The diplomatic encounters at court had a distinctly worldly element, the competition between rulers. By the same token, competition between compeers in the upper layers of courtly society found expression in their competition for ceremonial precedence. Most occasions of public ceremonial display, however, were tied to the liturgical year: they remained religious in context and inspiration.

Visitors to the emperor’s court stressed both the unchanging rhythm of life, and the antiquity of its severe ceremonial, yet both these characteristics are open to question. The clockwork precision of the emperors’ schedule seems to have been regarded a priori as a part of their elevated status; thus, it is repeated over and over, whereas the descriptions actually show many variations. Similarly, the ceremonies were thought to have been copied from sixteenth century Spain, and then to have been carefully maintained. While it is clear that court life in the sixteenth century had its ceremonial components – particularly those connected to the liturgical year and the dynastic/imperial ceremonies – we cannot truly ascertain either the extent of Spanish influence or the degree of ceremonial continuity from the sixteenth into the seventeenth and eighteenth centuries. The Burgundian Dukes undoubtedly set the standard for courtly splendour in the fifteenth century, but their influence and the concomitant influence of ‘Spanish’ ceremonial has often been exaggerated. This seems clear in the Austrian case: the court ordinances of Ferdinand I did not constitute a break with earlier tradition; they offered a structured extension of prevailing practice. Only the Capella and the Hartschieren Leibgarde (archers) seem to have been adapted from the Burgundian-Spanish example. The Spanish nature of Viennese court may have been limited to the‘Spanish compliment’ and a general resemblance in deportment and dress.

From the mid-seventeenth century, however, there was a new emphasis on the precise codification of court ceremony. During 1651 and 1652 a commission of councillors discussed a handbook for ceremonies, deliberations which resulted in the creation of a Zeremonienamt in the Obersthofmeister’s department. From the same period, the Hofstaat and the court’s cultural activities started to expand. These developments continued during the reigns of Leopold I, Joseph I and Charles VI, but the trend was arrested with the advent of Maria-Theresa and reversed in the reign of her son Joseph II. While the period ranging from the Peace of Westphalia to the death of Charles VI thus witnessed both the growth of the Hofstaat and the dominance of ceremony, it would be unwise to look upon the ceremonial conventions as having governed each and every exchange at court. Most visitors seem to have exaggerated the court’s rigidity. More perspicacious witnesses, like Pufendorf or Passer, mention occasions were the strictures of ceremony seem to have been absent.

The emperor was often accompanied only by his confidants, and this would provide him with opportunities to shed the burden of ceremony. The relatively secluded existence of the emperors may be the most important contrast with their Bourbon rivals, particularly Louis XIV. He sought carefully to present his rule as an open monarchy, with the king being accessible and visible to his subjects: the French court certainly harboured far more ‘spectators’ than the Habsburg court in Vienna. The spatial distance created with the sequence of rooms in the ‘German’ style became largely a matter of timing in the French case, the various entrées taking over the role of the antechambers’ hierarchical thresholds. Moreover, the ruler’s own apartment played a major role in French ceremonial, while in Vienna it remained a truly private apartment.

The ‘closed’ style of court life had an important consequence: social contacts among elites could only partially occur at court. While the court must have been the nexus of elite life in Vienna and throughout the Habsburg lands, it did not provide for everyday entertainment, as the French court did with the sequence of Appartements, theatre and opera. Emperors could organise opera and comedy in the Hofburg complex. They might even do so frequently, as did Leopold. His activities in this field, however, were surpassed by those of the dowager-empress Eleonora II Gonzaga. Moreover, her court was reported to have a more open and worldly style. A French visitor, noted that the dowager-empress’ court was ‘... assez libre et assez ouverte ...’, while Leopold’s court struck him as ‘... fort particulière et fort renfermée ...’ Did the disparaging remarks by Montesquieu and Pöllnitz about the Hofburg in contrast to more splendid palaces in Vienna have their parallel in social life? Did the magnates’ palaces in Vienna and elsewhere offer the sort of entertainment and sociability the emperor’s court seemed to lack? If so, we should relate these activities to their political role in the Monarchia Austriaca.

The ‘function’ and ‘meaning’ of court ceremonial have recently received more scholarly attention than its concrete forms. Ceremony, it has been argued, by making rank visible, functioned as the rulers’ instrument of power. It not only gave the ruler a dignified appearance, it enabled him to manipulate courtiers by stimulating their competition for status. In part, this is obviously true; the preoccupation of both rulers and nobles with rank and dignity is immediately clear in contemporary accounts of court life. The corollary, however, should be questioned. This ‘functionalist’ approach tends to underrate the religious element in ceremonies, and the self-evident authority of the hierarchical conception of society. It is inconsistent to picture the ruler as a shrewd manipulator using his role in ceremony as a stratagem to control his subjects, and the latter as blindly following the compelling force of hierarchy. Why should we grant one party what we deny the other? The ceremonial gravitas curbed the rulers in many respects. It proclaimed and legitimised dynastic superiority, but it also burdened them by restricting their personal and political freedom of movement. Should they actually try to ‘manipulate’ the court through ceremony, they could risk losing their aloofness and superiority, and in the process damage the very essence of their position. Therefore, most rulers refrained from manifest meddling.

Ceremony was a collective performance of devout adherence to hierarchies terrestrial and celestial. It instituted and reinforced the compact between the ruler and the highest officers of the household and the state. While they served the ruler, others served them – there was no reason for either ruler or courtiers to be unhappy with this arrangement. Ceremony structured court life through rank, and thus not only made rank visible, but also assured those enjoying high rank access to the ruler.

emperors and elites: the formation of a ruling caste

The elite of Habsburg monarchy around 1700 was an intricate mixture. Nobles from the Erblande, Bohemia, Hungary, and many German principalities formed the core of a group that also counted émigrés from many other parts of Europe. The social origins of this group were as varied as their geographical provenance. Many of the names that dominated the Habsburg court by the early eighteenth century, however, maintained their position well into the nineteenth century.

The character of this ruling caste had evolved relatively recently: in the course of the seventeenth century, and particularly through the religious and political upheaval that lasted from the later years of Rudolf II to the 1630s. Lutheranism and Calvinism had been highly successful in all dominions of the Austrian Habsburgs. By far the largest part of the nobility had converted to one of the Protestant creeds, and they dominated most Estates. While the emperors Maximilian II and Rudolf II were far from dogmatic, they clearly perceived the role of Roman Catholicism in underpinning imperial rule. Around 1600, the religious question had severely strained the connection of emperor and nobles, and indeed the whole body politic. The Turkish wars and the fiscal power of the Estates seemed to augur a further expansion of Protestantism. Rudolf’s eager successor Matthias and his senior advisor Bishop Melchior Khlesl tried to advance the cause of Catholicism, but this only exacerbated the situation. The Bohemian crisis of 1618-1620 and the parallel revolt of the Upper and Lower Austrian Estates led to large scale warfare.

Ferdinand II hoped to repeat the Counterreformatory policies he had successfully pursued in Styria. Johann Tserclaes von Tilly’s victory in the battle of the White Mountain (1620) enabled Ferdinand to achieve his goals. Emboldened by the advice of his Jesuit confessor William Lamormaini, he proved unbending towards headstrong protestants. Through his military successes, Ferdinand could impel many nobles to follow him, while at the same time he could entice them to flock to his camp by promising both titles and wealth. Protestant nobles had to disavow their faith, or find their territories confiscated, to be distributed among loyal Catholic nobles. In Bohemia and Moravia, between half and three quarters of all noble property changed hands, and half of the noble families was ruined. Often, families were torn apart, one half supporting the dynasty, the other half continuing its opposition. The nobility declined in absolute numbers, and in proportion to the population as a whole. In Austria, Protestants among the Ritter, the lower nobility already weakened by the continuing subdivision of their holdings, almost disappeared: they either converted and rose to the Herrenstand, or lost their position. High nobles too suffered losses. Prominent magnate families, like the Zierotin in Moravia, or the Jörger in Austria lost their wealth and status.

In Moravia, the Dietrichstein and Liechtenstein families profited hugely. The Liechtenstein offer a case in point: they acquired princely rank and a duchy, while during the Thirty Years War, they more than tripled the subjects in their possessions. Finally, in 1719 they even acquired their own semi-sovereign Reichsunmittelbare possession. Similarly, one of the main proponents of dynasty and Catholicism in Bohemia, Zdenek Lobkowitz, secured princely rank for his family, and extended his domains. Loyal families in the Erblande, like the Auersperg, Trautson, Lamberg, or Trauttmansdorf established their pre-eminence. Descendants from the Protestant rebels of the 1620s, however, could revive their status if they proved loyal, as the Starhembergs and the Jörger in Austria, or the Czernin in Bohemia, show. Similar processes later occurred in Hungary after the magnates’ conspiracy of the late 1660s. The Esterházy profited from the discomfiture of the extremely wealthy Nádasdy. They too, were promoted to the Reichsfürstenstand. Other loyal Hungarian magnates, like the Batthyány and Pálffy, followed the same course. The loyal Hungarian magnates, however, were not so strongly integrated into the monarchy: their presence at the court became more prominent only during the reign of Maria-Theresa.

From the empire, particularly its Western and Southwestern territories, a steady flow joined the ranks of the new elite – Schwarzenberg (a family of Bohemian origins that had served in Brandenburg and Bavaria), Fürstenberg, Oettingen, Königsegg, Salm. In the Thirty Years’ War and afterwards, Émigré generals like Bucquoy, Leslie, Piccolomini, Montecuccoli, and finally Eugène paved their way to fortune with military successes. Not only high nobles improved their position. Ferdinand II’s Obersthofmeister and favourite councillor Hans Ulrich von Eggenberg, the son of a Burgermaster of Graz, became Reichsfürst and he acquired the Duchy of Krumau. This overnight turned him into the greatest landholder of Bohemia, and into a compeer of the Lobkowitz or Liechtenstein families. Loyal administrators of more humble origins, like the chancellors Prickelmayr, Hocher, Stratmann, and Seilern, were nobilitated; like their numerous later successors, they did not fully integrate into the closing circle of the ruling caste. In addition to the the worldly grandees, the Jesuits, Capucins and Augustinians offering spiritual guidance to the rulers formed an essential element of the Habsburg environment.

From the turmoil, a new caste of ruling families emerged that forged a lasting compact with the Habsburgs. They dominated the Privy Council, army and diplomacy, and held the major court offices. They acquired huge domains and could wield power also through the local Estates. The Estates could approve or reject the Crown’s financial requests, and the perennial warfare strengthened their leverage in many fields. The magnates’ domains were often consolidated by a Fideicommissum, a settlement securing their truly dynastic ambitions by protecting the domain from financial frivolity by individual members of the family. Through their position in the Estates and as landholders, the magnates dominated the entire network of local and provincial government; in the absence direct administrative links between the emperor and his subjects they were the intermediaries of power. The Fürsten had rights that gave them the semblance, if not the reality of sovereignty.

The magnates’ allegiance to Roman Catholicism and their Kaisertreue enabled them to achieve an enduring dominance. In serving the emperor, and the ideals of ‘absolutism’, they certainly also served their own interests. While the dynasty was indeed the main agent in the formation of this ruling caste, we should not depict it as a Dienstadel intimidated into obedience by the ruler. It cannot even truly be called a court nobility, and the classification ‘courtier’ fits its members only imperfectly. Neither the Hofburg nor the quartering system for courtiers could accomodate those not actually holding and exercising court office; the group of nobles actually residing at court remained small. Magnates established their own palaces in Vienna, as well as in the surrounding countryside, and on their estates. Bohemians would have palaces in Prague too. They belonged to the emperor’s court, but maintained their own court simultaneously. While the metaphor of sun and planets certainly fitted the hierarchical relationship between emperor and high nobles as it was mutually understood, in other respects, it cannot be said that the planets merely reflected the sun’s radiance. To contemporaries, both the political realities and the ostentation of the noble households in Vienna, Prague, and elsewhere could suggest the opposite: a somewhat pale center, illuminated and upheld by an orbit of brilliant satellites. Together, the dynasty and the cosmopolitan elites succeeded in governing the array of territories; their compact has rightly been described as dual governance, or dyarchy. While Maria-Theresa’s reforms changed the rules of the compact, and Joseph II’s drastic measures seemed to augur its demise, the Restoration again secured its continuance deep into the nineteenth century.

Faction at court

The relationship between emperor and elites, however, was never as unchanging and unruffled an alliance as their unity in court ceremonial suggested. Friction and discord occurred, both between emperor and elites, and among the elites. At court competition for the emperor’s patronage and factional strife between groups and individuals were commonplace.

Access to the ruler was much coveted. It brought honour, material advantages, and political leverage. The distribution of honours cannot completely have been handled by the emperor personally, nevertheless finding his ear was one of the surest means of procuring offices and privileges. A successful restriction of this access on the part of a group or person within the court, or even the expectation that this could occur, would antagonise others. Ferdinand I’s retinue of Spanish and Dutch confidants proved unacceptable to the Austrian Estates. Similarly, almost two centuries later, when Charles VI returned from his Spanish misadventure to assume the imperial throne, the Spanish favourites huddling around the ruler aroused equal displeasure, the Dutch envoy reported that nobles were openly complaining, and cabals were forming to reverse the situation. On the other hand, most Habsburgs seem to have been impervious to the charms and dangers of mistresses, and favourites rarely achieved the prominence that led to such bitter complaints elsewhere. There were no Mazarinades in the Austrian Habsburg lands, but the emperors did tend to cling to their trusted advisors. Childhood friends and tutors often rose to prominence, and the long reign of such favourites could provoke resentment: they too frequently came to be regarded as gatekeepers between the ruler and his court. Thus Rudolf II confided many affairs to Wolfgang Rumpf and Paul Sixtus Trautson. Bishop (later Cardinal) Melchior Khlesl was thought to rule Matthias. William Lamormaini and Johann Ulrich von Eggenberg were Ferdinand II’s most trusted advisors, though they never had Khlesl’s sway. Ferdinand III relied on Johann Weickard Auersperg and Maximilian von Trautmannsdorf. Leopold first depended on his tutor and Obersthofmeister Johann Ferdinand Portia, then for a decade on Portia’s successor Wenzel Eusebius Lobkowitz. The guidance of two Capucin friars, Emmerich Sinelli and later Marco d’Aviano , was often noted. Joseph I trusted his Oberststallmeister Leopold Matthias Lamberg, though mainly as maître de plaisir. Charles VI was reported to lean on two favourites from his ‘Spanish’ entourage, Rocco Stella and Michael Johann Althan. The latter indeed achieved some notoriety as a favourite. When Althan died, Charles deplored the loss of: ‘mein Trost, mein treyster Diener, mein Herzensfreund, der mich wie ich ihn 19 Jahr geliebt in wahrer Freundschaft.’

If favourites indeed succeeded in controlling the ruler’s patronage, those who stood to lose from the situation invariably tried to redress it. Rulers knew the risks, and they sought to avert such a predicament by having a variety of confidants. The results of this simple stratagem could be worse than the situation it sought to remedy if, in the process, the ruler thus fomented competition among his advisors. The Dutch envoy thought Leopold knowingly gave contradictory orders to his ministers, or withdrew in last minute oral orders to one minister what had been ordained earlier in written orders to another, only to prevent being ruled by his ministers – probably a too Machiavellian interpretation of Leopold’s generally indecisive attitude.

Moreover, junior branches of the dynasty ruled their own territories – Styria until the accession of Ferdinand II in 1619, and Tyrol until the extinction of the Tyrolean branch in 1665 – and they had their own autonomous courts, not necessarily subservient to that of the ruling emperor. Younger brothers, potential heirs to the throne, could form the nucleus of serious opposition, particularly if the ruler was not likely to produce male offspring. Matthias’ undermining of the already crumbling situation in the last years of Rudolf can be seen as an example of such a predicament. These sources of strife dried up in the course of the seventeenth century, but ‘the’ court still was generally comprised of more than one court. The dowager-empress’ court was a consistent feature of Vienna from the death of Ferdinand II (1637) to the advent of Maria-Theresa (1740). From 1657 to 1686, for example, Eleonora II Gonzaga’s court was a centre of cultural and political patronage; and she was mentioned as ‘leading’ one of the court’s factions. Pufendorf counted her Obersthofmeister Zinzendorf, Emmerich Sinelli, the Spanish Ambassador Balbaces and Reichsvizekanzler Königsegg in her faction: a far from negligible convergence of forces. Joseph I’s widow, Amalia-Wilhelmina, remained a force to be reckoned with in the reign of Charles VI, but she adhered to a devout lifestyle, and generally kept aloof. At times, Charles VI’s mother, meddled in the affairs of the court. The courts of the reigning empress and that of the king of the romans were permanent features, but these courts would tend to remain more subservient to the emperor. They could, however, offer a focus for those who were not part of the charmed circle around the ruling emperor, as an alternative source of patronage, or as a means to influence the emperor indirectly. Foreign representatives would scrupulously attend these courts too. When in 1666 Margaretha-Theresa brought her Spanish Hofstaat to Vienna, this immediately caused grumbling about a ‘Spanish camarilla’ at court – moreover, it upset the delicate equilibrium of quartering the court. When the emperor reached a more advanced age, the Hofstaat of the king of the romans could actually function as centre of opposition. The junge Hof surrounding the restive Joseph in the last years of Leopold’s reign clearly prepared for a change of direction.

International relations were decided on the battlefield, and at court; the debate on allegiances and hostilities took place within, and was partly determined by court faction. Ambassadors did not mainly advance their interests through their verbose harangues, but by adroitly utilising the divisions of court life, when necessary exacerbating them with the occasional bribe. In Vienna, both the French and the Spanish diplomats found supporters at court. The French sought to advance a course that would privilege warfare against the Ottoman empire, leaving France a free hand in Western Europe. The Spanish tried to turn the military effort towards the empire’s Western border, taking pressure from their conflict with France. Around 1670, for example, the French envoy Grémonville successfully tried to frustrate the emperor’s military realignment against the French, and he was effectively supported by Obersthofmeister Lobkowitz. Almost without exception, faction at court mingled with the international rivalry. Court nobles had their own agenda, often flowing from the geographical location of their domains. The desire to protect these domains against other possibly expansive powers could determine their choice. In other choices too, diplomats interfered. Religion could be a stumbling block in the alliance between the emperor and the Sea Powers, the Dutch in particular censuring Vienna’s repression of Protestantism in Hungary. On that point, however, it would be more difficult to find support among court nobles.

Favourites could provoke faction; diplomats would try to use it for their own ends. The multiple courts of the ruling dynasty could serve as a focus – but this did not always occur, and the case of Eleonora II Gonzaga may be an exception. Competition among the leading families at court certainly was no exception. While geographical provenance could suggest common interests, and thus was one of the factors structuring the competition, social origins do not offer a key to the understanding of factionalism. Ennobled chancellors, Fürsten or Grafen, and non-noble clerics each did not primarily seek support among their compeers: they mainly sought support against rivals. Possibly, rivals most often had a similar social and functional background: Pufendorf’s observation that Leopold’s Jesuit confessor Müller and his Capucin confidant Emmerich Sinelli belonged to different factions should not surprise us. Only incidentally did social or functional differences surface as a clear cause for faction, as in the early years of Charles VI when the ministers from the geheime Konferenz were opposed by a faction of courtiers.

The court as a cultural centre

After seeing the Schatzkammer, and listening to a statliche Musica in the chapel, Matthaeus Merian revised his earlier somewhat negative appraisal of the Hofburg, and granted the court truly imperial rank. Indeed, Habsburgs excelled in both fields.

Their collections of paintings, naturalia, scientific instruments, regalia, and dynastic curiosities were marveled at by visitors. Later, scholars were surprised by the apparent lack of unity in the collections, assembling the finest paintings as well as objects that eluded their aesthetic or intellectual understanding. The animals in the Tiergarten and the flora in the gardens were part of the same endeavour. Like court ceremony, the Kunst- und Wunderkammer was part and parcel of the dynastic pursuit of harmony and hierarchy. The microcosm of the collection mirrored the harmony of the macrocosm, establishing and demonstrating the dynastic position in the larger whole. Thus, the alleged Ainkürn or unicorn (actually the ivory tusk of a narval), the Achatschale, and other remarkable objects in the collection had their role in promulgating Habsburg rule. The mythical unicorn traditionally had strong associations with purity and Christianity, and it had often been used for the insignia of rulers, particularly for the sceptre. The Achatschale had an inscription that was thought to have ‘grown’ in the stone, and was falsely read as a monogram of Christ. It was thought to be somehow connected with the Holy Grail. These objects were relics both of Christianity and rulership, they underpinned Habsburg pedigree and Gottesgnadentum.

As a patron Rudolf II, often judged to have been a lackadaisical character at best, certainly was a conspicuous success. The court in Prague became a truly European centre for arts and sciences, for once taking the lead in a cultural movement that had hitherto been primarily Italian. Aegidius Sadeler, Bartholomeus Spranger, Hans Vredeman de Vries and many other artists propagated the ‘Prague Mannerist’ style: Sadeler effectively did so through the medium of print. Rudolf may have indulged in the bizarre, erotic, esoteric, and, occult, but his environment proved highly fertile, both in art, applied art, and sciences. Tycho Brahe and Johannes Kepler served the enigmatic emperor; his famous picture collection contained works by Dürer, Brueghel, Leonardo, Titian, Correggio, Parmigianino, Veronese, and Tintoretto. Only in the scale of his exploits was Rudolf an exception. In central Europe, Schatz- Kunst- und Wunderkammern were seen as a necessary adjunct of any ambitious court. The collections long remained a vaut-le-voyage for any traveler visiting Vienna; the widely circulating descriptions of their contents certainly enhanced the aura of the emperor’s court.

Most Habsburgs took their collecting seriously. Ferdinand of the Tyrol, brother of Maximilian II, rebuilt Ambras castle near Innsbruck to house his famous Wunderkammer. The Wunderkammer reached its zenith in the late sixteenth century and early seventeenth century – it sheltered the ideals of harmony when religious turbulence in Europe was at its peak. Later Habsburgs continued the tradition, although Counterreformatory zeal and budgetary limitations reduced its proportions. Cardinal-archduke Leopold-Wilhelm, younger son of Ferdinand II, accumulated an impressive collection of pictures. Leopold took over this collection, and certainly still cherished the dynastic regalia and rarities.

Collecting, however, was replaced by other concerns, music figuring prominently among them. Habsburgs shared a passion for music. In the sixteenth century Flemish musicians held the major positions in the Hofkapelle: Philip de Monte served Maximilian II and Rudolf. After the marriage of Ferdinand II and Eleonora I Gonzaga in 1622, however, Italian influence became stronger, and the musical forms changed. Eleonora stimulated opera at court, founding a tradition that would outlive the dynasty. The third marriage of Ferdinand III, in 1651, brought another Mantuan princess to Vienna, Eleonora II Gonzaga. Until her death in 1686, she would dominate musical life in Vienna. In 1652 Giovanni Burnacini built a wooden theatre for Ferdinand III. From that date, his son Lodovico Burnacini, became the court’s main architect and Theateringenieur, the latter function echoing Giuseppe Arcimboldo’s position in the previous century: Kaiserlicher Hofkonterfetter. In 1665 Burnacini constructed a large theatre on the courtine of the fortifications neighbouring the Hofburg. It was soon to be used for the festivities that were undertaken to celebrate Leopold’s marriage with Margaretha-Theresa. In 1668, court poet Francesco Sbarra, court composer Marc’ Antonio Cesti, and Burnacini produced the opera Il Pomo d’Oro – the Golden Apple. This was only one of the more spectacular performances in an ongoing sequence. Italian composers and musicians dominated court opera until its decline in the later eighteenth century. German names appear too, but they were more important for instrumental and sacral music. Johann Heinrich Schmelzer, Heinrich Ignaz Biber, Johann Jakob Froberger, Johann Pachelbel, Georg Muffat, and Johann Joseph Fux all at times worked for Habsburg courts, in Vienna and elsewhere.

Composing, performing, listening could all be enjoyed within the seclusion of the Hofburg, but music, too, could be used to project the image of the dynasty. In the Kammerfesten court nobles performed themselves for a small circle of compeers. In public performances, their part was less important, and professional musicians took over. Public concerts and operas seem to have been open for many to attend. Merian listened in the chapel, so did Passer, who also reported many comedies and ballets. Baroque opera had an enormous potential for conveying dynastic imagery: it offered the art of emotion and illusion in a highly developed form. Engineers thought of many technical devices to increase the sense of illusion.

In the outdoor festivals accompanying coronations, marriages, and similar events, huge temporary structures were erected, not only triumphal arches, but also whole landscapes, serving as backdrop for outdoor performances with the court actively participating. These festivals could include entries, tournaments, carrousels, fireworks, performances by huge brass and woodwind ensembles, and even battles with ships. During the festivities of Leopold’s marriage with Margaretha-Theresa the whole range occurred, in a period that lasted from early December 1666 to the end of January 1667, continuing at a lower pitch until Il Pomo d’Oro more than a year later. On the 5th of December a huge group of nobles from all parts of the monarchy, citizens and dignitaries of Vienna, the Hofstaat and the emperor and his bride paraded for three hours through an illuminated Vienna before reaching the Augustinerkirche. The emperor ‘... unter einen von den vornehmsten der Bürgerschaft getragenen Baldachin’, his bride ‘... in einem ganz güldenen Wagen’, also under a canopy. A few days later, huge fireworks in combination with music, the artillery firing, and a large-scale theatrical performance displayed Habsburg supremacy, with the AEIOU crowning the epilogue. After an unremitting sequence of comedies, ballets, hunting parties, religious celebrations, public dining, sleigh parties, and Wirtschaften, finally on the 24th of January the Roßballett was performed. During the apotheosis, Air and Fire struggled with Water and Earth for the imperial crown and the insignia of the Golden Fleece, until the Goddess of Eternity appeared in a radiant light, urging the combatants to stop, because the House of Austria would always hold secure these essential elements. The emperor was the heart of a group of knights performing complicated figures on horseback: 1300 mounted performers took part in the ballet. On January 31, it was repeated, now with the emperor in the audience – his performance had to be unique.

The mythological program of such manifestations often contained implicit, sometimes explicit, references to the battle between Habsburg and Bourbon. These performances must have reached a large group, both the spectators immediately at hand, and those who later read illustrated descriptions. Somewhat surprisedly, Passer noted that during the festivities to celebrate the coronation of Leopold’s third wife, Eleonora of Pfalz-Neuburg, as queen of Hungary: ‘kein geld ist ausgeworffen, kein Wein gesprungen oder geronnen, keine Ochsen gebraten’, suggesting that this was common occurrence.

The outdoor Gesamtkunstwerke had a close parallel in the religious processions and pilgrimages earlier mentioned. Religious and dynastic imagery intertwined in the great dynastic festivals, notably in dynastic burials. Processions, however, occurred more often than celebrations of dynastic high points, thus they possibly were the most effective medium of Habsburg dynasticism. Frequently processions centered on the Pestsäulen, or ‘plague columns’, particularly the first and most famous one on the Graben in Vienna, constructed in 1679 and later adapted. It depicted the emperor praying as intercessor for his peoples and realms, and thus by his devotion vanquishing the threat of the plague – and that other plague, the Ottomans. The ‘Habsburg columns’ of the Karlskirche, by Johann Bernard Fischer von Erlach, again explicitly pointed to the dynasty. While the Hofburg may have lacked the grandeur of other residences, the religious architecture in Vienna offered a rich compensation. The rapprochement of throne and altar was as characteristic of the Habsburgs as their symbiosis with the magnates.

Thus, a certain pre-eminence in collecting and music may be granted; the strong connection with the church, one of the main institutions ‘moulding’ culture, is evident. Did the court’s cultural example extend beyond this? Did it offer as conspicuous an example as the Italian courts could? Italians long dominated the arts in the Habsburg lands, as they did in France. Both in France and in the Habsburg lands, the Italian hegemony slowly disappeared, and artists developed their own styles. Italian language, however, was far stronger in Vienna: Italian diplomats, or the chapel’s virtuosi need not bother to learn German, they could converse in Italian. Could the Habsburg court set the standard either for court life in Germany, or for elite mores and elite behaviour in the Habsburg dominions?

In the seventeenth century the political and military conflicts between Austrian Habsburgs and Bourbon France were accompanied by a battle of images. The empire had been the main battlefield; and the adoption either of a more ‘Bourbon’ or of a more ‘Habsburg’ courtly style could indicate where the princely household stood in relation to the contest. While Versailles’ success may have been exaggerated, it is difficult to find concrete imitations of the Habsburg court. Many German courts shared a medieval heritage with the Habsburg court, so similarities were not necessarily imitations. Nor can the High Baroque in South Germany be regarded simply as a copying of the emperor’s court, even when the architects or artists had also worked in Vienna, as in the case of Johann Lucas von Hildebrandt. Bavaria, for example, closely linked to the emperor in the Thirty Years’ War, started looking towards France later in the seventeenth century, marriages with French princesses assisting this re-orientation. Here, court culture and political alignment indeed underwent a parallel development. The mixture of both Habsburg and Bourbon influences remained characteristic of the Wittelsbach court. In Northern Germany, the rulers’ Protestantism made the adoption of either model more complicated. The ambivalent outcome of the Habsburg-Bourbon contest underlined that each was supreme in its own style. While Leopold I may have looked peculiar in heroic imagery cultivated by the Sun King, he surpassed Louis XIV in creating an image of profound devotion. The influence of both the imperial and French courts on German court life in the late seventeenth and early eighteenth century needs to be studied more in detail before we can argue that either one of the two models emerged victorious; moreover, we should take seriously the influence of a Protestant German model of court life.

Could the solemn regiment of court ceremony offer a matrix for politesse mondaine? Deference can be part of both, and certain habits at court might be emulated elsewhere; but nothing suggests that court ceremony anywhere actually ‘moulded’ elite behaviour. Only if the court were the principal salon of the realm might it truly have acted as such an example, but the Habsburg court never aspired to such a role in this period. It was no breeding ground for fashionable nouveautés; nor did it ‘dictate’ the style of its cosmopolitan elites; neither did it systematically seek to reorganise the cultural and scientific communities to further dynastic interests. We should be careful, moreover, not to confound general cultural influences and the more limited role of the different courts. As a rule, courts dominated only certain segments of culture, and then only for limited periods. Both the strong link with the church, and the equally solid compact with the magnate caste suggested that the Habsburg court would remain aloof from suave brilliance. Above all, the Habsburgs were effective in turning their dominions into a bulwark of Roman Catholic piety, and this role did not combine easily with an attempt to appear as the fountain of politesse mondaine, often associated with a libertine style. Moreover, in Vienna, patronage of the arts was not limited to the emperor. Indeed, the combined patronage of the magnates must have well surpassed that of the emperor. Perhaps only in the scale and quality of their patronage of music did the emperors – particularly Leopold and Charles – retain clear supremacy. The splendour of the palaces of magnates like the Liechtenstein, Schwarzenberg, Althan and Schönborn was no coincidence: they dominated Vienna as much as its Baroque churches; and the Belvedère of prince Eugene surpassed all, the emperor’s domiciles included.

The court as locus of a composite heritage

The Habsburg dominions were ruled neither by a Beamtenstaat, nor by a military establishment. Without a doubt, the most efficacious ‘centralising’ agency was the court. It left the regional fabric intact, while attracting the elites to a pivotal meeting place. The court was the point of convergence for the dominions, but it shared this role with the magnates’ palaces and the church.

Notwithstanding tentative Prussian challenges and French successes in the empire, the emperor remained the realm’s foremost patron: nobles and talented roturiers alike flocked to court to further their careers. Elites from Bohemia and the Erblande had long since found the way to Vienna, and their Hungarian peers soon followed. This cosmopolitan milieu powerfully stimulated the integrative role of the court, and while careers were not open to every talent, the measure of both geographical and social mobility fostered by the court from the last years of Rudolf II’s reign to the end of the seventeenth century is remarkable. Many of the names that dominate Habsburg history in the eighteenth and nineteenth centuries rose to princely rank in this unsettled period. These magnates dominated court offices and the highest echelons of the administrative machinery. Their loyalty to the overarching idea of Habsburg rule, embodied in the court of Vienna, kept the assortment of otherwise unconnected territories together, partly because the magnates’ networks made the outlying regions more amenable to Vienna’s authority. Finally, they added a lustre and conviviality to Viennese social life that the imperial court itself could not always offer.

While the court and its constellation of magnates acted as a magnet for those seeking opportunities for advancement, the intimate link between the Habsburgs and the Roman Catholic church offered betterment in a more celestial category. During the seventeenth century, service to the dynasty came to be closely equated with service to the church. Habsburg rulers since Ferdinand II actively fostered the Counter-Reformation, and this policy not only provided the restored church with a powerful patron, but also endowed the ruler with a potent medium for the dynastic message. The lasting quest for a grand vision of Habsburg imperial rule, evident in the much censured efforts of Rudolf II, had reached a less heterodox and highly effective finale. The Habsburg dominions were permeated with a satiating fusion of dynastic and religious imagery.

The court in Vienna was smaller than its Spanish or French counterparts. Until the second half of the seventeenth century, it was often looked upon as the less eminent of the two Habsburg courts. After the Peace of Westphalia (1648) and the decline of the Spanish Habsburgs, the imperial court was regularly contrasted adversely with the triumphant French court of Louis XIV. This last comparison had a pernicious effect, measuring the Habsburg court against inappropriate norms and ideals. The Habsburgs were at their worst when they tried to fight the French defi on French terms; they were strong when they remained true to the basic tenets of their rule.

The model of Versailles not only dominated courts from the late seventeenth century, it dominates aulic history up to this date. Louis’ propaganda, further embellished in memoirs and novels, imbued historians with a lopsided view of court life, in Versailles and elsewhere. We have thus not only to fill the gaps in recent research, but we also have to redress the bias inherent in its approach. Assuredly, religion was a stronger force than older historiography has suggested, and not only in Vienna. Moreover, the ruler rarely meddled as actively in factional struggles at court as has been claimed. Finally, the cultural dominance of the court has been overrated; courts always had both accomplices and competitors for influence in many spheres. The example of the Austrian Habsburg court, always the counterpoint to the French model, can be instructive in reassessing the Ludovician heritage, and thus in conveying a more balanced approach to aulic history.

Jeroen Duindam, Utrecht *
Projektskizze
Studien zum familialen und verwandtschaftlichen Beziehungsnetz
der Markgrafen von Brandenburg 
(Arbeitstitel)

Als Mitarbeiterin des Forschungsprojekts "Principes. Die sozialen Beziehungen der Reichsfürsten und die innere Struktur des Reichsfürstenstandes im Spätmittelalter" habe ich für meine Habilitationsschrift einen Untersuchungsgegenstand gewählt, der im Schnittpunkt von Historischer Familienforschung, Historischer Anthropologie, Geschlechtergeschichte, Hof- und Residenzenforschung, Briefforschung bzw. Kommunikationsgeschichte liegt und zugleich die Verfassungsgeschichte des Reichs insofern unmittelbar berührt, als die Dynastie nach Ansicht einiger Mediävisten "eines der entscheidenden Elemente für die Gestalt, das Wesen und die Fortbildung der mittelalterlichen Verfassungsverhältnisse überhaupt" ist. Die familialen Beziehungen dieser Gruppe haben stets auch politische Implikationen, die Maxime "merung unser herschafft" prägt den Umgang miteinander und leitet gleichermaßen politisches wie familiales Verhalten, dynastisches Handeln ist eo ipso politisches Handeln. Nur knapp sei an dieser Stelle erwähnt, daß die Fürstenhöfe, die mich vorrangig als das räumliche und personelle Gehäuse des familialen Beziehungsnetzes interessieren, in sozialer, kultureller, repräsentativer und politischer Hinsicht die Kraftzentren des spätmittelalterlichen Reiches darstellen.

Ich möchte im folgenden kurz das Thema und mein Quellenmaterial vorstellen und in Verbindung damit mein methodisches Vorgehen erläutern. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das familiale und verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsgefüge der Zollern im 15. und frühen 16. Jahrhundert, wobei der zeitliche Schwerpunkt überlieferungsbedingt auf dem späteren 15. Jahrhundert bis in die 1520er Jahre liegt. Mit den Zollern habe ich aus der Gruppe der weltlichen Reichsfürsten eine Dynastie gewählt, deren politische Bedeutung im Reich den eher bescheidenen Umfang ihrer territorialen Basis überragte. Sie verfügten über ein weitverzweigtes, hochrangiges Konnubium und ein entsprechend wirksames Beziehungsnetz, vergleichbar den Wittelsbachern und Habsburgern, sie waren wichtige politische Partner des Königtums, und schließlich haben sie, u.a. wegen der räumlichen Entfernung zwischen ihren Herrschaftsgebieten in Franken und in der Mark Brandenburg, vergleichsweise dichte Korrespondenzen hinterlassen, die nur zum Teil gedruckt und noch weitgehend unausgewertet sind. Die Konzentration auf die Zollern impliziert im übrigen nicht, daß andere Fürstendynastien unberücksichtigt bleiben. Bei Archivreisen in meiner Funktion als Koordinatorin des Principes-Projekts habe ich in den einschlägigen Staats- und Landesarchiven die ungedruckten Bestände der anderen reichsfürstlichen Dynastien erfaßt, so daß auf dieser Basis ein vergleichendes Arbeiten an einzelnen Punkten möglich ist. Ein struktureller Vergleich mehrerer Dynastien muß jedoch späteren Studien vorbehalten bleiben.

Die beiden Grundsituationen, in denen Beziehungen und Kommunikation sich entfalten: das räumliche Zusammen- bzw. Getrenntsein, sind gleichermaßen Gegenstand der Untersuchung. Diese an sich selbstverständliche Feststellung sei hier eigens hervorgehoben, da sich damit eine Reihe von Fragen gerade aus dem Gebiet der Adels- und Hofforschung verknüpft, für die die Stichworte Reiseherrschaft, Residenzbildung, personelle und räumliche Struktur des Hofes, Alltag bei Hofe, Korrespondenz und Botenwesen genügen mögen. Die personalen Beziehungen innerhalb des sozialen Netzes werden umfassend auf ihre politischen, versorgungs- und repräsentationsbedingten, emotionalen bzw. affektiven, mehr oder weniger öffentlichen oder intimen Aspekte hin untersucht, d.h. es geht um alle Ebenen personaler Beziehungen.

Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, daß die adlige "Familienordnung" (Reif, Spieß) für die einzelnen Angehörigen aufgrund politischer, materieller und dynastischer Erfordernisse bestimmte Rollen vorsieht. Diesem Verhaltenssystem haben sich alle Angehörigen (einschließlich des Familienoberhaupts) unterzuordnen, damit einerseits der biologische Fortbestand gesichert wird und anderseits Besitz und Ansehen bewahrt und vergrößert werden. Um bei dem gewünschten Kinderreichtum alle Angehörigen angemessen versorgen zu können, ohne den Familienbesitz zu zersplittern, wird auf dem Weg der Familienordnung der Lebensweg des Einzelnen (Herrschaftsnachfolge, Heirat, Eintritt in den geistlichen Stand) festgelegt, Versorgungs- und Repräsentationsansprüche werden geregelt. Jeder erhält damit einen bestimmten Platz in der Familienhierarchie, und mit dieser Positionierung werden zugleich bestimmte Bedingungen für die sozialen Beziehungen und den Umgang miteinander geschaffen. Von Generation zu Generation finden sich immer wieder bestimmte Grundkonstellationen, Verhaltensmuster, Konflikte und Konfliktlösungsstrategien (z. B. Aushandlung von Versorgungsleistungen oder Deputaten, Konfrontation zwischen Vater und ältestem, nachfolgeberechtigtem Sohn als spezifische Ausformung von Generationenkonflikten, Probleme im Zusammenhang mit Kinderlosigkeit).

Mir geht es über die Aufzeigung dieser Grundsituationen hinaus darum, wie sich auf der Basis der Familienordnung familiale Beziehungen im Detail gestalteten, wie die Einzelnen ihre Rollen und Handlungsspielräume individuell und konstellationsbedingt je unterschiedlich (oder ähnlich?) ausfüllten und vor allem, wie sie ihre Situation wahrnahmen bzw. diese Wahrnehmung artikulierten. Das Augenmerk gilt dabei zunächst den Familienbeziehungen im engeren Sinn, d.h. den Beziehungen zwischen dem Fürsten und seiner Frau, zwischen Eltern und Kindern samt deren Ehepartnern (also Schwiegertöchtern und Schwiegersöhnen) sowie zwischen Geschwistern. Diese Stränge werden zugleich als Bestandteil eines weitergespannten verwandtschaftlichen Beziehungsnetzes betrachtet, da der größere adlige Familienverband - das Haus, die Dynastie, die "herschafft" - die inner- bzw. kernfamilialen Konstellationen wesentlich mitbestimmt. Von besonderem Interesse, wenngleich noch vergleichsweise wenig untersucht, sind Beziehungslinien, die durch Schwiegerverwandtschaft entstehen. Über ihre Schwiegersöhne greifen Fürsten in die dynastische Politik anderer Territorien ein, indem sie z. B. bei Familienkonflikten vermitteln, die Schwiegersöhne beraten und deren Ansprüche, etwa auf Alleinnachfolge, im Interesse ihrer eigenen Töchter und Enkel stützen. Voraussetzung solcher Einflußnahme ist das Fortbestehen der Kommunikation zwischen Vätern und ihren Töchtern auch nach deren Heirat, d.h. das Weiterwirken familialer Beziehungen auf dem Weg von Briefwechseln. Die geläufige Auffassung, eine Heirat habe für Frauen einen regelrechten Wechsel der Verwandtschaft mitgebracht, erweist sich dabei als nur eingeschränkt zutreffend, da zum einen die Verbindung zur Herkunftsfamilie häufig fortbestand, zum anderen die Integration von Frauen in die Schwiegerfamilie unterschiedlich glückte (hinderlich konnten sich etwa Kinderlosigkeit oder Konflikte des Ehemannes mit seinen Angehörigen auswirken) bzw. von den Beteiligten verschieden wahrgenommen wurde. Die Beziehungen zwischen Frauen, Männern und ihren jeweiligen Schwiegereltern müssen daher im Kontext ehelicher Beziehungen grundsätzlich berücksichtigt werden. Wenn man bei der Analyse fürstlicher Heiratsallianzen nicht nur, wie bei vielen Konnubiumsstudien üblich, auf die Eheschließung als Endpunkt schaut, sondern die Gestaltung verwandtschaftlicher Beziehungen nach der Heirat beobachtet, wird erst richtig deutlich, wie stark die Fürstentümer über den Personalverband miteinander vernetzt waren.

Die Hofgesellschaft ist als unmittelbares personelles Umfeld der fürstlichen Familie in die Untersuchung einbezogen, d.h. ich führe die Kategorien Familie, Verwandtschaft und Hof zusammen. Zur Hofgesellschaft gehört neben Verwandten, die am fürstlichen Hof unterhalten werden, das Personal, das einzelnen Angehörigen zugeordnet ist und in Umfang und Zusammensetzung deren Rang spiegelt, und die Klientel im weiteren Sinne. Zwischen diesen Personen und einzelnen Familienmitgliedern entstanden vielfältige Bindungen, die gelegentlich auch die innerfamilialen Beziehungen tangierten und das familiale Alltagsleben bei Hof mitbestimmten. Mir geht es dabei nicht um eine gleichmäßige Erfassung aller Hofleute oder um die Inhaber aller Hofämter, sondern um die Gefolgsleute, die den fürstlichen Angehörigen persönlich nahe und vertraut waren. Als besonders aussagekräftig erweisen sich dabei die Zeugnisse für das Gefolge der weiblichen Familienmitglieder, vor allem für die Hofdamen, aber auch für männliches Personal im Dienst fürstlicher Frauen.

Nicht nur als personeller Verband, sondern auch als räumliches Gebilde ist der Hof Gegenstand meiner Untersuchung. Die Untersuchung der höfischen "Wohnstrukturen als Anzeiger gesellschaftlicher Strukturen" im Sinne von Norbert Elias hat sich für meine Fragestellungen bereits vielfach als aufschlußreich erwiesen. Die räumliche Unterbringung spiegelt die Position einzelner Angehöriger innerhalb der Familienhierarchie und wird von der Hofgesellschaft entsprechend wichtig genommen, wie Briefe über Bau- und Einrichtungsmaßnahmen, Einquartierung von Angehörigen bei Besuchen, Verlegung von Angehörigen in andere Zimmer, Zuweisung von Schlafplätzen etc. zeigen. Zugleich bestimmten die Unterbringung sowie die Lage der Räume und Appartements zueinander die Beziehungen der Bewohner mit, man denke hier nur an die Frage, ob zwischen den Gemächern von Fürst und Fürstin eine Verbindung bestand, ob der Fürst von seinem Appartement aus direkten Zugang zum Frauenzimmer hatte, ob bestimmte Angehörige bewacht und isoliert wurden, von der gelegentlichen Funktion bestimmter Räume als Familiengefängnis ganz zu schweigen.

Bei der Untersuchung des Beziehungsgefüges und der Sozialstruktur der Familie orientiere ich mich an den Phasen des individuellen und familialen Lebenszyklus, wie es in der Historischen Familienforschung und in jüngerer Zeit auch in Teilen der Adelsforschung praktiziert wird. Beim Blick auf Geburt, Heirat, Herrschaftswechsel, Verwitwung, Alter, Tod etc. zeigt sich, in welchem Maß die fürstliche Familie durch den Wechsel und die Neubildung von Beziehungen und Konstellationen geprägt ist und daß die durch die Familienordnung vorgegebene, auf den ersten Blick statisch wirkende Rollenverteilung auch flexible Momente enthält. Den lebenszyklischen Ansatz verknüpfe ich im Gegensatz zur bisher vorherrschenden Dynastieforschung mit dezidiert anthropologischen Fragestellungen. Beim Thema Herrschaftswechsel bzw. Resignation etwa stehen Fragen nach Alter, Altern, Krankheit im Mittelpunkt, und der Komplex der ehelichen Beziehungen wird verstärkt unter dem Aspekt von Sexualität untersucht, der in vorliegenden Arbeiten quellenbedingt oft auf die Feststellung der generativen Leistung verkürzt wird, obwohl die Frage, wie "bei Hofe geliebt" wird, zentral ist.

Mein Ansatz basiert auf der Kombination verschiedenartigen Quellenmaterials. Mir stehen im wesentlichen drei Quellengruppen zur Verfügung: erstens diplomatische Quellen (Hausgesetze, Eheverträge, Testamente etc.), zweitens Verwaltungsschriftgut (Inventare, Personenlisten, Einkaufslisten, Protokolle etc.), das bekanntlich Aufschluß über Ausstattung von Räumen und Personen, Inszenierung von Hochzeiten und anderen Festen, Geschenkaustausch usw. gibt, das darüber hinaus auch, und dies ist für meine Fragestellungen besonders erhellend, die zunehmende Verschriftlichung von Entscheidungs- und Kommunikationsprozessen dokumentiert. Als dritte Gruppe sind schließlich Briefe zu nennen. Sie machen den weitaus größten und wichtigsten Anteil des Materials aus und werden daher in meiner Arbeit sowohl unter inhaltlichen als auch unter quellenkundlichen und philologischen Gesichtspunkten ausführlich behandelt. Während Urkunden und Verträge erkennen lassen, wie stark das adlige Erb- und Ehegüterrecht und die Versorgungsproblematik auf familiale Beziehungen einwirken, erweist sich anhand von Briefen bzw. aus deren Kombination mit Urkunden, wie diese rechtlichen und wirtschaftlichen Grundgegebenheiten sich im einzelnen auswirkten und wahrgenommen wurden, wie die Beteiligten die jeweilige Situation miteinander gestalteten, wie abgeschlossene Rechtsgeschäfte hinterher mit Leben erfüllt wurden bzw. wer im Vorfeld von Vertragsabschlüssen an den Verhandlungen und Entscheidungen beteiligt war, möglicherweise in der Urkunde genannt zu werden.

Zum Stand der Arbeit sei abschließend bemerkt, daß die Erfassung der ungedruckten Archivalien im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zu Berlin sowie in den Staatsarchiven Nürnberg und Bamberg ganz, ihre Auswertung zum Teil abgeschlossen ist.

Cordula Nolte, Greifswald*

Kolloquiumsberichte
Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames
Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
La femme à la Cour à la fin du Moyen Âge et aux Temps Modernes
Dresden, 26.-29. September 1998
6. Symposium der
Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
in Zusammenarbeit mit demDeutschen Historischen Institut Paris,
dem Sonderforschungsbereich 537 der Technischen Universität Dresden und dem Landesamt
für Archäologie des Freistaates Sachsen

 

Das 6. Symposium der Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen stand im Zeichen einer aktuellen Thematik mit zwei deutlichen Schwerpunkten. Zum einen wurden die verschiedenen Rollen und Funktionen von Frauen am Hof beleuchtet, dies auch hinsichtlich spezifischer Ausdrucksformen und -möglichkeiten und eines eigenen Selbstverständnisses, zum anderen die "Frauenzimmer" als architektonische Orte an den europäischen Höfen wie auch Frauenhöfe selbst in den Mittelpunkt gerückt.

Die Tagung wurde am Abend des 26. September im Großen Senatssaal der Technischen Universität Dresden nach der Begrüßung durch Gert Melville (Dresden) und nach einleitenden Worten Werner Paravicinis eröffnet durch einen öffentlichen Festvortrag von Peter Strohschneider (Dresden), der von der "Kemenate" als einem "poetischen Vorspiel im Hochmittelalter" handelte. Strohschneider, der seine Beobachtungen an zwei literarischen Beispielen des hohen Mittelalters verdeutlichte (v.a. Wolfram von Eschenbachs "Willehalm"), stellte in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die thesenhafte Formel von der "Visibilität der Invisibilität". "Kemenate", als Begriff für den Ort der Frauen am Hof, wie er im 12. und 13. Jahrhundert in der höfischen Literatur üblich war und erst anschließend durch das "Frauenzimmer" verdrängt wurde, sei inhaltlich kein randständiges, sondern ein zentrales höfisches Ereignis gewesen, das begrifflich zwar nur ein schwach differenziertes semantisches Feld in der Bedeutung von geheimnisvoll, abgetrennt, nicht öffentlich usw. umschreibe, aber über die hauptsächlich sozialen Implikationen des Begriffes "Harem" und die hauptsächlich räumlichen Implikationen der chambre im Sinn einer "Blickbegrenzung von innen" hinausgreife und somit Symptom eines funktional bedeutsamen Transformationsprozesses sei. Ein Empfang der Dresdener Universität aus Anlaß des Symposiums, gegeben von Prorektor Hans Wiesmeth, beschloß diesen Abend.

Nach einer sonntäglichen Exkursion in das "höfische" Umland Dresdens (Albrechtsburg, Meißen; Weesenstein; Pillnitz) begann die eigentliche Tagung am 28. September mit einem einführenden Vortrag von Werner Paravicini, der das Thema in vier Fragekomplexe unterteilte, an denen sich die vier Sektionen des Symposiums orientierten. Zunächst sollte dies in der Topographie von Hof und Residenz der den Frauen eigene Ort sein, dann der Aspekt der Organisation, wozu insbesondere die Frage nach Macht (und Ohnmacht) der Frauen bei Hofe zu zählen sei, drittens schließlich deren spezifische Rollen: "Aufgaben und Reservate von Frauen bei Hofe" und zuletzt der "geschützte Ort", der in den Blick zu nehmen sei, womit Probleme der "Ordnung und der Transgression im Geschlechterverhältnis" angesprochen waren. Diese Fragekomplexe als Ausdruck einer dreifachen Blickrichtung – "Raumordnung und Gesellschaft, Mann und Frau, Sexualität und Politik" – sollten auch "die Fürstin als Vorsteherin einer weiblichen (und immer auch männlichen) Personengruppe" mit der Perspektive der anderen Frauen bei Hofe verbinden.

1. Ein eigener Ort: Frauen in der Topographie von Hof und Residenz

Philippe Contamine (Paris) fragte nach den "Espaces féminins, espaces masculins dans les demeures aristocratiques françaises de la fin du Moyen Age." Er wies darauf hin, daß die Raumlösungen entgegen allen Schematisierungen auch immer von individuellen Faktoren beeinflußt worden seien. Diese mögen auch das scheinbar regelhafte Fehlen eines Ehebettes relativieren, obwohl eine gemeinsame Kammer des Ehepaares häufig nachweisbar sei. Das Personal an den Frauenhöfen bestand nach seinen Forschungen vorrangig aus Männern. Frauenflügel und Männerflügel lagen sich gegenüber, wobei die Gemächer der Fürstin und ihrer Damen zumeist ein wenig hinter der Ausstattung der Gemächer des Fürsten zurückblieben. Susanne Kress (Gießen/Florenz) bot in ihrem Beitrag zum Vergleich die italienische Perspektive des Florentiner Großbürgertums der Renaissance. Ihr Vortrag "E la donna che regge la casa. Frauenzimmer der Florentiner Renaissance: Funktion, Ausstattung, Ikonographie" stellte Theorie und Praxis der Raumaufteilung in den großen Palästen gegenüber und verglich den Architekturtraktat des Giovanni Battista Alberti mit der tatsächlichen Ausgestaltung des Palazzo der Medici nach zeitgenössischen Inventaren. Wie in Frankreich finde sich eine "camera principale", ein gemeinsamer Raum von Frau und Mann, aber auch ein eigener Bereich in der "anticamera" der Ehefrau, doch es gebe keine eigene Ikonographie von Frauenzimmern im Vergleich zu Männerräumen. Die "anticamera" in ihrer ikonographischen Gestaltung stehe hinter der repräsentativeren "camera principale" zurück. Der Beitrag Stephan Hoppes über "Bauliche Gestalt und Lage von Frauenräumen in deutschen Residenzen des späten 15. und 16. Jahrhunderts" beschloß die erste Sektion. Zur kunstgeschichtlichen Erforschung der funktionalen Raumstruktur stellte er drei unterschiedliche Raumtypen von Frauenräumen im deutschen Schloßbau vor 1600 vor: Die Tafelstube des weiblichen Hofstaates, das Wohnappartement der Fürstin und das Appartement des weiblichen Hofstaates. Birgit Franke (Marburg) sprach über "Bilder in Frauenräumen und Bilder von Frauenräumen: Imagination und Wirklichkeit". Dieser Beitrag wertete neben bildhaften Darstellungen französischer und niederländischer Fürstinnen in ihren Räumen Inventare als Quellen der Raumausstattung aus. Besondere Beachtung schenkte Franke dabei einem Vergleich mit Fürstenzimmern und konnte feststellen, daß sich die Unterschiede weniger in der Ausstattung selbst als in ikonographisch faßbaren Randbemerkungen wie der Darstellung geschlossener oder offener Türen niederschlugen.

2. Eine eigene Organisation: Macht und Ohnmacht von Frauen bei Hofe

Brigitte Streich (Celle) widmete sich als erste Rednerin dieser Sektion in ihrem Beitrag zu Frauenhof und Frauenzimmer den wettinischen Fürstinnen und ihrem Gefolge im 14. und 15. Jahrhundert und belegte einen Funktionswandel des Frauenhofes zu dieser Zeit. Anhand von Untersuchungen des Itinerars konnte sie zeigen, daß mit der zunehmenden Herausbildung fester Residenzen letztlich eine Beschränkung der Autonomie der Frauen bei Hofe einherging, die zuvor durch das häufige Reisen zwangsläufig über eine eigene Hoforganisation verfügten und damit tendenziell eine aktivere politische Rolle spielten konnten. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts deutete sich dieser Wandel in einem Wechsel der Terminologie von der curia dominae, dem Frauenhof, zum "Frauenzimmer" an bei gleichzeitigem Rückzug der Fürstin und ihres Gefolges in den privaten Bereich (mit Schlüsseln, Schlössern und Türstehern als Kennzeichen und der Verlagerung auf Tätigkeiten am Residenzort wie die Pflege der Gärten und die Hinwendung zu künstlerischen Bereichen). Katrin Keller (Dresden) ging in ihrem Beitrag über Kurfürstin Anna von Sachsen (1532-1585) – "Gynäkokratie am Dresdner Hof?" – der Frage nach den (politischen) Einflußmöglichkeiten verehelichter Fürstinnen nach. Aufgrund reich überlieferter Privatbriefe der Fürstin konnte sie das Bild einer Frau und Königstochter zeichnen, die im Rahmen ihrer ehelichen Verbindung auf der Grundlage nahezu bedingungsloser Loyalität mit Hilfe von Geschenken und Briefen, aber auch durch direkte Intervention Gestaltungsräume erschließen konnte, die politisches Wirken – verständlich und plausibel erst durch Rückgriff auf den Politikbegriff des 16. Jahrhunderts – auch außerhalb des Frauenzimmers ermöglichten. Am Beispiel der Erzherzogin Clara Isabella Eugenia erläuterte Barbara Welzel (Marburg) anhand ikonographischer Quellen das Selbstverständnis einer verwitweten niederländischen Statthalterin des frühen 17. Jahrhunderts. War Isabella vor ihrer Witwenschaft deutlich faßbar als die fürstliche Gemahlin Erzherzog Albrechts VII. von Spanien, so präsentierte sie sich nach dessen Tod im Jahr 1621 in vordergründiger Vernachlässigung ihres politischen Körpers als Witwe und Ordensfrau, die als Statthalterin der Niederlande nur die Geschäfte ihres Mannes weiterführte. Tatsächlich tradierte Isabella spanische Herrscherinnendarstellungen und spitzte diese noch zu unter Nutzung ihres Namens "Clara", indem sie nun im Habit der Clarissinnen auftrat, gleichzeitig jedoch als princesse naturelle niederländische Traditionen nutzte und ihren autonomen politischen Herrschaftsanspruch auch als Witwe deutlich visualisierte.

3. Eine eigene Rolle: Aufgaben und Reservate von Frauen bei Hofe

Den zweiten Tag eröffnete Michael Bojcov (Moskau) mit der provozierenden Frage, ob es denn überhaupt Frauen im Mittelalter gegeben habe. Tatsächlich fänden sich keine Vorschneiderinnen, keine Schenkinnen am Frauenhof als Pendants zu ihren Kollegen am Hof des Fürsten. Unter dem Titel "‘Frauenzimmer’ oder ‘Frauen bei Hofe’?" referierte Bojcov zunächst über Begriff und Definition des "Frauenzimmers" (am Beispiel des Tiroler und des Marburger Hofes) und lenkte dann den Blick auch auf die nicht zum Frauenzimmer gehörenden weiblichen Personen am Hof (wie es am Frauenhof selbstverständlich männliches Personal gab, dieses im Prinzip nicht durch weibliches zu ersetzen war, und der Frauenhof immer in Abhängigkeit vom Hof des Herrschers zu sehen sei): Wäscherinnen, Spülerinnen, fürstl. Rentnerinnen und andere hofnahe Frauen. Hier würde sich nach Bojcov der Ansatzpunkt für die sogenannten gender studies finden, sei doch die Herrscherin als solche eine eigentlich entweiblichte Person. Anna-Manis Münster (Greifswald/Bordeaux) schloß an mit einem Kurzreferat über die "Sozialgeschichte der Hofdamen an französischen Höfen des Spätmittelalters" und thematisierte die "Funktionen der dames et damoiselles d’honneur im Gefolge der Königin und der Herzoginnen": Alltagsbewältigung einerseits und Repräsentation nach außen andererseits. Hofamtslisten, Rechnungen und Gagenabrechnungen geben sowohl Antworten auf Fragen nach Umfang und innerer Hierarchisierung der untersuchten Frauenhöfe als auch auf Fragen nach den finanziellen Spielräumen der Frauen am Hof und der Fürstin. Wer zahlte bspw. den Frauenhof und wie frei konnten die Frauen über gegebene finanzielle Mittel verfügen? (Marie de Sully konnte immerhin über einen eigenen Hofstaat gebieten.) Über die Erwartungen, die an die Hofdamen herangetragen wurden, als Einzelpersonen oder als Gruppe, geben Gagenlisten und Rechnungen, so hilfreich sie auch für die Rekonstruktion des Gefolges und seines Lebens bei Hof sein mögen, allerdings kaum Auskunft. Hier würde der "Livre de trois vertus" der Chrisitane de Pizan weiterhelfen, der ein idealtypisches Bild der französischen Hofdame um 1400 entwickelt hat und in welchem sowohl die Forderung nach einer eigenen weiblichen Hofhaltung vertreten als auch die Bedeutung von repräsentativ wirksamer Vorbildhaftigkeit von Hofdamen hervorgehoben wird. Daß sich der Hof der französischen Herrscherin im 15. Jahrhundert vergrößert hat, sei demgemäß keine Folge von Feminisierung gewesen, sondern von erweiterten repräsentativen Funktionen. Beatrix Bastl (Wien) setzte diese sozialhistorischen Betrachtungen für "Das österreichische Frauenzimmer" in der Frühen Neuzeit fort. In ihrem Beitrag "Zum Beruf der Hofdame" erörterte Bastl die Frage, welche Gründe Eltern dazu bewogen haben mögen, ihre Töchter materiell durchaus kostspielig auszustatten und zu versuchen, diese als Hofdame an einem großen Hof unterzubringen, wobei eine spezielle Erziehung die jungen Frauen auf ihre Aufgaben am Hof vorbereiten sollte. Diese Aufgaben brachten in der anschließenden Diskussion der Beiträge neben dem Streben nach "Amortisierung der Investitionskosten" durch Prestige und Beziehungen die Bedeutung der Sexualität am Hof für die Funktion dieses sozialen Gebildes zur Sprache. Ein wichtiges Moment sei sicherlich der Heiratsmarkt gewesen, den der Hof für die Damen und jungen Edelleute bot. Nicht zu vernachlässigen in der Sozialgeschichte der Hofdamen sei auch die Problematik von Fremdheit und Integration am Frauenhof, da durch die internationalen Heiratsbeziehungen des Hochadels häufig genug die Braut und ihr Gefolge weit entfernt von ihrem Heimatland leben mußten: Hofdamen hätten in der Fremde zusätzliche Funktionen in Information und Resonanz. In Anlehnung an Kantorowicz’ These der "zwei Körper des Königs" untersuchte Martin Kintzinger (Berlin) "Die zwei Frauen des Königs. Zum politischen Handlungsspielraum von Fürstinnen im europäischen Spätmittelalter." Sein Beitrag versuchte mit Hilfe einiger Beispiele die Grenzen des politischen Handlungsspielraums von Fürstinnen im 15. Jahrhundert auszuloten. Eigenständigkeit im politischen Handeln, das letztlich scheiterte, erkannte Kintzinger u.a. bei Isabeau de Bavière, der Frau Karls VI. von Frankreich, bei Valentina Visconti, der Frau dessen Bruders Ludwig von Orleans, bei Barbara von Cilli, der Gemahlin Kaiser Sigmunds, sowie bei Jacobäa von Bayern, die nach vier mißglückten Heiraten in verschiedene europäische Dynastien am Ende erfolglos blieb. Die Erfolg oder Mißerfolg von Frauen auf der politischen Bühne bedingenden Faktoren konnte unterschiedlich sein. Abhängigkeit von der Herrschaftslegitimation habe sich hierbei ebenso ausgewirkt wie Persönlichkeitsstärke und die Fähigkeit zur Überschreitung geschlechtsspezifischer Rollen, das Scheitern sei nahezu ausschließlich aus der Kollision mit männlichen Herrschaftsansprüchen zu erklären.

4. Ein geschützter Ort? Ordnung und Transgression im Geschlechterverhältnis bei Hofe

Stefan Weiss (Gersthofen) führte mit seinem Referat "Die Damen am päpstlichen Hof zu Avignon unter Johannes XII. (1316-1334)" vor, wie in der Spannung von Keuschheitsgelübde und Zölibat einerseits und der Notwendigkeit höfischer Repräsentation andererseits in Avignon von Papst Johannes XII. ein Modell entworfen wurde, das einerseits Frauen am päpstlichen Hof integrieren konnte, anderseits aber die ausschließlich männliche Kurie von permanenter Versuchung (und öffentlicher Kritik) freihielt durch Trennung von kurialen und repräsentativen Aufgaben. In einiger Entfernung von Avignon unterhielt der Papst durch seine laikalen Verwandten "Nebenresidenzen", in denen durch die dort unverfängliche Anwesenheit von Damen das gewünschte höfische Ambiente hergestellt werden konnte. Obwohl er selbst aufgrund eines Gelübdes Avignon nie verließ, betrieb er diese Residenzen von Rittern seines Hofes teilweise mit Damen aus der eigenen Verwandtschaft, teilweise mit Ehefrauen seiner männlichen Verwandten, so daß es ihm möglich war, auswärtigen Besuchern hohen Ranges gegenüber der Forderung der Zeit nach ritterlich-laikaler Atmosphäre zu entsprechen. Von Avignon nach Italien, an den päpstlichen Hof zu Rom, brachte die Teilnehmer der Beitrag von Claudia Märtl (Braunschweig). Sie untersuchte die Frage, inwieweit sich aufgrund der Vorbildfunktion absolutistischer Höfe die Rolle von Frauen im Umkreis der Kurie geändert hat. Konzilsgeschichte und Reformation hätten weiblichen Zugang eigentlich erschwert haben müssen, de facto sei dies aber nicht der Fall gewesen. Am Beispiel des päpstlichen Hofs unter Pius II. (1458-1464) demonstrierte Märtl, wie die Bemühungen zur Ausgrenzung von Frauen am Papsthof und ihre tatsächliche Einbindung miteinander divergierten. Diese einander widerstrebenden Tendenzen lassen sich zum einen auf die steigende Bedeutung von verheirateten Laien als Funktionsträger am päpstlichen Hof, dann aber auch auf erweiterte Repräsentationsfunktionen des Papstes als Territorialherrn und schließlich auf seine humanistischen Interessen selbst zurückführen. Frauen waren daher im Alltagsleben der Kurie – im Dienstleistungsbereich, als Ehefrauen, als Angehörige der Papstfamilie – wesentlich präsenter als normative und deskriptive Quellen dies zunächst vermuten lassen würden. "Les ducs de Bourgogne et les enlèvements des femmes dans les élites des Pays-Bas du XVe siècle" stellte Walter Prevenier (Gent) vor. Er präsentierte ein erstaunliches und wenig bekanntes Phänomen des späten Mittelalters: die Entführung von Frauen zum Zweck der späteren Heirat. Das System der Mitgiftehe machte manche Erbtochter und Witwe im 14. und 15. Jahrhundert so interessant, daß mit allen Mitteln versucht wurde, eine Heirat zu erzwingen. Natürlich kam es auf den Konsens der Frau an. Der Kreis der Täter rekrutierte sich aus allen sozialen Milieus, ohne daß der Hochadel hier aufgrund seiner besonderen Stellung am herzoglichen Hof eine Ausnahme bei den "lettres aux rémission" gemacht hätte. Vielmehr ist die paradoxe Situation zu beobachten, daß die "Entführung" von Frauen auch von den Herzögen selber ganz nach politischer Opportunität gehandhabt wurde. Gnadengesuche wurden hier ebenso arbiträr nach politischem Opportunismus beschieden wie das Mittel der erzwungenen Eheschließung durch die Herzöge selbst angewandt. Monique Châtenet (Paris) stellte diesem Bild die Ordnung des französischen Hofes im 16. Jahrhundert gegenüber. Aufgrund baugeschichtlicher Befunde berichtete sie über "Les logis des femmes à la cour de France au XVI siècle". Auch und gerade in den Raumaufteilungen spiegeln sich die einzelnen Frauenrollen (Ehefrau, Mutter und Mätresse) wider. Dies exemplifizierte Châtenet am Regelfall und an den Ausnahmen (Katharina de Medici, Anne de Bretagne). Es wurde deutlich, daß Jungfrauen nicht zufällig meist im höchsten Stockwerk des Schlosses oder der Burg untergebracht waren. Gleichzeitig wies Châtenet auf den quantitativen Anstieg des Hofpersonals im Laufe des 16. Jahrhunderts hin, bei dem auch der Frauenhof keine Ausnahme bildete und neue architektonische Anforderungen mit sich brachte. Regelmäßig hatte der König die prächtigsten und besten Räume eines Schlosses und nur die zweitbesten waren der Königin zugedacht. Ausnahmen stellten die schon genannten Persönlichkeiten dar, die im Fall der Katharina de Medici zum Appartement des König symmetrische Räume bewohnte. Am Ende dieser Sektion erwartete die Teilnehmer ein Vortrag von Peter Moraw (Gießen) über den "Harem des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach". Zunächst galt es, die Begriffe zu klären. Der Begriff "Harem", der orientalen Welt entlehnt, träfe die Sache nur annähernd, aber wohl doch am ehesten. Kurfürst Albrecht war Vater von allein 18 ehelichen Kindern, die er mit zwei aufeinanderfolgenden Ehefrauen zeugte. Doch neben den ehelichen pflegte der Fürst noch andere Beziehungen. Eindrucksvoll sei diesbezüglich ein Briefwechsel, den Albrecht mit seiner zweiten Frau geführt habe, als er anläßlich eines Feldzugs des Kaisers gegen Karl den Kühnen diesem die Heerfolge leisten mußte. In dieser Korrespondenz würden deutliche Details eines intensiven außerehelichen Sexuallebens beider Partner mitgeteilt. Der Herzog sei auf seinem Zug von mindestens sechs Hofdamen begleitet worden, die ihn über die Trennung von seiner Frau hinwegzutrösten hatten. Die Herzogin wiederum scheint die Damen selber ausgewählt zu haben, sich wohl bewußt, welchem Zweck die Begleitung dienen sollte. In der folgenden Diskussion wurden Zweifel darüber geäußert, ob es sich hier nicht doch eher um literarische Fiktion als um realistische Berichterstattung gehandelt habe.

Die Tagung wurde von Gert Melville unter fünf Hauptaspekten zusammengefaßt. Es sei zum einen um die kulturellen Voraussetzungen, dann um die Entfaltung der Frau im höfischen Kulturkreis gegangen. Diese sei drittens sowohl in ihrem individuellen Aspekt als auch viertens nach ihren biologischen Voraussetzungen beleuchtet worden. Schließlich sei fünftens der dynastische Aspekt erörtert und damit das weite Themenspektrum des "Frauenzimmers" und der Frau am Hofe in Spätmittelalter und früher Neuzeit abgedeckt worden. Desiderate zukünftiger Bemühungen aber blieben der Topos der höfischen Liebe, die Rolle der Frau bei höfischen Festen und die Bedeutung des Marienkultes am Hofe, d.h. der weiblichen Frömmigkeit überhaupt im Kontext von Hof und Herrschaft. Gerade dieser letzte Punkt, der auch die Rolle der Äbtissinnen, Reichsstifte und Frauenklöster in dieser Zeit umfaßt, wurde in der Schlußdiskussion mehrfach angesprochen und für die zukünftige Erforschung des Themas der Frau bei Hofe eingefordert.

Jörg Wettlaufer/Jan Hirschbiegel
 
Texte, Rituale, Bilder
Wirklichkeitsbezug und Wirklichkeitskonstruktion politisch-rechtlicher
Kommunikationsmedien in Stadt- und Landgesellschaften des späten Mittelalters
Sektion des 42. Deutschen Historikertages "Intentionen – Wirklichkeiten"
in Frankfurt a. M., 11. September 1998

Klaus Schreiner (Bielefeld), der die Sektion leitete, erläuterte eingangs die zugrundegelegten Erkenntnis- und Forschungsinteressen ("Vorbemerkungen: Fragen, Begriffe, Untersuchungsfelder"). Vor dem Hintergrund des Rahmenthemas des Historikertages betonte Schreiner, daß die mittelalterliche Historiographie den modernen Gegensatz von res factae und res fictae nicht in vergleichbarer Weise kenne, sondern vielmehr mit einer Verschränkung des Gegensatzpaares zu rechnen sei. In Abgrenzung zu postmodernen Ansätzen wollte er ‚Fiktives‘ als zurückgebunden an die historische Realität verstanden wissen und wies zugleich auf die gesellschaftliche Funktion dieses ‚Fiktiven‘ hin. Konkret gehe es um Kommunikationsmedien und ihre gesellschaftliche Funktion: Texte, Rituale und Bilder formulierten legitime Ordnung, seien zugleich Selbstbeschreibung der spätmittelalterlichen Gesellschaft wie auch konstitutiv für die Herrschaftsbildung. In ‚rituellen Inszenierungen‘ werde Erinnerungspflege betrieben, aber auch über aktuelle Zustände kommuniziert. Mit dem Ende des Mittelalters habe (nach Percy Ernst Schramm) auch die Lesbarkeit seiner Zeichensprache ein Ende gefunden, und um die Rekonstruktion und Deutung eben dieser Zeichensprache gehe es im folgenden.

Ulrich Meier (Bielefeld) referierte über "Stadt-Bilder. Politische Ikonographie im Spannungsfeld städtischer Kommunikationsprozesse (14.-16. Jahrhundert)", eingegrenzt auf die Rathausikonographie. Er plädierte in Erweiterung der ideen- und kunsthistorischen Ansätze für eine Kombination zweier Blickwinkel: Einerseits sollten Themen und Motive alteuropäischer Rathausikonographie vergleichend betrachtet, andererseits ihre ‚politische Ikonographie‘ in Bezug zu anderen Formen städtischer Selbstinszenierung gesetzt und so als Kommunikationsmedium begriffen werden. Grundsätzlich unterschied Meier drei Themenkomplexe: Erstens "Gericht und Gerechtigkeit", z.B. Darstellungen des Weltgerichts, Varianten der Iustitia-Ikonographie etc., die möglicherweise einen regionalen Schwerpunkt im mittel- und niederdeutschen Raum bildeten. Zweitens eine "Rat und Tat"-Ikonographie, die Vorbilder gerechter Ordnungen zeige, verkörpert z.B. durch gute Ratgeber (Propheten, antike Philosophen) und die Neun (und andere) Helden, die sich um die Gemeinschaft verdient gemacht haben (Iudith, aber auch Könige und Feldherren), mit einem möglichen Schwerpunkt in italienischen Kommunen. Drittens eine Ikonographie, die um die jeweilige Stadt in Geschichte und Gegenwart kreise, so z.B. in Schlachtengemälden städtische Siege verherrliche. Die Rathausikonographie als Mittel innerstädtischer Kommunikation möchte Meier fassen, indem er sie in Bezug setzt zu anderen zeitnahen ‚Äußerungen‘ der Stadt: Stadtbüchern, Memorienstiftungen, Predigten etc. Am Beispiel Lüneburgs versuchte er auf diese Weise, die Rathausikonographie mit einer neuen gesellschaftlichen Standortbestimmung der städtischen Führungsschichten in Verbindung zu bringen.

Klaus Graf (Freiburg) stellte in seinem Vortrag "Politische Rituale in der deutschen Stadt des Spätmittelalters" zunächst ein im deutschen Raum offenbar einzigartiges Ritual vor, das Ummessen der Stadtmauer von Göttingen mit einem Docht. Eventuell käme man mit einem vergleichenden Ansatz einer Deutung näher (z.B. mit der Interpretation des Rituals als ‚Votivgürtung‘ unter französischem Einfluß). Nach einem Blick auf die meist angelsächsische Forschung wies er auf das weite Feld politischer Rituale in deutschen Städten hin: Prozessionen, Bannerläufe, Schwörtage, Feste aller Art, geistliche und weltliche Spiele, Schlachtengedenktage etc. Er regte an, intensiv auf die ‚Liturgie der Stadt‘ einzugehen, die Handlungen der ‚Sakralgenossenschaft‘ einzelner Stadtpfarreien zu untersuchen, Rituale als Teil einer Erinnerungskultur zu fassen. Bezogen auf die Funktionen und Leistungen politischer Rituale unterschied Graf ein ‚Konsensmodell‘ (Teilhabe am Diskurs über die soziale Ordnung) von einem ‚Konfliktmodell‘ (Manipulation und Instrumentalisierung bei der Teilnahme) und betonte abschließend den Charakter des politischen Rituals als Schauspiel.

Der Ambivalenz von Gaben widmete sich Valentin Groebner (Basel) mit seinem Referat über "Flüssige Gaben und die Hände der Stadt. Geschenke, Korruption und politische Sprache in der Eidgenossenschaft am Ausgang des Mittelalters". So stelle z.B. Wein als ‚politische Flüssigkeit‘, von städtischen Amtleuten als ‚Händen‘ der Stadt an wichtige Persönlichkeiten verschenkt und penibel verzeichnet, nur die eine – sichtbare – Seite von Gaben dar. Ausführlicher widmete er sich der heimlichen Gabe (fnhd. miet), deren Annahme den städtischen Amtsträgern zwar zumeist im Amtseid verboten, aber verbreitet war. Das sprachliche und bildliche Sichtbarmachen der wirksamen Heimlichkeiten in z.B. Predigten, Fürstenspiegeln, frühen Drucken etc. bediente sich u.a. der Metaphorik des politischen Körpers (Schinden der Untertanen in Umkehrung der Strafe für bestechliche Amtleute), durchaus auch mit sexuellen Konnotationen (Sünde der Käuflichkeit), gipfelnd im Vorwurf der Ketzerei und Sodomie. Die metaphorische Visualisierung der unsichtbaren Gabe könne so auch als politisches Kommunikationsmittel begriffen werden.

Gabriela Signori (Bielefeld) suchte in ihrem Referat "Schlachten, Weiber, Kinder und Despoten. Geschlecht und Krieg in der Bilderwelt des späten Mittelalters" am Beispiel der ‚Kriegsberichtsschreibung‘ den großen Einfluß literarischer Vorbilder aufzuzeigen. Topoi und traditionelle Wahrnehmungsschemata bestimmten z.B. die Berichte über Greueltaten an Frauen und Kindern im Krieg, schwer sei zu entscheiden, wo hier Fiktion ende und Realität beginne. Die sprachlichen Bilder ließen kaum individuelles Leid erkennen, Hussiten und Türken würden pauschal als unchristlich-grausame Feinde dargestellt. Am Beispiel der zeitgenössischen und modernen Geschichtsschreibung zum Fall Konstantinopels 1453 wies sie auf das Fortwirken dieser Topoi hin.

Der letzte und mit großem Interesse aufgenommene Vortrag von Matthias Lentz (Bielefeld) über "Schmähbriefe und Schandbilder als Medien sozialer Sanktion. Fiktionalität, Visualität und Realität spätmittelalterlicher Normenkonflikte" zeigte in eindrücklicher Weise am Beispiel von Schmähbriefen und Schandbildern das Zusammenspiel von Fiktion und Realität im Bild: Durch die öffentlich angeschlagenen, entehrenden Bilder des Übeltäters (z.B. am Galgen, gevierteilt etc.) werde unter Rückgriff auf die Rechtspraxis die Strafe für dessen Vergehen fiktiv vollzogen. Die Einkleidung der unsichtbaren Untat in die z.B. vom hingehaltenen Gläubiger erwünschte Sanktion in Wort und Bild sei letztlich ein Apell, über das Wertesystem zu kommunizieren, könne sogar zum Ausgleich zwischen den Parteien führen.

Gerrit J. Schenk, Heidelberg*

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*
Zeventiende promovendi-symposium van de Onderzoekschool Mediëvistiek
Reizen en Communicatie in de Middeleeuwen
Brügge, 4. bis 6. Juni 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. A. M. Koldewej

KUN, Vakgroep Kunstgeschiedenis

Erasmusplein 1

NL-6525 HT Nijmegen

Aus dem Programm:

Vandewalle, A. (Brügge), Haven-infrastructuur en havenarbeid in het laat-middeleeuwse Brugge; Ryk-kaert, M. (Brügge), Hydrografie; Martens, M. (RUG), Schilderkunst in Brugge; Koldeweij (KUN), Brugge-Venetië-Jeruzalem, een reisverslag; Oosterman, J. (RUL), Processies in Brugge in de vijftiende eeuw; Geirnaert, N. (Brügge), Reizen, communicatie en cultuur: Anselm Adornes en Johannes Crabbe; Blockmans, W. (RUL), Communicatie, politiek en commercie in vijftiende-eeuws Brugge; Greve, A. (Gent), Brugse handelshuizen.

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Tagung
Handbuch der Kunstdenkmäler – Schlesien
Marburg, 6. und 7. Juli 1998

Kontaktadresse: Herder-Institut Marburg e.V.

Dr. Hanna Nogossek

Gisonenweg 5-7

D-35037 Marburg

Tel. 0 64 21 - 18 41 46 – Fax 0 64 21 - 18 41 39

Email: herder@mailer.uni-marburg.de

Adresse im Internet: http://www.uni.marburg.de/herder-institut

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Interdisziplinäres Symposium
Beschreibung der Welt
Zur Poetik der Reise- und Länderberichte
Gießen, 8. bis 13. Juli 1998

 

Kontaktadresse: Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Justus-Liebig-Universität Gießen

Institut für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur

Otto-Behagel-Str. 10

D-35394 Gießen

Aus dem Programm:

Müller, U./Springeth, M. (Salzburg), Ein Indien-Reisebericht aus Gold, Edelsteinen und Perlen: "Der Hofstaat zu Dehli am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb" der Hofjuwelier-Werkstätte Dinglinger (Dresden 1701-1708); Huschenbett, D. (Würzburg), diu vart hin über mer – Die Palästina-Pilgerberichte als neue Prosa-Gattung in der deutschen Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit; Ertzdorff-Kupffer, X. von (Gießen), "Die ding muoß man mit gesunder vernunft ansehen." – Der Ulmer Dominikaner Fekix Fabri erzählt im ‘Evagatorium’ seine Pilgerreise 1483/84 ins Heilige Land; Dijk, H. van (Groningen), Die Beschreibung der Orientreise des Joos van Ghistele (1481-1485) als Enzyklopädie.

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Kolloquium
Text – Ritual – Performanz
Heidelberg, 16. und 17. Juli 1998

Kontaktadresse: Dr. Hubert Roeder

Ägyptologisches Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Marstallhof 4

D-69117 Heidelberg

Tel. 0 62 21 - 54 25 37

Den Veranstaltern – neben dem Ägyptologischen auch das Ethnologische Institut der Universität Heidelberg – ging es darum, ‚Rituale‘ verschiedenster Art in ihrer möglichen wechselseitigen Ergänzung von (präskriptivem) Text und (performativer) Inszenierung auszuloten. Das Zusammenwirken verschiedenster Darstellungsmedien (Rede, Architektur, Schrift, Gestik usw.), ihre relationalen und prozessualen Aspekte, ihre Voraussetzungen und Folgen sollten an ausgesuchten Beispielen der verschiedenen teilnehmenden Disziplinen vorgestellt werden. Dabei standen neben spezifischer ‚Kultsemantik‘ auch Kulturpraktiken wie Thronbesteigungsrituale, Huldigungen, Theateraufführungen usw. zur Diskussion [Gerrit J. Schenk, Heidelberg].

Aus dem Programm:

Verhoeven, U. (Mainz), "Horus und Seth" als multifunktionales Thema in Mythos, Literatur, Totentexten und Thronbesteigungsritualen; Loprieno, A. (Los Angeles/Heidelberg), Text und Königshandlung: Von Rawer bis Merire; Podella, Th. (Hamburg), Literarische Inszenierungen des Kultes in Psalm 24; Chaniotis, A. (Heidelberg), Kultinszenierungen und ästhetische Gesichtspunkte in den griechischen Kultgesetzen; Schenk, G. J. (Heidelberg), Zähmung der Widerspenstigen. Huldigungseide und Huldigungen deutscher Reichsstädte im Spätmittelalter; Michaels, A. (Heidelberg), Die fünf Komponenten von Ritualen; Wolf, S. (Heidelberg), Theatrale und rituelle Liminalität.

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Ausstellung
Herrschaftszeichen – Herrschaftszeiten
Die Herzöge von Sonderburg-Plön 1622-1704
Plön, 18. Juli bis 30. August 1998

 

Information: Museum des Kreises Plön

Johannisstr. 1

D-24106 Plön

Tel. 0 45 22 - 7 43-2 69

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Arbeitstagung anläßlich der 700jährigen Wiederkehr der ersten Vereinigung der sieben Kurfürsten
Die Entstehung des Kurfürstenkollegs des Heiligen Römischen Reiches
Frankfurt a. M., 26. bis 29. Juli 1998

Kontaktadresse: Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Prof. Dr. Armin Wolf

Hausener Weg 120

D-60457 Frankfurt a. M.

Tel. 0 69 - 7 89 78-1 51 – Fax 0 69 - 7 89 78-1 69

Email: herder@mailer.uni-marburg.de

Adresse im Internet: http://www.uni.marburg.de/herder-institut

 

Sonntag, 26. Juli

Begrüßung: Stolleis, M. (Frankfurt).

Wolf, A. (Frankfurt), Königswähler und königliche Tochterstämme der Ottonen; Wolf, A. (Frankfurt), 700 Jahre Kurfürstenkolleg im Bild.

Montag, 27. Juli

Landau, P. (München), Was war um 1300 ein collegium?; Hlavá ek, I. (Prag), Die Przemysliden, Herzöge und Könige von Böhmen; Wiegand, P. (Marburg), Die Ludowinger, Landgrafen von Thüringen; Dienst, H. (Wien), Die Babenberger, Markgrafen und Herzöge von Österreich; Flachenecker, H. (Göttingen), Die Wittelsbacher in der Pfalz und Baiern; Schütz, A. (München), Die Andechser, Herzöge von Meran.

Dienstag, 28. Juli

Pischke, G. (Salzgitter), Die Brunonen und Welfen; Blaschke, K. (Dresden), Die Wettiner und die Askanier in Sachsen; Assing, H. (Potsdam), Die Askanier in Brandenburg; Heirbaut, D. (Gent), Die Grafen von Flandern und Hennegau; van Ermen, E. (Löwen), Die Herzöge von Brabant; van Eickels, K. (Bamberg), Die Grafen von Holland.

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Herbstsymposium der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Historische Gärten und als Gesamtkunstwerke. Der Greizer Park und sein Umfeld

Information: Tel. 0 36 72 - 4 47-0 – Fax 0 36 72 - 4 47-1 19

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Mediävistisches Kolloquium
Literatur und Wandmalerei
Erscheinungsformen ‘Höfischer’ Kultur und ihre Träger im Mittelalter
Freiburg/Schweiz, 2. bis 5. September 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Eckhart Lutz

Universität Freiburg/Schweit

Mediävistisches Institut

Lehrstuhl für Germanische Philologie I

Miséricorde

CH-1700 Freiburg/Schweiz

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Tagung
Jungsein und in die Jahre kommen
Jugend von der Spätantike bis zur Frühen Neuzeit
Hamburg, 14. bis 16. September 1998

Kontaktadresse: Arbeitskreis vormoderne Erziehungsgeschichte

Prof. Dr. Klaus Arnold

Universität der Bundeswehr Hamburg

Fachbereich Pädagogik

Seminar für Geschichtswissenschaft

Holstenhofweg 85

D-22039 Hamburg

Tel. 0 40 - 65 64-28 93 – Fax 0 40 - 65 41-28 28

Aus dem Programm:

Dienstag, 15. September

Ranft, A. (Kiel), Jugend am Hof. Ritterkultur und höfisches Verhalten im Mittelalter; Beer, M. (Tübingen), Jugend auf dem Weg nach außen. Studenten und Reisende des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit in ihren Briefen an die Familie.

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5. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker
Epochenwende – Wendezeiten in der mittel- und osteuropäischen Kunst
Marburg, 25. bis 27. September 1998

Kontaktadresse: Herder-Institut Marburg e.V.

Dr. Hanna Nogossek

Gisonenweg 5-7

D-35037 Marburg

Tel. 0 64 21 - 18 41 46 – Fax 0 64 21 - 18 41 39

Email: herder@mailer.uni-marburg.de

Adresse im Internet: http://www.uni.marburg.de/herder-institut

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69. deutscher Archivtag des Vereins deutscher Archivare
Archive im zusammenwachsenden Europa
Münster, 29. September bis 2. Oktober 1998

Kontaktadresse: Verein deutscher Archivare c/o Westfälisches Archivamt

Dr. Norbert Reimann

Warendorfer Str. 24

D-48145 Münster

Tel. 02 51 - 5 91 38 86 – Fax 02 51 - 59 12 69

Aus dem Programm:

Mittwoch, 30. September

Heckmann, D. (Berlin), Editionen west- und ostpreußischer Amtsbücher und Rechnungen aus dem Spätmittelalter durch polnische und deutsche Bearbeiter nach 1945.

Donnerstag, 1. Oktober

Mikoletzky, L. (Wien), Das Archiv der Habsburger – ein frühneuzeitliches übernationales Zentralarchiv.

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Ausstellung
Der bayerische Kurfürst Max Emanuel in Brüssel
München, bis 30. September 1998

Information: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns

Prof. Dr. Hermann Rumschöttel

Postfach 22 11 52

D-80501 München

Tel. 0 89 - 2 86 38-4 85 – Fax 0 89 - 2 86 38-6 15

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Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte e.V.
Zwischen Adel und Nichtadel
Insel Reichenau, 6. bis 9. Oktober 1998

Kontaktadresse: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte e.V.

Benediktinerplatz 5

D-78467 Konstanz

Tel./Fax 0 75 31 - 6 17 43

Programm:

Dienstag, 6. Oktober

Honemann, V. (Münster), Gesellschaftliche Mobilität in Dichtungen des deutschen Spätmittelalters.

Mittwoch, 7. Oktober

Spiess, K.-H. (Greifswald), Aufstieg in den Adel und Kriterien der Adelszugehörigkeit im Spätmittelalter; Pfeifer, G. (Bozen), "Nobis servire tenebitur in armis". Zu Formen des Aufstiegs und Übergangs in den niederen Adel im Tirol des 14. Jahrhunderts; Reinle, C. (Mannheim), "Wappengenossen und Landleute". Der bayerische Niederadel zwischen Aufstieg und Ausgrenzung; Kersken, N. (Marburg), Der Kleinadel in Polen. Regionen – Geschlechter – Existenzgrundlagen.

Donnerstag, 8. Oktober

Mersiowsky, M. (Tübingen), Niederadel, bäuerliche Oberschichten und Stadtbürger: Soziale Dynamik im spätmittelalterlichen Westfalen; Schmidt, H. (Oldenburg), Häuptlingsmacht, Freiheitsideologie und bäuerliche Sozialstruktur im spätmittelalterlichen Friesland; Holbach, R. (Oldenburg), Kirche und Karriere zwischen Adel und Nicht-Adel; Andermann, K. (Karlsruhe), Zwischen Zunft und Patriziat. Beobachtungen zur sozialen Mobilität in oberdeutschen Städten des späten Mittelalters.

Freitag, 9. Oktober

Fouquet, G. (Kiel), Zusammenfassung.

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Deutsch-französisches Kolloquium
Die Methodik der Bildinterpretation
Berlin, 16. bis 18. Oktober 1998

Kontaktadresse: Frankreich-Zentrum der Technischen Universität Berlin

Astrid Wagner M.A.

Sekr. TEL 13-1

Ernst-Reuter-Platz 7

D-10587 Berlin

Tel. 0 30 - 3 14-2 69 89 – Fax 0 30 - 3 14-2 69 90

Email: Frankreich-Zentrum@tu-Berlin.de

Adresse im Internet: http://www-F-Zentrum.kgw.tu-berlin.de/F-Zentrum

Freitag, 16. Oktober

Begrüßung: Gil, T. (Berlin).

Begrüßung und Einführung: Schmitt, J.-C. (Paris), von Hülsen-Esch, A. (Göttingen).

von Hülsen-Esch, A. (Göttingen), Warum ein Kolloquium zur Methodik der Bildinterpretation zwischen Kunsthistorikern und Historikern?; Krüger, T. (Freiburg i. Br.), Ikonologie des Unvermögens. Interpretationsansätze zur Persönlichkeitsdarstellung in der Romanik aus einer entwicklungsgeschichtlichen, analogisierenden Perspektive; Sauer, C. (Nürnberg), Bilder im Kontext am Beispiel von Klostergründungen in der Buchmalerei; Bonne, J.-C. (Paris), Multipolarité de l’image médiévale; Melis, R. (Paris), Les sources iconographiques commes sources historiques primaires. Problématique et démarche fondamentale d’une recherche. Les traditions figuratives de la Sardaigne médiévale d’époque ‘giudicale’ (XIème-XIVème siècle); Körner, H. (Düsseldorf), Zum Problem der Betrachtung und Beschreibung der Bilder von Wols.

Öffentlicher Abendvortrag: Schmitt, J.-C. (Paris), Hildegard de Bingen ou le refus du rêve.

Samstag, 17. Oktober

Frandon, V. (Paris), L’iconographie des saisons à l’exemple de l’abbatiale de Vézelay; Pereira, M. C. C. L. (Paris), La sculpture des cloîtres de Moissac: une étude graphique des logiques de placement et de composition des images; Rigaut, D. (Paris), Les systèmes de représentations des Ordres religieux au Moyen Age; Weigert, L. (Paris), From the Center to the Margin: The Setting of Medieval Choir Tapestries; Carqué, B. (Berlin), Die historische Bedeutung des Visuellen. Ein unerledigtes Problem kulturwissenschaftlicher Bildanalysen; Krüger, K. (Berlin), Materialität und Imagination. Ästhetische Aspekte der Trecento-Malerei; Suckale, R. (Berlin), Der Anfang des ästhetischen Stils.

Sonntag, 18. Oktober

Marchesin, I. (Paris), Le système iconographique du frontispice de psautier de la Bible de Vivien (Paris, B.N., ms. Lat. 1, fol. 215v): méthode d’analyse et niveaux de lecture; Clouzot, M. (Paris), L’iconographie du musicien dans les manuscrits enluminés des XIIIe, XIVe et XVe siècles. Méthode et essai d’interpretation; Pastoureau, M. (Paris), Étudier la couleur dans l’image médiévale: difficultés, méthodes, analyses et synthèses; Machalsky, T. (Frankfurt), Landschaft als Folie der Innenwelt. Die Ästhetik der niederländischen Landschaftsmalerei im 16. Jahrhundert; Stoichita, V. (Fribourg), Das Bild der Anderen: Über die Möglichkeit der Interpretation barocker Bildnisse im Rahmen einer Rhetorik der Täuschung.

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Ausstellung
Weserrenaissance unterwegs
Jülich, bis 28. Oktober 1998

Information: Stadtgeschichtliches Museum

Postfach 1220

D-52411 Jülich

Tel. 0 24 61-6 32 28 – Fax 0 24 61-6 33 54

Adresse im Internet: http://www.juelich.de/museum

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Forschungskolloquium
Geschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit
Berlin, Wintersemester 1998/1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Claudia Ulbrich

Email: ulbrich@zedat.fu-berlin.de

Aus dem Programm:

Dienstag, 10. November 1998

Kaak, H. (Potsdam), Herrschaftsvermittlung in der Frühen Neuzeit.

Dienstag, 2. Februar 1999

Nummedal, T. (Berlin), Beziehungsnetze und Identitäten von Alchimisten im 16. Jahrhundert.

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Tagung
Audiovisualität vor und nach Gutenberg
Wien, 25. bis 28. November 1998

Kontaktadresse: Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften und

Kunsthistorisches Museum Wien

Inge Korneck

Maria-Theresien-Platz

A-1010 Wien

Tel. [00 43-1] - 5 04 11 26-39 – Fax [00 43-1] - 5 04 11 32

Email: ifk@ifk.ac.at

Konzeption und wissenschaftliche Leitung: Horst Wenzel, Professor für Ältere deutsche Philologie, Humboldt-Universität zu Berlin.

Der Wechsel des Leitmediums vom Buch zum Bild (iconic turn) hat uns dafür sensibilisiert, daß der technologisch vermittelten Audiovisualität der neuen Medien eine primäre Audiovisualität des Zeitalters vor Gutenberg entspricht. In Festen und Ritualen, in körpergebundenen Choreographien und ihren Zeichenwelten organisieren oral dominierte Gesellschaften "Aufführungen", in denen sie sich selbst in überhöhter Form wahrnehmen können. Im Ensemble aller Sinne sind für diese Form der Selbstdarstellung Hören und Sehen vorrangig, erweist sich der Zusammenhang von Bild und Sprache für das Weiterwirken der Memoria als ganz besonders wichtig. Grundsätzlich aber geht es um das Zusammenwirken aller Sinne, das mit den verschiedenen Formen der Exkarnation des Wissens zunehmend, jedoch nie vollständig zurücktritt. Die Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, die körpergebundene Wahrnehmung unter den Bedingungen der Mündlichkeit/Körperlichkeit im Übergang zur Schriftlichkeit (brain memory-script memory) zu beobachten und diesen frühen Medienumbruch mit den späteren Medienumbrüchen zu vergleichen, den Übergang von der Manuskriptkultur zum Buchdruck (script memory-print memory) und vom Buchdruck zu den neuen Medien (print memory-electronic memory). Die medienanthropologische Perspektive, die dieser Abfolge zugrunde liegt, impliziert die Auseinandersetzung über einen erweiterten Textbegriff, die Zusammenhänge von Schrift, Bild und Musik und die besondere Berücksichtigung der Materialität der Kommunikation [Selbstdarstellung der Veranstalter].

Mittwoch, 25. November

Abendvortrag: Kittler, F. (Berlin), Buchstaben – Zahlen – Codes.

Donnerstag, 26. November

Begrüßung: Wunberg, G. (Wien); Seipel, W. (Wien); Wenzel, H. (Berlin).

Ritual, Zeremoniell – Moderation: Jaeger, L. (Aachen)

Althoff, G. (Münster), Rituale und ihre Spielregeln; Müller, J.-D. (München), Ritual und Pararituelles; Schreiner, K.: Das Buch im Nacken. Bücher und Texte als symbolische Medien ritueller Handlungen.

Körper und Schrift – Schrift und Körper – Moderation: Vosskamp, W. (Köln)

Assmann, J. (Heidelberg), Text und Ritus. Die Bedeutung der Medien für die Religionsgeschichte; Siegert, B. (Berlin), Die Zeichen des Körpers und Ihre Medien.

Freitag, 27. November

9.00 - 13.00 Uhr Text und Bild – Moderation: Ott, N. (München)

Cramer, T. (Berlin), Fabel als emblematisches Rätsel. Vom Sinn der Illustrationen in den Fabelsammlungen von Posthius und Schopper, 1566; Hammer-Tugendhat, D. (Wien), Der unsichtbare Text. Liebesbriefe in der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts; Wandhoff, H. (Washington), Ekphrasis. Graphische Oberflächen in der Literatur von den Anfängen bis in die Gegenwart.

14.30 - 18.00 Uhr Buchdruck – Moderation: Musner, L. (Wien)

Assmann, A. (Berlin), Renaissance und Buchdruck; Wenzel, H. (Berlin): Luthers Briefe im Medienwechsel von der Manuskriptkultur zum Buchdruck; Giesecke, M. (Hannover), Abhängigkeiten und Gegenabhängigkeiten der Informationsgesellschaft von den Mythen der Buchkultur.

Samstag, 28. November

9.00 - 13.30 Uhr Neue Medien – Moderation: Matejovski, D. (Düsseldorf)

Soeffner, H.-G. (Konstanz), Das Panorama. Allsicht und Subjektivität; Spangenberg, P. (Siegen): Körper im Internet; Angerer, M.-L. (Salzburg/Wien), Zur ‘Materialität’ des Audiovisuellen: Der Körper als interface; Schmidt, S. J. (Münster), Blickwechsel. Umrisse einer Medienepistemologie.

13.30 Uhr Resümee.

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Internationales Kolloquium
Dirk Bouts
Löwen, 26. bis 28. November 1998

Kontaktadressen: Studiecentrum Vlaamse Miniaturisten

Blijde-Inkomststraat

B-3000 Leuven

Tel. [00 32] - 16 - 32 46-20 – Fax [00 32] - 16 - 32 46-91

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Ausstellung
Hofkunst der Spätrenaissance
Braunschweig-Wolfenbüttel und das kaiserliche Prag um 1600
Prag, bis 29. November 1998

Information: Nationalgalerie

CZ-116 38 Prag

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Ausstellung
Werk in Stein
Die Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt stellt sich vor
Burg Falkenstein, bis 30. November 1998

Information: Museum Burg Falkenstein; D-06543 Burg Falkenstein

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Interdisziplinäre Tagung
Institutionalität und Symbolisierung
Dresden, 9. bis 12. Dezember 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Gert Melville

Sonderforschungsbereich 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit"

Technische Universität Dresden

D-01062 Dresden

Tel. 03 51 - 4 63-75 81 – Fax 03 51 - 4 63-77 74

Mittwoch, 9. Dezember

Einführungsvortrag: Habermas, J., Gesellschaftstheorie und die Theorie symbolischer Formen.

Donnerstag, 10. Dezember

Sektion 1: Die symbolische Leistung von Verfassungen (Politikwissenschaft, Projektleiter H. Vorländer; Diskussionsleitung: G. Göhler).

Gebhardt, J., Verfassung und Symbolizität; Preuss, U. K., Kommentar: Worin besteht die symbolische Leistung von Verfassungen?.

Sektion 2: Zeichen der ‚vita religiosa‘ (Mittelalterliche Geschichte, Projektleiter G. Melville; Diskussionsleitung: O. G. Oexle).

Feld, H., Die Zeichenhandlungen des Franziskus von Assisi; Cygler, F., Zur institutionellen Symbolizität der dominikanischen Verfassung.

Sektion 3: Symbolizität spättotalitärer Herrschaft (Zeitgeschichte, Projektleiter K.-D. Henke; Diskussionsleitung: M. R. Lepsius).

Meuschel, S., SED-Herrschaft und symbolische Politik; Boyer, C., Zur spezifischen Symbolizität spättotalitärer Herrschaft; Skyba, P., Symbolische Dimensionen der SED-Sozialpolitik in der Ära Honecker.

Vortrag: Pochat, G., Ansätze zu einer Typologie des Symbolischen aus der Perspektive der bildenden Künste.

Vortrag: Moos, P. von, Vormoderne Befragung des gesellschaftlich Fraglosen. Krise und Kritik der Institutionalität.

Freitag, 11. Dezember

Sektion 4: Macht, ‚memoria‘ und Repräsentation (Italianistik und Soziologie, Projektleiter B. Marx und K.-S. Rehberg; Diskussionsleitungen: H. Harth; H.-G. Soeffner).

Roeck, B., Die Wahrnehmung von Symbolen in der Frühen Neuzeit. Sensibilität und Alltag in der Vormoderne; Marx, B., Genealogie, Geschlecht, Gattungssystem. Symbolkonstruktion und Herrschaftsdiskurs in der Frühen Neuzeit. Vergoossen, M., Nobilitierende Repräsentation und institutionelle Gleichheit: Historienbilder in Kunstvereinen des 19. Jahrhunderts als ‚Symbolisierungen‘ bürgerlicher Emanzipationsbestrebungen; Wyss, B., Habsburgs ‚Ordnung der Dinge‘ – von der kaiserlichen Sammlung zum kunsthistorischen Museum.

Sektion 5 Symbolische Repräsentation u. Vergangenheitsreflexion (Klassische Philologie und Alte Geschichte, Projektleiter F.-H. Mutschler und M. Jehne; Diskussionsleitung: S. Döpp).

Haltenhoff, A., Institutionalisierte Geschichten. Wesen und Wirken des literarischen exemplum im alten Rom; Stemmler, M., Institutionalisierte Geschichte. Exempla-Denken und Gesellschaftsverständnis in der späten Republik; Hölscher, T., Die Alten vor Augen. Politische Denkmäler und öffentliches Gedächtnis im republikanischen Rom.

Vortrag: Gumbrecht, H. U., Zur Grenze zwischen ‚politischer‘ Repräsentation und ‚spielerischer‘ Theatralik.

Samstag, 12. Dezember

Sektion 6: Zeichenpraxen in der höfischen Kultur: Visuelle Präsenz und Kommunikationsrollen (Germanistische Mediävistik, Projektleiter P. Strohschneider; Diskussionsleitung: W. Vosskamp).

Müller, J.-D., Parzival vor dem Artushof; Müller, S., Der Auftritt des Boten.

Sektion 7: Inszenatorische Wirklichkeitskonstruktion: die Selbstsymbolisierung von Parlamenten (Politikwissenschaft, Projektleiter W. J. Patzelt; Diskussionsleitung: U. Thaysen).

Oberreuter, H., Institution und Inszenierung. Parlamente im Symbolgebrauch der Mediengesellschaft; Patzelt, W. J., Vexierspiel institutioneller Symbolisierung: Die Repräsentation von Repräsentationsorganen.

Sektion 8: Dimensionen und Grammatiken des Symbols (Katholische Theologie, Evangelische Theologie, Philosophie, Projektleiter A. Franz, K. Tanner und G. Schönrich; Diskussionsleitung: O. Scholz).

Wiedenhofer, S., Von der Grammatik religiöser Symbolsysteme zur Logik religiöser Traditionsprozesse; Deuser, H., Kategoriale Semiotik, Religion und die personale Symbolisierung im Christentum; Baltzer, U., Symbole als die zeichenhafte Konstitution institutionellen Handelns und institutioneller Dauer.

Zusammenfassung der Tagung durch K.-S. Rehberg.

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Ausstellung
Höfische Kunst des Barock
Ludwigsburg, bis 31. Dezember 1998

Information: Luwigsburg, Schloß

Tel. 0 71 41 - 18 64 80

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Ausstellung
Mechanische Wunder – Edles Holz
Roentgen-Möbel für den badischen und württembergischen Hof
Karlsruhe, bis 10. Januar 1999

Information: Badisches Landesmuseum

Schloß

D-76131 Karlsruhe

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Ausstellung
Barocke Bilderwelten
Franz Joachim Beich, Hofmaler des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel
Friedrichshafen, bis 17. Januar 1999

Information: Zeppelin Museum

Hafenbahnhof

D-88045 Friedrichshafen

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Ausstellung
Les Saintes-Chapelles royales et princières
Paris, bis 25. Januar 1999

Information: Conciergerie

1, quai de l’Horloge

F-75001 Paris

Tel. [00 33 1] 53 73 78 50

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Internationales Colloquium
Die Bedeutung der Jagellionen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (1450-1550)
Nürnberg, 29. Januar bis 1. Februar 1999
Internationales Colloquium am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, durchgeführt vom Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. in Leipzig (Prof. Dr. W. Eberhard) mit dem GNM Nürnberg (PD Dr. habil. G. U. Großmann) und dem FG Kunstwiss. der TU Berlin (Prof. Dr. R. Suckale).

Kontaktadresse: Dr. Dietmar Popp

Geisteswissenschaftliches Zentrum

Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V.

Luppenstr. 1B

D-04177 Leipzig

Tel. 01 71 - 3 61 33 35

Die Bedeutung des polnisch-litauischen Herrscherhauses der Jagellionen für Kunst und Kultur ist zwar in vielen Aspekten studiert worden, doch wurde noch nicht genügend die Wirkungsbreite weit über die territorialen Grenzen Polens, Böhmens und Ungarns hinaus beachtet, ebensowenig die Internationalität dieser Kultur, die u.a. für die Rezeption von Humanismus und Renaissance nördlich der Alpen entscheidend war, sowie die Wechselseitigkeit des Gebens und Nehmens. In Vorbereitung eines langfristig angelegten, internationalen Forschungsprojektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das u.a. auch in eine Ausstellung (voraussichtlich im Jahre 2004) münden soll, soll das von der DFG finanzierte Colloquium fach- und nationenübergreifend den Stand der Erforschung dieses Beziehungsgeflechts darstellen, Desiderate offenlegen und ein Diskussionsforum zur Vorbereitung der künftigen Arbeit sein.

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Ausstellung
Elisabeth – Schönheit für die Ewigkeit
Wien, bis 16. Februar 1999

Information: Hofburg Wien

A-1013 Wien

Tel. [00 43-1] - 5 05 87 47 (Museen der Stadt Wien)

Offizieller Wohnsitz des Kaiserpaares und Zentrum des politischen Lebens war die Wiener Hofburg. Die Ausstellung umfaßt die öffentliche Elisabeth im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen kaiserlicher Repräsentation und den Wünschen des Privat- und Familienlebens [Darstellung nach http://WebMuseen.de].

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Ausstellung
Kaiserin Elisabeth
Keine Träne wird man weinen
Wien, bis 16. Februar 1999

Information: Hermesvilla

Lainzer Tiergarten

A-1130 Wien

Tel. [00 43-1] - 5 05 87 47 (Museen der Stadt Wien)

Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten war Elisabeths bevorzugter Wohnsitz und wurde von ihr als "Schloß der Träume" bezeichnet. Franz Joseph hatte ihr dieses Jagdschlößchen im Wienerwald geschenkt, wo sie ihm nah und dem höfischen Zeremoniell doch fern sein konnte [Darstellung nach http://WebMuseen.de].

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Ausstellung
Vom Bauerntisch zur Fürstentafel
Europäische Eßbestecke aus acht Jahrhunderten
Münster, bis 21. Februar 1999

Information: Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Domplatz 10

D-48143 Münster

Tel. 02 51 - 59 07-2 01 (Führungen, Information, Anmeldung)

02 51 - 59 07-2 21 (Katalogbestellung)

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Führungen und Vorträge
Deutscher Orden
Bad Mergentheim, bis 22. Februar 1999

Information: Deutschordensmuseum Bad Mergentheim

Tel. 0 79 31 - 5 22 12

12. November und 10. Dezember 1998

Schmieg, H., Bad Mergentheim: Deutscher Orden und Stadtgeschichte.

19. November und 17. Dezember 1998

Karner, K., Geschichte des Deutschen Ordens und der Stadt Bad Mergentheim.

15., 22. und 29. November 1998; 6., 13., 20. und 27. Dezember 1998; 1. und 6. Januar 1999

Wulfmeier, M., Die Geschichte des Deutschen Ordens.

25. Januar 1999

Hanemann, R., Burg-Schloß-Stadt: Modelle im Deutschordensmuseum.

22. Februar 1999

Merten, K., Die Neue Fürstenwohnung.

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Konferenz
Krakau, Prag und Wien
Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat
Leipzig, 25. bis 27. Februar 1999
Konferenz des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. mit der Projektgruppe "Metropolen und Zentren: ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration Ostmitteleuropas (15./16. Jahrhundert)"

Kontaktadresse: Prof. Dr. Winfried Eberhard

Geisteswissenschaftliches Zentrum

Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V.

Luppenstr. 1B

D-04177 Leipzig

Tel. 03 41 - 9 73 55 60 – Fax 03 41 - 9 73 55 69

Email: gwzo@rz.uni-leipzig.de

Leitfragen, Fragestellung allgemein:

  • Besitzen Metropolen eine Funktion für die Modernisierung? Was ist spezifisch ostmitteleuropäisch? Problematisierung der Begriffe Rückständigkeit, Modernisierung oder Europäisierung? (Vergleich mit Danzig, westeuropäischen Metropolen?).
  • Werden Metropolen in ihren verschiedenen Funktionen für den Staat instrumentalisiert? Wirkt sich dies positiv oder negativ für die Entwicklung der Stadt aus? Begriffe der "Funktionalisierung" und "Instrumentalisierung" – Hierbei ist zu problematisieren, ob ein aktiver politischer Prozeß oder ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Metropolenbildung vorliegt. Wer waren die treibenden Kräfte?
  • Metropole oder Region: Wie integriert die Metropole die Region dank ihrer Ausstrahlungs- und Anziehungskraft? Wie weit reicht der Bezugsraum internationaler Beziehungen? Vernetzungen, Regionalisierungen.
Diese drei Leitfragen sollten in den folgenden Themenbereichen (die keine Sektionen darstellen) jeweils bewußt berücksichtigt werden:
  1. Politische Repräsentation des Landes in der Metropole.
  2. Wirtschaftliche Attraktivität und Konzentration.
  3. Gesellschaftliche Pluralität der Metropole.
  4. Kirchliche Zentralität.
  5. Bildunsgzentren.
  6. Kulturtransfer.
  7. Metropolen als Orte der öffentlichen Repräsentation des Hofes, der Stadt, der Kirche.
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VIIe Congrès International d’Archéologie Médiévale
La définition palatiale: données historiques et archéologiques
Le Mans, September 1999
Congrès organisé par la Société d’Archéologie Médiévale (SAM), le Groupe du programme et cadres de vie au Moyen Age, UMR 6575, Tours, (G 12), et le Laboratoire d’Histoire et d’Archéologie médiévales, Université du Mans (LHAM)

Kontaktadresse: UMR 6575

3, place Anatole France

F-37000 Tours

PROBLEMATIQUE:

Le programme proposé à la Société d’Archéologie Médiévale pour son VIIe Congrès reprend les réflexions menées depuis 1995-96 au sein du Groupe de travail sur le "Vocabulaire palatial" intégré dans l’ex GDR 94 (Groupement Sociétés et cadres de vie au Moyen Age: approches archéologiques, UMR 6575, CNRS, Tours). Il s’inscrit dans la continuité des travaux du Groupe 5 ("Palais et séjours royaux et princiers au Moyen Age") (colloque publié en 1996), mais il est nettement plus restrictif. Il s’agit d’un approfondissement dans un domaine qui préoccupe tous les chercheurs: celui du vocabulaire palatial et de sa signification historique et archéologique (Ve-XVe siècle), ce qui revient à s’interroger sur la définition palatiale. L’adjectif "palatial" étant à prendre au sens large: sont en effet concernés les séjours et les châteaux majeurs des rois et de la haute aristocratie laïque et ecclésiastique; des comparaisons avec le reste du monde aristocratique pouvant éventuellement, si nécessaire, être menées. L’approche se fera tant à partir des sources écrites que des sources archéologiques.

Dans ce domaine, archéologues et historiens sont confrontés aux mêmes difficultés lorsqu’il s’agit d’interpréter et d’identifier précisément les termes employés à l’époque. La difficulté est double.

a. Désignations d’ensemble. Le premier volet concerne la désignation d’ensemble des complexes fortifiés et non fortifiés de ces magnats qui évolue au fil des siècles et sans doute aussi, dans une certaine mesure, des secteurs (domus, palatium, castrum, sedes, hostel, logis, cour ...). Y-a-t-il des règles et quelle est la signification de ces mutations?

b. Les composantes topographiques, morphologiques et fonctionnelles de ces complexes: définition archéologique et historique. Le second problème concerne le vocabulaire employé pour désigner tel ou tel élément du séjour noble et sa signification profonde. L’archéologue, persuadé que tout séjour princier comporte obligatoirement trois blocs distincts, à savoir une grande salle à vocation publique, des appartements privés et une chapelle (aula, camera, capella) cherche systématiquement à retrouver ces éléments. Mais la trilogie n’est ni obligatoire, ni nécessairement originelle et pose de toute façon de sérieux problèmes au niveau de l’identification concrète. Les erreurs sont multiples. L’identification précise d’un bâtiment n’est pas des plus aisée. Qu’est-ce qu’une aula, une camera, une capella; y-a-t’il des critères distinctifs (éléments architecturaux et fonctionnels particuliers, trouvailles spécifiques ...) qui permettent de réaliser à coup sûr l’interprétation ? Et que dire des éléments fortifiés (donjons, tours, portes ...) et des édifices annexes! Les problèmes de l’historien sont du même ordre. Il s’agit pour lui de s’interroger très précisément sur les termes utilisés pour évoquer les éléments qui constituent ces ensembles (salle, chambres, chambres de retrait, de parement ...) et sur la signification, la fonction et la matérialisation de ces divers vocables.

Globalement, les communicants sont donc invités à se pencher sur le problème des critères d’appartenance et de reconnaissance en examinant la question des composantes topographiques, morphologiques et fonctionnelles de ces complexes palatiaux: - gestion de l’espace, plan d’ensemble ...

- bâtiments publiques, privés et semi-privés (aula, camera, turris). Présence et fonction. Morphologie et données concrètes (matériaux, nombre et degré de spécialisation des édifices et des pièces, nombre et qualité des ouvertures, des accès et des communications ...).

- décor, mobilier, aménagements somptuaires.

- le pôle religieux et son insertion dans le complexe palatial.

- annexes et dépendances; le bâti et les espaces "verts" (parcs, jardins).

- fortification (archères, tours, courtines et autres démonstrations militaires à valeur probante).

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Thirty-Fourth International Congress on Medieval Studies
Fifteenth-Century Studies
Kalamazoo, 6. bis 9. Mai 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Edelgard E. DuBruck

Fifteenth-Century Studies

Marygrove College

Modern Languages

USA-Detroit, MI 48221

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International Conference
Institutional Culture in Early Modern Europe
Histories and Anthropologies
London, 8. bis 10. Juli 1999

Kontaktadresse: Robert Frost/Anne Goldgar

History Department

King’s College London

Strand

GB London WC2R 2LS

Tel. [00 44] - 1 71 - 8 36 - 54 54 Fax [00 44] - 1 71 - 8 73 - 20 52

Email: robert.frost@kcl.ac.uk

anne.goldgar@kcl.ac.uk

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International Medieval Congress
Leeds, 12. bis 15. Juli 1999

Kontaktadresse: Marianne O’Doherty/Josine Opmeer

International Medieval Institute

Parkinson 1.03

University of Leeds

GB-Leeds LS2 9JT

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Interdisziplinäres Symposion
Bilanz der Spätmittelalterforschung
Burg Kaprun/Salzburg, 16. bis 19. September 1999

Kontaktadresse: Dr. Sieglinde Hartmann

Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft e.V.

Myliusstr. 25

D-60323 Frankfurt

Email: Wolkenstein.Gesellschaft@t-online.de


Buchvorstellungen

Heinz-Dieter Heimann in Verbindung mit Ivan Hlavácek (Hg.): Kommunikationspraxis und Korrespondenzwesen im Mittelalter und in der Renaissance. Paderborn/München/Wien/Zürich: Ferdinand Schöningh 1998, 235 S.

In den letzten Jahren ist eine ganze Reihe von Studien zur Geschichte der Kommunikation im Mittelalter erschienen. In diese weite Thematik ordnet sich der anzuzeigende Band ein, der 13 Studien enthält, die aus einer im Sommer 1995 an der Universität Potsdam gehaltenen Tagung hervorgegangen sind. Alle Beiträge zeichnen sich vor anderen kommunikationsgeschichtlichen Studien dadurch aus, daß ihr Hauptaugenmerk durchgängig auf der Praxis des brieflichen Kommunizierens liegt, während andere Formen der Kommunikation demgegenüber zurücktreten. Eine wichtige Ergänzung erfährt dieser Ansatz durch eine mehr hilfswissenschaftlich-diplomatisch ausgerichtete Untersuchung der Briefverschlußsiegel und den verschiedenen Möglichkeiten, Briefe zu verschließen, die allerdings nur auf gedrucktem Material basiert (H. Maué, S. 205-231). Sieht man von der kurzen, die Thematik präzisierenden Einleitung von H.-D. Heimann ab, dann beschäftigen sich die Autoren mit verschiedenen Detailproblemen speziell der Geschichte des 14.-16. Jahrhunderts; das Früh- und Hochmittelalter wird nicht eigens behandelt.

Leider können an dieser Stelle nicht alle Studien in der gebotenen Breite gewürdigt werden, nur einige seien näher vorgestellt. P.-J. Heinig kann anhand des Taxbuchs, das während der Zeit der Verpfändung der Reichshofkanzlei an den Mainzer Erzbischof 1470/71-1475 geführt wurde, den Umfang des in dieser Zeit produzierten Schriftgutes abschätzen und deutlich machen, daß weitaus die meisten Briefe und Urkunden erst von Bittstellern veranlaßt wurden, Kaiser Friedrich III. agierte nur zum kleinen Teil aus eigenem Antrieb (S. 31-49). Ausgesprochen minutiös untersucht F.-J. Felten die Korrepondenz, mehr aber noch die Gesandtschaften, die zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und der Kurie zu Avignon ausgetauscht wurden, wobei insbesondere die Gesandteninstruktionen (die nicht immer der gegnerischen Seite ausgehändigt wurden), das Zeremoniell des Gesandtenempfangs usw. ausführlich zur Sprache kommen. Nicht zuletzt geht es aber um die wichtige Frage des unterschiedlichen Wissensstandes zwischen dem in der Ferne weilenden Gesandten und dem Kaiser und der sich wegen der Bündnisbemühungen des englischen und französischen Königs ständig wechselnden Lage (S. 51-89, zu den Instruktionen S. 74f.). Einige Fehdebriefe der Herrn von Fürstenberg im östlichen Westfalen aus der Zeit von 1388 bis 1420 bieten für W. Rösener eine Möglichkeit, nach einer Diskussion um das Wesen der Fehde ihren Kontext, nämlich den Ausbau der landesherrlichen Macht durch den Erzbischof von Köln, und die davon betroffenen Stände als Zielgruppe, gleichsam als Öffentlichkeit zu charakterisieren (S. 91-101). Eine weitaus größere Überlieferung, die Briefe des Deutschordenshochmeisters, ist der Gegenstand von H. Boockmanns Betrachtung (S. 103-111); aus der Zeit bis 1510 sind insgesamt 19.364 Schreiben im Ordensbriefarchiv überliefert (S. 108). Ihm ging es vor allem um den Transport mit Hilfe von eigens dafür abgestellten Läufern und Reitern sowie um die Dichte des Briefverkehrs, der in Kriegs- und Krisenzeiten deutlich anschwoll; im Frieden gab es nur wenig zu schreiben. Die Edition eines Beförderungsbefehls aus dem Jahr 1421 schließt sich an. Die Publikation als einen von der Forschung bisher weitgehend vernachlässigten eminenten Akt der Gesetzgebung kann K. Neitmann beleuchten, indem er der Verbreitung von Staatsverträgen und Landesordnungen im Deutschordensland Preußen nachgeht (S. 113-124). Den Städten, den Amtsträgern des Ordens und gelegentlich auch dem Adel, kurz: den Ständen, wurden die Ordnungen und Verträge auf (Stände-)Versammlungen durch wiederholtes Verlesen in regelmäßigen Abständen bekannt gemacht, wobei die Zielgruppen nicht immer konstant waren. Je nach der behandelten Materie wurde die eine oder andere Gruppe ausgespart. Bei den gelehrten Briefen der Humanisten handelte es sich nicht um intime Äußerungen zwischen Freunden, sondern um stilisierte Kleinformen der Literatur, für die H. Harth eine im Laufe des 15. Jahrhunderts abnehmende politische Bedeutung feststellen kann (S. 127-137). Peter von Zittau, der Fortsetzer der Königsaaler Chronik, sammelte und beschrieb in seinem Werk nicht nur die Ereignisse seiner Zeit, sondern ließ sich auch darüber aus, wie und von wem er die Informationen erhielt. M. Bláhová konnte somit schon für das frühe 14. Jahrhundert weitreichende Netzwerke feststellen, denn zu den Informanten gehörten hochrangige Geistliche, u.a. die Erzbischöfe von Mainz und Trier, und vor allem die Sekretäre der königlichen Kanzlei (S. 179-190). Zum Schluß sei auf die Arbeit E. Weyrauchs hingewiesen, der dem Problem nachgeht, ob es schon im 16. Jahrhundert so etwas wie "offene Briefe" gegeben haben kann. Die genauere Betrachtung von sechs Sendschreiben der Argula von Grumbach, die von der Form her an einzelne Empfänger wie die Universität Ingolstadt, den bayerischen Herzog Wilhelm IV. u.a. gerichtet waren, jedoch in mehreren und außerordentlich hohen Auflagen gedruckt und verbreitet wurden, führt zu einer letztlich positiven Beantwortung der Frage.

Zusammenfassend kann man sagen, daß sich bei allen Untersuchungen erwies, daß die (auch anderwärts beschriebene) Zunahme der Schriftlichkeit im 15. Jahrhunderts zu einer Präzisierung, einer Verdichtung des Handelns führte. Zugleich zeigen sie, wie man durch das Nachzeichnen der Kommunikation, genauer: der in den herrschaftlichen Archiven überlieferten Kommunikationsvorgänge, das Funktionieren von Verwaltung und Regierung beschreiben kann. Die Untersuchungen wurden vom Herausgeber um die zwei Komplexe "Hof und Verwaltung" und "Informationsvermittlung und Öffentlichkeit" angeordnet, die aber kaum voneinander zu trennen sind. Der Hof ist (neben anderem) ein überaus komplexes Forum der Öffentlichkeit, das sich eventuell als "geschlossene Öffentlichkeit" beschreiben läßt, um einen von Jürgen Miethke mit Blick auf die großen Konzilien des 15. Jahrhunderts, der Universitäten und der Orden eingeführten Begriff zu gebrauchen. Derartige weiterführende theoretisch-konzeptionelle Überlegungen werden jedoch von keinem der Autoren angestellt, die Quellen in ihrem konkreten Kontext stehen im Mittelpunkt.

Harm von Seggern, Kiel*

Neuerscheinungen

Adamson, L. G., Notable women in world history. A guide to recommended biographies and autobiographies, Westport 1998.

Aertsen, J. A. von/Speer, A., Raum und Raumvorstellungen im Mittelalter, Berlin/New York 1998 (Miscellanea Medievalia 25).

Albrecht, D., Maximilian I. von Bayern. 1573-1671, München 1998.

Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter, Mainz 1998.

Arasse, D./Tönnesmann, A., Der Europäische Manierismus 1520-1610, aus dem Französischen übertragen von C. Schinkievicz, München 1997 (Universum der Kunst 42).

Assaf, F. B., La Mort du Roi. Une thanatographie de Louis XIV, Tübingen 1998 (Biblio 17 – Suppléments aux Papers on French Seventeenth Century Literature 112).

Kultureller Austausch und Literaturgeschichte im Mittelalter, hg. von Kasten, I./Paravicini, W./Pérennec, R., Sigmaringen 1998 (Beihefte der Francia 43).

Barton, S., The Aristocracy of Twelfth-Century Léon and Castile, Cambridge 1997 (Cambridge Studies in Medieval Life and Thought. Series 4, 34).

Bercé, Y.-M. (Hg.), Les monarchies, Paris 1997.

Biller, T., Die Adelsburg in Deutschland. Entstehung – Gestaltung – Bedeutung, 2., durchges. Aufl., München 1998.

Birch, D. J., Pilgrimage to Rome in the Middle Ages, Woodbridge 1998 (Studies in the History of Medieval Religion 13).

Bloch, M.: Die wundertätigen Könige. Mit einem Vorwort von J. Le Goff. Übers. a. d. Französischen von C. Märtl, München 1998.

Blum, H., Purpur als Statussymbol in der griechischen Welt, Bonn 1998 (Antiquitas. Reihe 1: Abhandlungen zur alten Geschichte, 47).

Bockmann, J./Klinger, J., Höfische Liebeskunst als Minnerhetorik: die Konstanzer ‘Minnelehre’, in: Das Mittelalter 3 (1998) Heft 1, S. 107-126.

Bohemia in History, hg. von M. Teich, Cambridge 1998.

Börsch-Supan, H., Die Berlin-Potsdamer Residenzlandschaft in Ansichten bis zur Zeit Friedrich Wilhelms III. , in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, N.F. 8, 1 (1998), S. 25-51.

Bouchard, C. B., "Strong of Body, Brave and Noble". Chivalry and Society in Medieval France, Ithaka 1998.

Boucheron, P., Le pouvoir de bâtir. Urbanisme et politique édilitaire à Milan (XIVe-XVe siècles), Rom/Paris 1998.

Branig, H., Geschichte Pommerns. Bd. 1: Vom Werden des neuzeitlichen Staates bis zum Verlust der staatlichen Selbständigkeit 1300-1648. Bearbeitet von W. Buchholz, Köln/Weimar 1997 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern V: Forschungen zur pommerschen Geschichte, 22/I).

Braunschweigische Fürsten in Rußland in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hg.: Föderativer Archivdienst Rußlands, Archivverwaltung des Landes Niedersachsen, Russisches Staatliches Archiv der Alten Akten. Redaktion: M. von Boetticher, Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London 54).

Brennan, T., Burgundy to Champagne. The Wine Trade in Early Modern France, Baltimore 1997 (The Johns Hopkins University studies in historical and political science. 115th series, 1).

Buhlmann, G., Der kurkölnische Hofrat 1597-1692. Entstehungsgeschichte und Rechtsgrundlagen, Köln/Weimar 1998 (Rheinisches Archiv 138).

Burgen in Mitteleuropa. 2 Bde.: Bauformen und Entwicklung; Geschichte und Burgenlandschaften, Stuttgart [1999].

Burmeister, K. H., Geschichte Vorarlbergs, 4., korrigierte Aufl., München 1998.

Calcins, R. G., Medieval Architecture in Western Europe from AD 300 to 1500, Oxford 1998.

Canfora, D., Due fonti del "De curialium miseriis" di Enea Silvio Piccolomini: Bracciolini e Lucrezio, in: Archivio Storico Italiano 569 (1996).

Caron, M.-T., Les Vœux du Faisan (1454). Noblesse en fête, esprit de croisade, Turnhout (erscheint 1999).

Cartlidge, N., Medieval Marriage. Literary approaches 100-1300, o.O. 1997.

Cerquiglini-Toulet, J., The Color of Melancholy: The Uses of Books in the Fourteenth Century, translated by L. G. Cochrane, Baltimore/London 1997 (Original: La couleur de la mélancholie: La fréquentation des livres au XIVe siècle, 1300-1415, Paris 1993).

Le château de Boussu, hg. von K. de Jonge/M. Capoullez, Namur 1998 (Etudes et documents, monuments et sites 8).

Château Gaillard XVIII. Etudes de castellologie médiévale. Actes du colloque international tenu à Gilleleje (Danemark) 24-30 août 1996, Caen 1998.

Arnold, S., Befunde von Brückenkonstruktionen aus Holz an zwei mittelalterlichen Burgställen in Nordwürttemberg; Bechtold, A./Zettler, A., Gelnhausen: eine Großbaustelle Friedrich Barbarossas; Butlar, L., Masons’ Marks in Castles: a key to building practices; Colardelle, M. u.a., Le chantier de construction de l’habitat fortifié de Charavines (France, XIe siècle); Meulemeester, J. de, Le château à motte comme chantier: quelques données et réflexions des anciens Pays-Bas Méridionaux; Dixon, P., Design in Castle-building: the controlling of access to the Lord; Durdik, T., Archäologische Belege von Fachwerkkonstruktionen auf böhmischen Burgen; Ekroll, Ø., Norwegian Castles 1170-1320: building on the edge of Europe; Ettel, P., Karlburg – Entwicklung eines königlich-bischöflichen Zentralortes am Main mit Burg und Talsiedlung vom 7. bis zum 13. Jahrhundert; Fawcett, R., Castle and church in Scotland; Flambard Hericher, A.-M., La construction dans la basse vallée de la Seine: l’exemple du château de Vatteville-la-Rue (Seine-Maritime); Heine, H.-W., Die "Posteburg" bei Schmarrie, Landkreis Schaumburg; Liebgott, N.-K., Brick-making and Castle-Building; Manning, C., Dublin Castle: the building of a royal castle in Ireland; Meyer, W., Burgengründungen: Die Suche nach dem Standort; Mogren, M., Northern Timber Castles – short-lived but complex. Some examples from the southern Swedish taiga; Nørgård Jørgensen, A., Off-shore defensive works in Denmark AD 200-1300; Nørgård Jørgensen, A., The Kanhave Canal on Samsø – new investigations; Obrecht, J., Handwerkerspuren am Bauwerk; Parnell,G., Ordnance Storehouses at the Tower of London, 1450-1700; Poklewski-Zoziell, T., Le vocabulaire castellologique dans les sources médiévales polonaises et la réalité archéologiques; Pringle, D., A castle in the sand: mottes in the crusader east; Roosens, B., The transformation of the medieval castle into an Early Modern Fortress in the 16th century. Some examples from the southern border of the Low Countries, Renty and Namur; Schmid, B., Die Ruine Landskron in Oppenheim am Rhein; Schulz, R., Stolpe, eine Turnburg des späten 12. Jahrhunderts an der Oder – Eine Befestigung der Dänen in Pommern gegen die Markgrafen von Brandenburg?; Sweetman, P. D., The Development of Trim Castle in the light of recent research; Teyssot, J., Les forteresses urbaines : les châteaux de Riom et de Montferrand en Auvergne aux XIVe-XVe siècles; Heeringen, R. M. van, The construction of Frankish circular fortresses in the province of Zeeland (SW-Netherlands) in the end of the ninth century; Wille-Jørgensen, D., Recent excavations at Vordingborg Castle; Zimmer, J., Die Wahl einer Burgbaustelle: die Beispiele von Luxemburg, Vianden, Beaufort und Larochette. Autour du château médiéval. Des fortifications dans l’Orne et ses régions circonvoisines: sources écrites, sources archéologiques. Actes des Rencontres d’Alençon du 5 avril 1997, Alençon 1998 (Société Historique et Archéologique de l’Orne. Mémoires et documents, 1). Louise, G., La mise en place du réseau castral sur les confins de la Normandie et du Maine dans le cadre du futur territoire du département de l’Orne (Xe-XIIIe siècles); Decaens, J., Les châteaux du XIe au XIIIe siècle dans l’actuel département de l’Orne: essai d’inventaire et de classement; Bauduin, P., Le baron, le château et la motte: baronnage et maîtrise du territoire châtelain dans la seigneurie de Breteuil (XIe-XIIe siècles); Fajal, B., La motte de Ger (Manche): essai de localisation d’une fortification des comtes de Mortain; Lalou, E., Les cartulaires, sources pour l’histoire des fortifications: quelques exemples ornais; Jones, R., Conquête et défense: les fortifications en Normandie méridionale à la fin de la Guerre de Cent Ans; Chave, I., Guillaume Milles dit le Tailleur, maître des œuvres du roi en la vicomté d’Alençon, actif de 1431 à 1447; Flambard Hericher, A.-M., La cuisine du logis seigneurial du "Vieux Château" de Vatteville-la-Rue (Seine-Maritime); Nissen-Jaubert, A., Le château de Domfront au Moyen Age: approche archéologique et historique; Impey, E. (avec la collaboration de J.-P. Corbasson), La Tour aux Anglais, à Aunou-le-Faucon (Orne): un manoir des XIVe et XVe siècles; Davy, Y., L’habitat seigneurial fossoyé dans l’Orne à la fin du Moyen Age: l’exemple de la baronnie de Briouze; Le Maho, J., Notes de castellologie haut-normande: châteaux à mottes, enceintes et églises fortifiées (XIe-XIIe siècles). Le château médiéval et la guerre dans l’Europe du nord-ouest. Mutations et adaptions. Actes du colloque de Valenciennes 1-2-3 juin 1995, hg. von A. Salamagne/R. Le Jan, Lille 1998 (Revue du Nord. Hors Série. Collection Art et Archéologie, 5). Herbin, J.C., Les châteaux dans la Geste des Loherains, S. 9ff.; Louis, E., Quelques sites fortifiés médiévaux des campagnes du Douaisis, S. 21ff.; Lekraie, S./Dusart, Les châteaux du Cambrésis médiéval (Xe-XIIe siècle): début d’inventaire, S. 33ff.; Renn, D., Castle fortification in England and adjoining countries from 1150 to 1250, S. 53ff.; Salamagne, A., Origines et diffusion des embrasures de tir dans l’architecture militaire de la fin du XIIe siècle: une réévaluation, S. 61ff.; Giuliato, G., Le château de Blâmont (Lorraine) du XIIIe au XVIIe siècle, S. 77ff.; Contamine, P., Le château dans les Chroniques de Jean Froissart, S. 89ff.; Jones, M./Jones, R., La défense des duchés de Bretagne et Normandie vers 1400: contrastes et comparaisons, S. 103ff.; Schnerb, B., Les capitaines de châteaux dans les duché et comté de Bourgogne au XIVe siècle, S. 123ff.; Bur, M., Les transformations du château d’Epinal. Un exemple d’adaption aux méthodes de l’attaque et de la défense, S. 133ff.; Ubregts, W./Doperé, F., Adaption d’un château médiéval aux armes à feu: le cas de Corroy-le-Château en 1477-1478, S. 143ff.; Depauw, C./Dury, C., L’artillerie de la ville de Tournai en 1521, S. 155ff. Zwischen Christianisierung und Europäisierung. Beiträge zur Geschichte Osteuropas in Mittelalter und Früher Neuzeit. Festschrift für Peter Nitsche zum 65. Geburtstag, hg. von E. Hübner/E. Klug/J. Kusber, Stuttgart 1998 (Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa 51). Aus dem Inhalt:

Krökel, U., "Zwischen Hammer und Amboß": Das Fürstentum Rjazan’, Moskau und die Tataren (1237-1402); Kusber, J., Um das Erbe der Goldenen Horde: Das Khanat von Kazan’ zwischen Moskauer Staat und Krimtataren; Hübner, E., Zwischen allen Fronten: Magnus von Holstein als König von Livland; Sach, M., Hat Karl V. "die Brieff" wirklich erhalten? Überlegungen zu den Hintergründen eines russischen Schreibens im Königsberger Ordensbriefarchiv; Paravicini, A./Paravicini, W., "Alexander Soltan ex Lithuania, ritum graecorum sectans": Eine ruthenisch-polnische Reise zu den Höfen Europas und zum Heiligen Land 1467-1469.

A la cour de Bourgogne. Le duc, son entourage, son train, hg. von J.-M. Cauchies, Turnhout 1998 Burgundica 1).

[Nachdrucke von Aufsätzen, die in den Publications du Centre Européen d’Etudes Bourguignonnes erschienen sind, jeweils mit einem bibliogr. Nachtrag aus der Feder der Autoren]

Cauchies, J.-M., Introduction au thème; Paravicini, W., Structure et fonctionnement de la cour bourguignonne au XVe siècle; Bousmar, E., La place des hommes et des femmes dans les fêtes de cour bourguignonnes (Philippe le Bon – Charles le Hardi); Sommé, M., Le cérémonial de la naissance et de la mort de l’enfant princier à la cour de Bourgogne au XVe siècle; Rapp, F., Universités et principautés: les États bourguignons; Borchgrave, C. de, Diplomates et diplomatie sous le duc de Bourgogne Jean sans Peur; Cheyns-Condé, M., L’épopée troyenne dans la "librairie" ducale bourguignonne au XVe siècle; Small, G., Qui a lu la chronique de Georges Chastelain? Sosson, J.-P., Chantiers urbains, chantiers ducaux dans les anciens Pays-Bas méridionaux (XIVe-XVe s.): deux univers de travail différents? Cauchies, J.-M., La signification politique des entrées princières dans les Pays-Bas: Maximilien d’Autriche et Philippe le Beau; Blockmans, W., Le dialogue imaginaire entre princes et sujets: les Joyeuses Entrées en Brabant en 1494 et 1496. The Court and Cultural Diversity. Selected Papers from the Eighth Triennal Congress of the International Courtly Literature Society, the Queens University of Belfast, 26 July-1 August, hg. von Mulally, E./Thompson, J., Woodbridge/Rochester 1998.

Byzantine Court Culture from 829 to 1204, hg. von H. Maguire, Cambridge 1998.

Crossley-Holland, N., Living and Dining in Medieval Paris: The Household of a Fourteenth-Century Knight, Cardiff 1996.

Demel, W., Struktur und Entwicklung des bayerischen Adels von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Reichsgründung, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 61 (1998) Heft 2, S. 295-45.

Dewald, J., The European Nobility 1400-1800, Cambridge 1996 (New Approaches to European History 9).

Diemel, C., Adlige Frauen im bürgerlichen Jahrhundert. Hofdamen, Stiftsdamen, Salondamen 1800-1870, Frankfurt a. M. 1998.

Dilcher, G., Max Webers Stadt und die historische Stadtforschung der Mediävistik, in: Historische Zeitschrift 267 (1998), S. 91-125 (zugleich Anzeige und Rezension von: Die okzidentale Stadt nach Max Weber. Zum Problem der Zugehörigkeit in Antike und Mittelalter, hg. von C. Meier, München 1994 [Historische Zeitschrift, Beihefte, N.F., 17]).

Dittrich, L./Rieke-Müller, A., Der Löwe brüllt nebenan. Die Gründung zoologischer Gärten im deutschsprachigen Raum 1833-1869, Köln/Weimar 1998.

Donat, P., Gebesee. Klosterhof und königliche Reisestation des 10.-12. Jahrhunderts, Stuttgart 1998.

Donnert, E., Katharina II. die Große (1729-1796). Kaiserin des Russischen Reiches, Darmstadt 1998.

Dotzauer, W., Die deutschen Reichskreise (1383-1806). Geschichte und Aktenedition, Stuttgart 1998

Droste, T./Budelt, H.-J., Burgund, München 1998.

Enderlein, L., Die Grablegen des Hauses Anjou in Unteritalien. Totenkulte und Monumente 1266-1343, Worms 1997 (Römische Studien der Bibliotheca Hertziana 12).

Ehrkonzepte in der Frühen Neuzeit. Identitäten und Abgrenzungen, hg. von S. Backmann u.a., Berlin 1998 (Colloquia Augustana 8).

Gli Estensi. Prima parte: La corte di Ferrara, hg. von R. Iotti. Testi di E. Milano/M. Ricci/E. Corradini u.a., Modena 1997.

Ehlers, J., Heinrich der Löwe – Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter, Göttingen 1997 (Persönlichkeit und Geschichte 154/155).

Die Entstehung des modernen Europa 1600-1900, hg. von O. Mörke/M. North, Köln/Weimar 1998 (Wirtschafts- und Sozialhistorische Studien 7).

Eustache Deschamps en son temps, hg. von J.-P. Boudet/Millet, H., Paris 1997 (Textes et Documents d’Histoire Médiévale 1).

Faulstich, W., Medien zwischen Herrschaft und Revolte. Die Medienkultur der frühen Neuzeit 1400-1700, Göttingen 1998 (Geschichte der Medien 3).

Fleckenstein, J., Vom Rittertum im Mittelalter. Perspektiven und Probleme, Goldbach 1997 (Bibliotheca Eruditorum 19).

Franke, B., Assuerus und Esther am Burgunderhof. Zur Rezeption des Buches Esther in den Niederlanden (1450-1530), Berlin 1998.

Fritsche, I., Burg Amlishagen. Baugeschichte der Anlage aufgrund der archäologischen Untersuchungen, Stuttgart 1998.

Der Fürst. Ideen und Wirklichkeiten in der europäischen Geschichte, hg. von W. Weber, Köln/Weimar/Wien 1998.

Aus dem Inhalt:

Mertens, D., Der Fürst. Mittelalterliche Wirklichkeiten und Ideen, S. 67ff.; Weber, W. E. J., Dynastiesicherung und Staatsbildung. Die Entfaltung des frühmodernen Fürstenstaates, S. 91ff.; Klueting, H., Der aufgeklärte Fürst, S. 137ff.

Historische Gärtenin Schleswig-Holstein, hg. von A. von Buttlar und M. M. Meyer, unter Mitarbeit von B. Alberts, J. Matthies und T. Messerschmidt, 2., durchges. und verb. Aufl., Heide 1998.

Komische Gegenwelten. Lachen und Literatur in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von W. Röcke/H. Neumann, Paderborn 1998.

Geschichte des sächsischen Adels. Im Auftrag der Sächsischen Schlösserverwaltung hg. von K. Keller/J. Matzerath in Zusammenarbeit mit C. Klecker/K.-D. Wintermann, Köln/Weimar 1997.

Städtische Geschichtsschreibung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, hg. von P. Johanek, Köln 1998 (Städteforschung. Reihe A: Darstellungen, 47).

Giel, R., Politische Öffentlichkeit im spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Köln (1450-1550), Berlin 1998 (Berliner Historische Studien 29).

Green, J. A., The Aristocracy of Norman England, Cambridge 1997.

Goy, R., Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, München 1998.

Grimm, G., Alexandria. Die erste Königsstadt der hellenistischen Welt, Mainz 1998.

Günzel, K., Bäder-Residenzen. Kuren und Amouren, Diplomatie und Intrigen, Stuttgart 1998.

Habsburg, G. von, Fürstliche Kunstkammern in Europa. Übers. aus dem Amerikanischen von H. von Gemmingen, Stuttgart 1997.

Hack, A. T., Das Empfangszeremoniell bei mittelalterlichen Papst-Kaiser-Treffen, Köln 1998 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 18).

Hajós, G., Österreichische Gartenkunst in Bildern. Von der Renaissance zur Moderne, Wien 1998.

Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Bd. 1, Teil 2: Vom Spätmittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, hg. von H. Schwarzmaier u.a., Stuttgart 1998.

Handbuch der historischen Stätten: Böhmen und Mähren, hg. von J. Bahlcke/W. Eberhard/M. Polívka, Stuttgart 1998.

Hansert, A., Welcher Prinz wird König? Die Habsburger und das universelle Problem des Generationenwechsels. Eine Deutung aus historisch-soziologischer Sicht, Petersberg 1998.

Hartmann, P. C., Der Bayerische Reichskreis (1500 bis 1803). Strukturen, Geschichte und Bedeutung im Rahmen der Kreisverfassung und der allgemeinen institutionellen Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches, Berlin 1997.

Hauptstädte zwischen Save, Bosporus und Dnjepr. Geschichte – Funktion – Nationale Symbolkraft, hg. von H. Heppner, Wien 1998.

Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon, hg. von S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (†) in Zusammenarbeit mit C. Eberlein/A. Schmauder/H. Schukraft. Mit einem Geleitwort von Carl Herzog von Württemberg, Stuttgart 1997.

Hausväter, Priester, Kastraten. Zur Konstruktion von Männlichkeit in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von M. Dinges, Göttingen 1998.

Heckner, U., Im Dienst von Fürsten und Reformatoren. Fassadenmalerei an den Schlössern in Dresden und Neuburg an der Donau im 16. Jahrhundert, München 1995.

Heiermann, C., Die Gesellschaft "Zur Katz" in Konstanz. Ein Beitrag zur Geschichte der Geschlechtergesellschaften in Spätmittelalter und früher Neuzeit, Konstanz 1998.

Heil, D., Die Reichspolitik Bayerns unter der Regierung Herzog Albrechts V. (1550-1579), Göttingen 1998 (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 61).

Heinig, P.-J., Kaiser Friedrich III. (1440-1493) – Hof, Regierung und Politik, 3 Teile, Köln/Weimar/Wien 1997 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 17).

Heinig, P.-J., Gelehrte Juristen im Dienste der römisch-deutschen Könige des 15. Jahrhunderts, in: Recht und Verfassung im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Bericht über Kolloquien zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters 1994-95, hg. von H. Boockmann/L. Grenzmann/B. Moeller/M. Staehelin, 1. Teil, Göttingen 1998 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen), S. 167-184.

Herbers, K., Der Jakobsweg. Mit einem mittelalterlichen Pilgerführer unterwegs nach Santiago de Compostela, 6., vollst. überarb. Aufl., Tübingen 1998.

Herrmann, J., Politische Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz von Sachsen, Bd. 5: 9. Januar 1551 - 1. Mai 1552, hg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Berlin 1998 (Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Phil.-hist. Klasse 72).

Herrschaftsrepräsentation im ottonischen Sachsen, hg. von G. Althoff/E. Schubert, Sigmaringen 1998 (Vorträge und Forschungen 46).

Hlavin-Schulze, K., "Man reiste ja nicht, um anzukommen". Reisen als kulturelle Praxis, Frankfurt a. M. 1998 (Campus Forschung 771).

Die Wiener Hofmusikkapelle, hg. von T. Antonicek/H. Krones/T. Hilscher, Wien 1998.

Hortus Eystettensis – ein vergessener Garten? Begleitheft zur Ausstellung; erstmalig gezeigt vom 19. Juni bis 11. Oktober 1998 auf der Willibaldsburg in Eichstätt anläßlich der Eröffnung des Bastionsgartens – Die Pflanzenwelt des Hortus Eytstettensis, bearb. von J. Albert, München 1998.

Howell, M. C., Eleanor of Provence. Queenship in thirteenth-century England, Oxford 1997.

Howell, M. C., The Marriage Exchange. Property, Social Place, and Gender in Cities of the Low Countries, 1300-1550, Chicago 1998.

Hunzinger, S., Schloß Plön. Residenz – Adliges Armenhaus – Erziehungsanstalt, Plön 1997.

Institutionen und Ereignis. Über historische Vorstellungen und Praktiken gesellschaftlichen Ordnens, hg. von Blänkner, R./Jussen, B., Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 138).

Barocke Inszenierung. Der Moment in dauerhafter Erscheinung. Veröffentlichung der Beiträge des Symposiums "Barocke Inszenierung" (20.-22. Juni 1996, Technische Universität Berlin), hg. von F. Neumeyer u.a., Emsdetten 1998.

Tausend Jahre pommerscher Geschichte, hg. von R. Schmidt, Köln/Weimar 1998 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern V: Forschungen zur pommerschen Geschichte, 31).

Jahreszeiten der Gefühle. Das Gothaer Liebespaar und die Minne im Spätmittelalter, hg. von A. Schuttwolf, Gotha 1998.

Der Jakobuskult in "Kunst" und "Literatur". Zeugnisse in Bild, Monument, Schrift und Ton, hg. von K. Herbers/R. Plötz, Tübingen 1998 (Jakobus-Studien 9).

Der Jakobusweg. Mit einem mittelalterlichen Reiseführer unterwegs nach Santiago de Compostela. Ausgewählt, eingeleitet, übersetzt und kommentiert von K. Herbers, 6., neu bearb. Aufl., Tübingen 1998.

Janssen, P., Les fastes princiers: quand la noblesse s’impose aux communes d’Italie centrale. L’exemple de Francesco Sforza dans les marches au XVe siècle, in: L’identité nobiliaire, Le Mans 1997, S. 280-292.

Jericke, H., Imperator Romanorum et Rex Siciliae. Kaiser Heinrich VI. und sein Ringen um das normannisch-sizilische Königreich, Frankfurt/Main u.a. (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3. Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 765),

Jones, M., La Bretagne ducale. Jean IV de Montfort (1364-1399) entre la France et l’Angleterre, traduit de l’anglais par N. Genet/J.-P. Genet, Rennes 1998.

Der Kaiser in seiner Stadt. Maximilian I. und der Reichstag zu Freiburg 1498, hg. von H. Schadek, Freiburg 1998.

Landesherrliche Kanzleien im Spätmittelalter. Referate zum VI. Internationalen Kongreß für Diplomatik, München 1983, 2 Teilbde., Zürich 1998 (Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung, 35).

Kanzleiwesen und Kanzleisprache im östlichen Europa, hg. von C. Hannick, Köln/Weimar 1998 (Beihefte zum Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde 6).

Keiser, E. B., Courtly Desire and Medieval Homophobia: The Legitimation of Sexual Pleasure in "Cleaness" and its Contexts, New Haven/London 1997.

Kenzler, C., Die Ritter- und Landschaft im Herzogtum Sachsen-Lauenburg in der frühen Neuzeit, Hamburg 1997 (Schriftenreihe der Stiftung Herzogtum Lauenburg 22).

Kiesewetter, A., Die Anfänge der Regierung Karl II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Husum 1998 (Historische Studien 451).

Kohl, B. G., Padua under the Carrara 1318-1405, Baltimore 1998.

Kolb, J., Heidelberg. Die Entstehung einer landesherrlichen Residenz im 14. Jahrhundert, Sigmaringen 1999 [spätestens Februar] (Residenzenforschung 8).

Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, hg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte. Redaktion: L. Fenske/C. Ehlers. Bd. 2: Thüringen. Lfg. 5: Saalfeld (Schluß)-Tilleda (Anfang). Bearb. von M. Gockel, Göttingen 1998.

Körber, E.-B., Öffentlichkeiten der Frühen Neuzeit. Teilnehmer, Formen, Institutionen und Entscheidungen öffentlicher Kommunikation im Herzogtum Preußen von 1525 bis 1618, Berlin/New York 1998 (Beiträge zur Kommunikationsgeschichte 7).

Krauss-Meyl, S., Das "Enfant terrible" des Königshauses. Maria Leopoldine, Bayerns letzte Kurfürstin (1776-1848), Regensburg 1997.

Unter einer Krone: Kunst und Kultur der sächsisch-polnischen Union. Ausstellung im Dresdner Schloß vom 24. November 1997 bis 8. März 1998/Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Königliches Schloß zu Warschau, hg. von W. Schmidt/D. Syndram, Leipzig 1997.

Kulenkampff, A., Die kaiserliche Politik in Schwaben 1464-1488. Ein Beitrag zur Persönlichkeit und politischen Bedeutung Kaiser Friedrichs III., in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 116 (1998), S. 51-68.

Der Mainzer Kurfürst als Reichserzkanzler. Funktionen, Aktivitäten, Ansprüche und Bedeutung des zweiten Mannes im alten Reich, hg. von P. C. Hartmann, Stuttgart 1997 (Geschichtliche Landeskunde 45).

Aus dem Inhalt:

Hartmann, P. C., Einführung in die Problematik und Thematik des Kolloquiums; Kessel, V., Die Krönungsgrabsteine im Mainzer Dom und die Auseinandersetzung um die Führungsposition im Reich; May, G., Der Erzbischof von Mainz als Primas; Schubert, E., Der Mainzer Kurfürst als Erzkanzler im Spätmittelalter.

Der Kurfürstentag zu Frankfurt 1558 und der Reichstag zu Augsburg 1559, bearb. von J. Leeb, Göttingen 1998.

Kurmainz, das Reichskanzleramt und das Reich am Ende des Mittelalters und im 16. und 17. Jahrhundert, hg. von P. C. Hartmann, Stuttgart 1998 (Geschichtliche Landeskunde 47).

Landesgeschichte in Deutschland. Bestandsaufnahme – Analyse – Perspektiven, hg. von W. Buchholz, Paderborn u.a. 1998.

Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten. 1200 Jahre Erzbistum Salzburg, hg. von P. F. Kramml/A. S. Weiss, Salzburg 1998 (Salzburg-Archiv 24).

Le Goff, J., Die Liebe zur Stadt. Eine Erkundung vom Mittelalter bis zur Jahrtausendwende. Übers. a. d. Französischen, Frankfurt/M. 1998.

Von der Leidenschaft zum Schönen. Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein (1611-1684), hg. von H. Haupt, Wien 1998 (Quellen und Studien zur Geschichte des Hauses Liechtenstein II/2).

Leipzigs Messen 1497-1997. Gestaltwandel – Umbrüche – Neubeginn, hg. von G. Bentele/T. Topfstedt/H. Zwahr, Köln/Weimar 1998 (Geschichte und Politik in Sachsen 9/1, 9/2).

Lemberg – Lwów – L’viv. Eine Stadt im Schnittpunkt europäischer Kulturen, hg. von P. Fässler/T. Held/D. Sawitzky, 3., völlig neu überarb. und erw. Aufl., Köln/Weimar 1998.

Le Mollé, R., Giorgio Vasari. Im Dienst der Medici. Übers. aus dem Französischen, Stuttgart 1998.

Lerer, S., Courtly Letters in the Age of Henry VIII: Literary Culture and the Arts of Deceit, Cambridge 1997 (Cambridge Studies in Renaissance Literature and Culture 18).

Lietzmann, H., Valentin Drausch und Herzog Wilhelm V. von Bayern. Ein Edelsteinschneider der Renaissance und sein Auftraggeber, München 1998 (Kunstwissenschaftliche Studien 75).

Linten, C. S., Orangerien in Westfalen, Frankfurt am Main u.a. 1998 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 28: Kunstgeschichte, 327).

Lippert, S., Felix Fürst zu Schwarzenberg. Eine politische Biographie, Stuttgart 1998 (Historische Mitteilungen, Beiheft, 21).

Mittelalterliche Literatur und Kunst im Spannungsfeld von Hof und Kloster. Ergebnisse einer Berliner Tagung, 9.-11. Oktober 1997, hg. von N. F. Palmer und H.-J. Schiewer, Tübingen 1998.

Lorenz, H., Tradition oder Moderne? – Überlegungen zur barocken Residenzlandschaft Berlin-Brandenburg, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, N.F. 8, 1 (1998), S. 1-23.

Lotmann, J. M., Rußlands Adel. Eine Kulturgeschichte von Peter I. bis Nikolaus I. Aus dem Russischen von G. Kagan, Köln/Weimar 1997 (Bausteine zur slavischen Philologie und Kulturgeschichte. Reihe A, 21).

Löwener, M., Die Einrichtung von Verwaltungsstrukturen in Preußen durch den Deutschen Orden bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Wiesbaden 1998 (Quellen und Studien des Deutschen Historischen Instituts Warschau 7).

Lugli, A., Wunderkammer. Introduzione di K. Pomian, Turin 1997.

Das Luisium im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, hg. von T. Weiss, München1998.

Lustgärten um Bayreuth. Eremitage, Sanspareil und Fantaisie in Beschreibungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, hg. von I. Toussaint, Hildesheim 1998 (Forschungen zur Kunst- und Kulturgeschichte 6).

Magnificenza alla corte dei Medici. Arte a Firenze alla fine del Cinquecento. Mit Beiträgen von C. A. Luchinat, M. Gregori, A. Paolucci, E. Schwarzenberger u.a., Florenz 1997.

Marriage in Renaissance Italy 1300-1650, hg. von T. Dean/K. P. J. Lowe, Cambridge 1998.

Melville, G., Le roy d’armes des François, dit Montjoye. Quelques observations critiques à propos de sources traitent du chef des hérauts de France au XVe siècle, in: Anthropologies juridiques. Mélanges Pierre Braun. Textes réunis par J. Hoareau-Dodinau/P. Texier, Limoges 1998, S. 587-608.

Memling und seine Zeit. Brügge und die Renaissance, Stuttgart 1998.

Menache, S., Clement V, Cambridge 1998.

Meyer, U., Soziales Handeln im Zeichen des "Hauses". Zur Ökonomik in der Spätantike und im frühen Mittelalter, Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 140).

Meyn, J., Vom spätmittelalterlichen Gebietsherzogtum zum frühneuzeitlichen "Territorialstaat". Das askanische Herzogtum Sachsen 1180-1543, Hamburg 1995 (Schriften der Stiftung Herzogtum Lauenburg 20).

Mikuda-Hüttel, B., Vom ‘Hausmann’ zum Hausheiligen des Wiener Hofes. Zur Ikonographie des hl. Joseph im 17. und 18. Jahrhundert, Marburg 1997 (Bau- und Kunstdenkmäler im östlichen Mitteleuropa 4).

Mondes de l’ouest et villes du monde. Regards sur les sociétés médiévales. Mélanges en l’honneur d’André Chédeville, hg. von C. Laurent/B. Merdrignac/D. Pichot, Rennes 1998.

Aus dem Inhalt:

Cassards, J., La préfiguration du parti de Blois, Paris, août-septembre 1341; Amiot, C., Quelques aspects des châtelets logis dans les châteaux-forts bretons des XIVe et XVe siècle; Jones, M./Meirion-Jones, G., La résidence seigneuriale en Bretagne: problèmes et progrès récents de la datation dendrochronologique et de son interprétation; Sarrazin, J.-L., Un exemple d’urbanisation limitée: les agglomérations de la baie de Bourneuf à la fin du Moyen Age (XIIIe-XVe siècles); Chevalier, B., Guillaume Briçonnet et les financiers tourangeaux au service de la reine Anne de Bretagne; Renoux, A., Mottes et hébergements fossoyés dans le Maine (Xe-XVe siècle): état de la recherche; Parisse, M., Que faut-il entendre par "religion civique" dans les communes italiennes (XIIe et XIIIe siècles)?; Pauly, M., "Nostre ville de Luxembourc qui en est chief", l’émergence de la fonction de capitale à l’exemple de Luxembourg.

Moos, P. von: Die Begriffe "öffentlich" und "privat" in der Geschichte und bei den Historikern, in: Saeculum 49 (1998), S. 161-192.

Mörz, S., Die letzte Kurfürstin. Elisabeth Augusta von der Pfalz, die Gemahlin Karl Theodors, Stuttgart 1997.

Müller, M., Eine kaiserliche Halle über dem Grab einer "königlichen Frau". Das Hallenlanghaus der Marburger Elisabethkirche als Rezeption der Kaiseraula in Trier und ‘Antwort’ auf San Francesco in Assisi, in: Denkmalpflege und Kulturgeschichte 1 (1998), S. 2-8.

Mumenthaler, R., Spätmittelalterliche Städte West- und Osteuropas im Vergleich: Versuch einer verfassungsgeschichtlichen Typologie, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 46 (1998), S. 9-68.

Noflatscher, H., Politische Führungsgruppen in den österreichischen Ländern 1480-1530, Mainz 1998 (Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reiches 14).

Das Öffentliche und das Private in der Vormoderne, hg. von G. Melville/P. von Moos, Köln 1998 (Norm und Struktur 10).

Aus dem Inhalt:

Drossbach, G., Hof ohne Herrschaft? "Haus" und "Hof" in den Leges Palatinae König Jakobs III. von Mallorca und in der Yconomica Konrads von Megenberg, S. 639-668.

Oldenburg: Kulturgeschichte einer historischen Landschaft, hg. von S. Killisch u.a., Oldenburg 1998 (Kataloge des Landesmuseums Oldenburg 8). Aus dem Inhalt:

Essen und Trinken im Spätmittelalter, S. 69ff.; Der Prozeß der Territorialisierung in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, S. 78ff.; Verfassung und Verwaltung in der Residenzstadt Oldenburg, S. 173ff.; Die Residenzschlösser im Oldenburger Land im 16. und 17. Jahrhundert, S. 208ff.; Die gräfliche Familie, S. 214ff.; Der Oldenburger Hof im 16. und 17. Jahrhundert, S. 220ff.; Die Jagd am Oldenburger Hof des 16. und 17. Jahrhunderts, S. 226ff.; Kunst am Hofe Graf Anton Günthers (1583-1667), S. 229ff.; Die Fürstengrablege, S. 246ff.; Reisen im Zeitalter der Aufklärung, S. 252ff.; Die Jagd im 18. Jahrhundert, S. 297ff.; Die Spätaufklärung in der Residenzstadt Oldenburg, S. 306ff.; Landesherr, Residenz und Gewerbeförderung im 19. Jahrhundert, S. 433ff.; Der Oldenburger Hof im 19. Jahrhundert: Die großherzogliche Familie, S. 439ff.; Das Hoflieferantentum, S. 444ff.

Opitz, K., Geschichte im höfischen Roman. Historiographisches Erzählen im ‘Eneas’ Heinrichs von Veldecke, Heidelberg 1998 (Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beihefte, 14).

Opll, F., Friedrich Barbarossa, 3., bibliogr. erg. Aufl., Darmstadt 1998.

On the Social Origins of Medieval Institutions. Essays in Honor of J. F. O’Callaghan, hg. von D. J. Kagay/T. M. Vann, Leiden 1998 (The Medieval Mediterranean 19).

Ottilinger, E. B./Hanzl, L., Kaiserliche Interieurs. Die Wohnkultur des Wiener Hofes im 19. Jahrhundert, Wien 1997.

Page, C., Music and Instruments of the Middle Ages. Studies on text and performance, Aldershot 1997.

Paper Palaces. The Rise of the Renaissance Architectural Treatise, hg. von V. Hart/P. Hicks, New Haven 1998.

Pedersen, O., The First Universities. Studium Generale and the Origins of University Education in Europe, übers. von R. North, Cambridge 1998.

Perifano, A., L’alchemie à la cour de Come Ier de Medicis: savoirs, cultur et politique, Paris 1997 (Etudes et essais sur la Renaissance 16).

Pernis, M. G., Le platonisme de Marsile Ficin et la cour d’Urbin. Traduit de l’anglais et révisé par F. Roudaut, Paris 1997 (Etudes et essais sur la Renaissance 17).

Pieper, J., Pienza. Der Entwurf einer humanistischen Weltsicht, Stuttgart 1997.

Pölnitz, G. Fhr. von: Die Fugger, 6., durchges. Aufl., Tübingen 1998.

Pöthe, A., Carl Alexander. Mäzen in Weimars "Silberner Zeit", Köln/Weimar 1998.

Press., V., Adel im Alten Reich. Gesammelte Vorträge und Aufsätze, hg. von F. Brendle und A. Schindling, Tübingen 1998 (Frühneuzeit-Forschungen 4).

"Raubritter" oder "Rechtschaffene vom Adel"? Aspekte von Politik, Friede und Recht im späten Mittelalter, hg. von K. Andermann, Sigmaringen 1997 (Oberrheinische Studien 14).

Andermann, K., Raubritter – Raubfürsten – Raubbürger? Zur Kritik eines untauglichen Begriffs, S. 9ff.; Rothmann, M., Der Täter als Opfer. Konrad von Weinsbergs Sinsheimer Überfall im Kontext der Territorial- und Reichsgeschichte, S. 31ff.; Ehmer, H., Horneck von Hornberg. Raubritter oder Opfer fürstlicher Politik? S. 65ff.; Reinle, C., Konflikte und Konfliktstrategien eines elsässischen Adligen. Der Fall des Richard Puller von Hohenburg († 1482), S. 89ff.; Seyboth, R., "Raubritter" und Landesherren. Zum Problem territorialer Friedenswahrung im späten Mittelalter am Beispiel der Markgrafen von Ansbach-Kulmbach, S. 115ff.; Rechter, G., Wenn ihr nicht einen streich haltet, so müßt ihr mehr straich halten, S. 133ff.; Andermann, U., Kriminalisierung und Bekämpfung ritterlicher Gewalt am Beispiel norddeutscher Hansestädte, S. 151ff.; Graf, K., Die Fehde Hans Dietmars von Lindach gegen die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd (1543-1554). Ein Beitrag zur Geschichte der Städtefeindschaft, S. 167ff. Razumovsky, M., Die Rasumovskys. Eine Familie am Zarenhof, Köln/Weimar 1998.

Regesten zur Geschichte der Grafen von Württemberg 1325-1392, hg. von P.-J. Schuler, Paderborn 1998 (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte 8).

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493). Nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller/P.-J. Heinig. Heft 11: Die Urkunden und Briefe aus den Archiven und Bibliotheken des Freistaates Sachsen. Bearbeitet von E.-M. Eibl, Wien/Weimar/Köln 1998 (Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. In Verbindung mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften).

Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von P. Acht. Heft 4: Die Urkunden aus Klöstern und Stiftsarchiven im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und in der Bayerischen Staatsbibliothek München, bearb. von M. Menzel, Köln/Weimar 1998.

Reinhardt, V., Die Medici. Florenz im Zeitalter der Renaissance, München 1998.

Reitemeier, A., Außenpolitik im Spätmittelalter. Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Reich und England (1377-1422), Paderborn 1998 (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London 45).

Die Repräsentation der Gruppen. Texte – Bilder – Objekte, hg. von O. G. Oexle und A. von Hülsen-Esch, Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 141).

Reynolds, S., Kingdoms and Communities in Western Europe, 900-1300, 2. Aufl., Oxford/New York 1997.

Rhode, M., Ein Königreich ohne König. Der kleinpolnische Adel in sieben Interregna, Wiesbaden 1997 (Quellen und Studien des Deutschen Historischen Instituts Warschau 5).

Roeck, B., Kunstpatronage in der Frühen Neuzeit. Kunst, Künstler und ihre Auftraggeber in Italien und Deutschland vom 15.-17. Jahrhundert, Göttingen 1998.

Rosenberg, C. M., The Este Monuments and Urban Development in Renaissance Ferrara, New York 1997.

Rothmann, M., Die Frankfurter Messen im Mittelalter, Stuttgart 1998.

Rudolf II and Prague. The court and the city, hg. von E. Fucikova/J. Bradburne/B. Bukovinska/J. Hausenblasova u.a., Prag 1997.

Sabo, R.; Falcato, J. N., Azulejos in Portugal. Fliesendekor in Palästen, Gärten und Kirchen in Lissabon und Umgebung, München 1998.

Sammler – Bibliophile – Exzentriker, hg. von A. Assmann/M. Gomille/G. Rippl, Tübingen 1998 (Literatur und Anthropologie 1).

Scherling, S., Markus Sittikus II (1533-1595). Vom Landsknecht zum Kardinal, Konstanz 1998 (Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs 4).

Schloß Tirol – Saalbauten und Burgen des 12. Jahrhunderts in Mitteleuropa, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, München 1998 (Forschungen zu Burgen und Schlössern 4).

Schnell, R., The Discourse on Marriage in the Middle Ages, in: Speculum 73 (1998), S. 771-786.

Seyboth, R., Friedrich VI. (I.) († 1440), Burggraf von Nürnberg, Kurfürst von Brandenburg, in: Fränkische Lebensbilder 16 (1996), S. 27-48.

Sheehan, Michael M., CSB, Marriage, Family, and Law in Medieval Europe: Collected Studies, hg. von J. K. Farge, Toronto/Buffalo 1997.

Siedler, W. J., Phoenix im Sand. Glanz und Elend der Hauptstadt [Berlin], Berlin 1998.

Small, G., George Chastelain and the Shaping of Valois Burgundy, Woodbridge 1998.

Sommé, M., Isabelle de Portugal, duchesse de Bourgogne. Une femme au pouvoir au XVe siècle, Villeneuve-d’Ascq 1998.

Southall, A., The city in time and space. From birth to apocalypse, Cambridge 1998.

Southworth, J., Fools and Jesters et the English Court, London 1998.

Staufische Stadtgründungen am Oberrhein, hg. von E. Reinhard/P. Rückert, Sigmaringen 1998 (Oberrheinische Studien 15).

Stafford, P., Queen Emma and Queen Edith. Queenship and Women’s Power in Eleventh-Century England, Oxford 1997.

Stafford, P., Queens, Concubines and Dowagers. The King’s Wife in the Early Middle Ages, London 1998.

Stephan, H.-G., Die Renaissanceöfen im landgräflichen hessischen Schloß Wilhelmsburg, in: Zeitschrift des Vereins für hessischen Landesgeschichte 102 (1997), S. 25-88.

Stribrny, W., Die Könige von Preußen als Fürsten von Neuenburg-Neuchâtel (1707-1848). Geschichte einer Personalunion, Berlin 1998 (Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 14).

Strothmann, J., Kaiser und Senat. Der Herrschaftsanspruch der Stadt Rom zur Zeit der Staufer, Köln 1998 (Archiv für Kulturgeschichte. Beiheft, 47).

Thorau, P., König Heinrich (VII.), das Reich und die Territorien. Untersuchungen zur Phase der Minderjährigkeit und der "Regentschaften" Erzbischof Engelberts I. von Köln und Herzog Ludwigs I. von Bayern (1211) 1220-1228, Berlin 1998 (Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Heinrich [VII.]. Teil 1).

Thurn und Taxis-Museum. Höfische Kunst und Kultur. Ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums in Regensburg, hg. von R. Baumstark, Regensburg 1998.

Toleranz im Mittelalter, hg. von A. Patschovsky/H. Zimmermann, Sigmaringen 1998 (Vorträge und Forschungen 45).

Torbus, T., Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, München 1998 (Schriften des Bundesinstituts für Ostdeutsche Kultur und Geschichte 11).

Luxury trades and consumerism in Ancien régime Paris. Studies in the history of the skilled workface, hg. von R. Fox/A. Turner, Aldershot 1998.

Tuchel, S., Kastration im Mittelalter, Düsseldorf 1998 (Studia humaniora 30).

Ulferts, G.-D., Kunstsammlungen zu Weimar. Schloß Belvedere, München 1998.

Ulle, H., Neues Thüringer Wappenbuch, Erfurt 1997.

Urbanistica per i Giubilei: Roma, Via Alessandrina: una strada "tra due fondali" nell’Italia delle Corti (1492-1499), hg. von E. Guidoni/G. Petrucci, Rom 1997.

Die Urkunden aus den Archiven und Bibliotheken des Elsaß (Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin). Bearbeitet von J. Wetzel, Köln/Weimar 1998 (J. F. Böhmer, Regesta Imperii. Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern [1314-1347], Heft 4).

Vasari’s Florence. Artists and Literati at the Medicean Court, hg. von P. Jacks, Cambridge 1998.

Velden, H. van der, Gerard Loyet and the Votive Images of Charles the Bold, Turnhout 1998 (Burgundica 2).

Verschriftung und Verschriftlichung. Aspekte des Medienwechsels in verschiedenen Kulturen und Epochen, hg. von C. Ehler/U. Schaefer, Tübingen 1998 (ScriptOralia 94).

Via Regia. Preußens Weg zur Krone. Katalog zur Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1998.

Vocelka, K.; Heller, L., Die private Welt der Habsburger. Leben und Alltag einer Familie, Graz 1998.

Vogtherr, T., Uelzen. Geschichte einer Stadt im Mittelalter. Mit einem Beitrag von H.-J. Vogtherr, Uelzen 1997.

Webb, D., Pilgrims and pilgrimage in medieval Europe, London 1997 (International library of historical studies 12).

Die Welfen. Landesgeschichtliche Aspekte ihrer Herrschaft, hg. von K.-L. Ay/L. Maier, Konstanz 1998 (Forum Suevicum 2).

Der Welfenschatz und sein Umkreis, hg. von J. Ehlers/D. Kötzsche, Mainz 1998.

Wolf, A., Die Entstehung des Kurfürstenkollegs 1198-1298. Zur 700jährigen Wiederkehr der ersten Vereinigung der sieben Kurfürsten, Idstein 1998 (Historisches Seminar, N.F., 11).

Wright, N., Knights and Peasants. The Hundreds Years War in the French Countryside, Woodbridge 1998.

Wüst, W., Das östliche Allgäu – die Heimat der Malerfamilie Keller – im Umbruch. Herrschaft, Ämter und höfische Patronage in einer Kulturlandschaft, in: Herbst des Barock. Begleitbuch zu den Ausstellungen im Museum der Stadt Füssen (Deutschland) 10. Juli bis 25. Oktober 1998 und im Museum in der Burg Zug (Schweiz) 15. November 1998 bis 28. Februar 1999, hg. von A. Tacke, München/Berlin 1998, S. 291-304.

Zaisberger, F., Geschichte Salzburgs, München 1998 (Geschichte der Österreichischen Bundesländer).

Zeitkonzeptionen – Zeiterfahrung – Zeitmessung. Stationen ihres Wandels vom Mittelalter bis zur Moderne, hg. von T. Ehlert, Paderborn 1997.

Zeremoniell in der Krise. Störung und Nostalgie, hg. von Jahn, B./Rahn, T./Schnitzer, C., Marburg 1998.


Verschiedenes
  • Die in den letzten Mitteilungen notierte Monographie "Stände in Ostmitteleuropa. Alternativen zum monarchischen Prinzip in der frühen Neuzeit. Litauen und Böhmen, München 1997" stammt selbstverständlich nicht von "Auermann, I.", sondern von Inge Auerbach.
  • Ab sofort ist die Residenzen-Kommission/Arbeitsstelle Kiel unter einer neuen Adresse im Internet über die Akademie der Wissenschaften in Göttingen erreichbar, siehe letzte Seite.
  • Das 29. Kolloquium des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e.V. vom 23. bis 25. März 1998 widmete sich am Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster dem Thema "Städte und Friedenskongresse" (Darstellung in Anlehnung an die AHF/Information Nr. 23 vom 8.6.1998, Autor: Michael Schmitt).
Gerd Dethlefs (Münster) erläuterte am Beispiel des Westfälischen Friedens, wie Gesandte eine kurzfristige, von den jeweiligen Höfen inspirierte Kunstszene in Bewegung setzten, als deren Schlüsselbild der Einzug des holländischen Gesandten Adriaen Pauw von Gerard ter Borch d.J. gelten kann. Wie das gesamte kongreßbedingte Kunstgeschehen zielt das Bild auf staatliche Repräsentation und individuelle Selbstdarstellung. Hinsichtlich der Friedensverhandlungen von Nimwegen (1678/79) und Utrecht (1713) stellte Kees Roelofsen (Utrecht) den beginnenden Wandel im Kongreßablauf dar. Dominierten in Nimwegen noch Repräsentation und höfisches Zeremoniell, so gestaltete sich der Ablauf in Utrecht wesentlich nüchterner, – hin zum formalen, diplomatischen Kongreß des 18./19. Jahrhunderts, dessen verbindliche Sprache nun Französisch statt Latein war. Einzigartig steht Wien und der Kongreß von 1814/15 da, ob in der Voraussetzung als einflußreiche Residenzstadt einer Großmacht, in der Bedeutsamkeit der getroffenen Entscheidungen, in Anzahl und Rang der Teilnehmer oder im glanzvollen Verlauf. Für Wien war der Kongreß Bestätigung, Hauptstadt Europas zu sein, für die partizipierenden Teile der Wiener Gesellschaft ein erstrangiges Ereignis, für bestimmte Wirtschaftszweige eine willkommene Umsatzsteigerung und für bildende wie darstellende Künste Anlaß zur Huldigung und nur selten zur Kritik. Vielfältig im Elementaren aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur und lokalkoloristisch im Detail, entwarf Wolfgang Häusler (Wien) ein atmosphärisch akzentuiertes Bild von Wien, eine illustre Kulisse für die publikumswirksame Inszenierung und Selbstdarstellung des Kongresses.
  • Zum 70. Geburtstag von Odilo Engels fand in Köln vom 30. April bis 2. Mai 1998 die Tagung "Stauferreich im Wandel. Ordnungsvorstellungen und Politik vor und nach ‘Venedig’" statt. Folgende Vorträge wurden gehalten, die in absehbarer Zeit bei Jan Thorbecke/Sigmaringen publiziert werden:
Kluger, H. (München), Rainald von Dassel – Gestalter der Politik Barbarossas; Kölzer, T. (Bonn), Die Reichsfürsten und der Hof Barbarossas; Georgi, W. (Köln), Wichmann, Christian, Philipp und Konrad: Die ‘Friedensmacher’ von Venedig? Laudage, J. (Bonn), Gewinner und Verlierer des Friedens von Venedig; Scholz, S. (Mainz), Symbolik und Zeremoniell bei den Päpsten in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts; Jenal, G. (Köln), Austausch der Eliten: ‘Vergangenheitsbewältigung’ in Italien; Vollrath, H. (Bochum), Der päpstlich-kaiserliche Konflikt und seine Beilegung in der Wahrnehmung Englands; Grosse, R. (Paris), Kaiser und Reich aus der Sicht Frankreichs in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts; Vones-Liebenstein, U. (Köln), Wandel in der europäischen Heiratspolitik in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts; Groten, M. (Köln), Köln und das Reich. Zum Verhältnis von Kirche und Stadt zu den staufischen Herrschern 1151-1198; Seibert, H. (München), Zur entstehenden ‘territorialen Ordnung’ am Beispiel Bayerns; Struve, T. (Köln), Vorstellungen von ‘Reich’ und ‘König’ im späten 12. Jahrhundert; Vones, L. (Köln), Confirmatio imperii et regni. Erbkaisertum, Erbmonarchie und Erbreichsplan in den politischen Zielvorstellungen der letzten Jahre Kaiser Heinrichs VI.
  • Vom 15. bis zum 17. Mai 1998 fand in Elbing die Jahrestagung der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung aus Anlaß ihres 75jährigen Bestehens statt: 75 Jahre Historische Kommission – Forschungsrückblick und Forschungswünsche. Hier sprachen unter anderem Rolf Hammel-Kiesow (Lübeck) über "Probleme der Erforschung der Sozialgeschichte der Residenzstadt Königsberg in der frühen Neuzeit" und Tomasz Torbus (Hamburg/Marburg) über "Die Erforschung der Marienburg in Vergangenheit und Gegenwart" (Darstellung in Anlehnung an die AHF/Information Nr. 33 vom 25.06.1998, Autor: Bernhart Jähnig).
Angesichts des mutmaßlichen vollständigen Verlusts des Königsberger Stadtarchivs 1945 kennzeichnete Hammel-Kiesow die Forschungsmöglichkeiten, die die erhalten gebliebenen umfangreichen Quellen des Königsberger Staatsarchivs eröffnen. Die Haus- und Besatzbücher ermöglichen es, die sozialtopographischen und Vermögensverhältnisse in den einzelnen Königsberger Stadtteilen für einen längeren Zeitraum zu erfassen. Mit Hilfe der Katasterkarten des 19. Jahrhunderts und den Hauseigentümerverzeichnissen aus der Zeit der Hausnummernumstellung von 1811 sind auch kartographische Darstellungen möglich. Die reiche Überlieferung über Besitzveränderungen der Liegenschaften erlauben die Erarbeitung von Häuserbüchern. Die hier vorgetragene Konzeption wirkte besonders einladend, die sozialen Verhältnisse Königsbergs in der frühen Neuzeit zu erforschen.

Der letzte Vortrag von Torbus leitete schon zum Exkursionstag über. Vor dem Hintergrund seiner kurz vor der Auslieferung stehenden Dissertation über die Konventsburgen des Deutschen Ordens in Preußen [nunmehr erschienen, s.o. S. *] gab er zunächst einen forschungsgeschichtlichen Überblick, wobei auf die leitenden Marienburger Denkmalpfleger Konrad Steinbrecht, Bernhard Schmid, Maciel Kilatski und Kazimierz Pospieszny einzugehen war. Aus den noch offenen Forschungsaufgaben für die Deutschordensresidenz soll die Baugeschichte des Hochschlosses, also des Konventshauses hervorgehoben werden. Dieser erfolgte nicht so rasch, wie früher angenommen worden ist. Was aber vor allem als fehlend herausgestellt wurde, ist eine große Gesamtdarstellung, da immer noch Schmids nachgelassenes Buch von 1955 eine solche ersetzen muß.

Am Exkursionstag ging es zunächst zur Marienburg, Dort war Kustos Kazimierz Pospieszny ein vorzüglicher Führer, der die Tagungsteilnehmer in ein intensives Fachgespräch über baugeschichtliche Probleme verwickelte. Es ging vor allem um das Hochschloß, den Trockengraben zum Mittelschloß, die Marienkapelle und den Hochmeisterpalast. Zum neu restaurierten Karwan reichte vor dem Mittagessen in der Dienerkapelle St. Lorenz die Zeit nicht mehr. Anschließend ging es bei weiterhin gutem Wetter nach Frauenburg zur mittelalterlichen Kathedrale des Bistums Ermland. Diese einzigartige gotische Kirche wurde von Prof. Dr. Udo Arnold (Bonn) in ihren Besonderheiten und kunsthistorischen Abhängigkeiten vorgestellt. Die barocke Orgel und Erinnerungsstücke an den Domherrn und Astronomen Nicolaus Copernicus waren zu hören bzw. zu sehen.

  • "Die Andechs-Meranier in Franken und Europa" hieß der Titel einer Tagung aus Anlaß des 750. Todesjahres Herzog Ottos VIII. von Andechs-Meranien der Hanns-Seidel-Stiftung in Zusammenarbeit mit den Universitäten Bamberg und Bayreuth vom 2. bis 5. Juni 1998 in Kloster Banz unter der Leitung von Gisela Schmirber, Bernd Schneidmüller und Peter Segl. Es wurden folgende Vorträge gehalten:
Schneidmüller, B. (Bamberg), Die Andechs-Merianer – Rang und Erinnerung im hohen Mittelalter; Hucker, U., (Vechta), Die Herzöge von Andechs-Meranien im Dienst von Kaiserpolitik und Kreuzzugsidee; Behr, H.-J. (Braunschweig), Fürstliches Mäzenatentum und Literatur im Umkreis der Andechs-Meranier im 13. Jahrhundert; Holzfurtner, L. (München), Königliches Amt und adlige Herrschaft. Die Grafen von Andechs als Modellfall für die Entwicklung der Grafschaft im hohen Mittelalter; Machilek, F. (Bamberg), Herrschaftaufbau der Andechs-Meranier in Franken; Hubel, A. (Bamberg), Bamberger Dombau und die Andechs-Meranier; Härtel, R. (Graz), Herrschaftspraxis des Patriarchen Berthold von Aquileja; Hye, F. (Innsbruck), Das Innsbrucker Stadtrecht und die Städtepolitik der Andechs-Meranier; Seibert, H. (München), Herrschaftsbildung der Wittelsbacher bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts; Suckale-Redlefsen, G. (Rom), Der Bertholdus-Kelch aus Wilten – Scholastische Theologie im Dienste fürstlicher Repräsentation; Zimmermann, G. (Bamberg), Die Andechs-Meranier und ihre Heiligen in Franken; Schütz, A. (München), Die europäischen Verbindungen der Andechs-Meranier; Endres, R. (Bayreuth), Das Erbe der Andechs-Meranier in Franken.
 


 
Die Arbeitsstelle Kiel

 
                                           Prof. Dr. Werner Paravicini

Jan Hirschbiegel, M.A.
Jörg Wettlaufer, M.A.

 

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