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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
 
 
 
Jahrgang 4 (1994) Nr. 1

 

 

 

Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

ISSN 0941-0937
 
Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
 
Titelvignette:
Ansicht des Neuen Palais von Osten (Hofseite),
Radierung von J.F. Schleuen, um 1770.

 


Inhalt

 
Unser nächstes Treffen: Potsdam, 25.-28. September 1994 S. 5

Zeremoniell und Raum (1200-1600): Anmeldung, Unterkunft, Programm S. 6

Aus der Arbeit der Kommission S. 10

Protokolle der Bruchsaler Arbeitstagung von 1989 S. 12

Die Arbeit der anderen S. 14

Evamaria Engel/Winfried Eberhard, Metropolen - Hauptstädte -
Zentralstädte: Ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher
Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration
im östlichen Mitteleuropa vom 14. bis zum frühen 17. Jahrhundert S. 14

Thomas Riis, Die Hochzeit im Ostseeraum seit Mitte des 13. Jahrhunderts S. 17

Miloš Vec, Projekt: Präzedenzrechte und Staatshöflichkeit. Zeremonialwissenschaft im 18. Jahrhundert S. 20

Kolloquiumsberichte S. 21 Werner Hubig, Spiel, Sport und Kurzweil in der Gesellschaft des Mittelalters. Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte (5.-8. Oktober 1993) S. 21

Detlev Kraack, "Les Armoriaux Médiévaux". Internationales Kolloquium (Paris, 21.-23. März 1994) S. 24

Kolloquien S. 28

Ausstellungen S. 43

Buchvorstellungen S. 45

Jörg Jochen Berns/Detlef Ignasiak (Hgg.), Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen (Jenaer Studien, 1), Erlangen/Jena 1993 S. 45

Uta Löwenstein, "Ein wissen Swan mit eym gulden Snabel zu eym Schaweessen". Festessen am hanauischen Hof im 15. und 16. Jahrhundert, in: Hanauer Geschichtsblätter 31 (1993), S. 35-90 S. 46

Rolf Hammel-Kiesow (Hg.), Wege zur Erforschung städtischer Häuser und Höfe (Häuser und Höfe in Lübeck, 1), Neumünster 1993 S. 49

Manfred Eickhölter/Rolf Hammel-Kiesow (Hgg.), Ausstattungen Lübecker Wohnhäuser. Raumnutzung, Malereien und Bücher im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (Häuser und Höfe in Lübeck, 4), Neumünster 1993 S. 51

Neuerscheinungen S. 54

Die Arbeitsstelle Kiel S. 60


Unser nächstes Treffen: Potsdam, 25.-28. September 1994

Wenn Sie dieses Heft in Händen halten, ist es kaum noch ein halbes Jahr bis zum nächsten Symposium, das vom 25. bis 28. September 1994 in Potsdam stattfinden wird, unmittelbar vor dem Historikertag in Leipzig. Unsere Symposien sind selbstverständlich Fachtagungen zum ausgeschriebenen Thema. Aber sie sind auch ein Treffen all jener, die seit Jahren an Residenzen-Monographien arbeiten oder sich sonst für das Thema interessieren. Sie alle und gerade die Jüngeren sollten kommen, um Anregungen zu geben und zu empfangen. Das Thema "Zeremoniell und Raum" geht ohnehin jeden Residenzenforscher an. Außerdem wird es eine Werkstatt geben, für die bereits drei Beiträge angemeldet worden sind, recht verschiedener Art: Wie macht man eine Residenz heute sichtbar? Was können wir von einer weit gegen das Heilige Land vorgeschobenen Fürstenresidenz wissen (derjenigen des Johanniter-Großmeisters auf Rhodos)? Gibt es nicht doch objektive Kriterien für die Residenzenwahl? Auch Unangemeldetes wird dort zur Sprache kommen können.

Mit Absicht tagen wir im neuen Bundesland Brandenburg, jetzt, nachdem es wieder möglich geworden ist, freundlich aufgenommen von Landesregierung und Universität. Auch in den neuen Bundesländern entsteht nun eine rege Hof- und Residenzenforschung, wie das auf S. 45 vorgestellte Buch über "Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen" zeigt. Daß übergreifende Forschung nun im gesamten Ostseeraum betrieben wird, belegt das in diesem Heft beschriebene Projekt von Prof. Th. Riis (Kiel) zur Hochzeit, einem jener Feste, bei dem sich der splendor des Hofes darstellte, übrigens auch eines so kleinen wie desjenigen der Grafen von Hanau-Münzenberg (vgl. S. 46).

Mehrere Kolloquien beschäftigen sich derweil mit Pfalzen, Residenzen, Metropolen, Adel und mit der Freizeit, jenem Kind höfischer Kultur. In diesem Konzert bleibe unsere Stimme vernehmlich. Auf Wiedersehen also mit Alt und Jung in Potsdam, im preußischen Arkadien. Das nächste Heft (Redaktionsschluß 1. Oktober 1994) wird dann schon die dort gemachten Erfahrungen spiegeln.

Paris, am 28. März 1994 Werner Paravicini, Paris


Zeremoniell und Raum (1200-1600):
Anmeldung, Unterkunft, Programm

Das 4. Symposium der Residenzen-Kommission, veranstaltet gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Paris und der Universität Potsdam, findet vom 25. bis 28. September 1994 (nicht wie ehemals angekündigt vom 30. September bis 3. Oktober) in Potsdam statt, in der Universität (Neues Palais) und für eine Sitzung auch im Schloß Cecilienhof.
 

Anmeldung

Die Anmeldung der Vorträge ist abgeschlossen, doch sind im Rahmen der Werkstatt noch Mitteilungen möglich, und selbstverständlich sind es Diskussionsvoten.

Teilnehmer, die keine Vorträge halten, melden sich an bei:

Dr. Rainer Babel/Dr. Holger Kruse
Deutsches Historisches Institut
Hôtel Duret de Chevry
8, rue du Parc Royal
F - 75003 Paris

und zwar so bald wie möglich, spätestens aber bis zum 1. Juni 1994. Die Kommission wird sich bemühen, wiederum einen Reisekostenzuschuß zu ermöglichen.

 

Unterkunft

Von seiten der Kommission wird für die Unterkunft lediglich der Vortragenden, der eingeladenen Diskutanten und der Kommissionsmitglieder gesorgt. Alle anderen müssen sich selbst um ihre Unterkunft bemühen, und zwar (wie bereits Jg. 3 [1993] Nr. 1, S. 8 mitgeteilt) durch Anmeldung beim örtlichen Fremdenverkehrsverein:

"Potsdam Information", Friedrich-Ebert-Str. 5, 14467 Potsdam.

Bitte zögern Sie nicht und melden sie sich unverzüglich an. Die Potsdamer Hotellerie bietet nur begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten.
 

Programm

(nach dem Stand vom 30. März 1994)

Sonntag, d. 25. September

Anreise

18 h (geplant:) Empfang durch den Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Hinrich Enderlein, sowie den Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Rolf Mitzner.

20 h Abendessen

Montag, d. 26. September (Neues Palais) 9 h 00 W. Paravicini (Paris), Begrüßung und Einleitung.

 

I. Zeremoniell und sozialer Raum: Hierarchie in Distanz und Nähe 9 h 30 Karl-Heinz Spieß (Mainz), Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter.

10 h 00 Paul-Joachim Heinig (Gießen), Verhaltensformen und zeremonielle Aspekte des deutschen Herrscherhofes.

10 h 30 Kaffepause

11 h 00 M.G.A. Vale (Oxford), Courtly ritual and ceremony: some pre-Burgundian evidence (the Netherlands, XIIIth-XIVth centuries).

11 h 30 Jacques Paviot (Paris), Les marques de distance à la cour de Bourgogne d'après les "Honneurs de la Cour" d'Aliénor de Poitiers (XVe siècle).

12 h 00 Thomas Behrmann (Münster), Hansische Gesandte an Herrscherhöfen: Beobachtungen zum Zeremoniell.

12 h 30 Diskussion

13 h 00 Mittagessen

 

II. Zeremoniell und naher Raum: Veränderungen in Adelssitz, Burg und Schloß 15 h 00 Michael Bojcov (Moskau), Qualitäten des Raumes in zeremoniellen Situationen: das Heilige Römische Reich, 14.-15. Jahrhundert.

15 h 30 Gottfried Kerscher (München), Die Perspektive des Potentaten: Differenzierung von "Privattrakt" und Zeremonialräumen im spätmittelalterlichen Palastbau.

16 h 00 Diskussion

16 h 30 Kaffeepause

17 h 00 Mary Whiteley (Emsworth), Ceremonial and Space in the Palaces of Charles V, King of France.

17 h 30 Christian de Mérindol (Paris), Le cérémonial et l'espace. L´exemple de l'Hôtel Jacques Coeur à Bourges.

18 h 00 Diskussion

19 h 00 Abendessen

20 h 00 Werkstatt

Klaus Neitmann (Potsdam), Riga oder Fellin: Faktoren der Residenzauswahl im 15. Jahrhundert.

Detlev Kraack (Kiel), Rhodos als Residenz: Heidenkampf in ritterlich-höfischem Ambiente.

Siegfried Müller (Oldenburg), Wie stellt man eine Residenz aus? Der Plan zu einer Austellung "Stadt und Residenz. Die Beziehungen der Stadt Oldenburg und der Landesherrschaft 1345-1918" in Oldenburg 1995.

 

Dienstag, d. 27. September (Schloß Cecilienhof)

III. Zeremoniell und ferner Raum: die neue Residenz, die neue Stadt

9 h 00 Bernhard Schimmelpfennig (Augsburg), Der Palast als Stadtersatz. Funktionale und zeremonielle Bedeutung der Papstpaläste in Avignon und im Vatikan.

9 h 30 Andreas Sohn (Rom), Die "neue" Vatikanresidenz und die "neue" Stadt. Papst, Kurie, Topographie und Urbanismus im Rom der beginnenden Frührenaissance.

10 h 00 Diskussion

10 h 30 Kaffeepause

11 h 00 Marc Boone (Gent), Gand, ville à résidences: cérémonial et espace géographique (XIIe-XVIe siècles).

11 h 30 Ulrich Schütte (Marburg), Stadttor und Hausschwelle. Zur rituellen Bedeutung architektonischer Grenzen.

12 h 00 Diskussion

13 h 00 Mittagessen im Cecilienhof

14 h 30 (geplant) Führung durch Schloß Cecilienhof

15 h 30 Peter Moraw (Gießen), Zusammenfassung.

Generaldiskussion

17 h 00 Kaffeepause im Cecilienhof

(geplant) Führung durch den Park und Schloß Sanssouci durch einen Vertreter der "Schlösser und Gärten".

19 h 30 Abendessen

(20 h 30 Sitzung der Residenzen-Kommission)

Mittwoch, d. 28. September

Abreise
 



 

Aus der Arbeit der Kommission

 

1. Kommissionssitzungen:

Die 8. Kommissionssitzung ist im Zusammenhang mit dem 4. Symposium in Potsdam geplant und wird vorerst auf den 27. September 1994, 20 h 30, angesetzt.

 
2. Künftige Symposien:

2.1. "Zeremoniell und Raum 1200-1600", Herbst 1994 in Potsdam.

Siehe S. 6.

2.2. "Hof- und Hofordnungen" 1996.

Die Planungen werden nach Abschluß von "Zeremoniell und Raum" verstärkt aufgenommen, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut Paris. Als Tagungsort bietet sich neuerdings das Schloß zu Sigmaringen an.

 
3. Reihe "Residenzenforschung":

3.1. Dieter Kerber (Koblenz), "Herrschaftsmittelpunkte im Erzstift Trier Hof und Residenz im späten Mittelalter". Die ersten Druckfahnen werden erwartet.

3.2. Kolloquium "Alltag bei Hofe". Die Kalkulation liegt der Akademie zur Druckkostenbewilligung vor.

3.3. Mark Mersiowsky (Münster), "Die Anfänge der landesherrlichen Rechnungslegung im norddeutschen Raum". Der Autor bereitet das Manuskript für den Druck vor.

3.4. Johann Kolb (Kiel), "Heidelberg. Die Entstehung einer landesherrlichen Residenz im 14. Jahrhundert", liegt der Kommission zur Begutachtung vor.

3.5. Michael Scholz (Göttingen), "Die Magdeburgische Residenz Halle 1503-1541", Diss. bei H. Boockmann. Mit dem Abschluß ist im Sommer 1994 zu rechnen.

 

4. Das Projekt "Bibliographie europäischer Reiseberichte des späteren Mittelalters":

Teil 1 (deutsche Berichte). Das Ms., bearb. von Chr. Halm, wurde Ende März abgeschlossen und befindet sich in der Herstellung. Mit dem Erscheinen ist noch in diesem Jahr zu rechnen (Kieler Werkstücke, Reihe D, im Verlag Peter Lang).

Teil 2 (Niederlande), bearb. v. D. Kraack, macht Fortschritte.

Teil 3 (Frankreich), bearb. v. S. Baus, macht ebenfalls Fortschritte.
 

5. Projekt "Hof- und Verwaltungsordnungen. Niedersächsischer Reichskreis":

An dem Projekt wird unter Leitung von Herrn Johanek in Münster gearbeitet. In Magdeburg wurde bisher nicht berücksichtigtes Material gefunden.
 

6. Stellensituation:

Die Stellensituation ist unverändert, d. h. unverändert schlecht.
 


 

Protokolle der Bruchsaler Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V.,
vom 25. bis 27. November 1989:
"Burg - Schloß - Residenz.
Beobachtungen zum strukturellen Verhältnis aus historischer
und kunsthistorischer Perspektive"

Es sprachen:

Prof. Dr. Dr. Otto B. Roegele (München): "Bruchsal - Residenz im Herbst des Alten Reiches.

Prof. Dr. Ulrich Schütte (Marburg): Burg und Schloß - Zur Wehrhaftigkeit deutscher Residenzbauten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Dr. Uwe Albrecht (Kiel): Residenzschlösser in Norddeutschland am Beispiel von Gottorf und Wolfenbüttel.

Senatsrat Univ. Doz. Dr. Franz-Heinz Hye (Innsbruck): Innsbruck - Schloß und Residenzstadt.

Dr. Theodor Straub (Ingolstadt): Ingolstadt - Residenzstadt im Wandel vom 13. zum 15. Jahrhundert.

Dr. Gertrud Buttlar (Wiener Neustadt): Die Wiener Neustädter Residenz Kaiser Friedrichs III. - Werden, Bauten, Ausstattung.

Dr. Hermann Ehmer (Stuttgart): Burg und Stadt Wertheim in ihren personellen Verflechtungen im Mittelalter.

Prof. Dr. Werner Paravicini (Kiel): Zusammenfassung.

Die Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission verfügt noch über zahlreiche Exemplare des rund 100 Seiten starken Protokolls dieser Arbeitstagung. Dabei handelt es sich um ein photokopiertes Schreibmaschinen-Manuskript, das verschiedene Abschnitte enthält:

Neben einer vollständigen Liste der Teilnehmer finden sich dort jeweils Zusammenfassungen der oben aufgeführten Beiträge, und vor allem ausführliche Mitschriften der sich an die jeweiligen Referate anschließenden Diskussionen.

Gerade diese Disskussionsbeiträge bringen zum Teil interessante Ergänzungen zu den Vorträgen und enthalten Vorschläge und Hinweise, die für die Beschäftigung mit dem Thema "Residenz" nach wie vor von hoher Aktualität sind. In dieser Hinsicht sollte man den wissenschaftlichen Wert dieser Protokolle nicht unterschätzen, denn gerade aus der Diskussion von heute entspringen die Themen von morgen und übermorgen.

Gegen Übersendung eines mit Adresse und Rückporto versehenen Umschlages (DIN A 4; Portokosten: 1,50.- DM für Inlands- und 3.- DM für Auslandsversand) werden wir diese Protokolle provisorisch gebunden als Büchersendung an interessierte Residenzenforscher verschicken, solange der Vorrat reicht.

Detlev Kraack, Kiel



 

Die Arbeit der anderen
 
Metropolen - Hauptstädte - Zentralstädte:
Ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie
kultureller und gesellschaftlicher Integration im östlichen Mitteleuropa
vom 14. bis zum frühen 17. Jahrhundert

- Projektvorstellung -

(vgl. auch Mitteilungen Jg. 3 [1993] Nr. 2, S. 11)

Im Rahmen der von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. gegründeten Tochtergesellschaft "Förderungsgesellschaft wissenschaftlicher Neuvorhaben mbH" nahmen am 1. Januar 1992 sieben geisteswissenschaftliche Forschungsschwerpunkte in den neuen Bundesländern ihre Arbeit auf, darunter der Forschungsschwerpunkt "Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas". Als wissenschaftliches Rahmenprogramm wurden fünf Arbeitsbereiche konzipiert: neben Forschungen zur "Germania Slavica", zu "Nationalliteratur und gesellschaftlicher Wandel" in Ostmitteleuropa im 19./20. Jahrhundert, zur Geschichte der Slawenrezeption und der Ostmitteleuropaforschung sowie zu "Demokratie-Nationalstaat-Staatensystem" auch das Arbeitsfeld "Die Metropolen Ostmitteleuropas: Regionalkultur-Nationalkultur-Weltkultur". Das erste Projekt in diesem Forschungsrahmen ist dem in der Überschrift gennanten Thema gewidmet. Seine Bearbeitung ist interdisziplinär, komparatistisch und international angelegt. In der Projektgruppe am Forschungsschwerpunkt arbeiten seit dem 1. Januar 1994 eine Kunsthistorikerin und zwei Historiker. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Historikern sowie Kunst- und Kulturhistorikern aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei eingeleitet.

Erstens zielt das Projekt mit der Untersuchung von Metropolen als übergeordneten Zentren auf die Wechselwirkung von deren politisch-kulturellem Faktor (Residenz), ihrer gesellschaftlich-ökonomischen Funktion als Zentralstadt und ihrer Konzentration kirchlicher Kultur. Zweitens bezieht sich das Projekt bewußt auf die Epoche der Genese und intensiven Veränderung von solchen Metropolen. Das Metropolenthema ist überdies besonders geeignet, einen der erkenntnisleitenden Gesichtspunkte für die Arbeit am Forschungsschwerpunkt "Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas" zu demonstrieren: Ostmitteleuropa als kulturelle Kontaktzone zu akzentuieren und den multikulturellen Charakter der dort wirkenden slawischen bzw. magyarischen, deutschen und jüdischen Kulturfaktoren bewußtzumachen. Multikulturelle Kooperation, Rezeption und wechselseitige Durchdringung ebenso wie Konkurrenz und Auseinandersetzung sind exemplarisch an den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Strukturen und Funktionen von Metropolen/Hauptstädten/Zentralstädten als Schmelztiegeln und Brennpunkten des historischen Geschehens zu erforschen. Neben der Eigenart ostmitteleuropäischer kultureller Regionalentwicklung soll den Impulsen europäischer Kulturströmungen auf Gesellschaft und Kultur ostmitteleuropäischer Zentren - vor allem Prags, Budas, Krakaus und Warschaus - nachgegangen und diese in das Spannungsfeld von Regionalkultur, Nationalkultur und europäischer Kultur gestellt werden. Dabei sollen diese drei Begriffe in dem Arbeitsfeld die Fragestellung andeuten, ob die zu untersuchenden Metropolen/Zentren fähig waren, die Vielfalt ostmitteleuropäischer Regionalkultur, ethnischer Ausprägungen und europäischer Einflüsse zu repräsentieren und zu integrieren oder ob sie diese Faktoren zugunsten einer Nationalkultur zentralistisch in den Hintergrund drängten.

Die drei Mitarbeiter werden sich zunächst mit folgenden Themen befassen:

Dr. Leszek Belzyt: "Demographische Entwicklung, gesellschaftlicher Wandel und ethnische Pluralität von ostmitteleuropäischen Metropolen".

Bei dem gegenwärtigen Forschungsstand über politische Geschichte, gesellschaftliche Struktur der Stadt und der Höfe, über demographische Entwicklung und ethnische Pluralität wird die Chance für die Bearbeitung dieses Themas in der komparativen und interdisziplinären Behandlung der Entwicklungstendenzen in ausgewählten Metropolen, zunächst in Krakau und Prag, gesehen. Es wird nach der gegenseitigen Beeinflussung politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktoren sowie der ethnischen Pluralität in den beiden Städten gefragt.

Dr. Karen Lambrecht: "Geistige und kulturelle Zentren Ostmitteleuropas".

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die kulturellen Funktionen von Buda, Krakau, Prag und Wien, deren Träger, Institutionen sowie deren Einflußzonen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei zunächst der Bildungsentwicklung und ihren zentralen Institutionen, den Universitäten, und zwar auf einer individuell-personalen und einer institutionellen Ebene. Sodann geht es um den Ausbau, Aktionsraum und die Attraktivität kultureller Einrichtungen und die gegenseitige Beeinflussung zwischen den geistigen Zentren, um den Grad der kulturellen Anziehungskraft, Ausstrahlung und Integrationsfähigkeit sowie die kulturelle Repräsentation von einzelnen Metropolen und um deren Vergleich.

Dr. Hanna Nogossek: "Metropolen als Orte und Medien künstlerischer Entwicklungen".

Die kunsthistorische Entwicklung von Buda, Prag und Krakau im Zeitalter der Spätgotik und Renaissance wird vergleichend und beziehungsgeschichtlich interpretiert. Dabei kommt der Analyse lokaler Voraussetzungen und Traditionen einerseits, den Vermittlungswegen und Rezeptionsformen neuer, internationaler Strömungen andererseits sowie schließlich der Ausbildung eigener regionaler, nationaler Ausdrucksmittel besondere Bedeutung zu. Ein erster Teil der Untersuchungen gilt den Wirkungen des Strebens nach Standes- und Machtrepräsentation von Herrscher und Hof, Bürgertum und städtischen Eliten, Adel und Klerus mit Mitteln der Kunst und durch Kunstförderung.

Ein zweiter Komplex betrifft das Funktionieren dieses vielschichtigen Systems und die Frage nach der integrativen Funktion der Metropole. Kann von einer vermittelnden und befruchtenden Rolle der Metropole bei der Übernahme und Aneignung internationaler Strömungen und der Ausbildung regionaler oder nationaler Formen gesprochen werden?

Die Projektgruppe bereitet überdies ein internationales Symposium, und zwar vom 8.-10. Juni 1994, zum Thema "Die ostmitteleuropäischen Metropolen im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance (ca. 1450-ca. 1600)" in Berlin vor (vgl. das Programm auf S. 37ff.).

Das komparatistisch angelegte Symposium soll auch dazu dienen, Fragestellungen für das begonnene Metropolenprojekt zu entwickeln bzw. zu präzisieren. Inhaltliche Gesichtspunkte für die vergleichend angelegten Referate werden sein:

- Faktoren für die integrative Funktion und gesellschaftlich-kulturelle Pluralität von Metropolen und ihre Wechselwirkung (z.B. Sozial- und Wirtschaftsstruktur von Metropolen, ihre Rolle als kirchliche und kulturelle Zentren, die Bedeutung der Metropole für das jeweilige Land sowie ihr Verhältnis zum näheren Umland und die Aufnahme europäischer Kulturströmungen);

- Förderung der Ausformung und Repräsentation von Staatlichkeit und Nationalkultur;

- Funktion von Metropolen in ihrer Entwicklung, Veränderung und Konkurrenz zu anderen Zentren;

- Typen von Metropolen, Definitionsfragen ("zentraler Ort", "Residenz", "Hauptstadt", "Metropole").

Für Anregungen und Angebote zur Zusammenarbeit sind wir dankbar.

Evamaria Engel/Winfried Eberhard, Berlin

 
Kontakt und weitere Informationen: Frau Prof. Dr. Evamaria Engel, Forschungsschwerpunkt Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in der Förderungsgemeinschaft Wissenschaftliche Neuvorhaben mbH, Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin,

Tel. 030/2236-206, Fax 030/2236-204.
 
 

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"Die Hochzeit im Ostseeraum seit Mitte des 13. Jahrhunderts".
Internationale Tagung am 3. und 4. Oktober 1994 in Kiel.
 

Mit dem Umbruch in Osteuropa um 1990 wurde es zum ersten Mal in unserer Generation möglich, gemeinsame Forschungsprojekte mit den baltischen Kollegen zu organisieren. Mit Bewilligung aus den skandinavischen staatlichen Forschungsgemeinschaften konnte ich so in den Jahren 1991 und 1992 drei internationale Tagungen an der dänischen Universität Odense abhalten: "Die Städte des Ostseeraumes im 15. Jahrhundert" (1991) mit Teilnehmern aus Deutschland, Schweden und Dänemark (die Referate sind im Druck), "Die Typologie der Städte des Ostseeraumes 1240-1720" (ebenfalls 1991) mit Teilnehmern aus Deutschland, Finnland, Polen, Rußland, Schweden und Dänemark, sowie "Die Städte des Ostseeraumes als Vermittler von Kultur 1240-1720" (1992) mit Teilnehmern aus Norwegen und aus den Ostseeanrainerstaaten.

Die letzte Tagung wurde interdisziplinär abgehalten: u.a. beschäftigte sich eine Sektion mit der städtischen Musik im Ostseeraum. Die Ergebnisse dieser neubegonnenen internationalen, interdisziplinären Zusammenarbeit waren für die Zukunft so erfolgversprechend, daß die Teilnehmer beschlossen, eine neue Tagung nach zwei Jahren, d.h. im Jahre 1994, zu arrangieren. Dafür hoffte man, neben Historikern und Musikwissenschaftlern z.B. auch Kunsthistoriker, Literaturhistoriker und Volkskundler als Referenten zu gewinnen.

Nach meiner Berufung auf die Kieler Professur für Schleswig-Holsteinische Landesgeschichte scheint es mir angemessen, die Tagung an der Kieler Christian-Albrechts-Universität zu veranstalten, wo ich im Wintersemester 1993/94 ein Hauptseminar zur "Hochzeit im Ostseeraum" als Tagungsvorbereitung abgehalten habe. Als Richtschnur und Wegweiser für die Referenten wird diesen der anliegende Fragebogen zugestellt (vgl. S. 18f.).

Die Tagung wird am 3. und 4. Oktober 1994 in Kiel stattfinden; es ist meine Absicht, neben den zwölf auswärtigen Referenten, von denen die meisten bereits an der Tagung des Jahres 1992 in Odense teilnahmen, sechs Kieler Kollegen als Referenten einzuladen, damit auch die Christiana-Albertina sich den Gästen vorstelle (siehe dazu weiterhin die Teilnehmerliste, S. 19).

Die Tagung ist auf zwei ganze Tage mit drei Übernachtungen angesetzt; die Reisekosten der baltischen, russischen und polnischen Teilnehmer werden wegen der schwierigen finanziellen Lage dieser Staaten von den Veranstaltern getragen werden.

 

Fragebogen zur Tagung "Die Hochzeit im Ostseeraum seit dem 13. Jahrhundert":
 

1. Rechtlich-politische Aspekte a) Persönlicher Status vor der Ehe: Verwandtschaft, Alter, Armut (Heiratskonsens)

b) Rechtsstellung der Gatten: Persönliche Rechtsstellung, Verfügungsrecht über das eigene Vermögen, Mitgift und Wittum, das gegenseitige Erbrecht der Gatten

c) Heiratsstrategie: Heirat als Allianz zwischen Fürstenkindern, zwischen Gutsbesitzern, zwischen städtischen Patrizierfamilien

 

2. Die Hochzeit als "rite de passage" a) Die Kleidung

b) Das Verlassen des Elternhauses

c) Die Trauungszeremonie

d) Das Festessen: Sind bestimmte Gerichte oder Getränke obligatorisch?

e) Das zeremonielle Schlafengehen

f) Die Abfahrt der Gatten [heute des öfteren zwischen d) und e)]

g) Aberglaube

 

3. Die Hochzeitsfeier a) Festordnungen und Luxusverbote

b) Die Rolle der Musik (Gelegenheitskompositionen, musikalische Ausschmückung der Trauungszeremonie, Tafelmusik beim Festessen, Spielleute und ihre Privilegien)

c) Die Kunst und die Hochzeit: Verlobungsportraits, künstlerisches Mitwirken bei der Hochzeitsfeier (Herstellung von Dekorationen, Tableaus etc.); die Hochzeit in der Kunst

d) Die Literatur und die Hochzeit: Gelegenheitsgedichte, Kirchenlieder, die Hochzeit in der Literatur

 

4. Konklusion: Unterschied zwischen der ersten und einer folgenden Ehe?

Bisherige Teinehmerliste:

Auswärtige Referenten:

Dozent Dr. Greger Andersson (Lund)

Dr. Lucija Basauskas (Vilnius)

Prof. Dr. Maria Bogucka (Warschau)

Prof. Dr. Fabian Dahlström (Turku)

Dr. Jüri Kivimäe (Tallinn)

Dozent Dr. Valda Klava (Riga)

Museumsdirektor Ole Kongsted (Kopenhagen)

Fil. lic. Hannu Laaksonen (Turku)

Prof. Dr. Herbert Langer (Greifswald)

Dozent Dr. Ilgvars Misans (Riga)

Dr. Arne Stakkeland (Kvinlog/Norwegen)

Prof. Dr. Adelaida Svanidze (Moskau)

Kieler Referenten: Prof. Dr. L.O. Larsson (Kunstgeschichte)

Prof. Dr. Dieter Lohmeier (Literaturwissenschaften)

Prof. Dr. E. Marold (Nordische Literatur)

Prof. Dr. Hubertus Menke (Niederdeutsche Literatur)

Prof. Dr. Thomas Riis (Schleswig-Holsteinische Landesgeschichte)

Prof. Dr. Heinrich Schwab (Musikgeschichte)

Dr. O. Tuomi-Nikula (Volkskunde)

Thomas Riis, Kiel

Weitere Auskünfte bei: Prof. Dr. Thomas Riis, Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstr. 40, 24118 Kiel, Tel. 0431/880-2300; Fax 0431/880-1524.
 
 

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Projekt: Präzedenzrechte und Staatshöflichkeit.
Zeremonialwissenschaft im 18. Jahrhundert

Bei der hier angezeigten Arbeit handelt es sich um eine am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte entstehende juristische Dissertation, die von Herrn Prof. Dr. Stolleis betreut wird. Ihr Thema ist der dem politisch-repräsentativen Verhalten der höfischen Gesellschaft zugrundeliegende Diskurs im 18. Jahrhundert.

Hier entsteht aus dem Zusammenfluß zweier Stränge eine neue Literaturgattung, die in Abgrenzung zu anderen Gebieten und entsprechend ihrer Selbstbeschreibung als Zeremonialwissenschaft bezeichnet werden kann. Diese Literaturgattung speist sich aus zwei Quellen: neben älteren juristischen Traktaten über Präzedenz- und Gesandtenrechte sind es vor allem Ideen der frühmodernen Höflichkeit, die Eingang in das Zeremonialwesen finden. Die Zeremonialwissenschaft spiegelt den Wunsch der Überformung äußerlichen politischen Handelns mit gesetzmäßigen Vorgaben über höfische und staatliche Selbstdarstellung. In der Konsequenz bedeutet dies die Anleitung zu immer genauerer Selbst- und Fremdbeobachtung, die Ausdehnung der in Streit stehenden, nunmehr als politische Zeichen begriffenen Verhaltensweisen. Anfangs kompilatorisch angelegt, will man aus den ausgedehnten Zeremonialbeschreibungen Aufklärung und Anweisung für gegenwärtige und zukünftige Konstellationen gewinnen. Später erscheinen überwiegend systematisierende Ansätze, die mit allgemeinen Regeln arbeiten.

Insgesamt ist der Zeremonialwissenschaft nur eine kurze Blüte beschieden. Der Wunsch nach stärkerer Gesetzmäßigkeit scheitert nicht zuletzt an der fehlenden Möglichkeit, Konflikte effektiv zu steuern, statt sie nur dilatorisch zu umgehen: sei es als "Bunte Reihe", "incognito" oder gänzlicher Verzicht auf Interaktion.

Als Desiderat erscheint eine intensive Beschäftigung mit der Zeremonialwissenschaft unter den genannten Gesichtspunkten vor allem, da sich bislang vor allem Soziologen, Historiker und Kunsthistoriker ausgiebig mit dem Zeremonialwesen beschäftigt haben, hingegen selten Juristen.

Miloš Vec, Frankfurt a.M.
 


Kolloquiumsberichte

 

Spiel, Sport und Kurzweil in der Gesellschaft des Mittelalters
Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte
Insel Reichenau, 5.-8. Oktober 1993

Seit seiner Gründung ist es ein Anliegen des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte gewesen, neuere Fragestellungen und Forschungsansätze auf seinen Tagungen zu diskutieren und einer Lösung näherzubringen. So griff der Arbeitskreis durch die Beschäftigung mit Spiel und Unterhaltung im Mittelalter auf der Herbsttagung 1993 Fragestellungen auf, die nicht unbedingt zu seinen traditionellen Interessengebieten zu rechnen sind. Die hier zu besprechende Tagung setzte somit nicht nur ältere mentalitätsgeschichtliche und interdisziplinäre Ansätze des Konstanzer Arbeitskreises fort, sondern konnte beim Tagungsthema selbst auf eine Anregung seines 1990 verstorbenen Mitgliedes Walter Lammers zurückgreifen, die nun durch Prof. Dr. Peter Johanek (Münster) mit Engagement und Kompetenz verwirklicht wurde.

An der Reichenau-Tagung haben insgesamt 66 Historikerinnen und Historiker teilgenommen. 52 Teilnehmer kamen aus der Bundesrepublik Deutschland (3 von ihnen aus den neuen Bundesländern, 16 aus Baden-Württemberg). 14 ausländische Gäste hatten den Weg auf die Reichenau gefunden: 5 Österreicher, 3 Tschechen, 2 Schweizer, 2 Engländer (die allerdings beide in Deutschland forschen und lehren), 1 italienischer Staatsbürger aus Südtirol und 1 Ungar. Ein Österreicher und ein Franzose mußten leider kurzfristig absagen. Unter den Tagungsteilnehmern befanden sich außerdem 20 jüngere Nachwuchs-Wissenschaftler, deren Förderung sich der Arbeitskreis besonders angelegen sein läßt. Daß die vorgegebene Tagungsthematik zu lebhaften Diskussionen führte, zeigt die hohe Zahl von 130 Wortmeldungen während der Sitzungen.

Die Einstimmung in die Tagungsthematik erfolgte durch die Ausführungen von Prof. Dr. Gert Melville (Münster), der, ausgehend von Johan Huizingas Buch "Homo ludens" (1938), eine Annäherung an den Spielbegriff versuchte. Der Spannungsbogen reichte dabei von Huizingas These, daß das Spiel aller Kultur vorausgehe und damit diese erst ermögliche, bis zur Ansicht, daß das Spiel eher als eine gesondertes Segment der Gesellschaft zu betrachten sei. Kennzeichnend für den Spielbegriff sind nach Melville Regelhaftigkeit, Abbildung der Wirklichkeit, Abgeschlossenheit in Zeit und Raum und Wiederholbarkeit.

Ein erster Themenblock beschäftigte sich sodann am Mittwoch mit der Einordnung des Spiels in die sozialen Zusammenhänge der mittelalterlichen Gesellschaft. Zunächst ging es um die Frage, welche Rolle dem Spiel in der Literatur des Mittelalters zugewiesen wurde.

In der romanischen didaktischen Literatur des Zeitalters lassen sich, wie die Berliner Romanistin Prof. Dr. Margarete Zimmermann zeigte, drei Aspekte des mittelalterlichen Spiels feststellen. Das Spiel dient erstens zur Abbildung und Verdeutlichung von Konflikten in den Geschlechterbeziehungen, zweitens ist es notwendig zur Abwehr der Melancholie, drittens müssen Spiel und Vergnügen ordentlich und mit Vernunft betrieben werden.

Welchen Platz nahm das Spiel im Leben des Adels, der kleinen Leute und des städtischen Bürgertums ein? Prof. Dr. Thomas Zotz (Freiburg i.Br.) machte am Beispiel der standesgemäßen Erziehung eines jungen Adeligen deutlich, daß hier die beiden Bereiche körperliche Anstrengung als Training für den Ernstfall und Unterhaltung ineinander übergingen. Das ritterliche Turnier demonstrierte Gleichrangigkeit und Würde der Beteiligten, diente zur Erholung, aber auch zur Abgrenzung nach unten.

Die sogenannten "kleinen Leute" versuchten, wie Prof. Dr. Ernst Schubert (Göttingen) feststellte, die ritterlichen Spiele teils nachzuahmen, teils zu parodieren. Die Funktion ihrer Spieltätigkeit war allerdings eine völlig andere als beim Adel. Auf dem Dorf diente das öffentliche Spiel vor allem der Vergewisserung der Nachbarschaft. In der Stadt dominierten unter den spielerischen Aktivitäten eindeutig das Würfelspiel und die Fechtleidenschaft. Exzesse bei beiden Spielen führten zu zunehmender obrigkeitlicher Reglementierung des bürgerlichen Spieltriebs und im Spätmittelalter schließlich zur offiziellen Einrichtung von städtischen Spielplätzen.

Daß das Spiel in der Stadt noch andere Funktionen erfüllte, als die kärglich bemessene Freizeit zu gestalten, machte der Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Rudolf Holbach (Trier) deutlich. In spätmittelalterlichen städtischen Quellen konnte er integrative bzw. ausgrenzende, wirtschaftliche, politische (Machtdemonstration, Repräsentation) und religiös-liturgische Funktionen des Spiels nachweisen.

Die Vorträge des zweiten Tagungsblockes beschäftigten sich anhand von vier Beispielen mit der "Archäologie" des mittelalterlichen Spiels. Die Jagd wurde von Prof. Dr. Jörg Jarnut (Paderborn) vorgestellt. Er hob hervor, daß sich die Jagd im Laufe des Mittelalters zu einer immer exklusiveren adeligen Tätigkeit entwickelte, die einerseits zur Selbstinszenierung und Integration des Adels genutzt werden konnte, andererseits aber auch als Mittel sozialer Abgrenzung und Statusrepräsentation diente.

Mit dem Würfelspiel als einem Sonderfall des Spiels sollte sich der angekündigte Vortrag des Wiener Mediävisten Prof. Dr. Winfried Stelzer beschäftigen, der leider wegen Erkrankung kurzfristig abgesagt werden mußte. Das Würfelspiel war als reines Glücksspiel um zumeist hohe Geldeinsätze schon früh Gegenstand der obrigkeitlichen Reglementierung, da es häufig Ursache für Verbrechen wurde. Doch die grenzenlose Faszination des Würfels wurde dadurch eher noch verstärkt.

Den Ausführungen von Prof. Dr. Rainer A. Müller (Eichstätt) über das Schachspiel war zu entnehmen, daß das "königliche Spiel" ursprünglich wohl ein Adelsspiel gewesen ist, bald aber auch Verbreitung unter und durch Bürgerliche gefunden hat. Die Benennung der einzelnen Figuren legte es nahe, das Schachspiel als Deskription der mittelalterlichen Stände und damit als ethischen Imperativ (Müller) zu verstehen. Daneben fand das Schach aber vor allem als Denk- und Geschicklichkeitsspiel weite Verbreitung.

Das Thema des Vortrages von Dr. Birgit Studt (Münster) war die Ausgestaltung des Bades von einem prosaischen Reinigungsvorgang zu einem raffinierten Vergnügen. Die Humanisten des 15. Jahrhunderts betrieben seine Ausbildung zu einer neuen Form von Gemeinschaftskultur, in deren Mittelpunkt die mündliche und schriftliche Kommunikation stand.

In seiner Zusammenfassung resümierte Prof. Dr. Peter Johanek (Münster) nicht nur die einzelnen Vorträge, sondern stellte auch die Ergebnisse der Diskussion zusammen. Diese hatte u.a. ergeben, daß in der gemeinschaftsstiftenden Funktion von Spiel und Sport, die für die Tagung entscheidende sozialgeschichtliche Kategorie zu erblicken sei. Strittig blieb die Frage nach dem "exercitium", dem Ausbildungscharakter und dem Erziehungswert des Spiels. Die Forderung nach stärkerer Einbeziehung des Früh- und Hochmittelalters müsse ernstgenommen werden.

Weiterer Erforschung bedürften insbesondere die Differenzierung der Spiele nach Altersgruppen und die Rolle der in den mittelalterlichen Quellen kaum belegten Zuschauer. Durch das Spiel wurde nicht nur Zusammengehörigkeit, sondern auch Parteilichkeit gestiftet. Die kirchliche Kritik am Spiel wandte sich im Mittelalter vor allem gegen Auswüchse und ihre Folgeerscheinungen. So propagierte Thomas von Aquin die Haltung: Vergnügen ja, aber in Maßen.

Eine besondere Note erhielt die Reichenau-Tagung noch dadurch, daß den Tagungsteilnehmern die Möglichkeit geboten wurde, die eigens für sie verlängerte Faksimile-Ausstellung "Strahlendes Mittelalter. Europäische Buchmalerei vom 8. bis zum 16. Jahrhundert" zu besuchen, die vom Förderverein des Heimatmuseums Reichenau unter dem Patronat von Herrn Minister Klaus von Trotha veranstaltet worden war.

Wie beim Konstanzer Arbeitskreis üblich, sollen die Ergebnisse der Tagung möglichst rasch in Protokollen der Forschung zugänglich gemacht und dann als Band der Reihe "Vorträge und Forschungen" des Thorbecke-Verlages veröffentlicht werden. Zur Abrundung des Themas sollen noch neun weitere Beiträge zum Thema "Spiel, Sport und Kurzweil" in diesen Tagungsband aufgenommen werden.

Werner Hubig
 

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"Les Armoriaux Médiévaux"
Internationales Kolloquium über die
spätmittelalterlichen europäischen Wappenbücher,
Paris, 21.-23. März 1994.

Das gemeinsam von den Mitarbeitern des Institut de Recherche et d'Histoire des Textes um Hélène Loyau, Michel Pastoureau und Louis Holtz organisierte Kolloquium, dessen Sitzungen in den ehrwürdigen Mauern des Institut de France und in den neuen Räumlichkeiten des Deutschen Historischen Instituts in Paris stattfanden, beschäftigte sich mit Gestalt, Form und Inhalt der europäischen Wappenbücher des späten Mittelalters. Dabei wurden zum einen zahlreiche der "klassischen" Fragen zu diesem Problemfeld behandelt. So ging es um die Zuordnung von Wappenbüchern, um deren Datierung, um die in ihnen erscheinenden Wappen und Wappengruppen, um deren Konfiguration und Darstellung sowie um die Art und Weise in der Herolde und Künstler die heraldische Formenvielfalt zu Papier oder zu Pergament brachten.

Zum anderen standen neben diesen eher als konventionell zu bezeichnenden Vorträgen eine ganze Reihe anderer, in denen die Referenten zum Teil neue Wege beschritten. So beschäftigten sich einige Forscher mit Bereichen der materiellen Überlieferung, die man bis dahin wohl eher am Rande mit dem Phänomen der mittelalterlichen Wappenbücher in Zusammenhang gebracht hatte. Dort ging es unter anderem um die heraldische Verzierung von Repräsentationsräumen und um den Gebrauch von Wappen und heraldischem Schmuck bei der Verzierung von Textilien und Handschriften. Hier gelang es, ikonographische Zusammenhänge zwischen den "normalen" Wappenbüchern und dem Gebrauch heraldischer Formen und Muster im weiteren Sinne deutlichzumachen. In Fortsetzung dieser Bemühungen um genuin heraldische Fragen, die aber weit in alle Bereiche der historischen Wissenschaften ausstrahlen, dürften auch die Erforscher der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Residenzen in West- und Zentraleuropa für die Zukunft neue Impulse für ihre Arbeit erhalten.

Zwei Beiträge über die heraldischen Inschriften spätmittelalterlicher Reisender und über die "Wappenrolle der Besten" ergänzten diese Vorträge. Hier konnten die Referenten aufzeigen, wie man sich auch auf der Reise der Formensprache der Heraldik bediente, um die eigene Person in einem ehrenvollen Zusammenhang darzustellen. Dazu benutzte man entweder in der Heimat gefertigte und auf dem Weg mitgeführte Wappenschilde, oder man brachte an den exponierten Stationen des Weges Graffiti an, die im Laufe der Jahre um die Wappen, Zeichen und Namen der jeweils nachfolgenden Reisenden ergänzt wurden und regelrechte "Wappenbücher an der Wand" entstehen ließen, die sich bis heute in der Geburtskirche zu Bethlehem und im Kloster der Heiligen Katharina auf dem Sinai, aber auch in einigen Gasthäusern in Zentraleuropa erhalten haben.

In dem Beitrag über die Figur "der Besten" wurde deutlich, wie eng gerade im Spätmittelalter Realität und Fiktion ineinanderspielten und welche Macht das "imaginaire" bisweilen zu entfalten vermochte. So ist es etwa möglich, die Entstehung dieses literarischen und heraldischen Motivs bis hin zu konkreten Personen zurückzuverfolgen und sie in der realen Welt des spätmittelalterlichen Adels wiederzufinden.

Ein Punkt, der die Heraldiker und Historiker für die nähere Zukunft besonders fordern dürfte, stellt das weite Feld der Beizeichen und Devisen aus dem Bereich der ritterlichen Turniergesellschaften und Hoforden dar. Hier dürfte sich eine breite internationale Zusammenartbeit anbieten, an der sich auch die Residenzenforscher eifrig beteiligen sollten.

Im einzelnen wurden auf dem Kolloquium, zu dessen hervorragender Organisation man die Verantwortlichen nur beglückwünschen kann und das durch Besichtigungen der Bibliothèque Mazarine und der Bibliothek des Institut de France sowie durch den Besuch einer Ausstellung zu mittelalterlichen Wappenbüchern in der Bibliothèque Nationale eine würdige Bereicherung erfuhr, in sechs thematisch gegliederten Sektionen folgende Vorträge gehalten:

 
I. Armoriaux - Généralités:

G.J. Brault (Pennsylvania State University), L'âge d'or des armoriaux anglais: les roles d'armes d'Edouard Ier d'Angleterre (1272-1307).

P. Pacaud (Paris), Etablir un armorial normand du XIIIe siècle: sources, méthodes, problèmes (das Referat wurde von M. Pastoureau vorgestellt, da der Referent kurzfristig ausfiel).

M. Régnier (Paris), Comparaison entre deux armoriaux - 1302 et 1339 - tirés de l'Inventaire des sceaux de la collection Clairambault.

 
II. Armoriaux - monographies:

Colonel R. Nussard (Champigny-sur-Veude), Rôle d'armes Bigot (1254), le plus ancien armorial occidental.

Dr. F.-H. von Hye (Innsbruck), Ein österreichisches Wappenbuch von circa 1460.

Dr. S. Kuczy½ski (Warschau), Le premier armorial polonais du XVe siècle: l'auteur, l'oeuvre, la méthode.

Dr. I. Bertényi (Budapest), Les chroniques armoirées: l'exemple de la Chronique illustrée hongroise du milieu du XIVe siècle.

J.-L. Chassel (Paris), L'héraldique dans les cartulaires médiévaux.

Ph. Palasi (Paris), Démonstration du logiciel héraldique PAL.

 
III. Armoriaux et histoire sociale:

Dr. A. Heymowski (Stockholm), La chevalerie du royaume de Pologne dans les armoriaux occidentaux des XIVe et XVe siècles.

M. Popoff (Paris), Les société italiennes: peuple et aristocratie à travers les armoriaux aux XIVe et XVe siècles.

D. Kraack (Kiel), "Les Armoriaux sur les Murs". Incisions héraldiques du monastère de Sainte-Catherine au Mont Sinai (XIVe-XVIe siècles).

C.R. Humphrey-Smith (Canterbury), Armorials of pilgrims and benefactors. The Great Cloister vault of Canterbury Cathedral 1370-1420.

 
IV. Armoriaux et codicologie:

Prof. Dr. E. Gönner (Stuttgart), Bemerkungen zur Struktur und zur geistesgeschichtlichen Bedeutung mittelalterlicher deutscher Wappenbücher.

C. Bozzolo/H. Loyau (Paris), Etude codicologique d'un armorial institutionel: clé de lecture de la vie complexe de la Cour amoureuse dite de Charles VI.

Ch. Pantens (Brüssel), L'armorial dit de Gorrevod: considérations héraldiques et codicologiques.

Prof. Dr. G. Scheibelreiter (Wien), Die Wappenreihe der österreichischen Fürsten in der sogenannten Chronik von den 95 Herrschaften (um 1390).

F. Boniface (Lille), Aperçu général sur les armoriaux des fêtes de l'Epinette de Lille: origine, falsification, ajouts, essai de chronologie et de filiation.

 
V. Armoriaux, archéologie et histoire de l'art:

Dr. G. Mattern (Basel-Liestal), La poutre héraldique de Bâle vers 1250-1270.

F. Menéndez Pidal (Madrid), Armoriaux et décor brodé au milieu du XIIIe siècle.

E. de Boos (Lyon), Les décors héraldiques médiévaux sont-ils des armoriaux?

C. de Mérindol (Paris), Relations entre les recueils d'armoiries et les décors monumentaux aux XVIe et XVe siècles.

 
VI. Armoriaux, hérauts d'armes, littérature:

Prof. Dr. W. Paravicini (Paris), Armoriaux et histoire culturelle: les rôles d'armes des Meilleurs Trois.

Cl. Boudreau (Montreal/Paris), Traités de blason et armoriaux: pédagogie et histoire.

Dr. M.A. Stone (Pittsburgh), Les débuts de l'héraldique dans l'illustration des romans arthuriens.

M. Pastoureau (Paris), Zusammenfassung und Schluß.

 

Eine Veröffentlichung der Beiträge unter Einbeziehung zahlreicher, auch farbiger Abbildungen ist geplant.

Kontakt und weitere Informationen bei: Mme. Hélène Loyau, Institut de recherche et d'histoire des textes, 40 avenue d'Iéna, F-75116 Paris, Tel. 44 43 90 70.

Detlev Kraack, Kiel

 


Kolloquien

 
Vom 6. bis 12. September 1993 fand am Deutschen Kunsthistorischen Institut in Florenz ein Studienkurs zum Thema

"Florentinische Palastbaukunst vom 15. bis zum 17. Jahrhundert"

statt (nähere Information sind über das Institut zu erhalten).

 

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Fêtes et cérémonies aux XIVe-XVIe siècles.
Internationales Kolloquium
Lausanne, 23.-26. September 1993.

Aus dem Programm:

Peter Arnade (California State University San Marcos): "Princly burghers and burgher princes: the Ghent crossbowmen's festival of 1440."

Wim Blockmans (Leiden): "Iconographie politique des entrées princières de Philippe le Beau et Charles Quint dans les villes des Pays-Bas."

Eric Bousmar (Löwen): "La place des hommes et des femmes dans les fêtes de cour au XVe siècle bourguignon."

Jean-Marie Cauchies (Brüssel/Löwen): "La signification politique des inaugurations princières dans les Pays-Bas: le cas de Maximilien d'Autriche et de Philippe le Beau."

Anne Chevalier (Brüssel): "Le Brabant à l'aube du XVe siècle: fêtes et solennités à la cour des ducs de la branche cadette de Bourgogne-Valois (1406-1430)."

Myriam Cheyns-Conde (Löwen): "L'adaption médiévale des +Travaux d'Hercule* aux fâtes du mariage ducal à Bruges en 1468."

Françoise de Gruben (Paris): "Fêtes et cérémonies de la Toison d'Or: le chapitre de Bruges en 1468."

André de Mandach (Neuchâtel): "Fidélité ou trahison? Guillaume de la Baume, ses 'Tapisseries de César' et l'Ordre de la Toison d'Or."

Christian de Mérindol (Paris): "Fêtes de chevalerie à la cour du roi René. Emblématique, art, histoire."

Marjoke de Roos (Den Haag): "Le monde à l'envers. Fêtes de carnaval dans les Pays-Bas bourguignons (XIVe-XVIe siècles)".

Raphael de Smedt (Brüssel): "A propos des études et commentaires relatifs aux chapitres de la Toison d'Or."

Maurice de Tribolet (Neuchâtel): "La fête en négatif: la rébellion des bourgeois de Neuchâtel au début bu XVe siècle (1406-1412)."

Agostino Paravicini Bagliani (Lausanne): "Amédée VIII de Savoie et le cérémonial pontifical."

Danielle Queruel (Reims): "Fâtes en Bourgogne ou +l'espace de l'artifice* selon Olivier de la Marche."

Pierre Racine (Straßburg): "Images de fêtes à la cour des Sforza."

Bertrand Schnerb (Paris): "Un service funèbre célébré pour Jean sans Peur le 22 octobre 1419 à Saint-Vaast d'Arras."

Monique Somme (Lille): "Le cérémonial de la naissance et de la mort de l'enfant princier à la cour de Bourgogne au XVe siècle."

Ilaria Taddei (Lausanne): "Les rituels de la jeunesse à Lausanne: problèmes d'histoire comparative."

Christian ten Raa (Rotterdam): "Le village, l'autel, la kermesse en Hollande."

Malcolm Vale (Oxford): "A Burgundian funeral ceremony: Adolf de Cleves, lord of Ravenstein."
 
 

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Hauptstadt: Historische Perspektiven eines deutschen Themas.
München, 10.-12. Januar 1994.

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Institut für Geschichte an der Universität Würzburg, Am Hubland, 97074 Würzburg.

 
Aus dem Programm:

Eröffnung:

H. Lübbe (Zürich): Die Metropolen und das Ende der Provinz. Über Stadtmusealisierung. 1. Sektion, Mittelalter und frühe Neuzeit (Leitung H. Fuhrmann, München): H. Boockmann (Berlin): Mittelalterliche deutsche Hauptstädte.

E. Hlawitschka (München): Hauptorte mittelalterlicher deutscher Stadtrechtsfamilien.

B. Roeck (Bonn): Staat ohne Hauptstadt: städtische Zentren im Alten Reich der frühen Neuzeit.

J. Erichsen (München): Residenz oder Hauptstadt? München im 17. und 18. Jahrhundert.

2. Sektion, Topographie und Attribute (Leitung M. Petzet, München).

3. Sektion, Kunst und Kultur (Leitung H. Glaser, München).

4. Sektion, Politik und Gesellschaft (Leitung H.G. Hockerts, München), dort u.a.:

J. Purchla (Krakau): Die Hauptstadtproblematik: das polnische Beispiel.

W. Siemann (Trier): Die deutsche Hauptstadtproblematik im 19. Jahrhundert.

 

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Nobilitas.
Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa,
veranstaltet vom Max-Planck-Institut für Geschichte (Göttingen)
und dem Deutschen Historischen Institut (Paris).
Ringberg über dem Tegernsee, 20.-23. Februar 1994.

 

Programm:

Montag, d. 21. Februar 1994

"Adliges Verhalten"

9.30 Uhr Gerd Althoff (Gießen), Das Privileg der deditio. Wann entstand und wie veränderte sich das Unterwerfungsritual?

11.00 Uhr Roger Sablonier (Zürich), Schriftlichkeit und Adelsbilder: Fragen zu adligem Handeln im 12. und 13. Jahrhundert.

"Adel in Bild und Repräsentation" 15.00 Uhr Karl Hauck (Münster), Die Opferherren der polytheistischen Gedächtniskultur im spätantiken Norden [Mitteilung].

16.45 Uhr Karl Schmid (H)/Volkhard Huth (Freiburg i.Br.), Bildliche Darstellungen von Adligen in liturgischen und historiographischen Handschriften des hohen Mittelalters.

17.00 Uhr Malcolm Vale (Oxford), Commemoration of nobility in the later Middle Ages: the visual evidence.

Arlette Jouanna (Montpellier), La noblesse gardienne des lois du royaume: un modèle politique proposé pendant les guerres de religion en france.

Dienstag, d. 22. Februar 1994

"Adelskontinuität in Abstammung, Funktion und Bewußtsein"

8.30 Uhr Claudio Leonardi (Florenz), Nobilità e agiografia nell'epoca merovingica.

Jean Durliat (Toulouse), Les fonctions publiques de la noblesse franque (481-561).

Martin Heinzelmann (Paris), Die spirituelle Funktion des Adels in der christlichen Gesellschaft in Spätantike und Merowingerzeit.

11.00 Uhr Hagen Keller (Münster), Adel in den italienischen Kommunen.

Klaus Schreiner (Bielefeld), Spätmittelalterliche Adelsherrschaft als Problem religiöser, historischer und rechtlich-politischer Legitimation.

"Adelslegitimation" 15.00 Uhr Philippe Contamine (Paris), Noblesse et service: idée et réalité dans la France de la fin du Moyen Age.

Joseph Morsel (Göttingen/Paris), Die Erfindung des Adels am Ende des Mittelalters. Zur Sozialgenese des Adels am Ausgang des Mittelalters am Beispiel Frankens.

17.00 Uhr Adeline Rucquoi (Paris), Etre noble en Espagne aux XIVe-XVIe siècles.

Georg Schmidt (Jena), Voraussetzung oder Legitimation? Kriegsdienst und Adel im Dreißigjährigen Krieg.

18.30 Uhr Otto Gerhard Oexle (Göttingen), Einleitung in die Schlußdiskussion.

Karl Ferdinand Werner (Rottach-Egern), Schlußwort.

Die Vorträge von Herrn Eckhard Freise (Mannheim), Der Adel und die Ehen zwischen Verwandten im frühen und hohen Mittelalter, und Herrn Michel Pastoureau (Paris), La noblesse et ses emblèmes (Xe-XVIe siècles), wurden nicht gehalten, erscheinen jedoch in den Akten des künftigen Kolloquiumsbandes, hg. v. O.G. Oexle/W. Paravicini (Veröffentlichung des Max-Planck-Instituts für Geschichte). Die Veröffentlichung ist für 1995 vorgesehen.
 
 
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Bilder des Reiches,
veranstaltet von der Katholischen Universität Eichstätt,
der Universität Augsburg und der
Schwaben-Akademie Irsee,
Kloster Irsee, im März 1994.
 

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Rainer A. Müller, Longinusstr. 7, 81247 München.

Aus dem Programm:

F. Matsche (Bamberg): Kaisersäle als politische Manifestationen und ihre Programme.
 
 

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"Soziale Kommunikation im Spannungsfeld von Recht und Ritual",
10. Workshop der International School of Ius Commune,
Erice, Sizilien, 16. bis 20. März 1994.

Aus dem Programm:

A. Angenendt (Münster): Ritual - Ratio - Schriftlichkeit. Ihre wechselseitige Einwirkung.

W. Brauneder (Wien): Stellung und Verhältnis sozialer Gruppen in den deutschen Polizeiordnungen des 16. Jahrhunderts.

P. Contamine (Paris): Les rencontres au sommet dans la France du XVe siècle.

H. Duchhardt (Münster): Krönungszüge des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit.

G. Melville (Münster): Die Regeln und Rituale aristokratischer Spiele im Spätmittelalter als Formgebung sozialer Kommunikation.

D. Mertens (Freiburg i.Br.): Die Rede als institutionalisierte Kommunikation im Zeitalter des Humanismus.

F. Migliorino (Catania): Processi di communicazione e forme di controllo sociale nell'età del Diritto Comune.

P. Moraw (Gießen): Landesordnungen des Spätmittelalters im Vergleich.

W. Schulze (München): Der deutsche Reichstag des 16. Jahrhunderts zwischen traditioneller Konsensbildung und Paritätisierung der Reichspolitik.

W. Sellert (Göttingen): Wahlkapitulationen der frühen Neuzeit.

P. von Moos (Münster): Ritualisierte Interaktion im Mittelalter als Ideal und Wirklichkeit.

A. Wolf (Frankfurt a.M.): Der Vertrag bei Herrschaftsantritt König Albrechts von Österreich (1298) und seine Folgen.

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Heinz Duchhardt oder Prof. Dr. Gert Melville, Historisches Seminar, Domplatz 20-22, D-84143 Münster, Tel.: 0049-251-832011, Fax: 0049-251-838354.
 
 

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Il Tempo Libero, Economia e Società
(Loisirs, Leisure, Tiempo libre, Freizeit)
Secc. XIII-XVIII
XXVI Settimana di Studi
Istituto Internazionale di Storia Economica
Francesco Datini
Prato, 18.-23. April 1994.
 

Programm:

Montag, d. 18. April 1994

10.30 Uhr Peter Burke, The Invention of Leisure in Early Modern Europe. "Il tempo libero. Evoluzione del concetto" 15 Uhr Gherardo Ortalli, Il tempo libero nel Medio Evo.

Laurence Stone, Leisure in Eighteenth Century England.

Dienstag, d. 19. April 1994

"La festa" ("il tempo libero collettivo")

9 Uhr Miguel Angel Ladero Quesada, La fiesta y el "tiempo libre coletivo" en Europa del Sur. Edad Media.

Rolf Sprandel, Temps libre. Reflet d'un terme moderne dans la vie urbaine du Bas Moyen Age.

Lionello Puppi, La festa nell'Europa mediterranea in età moderna.

W.Th. Fryhoff, La fête dans l'Europe du Nord-ouest aux Temps Modernes.

15 Uhr Frantisek Smahel, Les fêtes royales de Bohême du XIIIe au XVe siècle.

Rudolf Holbach, Feste in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums.

Giovanni Ciappelli, Tempo di festa, tempo di penitenza. Carnevale e Quaresima a Firenze nel Quattrocento.

Andreas Ranft, Feste des deutschen Adels, 15.-18. Jahrhundert.

Pedro García Martin/Adela Mora Cañada, Las fiestas populares en España. Siglos XVI-XVIII.

Werner Mezger, Narrenidee und Fastnachtsbrauch.

Mittwoch, d. 20. April 1994

"Il tempo libero nei gruppi sociali"

9 Uhr Christopher Dyer, Leisure among the Peasantry in the Later Middle Ages.

Maurice H. Keen, Nobles' Leisure: Jousting, Hunting and Hawking.

Paul Janssens, Les loisirs aristocratiques dans l'Europe pré-industrielle.

Gisela Framke, Die Eroberung der Nacht. Vom vorindustriellen Vergnügen zur Freizeit der Industriegesellschaft.

15 Uhr Yuri L. Bessmertny, Les loisirs de la chevalerie médiévale.

Gino Benzoni, Lo "scolaro" in libertà, ossia da Padova a Venezia.

Stefan Bielanski, Il "tempo libero" della nobiltà polacca alla luce delle relazioni e descrizioni degli autori italiani dei secc. XVI-XVIII.

Paul Delsalle, Les loisirs des ouvriers en France. XVIe-XVIIIe siècles.

Miroslava Drozd-Piasecka, Peasant Creative Artistic Production and Occupation of Leisure Time in Central Europe (XVII-XIX Centuries).

Martina Morena, Passatempi popolari dei sudditi pontifici: le carte da gioco (secc. XVI-XVIII).

Sigrid Schwenks, Die Bedeutung der Jagd in Deutschland.

Donnerstag, d. 21. April 1994

"Economia del tempo libero"

10 Uhr Alberto Grohmann, Capitale pubblico e privato tra Medioevo ed Età Moderna: aspetti e problemi.

Martin Körner, Die fiskalische Erfassung der Freizeit.

Marzio Romani, "Honesto ocio post laborem ad reparandam virtutem quiete": prime indagini su corte, finanza e loisir.

Giovanni Cherubini, La taverna. Secc. XIII-XV.

Neil McKendrick, The Commercialisation of Leisure: Gardening and the Birth of a Consumer Society.

Freitag, d. 22. April 1994

"Economia del tempo libero"

9 Uhr Knut Schulz, Freizeit: Wirtschaft und Gesellschaft (13.-18. Jahrhundert).

Peter Mathias, Time for Work, Time for Play: Relations between Work and Leisure in the Early Modern Period.

John G. Rule, Idle Hands? Controlling Non-Work Time in England, c. 1750 to 1815.

15 Uhr Maria Serena Mazzi, Aspetti della prostituzione (secoli XIII-XIV).

Didier Boisseuil, Les stations thermales dans le territoire siennois (XIIIe-XVe siècles): quelques aspects économiques.

Luciana Frangioni, Costi ed indebitamenti per il tempo libero nei ceti subalterni (sec. XIV).

Egidio Saracino, Imprenditori del teatro e della musica.

Antoni Maczak, An Expensive Leisure: Travelling in Europe in the Sixteenth and Seventeenth Centuries.

Sonnabend, d. 23. April 1994

"Tra cultura e realtà"

9 Uhr Jean-Michel Mehl, Entre culture et réalité: la perception des jeux, sports et divertissements au Moyen Age et à la Renaissance.

Enrico Castelnuovo, La rappresentazione del gioco e della festa gotica nel XIV e XV secolo.

Pier Giorgio Gerosa, Gli spazi urbani di svago.

11 Uhr Paul D. Griffiths, Early Modern Youth and History: Youth Culture in Tudor and Stuart England.

Jan Materné, Children Books and Illustrated Journals in Early Modern Europe.

Jan Verberkmoes, Vanité ou vertu sociale? Le rire et les facéties dans les Pays-Bas espagnols (XVIe-XVIIe siècles).

Jeremy Black, The Grand Tour.

Kontakt und weitere Informationen zur Tagung: Istituto Internazionale di Storia Economica Francesco Datini, Palazzo Crocini, Via Luigi Muzzi 51, I-50047 Prato, Tel. 0574/604187; Fax 0574/604297.

 

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Die ostmitteleuropäischen Metropolen im Zeitalter des Humanismus
und der Renaissance (ca. 1450 - ca. 1600).
Symposium der Förderungsgemeinschaft wissenschaftliche Neuvorhaben mbH
Forschungsschwerpunkt Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas.
Berlin, 8.-10. Juni 1994.
Tagungsort: Leipziger Straße 3-4, Raum 4058, 10117 Berlin.
 

Programm:

Mittwoch, d. 8. Juni 1994

9-12 Uhr Evamaria Engel/Karen Lambrecht (Berlin), Zentraler Ort - Hauptstadt - Residenz - Metropole. Versuch einer Forschungsbilanz.

Ernö Marosi (Budapest), Kunsthistorische Überlegungen zu: Hauptstadt - Kulturzentrum - Regionalzentrum - Kunstproduktion [Arbeitstitel].

Thomas DaCosta Kaufmann (Princeton/Berlin), Zum kunsthistorischen Verhältnis zwischen Metropole und Region.

14-18 Uhr Jan Harasimowicz (Wroc»aw), Bürgerliche und höfische Kunstrepräsentation in den Zentren Krakau und Danzig.

Hanna Nogossek (Berlin), Zur Problematik der Übernahme und Aneignung neuer Kunstströmungen am Beispiel von Buda, Krakau und Prag [Kurzreferat].

Leszek Belzyt (Berlin), Bevölkerungszahlen der größten Städte Ostmitteleuropas 1400 bis 1600 [Kurzreferat].

Maria Bogucka (Warschau), Krakau - Warschau - Danzig. Funktionen und Wandel von Metropolen (1450-1650).

Jan M. Ma»ecki (Krakau), Krakau - Von der Metropole des Königreichs zur "verlassenen Hauptstadt".

Donnerstag, d. 9. Juni 1994 9-13 Uhr Mariusz Karpowicz (Warschau), Das königliche Schloß von 1597 bis 1616 - Warschaus erster Schritt zur Metropole.

Janusz Ma»»ek (Torun), Königsberg - Von der Hauptstadt des Deutschen Ordens zur Residenz des Herzogtums.

Antoni Czacharowski (Torun), Untergang und Aufstieg von Metropolen im polnischen Königreich im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

František Šmahel (Prag), Prag im Zeitalter der Jagiellonen.

15-18 Uhr JiÍi Pešek (Prag), Die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Prags zur Metropole im 16. Jahrhundert.

ZdenŤk Hojda (Prag), Prag um 1600 als multikulturelle Stadt: Hof - Adel - Bürgertum - Kirche.

Jaroslav Panek (Prag), Olmütz als Bischofs- und Landesmetropole an der Schwelle zur Neuzeit.

Freitag, d. 10. Juni 1994 9-12 Uhr Hugo Weczerka (Marburg), Breslaus Zentralität im ostmitteleuropäischen Raum um 1500.

Karl Vocelka (Wien), "Du bist die port und zir alzeit, befestigung der christenheit" - Wien zwischen Grenzfestung und Residenzstadt im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

András Kubinyi (Budapest), Der königliche Hof als Integrationszentrum Ungarns von der Mitte des 15. bis zum ersten Drittel des 16. Jahrhunderts und sein Einfluß auf die städtische Entwicklung Budas.

Ernö Deák (Wien), Preßburgs politische Zentralfunktion im 15./16. Jahrhundert [Kurzreferat/Arbeitstitel].

15-18 Uhr Pál Engel (Budapest), Residenz und Regierung in Ungarn im frühen 15. Jahrhundert.

Winfried Eberhard (Berlin), Zusammenfassung und Schlußbemerkung.

Kontakt und weitere Informationen: Frau Prof. Dr. Evamaria Engel, Forschungsschwerpunkt Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in der Förderungsgemeinschaft Wissenschaftliche Neuvorhaben mbH, Leipziger Straße 3-4, 10117 Berlin,

Tel. 030/2236-206, Fax 030/2236-204.

 
Siehe auch den Kurzbericht von Frau Prof. Dr. Evamaria Engel im Mitteilungsheft der Residenzen-Kommission 3 (1993), Nr. 2, S. 11, und ihre "Projektvorstellung" in diesem Heft S. 14ff.

 

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Stadt und Kirche,
veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft "Die alte Stadt e.V.",
Torgau/Sachsen, 23. bis 25. September 1994.

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Otto Borst, Arbeitsgemeinschaft "Die alte Stadt e.V.", Postfach 269, 73726 Esslingen.

 

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Université du Maine, Le Mans
Palais et Séjours Royaux et Princiers du Moyen Age
Kolloquium 6.-8. Oktober 1994
 

Programm:

6. Oktober 1994

Themenschwerpunkt I: "définition théoretique et pratique".

Thomas Zotz (Freiburg i.Br.), Palatium et curtis, aspects de la terminologie palatiale au Moyen Age.

Josiane Barbier (Paris), Le système palatial franc: Histoire et archéologie.

Annie Renoux (Le Mans), Espaces et lieux de pouvoirs princiers et royaux en France (fin IXe-XIIIe siècles): changement et continuité.

Jean Mesqui (Paris), L'architecture des résidences royales et princières en France à la fin du Moyen Age.

Mary Whiteley (London), Public and private space in Capetien-Valois castles during the fourteenth and fifteenth centuries.

Elisabeth Lalou (Paris), Le vocabulaire des résidences royales en France (fin XIIIe-XIVe siècles).

Thierry Crepin-Leblond (Ecouen), Palais épiscopaux de la France du Nord: problématique et architecture (Xe-XIIIe siècles).

Yves Esquieu/Henri Pradalier (Aix/Toulouse), Palais épiscopaux de la France du Sud au Moyen Age: état de la question.

Christiane Raynaud (Montpellier), Les représentations de palais et de séjours princiers à la fin du Moyen Age: images et pratiques du pouvoir.

Christian de Mérindol (Paris), De la stratégie décorative dans les monuments à la fin du Moyen Age. Emblématique, art, histoire.

 

Themenschwerpunkt II: "fonctions et modes de fonctionnement".

Olivier Bruand (Le Mans), L'impact des palais et des monastères royaux sur leur proche environnement dans le Bassin Parisien, VIIIe-Xe siècles: quelques exemples concrets.

Robert-Henri Bautier (Paris), Itinéraires des souverains et palais royaux de France Occidentale de 877 à 936.

Claudine Billot (Paris), L'insertion d'un ensemble canonial dans un palais royal: problème de cohabitation. L'exemple de la Sainte-Chapelle de Paris (XIIIe-XVe siècles).

Jean Chapelot (Paris), Charles V à Vincennes et les problèmes de l'exercice du pouvoir.

Gérard Giuliato, Séjours et château des princes lorrains (Xe-XVe siècles).

Jean-Bernard Marquette, La question des résidences princières en Aquitaine.

Elisabeth Sirot, Résidences et châteaux princiers des comtés de Savoie et de Genève.

 

Themenschwerpunkt III: "monographies archéologiques françaises récentes".

Philippe Guigon (Bretagne), La résidence aristocratique carolingienne de Locronan.

Martine Petitjean (Compiègne), Fouilles sur le site palatial carolingien de Compiègne.

 

Themenschwerpunkt IV:

Thomas Zotz (Freiburg i.Br.), Recherches actuelles en Allemagne sur les palais royaux.

Jean-Marie Marten (Paris), Problématique et état de la question en Italie du Sud.

François Bougard (Nanterre), Les palais royaux de l'Italie carolingienne et post-carolingienne. Etat de la question.

Anne Nissen Jaubert (Paris), Résidences princières danoises médiévales.

Tim Tatton-Brown (Salisbury), The palace of archbishop of Canterbury (1070-1550) and episcopal palaces. Recent discoveries in England.

Zusammenfassung und Schluß von Philippe Contamine (Paris).
 

Kontakt für Anmeldung und weitere Informationen: Prof. Dr. Annie Renoux, Université du Maine, Av. O. Messiaen, F-72017 Le Mans, Tel. 43833164.

 

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Utopische Stadt - Stadtutopien.
Internationale Städtetagung der Arbeitsgemeinschaft
"Die alte Stadt e.V.",
Krems, 30. März bis 2. April 1995.

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Otto Borst, Arbeitsgemeinschaft "Die alte Stadt e.V.", Postfach 269, 73726 Esslingen.

 


Ausstellungen

 

Armorial Universel (XVIe siècle)
- Universeel Wapenboek (16de eeuw)
Manuscrit 18088-106.
Bibliothèque Royale Albert Ier, Salle des Donations,
Mont des Arts, Bruxelles,
2. Dezember 1993 - 15. Januar 1994.
 

Aus Anlaß der Restaurierung dieses Wappenbuchs mit Mitteln der Fondation Roi Baudouin erschien ein zwölfseitiges, farbig bebildertes Heft.

 

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Le Missel de Mathias Corvin
- Het Missaal van Matthias Corvinus.
Bibliothèque Royale Albert Ier, Chapelle de Nassau,
Mont des Arts, Bruxelles,
2. Dezember 1993 - 15. Januar 1994.

 

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"Frankfurt 1200 - Traditionen und Perspektiven einer Stadt."
Ausstellung zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Frankfurt am Main,
Gemeinschaftsausstellung mehrerer Frankfurter Museen,
Bockenheimer Depot,
17. Mai bis 28. August 1994.
 

Zu dieser Ausstellung ist unter der wissenschaftlichen Gesamtleitung von Prof. Dr. Lothar Gall ein Katalog mit dem Titel "FFM 1200 - Traditionen und Perspektiven einer Stadt" erschienen [angekündigt bei Thorbecke für Mai 1994; 432 Seiten mit 400 durchgehend vierfarbigen Abbildungen; in Leinen mit farbigem Schutzumschlag; Preis: 68.- DM].

Ausstellung und Katalog gliedern sich in folgende Abschnitte: Von der Furt der Franken zur Pfalz der Staufer - Die Bürgerstadt - Die Messestadt - Fremde und Bürger - Wahl und Krönung - "Hauptstadt der Demokratie" - Transformation zur Großstadt - Weimarer Republik - Frankfurt im Nazionalsozialismus - Die moderne Großstadt.

 

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"794. Karl der Große in Frankfurt. Ein König bei der Arbeit."
Historisches Museum Frankfurt,
Mai bis August 1994.
 

Auch zu dieser Ausstellung ist ein Katalog (hg. von Prof. Dr. Johannes Fried) erschienen [auch bei Thorbecke und ebenfalls angekündigt für Mai 1994; 176 Seiten mit 120 durchgehend vierfarbigen Abbildungen; in Leinen mit farbigem Schutzumschlag; Preis: 38.- DM].

Ausstellung und Katalog gliedern sich in folgende Abschnitte: Die Pfalz als Ort der Synode - Die Quellentexte - Der Adoptianismusstreit - Spanien und die Häresie - Byzanz und die bilderfreundliche Synode 787 - Die Libri Carolini und der Bilderstreit - Karolingische Bildhorizonte in der Buchmalerei und in den Kleinkünsten - Antikenverständnis und Spolienverehrung - Tassilos Prozeß, sein Kulturkreis - Kirchenrecht - Kirchenbau und -ausstattung - Reliquienverehrung - Predigtsprachen - Benediktregeln von 821 und Mönchtum - Münz- und Maßreform.

Beide Kataloge sind im Paket erhältlich und kosten zusammen 88.- DM!

Ergänzend zu den Jubiläumsfeierlichkeiten hat die Frankfurter Historische Kommission ein Überblickswerk zur Geschichte der Stadt Frankfurt herausgegeben, dem eine umfassende und mehrbändige Stadtgeschichte folgen soll:

Frankfurt am Main. Die Geschichte der Stadt (hg. v.d. Frankf. Hist. Komm.), Sigmaringen 1994 [632 Seiten mit 152 z.T. farbigen Abb., Leinen mit farb. Schutzumschlag; Preis: 68.- DM].

 
Weiterhin ist für den Mai 1994 ein Werk unter dem Titel "Karl der Große als vielberufener Vorfahr. Sein Bild in der Kunst der Fürsten, Kirchen und Städte", hg. von Frau Prof. Dr. Lieselotte E. Saurma-Jeitsch, [144 Seiten mit 84 Abb., Pappband; Preis: 36.- DM] angekündigt.

Aus dem Inhalt: Karl in Frankfurt - Wandel einer Leitfigur - Die Aachen-Kopie als politische Legitimation - Das Karlsbild in Müstair - Der Aachener Karlsschrein, Reichs- und Stiftsikonographie - Karl der Große in den Handschriften: Staats- und Stadtikonographie - Karl und Roland in Bremen: Legitimation einer städtischen Oberschicht - Karl in Frankfurt: Der Rückzug im 14. Jahrhundert - Der Aufbau einer Tradition: Die Bildwerke vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert.
 


Buchvorstellungen

Jörg Jochen Berns/Detlef Ignasiak (Hgg.), Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen (Jenaer Studien, 1). Erlangen/Jena 1993 (340 Seiten; 70 Abb.; Preis: 58.- DM).

Die Veranstalter des in diesem Band dokumentierten Kolloquiums zur frühneuzeitlichen Hofkultur in den seit eh und je eng mit einander verbundenen Kulturlandschaften Hessen und Thüringen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die "eigentümliche Kulturinstitution" von Fürstenhof und Höfischer Gesellschaft in den Blick zu nehmen. Auf dem Symposium, das im Oktober 1991 in Jena stattfand, ging es um "Höfe und Höfchen", um Residenzen und Adelssitze im Bereich des aufsteigenden thüringischen und hessischen Duodezabsolutismus. Von der behandelten Epoche her zeigten die Beiträge des Kolloquiums viele interessante Einzelheiten auf, die auch für die allgemeine Beschäftigung mit dem Phänomen "Residenz" und mit den Fragen nach der Entstehung der deutschen Residenzenlandschaft zukunftsweisende Anregungen geben.

In einem breiten interdisziplinären Ansatz behandelten die Vortragenden Fragen aus den "großen Themenkomplexen der Residenzenforschung". Es ging dabei um Hofkultur und Hofmusik, um das Zeremoniell und die daran beteiligten Menschen. Ein anderer Schwerpunkt lag bei Problemen der Residenzarchitektur. So ging es etwa um Fragen nach fiktiver und realer Wehrhaftigkeit, um Garten- und Parkanlagen sowie um die Rolle von Brunnen und Wasserkunst. Weiterhin wurde das Herrscherbild behandelt; dabei problematisierte man Ikonographie und Selbstdarstellung, aber auch den Ikonoklasmus und - das den Alltag überstrahlende höfische Fest durfte nicht fehlen - die prunkvollen Festlichkeiten zu Hochzeit und Begräbnis. Daneben wurde jedoch auch der Alltag nicht aus den Augen verloren. Einige Referenten stellten die Beziehungen der einzelnen Höfe untereinander und die Zusammenhänge zwischen territorialherrschaftlichen Entwicklungen und dem Erscheinungsbild von Residenz und Hof in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Ein besonders ansprechender Beitrag beschäftigt sich mit der Frage nach der Rolle fürstlicher Frauen und speziell mit dem Schicksal von Witwen, ein weiterer behandelt die Bemühungen Großherzog Carl Alexanders von Sachsen-Weimar-Eisenach um die Neubelebung der "Fruchtbringenden Gesellschaft".

Im einzelnen finden sich in dem Kolloquiumsband Aufsätze von Jörg Jochen Berns, Zur Frühgeschichte des deutschen Musenhofes oder Duodezabsolutismus als kulturelle Chance (S. 10-43), von Ulrich Schütte, Zur fiktiven und realen Wehrhaftigkeit hessisch-thüringischer Schloßbauten zwischen 1550 und 1750 (S. 44-67), von Cornelia Dörr, "Die Großmütigen". Ein Beitrag zur Entwicklung der protestantischen Herrschaftsikonographie (S. 68-89), von Hendrik Bäringhausen, Das Achteckhaus im Sondershäuser Schloßpark als Schauplatz barocker Hoffestlichkeit (S. 90-114), von Uta Löwenstein, "Daß sie sich uf iren Withumbssitz begeben und sich sonsten anderer der Herrschafften Sachen und Handlungen nicht undernemen ..." Hofhaltung fürstlicher Frauen und Witwen in der frühen Neuzeit (S. 115-141), von Cornelia Jöcher, Geometrie oder Landschaft, Auflösung barocker Gartengrenzen am Karlsberg in Kassel (S. 142-166), von Roswitha Jacobsen, Die Gothaer Hofkultur unter Herzog Friedrich I. (S. 167-181), von Birgit Kümmel, "... und die bilder am dauffstein abgeschafft" Eine Skizze zum Ikonoklasmus in Hessen im 16. und 17. Jahrhundert (S. 182-199), von Frank Boblenz, Johann Wilhelm Neumair von Ramsla und seine Beziehungen zum Weimarer Hof (S. 200-232), Thomas Rahn, Fortsetzung des Festes mit anderen Mitteln. Gattungsbeobachtungen zu Hessischen Hochzeitsberichten (S. 233-248), von Jill Bepler, Das Trauzeremoniell an den Höfen Hessens und Thüringens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts (S. 249-265), von Angelika Pöthe, "Nützlich und ergötzlich". Versuche zur Neubelebung der Fruchtbringenden Gesellschaft unter Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach im 19. Jahrhundert (S. 266-280), von Lutz Unbehaun, Der Bau der Heidecksburg im 18. Jahrhundert. Spiegelbild territorialherrschaftlicher Entwicklung in Thüringen (S. 281-290), von Edgar Zieser, Wasserkunst und Überfluß (S. 291-312), von Hans-Joachim Kunst, Delineatio des Canals und Fürstlichen Lustgartens zu Weimar (S. 313-344), und von Detlef Ignasiak, Zum Verhältnis von Staat, Religion und Kultur an den ernestinischen Höfen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Ein integraler Bestandteil des Kolloquiumsbandes ist ein Anhang mit 70 meist frühneuzeitlichen Abbildungen von Residenzen, Gartenanlagen, Architekturelementen und Brunnenanlagen. Diese Zusammenstellung zeigt Vorbilder und Parallelen aus Italien und Frankreich auf und bringt Belege für die in den Aufsätzen formulierten Thesen. Ein Personenregister beschließt den Band.

Detlev Kraack, Kiel
 
 

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Uta Löwenstein, "Ein wissen Swan mit eym gulden Snabel zu eym Schaweessen". Festessen am hanauischen Hof im 15. und 16. Jahrhundert, in: Hanauer Geschichtsblätter 31 (1993), S. 35-90.

Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit den Festen, die im Hause der Hanauer Grafen im späten 15. und während des 16. Jahrhunderts zu so herausragenden Ereignissen wie Taufen und Hochzeiten gefeiert wurden.

Im Gegensatz zu den benachbarten Residenzen Heidelberg, Darmstadt und Kassel haben wir es in Hanau mit einem relativ kleinen Hof zu tun. Doch gerade diese Tatsache erzeugt eine gewisse Transparenz und erhöht die Anschauung, wenn es etwa darum geht, aus erhaltenen Einkaufsregistern, Speisefolgen oder Gästelisten auf die festlichen Zeremonien selbst zu schließen.

Für die großen Hoffeste wurde ein hoher Aufwand getrieben, der mit entsprechenden Kosten verbunden war. Dies stürzte gerade die Herren kleinerer Höfe, zu denen wir auch den der Hanauer Grafen rechnen müssen, in schwere Konflikte: einerseits dienten die aus dem Alltag herausragenden Feste der Repräsentation nach außen und der adligen Selbstdarstellung des Grafenhauses, andererseits mußte man stets daran denken, nicht über seine finanziellen Möglichkeiten zu leben.

Für die Hochzeit Gräfin Adrianas von Hanau-Münzenberg mit Graf Philipp von Solms-Lich, die vom 15. bis 17. Februar 1489 in Hanau gefeiert wurde, werden wir anhand hanauischer Archivalien detailliert über die Vorbereitungen und Einkäufe, über das Personal und die Hochzeitsgäste sowie über die Tischordnung, die Speisenfolge, die Hochzeitsmusik und die Feierlichkeiten der Hochzeit informiert.

Ein entsprechendes Bild zeichnet die Autorin von der Hochzeit Graf Reinhards IV. von Hanau-Münzenberg mit Gräfin Katharina von Schwarzburg, die vom 13. bis 17. Februar 1496 ebenfalls in Hanau stattfand, und von den Tauffeierlichkeiten Graf Balthasars von Hanau-Münzenberg vom 10. bis 12. Juli 1508 in Hanau.

Das nächste große Fest feierte das Hanauer Grafenhaus vom 8. bis 10. Juni 1523. Es war die Hochzeit Graf Philipps II. von Hanau-Münzenberg mit der Gräfin Juliana von Stolberg. Auch hier werden wir ausführlich über Einkäufe, Aufwendungen, Speisen und auswärtiges Personal unterrichtet. So ließ man sich etwa von Graf Wilhelm von Nassau einige Köche "leihen, under denen einer der Meisterkoch sey". Ebenfalls aus Nassau empfing man großes und kleines Eßsilber und zwei Tonnen Schweinewildbret.

Um die Aufwendungen der Hanauer Grafen besser bewerten zu können, stellt die Autorin den Hochzeiten der Hanauer die Ausgaben für die großartige Doppelhochzeit Graf Philipps III. von Hanau-Münzenberg mit Helena, der Tochter Pfalzgraf Johanns II. von Simmern, und Graf Philipps I. von Leiningen-Westerburg mit Gräfin Amalie von Pfalz-Zweibrücken gegenüber, deren Einkaufsrechnungen auszugsweise im Bayerischen Hausarchiv überliefert sind. Im Verlauf dieses prunkvollen höfischen Festes, das im November 1551 in Heidelberg gefeiert wurde, fand unter anderem ein großes Turnier statt.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden die Feste prunkvoller, die Gäste-listen länger und die Speisefolgen reichhaltiger. Unter Graf Philipp Ludwig I. von Hanau-Münzenberg wird zunehmend eine Neigung zu barocker Pracht und Fülle erkennbar. Dies ist bereits aus den Rechnungen seiner aufwendigen Haushaltsführung während des Studienaufenthaltes in Paris ablesbar und wird auf der Hochzeit dieses Grafen mit Gräfin Magdalena von Waldeck deutlich, die vom 4. bis 10. Februar 1576 in Hanau gefeiert wurde.

Ähnliches gilt auch für die Taufen seiner beiden Söhne, Graf Philipp Ludwigs II. und Graf Wilhelms von Hanau-Münzenberg, die vom 2. bis 7. Dezember 1576 bzw. vom 4. bis 7. Oktober 1578 im Hanauer Schloß gefeiert wurden. Wir erkennen, wie diese exponierten Ereignisse von der Residenz aus in deren Umfeld hineinwirkten, wie man die organisatorischen und logistischen Probleme mit Hilfe benachbarter Adliger und mit der Unterstützung der eigenen Untergebenen zu lösen versuchte, wie man die baulichen Möglichkeiten der eigenen Residenz ausschöpfte und das Fest innerhalb des vorgegebenen Rahmens regelrecht inszenierte.

Daß man auf der Speiseliste für die Hochzeit Graf Philipp Ludwigs II. von Hanau-Münzenberg mit Katharina Belgia von Nassau-Oranien, die am 22. Oktober 1596 in Dillenburg gefeiert wurde und für die uns ein Auszug aus der Kostenrechnug aus dem hanauischen Archiv überliefert ist, erstmals auch Kaninchen findet, zeigt nach Uta Löwenstein, "daß der Hege nicht einheimischer Tierarten in Gattern und Parks 'zu Ende des 16. Jahrhunderts' neben der repräsentativen auch eine kulinarische Bedeutung" zukam. Weiterhin wurde speziell für diese Feier ein Ensemble englischer Spielleute aus Kassel bestellt, ein Kunstgenuß, den man sich stolze 200 Rtl. kosten ließ.

Besonders dienlich für die weitere Beschäftigung mit den auf den verschiedenen Festlichkeiten gereichten Speisen ist ein ausführliches Register der Gerichte und Zutaten. Die aufgelisteten Eßwaren sind dabei mehr als nur ein Hinweis auf kulinarische Vorlieben der jeweiligen Grafen. Anhand der Möglichkeiten einer Hofhaltung, bestimmte Speisen, Zutaten oder etwa auch Gewürze und Süßwaren bereitzustellen, kann man weiterführende Fragen nach den wirtschaftlichen Verbindungen der Hanauer Grafen stellen. Hier ist der direkte Vergleich mit den Festen anderer Höfe des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit möglich. Dabei dürften wir dann auch erkennen, daß das Hanauer Schloß eben doch nicht in die erste Riege der Fürstenresidenzen des 15. und 16. Jahrhunderts gehörte, sondern daß die dort gefeierten Feste eher zu den relativ bescheidenen zu rechnen sind.

Detlev Kraack, Kiel
 

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Rolf Hammel-Kiesow (Hg.), Wege zur Erforschung städtischer Häuser und Höfe (Häuser und Höfe in Lübeck, 1), Neumünster 1993 (402 Seiten; 176 Abb.; Preis: 165.- DM).

Wer das Forschungsleben an der Universität mit seinem konfliktbeladenen und oftmals zweckentfremdeten Arbeitsklima gewohnt ist, der wird nicht ohne Neid auf das blicken, was sich in Lübeck während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat: eine in mustergültiger Weise interdisziplinäre Forschung, die mit reifer Methodik und einem größtmöglichen Umfang an Quellen versucht, ausgehend von den Lübecker "Häusern und Höfen" ein weitgehend allumfassendes Bild des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lübeck zu zeichnen. Wie dieses Bild auf thematischer Grundlage des Wohnens und Hausens entwickelt wird, dürfte für die Residenzenforschung nicht nur methodisch von größtem Interesse sein. Im vergangenen Jahr ist als (numerisch) erster Band der Reihe "Häuser und Höfe in Lübeck" ein Buch erschienen, das materielle, methodische und ideelle Grundlagen der Publikation vorstellt.

In seinem einleitenden "Editorial" stellt der spiritus rector und Herausgeber die beteiligten historischen, bauhistorischen und archäologischen Projekte vor, liefert eine übersichtliche Analyse der Quellenlage und faßt zusammen, was bislang erarbeitet wurde. Bemerkenswert ist die methodische Stringenz, mit der die einzelnen Disziplinen sich ergänzen und zentrale Probleme u.a. der Bau-, Sozial-, Personen- und Wirtschaftsgeschichte angesprochen und gelöst werden. Wertvoll ist auch die abschließende Bibliographie zu den Publikationen, die aus dem Forschungsprojekt "Denkmäler der Hansestadt Lübeck" seit 1979 hervorgegangen sind.

Der nachfolgende, recht voluminöse Beitrag stammt ebenfalls aus der Feder des Herausgebers und behandelt "Quellen und Methoden zur Rekonstruktion des Grundstücksgefüges und der Baustruktur im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lübeck". Nach einer ausführlichen methodischen Einführung stellt der Verfasser beispielhaft die Rekonstruktion der Entwicklung des Baugefüges eines ausgewählten Baublocks in der Lübecker Altstadt von 1990 rückschreitend bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts vor. Dabei werden nacheinander zuerst der gesamte Baublock und dann die einzelnen Grundstücke behandelt. Quellenmäßiges Herzstück der Untersuchung sind die Lübeker Oberstadtbücher (Grundbücher) und ihre Nachfolger unter Einschluß der sogenannten "Schroederschen topographischen Regesten" der Oberstadtbucheinträge (13. - 17. Jh.). Diese werden ergänzt durch weitere historische, baugeschichtliche und archäologische Quellen. Das Wohnen oder Hausen an sich wird insbesondere durch die Bezüge zur Einwohnerschaft und deren Berufen thematisiert. Der Ausblick des Verfassers spricht an, wie viel noch geleistet werden muß, um das Mosaik einer diachronen Lübeckischen Sozialtopographie zu vervollständigen. Ein erlesenes Quellen- und Literaturverzeichnis rundet den Beitrag ab.

"Methoden verformungsgetreuer Bauaufnahme" sind das Thema des Aufsatzes von Margit Christensen, Wolfgang Frontzek, Horst Schulz und Dietrich Wölpert. Hier geht es um die Verfahren, mit denen der erhaltene historische Baubestand meßtechnisch erfaßt wird. Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren (Schnurgerüstverfahren, EDM- und Einschneideverfahren und Photogrammetrie) werden im Hinblick auf die Anforderungen in den verschiedenen Anwendungsbereichen gegeneinander abgewogen.

Wenngleich die Methodik der Bauforschung den "gewöhnlichen" Historiker bisweilen in für ihn doch recht entlegene wissenschaftliche Sphären entführt, so wird doch deutlich, welch wichtige Quellen die Ergebnisse der Bauforschung auch für ihn darstellen.

Sigrid Wrobel, Jens Christian Holst und Dieter Eckstein befassen sich in ihrem Artikel mit dem "Holz im Hausbau" und den dendrochronologischen Reihenuntersuchungen, die in Lübeck im Rahmen der Bauforschgung durchgeführt wurden. Nicht nur die unschätzbar wichtigen Datierungsergebnisse der Dendrochronologie, sondern auch andere Erkenntnisse wie Herkunft, Alter und Qualität der verarbeiteten Hölzer sowie eine ausführliche Darstellung und Analyse der vielfältigen in das Holz eingearbeiteten Zeichen und Schnitzereien kommen zur Sprache. Den Abschluß bildet ein beeindruckender "Katalog dendrochronologisch-bauhistorischer Datierungen in der Lübecker Innenstadt", der nicht nur Grundstücke und Datierung sondern u.a. auch Holzarten, Gebäudetypen, die Bauherren und deren Berufe verzeichnet.

Ein weiteres faszinierendes Datierungsverfahren der Bauforschung ist das "Thermolumineszenzverfahren", dessen Anwendung in Lübeck Christian Goedicke und Jens Christian Holst darstellen. Hierbei geht es darum, mit Hilfe von Strahlungsmessung an erhitzten Teilen des Lübecker Backsteinmaterials dessen Herstellungsdaten zu ermitteln. Burgkloster, Koberg 2, Heiligen-Geist-Hospital, Alfstraße 38 sowie Dom und St. Petri wurden in zwei Erprobungsserien bereits untersucht und datiert. Angesichts der überzeugenden Ergebnisse der Methode werden wir auf weitere Untersuchungen gespannt sein dürfen.

Um "restauratorische Untersuchungen als methodischer Baustein des bauhistorischen Projekts" geht es in dem kurzen Beitrag von Elisabeth Ziemer. Die Erkenntnisse, die im Zuge der restauratorischen Arbeiten gewonnen werden, sind insbesondere in Lübeck vielversprechend, weil die Befunde in den erhaltenen Lübecker Häusern so zahlreich sind.

Aus der Zeit von 1573 bis 1863 liegen im Lübecker Archiv "599, bzw. 607 Inventare" (Sachgüterverzeichnisse). Über diese aussagekräftige Quellengattung und ihre Auswertung berichten Manfred Eickhölter und Marie-Louise Pelus-Kaplan. Eickhölter ordnet die Inventare in die Überlieferung ein und bestimmt ihren historischen Zweck. Frau Pelus-Kaplan umreißt ihre Bedeutung für Hausforschung, Personen-, Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Die Inventare sind meist leicht in ein soziales Umfeld einzuordnen und somit eine unschätzbare Quelle für die Rekonstruktion täglicher Lebensvorgänge, der Bildung, des Wissens, der Religion und der wirtschaftlichen Betätigung der Individuen. Der Beitrag schließt mit einem chronologischen Verzeichnis der Inventare des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Der Aufsatz von Alfred Falk und Uwe Karow stellt die in Lübeck angewandte "elektronische Datenverarbeitung archäologischen Fundguts" vor. Die Nützlichkeit eines rationalisierten, computergesteuerten Erfassungssystems liegt auf der Hand, führt man sich die erdrückende Zahl allein der bereits aufgenommmenen Funde/Befunde vor Augen (ca. 33 000 Gegenstände und 111 000 Fragmente).

Auch die Aufnahme der Oberstadtbuchregesten ist ohne EDV schon prinzipiell nicht vorstellbar. Die Erfassungs- und Auswertungsmethoden behandelt der Beitrag von Rolf Häfele, Rolf Hammel-Kiesow, Uwe Karow, Günter Löffler, Klaus Romeikat und Thomas Rahlf.

Die Verfasser zeigen, wie Einträge codiert, geordnet und eingearbeitet werden. Eine außerordentlich differenzierte Aufnahme des Inhalts begünstigt die Möglichkeiten der Auswertung, für die mehrere Programme zur Verfügung stehen. Die Verarbeitung der Daten erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der Universität Trier.

Das umfangreiche Register am Schluß des Bandes enthält Adressen, Namen und Sachen (u.a. auch Berufe). Auf eine Gesamtbibliographie wurde angesichts der umfangreichen Bibliographien der einzelnen Beiträge verzichtet. Eine großformatige Faltkarte im Einbanddeckel verzeichnet die Gebäude in der Lübecker Altstadt, bei denen bauhistorische Untersuchungen vorgenommen und Inventare erfaßt worden sind.

Mit 165.- DM ist der Preis des Buches der Ausstattung und der Auflage angemessen.

Rainer Demski, Kiel

 

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Manfred Eickhölter/Rolf Hammel-Kiesow (Hgg.), Ausstattungen Lübecker Wohnhäuser. Raumnutzung, Malereien und Bücher im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (Häuser und Höfe in Lübeck, 4), Neumünster 1993 (550 Seiten; 370 Abb.; Preis: 220.- DM).

Dieser zweite im vergangenen Jahr erschienene Band der Reihe hat das "Innenleben" der Lübecker Häuser zum Thema und spricht somit den Komplex des Wohnens an sich noch weitaus detaillierter an.

Das Buch beginnt nach dem Vorwort der Herausgeber und einem Abkürzungs- und Siglenverzeichnis mit einem Beitrag von Marie-Louise Pelus-Kaplan, in dem neuerlich die Lübeker Inventare im Mittelpunkt stehen. Anhand der Informationen aus Inverntaren des 16. bis 18. Jahrhunderts versucht die Verfasserin, einzelne Teile und Räume der Häuser in ihrer Form, Größe, Gestaltung, Ausstattung und Entwicklung zu erschließen. Wenngleich die Ergebnisse angesichts der vergleichsweise geringen Zahl der Inventare als nur bedingt repräsentativ angesehen werden müssen, so sind sie doch unverzichtbar als ein Teil der Hausforschung. Den Schluß des Beitrags bildet eine tabellarische Übersicht über die in den Inventaren verzeichnete Raumanzahl mit Angabe der jeweiligen Hausherren und Adressen.

Thomas Brockow hat für den Band seine Tübinger "Magisterarbeit" neu durchgesehen und ergänzt. Sie beschreibt und verzeichnet "Mittelalterliche Wand- und Deckenmalerei in Lübecker Bürgerhäusern" aus der Zeit vom 13. Jahrhundert bis etwa 1530. Der Beitrag ist dem Thema angemessen umfangreich, wohlgegliedert und angenehm zu lesen. Nach einen chronologischen Überblick über Malereien der einzelnen Jahrhunderte folgen nach Stilbegriffen geordnete Teile, in denen der Verfasser detaillierter auf einzelne Objekte wie etwa den Schöpfungszyklus, Einhorn-Darstellungen, den Parzivalzyklus und die recht zahlreichen Wappendarstellungen eingeht. Mit Recht weist Brockow darauf hin, daß die bislang entdeckten Funde nur einen winzigen Teil dessen ausmachen, was seinerzeit in den Lübecker Bürgerhäusern an Malereien und bildlichen Darstellungen überhaupt vorhanden gewesen sein muß. In der Tat haben wir hier eine Quelle zur Repräsentation städtischer Führungsschichten vor uns, die noch zu weiten Teilen genauerer Untersuchungen harrt. Im Anschluß an eine ausführliche Bibliographie folgen auf 32 Seiten beeindruckende Farbtafeln mit Fotographien ausgesuchter Malereien.

Mit Malereien in bürgerlichen Wohnhäusern des 16. Jahrhunderts hat Rolf Gramatzki sich in seinem Aufsatz "Dornse, Diele und Paradiesgärtlein" beschäftigt. Gramatzki definiert die Bedeutung der Kunstwerke in Bezug auf ihr jeweiliges Umfeld, setzt sie in Beziehung zur gesamten Raumausstattung, liefert zahlreiche Einzelbeispiele, wiederum durchsetzt mit einer großen Anzahl von Fotographien, und bestimmt die Inhalte der bildhaften wie der ornamentalen Malereien. Gramatzki kommt zu dem Ergebnis, daß die - vorwiegend religiösen - bildlichen Darstellungen in der Raumausstattung eine herausgehobene und repräsentative Funktion hatten.

Bernd Schiroks Aufsatz über die "Wandmalereien in der ehemaligen Johannisstraße 18 und in der Fischergrube 20" behandeln zwei - nicht erhaltene - Einzelfunde mittelalterlicher Ikonographie aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts: einen Parzivalzyklus mit anhängendem Bilderfries über die verschiedenen Lebensalter sowie einen Wappen- und Bilderfries mit der Geschichte vom verlorenen Sohn. Schirok stellt beide Zeugnisse in den kunst- und kulturhistorischen Kontext und zeigt so, wie sehr Lübeck und das Lübecker Bürgertum an der geistesgeschichtlichen Entwicklung Nord- und Westeuropas teilhatten.

Der Kieler Germanist Hubertus Menke hat sich an dem Band mit einem Beitrag zur Lübeker Druckliteratur der frühen Neuzeit beteiligt. Menke betont die große Eigenständigkeit, mit der in Lübeck als einem der bedeutendsten Druckorte Nordeuropas eine spezifisch hansische Buchkultur betrieben wurde. Diese sieht er als krassen Gegensatz zur höfischen Adelskultur des ausgehenden Mittelalters. Die niederdeutsche Schriftsprache versteht Menke als das Produkt eines "volkssprachigen Literaturauftrages", mit dem die Literatur vorwiegend geistlichen Inhaltes der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht wurde. Menke beschreibt den - sozial höhergestellten - Lübecker Bürger als einen bibliophilen Mann, für den Bildung und Bücherbesitz wesentliche Teile seiner Repräsentation waren.

Wie bedeutend der Einfluß der Reformation gerade auf die häusliche Lübecker Sachkultur war, zeigt Manfred Eickhölter in seinem Aufsatz über "reformatorische Lektüre in Lübecker Bürgerhäusern um 1530". Im Rahmen einer Fallstudie untersucht er Befunde aus dem - 1928 abgerissenen - Haus Sandstraße 24. Im Zentrum steht eine photographisch erhaltene ikonographische Darstellung des Johannesevangeliums. Eickhölter vermutet, daß das eindeutig reformatorisch geprägte Gemälde das ikonographische Pendant zu dem Text des Evangeliums in jener Bibel darstellte, die im Inventar des Hauses von 1554 als nebst anderen Büchen in der Dornse vorgefundenes Druckwerk verzeichnet ist. Immerhin zeugt das Aufbewahren der Bücher und der Bibel in der Dornse, dem wohl repräsentativsten Raum des Hauses, von deren Bedeutung für den Hausherrn. Auftraggeber der Malerei war vermutlich der Salzhändler Hans Herbode, der mit den Vorkämpfern der Reformation enge Kontakte pflegte.

Auf den folgenden 172 Seiten präsentieren Thomas Brockow, Manfred Eickhölter und Rolf Gramatzki einen vollständigen "Katalog Lübecker Wand- und Deckenmalereien des 13. bis 18. Jahrhunderts. Der nach Straßennamen alphabethisch geordnete Katalog liefert zu jeder Malerei eine Kurzbeschreibung, in der das Objekt selbst in Inhalt, Datierung, Ausmaßen und Zustand, aber auch die Gebäude, deren Nutzung und Inhaber genannt werden. Insgesamt 165 Malereien werden angesprochen und zum Teil auch im Bild gezeigt.

Das Gesamtregister des Bandes verzeichnet Adressen, Namen, Sachen und Inhalte der Wand- und Deckenmalereien. Auch hier ersetzen die Literaturverzeichnisse der einzelnen Beiträge eine Gesamtbibliographie. Die niedrige Auflage und die aufwendige Gestaltung - insbesondere der Abbildungen - rechtfertigen auch den stolzen Preis von 220.- DM.

Rainer Demski, Kiel


Neuerscheinungen

 
Berns, Jörg Jochen/Ignasiak, Detlef (Hgg.), Frühneuzeitliche Hofkultur in Hessen und Thüringen (Jenaer Studien, 1), Erlangen/Jena 1993 (siehe Buchvorstellungen).

Bott, Heinrich, Jacque (Jacob) Bongars, Resident des Königs Heinrich IV. von Frankreich bei den Fürsten des Deutschen Reiches, und Philipp Ludwig II., Graf von Hanau, in: Hanauer Geschichtsblätter 31 (1993), S. 113-122.

Braun/Gugerli, Macht des Tanzes. Tanz der Mächtigen. Hoffeste und Herrschaftszeremoniell 1550 bis 1914, München 1993.

Castelnuovo, Guido, Ufficiali e gentiluomini. La società politica sabauda nel tardo medioevo, Mailand 1994.

Cauchies, Jean-Marie (Hg.), Les relations entre princes et villes aux XIVe-XVIe siècles: aspects politiques, économiques et sociaux (Publications du Centre Européen d'Etudes Bourguignonnes, XIVe-XVIe s.), Neuchâtel 1993.

Aus dem Inhalt: Th. Dutour, Les relations de Dijon et du duc de Bourgogne au XIVe siècle (S. 5-19); A. Leguai, Les ducs Valois et les villes du duché de Bour-gogne (S. 21-33); J.A.M.Y. Bos-Rops, Guerres du comte et argent des villes. Les relations financières entre les comtes de Hollande et Zélande et leurs villes (1389-1433) (S. 35-47); H. Brand, Urban elites and central government; co-operation or antagonism? The case of Leiden at the end of the middle ages (S. 49-60); M.J. van Gent, The dukes of Burgundy and Dordrecht: a financial account of their relationship from 1425 to 1482 (S. 61-76); D. Clauzel, Le roi, le prince et la ville: l'enjeu des réformes financières à Lille à la fin du moyen âge (S. 75-90); P. Stabel, Entre enclume et marteau. Les petites villes flamandes, les Membres de Flandre et le duc de Bourgogne (S. 91-105); J.-M. Yante, Economie urbaine et politique princière dans le Luxembourg (1443-1506) (S. 107-129); R. Petit, Les villes du prince dans le Luxembourg et la réforme de la fiscalité sous Charles le Téméraire (S. 131-141); S. Dauchy, Le Parlement de Paris, juge contraignant ou arbitre conciliant? Les conflits entre Philippe le Bon et ses bonnes villes de Flandre (S. 143-152); J.-P. Sosson, Chantiers urbains, chantiers ducaux dans les anciens Pays-Bas méridionaux (XIVe-XVe s.): deux univers de travail différents? (S. 153-161); H. Dubois, Les ducs de Bourgogne et les foires (S. 163-176); S. Guilbert, Le recours au prince: villes champenoises et ducs de Bourgogne au début du XVe siècle (S. 177-185); P. Racine, Les Visconti et les communautés urbaines (S. 187-199); P. Van Peteghem, Les "cresers" en tant que prolétariat des villes dans les autres Pays-Bas sous Charles Quint (S. 201-214). 

Chapelot, O., Les tuiliers ducales en Bourgogne (XIVe-XVe s.). L'apport des textes à la connaissance des bâtiments, in: Terres cuites architecturales au moyen âge, textes réunis par D. Deroeux (Mémoires de la Commission départementale d'histoire et d'archéologie du Pas-de-Calais, XXII2), Arras 1986.

Chapelot, O., Tuiliers bourguignons aux XIVe-XVe siècles: aspects socio-économiques de la production, in: Actes du 1er Congrès international d'Archéologie médiévale (Paris, 1985). La céramique (Ve-XIXe s.), Fabrication - Commercialisation - Utilisation, Caen 1987, S. 195-202.

Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters. Hg. vom Max-Planck-Institut f. Geschichte. Redaktion Lutz Fenske/Thomas Zotz. Bd. 3: Baden-Württemberg. Zweite Lieferung: Esslingen (Schluß) - Kirchen (Anfang), bearb. v. Helmut Maurer, Göttingen 1994 (128 S.; 20 z.T. farb. Abb.; kart.; Preis: 38.- DM).

Dietrich, Reinhard, "... wegen geführten großen Staats, aber schlechter Zahlung der Schulden ..." - Zur finanziellen Lage der Grafschaft Hanau im 17. Jahrhundert, in: Hanauer Geschichtsblätter 31 (1993), S. 123-148.

Eickhölter, Manfred/Hammel-Kiesow, Rolf (Hgg.), Ausstattungen Lübecker Wohnhäuser. Raumnutzung, Malereien und Bücher im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (Häuser und Höfe in Lübeck, 4), Neumünster 1993 (siehe Buchvorstellungen).

Erkens, F.-R., "Sicut Esther regina". Die westfränkische Königin als consors regni, in: Francia 20/1 (1993), S. 15-38.

Fédou, R., Une capitale de principauté à la fin du moyen âge: Chambéry, in: Cahiers d'Histoire 34 (1989), S. 55-62.

FFM [Frankfurt a.M.] 1200 - Traditionen und Perspektiven einer Stadt, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung unter wiss. Gesamtleitung von Lothar Gall, Sigmaringen 1994 (siehe "Ausstellungen").

Frankfurt am Main. Die Geschichte der Stadt (hg. v.d. Frankf. Hist. Komm.), Sigmaringen 1994 (siehe "Ausstellungen").

Greipl, Egon Johannes, Das Haus des Bischofs. Der Wandel von der Burg zur Residenz, in: Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und für Kirchengeschichte 87 (1992), S. 327-337.

Greipl, Egon Johannes, Macht und Pracht. Geschichte der Residenzen in Franken, Schwaben und Altbayern, Regensburg 1990 (370 S.; 72 s/w-Abb.; Preis: 68 .- DM).

Aus dem Inhalt: Die fränkische Residenzenlandschaft (Geistliche Residenzen - Nürnberg, eine Residenz der Könige und Kaiser? - Hohenzollernresidenzen - Residenzen des Reichsadels - Die sächsische Residenzstadt Coburg); Die schwäbische Residenzenlandschaft (Geistliche Residenzen - Die Reichsabteien im bayerischen Schwaben - Habsburgische Residenzen: Gunzenburg und Burgau - Residenzen des Reichsadels); Die oberbayerische Residenzenlandschaft (Die wittelsbachischen Residenzen in und um München - Residenzen wittelsbachischer Teilfürstentümer - Geistliche Residenzen); Die niederbayerischen Residenzenlandschaft (Die wittelsbachischen Residenzen - Die fürstbischöfliche Residenzstadt Passau - Die Residenz der Grafen von Ortenburg); Die oberpfälzische Residenzenlandschaft (Regensburg, die alte Hauptstadt Bayerns - Residenzen der Wittelsbacher - Die Zisterzienserreichsabtei Waldsassen); Die "Residenzen" des Märchenkönigs.

Gunn, S.J., The courtiers of Henry VII, in: English historical Review 108 (1993), S. 23-49.

Hammel-Kiesow, Rolf (Hg.), Wege zur Erforschung städtischer Häuser und Höfe (Häuser und Höfe in Lübeck, 1), Neumünster 1993 (siehe Buchvorstellungen).

Heuvel, Chr. van den, Das Osnabrücker Schloß. Quellen zur Baugeschichte, Hofhaltung und Gartenanlage im Hauptstaatsarchiv Hannover, in: Osnabrücker Mitteilungen 98 (1993), S. 87-112.

Image et spectacle. Actes du XXXIIe Colloque International d'Etudes Humanistes du Centre d'Etudes Supérieures de la Renaissance, Tours, juin-juillet 1989. Ed. par B. Béhar (Chloe, 15), Amsterdam 1993.

Journot, Fl., L'habitat seigneurial en Haut-Langedoc (Xe-XIVe s.). Approche archéologique de l'aristocratie méridionale, in: Cahiers de Civilisation Médiévale (Xe-XIIe s.) 35 (1992), S. 351-366.

794. Karl der Große in Frankfurt, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, hg. von Johannes Fried, Sigmaringen 1994 (siehe "Ausstellungen").

Klingensmith, Samuel John, The utility of splendor. Ceremony, social life, and architecture at the court of Bavaria, 1600-1800, Chicago 1993 (196 S; 4 farb. u. 37 s/w-Abb.; 1 Karte u. 8 Zeichnungen; Preis: ca. 51.75 US-$).

Lachaud, F., Embroidery for the court of Edward I (1272-1307), in: Nottingham Medieval Studies 37 (1993), S. 33-52.

Lachaud, F., An aristocratic wardrobe of the late thirteenth century: the confiscation of the goods of Osbert of de Spaldington in 1298, in: Bulletin of the Institute of Historical Research 67 No. 162 (1994), S. 91-100.

Das Leben am Hofe und in den Residenzstädten der letzten Rosenberger (ðivot na dvoÍe a v rezidenních mŤstech posledních Roñmberkç), hg. Bçñek (Opera historica, 3), eské BudŤjovice 1993.

Leguai, A., Deux villes princières à la fin du Moyen Age: Dijon et Moulins, in: Etudes bourbonnaises. Notre Bourbonnais. Bulletin trimestriel de la Société bourbonnaise des études locales, 11e série, 240, 2e trimestre 1987, S. 291-297.

Leuschner, Jörg (Hg.), Wendt, Heinrich, Geschichte des Welfenfürstentums Grubenhagen, des Amtes und der Stadt Osterode. Mit Einleitung, Texterklärungen und Übersetzungen, Hildesheim 1988 (720 S.; 40 z.T. farb. Abb.; Leinen mit Schutzumschlag; Preis: 98.- DM).

Leuschner, Jörg (Hg.), Osterode - Welfensitz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte, Hildesheim 1994 (784 S.; 280 z.T. farb. Abb.; Leinen mit Schutzumschlag; Preis: 78.- DM).

Löwenstein, Uta, "Ein wissen Swan mit eym gulden Snabel zu eym Schaweessen". Festessen am hanauischen Hof im 15. und 16. Jahrhundert, in: Hanauer Geschichtsblätter 31 (1993), S. 35-90 (siehe Buchvorstellungen).

Mesqui, Jean, Châteaux et enceintes de la France médiévale. 2. La Résidence - Les éléments d'architecture, Paris 1993.

Mesqui, Jean, avec la collab. de M. Bellot et P. Garrigou-Grandchamp, Le palais des comtes de Champagne à Provins (XIIe - XIIIe siècles), in: Bulletin Monumental 151 (1993), S. 321-355.

Müller, J.D. (Hg.), Wissen für den Hof. Der spätmittelalterliche Verschriftlichungsprozeß am Beispiel Heidelbergs im 15. Jhdt. (Münstersche Mittelalter-Schriften, 67), München 1993.

Neitmann, Klaus, Die Residenzen des livländischen Ordensmeisters in Riga und Wenden im 15. Jahrhundert, in: Stadt und Orden. Das Verhältnis des Deutschen Ordens zu den Städten in Livland, Preußen und im Deutschen Reich, hg. v. Udo Arnold (QStGDO, 44 / Veröff. d. Int. Hist. Komm. z. Erf. d. Dt. Ordens, 4), Marburg 1993, S. 59-93.

Les Princes et le Pouvoir au Moyen Age. XXIIIe Congrès de la Société des Historiens Médiévistes de l'Enseignement Supérieur Public (Brest, Mai 1992). Paris 1993.

Aus dem Inhalt: Michel Balard, Avant-propos (S. 7-8); Werner Paravicini, Rois et princes chevaliers (Allemagne, XIIe-XVIe siècles) (S. 9-34); Jean-Marie Cauchies, Le prince territorial au bas Moyen Age dans les anciens Pays-Bas. Quinze années de recherches en Belgique (1975-1990) (S. 35-48); Christophe Picard, Le renouveau urbain en occident ibérique aux IXe-Xe siècles, sous l'impulsion de seigneurs muwalladûn (S. 49-67); Michel Parisse, Exercice et perte du pouvoir d'un prince: Henri le Lion (S. 69-90); Béatrice Leroy, Le prince écrivain politique, l'Infant Don Juan Manuel de Castille (S. 91-105); Nenad Féjic, Le séjour des seigneurs de la suite de Louis I, duc d'Anjou à Dubrovnik (Raguse) de 1383 à 1385 (S. 107-115); Patrick Boucheron, Les expressions monumentales du pouvoir princier à Milan au temps de Francesco Sforza (1450-1466) (S. 117-135); Jean-Marie Moeglin, Les dynasties princières allemandes et la notion de Maison à la fin du Moyen Age (S. 137-154); Christian Frachette, Guy de Guines fut-il comte de Forez au XIIe siècle? (S. 155-165); Annie Renoux, Les fondements architecturaux du pouvoir princier en France (fin IXe - début XIIIe siècle) (S. 167-194); René Germain, Les sires de Bourbon et le pouvoir: de la seigneurie à la principauté (S. 195-210); André Leguai, Les ducs de Bourbons (de Louis II au connétable de Bourbon): leurs pouvoirs et leur pouvoir (S. 211-228); Henri Dubois, Le pouvoir économique du prince (S. 229-246); Josiane Teyssot, Pouvoirs et contre-pouvoirs politiques en Auvergne durant l'apanage de Jean de Berry, 1360-1416 (S. 247-260); Christiane Raynaud, Le prince ou le pouvoir de séduire (S. 261-284); Monique Sommé, Les délégations de pouvoir à la ducchesse de Bourgogne Isabelle de Portugal au milieu du XVe siècle (S. 285-301); Christian de Mérindol, Le prince et son cortège. La théâtralisation des signes du pouvoir à la fin du Moyen Age (S. 303-323); Bernard Guenée, Conclusion (S. 325-330).

Reulos, Michel, Château, manoir: recherche sur l'emploi de ces termes; leur portée juridique [Résumé], in: Annales de Normandie 43 (1993), S. 253.

Roberts, Jane, Holbein and the court of Henry VIII. Drawings and miniatures from the Royal Library Winsor Castle, Edinburgh 1993 (93 S.; 33 farb. Abb.; Preis: ca. ,9.95).

Robin, François, Le château de Tarascon: entre défence et plaisance, in: Festschrift Robert Saint-Jean, Montpellier 1993, S. 185-198.

Roma Capitale: 1447-1527. Atti del convegno, San Miniato, 27-31 ottobre 1992, a cura di Giorgio Chittolini e Sergio Gensini, Pisa [im Druck].

Saurma-Jeitsch, Lieselotte E. (Hg.), Karl der Große als vielberufener Vorfahr. Sein Bild in der Kunst der Fürsten, Kirchen und Städte, Sigmaringen 1994 (siehe "Ausstellungen").

Schneidmüller, Bernd, Das Goslarer Pfalzstift St. Simon und Judas und das deutsche Königtum in staufischer Zeit, in: Goslar in der Region. Zum 65. Geburtstag von Heinrich Schmidt, Hannover 1993, S. 29-53.

Schneidmüller, Bernd, Stadtherr, Stadtgemeinde und Kirchenverfassung in Braunschweig und Goslar im Mittelalter, in: Zeitschrift für Rechtsgeschichte, Kan. Abt., 110 (1993), S. 135-188.

Schulz, U. (Hg.), Die Hauptstädte der Deutschen. Von der Kaiserpfalz in Aachen zum Regierungssitz Berlin, München 1993.

Seiler, Alois, Der Deutsche Orden als Stadtherr im Deutschen Reich. Das Beispiel Mergentheim, in: Stadt und Orden. Das Verhältnis des Deutschen Ordens zu den Städten in Livland, Preußen und im Deutschen Reich, hg. v. Udo Arnold (QStGDO, 44 / Veröffentlichungen des Internat. Hist. Komm. zur Erf. des Dt. Ordens, 4), Marburg 1993, S. 155-187.

Sigismund von Luxemburg, Kaiser und König in Mitteleuropa 1387-1437. Beiträge zur Herrschaft Kaiser Sigismunds und zur europäischen Geschichte um 1400. Vorträge der internationalen Tagung in Budapest vom Juli 1987 anläßlich der 600. Wiederkehr seiner Thronbesteigung in Ungarn und seines 550. Todestages. Hg. v. J. Macek (Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit, 5), Warendorf 1994 (ca. 400 S.; Abb.; broschiert; Preis: ca. 98.- DM).

Stäblein, Ruthard (Hg.), "Höflichkeit". Tugend oder schöner Schein, Baden-Baden 1993 (252 S.; broschiert; Preis: 32.- DM).

Thomas, Christiane, Wien als Residenz unter Kaiser Ferdinand I., in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte der Stadt Wien 49 (1993), S. 101-117.

Van den Bergen-Pantens, Christiane, Héraldique et bibliophilie: le cas d'Antoine Grand Bâtard de Bourgogne (1421-1504), in: Raman, Anny/Manning, Eugène (Hgg.), Miscellanea Martin Wittek. Album de codicologie et de paléographie offert à Martin Wittek, Paris/Löwen 1993, S. 323-354.

Warnke, Martin, The Court Artist. On the ancestry of modern artist, Cambridge/ Paris 1993 [Übersetzung aus dem Deutschen von David McLintock, Originaltitel: Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen Künstlers, Köln (DuMont) 1985].

Weber, Peter Karl, Lichtenberg. Eine elsässische Herrschaft auf dem Wege zum Territorialstaat. Soziale Kosten politischer Innovation, Heidelberg 1993 (313 S.).

Widder, Ellen, Itinerar und Politik. Studien zur Reiseherrschaft Karls IV. südlich der Alpen (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 10), Köln/Weimar/Wien 1993 (540 S.; Preis: ca. 134.- DM).

 



 
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