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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 7 (1997) Nr. 2

 

 

 

 

 

Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel

 
 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette Meißen, Albrechtsburg von Osten:
Abb. entnommen aus: Hans-Joachim Mrusek, Meißen, Leipzig 1982, Abb. 49.

Inhalt

Zeichen und Wunder 5

Aus der Arbeit der Kommission

Bibliographie Prof. Dr. Gerhard Fouquet 10

Das Programm des nächsten Kolloquiums: Dresden, 26.-29. September 1996 16

Die Arbeit der anderen Inga-Verena Barth, Berlin: Der Sonderfall Braunschweig: Besaß Heinrich der Löwe
eine Residenz?
Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen

Buchvorstellungen

Hoppe, Stephan, Die funktionale und räumliche Struktur des frühen Schloßbaus
in Mitteldeutschland. Untersucht an Beispielen landesherrlicher Bauten der Zeit
zwischen 1470 und 1570 (62. Veröffentlichung der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität Köln, hrsg. v. Günther Binding),
Köln 1996, von Uwe Albrecht, Kiel

Erfen, Irene, Spiess, Karl-Heinz (Hgg.), Fremdheit und Reisen im Mittelalter,
Stuttgart 1997, von Detlev Kraack, Berlin

Welzel, Barbara, Der Hof als Kosmos sinnlicher Erfahrung. Der Fünfsinne-Zyklus
von Jan Brueghel d.Ä. und Peter Paul Rubens als Bild der erzherzoglichen Sammlungen Isabellas und Albrechts. Habilitationsschrift (masch.)
Marburg 1997 (in Vorbereitung zum Druck) – Selbstanzeige.

Neuerscheinungen

Die Arbeitsstelle Kiel
 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 1998), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Zeichen und Wunder

Nein, nicht daß ein zweites, stattliches Sonderheft der Mitteilungen der Residenzen-Kommission zugleich mit diesem regulären Heft erscheint, enthaltend die Vorträge eines Kolloquiums zum Thema "Ordnungsformen des Hofes", das Ulf Christian Ewert und Stephan Selzer mit Hilfe der Studienstiftung des Deutschen Volkes veranstaltet haben, ist die hauptsächliche Botschaft dieses Vorworts – wenn auch besonders freut, daß die aus dem Sigmaringer Kolloquium hervorgegangenen Anregungen sogleich aufgegriffen und frisch weitergeführt wurden.

Es ist auch nicht der Sachverhalt, den die Meißener Titelvignette anzeigt, nämlich daß uns im nächsten Herbst das nun fast abschließend geplante und programmierte Kolloquium zum Thema des "Frauenzimmers" erwartet und mit ihm der Besuch in einer der am besten erhaltenen Residenzen des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Noch nie war das Interesse an einer unserer Tagungen so groß und die Entscheidung über die Ablehnung oder Annahme eines Vortragsangebots so schwierig. Das Ergebnis mögen Sie unten auf S. 16-18 lesen. Nachdem der Rücklauf bereits nahezu abgeschlossen ist, sind Anmeldungen jetzt nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Wir hätten auch noch einmal Potsdam abbilden können, weil der Band "Zeremoniell und Raum" soeben erschienen ist. Oder das Schloß von Celle, weil dort mit Hilfe von Frau Dr. Streich das übernächste (7.) Symposium der Residenzen-Kommission stattfinden wird, im Rittersaal, begleitet von einer Residenzenausstellung und sonstigem erfreulichen Beiwerk. Selbst das Datum steht schon fest: Samstag, 23. September, bis Mittwoch, 27. September 2000. Es zeigt übrigens an, daß wir Unterschlupf im Rahmenprogramm der Weltausstellung in Hannover finden werden; ohne diese schützenden Flügel würde in jenem Jahre kein Hotelzimmer in Niedersachsen zu finden sein.

All das ist also nicht der wesentliche Inhalt dieser meiner Botschaft. Zeichen und Wunder sind dort geschehen, wo unsere Hoffnung zu erlahmen drohte: Bei der Fundierung der Arbeitsstelle der Residenzen-Kommission in Kiel. Nach 10 (zehn) Jahren der Anstragstellung hat der Akademie-Auschuß der Bund-Länderkommission im November 1997 das Projekt genehmigt. Wir werden eine ständige BAT-Stelle erhalten, wohl auch eine Hilfskraftstelle und dazu einige Sachmittel, das Ganze im Laufe des Jahres 1998, wohl nicht schon am 1. Januar 1998, denn es gibt noch einige nachgeordnete Probleme zu regeln. Aber wenn alles gut geht, dann werden die beiden gegenwärtigen, dann promovierten Mitarbeiter für 1998 jeweils einen halben BAT-Vertrag erhalten und im Laufe dieser Zeit die beiden Bibliographien der niederländischen und französischen Reiseberichte abschließen können. Und dann geht es an die Verwirklichung unseres Langzeitprogramms.

Damit wird unsere Arbeit auf eine neue Grundlage gestellt. Wenn hier noch kein Thema für das Symposium in Celle genannt ist, hängt dies mit dieser neuen Zukunftsperspektive zusammen. Wir müssen uns auf die neue Situation einstellen und dann entsprechend verfahren. Ein neues Kommissionsmitglied, Prof. Dr. Gerhard Fouquet aus Kiel (vgl. seine Bibliographie S. 10ff.), wird uns dabei helfen.

Jetzt aber wollen wir erst einmal danken, zunächst den Verantwortlichen im Akademie-Auschuß und den beharrlichen Vertretern des Landes Schleswig-Holstein, dann aber auch den Vertretern der Göttinger Akademie, die uns während schwierigen Jahren in einer Weise unterstützt haben, wie sie liberaler und wirksamer nicht gedacht werden kann.

 

Kiel, am 26. Dezember 1997 Werner Paravicini

 

Aus der Arbeit der Kommission

 
Die 11. Sitzung der Residenzenkommission fand am 24. Oktober 1997 zu Göttingen statt. Hier die hauptsächlichen Feststellungen und Beschlüsse:

1. Prof. Dr. Gerhard Fouquet (Kiel) wurde einstimmig zum neuen Mitglied gewählt. Die Bibliographie seiner bislang erschienenen einschlägigen Arbeiten s. unten S. 10ff.

2. Symposien

2.1. Nr. 6: "Das Frauenzimmer – La Chambre des Dames", Dresden, 26. bis 29. September 1998.

Das u. S. 16ff. mitgeteilt Programm wurde verabschiedet. Hervorzuheben ist die aktive Mitorganisation des Landesamts für Archäologie des Freistaates Sachsen (Frau Dr. Judith Oexle), in deren "Japanischem Palais" wir tagen dürfen, und des Sonderforschungsbereichs 537 der Technischen Universität Dresden, dessen Sprecher, Prof. Dr. Gert Melville, auch die Zusammenfassung sprechen wird.

2.2. Nr. 7 wird vom 23. bis 27. September 2000 unter tatkräftiger Mitarbeit von Frau Dr. Brigitte Streich in Celle stattfinden. Das Thema muß noch festgelegt werden (vgl. das Vorwort zu diesem Heft).

3. Reihe "Residenzenforschung"

3.1. Der Symposium-Band "Zeremoniell und Raum" von 1994 = Bd. 6 lag zur Kommissionssitzung vor und wurde ausgehändigt.

3.2. Michael Scholz, "Residenz, Hof und Verwaltung der Erzbischöfe von Magdeburg in Halle in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts" = Bd. 7 ist in der Zweitkorrektur.

3.3. Johann Kolb, "Heidelberg" = Bd. 8 ist beim Verlag zur Herstellung.

3.4. Das bis auf Detailkorrekturen druckfertige Ms. von Mersiowsky, "Die Anfänge territorialen Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium" = Bd. 9, geht in den Druck, sobald über den Druckkostenzuschuß bei der DFG entschieden worden ist.

3.5. Der Band "Höfe und Hofordnungen" (5. Symposium, Sigmaringen 1996) ist zur Kalkulation beim Verlag. Es fehlen noch einige Mss., für die bis Jahresbeginn 1998 letzte Frist gegeben wird. Das Erscheinen zum 6. Symposium im September 1998 wird weiterhin angestrebt.

3.6. Gottfried Kerscher, "Hofordnung - Rangordnung - Raumordnung. Palastbau und Zeremoniell in Avignon, Mallorca und Italien" liegt der Kommission zur Begutachtung vor.

3.7. Brigitte Kasten (Hg.), "Die jülich-klevisch-bergischen Hofordnungen bis 1600", ist in Arbeit und wird der Kommission vorgelegt werden. Diese Edition würde aufs Beste die bereits (außer der Reihe) erfolgte Ed. der Klevischen Hofordnungen durch Klaus Flink ergänzen.

3.8. Frau Dr. Liliane Châtelet-Lange (Mudolsheim/Elsaß) wird das Ms. ihres Buches über "Die Katharinenburg in Birlenbach (Unterelsaß), ein Schloß des Pfalzgrafen Johann Casimir von Zweibrücken", Anfang 1998 zur Veröffentlichung einreichen.

4. "Mitteilungen der Residenzen-Kommission"

Heft 6/2 (450 Ex.) und 7/1 (500 Ex.) sind erschienen (6/1: Aufl. 400 Ex.).

Die Kommission begrüßt die Veröffentlichung eines zweiten Sonderheftes, enthaltend die Vorträge des von Ewert/Selzer vom 16. bis 18. Oktober 1997 in Sehlendorf an der Ostsee organisierten Forschungskolloquiums zum Thema "Ordnungsformen des Hofes"; die Druckkosten trägt zum allergrößten Teil die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

5. Projekt "Bibliographie europäischer Reiseberichte des der späteren Mittelalters"

5.1. Bd. 2 (Niederlande), bearb. v. Jan Hirschbiegel. Wenn sichergestellt ist, daß sich Hirschbiegel in 1998 gänzlich dieser Arbeit widmen kann, wird das Ms. Ende 1998 fertiggestellt werden.

5.2. Entsprechendes gilt für Bd. 3 (Frankreich), bearb. Jörg Wettlaufer u. (künftig) Jacques Paviot (Paris).

5.3. Beide Bände sollen sowohl von einem Komissionsmitglied als auch von einem belgischen bzw. frz. Sachkenner gegengelesen und ergänzt werden. Zusammenarbeit mit Pierre Cockshaw (Dir. der Bibliothèque Royale, Brüssel) und Jacques Paviot (CNRS/EPHE, Paris) ist verabredet, im Falle von Paviot derart, daß er Mitautor wird.

6. Projekt "Hof- und Verwaltungsordnungen", hier: Niedersächsischer Reichskreis

Die Bearbeiterin, Frau Prof. Ellen Widder, ist zum 1. Oktober 1997 auf eine Professur nach Tübingen berufen worden (wozu wir herzlich gratulieren) und wird das Projekt zum frühest möglichen Zeitpunkt weiterführen.

7. Zur internationalen Lage der Hof- und Residenzenforschung

Die "Court Society" in London hat ein Kolloquium über "Chapels Royal" veranstaltet und bereitet ein weiteres über "Court and Power" (nach 1500) vor. Der Vors. hat eine Kurzdarstellung der Arbeiten der Kommission in deren Mitteilungsblatt "The Court Historian" veröffentlicht (vgl. unten S. 72).

Auf dem deutsch-französischen Mediävistentreffen am 21. und 22. November 1997 in Paris wurde auch das Thema Pfalzen, Höfe, Residenzen behandelt. Referenten: die Kommissionsmitglieder Thomas Zotz und Werner Paravicini; Korreferenten: Annie Renoux (Le Mans), J.-M. Moeglin (Paris). Der entsprechende Kolloquiumsband soll noch 1998 erscheinen.

8. Die Arbeitsstelle in Kiel, deren Etatisierung und die Zukunft unserer Kommission

8.1. Der seit 1987 laufende Antrag der Akademie und des Landes Schleswig-Holstein bei der Bund-Länder-Kommission (Akademieausschuß) auf Einrichtung einer Arbeitsstelle in Kiel (1 BAT IIa, 1 Hilfskraft, Sachmittel) ist im Prinzip bewilligt worden. Die Umsetzung erfolgt im Laufe des Jahres 1998 (vgl. mein Vorwort).

8.2. Raum für die Arbeitsstelle in Kiel

Das Direktorium des Historischen Seminars der CAU Kiel konnte über die verabredete Dreijahresfrist hinaus der Arbeitsstelle ab dem 1. Oktober 1996 lediglich die Adresse, nicht aber einen Raum zur Verfügung stellen. Prof. Gerhard Fouquet hat die Arbeitsstelle deshalb zunächst in einem seiner Mitarbeiterzimmer beherbergt und schließlich erreicht, daß sie im Kartenzimmer des Seminars untergebracht werden durfte. Angesichts der Etatisierung der Arbeitsstelle ist nunmehr eine angemessene Unterbringung auf Dauer zu erhoffen.

 

Werner Paravicini, Paris
 

Bibliographie Prof. Dr. Gerhard Fouquet
I. Editionen
I. 1. Gerhard Fouquet in Verb. mit Andreas Bingener, Detlef vom Bovert u.a. (Bearb.), Das Seelbuch des Dominikanerinnenklosters St. Lambrecht (13.-14. Jahrhundert) (= Schriften des Diözesan-Archivs Speyer, 12), Speyer 1990 (1991), 298 S.

I. 2. Gerhard Fouquet, Das Bruderschaftsbuch des Klosters Wörschweiler - Text und Register, in: Alfons Gebhardt, Das Bruderschaftsbuch des Zisterzienserklosters Wörschweiler (15.-16. Jahrhundert) (= Schriften des Diözesan-Archivs Speyer, 16), Speyer 1992, S. 49-124.

II. Monographien
II. 1. Gerhard Fouquet, Das Speyerer Domkapitel im späten Mittelalter (ca. 1350-1540). Adlige Freundschaft, fürstliche Patronage und päpstliche Klientel, 2 Bde. (= Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 57), Mainz 1987, 947 S.

II. 2. Gerhard Fouquet, Die Geschichte Dannstadts und Schauernheims von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg (mit Beiträgen von Ingrid Dörrer u. Rolf Drechsel) (= Dannstadt und Schauernheim. Zur Geschichte bäuerlicher Gemeinden in der Pfalz, 1), Speyer 1989, 416 S.

II. 3. Erwin Daum/ Rolf Drechsel/ Gerhard Fouquet/ Heddy Heller/ Ruprecht Vollmar, Dannstadt-Schauernheim - ein Streifzug durch die Geschichte in Bildern von 1880-1950, Speyer 1990, 228 S.

III. Aufsätze
III. 1. Gerhard Fouquet, Reichskirche und Adel. Ursachen und Mechanismen des Aufstiegs der Kraichgauer Niederadelsfamilie v. Helmstatt im Speyerer Domkapitel zu Beginn des 15. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 129 (1981), S. 189-233.

III. 2. Hans-Peter Becht/ Gerhard Fouquet, Pforzheim im Pfälzischen Krieg in den Jahren 1689 und 1690, in: Zeitschrift für Festungsforschung 1 (1982), S. 37-51.

III. 3. Gerhard Fouquet, St. Michael in Pforzheim. Sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Studien zu einer Stiftskirche der Markgrafschaft Baden (1460-1559), in: Hans-Peter Becht (Hrsg.), Pforzheim im Mittelalter. Studien zur Geschichte einer landesherrlichen Stadt (= Pforzheimer Geschichtsblätter, 6), Sigmaringen 1983, S. 107-169.

III. 4. Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet, Eigenbetriebe niedersächsischer Städte im Spätmittelalter, in: Cord Meckseper (Hrsg.), Stadt im Wandel. Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150-1650, Bd. III, Stuttgart-Bad Cannstatt 1985, S. 257-279.

III. 5. Gerhard Fouquet, Kaiser, Kurpfalz, Stift: Die Speyerer Bischofswahl von 1513 und die Affäre Ziegler, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 83 (1985) S. 193-271.

III. 6. Gerhard Fouquet, Verwandtschaft, Freundschaft, Landsmannschaft, Patronage um 1500. Das Speyerer Domkapitel als Instrument politischer und sozialer Integration innerhalb des kurpfälzischen Territorialsystems, in: Ferdinand Seibt/ Winfried Eberhard (Hrsg.), Europa 1500. Integrationsprozesse im Widerstreit: Staaten, Regionen, Personenverbände, Christenheit, Stuttgart 1987, S. 349-367.

III. 7. Gerhard Fouquet, "Wie die kuchenspise sin solle" - Essen und Trinken am Hof des Speyerer Bischofs Matthias v. Rammung (1464-1478), in: Pfälzer Heimat 39 (1988) S. 12-27.

III. 8. Gerhard Fouquet, Gemeindefinanzen und Fürstenstaat in der Frühen Neuzeit: Die Haushaltsrechnungen des kurpfälzischen Dorfes Dannstadt (1739-1797), in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 136 (1988) S. 247-291.

III. 9. Rainer S. Elkar/ Gerhard Fouquet, Und sie bauten einen Turm ... Bemerkungen zur materiellen Kultur des Alltags in einer kleineren deutschen Stadt des Spätmittelalters, in: Handwerk und Sachkultur im Spätmittelalter (= Österr. Akad. d. Wiss. Phil.-Hist. Kl. Sitzungsberichte, 513. Veröff. d. Instit. f. mittelalterl. Realienkunde Österreichs, 11), Wien 1988, S. 169-201.

III. 10. Gerhard Fouquet/ Ulf Dirlmeier, Probleme und Methoden der quantitativen Finanz- und Wirtschaftsgeschichte des Spätmittelalters: Öffentliche Finanzen und städtische Militärpolitik in Basel und Hamburg während der Jahre 1460 bis 1481, in: Karl Heinrich Kaufhold/ Jürgen Schneider (Hrsg.), Geschichtswissenschaft und elektronische Datenverarbeitung (= Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 36), Wiesbaden 1988, S. 175-228.

III. 11. Hans-Peter Becht/ Gerhard Fouquet, Pforzheim im Pfälzischen Krieg 1688-1697. Ein Beitrag zur Geschichte und Topographie der Stadt am Ende des 17. Jahrhunderts, in: Hans-Peter Becht (Hrsg.), Pforzheim in der frühen Neuzeit. Beiträge zur Stadtgeschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts (= Pforzheimer Geschichtsblätter, 7), Sigmaringen 1989, S. 81-115.

III. 12. Gerhard Fouquet, Ritterschaft, Hoch- und Domstift Speyer, Kurpfalz: Zu den Formen politischer, sozialer und wirtschaftlicher Verflechtung in einer spätmittelalterlichen Landschaft an Mittel- und Oberrhein, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 137 (1989), S. 224-240.

III. 13. Gerhard Fouquet, Die Finanzierung von Krieg und Verteidigung in oberdeutschen Städten des späten Mittelalters (1400-1500), in: Bernhard Kirchgässner/ Günter Scholz (Hrsg.), Stadt und Krieg (= Stadt in der Geschichte, 15), Sigmaringen 1989, S. 41-82.

III. 14. Gerhard Fouquet/ Ulf Dirlmeier/ Reinhold Schamberger, Die spätmittelalterliche Haushaltsführung Hamburgs und die Finanzierung der städtischen Militärpolitik in den Jahren zwischen 1460 und 1481, in: Peter Lösche (Hrsg.), Göttinger Sozialgeschichte heute. Fragestellungen, Methoden, Inhalte (= Göttinger Universitätsschriften, A, 8), Göttingen 1990, S. 45-59.

III. 15. Ulf Dirlmeier/ Rainer S. Elkar/ Gerhard Fouquet, Mittelalterliches und frühneuzeitliches Steuer- und Abrechnungswesen, in: Jürgen Reulecke (Hrsg.), Stadtgeschichte als Zivilisationsgeschichte: Beiträge zum Wandel städtischer Wirtschafts-, Lebens- und Wahrnehmungsweisen (= Siegener Studien, 47), Essen 1990, S. 11-22.

III. 16. Gerhard Fouquet, "Ad structuram civitatis": Der öffentliche Baubetrieb Hamburgs und die Errichtung von Mühlen- und Schleusenanlagen in Fuhlsbüttel während der Jahre 1465/87, in: Ulf Dirlmeier/ Rainer S. Elkar/ Gerhard Fouquet (Hrsg.), Öffentliches Bauen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Abrechnungen als Quelle für die Finanz-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Bauwesens (= Sachüberlieferung und Geschichte, 9), St. Katharinen 1991, S. 206-292.

III. 17. Gerhard Fouquet, Domkapitel, Hof und Universität. Speyerer Domherren als Amtsträger und Klienten des Königs und der Fürsten im Spätmittelalter, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 43 (1991), S. 109-143.

III. 18. Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet, Bischof Johannes von Venningen (1458-1478) auf Reisen. Aufwand und Konsum als Merkmale adliger Lebensführung, in: Gertrud Blaschitz/ Helmut Hundsbichler/ Gerhard Jaritz/ Elisabeth Vavra (Hrsg.), Symbole des Alltags - Alltag der Symbole. Festschrift für Harry Kühnel zum 65. Geburtstag, Graz 1992, S. 113-145.

III. 19. Gerhard Fouquet, Das Festmahl in den oberdeutschen Städten des Spätmittelalters. Zu Form, Funktion und Bedeutung des öffentlichen Konsums, in: Archiv für Kulturgeschichte 74 (1992), S. 83-123.

III. 20. Rainer S. Elkar/ Gerhard Fouquet, "wodurch das Brot rauh wird und die Zunge schäbig" - die Landwirtschaft des Hilchenbacher Raumes (1870-1945); Gerhard Fouquet, "sie sollten nur auf Fleiß und Frömmigkeit sehen" - Handwerk und Gewerbe (1870-1945); Gerhard Fouquet/ Alwin Nagel, "Deutschland, Deutschland über alles" - Politik und Vereine 1871-1933, in: Rainer S. Elkar (Hrsg.), Menschen - Häuser - Schicksale. Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik, Kreuztal 1992, S. 13-22, 23-29 u. 150-197.

III. 21. Gerhard Fouquet, Das Speyerer Domkapitel und der spätmittelalterliche "Staat", in: Hélène Millet (Hrsg.), I canonici al servizio dello Stato in Europa secoli XIII-XVI. Les chanoines au service de l’Etat en Europe du XIIIe au XVIe siècle, Modena 1992, S. 149-175.

III. 22. Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet, Ernährung und Konsumgewohnheiten im spätmittelalterlichen Deutschland, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 44 (1993), S. 504-526.

III. 23. Gerhard Fouquet, Die Edition der Territorialrechnungen der Grafschaft Nassau-Dillenburg und des Hochstifts Basel im Spätmittelalter - ein Forschungsprojekt, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe 38 (1993), S. 20-28.

III. 24. Gerhard Fouquet, Stadt, Herrschaft und Territorium - Ritterschaftliche Kleinstädte Südwestdeutschlands an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 141 (1993), S. 70-120.

III. 25. Andreas Bingener/ Gerhard Fouquet, Die Stadt Siegen im Spätmittelalter - Verfassung, Bevölkerung, Wirtschaft, in: Nassauische Annalen 105 (1994), S. 103-117.

III. 26. Gerhard Fouquet, Krieg und Geld. Die Kosten des kurpfälzischen Kriegszuges gegen Franz von Sickingen im Jahre 1523, in: Pirmin Spieß (Hrsg.), Palatia Historica. Festschrift für Ludwig Anton Doll zum 75. Geburtstag (= Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 75), Mainz 1994, S. 287-360.

III. 27. Gerhard Fouquet/ Ulf Dirlmeier, weger wer, ich het sie behaltten - Alltäglicher Konsum und persönliche Beziehungen in der Hofhaltung des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478), in: Werner Paravicini (Hrsg.), Alltag bei Hofe (= Residenzenforschung, 5), Sigmaringen 1995, S. 171-196.

III. 28. Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet, Consumtion and Demand, in: Germany: A New Social and Economic History, Bd. I: 1450-1630, ed. by Robert W. Scribner, London-New York-Sydney-Auckland 1996, S. 85-111.

III. 29. Gerhard Fouquet, Ein privates Milieu im 16. Jahrhundert. Familie und Haushalt des Kölners Hermann Weinsberg (1518-1597), in: Rainer S. Elkar/Cornelius Neutsch/Karl Jürgen Roth/Jürgen H. Schawacht (Hrsg.), "Vom rechten Maß der Dinge". Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Festschrift für Harald Witthöft zum 65. Geburtstag (= Sachüberlieferung und Geschichte, 17), St. Katharinen 1996, S. 347-379.

III. 30. Gerhard Fouquet, Die Affäre Niklas Muffel. Die Hinrichtung eines Nürnberger Patriziers im Jahre 1469, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 83 (1996), S. 459-500.

IV. Herausgebertätigkeit
IV. 1. Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet (Hrsg.), Menschen, Dinge und Umwelt in der Geschichte. Neue Fragen der Geschichtsforschung an die Vergangenheit, St. Katharinen 1989, 230 S.

IV. 2. Ulf Dirlmeier/ Rainer S. Elkar/ Gerhard Fouquet (Hrsg.), Öffentliches Bauen in Mittelalter und Früher Neuzeit. Abrechnungen als Quelle für die Finanz-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Bauwesens (= Sachüberlieferung und Geschichte, 9), St. Katharinen 1991, 378 S.

V. Lexika
V. 1. Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. VIII, Art. Remling, Franz Xaver, Herzberg 1995, Sp. 21-23.

V. 2. Lexikon des Mittelalters, Bd. V: Art. Käse, Koch, Konservierung, Öl, München-Zürich 1991, Sp. 1029, 1244 f. u. 1370.

VI. Kleinere Beiträge
VI. 1. Hans-Peter Becht/Gerhard Fouquet, Pforzheim und seine Befestigungsanlage während der ersten und zweiten Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Krieg, in: Blickpunkt Pforzheim, Winterhalbjahr 1981/82, S. 3-9.

VI. 2. Gerhard Fouquet, Das Schloßarchiv Schatthausen. Adlige Herrschaft - adlige Familie, in: Kraichgau 8 (1983), S. 29-36.

VI. 3. Gerhard Fouquet, Das Speyerer Domkapitel im Späten Mittelalter (14.-16. Jahrhundert). Bildung und soziale Verflechtung, in: Ulf Dirlmeier/Gerhard Fouquet: Lebensbedingungen im Mittelalter in Deutschland, Siegen 1985, S. 51-113.

VI. 4. Gerhard Fouquet, Die Errichtung des Dannstadter Rathauses von 1790 und das Bauwesen der Gemeinde im 18. Jahrhundert, in: Heimat-Jahrbuch (Landkreis Ludwigshafen) 5 (1989), S. 121-130.

VI. 5. Gerhard Fouquet, Am Udenheimer Hof des Speyerer Bischofs Matthias von Rammung, in: Hierzuland 6 (1991) 11, S. 6-11.

VI. 6. Gerhard Fouquet, Die "Kirchweihschlacht" von 1756: Schauernheimer Volksleben in der Frühen Neuzeit, in: Pfälzer Heimat 42 (1991), S. 106-112.

VI. 7. Andreas Bingener/ Gerhard Fouquet/ Bernd Fuhrmann, Öffentlicher Haushalt und städtische Wirtschaft. Zuständigkeit und Leistung des Rechnungswesens in Basel, Marburg und Siegen, in: Interregiones 1 (1993), S. 30-41.

VI. 8. Gerhard Fouquet, Habt ihr schon geteilt? Erbschaft und Besitz in Schauernheim während des 18. Jahrhunderts, in: Heimat-Jahrbuch (Landkreis Ludwigshafen) 11 (1994), S. 128-137.

VI. 9. Gerhard Fouquet, "Die Jahre danach". Schwierige Anfänge in Dannstadt und Schauernheim nach dem Dreißigjährigen Krieg, in: Heimat-Jahrbuch (Landkreis Ludwigshafen) 12 (1995), S. 24-30.

VII. Rezensionen
ca. 110 Besprechungen in folgenden Zeitschriften: - Archiv für hessische Geschichte und Altertumskunde

- Archiv für Kulturgeschichte

- Blätter für Deutsche Landesgeschichte

- Blätter für württembergische Kirchengeschichte

- Francia

- Heimatpflege in Westfalen

- Historisch Politisches Buch

- Historische Zeitschrift

- Jahrbuch für Regionalgeschichte

- Mediaevistik

- Pfälzer Heimat

- Rheinische Vierteljahresblätter

- Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte

- Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

- Westfälische Forschungen

- Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie

- Zeitschrift des bergischen Geschichtsvereins

- Zeitschrift für historische Forschung

- Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins

 

VIII. Im Druck
Gerhard Fouquet, Zeit, Arbeit und Muße im Wandel spätmittelalterlicher Kommunikationsformen: Die Regulierung von Arbeits- und Geschäftszeiten im städtischen Handwerk und Gewerbe (24 Manuskriptseiten) (erscheint in: Schriftenreihe des Historischen Kollegs, München 1998).

Gerhard Fouquet, Weinkonsum in gehobenen städtischen Privathaushalten des Spätmittelalters (42 Manuskriptseiten) (erscheint in: Geschichtliche Landeskunde, 1998).

Gerhard Fouquet, Aspekte des privaten Bierkonsums im Süden und Westen Deutschlands während des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit (22 Manuskriptseiten) (erscheint in: Festschrift R. van Uytven, 1998).

Andreas Bingener/Gerhard Fouquet/Bernd Fuhrmann, Almosen und Sozialleistungen im Haushalt deutscher Städte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (28 Manuskriptseiten) (erscheint in: "Städteforschung", 1998).

Gerhard Fouquet, Bauen für die Stadt. Finanzen, Organisation und Arbeit in kommunalen Baubetrieben des Spätmittelalters: Eine vergleichende Studie vornehmlich zwischen den Städten Basel und Marburg während des 15. und 16. Jahrhunderts, Habilitationsschrift (670 Manuskriptseiten) (erscheint in der Reihe "Städteforschung", Böhlau-Verlag, 1998).

Gerhard Fouquet, "begehr nit doctor zu werden, und habs Gott seys gedanckht, nit im Sünn" - Bemerkungen zum Erziehungsprogramm ritterschaftlicher Adliger in Südwestdeutschland (14.- 17. Jahrhundert) (43 Manuskriptseiten) (erscheint in: Festschrift für Bernhard Kirchgäßner, 1998).

Gerhard Fouquet, Gherardo Bueri - ein Italiener in Lübeck (32 Manuskriptseiten) (erscheint in: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, 1998).

Gerhard Fouquet, "Annäherungen": Große Städte - Kleine Häuser. Wohnen und Lebensformen der Menschen im ausgehenden Mittelalter (ca. 1470-1600) (160 Manuskriptseiten) (erscheint in: Geschichte des Wohnens, Bd. II, 1998)

IX. In Vorbereitung
Kurt Andermann/ Gerhard Fouquet (Bearb.), Die Urkunden des freiherrlich Göler von Ravensburg’schen Archivs zu Schatthausen (Manuskript abgeschlossen).

Gerhard Fouquet, Nahrungskonsum und Öffentlichkeit im Späten Mittelalter: Beobachtungen zum Bierverbrauch der Lübecker Oberschicht (Manuskript abgeschlossen; erscheint in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswih-Holsteinische Geschichte, 1999).

Gerhard Fouquet (Bearb.), Das Haushaltsbuch des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478). Eine Edition (In Vorbereitung, Texttranskription und Register abgeschlossen).

Ulf Dirlmeier/ Gerhard Fouquet, Oldenbourg - Grundriß der Geschichte. 1215-1378 (In Vorbereitung).

Andreas Kammler/Gerhard Fouquet, Kaperschiffahrt in Hamburg und Lübeck während der zweiten Hälfte des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts (In Vorbereitung).

 

*****
 
Das Frauenzimmer
Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit
La Chambre des Dames
La femme à la Cour à la fin du Moyen Âge et au Temps Modernes
 
6. Symposium der
Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen,
veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Historischen Institut Paris, dem Sonderforschungsbereich 537 der
Technischen Universität Dresden und dem Landesamt für Archäologie des
Freistaates Sachsen
Dresden, Japanisches Palais, 26. bis 29. September 1998
 

 

Tagungsprogramm

Stand: 26. Dezember 1997

Samstag, 26. September

18.00 Öffentlicher Vortrag [Großer Senatssaal der Universität]

[Empfang durch den Rektor der TU Dresden]

Sonntag, 27. September 9.00 Exkursion: Meißen und Weesenstein [Evtl. Opernbesuch in der Semperoper] Montag, 28. September 9.00 Eröffnung

9.15 Werner Paravicini (Paris) Einleitung.

Sitzung 1 Ein eigener Ort: Frauen in der Topographie von Hof und Residenz

9.30 Philippe Contamine, membre de l’Institut (Paris)
Espaces féminins, espaces masculins dans les demeures aristocratiques françaises de la fin du Moyen Age. 10.00 Susanne Kress (Gießen/Florenz) E la donna che regge la casa. Frauenzimmer der Florentiner Renaissance:

Funktion, Ausstattung, Ikonographie.

10.30 Kaffeepause

11.00 Birgit Franke (Marburg)

Bilder in Frauenräumen und Bilder von Frauenräumen: Imaginationen und Wirklichkeit in den burgundischen Niederlanden. 11.30 Stephan Hoppe (Köln) Bauliche Gestalt und Lage von Frauenwohnräumen in deutschen Residenzen
des späten 15. und des 16. Jahrhunderts. 12.00 Diskussion Sitzung 2 Eine eigene Organisation: Macht und Ohnmacht von Frauen bei Hofe 14.30 Anja Kircher-Kannemann (Düsseldorf) Organisation der Frauenzimmer im Vergleich zu männlichen Höfen (AT). 15.00 Brigitte Streich (Celle) Frauenhof und Frauenzimmer. Die wettinischen Fürstinnen und ihr Gefolge im
14. und 15. Jahrhundert. 15.30 Kaffeepause

16.00 Katrin Keller (Leipzig)

Kurfürstin Anna (1531-1585) oder "Gynäkokratie" am Dresdner Hof. 16.30 Barbara Welzel (Marburg) Die Macht der Witwen. Zum Selbstverständnis niederländischer Statthalterinnen. 17.00 Diskussion

18.00 [Empfang durch den Wissenschaftsminister des Freistaates Sachsen]

20.00 [12. Sitzung der Residenzen-Kommission]

Dienstag, 29. September Sitzung 3 Eine eigene Rolle: Aufgaben und Reservate von Frauen bei Hofe 9.00 Michail A. Bojcov (Moskau) "Frauenzimmer" oder "Frauen bei Hofe"? 9.30 Anna-Manis Münster (Greifswald) Zur Sozialgeschichte der Hofdamen an französischen Höfen (Kurzreferat). 9.45 Kaffeepause

10.15 Beatrix Bastl (Wiener Neustadt)

Das Wienerische Frauenzimmer - zum Beruf der Hofdame im 15. und 16. Jahrhundert. 10.45 Martin Kintzinger (Berlin) Die zwei Frauen des Königs. Fürstinnen des europäischen Spätmittelalters zwischen Mitgift und Macht (AT). 11.15 Diskussion Sitzung 4 Ein geschützter Ort? Ordnung und Transgression im
Geschlechterverhältnis bei Hofe
14.00 Stefan Weiss (Gersthofen)
Die Damen am päpstlichen Hof zu Avignon unter Johannes XXII. (1316-1334) (Kurzreferat). 14.15 Claudia Märtl (Braunschweig) La papesse. Frauen im Umkreis der Kurie zur Zeit Pius’ II. (Kurzreferat). 14.30 Walter Prevenier (Gent) [angefragt] Le rapt à la cour (AT). 15.00 Kaffeepause

15.30 Monique Chatenet (Paris)

La femme, la mère et la maîtresse à la cour de France (XVe -XVIe siècle). 16.00 Peter Moraw (Gießen) Der Harem des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach (Kurzreferat). 16.15 Abschlußdiskussion
17.00 Gert Melville (Dresden)
Zusammenfassung. 20.00 Gemeinsames Abendessen im Italienischen Dorf
Kontaktadresse:

Prof. Dr. Werner Paravicini/Dr. Holger Kruse
Deutsches Historisches Institut Paris
8, rue du Parc-Royal
F-75003 PARIS
Tel.: + (33 1) 42 71 56 16
Fax: + (33 1) 42 71 56 43
Email: direktor@dhi-paris.fr

Tagungsort:

Japanisches Palais
D-01097 Dresden
Tel.: 0351/8144-50
Fax: 0351/8144-666


Die Arbeit der anderen
Der Sonderfall Braunschweig: Besaß Heinrich der Löwe eine Residenz?

Inga-Verena Barth hat ihre von Prof. Dr. Joachim Ehlers an der FU Berlin geleitete Hauptseminars-Beschäftigung mit Braunschweig als Residenz Heinrichs des Löwen genutzt, um das folgende Papier auszuarbeiten. Ich bin nicht mit allen darin geäußerten Meinungen einverstanden: Den Zweifel am sinnvollen Übergang von der Residenzen- zur Hofforschung etwa teile ich nicht; auch scheint mir das Hantieren mit verschiedenen Residenzbegriffen in fine wenig hilfreich zu sein. Ihre unbekümmerte Art überzeugt somit zwar nicht durchweg, wirkt aber ganz erfrischend. Wenigstens werden die Kernfragen erneut angesprochen. Denn, Hand aufs Herz, wüßten Sie eine angemessene Definition von "Residenz" zu geben? Wenn ja, sollte ich sie im nächsten Heft abdrucken dürfen.

W.P.

Residenzen werden seit dem Spätmittelalter gewissermaßen als Selbstverständlichkeiten wahrgenommen. Doch wie verhält es sich im Zeitalter der Reiseherrschaft? Man stellt sich gewöhnlich unter einer Residenz den festen Sitz eines Herrschers vor. Folglich stellt die Annahme, daß Heinrich der Löwe eine Residenz besaß, eigentlich einen Anachronismus dar.

Der Welfenherzog erwies sich jedoch in vielerlei Hinsicht als fortschrittlicher Herrscher und nahm auch auf dem Gebiet der Herrschaftsrepräsentation künftige Entwicklungen vorweg. Anregen ließ er sich dabei vom beispiellos vorbildlichen Hof seines Schwiegervaters, König Heinrich II. von England, der ihm aufgrund seiner beiden Exilaufenthalte (1182 und 1189) vertraut war.

Im folgenden soll erörtert werden, ob und, wenn ja, unter welchen Umständen man Dankwarderode, die in der Stadt Braunschweig gelegene Burg Heinrichs des Löwen, als Residenz bezeichnen kann. Dafür ist es nötig, zunächst unterschiedliche Ansätze der Residenzenforschung, die sich bemerkenswerterweise Max Webers Methodologie zu eigen macht, vorzustellen (1.) sowie die wichtigsten Kriterien, die eine Residenz ausmachen, zu besprechen (2.). Dieses "Instrumentarium" wird anschließend am Beispiel Braunschweigs erprobt (3.). Dabei wird vor allem untersucht, wie sich Herrschaft, die sich an einem bestimmten Ort konzentriert, äußert. In diesem Kontext wird immer wieder der Zusammenhang zwischen Pfalz und Residenz thematisiert. Bewußt verzichtet wurde auf die Problematisierung der Unterscheidung zwischen Residenz und Hauptstadt.

 
1. Vorstellung verschiedener methodischer Ansätze der Residenzenforschung

Die Klärung der Frage, ob man Dankwarderode in Braunschweig als Residenz Heinrichs des Löwen bezeichnen kann, setzt eigentlich eine allgemeingültige Definition von Residenz voraus, die bislang nicht existiert. Denn dann könnte man fragen, ob ein bestimmtes Phänomen, das am Hof Heinrichs des Löwen in Braunschweig auftrat, sich mit einem Merkmal einer zuvor festgelegten Merkmalskombination, worauf eine allgemeingültige Definition von Residenz basieren könnte, deckt, und, nachdem man eine ganze Anzahl solcher Phänomene auf diese Weise geprüft hat, letztlich daraus schließen, daß es sich im Falle Braunschweigs zur Zeit Heinrichs des Löwen um eine Residenz handelt.

Diese Art des methodischen Vorgehens geht auf Max Weber und seine Lehre vom Idealtypus zurück. Weber formulierte sie in seiner Wissenschaftslehre folgendermaßen:

Er [der Idealtypus] wird gewonnen durch einseitige Steigerung eines oder einiger Gesichtspunkte und durch Zusammenschluß einer Fülle von diffus und diskret, hier mehr, dort weniger, stellenweise gar nicht vorhandenen Einzelerscheinungen, die sich jenen einseitig herausgehobenen Gesichtspunkten fügen, zu einem in sich einheitlichen Gedankengebilde. In seiner begrifflichen Reinheit ist dieses Gedankengebilde nirgends in der Wirklichkeit empirisch vorfindbar [...]. Führt man sich die Intention des Weberschen Ansatzes vor Augen, so ist es um so erstaunlicher, daß sich die Residenzenforschung diesen Ansatz zu eigen macht. Die Arbeit der Zuspitzung und die vergleichende Perspektive setzen eine bestimmte Materialfülle voraus, die im Bereich der Residenzenforschung zumindest bislang noch nicht gegeben ist. Dennoch wird der Idealtypus Residenz von mehreren Historikern, die sich in diesem Forschungsfeld bewegen, gefordert und gesucht.

Klaus Neitmann versucht in seinen methodischen Überlegungen zur Erforschung von Residenzen selbst Webers Methode anzuwenden, indem er sich der schwierigen Aufgabe widmet, die Frage, was eine Residenz überhaupt sei, zu beantworten. Im Laufe seiner Untersuchung stellt er jedoch fest, daß sich die anfangs erwartete Antwort, eine Kombination mehrerer Merkmale, "die in ihrer Summe eine Residenz ausmachen", nicht einstellt, und erkennt, daß der Zugang zur Residenzproblematik mittels der Frage, ob Phänomen X das Charakteristikum einer Residenz sei, sich nicht als Königsweg erweist. Aufgrund dieser Erkenntnis versucht er, methodische Alternativen bezüglich einer Definition von Residenz zu entwickeln. Dennoch gelangt er am Ende seiner methodischen Überlegungen zur Erforschung von Residenzen zu dem Ergebnis, daß man sich doch um die Darlegung übergreifender allgemeiner Tendenzen der spätmittelalterlichen Residenz- und Hauptstadtbildung bemühen müsse, mit dem Ziel, einen Idealtypus zu erhalten.

Gert Melville setzt das Ziel seines Beitrags zur Erforschung von Residenz mit der Suche nach einer idealtypischen Definition oder zumindest einer idealtypischen Beschreibung des Phänomens Residenz gleich. Er begibt sich dazu in den Grenzraum mittelalterlicher Wirklichkeit, den fernen Orient. Melvilles Vorgehensweise läßt sich als mentalitätsgeschichtlicher Ansatz begreifen, während Neitmann in seinen Überlegungen zur Erforschung von Residenzenbildung den pragmatischen Ansatz wählt.

Arno Weinmann stellt sich in seiner Studie über Braunschweig als landesherrliche Residenz im Mittelalter dieselbe Frage wie zuvor Neitmann, obgleich in verändertem Kontext. Beide verbleiben sie zunächst im allgemeinen und fragen, was eine Residenz denn überhaupt sei.

Hans Patzes und Gerhard Streichs Vorschlag zur Typologisierung der Residenzenmonographien, in der potentielle Residenzbildungsfaktoren aufgeführt werden, läßt sich letztlich ebenfalls auf die Methode Max Webers zurückführen.

Vermutlich sind einige der Residenzenforscher der Überzeugung, Webers Ansatz sei auch in der Residenzenforschung anwendbar, weil er im Bereich der mittelalterlichen Stadt greift. Eines scheinen sie jedoch bei der Transformation übersehen zu haben, nämlich daß Max Webers Stadtstudie, in der er eine Typologie der Städte erstellte, bereits eine allgemeingültige Definition von Stadt durch Werner Sombart vorausgegangen war und so die Grundlage gegeben war, auf der Weber seine Methode erfolgreich umsetzen konnte.

Abgesehen davon, daß manche Residenzenforscher ihr primäres Ziel, die Aufstellung einer allgemeingültigen Definition des Phänomens Residenz durch die Anwendung eines erst für sekundäre Zwecke geeigneten Instrumentariums, Webers idealtypischer Ansatz, zu erreichen suchen, ist es außerdem fraglich, ob ein Idealtypus Residenz, d.h. ein konstruiertes Gedankengebilde, überhaupt in der Lage ist, die Spezifika einer Residenz angemessen zu beschreiben. Liegt nicht gerade in der Individualität, die bei einer Typologisierung zu kurz kommt, das Wesentliche einer Residenz?

Klaus Neitmann plaziert beispielsweise sein Kapitel "Residenz als individuelles Gebilde" ans Ende seines Aufsatzes, nachdem er zuvor die Ursachen für die Residenzenbildung mit Hilfe von Quellentermini, Herrscheritineraren, mit Kunst und Kultur, die im Umkreis und aufgrund einer Residenz entstand, sowie mit dem städtischen Umfeld einer Residenz und dem Residenzenkriterium der ortsfesten Zentralbehörden zu ergründen versucht hat. Unabhängig vom Ansatz Max Webers, von dem er sich zu Beginn versprochen hatte, daß er zu einer allgemeingültigen Definition von Residenz führen könnte, ebietet Neitmann einen weiteren Zugang zur Residenzenproblematik an: Er argumentiert mit der Mittelpunktsfunktion, die einer Residenz eigne. Demzufolge setzt er Residenzen mit den Knotenpunkten des öffentlich-politischen Lebens gleich. Er versteht darunter Herrschaftszentren,

von denen aus die Herrschaftsträger mit ihren Organen die Geschicke des gesamten Landes lenken und in denen sie sich selbst in repräsentativen Formen darstellen, metaphorisch gesprochen die Orte, in denen sich das politisch-herrschaftliche Leben eines Landes in besonderem Maße verdichtet und von denen aus es auf das gesamte Land ausstrahlt. Die Brücke zum Individualitätskriterium einer Residenz schlägt er, indem er behauptet, daß die verschiedenen Arten von Mittelpunktsfunktionen, die konzentriert an einem Ort ausgeübt werden, stets individuell festgelegt werden müßten. Aus dieser Perspektive empfiehlt Neitmann dem Residenzenforscher nach den spezifischen Ausdrucksformen, in denen sich Herrschaft an einem bestimmten Ort konzentriert, zu fragen und sich außerdem zu überlegen, wie das jeweilige Territorium regiert und verwaltet wird bzw. wo Aufgaben mit überlokaler, gesamtterritorialer Bedeutung wahrgenommen werden. Neitmanns Interpretation von Residenz als Herrschaftszentrum sowie der Gedanke der ihr anhaftenden Mittelpunktsfunktion wurden jüngst konkret angewendet.

Joachim Ehlers setzt in seiner Untersuchung über den Hof Heinrichs des Löwen diese Interpretation voraus. Das Verständnis von Hof als Herrschaftszentrum bildet eine der essentiellen Grundlagen seines verfassungsgeschichtlich orientierten Ansatzes.

Vom Aspekt der Mittelpunktsfunktion macht ebenfalls Gert Melville Gebrauch, dem zufolge die Residenz "verwaltungstechnisch und ideell der weltliche Mittelpunkt eines Reiches" ist.

Der Gedanke, daß es sich bei einer Residenz um ein individuelles Gebilde handelt, wurde bei den Betrachtungen des Hofs Heinrichs des Löwen von Joachim Ehlers, Ernst Schubert und Gerhard Streich fruchtbar umgesetzt.

Ob sich jedoch die methodische und konzeptionelle Problematik der Residenzenforschung sowie das Problem der Aufstellung einer allgemeingültigen Definition von Residenz, dadurch lösen läßt, daß man anstelle von Residenzenforschung Hofforschung betreibt, wage ich zu bezweifeln. Denn der Hof, wenn man seine Eigenschaft der Saisonalität berücksichtigt, kann eigentlich – ähnlich wie die Residenz – überhaupt kein "klar zu definierendes Gebilde" sein. In England kleidete Walter Map aufgrund der Eindrücke vom Hof Heinrichs II., des Schwiegervaters Heinrichs des Löwen, diesen Umstand in folgende Worte: Sola mobilitate stabilis. Das heißt nichts anderes als, "nur in dauerndem Kommen und Gehen" ist der Hof eine feste Größe. Folglich ist die jeweils unterschiedliche Interpretation des Phänomens Residenz entscheidend. Peter Moraw sieht allerdings in der bloßen Substitution des Wortes Residenzenforschung durch den Terminus Hofforschung eine Lösung der aktuellen Probleme.

Vorläufig kann festgehalten werden, daß die bislang unternommenen Versuche zur Erfassung von Residenzen, die verschiedene Zugänge zu diesem Phänomen erproben, sich lediglich als definitorische Ansätze klassifizieren lassen.

 

2. Besprechung der wichtigsten Kriterien, die für die Bildung von Residenzen notwendig erscheinen

Bevor wir nun Braunschweig als Sonderfall einer landesherrlichen Residenzbildung betrachten, sollen jetzt diejenigen Kriterien, die von der Forschung als traditionell maßgeblich angesehen werden, vorgestellt und kurz erläutert werden, damit die Besonderheiten der "Braunschweigischen Residenz" deutlicher zutage treten können. Die drei folgenden Zitate enthalten diese Kriterien:

1. "Eine Residenz ist der festbleibende Sitz des Herrschers; sie dient ihm als dauerhafte Wohn- und Wirkstätte. Dort – und in der topographischen Erweiterung zur Residenzstadt – befinden sich die erforderlichen Einrichtungen für die Entfaltung des höfischen Lebens und der Erfüllung der Regierungsaufgaben. Durch entsprechende Baulichkeiten ist für Räume oder Häuser der Behörden, für Beratungs- und Audienzsäle, für Einrichtungen der Lustbarkeit und Unterhaltung wie auch der religiösen Besinnung und des Kultes gesorgt."

2. "Eine Residenz repräsentiert zugleich aber auch durch ihre bauliche Struktur die herausragende Würde und Stellung des Herrschers. Sie spiegelt durch die Art ihrer äußerlichen Erscheinung sogar die Verfaßtheit eines Herrschertums wider, indem sie durch die jeweilige Ausschmückung und Anlage das Selbstverständnis des Regenten und seiner politischen Schwerpunkte erkennen lassen will."

3. "Wenn ein Herrscher seine Reisen innerhalb seines Landes wesentlich einschränkt, wenn er eine dauerhafte Hofhaltung, verbunden mit Zentralbehörden, an einem Ort einrichtet, und diesen Platz architektonisch ausgestaltet, wird man, alles zusammen als Einheit betrachtet, wohl von einer Residenz sprechen dürfen, ohne daß diesen Merkmalen damit Allgemeingültigkeit zugesprochen werden soll."

Aus den angeführten Zitaten geht hervor, daß die Existenz einer Residenz stets ein dazugehöriges Territorium voraussetzt . Auch für Hans Patze, einen Pionier der Residenzenforschung, ist die Entstehung einer Residenz unmittelbar mit der Ausbildung des Territoriums verknüpft. Die Residenz eines Herrschers stellt ein soziales Zentrum dar und strukturiert ihr Umfeld, d.h. "man greift nach außen und man greift von außen her nach Hof und Residenz".

Daher gelangt Arno Weinmann zu der Einsicht, daß eine Residenz außer der Pfalzanlage des Herrschers und der Burgfreiheit stets auch die Stadt einschließt. Zunächst, in der Anfangsphase, geht sie eine lockere Verbindung mit der Stadt ein, später pflegt sie dann intensive Beziehungen zur sog. Residenzstadt. Als Residenzstadt bezeichnet Edith Ennen eine Stadt, "in der ein Fürst dauernd residiert und sich eine eigene Daseinssphäre geschaffen hat".

Im Unterschied zur Pfalz, die auch bereits in stadtlosen Zeiten existierte, und dem Herrscher bzw. König als häufiger Aufenthaltsort diente – ein Sonderfall stellt die Stadtpfalz in der Stauferzeit dar–, und gerade wegen der Verflechtung zwischen der Residenzstadt und ihrer Bürgerschaft sowie ihrem Landesherrn, seinem Hof und dessen Bedürfnissen, scheint eine weitläufige Stadt eine wichtige Voraussetzung für ein repräsentatives Hofleben zu bilden. Infolgedessen stellt für Klaus Neitmann die Stadt bei der Beschreibung einer landesherrlichen Residenz ein unentbehrliches Element dar.

Vergleicht man die Einbindung der Stadt in die Herrschaftsausübung bei Pfalzen und Residenzen miteinander, so läßt sich festhalten, daß die Verbindungen zur Stadt im Falle der Residenz intensiver, enger und vielfältiger sind. In diesem Zusammenhang könnte man fragen, ob der Sonderfall der Stadtpfalz eine Art Übergangsstadium in der Entwicklung von der Pfalz zur Residenz darstellt, denn "eine Pfalz ohne Stadt war unzweckmäßig und vielleicht sogar nicht mehr recht vorstellbar; wohl aber konnte schon im 12. Jahrhundert recht gut eine Stadt ohne Pfalz dem König als häufiger Aufenthaltsort dienen".

Neben den Aspekten der Stadt und des Territoriums, die zu einer Residenz gehören, nennen die zitierten Definitionsansätze noch weitere Eigenschaften, mit denen das Phänomen Residenz traditionellerweise beschrieben wird. Der Gesichtspunkt des festen Sitzes eines Herrschers und der dauerhaften Hofhaltung mag zumindest in der Zeit der Reiseherrschaft merkwürdig erscheinen, insbesondere dann, wenn sich damit die "Vorstellung von einem dauernden Aufenthalt einer Persönlichkeit" verbindet. Oberflächlich betrachtet ist das ein Widerspruch, doch schließt die Ausübung der Herrschaft, die sich vorwiegend auf Reisen gründete, die Existenz eines oder mehrerer bevorzugter Aufenthaltsorte des Landesherrn bzw. Herrschers nicht notwendigerweise aus.

Sogenannte Hauptorte gab es auch im Zeitalter der Reiseherrschaft. Im Fall Heinrichs des Löwen begegnen uns die Hauptorte seiner Herrschaft in seinem "Testament" von 1197, in dem Braunschweig, Haldensleben, Lauenburg am Harz sowie Lüneburg genannt werden. Lüneburg fungierte mindestens bis ins Jahr 1151 neben Braunschweig als Zentralort herzoglicher Herrschaft, da Clementia von Zähringen, die erste Frau Heinrichs des Löwen, zusammen mit Adolf von Schaumburg dort in der Abwesenheit des Welfenherzogs quasi stellvertretend die Herrschaftsrechte wahrnahm. Infolgedessen könnte man Lüneburg, wenn man die von Walter Ziegler entwickelte Definition einer Zweitresidenz leicht einschränkt, als Zweitresidenz bezeichnen.

Hans Conrad Peyer versteht unter diesen Hauptorten Orte, "an denen der Herrscher nach altem Herkommen sein Recht geltend machen muß, um überhaupt Herrscher zu sein". Diese Orte werden in den lateinischen Quellen oft als sedes oder caput regni bezeichnet. Ursprünglich waren sie Hauptstützpunkte der Königsreise. Zu ihnen zählten selbstverständlich die Krönungsorte, Aachen, Reims, Westminster, Drontheim oder Uppsala. Daneben existierten jedoch bereits vor dem 12. Jahrhundert Schwerpunktorte einzelner Herrscher, beispielsweise Magdeburg unter den Ottonen. Die Salier bevorzugten Goslar und Speyer. Derartige Hauptpfalzen bestanden meist "aus der Burg des Herrschers und einem Kloster, Stift oder Bischofssitz".

Schließlich wurden an den bevorzugten Aufenthaltsorten der Landesherren ortsfeste Behörden eingerichtet. Diesen Prozeß kann man sich folgendermaßen vorstellen: Bestimmte Gehilfen des Herrschers begleiteten ihn nicht mehr länger auf seinen Reisen, sondern verharrten an einem bestimmten Ort, um dort die zunehmenden Aufgaben der Landesherrschaft wahrzunehmen, d.h. sie bewältigten ihre Arbeit unabhängig von der An- oder Abwesenheit ihres Fürsten. Auf diese Weise entstanden neue Zentren, Orte, an denen Regierungsfunktionen erfüllt wurden, und die dadurch an Autonomie und Bedeutung gewannen. Darüber hinaus wurde die Arbeit innerhalb ortsfester Behörden in organisierten Formen verrichtet.

Die Voraussetzung für diesen Prozeß bildete das Vordringen der Schriftlichkeit in den Bereichen der Rechtsprechung und Verwaltung sowie auf wirtschaftlichem Gebiet, welches gegen Ende des 12. Jahrhunderts einsetzte. Das entscheidende Resultat dieses Vorgangs in letzter Konsequenz war die Reduktion der persönlichen Präsenz des Herrschers. Nach und nach wurde sie immer stärker "in den Schatten der Effektivität und des pragmatischen Nutzens von Regierungshandlungen gestellt, die von einem beliebigen, jedoch organisatorisch und repräsentativ bestens dafür eingerichteten Ort aus getätigt werden konnten, – eben einer Residenz".

Frankreich beispielsweise verdankt diesem Vorgang gewissermaßen seine Hauptstadt Paris:

"Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert wurde der einst mit dem Herrscher reisende Hof Stück um Stück in der werdenden Hauptstadt Paris seßhaft und spaltete sich so vom reisenden Herrscher ab, parallel zum allmählichen Aufbau eines das Reich überspannenden königlichen Beamtenapparates." In dieser Entwicklung sehen Hans Patze und Gerhard Streich die entscheidende Weichenstellung für die Entstehung einer Residenz. Dieser Vorgang des Seßhaftwerdens von Behörden vollzog sich im anglonormannischen Reich bereits im 12. Jahrhundert, obwohl der König mehr reiste denn je. Heinrich II. verbrachte nämlich einen Großteil seiner Regierungszeit in seinen französischen Besitzungen. Die gesamte königliche Verwaltung, einschließlich der Schatzverwaltung, des sogenannten Scaccarius, konzentrierte sich immer stärker auf den einen Königssitz Westminster. Auch die curia regis, der königliche Gerichtshof, wurde dort seßhaft. Ab dem 13. Jahrhundert beherbergte Westminster sogar das königliche Archiv, das zuvor stets mit dem Hof gereist war.

Die verstärkte Konzentration der Verwaltung, der königlichen wie der landesherrlichen, zog die Einstellung der Reisen des Königs bzw. der Landesherren nicht unmittelbar nach sich. Dies zeigt sich z.B. an der Reiselust der Herzöge von Burgund:

"Auch die Herrschaft des Herzogs von Burgund war am Ende des 15. Jahrhunderts noch Reiseherrschaft. Im Prinzip war seine Residenz dort, wo er seine Wappen aufschlug, gleich ob das an seinem hostel oder hof geschah (das Wort Residenz wird noch nicht auf den Ort angewandt) oder an einem Gasthof unterwegs oder an einer Klosterpforte. [...] [Dennoch gab es nicht beliebig viele Residenzen], die alle nur kurz besucht worden wären." Als Hauptaufenthaltsorte kristallisierten sich Paris, Dijon, Lille, Hesdin, Arras, Saint-Omer, Brügge, Gent und Brüssel heraus. Die Wanderungen des burgundischen Hofs endeten vorerst mit dem Ausbau von Schloß Coudenberg in Brüssel zur festen Residenz im Jahre 1451 unter Philipp dem Guten und mit der Ansiedlung aller Verwaltungsbehörden 1473 in Mecheln unter Karl dem Kühnen entstand eine Verwaltungshauptstadt.

"Wie eine Reiseherrschaft zur Ruhe kommt und eine feste Residenz eingerichtet wird", läßt sich anhand von Aufenthaltshäufungen an einem Ort erkennen. Deshalb sind die Reisewege der Herrscher für die Residenzenforschung aufschlußreich. Klaus Neitmann beispielsweise bezeichnet die Analyse des Herrscheritinerars als maßgeblichen Ansatzpunkt. Anhand eines solchen Itinerars kann man feststellen, "wo sich innerhalb eines Territoriums Schwerpunkte der lokalen Präsenz des Fürsten und damit zumindest potentielle Residenzen" bildeten.

Kommen wir nun zum letzten, im Falle Braunschweigs gewiß wichtigsten Merkmal, das eine Residenz kennzeichnet. In den drei angeführten Zitaten ist von der architektonischen Planung und künstlerischen Gestaltung einer Residenz, von entsprechenden Bauten, in denen sich höfisches Leben mit Festlichkeiten wie Turnieren und Hochzeiten voll entfalten konnte, die Rede. Angesprochen wird darin auch eine weitere bedeutende Funktion der Residenz, nämlich dem Repräsentationsbedürfnis des Herrschers Ausdruck zu verleihen und damit durch die äußere Erscheinungsform seiner Residenz auch sein politisches Programm zu reflektieren.

Klaus Neitmann appelliert deshalb an die Residenzenforscher, sich darauf zu konzentrieren, die Architektur, Kunst und Kultur eines Residenzortes zu untersuchen, um Näheres über die jeweilige Residenz als individuelles Gebilde zu erfahren. In diesem Zusammenhang fordert er die Hinwendung zur Analyse des Mäzenatentums, d.h. zu fragen, "inwieweit die Landesherren Aufgaben auf diesen Gebieten gestellt und gefördert haben". Dabei gilt es zu beachten, daß bei der Untersuchung dieser architektonischen und künstlerischen Werke zwischen zwei unterschiedlichen Funktionen zu differenzieren ist: Zum einen können sie allein der Herrschaftsrepräsentation dienen, zum andern im Dienste der Herrschaftsausübung stehen, wobei Mischformen denkbar sind.

Fragen wir uns nun, wie die Repräsentation eines Herrschers bzw. von Herrschaft im einzelnen aussieht, und was sich konkret hinter dem räumlichen Nebeneinander von architektonisch-künstlerisch herausragenden weltlichen und geistlichen Bauten verbirgt: "Die Architektur des fürstlichen Wohnbaus entwickelte sich von der Burg, die vornehmlich nach fortifikatorischen Zweckmäßigkeitsgründen angelegt war, auf den Schloßbau hin, der ausschließlich dem Wohnkomfort und der Repräsentation diente." Neben den Burgen- bzw. Schloßbau trat in der damaligen Zeit die Errichtung geistlicher Bauten. Die bewußt repräsentative Ausgestaltung weltlicher und geistlicher Bauwerke sowie die architektonische Planung der Residenzanlage bzw. des Residenzortes sollten die Kontinuität der Herrschaft symbolisieren.

Beispielsweise ist die Familiengrabstätte ein wichtiger Bestandteil einer Residenzanlage. Ihre Begründung war ein sichtbares Zeichen für das verstärkte Einsetzen dynastischen Bewußtseins. Die wachsende Konzentration der Herrscher bzw. Landesherren auf ihre eigene Herkunft förderte die Bildung von Residenzen. Die repräsentative Gestaltung von Grabmalen diente dazu, die Herrschaft zu legitimieren.

Die Ausstattung eines Ortes mit repräsentativen Bauten kennzeichnet nicht nur Residenzen, sondern auch die Regierungsstätten des Königs, die Königspfalzen. Üblicherweise verfügen Residenzen über eine größere Anzahl und Vielfalt architektonisch-künstlerischer Werke als Pfalzen, wobei man daraus nichts anderes schließen sollte, als daß "die jeweils unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten" der entsprechenden Epoche genutzt wurden.

 
3. Der Sonderfall Braunschweig

3.1. Besaß Heinrich der Löwe doch eine Residenz?

Heinrich der Löwe verfügte trotz der im Mittelalter vorherrschenden Reiseherrschaft bereits über eine feste Residenz. Zu diesem Urteil gelangt Ernst Schubert. Zur Stützung seiner These zieht er folgendes Zitat aus der Slawenchronik Helmolds von Bosau heran: "redeuntem [...] ducem Bruneswich". Weil Heinrich der Löwe nach Braunschweig zurückkehrte, soll es sich bei diesem Ort um eine feste Residenz handeln. Dieses Zitat kann lediglich als Anlaß betrachtet werden, erneut über die Besonderheit des Ortes Braunschweig nachzudenken. Es ist jedoch leichtfertig, daraus folgern zu wollen, daß Braunschweig unter Heinrich dem Löwen eine feste Residenz darstellte.

Jens Ahlers spricht ebenfalls von einer festen Residenz Heinrichs des Löwen. Er behauptet, mit dem Bau einer solchen folgte der Welfenherzog "einer allgemeinen Tendenz seiner Zeit", erwähnt jedoch an derselben Stelle, daß zumindest "im deutschen Raum nichts Gleichbedeutendes" existiert habe. Gleichzeitig weist Ahlers jedoch eine direkte Beeinflussung durch den anglonormannischen Hof, der dabei als Vorbild hätte fungieren können, weit von sich.

Diese Argumentation wirkt in sich widersprüchlich und überzeugt nicht.

Der Vermählung Heinrichs des Löwen mit Mathilde, der Tochter König Heinrichs II. von England, mißt er hinsichtlich ihrer Auswirkung auf den Charakter und die Politik Heinrichs des Löwen kein außergewöhnliches Gewicht bei. Für ihn stellt sie einen Faktor unter vielen gleichrangigen dar, die das Selbstbewußtsein Heinrichs des Löwen "und seinen Herrscherwillen geprägt [hätten]".

Völlig anders wird die Heirat Heinrichs des Löwen mit Mathilde von England im Jahre 1168 in bezug auf den Bau einer festen Residenz von Ernst Schubert beurteilt, der darin den Anlaß für den Aus- und Neubau des vorgefundenen brunonischen Herrschaftssitzes Dankwarderode zu einer Fürstenresidenz von europäischem Rang sieht. Damit wollte Heinrich der Löwe seinem Stolz auf die englische Verwandtschaft Ausdruck verleihen sowie seiner neuen Frau den einer Königstochter angemessenen Hof bieten. Von nun an sollte auch die Frau zum Braunschweigischen Herrscherhof gehören, was sich in den baulichen Maßnahmen Heinrichs des Löwen nach 1167 äußert.

Joachim Ehlers, der das Jahr 1168 als "Epochenjahr" bezüglich der Herrschaft Heinrichs des Löwen begreift, weist neben dem Prestigezuwachs, der aus der Ehe Heinrichs mit Mathilde resultierte, speziell auf den "erheblichen materiellen Gewinn" als Begleiterscheinung dieser Verbindung für Heinrich den Löwen hin, so daß man wohl annehmen darf, daß auch dieser für den Zeitpunkt des Ausbaus des Hofs Heinrichs des Löwen zu einer Residenz eine gewisse Rolle gespielt hat.

Uwe Albrecht bezeichnet Heinrich den Löwen als ersten weltlichen Reichsfürsten, "der eine feste Stadtresidenz sein eigen nennen konnte". Dies stellt eine weitere Besonderheit der landesherrlichen Residenz Braunschweig dar. Zum einen bedeutet dies, daß Burg und Stadt nicht mehr länger als zwei verschiedene Bereiche begriffen werden, sondern gemeinsam als Herrschaftssitz. Zum andern verbirgt sich hinter dem Begriff "Stadtresidenz" ein Hinweis auf die Lage der Residenz. Heinrich der Löwe übernahm "das Prinzip des Residenzortes in Tallage", eventuell von Kaiser Lothar III. und seiner Pfalz in Goslar.

Die Eigenleistung des Welfenherzogs bestand nun darin, daß er Burg und Stadt zusammenfügte. Dieser zur Zeit Heinrichs des Löwen ungewöhnliche Vorgang im deutschen Reich wird von Ernst Schubert als "Verschmelzung von offenem und geschlossenem Hof" bezeichnet. Heinrichs Residenz sollte mit den stadtbürgerlichen Siedlungen eine räumliche Einheit bilden. Dies geschah durch die Befestigung städtischer Siedlungsbereiche mit Wall und Graben.

Es wäre irreführend aufgrund der wenigen angeführten Äußerungen zu behaupten, daß man Braunschweig unter Heinrich dem Löwen definitiv als Residenz bezeichnen kann. Einigkeit besteht jedoch darin, daß Braunschweig mehr darstellt als ein gewöhnlich bevorzugter Aufenthaltsort Heinrichs des Löwen. Der Mittelpunkt der welfischen Herrschaft ist und bleibt ein Sonderfall, auch in der Zeit nach Heinrich dem Löwen. Um Heinrich den Löwen oder seinen Sohn Otto IV. zu schädigen, wurde stets Braunschweig angegriffen: 1150 von Konrad III., 1194 von Heinrich VI. und 1202 durch Philipp von Schwaben.

Folgende ungewöhnliche Rahmenbedingungen erschweren die Erforschung der "Residenz Braunschweig": Zunächst sei darauf hingewiesen, daß Heinrich der Löwe dem Ort Braunschweig im 12. Jahrhundert zwar Residenzcharakter verlieh, jedoch ging die Funktion Braunschweigs als Hauptaufenthaltsort der welfischen Herzöge bereits im 14. Jahrhundert wieder verloren. 1432 wurde Wolfenbüttel "Regierungssitz" der Herzöge des Fürstentums Braunschweig. Außerdem handelt es sich im Falle Braunschweigs faktisch um die "Residenz eines Fürstentums". Von den Welfen selbst wurde sie aber als "ideelle Residenz des gesamten Herzogtums" begriffen, da sie eine Verbindung zwischen dem herrschaftlichen Mittelpunkt ihres Herzogtums und dem Besitz des Herzogtitels sahen; außerdem hatten sie dort mit Heinrich dem Stolzen und Heinrich dem Löwen ihre Wurzeln, an die sie auch durch die Grablege im Braunschweiger Blasiusdom erinnert wurden, die sowohl die Gebeine Heinrichs des Löwen als auch die seines Sohnes Kaiser Otto IV. beherbergt. Darüber hinaus wird Braunschweig in der während der Regierungszeit Albrechts I. entstandenen "Braunschweiger Reimchronik" der Status "einer Residenz des gesamten Herrschaftsbereichs der Welfen" zugewiesen: "erst des Herzogtums Sachsen, dann des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg".

Braunschweig nimmt im Vergleich zu anderen Residenzorten auch deshalb eine Sonderstellung ein, weil hier die beiden traditionellen Kriterien einer Residenz, der dauerhafte Sitz des Herrschers sowie die Einrichtung fester Behörden, zumindest zur Zeit Heinrichs des Löwen eigentlich nicht zutreffen. Sogar das für die Residenzenforschung so grundlegende Forschungsinstrument, die Analyse des Herrscheritinerars, läßt sich hier nur bedingt anwenden. Zwar fällt die besondere Konzentration des Itinerars Herzog Heinrichs des Löwen auf die Burg Dankwarderode und die Stadt Braunschweig, verglichen mit der üblichen Herrschaftspraxis der großen Fürsten seiner Zeit sowie im Vergleich mit der Reiseherrschaft des Königs, auf, doch erscheint es aufgrund der Quellenlage fraglich, ob "die von Eckhard Müller-Mertens entwickelten Methoden zur Ermittlung von Aufenthaltshäufigkeit und -dauer, die Aufstellung eines Itinerarkalenders und eine auf solcher Basis mögliche Definition von Schwerpunktorten der Itinerarüberlieferung als politische Vororte der Herzogsherrschaft" überhaupt sinnvoll anwendbar sind.

In diesem Punkt spiegelt sich die Meinungsvielfalt der Mediävisten: Während Gerhard Streich trotz der problematischen Quellenlage hinsichtlich der Reisewegrekonstruktion Heinrichs des Löwen an ihrer Aussagekraft festhält, steht Joachim Ehlers ihr kritisch gegenüber und warnt vor einer Überschätzung der Aussagefähigkeit dieser Quellen. Er begründet sie mit der "Überlieferungsproblematik" der hierfür relevanten Quellen und erinnert an die "verlorenen Urkunden", deren "Modifikationsmöglichkeiten" bei jeder Aussage eigentlich miteinbezogen werden müßten. Dabei gibt er zu bedenken,

"daß aus Urkunden und erzählenden Quellen überhaupt nur für 28 der zugrundeliegenden 54 Jahre Aufenthalte des Herzogs in Braunschweig nachweisbar sind; nur 13 seiner Urkunden sind hier ausgestellt, davon 4 nach 1180; 6 dieser 13 Urkunden tragen genaue Datierungen (Jahr, Monat, Tag), 3 davon gehören in die Zeit nach dem Sturz." Aus diesen Fakten schließt Ehlers, "daß offenbar erst die Reduktion der Herrschaft Heinrichs des Löwen auf den Braunschweiger Raum den Residenzcharakter dieser Stadt effektiv werden ließ".

Obwohl die Institutionalisierung der Verwaltung gemessen an dem Kriterium der Einrichtung ortsfester Behörden vergleichsweise unterentwickelt gewesen sein dürfte – die Kanzlei war beispielsweise mindestens bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts beweglich, d.h. sie zog mit dem Herzog mit – läßt sich Braunschweig unter die Frühformen landesherrlicher Residenzenbildung einordnen. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, daß im Umgang mit Residenzkriterien, welche den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben, Vorsicht geboten ist.

Versucht man sich jedoch der Residenz bzw. dem Hof Heinrichs des Löwen individuell zu nähern, so wird man mit beachtlichen Erkenntnissen belohnt. Joachim Ehlers gelingt das in seiner Untersuchung über den Hof Heinrichs des Löwen, die auf einem bewußt gewählten Verständnis des Phänomens "Hof" basiert. Er setzt dabei voraus, "daß ein Hof in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts primär als Herrschaftszentrum verstanden werden muß", folglich aus Personen zusammengesetzt ist, "die Heinrich der Löwe an der Herrschaft beteiligt hat", entweder "konzeptionell" oder "funktional", wobei nicht nur, "die am sog. ‚Residenzort Braunschweig’ mehr oder weniger ständig versammelten Personen" analysiert werden, da das Postulat eines einzigen Hofs "für nicht standortgebundene Herrschaft" dem Autor wenig sinnvoll erscheint.

Auf dieser Grundlage gelangt Joachim Ehlers zu folgendem Definitionsansatz: "Von ‘Residenz’ sollte man erst dann sprechen, wenn der Kernhof mittelfristig mit einem Außenhof zu verschmelzen beginnt." Dies trifft für Braunschweig zu.

Im Gegensatz zu Neitmann, Patze et al. wählt Ehlers den induktiven Weg, um sich dem Phänomen Residenz zu nähern. Als ausschlaggebendes Kriterium des Kernhofs im Unterschied zum Außenhof nennt er "die langfristige Präsenz beim Herrn". Zu den beachtlichen Erkenntnissen über den Hof bzw. die "Residenz" Heinrichs des Löwen in Braunschweig zählen außerdem die frühe Bezeugung der vier großen Hofämter – Truchseß, Kämmerer, Schenk und Marschall – sowie die Vorwegnahme eines modernen Prinzips der Herrschaftsausübung auf organisatorischem, verwaltungstechnischem Gebiet: Heinrich der Löwe umgab sich in erster Linie "mit Leuten, deren Stellung auf dem Dienst beruhte".

 

3.2. Zur repräsentativen Gestaltung Dankwarderodes und seines Residenzortes Braunschweig

Die repräsentative Ausgestaltung Braunschweigs durch ihren Landesherrn Heinrich den Löwen stellt im 12. Jahrhundert eine Einzigartigkeit dar. "Die Häufung von qualitätvollen architektonischen und anderen künstlerischen, ortsgebundenen Denkmälern fixierte die Herrschaft an diesen Platz [...], nicht ein Apparat von Behörden." Betrachtet man die Stadtgestalt Braunschweigs vor und nach Heinrich dem Löwen, so fällt nach dem Tod des Welfenherzogs (6. August 1195) die um vieles reichere "Sakral- und Wirtschaftstopographie" auf.

Zu den prominentesten Bauten Heinrichs des Löwen zählen die Burg Dankwarderode mit der dazugehörigen Kapelle St. Ulrich und der aus Bronze gegossene freistehende Löwe – Symbol des Herzogs und Braunschweigs – sowie die Stiftskirche St. Blasius. Ausgestattet wurde diese Stiftskirche mit einem Triumphkreuz, dem sogenannten Imervardkreuz, mit einem Marienaltar, mit dem siebenarmigen Leuchter, der ursprünglich vor der Grabplatte des Stifters und seiner Gattin stand, sowie mit dem berühmten Evangeliar, in dessen Widmungsgedicht zunächst der Zusammenhang von Herkunft und Herrschaft dargestellt und schließlich die Verknüpfung von Herkunft (stirps), Territorium (patria) und dem dazugehörigen Mittelpunkt, die Stadt Braunschweig (urbs) "mit der festen Residenz des Löwen" thematisiert wird. Insbesondere bezeugt gerade die Stiftung des Evangelienbuches nicht nur die Frömmigkeit des Herzogpaares, sondern "den Willen zur Schaffung einer Repräsentation fürstlicher Herrschaft im sächsischen patrimonium und seiner Mitte Braunschweig, die in ihrer Art einzigartig ist". Nicht nur die sakrale Komponente der Stadt wurde von Heinrich dem Löwen gefördert, er bemühte sich auch darum, Braunschweig wirtschaftlich florieren zu lassen. Die Gründung der Siedlung Hagen, eine "Handwerker- und Gewerbesiedlung" direkt neben seiner Burg Dankwarderode, vermutlich vor 1166, dient als Beispiel für die ökonomische Förderung, die Heinrich der Löwe seinem Residenzort zukommen lassen wollte.

Braunschweig spielt im Denken sowie im politischen Handeln Heinrichs des Löwen eine besondere Rolle. Offenbar hatte er die Absicht, diesen Ort "in steigendem Maße" zu seiner festen Residenz auszubauen. Der Beginn der Verwirklichung seines Vorhabens fällt mit dem Gipfel seiner Macht zusammen, den er in den 1170er Jahren erreicht hatte. Doch wurde der vorbildliche Ausbau Braunschweigs "zum ebenso funktionstüchtigen wie repräsentativen Zentrum seines Herrschaftsbereichs" nach der Rückkehr Heinrichs des Löwen aus seinem englischen Exil im Jahre 1185 nicht nur fortgesetzt, sondern intensiviert. Diese Steigerung erklärt sich aus der neuen politischen Situation heraus, die der Welfenherzog nun vorfand: "Seine Herrschaft war begrenzt und mußte neu begründet werden."

Während seiner Verbannung hielt sich Heinrich der Löwe vor allem an den königlichen "Residenzen" von Westminster, Windsor und Winchester auf. Es ist daher anzunehmen, daß Heinrich der Löwe dort viele Eindrücke hinsichtlich höfischer Kultur und herrschaftlicher Repräsentation sowohl auf architektonischem als auch auf künstlerischem Gebiet gewinnen konnte. Vermutlich brachte er von dort allerlei Anregungen mit und versuchte, sie nach Möglichkeit in seinem sächsischen patrimonium, speziell in Braunschweig, zu realisieren. Damit lassen sich auch die Fortschrittlichkeit des Hofs Heinrichs des Löwen sowie das auffallend hohe Anspruchsniveau hinsichtlich höfischer Repräsentationskunst, die von seinen Nachfolgern weiterhin gepflegt wurde, erklären. Denn am anglonormannischen Königshof erlebte die höfisch-ritterliche Kultur ihre Blüte. Man kann also davon ausgehen, daß sich anglonormannische Einflüsse bei der Ausgestaltung der "Residenz" Heinrichs des Löwen bemerkbar machten.

Der Umstand, daß die Burg Dankwarderode und die dazugehörige Burgkapelle St. Ulrich entweder als Pfalz mit Pfalzkapelle oder als Palast und Palastkapelle bezeichnet werden, deutet darauf hin, daß diese beiden Elemente nicht genügen, um von einer Residenz sprechen zu können. Erst für die vollständige architektonische Anlage Heinrichs des Löwen, der herzoglichen Pfalz mit Pfalzkapelle, der domähnlichen Stiftskirche St. Blasius und dem Löwendenkmal wird der Begriff "Residenz" verwendet. Die Stiftskirche St. Blasius gehörte nicht nur baulich, sondern auch konzeptionell zum Hof Heinrichs des Löwen. Der Bau dieser Kirche erhöhte die repräsentative Wirkung der Anlage erheblich. Diese gesteigerte Repräsentationswirkung trat insbesondere im Vergleich zu den zeitgleichen Königspfalzen der Staufer, z.B. Gelnhausen oder Hagenau, hervor, "weil ihnen die sich in der Burgstiftskirche manifestierende sakrale Komponente fehlt[e]".

Das Löwendenkmal stellt "gewissermaßen die Mitte der Maßnahmen Heinrichs des Löwen für [Braunschweig] und für die Gestaltung einer Residenz" dar. Das räumliche Ensemble bestehend aus der Trias Pfalz, Stift und Löwendenkmal symbolisiert den Herrscher und repräsentiert Herrschaft, indem es in konzentrierter Form Attribute hochmittelalterlicher Herrschaft versammelt.

Otto Gerhard Oexle sieht in der Dreiheit von Pfalz, Stiftskirche und Denkmal sogar eine Parallele zur Kaiserpfalz Karls des Großen in Aachen.

Die Verbindung von Pfalz und Stift in Braunschweig legt den Gedanken nahe, Heinrich der Löwe habe als Landesherr eine "imitatio imperii" angestrebt und habe sich außerdem beim Ausbau seiner Burg Dankwarderode an der Anlage in Goslar, die unter dem Salierkaiser Heinrich III. entstanden ist, orientiert. Denn das gemeinsame Auftreten von Pfalz und Stift ist an königlichen Wirkungsstätten der Vergangenheit keine Seltenheit. Diese Feststellung reicht jedoch nicht aus, um Heinrich dem Löwen angesichts der Gestaltung seiner Pfalz eine bewußte "imitatio imperii" unterstellen zu wollen und folglich im Bau seiner repräsentativen "Residenz", die äußerliche Bestätigung für sein Streben nach königsgleicher Stellung zu sehen.

Ernst Schubert argumentiert diesbezüglich folgendermaßen: Für ihn spricht erstens die Tatsache dagegen, daß der Kaiser nichts besaß, was mit Braunschweig als "Residenz" hätte verglichen werden können, und zweitens der Zeitpunkt des Ausbaus, nach der zweiten Heirat des Welfenherzogs. Dies zeige, daß es Heinrich dem Löwen keinesfalls darum gegangen sein könnte, Vorbilder zu imitieren, sondern der Ausbau seiner Burg spiegle ausschließlich seinen Stolz auf die Verwandtschaft mit dem anglo-angevinischen Königshaus wider.

Für Karl Jordan, Klaus Neitmann und Otto Gerhard Oexle besteht kein Zweifel darüber, daß die von den Saliern in Goslar errichtete Pfalz das Vorbild für Dankwarderode abgegeben habe, kritischer steht dieser Annahme Cord Meckseper gegenüber. Meckseper teilt zwar die von den anderen angeführten Argumente soweit sie die räumliche Nachbarschaft betreffen, betont jedoch zusätzlich das persönliche Interesse Heinrichs des Löwen an der Reichsvogtei Goslar. Was das Streben des Welfenherzogs nach königsgleicher Stellung anbelangt, ist für ihn nicht allein die Tatsache der Errichtung eines repräsentativen Baus entscheidend, sondern viel mehr die Art und Weise, z.B. die immense Größe des Braunschweiger Saalbaus, die selbst den Landgrafensaal auf der Wartburg, der etwa zeitgleich entstand, um einige Meter übertrifft.

Im Falle der in den 1170er Jahren entstandenen Stadtresidenz Heinrichs des Löwen handelt es sich um den westeuropäischen architektonischen Prägetypus hochmittelalterlicher Adelssitze, das Saalgeschoßhaus. Diese Bauform war um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Deutschland und Frankreich in Kreisen des Hochadels, der Landes- und Territorialfürsten,gleichermaßen verbreitet. Auch die Goslarer Pfalz entsprach dieser Architektur.

Mit der Absicht, Braunschweig zu seiner festen Residenz auszubauen, erwies sich Heinrich der Löwe als zukunftsweisend und fortschrittlich. Dadurch hatte er die späteren Residenzbildungen deutscher Fürsten, z.B. der Landgrafen von Thüringen, quasi vorweggenommen, insbesondere hinsichtlich "der Verwendung von Architektur, Kunst und Kultur zum Zwecke herrscherlicher Repräsentation". Durch die architektonisch-künstlerische Ausgestaltung seiner Pfalz schuf Heinrich der Löwe nicht nur Symbole, die ihn persönlich repräsentieren sollten und in denen er auch nach seinem Tod personifiziert weiterleben konnte, sondern darüber hinaus Formen eines kulturellen Gedächtnisses, welches von Otto Gerhard Oexle allgemein als "Memoria" bezeichnet wird. Die Memoria Heinrichs des Löwen muß im Hinblick auf ihre Intensität, ihre Vielfalt und ihre Qualität sowie aufgrund des herausragenden Rangs der Zeugnisse zumindest im 12. Jahrhundert als einzigartig angesehen werden. Weder von den Staufern noch von den Plantagenêts oder den Kapetingern kennt man für denselben Zeitraum Entsprechendes.

An dem von Oexle theoretisch konstruierten abstrakten Ort der Memoria findet zweierlei statt: Zum einen "die Bindung der Residenz an die Herrschaft", folglich auch an ihr dazugehöriges Territorium, weil der Residenzort Mittelpunktsfunktion besitzt; zum andern "die Bindung der Herrschaft an die herausragende Herkunft des adligen Geschlechts", durch die Herrschaft wiederum begründet und legitimiert wird. Herrschaft legitimiert sich im allgemeinen durch Berufung auf die Vergangenheit. Darüber hinaus bedarf Herrschaft auch einer Zukunft bzw. der Gewißheit ihrer Kontinuität. Zum Fundament jeglicher Form von Herrschaft gehört "die Rühmung dessen, was war und was ist", zu ergänzen wäre: und was noch sein wird. Deshalb fügt Oexle seinem theoretischen Konzept der Memoria die Dimension der "Fama" hinzu. Er differenziert also zwischen vergangenem Ruhm, der Memoria, und gegenwärtigem bzw. zukünftigem Ruhm, der Fama. Außerdem umfaßt die Memoria Heinrichs des Löwen sowohl eine profane als auch eine religiöse Dimension.

Es sind insbesondere die Kunstwerke als essentieller Bestandteil der Memoria Heinrichs des Löwen, die die Erinnerung an ihn bis heute wachhalten. Deshalb sollen nun jeweils ein künstlerisches Denkmal aus den beiden Bereichen, der sakralen bzw. profanen Memoria Heinrichs des Löwen herausgegriffen und näher betrachtet werden. Aus dem Bereich der liturgischen Memoria wurde dafür die Grablege ausgewählt, aus dem profanen das Löwendenkmal, das außer an ihn selbst an seine Abstammung aus der welfischen Dynastie erinnern sollte.

Zwar erwähnen verschiedene Chronisten das Löwenmonument, doch ist der Informationswert eher gering einzustufen, da sich die Angaben widersprechen.

 
3.2.1. Das Löwenmonument

Mit der Errichtung der Löwenskulptur vor seiner Burg Dankwarderode wollte Heinrich der Löwe der "immerwährenden Memoria seines Geschlechts (oder: seiner Herkunft) und seines Namens" Ausdruck verleihen. Das Braunschweiger Löwendenkmal hatte eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen: Es sollte die Herrschaft Heinrichs des Löwen allgemein repräsentieren, darüber hinaus stellte es den Welfenherzog selbst dar, außerdem galt es als Wahrzeichen des herzoglichen Gerichts, und es ist als Symbol zu verstehen, wodurch sich Heinrich der Löwe zu seinem Adelsgeschlecht, den Welfen, als dazugehörig erklärt hat.

Die Auffassung, das Löwendenkmals habe vom Zeitpunkt seiner Errichtung an als Gerichtswahrzeichen gedient, ist umstritten. Weil das theriomorphe Monument seit dem 13. Jahrhundert im Kontext gerichtlicher Vorgänge erscheint, wurde ihm diese Bedeutung zugeordnet. Daneben existiert jedoch die These, "daß ihm diese Funktion erst nachträglich zukam".

Neuerdings wird das Denkmal außerdem als militärisches Machtsymbol interpretiert, weil es sich um die Darstellung eines brüllenden Löwen handelt. Peter Seiler zufolge läßt sich ein militärischer Zusammenhang aufgrund des durch Albert von Stade überlieferten Entstehungsdatums im Jahre 1166 herstellen: "Heinrich der Löwe stand damals in kriegerischen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fürsten."

Daß der Welfenherzog das Löwensymbol nicht ausschließlich zur Repräsentation verwendete, sondern geschickt die repräsentative Symbolik des Löwen, die Verbildlichung seines Namens und seiner Herkunft, mit der Ausübung seiner Herrschaft zu verbinden wußte, und damit das Löwendenkmal vor der Burg kein isoliertes, sondern ein in den herrscherlichen Kontext Heinrichs des Löwen integriertes Phänomen darstellte, äußerte sich auf seinem Schild, seinem ersten und zweiten Reitersiegel sowie auf den Münzen. Alle diese Gegenstände tragen das Bildzeichen des Löwen. Was das Reitersiegel anbelangt, ist zu ergänzen, daß "sein auf der Ravensburg residierender Oheim Herzog Welf VI." ebenfalls ein Reitersiegel mit demselben Bildzeichen des Löwen führte. Diese Entsprechung ist auch für die Münzprägungen der beiden festzuhalten. Im Unterschied dazu, trugen jedoch die Münzen Heinrichs des Löwen, zusätzlich zu dem Bildzeichen des Löwen, die lateinische Umschrift "Heinricus Leo Dux". Für die Interpretation dieser Umschrift existieren derzeit zwei Varianten: Zum einen die Deutung als "Benennung", d.h. die deutsche Übersetzung der Umschrift müsse Heinrich der Welfe lauten und verweise somit auf seine süddeutsche Herkunft aus dem Geschlecht der Welfen, zum andern die Deutung als "Beiname", welcher Heinrich der Löwe von seinem Vater übernommen haben soll, und der eventuell auch als Hinweis auf seinen Großvater Kaiser Lothar III. dient.

Anlaß zur Diskussion gibt das Bild des Löwen auf den Wappen der Welfen im 12. Jahrhundert. Es scheint sich dabei erneut um eine Singularität zu handeln, da "in der Zeit der Entstehung des Wappenwesens die meisten Reichsfürsten (so z.B. die Babenberger und die Wittelsbacher) den Adler im Wappen führten". Während Oexle darin eine Möglichkeit erblickt, wodurch Heinrich der Löwe unter anderem zur Errichtung des Löwenmonuments angeregt worden sein könnte, bestreitet Seiler diesen Sachverhalt mit der Begründung, daß "vergleichbare, mit heraldischen Tierfiguren (oder sonstigen Wappenzeichen) bekrönte Denkmäler" aus dieser Zeit nicht bekannt seien.

Was Heinrich den Löwen letztlich dazu bewogen hat, ein Löwenstandbild vor seiner Burg aufstellen zu lassen, und welche Anregungen dabei eine Rolle gespielt haben, ist bislang ungeklärt. Über mögliche Vorbilder kann lediglich spekuliert werden.

Heinrich der Löwe beteiligte sich an drei Italienzügen Friedrichs I.: 1154, 1159 und 1161. Das gab ihm die Möglichkeit, die auf der Stammburg der Markgrafen von Este, seinen italienischen Verwandten, aufgestellte Löwenskulptur kennenzulernen.

Nach Aufassung Peter Seilers könnte der Impuls zur Errichtung dieses Denkmals vor der Burg Dankwarderode eventuell von der Reiterstatue Marc Aurels vor dem Lateranspalast in Rom ausgegangen sein. Diese gewagte Vermutung begründet er damit, daß kein weiteres mittelalterliches Löwenbildwerk bezeugt sei, welches einen Herrscher repräsentiere und somit als personales Monument fungiere.

Otto Gerhard Oexle macht in diesem Zusammenhang auf die "kapitolinische" Wölfin aufmerksam, da er funktionale und konzeptionelle Übereinstimmungen mit dem Braunschweiger Burglöwen feststellen konnte. Beide wurden als Herrschaftszeichen und als Rechtssymbole verwendet, beide nahmen ihren Platz als Repräsentanten von Herrschaft innerhalb eines räumlich architektonischen Ensembles ein.

Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß der Braunschweiger Burglöwe als monumentaler Träger welfischer Repräsentation durch die Verbildlichung des Namen- und Herkunftbewußtseins der eigenen Nobilitierung diente. Als profanes Denkmal stellte er kein isoliertes Phänomen dar, da auch andernorts großformatige Bildwerke herrscherliche "Residenzen" zierten. Erinnert sei dabei an die Aachener Pfalz, die von Karl dem Großen nach seiner Kaiserkrönung in Rom mit den beiden künstlerischen Prestigeobjekten, der antiken Reiterstatue des Theoderich und mit der Bärin, die im Mittelalter als Lupa betrachtet worden ist, ausgestattet worden war. Ähnlich verhält es sich mit dem im Episcopium der Kathedrale von Reims von Erzbischof Gervasius (1055-1067) aufgestellten Bronzehirsch.

Die Gemeinsamkeit der angeführten Beispiele besteht darin, daß alle Standbilder sich an privilegierten Orten der Repräsentation befanden.

Die für meine Fragestellung wichtigste Erkenntnis ist jedoch diejenige, daß Heinrich der Löwe mit der Aufstellung des Löwen vor seiner Burg Braunschweig als Zentrum seiner Herrschaft kennzeichnete und dadurch die Kopplung von Herrschaft an Residenz sichtbar werden ließ.
 

3.2.2. Das Grabmal

Dem Löwenmonument vergleichbar übernimmt auch das Grabmal Heinrichs des Löwen repräsentative Funktion und ist Bestandteil seiner Memoria.

Es steht stellvertretend für den Herzog und seine Gemahlin Mathilde und bildet den Mittelpunkt ihres Totengedächtnisses. Die Plazierung des Grabmals vor dem Kreuzaltar in der Vierung der Stiftskirche St. Blasius weist auf seine besondere Bedeutung hin. Bei diesem mittelalterlichen Monument handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein posthumes Stiftergrabmal, mit dem ein besonderes Gedächtnis verbunden war: "Die zum Zweck der hervorhebenden Erinnerung gestalteten Monumente waren Mitte des Gedenkens, zentrale Stelle der Memorialfeier für die Verstorbenen." Durch dieses Grabmal wurde Heinrich dem Löwen und seiner Gattin Mathilde zwar ein Andenken in ihrer Funktion als Stifter der Blaisuskirche bewahrt, darüber hinaus kann jedoch angenommen werden, "daß sie als Vermittler zum Jenseits, als Fürsprecher für die am Grabmal Betenden, d.h. als eine Art Heilige, gesehen wurden". Jochen Luckhardt schließt diese Vermutung aus Grabinschriften anderer Grabmäler des 12. Jahrhunderts, die diesen Sachverhalt angeblich erkennen ließen, sowie aus überlieferten Memorienregistern.

Geht man entgegen der bemerkenswerten Passage in der Chronik Arnolds von Lübeck davon aus, daß dieses Grabmal nicht zu Lebzeiten Heinrichs des Löwen entstanden ist und ignoriert die Möglichkeit, daß der Herzog dieses Grabmal selbst in Auftrag gegeben haben könnte, so stellt es einen Neubeginn in der "Memorialgeschichte" der Welfen in Braunschweig dar. Angenommen dieses Grabmal wurde durch die Nachwelt Heinrichs des Löwen initiiert, so wurde dadurch dem Herzog und seiner Frau eine neue, noch größere Bedeutung beigemessen. Mit dieser neuen Dimension des Gedächtniskults für das Herzogspaar ließe sich auch die Besonderheit der vollkörperlichen Skulpturen der Tumba, welche Robert Suckale aufgrund der Übereinstimmung vieler Gewandmotive mit der außergewöhnlichen Skulptur der Pariser Buchsbaummadonna in Verbindung bringt, erklären. Betrachtet man das Grabmal aus kunsthistorischer Perspektive, so kann man es Suckale zufolge auch vordatieren.

Er argumentiert dabei mit dem ersten Siegel von König Richard Löwenherz aus dem Jahre 1189, das seiner Ansicht nach die typischen Züge des bis 1195 dominierenden Stils in der Hofskulptur Englands trägt, und schließt daraus, daß dieses Siegel als Vorbild für das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner Gattin angenommen werden kann. Das wäre ein Indiz für die Rezeption der um 1180 dominanten anglonormannischen Hofkunst in der "Braunschweiger Residenz", denn die Grablege ist nicht nur ein zentrales Element der liturgischen Memoria Heinrichs des Löwen, sondern zählt zu den wesentlichen Merkmalen einer Residenz bzw. eines Residenzortes.

Vorausgesetzt man versteht unter dem Begriff Residenz ein ortsgebundenes Herrschaftszentrum, in dem sich der Herrscher seine eigene Daseinssphäre geschaffen hat, sich dort auch als Träger der Herrschaft selbst repräsentierte, so kann man die im Zentrum der Studie stehende Frage, ob Heinrich der Löwe eine Residenz besaß, bejahen. Braunschweig bildete jedenfalls den ideellen Mittelpunkt seiner Herrschaft. Dort spielte sich politisches und kulturelles Leben ab, das auf das gesamte Herzogtum ausstrahlte.

Wendet man jedoch den Begriff Residenz nicht auf den Ort an, sondern begreift allein die schloßähnliche herrschaftliche Anlage Dankwarderode als Residenz, so muß die Frage offen bleiben.

Es ist in diesem Zusammenhang zu überlegen, ob eine Differenzierung des Begriffs Residenz zur Lösung des Problems beitragen könnte. Man würde dann beispielsweise von Stadtresidenz, fester Residenz, landesherrlicher Residenz oder Fürstenresidenz etc. sprechen.

In unserem Fall bietet es sich m.E. nach an, Braunschweig als Residenzort Heinrichs des Löwen zu bezeichnen. Denn Braunschweig inklusiv der repräsentativen, für damalige Verhältnisse außergewöhnlichen Anlage Dankwarderode stellte für den Welfenherzog mehr dar als einen bevorzugten Aufenthaltsort oder Hauptort seiner Herrschaft.

Inga-Verena Barth, Berlin*

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Patze 1972, H., Die Bildung der landesherrlichen Residenzen im Reich während des 14. Jarhunderts, in: W. Rausch (Hg.), Stadt und Stadtherr im 14. Jahrhundert, Linz 1972 (= Beiträge zur Geschichte der Städte Mitteleuropas II), S. 1-54.

Patze/Streich 1982, H./G., Die landesherrlichen Residenzen im spätmittelalterlichen Deutschen Reich, in: BlfdLg 118 (1982), S. 205-220.

Peyer 1982a, P., Das Aufkommen von festen Residenzen und Hauptstädten im mittelalterlichen Europa, in: L. Schmugge et al. (Hg.), Hans Conrad Peyer: Könige, Stadt und Kapital. Aufsätze zur Wirtschafts-und Sozialgeschichte, Zürich 1982, S. 69-80.

Peyer 1982b, H. C., Das Reisekönigtum des Mittelalters, in: L. Schmugge et al. (Hg.), Hans Conrad Peyer: Könige, Stadt und Kapital. Aufsätze zur Wirtschafts-und Sozialgeschichte, Zürich, S. 98-115.

Schlesinger 1987a, W., Die Pfalzen im Rhein-Main-Gebiet, in: H. Patze/F. Schwind (Hg.), Walter Schlesinger: Ausgewählte Aufsätze, Sigmaringen 1987 (= VuF/Bd. 34), S. 279-314.

Schlesinger 1987b, W., Bischofssitze, Pfalzen und Städte im deutschen Itinerar Friedrich Barbarossas, in: H. Patze/F. Schwind (Hg.), Walter Schlesinger: Ausgewählte Aufsätze, Sigmaringen 1987 (= VuF/Bd. 34), S. 347-401.

Schubert 1995, E., Der Hof Heinrichs des Löwen, in: J. Luckhardt/F. Niehoff (Hg.), Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235, Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Bd. 2, München 1995, S. 190-198.

Seiler 1994a, P., Der Braunschweiger Burglöwe – "Epochale Innovation" oder "einzigartiges Kunstwerk"?, in: H. Beck/K. Hengevoss-Dürkop, Studien zur Geschichte der europäischen Skulptur im 12./13. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 1994 (= Schriften des Liebighauses), S. 533-564.

Seiler 1994b, P., Welfischer oder königlicher Furor? Zur Interpretation des Braunschweiger Burglöwen, in: X. Ertzdorff (Hg.), Die Romane vom Ritter mit dem Löwen. Symposium, Gießen 14.-19. Juni 1993, Amsterdam/Atlanta 1994 (= Chloe. Beihefte zum Daphnis/Bd. 20), S. 135-183.

Seiler 1995, P., Der Braunschweiger Burglöwe – Spurensicherung auf der Suche nach den künstlerischen Vorbildern, in: J. Luckhardt/F. Niehoff (Hg.), Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235, Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Bd. 2, München 1995, S. 244-256.

Sombart 1907, W., Der Begriff der Stadt, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 25 (1907), S. 1-9.

Streich 1995, G., Burgen und "Burgenpolitik" Heinrichs des Löwen, in: J. Luckhardt/F. Niehoff (Hg.), Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235, Katalog der Ausstellung Braunschweig 1995, Bd.2, München 1995, S. 484-491.

Suckale 1995, R., Zur Bedeutung Englands für die welfische Skulptur um 1200, in: J. Luckhardt/F. Niehoff (Hg.), Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repräsentation der Welfen 1125-1235, Katalog der Ausstellung, Braunschweig 1995, Bd. 2, München 1995, S. 440-451.

Szabó 1990, Th., Der mittelalterliche Hof zwischen Kritik und Idealisierung, in: J. Fleckenstein (Hg.), Curialitas. Studien zur Grundfragen der höfisch-ritterlichen Kultur, Göttingen 1990 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte/Bd. 100), S. 350-390.

Thies 1994, H., Der Dom Heinrichs des Löwen in Braunschweig. Bau und Kunstwerke, Braunschweig.

Weber 1973, M., Zur Lehre vom Idealtypus, in: J. Winckelmann (Hg.), Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, 4. Aufl., Tübingen 1973, S. 191ff.

Weber 1976, M., Die nichtlegitime Herrschaft (Typologie der Städte), in: J. Winckelmann (Hg.), Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft [WuG], 5. Aufl., 2. Halbband, Tübingen 1976, S. 727-814. Erstmals erschienen in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47 (1920/21) mit dem Titel "Die Stadt", S. 621-772.

Weinmann 1991, A., Braunschweig als landesherrliche Residenz im Mittelalter, Langenhagen (= Beihefte zum Braunschweigischen Jahrbuch/Bd. 7).

Ziegler 1987, W., Die niederbayerischen Residenzen im Spätmittelalter, in: BlfdLg 123 (1987), S. 25-49.

Zotz 1982, Th., Vorbemerkungen zum Repertorium der deutschen Königspfalzen, in: BlfdLg 118 (1982), S. 177-203.
 


Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*
 
Konferenz
Norbert Elias Centenary Conference
Reflexion, Revision, Zukunft der Zivilisationstheorie
Bielefeld, 20. bis 22. Mai 1997

Kontaktadresse: Zentrum für Interdisziplinäre Forschung

Universität Bielefeld

Tel. 05 21/106 - 27 69 – Fax 05 21/106 - 60 24

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Tagung
Bayerns Verwaltung in historischer und archivwissenschaftlicher Forschung
Stand und Aufgaben
München, 24. Juli 1997

Kontaktadresse: Prof. Dr. Walter Jaroschka

Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns

Postfach 22 11 52

D-80501 München

Tel. 089/2 86 38- 488 – Fax 089/2 86 38 - 615

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Ausstellung
Rudolf II. und Prag
Kaiserlicher Hof und Residenzstadt
als kulturpolitisches und geistiges Zentrum Mitteleuropas
Prager Burg, bis 7. September 1997
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Tagung
Ordini mendicanti e societa politica in Italia e Germania nel secolo XIV e XV
Bettelorden, Politik und Gesellschaft in Deutschland und Italien im
14. und 15. Jahrhundert
Trient, 8. bis 12. September 1997

Kontaktadresse: Istituto storico italo-germanico in Trento

Via S. Croce

I-38100 Trento

Tel. 00 39/461-21 02 65 – Fax 00 39/461-98 04 36

Referate:

Andenna, G. C. (Mailand), Aspetti politici della predicazione osservante in Lombardia nell’eta sforzesca; Berg, D. (Hannover), Cura animarum und politische Propaganda. Die Mendikanten im Dienste der Politik; Sandre, G. de (Verona), Cura animarum, rapporti col clero secolare; Felten, F. J. (Halle), Veränderung und Beharren. Die Motive für die Förderung und Behinderung von Ordens- und Klosterreformen; Merlo, G. G. (Mailand), Ordini mendicanti e potere; Mertens, D. (Freiburg/Br.), Säkularklerus und städtische Seelsorge im ausgehenden Mittelalter; Neidiger, B. (Stuttgart), Politische Implikationen der Ordensreform des 15. Jh. Landesherren - Städte – Päpste; Schiewer, H. J. (Berlin), Sozialphilosophie in Theorie und Predigt der deutschen Dominikaner; Schmidt, H.-J. (Gießen), Armut und Politik. Bettelbrüder und Kaiserhof im 14. Jh.; Varannini, G. M. (Trient), Le riforme degli ordini fra autorità ecclesiastica e autorità politica; Vauchez, A. (Rom), Ordini mendicanti e religione civica; Vitolo, G. (Neapel), Ordini mendicanti e tensioni politico-sociali nel Mezzogiorno angiovino-aragonese; Wehrli-Johns, M. (Zürich), Dominikanerobservanz und laikales Bürgertum; Zarri, G. (Florenz), Riforme osservanti e movimenti religiosi femminili nel secolo XV.

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49. Tag der westfälischen Geschichte
Schwerte, 13. bis 14. September1997
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalen (Abteilungen Münster und Paderborn) in Verbindung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Kontaktadresse: Westfälisches Institut für Regionalgeschichte

Warendorfer Str. 14

D-48145 Münster

Aus dem Programm:

Kloosterhuis, J. (Berlin), Der Hofstaat der Grafen von der Mark im 13. und 14 Jahrhundert.

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Wissenschaftliche Tagung zu Ehren von Mons. DDr. Karl Wolfsgruber
Stadt und Hochstift
Brixen, Bruneck und Klausen bis zur Säkularisation 1803
Brixen, 15. bis 18. September1997
Südtiroler Landesarchiv Bozen in Verbindung mit den Stadtgemeinden Brixen, Bruneck und Klausen

Kontaktadresse: Cusanus-Akademie

Seminarplatz 2

I-39042 Brixen

Tel. 04 71/99 24 10, 27 00 31 – Fax 04 71/99 24 11

 

Montag, 15. September

Gleischer, P. (Klagenfurt), Zur Siedlungsgenese und den territorialen Rahmenbedingungen im Eisack- und Pustertal zwischen Eisenzeit und Frühmittelalter; Riedmann, J. (Innsbruck), Die Bischöfe von Säben. Zum historisch-politischen Kontext im frühen Mittelalter; Tavernier, L. (München), Die Anfänge der Bischofsstadt Brixen im Mittelalter; Demetz, S. (Bozen), Archäologische Erkenntnisse zur frühen Stadtgeschichte; Albertoni, G. (Brixen), La sede vescovile di Bressanone tra Papato e Impero: il secolo XI.

Dienstag, 16. September

Flachenecker, H. (Eichstätt), Bischof und Stadt: Territorialisierung in geistlichen Territorien Süddeutschlands; Hye, F.-H. (Innsbruck), Die Hochstiftsstädte und ihre Stellung in der hochmittelalterlichen Territorialpolitik; Gasser, C. (Klausen), Stadtentstehung und dörfliche Siedlung: das Beispiel Klausen; Pfeifer, G. (Bozen), Ministerialität und geistliche Stadt: Entwicklungslinien in Brixen bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts; Kustatscher, E. (Bozen), Brixen, Klausen und Bruneck im Spätmittelalter – urbane Strukturen unter bischöflicher Herrschaft im Spiegel der Personengeschichte; Brandstätter, K. (Innsbruck), Verfassungskämpfe der Bürgerschaft Brixens im 15. und 16. Jahrhundert.

Mittwoch, 17. September

Andresen, J. (Bonn), Frühneuzeitliche Inventare als Quelle zur Erforschung bürgerlicher Lebenswelten: das Fallbeispiel Brixen; Caneppele, P. (Brixen), Ceti produttivi, redditi e proprietà fondiaria a Bressanone nel XVII e XVIII secolo; Noflatscher, H. (Innsbruck), Politik und Religion in Brixen und Bruneck im 17. Jahrhundert; Pruccoli, R. (Meran), Cultura urbana ed Illuminismo a Bressanone nel Tardo Settecento; Heiss, H. (Brixen), Altes und neues Stadtbürgertum in Brixen um 1800.

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Ausstellung
Magnificenza alla Corte dei Medici
Arte a Firenze alla fine del Cinquecento
Florenz, Palazzo Pitti, Museo degli Argenti, 24. September 1997 bis 6. Januar1998

Kontaktadresse: Palazzo Pitti – Museo degli Argenti

I-50129 Florenz

Tel. 055/22 58 43 – Fax. 055/2 28 05 08

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Tagung
Wanderungen und Kulturaustausch im nördlichen Ostmitteleuropa im
15. und 16. Jahrhundert
Marburg, 8. bis 10. Oktober1997
Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat
Herder-Institut e.V.

Kontaktadresse: Prof. Dr. Hartmut Boockmann

Dr. Winfried Irgang, Herder-Institut

Gisonenweg 5-7

D-35037 Marburg

Tel. 0 64 21/184-0 – Fax 0 64 21/184-139

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Kolloquium
Zwischen Deutschland und Frankreich
Elisabeth von Nassau-Saarbrücken-Lothringen im historischen und literarischen Kontext
Saarbrücken, 8. bis 11. Oktober 1997

Kontaktadresse: Prof. Dr. Gerhard Sauder

Universität des Saarlandes – FB 8, Germanistik

Postfach 151150

D-66041 Saarbrücken

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Kaiser Ludwig der Bayer
Symposium anläßlich seines 650. Todestages
Fürstenfeldbruck, 10. bis 11. Oktober 1997

Kontaktadresse: Prof. Hermann Nehlsen

Leopold-Wegner-Institut für Bayerische und Deutsche Rechtsgeschichte

Prof.-Huber-Platz 2

D-80539 München

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Workshop
Regionale und überregionale Zusammenhänge in der europäischen (Bau)skulptur vom 12. bis 15. Jahrhundert
Münster, 10. bis 12. Oktober 1997

Workshop/kolloquium in Münster onder leiding van Prof. dr Joachim Poeschke van het Kunsthistorisch Institut der Westfälische Wilhelms-Universität te Münster in samenwerking met het project ‘Kunst en Regio’. Centraal thema is de middeleeuwse bouwsculptuur van de twaalfde tot en met vijftiende eeuw die wegens haar plaatsgebonden karakter bij uitstek geschikt is om de regionale en interregionale verspreiding en context van de Europese sculptuur in de Middeleeuwen te bestuderen. Het Rijn/Maas gebied zal hierbij als uitgangspunt dienen, maar ook andere regio’s zullen aan de orde komen.

Kontaktadressen:

Jeroen Westerman
Kunsthistorisch Instituut
Rijksuniversiteit Leiden
Postbus 9515
NL-2300 RA Leiden
Tel. 071/5 27 27 44 oder 071/5 14 85 38 – Fax 071/5 27 26 15
Email Westerman@rullet.leidenuniv.nl

Dr. Thomas Weigel
Institut für Kunstgeschichte der Universität Münster
Domplatz 23
D-48143 Münster

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Internationales Symposium zu Ehren von Kurt Löcher
Begegnungen mit alten Meistern
Altdeutsche Tafelmalerei auf dem Prüfstand
Nürnberg, 15. bis 17. Oktober 1997

Kontaktadresse: Dr. Carola Gries – Frank Matthias Kammel

Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. 09 11/13 31-0 – Fax 09 11/13 31-200

Mittwoch, 15. Oktober

Das Eigene und das Fremde. Kunstlandschaften - Traditionen, Einflüsse, Entwicklungen

Haussherr R. (Berlin), Individualität, Lehre und Wanderschaft als Probleme einer Geschichte der deutschen Malerei um 1400; Hess, D. (Freiburg), Der Staufener Altar und seine Nachfolge – Zur oberrheinischen Malerei um 1450; Suckale R. (Berlin), Zum Frühwerk des Konrad Laib; Török, G. (Budapest), Die Frage der Niederländerrezeption in der mitteleuropäischen Malerei des 15. Jahrhunderts; Wolfson, M. (Hildesheim), Byzanz und Niedersachsen - Byzantinische Motive in der niedersächsischen Malerei des späten Mittelalters; Castri, S. (Marburg), Ansässige oder Wandermaler? Tafelmalerei des frühen 16. Jahrhunderts im Bistum Trient; Hoffmann, H. (Weimar), Einflüsse der Nürnberger Kunst des Dürer-Umkreises auf die Saalfelder Altarmalerei im frühen 16. Jahrhundert; Marica, V. G. (Cluj-Napoca), Siebenbürgische Tafelmalerei des 16. Jahrhunderts; Goldberg G. (München), Fragen zur Tegernseer Quirinuslegende; Schütz, K. (Wien), Die Porträtgalerie der Grafen Hohenems im Städtischen Museum Policka.

Donnerstag, 16. Oktober

Weggefährte - Zeitgenosse. Künstlerpersönlichkeiten - Idol, Humanist, Unternehmer

Strieder, P. (Nürnberg), Ein Problem zu Dürer und Italien wieder aufgewärmt und zur Diskussion gestellt: War Dürer in Rom?; Decker, B. (Frankfurt), War Dürer ein Altarmaler?; Mende, M. (Nürnberg), "Er hat also noch immer seinen garstigen Bart". Albrecht Dürer, gesehen von Zeitgenossen; Brinkmann, B. (Frankfurt), Ein deutscher Maler in der Werkstatt Jan van Eycks; Hand, J. (Washington), The Lower Rhenish Painter Jan Joest and His Relationship to Joos van Cleve and Barthel Bruyn; Dülberg, A. (Dresden), "Die Verlobung der hl. Katharina" von Hans Burgkmair d.Ä. - Der Einfluß der italienischen Malerei auf das Spätwerk; Lindemann, B. W. (Basel), Sandrart beim Wort genommen: Holbein und Caravaggio; Krämer, G. (Augsburg), Zwei unbekannte Altartafeln des Jörg Breu d.Ä. aus seiner "dunklen Zeit"; Heydenreich G. (Düsseldorf), Technischer Bildaufbau und Arbeitsteilung in der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä.

Freitag, 17. Oktober

Bild und Realität. Kulturgeschichte – Realien, Symbole, Mentalitäten

Jülich, T. (Darmstadt), Gemalte Edelsteine; Wilckens, L. v. (München), Der/das Fremde und Ferne in der Malerei des Mittelalters; Urbach, S. (Budapest), Maria und Elisabeth mit ihren Kindern bei häuslicher Arbeit; Lübbeke I. (München), Zu Altdorfers Mariengeburt; Zander-Seidel, J. (Nürnberg), "... er sei danne fünftzick iar alt oder darüber." Zur Kleidung des Alters im 15. und 16. Jahrhundert; Börsch-Supan, H. (Berlin), Lucas Cranach d.Ä. und das höfische Damenporträt – Das St. Petersburger Damenbildnis; Schlussdiskussion.

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13. Stuttgarter Symposium
Frauen bei Hof
Stuttgart, 16. bis 17. Oktober 1997

Kontaktadresse: Haus der Geschichte

Baden-Württemberg

Wolfram Schneider

Heilbronner Str. 129

D-70191 Stuttgart

Donnerstag, 16. Oktober

Schraut, S. (Tübingen), Frauen bei Hof: Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten; Schweickert, A. (Stuttgart), Mechthild von der Pfalz. Eine Frau der Tat im 15. Jahrhundert; Hengstenberg, G. (Esslingen), Frömmigkeit-Pflicht-Ereignis: Wohltätigkeit im Königreich Württemberg; Paas, S. (Mainz), Liselotte von der Pfalz am Hof des Sonnenkönigs.

Freitag, 17. Oktober

Osswald-Bargende, S. (Stuttgart), Die Mätresse. Eine umstrittene Karriere am Hof; Krause, A. (Stuttgart), Frauen machen Politik: Amalie Zephrine von Hohenzollern-Sigmaringen und Elisabeth von Fürstenberg; Uffhausen, D. (Stuttgart), Stephanie Napoleon, Großherzogin von Baden; Diemel, C. (Basel), Hoher Rang und "glänzendes Elend": Hofdamen im 19. Jahrhundert; Fellmeth, U. (Stuttgart), Zwischen Almosen und Sozialpolitik: Königin Catharina von Württemberg; Asche, S. (Karlsruhe), Großherzogin Louise: Bürgerliche Tugenden in fürstlichem Gewand.

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Fach- und Begegnungskonferenz
polnischer, tschechischer und deutscher Historikerinnen und Historiker
Die "private" Welt des Hofes in adeligen Selbstzeugnissen
des 14. bis 16. Jahrhunderts
Potsdam, 22. bis 25. Oktober 1997

Kontaktadresse: Prof. Dr. Heinz-Dieter Heimann

Potsdamer Mittelalter Forum

Universität Potsdam, Historisches Institut

Am Neuen Palais 10

D-14415 Potsdam

Tel. 03 31/977-15 58 – Fax O3 31/977-15 05

Donnerstag, 23. Oktober

Einführung: Heimann, H.-D. (Potsdam), Adelige Existenzweisen und Adelskultur

Sektion I: Private Welten: Zeugnisse und Exempel

Buzek, M. (Böhm. Budweis), Die private Welt der böhmischen adeligen Familien in ihren Selbstzeugnissen des 16. Jahrhunderts; Wroniszewski, J. (Thorn), Alltagsleben und Privatleben des polnischen Adels im Spätmittelalter; Geiseler, U. (Potsdam), Die Lebenswelt des brandenburgischen Kleinadels im 15./16. Jahrhundert; Derwich, M. (Breslau), Der kleinpolnische Niederadel in seinen privaten Beziehungen zum Benediktinerkonvent Lysa Góra im 15. Jahrhundert; Wiszewski, P. (Breslau), Personal relations between female cloisters and families princes gentry in Silesia – 13th to 16th century.

Freitag, 24. Oktober

Sektion II: Private Sphären: Innenansichten und Wirkungen

Hlavacék, I. (Prag), Die böhmischen hochadeligen Itinerare im Spätmittelalter, insbesondere das des Ulrich von Rosenberg; Polivka, M. (Prag), Ulrich von Rosenberg und seine adelige Umgebung; Ranft, A. (Kiel), Adelige Wappenbücher des Spätmittelalters; Thumser, M. (Marburg), Die Werke des Ludwig von Eyb d.Ä. (1417-1502). Pragmatisches Schrifttum im Umkreis der Markgrafen von Brandenburg; Nolte, C. (Greifswald), Überlegungen zu eigenhändigen Familienbriefen: Die Korrespondenzen Amalies v. Pfalz-Zweibrücken-Veldenz mit ihren Eltern, Albrecht Achilles und Anna v. Brandenburg; Rogge, M. (Halle/Saale), Mutterliche liebe mit ganzen truwen allezcit: Wettinische Privatkorrespondenz des 15. Jahrhunderts.

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Kolloquium
Metropolen und Kulturtransfer in Ostmitteleuropa (15./16. Jh.)
Prag, Krakau, Danzig, Wien
Leipzig, 14. bis 15. November 1997

Kontaktadresse: Geisteswissenschaftliches Zentrum

Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V.

Luppenstr. 1b

D- 04177 Leipzig

Freitag, 14. November

1. Theoretische Überlegungen

Middell, M. (Leipzig), Transfer oder Kommunikation? Nachahmung, Aneignung, Umformung.

2. Europäische Kulturkontakte: Inhalte, Wege, Vermittler

Baczkowski, K. (Krakau), Humanismus in Krakau und Wien im 15./16. Jh.; Heiss, G. (Wien), Ausdruck des rechten Glaubens. Zur Verbreitung bestimmter Formen in der Darstellung von Frömmigkeit durch die Jesuiten (Wiener und Prager Beispiele); Stromer, W. von (Nürnberg), Technologietransfer der Typographie und Druckgraphik; Lambrecht, K. (Leipzig), Buch und Kommunikation – Prag und Krakau in der Jagiellonenzeit bis 1550; Pirozynski, J. (Krakau), Stellung der polnischen Metropolen im europäischen Nachrichtenverkehr des 16. Jahrhunderts; Maczak, A. (Warschau), Danzig – kulturelle Vermittlung zwischen West und Ost; Bartetzky, A. (Leipzig), Niederlandismus in der Danziger Kunst 1550-1620; Tylicki, J. (Thorn), Manierismusrezeption in Malerei und Zeichnung Breslaus und der preußischen Städte; Polleross, F. (Wien), Künstlerische Beziehungen zwischen Wien, Prag und Brünn im 15./16. Jh.

Samstag, 15. November

3. Höfe: Kulturelle Verdichtung und Kommunikation

Muchka, I. (Prag), Rudolfinische Architektur; Brunner, M. (Würzburg), Beobachtungen zur Verwendung der Kolossalordnung in Böhmen im Anschluß an Michelangelo; Langer, A. (Leipzig), Elisabeth von Habsburg und die Kunst am Krakauer Hof; Petersen, H. (Leipzig), Der Hof in Krakau als Vermittler sephardischer Kultur nach Polen; Strohmeyer, A. (Leipzig), Geschichtsbilder im Kulturtransfer. Die höfische Historiographie in Wien als Rezipient und Multiplikator; Vocelka, K. (Wien), Höfische Feste als Phänomene sozialer Integration und internationaler Kommunikation. Studien zur Transferfunktion habsburgischer Feste im 16. und 17. Jahrhundert; Bastl, B. (Wiener Neustadt), "Gabentausch": Wiener Adelshochzeiten und ihre Bedeutung für die interkulturelle Kommunikation.

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Symposium
Pilgrimrejser i middelalderen
Odense, 17. bis 18. November 1997

Kontaktadresse: Prof. Dr. Tore Nyberg

Institut for Historie, Kultur og Samfundsbeskrivelse

Center for Historie

Odense Universiteit

Campusvej 55

DK-5230 Odense M.

Tel. 00 45/66 15 86 00 – Fax 00 45/65 93 29 74

Email tny@hist.ou.dk

Montag, 17. November:

Pilgrimsfærd ved sted fortræder.

Liebgott, N. K. (Kopenhagen), Stedfortræders pilgrtimsfærder i regnskabsmateriale og andre kilder; Jensen, C. S. (Odense), Stedfortrædende pilgrimsrejser i lybske testamenter.

Fyrstelige og adelige pilgrimme i senmiddelalderen.

Hansen, P. G., (Kopenhagen), Fyrsten som pilgrim; Kraack, D. (Berlin), Vergessene Spuren der spätmittelalterlichen Adelsreise auf dem Sinai und in der ägyptischen Wüste. Mitglieder der Familien Skinkel und Gyldenstjerne auf dem Weg ins Heilige Land.

Dienstag, 18. November:

Pilgrimmes verdensbillede.

Harrison, D. (Lund), Medeltida rumsbegrepp och pilgrimsfärder – en komplicerad historia; Harbsmeier, M. (Odense), Hjemme i diasporaen: om middelalderens jødiske rejselitteratur.

Pilgrimsrejser i Norden.

Krötzl, C. (Tammerfors), Pilgrimers motiv och förväntningar och resans resultat; Wienberg, J. (Lund), Valfartskirker i senmiddelalderens Danmark.

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Internationaler Kongress der Onderzoekschool Mediëvistiek
The growth of authority in the Medieval West
Groningen, 26. bis 29. November 1997

Kontaktadresse: De Secretaris van het Growth of Authority Congres

Onderzoekschool Mediëvistiek,

Oude Boteringestraat 23

Postbus 716

NL-9700 AS Groningen

Internationaal Congres, georganiseerd door de Onderzoekschool Mediëvistiek als vervolg op het congres ‘The Propagation of Power’ (20-23 november 1996 te Groningen). Onderwerp van studie is a) de uiteenlopende manieren waarop individuen en verschillende sociale groepen trachtten te leven met de eisen van de autoriteiten waarmee ze te maken kregen en b) om welke redenen en op welke manieren zij tegen die autoriteit (direct of indirect) in verzet kwamen. De conferentie kent drie lijnen: 1. Religion and authority, 2. Life on the margins of society, 3. Authority and the creative artist.

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Symposion
Byzanz als Raum
Zu Methoden und Inhalten der historischen Geographie des östlichen Mittelmeerraumes im Mittelalter
Kommission für die Tabula Imperii Byzantini der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Institut für Byzantinistik und Neogräzistik an der Universität Wien, Dezember 1997
 
 
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Ausstellung
Guillaume Wielant – Willem Vrelant
Miniaturist am burgundischen Hof im 15. Jahrhundert
Koninklijke Bibliotheek van België, Brüssel, 5. Dezember 1997 bis 18. Januar 1998

Kontaktadresse: Koninklijke Bibliotheek van België

Nassaukapel

Kunstberg

B-1000 Brussel

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Workshop der Onderzoekschool Mediëvistiek
Aeneas Silvius Piccolomini as transitional figure between
Middle Ages and Renaissance
Groningen, 12. bis 13. Dezember 1997

Kontaktadresse: Dr. Z. R. W. M. von Martels

RUG, Vakgroep Grieks en Latijn

Oude Boteringestraat 23

NL-9712 GC Groningen

Tel. 050/3 63 60 38 – Fax: 050/3 63 72 63

Email Z.R.W.M.von.Martels@let.rug.nl

Aus dem Programm:

Fussl, M. (Univ. Salzburg), Über die Reiseschilderungen in den Commentarii des Enea Silvio Piccolomini; Heck, A. van (Univ. Leiden), Over de wording van Aeneas Silvius Piccolomini’s De Europa; Izbicki, T. (Johns Hopkins Univ.), Reject Aeneas: Pius II on the errors of his youth; Paardekooper, J. W. L. (Univ. Groningen), The altar pieces for the city of Pius II: transition or one-off phenomenon?

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Gender and Creativity in the Middle Ages
Oxford, 5. bis 7 Januar 1998

Kontaktadresse: Lesley Smith

Harris Manchester College, Oxford

GB-Oxford OX4 1DY

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The Society for Court Studies Conference
Courts, Courtiers, and Power 1500-1963
London, 2. bis 4. April 1998

Kontaktadresse: Dr. J. S. A. Adamson

Peterhouse

GB-Cambridge CB2 1RD

 
 
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Ausstellung
Burgen in Westfalen von der Steinzeit bis heute
Westfälisches Museum für Archäologie, Münster, bis 19. April 1998
 
 
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6. Tagung der Wartburg-Gesellschaft
Burg-Residenz-Stadt in den Niederlanden
Utrecht, Mai 1998

Kontaktadresse: Dr. habil. G. Ulrich Großmann

Germanisches Nationalmuseum

Postfach 11 95 88

D-90105 Nürnberg

Tel. 09 11/133-101 – Fax. 09 11/133-299

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International Congress
Medieval Studies
Kalamazoo, 7. bis 10. Mai 1998

Kontaktadresse: Paul E. Szarmach, Director

The Medieval Institute

Michigan University, Kalamazoo

USA-MI 49 49008-3801

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Symposion
Die Andechs-Merianer in Franken und Europa
Kloster Banz, 2. bis 5. Juni 1998

Kontaktadresse: Prof. Dr. Bernhard Schneidmüller

Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Universität Bamberg

D-96045 Bamberg

Prof. Dr. Peter Segl

Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Universität Bayreuth

D-95440 Bayreuth

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Kongreß
1200 Jahre Erzbistum Salzburg
die älteste Metropole im deutschen Sprachraum
Salzburg, 11. bis 13. Juni 1998
veranstaltet von der Erzdiözese Salzburg, dem Land Salzburg und der
Paris-Lodron-Universität Salzburg.
 
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International Medieval Congress
Settlements
Leeds, 13. bis 16. Juli 1998

Kontaktadresse: Axel E. W. Müller; Josine Opmeer

International Medieval Institute

Parkinson 1.03

University of Leeds

GB-Leeds LS2 9JT

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The First Alcuin Conference
Court Culture in the Early Middle Ages
Centre for Medieval Studies, University of York, 17. bis 19. Juli 1998

Kontaktadresse: Alcuin Conference

Centre for Medieval Studies

University of York

The King’s Minor

GB-York Y01 2EP

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Ninth Triennial Congress
International Courtly Literature
University of British Columbia, 25. bis 31. Juli 1998

Kontaktadresse: Prof. Chantal Phan (ICLS 1998)

Dept. of French

University of British Columbia

797-1873 East Mall

CA-Vancouver V6T 1Z1

Email an@unixg.ube.ca

 
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Ausstellung
Bürgerfleiß und Fürstenglanz
Reichsstadt und Fürstabtei Kempten in der frühen Neuzeit
Kempten, Residenz, 16. Juni bis 8. November1998
Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
 
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Tagung
The social and cultural role of nobility in the
Middle Ages and in Modern Times
Centre d’Etudes Médiévales de l’Université de Picardie (Amiens)
Reineke Gesellschaft e.V. (Greifswald)
Arbeitskreis "Deutsche Literatur des Mittelalters"
Potsdam, September 1998

Kontaktadressen:

Prof. Dr. Danielle Buschinger
93, Mail Albert 1er
F-8000 Amiens
 

Prof. Dr. Wolfgang Spiewok
Am Grünland 6a
D-17489 Greifswald

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Fourth International Conference on Urban History
Cities in Europe
Places and Institutions
European Association of Urban Historians
Venedig, 3. bis 5. September 1998
 
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31. Kölner Mediävistentagung
Geistesleben im 13. Jahrhundert
Neue Perspektiven
Thomas-Institut Köln, 8. bis 11. September 1998

Kontaktadresse: Thomas-Institut der Universität zu Köln

Universitätsstr. 22

D-50923 Köln

 

Buchvorstellungen

Hoppe, Stephan: Die funktionale und räumliche Struktur des frühen Schloßbaus in Mitteldeutschland. Untersucht an Beispielen landesherrlicher Bauten der Zeit zwischen 1470 und 1570, Köln 1996 (= 62. Veröffentlichung der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität Köln, herausgegeben von Günther Binding) (488 S.).

Das Buch ist die für die Drucklegung geringfügig überarbeitete Kölner Dissertation des Verf. aus dem Jahre 1996. Die schnelle Veröffentlichung trägt dem großen Interesse Rechnung, das der Untersuchungsgegenstand für den Kunsthistoriker wie für den Historiker besitzt. Die mitteldeutschen Schloßbauten des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit sind bislang eher aus stil- und formengeschichtlichem sowie bautypologischem Blickwinkel betrachtet worden, wozu Untersuchungen zu bestimmten architektonischen Einzelleistungen wie etwa dem Wendelstein, der protestantischen Schloßkapelle oder den sog. welschen Giebeln Anlaß gaben. Sieht man einmal von den bemerkenswerten frühen Arbeiten eines Cornelius Gurlitt zur Meißener Albrechtsburg (1895) und zum Dresdener Schloß (1901) oder der von demselben 1908 abgenommenen Dissertation M. Lewys zum Schloß Hartenfels ab, so widmete sich allein das noch zu DDR-Zeiten erschienene verdienstvolle Kunstdenkmäler-Inventar der Stadt Torgau mit dem Beitrag von P. Findeisen ausführlicher jener Fragestellung, um die es vorrangig auch Stephan Hoppe geht: den Ursachen, der Erscheinungsform und der Veränderung der funktionalen und räumlichen Gesamtkonzeption des Schloßbaues an der Zeitenwende vom Mittelalter zur frühen Neuzeit auf die Spur zu kommen.

Exemplarisch wird an den landesherrlichen Schlössern von Meißen (Albrechtsburg), Wittenberg, Torgau (Hartenfels), Bernburg und Augustusburg in der Konfrontation von Raum- und Quellenanalyse ein Jahrhundert struktureller Wandlungen und Entwicklungen nachvollzogen. Vor allem die sorgfältige Auswertung der erhaltenen Schloßinventare trägt in Verbindung mit einer genauen Autopsie des jeweiligen Bauwerks zur weitgehenden Rekonstruktion seiner ehemaligen räumlichen Gliederung und Erschließung bei. In den fünf monographischen Fallstudien werden nicht nur Lösungsvorschläge zum besseren Verständnis der verschiedenen Funktionsbereiche angeboten, sondern - zumindest ansatzweise - auch Aspekte des Zeremoniells und der sozialen Differenzierung am Hofe als ursächliche Faktoren der Gestaltung miteinbezogen. Die erschlossenen Raumfolgen werden geschoßweise in übersichtlichen Grundrißschemata zeichnerisch dargestellt und eingehend erläutert. Schon diese graphische Präsentation darf als ein wesentlicher Gewinn gegenüber den in der Regel unkommentierten Raumplänen älterer Studien hervorgehoben werden.

Strukturelle Besonderheiten wie das "Stuben-Appartement", bestehend aus ofenbeheiztem Wohn- und kaltem Schlafraum sowie gelegentlich angeschlossenen Schreib- und Studierstuben, lassen im weiteren landes- oder regionalspezifische Merkmale in den Vordergrund treten. Daneben finden auch das Frauenzimmer, die Hofstube und die separaten Tafelstuben für die herrschaftliche Mahlzeit Beachtung. Von der Treppe über Säle und Sammlungsräume bis hin zur Küche durchschreitet Hoppe in seinem abschließenden systematischen Kapitel zu Gestalt, Lage und Nutzung einzelner Raumtypen den "Gesamtorganismus Schloß" gleichsam vom Keller bis zum Boden.

Die vorliegende Studie besitzt dank ihres methodisch innovativen Ansatzes exemplarische Bedeutung für alle weiteren Überlegungen zu Raumprogrammen und Nutzungskonzepten der frühneuzeitlichen deutschen Fürstenresidenzen. Ihre Lektüre schärft den Blick für funktionale Zusammenhänge und lenkt die Diskussion in eine neue, fruchtbare Richtung.

Uwe Albrecht, Kiel*
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Erfen, Irene; Spiess, Karl-Heinz (Hg.): Fremdheit und Reisen im Mittelalter, Stuttgart 1997 (319 S.; zahlr. Abb.; Preis: 88,- DM).

Der Band vereinigt Beiträge, die aus den Vorträgen einer gleichnamigen Tagung des Mittelalterzentrums Greifswald am 24./25. November 1995 hervorgegangen sind. Zusätzlich enthält er die Manuskripte zweier Referate von Claus-Dieter Wetzel ("Philologisch-sprachgeschichtliche Anmerkungen zu altenglisch frempe ‘fremd’ und seinen Derivaten", S. 7-16) und Matthias Müller ("Als Werkmeister Spiskin mit den Stiftsdamen von Sainte-Waudru auf Reisen ging. Zum Phänomen des internationalen Austauschs von Architekturformen und Bautechnologie im Mittelalter", S. 147-163), die wegen des gedrängten Programms während der Tagung nicht gehalten werden konnten. Der Band als Ganzes vermittelt einen Eindruck von den durchaus gelungenen Bemühungen der unterschiedlichen, damals zum Teil noch im Stadium des Aufbaus begriffenen Greifswalder Disziplinen um die gemeinsame Diskussion übergreifender mediävistischer Themen und Zusammenhänge. Dabei rechtfertigt das vorliegende Ergebnis die Entscheidung von Vertreterinnen und Vetretern der traditionellen Geschichtswissenschaft, der Literatur- und Sprachwissenschaft, der Kunstgeschichte und Archäologie sowie der Rechts-, Medizin- und Pharmaziegeschichte um Irene Erfen und Karl-Heinz Spieß, das Kolloquium aus eigener Kraft und allein mit Greifswalder Beiträgen zu bestreiten. Obwohl die einzelnen Themen sowohl geographisch als auch chronologisch breit gestreut sind, klingen immer wieder ähnliche Fragestellungen und Probleme an, so etwa die Relativität des Fremdseins, das in der Regel beiderseitige Verständnisprobleme erzeugt, sowie die vielgestaltige Wahrnehmung dieses Fremdseins und das Bemühen darum, seine Folgen in der Praxis zu mildern bzw. ihm abzuhelfen. Der Leser, dem die Herausgeber zur besseren inhaltlichen Erschließung des mit zahlreichen Abbildungen, Grafiken und Karten ausgestatteten Bandes ein Personen- und ein Ortsregister an die Hand gegeben haben, wird hier gerade aufgrund der Weite des Themas manch interessante Anregung finden und auf weitere Aktivitäten des Mittelalterzentrums Greifswald gespannt sein.

Detlev Kraack, Berlin*

 

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Welzel, Barbara: Der Hof als Kosmos sinnlicher Erfahrung. Der Fünfsinne-Zyklus von Jan Brueghel d.Ä. und Peter Paul Rubens als Bild der erzherzoglichen Sammlungen Isabellas und Albrechts. Habilitationsschrift (masch.) Marburg 1997 (in Vorbereitung zum Druck) – Selbstanzeige.

In einem künstlerisch und inhaltlich höchst anspruchsvollen Gemäldezyklus der "Fünf Sinne" (Prado, Madrid) veranschaulichen Jan Brueghel d.Ä. und Peter Paul Rubens 1617/18 für das Erzherzogspaar Albrecht und Isabella den Hof als Kosmos sinnlicher Erfahrung. Die fünf Sinne werden auf fünf Gemälden abweichend von der Bildtradition in die verschiedenen höfischen Sammlungen und Kontexte der niederländischen Regenten lokalisiert: der Gesichtssinn in die Bildergalerie, Antikensammlung und Kunstkammer, das Gefühl in die Rüstkammer, das Gehör in die Sammlung der Musikinstrumente und Uhren, der Geruch in die Gärten und der Geschmack in den Reichtum der Jagdgründe und Ländereien. Die abgebildeten Gegenstände fungieren nicht nur als emblematisch-allegorische Verweise, die zu einer vorformulierten, verbal-inhaltlichen Aussage entschlüsselt werden sollen beziehungsweise eine solche illustrieren. Vielmehr sind die Objekte, und zwar konkrete Einzelstücke wie Ensembles, Repräsentanten höfischer "magnificentia" und "abundantia" und als solche bewußtes Bildthema. Die zeitgenössische Wertschätzung der vielfältigen Sammlungen wird ebenso demonstriert wie der stolze Besitz einerseits von Werken prominenter Provenienz, andererseits von Objekten aktueller Kunst, die besonders von Jan Brueghel und Rubens vertreten wird. Der konzeptionellen Autorschaft der Künstler oblagen hierbei vor allem auch die selbstreferentiellen Verweise auf den Kunstcharakter der Werke selbst. Der Zyklus wurde als politisch motiviertes Geschenk verwendet und erklärte damit die erzherzoglichen Sammlungen und einhergehend die Hofhaltung zum Muster. Die Gemälde sind somit Spiegel par excellence eines des zur Zeit des 80- beziehungsweise 30jährigen Krieges und der Gegenreformation wie gleichermaßen der rezeptionsästhetisch eingearbeiteten Sammlungsgeschichte.

Der hohe Bekanntheitsgrad des Madrider Fünfsinne-Zyklus steht in auffälligem Gegensatz zur Erforschung der Gemälde. Mit der vorliegenden Arbeit wird eine Monographie dieses Gemäldezyklus vorgelegt, die erstmals allen fünf Gemälden gleiche Aufmerksamkeit zukommen läßt. In seiner Gesamtheit erweist sich der Zyklus als bewußt gesetztes Modell erzherzoglichen Kunst- und Sammlungsverständnisses sowie höfisch magnifizenter Repräsentation. Das bewußte Einschreiben der Fünf Sinne in die erzherzoglichen Sammlungen und andere höfische Kontexte erklärt in visueller Argumentation den Hof zum Kosmos aller Erfahrung. Dieses anspruchsvolle Konzept erlaubt, die Bildkonzeptionen als Äußerungen zum Kunst- und Sammlungsverständnis wie zum höfischen Selbstverständnis im allgemeinen ernst zu nehmen und der Beweislast gegenüber einer exemplarischen Analyse auszusetzen.

Die politische Souveränität Isabellas und Albrechts hat für ihre kurze Dauer (1598–1621) in weit höherem Maße, als dies bisher in Anschlag gebracht wurde, den Aufwand einer angemessenen Hofkunst und Kunstpatronage bestimmt. Darüber hinaus ist die Ikonographie dieser eigenstaatlichen Phase von der anschließenden Statthalterschaft Isabellas deutlich zu unterscheiden. Vor dieser Folie ist es gelungen, den (kunst-) historischen Ort des Fünfsinne-Zyklus zu bestimmen. In seiner komplexen Bild- und Aussagestruktur leistet er einen ausgefeilten Beitrag zur Ausgestaltung und symbolischen Repräsentation des spezifischen höfischen Profils, der "Königsposition" am erzherzoglichen Hof unter Albrecht und Isabella.

Der fünfteilige Zyklus besticht durch seine exquisite malerische Ausgestaltung. Wiederholt ist versucht worden, die Konzeption Peter Paul Rubens, dem die Personifikationen zugeschrieben werden können, zuzuweisen. Die vorliegende Untersuchung begründet noch einmal die Autorschaft Jan Brueghels d.Ä. Sie mag daher auch zur "Rehabilitation" eines im historischen Zeitverständnis und für die in einer politisch höchst diffizilen Situation bewußt konzipierte Bilderwelt des erzherzoglichen Hofes von Isabella und Albrecht bedeutenden und prägenden Künstlers beitragen.

Barbara Welzel*

Neuerscheinungen

Arnade, P., Realms of Ritual. Burgundian Ceremony and Civic Life in late medieval Ghent, Ithaka 1996.

Arnold, D.; Arnold, I., "Schloßfreiheit". Vor den Toren des Stadtschlosses, Berlin 1997.

Assing, H., Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter. Askanier und Ludowinger beim Aufbau fürstlicher Territorialherrschaften. Zum 65. Geburtstag des Autors hrsg. v. T. Köhn, L. Partenheimer und U. Zietmann, Köln; Weimar, Berlin, Wien 1997.

Le Banquet du Faisan. Hrsg. v. M.-Th. Caron und D. Clauzel, Arras 1997.

Teil I: L’Etat bourguignon face au défi de l’Empire ottoman.

Richard, J., La Bourgogne des Valois, l’idée de croisade et la défense de l’Europe, S. 15-27; Cauchies, J.-M., Le Duc, la politique et les Pays-Bas dans les Etats bourguignons en 1454, S. 29-40; Clauzel, D., Lille, 1454, S. 53-61; Coulon, L., Arras, 1454, S. 53-61; Paviot, J., Les circonstances historiques du Vœu du Fasain, S. 63-70; Mérindol, Chr. de, Le Banquet du Faisan. Jérusalem et l’esprit de croisade hors de la Bourgogne à la veille de la prise de Constantinople, S. 71-83; Vatin, N., L’affaire Djem (1481-1495), S. 85-96; Testa, M. de; Gautier, A., Le Drogman, intermédiaire entre l’Orient et l’Occident, S. 97-103.

Teil II: Colchide de Fable et d’Histoire.

Guéret-Laferté, J., Le livre et la croisade, S. 107-114; Cockshaw, P., Le Vœu du Faisan, étude manuscrite et établissement du texte, S. 115-121; Lemaire, J., L’ordre de la Toison d’or dans les manuscrits bourguignons. Aspects codicologiques, S. 123-136; Grève, M. de, Le Vœu du Faisan et les écrivains, problèmes de réception, S. 137-144; Quéruel, D. Le personnage de Jason: de la mythologie au roman, S. 145-162; Fricke, D., L’écho de la chute de Constantinople dans la fortune européenne de l’histoire tragique d’Irène, S. 163-171; Courcelles, D. de, Le Roman de Tirant lo Blan et le Vœu du Faisan: le pouvoir de la parole entre politique et littérature, S. 173-186; Joubert, F., Les peintres du Vœu du Faisan, S. 187-200; Bran-Ricci, J., Les instruments de la musique savante vers la fin du XVe siècle, S. 201-211.

Teil III: La Toison d’or.

Gruben, F. de, Les premiers chapitres de l’ordre de la Toison d’or, S. 215-224; Caron, M.-Th., "Monseigneur le duc m’a fait l’honneur de moy eslire ...", S. 225-242; Lafitte, M.-P., Les manuscrits de Louis de Bruges, chevalier de la Toison d’or, S. 243-255; Sommé, M.; La participation de la duchesse Isabelle de Portugal et des femmes au Banquet du Faisan, S. 257-271; Haggh, B., The Virgin Mary and the order of the Golden Fleece, S. 273-287; Lopez, E., Sainte Colette et la Maison de Bourgogne, S. 289-301; Pélisson-Karro, F., Les Entrées solenelles d’Henri II (Lyon, Paris Rouen) écho des fêtes bourguignonnes?, S. 303-312; Bazin, J.-F., La Bourgogne dans l’histoire, S. 313-328.

Bary, R. v., Herzogsdienst und Bürgerfreiheit. Verfassung und Verwaltung der Stadt München im Mittelalter, München 1997 (= Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt München, 3).

Bauer, R., München als Landeshauptstadt, in: Zs. f. bayer. Landesgeschichte 60, 1997, S. 115-126.

Die Befestigung der mittelalterlichen Stadt. Hrsg. v. G. Isenberg und B. Scholkmann, Köln 1997 (= Städteforschung. Reihe A: Darstellungen, 45).

Behrens, H. A.: Die Artilleriebestückung der kurbrandenburg-preußischen Bergfestung Regenstein, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 5, 1996, S. 91-105.

Berlin in Geschichte und Gegenwart. Hrsg. v. J. Wetzel, Berlin 1997 (= Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 1997)

[Hier befaßt sich L. Beck mit Fragen der Hof- und Landesverwaltung in Brandenburg im 15. und 16. Jahrhundert, dabei auch mit der personellen Verflechtung zwischen Schloß und Stadt.] Beyer, A.; Unbehaun, L.; Schütte, U.; Hof und Staat. Schloßbau und Residenzkultur in Thüringen, in: Deutscher Kunstverlag 1921-1996, Geschichte und Zukunft, München, Berlin 1996, S. 47-49.

Binski, P., Westminster Abbey and the Plantagenêts: kingship and representation of power 1200-1400, New Haven 1995.

Blaschke, K., Stadtgrundriß und Stadtbefestigung. Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Hrsg. v. P. Johanek, Köln, Weimar, Wien 1997 (= Städteforschung. Reihe A. Darstellungen, 44).

Blockmans, W., La manipulation du consensus. Systèmes de pouvoir à la fin du moyen-âge, in: Principe e città alla fine del medievo, hrsg. v. S. Gensini, San Miniato 1997 (= Centro di Studi sulla Civiltà del tardo Medioevo, San Miniato, Collana di Studi e Ricerche, 6).

Böhm, C., Die Reichsstadt Augsburg und Maximilian I. von Habsburg. Untersuchungen zum Beziehungsgeflecht zwischen Reichsstadt und Herrscher an der Wende zur Neuzeit, Sigmaringen 1997 (= Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg, 26).

Boockmann, A., Die verlorenen Teile des "Welfenschatzes". Eine Übersicht anhand des Reliquienverzeichnisses von 1482 der Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig, Göttingen 1997 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Phil.-Hist. Kl., 3/226).

Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift für Liselott Enders zum 70. Geburtstag, hrsg. v. F. Beck und K. Neitmann, Weimar 1997 (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, 34).

Aus dem Inhalt: Hahn, P.-M., Landesherrliche Ordnung und dynastisches Machtstreben. Wettiner und Hohenzollern im 15. Jh.; Neitmann, K., Die Hohenzollern – Testamente und die brandenburgischen Landesteilungen im 15. und 16. Jahrhundert. Der Breisgauer Bergkristallschliff der Frühen Neuzeit. "Natur und Kunst beisammen haben". Ausstellungskatalog hrsg. v. Augustinermuseum Freiburg, Freiburg 1997. [Ausstellung "Von Bohrern und Balierern. Eine Ausstellung zum Freiburger Bergkristallschliff". Freiburg, Universitätsbibliothek, Juli 1997.] Brodt, B., Städte ohne Mauern. Stadtentwicklung in East Anglia im 14. Jahrhundert, Paderborn 1997 (= Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London, 44).

Brown, C. M.; Delmarcel, G., Tapestries for the Courts of Federico II, Ercole and Ferrante Gonzaga 1522-1563, Washington 1996 (= College Art Association monograph on the fine arts, 52).

Brückner, J., Von der Orangerie zum Archiv – die Geschichte des Gebäudes der heutigen Außenstelle des Landesarchivs Magdeburg im Lustgarten von Wernigerode, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 6, 1997, S. 160-175.

Brühl, C.; Schneidmüller, B. (Hgg.), Beiträge zur mittelalterlichen Reichs- und Nationsbildung in Deutschland und Frankreich, München 1997 (= HZ, Beihefte 24).

Brunckhorst, F. U., Architektur im Bild. Die Darstellung der Stadt Venedig im 15. Jahrhundert, Hildesheim 1997 (= Studien zur Kunstgeschichte, 115).

Bryson, A., From courtesy to civilty. Changing codes of conduct in early modern England, Oxford 1997 (= Oxford Studies in Social History).

Burgen, Schlösser, feste Häuser. Wohnen, Wehren und Wirtschaften auf Adelssitzen in der Pfalz und im Elsaß, hrsg. v. J. Keddigkeit, Kaiserslautern 1997.

Keddigkeit, J., "Burge, Slosse, wehrlich Hus". Wohnen, Wehren, Wirtschaften auf Adelssitzen in der Pfalz und im Elsaß, S. 11ff.; Rudrauf, J.-M., Les châteaux des Vosges du Nord. Aperçu historique et monumental, S. 35ff.; Scherer, K., Abgegangene Burgen um Kaiserlautern. Ein Versuch, sie in die Geschichte des ehemaligen "Reichslandes Lautern" einzuordnen, S. 57ff.; Münch, M., Burg und Kirche. Ein besonderes Kapitel aus der Geschichte des pfälzischen Niederkirchenwesens, S. 65ff.; Brunner, K., Vrowe und Maget. Frauen auf hochmittelalterlichen Burgen, S. 73ff.; Nisters, J., "Ene, mene, muh ..." Spielen und Kurzweil im Mittelalter und in früher Neuzeit, S. 81ff.; Nisters, J. und A., "Arme Ritter" und andere Köstlichkeiten. Ein Blick in die Küche und auf den Tisch eines mittelalterlichen Burgherrn, S. 89ff.; Thon, A., " ... Daz hus ward gar zerrissen" Belagerung und Untergang pfälzisch-elsässischer Burgen im Spätmittelalter, S. 103ff.; Kirchschlager, M., Bliden und Triböcke. Die schwere Artillerie des Mittelalters, S. 119ff.; Braun, E., Pfälzische Burgen und Feuerwaffen. Ein Überblick über Materialien und Ansätze zur Darstellung eines bisher vernachlässigten Teilgebietes der Burgenforschung, S. 129ff.; Übel, R., Burginventare in der Pfalz. Zum Stand der Erforschung hochmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Burginventare, S. 143ff.; Dürr, A., Burgendämmerung. Die Burg im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, S. 153ff.; Fallot-Burghardt, W., Das Phantom einer mittelalterlichen Burg, S. 175ff.; Appel, W., Die Burgenrenaissance im 19. Jahrhundert und die Ruine Magdeburg, S. 179ff.; Appel, W., Umgang mit Burgen, S. 195ff. Burke, P., The fortunes of the "Courtier": the European reception of Castiglione’s Cortegiano, Cambridge 1995.

Cantarella, G. M., Principi e corti. L’Europa del XII secolo, Turin 1997. (= Biblioteca di cultura storica, 217).

Castellologica bohemica 5, 1996.

[Etwa 35 archäologische, bau- und kunstgeschichtliche Beiträge auf 400 Seiten.] Études de castellologie médiévale. Actes du colloque international tenu à Abergavenny, Wales, 29 août - 3 septembre 1994, Publ. du Centre de Recherches archéologiques médiévales, Université Caen, Caen 1996 (= Château Gaillard, 17) Janssen, W., Ein Drittel Jahrhundert Château Gaillard; Aarts, B., Early Castles of the Meuse-Rhine border region and some parallels in Western Europe c. 1000: a comparative approach; Andru, O; Colardelle, M.; Moyne, J.-P.; Verdel, E.; Les château de la baronnie de Clermont et la marche delphino-savoyarde; Bechtold, A.; Zettler, A., Burgen am Oberrhein; Cherrier, N., Châteaux, frontières et espaces forestiers à l’est du Poitou du Xe au début du XIIIe siècle; Meulemeester, J. de, Châteaux et frontière: quelques réflexions sur les principautés territoriales des anciens Pays-Bas méridionaux; Drake, K., Sperren oder Öffnungen? Drei Burgen an den Grenzen Schwedens im 14. Jh.; Durdík, T., System der königlichen Burgen in Böhmen; Everson, P., Bodiam Castle, East Sussex: castle and its designed landscape; Flambard Héricher, A. M., Le "Vieux Château" de Vatteville-la-Rue (Seine-Maritime), première approche archéologique; Fock, H., Le château fort de Burg-Reuland; Friedrich, R.; Rittershofer, K.-F., Die hochmittelalterliche Motte und Niederungsburg von Oberursel-Bommersheim, Hochtaunuskreis – Ausgrabungen 1988 bis 1993; Gringmuth-Dallmer, E., Deutsche und slawische Burgen in einem Grenzraum beiderseits der Mittelelbe (Altmark und Elbe-Havel-Gebiet); Kenyon, J. R., Fluctuating Frontiers: Normanno-Welsh Castle Warfare c. 1075 to 1240; McNeill, T. E., Castles of Ward and the changing pattern of Border conflict in Ireland; Meyer, W., Grenzbildung und Burgenbau; Olsen, R. A., Hammershus on Bornholm – Or who owned the archbishops castle?; Rowlands, I. W., William Marshal, Pembroke castle and the historian; Schmidt-Thomé, P., Grenzbefestigungen und Linienverschanzungen im südlichen Oberrheingebiet; Tabraham, C., Two dogs and a bone. The story of Roxburgh Castle; Ubregts, W., Doperé, F., La chapelle castrale du château de Corroy au XIIIe siècle. Chambers, D. S.; Renaissance Cardinals and the Worldly Problems, Aldershot 1997 (Variorum Collected Studies, 553).

Château et pouvoir, Bordeaux 1996.

Cocula, A.-M., Avant-propos, S. 1-3; Debord, A., Le château et le ban: mainmise sur l’espace et les hommes dans le royaume de France Xe-XIIIe siècles, S. 3-19; Cursente, B., Le "casted" de Corneillan (Gers) ou le pouvoir partagé (début du XIIe siècle), S. 19-29; Bériac, F., Châteaux et pouvoirs, XIIIe-XVe siècles, S. 29-59; Louise, G., Fonctions anciennes, fonctions nouvelles du château à la fin du Moyen Age (XIVe-XVe siècles), S. 59-77; Michaud-Fréjaville, F., Château et pouvoir dans les Très Riches Heures du duc de Berry, S. 77-89; Spiess, K.-H., Château et pouvoir en Allemagne (XVe-XVIe siècles), S. 89-111; Jacquart, J., Le prélèvement seigneurial XVIe-XVIIe siècles: l’exemple de l’Ile de France, S. 111-121; Bercé, Y.-M., Les politiques de démantèlement des châteaux, S. 121-133; Cornette, J., Des châteaux au Château. Versailles, temple du roi de guerre, S. 133-165; Chevé, J., Les du Lau entre Périgord et Ile de France: résidence ou résistance, S. 165-177; Fillon, A., Les villageois et le château dans le Maine au XVIIIe siècle, S. 177-195; Brelot, C.-I., Le château au XIXe siècle: les reconversions symboliques d’un château sans pouvoir, S. 195-204. Conradi, K., Malerei am Hofe der Este. Cosmé Tura, Francesco del Cossa, Ercole de’Roberti, Hildesheim 1997 (= Studien zur Kunstgeschichte, 110).

Crosby, A. W., The measure of reality. Quantification and Western Society, 1250-1600, Cambridge 1997.

Crossley-Holland, N., Living and Dining in Medieval Paris: The Household of a Fourteenth Century Knight, Cardiff 1996.

Dauer, H.: Ausstellungskatalog Natur Licht Raum II. 33. Sommerausstellung Mosigkau. Hg. Museum Schloß Mosigkau, Dessau 1996.

Dauer, H.: Der Barockbau des Schlosses Coswig/Anhalt, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 5, 1996, S. 64-90.

Dauer, H.: Die Webereiwerkstatt der Bauhochschule Weimar 1926-1930, in: Das andere Bauhaus. Otto Bartning und die Staatliche Bauhochschule Weimar 1926-1930. Berlin 1996.

Dauer, H.: Zum Schloß Groß-Mühlingen und seiner Baugeschichte, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 5, 1996, S. 25-49.

Dresdener Hofsilber des 18. Jahrhunderts. Hrsg. v. d. Kulturstiftung der Länder in Verbindung mit der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, Grünes Gewölbe, Berlin 1994 (= Patrimonia, 74).

Drös, H., Die Wappentafel im Christophsbad, in: Göppinger Sauerwasser. Sprudelnde Quellen – heilende Bäder, Göppingen 1997 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Göppingen, 36), S. 80-85.

Duggan, A.; Nelson, J. (Hgg.), Queens and Queenship in medieval Europe, Woodbridge 1997.

Edel, A., Der Kaiser und Kurpfalz: eine Studie zu den Grundlementen politischen Handelns bei Maximilian II. (1564-1576), Göttingen 1997 (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 58).

Edwards, J., The Spain of Catholic Monarchs 1474-1520, Oxford, erscheint 1998.

Ehlers, J., Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter, Göttingen 1997 (= Persönlichkeit und Geschichte, 154/155).

Ehmer, H. (Hg.), Burgen im Spiegel der historischen Überlieferung, Sigmaringen 1997 (= Oberrheinische Studien, 13).

Einecke, H.: Bodendenkmale zwischen Hornburger Sattel und Querfurter Platte – die Exkursion am 14. April 1996, in: Archäologie in Sachsen-Anhalt 6, 1996, S. 33-35.

Esch, A., Kunstförderung im Italien des 15. Jahrhunderts. Fragen zwischen Geschichte und Kunstgeschichte. Hrsg. v. der gemeinsamen Kommission der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Gerda Henkel Stiftung, Opladen 1992.

Franke, B., "huisvrouw", Ratgeberin und Regentin – Zur niederländischen Herrscherinnenikonographie des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts, in: Jahrbuch der Berliner Museen. Jahrbuch der Preußische Kunstsammlungen 39, 1997.

Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Hrsg. v. K. R. Schnith, Graz, Wien, Köln 1997.

Fremdes wahrnehmen – fremdes Wahrnehmen. Studien zur Geschichte der Wahrnehmung und zur Begrenzung von Kulturen in Mittelalter und früher Neuzeit. Hrsg. v. W. Harms und St. Jaeger in Verb. mit A. Stein, Stuttgart 1997.

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[Teil I: Die Gebisse. Ihre Typologie, Chronologie und ihre Anwendung. Teil II: Sporen und Steigbügel. Ihre Typologie, Chronologie und ihre Anwendung. Teil III: Sättel, Zaumzeug und Geschirre. Ihre Typologie, Chronologie und ihre Anwendung. Katalog.] Geschichte des sächsischen Adels. Im Auftrag der Sächsischen Schlösserverwaltung hrsg. v. K. Keller und J Matzerath in Zusammenarbeit mit C. Klecker und K. D. Wintermann, Köln 1997.

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Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters. Hrsg. v. Max-Planck-Institut für Geschichte. Red.: L. Fenske, C. Ehlers. Bd. 3: Baden-Württemberg. Dritte Lieferung: Kirchen (Schluß)-Langenau. Bearb. H. Maurer, Göttingen 1997.

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Lieux du pouvoir au Moyen Age et à l’époque moderne, hrsg. v. M. Tymowski, Warschau 1995.

I. Espace et anthropologie du pouvoir au Moyen Age.

Banaszkiewicz, J., Les lieux du pouvoir dans le haut Moyen Age, S. 11ff.; Ehlers, J., Le pouvoir des morts: lieux de sépulture, rites funéraires et mémoire des rois allemands (Xe-XIIe siècles), S 29ff.; Lombard-Jourdan, A., Les antécéndents de Paris comme "lieu du pouvoir", S. 71ff.; Barthélemy, D., Alternance et superposition des pouvoirs sur un château du XIe siècle: L’Ile-Bouchard, S. 93ff.

II. L’Eglise et la ville au Moyen Age comme lieux du pouvoir.

Michalowski, R., Les église royales dans la capitale. Une étude sur la religiosité politique au Moyen Age, S. 113ff.; Kloczowski, Les lieux du pouvoir ecclésiastique en Pologne médiévale, S. 131ff; Cevins, M.-M. de, Le pouvoir ecclésiastique dans les villes hongroises à la fin du Moyen Age, S. 141ff.; Petitova, A., La résidence de l’êveque comme centre du pouvoir ecclésiastique à travers l’exemple de Prague: réflexion sur la destinée d’un lieu de pouvoir, S. 173ff., Zaremska, H., Lieux d’exécution à Cracovie aux XIVe-XVIe siècles, S. 185ff.

III. Les résidences royales et leur rôle à l’époque moderne.

Babelon, J.-P., La cour de Henri de Navarre et de Marguerite de Valois à Nérac en 1579-1582, S. 199ff., Schnapper, A., Louis XIV collectioneur à Versailles, S. 205ff., Targosz, K., La cour royale de Pologne au XVIIe siècle – centre préacadémique, S. 215ff.; Chroscicki, J., Les parlements et les résidences royales. Fonctions – espace – décor, S. 239ff.; Rottermund, A., Ceremonial space in the Warsaw Royal Castle in the XVIIIth century, S. 251ff.; Romani, M., Romani, M. A., Une cour itinérante: les palais des Gonzague et la ville de Mantoue du XIIIe au XVIIIe siècles, S. 267ff.

Lustgarten und Dämonenpein. Konzepte von Weiblichkeit in Mittelalter und früher Neuzeit. Hrsg. v. A. Kuhn, Dortmund 1997.

MacKay, A.; Ditchburn, D. (Hgg.), Atlas of Medieval Europe, London 1996.

Mandler, P., The fall and rise of the stately home. New Haven 1997.

[How much do the British really care about their stately homes? In this pathbreaking and wide-ranging account of the changing fortunes and status of the stately homes of England over the past two centuries, Peter Mandler melds social, cultural, artistic and political perspectives and reveals much about the relationship of the nation to its past and its traditional ruling elite. Challenging the prevailing view of a modern British culture besotted with its history and its aristocracy, Mandler portrays instead a continuously changing and modernising society in which both popular and intellectual attitudes toward the aristocracy – and its stately homes – have veered from selective appreciation to outright hostility and only recently to throughgoing admiration.] McNeill, T., Castles in Ireland, London 1997.

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Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa. Hrsg. v. O. G. Oexle und W. Paravicini, Göttingen 1997 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 133).

Papal Music and Musicians in Medieval and Renaissance Rome. Ed. R. Sherr, Oxford 1997.

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The Cultural Patronage of Medieval Women, hrsg. v. K. Cherewatuk und U. Wiethaus, Atlanta 1996.

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Rathäuser im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. VI. Symposion des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake in Zusammenarbeit mit der Stadt Höxter vom 17. bis zum 20. November 1994 in Höxter, Marburg 1997.

Raum und Raumvorstellungen im Mittelalter, hrsg. v. J. A. Aertsen u. A. Speer, Berlin 1997 (= Miscellanea Mediaevalia, 25).

Neue Studien zur frühneuzeitlichen Reichsgeschichte. Hrsg. v. J. Kunisch, Berlin 1997 (= ZHF, Beiheft 19)

Aus dem Inhalt: Stollberg-Rilinger, B., Zeremoniell als politisches Verfahren. Rangordnung und Rangstreit als Strukturmerkmale des frühneuzeitlichen Reichstags, S. 91-132; Nicklas, T., Reichspolitische Beziehungsgeflechte im 16. Jahrhundert. Lazarus von Schwendi und der Dresdner Hof, S. 181-206. Reitemeier, A., Ritter, Königstreue, Diplomaten. Deutsche Ritter als Vertraute der englischen und deutschen Könige im 14./15. Jahrhundert, in: ZHF 24, 1997, S. 1-23.

Representing Women in Renaissance England. Ed. C. J. Summers, T.-L. Pebworth, Kansas City 1997.

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Saaler, M., Anne of Cleves, New York 1997.

Ein Schloß entsteht ... Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen, hrsg. v. E. Alshut, G. v. Büren und M . Perse, Bd. 1 [Aufsätze] und 2 [Katalog], Jülich 1997.

Der frühe Schloßbau und seine mittelalterlichen Vorstufen, hrsg. v. d. Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, München 1997 (= Forschungen zu Burgen und Schlössern, 3).

[Die dritte Tagung der Wartburg-Gesellschaft widmete sich dem Thema "Schloß", wobei der frühe Schloßbau und seine mittelalterlichen Vorstufen den Schwerpunkt bildete. Die "Forschungen zu Burgen und Schlössern" beziehen sich zwar auf die Tagung, sind aber eine selbständige Publikation. Grundlegende Aufsätze stehen neben Berichten und Rezensionen über wichtige Neuerscheinungen. Der internationalen Teilnehmerschaft der Tagung entsprechend, gibt der Band auch über entfernt gelegene Schlösser Auskunft und ermöglicht dem Leser den Vergleich mit den aus dem deutschsprachigen Raum vertrauten Anlagen. Vereinzelt wird in diesem Buch auch über barocke Schlösser berichtet, in einem Fall sogar über ein historistisches Bauwerk, ein lange Zeit in der Forschung vernachlässigter Komplex.] Schlütter-Schindler, G., Regis filia-comitissa Palatina Rheni et Ducissa Bavaroiae. Mechthild von Habsburg und Mechthild von Nassau, in: Zs. f. bayer. Landesgeschichte 60, 1997, S. 183-252.

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Schmitt, R., Burgen des hohen Mittelalters an der unteren Unstrut und um Naumburg. Zum Stand der Forschung, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Sonderheft, Halle (Saale) 1996, S. 6-48.

Schmitt, R., Carl Peter Lepsius und die Restaurierung der Doppelkapelle auf der Neuenburg in den Jahren 1842 und 1843, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Sonderheft, Halle (Saale) 1996, S. 146-156.

Schmitt, R., Die Konradsburg, 3., verbesserte Auflage, München, Berlin 1996 (= Große Baudenkmäler. Heft 442).

Schmitt, R., Les installations hydrauliques de 1’ancien monastère cistercien de Sittichenbach près de Halle (Sachsen-Anhalt, Allemagne), in: L’hydraulique monastique. Milieux, reseaux, usages, Gräne 1996 (= Collection ",Recontres a Royaumont"), S. 45-53.

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Schmitt, R., Schloß Neuenburg bei Freyburg/Unstrut. Nutzungsvarianten und Ausbauarbeiten von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Sonderheft, Halle (Saale) 1996, S. 90-145.

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Van den Neste, E., Tournois, joutes, pas d’armes dans les villes de Flandre à la fin du moyen âge (1300-1486). Préface de M. Pastoureau, Paris 1996 (= Mémoires et documents de l’École des Chartes, 47).

La ville régulière. Modèles et tracés, hrsg. v. X. Malverti u. P. Pinon, Paris 1997 (= Villes et Sociétes, 5).

Aus dem Inhalt: Huot, J.-L., Aux sources de l’urbanisme. Le cas du Proche-Orient ancien; Toulier, C., Régularité et symétrie comme obsessions à Richelieu; Prost, P., De l’architecture des villes de guerre aux XVIIe et XVIIIe siècles. Du triomphe au déclin d’un modèle. Vocelka, K.; Heller, L., Die Lebenswelt der Habsburger. Kultur- und Mentalitätsgeschichte einer Familie, Graz, Wien, Köln 1997.

Volkert, W., Ludwig der Bayer: Dynastie und Landesherrschaft, in: Zs. f. bayer. Landesgeschichte 60, 1997, S. 87-104.

Williamson, M., The Musician in Medieval England, Stroud 1997.

Woodward, J., The theatre of death. The ritual management of royal funerals in Renaissance England, 1570-1625, Woodbridge 1997.

[English royal funerals of the Renaissance period, from Mary Queen of Scots to James I, were staged to make important political, religious and aesthetic statements. In this first detailed study of the subject Jennifer Woodward shows royal funerals to be a microcosm of cultural change, and analyses the many influences on their changing form. She explores the impact of the Reformation, with its strong iconophobic strain, on a ritual process centred on the display of a life-sized image of the dead monarch, and condsiders the later counter-influence of Arminianism and Continental art in relation to the apotheosis of the theatre of death under the early Stuarts, with particular reference to the funeral of James.] Zeremoniell und Raum. 4. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, veranstaltet gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Paris und dem Historischen Institut der Universität Potsdam, 25. bis 27. September 1994, hrsg. v. W. Paravicini, Sigmaringen 1997 (= Residenzenforschung, 6). Paravicini, W., Zeremoniell und Raum, S. 11-36; Spiess, K.-H., Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, S. 39-61; Heinig, J., Verhaltensformen und zeremonielle Aspekte des deutschen Herrscherhofes am Ausgang des Mittelalters, S. 63-82; Vale, V., Courtly ritual and ceremony: some pre-Burgundian evidence (England and the Low Countries, 13th-14th centuries), S. 83-89; Paviot, J., Les marques de distance dans les Honneurs de la Cour d’Aliénor de Poitiers, S. 91-95; Behrmann, T., Hansische Gesandte an Herrscherhöfen: Beobachtungen zum Zeremoniell, S. 97-111; Kress, S., Per honore della ciptà: Zeremoniell im Florentiner Quattrocento am Beispiel des Besuchs Galeazzo Maria Sforzas im April 1459, S. 113-125; Bojcov, M., Qualitäten des Raumes in zeremoniellen Situationen: Das Heilige Römische Reich, 14.-15. Jahrhundert, S. 129-153; Kerscher, G., Die Perspektive des Potentaten. Differenzierung von Privattrakt bzw. Appartement und Zeremonialräumen im spätmittelalterlichen Palastbau, S. 155-186; Whiteley, M., Ceremony and Space in the châteaux of Charles V, King of France, S. 187-198; Mérindol, C. de, Le Cérémonial et l’espace. L’exemple de l’hôtel Jacques-Cœur à Bourges, S. 199-214; Kraack, D., Die Johanniterinsel Rhodos als Residenz. Heidenkampf in ritterlich-höfischem Ambiente, S. 215-235; Schimmelpfennig, B., Der Palast als Stadtersatz. Funktionale und zeremonielle Bedeutung des Papstpaläste in Avignon und im Vatikan, S. 239-256; Sohn, A., Die "neue" Vatikanresidenz und die "neue" Stadt. Papst, Kurie, Topographie und Urbanismus im Rom der beginnenden Renaissance, S. 257-278; Boone, M.; Hemptinne, T. de, Espace urbain et ambitions princières: les présences matérielles de l’autorité princière dans le Gand médiéval (12e siècle-1540), S. 279-304; Schütte, U., Stadttor und Hausschwelle. Zur rituellen Bedeutung architektonischer Grenzen in der frühen Neuzeit, S. 305-325; Moraw, P., Zusammenfassung, S. 325-330. Zeune, J., Burgen – Symbole der Macht. Ein neues Bild der mittelalterlichen Burg, Regensburg 1997. [Über kaum einen anderen Forschungsgegenstand wurde so viel und gleichzeitig so viel Unrichtiges geschrieben wie über die mittelalterliche Burg. Falsche Datierungen – maßlose Ubertreibungen der Wehrfähigkeit – Fehlinterpretation von Bergfried, Schießscharten und Gußerkern – Phantastereien über das Leben auf der Burg, über Folterkammern und heißes Pech –, das sind nur einige Themen, die Joachim Zeune, einer der derzeit kompetentesten Millitärarchäologen und Burgenforscher, aufgreift. Als Beispiele dienen vorwiegend die mittelalterlichen Burgen des deutschsprachigen Raumes, aber auch solche aus anderen europäischen Ländern.] Zmora, Hillay, Princley state-making and the "rise of the aristocracy" in late medieval Germany, in: Past and Present 153, 1996, S. 37-63.


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