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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 8 (1998) Nr. 1

 

 
 

 

 

 

Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel

 
 

 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette:
Elbansicht des Wasserpalais, Schloß Pillnitz, Kupferstich von Alexander Gläßer nach der Zeichnung von B. C. Anckermann.
Blatt 1 aus dem Architekturwerk von Martin Engelbrecht, Augsburg um 1730.
Entnommen aus:
Hans-Günther Hartmann, Pillnitz. Schloß, Park und Dorf, Weimar 1984, S. 78, Abb. 75.
 
Inhalt

Vorwort

Aus der Arbeit der Kommission

Tagungsprogramm "Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames" 10

Teilnehmerliste 12

Die Arbeit der anderen

Thomas Zotz, Freiburg: Der Fürstenhof in der mittelalterlichen Gesellschaft:
Identitätsfindung und Fremdwahrnehmung
Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen

Buchvorstellungen

Neue tschechische Forschungen zur frühneuzeitlichen Residenzen- und
Hofforschung, von Ivan Hlavácek, Prag 40

Die klevischen Hofordnungen. Bearbeitet von K. Flink unter Mitwirkung von B. Thissen, Köln, Weimar, Wien 1997 (= Rechtsgeschichtliche Schriften. Im Auftrage des Rheinischen Vereins für Rechtsgeschichte e.V. zu Köln, 9), von Andreas Ranft, Kiel 41

Holger Kruse, Paris: Nochmals burgundische Hofordnungen 43

Neuerscheinungen 48

Verschiedenes 62

Die Arbeitsstelle Kiel 66

 
 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 1998), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Vorwort

Jetzt gilt’s

Inzwischen ist die Veralltäglichung des Wunders eingetreten: die Arbeitsstelle der Kommission in Kiel verfügt über eine (geteilte) Mitarbeiterstelle, eine Hilfskraft, einige Sachmittel. Jetzt muß abgeschlossen werden, was bislang in Vorbereitung war, d.h. Bd. 2 und 3 der Bibliographie der Reiseberichte. Dann tickt die Uhr (nach der auch zwischendurch geschaut wird, und nicht nur von uns): bis 2010 haben wir Zeit, das in Jg. 5 (1995) H. 1, S. 8-10 veröffentlichte Langzeitprogramm zu verwirklichen, angefangen mit dem Handbuch der Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Über Formen und Wege der Verwirklichung wird näher nachzudenken sein. Und die Kenner des Lokalen sind gänzlich in ihr nie verjährendes Recht eingesetzt: Sie werden als Autoren gebraucht. Doch zunächst noch einmal und mit Gefühl der Dank an die Akademie, an Prof. Wagner, an Frau Dr. Rickmann, die uns Vertrauen schenkten und sich deshalb für uns eingesetzt haben.

Jörg Wettlaufer und Jan Hirschbiegel, die Kieler Mitarbeiter, sind frisch promoviert und somit bald für alte und neue Aufgaben freigestellt, zumal eben für jenes "Residenzenhandbuch", für das die Planungen bereits begonnen haben. In Dresden wird die Kommission schon darüber beraten.

Das Programm dieses 6. Symposiums steht nun, so weit in unserer Macht, endgültig fest und ist unten, mit dem gegenwärtigen Stand der Teilnehmer, auf S. 10-14 mitgeteilt. So viel Interesse war nie – Erfolg hat nur, wer auf dem Zeitgeist schwimmt, und dauernden Erfolg nur, wer dennoch keine Konzessionen an denselben macht.

Celle, 23.-27. September 2000, wird schlichter daherkommen und nicht mit Modeworten winken. Aber es wird wichtig sein. Zwar steht die Themenformulierung noch nicht fest, aber es muß doch eine Tagung der Bilanz und Planung im Lichte der neuen Aufgabe(n) sein. Da Celle bedrohlich nahe an der Expo 2000 liegt, die dann in Hannover dröhnen wird, anderseits aber nicht 100 Hotelzimmer im Voraus bestellt werden können, sind alle Interessenten gebeten, jetzt schon privat ein Zimmer in Celle zu buchen (für die Vortragenden und die Kommissionsmitglieder ist bereits gesorgt), und zwar bei der folgenden Adresse:

Tourismus Region Celle GmbH

Markt 6

D-29221 Celle

Tel.: 05141-1212

Fax: 05141-12459

Bleibt noch zu berichten, daß eine Veröffentlichung der Residenzen-Kommission, das 2. Sonderheft der Mitteilungen, der Ehren der Frankfurter Allgemeinen teilhaftig wurde. Milos Vec hat dort am 11. März 1998 den von Ewert/Selzer herausgegebenen Tagungsband "Ordnungsformen des Hofes" (positiv) besprochen – nicht den ganzen, nur diejenigen drei Beiträge, die sich auf den Geschenkverkehr beziehen. Wenn etwas Ordentliches geleistet ist, dann muß es nicht in großer Auflage oder auf Büttenpapier gedruckt sein. Daß es unsere Kommission war, die diesen jungen Studienstiftlern zu ihrer zumeist ersten, ernsthaft zur Kenntnis genommenen Publikation verhalf, wird nicht aufhören zu freuen

Ihren

Werner Paravicini


Aus der Arbeit der Kommission

 

1. Mit Brief vom 20. Dezember 1997 hat Prof. Dr. Reinhard Wenskus dem Vorsitzenden mitgeteilt, daß er von der Arbeit bei der Residenzen-Kommission entbunden sein möchte. Vor allem in der schwierigen Zeit nach dem Ausscheiden seines alten Freundes und Kollegen Hans Patze hat er der Kommission unschätzbare Dienste erwiesen, für die ihm hier der gebührende Dank gesagt sei.   2. Symposien
2.1. "Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames", Dresden, 26.-29. Sept. 1998.

Programm und Teilnehmerliste s. unten S. 10-14.

2.2. Das nächste Symposium wird vom 23.-27. September 2000 in Celle stattfinden. Das Thema, das sicherlich der nunmehr möglichen Arbeitsplanung der Kommission entnommen sein wird (Handbuch der Höfe und Residenzen), steht indes noch nicht fest. Angesichts der Weltausstellung des Jahres 2000 in Hannover und des vorauszusehenden Hotelbettenmangels weit im Umkreis der Stadt sollten künftige Teilnehmer schon jetzt Zimmer reservieren. Siehe die Reservierungsadresse im Vorwort zu diesem Heft.

3. Reihe "Residenzenforschung"

3.1. Scholz, "Residenz, Hof und Verwaltung der Erzbischöfe von Magdeburg in Halle in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts" = Bd. 7 wird demnächst ausgeliefert werden.

3.2. Kolb, "Heidelberg" = Bd. 8 ist in der Endkorrektur und müßte gleichfalls demnächst erscheinen.

3.3. Mersiowsky, "Die Anfänge territorialen Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium" = Bd. 9 ist noch nicht finanziert, geht aber sofort in den Druck, wenn darüber entschieden ist.

3.4. "Höfe und Hofordnungen" (5. Symposium, Sigmaringen 1996) = Bd. 10 ist zur Herstellung beim Verlag und wird, so alle sich beeilen, schon im Herbst erscheinen.

3.5. Châtelet-Lange, "Die Katharinenburg in Birlenbach (Unterelsaß), ein Schloß des Pfalzgrafen Johann Casimir von Zweibrücken" ging am 1. April 1998 zur Kalkulation an den Verlag.

3.6. Die Edition der "Jülich-klevisch-bergischen Hofordnungen bis 1600" durch Kasten/Bruckhaus wird weiterhin vorbereitet. Die Hofordnungen (umfassender Art) sind "so gut wie fertig", die Regimentsordnungen sind "weit vorangeschritten", die Personen- und Pferdelisten werden im kommenden Sommer bearbeitet; problematischer sind die zahlreichen Ämterordnungen (ca. 70), die, da eng voneinander abhängend, nicht alle einzeln ediert zu werden brauchen. Auch Einleitung, Konkordanz, Glossar, Register sind noch zu fertigen. Doch geht es entschieden voran (Brief Dr. Brigitte Kasten vom 7. Mai 1998).

3.7. Kerscher, "Hofordnung – Rangordnung – Raumordnung. Palastbau und Zeremoniell im Königreich Mallorca und in Italien", wurde wegen allzu großen Umfangs vom Programm abgesetzt.

4. Zeitschrift "Mitteilungen der Residenzen-Kommission"

Heft 7/2 ist erschienen (Aufl. 500 Ex.); 8/1 liegt hiermit vor.

Ebenfalls erschien noch vor Weihnachten 1997 das Sonderheft 2: U. Chr. Ewert/St. Selzer (Hgg.), "Ordnungsformen des Hofes. Ergebnisse eines Forschungskolloquiums der Studienstiftung des deutschen Volkes", 130 S. Vgl. dazu das Vorwort zu diesem Heft.

5. Projekt "Bibliographie europäischer Reiseberichte des der späteren Mittelalters".

5.1. Bd. 2 (Niederlande), bearb. v. J. Hirschbiegel: das Ms. wird 1998 fertig werden.

5.2. Bd. 3 (Frankreich), bearb. v. J. Wettlaufer/J. Paviot: das Ms. geht Mitte des Jahres in die Begutachtung.

6. Projekt "Hof- und Verwaltungsordnungen", hier: Niedersächsischer Reichskreis.

Frau Prof. Widder, nunmehr in Tübingen tätig, hat einen Beitrag aus dem Material in den oben genannten Band "Höfe und Hofordnungen" gegeben. Es ist zu hoffen, daß die Arbeit zu gegebener Zeit fortgesetzt werden kann.

7. Die Arbeitsstelle in Kiel

Die Arbeit der Kommission ist tatsächlich unter die Akademie-Vorhaben aufgenommen worden, mit Laufzeit bis 2010 – die Beharrlichkeit der Kommission und der Akademie sind belohnt worden. Seit dem 1. Januar 1998 teilen sich Dr. des. Hirschbiegel und Dr. des. Wettlaufer eine BAT-Stelle in Kiel. Hinzu kam eine Hilfskraftstelle, besetzt mit Gunnar Meyer, M.A., was u.a. ermöglicht, daß die Bibliographie der Neuerscheinungen in den MRK nunmehr auf einer wenngleich begrenzten, so doch systematischen Zeitschriftenschau beruht.

8. Die nächste Sitzung der Kommission findet in Dresden statt, am Montag, dem 28. September 1998, nach dem Empfang.

Paris, im Mai 1998 Werner Paravicini


Das Frauenzimmer La Chambre des Dames

Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter La femme à la Cour à la fin du Moyen Âge

und Früher Neuzeit et aux Temps Modernes

Dresden 26.-29 September 1998
Tagungsprogramm

Samstag, 26. September

18.00 Öffentlicher Vortrag im Großen Senatssaal der Universität

Prof. Dr. Peter Strohschneider: Kemenate. Ein poetisches Vorspiel im Hochmittelalter.

Empfang durch den Rektor

Sonntag, 27. September 9.00 Exkursion Montag, 28. September 9.00 Grußwort des sächsischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst

9.15 Werner Paravicini (Paris)

Einleitung.

Sitzung 1 Ein eigener Ort: Frauen in der Topographie von Hof und Residenz 9.30 Philippe Contamine, membre de l’Institut (Paris)

Espaces féminins, espaces masculins dans les demeures aristocratiques françaises de la fin du Moyen Age.

10.00 Susanne Kress (Gießen/Florenz)

E la donna che regge la casa. Frauenzimmer der Florentiner Renaissance: Funktion, Ausstattung, Ikonographie.

10.30 Kaffeepause

11.00 Birgit Franke (Marburg)

Bilder in Frauenräumen und Bilder von Frauenräumen: Imaginationen und Wirklichkeit in den burgundischen Niederlanden.

11.30 Stephan Hoppe (Köln)

Bauliche Gestalt und Lage von Frauenwohnräumen in deutschen Residenzen des späten 15. und des 16. Jahrhunderts.

12.00 Diskussion

Sitzung 2 Eine eigene Organisation: Macht und Ohnmacht von Frauen bei Hofe 14.30 Anja Kircher-Kannemann (Düsseldorf)

Organisation der Frauenzimmer im Vergleich zu männlichen Höfen (AT).

15.00 Brigitte Streich (Celle)

Curia dominae und Frauenzimmer. Der Funktionswandel des wettinischen Frauenhofes im späten Mittelalter.

15.30 Kaffeepause

16.00 Katrin Keller (Leipzig)

Kurfürstin Anna (1531-1585) oder "Gynäkokratie" am Dresdner Hof.

16.30 Barbara Welzel (Marburg)

Die Macht der Witwen. Zum Selbstverständnis niederländischer Statthalterinnen.

17.00 Diskussion

18.00 Empfang durch den Wissenschaftsminister im "Blockhaus"

20.00 [12. Sitzung der Residenzen-Kommission]

Dienstag, 29. September Sitzung 3 Eine eigene Rolle: Aufgaben und Reservate von Frauen bei Hofe 9.00 Michail A. Bojcov (Moskau)

"Frauenzimmer" oder "Frauen bei Hofe"?

9.30 Anna-Manis Münster (Greifswald)

Zur Sozialgeschichte der Hofdamen an französischen Höfen (Kurzreferat).

9.45 Beatrix Bastl (Wiener Neustadt)

Das Wienerische Frauenzimmer – zum Beruf der Hofdame im 15. und 16. Jahrhundert.

10.15 Kaffeepause

10.45 Martin Kintzinger (Berlin)

Die zwei Frauen des Königs. Fürstinnen des europäischen Spätmittelalters zwischen Mitgift und Macht (AT).

11.15 Diskussion

Sitzung 4 Ein geschützter Ort? Ordnung und Transgression im Geschlechterverhältnis bei Hofe 14.00 Stefan Weiss (Gersthofen)

Die Damen am päpstlichen Hof zu Avignon unter Johannes XXII. (1316-1334) (Kurzreferat).

14.15 Claudia Märtl (Braunschweig)

Le papesse. Frauen im Umkreis der Kurie zur Zeit Pius’ II. (Kurzreferat).

14.30 Walter Prevenier (Gent)

La stratégie et le discours politique des ducs de Bourgogne sur les rapts et enlèvements de femmes dans les élites des Pays-Bas du XVe siècle.

15.00 Kaffeepause

15.30 Monique Chatenet (Paris)

La femme, la mère et la maîtresse à la cour de France (XVe-XVIe siècle).

16.00 Peter Moraw (Gießen)

Der Harem des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach (Kurzreferat).

16.15 Abschlußdiskussion

17.00 Gert Melville (Dresden)

Zusammenfassung.

20.00 Gemeinsames Abendessen

 
 
Teilnehmerliste
[Stand: 15.5.1998]
Doris Aichholzer, Wien
Uwe Albrecht, Kiel
Elisa Anne, Paris
Rainer Babel, Paris
Sébastien Barret, Dresden
Beatrix Bastl, Wien
Valérie Bessey, Paris
Andreas Bihrer, Freiburg im Breisgau
Michail A. Bojcov, Moskau
Hartmut Boockmann, Göttingen
Hanno Brand, Paris
Reinhardt Butz, Dresden
Markus A. Castor, Bonn
Albert Châtelet, Straßburg
Liliane Châtelet-Lange, Straßburg
Monique Châtenet, Paris
Christiane Coester, Berlin
Philippe Contamine, Paris
Dick E. H. de Boer, Groningen
Krista de Jonge, Heverlee
Klaus Peter Decker, Büdingen
Gisela Drossbach, München
Petra Ehm, Bonn
Dagmar Eichberger, Saarbrücken
Bettina Elpers, Frankfurt am Main
Dirk Endler, Hildburghausen
Ute Essegern, Radebeul
Ulf Christian Ewert, Kiel
Gerhard Fouquet, Kiel
Birgit Franke, Marburg
Klaus Grubmüller, Göttingen
Jean Guillaume, Tours
Paul-Joachim Heinig, Mainz
Gerd Heinrich, Berlin
Sabine Heißler, Mannheim
Christian Hesse, Bern
Jan Hirschbiegel, Kronshagen
Volker Honnemann, Münster
Ilaria Hoppe, Berlin
Stephan Hoppe, Dortmund
Bernhart Jähnig, Berlin
Sönke Jaek, Gießen
Peter Johanek, Münster
Annemarie Jordan, Jona
Claudia Kajatin, Greifswald
Mathias Kälble, Freiburg im Breisgau
Henrik Karge, Dresden
Brigitte Kasten, Königstein
Katrin Keller, Leipzig
Martin Kintzinger, Berlin
Anja Kircher-Kannemann, Düsseldorf
Uta Kirchner, Berlin
Sabine Koloch, Marburg
Detlev Kraack, Berlin
Susanne Kress, Gießen
Heinz Krieg, Freiburg im Breisgau
Klaus Krüger, Jena
Holger Kruse, Paris
Karen Lambrecht, Leipzig
Andrea Langer, Leipzig
Uta Löwenstein, Marburg
Barbara Maigler, Eichstätt
Margarete Martaguet, Paris
Claudia Märtl, München
Achim Mehlhorn, Rektor TU Dresden
Matthias Meinhardt, Kiel
Gert Melville, Dresden
Dr. Mark Mersiowsky, Tübingen
Hans-Joachim Meyer, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Dresden
Peter Moraw, Gießen
Anna-Manis Münster, Bordeaux
Klaus Neitmann, Potsdam
Cordula Nolte, Greifswald
Judith Oexle, Dresden
Claudia Opitz-Belakhal, Freiburg im Breisgau
Sybille Oßwald-Bargende, Stuttgart
Werner Paravicini, Paris
Walter Prevenier, Gent
Puppel Pauline, Marburg
Andreas Ranft, Kiel
Arnd Reitemeier, Kiel
Ute Rödel, Mainz
Walter G. Rödel, Mainz
Ernst Schubert, Göttingen
Andreas Sohn, Münster
Karl-Heinz Spieß, Greifswald
Antje Stannek, Braunschweig
Brigitte Streich, Celle
Peter Strohschneider, Dresden
Steffen Stuth, Raden
Edith Ulferts, Leipzig
Antje Vanhoefen, Jena
Ulrike Weber-Karge, Dresden
Stefan Weiss, Gersthofen
Barbara Welzel, Marburg
Michael Wenzel, Eppelheim
Jörg Wettlaufer, Kiel
Ellen Widder, Tübingen
Heide Wunder, Kassel
Wolfgang Wüst, Augsburg
Helga Zöttlein, Kassel
Thomas Zotz, Freiburg
 
 

Die Arbeit der anderen
Der Fürstenhof in der mittelalterlichen Gesellschaft:
Identitätsfindung und Fremdwahrnehmung
Ein Projekt am Historischen Seminar Abteilung Landesgeschichte
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

Prof. Zotz, Kommissionsmitglied und unser "Verbindungsmann" zum Hochmittelalter und zur Pfalzenforschung hat sich mit seinen Mitarbeitern die Mühe gemacht, für die MRK sein kollektives Forschungsprojekt zu erläutern. Ich finde daran vor allem zweierlei bemerkenswert: zunächst die Berücksichtigung der Innen- und der Außenperspektive (einerseits wird man zu dem, was andere aus einem machen, andererseits zieht man selbst die Grenze, besonders wenn sie sich nicht mehr von selbst einstellt); sodann die starke Beachtung der geistlichen Höfe, zeichnet diese doch im Vergleich zu den weltlichen eine andersartige Kontinuität aus: nicht der Dynastie, sondern der Institution. Alle guten Wünsche auf den Weg!

W. P.

Im Rahmen des Mitte 1997 gestarteten Sonderforschungsbereichs 541 "Identitäten und Alteritäten. Die Funktion von Alterität für die Konstitution und Konstruktion von Identität" an der Universität Freiburg verfolgt das Teilprojekt das Ziel, in der Zeit der Formierung und Stabilisierung des mittelalterlichen Fürstenhofes (12.-15. Jahrhundert) an ausgewählten Beispielen weltlicher und geistlicher Höfe und mit dem Schwerpunkt Südwestdeutschland das Spannungsfeld zwischen dem Hof als repräsentativem Ort von Herrschernähe und hierarchisierter Kommunikation einerseits und außerhöfischen Aktionsräumen der Gesellschaft andererseits zu untersuchen.

Ergänzend zu der vordringlich auf den Fürstenhof selbst als soziales System und auf seine Strukturen und Erscheinungsformen konzentrierten Hof- und Residenzenforschung soll es in diesem Projekt darum gehen zu untersuchen, wie die im Werden begriffenen und auf Ausstrahlung angelegten fürstlichen Herrschaftszentren in das System konkurrierender Kräfte (Königtum, Adel, Bürgertum) eingebunden waren. Weitet man so den Blick, dann läßt sich etwa verfolgen, wo und unter welchen Bedingungen Anwesenheit bei Hofe in der Selbst- und in der Fremdwahrnehmung von Personen und/oder Gruppen als Anderssein (mit den Worten Wolframs von Eschenbach über den Hof der Landgrafen von Thüringen: als ingesinde/uzgesinde) verstanden wurde, wann diese Alterität sogar wechselseitig als Ab- und Ausgrenzung fungierte. Insofern rückt in dem Projekt die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion und damit nach dem Identifikationsangebot des Hofes in den Vordergrund. Als Gradmesser hierfür erscheinen Handlungen und Verhaltensweisen von einzelnen und von Gruppen aufschlußreich ebenso wie die kulturell, etwa durch Literatur, vermittelte Vorstellung vom Hof und deren Rezeption in der Gesellschaft. Besonderes Augenmerk gilt dabei den inneren und äußeren Krisen, denen der Hof ausgesetzt war. Der Hof und seine Umwelt: Unter diesem leitenden Aspekt sollen die verschiedenen soziokulturellen Milieus, ihr Umgang miteinander und ihre wechselseitige Wahrnehmung zur Geltung kommen. Nicht zuletzt verdient Aufmerksamkeit, inwiefern und unter welchen Bedingungen Höfe als fürstenorientierte Elitegruppen im Prozeß ihrer Institutionalisierung Kontinuität fanden und in dieser Verstetigung Formen der Identität ausbildeten bis hin zu Elementen von Staatlichkeit und Landesbewußtsein.

In einer ersten Projektphase will sich die Arbeitsgruppe drei inhaltlichen Schwerpunkten widmen: dem zeitlich und räumlich weiter gefaßten Thema des Fürstenhofes in der Krise, das auch für die regionalen Einzelstudien als fruchtbare Grundfrage gelten soll (Prof. Dr. Thomas Zotz), ferner der Position und dem Handlungsspielraum der seit alters ortsfesten bischöflichen Höfe und ihrer vornehmlich städtischen Umwelt vom 13. bis 15. Jahrhundert am Beispiel von Basel (Mathias Kälble); Straßburg (Karl Weber, M.A.) und Konstanz (Andreas Bihrer) und schließlich der Formierung weltlicher Fürstenhöfe und den Möglichkeiten und Grenzen ihrer Ausstrahlung im 14. und 15. Jahrhundert am Beispiel des Hofes der Markgrafen von Baden (Heinz Krieg, M.A.) und der Habsburger (Ansel-Mareike Andrae-Rau, M.A.).

 

 

Der Hof in der Krise: Eine Chance für Identität? Beobachtungen an Fürstenhofen in deutschen Reich vom 12. bis 15. Jahrhundert)

(Thomas Zotz)

Krisensituationen bei Hofe und ihre Bewältigung können in verschiedener Hinsicht als Anhaltspunkte auf der Suche nach den Bedingungen für die Bildung von Identität und Kontinuität des Fürstenhofes im hohen und späten Mittelalter gelten. In erster Linie hat hier die Aufmerksamkeit dem Moment des Herrschaftswechsels zu gelten, der den Hof verunsicherte, da ihm sein traditionelles Zentrum, der regierende Fürst, verlorenging. Wer repräsentierte den Hof in "kopfloser" Zeit? Welche Rolle spielten dabei die Hofamtsträger? Inwieweit wirkten sich solche Phasen aber langfristig gesehen identitätsstiftend und kontinuitätsbildend für die Institution Hof aus?

Von erheblich größerer Tragweite für die Existenz des Hofes war das Ende eines fürstlichen Hauses, wie sich dies klassisch am süddeutschen Welfenhof in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, aber in gewissem Sinne auch am Beispiel des Hennegauer Hofes zu Beginn des 13. Jahrhunderts beobachten läßt, als nach dem Tod Graf Balduins VI. (= Balduins I. als Kaiser von Konstantinopel) die Herrschaft im Hennegau und in Flandern an Balduins Tochter Johanna, bzw. deren Ehemann Ferdinand von Portugal überging. Die um 1170 am Ravensburger Hof geschriebene Historia Welforum läßt sich unter diesem Aspekt lesen ebenso wie das Hennegauer Ämterverzeichnis aus dem beginnenden 13. Jahrhundert. Schriftlichkeit in der Krise!

Neben dem Herrschaftswechsel verdienen kritische Situationen und Verhaltensweisen in der sozialen Praxis bei Hofe Beachtung. Hierfür bieten neben chronikalischer Überlieferung vor allem die literarischen Bilder vom Hof aufschlußreiches Material: Welche Rolle kam negativen höfischen Identifikationsfiguren wie dem "Außenseiter" Keie am Artushof zu? Wie offen zeigte sich der Hof nach außen, den Fremden gegenüber? Inwiefern und unter welchen Rahmenbedingungen hatte die spielerische Repräsentation des Hofes die Funktion der Selbstvergewisserung? Mit solchen Perspektiven soll im zeitlichen Längsschnitt versucht werden, Wandlungen in der Funktion und Wahrnehmung des hoch- und spätmittelalterlichen Hofes herauszuarbeiten, die in der topisch geprägten Hofkritikliteratur eher verdeckt werden.

 

Der Hof der Basler Bischöfe zwischen Stadt, regionalem Adel und Reichsgewalt

(Mathias Kälble)

Die Bischöfe von Basel, selbst häufig am Hof von Königen und Kaisern anzutreffen, verfügten im Mittelalter über eine eher bescheidene Hofhaltung. Deren Entwicklung seit dem frühen 12. Jahrhundert hin zu einer bischöflichen Residenz im späten Mittelalter wurde geprägt von verschiedenen Versuchen, eine bischöfliche Territorialherrschaft zu errichten. Die Basler Bischöfe agierten dabei in einem vielschichtigen Spannungsfeld zwischen Reich, dem Haus Österreich, zwischen Burgund, regionalem Adel, den Eidgenossen und der Stadt Basel, Kräften, die ihrerseits versuchten, ihren Einfluß in der Region auszubauen und zu festigen. Daraus ergaben sich im Lauf des Mittelalters unterschiedliche Konstellationen von Mit- und Gegeneinander, die die Einheit des Hofes als ein auf Herrschaft bezogenes Sozialgefüge und damit die bischöfliche Machtstellung gefährdeten und denen der Hof immer wieder neu zu begegnen hatte.

Damit Herrschaft und fürstliche Macht durch den Hof wirksam realisiert werden konnten, war es notwendig, daß die verschiedenen Personen und Gruppen sich trotz unterschiedlicher Interessen an die Person des Herrschers banden und sich mit ihm und seiner Sache identifizierten. Wie aber konnte dies gelingen? Welche Mittel setzten die Bischöfe dazu ein? Was ließ den bischöflichen Hof attraktiv erscheinen? Welche "Identitätsangebote" gingen von ihm aus? Inwieweit und unter welchen Bedingungen wurden diese rezipiert? Diesen Fragen soll im Rahmen des Projekts zunächst am Beispiel der Basler Bischöfe des 15. Jahrhunderts nachgegangen werden. Im Mittelpunkt stehen dabei "Krisensituationen" (z.B. Armagnakeneinfall, 1444, Burgunderkriege) und Phasen der institutionellen Schwäche (z.B. Doppelwahl zwischen Friedrich zu Rhein und Bernhard von Ratsamhausen, 1437-1440) sowie Versuche, Herrschaftsansprüche zu erneuern und durchzusetzen (etwa die Auseinandersetzung Johanns von Venningen, 1458-1478, mit der Stadt Basel).

Um Aufschluß darüber zu gewinnen, inwiefern der Hof der Basler Bischöfe dieser Zeit Kontinuität und damit Identität ausbildete, soll zunächst seine personelle Struktur (v.a. persönliche Nähe zur Person des Bischofs) erfaßt und auf ihren jeweiligen historischen Kontext bezogen werden. Parallel dazu wird das Verhältnis der jeweiligen Mitglieder des Hofes zur außerhöfischen Umwelt (Reich, regionaler Adel, Stadt), gegenseitige Wahrnehmung und soziale Interaktion in den Blick genommen und dieses nach spezifischen Ausdrucksformen sozialer Identität bzw. auf identitätsstiftende Merkmale hin befragt. "Grenzgänger" wie z.B. Hofamtsträger in der Stadt oder Lehnsnehmer konkurrierender Herren verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Ziel des Projekts ist es, Einsicht zu gewinnen in die Bedingtheit von Gruppenbindungen und verschiedener "Identitätsmuster" sowie die Voraussetzungen für deren wirksame Rezeption im historischen Kontext.

 

Stadt und Hof in Straßburg unter Bischof Konrad von Lichtenberg (1273-1299)

(Karl Weber)

Bischof Konrad von Lichtenberg war einer der großen Mäzene der Kunst und Literatur des späten 13. Jahrhunderts. Seine höfische Repräsentation in Straßburg darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich die Bischofsherrschaft in der Stadt in einer strukturellen Krise befand. 1263 hatte die Bürgerschaft nach der Schlacht von Hausbergen das Regiment übernommen, der Bischof bewegte sich innerhalb der Stadt von diesem Zeitpunkt an auf schwierigem Terrain.

Das Teilprojekt will zunächst mit Hilfe der Sozialgeschichte die unterschiedlichen Loyalitäten innerhalb der Stadt zu Bürgerschaft oder Bischof klären, will dann aber in einem zweiten Schritt fragen, mit welchen Mechanismen Milieugrenzen entweder überwunden oder befestigt wurden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Umfeld des Bischofs und den sich dort entwickelnden höfischen Strukturen. Im Gegensatz zum weltlichen Hof war hier dynastische Kontinuität per se ausgeschlossen. Die gruppenspezifischen Folgen dieser personalen Herrscherbindung für den Hof sind in der Forschung noch weitgehend ungeklärt und sollen hier am Beispiel von Straßburg untersucht werden. In enger Absprache mit den Teilprojekten von Andreas Bihrer und Mathias Kälble werden parallele Entwicklungen in den Bischofsstädten Konstanz und Basel in den Blick genommen. Die Straßburger Situation kann damit innerhalb der allgemeinen Entwicklung im Südwesten des Reiches nochmals ihre eigene Kontur gewinnen.

 

Der bischöfliche Hof in der Stadt Konstanz im 13. und 14. Jahrhundert

(Andreas Bihrer)

Das Projekt will die Formierung und Ausdifferenzierung des Konstanzer Bischofshofes als einer auf den Fürsten hin zentrierten Gruppe darstellen und analysieren. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich in der Stadt bischöflicher Hof und städtisches Bürgertum in unterschiedlichem verfassungsgeschichtlichen Kontext gegenseitig wahrgenommen und dabei Identität konstituiert haben. Den Ausgangspunkt der Untersuchung wird die Abgrenzung zu anderen Gemeinschaften als Anstoß zur sozialen Konstruktion kollektiver Identitäten bilden, d.h. Phasen von historisch-sozialen Veränderungen und Konflikten sollen dahingehend überprüft werden, in welcher Form sie in Konstanz Integrations- und Abgrenzungsprozesse in Gang brachten.

Anhand von Krisensituationen in der Auseinandersetzung der beiden Gruppen sollen zwischen 1248 und 1372 Identitätsbildungen analysiert werden, also zwischen dem Beginn der bürgerlichen Autonomiebewegung und der erfolgreichen Beseitigung der bischöflichen Stadtherrschaft. Während unter der unangefochtenen bischöflichen Herrschaft bürgerliche und bischöfliche Sphären personell, institutionell und sozial eng verwoben waren, zeigt die Beobachtung der immer erfolgreicheren bürgerlichen Autonomiebestrebungen, daß jede Krisensituation eine erkennbare Formierung und Abgrenzung des bischöflichen Hofes von der Stadtgemeinde zur Folge hatte. Diese Entwicklung wird in der institutionellen Ausweitung und Stabilisierung des Hofes faßbar, im Mäzenatentum, Ikonographie, Historiographie und in der Residenzenbildung, ganz besonders aber in den Handlungen und Verhaltensweisen von einzelnen oder Gruppen. Die Formierung des Konstanzer Bischofshofes soll weiterhin in ihrer Einbindung in das System zeitweise konkurrierender, zeitweise verbündeter und zeitweise verschmolzener Kräfte in der Stadt (Domkapitel, Bistumsadministration, Hochstiftsverwaltung, regionaler Adel, Königtum und Papsttum) dargestellt werden. Der Prozeß wird in diesem Projekt spezifiziert werden, wobei der inneren Struktur von Identitätsangeboten, Integrationsfaktoren und Fixierungstechniken kollektiver Identitäten sowie deren Verhältnis zueinander und deren wechselseitige Wahrnehmung ein besonderes Augenmerk gelten wird.

 

Der markgräfliche Hof – die Markgrafen bei Hof: Die badischen Markgrafen zwischen fürstlichem Herrschaftsanspruch und Fürstendienst im 15. Jahrhundert

(Heinz Krieg)

Die Regierungszeit der Markgrafen Bernhard (†1431), Jakob (†1453), Karl (†1475) und Christoph (†1527) stellt eine entscheidende Phase in der Entwicklung der badischen Territorialherrschaft dar. Zwar erscheint die Markgrafschaft bereits 1362 als Reichsfürstentum, doch tatsächlich verfügten die Markgrafen nur über eine vergleichsweise kleine fürstliche Herrschaft, die zudem immer wieder durch Erbteilungen geschwächt wurde. Bis zur erneuten Aufteilung des markgräflichen Territoriums unter den Söhnen Christophs I. gelang es den Markgrafen während des 15. Jahrhunderts, die von ihnen beanspruchte fürstliche Rangstellung zu konsolidieren, indem sie sich an das Königtum anlehnten und sich im Dienst der Habsburger engagierten.

In dieser Phase der Stabilisierung der markgräflichen Herrschaft, die mit der Niederlage gegenüber dem Pfalzgrafen Friedrich dem Siegreichen in der Schlacht bei Seckenheim (1462) zeitweilig einen empfindlichen Rückschlag erlitt, sollen die Formierung des markgräflichen Hofes und die Entwicklung der Identität beziehungsweise der Identitäten des badischen Fürstenhauses zwischen fürstlichem Herrschaftsanspruch und Fürstendienst an anderen Höfen untersucht werden.

Zunächst ist der innere Ausbau der markgräflichen Hofhaltung zu verfolgen. Seit Ende des 14. Jahrhunderts gewann dabei die Stadt Baden als Residenzort zunehmend an Bedeutung, bis sie schließlich unter Christoph I. anstelle der Pforzheimer Residenz zum Ort seines gewöhnlichen Hofhaltens wurde. Im Hinblick auf die Identitätsfindung, aber auch die Fremdwahrnehmung der Markgrafen und ihres Hofes müssen die Beziehungen zu anderen Fürstenhöfen sowie allgemein ihr Agieren innerhalb von Spannungsfeldern verschiedener Kräfte (Städte, Adel, Fürsten und Königtum) näher beleuchtet werden.

Im Bemühen der Markgrafen um die Behauptung ihres fürstlichen Ranges sind ihre Rollen als Fürstendiener und vor allem ihre Beziehungen zum Königshof von zentraler Bedeutung. Die Vermählung Markgraf Karls I. mit Katharina, der Schwester Kaiser Friedrichs III. und Herzog Albrechts VI. von Österreich, markiert dabei einen Höhepunkt in der Politik der Annäherung des markgräflichen Hauses an das Haus Habsburg. Außerdem spielt die Zusammenarbeit innerhalb der markgräflichen Familie, wie sie zum Beispiel unter den Söhnen Jakobs I. (neben den Markgrafen Karl I. und Bernhard II., dem Seligen, Erzbischof Johann von Trier, Bischof Georg von Metz sowie Markgraf Markus) zu beobachten ist, in bezug auf den Ausbau des politischen Handlungsspielraums der Markgrafen sowie bei der Überwindung von Krisensituationen eine wichtige Rolle. Hierbei rückt die Frage nach der Identität des Hauses Baden ins Blickfeld.

 

Adel und habsburgischer Hof in der Formierungsphase der Voderen Lande

(Ansel-Mareike Andrae-Rau)

Gegenstand dieser Untersuchung soll das Verhältnis zwischen dem oberrheinischen Adel und den habsburgischen Höfen in der Formierungs- und Konsolidierungsphase der Vorderen Lande im 14. und 15. Jahrhundert sein. Betrachtet man etwa den Übergang der Stadt Freiburg an Österreich, so stellt man fest, daß die Haltung weiter Teile des umliegenden Adels gegenüber dieser neuen Situation zunächst äußerst gespannt, wenn nicht gar ablehnend gewesen ist. Dies gilt beispielsweise für die Markgrafen von Hachberg, die bis 1367 gute Beziehungen zur Stadt Freiburg unterhalten hatten, dann aber im Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen der Stadt gegen die Freiburger Grafen mit einem Großteil des breisgauischen Adels die Fronten gewechselt hatten. Sie wären, hätten sie sich neutral verhalten, vermutlich erste Anwärter auf die Nachfolge der Freiburger Grafen gewesen, mußten sich nun aber stattdessen mit den Habsburgern auseinandersetzen.

Der habsburgische Breisgau in der zweiten Hälfte des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts bildet einen geigneten Rahmen für die Frage nach dem Identitätsangebot eines Hofes und seines Umgangs mit Personen und Gruppen aus neuerworbenen Herrschaftsräumen. Wie präsentierte sich der Hof? Wie wurde er wahrgenommen? Zunächst gilt es die soziale Gruppe des breisgauischen Adels in seiner Zusammensetzung und seinem Verhältnis zu der habsburgischen Herrschaft zu beleuchten. Inwieweit fanden breisgauische Adelige Zugang zum Hof, und welche Rückwirkung hatte dieser Kontakt auf ihr adeliges Selbstverständnis und ihre Identität?

Als geeigneter Ausgangspunkt für diese Studie erscheint die Gruppe von breisgauischen Adeligen, die am 9. Juli 1386 mit Herzog Leopold von Österreich im Kampf gegen die Eidgenossen in der Schlacht von Sempach den Tod fand, darunter Markgraf Otto I. von Hachberg, Mitglieder der Familien von Staufen und Snewlin. Hier fassen wir Personen in deutlicher habsburgischer Nähe. Anhand ihrer Biographien, soweit sich diese aus der urkundlichen und chronikalischen Überlieferung erschließen lassen, soll ihre Beziehung zum Hof untersucht werden. Wie zeigt sich die Nähe zum Hof? Hier sollte ein besonderes Augenmerk auf die Terminologie geworfen werden. Inwieweit bringen Selbstbezeichnungen, etwa in Urkunden oder Briefen, eine Familiarität zum Ausdruck? Wie werden andererseits die Personen von höfischer Seite her charakterisiert? Hierzu könnte die hofnahe Chronistik Aufschluß geben.

 

 

Weitere Informationen über das Projekt können über die folgende Internet-Adresse abgerufen werden: www.phil.uni-freiburg.de/SFB 541/B6/.

Thomas Zotz, Freiburg*
 

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*
Kolloquium
Anthropologie de la ville médiévale –
ses aspects matériels et culturels
Paris, 25. und 26. November 1997

Kontaktadresse: Centre de l’Académie Polonaise des Sciences

74, rue Lauriston

F-75116 Paris

Tel. 01-47 04 89 63

Aus dem Programm:

Gauvard, C. (Paris), Les hôtels princiers et le crime. Paris à la fin du Moyen-Age.

Laszlovsky, J. (Budapest), Les espaces publics ecclésiastiques et royaux dans les villes médiévales en Hongrie.

Wilska, M. (Warschau), La cour et la ville: leurs cérémonies et jeux en Pologne aux XIVe-XVIe siècles.

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Power and Authority in Theory and Practice
English and German Towns 1000-1650
London, 5. bis 8. Februar 1998

Kontaktadresse: Deutsches Historisches Institut London

Dr. Bärbel Brodt

17 Bloomsbury Square

GB-London WC1A 2LP

Tel. 01 71-404-54 86 – Fax 01 71-404-55 73

I. General Introduction:

Friedrichs, C. (Vancouver), Some Reflections on the Continuity of Urban Political Culture; Palliser, D. (Leeds), Towns and the Crowns in England: the Counties and the County Towns.

II. Idea and Image – The Town in Theory and in Literature:

Johanek, P. (Münster), Contemporary Historiography in German Towns; Reed, M. (Leicester), Visual Representations.

III. Urban Constitutions:

Martin, G. (London), English Urban Constitutions c. 1200-1400; Isenmann, E. (Bochum), German Urban Constitutions; Tucker, P. (London), The Nature of London’s Constitution in the later Fifteenth Century.

IV. Means of Power:

Tittler, R. (Montreal), Civic Building and Urban Identity in England and Central Europe, c. 1540-1640; Bulst, N. (Bielefeld), Dress as Means of Power; Jütte, R. (Stuttgart), Monuments and Political Power; Gerchow, J. (Essen), Existenzbedingungen von Gilden, Zünften und Bruderschaften; Archer, J. W. (Oxford), Internal Dissension in London Guilds in the 16th and early 17th centuries; Reitemeier, A. (Kiel), Städtische Kirchenmeister.

V. Use of Power:

Saunders, A. (London), The Royal Exchange; Haerter, K. (Frankfurt), "Policey-Ordnungen" in German Towns 1450-1650; Brodt, B. (London), What Sort of Social Control was there in Towns?; Campbell, J. (Oxford), Integration?

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Tagung
Das Schloß und der Schloßbezirk in der Mitte Berlins
Berlin, 12. und 13. Februar 1998

Kontaktadresse: Historische Kommission zu Berlin

Kirchweg 33 ("Der Mittelhof")

D-14129 Berlin-Nikolassee

Tel. 030/80 40 26 86 – Fax 030/80 40 26 87

Email: HiKoBerlin@msn.com

Donnerstag, 12. Februar

Zur Einführung:

Engel, H. (Berlin), Bedeutungsgeschichte von Schloß und Schloßbezirk.

Herrscher-Residenz und Verwaltungssitz:

Schich, W. (Berlin), Funktion des Schlosses und des Schloßbezirks in Mittelalter und Renaissance; Hahn, P.-M. (Potsdam), Hof und Hofgesellschaft (vom Ende des 15. bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts); Hinterkeuser, G. (Berlin), Friedrich (III.) I. und die Mitte Berlins. Die brandenburgisch-preußische Residenzlandschaft im Spannungsfeld von Berliner Schloß und Schloß Charlottenburg; Gröschel, S.-G. (Berlin), Antike als Leitbild. Zur Herrscherikonographie Friedrichs I. im Berliner Schloß; Neugebauer, W. (Berlin), Schloß und Staatsverwaltung im Hochbarock/Absolutismus.

Funktionswandel und Verlust der Mitte:

Möller, H. (München), Residenz der Aufklärung; Ribbe, W. (Berlin), Parlamente, Regierung und Staatsverwaltung verlassen das Schloß; Bernau, N. (Berlin), Die gescheiterte deutsche Kaiserresidenz. Ein Werkstattbericht; Kohlrausch, M. (Berlin), Hof und Hofgesellschaft in der Kaiserzeit.

Freitag, 13. Februar

Politischer und kultureller Ort zur Zeit der deutschen Republiken:

Materna, I. (Berlin), Schloß und Schloßbezirk in der Revolution von 1918/1919; Petras, R. (Schöneiche), Schloß und Schloßbezirk in der Weimarer Republik und während der NS-Herrschaft; Demps, L. (Berlin), Schloß versus sozialistische Stadtmitte.

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Die Rezeption des gelehrten Rechts im "Regnum Teutonicum"
Bad Homburg, 26. bis 28. Februar 1998

Kontaktadressen: Prof. Dr. Ingrid Baumgärtner

Universität Kassel

FB Gesellschaftswissenschaften, FB 05

Nora-Platiel-Str. 1

D-34127 Kassel

Tel. 05 61/804-31 04 oder -30 99 – Fax 05 61/804-34 64

Prof. Dr. Peter Johanek

Universität Münster

Historisches Seminar

Domplatz 20/22

D-48143 Münster

Tel. 02 51-83 43 45 – Fax 02 51/83 83 54

1. Sektion: Universitätsstudium und Tätigkeitsfelder gelehrter Juristen.

Schmutz, J. (Bern), Juristen für das Reich. Deutsche Rechtsstudenten in Bologna 1265-1425; Gramsch, R. (Jena), Die Sozialkarrieren und Tätigkeitsfelder der Erfurter Rechtsstudenten und Universitätsjuristen; Meyer, C. (Münster), Der Leipziger Universitätsprofessor Theodor von Bocksdorf; Dolezalek, G. (München), Gelehrtes Recht am Reichskammergericht: Beratungsnotizen des Assessors Matthias Alber (1532-1533).

2. Sektion: Rezeptionsbedingungen in Deutschland.

Colli, V. (Frankfurt), Die Rezeption der Consilia italienischer Juristen im deutschen Sprachraum des 15. Jahrhunderts (Handschriften und Druckausgaben); Hüpper, D. (Münster), Suum cuique. Römisches Recht in deutschen Rechtsbüchern des Mittelalters; Nörr, K. W. (Tübingen), Zur Epitomisierung als einer Bedingung der Rezeption: das Beispiel der Prozeßschrift des Johannes Urbach.

3. Sektion: Rechts- und Alltagspraxis in Reich, Städten und Territorien.

Heinig, P. J. (Mainz), Pflicht, Obrigkeit und Majestät. Die Verrechtlichung kaiserlicher Herrschaft im ausgehenden Mittelalter; Walther, H. G. (Jena), Die Spiegelung der Alltagspraxis der Nürnberger Ratskonsulenten des 15. Jahrhunderts in den Nürnberger Ratschlagbüchern; Wriedt, K. (Osnabrück), Gelehrtes Recht im Bereich der Hansestädte; Conte, E. (Rom), Eine Rezeption germanischen Rechts in Italien? Römisch-wissenschaftliches Recht und vulgarrechtliche Tradition in den italienischen Städten des 12. und 13. Jahrhunderts; Stelzer, W. (Wien), Die Rezeption in Österreich.

4. Sektion: Berufsjuristen und gesellschaftliche Gruppierungen.

Johanek, P. (Münster), Sachsenspiegelderivate und -wörterbücher im Gebrauch; Battenberg, F. (Darmstadt), Die Verrechtlichung jüdischer Existenz im römisch-deutschen Reich durch die Rezeption Johannes Reuchlins und die Folgen; Baumgärtner, I. (Kassel), Der Einfluß des gelehrten Rechts auf die Lebensgestaltung von Frauen.

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Ausstellung
Via Regia
Preußens Weg zur Krone
Berlin, 21. März bis 10. Mai 1998

Kontaktadresse: Kunstbibliothek am Kulturforum

Matthäikirchplatz 6

D-10785 Berlin

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Stauferreich im Wandel
Ordnungsvorstellungen und Politik vor und nach "Venedig" 1177
München, 30. April bis 2. Mai 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Stefan Weinfurter

Universität München

Wagmüllerstr. 23

D-80538 München

Tel. 089/2 11 06-43 – Fax 089/2 11 06-30

Kluger, H. (München), Rainald von Dassel – Gestalter der Poltik Barbarossas; Kölzer, T. (Bonn), Die Reichsfürsten und der Hof Barbarossas; Georgi, W. (Köln), Wichmann, Christian, Philipp und Conrad: Die "Friedensmacher" von Venedig?; Laudage, J. (Bonn), Gewinner und Verlierer des Friedens von Venedig; Scholz, S. (Mainz), Symbolik und Zeremoniell bei den Päpsten in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts; Jenal, G. (Köln), Austausch der Eliten: "Vergangenheitsbewältigung" nach 1177 in Italien; Vollrath, H. (Bochum), Der päpstlich-kaiserliche Konflikt und seine Beilegung in der Wahrnehmung Englands; Grosse, R. (Paris), Kaiser und Reich aus der Sicht Frankreichs in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts; Vones-Liebenstein, U. (Köln), Wandel in der europäischen Heiratspolitik in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts? Groten, M. (Köln), Köln und das Reich. Zum Verhältnis von Kirche und Stadt zu den staufischen Herrschern 1151-1198; Seibert, H. (München), Die entstehende "territoriale Ordnung" am Beispiel Bayerns; Struve, T. (Köln), Vorstellungen von "Reich" und König" im späteren 12. Jahrhundert; Vones, L. (Köln), Sizilien und der Erbreichsplan.

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Ausstellung
Brueghel - Brueghel
Antwerpen, 2. Mai bis 26. Juni 1998

Kontaktadresse: Königliches Museum der Schönen Künste

B-2000 Antwerpen

Tel. 03-2 38 78 09

Text der Ankündigung:

Zum ersten Mal eine besondere Ausstellung über das Werk der Söhne von Pieter Brueghel dem Älteren: Pieter Brueghel dem Jüngeren und Jan Brueghel. Diese Ausstellung mit mehr als 150 Werken zeigt ihre Arbeiten, ihre Beziehung bis hin zum Werk ihres Vaters und dem Brueghel-Atelier.

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Vortrag
R. Paczkowski: Kiel als Residenzstadt
Kiel, 14. Mai 1998

Kontaktadresse: Stadtmuseum Warleberger Hof

Dänische Str. 19

D-24103 Kiel

Text der Ankündigung:

Die Zeit, als Kiel Residenz des glücklosen Gottorfer Herzogs Karl Friedrich wurde, bedeutete politisch für das Haus Gottorf einen absoluten Tiefstand. Für die Stadt Kiel und ihr Schloß sollte diese kurze Epoche von 1721 bis 1773 allerdings einen bescheidenen Glanz höfischen Zeremoniells und kulturellen Lebens bringen, der sich besonders nach der Verbindung mit dem russischen Zarenhaus in den Aktivitäten der Zarin Katharina für die Kieler Universität niederschlug. Diese für Kiel kunst- und kulturgeschichtlich interessante Phase ist dennoch allgemein noch wenig bekannt.

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Internationales Kolloquium
Powerbrokers in the late Middle Ages
The Burgundian Low Countries in a European context
Bergen op Zoom, 15. und 16. Mai 1998

Kontaktadresse: Dr. Robert Stein

RU Leiden

Vakgroep geschiedenis

Postbus 95 15

NL-2300 RA Leiden

Tel. 31 71-5 27 27 15

Email: Stein@rullet.leidenuniv.nl

Aus dem Programm:

Vanderjagt, A. J. (Groningen), April 27, 1465: Reconstructing the Promised Land. The designs of Charles the Bold.

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Löwen 1998 – 550 Jahre Rathaus
Löwen, 18. Mai bis 6. Dezember 1998

Kontaktadresse: Rathaus Löwen

B-3000 Löwen

Tel. 016-21 15 39

Text der Ankündigung:

Löwen feiert 1998 ‚550 Jahre Rathaus’ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, darunter am 31.05. der Prunkaufzug "Der frohe Einzug des Karl de Stoute".

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Die Andechs-Meranier in Franken und Europa
Kloster Banz, 2. bis 5. Juni 1998

Kontaktadressen: Prof. Dr. Bernd Schneidmüller

Universität Bamberg

Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte

Am Kranen 12

D-96045 Bamberg

Tel. 09 51/8 63 23 05 – Fax 09 51/8 63 23 06

Prof. Dr. Peter Segl

Universität Bayreuth

Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte

Geschwister-Scholl-Platz 3

D-95440 Bayreuth

Tel. 09 21/5 57 73 – Fax 09 21/5 57 53

Schneidmüller, B. (Bamberg), Die Andechs-Merianer – Rang und Erinnerung im hohen Mittelalter; Hucker, B. U. (Vechta), Die Herzöge von Andechs-Meranien im Dienst von Kaiserpolitik und Kreuzzugsidee; Behr, H.-J. (Braunschweig), Fürstliches Mäzenatentum und Literatur im Umkreis der Andechs-Merianer im 13. Jahrhundert; Holzfurtner, L. (München), Königliches Amt und adlige Herrschaft. Die Grafen von Andechs als Modellfall für die Entwicklung der Grafschaft im hohen Mittelalter; Machilek, F. (Bamberg), Der Herrschaftsaufbau der Andechs-Merianer in Franken; Hubel, A. (Bamberg), Der Bamberger Dombau und die Andechs-Merianer; Härtel, R. (Graz), Zur Herrschaftspraxis des Patriarchen Berthold von Aquileja; Hye, F. (Innsbruck), Das Innsbrucker Stadtrecht und die Städtepolitik der Andechs-Merianer; Seibert, H. (München), Die Herrschaftsbildung der Wittelbacher bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts; Strelcyk, J. (Posen), Die Heilige Hedwig und ihre politische Rolle in Schlesien und Polen; Suckale-Redlefsen, G. (Rom), Der Bertholdus-Kelch aus Wilten – Scholastische Theologie im Dienste fürstlicher Repräsentation; Zimmermann, G. (Bamberg), Die Andechs-Merianer und ihre Heiligen in Franken; Schütz, A. (München), Die europäischen Verbindungen der Andechs-Merianer; Endres, R. (Bayreuth), Das Erbe der Andechs-Merianer in Franken.

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XXVe colloque d’histoire de l’architecture
Le "second œuvre" dans l’architecture de la Renaissance
Tours, 9. bis 12. Juni 1998

Kontaktadresse: Jean Guillaume – Claude Mignot

Centre d’Études Supérieures de la Renaissance

Université François-Rabelais, Tours

Centre National de la Recherche Scientifique

59, rue Néricault-Destouches – B.P. 1328

F-37013 Tours Cedex 1

Tel. 02 47 70 17 00 – Fax 02 47 70 17 01

Email: cesr@balzac.univ-tours.fr

Dienstag, 9. Juni

Vitruviens et modernes face au second œuvre:

Lemerle, F., Vitruve et les vitruviens face au seconde œuvre; Conforti, C., Le opere di finitura nell’ideologia architettonica di Giorgio Vasari et il caso Uffizi; Sankovitch, A.-M., Chimneys in Philibert Delorme’s architecture between theory and practice .

Mittwoch, 10. Juni

Les "finiture" dans la pratique constructive italienne:

Trachtenberg, M., The change in the relationship of the gros œuvre and the second œuvre from the Trecento to the Quattrocento; Quast, M., Les fenêtres dans l’architecture siennoise (XV-XVIe siècles) et leurs implications sur les façades; Visoli, M., La finestra nell’ architettura del rinascimento lombardo; Boato, A.; Decri, A., Le finiture a Genova (XV-XVII sec.).

L’architecte face au second œuvre:

Davies, P., Decorating Sanmicheli’s architecture; Wolters, W., Il Sansovino veneziano ed il "second œuvre"; Tuttle, R., Vignola in the Palazzo Farnese in Rome; Hoffmann, V., Le château d’Anet par Philibert Delorme, œuvre d’art totale ("Gesamtkunstwerk").

Donnerstag, 11. Juni

Europe méridonale/Europe septentrionale:

Günther, H., Le second œuvre dans la résidence de Landshut: les soi-disant modes italien et allemand; Lippmann, W., Il palazzo del cardinale Marco Sittico Altemps. a Roma e le sue ville a Frascati: la sistemazione degli interni; Tollon, B., Le second œuvre à Toulouse: particularités méridionales; Jonge, K. de, Le second œuvre dans les demeures seigneuriales des anciens Pays-Bas (XV-XVIIe).

Cheminées et revêtements des murs:

Chatelet-Lange, L., Lambris allemands du XVIème siècle; Morales, A., Revestimientos parietales en la architettura sevillana; Burns, H., I camini nelle pratica costrutiva veneziano; Cantatore, F., Camini ed altre opere di finitura nei Palazzi Vaticani; Howard, M., Les grands châteaux élisabethains: les murs et les cheminées comme "architecture".

Freitag, 12. Juni

Plafonds:

Serra, A; Arciniega, L., Arfarjes y artesonados en la corona di Aragón de los siglos XV y XVI; Gapper, C., English plaster ceilings; Pérouse, J.-M. de Montclos; Mathian, N., Types rares de planchers (plafonds) en France; Grujic, N., Lavabos sculptés en Dalmatie.

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Erste Sächsische Landesausstellung
Zeit
Zeit und Ewigkeit
128 Tage in St. Marienstern
750 Jahre Kloster St. Marienstern – 900 Jahre Zisterzienserorden
Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern, 13. Juni bis 18. Oktober 1998

Infoline: Tel. 03 51/81 44-991 – Fax 03 51/81 44-999

Email: la@archsax.sachsen.de

Arbeitsgruppe Landesausstellung

Japanisches Palais

D-01097 Dresden

Kontaktadresse: Kloster St. Mareinstern

D-01920 Panschwitz-Kuckau

Tel. 03 57 96/9 89 00 – Fax 03 57 96/9 89 20

weitere Informationen im Internet unter:

http://www.landesausstellung.sachsen.de

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II. Jülicher Pasqualini-Symposium
"Italienische" Renaissancebaukunst an Schelde, Maas und Niederrhein
Stadtanlagen – Zivilibauten – Wehranlagen
Jülich, 18. bis 21. Juni 1998

Kontaktadresse: Organisationsbüro RWTH Aachen – LFG Stadtbaugeschichte

Frank Pohle

Schinkelstr. 1

D-52062 Aachen

Tel. 02 41/80 66 66 – Fax 02 41/8 88 82 98

Donnerstag, 18. Juni

18:30 Eröffnung.

19:00 öffentlicher Festvortrag: Jansen, M. (Aachen), Die Stadt der frühen Neuzeit. Von der Idealstadt zur Stadt des Absolutismus.

Freitag, 19. Juni

Sektion I: Planungsgeschichte, Theorie, Funktion und Gestaltung frühneuzeitlicher Stadtanlagen im 16. Jahrhundert:

9:30-10:15 Franchetti-Pardo, V. (Rom), I primi trattati sull’archtettura e le fortificazioni fino al Filarete; 10:15-11:00 Bruschi, A. (Rom), Le fortificazioni dello Stato della Chiesa da Alessandro VI. a Giulio II.; 11:30-12:00 Pieper, J. (Aachen), Die Geometrie des Stadtplanes von Pienza (1459-1462); 12:00-12:30 Frommel, S. (Paris), Zum Bautypus des Palazzo in fortezza bei Serlio; 12:30-13:00 Kupka, A. (Jülich), Aufbau und Armierung: Wechselwirkung zwischen Festungsbau und Waffentechnik am Beispiel der Renaissancefestung Jülich; 14:00-14:30 Roosens, B. (Antwerpen), Die Modernisierung älterer Festungssysteme im Grenzgebiet Frankreichs und die italienischen Ingenieure (1540-1560); 14:30-15:00 Pohle, F. (Aachen), Bücher und Bauten. Zur Verbreitung der neuen Befestigungsweisen; 15:00-15:30 Steins, A. (Wuppertal), Gespielter Ernstfall. Wehrbauten als Feuerwerksarchitektur in der Frühen Neuzeit.

Samstag,20. Juni

Sektion IIa: Zivilibauten und Wehranlagen um 1530 bis ca. 1600 und deren Baumeister in den Niederlanden:

9:00-9:30 Jonge, K. de (Löwen), Aktuelle Probleme der Renaissanceforschung in den Niederlanden: Hof und Hofarchitekten – der Casus Jacques Dubroeucq; 9:30-10:00 Stenvert, R. (Utrecht), Von der Adelssprache zur Bürgerform. Renaissance in den neuen Habsburger Provinzen 1528-1557; 10:00-10:30 Wezel, G. van (Zeist) und Heuvel, C. van den (Den Haag), A Pasqualini Puzzle? Building fragments of Buren; 10:30-11:00 Bragard, P. (Brüssel), Le bossage dans la fortification bastionnée au XVIe siècle comme langage symbolique et dissuasif dans les anciens Pays-Bas habsbourgeois; 11:30-12:30 Lombaerde, P. (Antwerpen), Herrschaftsarchitektur. Über den Abbruch von Zitadellen und den Bau neuer Paläste; 12:00-12:30 Tuttle, R. (New Orleans), Fortified Palaces in the circle of the Farnese; 12:30-13:00 Ottenheym, K. (Utrecht), Der Klassizismus des Hans Vredeman de Vries: die Palastentwürfe.

Sektion IIb: Zivilibauten und Wehranlagen um 1530 bis ca. 1600 und deren Baumeister im Rheinland und in Westfalen:

14:00-14:30 Borggrefe, H. (Lemgo), Die Genese der Renaissancearchitektur im Weserraum und ihr historisches Umfeld; 14:30-15:00 Meyer, L.-H. (Brauweiler), Wehrbauten des 16. Jahrhunderts zwischen Maas und Thein; 15:00-15:30 Heckner, U. (Brauweiler), Die Renaissanceloggien von Schloß Myllendonck und Schloß Bedburg; 16:00-16:30 Eberhardt, J. (Köln), Das Urentwurfsmodell Alessandro Pasqualinis für die Zitadelle Jülich. Neue Erkenntnisse zum ursprünglichen Grundriß des Jülicher Residenzschlosses; 16:30-17:00 Büren, G. von (Jülich), Garderobe, Cabinet und Schlafkammer – Raumaufteilung und Raumnutzung im herzoglichen Schloß; 17:00-17:30 Schöndeling, N. (Köln), Schloß Hambach: Stand der Untersuchungen.

Sonntag,21. Juni

Sektion III: Die Baumeisterdynastie Pasqualini – Ausbildung, Werke, Entwicklungen, Nachwirken:

9:00-9:30 Lenzi, D. (Bologna), L’architettura a Bologna nei primi anni del’500, età di formazione di Alessandro Pasqualini; 9:30-10:00 Perse, M. (Jülich), Der Forschungsstand zu Leben und Werk Alessandro Pasqualinis und seiner Söhne Maximilian und Johann d. Ä.; 10:00-10:30 Tussenbroek, G. van (Utrecht), Pasqualini und die Familie Neuremberg; 11:00-11:30 Bers, G. (Köln), Der Neubau der landesherrlichen Kellnerei in Jülich durch Maximilian Pasqualini 1565; 11:30-12:00 Doose, C. (Jülich) und Schulz, M. (Jülich), Das bauhistorische Erbe Jülichs und dessen Einbindung in die Stadtentwicklung; 12:00-12:30 Dautzenberg, B. (Jülich) und Kupka, A. (Jülich), Archäologische Ergebnisse zur Idealstadtanlage Jülich.

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Die Bausch-Bibliothek in Schweinfurt
Wissenschaft und Buch in der frühen Neuzeit
Schweinfurt, 19. bis 20. Juni 1998

Kontaktadresse: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

August-Bebel-Str. 50a

D-06108 Halle/S.

Aus dem Programm:

Boehm, L. (München), Studium, Büchersammlung, Bildungsreise: Elemente gelehrter Allgemeinbildung und individueller Ausprägung historisch-politischer Weltanschauung im konfessionellen Zeitalter.

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Ausstellung
Der Kaiser in seiner Stadt
Maximilian I. und der Reichstag zu Freiburg 1498
Freiburg, bis 31. Juli 1998

Kontaktadresse: Augustinermuseum

Am Augustinerplatz

D-79098 Freiburg

Tel. 07 61/201-27 01

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Ausstellung
Von Memling bis Pourbus
Brügge, 15. August bis 6. Dezember 1998

Kontaktadresse: Memling-Museum/St. Jans-Hospital

Mariastraat 38

B-8000 Brügge

Tel. 050-44 87 11 oder 050-44 87 08

Text der Ankündigung:

Ausstellung über den Übergang der Malerei von der Spätgotik zur Renaissance nach den erfolgreichen Ausstellungen über Hans Memling 1994 und Pieter Pourbus 1984. Meisterwerke von Gerard David, Jan Provoost, Ambrosius Benson, Adriaan Isenbrant, Lancelot Blondeel, Hans Memling und Pieter Pourbus. Ergänzend werden gezeigt Manuskripte, alte Auflagen, Bilder, Bildhauerwerke, Wandteppiche, Karten und Pläne.

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Ausstellung
Von teutscher Not zu höfischer Pracht
1648-1701
Nürnberg, bis 16. August 1998

Kontaktadresse: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. 09 11/13 31-0 – Fax 09 11/13 31-200

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Twelth International Economic History Congress
A 3: Courts as economic institutions since the Middle Ages
Sevilla, 24. bis 28. August 1998

Kontaktadresse: Maurice Aymard

Maison des Sciences de l’Homme

54, boulevard Raspail

F-75006 Paris

Fax 33 1-49 54 21 33

Email: aymard@msh-paris.fr

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42. Deutscher Historikertag
Intentionen – Wirklichkeiten
Frankfurt am Main, 8. bis 11. September 1998

Kontaktadresse: Organisationsbüro 42. Deutscher Historikertag

Johann Wolfgang Goethe-Universität

Historisches Seminar

Senckenberganlage 31

D-60054 Frankfurt am Main

Tel. 069-798-2 81 42 – Fax 069-798-2 50 90

Email: histtag-98@em.uni-frankfurt.de

Internet: http://historikertag.uni-frankfurt.de

Aus dem Programm:

Mittwoch, 9. September

Anspruch und Möglichkeiten desAdels in Alteuropa. Leitung: R. Endres (Bayreuth):

Pelzer, E. (Freiburg), Der deutsche Adel an europäischen Höfen im 18. Jahrhundert; Demel, W. (Neubiberg), Genealogische Verflechtungen zwischen deutschem, französischem und englischem Adel; Keller, K. (Leipzig), Die Kavalierstour um 1700; Hahn, P.-M. (Potsdam), Zwischen Tradition und Zeichenhaftigkeit. Adlige Bautätigkeit in Brandenburg-Preußen 1500-1850.

Stadt-Bewußtsein. Innen- und Außensichten der spätmittelalterlichen Reichsstadt Frankfurt am Main. Leitung: H. Müller (Frankfurt am Main):

Monnet, P. (Göttingen), Stadtgeschichte als Kulturgeschichte: Selbstbewußtsein und Historiographie im spätmittelalterlichen Frankfurt; Fouquet, G. (Kiel), Zahlen und Menschen. Der historische Nationalökonom Karl Bücher und der städtische Haushalt im spätmittelalterlichen Frankfurt; Schmieder, F. (Frankfurt am Main), "als andere ir gesessin burgere" – Wege zu einer kirchlichen Stadtgeschichte; Rothmann, M. (Frankfurt am Main), "Dutschen Landen baß gemyttelt und gelegen zu wasser und zu lande." Die Frankfurter Messen im Mittelalter.

Junge Historiker stellen sich vor: Mittelalter. Leitung: B. Schneidmüller (Bamberg):

Prietzel, M. (Berlin), Bischöfliche Herrschaft im 15. Jahrhundert: Guillaume Fillastre d.J., Bischof von Tournai.

Donnerstag, 10. September

Verfassungserfindungen. Leitung: G. Lottes (Gießen); P. Moraw (Gießen):

Moraw, P. (Gießen), Erfindung und Entwicklung in der Entfaltung der Reichsverfassung; Asch, R. (Osnabrück), Die Idee der Ancient Constitution in der Entwicklung des englischen Verfassungsdenkens im 17. Jahrhundert; Lottes, G. (Gießen), Fränkische Eroberung und Adelsmonarchie. Der Frankenmythos im Verfassungsdenken des Ancien Régime; Schwinges, R. (Bern), "Verfassung finden" durch Geschichte. Die Eidgenossenschaft und das Reich um 1500; Mörke, O. (Kiel), Zwischen Batavern und Bastien. Verfassungsideen in der niederländischen Republik.

Freitag, 11. September

Texte, Rituale, Bilder. Wirklichkeitsbezug und Wirklichkeitskonstruktion politisch-rechtlicher Kommunikationsmedien in Stadt- und Landgesellschaften des späten Mittelalters. Leitung: K. Schreiner (Bielefeld):

Schreiner, K. (Bielefeld), Vorbemerkungen: Fragen, Begriffe, Untersuchungsfelder; Meier, U. (Bielefeld), Stadt-Bilder. Politische Ikonographie im Spannungsfeld städtischer Kommunikationsprozesse (14.-16. Jahrhundert); Graf, K. (Freiburg), Politische Rituale in der deutschen Stadt des Spätmittelalters; Groebner, V. (Basel), Flüssige Gaben und die Hände der Stadt. Geschenke, Korruption und politische Sprache in der Eidgenossenschaft am Ausgang des Mittelalters; Signori, G. (Bielefeld), Schlachten, Weiber, Kinder und Despoten. Geschlecht und Krieg in der Bilderwelt des späten Mittelalters; Lenz, M. (Bielefeld), Schmähbriefe und Schandbilder als Medien sozialer Sanktion. Fiktionalität, Visualität und Realität spätmittelalterlicher Normenkonflikte.

Exkursionsangebote:

Mittwoch, 9. September

  • Ganztagsexkursion "Residenz des Barock: Bischofsburg, Bischofsstadt, Bischofsresidenz in Würzburg".
  • Historische Stadtführung "‘Frankfurt ist bestimmt, einst Hauptstadt des Deutschen Reiches zu werden’ – Zentralfunktion Frankfurts in Geschichte und Gegenwart.
  • Historische Stadtführung "Die Handelsstadt Frankfurt in Mittelalter und Früher Neuzeit: von der Furt zur Messe, von der Messe zum Bankwesen".
  • Halbtagsexkursion "Renaissance-Residenz: das kurmainzische Aschaffenburg".
  • Historische Stadtführung "Wahl und Krönung in Frankfurt – Integration von Verfassung, Zeremoniell und Architektur".
Donnerstag, 10. September
  • Ganztagsexkursion Worms und Oppenheim: Von den Saliern zu den Staufern".
  • Ganztagsexkursion "Befestigungsanlagen im Taunus durch die Jahrtausende: Königstein, Heidetränkoppidum, Saalburg".
  • Halbtagsexkursion "Darmstadt – Residenzkultur zwischen Renaissance und Jugendstil".
  • Historische Stadtführung "Von der Furt der Franken zur Stadt der Banken – Fahrt durch die Frankfurter Stadtentwicklung".
Freitag, 11. September
  • Ganztagsexkursion "Elisabeth, Sophie und die hohe Zeit Marburgs".
  • Halbtagsexkursion "Die Konkurrenz von Stadt und Burg: Städtische Topographie in Friedberg".
  • Historische Stadtführung "Stätten des Frankfurter Mäzenatentums".
  • Historische Stadtführung: "Pfalzkapelle, Stift, Krönungsort, Ordenskirche: Typologie Frankfurter Kirchen im Mittelalter".
  • Halbtagsexkursion "Staufersitze: Gelnhausen, Büdingen, Konradsdorf mit Pfalz und Herrensitz".
  • Historische Stadtführung "Das mittelalterliche Frankfurt".
Samstag, 12. September
  • Halbtagsexkursion "Mainz – Von der römischen Provinzhauotstadt zur rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt".
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Conference
Later Medieval France
Liverpool, 11. bis 13. September 1998

Kontaktadresse: Professor C. T. Allmand

Later Medieval France Conference

Department of History

University of Liverpool

P.O. Box 147

GB-Liverpool, L69 3BX

Tel. 01 51/794-23 67 – Fax 01 51/794-23 66

Email: ssd57@Liverpool.ac.uk

Aus dem Programm:

Daly, K. (Southampton), ‘Centre’, ‘power’ and ‘periphery’ in later medieval French historical writing: somme reflections; Devaux, J. (Lüttich), De la cour de Hainaut à la cour d’Angleterre: l’exemple de Jean Froissart; Small, G. (Glasgow), The centre, the periphery and the problem of power distribution in later medieval France.

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Ausstellung
Albrecht und Isabella, Europäischer Hof 1598-1621
Brüssel 17. September 1998 bis 17. Januar 1999
Kontaktadresse: Königliche Museen für Kunst und Geschichte, Jubelpark/Parc du Cinquantenaire

B-1000 Brüssel

Tel. 02-7 41 72 11 oder 02-7 41 73 08

Text der Ankündigung:

Diese ganz besondere Ausstellung zeigt den erzherzoglichen Hof von Albrecht und Isabella in seiner vollen europäischen Dimension mit Kunstwerken so namhafter Künstler wie Rubens und Brueghel. Der Brüsseler Hof von Albrecht und Isabella (Ende 16. bis Anfang 17. Jh.) war das zentrale Glied in der Kette der Habsburger Höfe.

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Ausstellung
Dirk Bouts
Löwen, 18. September bis 6. Dezember 1998

Kontaktadresse: St. Pieters-Kirche – Predikheren-Kirche

B-3000 Löwen

Tel. 060-22 45 64 Text der Ankündigung:

Diese Ausstellung wird einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten anläßlich des 550. Jubiläums des Stadthauses. Speziell für diese Ausstellung wird eine einzigartige Sammlung aus Belgien und dem Ausland zusammengebracht. Sie verschafft dem Besucher ein einzigartiges Bild der künstlerischen und intellektuellen Welt von Bouts und von seinem Platz unter den flämischen Primitiven.

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XXXIII. Jahrestagung des Arbeitskreises "Deutsche Literatur des Mittelalters"
Adel und Adelskultur im Mittelalter und in der modernen Zeit
Torun, 23. bis 28. September 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Danielle Buschinger

93, Mail Albert 1er

F-8000 Amiens

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Ausstellung
Das vergessene Paradies
250 Jahre markgräfliches Opernhaus
Galli Bibiena und der Musenhof der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth
Bayreuth, bis 27. September 1998

Kontaktadresse: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen – Neues Schloß Bayreuth

Tel. 09 21/7 59 69 75 – Fax 09 21/7 59 69 15

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Internationaler Kongreß
Kontraste im Alltag des Mittelalters
Krems, 29. September bis 2. Oktober 1998
Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften

Kontaktadresse: Tagungsbüro

Foyer des Festsaals der Kremser Bank und Sparkassen AG

Ringstr. 5-7

AU-3500 Krems

Öffnungszeiten des Tagungsbüros: 29. September 1998, 13:00-17:00 Uhr

30. September 1998, 8:30-17:45 Uhr

1. Oktober 1998, 8:30-12:30 Uhr

2. Oktober 1998, 8:30-13:00 Uhr

Dienstag, 29. September

14:00-14:45 Jaritz, G. (Krems), Alltag der Kontraste. Muster spätmittelalterlicher Argumentation und Perzeption; 15:15-16:00 Zaremska, H. (Warschau), Nature animal et nature humaine. Le concept médiéval de l’exclusion; 16:00-16:45 Toch, M. (Jerusalem), Contrasting the Contrast: Jewish Life in Medieval Christian Europe; 18:00 öffentlicher Vortrag im Rathaus Stein: Fillitz, H. (Wien), Kunstlandschaft oder Zentrum und Peripherie.

Mittwoch, 30. September

9:00-9:45 Bennewitz, I. (Bamberg), Öffentliches Sprechen und heimliches Geschwätz. Zur Inszenierung von männlichem und weiblichem Gesprächsverhalten in der Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit; 9:45-10:30 Vavra, E. (Krems), Starke Männer – schwache Frauen. Kontrastierung der Geschlechter im Bild; 11:00-11:45 Simon-Muscheid, K. (Basel), Der Umgang mit Alkohol. Männliche Soziabilität und weibliche Tugend; 14:00-14:45 Kühn, M. (Basel) und Rippmann, D. (Liestal), "Pflanzen in der Ernährung interdisziplinär": Kontraste der Umwelten und sozialen Milieus, Kontraste der Methoden; 14:45-15:30 Lemeneva, E. (Moskau/Budapest), Ravens of Luck and Ravens of Misfortune: Decoding the Signs of Nature, 11th to 14th century; 16:00-16:45 Piponnier, F. (Paris), Variations et oppositions: les usages des textiles dans le domaine français à la fin du Moyen Age; 16:45-17:30 Miklautsch, L. (Wien), Glänzende Rüstung – Rostige Haut: Kleider als Mittel des Kontrasts in den Texten Wolframs von Eschenbach.

Donnerstag, 1. Oktober

9:00-9:45 Camille, M. (Chicago), "Adam’s House" in Angers and Images of Everyday Life on the Medieval Street; 9:45-10:30 Bolvig, A. (Kopenhagen), Synchronic and Diachronic Contrasts in the Danish Medieval Wallpaintings; 11:00-11:45 Schedl, B. (Krems), Stilistische Kontraste in der Herrscherrepräsentation des letzten Babenbergerherzogs Friedrich II.

Freitag, 2. Oktober

9:00-9:45 Lekova, S. (Sofia), Medieval Bulgarians and the Other Slavs. Contrasts and Similarities in the Process of Self-Identification; 9:45-10:30 Tauber, J. (Liestal), Ritter und Bauern aus der Sicht der Archäologie. Kontraste in der Gesellschaft – Kontraste der Interpretation; 11:00-11:45 Kluge-Pinsker, A. (Oestrich-Winkel), Adel und ländliche Bevölkerung im historisch-archäologischen Kontext.

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Wissenschaftliches Kolloquium aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der
"Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte"
Wittelsbach und Unterfranken
Würzburg/Gaibach, 8. bis 10. Oktober 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Hans-Michael Körner

Institut für Bayerische Geschichte

Universität München

Schellingstr. 9

D-80799 München

Tel. 089/21 80-28 51 – Fax 089/21 80-28 50

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Internationales Symposium
Die höfischen Feste früher Neuzeit
Ceský Krumlov, 13. bis 15. Oktober 1998

Kontaktadresse: Doz. Dr. Václav Buzek

Jihoceska Univerzita

Historický ústav

Jeronýmova 10

CZ-Ceské Budejovice

Tel. (4 20 38) 7 77 11 11 oder 7 77 30 68 – Fax (4 20 38) 7 31 21 94

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Interdisziplinäre Tagung des Mittelalterzentrums Greifswald
Prozesse der Normbildung und Normveränderung im mittelalterlichen Europa
Greifswald, 23. und 24. Oktober 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß

Ernst-Moritz-Arndt-Universität

Mittelalterzentrum Greifswald

Domstraße 9a

D-17487 Greifswald

Tel. 0 38 34/86 33 14 – Fax 0 38 34/86 33 05

Freitag, 23. Oktober

9:15 Kornexl, L. (Greifswald), "Concordes aequali consuetudines usu". Monastische Normierungsbestrebungen und sprachliche Standardisierung in spätaltenglischer Zeit; 10:00 Schreiner, K. (Bielefeld), Observantia regularis. Normbildung und Normwandel im Mönchtum des hohen und späten Mittelalters; 11:15 Lutterbach, H. (Münster), Due Sexualgesetzgebung in den mittelalterlichen Bußbüchern. Entwicklungs- und zivilisationsgeschichtliche Perspektiven; 12:00 Dilcher, G. (Frankfurt/M.), Rechtliche Normen und Verfahren und ihre Veränderung im Bereich der mittelalterlichen Rechtsgewohnheit; 14:30 Schneider, R. (Saarbrücken), Implizierte Normen königlichen Handelns. Herrschaftspraxis in Abghängigkeit von ungeschriebenen Leitvorstellungen; 15:15 Brugnolo, F.; Borriero, G. (Padua), Wie schreibt man Verse? Normentwicklung bei der mise en page von lyrischen Texten im italienischen Mittelalter; 16:30 Keffer, H. (Greifswald), Die spätmittelalterlichen Traktate "de obligationibus". Über die logischen Bedingungen der Reglementierung wissenschaftlicher Diskurse; 17:15 Müller, M. (Greifswald), Freiheit und Bindung des Künstlers: Normbildung und Normbrechung in der Bildkunst des Mittelalters; 19:00 Schmitt, J.-Cl. (Paris), Normen der Produktion und Rezeption von Bildern im Mittelalter.

Samstag, 24. Oktober

9:00 Schmolkmann, B. (Tübingen), Normenbildung und Veränderung im Grabbrauch des Mittelalters: Die Bestattungen in Kirchen; Staecker, J. (Lund), Gotlands Kirchfriedhöfe im Spiegel mittelalterlicher Normen; 11:00 Riha, O. (Leipzig), Gesundheit als Norm, Krankheit als Normalität. Die Ordnung des Lebens und die Ordnung der Welt in der mittelalterlichen Medizin; 11:45 Jörn, N. (Greifswald), Die Herausbildung der Kontorordnungen in Nowgorod, Bergen, London und Brügge im Vergleich. 13. - 16. Jahrhundert; 14:30 Wenzel, H. (Berlin), Tisch und Bett. Zur Verfeinerung der Affekte am mittelalterlichen Hof; 15:15 Fischer, D. (Greifswald), ... das ich dir verschreibe eyn anweysung, wie du deyne witwischaft ... noch der heiligen schrift ler volbrengen. Das "Witwenbuch" des Erhart Groß (1446) als normatives Verhaltensprogramm für eine Frau im Witwenstand; 16:30 Ruhe, D. (Greifswald), Normierung des Mittelalters. Zur Rezeption mittelalterlicher Literatur im 19. Jahrhundert.

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Krakau, Prag und Wien
Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat
Leipzig, 25. bis 27. Februar 1999

Kontaktadresse: Prof. Dr. Winfried Eberhard

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V.

Projektgruppe Metropolen und Zentren: ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration Ostmitteleuropas (15./16. Jahrhundert)

Luppenstr. 1B

D-04177 Leipzig

Tel. 03 41/9 73 55 64 – Fax 03 41/9 73 55 60

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Internationales historisches Symposium
Auswärtige Politik und internationale Beziehungen im Mittelalter
(13.-16. Jahrhundert)
Berlin, 11. bis 13. März 1999

Kontaktadresse: Dr. Dieter Berg

Universität Hannover

Historisches Seminar – Mittelalterliche Geschichte

Hörsterplatz 4

D-48175 Münster

Tel. 02 51/4 83 62 85 – Fax 02 51/4 82 62 85

Dr. Martin Kintzinger

FU Berlin

FB Geschichtswissenschaften

Friedrich-Meinecke-Institut

Habelschwerdter Allee 45

D-14195 Berlin

Tel. 030/8 38 33 24 – Fax 030/83 85 45

Dr. Pierre Monnet

Mission Historique Française en Allemagne

Postfach 2833

D-37018 Göttingen

Tel. 05 51/5 52 13

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Internationales Kolloquium
La cour Plantagenêt (1154-1204)
Parenté, gouvernement, savoir et civilité
Thouars, 30. April bis 1. Mai 1999

Kontaktadresse: Centre d’Études supérieures de civilisation médiévale

Centre national de la recherche scientifique

Université de Poitiers

UFR Sciences Humaines & Arts

24, rue de la Chaîne

F-86022 Poitiers

Tel. 05 49 45 45 45 – Fax 05 49 45 45 73

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Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur
Das Schloß und seine Ausstattung – Zur Zeichenhaftigkeit höfischer Innenräume
Rudolstadt, Thüringisches Landesmuseum Schloß Heidecksburg, 30. April bis 2. Mai 1999

Kontaktadresse: Dr. Lutz Unbehaun

Thüringisches Landesmuseum Schloß Heidecksburg

PSF 48/51

D-07407 Rudolstadt

Tel. 0 36 72/42 90 13 – Fax 0 36 72/42 90 90

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Internationales Kolloquium
Reines et princesses
(Statut politique, narratif, imaginaire; éducation, pouvoir et vie privée, champ métaphorique)
Montpellier, November 1999
Kontaktadresse: Gérard Gouiran; Danile Le Blevec; Francis Dubost; Pierre-André Sigal

Université Paul-Valéry

Route de Mende

B.P. 5043

F-34032 Montpellier Cédex 1

Tel. 04 67 14 20 00 – Fax 04 67 14 20 52


Buchvorstellungen

Neue tschechische Forschungen zur frühneuzeitlichen Residenzen- und Hofforschung

Buzek, Václav, Hrdlicka, Josef et. al., Dvory velmozu s erbem ruze, Praha 1997 (315 Seiten mit ausführlicher englischer Zusammenfassung [S. 299-315] und vielen photographischen Abbildungen).

Václav Buzek, der unermüdliche Dozent an der südböhmischen Universität, hat die fachliche Öffentlichkeit mit einem neuen Sammelwerk überrascht, das in der hier gebotenen Kürze kaum ausreichend charakterisiert werden kann. Im Zentrum stehen die Höfe der südböhmischen hochadeligen Familien der Rosenberger und der Herrn von Neuhaus in der frühen Neuzeit. Der Untertitel des Werkes lautet: "Alltag und Feiertag bei den letzten Rosenbergern und den Herren von Neuhaus". Insgesamt 24 Beiträge, meist von Buzeks Schülern und Mitarbeitern, sowie ein kurzer historiographischer Anhang von Jaroslav Pánek über die aristokratischen Höfe Südböhmens widmen sich der ganzen Bandbreite des höfischen Lebens der Zeit.

Thematisch werden sowohl konkrete Personen als auch die Freuden und Strapazen des Hoflebens, sei es die Sorge um die eigenen Schlösser, Höfe bzw. die Prager Paläste, sei es das Leben der Höflinge, Beamten und Diener (ein Kapitel bespricht ausschließlich das Leben und die Rolle von Italienern an den böhmischen Höfen) besprochen. Aber auch die gegenseitigen Besuche, die Trink- und Mahlgesellschaften, Musik, Hochzeiten, Gesundheitspflege bis zu den Begräbnisfeierlichkeiten wie auch Religiosität, Mode und Kleinodienliebhaberei kommen zur Sprache. Sorgen um Verschuldung sowie das ausländische Nachrichtenwesen sind weitere Themen.

Obwohl in einer durchaus an die breite Öffentlichkeit gerichteten Weise präsentiert, fußen doch alle Beiträge auf den meist unedierten Quellen der südböhmischen Archive, die im Anhang kurz charakterisiert werden. Das ausführliche Literaturverzeichnis mag dem interessierten Fachkollegen ebenfalls in der einen oder anderen Frage weiterhelfen. Insgesamt eine gleichermaßen angenehme wie auch ertragreiche Lektüre.

Ivan Hlavácek, Prag*

Die klevischen Hofordnungen. Bearbeitet von K. Flink unter Mitwirkung von B. Thissen, Köln, Weimar, Wien 1997 (= Rechtsgeschichtliche Schriften. Im Auftrage des Rheinischen Vereins für Rechtsgeschichte e.V. zu Köln, 9), 163 S. mit 3 Abb., Leinen, 58,– DM

Mehr als eine hochwillkommene Ergänzung seiner 1994 erschienenen Untersuchung über den klevischen Hof und seine Chronisten ist die von Klaus Flink unter Mitwirkung von Bert Thissen erarbeitete Edition der klevischen Hofordnungen, wie sie für den Zeitraum 1411 bis 1515, dem Jahr der Regierungsübergabe Herzog Johanns II. an seinen Sohn, vorliegen. Dieser – seit 1510 verheiratet mit der Erbin von Jülich-Berg – regierte dann mit der nach dem Tod seines Vaters 1521 erfolgten Vereinigung der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg und der Grafschaften Mark und Ravensberg überwiegend von Düsseldorf aus.

Die Edition beginnt mit der ältesten überlieferten Kostliste und endet mit einer staatsrechtlich verbindlichen Regimentsordnung vom 27. Februar 1515, die zudem mit ergänzenden Ausführungsbestimmungen den Verzicht Johanns II. zugunsten seines Sohnes festlegt und regelt. Zwei ganz unterschiedliche, spannungsvoll zueinander-stehende Zeugnisse also, die zusammen mit weiteren 22 überlieferten Stücken, darunter 4 textkritisch mitberücksichtigte Entwürfe und Kommentare, facettenreich Einblick in Topographie, Umfang, Struktur, Finanzen, Personal und Lebensalltag des Hofes über immerhin drei Generationen hinweg erlauben.

Im Vergleich mit anderen deutschen Höfen der Region wird uns eine erstaunlich dichte Überlieferung geboten; allerdings gemessen am verwandtschaftlich verbundenen Vorbild Burgund sind die Ordnungen sehr viel kürzer geraten, was sowohl an fehlenden Unterlagen für die Gagenzahlungen liegt als auch einem sich deutlich vom burgundischen unterscheidenden Rechnungswesen. In diesem Zusammenhang resümiert Flink die klevischen Hofordnungen zu recht als "knappe Regelungen einfacher Bedürfnisse".

Dennoch sind die in den Texten gespiegelten Sachverhalte komplex, spiegeln eine zunehmend stärkere Tendenz zur Ausdifferenzierung sowohl von Aufgaben und Ämtern, als auch Schichtung und Dienststruktur des Hofes, den sie nicht etwa als einen abgeschlossen-festgeschriebenen Personenkreis zeigen, sondern als einen "von ständiger Fluktuation bestimmten Organismus." Zu Herzog Adolfs Zeiten eher noch als Hausgemeinschaft zu charakterisieren, wandelt sich das Personal unter Johann I. zu einem, so Flink, "deutlich gestuften Mehr-Klassen-System, dominiert vom von Burgund aus propagierten Ritterideal", das den Hof auch in seiner zeremoniellen Gestalt und mit seinem Rang- und Protokollbewußtsein aufscheinen läßt.

Daß der zu beobachtende Wandel, wie man ihn aus den Hofordnungen ableiten kann, nicht allein "von innen her", bzw. mit dem Räsonnement des Souveräns zu erklären ist, zeigen Anlage und Struktur der Texte, wenn man sie in ihrem jeweiligen Entstehungskontext sieht: zu Beginn haben wir lediglich die erwähnten Kostlisten, die allein diejenigen Personen nennen, die auf Grund ihrer Amtsbriefe kostberechtigt waren, sowie teilweise futterberechtigte Hofleute; es sind durchaus vielsagende, allerdings situationsbezogene Momentaufnahmen und keine aus grundsätzlicher Überlegung des Souveräns kreierte Konzeptionen für seinen Hof. Anders sieht es mit den seit 1448 überlieferten Ordinantien aus, die neben klaren Anweisungen/Ordnungen für Küche (von der einmal sogar ein wederrekenbueck, eine Art doppelte Buchführung verlangt wird), Bottelrie, Back- und Brauhaus sowie für Pförtner und Türwärte auch Angaben über Löhne enthielten. Wieder anders steht es dann mit den sog. Regimentsordnungen, die deutliche Festlegungen der Verwaltungsabläufe bei Hofe, eine sparsamere Haushaltsführung, vor allem aber ein geregelteres und berechenbareres Regierungshandeln des Herzogs einforderten, weil dieser weit über seine etatmöglichen Verhältnisse lebe. Sind die Texte Adolfs beinahe ausnahmslos ohne Mitwirkung der Räte zustandegekommen (Adolf selbst hatte ganz am Ende seiner Regierung eine erste Ordinanz zur Disziplinierung und für sparsamere Haushaltsführung diktiert), und wurden die folgenden Ordinantien seines Sohnes stets unter Einbezug der Räte formuliert, waren es schließlich unter Johann II. dann ausnahmslos die Räte, die – unter Mitwirkung der Landstände(!) – die sogenannten Regimentsordnungen verfaßten. Es ist fürstliches Fehlverhalten, das hier die wachsende Einflußnahme der landständischen Kräfte auch auf die Landesverwaltung politisch begründet und durchsetzbar macht.

Das vielbeschwore Vorbild Burgund, so wird man Flinks Einschätzung durchaus folgen können, läßt sich nur phasenweise, und dann auch nur im diachronischen Vergleich der Texte, erkennen; es betrifft Stil und Diktion der Texte unter Johann I., die weniger spontan und narrativ angelegt sind als noch unter Adolf, sowie den darin einmalig festgehaltenen vorzüglichen Rang der Hofkapelle, das erwähnte wederrekenboeck und die zeitweilig ungewöhnliche Betonung der Hofetikette. Es ist ausgerechnet Johann II. – in seiner Entwicklung wohl am stärksten von Burgund geprägt und durch Temperament und Neigung dessen aufwendigem höfischen Prestigegebaren am deutlichsten zugetan, der eine solche Entwicklung an seine Grenzen führt und zu unfreiwilligem Ende bringt.

Im ganzen liegt eine sorgfältige, in der Einleitung (S. XI-XXXIV) behutsam kommentierte Edition (Anm. 41 auf S. 22 ist unaufgelöst) mit einem ausführlichen Index zur Sach- und Personenerschließung vor, die nicht verschweigt, was alles verlorengegangen ist, und was andererseits zu der hier gebotenen beachtlichen Quellenbasis durch weitere einschlägig bedeutsame Zeugnisse, deren Kenntnis und Erschließung wir meist ebenfalls dem Bearbeiter verdanken, für eine Beschäftigung mit dem klevischen Hof unbedingt hinzugezogen werden muß.

Andreas Ranft, Kiel*
 
Nochmals "burgundische Hofordnungen"

Dr. Kruse rückt mit deutlichen Worten einiges zurecht: So schwarz war das Dunkel nicht, aus dem das neue Licht leuchtet. Doch bleibt es dabei: Der methodische Ansatz erlaubt das Messen, und damit auch die Quantifizierung des Wandels. Er wird erst dann seine ganze Wirksamkeit entfalten, wenn er seriell angewandt wird. Was wir brauchen, sind methodisch noch besser abgesicherte Untersuchungen dieser Art für ganze Ordnungsfolgen. Und dafür braucht man Editionen. Dr. Kruse und ich sind am Werke, was den burgundischen Hof betrifft (leider dauert alles immer länger, und dann stoßen administrative Entscheidungen alle Terminplanungen um); bei den deutschen Höfe geht es auch voran: Kleve liegt vor (K. Flink), Jülich-Berg ist in Vorbereitung (B. Kasten); anderes sollte folgen. Theorie und (Editions-)Praxis müssen zusammenarbeiten. Werkzeuge sind sie alle beide.

W. P.

Im zweiten Sonderband dieser Zeitschrift haben Ulf Christian Ewert und Sven Erik Hilsenitz den interessanten Versuch einer Neubewertung des Charakters burgundischer Hofordnungen mit Hilfe des theoretischen Rüstzeugs der Wirtschaftswissenschaften unternommen. Als Quellengrundlage dient die Hofordnung Herzog Philipps des Guten für seinen eigenen Hofstaat aus dem Jahre 1433.

Da sich die Autoren ausdrücklich auch auf einen von mir verfaßten und im Druck befindlichen Beitrag berufen, scheinen mir einige Bemerkungen angebracht.

Zu Recht stellen sie fest, daß die Forschung bisher burgundische Hofordnungen in erster Linie als Stellenbesetzungsplan bzw. Finanzdokument beschrieben hat (S. 20). Dabei vernachlässigen sie jedoch, daß der finanzielle Charakter der burgundischen Hofordnungen auch bisher nie als prinzipiell und ausschließlich postuliert oder als allein gattungsbestimmend hervorgehoben wurde. Vielmehr hat man die finanzielle Seite entweder zur Unterscheidung von Zeremonialordnungen hervorgehoben oder im Zusammenhang mit dem System der burgundischen Gagenlisten für das Personal der Hôtels der Mitglieder der herzoglichen Familien erwähnt.

Deswegen geht die von Ewert und Hilsenitz zum Auftakt gestellte Frage: "Warum tauchen aber Amtsbezeichnungen, Über- und Unterstellungsverhältnisse, Vertretungsregelungen, ja sogar überindividuelle Dienstanweisungen in einem Dokument auf, das doch allein Auskunft über An- bzw. Abwesenheit bei Hofe geben sollte?" ins Leere. Daß Hofordnungen "allein" ... "An- bzw. Abwesenheit bei Hofe" (S. 20) regeln sollten, behauptet niemand. Die Autoren setzen sich somit von einer Forschungslage ab, die es so nicht gibt.

Wenn man nämlich nicht voraussetzt, daß die Hofordnungen allein die An- bzw. Abwesenheit bei Hofe regeln sollten, sondern – wie dies bisher Usus war – davon ausgeht, daß sie vielmehr den Ablauf des Dienstes mit dem Ziel von finanziellen Einsparungen regeln, dann lassen sich die von Ewert und Hilsenitz formulierten Fragen ganz herkömmlich beantworten:

Die "mittelalterliche", vorgeblich ungeordnete (weil schriftlich nicht fixierte) Form der Präsenz einer großen Zahl von Dienern des Herzogs an seinem Hof und deren Verpflegung auf seine Kosten wird auf die Versorgung solcher Personen beschränkt, die als Diener des Herzogs auch zugleich ein ordentliches Amt innehaben. Allein zum Nachweis der Rechtmäßigkeit der Präsenz war deshalb die Angabe des Amtes nötig.

Was die Über- und Unterstellungsverhältnisse betrifft, so sind die hierzu gemachten Aussagen in den burgundischen Hofordnungen bei weitem geringer als die Verfasser glauben machen wollen. Konkrete Befehlsstränge werden höchstens rudimentär sichtbar. Man erfährt im wesentlichen, daß die Garde einen Kapitän hat und daß die Maîtres d’hôtel eine Aufsicht über die Amtsträger führen. Daß aber ein Sommelier im Brotamt dem Panetier irgendwie unterstellt gewesen sein dürfte, kann man nur aus seiner Nennung hinter der Gruppe der Panetiers und aus seinen niedrigeren Gagen erschließen. Die Hofordnungen äußern sich mit keinem Wort explizit zu ihrem Verhältnis zueinander. Allein Ämterhierarchien lassen sich aufgrund der Zahl der zugestandenen Diener und Pferde erkennen.

Im weiteren Fortgang ihrer Untersuchung, in der die Autoren jetzt die "Organisationstheorie" und "Elemente der ‘neuen Institutionenökonomik’" anwenden, wird zunächst die vollkommen berechtigte Frage gestellt, warum überhaupt das Bedürfnis nach "Ordnung" am Hof entstand. Diese Frage stand auch schon auf einer Tagung der Residenzenkommission zum Thema "Höfe und Hofordnungen", die 1996 in Sigmaringen stattfand und deren Ergebnisse in diesem Jahr erscheinen sollen, im Mittelpunkt. Dabei wurde für viele frühe Hofordnungen und vor allem für deutsche Texte der Vertragscharakter hervorgehoben. Sie wurden eben nicht aus freiem Willen des Fürsten erlassen, sondern waren das Ergebnis von Verhandlungen von Fürst und Ständen oder Räten. Dieses Ergebnis greifen die Verfasser nun auf wenden es auf Burgund an.

Richtig ist, daß die Selbstbeschränkungen, die sich auch in den Hofordnungen der Herzoge von Burgund finden, vor dieser Tagung nicht hinreichend beachtet wurden. Andererseits sind sie weit entfernt von dem, wozu sich mancher Reichsfürst bequemen mußte. Es gab praktisch niemanden, der sich dem Willen des burgundischen Herzogs wirklich widersetzen konnte. Im äußersten Falle konnte es so weit kommen, daß der Herzog eine Hofordnung dadurch außer Kraft setzte, daß er sie zerriß. Nachträge zu Hofordnungen zeigen, daß auf herzoglichen Wunsch zusätzliche Amtsträger aufgenommen wurden. Wenn man in Bezug auf die burgundischen Hofordnungen von einem Vertragscharakter sprechen will, so doch höchstens in der Form einer oktroyierten, d.h. einer vom Fürsten gewährten Hofverfassung, deren Garant letztlich nur der Fürst selber war.

Deutsche Gelegenheits-Hofordnungen, die vor allem in Krisenzeiten entstanden, wenn etwa der Fürst minderjährig war oder der Fürst den Ständen finanzielle Zugeständnisse machen mußte, haben einen anderen Entstehungsprozeß als die burgundischen Texte, die wir greifen können. Die von Ewert und Hilsenitz behandelte Hofordnung von 1433 ist viel mehr das Ergebnis einer Tradition als eines schriftlich fixierten Interessenausgleiches zwischen Fürst und "Höflingen". Leider lassen sich die Ursprünge nicht wirklich fassen, weil entsprechende Texte fehlen. So sind die Ausführungen darüber, welche Interessen der Herzog und seine "Höflinge" an einer Hofordnung gehabt haben könnten, reine Spekulation. Problematisch ist die Konstruktion einer Interessenlage auch deshalb, weil der Begriff "Höfling" undefiniert verwendet wird. Hofordnungen nennen die Personen, die im Hôtel des Fürsten ein Amt innehaben. Die Diskrepanz zwischen einem Kammerherrn und einem Küchenjungen ist allerdings dergestalt, daß man letzteren doch wohl kaum als "Höfling" bezeichnen will. Die Interessenlagen der verschiedenen Gruppen kann man zwar – wie Ewert und Hilsenitz dies tun – zu einem Gesamtinteresse der "Höflinge" addieren, doch verwischt dies die Unterschiede. Für einen Kammerherren wird das Interesse an Kost, Kleidung und Logis eher gering gewesen sein, denn die in den Hofordnungen erwähnten Gagen sind kein Gehalt, sondern nur ein Kostgeld. Ihn wird eher der "Zugang zum Herrscher" und die "Partizipation am Herrschaftswissen" interessiert haben. Doch – und das übersehen die Verfasser – dazu bedurfte es nicht unbedingt der Nennung in der Hofordnung. Der Herzog von Burgund hatte eine große Zahl von Räten, die nicht in seiner Hofordnung standen. Entscheidungszentrum war der Hof – und hier vor allem der Rat – und eben nicht das Hôtel. Mit einer Hofordnung allein konnte niemand den Zugang zum Hof "kartellieren" (S. 22), auch wenn die dort genannten Posten natürlich begehrt waren und sich häufig beobachten läßt, wie auf die Vergabe Einfluß zu nehmen versucht wurde. Aber anders als dies der im Deutschen verwendete, verwirrende Begriff der "Hofordnung" vermuten läßt, wurde im burgundischen Bereich eben nicht der "Hof" geordnet, sondern nur der "Haushalt". Die konstruierte Interessenlage ist somit irrig. Es gab keine gemeinsame Interessenlage der "Höflinge", weil das Hôtel nicht aus "Höflingen" bestand. Als Gesprächspartner des Herzogs kommt nur eine Spitzengruppe des Hofes in Frage. Wenn diese ihren Einfluß auf den Herzog durch eine Hofordnung hätte wahren wollen, hätte sie den falschen Weg beschritten. Einem Kammerherrn dürfte es letztlich egal gewesen sein, wer das Lastpferd der Mundschenken führte. Warum diese Person also namentlich erwähnen ?

Auch die folgenden Ausführungen zur Organisation des "Hofes" (lies: "Hôtel") überzeugen nicht. Bei den Ausführungen zur "Aufgabenspezialisierung" (S. 25f.), wird nicht erkannt, daß die außerhalb der 6 Hofämter (Paneterie, Eschansonnerie, Cuisine, Fruiterie, Écurie, Fourrière) genannten Personen überwiegend Ämter bekleiden, die ursprünglich der 1433 nicht mehr existierenden Kammer des Herzogs zuzuordnen waren. Es hätte eines Blickes auf andere Hofordnungen bedurft, um die sich verändernden Gruppierungen einzelner Ämter in diesem Bereich zu erfassen.

Das im folgenden Abschnitt (S. 27) gebrachte Organigramm ist verwirrend. In einem Organigramm, in dem die Herolde dem Herzog näher sind als die Kammerherren, die Kammerdiener auf gleicher Ebene stehen wie die Maîtres d’hôtel, und in dem nicht erkannt wurde, daß Barbiere, Gewandschneider etc. die Angehörigen der aufgelösten Kammer sind und damit in einen Zusammenhang mit den Kammerdienern gehören – um nur einige Ungereimtheiten zu erwähnen –, vermag ich den burgundischen Hof nicht wiederzuerkennen.

Interessant sind dagegen die im folgenden Abschnitt gemachten Aussagen etwa über "Leitungsspannen" am burgundischen Hof oder die relative Autarkie der Ämter, die mit der Reisetätigkeit des Hofes in Verbindung gebracht wird. Hier ließe sich lediglich anregen, die Methode auf weitere Hofordnungen anzuwenden und auch Olivier de La Marches ausführliche Schilderung des Hofes Karls des Kühnen heranzuziehen, um zu überprüfen, ob die Ausführungen über "flache Hierarchien" und "Self Controlling" sich auf andere Höfe und andere Jahre übertragen lassen.

Ewert und Hilsenitz gebührt das Verdienst, die organisatorischen Aspekte der burgundischen Hofordnungen stärker hervorgehoben zu haben als dies bisher üblich war. Daß eher "die prinzipielle Planbarkeit der Ausgaben" als "rigoroses Sparen" (S. 32) im Vordergrund standen, ist dagegen keine neue Erkenntnis. Dies zeigt schon die sich stetig vermehrende Zahl der Amtsträger in den Hofordnungen. Andererseits wird der Sparwille in wünschbar deutlicher Weise durch drei Gutachten aus dem Jahre 1445 belegt. Hierin wurden Überlegungen darüber angestellt, ob sich durch eine Umstellung der Versorgung aller Amtsträger inklusive ihrer eigenen Bediensteten und Pferde auf reine Gagenzahlungen nicht Einsparungen für die herzogliche Kasse erzielen ließen. Nach der bis dahin gängigen Praxis wurde einem Großteil der im Hofdienst stehenden Personen zentrale Verpflegung im "Saal" – den man sich angesichts der hohen Mobilität des Hofes in der Regel als Zelt wird vorstellen müssen – und einem der Teil Pferde im "Stall" gewährt. In diesem Zusammenhang wurde auch die geltende Hofordnung von 1438 einer Revision unterzogen, wobei eine Kopie mit Berechnungen der monatlichen Kosten annotiert und mit Einsparungsmöglichkeiten, sprich Vorschlägen für Ämterstreichungen, versehen wurde.

Deutlich wird der Sparwille weiter nicht nur da, wo in den Ausführungsbestimmungen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der für den Haushalt so wichtigen Einkünfte aus den herzoglichen Domänen getroffen werden, sondern auch da, wo die Zahl der Amtsträger beschränkt werden soll, vor allem bei den Sekretären, deren Zahl die Tendenz zu unkontrollierter Wucherung hatte. Hätte Organisation im Vordergrund gestanden hätte man Aufgabenbereiche zuschneiden können. Aber man wollte reduzieren, d.h. sparen. Deshalb kann ich den von den Verfassern konstruierten Widerspruch zwischen "Reduktion der Kosten" und prinzipieller "Planbarkeit der Kosten" nicht erkennen. Hätte ein mittelalterlicher Fürst geplant, wenn er nicht hätte sparen müssen ?

Der Ansatz der Verfasser ist erfrischend und bedenkenswert. Leider sind sie in ihrem Schwung ein wenig über das Ziel hinausgeschossen.

Holger Kruse, Paris*
 

Neuerscheinungen

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Baletka, T., Šlechtická nemovitost v Brne v dobe markrabete Jošta [mit Zusammenfassung: Die adligen Freihäuser in Brno (Brünn) in der Zeit des Markgrafen Jost], in: Casopis Matice moravské 114, 1995, S. 235-256.

[Als Nebenprodukt der größeren Arbeit über Jodok (1375-1411) und sein Residenzwesen publiziert der Autor hier nicht nur die ungedruckten Quellen zum freien adeligen Besitz in Brünn, sondern versucht zugleich die Beziehungen der einzelnen Geschlechter zum Markgrafen nachzuzeichnen. I. Hlavácek] Bauer, W., Hofökonomie. Der Diskurs über den Fürstenhof in Zeremonialwissenschaft, Hausväterliteratur und Kameralismus, Köln, Weimar, Wien 1997 (= Frühneuzeitstudien, NF, 1).

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[mit einer Bibliographie v. T. Schmitt.]

Corpus delle Feste a Roma 2: Il Settecento e l’Ottocento, hrsg. v. M. Fagiolo, Rom 1997.

La Corte dei Papi. Collana diretta da A. Paravicini Bagliani.

[Gli studi pìu recenti sul periodo medievale, sul Rinascimento e sui primi secoli dell’età moderna, ci permettono di comprendere i meccanismi – mentali e culturali, oltre che amministrativi e politici – che contribuirono a fare di quella pontificia una della corti sovrane più complesse dell’Occidente. Le fonti scritt ed iconografiche, di una riccezza sorprendente, consentono di studiarne i più diversi aspetti, anche in stretta connessione con la storia sociale e urbanistica di Roma: viaggi, economia, storia della sanità, cerimoniale, riti, simboli del potere, edilizia e così via.]

Erschienen sind bislang:

Nardella, C., Il fascino di Roma nel Medioevo. Le "Meraviglie di Roma" di maestro Gregorio, Rom 1997.

Sayers, J., Innocenzo III. 1198-1216, Rom 1997.

Carocci, S., Il nepotismo die papi, Rom 1998.

Im Druck:

Herklotz, I., Il potere e i suoi simboli: il portico lateranense nel Medioevo.

Santi, F., Il papato angelico. Il sogno profetico di Arnaldo da Villanova.

Vendittelli, M., I banchieri del papa, secoli XII-XIII.

In Vorbereitung zum Druck:

Barone, G., Matteo Paris, Roma e la Curia pontificia.

Crisciasni, C., Il papa e l’alchimia. Guglielmo Fabri e Felice V.

Hubert, E., La piazza di San Pietro nel Medioevo.

Ladner, G. B., I simboli del papato.

Maire Vigueur, J.-C., Cola di Rienzo.

Paravicini Bagliani, A., Bonifacio VIII. Un ritratto.

Paravicini Bagliani, A.; Nardella, C., Invettive, proteste e satire contro Roma e contro la corte pontificia.

A la cour de Bourgogne. Le duc, son entourage, son train, hrsg. von J.-M. Cauchies, Turnhout 1998 (= Burgundica, 1).

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Enthält u.a.: Moraw, P., Über den Hof Johanns von Luxemburg und Böhmen, S. 93f. Jolivet, S., Se vêtir pour traiter: données économiques du costume de cour dans les négociations d’Arras de 1435, in: Annales de Bourgogne 69, 1997, S. 5-36.

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Kanzleiwesen und Kanzleisprache im östlichen Europa, hrsg. v. C. Hannick, Köln, Weimar 1998 (= Beihefte zum Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte und Wappenkunde, 6).

Kasten, B., Königssöhne und Königsherrschaft. Untersuchungen zur Teilhabe am Reich in der Merowinger- und Karolingerzeit, Hannover 1998 (= Monumenta Germaniae Historica, Schriften, 44).

Kommunikationspraxis und Korrespondenzwesen im Mittelalter und in der Renaissance, hrsg. v. H.-D. Heimann in Verbindung mit I. Hlavácek, Paderborn, München, Wien, Zürich 1997.

I. Hof und Verwaltung. Heimann, H.-D., Mittelalterliches Briefwesen und moderne Schreibmedienkultur. – Praxis und Perspektiven der Tagungsthematik, S. 9-15; Hlavácek, I., Kommunikation der Zentralmacht mit Reichsuntertanen sowie auswärtigen Mächten unter König Wenzel (IV.) , S. 19-30; Heinig, P.-J., Der König im Brief. Herrscher und Hof als Thema aktiver und passiver Korrespondenz im Spätmittelalter, S. 31-49; Felten, F.-J., Kommunikation zwischen Kaiser und Kurie unter Lundwig dem Bayern (1314-1347). Zur Problematik der Quellen im Spannungsfeld von Schriftlichkeit und Mündlichkeit, S. 51-89; Rösener, W., Fehdebrief und Fehdewesen. Formen der Kommunikation beim Adel im späten Mittelalter, S. 91-101; Boockmann, H., Die Briefe des Deutschordenshochmeisters, S. 103-111; Neitmann, K., Die Publikation von Staatsverträgen und Landesordnungen im Deutschordensland Preußen, S. 113-124.

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Die englischen Könige und Königinnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., hrsg. v. P. Wende, P., München 1998.

Körber, E.-B., Öffentlichkeiten der Frühen Neuzeit. Teilnehmer, Formen, Institutionen und Entscheidungen öffentlicher Kommunikation im Herzogtum Preußen von 1525 bis 1618, Berlin, New York 1998.

Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit, hrsg. v. L. Unbehaun, U. Schütte und A. Beyer, München voraussichtl. Sommer 1998 (= Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 1).

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Leguay, A., Les princes de Bourgogne lecteurs de Froissart. Les rapports entre le texte et l’image dans les manuscrits enluminés du livre IV des Chroniques, Turnhout 1998 (= Documents, Études & Répertoires, 68).

Leibetseder, M., Adlige Kavaliere auf großer Tour. Die Kavalierstour im 17. und 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Familien von Arnim-Boitzenburg und zu Lynar, unveröff. Magisterarbeit TU Berlin 1997.

Leroy, B., Vêtements à la cour de Navarre à la fin du XIVe siècle, in: Mélanges Robert Delort, Paris 1997, S. 393-400.

LeRoy Ladurie, E., Saint-Simon ou le système de la Cour, Paris 1997.

Liber Genealogiae Regum Hispaniae. Anacephaleosis, von Alfonso de Cartagena. Faksimile-Ausgabe, Graz 1998.

[Das Liber Genealogiae Regum Hispaniae, ein Werk von Alfonso de Cartagena (1385-1456), beschreibt die Abstammung und Entwicklung der spanischen Königsgeschlechter, ergänzt durch bedeutende Lebensdaten und stets unter Bezugnahme auf die zeitgenössischen Mächte der Christenheit. Diese alte Handschrift wurde im 16. Jahrhundert von dem Kalligraphen Dionisio kopiert und wahrscheinlich auch von ihm, evtl. auch von dem Maler Diego de Arroyo mit Ornamenten und Bäumen illustriert, in die Namenstafeln und Medaillons sowie zahlreiche Wappen und königliche Porträts eingezeichnet sind. Der Band, der aus einer Einleitung und 94 Kapiteln besteht, setzt mit der frühgeschichtlichen gotischen Epoche der spanischen Monarchie (und zwar mit Atanarico, der um 343 "regierte") ein. Es folgen Pelayo und die Könige von Asturien und Kastilien-Leon und die verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Königshäusern von Navarra, Aragon und Portugal, sowie die Herrschaft Enrique IV. Der Kommentarband dazu enthält den Stammbaum der spanischen Monarchie sowie ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zu den übrigen europäischen Königshäusern der Gegenwart] Lingohr, M., Der Florentiner Palastbau der Hochrenaissance: Der Palazzo Bartolini Salimbeni in seinem historischen und architekturgeschichtlichen Kontext, Worms 1997.

Löwenstein, U., ... wurde der Genius von Hessen noch einmal gesehen ... Feier zum 50. Geburtstag von Landgraf Friedrich II. in Kassel, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 47, 1997, S. 131-148.

Lutter, C., Politische Kommunikation an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Republik Venedig und Maximilian I. (1495-1508), München 1998 (= Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 34).

Martens, W., Der patriotische Minister. Fürstendiener in der Literatur der Aufklärungszeit, Köln, Weimar, Wien 1996 (= Studien zur Literatur und Kulturgeschichte der Neuzeit, 1).

Maurer, H. M., Zum Stand der mittelalterlichen Burgenforschung, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 56, 1997, S. 435-446.

McCulloch, P. E., Sermons at court 1559-1625. Religion and politics in Elizabethan and Jacobean preaching, Cambridge 1998 (= Cambridge Studies in Early Modern British History).

Medideval Visegrád. Royal Castle, Palace, Town and Franciscan Friary, hrsg. v. J. Laszlovszky, Budapest 1995 (= Dissertationes Pannonicae ex Instituto Archaeologico Universitatis Rolando Eötvös nominatae Budapestinensis provenientes. Ser. 3; 4).

Meals in a social context, hrsg. v. I. Nielsen et al., Aarhus 1998 (= Aarhus studies in Mediterranean antiquity, 1).

Menzel-Reuters, A., Literaturbericht Handschriftenkataloge, in: DA 53, 1997, S. 179-203.

Mittelalter und frühe Neuzeit. Hausen – Wohnen – Residieren, hrsg. von U. Dirlmeier, Stuttgart voraussichtlich Sommer 1998 (= Geschichte des Wohnens, 2).

Müller, M., Die Vollendung der Grabeskirche einer "königlichen Frau" [Hl. Elisabeth]. Baugeschichte, Vorbilder, Bedeutung, Marburg 1997 (= Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, 60).

Müller, M., Die spätmittelalterliche Bistumsgeschichtsschreibung. Überlieferung und Entwicklung, Köln, Weimar, Wien 1998 (= Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 44).

Muziek in de Middeleeuwen, Groningen 1998 (= Groniek 140, Jg. 31, 1998):

Aus dem Inhalt: Vellekoop, K., Middeleeuwse muziek?, S. 269-275; Boer, D. E. H. de, De zonnegod van de Pyreneeën: Gaston Fébus (1331-1391), S. 276-292; Ferguson, M., Hemel en aarde kunnen vergaan. Een zoektocht naar de muziek van het volk in West-Europa in de Middeleeuwen. S. 293-300; Sanders, H., De troubadours en hun invloed op de lyriek van het Romaanse taalgebied. S. 301-312; Zijlstra, M., Gregoriaans: humuslaag van de middeleeuwse muziek, S. 313-320. Ogris, W., Klagenfurts Weg zur Landeshauptstadt von Kärnten, in: 800 Jahre Klagenfurt. Festschrift zum Jubiläum der ersten urkundlichen Nennung, hrsg. v. W. Deuer, Klagenfurt 1996 (= Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, 77), S. 67-95.

L’ordre de la Toison d’or, de Philippe le Bon à Philippe le Beau (1430-1505): idéal ou reflet d’une société?, hrsg. von C. Van den Bergen-Pantens, Turnhout 1996 (= Publications of the Royal Belgian Library, 2).

Ott, J., Krone und Krönung. Die Verheißung und Verleihung von Kronen in der Kunst von der Spätantike bis um 1200 und die geistige Auslegung der Krone, Mainz 1998.

Il palazzo Farnese a Piacenza. La Pinacoteca e i Fasti, hrsg. v. S. Pronti, Mailand 1997.

Paradies des Rokoko. Bd. 1: Das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine. Bd. 2: Galli Bibiena und der Musenhof der Wilhelmine von Bayreuth, hrsg. von P. O. Krückmann, München 1998.

Pätzold, S., Die frühen Wettiner. Adelsfamilie und Hausüberlieferung bis 1221, Köln, Weimar, Wien 1997 (= Geschichte und Politik in Sachsen, 6).

Paviot, J., Philippe de Clèves, Seigneur de Ravestein. L’instruction de toutes manières de guerroyer ... sur mer. Ed. critique du manuscrit français 1244 de la Bibliothèque nationale de France, Paris 1997 (= Bibliothèque de l’École des Hautes Études. Sciences historiques et philologiques, 333).

Les Pays romands au Moyen Age, hrsg. v. A. Paravicini Bagliani, J.-P. Felber, J.-D. Morerod, V. Pasche, Lausanne 1997.

Pégeot, P., Le droit de gîte aux chiens, in: Mélanges Robert Delort, Paris 1997, S. 273-278.

Petersohn, J., Über monarchische Insignien und ihre Funktion im mittelalterlichen Reich, in: HZ 266, 1998, S. 47-96.

Plassmann, A., Die Struktur des Hofes unter Friedrich I. Barbarossa nach den deutschen Zeugen seiner Urkunden, Hannover 1998 (= Monumenta Germaniae Historica, Studien und Texte, 20).

Powell, J. S., Music and theatre in France 1600-1680, Oxford 1998.

Rätsch, S., Geselligkeit als Lebensbedürfnis. Literarische Bauernhochzeiten – zu einer geselligen Festform des Barock, in: Geselligkeit und Gesellschaft im Barockzeitalter, hrsg. v. W. Adam, Wiesbaden 1997, Bd. 2.

Der Raum Schaumburg. Zur geschichtlichen Begründung einer regionalen Identität, hrsg. v. H. Höing, Melle 1997 (= Schaumburger Studien, 57).

Regionalism and revision. The crown and ist provinces in England 1250-1650, hrsg. v. P. Fleming et al., London 1997.

Die Reichskleinodien. Herrschaftszeichen des Heiligen Römischen Reiches, hrsg. v. d. Gesellschaft für Staufische Geschichte e.V. Mit Beiträgen von H.-J. Becker et al. Red.: K.-H. Ruess, Göppingen 1997 (= Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, 16).

Renoux, A., Résidences et châteaux ducaux normands au XIIe siècle. L’apport des sources comptables et des données archéologiques, in: L’architecture normande au Moyen Age, Bd. 1, hrsg. v. M. Baylé, Caen 1997, S. 197-217.

Renoux, A., Palais et souveraineté en France occidentale (fin IXe-début XIIIe siècle), in: Aux sources de la gestion publique III. Hommes de pouvoir. Ressources et lieux de pouvoir, hrsg. v. E. Magnou Mortion, Lille 1997, S. 227-262.

Reval. Handel und Wandel vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, hrsg. v. N. Angermann und W. Lenz, Lüneburg 1997 (= Schriften der Baltischen Historischen Kommission, 8).

Roeck, B., Kunstpatronage in der Frühen Neuzeit. Kunst, Künstler und ihre Auftraggeber in Italien und Deutschland vom 15.-17. Jahrhundert, Göttingen 1998.

Auf den Römerstraßen ins Mittelalter. Beiträge zur Verkehrsgeschichte zwischen Maas und Rhein von der Spätantike bis ins 19. Jahrhundert, Mainz 1998 (= Trierer historische Forschungen, 30).

Schenk, G. J., Der Einzug des Herrschers. ‘Idealschema’ und Fallstudie zum Adventuszeremoniell für römisch-deutsche Herrscher in spätmittelalterlichen italienischen Städten zwischen Zeremoniell, Diplomatie und Politik, Marburg 1996 (= Edition Wissenschaft, Reihe Geschichte, 13 [Mikrofiche]).

Schich, W., Slawen und Deutsche an Havel und Spree: zu den Anfängen der Mark Brandenburg, Hannover 1997 (= Studien zur internationalen Schulforschung, 82: Deutsche und Polen – Geschichte einer Nachbarschaft, Teil B4).

Schmitt, R., Die Rondelle der Burg Querfurt. Zur frühen Baugeschichte, in: Querfurter Heimatblätter Heft 6, 1996/1997, S. 23-31.

Schmitt, R., Die Doppelkapelle der Neuenburg bei Freyburg/Unstrut. Bericht über neue baugeschichtliche Untersuchungen, in: Die Kunst des 13. Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Festschrift für Ernst Schubert, Weimar 1997 (= Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, 19), S. 73-164.

Schmitz, H., Rittersitze, Höfe, Kotten und ihre Bewohner. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte, Bottrop, Essen 1998.

Schwennicke, D., Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Bd. I,1: Die fränkischen Könige und die Könige und Kaiser, Stammesherzoge und Kurfürsten, Markgrafen und Herzoge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Frankfurt am Main 1998.

Ders., Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Bd. 17: Hessen und das Stammesherzogtum Sachsen, Frankfurt am Main 1998.

The search for a patron in the Middle Ages and the Renaissance, hrsg. v. D. G. Wilkins und R. L. Wilkins, New York 1996 (= Medieval and Renaissance studies, 12).

Price, B. B., The Effect of Patronage on the Intellectualization of Medieval Endeavors, S. 5-18; Cooper, T. E., Mecenatismo or Clientelismo? The Character of Renaissance Patronage, S. 19-32; Kornbluth, G., The Token of Reginboldus: Artistic Patronage Outside the Carolingian Courts, S. 33-34; Hurlbut, J. D., Patron as Pupil: On Becoming the Duke of Burgundy, S. 45-53; Willard, C. C., Patrons at the Burgundian Court: Jean V de Créquy and His Wife, Louise de la Tour, S. 55-62; Scheifele, E. L., The Artistic Patronage of Richard II: Court Style or Court Image, S. 63-77; Arciszewska, B., The Church of Sint Jan in ‘s-Hertogenbosch: Defining the Boundaries of Patronage in Late Medieval Netherlandish Architecture, S. 79-99; Bradley, R., Musical Patronage at Savoy, 1420-1450, S. 101-113; Taylor-Mitchell, L., Botticelli’s San Barnaba Altarpiece: Guild Patronage in a Florentine Context, S. 115-135; Davidson, S. G., Patronage in Paris in the Sixteenth Century: The Case of Nicolas Houel, S. 137-144; Wiesmann, M.-A., Female "Patronage" of a Sixteenth-Century Text: Diane de Foix and Michel de Montaigne, S. 145-156; Schlitt, M., The Patronage of Style: Francesco Salviati’s Frescoes of "Camillus" and Cosimo I de’ Medici, S. 157-177; Talvacchia, B., Notes for a Job Description to be Filde Under "Court Artist" , S. 179-190. Silberner Tafelbrunnen mit Neptun und Bacchus von Melchior I Gelb, Augsburg, 1652-1653, Berlin 1997 (= Patrimonia, 128).

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Stahleder, H., Stadtplanung und Stadtentwicklung Münchens im Mittelalter, in: Oberbayerisches Archiv 119, 1995, S. 217-283.

Stein, R., Recht und Territorium. Die lotharingischen Ambitionen Philipps des Guten, in: ZHF 24, 1997, S. 481-508.

Stollberg-Rilinger, B., Höfische Öffentlichkeit. Zur zeremoniellen Selbstdarstellung des brandenburgischen Hofes vor dem europäischen Publikum, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte NF 7, Heft 2, 1997, S. 145-176.

Symbolik von Ort und Raum, hrsg. v. P. Michel, Bern, Berlin, Frankfurt/M., New York, Paris, Wien 1997 (= Schriften zur Symbolforschung, 11).

A Tale of Two Cities. Berlin – Kopenhagen 1650-1930, hrsg. v. T. Riis und J. M. Witt, Odense 1997 (= Byhistoriske Skrifter, 8).

Talmant, P., Le soleil: un emblème redoutable: une lecture typologique de la crise de folie du roi Charles VI, in: Journal of Medieval History 24, 1998, S. 53-60.

Tausend Jahre pommersche Geschichte, hrsg. v. R. Schmidt, Köln, Weimar, Wien 1998 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V: Forschungen zur pommerschen Geschichte, 31).

Taylor, R. R., The castles of the Rhine. Recreating the Middle Ages in modern Germany, Waterloo 1998.

Von teutscher Not zu höfischer Pracht (1648-1701), hrsg. v. G. U. Grossmann, Köln 1998.

Treasures of Florence: The Medici Collection 1400-1700, hrsg. v. C. A. Luchinar, München, New York 1997 (dt.: Die Schätze der Medici, München 1997).

Veenstra, J. R., Magic and Divination at the Courts of Burgundy and France. Text and Contexts of Laurens Pignon’s Contre les Devineurs (1411), Leiden 1997 (= Brill’s Studies in Intellectual History, 83).

Weissensteiner, F., Große Herrscher des Hauses Habsburg. 700 Jahre europäische Geschichte, München 1997.

Wilson, J. C., Painting in Bruges at the Close of the Middle Ages. Studies in Society and Visual Culture, Philadelphia 1998.

Witzel, W. H., Die fuldischen Ministerialen des 12. und 13. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur mittelalterlichen Geschichte der Reichsabtei Fulda, Fulda 1998 (= Veröffentlichung des Fuldaer Geschichtsvereins, 62).

Zmora, H., State and nobility in early modern Germany. The knightly feud in Franconia 1440-1567, Cambridge 1998 (= Cambridge Studies in Early Modern British History).

 

Verschiedenes
  • Seit dem 1. Januar 1997 existiert an der Justus-Liebig-Universität Gießen der DFG-Sonderforschungsbereich "Erinnerungskulturen". Innerhalb dieses DFG-Programmes betreut Prof. Dr. Werner Rösener das Teilprojekt B 3 "Der Adel und seine Erinnerungskultur". Anschrift: Prof. Dr. Werner Rösener, Justus-Liebig-Universität Gießen, Historisches Institut, Mittelalterliche Geschichte, Otto-Behagel-Str. 10 C2, D-35394 Gießen.
Generelles Ziel dieses Arbeitsvorhabens ist es, die verschiedenartigen Kommunikationsformen des Adels im Kontext der mittelalterlichen Erinnerungskultur zu erforschen. Dabei soll im besonderen die Auswertung der autobiographischen Zeugnisse des Adels ("Ego-Dokumente"), die seit dem Spätmittelalter in unterschiedlicher Dichte in Erscheinung treten, eine zentrale Rolle spielen. Es geht also primär um die Frage nach den Individualisierungspotentialen der adeligen Erinnerungskultur. In einem ersten Arbeitsschritt soll die archivalische Überlieferung einzelner Geschlechter (Urkunden, Herrschaftsurbare, Inventare, Genealogien, Familienbücher etc.) und der ihnen nahestehenden Hausklöster und Kirchen im Vordergurnd stehen. Die Adelsarchive in einigen ausgewählten Landschaften (Hessen, Westfalen, Württemberg) sollen auf geeignete Materialien durchsucht werden, so daß verschiedene Adelsgeschlechter exemplarisch analysiert werden können. Die Staatsarchive von Münster, Marburg und Stuttgart enthalten innerhalb der dort gelagerten Adelsarchive genügend Quellenmaterial, das gründliche Studien zum Forschungsgegenstand erlaubt (Archivarbeit in den Jahren 1997/98). In einem zweiten Schritt (1998/99) sollen die behandelten Adelsfamilien und Adelsherrschaften miteinander verglichen und auf gemeinsame Merkmale untersucht werden (Text: Antrag zum DFG-Sonderforschungsbereich, Werner Rösener).
  • Die Vorträge, die anläßlich der Verabschiedung des Generaldirektors der Staatlichen Archive Prof. Dr. Walter Jaroschka auf einem wissenschaftlichen Kolloquium über "Bayerns Verwaltung in historischer und archivwissenschaftlicher Forschung. Stand und Aufgaben", veranstaltet von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, am 24. und 25. Juni 1997 in München im Bayerischen Hauptstaatsarchiv gehalten worden sind, werden veröffentlicht in der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 61, 1998 (Darunter die Beiträge von D. Willoweit, Würzburg: Begriff und Wege verwaltungsgeschichtlicher Forschung. W. Volkert, Regensburg: Verwaltung im spätmittelalterlichen Bayern und F. Kramer, Eichstätt: Verwaltung und politische Kultur in Bayern in der Frühen Neuzeit).
  • Vom 25. bis zum 27. September 1997 veranstaltete das Institut für Europäische Geschichte, Mainz, in Verbindung mit der Historischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Mainz das 4. deutsch-österreichische Historikergespräch zu dem Thema "Reichsständische Libertät und habsburgisches Kaisertum".
I. Der Kaiser zwischen den Erblanden und dem Reich.

Burkert, G., Eingangsreferat (Untersuchung zu den Gesandtschaften der österreichischen Landstände); Laferl, C., Die Spanier am Hofe Ferdinands I.; Edelmayer, F., Das Netz Philipps II. im Reich; Kohler, A., Kontinuität und Diskontinuität bei Ferdinand II.

II. Strukturen und Institutionen des Reichs.

Neuhaus, H., Reichstage des 16. und 17. Jahrhunderts; Burkhardt, J., Das Quellen-, Geschäfts- und Verfassungsprofil in der Sammlung der Reichs-Schlüsse; Diestelkamp, B., Die Reichsgerichtsbarkeit im Spannungsfeld zwischen reichsständischer Libertät und habsburgischem Kaisertum; Schulze, W., Ein Gutachten Christians von Anhalt (1608).

III. Kaiserlich-habsburgische Klientel und Reichsstände.

Schnettger, M., Kaiser und Reichskirche im Spiegel der Bischofswahlen (15555-1665); Sutter, B., Die Reichsritterschaft; Rudersdorf, M., Patriarchalisches Fürstenregiment und Reichsfriede: Zur Rolle des lutherischen Regententyps im Zeitalter der Konfessionalisierung; Schmidt, G., Angst vor dem Kaiser? Die Habsburger und die ‘teutsche Libertät’.

IV. Kaiser und Reich im politischen Denken und in der Publizistik.

Lutter, C., Selbstbilder und Fremdwahrnehmung des habsburgischen Kaisertums um 1500; Luttenberger, A., Kaisertum und Reich im politischen Denken Zacharias Geizkoflers; Hoke, R., Prokaiserliche und antikaiserliche Reichspublizistik.

  • Auf der Tagung "Juden in der Stadt – vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert" des Österreichischen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung in Verbindung mit dem Institut für Geschichte der Juden (St. Pölten) und dem Burgenländischen Landesarchiv vom 13. bis zum 17. Oktober 1997 in Eisenstadt hielt F. Battenberg, Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, ein Referat über "Hofjuden in Städten der frühen Neuzeit".
  • Bei Brepols Publishers, Steenweg op Tielen 68, B-2300 Turnhout (Tel. 32-14-40 25 00 – Fax 32-14-42 89 19; Email: publishers@brepols.com; Internet: http://www.brepols.com/publishers/) ist Ende 1997 die erste, etwa ein Viertel der Miniaturen erfassenden CD "La Bibliothèque des Ducs de Bourgogne", ISBN 2-503-50637-2, zum Preis von BEF 50.000 erschienen.
  • In der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel fand am 11. und 12. Dezember 1997 unter der Leitung von Prof. Dr. Jan-Dirk Müller ein Arbeitsgespräch über "Literatur und Kunst im Umkreis Maximilians I." statt.
Folgende Vorträge wurden gehalten: T. Brady (Berkeley), Maximilian und die Wiederbelebung des Königtums im Spiegel der Reichstagsakten; D. Mertens (Freiburg), Publizistik und Literatur auf Reichstagen Maximilians; C. Wood (Berkeley), Maximilian als Archäologe; J. Brüning (Berlin), Mathematik und Naturwissenschaften im Umkreis Maximilians; B. Maier/P. Kathol (Klagenfurt), Jakob Mennels genealogische Werke für Kaiser Maximilian: Konzeption und Illustration. Ein Arbeitsbericht; E. Irblich (Wien), Die Genealogie Kaiser Maximilians I. in der Genealogie Kaiser Karls V.: Herkunft der Idee – Wirkung – Fortsetzung – ‘Rückkehr’ in die südlichen Niederlande; J. J. Berns (Marburg), Zum Memoria-Konzept Kaiser Maximilians I.; K. Hoffmann (Berlin), Aere perennius: die Ehrenpforte Maximilians I. als ‘Gedechtnus’-Monument; T. Schauerte (Erlangen), Zu formalen Herleitungsproblemen der Ehrenpforte; H. Zäh (München), Peutingers Exemplar von Maximilians Gebetbuch; H.-J. Ziegler (Köln), Die Vorgeschichte des Theuerdank; E. Tennant (Berkeley), Nachhall: das erste Jahrhundert der Theuerdank-Rezeption; E. A. Werner (Münster), Maximilians Weisskunig auf dem Weg zur Bildchronik.
  • Prof. Dr. Andreas Beyer hat einen Ruf an die RWTH Aachen erhalten und angenommen. Das Forschungsprojekt "Architektur, Hof und Staat – Schloßbau in Thüringen von 1600-1800" (Arbeitsgruppe Jena) ist deshalb ab dem 01.01.1998 in Aachen angesiedelt. Anschrift: Prof. Dr. Andreas Beyer, Institut für Kunstgeschichte, RWTH Aachen, Schinkelstr. 1, D-52062 Aachen.
  • Dr. Klaus Krüger ist für seine Arbeit "Corpus der mittelalterlichen Grabdenkmäler in Lübeck, Schleswig, Holstein und Lauenburg (1100-1600)" mit dem Preis der Landeshauptstadt Kiel zur Förderung der Wissenschaft ausgezeichnet worden.
  • Halle virtuell. Denkmäler im Internet.
Die rund dreitausend Denkmale der Stadt Halle sind seit Ende Januar in Text und Bild im Internet anzusehen. Das virtuelle Denkmalverzeichnis sei damit nach Auskunft der Electronic Service Center GmbH in Halle das größte in der Bundesrepublik: http://www.denkmal.de . Das Verzeichnis ermöglicht die Suche nach einzelnen Gebäuden oder Kunstwerken, nach Stadtvierteln, Straßen, Architekten oder Kategorien. Ausgehend vom Hallenser Pilotprojekt soll das Internetangebot zur Plattform für eine weltweite Präsentation deutscher Denkmalverzeichnisse ausgebaut werden (Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.1.1998).
  • Neueröffnung "Museum Zitadelle" in Jülich
(Pressemitteilung des Stadtgeschichtlichen Museums Jülich – Postfach 1220 – D-52411 Jülich)

Bis heute ist Jülich durch den Entschluß Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg geprägt, die Stadt nach italienischem Vorbild zu einer Renaissancestadt mit einem befestigten Schloß, einem "Palazzo in fortezza" als Herrschaftssitz auszubauen. Unter der Leitung des Architekten Alessandro Pasqualini aus Bologna entstand im 16. Jahrhundert ein Schlüsselbau für den Einfluß italienischer Architektur auf Nordeuropa. Heute ist die 300 x 300 m große Zitadelle ein Baudenkmal von europäischem Rang. Eindrucksvoll ist die Ostfassade des Schlosses, aus der dreigeschossigen Apsis der Kapelle hervorragt.

Das Verteidigungskonzept wird in der Museumsbastion deutlich. Die pfeilförmig vorspringenden Bastionen mit ihren eingezogenen Kanonenhöfen ließen keinen toten Winkel vor den Mauern entstehen. Jeder Punkt konnte eingesehen und unter Feuer genommen werden. Allerdings war mit der raschen Entwicklung der Artillerie die Festung bald veraltet. Immer wieder mußten neue, weiter vorgelagerte Verteidigungsanlagen errichtet werden. Den größten Ausbauzustand der Festung Jülich, zu der die Zitadelle, die Stadtbefestigung mit allen vorgelagerten Verteidigungswerken und der französische Brückenkopf jenseits der Rur zählt, zeigt ein 10 qm großes Stadtmodell im Pulvermagazin auf der Museumsbastion.

In den Gewölben des Schloßkellers wird die Geschichte der Anlage vor den Augen der Besucher ausgebreitet. Die authentische Atmosphäre der weitgehend erhaltenen Kellergewölbe bezieht den Betrachter in das Geschehen ein. An Pasqualinis Arbeitstisch können Planung und Bau der Anlage verfolgt werden. Einen Einblick in die adelige Tischkultur bietet die ehemalige Schloßküche. Prunkvoll verziertes Geschirr schmückte nicht nur die Tafel des Herzogs, auch das gehobene Bürgertum tat es bei entsprechender Finanzkraft den reichen Adelshäusern nach.

Die Pracht des fürstlichen Hofes verblaßte schnell, nach dem Tod des letzten Herzogs wurden die Grenzen des bedeutenden Herrschaftskomplexes mit Pulver und Eisen neu gezogen. Nach der europaweit Aufsehen erregenden Einnahme von Jülich 1610, in einem Raum noch einmal nachgestellt, sank der Stern der Stadt. Eine lange Zeit der militärischen Nutzung des Schlosses folgte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg zog mit der Nutzung der Anlage als Schule und Museum wieder Frieden in die Zitadelle ein.

Das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer des einzigartigen Großdenkmals hat mit großem finanziellen Aufwand für die zukünftige Erhaltung gesorgt und die Präsentation für die Öffentlichkeit möglich gemacht. Zusammen mit der Einbingung des Wallgrabens in das Stadtentwicklungsprogramm "Jülich ‘98" sind die Voraussetzungen geschaffen, daß der Besucher ab dem 25. April die Festung stürmen kann.

Die offizielle Eröffnung des "Museums Zitadelle" durch die Ministerin für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW, Ilse Brusis, fand am 05.05.1998 um 19:00 Uhr in der Schloßkapelle der Zitadelle Jülich statt. Den Festvortrag hielt Dr. Harald Herzog vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege zum Thema "Schloßbau der Renaissance im Rheinland".


Die Arbeitsstelle Kiel

 

Prof. Dr. Werner Paravicini
Jan Hirschbiegel, M.A.
Jörg Wettlaufer, M.A.

 

 

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