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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 20 (2010) Nr. 1


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 20 (2010) Nr. 1

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Universitätsdruckerei

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

Titelvignette:

Kupferstich von Paulus Fürst, in: Lucas Schnitzer, Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg, ca. 1669/70

Abb.: Universitätsbibliothek Salzburg, Sondersammlungen
Digitalisat: http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GIII1152.jpg

Links oben das Wappen von Erzbischof Guidobald von Thun (1654-1668), möglicherweise entstand der Stich noch zu seinen Lebzeiten. Der Text im Bild kann frühestens 1669 dazu gekommen sein, da er den Bergsturz aus demselben Jahr bei den Buchstaben EF vermerkt. Das Blatt wurde offenbar nach einer älteren Vorlage gearbeitet, da der 1669 bereits fertig ausgebaute zweite Turm des Doms noch fehlt

Text: http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/salzburg.htm

 



Inhalt*

 

Vorwort..................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission............................................................................................. 9

12. Symposium der Residenzen-Kommission.................................................................... 11

Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender
Beziehungen in Residenz- und Hauptstädten vom
14. bis ins 19. Jahrhundert

Programm........................................................................................................................... 11

Die Arbeit der anderen.......................................................................................................... 13

Die „Thermen Théodoriques“ in der kurpfälzischen Sommerresidenz
Schwetzingen,
von Ralf Richard Wagner, Schwetzingen......................................................................... 13

Das ‚italienische‘ Jülich – Übersicht und Einführung zu einer
aktuellen Neuerscheinung über Stadt, Schloß und Zitadelle Jülich,
von Guido von Büren, Jülich............................................................................................. 30

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen................................................................... 39

Buchvorstellungen................................................................................................................. 51

Dvory a rezidence ve středověku III: Všední a sváteční život na středověkých dvorech
[Höfe und Residenzen im Mittelalter II: Der Alltag und das festliche
Leben an mittelalterlichen Höfen]
, hg. von Dana Dvořáčková-Malá und
Jan Zelenka, Praha 2009 (Mediaevalia Historica Bohemica, 12. Suppl. 3),
von Ivan Hlaváček, Prag..................................................................................................... 51

Štěpán, Jan: Dvur olomouckeho biskupa Stanislava Pavlovskeho z Pavlovic
v letech 1579-1598 [Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Pavlovsky von
Pavlovic in den Jahren 1579-1598], Olomouc 2009,
von Ivan Hlaváček, Prag..................................................................................................... 53

Götz, Rolf: Die Herzöge von Teck. Herzöge ohne Herzogtum, Kirchheim
unter Teck 2009 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, 33),
von Franziska Nehring, Kiel.............................................................................................. 54

Schneider Christian: Hovezuht. Literarische Hofkultur und höfisches
Lebensideal um Herzog Albrecht III. von Österreich und Erzbischof
Pilgrim II. von Salzburg (1365-1396), Heidelberg 2008 (Beiträge zur
älteren Literaturgeschichte),
von Tomas Tomasek, Münster.......................................................................................... 56

Neuerscheinungen................................................................................................................. 59

Sonstiges................................................................................................................................ 87

Die Arbeitsstelle Kiel........................................................................................................... 89

 

 

 


Vorwort

 

 

Geben Sie es zu, Sie haben die Festungsstadt auf dem Umschlag nicht sogleich erkannt. Es ist sichtbar nicht Coburg, auf das wir uns freuen, sondern Salzburg aus der Vogelschau; die berühmte Festung ist recht klein oben links zu sehen. Wir haben diese Ansicht ausgewählt, weil als übernächster Band (24) der Reihe „Residenzenforschung“ jenes gar nicht von uns veranstaltete, aber gerne publizierte Kolloquium „Höfe und Residenzen geistlicher Fürsten“ erscheinen wird. Denen war lange nicht hinreichende Aufmerksamkeit geschenkt worden, nun werden sie als Besonderheit des Imperiums eigens untersucht. Auch andernorts nimmt man sich ihrer an (siehe unten S. 64 und S. 56-58) und vordem schon hatte man sich in Gießen der wenig bedachten sakralen Seite der fürstlichen Existenz zugewandt (siehe MRK 19,2 [2009] S. 33-36 die Rezension des Bandes Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter, hg. von Carola Fey und Werner Rösener, Göttingen 2008 [Formen der Erinnerung, 35] durch Enno Bünz).

Unser Symposium in Coburg nun ist fertig geplant, samt Plakat und Prospekten, die Finanzierung steht (insbesondere aufgrund der sehr erfolgreichen Bemühungen von Gert Melville), es wird sicher prächtig in seiner neuen Form und deshalb wohl auch besonders ertragreich. Doch sei noch einmal darauf hingewiesen, daß Doktoranden und Habilitanden hochwillkommen sind und eine finanzielle Unterstützung erhalten können, wenn sie an der Tagung teilnehmen wollen. Da es sich diesmal um ein Bilanz- und Planungskolloquium handelt und deswegen kein „Atelier“ mit jungen Leuten stattfindet (sondern der Besuch der Ausstellung zum Hofkünstler auf der Veste angeboten wird, siehe unten S. 43-46), ist es desto wichtiger, beginnende und fortschreitende Forscher zum Aufbruch nach Coburg zu ermutigen. Der neueste Stand des Programms ist unten S. 11-12 nachzulesen.

Was den weiteren Inhalt dieses Heftes betrifft, so darf natürlich nicht dem einen vor dem anderen der Vorzug gegeben werden. Aber wer würde nicht gerne in Carl Theodors Badehaus einen heiteren Sommertag verbringen, so wie ihn Ralf Richard Wagner auf S. 13-29 beschreibt? Oder das italienische Jülich der Pasqualini über und unter der Erde entdecken, das uns Guido von Büren auf S. 30-37 nahebringt? Es gibt gegenwärtig gleich zwei (miteinander abgestimmte) Ausstellungen über Burgen zu sehen, in Berlin (S. 42) und Nürnberg (S. 43), die sicher eine Reise wert sind. Politikberatung? Das war einmal eine Aufgabe von Hofpredigern (S. 39) Hofbischöfen, Hofkardinälen (S. 48), nicht nur von Hofhistoriographen (S. 65f.), gelehrten Räten und allerlei Fachleuten (S. 49f.). Und die alle Kulturwissenschaften berührende Körperforschung ist nun auch bei Fürst und Hof angelangt (S. 48). Zudem lesen wir wieder dankbar deutsche Besprechungen tschechischer Veröffentlichungen, mit denen Ivan Hlaváček uns weiterhin beschenkt (S. 51-54).

Nun wollen Sie, lieber Leser, aber sicher wissen, wie es mit der Zukunft der Kommission steht, die ja am 31. Dezember dieses Jahres an ihr Ende kommt und in anderer Gestalt am 1. Januar 2011 wiedergeboren werden möchte. So schnell wie geplant wird es nicht gehen. Wir hoffen jetzt mit einiger Zuversicht, daß das Jahr 2011 mit Sondermitteln überbrückt werden kann und es am 1. Januar 2012 dann wieder richtig losgeht, mit einer verstärkten Arbeitsstelle in Kiel, zum (mit anderen Worten) bereits angekündigten Thema „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800). Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde“. Über Wohl oder Wehe wird aber erst im März 2011 entschieden. Deshalb kann auch das nächste Heft dieser Mitteilungen, das vorerst das letzte sein wird, darüber noch keine Auskunft geben. Aber wir werden schon Mittel und Wege finden, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Wozu gibt es E-Mail und Internet?

 

Herzlich grüßt die Forschergemeinde zum Sommeranfang am 21. Juni 2010

 

Ihr

 

Werner Paravicini

 

 


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

1.         Handbuch

Ein erstes Manuskript des Handbuches zu den Grafen und Herren liegt dem Verlag zur Kalkulation vor. Die redaktionellen Arbeiten sind nahezu abgeschlossen, die Veröffentlichung des Bandes wird sich aber bis 2011 verzögern. Diesmal waren die schwarze Schafe besonders schwierig einzufangen; der Schäferhund mußte lauter bellen (beißen darf er ja nicht), damit alle sich in die Hürde fügten, aber manche liebten die Freiheit so sehr, daß nun notdürftig Ersatz geschaffen werden muß. Informationen finden sich im Internet unter der Adresse:

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Grafen

 

2.         Residenzenforschung

            2.1.     Der Band „Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppenbild und Individualität. Formen fürstlicher Selbstdarstellung und ihre Rezeption (1450-1550). Wissenschaftliche Tagung 27.-29. März 2008 im Landeskulturzentrum Schloß Salzau, hg. von Oliver Auge, Ralf-Gunnar Werlich und Gabriel Zeilinger, Ostfildern 2009 (Residenzenforschung, 22)“, ist erschienen.

            2.2.     Das Manuskript der Edition der Hof-, Regiments- und Ämterordnungen von Jülich-Kleve-Berg durch Brigitte Kasten und Margarete Bruckhaus ist zum Ende dieses Jahres abgeschlossen. Mit der Publikation ist zum Jahresende 2011 zu rechnen.

            2.3.     Der Tagungsband zum letztjährigen Wiener Symposium der Residenzen-Kommission „Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“ befindet sich in der Vorbereitung zum Druck und soll unter der Herausgeberschaft von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer als Band 23 der Reihe zum Coburger Symposium im September 2010 vorliegen.

            2.4.      Als Band 24 der Reihe werden voraussichtlich noch in diesem Jahr die Beiträge der Salzburger Tagung „Höfe und Residenzen geistlicher Fürsten“, die vom 19. bis 22. Februar 2009 in der Salzburger Residenz stattfand, veranstaltet vom Land Salzburg, der Universität Salzburg/Residenzprojekt, der Historischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften/Arbeitskreis „Höfe des Hauses Österreich“, unter dem Titel „Höfe und Residenzen geistlicher Fürsten. Strukturen, Regionen und Salzburgs Beispiel in Mittelalter und Neuzeit“, hg. von Gerhard Ammerer, Ingonda Hannesschläger, Jan Paul Niederkorn und Wolfgang Wüst, erscheinen.

            2.5.     Auch die Beiträge des Coburger Symposiums sollen publiziert werden, was allerdings von der Fortführung der Arbeit der Residenzen-Kommission in 2011 abhängen wird.

 

3.         Symposien

                        Das Programm für das 2010 in Coburg in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft Coburg (Vors. Prof. Dr. Gert Melville, Dresden/Coburg) stattfindende 12. und letzte Symposium der Kommission zu dem Thema „Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in Residenz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert“ ist fertiggestellt und wird in der aktualisierten Version noch einmal unten S. 11-12 mitgeteilt. Hingewiesen sei auch an dieser Stelle erneut auf die zeitgleich zum Coburger Symposium von Prof. Dr. Matthias Müller/ Mainz und Mitarbeitern und Dr. Klaus Weschenfelder/Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg erarbeitete Ausstellung zum Hofkünstler im Reich des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in der Veste Coburg, die internationale Exponate zeigen wird (siehe unten S. 43-46).

 

4.         MRK

4.1.     Die MRK 20,1 liegen vor.

            4.2.     Geplant ist für 2011 ein letztes bibliographisches Sonderheft zu den in den MRK 16,1 bis 20,2 notierten Neuerscheinungen.

            4.3.     Ebenfalls geplant ist ein Sonderheft, das sämtliche Publikationen verzeichnen wird, die in den MRK und in der Reihe Residenzenforschung seit ihrem Bestehen erschienen sind.

 

5.         Neuantrag

            Der modifizierte Antrag wurde am 22. Juni 2010 bei der Göttinger Akademie eingereicht.

 

6.         Termin der nächsten Sitzung

            Montag, 27. September 2010, 20.00 Uhr, im Rahmen des Coburger Symposiums.

 

Werner Paravicini

 


12. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Gesellschaft Coburg e.V.

 

 

Hier noch einmal das um verschiedene Details vervollständigte Programm des nächsten Symposiums der Residenzen-Kommission, das, so hoffen wir sehr, nicht das letzte sein wird. Noch einmal erinnere ich daran, daß auch junge Leute zur Teilnahme eingeladen sind und einen Zuschuß zu ihren Kosten erhalten können.

                                                                                                                       Werner Paravicini

 

 

Programm

 

Stand: 1. Juni 2010

 

Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft

Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in
Residenz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert

 

Coburg, 25.-28. September 2010

 

Samstag, 25. September

 

14.00    Abfahrt zur Veste Coburg – Ausstellungsbesichtigung „Appeles am Fürstenhof. Jacopo de’ Barberi und die Hofkünstler um 1500 im Alten Reich“, siehe auch unten S. 43-46

18.00    Grußworte

Öffentlicher Abendvortrag

              Gert Melville (Dresden/Coburg), Johann Casimir (1564-1633) – ein Herzog in Coburg

 

Empfang

 

Sonntag, 26. September: Exkursion

 

Ganztägig. Voraussichtliche Ziele sind die hennebergischen Residenzen Heldburg, Römhild, Meiningen und Schleusingen

 


Montag, 27. September

 

              9.00-9.30     Werner Paravicini (Kiel), Getane Arbeit, künftige Arbeit:
25 Jahre Residenzen-Kommission

 

1. Sitzung: Stadtwirtschaft und Hofwirtschaft

              9.30-11.00  Bernd Fuhrmann (Köln): Stadtfinanz und Hoffinanz: welches Verhältnis? Respondent: Wim Blockmans (Leiden/Wassenaar).

            11.30-13.00  Martin Eberle (Gotha): Von der höfischen Manufaktur zur autonomen Industrie: Hofkünstler, Hoflieferanten und wirtschaftliche Initiativen. Respondent: Thomas Winkelbauer (Wien).

2. Sitzung: Visualität und Medialität

            14.30-16.00  Matthias Müller (Mainz): Bildende Kunst und Architektur am Hof und in der Stadt. Respondent: Marcello Fantoni (Teramo).

            16.30-18.00  Uwe Albrecht (Kiel): Stadtplanung und Sozialtopographie: vom höfischen zum industriellen Zeitalter. Respondent: Krista de Jonge (Heverlee).

 

Dienstag, 28. September

 

3. Sitzung: Konkurrenz und Kooperation

              9.00-10.30   Andreas Ranft (Halle an der Saale): Gemeinschaft und Gemeinde: politische Gruppierungen in den residenz-städtisch-höfischen Zentren. Respondent: Jean-Marie Moeglin (Paris).

            11.00-12.30  Enno Bünz (Leipzig): „Dritte Sozialkörper“ des Wissens zwischen Stadt und Hof: Universitäten, Akademien, Schulen, Vereine. Respondent: Willem Frijhoff (Amsterdam).

4. Sitzung: Krise und Niedergang der höfischen Welt

            14.00-15.30  Ute Daniel (Braunschweig): Stadt und Hof: wann erfolgte die Wende? Respondent: Helen Watanabe O’Kelly (Oxford).

            16.00-17.30  Peter Johanek (Münster): Spätes Nachleben oder neue Kraft? Hof und Stadt im langen 19. Jahrhundert. Respondent: Philip Mansel (London).

 

Zusammenfassung

 

            17.30-18.00  Pierre Monnet (Paris/Saarbrücken)

 

 


Die Arbeit der anderen

 

 

RaLF richard WAGNER*

Die „Thermes Théodoriques“ in der kurpfälzischen
Sommerresidenz Schwetzingen

 

Das Badhaus mit seinen Gartenanlagen diente als privates Refugium des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz (1724-1799). Geplant wurde es von Nicolas de Pigage (1723-1796), Oberbaudirektor der Kurpfalz.

Es war ein Ort, wo sich der Fürst vom strengen Hofzeremoniell zurückziehen konnte. Das Badhaus folgt dem Schema der Versailler Filialschlösser Trianon und Marly. Dabei wird dem französischen Vorbild so viel Tribut gezollt, daß das Schwetzinger Badhaus in der gleichen Seitenlage wie Trianon errichtet wurde, ohne jedoch die genaue Achse und Entfernung zu kopieren. In den ‚Étrennes Palatines‘ von 1769, einer Art Hofkalender, findet sich die erste schriftliche Erwähnung des Badhauses: Le bosquet & le bâtiment des bains aux quels on travaille. Ces bains dans le gôut des Anciens porteront le nom de Thermes Théodoriques[1]. Da die ‚Étrennes Palatines‘ Bezug nehmen auf das Vorjahr, muß folglich der Baubeginn für das Badhaus auf 1768 datiert werden. Als wichtigste, bisher unausgewertete Quelle dienen uns aber die Berichte des sächsischen Gesandten am kurpfälzischen Hofe, Graf Andreas von Riaucour[2]. Am 4. Juli 1772 sandte sein Sekretär Zapf einen Bericht nach Dresden, der sich nur auf das bereits fertige Badhaus beziehen kann: Schwezingen, ce 4 Juillett 1772. Mrsg. L’Electeur y arriva à 11 h de Schwezingen, et s’entretint avec S.A. Roiale dans l’appartement de Mad. La Princesse, jusqu’a ce qu’on se rendit à table, après la quelle ils allerent dans le nouveau batiment prendre le caffé, et s’amuserent avec une partie de jeu, la quelle finie, Mrsg. Le Prince, après avoir pris congé de S.A.S.E. et de Madame la Princesse sa sśur partit pour Coblence[3]. Da es in keinem Tempel oder Parkbau des Schwetzinger Schloßgartens möglich war, Kaffee zu trinken und Glücksspiele zu veranstalten, denn die entsprechende Möblierung und eine Kaffeeküche fehlten, kommt nur das Badhaus als Veranstaltungsort in Betracht. Somit läßt sich die Bauzeit auf 1768 bis 1772 festlegen, die auch durch andere Quellen bestätigt wird[4].


Vorbilder für die Fassade

 

Der Architekt Nicolas de Pigage folgt in der äußeren Form des Badhauses den berühmten Villen des Veneto und deren neo-palladianischen Nachbauten in England. Das Badhaus ist gleichsam ein Zeugnis des intensiven Studiums architekturhistorischer Traktate von der Antike bis zum 18. Jahrhundert von den Architekten Vitruv, Palladio, Serlio, Scamozzi, Alberti, Blondel, Perrault und Adam, die alle als Anregung dienten. Als Vorlage für die Badhausfassade diente Pigage die Villa Rocca della Pisana. Die Villa der Familie Pisani genannt „La Rocca Pisana“ in Lonigo bei Vicenza wurde 1576 von Vincenzo Scamozzi (1548-1616), einem Schüler von Andrea Palladio (1508-1580), errichtet. Sie zeigt einen zweigeschossigen Fassadenaufriß und einen achteckigen Tambour mit abgewalmtem Dach. An den Ecken des Hauptdaches sitzen Obelisken, was Pigage am Schwetzinger Badhaus wiederholt. Ebenso übernahm er die Tambourgestaltung und den Fassadenaufriß.

Als weiteres architektonisches Vorbild diente Chiswick House in England. Zwischen 1725 und 1729 wurde die Villa für Richard Boyle 3. Earl of Burlington (1694-1753) als Landhaus außerhalb von London errichtet, deren Vorbilder in der Antike liegen und über die Werke Palladios und Scamozzis rezipiert wurden[5]. Die Rezeption von Palladios Villen entlang der Brenta geht in Chiswick House soweit, daß Lord Burlington einen Fluß umleiten ließ, der am Gebäude vorbeifloß und den Namen Brenta erhielt. Somit war die Assoziation mit den Vorbildern der Villeggiatura im Veneto bis ins kleinste Detail ausgeprägt. Nicolas de Pigage plante das Schwetzinger Badhaus so, daß der schon bestehende Apollo-Kanal an einer Seite vorbeifließt. Der gebildete Zeitgenosse des 18. Jahrhunderts verstand das Zitat des Kanals natürlich als Brenta und erkannte folglich das Vorbild. Das Gebäude wird mit all seinen architektonischen Anspielungen als ein privates Haus sichtbar, ohne daß man den genauen Nutzungszweck zu kennen braucht. Dabei ist der Typus von Chiswick House stilprägend für das Badhaus in Schwetzingen. Chiswick House wurde nicht als Wohnhaus errichtet. Es war Ausdruck der Geisteshaltung des Bauherren. Man traf sich dort, um über Kunst und Politik zu debattieren. Dabei war das Gebäude innen wie außen eine Folie für die geistreichen Gespräche des Hausherren und seiner Gäste. Chiswick House sollte einen Tempel der Künste vorstellen, dessen Architektur auf Natur und Vernunft begründet war.

Da Nicolas de Pigage in Paris in den Traditionen der französischen Architekturtheorie eines François Blondel geschult war, darf man die französische Komponente bei der Herleitung des Schwetzinger Badhauses nicht vernachlässigen. Als Vorbild für den Bau eines privat zu nutzenden Schlößchens diente das Trianon de Porcelain, das 1670 von Louis Le Vau (1612-1670) am rechten Seitenarm des großen Kanals im Versailler Garten errichtet worden war. Durch den „Mercur Galant“ wurden auch alle weiteren Objekte dieser Art, wie das Trianon de Marbre und die Pavillonanlage in Marly, publik gemacht und weckten bei den europäischen Landesfürsten den Wunsch, ein ebensolches privates Refugium wie der französische Sonnenkönig Louis XIV (1638-1715) zu besitzen. Das Badhaus ist ein typischer Pavillon im französischen Sinne und seine Bauaufgabe, privates Refugium und Badehaus eines Souveräns zu sein, war in den berühmten Pavillon-Bauten in Marly vorgegeben. Ab 1687 ließ sich Louis XIV als Fluchtmöglichkeit von dem anstrengenden Hofleben einen Pavillon in Marly anlegen, der von mehreren kleineren Pavillons umgeben war, die ausgesuchten Freunden zur Verfügung gestellt wurden. Da sich die Aufenthalte des Königs in Marly ausdehnten, wurde zur Bequemlichkeit ein Pavillon als Badepavillon umgestaltet[6]. Marly gilt als Prototyp für Pavillonbauten und fand gerade in Süddeutschland besondere Nachahmung[7].

Im 18. Jahrhundert erkennt man auch in der französischen Baukunst, besonders bei Ange-Jacques Gabriel (1698-1782), einen palladianischen Einfluß. Dies ist am stärksten ausgeprägt am Petit Trianon, das nach seinen Plänen zwischen 1762 und 1768 ursprünglich für Madame de Pompadour (1721-1764) errichtet worden war. Das Petit Trianon entspricht mit seinem würfelförmigen Baukörper und der differenzierten Instrumentierung der einzelnen Fassaden durch kolossale Pilaster oder Säulen am stärksten den palladianischen Idealbauten. Gleichzeitig verbindet es mit seiner detaillierten Gliederung und der erhöhten Terrasse den französischen Bautypus. Das Petit Trianon ist der Wegbereiter des „gôut grec“ und des beginnenden Klassizismus in Frankreich. Seine palladianische Fassadengestaltung und der pavillonartige Bautyp als privates Haus des Königs bzw. seiner Mätresse Madame de Pompadour waren direktes Vorbild für das Schwetzinger Badhaus. Das Badhaus hat somit nachweislich seine Vorläufer im Werk von Andrea Palladio und Scamozzi, dem englischen Neo-Palladianismus und im Bau des Petit Trianon.

Alle erwähnten Gebäude wurden nach den Prinzipien einer „Maison de plaisance“ errichtet, deren theoretische Grundlage 1737 durch das Standardwerk von François Blondel (1705-1774) geschaffen worden war. Die „Maison de plaisance“ gilt als eine Baugattung, die besondere Raumbeziehungen, Grund- und Aufrisse hervorbringt und durch diese auch eindeutig definiert wird[8]. Ausschlaggebend für die Bauausführung waren aber auch die praktische Nutzung des Gebäudes und die meist sehr individuellen Bedürfnisse, Vorstellungen und Initiativen der Bauherren. Es entwickelte sich auch aus den gesellschaftlichen Strömungen des 17. und 18. Jahrhunderts für die Verwendung eines Hauses, das sich aus den Vergnügungen, auf dem Lande zu sein, ergibt[9].

 


Der Auftraggeber Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz

 

Die Persönlichkeit des Bauherren und seine Vorlieben waren bestimmend für die Anlage des Badhauses. Der bekannte Straßburger Gelehrte Johann Daniel Schöpflin (1694-1771) bezeichnete Carl Theodor als den gelehrtesten Fürsten Deutschlands und schrieb über ihn 1768: Il faut convenir qu’il n’y a point prince en Europe qui favorise tant les lettres comme ce prince et ce n’est pas par insinuation, affectation, vanité; cela vient de lui-même et de son bon naturel [...][10]. Vom Charakter war der pfälzische Kurfürst ein zurückhaltender, meist melancholisch gestimmter Mensch. So berichtet der französische Botschafter François Bonaventure Tilly Marquis de Blaru (1701-1775): J’ai souvent besoin de l’amitié que ce Prince a la bonté de me témoigner pour le tiers de l’affreuse mélancholie où je l’ay quelque fois vû plongé. […] Le duc est dissimulé, parle peu, et on ne peut guère savoir au juste ce qu’il pense[11]. Carl Theodor liebte die Einsamkeit, so pflegte er einsame Spaziergänge in seinem öffentlich zugänglichen Schwetzinger Garten. Dieser Hang zur Einsamkeit war eine ureigene Charaktereigenschaft von Carl Theodor, während der Rückzug in die Privatsphäre durchaus zeittypisch war. So schuf sich Carl Theodor mit seinem von Mauern und Gittertoren begrenzten Bereich um das Badhaus im Schwetzinger Schloßgarten ein privates Refugium. Hier im privaten Bereich konnte er ganz seinen individuellen Neigungen nachgehen.

Wie das Badhaus von Carl Theodor genutzt wurde, zeigt eine Aufzeichnung des schwäbischen Dichters und Musikers Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791). Schubart befand sich gerade in Mannheim und verkehrte dort im Kreise der Mannheimer Musiker und besonders mit dem Verleger Schwan. Über das Badhaus in Schwetzingen schrieb er: Mitten unter diesen Ergötzungen erhielt ich schleunigen Befehl, mich nach Schwetzingen zu begeben und vor dem Kurfürsten zu spielen, – ein Befehl, der mir um so angenehmer war, je schwerer es sonst fiel, bei diesem Fürsten Gehör zu finden. Ich fuhr mit dem jungen Grafen von Nesselrode dahin und wurde sogleich vor den Kurfürsten gerufen. Er befand sich, seiner Gewohnheit nach, im Badhause, einem im schwetzingischen Garten liegenden zwar kleinen, aber ungemein geschmackvollen Gebäude, die Prinzen Gallian und Isenburg, die Frau von Sturmfelder und noch ein Paar Kavaliers waren bei ihm. Er hatte beinahe allen Glanz, jede Mine der zweifelnden Hoheit – nach Klopstocks Ausdruck – abgelegt und schien nur guter Mensch und liebenswürdiger Gesellschafter zu seyn. Sein Aeußeres kündigte Gesundheit und männliche Stärke an. Sein freundlicher Blick, den er auf Fremde und Einheimische ausstrahlt, mildert das Zurückschreckende seiner Macht und seines Ansehens. Man vergißt im Anblick seiner lichten Mine den Stern bald, der an seiner Brust flammt, und seine Fürstengröße ankündigt. Er empfing mich so gnädig, daß sich meine Blödigkeit bald in Freimuth verwandelte. Nachdem er sich sehr liebreich nach meinen Umständen erkundigt hatte, so spielte er selbst, beinah etwas furchtsam, ein Flötenkoncert von zwei Toeschi und dem Violoncellisten Danzy begleitet. Nach diesem spielte ich verschiedene Stücke auf dem Fortepiano, sang ein russisches Kriegslied, daß ich so eben gemacht hatte, stand auf, sprach über Literatur und Kunst und gewann des Kurfürsten vollkommenem Beifall. ‚Ich will Ihn öfters hören und sprechen‘, sagte er mit der heitersten Miene, als ich Abschied nahm[12]. Dies ist die einzige Quelle zur Nutzung des Badhauses durch Kurfürst Carl Theodor[13]. Man kann aber mutmaßen, daß Carl Theodor, der ein sehr großes Interesse an Literatur, Musik und den Naturwissenschaften hatte, im Badhaus gleichgesinnte Freunde versammelte, und so das private Refugium zu einer Stätte des geistigen Austausches und der Inspiration wurde.

 

 

Abb. 1: Südfassade des Badhauses mit Intrada

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Die Außenfassade des Badhauses

 

Das Badhaus selber ist ein rechteckiger, eingeschossiger Bau mit einem achteckigen Tambour in der Mitte. Der einfache Querrechteckbau stellt die am meisten verbreitete Lösung für den Grundriß im Frühklassizismus dar, namentlich für den ländlichen Schloßbau und das Stadtpalais. Man erreicht das Badhaus auf zwei Wegen. Neben dem Naturtheater in nördlicher Richtung liegt ein kleines Rasenparterre mit einer zentralen Wasserkunst in der Mitte. Diese ist als sogenannter „Champignon d’eau“ in einem monolithischen runden Sandsteinbassin ausgeführt. Das Parterre ist mit Hainbuchenhecken eingefaßt, vor die vier Sandsteinbüsten nach antiken Vorbildern aufgestellt sind[14]. Als „point de vue“ vom Zugangsweg vom Naturtheater errichtete Pigage einen kleinen Pavillon, der wiederum in die ehemalige Menagerie, das heutige Arboretum, überleitet. Dieser ist vollständig mit Delfter Fayence-Fliesen ausgekleidet und konnte als Sommerspeisesaal genutzt werden, da sich praktischerweise die Badhausküche gleich nebenan befindet. Das Badhaus steht etwas erhöht über dem Rasenparterre, in der Art eines Belvedere, und kann durch eine Treppe erreicht werden. Diese war ehemals aber durch ein Gittertor verschlossen und grenzte somit den öffentlichen Schloßgarten vom Privatgarten ab. Pigage gestaltet diese eigentliche Schauseite des Gebäudes mit dem bekrönenden Monogramm „CT“ des Kurfürsten und den Herrschersymbolen Kurhut und Hermelinmantel auf der Dachbalustrade. Unter diesen Symbolen würde man die Eingangstür des Gebäudes vermuten – aber in der risalitartigen Mittelpartie befindet sich nur ein Fenster. Die gleiche Fassade bietet sich den Besuchern vom Apollo-Kanal aus. Pigage macht somit deutlich, daß der Bewohner des Gebäudes ein Herrscher ist, der aber hier Privatsphäre genießt.

Der eigentliche Zugang erfolgt über den Apollotempel. Steigt man die seitliche Felsentreppe herab, wird diese um die Wildschweingrotte an beiden Seiten herumgeführt. Am Ende der Treppen befanden sich ursprünglich auch Gittertore. Erst als Gast Carl Theodors konnte man in die Blickachse des Badhauses eintreten. Hier öffnet sich nun das Badhaus mit einer einladenden Intrada.

 

Das Eingangsmotiv

 

Die Intrada wurde von Pigage als halbrunder Vorhalle mit abschrankenden toskanischen Säulen gestaltet. Dieses Motiv geht auf antike Vorbilder in der Thermenarchitektur zurück, welche zuerst in England im Innenausbau im 18. Jahrhundert wieder aufgenommen wurden. Die apsidiale Wandgestaltung mit Figurennischen mit und ohne Säulenabschrankung übernahm in meisterhafter Weise der englische Architekt Robert Adam (1728-1792) schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für Innenraumlösungen[15]. Das Vorbild dafür findet sich in den Zeichnungen von Andrea Palladio von den Thermen des Diocletian in Rom.

Auch in Frankreich fand das Thermenmotiv Verwendung, hier jedoch im Außenbau. Für das Haus der Tänzerin Marie-Madeleine Guimard an der Chaussée d’Antin in Paris versah der Architekt Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806) 1770 den Eingangsbereich mit einer halbrunden, offenen Säulenhalle. Die kunsthistorische Literatur nennt bisher stets Claude-Nicolas Ledoux als Spiritus rector der Versetzung eines Innenraummotivs an die Außenseite eines Gebäudes. Der kurpfälzische Oberbaudirektor Nicolas de Pigage verwendete aber dieses Motiv schon 1768/69 für das Schwetzinger Badhaus. Er schuf somit früher als sein berühmterer Kollege Ledoux eine ideale Lösung für einen Eingangsbereich im Sinne der Antikenrezeption.

Das Motiv der Intrada findet sich in der nördlichen und der südlichen Fassadengestaltung. In der Mitte der konkaven Wand sitzt jeweils die Eingangstür, welche mit Lamellenläden verschlossen werden kann. Rechts und links von der Eingangstür befinden sich zwei Rundnischen mit einem bekrönenden stuckierten Muschelmotiv. Die Wände waren nach neuesten Befunden hellgelb gefaßt und mit Tropfenornamentik bemalt. Zusammen mit den Grisaillegemälden von Quellnymphen als Supraporten über den Scheintüren neben der Intrada beziehen sie sich auf die Nutzung des Gebäudes als Bad. In der südlichen Intrada befinden sich in den Figurennischen die überarbeitete Gipsfigur eines Fauns mit einem Böckchen und ein Cupido vom Hofbildhauer Peter Anton von Verschaffelt (1710-1793)[16]. In der nördlichen Vorhalle steht ein überarbeiteter Gipsabguß nach dem Apollino Tribuna und der Idolino. Die beiden Vorhallen sind absichtlich schlicht gehalten, da nach frühklassizistischer Auffassung das Edle und Körperhafte, das man auszudrücken wünschte, so am deutlichsten in Erscheinung trat.

 

Die Innenräume

 

 

Abb.: 2: Ovalsaal mit Blick zum Perspektiv

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer


Der zentrale Raum des Badhauses ist der Ovalsaal und nicht, wie der Name vermuten läßt, das Badezimmer. Er wurde von Pigage als anderthalbgeschossiger „Salon à l’italienne“ ausgeführt. In Wandnischen stehen vier Begleiterinnen von Aurora, der Göttin der Morgenröte, und darüber sind als Supraporten Medaillons der Jahreszeiten angebracht. Unter den Wandnischen tragen Greifen marmorne Konsoltische. In der Zone des Mezzaningeschosses im Tambour zieren Stuckreliefs von Giuseppe Pozzi (1732-1811) mit spielenden Putten und Blumengirlanden die Wand.

Das ovale Deckengemälde liegt ohne die gewöhnlich kaschierende Wölbungszone völlig plan auf den Mauern des Tambours. Eingefaßt ist es durch einen vergoldeten Eichenlaubkranz aus Holz. Das Gemälde wurde als traditionelles Leinwandbild in Öl gefertigt, das als „quadro riportato“ nachträglich an der Decke angebracht wurde. Ausgeführt wurde das Bild von Nicolas Guibal (1725-1784), dem württembergischen Hofmaler[17]. Es zeigt das Thema „Aurora vertreibt die Nacht“. Aurora, die Göttin der Morgenröte, zieht mit ihrem Wagen von Osten auf das Bild, wie der wirkliche Verlauf der Sonne es vorbestimmt. Damit wird einem Betrachter suggeriert, daß der Ovalsaal zum offenen Innenhof mutiert. Das ikonographische Programm des Ovalsaals verzichtet völlig auf die Verherrlichung von Macht und Würde des Bauherren. Deswegen wählte man das seltene Motiv von Greifen als Konsoltischträger – hätte man Löwen genommen, wäre dies eine Anspielung auf das Wappentier des aus der Familie der pfälzischen Wittelsbacher stammenden Kurfürsten Carl Theodor. Die Jahreszeiten und Aurora versinnbildlichen alle den Ablauf der Zeit, in die der Mensch völlig einbezogen ist und der er sich auch nicht Kraft absoluter Machtvollkommenheit entziehen kann.

In ihrer funktionalen Bestimmung ambivalent schließen sich an den Ovalsaal zwei Vorzimmer an, die zum einen noch zum Gefüge des Festsaals zählen, zum anderen bereits als „Antichambre“ zu den auf den Schmalseiten gelegenen Wohnräumen gehören.

Das Chinesische Zimmer im Osten besitzt eine Felderlambris in Eichenholz, darüber befinden sich acht chinesische Papiertapetenbahnen. Die Schwetzinger Bilder wurden einzeln in die Wandfelder der Täfelung eingebracht. Das Einfügen in die Holzvertäfelung eines Raumes entsprach seit dem 17. Jahrhundert der Konzeption von Lackkabinetten der Chinamode. Bei dieser Methode wurden die Bildbahnen, bei denen es sich zunächst um unmontierte Rollbilder und später um Tapetenbahnen handelte, in das Vertäfelungssystem der Wände gebracht. In die gerahmten Wandfelder der Boiserien eingegliedert, wurden sie wie Lacke oder Porzellane als kostbare Kuriositäten präsentiert. Die Art der chinesischen Tapeten, wie sie in Schwetzingen anzutreffen sind, bezeichnet man als kleinfiguriges Panorama mit Darstellung der Großhandwerke. Tapeten, welche die Seiden- und Porzellanproduktion sowie den Reisanbau im China des 18. Jahrhunderts illustrieren, spiegeln den Stolz der Chinesen auf den hohen Standard ihres Handwerks und ihrer Landwirtschaft wider, in dem der Genius chinesischer Erfindungskraft und das Leistungsvermögen des chinesischen Volkes demonstriert werden sollten.

 

 

Abb. 3: Chinesisches Zimmer. Blick auf den Wandschrank

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Seitlich des Kaminspiegels waren ehemals Porzellankonsolen der Frankenthaler Manufaktur angebracht, auf denen chinoise Figuren standen[18]. Von der Decke hängt eine Replik des originalen Porzellankronleuchters von Franz Conrad Linck (1730-1793). Die Einrichtung vervollständigen vier Encoignuren[19] und vier Stühle. Der Raum wurde wahrscheinlich als Eßzimmer genutzt, wobei die Tafeln damals mobil gestaltet waren und nach Gebrauch „aufgehoben“ wurden, sprich die Einzelteile wurden durch das Personal hinausgetragen. Während des ganzen 18. Jahrhunderts waren chinesische Kabinette ein fester Bestandteil der Raumdisposition von Schlössern und ein Ansatzpunkt für Naturalismus in diesen.

 

 

Abb. 4: Chinesisches Zimmer. Blick auf die Kaminwand

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Das gegenüberliegende Arbeitszimmer ist am aufwendigsten ausgestattet mit einer Vertäfelung aus poliertem Nußbaum, Palisander, Mahagoni und Rosenholz. Das Zimmer wird durch einen Alkoven erweitert, der von zwei korinthischen Säulen flankiert wird. Damit nimmt Pigage ein Motiv für Thronsäle oder Audienzzimmer auf, denn die korinthische Ordnung stand nur dem regierenden Herrscher zu. Als Möbel würde man nun im Alkoven einen Thronsessel und einen Purpurmantel mit Hermelinkragen oder das Herrscherwappen erwarten. Da der Herrscher aber im Badhaus als Privatmann auftritt, findet sich im Alkoven ein Ruhesofa und die dahinterliegende Wand schmückt ein Landschaftsgemälde. Der Herrscher wird zwar als solcher seinem Rang nach durch die Architektur gewürdigt – durch die Möblierung und Ausstattung wird er aber als Privatmann gekennzeichnet – typisch für Carl Theodor, könnte man sagen, der sicher auf die Ausstattung großen Einfluß ausgeübt hat, wie die nachträglich eingebauten Bücherschränke belegen. Zentrale Blickpunkte im Arbeitszimmer sind sieben Landschaftsveduten des Hofmalers Ferdinand Kobell (1740-1799). Die Gemälde füllen das kleine Zimmer in ganzer Höhe und Breite aus. Durch sie wird der Ausblick in den Garten sozusagen verdoppelt und der Raum dadurch optisch vergrößert. Die Anbringung der Spiegel über dem Kamin und an den Schmalseiten des Alkovens betonen diese Raumwirkung zusätzlich. Die Landschaftsmalerei auf Wandpanneaux verwischt die Grenzen des Raumes, der Bewohner erblickt durch das Fenster Gartenlandschaften, die sich im Typus nicht von den gemalten Landschaften unterscheiden.

 

 

Abb. 5: Schlafzimmer des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz mit geöffneter Toilettentür

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Sinngemäß ist das Schlafzimmer im Westen auf Seiten der untergehenden Sonne angelegt. Das Bett steht in einem Alkoven, der durch Vorhänge geschlossen werden kann. Ein solches Bett war für offizielle Empfänge untauglich und ist ein weiterer Beleg für die private  Atmosphäre des Badhauses. Die beiden Nebenkabinette zeugen von der Funktionalität des Raumes – sie enthalten eine Garderobe und eine Retirade mit dem originalen Leibstuhl des Kurfürsten und einem Abluftfenster. Die Vasen der Firma Wedgwood aus „Black Basalt Ware“ auf dem Marmorkamin sind ein früher Beleg der englischen Kunstrezeption durch den pfälzischen Kurfürsten. Der Raum erhielt bei der abgeschlossenen Restaurierung 2006 seine gelbgrundige Pekingseidentapete wieder, die mit Paradiesvögeln und exotischen Blumen geschmückt ist. Solche illusionistischen Gartenprospekte überwanden die Raumgrenzen, sie entsprachen dem Wunsch nach einer gartenhaft heiteren Atmosphäre. Dem Betrachter gaukelt die Dekoration der Wände die Illusion eines allseits geöffneten Pavillons im Sinne eines „Point de vue“ vor, von dem aus der reale Schloßgarten durch die Fenster und ein fernöstliches Gartenpanorama auf der Tapete zu bewundern sind. Farbige Malgründe, auf denen sich die bunte Gartenwelt Chinas ausbreitet, bestimmen die Fassung der Lambris und die Farbe der Dekorationen, so daß intime, von einer Grundfarbe bestimmte Raumhüllen entstanden.

 

 

Abb. 6: Badezimmer

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Das Badezimmer gestaltete Pigage als Grotte. Die ovale Marmorbadewanne ist in den Boden eingelassen. Die konvex geschwungene Wand dahinter ist mit einem stuckierten Vorhang geschmückt. In der Decke über der Wanne ist eine Dachlaterne angebracht, die für Entlüftung aber auch für eine zentrale Beleuchtung der Badewanne sorgt. Die restlichen Wände sind mit grottiertem Stuck und Halbedelsteinen überzogen. Vier hochrechteckige Reliefs aus Stuck zeigen Najaden als Wasserträgerinnen. Diese Arbeiten von Pozzi lehnen sich eng an die Arbeit des französischen Renaissancekünstlers Jean Goujon (1510-1572) für die „Fontaine des Innocents“ in Paris an[20]. Die Decke und die Türen sind mit Spiegeln verkleidet und erhöhen somit das Raffinement des Raumes. Das Wasser wurde durch Schlangen aus Metall und eine Urne in das Becken gelassen, ein Überlaufrohr diente gleichzeitig als Stöpsel. In dem neben dem Badhaus gelegenen Communbau mit einer Küche konnte das Wasser erhitzt und unterirdisch in Leitungen zum Bad geleitet werden[21]. Dabei nutzte man das physikalische Prinzip der kommunizierenden Röhren.

 

 

Abb. 7: Badezimmer

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), Photo: Arnim Weischer

 

Man kann vermuten, daß das Bad nicht der Körperhygiene diente, sondern an einem heißen Sommertag ein lauwarmes Bad zur Rekreation des Herrschers eingenommen wurde[22]. In dieser Badeanlage zeigt sich zum einen der Rückgriff auf antike Motive als durchgängiger Dekorationsstil, zum anderen überrascht der intime Charakter des Innenraums mit seiner außerordentlich privaten Atmosphäre, die noch durch den direkten Zugang zum Privatgarten erhöht wird, welcher dem Rückzug und selbstbesinnender Betrachtung zugedacht war.

Das schlichte Äußere des Badhauses entspricht dem Stilempfinden des Klassizismus in seiner Rückbesinnung an „edle Einfalt und stille Größe“ der antiken Kunst, aber auch der modernen Geisteshaltung des Auftraggebers. Man kann durchaus das Badhaus im Schwetzinger Schloßgarten als ein Beispiel „gebauter Aufklärung“ bezeichnen, da sich hier modernste Architektur und aufgeklärte Geisteshaltung vereinen.

 

Der private Garten des Badhauses

 

An das Badhaus schließt sich in Richtung Norden ein Privatgarten an, der durch Mauern und Gitter aus Holzlamellen Sichtschutz genießt und vom übrigen Garten abgegrenzt ist. Als Mittelpunkt des „giardino secreto“ dient die Anlage der wasserspeienden Vögel. Pigage erwähnt die Anlage in seiner „Information“ an die Hofkammer vom 8. Mai 1776, als die komplette Anlage bereits fertig sein mußte, denn sie wurde dem Hofbaumeister Huschberger zur Unterhaltung übertragen: Le Pavillon des Bains avec celui à côté pour sa cuisine, avec les vollieres, les cabinets. Les Berceaux, et le Pavillon d’optique, qui se trouve dans l’Enceinte de son petit jardin particulier[23]. Das ovale Becken wird von einem weißen Holzgeländer eingefaßt. In der Mitte des Bassins, auf einem stilisierten Holzstumpf, sitzt ein Uhu, der in seinen Fängen einen toten Fasan hält. Seine Schwingen sind ausgebreitet und aus seinem Schnabel ergießen sich zwei Strahlen in das Bassin. Die gesamte Anlage wird von einer Grillage, die sich zur Mitte hin vorwölbt, umfaßt. Am äußeren Rand der Grillage sitzen 20 weitere Vögel, die aus ihren Schnäbeln Wasser in die Mitte des Bassins herunterspeien. Erzählt wird hier eine beliebte Fabel des antiken Dichters Aesop: der böse Uhu hat einen Artgenossen geschlagen und wird deshalb von den guten Vögeln bespuckt und beschrieen. Die originalen Vögel waren aus Eisenblech und naturalistisch bemalt, 1995 wurden Kopien aus Kupferblech angebracht. Eine Liste von 1926 hat sich erhalten, welche die genaue Anzahl der Vögel wiedergibt: 1 Uhu mit Fasan, 12 grosse Vögel, 8 mittlere Vögel, 12 kleine Vögel[24]. Heute befinden sich noch 20 von ehemals 32 Vögeln in Schwetzingen, der Rest wurde gestohlen. Es fehlen die zwölf kleinen Vögel, die wahrscheinlich auch nicht an die Wasserleitung angeschlossen waren. Die Vögel sind sehr naturalistisch gestaltet, oft mit aufgespannten Schwingen. Manche sind sogar zu identifizieren, wobei die Größenverhältnisse nicht immer stimmen. So erkennt man einen Truthahn, einen Kakadu, einen Auerhahn, eine Gans, einen Wiedehopf, eine Großtrappe, ein Huhn und einen Hahn. Die wasserspeienden Vögel wirkten ursprünglich mit ihrer realistischen Bemalung sehr lebensecht, denn in den Diagonalachsen der Brunnenanlage sind vier Volieren mit lebenden Vögeln untergebracht, die mit ihrem Gezwitscher die Fabel illustrieren. In der Querachse des Bassins liegen noch zwei kleine Gebäude, die wegen ihrer Ausstattung mit Achaten als Achathäuschen bezeichnet werden. Die Brunnenanlage bietet ein reizvolles Spiel, denn man kann unter den Fontainen hindurch um das Bassin gehen. Damit ergibt sich das interessante Schauspiel einer Umkehrung einer Fontaine. Normalerweise spritzt eine Fontaine ihr Wasser von der Mitte des Bassins nach oben und den Gesetzen der Schwerkraft folgend macht es einen Bogen und kommt außen wieder herunter. Bei den wasserspeienden Vögeln kommt das Wasser von oben und außen nach unten in die Mitte des Bassins. Das Vorbild für die wasserspeienden Vögel findet sich in Versailles. Im dortigen Labyrinth waren 39 solcher Tierfabeln aufgestellt, die durch Kupferstiche bekannt waren. Darunter befindet sich ein Brunnen, in dem die gleiche Szenerie wie in Schwetzingen dargestellt wird und auch bemalte Vögel aus Kupferblech zu sehen sind. Die meisten Gartenführer geben an, daß die Vögel wie die anderen Bleiskulpturen aus Lunéville stammen. Dem muß aber widersprochen werden. Schon Kurt Martin vermutet, daß sie ursprünglich aus La Malgrange stammen. Dazu führt er einen französischen Gartenführer von 1818 an: C’est à la Malgrange que Stanislas avoit placé cette scène[25]. Auf dem Plan der Malgrange verzeichnet Emmanuel Héré in der Legende unter Nummer 35 genau die wasserspeienden Vögel[26]. Ein Rundbassin wird von einem halbrunden Berceau hinterfangen dessen Mittelpunkt von einer Halbkuppel gebildet wird. Darunter befand sich ein Becken in stilisierter Rocailleform mit den wasserspeienden Vögeln, wobei anzunehmen ist, daß die Vögel auf dem Berceau der Halbkuppel verteilt waren und der Uhu im Bassin darunter sich befand. Eine historische Ansicht der Anlage im Gemälde von G. Mangin im Musée Historique Lorrain gibt nur eine unvollständige Übersicht wieder, da der Maler als Standpunkt anscheinend die Halbkuppel gewählt hat[27].

Den Abschluß des Badhausgartens gestaltet das Perspektiv, von Pigage als „Pavillon d’optique“ und vom Volksmund „Ende der Welt“ bezeichnet. Hinter einem tunnelartigen Berceau errichtete Pigage einen Pavillon, dessen Eingangstor mit dem Berceau abschließt. Zwei Seitenräume sind von vorne nicht sichtbar. Sie schmückte Pigage mit bemalten Wandverkleidungen, dem Stuckmarmor im Badhaus vergleichbar. Die Decken der Seitenräume überspannt ein gemaltes Gitternetz, über dem Vögel fliegen – eine Anspielung auf die benachbarte Menagerie. Der nach vorne offene Hauptraum stülpt sich apsidial nach hinten. Diese Apsis hat Pigage ebenfalls hinten aufgebrochen und die Öffnung mit Tuffsteinfelsen umkleidet. Der apsidiale Raum ist sehr aufwendig als Grotte gestaltet mit Halbedelsteinen und stuckierten Moosen, Muscheln und Felsen. In die Außenmauer eingepaßt ist ein kleines Bassin, das mit eisernen Schilfblättern am Rande geschmückt ist. Das Wasser rinnt von der grottenartigen Decke in das Bassin herab und bildet einen Wasservorhang vor dem Gemälde. Hinter der Öffnung schuf Pigage eine halbrunde Mauer, auf der al fresco ein Landschaftsgemälde zu sehen ist. Das Bild zeigt einen Ausblick ins Paradies, eine urwüchsige Auenlandschaft mit dem Zusammenfluß zweier Flüsse und Bergen im Hintergrund. Dieses Paradies befindet sich aber nicht irgendwo, das Paradies kann einem exakten Ort in der Kurpfalz zugewiesen werden. Das Gemälde ist nach Norden ausgerichtet und liegt also genau in der Entsprechung der kurpfälzischen Hauptstadt Mannheim, am Zusammenfluß von Neckar und Rhein. Das Paradies befindet sich also im Herzen der Kurpfalz, an Stelle der späteren Hauptstadt Mannheim. Das Vorbild für das Gemälde lieferte der Hofmaler Ferdinand Kobell, ausgeführt wurde das Fresko vom Theatermaler Willwerth. Indem Pigage die Wand ein wenig vom Pavillon absetzte und bewußt kein Dach darüber gestaltete, erreichte er eine natürliche Beleuchtung der Szene. Die wandernde Sonne wirft je nach Tagesstand verschiedene Schatten auf das Gemälde und Vögel fliegen hindurch, so daß man von vorn den Eindruck hat, man schaut durch eine dunkle Höhle auf eine ferne Rheinlandschaft. Hier kündigt sich der neue Englische Landschaftsgarten an. Diese Szenerie ist heute einzigartig in der Gartenkunst, hat aber ihr Vorbild in Lunéville. An der Ecke des Kanals, der zum Rocher führte, waren drei ähnliche Grottenöffnungen angebracht, durch die man die Insel Capri auf einem Gemälde sehen konnte. Diese Situation, die heute verschwunden ist, kann man noch auf der Vertäfelung der Galerie von Schloß Einville in Lothringen sehen, die sich im Schloß Lunéville befindet[28]. Pigage kannte sicher diese Partie und hat sie für Schwetzingen nachgebildet.

Überblickt man die gesamte Badhausanlage in der Längsachse, so wird deutlich, daß Nicolas de Pigage mit dem Wechselspiel von Licht und Schatten wie mit modernen Scheinwerfern im Theater arbeitet. Beginnend an der Wildschweingrotte steht ein imaginärer Gast des Kurfürsten auf dem kleinen Platz davor im vollen Licht, optimales Wetter natürlich vorausgesetzt. Vor ihm öffnet sich der belaubte und somit verschattete Berceau de Treillage, der sich trompetenförmig zum Badhaus hin öffnet. Das Niveau des Weges wird dabei kaum merklich angehoben und Pigage erreicht durch die Verschattung ein Verunklärung der Distanz, die eigentlich zu gering ist, um sich dem Badhaus angemessen nähern zu können. Das Gebäude selber steht wieder im vollen Sonnenlicht. Betritt der Besucher nun das Badhaus und blickt zurück, hat er den gleichen Effekt wie bei einer Guckkastenbühne mit einem natürlich beleuchteten Hintergrundprospekt, hier der Wildschweingrotte, von Pigage als „Point de vue“ eingesetzt. Wendet sich nun der Besucher im Ovalsaal des Badhauses um und schaut durch die Nordtür ins Freie, wird der Blick durch den trompetenförmig verlaufenden Berceau de Treillage eingefangen und wiederum in die Tiefe gelenkt. Hier führt der Weg sanft bergab, um analog zur Eingangssituation eine Verunklärung der tatsächlichen Ausmaße zu schaffen. Der verschattete Berceau öffnet sich zu der offenen und somit hellen Anlage der wasserspeienden Vögel. Der Blick wird abermals durch den abschließenden Berceau gebündelt und durch den nachfolgenden offenen Platz erneut geweitet und aufgehellt. Der darauf folgende lange und beschattete Berceau-Gang engt den Blick zum letzten Mal ein um das abschließende Perspektiv, das von der Sonne beschienen wird, in eine räumliche Ferne zu rücken, die nicht mit der Wirklichkeit identisch ist. Die Hell-Dunkel-Kontraste, das sogenannte „clair-obscur“, wurden hier durch Nicolas de Pigage zu einer bühnenreifen Architektur genutzt. Er suggerierte damit eine räumliche Tiefe, deren tatsächliches Ausmaß nicht einschätzbar ist. Dadurch schuf er eine Verheimlichung der tatsächlichen Dimensionen, die auf die Zeitgenossen gigantisch gewirkt haben muß. Pigage kreierte mit Theatereffekten zwischen Badhaus und der Wildschweingrotte einerseits und dem Perspektiv andererseits eine ähnliche Situation wie beim Schloß. Hier führen die Achsen wirklich in eine unendliche Weite, die nur durch die fernen Berge Königsstuhl und Kalmit begrenzt wird. Beide sind wichtige Punkte der Herrschaftsausdehnung der Kurpfalz. Das barocke Achsenschema von Alleen, die auf einen genau berechneten Kulminationspunkt zulaufen, wird durch das absolutistische Selbstverständnis der Herrscher begründet. Es findet am Schwetzinger Badhaus und seiner Anlage von Pigage eine spielerische und sehr reizvolle Variation.

 

Résumé

 

Für Kurfürst Carl Theodor wurde mit dem Badhaus als sein privates Refugium ein Traum Wirklichkeit. Er war der erste Fürst, der nachweislich allein in einem Gebäude wohnte, auch ohne Dienerschaft, die nebenan in der Badhausküche untergebracht war. Dies entsprach seinem Charakter und ist neben der antiken Eingangssituation das Innovativste am Schwetzinger Badhaus.

„Et in Arcadia ego“ – die auf den Maler Nicolas Poussin (1594-1665) zurückgehende Parole, in einem von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) als Motto seiner Italienreise gebrauchten Sinne, wurde für das Schwetzinger Badhaus das Signum seiner Epoche. Dabei konzentrierte sich die Aufmerksamkeit und die Andacht der Menschen ganz auf die Natur, in deren Urzustand man die Vollkommenheit sah, die es – soweit verloren – wieder herzustellen galt. Paradies und Goldenes Zeitalter, Arkadien und Garten Eden sind Variationen derselben christlich-humanistischen Grundvorstellung. Dennoch fiel die christliche Ikonographie im beginnenden Klassizismus weit zurück hinter die heidnische Naturmythologie, die gerade in der Gartenkunst, durch die antike Literatur angeregt, wiederbelebt wurde.

 

 


guido von büren*

Das ‚italienische‘ Jülich – Übersicht und Einführung zu einer aktuellen Neuerscheinung über Stadt, Schloß und Zitadelle Jülich[29]

 

Drei Jahrzehnte sind vergangen, seit Jürgen Eberhardt 1978 seine für die Interpretation der Jülicher Stadtgestalt bahnbrechende Studie über Jülich als Idealstadtanlage der Renaissance vorlegte[30]. Seither hat sich die Forschung sowohl zu Alessandro Pasqualini (1493-1559), dem Baumeister von „Statt und Schloß Jülich“, als auch zum renaissancezeitlichen und zu der sich danach als Garnisons- und Festungsstadt weiterentwickelnden Stadt intensiviert. Vor allem die Publikationen des unermüdlichen, leider früh verstorbenen Hartwig Neumann, allerdings vorwiegend mit den Schwerpunkten Festungsbaukunst und -technik, erhielten eine tragende und dauerhaft anregende Bedeutung[31].

Hingegen blieb die bereits mit der Restaurierung der kriegszerstörten Ostfassade des Schlosses und der Schloßkapelle in der Zitadelle, d.h. die mit einem Schulneubau 1969/70 verbundene Wiederentdeckung der Hochrenaissance-Architektur römischer Prägung durch Jürgen Eberhardt und Franz Graf Wolff Metternich hinsichtlich ihrer wahren Bedeutung noch mehr als 30 Jahre weitgehend unbeachtet und einer breiteren Öffentlichkeit praktisch verborgen. Denn die Grundlage des Restaurierungskonzepts für die Ostfassade des Schlosses und die Schloßkapelle, zusammengefaßt in den beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege (heute: LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland) verwahrten Manuskripten Jürgen Eberhardts, gab erst Conrad Doose 1993 in der Publikation „Die Zitadelle von Jülich“ für den Förderverein „Festung Zitadelle Jülich e.V.“ heraus[32].

Die in Jülich so eng und charakteristisch vereinte ‚italienische‘ Festungsbaukunst und Renaissancearchitektur römischer Prägung weisen auf einen über das einstige Herzogtum Jülich-Kleve-Berg Herzog Wilhelms V. hinausgehenden, weit überregionalen kunst- und baugeschichtlichen Zusammenhang hin, dem sich seit 1990 besonders der Förderverein „Festung Zitadelle Jülich e.V.“ intensiv zuwendet. Die vorausgegangenen Publikationen und besonders die beiden internationalen Symposien – das erste 1993 anläßlich des 500. Geburtstags Alessandro Pasqualinis, das zweite fünf Jahre später, 1998 – widmeten sich dem Baumeister selbst und der von ihm begründeten, über drei Generationen währenden Baumeisterdynastie der Pasqualini. Sie stellten das Thema in einen länderübergreifenden Kontext des 16. Jahrhunderts und beleuchteten wichtige Aspekte zum Erscheinungsbild der ‚italienischen‘ Renaissance im Raum zwischen Maas und Rhein neu[33]. Die Publikation „Das ‚italienische‘ Jülich“ steht in der Tradition der Tagungshandbücher, setzt diese in thematischer Hinsicht teilweise fort und erweitert den Themenkreis um die Diskussion spezieller künstlerischer Erfahrungen Alessandro Pasqualinis in Rom.

Weitere zu nennende Meilensteine in der Erforschung von Leben und Werk Alessandro Pasqualinis sind die Arbeiten, die der Jülicher Geschichtsverein und das Museum Zitadelle Jülich in den Pasqualini-Studien I-IV publizierten. Diese gingen zurück auf die seit 1994 jährlich zum Geburtstag Pasqualinis gehaltenen Festvorträge. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Ausstellungen des Museums hinzuweisen. Nach der großen Pasqualini-Ausstellung des Jahres 1993 sind hier die Ausstellungsprojekte „Vier Bastionen – vier Aspekte“ (1995), „Zirkelschlag und Pulverdampf – Die italienische Schloßfestung Jülich“ (1996 im Weserrenaissance-Museum Schloß Brake, Lemgo) und „Ein Schloß entsteht ... Von Jülich im Rheinland bis Horst in Westfalen“ (1996/97) sowie die begleitenden Publikationen zu nennen. Im Jahr der Landesgartenschau 1998 wurde schließlich die Dauerausstellung des Museums in der Zitadelle Jülich eröffnet. Über die Arbeit des Museums[34] gelang es inzwischen, das Thema Pasqualini und Jülich auch in überregional wichtigen Veröffentlichungen und Reihen zu plazieren[35]. Mit der Wiederbelebung der Musik am Hof Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg unter dem Musiker und Komponisten Martin Peudargent (um 1510 bis nach 1594) wurden zudem neue Wege in der Vermittlung der pasqualinischen Architektur in Jülich beschritten[36].

Trotz vieler bekannter Details in der Biographie des italienischen Architekten und Festungsbaukundigen, seiner Söhne und Enkel, bleibt der Lebensweg Alessandro Pasqualinis bis 1532, als er für Floris von Egmond in IJsselstein eine einsturzgefährdete Mauer besichtigte, immer noch weitgehend im Dunkeln, sicher auch, weil Forschungen in Italien trotz manch jüngerer Anregungen nicht nachhaltig in Gang gekommen sind. So blieb denn Franz Graf Wolff Metternichs – nach dessen Arbeiten von 1953 über Alessandro Pasqualini und im besonderen über Ursprung und künstlerische Ausprägung seines Baustils – in Italien veröffentlichter Aufsatz von 1974 die einzige in italienischer Sprache zugängliche wissenschaftliche Arbeit[37]. Der häufig zitierte, aber anscheinend doch wenig verstandene Aufsatz wird in dem hier vorzustellenden Band erstmals in deutscher Übersetzung vorgelegt. Es dürfte sehr lohnend und der Diskussion über die baukünstlerische Autorschaft des Schloßentwurfs und dessen Baudekors sehr dienlich sein, Analyse und Schlußfolgerungen dieses ausgewiesenen Kenners der römischen Hochrenaissance nachzuvollziehen und kritisch den eigenen Überlegungen zugrundezulegen. Dies gilt vor allem auch im Hinblick auf den immer wieder einmal aufkommenden Vergleich von Alessandro Pasqualini mit Tomaso Vincidor als dem zeitlich allein denkbaren, alternativen Entwurfsverfasser für den Jülicher Schloßbau[38].

Erst 2002 ergab sich wieder die Möglichkeit, in Italien über Jülich und seinen Baumeister Alessandro Pasqualini zu berichten, und zwar auf der internationalen Tagung „I Confini perduti“ in Bologna[39]. Das wissenschaftliche Interesse an Jülich galt dabei nicht nur der zweiten, d.h. der frühneuzeitlichen Stadtgründung, sondern vor allem auch der Stadtentwicklung seit dem „Verlust der Grenzen“, d.h. seit der Schleifung der Stadtbefestigung 1860 durch die Preußen, von der ersten „Verkehrs- und Stadtplanung“ 1886 bis zur historisch orientierten Wiederaufbauplanung René von Schöfers nach 1945 – der „dritten“ Stadtgründung Jülichs; der 2005 in Italienisch publizierte Vortrag von Conrad Doose und Jürgen Eberhardt erscheint hier in deutscher Übersetzung.

Wo schriftliche Quellen fehlen, stehen Alessandro Pasqualinis Bauten – allen voran die beachtlichen Reste des für Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg errichteten Residenzschlosses in der Zitadelle und nicht zuletzt der immer noch im Stadtbild ablesbare historische Grundriß Jülichs selbst – als „steinerne Urkunden“ zur Verfügung, um den biographischen und künstlerischen Wurzeln der in unserem Raum einzigartigen Tätigkeit und Formensprache Alessandro Pasqualinis auf die Spur zu kommen.

Der vorzustellende Band greift sowohl die lokalen als auch die überregionalen kunstgeschichtlichen Verbindungen des ‚italienischen‘ Jülich auf und stellt sie unter verschiedenen Blickwinkeln neu zur Diskussion. Anstoß hierfür gaben Forschungsergebnisse Hajo Lauensteins zur Arithmetik und Geometrie in Raffaels Fresko „Die Schule von Athen“. In deren Folge regte der Förderverein „Festung Zitadelle Jülich e.V.“ Diplomarbeiten an der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen an. Franziska Mundorf und Sabine Prokosch stellen ihre Ergebnisse im ersten Beitrag ausführlich vor. Sie zeigen erstmals, in welch hohem Maße die ‚italienischen‘ Entwürfe Alessandro Pasqualinis gerade für die Jülicher Schloßkapelle auf ganzzahligen, geometrisch-harmonikalen Zahlenverhältnissen basieren; ob der Architektur in Jülich auch ein einheitliches Rastermaß unterlegt ist, konnte aber noch nicht eindeutig geklärt werden[40]. Der Nachweis so vieler harmonikaler Proportionen in der Raum- und Fassadenarchitektur sowie im Baudekor trägt schlüssig dazu bei, die von Franz Graf Wolff Metternich schon 1953 dargelegten baukünstlerisch-stilistischen Verbindungen des Bologneser Architekten zum päpstlichen Rom der Hochrenaissance zu stützen. Die dreidimensionale Rekonstruktion der Schloßarkaden von Thomas Eberhardt und zahlreiche Bauaufnahmen der bislang wenig beachteten ionischen Volutenkapitelle von Guido von Büren stellen Material für weitere Forschungsarbeiten bereit. Die von Conrad Doose und Jürgen Eberhardt erarbeitete Rekonstruktion der einstigen Erschließung der Ecktürme des Jülicher Schlosses durch Treppentürme in Form von Dachreitern macht noch einmal deutlich, daß die Architektur Pasqualinis das Ergebnis der Verschmelzung italienischer Architekturvorstellungen mit Bautraditionen des Rhein-Maas-Raumes war. So spiegelt auch die Raumstruktur der herzoglichen Appartements Gewohnheiten und höfisches Zeremoniell reichsfürstlichen Hochadels wider und wäre so in Italien nicht vorstellbar[41].

Der bislang ungeklärten Frage, welchen geometrischen Gestaltungskriterien der von Alessandro Pasqualini entworfene Jülicher Stadtgrundriß genau folgt, gehen Hajo Lauenstein, Jürgen Eberhardt und Kim Pulina mit unterschiedlichen Anätzen in drei Beiträgen nach. Die Anbindung der Zitadelle wird Jürgen Eberhardt jetzt – aufbauend auf früheren eigenen und jetzt auch Hajo Lauensteins Ergebnissen – endgültig beantwortet haben; Kim Pulina stellt zudem eine neue Hypothese zur Ausrichtung der in ihrer Grundstruktur aus dem Mittelalter stammenden Jülicher Propsteikirche St. Mariae Himmelfahrt auf die Aachener Kaiserpfalz zur Diskussion. Insgesamt darf man aber auf die noch ausstehenden Ergebnisse der vom Förderverein „Festung Zitadelle Jülich e.V.“ initiierten und finanziell unterstützten großen Vermessungskampagne in der Zitadelle unter der Leitung von Bruno Schindler vom Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der RWTH Aachen gespannt sein. Wie dieser an anderer Stelle eindrucksvoll am Beispiel des französischen Renaissanceschlosses Château de Maulnes gezeigt hat[42], könnte aus der Korrelation der genauen Vermessung mit Angaben aus der zeitgenössischen Traktatliteratur die 450 Jahre zurückliegenden Einmessung der Planung in das Stadtgebiet Jülichs nachvollzogen werden.

Im Zusammenhang mit den Untersuchungen zum Stadtgrundriß lag es nahe, den durch René von Schöfer geplanten Wiederaufbau der „Pasqualinischen Altstadt“ Jülichs nach der nahezu vollständigen Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs genauer in den Blick zu nehmen. Von Schöfer orientierte sich am renaissancezeitlichen Ursprung der „zweiten“ Stadtgründung Jülichs nach dem Stadtbrand von 1547. Am Beispiel der westlichen Platzfassung des Jülicher Marktplatzes, deren Fassadengestalt selbst im Erdgeschoß seit mehr als 55 Jahren vollständig erhalten ist, zeigen Conrad Doose und Jürgen Eberhardt, welchen Einfluß zentrale innerstädtische Bauten wie das „Alte Rathaus“ und das „Stadthotel“ auf die Wahrung des Jülich eigenen Stadtbildes im Rahmen eines zukünftigen „Altstadtsanierungs-Konzeptes“ haben könnten.

Mit der überraschenden Entdeckung von renaissancezeitlichen Inschriften im Südostturm von Schloß Hambach (Gemeinde Niederzier, Kreis Düren) – eine der bedeutendsten Residenzen Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg – rücken die Söhne Alessandros, Maximilian und Johann (d.Ä.) Pasqualini, ins Blickfeld. Die Entschlüsselung der komplexen geometrischen Hintergrundkonstruktion einer X-M-Ligatur von 1564, der Raffaelschen Sternfigur aus dem Fresko „Die Schule von Athen“ in vieler Hinsicht durchaus verwandt, macht deutlich, daß zur Baumeisterfamilie Pasqualini noch lange nicht alles gesagt ist. Dies zeigen auch die bisher kaum beachteten Inschriften in der herzoglichen Gruft in der Kirche St. Lambertus in Düsseldorf, die hier erstmals umfassend dokumentiert werden. Es ist anzunehmen, daß auch das immer noch rätselhafte Monogramm Alessandro Pasqualinis, das von mehreren signierten Zeichnungen bekannt ist, auf einer ähnlichen Grundidee wie dasjenige in Hambach basiert. Erste Interpretationsansätze bietet Conrad Doose in seiner umfassenden Untersuchung zu den „Raffael-Engeln“ im Baudekor der Jülicher Schloßanlage. In diesem Zusammenhang ist auch an das Siegel Alessandro Pasqualinis zu erinnern, das Hermes Trismegistus[43] zeigt und damit möglicherweise die Affinität des Architekten zu hermetischem Gedankengut aufscheinen läßt.

Jedenfalls werden die gewonnenen Erkenntnisse den Blick sowohl auf die umfassenden Fertigkeiten Alessandro Pasqualinis und seiner Söhne im Hinblick auf Entwurfs- und Planungsprozesse als auch auf die vermessungstechnische Umsetzung der Entwürfe lenken. In den beiden in spanischer Hofkleidung dargestellten Architekten am Chorgestühl der Kirche St. Anna in Düren begegnen wir dem zeitgenössischen Typ des Renaissancebaumeisters, den auch die älteren Mitglieder der Pasqualini-Dynastie verkörpern; allerdings muß die Frage offen bleiben, ob an dieser einst sehr herausragenden Stelle des von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg selbst gestifteten Chorgestühls tatsächlich Alessandro Pasqualini und vielleicht sein ältester Sohn Maximilian porträtiert ist[44]. Zur Klärung dieser Frage leistet Conrad Doose einen wichtigen Beitrag, indem er die Verwendung des Sterns aus dem Monogramm Alessandro Pasqualinis beim Entwurf der Chorgestühlwange mit einer der Architekten-Darstellungen wahrscheinlich machen kann. In der Zusammenschau der direkten Zeugnisse der Baumeisterdynastie Pasqualini werden Kenntnisse rekonstruierbar, die innerhalb der Familie weitergegeben wurden. Eine für die Bedeutung der Jülicher Schloß-Architektur nicht hoch genug zu bewertende Entdeckung dürfte ihm zudem insofern gelungen sein, als nicht nur die Mittelsäule der Kapellenapsis ein römisches Bramante-Motiv ist, wie schon Jürgen Eberhardt im Zuge der Restaurierung um 1969/70 nachwies, sondern daß die gesamte arkadenartige Apsisgestaltung Alessandro Pasqualinis mit drei Säulen in Mittelstellung vor den drei äußeren Fensteröffnungen wohl als Zitat der ersten „Idealplanung“ Bramantes für den St.-Peter-Chor zu verstehen ist, deren Ausführung Papst Julius II. seinem Baumeister als zu weitgehend versagte.

„Das ‚italienische‘ Jülich“, der Titel des Buches, ist Programm. Der Beitrag Marco Kiesers ist eine bereits vom Jülicher Geschichtsverein veröffentlichte Rezension eines gleichnamigen Videofilms des Fördervereins „Festung Zitadelle Jülich e.V.“ Kieser erweitert das Thema dort schon und gibt mit dem Hinweis auf den „Italianismus“ in Teilen der deutschen Architektur des 20. Jahrhunderts, besonders der Nachkriegsarchitektur, neue Impulse auch zur Erforschung der nach 1945 neu entstandenen „Pasqualinischen Altstadt“ Jülichs.

Ergänzt um die Ergebnisse und Anregungen der übrigen Beiträge des Buches könnte sich die zukünftige Forschung u.a. um deren Einordnung in die Stadtbaugeschichte der Frühen Neuzeit bemühen, wie es jüngst am Beispiel der Idealstadt Wolfenbüttel anschaulich exemplifiziert wurde[45]. Nicht vergessen werden dürfen auch die Forschungen von historischer Seite zum Ausbau Jülichs seit der Mitte des 16. Jahrhunderts, die zeigen, mit welchen Mühen und sozialen Spannungen innerhalb der Stadtbevölkerung die Arbeiten verbunden waren[46]. „Ideal“ und „Wirklichkeit“ klaffen hier, wie so häufig, deutlich auseinander. In diesem Sinne ist auch der Beitrag von Günter Bers zum Hambacher Schloßbau in den 1560er und 1570er Jahren zu begrüßen, der interessante neue Details aus den herzoglichen Kellnerei-Rechnungen erschließt.

Das Erscheinungsbild der Hochrenaissance-Architektur und deren Nachklang sowohl in der Jülicher Schloßarchitektur als auch in der Gestalt der Jülicher Altstadt weist – zumindest wenn man den zwar umstrittenen, bislang aber unwiderlegten Schlußfolgerungen Franz Graf Wolff Metternichs und Jürgen Eberhardts folgt – eine auffällige Verwandtschaft der Formensprache Alessandro Pasqualinis mit der „forma classica“[47] der Bauhütte von St. Peter in Rom in jener kurzen Epoche auf, die wohl bereits mit dem Auftrag Papst Julius II. 1508 an Raffael beginnt, die Stanzen des Vatikan auszumalen, und die mit der Berufung Raffaels 1514 zum leitenden Baumeister und Architekten der Peterskirche eine „universelle Gültigkeit“ erlangt. In dieser Zeit wird der junge Alessandro die neuen Kunstwerke, Kirchenbauten und Paläste studiert haben, deren Anregungen er sich zu eigen macht und derentwegen ihn Jürgen Eberhardt später mit dem einzigartigen Raumkonzept der Jülicher Schloßkapelle „nicht nur als von der römischen Bauschule geprägt, sondern als unmittelbaren Schüler Raffaels“ erkennt[48].

Raffael begann 1508/9 in päpstlichem Auftrag in der „Stanza della Segnatura“ mit der „Disputà“, der 1509/10 in demselben Papstgemach das zweite große Freskogemälde „Die Schule von Athen“ folgte, das in den Jahren 1995/96 sehr umfangreich und sorgfältig restauriert wurde. Allerdings entdeckte Conrad Doose jüngst in Rom bei genauerer Betrachtung der Pythagoras-Tafel Abweichungen zu älteren, gerade auch von Lauenstein publizierten Fotografien. So gab ein fehlendes Zeichen den Anstoß zur Beschäftigung mit in der Kunstgeschichte seit langem diskutierten Fragen zu einem der Hauptwerke Raffaels: Die Autoren Conrad Doose, Jürgen Eberhardt und Hajo Lauenstein können mit drei Beiträgen nämlich zeigen, daß in der „Schule von Athen“ auf den Tafeln des Pythagoras und des Euklid manch als entschlüsselt geglaubtes Zeichen immer noch gut ist für kunsthistorische Überraschungen. So führte der genaue Bildvergleich bereits dazu, daß die Vatikanischen Museen einen Restaurierungsfehler auf der Zahlentafel des Pythagoras korrigierten, die Authentizität weiterer Zeichen ist in der Diskussion.

Die Entschlüsselung der seit Jahrhunderten rätselhaften „Sternfigur“ auf der Tafel des Euklid dürfte zudem den gegenwärtig weitaus wichtigsten Beitrag zur Interpretation und Bedeutung der Sterngeometrie für Bildaufbau und Hallenarchitektur in Raffaels berühmtem Fresko darstellen. Und hier schließt sich der Themenkreis des Buches „Das ‚italienische‘ Jülich“: 500 Jahre nach Beginn der Arbeiten Raffaels in Rom 1508 ist es eine Hommage an Raffael. Seine künstlerischen Ideen und Anregungen inspirierten Alessandro Pasqualini zu einer eigenen Formensprache, die in Gestalt und Bauschmuck der Jülicher Schloßkapelle bis heute erhalten blieb.

Die Übernahme italienischer Architekturformen in Jülich steht in einer langen Tradition des Kulturtransfers vom Süden über die Alpen in den Norden. Gerade die Niederlande waren ein Raum, in dem frühzeitig italienische Kunst und Kultur rezipiert wurde, wie umgekehrt die altniederländische Tafelmalerei in Italien sehr begehrt war. Der Kulturtransfer folgte dabei den wirtschaftlichen Beziehungen. Angesichts der „italianitá“ der pasqualinischen Architektur darf nicht vergessen werden, daß diese nicht das einzige Kriterium für die „Renaissance“ nördlich der Alpen ist. Parallel dazu gab es selbstredend auch andere Formen und Inhalte, die eine neuzeitliche Kunstauffassung anzeigen. Auch hierfür gibt es zahlreiche Beispiele im niederländisch-niederrheinischen Raum, die im hier vorgestellten Sammelband nicht das Thema sind, jedoch immer mitbedacht werden sollten[49].

Die in den einzelnen Beiträgen dargelegten Interpretationen sind sehr weitreichend und damit leicht kritisierbar. Das war allen Beteiligten durchaus bewußt. Das Buch möchte mit seinen Thesen Denkanstöße bieten, gerade auch in der Hoffnung, einen kritischen Diskurs zu befördern, der uns zu neuen Erkenntnissen führt.

 



Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Siehe auch online auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php

 

35. Wolfenbüttler Sommerkurs

Herrscherkritik und Politikberatung: die Rolle von Hofpredigern an europäischen Höfen des 16. bis 18. Jahrhunderts

Wolfenbüttel, 15. bis 18. August 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Volker Bauer

Herzog August Bibliothek

Postfach 1364

D-38299 Wolfenbüttel

Tel. [D] 0 53 31 - 8 08-2 10 – Fax: [D] 0 53 31 - 80 8-2 66

E-Mail: forschung@hab.de

Internet:
           
http://www.hab.de/forschung/nachwuchs/SK-Info%202010english.htm

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Tagung

21st International Congress of Historical Sciences

Amsterdam, 22. bis 28. August 2010

 

Kontaktadresse:        Amsterdam 2010

Cruquiusweg 31

NL-1019 AT Amsterdam

Tel. [NL] 0 20 - 6 68 58 66 - Fax: [NL] 0 20 - 6 65 41 81

E-Mail: info@ichs2010.org

Internet: www.ichs2010.org/home.asp

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Internationale Konferenz

City & Society in European History

Gent, 1. bis 4. September 2010

 

Kontaktadresse:        European Association for Urban History

Stockholm University

Department of History

Universitetsvägen 10 D, floor 8

SE-106 91 Stockholm

Tel. [SE] 08 - 16 33 94 – Fax: [SE] 08 - 16 75 48

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Tagung

Träger, Ziele und Mittel politischer Bünde im Mittelalter

Freiburg/Schweiz, 9. bis 10. September 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Regula Schmid Keeling

Universität Freiburg

Departement Historische Wissenschaften

Geschichte des Mittelalters

Av. de l’Europe 20

CH-1700 Freiburg

Tel. [CH] 0 26 - 3 00-74 89

E-Mail: heinrich.speich@unifr.ch

 

Bünde prägten den politischen Raum im mittelalterlichen Europa. Städte, ländliche Kommunen, König und Adlige, Prälaten und Kongregationen waren über Jahrhunderte sowohl Initiatoren ungezählter Bündnisse als auch indirekte Nutznießer bestehender Bündnissysteme. Diese sind ein altes, im allgemeinen aber zu einseitig behandeltes Thema der Forschung: Vor allem die deutsche und schweizerische Tradition hat sie fast ausschließlich unter verfassungsgeschichtlichen Aspekten gewürdigt. Da Bünden jedoch eine hohe Integrationskraft zugewiesen wird, ist die Frage nach ihren Trägern und nach der sozialen Dynamik, die durch Bünde angestoßen wird, mehr als berechtigt.

Die Tagung „Träger, Ziele und Mittel politischer Bünde im Mittelalter“ setzt sich zum Ziel, mittels konkreter Analysen Vorschläge zur sozialhistorischen Erfassung der „Träger“ der Bünde zu formulieren, welche die bisherigen Ansätze der Verfassungsgeschichte zu erweitern suchen. Zu den „Trägern“ gehörten sowohl die einzelnen Personen, die sich gegenseitig eidlich verbunden haben als auch die Repräsentanten der jeweils siegelnden Institution (einer Stadt, eines Fürsten, eines Kloster). In der Verfassungssprache des Mittelalters gehören zu den Bündnisträgern sowohl die rectores als auch die homines bzw. die Gewaltigen und der gemeine Mann. Zwar läßt sich die erstgenannte Gruppe der Entscheidungsträger von den übrigen eidlich im Bund verpflichteten Genossen mit sozialen Merkmalen abgrenzen. Letztlich waren sie aber ebenso in die Normen des Bundes eingebunden. Aus der faktischen Dualität erwuchs die den Bünden inhärente soziale Sprengkraft. Jeder „Träger“ eines Bundes konnte in die Pflicht genommen werden – etwa im Kriegsfall. Zugleich hatte aber jeder Einzelne nur soweit Anteil am durch den Bund erworbenen „Nutzen“ (z. B. Kriegsbeute oder Zugang zu Machtzentren), wie es seiner sozialen Stellung entsprach. Bund und Bündnishandeln sind deshalb in ihrer gegenseitigen Beeinflussung zu sehen: Der Bund erweiterte allenfalls die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen und sozialer Gruppen. Umgekehrt handelte der Einzelne im Rahmen seiner sozial bestimmten Möglichkeit und trug diese Formen in den Handlungsraum Bund hinein.

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Symposion

„Der eigentliche Mittelpunkt der Stadt“

Stadtleben und Residenz im Wien des 19. Jahrhunderts

Wien, 16. bis 17. September 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Georg Vasold

Universität Wien

Institut für Kunstgeschichte

Universitätscampus Hof 9

Spitalgasse 2

A-1090 Wien

Tel.:[A] 01 - 42 77-4 14 34 – Fax :[A] 01 - 42 77-94 14

E-Mail: georg.vasold@univie.ac.at

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 16. September

Rosenauer, A., Eröffnung.

DIE GRENZEN DER HOFBURG

Pils, S. C. (Wien), Der Hof in der Stadt. Betrachtungen zur Hof-Stadt-Beziehung im frühneuzeitlichen Wien; Kurdiovsky, R. (Wien), Die Grenzen der Sichtbarkeit – die Wiener Hofburg im Stadtraum Wien; Békési, S. (Wien), Lag die Hofburg in Alt-Wien? Zur Imagination und Physis von Altstadt um 1900; Krasny, E. (Wien), Hofburg: Zitate, Transfers und poröse Duchlässigkeiten.

DIE HOFBURG IM STÄDTEVERGLEICH

Moser, J. (München), Elbflorenz – die schöne Residenz; Egger, S. (München), Monachia und Bavaria – Betrachtungen aus der Perspektive einer urbanen Anthropologie; Schalenberg, M. (Helsinki), Residenz in der Großstadt. Der Berliner Schloßbezirk, 1815-1914.

Freitag, 17. September

INTERIEUR – EXTERIEUR

Musner, L. (Wien), ... wie eine Perle in der Muschel. Habitus und Signatur von Wien; Ottillinger, E. B. (Wien), Kaiserliche Interieurs und die Wiener Kunstgewerbereform; Vasold, G. (Wien), Von oben und von unten. Die Hofburg und die Mobilität des Blicks im 19. Jahrhundert.

DIE HOFBURG MEDIAL

Schwarz, W. M. (Wien), Die Wiener Hofburg in frühen filmischen Wien-Repräsentationen; Grossegger, E. (Wien), Prinz Eugen in der Hofburg; Telesko, W. (Wien), Die Hofburg als „Stadt in der Stadt“ – zu einigen Konstruktionen visueller Images der Wiener Residenz im 19. Jahrhundert.

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Rencontres de Madrid

Diplomates, voyageurs, artistes, pèlerins, marchands
entre pays bourguignons et Espagne aux XVe et XVIe siècles

Tolède, 23. bis 26. September 2010

 

Kontaktadresse:        Centre européen d’études bourguignonnes (XIVe-XVIe s.)

Prof. Jean-Marie Cauchies

43, boulevard du Jardin botanique

B-1000 Bruxelles

E-Mail: Jean-Marie.Cauchies@uclouvain.be

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Colloque

Les châteaux

Naissances et métamorphoses

Périgueux, 24. 25. und 26. September 2010

 

Kontaktadresse:        Mme Dominique Picco

Université Bordeaux 3

UFR d’histoire

Domaine universitaire

F-33607 Pessac cedex

E-Mail: dopicco@club-internet.fr

Internet: http://rencontreschateauxperigord.unblog.fr

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17es journées de Castellologie de Bourgogne

Châteaux et mesures

Château de Pierreclos (Saône-et-Loire), 23. bis 24. Oktober 2010

 

Kontaktadresse:        Hervé Mouillebouche

Université de Bourgogne

UMR 5594 ARTeHIS

6, bd. Gabriel

F-21000 Dijon

E-Mail: herve.mouillebouche@u-bourgogne.fr 

Internet:
            www.cecab-chateaux-bourgogne.fr/html/activites_cecab.html

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Ausstellung

Burg und Herrschaft

Berlin, 25. Juni bis 24. Oktober 2010

 

Kontaktadresse:        Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2

D-10117 Berlin

Tel: [D] 0 30 - 20 30 40

Internet: www.dhm.de/ausstellungen/burg-und-herrschaft

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Internationale Konferenz

Cultural Brokers im Spannungsfeld der Religionen

Grenzgänger und Experten an mediterranen Höfen

Bochum, 28. bis 30. Oktober 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Nikolas Jaspert

Ruhr-Universität Bochum

Lehrstuhl für die Geschichte des Späten Mittelalters

Universitätsstraße 150

D-48801 Bochum

Tel: [D] 02 34 - 32-2 25 35 – Fax [D] 02 34 - 32-1 40 65

E-Mail: nikolas.jaspert@ruhr-uni-bochum.de

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Ausstellung

Johann Evangelist Holzer

Maler des Lichts

Eichstätt, 14. Juli bis 31. Oktober 2010

 

Kontaktadresse:        Domschatz- und Diözesanmusem Eichstätt

Leonrodplatz 4

D-85072 Eichstätt

Tel: [D] 0 84 21 - 50-2 66 – Fax: [D] 0 84 21 - 50-2 69

E-Mail: dioezesanmuseum@bistum-eichstaett.de

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Ausstellung

Zukunft seit 1560

Dresden, 18. April bis 7. November 2010

 

Kontaktadresse:        Besucherservice der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Residenzschloß

Taschenberg 2

D-01067 Dresden

Tel: [D] 03 51 - 49 14-20 00 – Fax: [D] 03 51 - 49 14-20 01

E-Mail: besucherservice@skd.museum

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Ausstellung

Mythos Burg

Nürnberg, 8. Juli bis 7. November 2010

 

Kontaktadresse:        Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Katäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Internet: www.mythosburg.de

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Ausstellung

Apelles am Fürstenhof

Jacopo de’ Barbari und die Hofkünstler um 1500 im Alten Reich

Veste Coburg, 22. August bis 7. November 2010

 

Kontaktadressen:      Kunstsammlungen der Veste Coburg

Dr. Klaus Weschenfelder

Direktor Veste Coburg

D-96450 Coburg

Tel. [D] 0 95 61 - 8 79-0 – Fax [D] 0 95 61 - 8 79-66

E-Mail: sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de

 

DFG-Projekt „Kulturtransfer und Transkulturation in höfischen          Bildkonzepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im     Alten Reich“

Prof. Dr. Matthias Müller (Projektleiter)

Ruth Hansmann, M.A. (Universität Mainz)

Beate Böckem, M.A. (Universität Basel)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Institut für Kunstgeschichte

Binger Straße 26

D-55122 Mainz

Tel. [D] 0 61 31 - 3 93-22 58 – Fax [D] 0 61 31 - 3 93-01 36

E-Mail: hansmann@uni-mainz.de

 

Aus der Konkurrenz zwischen Kaiser und Landesfürsten um die Macht im Alten Reich gingen die Territorialherrschaften Ende des 15. Jahrhundert gestärkt hervor. Sie schufen nun mehr denn je eigene prächtige Residenzen und repräsentative Hofhaltungen, die mit denen in ganz Europa in Konkurrenz traten. Dadurch wuchs auch die Bedeutung der Künste am Hof, die dem fürstlichen Ansehen Ausdruck verliehen. Jetzt waren Künstler gefragt, die dieser anspruchsvollen Aufgabe mit innovativen Werken gerecht werden konnten. Im Spannungsfeld zwischen Herrscher, Stadtpatriziat und Kirche entwickelten sich facettenreiche Modelle der Beschäftigung von Künstlern am Hof, die sich im Dialog zwischen ästhetischen Konzepten, traditionellen Bedürfnissen nach Repräsentation und innovativen Formen des Mäzenatentums ausprägten. Malerei und Graphik gewannen als mobile und reproduzierbare Medien in diesem Prozeß an Bedeutung, weil gerade durch sie die kulturellen Leistungen der Höfe europaweit verbreitet werden konnte. Diese offensive Wirkung von Kunst durch Mobilität galt jedoch nicht nur für die Werke, sondern auch für die Künstler, die teils von weither an die Höfe des Alten Reichs berufen wurden.

Die Ausstellung soll erstmals anhand prägnanter Werke der Zeit um 1500 die Aufgaben der an Höfen tätigen Künstler und ihre gesteigerte Bedeutung für die fürstliche Repräsentation anschaulich nachzeichnen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Höfe Maximilians I. und des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen. Im Zentrum der geplanten Präsentation steht der aus Italien stammende Künstler Jacopo de’ Barbari (um 1475 - vor 1516), der um 1500 in rascher Folge an wechselnden Fürstenhöfen nördlich der Alpen tätig war. Nach der Anstellung bei Maximilian I. befand er sich bald im Dienst Friedrichs des Weisen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte de’ Barbari am kunstsinnigen Hof der Margarethe von Österreich in Mecheln. In diesen international hervorstechenden Zentren der Hofkultur nördlich der Alpen wirkte Jacopo de’ Barbari als prominenter Vermittler von Ideen der italienischen Renaissance.

Ausstellungsthemen

I. Jacopo de’ Barbari – Innovation und Adaption

Am Anfang der Ausstellung sollen beispielhaft künstlerische Innovationen und Adaptionen des italienischen Künstlers vorgestellt werden, mit denen er nördlich der Alpen Aufmerksamkeit erregte. Ausgangspunkt ist die spektakuläre Ansicht Venedigs, die bereits die Verbindungen dies- und jenseits der Alpen verdeutlicht. Doch die Einflüsse waren wechselseitig, auch Jacopo de’ Barbari adaptierte Motive und Techniken, auf die er nördlich der Alpen traf. Dieser spannungsvolle Dialog läßt sich an mehreren Beispielen und in unterschiedlichen Kunstgattungen festhalten. Mit der Darstellung des „Ungleichen Paares“ griff de’ Barbari ein moralisierendes Thema der nordalpinen Kunst auf, das er in seine eigene Formensprache integrierte. Gleichzeitig wurde die mythologische Bilderwelt durch seinen Kupferstich „Apoll und Diana“ von Künstlern wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach aufgenommen, in verschiedenen Medien erprobt und weiterentwickelt.

II. Die Aufgaben der Hofkünstler – Das Portrait

In der fürstlichen Repräsentation erhielt die Portraitmalerei als eigenständige Kunstgattung um 1500 ein völlig neues Gewicht. Auch Jacopo de’ Barbari stellte in dieser reizvollen Aufgabe sein Können unter Beweis. Lukas Cranach d.Ä., de’ Barbaris Nachfolger im Amt des kursächsischen Hofmalers, entwickelte in seiner über 50 Jahre währenden Tätigkeit verschiedene eigenständige künstlerische Konzepte, die das Image der sächsischen Kurfürsten auf Dauer prägten und europaweit verbreiteten. Am Beispiel der großen Bandbreite an Portraitdarstellungen, die Maximilian I. bei verschiedenen Künstlerwerkstätten in Auftrag gab (Dürer, Strigel), können weitere solcher künstlerischen Modelle anschaulich nebeneinander gestellt werden. Wenn es galt, den Herrschern in Bildern Präsenz zu verleihen, behaupteten sich auch zahlreiche weitere Medien neben der Malerei – Graphik, Medaillen und Büsten wetteiferten mit der ihnen innewohnenden eigenen Leistungsfähigkeit.

III. Die Aufgaben der Hofkünstler – Höfisches Leben

Repräsentation, Ausstattung, Ausrüstung, Zeitvertreib: Das Aufgabenspektrum des Künstlers am Hof war weit gespannt. Er entwarf Konzepte für die Ausstattung fürstlicher Residenzen, dokumentierte das höfische Leben, lieferte diplomatische Geschenke, etwa für die Brautwerbung oder zur Verbreitung machtpolitischer Vorstellungen im Portrait. Eine herausragende Rolle in der nordalpinen Hofkultur spielte die Jagd, die in Tafelbildern, Miniaturen und Druckgraphik zelebriert wurde. Turnierbücher vom kursächsischen Hof schildern minutiös die Begegnungen im Wettkampf, neben den Hofmalern nahmen Plattner und Geschützmacher, deren Werke sich in den Rüstkammern erhalten haben, eine bedeutende Stellung ein. Der 1494 von Friedrich dem Weisen in Brüssel in Auftrag gegebene Turnierteppich (Valenciennes) ist Kulminationspunkt dieser Domäne höfischer Repräsentation. In die Kampfszene eingebettet zeigt er Objekte, die unterstreichen, welche Wertigkeit Tapisserien, Goldschmiedekunst und Heraldik in der Festkultur der Höfe zukam. Herausragende Künstler des Alten Reichs, wie Albrecht Altdorfer oder Hans Holbein d.J., lieferten prunkvolle Entwürfen für solche Kunstwerke an die Höfe.

IV. Die Aufgaben der Hofkünstler – Memoria und Frömmigkeit

Das fromme Gedenken an den Herrscher, seine Memoria, war ein weiterer wichtiger Bereich, für den die Fürsten bereits zu Lebzeiten Vorsorge trafen. Galt es doch, das Seelenheil durch Grabmäler, Altarbilder oder andere religiöse Darstellungen zu sichern. Auf de’ Barbaris sakrale Arbeiten wie Darstellungen von Heiligen oder den Segnenden Christus nahmen Lukas Cranach und andere Künstler des Alten Reichs in Malerei, Graphik und Plastik nachhaltig Bezug. Die künstlerische Ausgestaltung von Reliquien aus fürstlichem Besitz schildern Cranachs Illustrationen für das Wittenberger Heiltumsbuch eindrucksvoll. Mit dieser Reliquiensammlung hatte Friedrich der Weise am Vorabend der Reformation einen wirkmächtigen Schatz zusammengetragen, der seinem ganzen Haus im Jenseits zugute kommen sollte. Aber auch die „private Frömmigkeit“ des Herrschers lieferte anspruchsvolle Aufgaben. Kleinformatige Andachtsbilder und Stundenbücher, wie das Gebetbuch Kaiser Maximilians, galten schon früh als kostbare und exklusive Medien fürstlicher Frömmigkeit und hochrangige Aufträge an führende Künstler im Dienste der Höfe.

V. Kulturtransfer an den Höfen im Alten Reich um 1500

Schon früh existierte ein weit reichender kultureller Austausch an den europäischen Höfen. Um 1500 wurden Kunst und Kultur im Alten Reich maßgeblich von den burgundischen Niederlanden beeinflußt. Doch gewannen die Entwicklungen der italienischen Renaissance vor allem durch die Prachtentfaltung der oberitalienischen Höfe allmählich stärkeren Einfluß. Gerade an Jacopo de’ Barbaris Karriere zeigt sich, wie stark der Reiz für die Höfe war, der von ihren Vermittlern ausging. Neben mythologischen Themen rückte vor allem das Motivrepertoire der Antike in den Mittelpunkt der Auftraggeberinteressen. Die Rezeption römischer Skulpturen, das in der Antike vornehmlich verwendete Material Bronze, aber auch Themen wie Triumphzüge römischer Herrscher gerieten vermehrt in den Fokus der Fürsten des Alten Reich und wurden mehrfach und in verschiedenen Medien von den ansässigen Künstlern realisiert.

VI. Diskurse: Die Kunst als Teil der Artes liberales; mythologische und höfische Geschichtsmodelle

Ein eigenhändiges Empfehlungsschreiben, das Jacopo de’ Barbari an Friedrich den Weisen sandte, dokumentiert das Selbstverständnis des italienischen Malers eindrucksvoll. Aber auch nördlich der Alpen wandelte sich das Bild vom Künstler und emanzipierte sich allmählich aus seiner handwerklichen Gebundenheit. Wappenverleihungen an Künstler, Signaturen und Inschriften auf Bildern zeugen von diesem Wandel hin zum „pictor doctus“, dem gelehrten Künstler. Er konnte sich auf Apelles, den exklusiven Hofmaler Alexanders des Großen, berufen. Hans Dauchers „Zweikampf zwischen Dürer und Apelles“ ist ein ausdrucksstarkes Zeugnis dieses neuen künstlerischen Selbstbildes in den Jahrzehnten um 1500.

Auch Fürsten nutzten humanistische Konzepte zur Erweiterung ihres Herrschaftsverständnisses und führten ihre genealogischen Wurzeln nun bis in die Antike zurück. Georg Spalatins „Chronik der Sachsen“, für die Cranachs Werkstatt mehr als 2.000 Illustrationen zu liefern hatte, ist ein machtvolles Zeichen für die neue Historiographie. Dementsprechend lieferten die Künstler den Höfen visuelle Modelle der Geschichtsdeutung, in denen auch das Gedankengut der italienischen Renaissance adaptiert werden konnte. Dies dokumentiert Lukas Cranachs „Quellnymphe“, die sich italienischen Vorbildern der „Ruhenden Venus“ zuwendet, diese gleichzeitig in eine topographisch faßbare, sächsische Lebenswelt überführt und somit auch fürstliche Geschichtsvorstellungen weiterentwickelt.

 

Die Ausstellung soll neben Werken von Jacopo de’ Barbari ebenso Arbeiten seiner Zeitgenossen Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair, Lukas Cranach, Hans Daucher, Albrecht Dürer, Adriano Fiorentino, Hans Holbein d.Ä., Hans Holbein d.J., Jörg Kölderer, Hans Süss von Kulmbach, Israel von Meckenem, Conrat Meit, Jörg Muskat, Ambrogio de Predis, Bernhard Strigel und anderen zeigen. Ein wesentliches Augenmerk liegt nicht zuletzt auf der Vielfalt der künstlerischen Medien, die an den Höfen im Alten Reich einen hohen Stellenwert einnahm und auch in der Ausstellung ausdrücklich gewürdigt wird. Dies veranschaulichen die verschiedenen Gattungen wie Malerei, Zeichnung, Graphik, Buchmalerei, Skulptur, Tapisserie, Goldschmiede- und Waffenkunst.

 

Ausstellungskuratoren

Beate Böckem M.A., Universität Basel

Ruth Hansmann M.A., Universität Mainz

Prof. Dr. Matthias Müller, Universität Mainz

Dr. Klaus Weschenfelder, Kunstsammlungen der Veste Coburg

 

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Dagmar Eichberger, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Universität München

Dr. Thomas Schauerte, Universität Trier

Prof. Dr. Andreas Tacke, Universität Trier

Dr. Gabriele Wimböck, Universität München

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Tagung

Politische Ordnungsvorstellungen und Ordnungskonfigurationen im
Heiligen Römischen Reich und in Polen-Litauen in der Frühen Neuzeit
Vergleiche und Transfers

Berlin, 12. bis 14. November 2010

 

Kontaktadressen:      Christian Preusse

Oriel College

GB-Oxford OX1 4EW

Tel. [D] 0 95 61 - 8 79-0 – Fax [D] 0 95 61 - 8 79-66

E-Mail: christian.preusse@oriel.ox.ac.uk

 

Im Rahmen der geplanten Tagung sollen sowohl politische Ordnungsvorstellungen als auch die institutionelle und strukturelle Basis für politische Ordnungskonfigurationen im Heiligen Römischen Reich und Polen-Litauen verglichen werden sowie auf eventuelle Transferprozesse hin untersucht werden.

Aus der Sicht sowohl der deutschen als auch der polnischen Nationalhistoriographie ist der Vergleich zunächst einmal ungewohnt. Ausgangspunkt zur Konzeption der Tagung ist daher die neuerdings betonte (z.B. von Hans-Jürgen Bömelburg und Michael G. Müller) strukturelle Ähnlichkeit und bemerkenswerte verlaufsgeschichtliche Parallelität in beiden Reichsgefügen in der Frühen Neuzeit. Von der Institutionalisierung der zentralen ständischen Austragsforen im späten 15. Jahrhundert, über Reichsreformbestrebungen und Religionsfriedenslösungen im 16. Jahrhundert, zu den großen Kriegen und Krisen im 17. Jahrhundert, bis zum schließlich nahezu gleichzeitigen Untergang beider Reichsgefüge im ausgehenden 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert. Wichtige strukturelle Ähnlichkeiten sind beispielsweise die geographische Ausdehnung und Kommunikationsstrukturen, die Zentrierung um ein ständisches Austragsforum, Multikonfessionalität, defensive Militärverfassung in einer Zeit „struktureller Bellizität“, beschränkte Möglichkeiten zur Ressourcenextraktion, Ähnlichkeiten in der Semantik der Selbstbeschreibung und der Verwendung politikleitender Konzepte, z.B. monarchia mixta, Freiheitssemantiken.

Ziel der Tagung ist es, einen Dialog über den Vergleich unter etablierten Historikern und Nachwuchshistorikern vor allem aus Deutschland, Polen und Großbritannien (aus der Osteuropäischen Geschichte und der allgemeinen Frühneuzeitgeschichte) anzustoßen. Es sollen Ergebnisse erster Vergleichsstudien diskutiert, unterschiedliche historiographische Traditionen miteinander konfrontiert sowie Eckpunkte für mögliche Vergleiche, Vergleichsebenen sowie besonders fruchtbare methodische Zugänge markiert werden.

Um dies zu erreichen, soll den Beiträgen zur Tagung der Bezug auf den Begriff der „Ordnung“ gemeinsam sein. Im Mittelpunkt stehen soll der Vergleich von Repräsentationen und Realisierungsformen von Ordnung sowie die Wechselwirkung von gedachter und wirklicher Ordnung.

 

Fragen und Themenfelder:

1) Politische Ordnungsvorstellungen

  Semantiken der Selbstbeschreibung und politikleitende Konzepte in der politischen Theorie und in ständepolitischer Praxis; politische Sprachen in beiden Reichsgefügen

  Sakralisierung von Staatsvorstellungen und Institutionen (z.B. des Monarchen)

  Problematisierung von Beschreibungskategorien – zeitgenössisch und historiographisch (z.B. Republikanismus (Adelsrepublik), Sarmatismus, Reichssystem, Staat)

2) Politische Ordnungskonfigurationen

  Vergleich des Gesamtverfassungsbaus und funktionale Äquivalenz institutioneller Rahmenbedingungen. Lassen sich gemeinsame Merkmale feststellen, die erlauben, sie als Reichssysteme und damit als gleichartigen distinkten frühneuzeitlichen Ordnungstyp zu profilieren? Wie sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede hier zu gewichten und zu bewerten?

  Territoriale Struktur und ihre funktionalen Äquivalente, Rolle von Lehnsverbänden, Zentrum-Peripherie-Verhältnisse

  Entwicklung zentraler ständischer Austragsforen und ständische Reformbewegungen

  Rolle des Monarchen im Verfassungsgefüge

  Integration, Repräsentationsverständnis und Verfahren im Reichstag und im Sejm

  Exekutive und Ressourcenextraktion

  Bündische Formen von Interessenaustrag als subsidiäre Verfassungselemente: z.B. Union/Liga, Konföderation/Rokosz

  Rolle und Verzahnung von Politik und Religion

3) Methodische und historiographiegeschichtliche Fragestellungen

  Wie lassen sich neuere Ansätze, wie die Frage nach politischen Sprachen und symbolischer Kommunikation, in vergleichender Hinsicht fruchtbar machen? Wie sind Vergleiche zu konstruieren? Wo können Probleme auftreten?

  Wie wirken geschichtsräumliche Vorstellungen (kognitive Karten) und ihre Institutionalisierung in Forschung und Lehre auf den Blick für Vergleiche und die Wahl von Vergleichseinheiten (z.B. das Ostmitteleuropakonzept)? Wie wirken historiographische Traditionen? Wie und warum entstehen daraus blinde Flecken im Fragehorizont und Sonderwegskonstruktionen?

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse in einem Sammelband ist geplant.

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Kolloquium

Le corps du Prince au cśur des rituels de la cour

Lüttich, 2. bis 4. Dezember 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques / Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11 – Fax [D] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

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Ausstellung

Johann Evangelist Holzer

Maler des Lichts

Innsbruck, 3. Dezember 2010 bis 13. März 2011

 

Kontaktadresse:        Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Museumsstraße

A-6020 Innsbruck

Tel. [A] 05 12 - 5 94-89 – Fax: [A] 05 12 - 5 94 89-109

E-Mail: sekretariat@tiroler-landesmuseen.at

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Kolloquium

Cardinaux et évêques de cour (XIVe-XVIe s.)

Tournai und Lille, 18. und 19. März 2011

 

Kontaktadressen:      Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques / Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11– Fax [B] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

 

Prof. Dr. Bertrand Schnerb

Université Charles-de-Gaulle – Lille 3

Rue du Barreau – BP 60149

F-59653 Villeneuve d’Ascq Cedex

E-Mail: abc.schnerb@wanadoo.fr

 

Monique Maillard-Luypaert

Conservateur-archiviste

Bibliothèque du Grand Séminaire – Tournai

Rue des Jésuites, 28

B-75000 Tournai

Tel. [B] 0 69 - 36 25 05 – Fax Tel. [B] 0 69 - 22 63 98

E-Mail: monique.maillard@euronet.be

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42. Congrès de la SHMESP

Expertise et conseil au Moyen Âge

Oxford, Ende März bis Anfang April 2011

 

Kontaktadressen:      Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur                                           Public

Bibliothèque Halphen

17, rue de la Sorbonne

F-75005 Paris

E-Mail: shmesp@free.fr

 

TEXTE D’ORIENTATION DU COMITÉ SCIENTIFIQUE

Le thème proposé pour notre congrès, „Expertise et conseil au Moyen Âge“, se situe dans un courant de recherches en plein renouvellement depuis quelques années. L’ampleur et la polysémie des termes nécessitent toutefois quelques précisions préalables pour éviter de dériver vers des communications relatives à la seule littérature technique, aux conseils généraux adressés à telle ou telle catégorie sociale ou fonction. Ce sujet implique de considérer d’abord les lieux, les moments, les hommes qui produisent une expertise, les documents qui la consignent et l’usage qui en est fait (ou qui n’en est pas fait). On veillera donc toujours à faire la part entre l’expertise à proprement parler et la décision ou le jugement rendu. Le thème du congrès suppose de s’intéresser à la place de l’expert et de l’expertise tout au long d’un processus pré- ou para-décisionnel. Il n’est pas rare en effet qu’une expertise soit sollicitée à titre dilatoire, voire pour éviter de prendre une décision. En somme, les contributions chercheront à dégager le lien entre l’expertise et l’autorité qui la suscite ou qui la reçoit. Elles prendront appui sur toutes les aires géographiques (Occident, Byzance, monde musulman) et chronologiques, du Ve au XVe siècle.

Il ne sera pas question d’envisager séparément les deux termes du sujet. On ne présentera pas en tant que telle la place des experts et des techniciens dans la société. De la même manière, la littérature d’expertise (traités d’agronomie, conseils moraux dispensés dans les miroirs aux princes et tout autre type de littérature normative et descriptive) ne sera pas envisagée pour elle-même, mais seulement si un rapport direct avec la pratique de l’expertise est avéré. Est aussi exclu du sujet le fonctionnement des conseils en tant qu’instances délibératives. Ne seront prises en compte que les situations qui mettent en scène l’intervention d’un (ou de plusieurs) expert(s). En d’autres termes, les conseils municipaux, les conseils royaux en tant qu’institutions sont hors du champ d’étude, sauf si les délibérations font apparaître des recours à des personnalités qualifiées ex officio pour éclairer la prise de décision. À titre d’exemples, on évoquera ci-après quelques thèmes succincts au sein desquels les communications pourraient prendre place:

1. Le recours à l’expertise. – Quels sont les éléments, de fait et de droit, qui la motivent? Pourquoi ses promoteurs font-ils le choix (souvent coûteux) de ne pas s’en tenir au savoir commun? On s’attardera sur la manière dont l’expertise est requise et sur l’autorité reconnue à l’expert. De quelle reconnaissance préalable bénéficie-t-il? Le recours à l’expert est-il unique, ponctuel ou régulier? Est-il obligatoire dans le cadre de certaines procédures? Les consultations mettent-elles seulement en jeu des individus ou peut-on observer des expertises collégiales? Ces questions peuvent induire une réflexion sur la compétition entre experts (voir infra). Enfin, sous quelle forme l’expertise est-elle sollicitée? Il y aura lieu par exemple de s’interroger sur les enquêtes, royales ou seigneuriales, qui ne nécessitent pas systématiquement la participation d’experts, mais peuvent faire appel à leurs services.

2. Le statut de l’expert. – La production de l’expertise participe à la définition d’une position et d’un statut dont l’expert tire forcément parti. Quels sont les mots employés pour le nommer? Dans quelles conditions observe-t-on la constitution d’un véritable groupe professionnel? Une reconnaissance académique ou professionnelle préalable constitue-t-elle un élément indispensable pour la désignation d’un expert? Quelles rémunérations les experts tirent-ils de leurs consultations? Quels liens et quelles obligations les lient à ceux qui les sollicitent? Y-a-t-il une déontologie propre aux experts? Dans quelles conditions engagent-ils leur responsabilité professionnelle?

3. Les champs de l’expertise. – Ils sont multiples. On songe en premier lieu à la médecine et au droit, mais cela concerne aussi le domaine militaire – particulièrement à la fin du Moyen Âge –, artistique, astrologique ou théologique (avec la part prise par l’Université). Bornages et arpentages figurent parmi les activités les plus courantes. L’expertise des écritures, comme lors du procès de Robert d’Artois, peut aussi donner lieu à des contributions de nature à enrichir la réflexion. On pourra s’interroger sur le genre de l’expert(e) et l’existence d’une expertise proprement féminine (exercée par les matrones: que l’on songe au procès de Jeanne d’Arc). Le domaine artisanal et économique ne devrait pas rester à l’écart: contrôle des poids, des mesures, des monnaies, des procédés de fabrication, litiges sur la qualité ou la quantité des produits …

4. Production et outils, savoir-faire et auctoritas. – De quelle manière l’expertise est-elle menée ? Sous quelle forme et dans quels documents est-elle consignée? De quels outils les experts se servent-ils ? Quels sont les liens entre l’exégèse savante et la production des avis d’experts? L’expertise est-elle toujours publique ou revêt-elle parfois la forme du secret?

5. Les usages de l’expertise. – Se pose aussi le problème de la validité et de la valeur de l’expertise, de son usage dans la prise de décision finale, voire aussi par la suite. Quelle est sa portée ? Purement indicative ? Réellement contraignante ? Les cas de remise en cause et de contestation de l’expertise et de l’expert ne sont pas rares. Les conflits d’experts sont au coeur de la réflexion. La postérité d’une expertise et son réemploi en d’autres circonstances pourront aussi être examinés.

 


Buchvorstellungen

 

 

Dvory a rezidence ve středověku III: Všední a sváteční život na středověkých dvorech [Höfe und Residenzen im Mittelalter II: Der Alltag und das festliche Leben an mittelalterlichen Höfen], hg. von Dana Dvořáčková-Malá und Jan Zelenka, Praha 2009 (Mediaevalia Historica Bohemica, 12. Suppl. 3) [Historický ústav AV ČR, v.v.i., 549 S., kart., zahlr. Abb. im Text, ca. 450 Kč].

 

Die Publikation des dritten tschechischen internationalen Residenzensymposiums setzt in gewisser Hinsicht die Informationen fort, die die Herausgeber des hier vorzustellenden Bandes in den MRK 19,1 (2009) S. 21ff. gegeben haben. Der Band widmet sich folgenden fünf Themenkreisen: 1) Hofzeremoniell und -hierarchie, 2) Höfische Feste, Unterhaltung und Ausgaben, 3) Alltags- und Festraum, 4) Eliten, Intellektuelle, Frauen und die anderen (!) und 5) Schriftwesen und Literatur. Dreißig Autoren aus fünf Ländern stellen neue Fragen bzw. versuchen, ihre Themen, die auch das Reich und Polen (Schlesien) berühren, mit bisher kaum benutztem Material zu beantworten. Hier kann allerdings nur eine Aufzählung mit wenigen konkretisierenden Bemerkungen geboten werden. Alle Beiträge besitzen englischsprachige Zusammenfassungen, die im folgenden bei den deutschen Beiträgen ausgelassen sind. Hlaváček, Ivan: Politická kultura a kulturní politika na středoevropských dvorech. Poznámky k českému středověkému fenoménu (Political Culture and Cultural Politics on the Medieval Courts. Remarks to the Phenomenon of the Czech lands), S. 13-30; Dvořáčková-Malá, Dana: Dvorský ceremoniál, rituály a komunikace v dobovém kontextu (The Courtly Ceremony, Rituals and Communication in coeval Context), S. 33-55; Zelenka, Jan: „... huius sedis a dextris sit imperator“. Spory o přednost v hierarchii císařského dvora vrcholného středověku (Conflicts of Precedence in Hierarchy of the Imperial Court in High Middle Ages), S. 57-71; Blechová, Lenka: Ceremoniál v díle Hinkmara z Remeše (Ceremony in Writing of Hincmar of Reims), S. 73-92, Žúrek, Václav: Dvůr a dvorská hierarchie v korunovačním obřadu pozdně středověkých Čech (Court and Hierarchies of the Court in the Coronation Office of Late Medieval Bohemia), S. 93-103; Fantysová-Matějková, Jana: Říšská ceremonie smíření 1372 podle Jeana Froissarta: pojetí míru ve Svaté říši římské za vlády Karla IV. (The Imperial Peacemaking Ceremony 1372 according to Jean Froissart. A Conception of Peace in the Holy Roman Empire of Charles IV). Es handelt sich um die Freilassung Wenzels von Luxemburg aus dem Gefängnis des Herzogs von Jülich, S. 105-127; Margue, Michel: Ein Fest am Hof. Das Ritual der „Vogelgelübde“ als politisches Medium, S. 129-148; Janiš, Dalibor: Ceremoniál přijímání lén a lenních přísah na středověkém dvoře olomouckých biskupů (The Ceremony of Fiefs Receiving and Feudal Oaths at the Medieval Court of Olomouc Bishops), S. 149-163; Razím, Jakub: Život všední a sváteční na dvoře korutanských vévodů na přelomu 13. a 14. století ve světle tyrolských knih počtů (Ordinary and Festive Life on the Court of Carinthian Dukes at the Turn of the 13th and 14th Century in the Light of an Accounting Evidence), S. 167-178, S. 177 Abb.; Dvořáková, Daniela: Zábava a slávnosti na uhorskom kráĺovskom dvore (na príklade dvora uhorského kráĺa Ĺudovíta II. Jagelovského (The Entertainment and Solemnities on the Hungarian Royal Court. Based on Example of Louis II’s Jagiello Court), S. 179-191; Holá, Mlada: Dvorské slavnosti ve Vratislavi za pobytu českých králů v pozdním středověku (Court Festivities during Bohemian Kings Visits in Breslau in the Late Middle Ages), S. 193-206; Čapský, Martin: Lov a jeho role na dvorech slezských knížat (Hunting and its Role at the Courts of the Silesian Dukes), S. 207-222; Kozák, Petr: „Citharedo cum cane saltante ad mandata domini principis dedi ...“ Všední den na dvoře hlohovského a opavského vévody Zikmunda Jagellonského (Everyday Life at the Court of Sigismund Jagiełło, Prince of Poland and Duke of Głogów and Opava/Troppau), S. 223-239, schöpft aus den zur Edition vorbereiteten Rechnungen Sigismunds; Bubczyk, Robert. Gry w szachy i tabula na dworach moźnowładczych i rycerskich późnośredniowiecznej Anglii. Funkcje i znaczenie w kulturze (Games of Chess and Tabula at Aristocratic and Knightly Courts in Late Medieval England. Functions and Significance in Culture), S. 241-251; Bobková, Lenka: Přivítat a pohostit. Holdovací cesta krále Ladislava do Horní Lužice roku 1454 (To Welcome and Honour by a Feast. A Royal Progress of King Ladislav to Upper Lusatia in 1454), S. 253-269; Trnka, Pavel: Výdaje dvora Vladislava Jagellonského v letech 1371-1490 (Expenses of King Vladislav Jagiello’s Court in the Years 1471-1490), S. 271-292, S. 290-291 Abb. Da die zentralen Rechnungen fehlen, werden fragmentarisch erhaltene Spezialrechnungen sowohl böhmische als auch polnische (Wladislaws Anfänge in Böhmen sind überliefert durch Rechnungen des polnischen Unterschatzmeisters) und ungarische herangezogen; Polívka, Miloslav: Říšské město Norimberk a jeho dary králům Svaté říše římské. Ruprecht Falcký, Zikmund Lucemburský a Albrecht Habsburský (The Imperial Town of Nuremberg and her Presents to Roman Kings. Ruprecht, Sigismund of Luxemburg and Albrecht II of Habsburg), S. 293-304, S. 301-303 Abb. Es werden Stadtrechnungen ausgewertet; Barciak, Antoni: Miejsca rezydencjonalne Piastów górnośląskich (Residential Places of Upper Silesian Piasts in Middle Ages), S. 307-317. Es handelt sich vornehmlich um Oppeln und Ratibor; Benešovská, Klára: Místa pro chvíle slavnostní (Places Designated for Ceremony), S. 319-336, S. 329-335 Abb. Es handelt sich um eine vergleichende kunstgeschichtliche Studie; Šimůnek, Robert: Město jako výrazový prostředek osobní reprezentace. Chyš a Rabštejn za Buriana II. z Gutštejna († cca 1489) (A Town as a Means of Personal Representation. Chyše and Rabštejn at the Time of Burian II of Gutštejn [† approx. 1489]), S. 337-361 mit 4 Abb. im Text; Czechowicz, Bogusław: Biblijny dydaktyzm późnośredniowiecznych rezydencji jako element funcjonowania dvoru (Biblical Didacticism in Late Medieval Residences as a Component of Court Activity), S. 363-378, S. 375-377 Abb. Es handelt sich um biblische Szenen in den Burgen Brieg, Oels, Teschen und Frankenstein; Iwańczak, Wojciech: Elita dworska w kronice Kosmasa (Court Elite in the Chronicle of Cosmas), S. 381-392; Brander, Laura: „Mit großer Pracht zur Ehe gegeben“. Hochzeitsfeierlichkeiten bei Hofe im 11. und 12. Jahrhundert und die Konstruktion familiärer Identität durch die Fürstinnen, S. 393-421, S. 417-420 Abb. Es wird vornehmlich die Historia Welforum interpetiert; Dannenberg, Lars-Arne: Der lange Arm des Bischofs. Der bischöfliche Hof als Instrument geistlicher und weltlicher Herrschaft am Beispiel der Bischöfe von Meißen. Mit einem Exkurs zu den Herren von Wurgwitz, S. 423-443; Kirt, David: Zwischen Luxemburg und Habsburg: Peter von Aspelt an den fürstlichen Höfen vor seiner böhmischen Zeit, S. 445-349, S. 456-459 Abb.; Žalud, Zdeněk: Královští komorníci, dveřníci a vrátní v lucemburských Čechách. S výhledem do 15. století (Royal Chamberlains, Doormen and Gatekeepers in Bohemia under the Luxemburg Dynasty. With an Outlook to the 15th Century), S. 461-473; Elbel, Petr: Pobyty vyslanců a poslů města Znjma na dvoře krále Zikmunda a rakouského vévody Albrechta V. ve světle znojemských městských účtů z let 1321-1422. Příspěvek k dvorské každodennosti (Envoys of the Town of Znojmo at the Courts of King Sigismund and Duke Albrecht V of Austria Viewn through the Znoimian Municipal Accounts of 1321 and 1422. Contributions to the History of Everyday Life at Princely Courts), S. 475-502, mit einer Karte und einer Tabelle, die gut 25 Kontakte nennt; Pietrzyk, Iwona: Udział dworu ksiąźęncego w kulturze pisanej na Górnym Śląsku (Participation of the Ducal Court in the Literacy Culture in Upper Silesia), S. 505-514. Zugrunde liegt ausschließlich administratives Gut; Cermanová, Pavlína: Eschatologie und apokalyptika jako módní téma na lucemburském dvoře (Eschatology and Apocalyptic as a Favorite Topic at the Court of the Luxembourgs), S. 515-531. Im Mittelpunkt steht der Hof Karls IV.; Slanař, Otakar: Zábavná funkce v rytířské epice českého středověku. Na příkladu eposu Tandariáš a Floribella (Entertaining Function in Chivalrous Epic Literature of the Czech Middle Ages. The Example or the Epos Tandarias and Floribella), S. 533-544.

 

Ivan Hlaváček, Prag*

 

 

Štěpán, Jan: Dvur olomouckeho biskupa Stanislava Pavlovskeho z Pavlovic v letech 1579-1598 [Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Pavlovsky von Pavlovic in den Jahren 1579-1598], Olomouc 2009 [Danal, 362 S.].

 

Im ersten Heft des 19. Jahrgangs dieser Zeitschrift präsentierte Jan Štěpán S. 30-35 ausführlich sein sich damals in Arbeit befindliches Projekt zum frühneuzeitlichen Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Pavlovský von Pavlovice (1579-1598). Deshalb befindet sich der Rezensent in der schwierigen Lage, wollte er dazu noch etwas Neues beisteuern, denn der genannte Beitrag Štěpáns ist ja bereits die Zusammenfassung seines inzwischen unter dem obgenannten Titel erschienenen Buches. Festzuhalten ist jedoch, daß sein Buch recht rasch danach erschienen ist und daß das, was dort versprochen wurde, nun auch wirklich geboten wird. Um Pavlovskýs Epoche zu verstehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß drei unmittelbar vorangegangene Olmützer Bischöfe nur sehr kurzzeitig auf dem Olmützer Stuhl saßen, eigentlich jeweils nur einige wenige Monate, so daß eine kontinuierliche Entwicklung des bischöflichen Hofes kaum gegeben war. So mußte Pavlovský, der aus dem schlesischen Kleinadel stammte, viel Mühe darauf verwenden, diese Entwicklung wieder voranzutreiben.

Štěpán hatte den großen Vorteil, daß er als Archivar am Olmützer erzbischöflichen Archiv Zugang zu den wesentlichen Materialien hatte, so daß er das diesbezügliche diplomatische Gut intensiv durchdringen konnte. Dies zeigt sich auf fast jeder Seite seines Buches, das nicht nur die Prosopographie der Spitzenhöflinge und Beamten, sondern auch die der untergeordneten Hofdiener und des Hofgesindes präsentiert. Entsprechende Verzeichnisse werden an zahlreichen Stellen des Buches geboten.

Wenn man Štěpáns gute Kenntnis des Archivmaterials hervorhebt, überrascht doch, daß das Kapitel über die Kanzlei sehr karg ausfällt (S. 38-43) und sich eigentlich auf die formale Aufzählung der höheren Beamten beschränkt, obwohl dies doch zu den zentralen Themen gehören sollte. Weder werden die Instruktionen als solche interpretiert noch der Geschäftsgang rekonstruiert bzw. eine diplomatische Analyse der Schlüsselquellen, also der verschiedenen Kanzleiregister, vorgenommen. Dabei ist dies doch wohl eine Aufgabe, die eigentlich nur Štěpán selbst meistern könnte. Hinzuweisen ist allerdings auf das von Štěpán mühsam rekonstruierte Itinerar des Bischofs, das er auch sinnvoll interpretiert.

Die im Vorwort aufgeworfene Frage, ob Pavlovskýs Olmützer Bischofshof als Paradigma für die Bürokratisierung der mährischen Landesinstitutionen bzw. anderer Verwaltungsstrukturen gelten kann, scheint mir allerdings ins Leere zu gehen, weil die Struktur dieses mährischen Hofes doch sehr spezifisch war. Eher könnte der Vergleich mit dem Hof des Magdeburger Erzbischofs in Halle an der Saale interessant sein, der unlängst (1998) durch Michael Scholz eine gründliche monographische Bearbeitung erfahren hat.

Gleichwohl erfährt man viel und läßt sich nun aufgrund des von Štěpán gesammelten Materials manches überblicken, anderes steht freilich noch offen. So fand sich (falls ich etwas übersehen habe, bitte ich um Entschuldigung) nur eine einzige Erwähnung der Bibliothek (S. 210) und eine einzige nennt unseren Biblotecarius (S. 43), obwohl dieses Thema doch zum geistlichen Hof gehört. Hoffentlich werden wir durch Štěpán noch mehr vom Olmützer Bischof Pavlovský hören.

 

Ivan Hlaváček, Prag*

 

 

Götz, Rolf: Die Herzöge von Teck. Herzöge ohne Herzogtum, Kirchheim unter Teck 2009 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, 33) [Stadtarchiv Kirchheim unter Teck, 139 S., kart., zahlr. farb. Abb., 19 Euro].

 

Im 33. Band der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck erschien 2009 von Rolf Götz die erste Monographie über die Dynastie der Herzöge von Teck, die diese Stadt gründeten und nach wie vor eine Nachwirkung auf die Stadttradition haben. Götz, der bereits zuvor mehrere Werke zu Teilaspekten über die Herzöge von Teck publiziert hat, behandelt anschaulich die etwa 250jährige Geschichte der von den Zähringern abstammenden Dynastie von ihren Anfängen im Mittelalter bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1439, um dann einen Ausblick auf die Nachwirkung und Rezeption des Herzogstitels bis in die Neuzeit zu geben.

Der Aufbau des Buches orientiert sich an der Ahnentafel der direkten Linie der Herzöge, die des öfteren zur Verdeutlichung des Erklärten angeführt wird, und folgt damit dem chronologischen Aspekt. Die mit der Teilung der Herrschaft im Jahre 1283 entstandenen zwei Hauptlinien der Familie, die Oberndorfer (S. 33-44) und die Owener (S. 45-57), werden in einzelnen Kapiteln getrennt voneinander behandelt. Die Kapitel beginnen zunächst mit der Vorstellung der regierenden Herzöge, um anschließend auf die jüngeren männlichen Verwandten einzugehen. Über die Heiratsbeziehungen der weiblichen Familienmitglieder werden abschließend die Seitenlinien angerissen.

Das Herzogtum von Teck entstand im 12. Jahrhundert im ehemaligen Gebiet des Herzogtums Schwaben. Die erste Nennung eines Herzogs von Teck wird auf den 7. Mai 1189 datiert, 27 Jahre nach der Ersterwähnung der namengebenden Burg zu Teck (S. 11f.). Nach diversen territorialen Veränderungen wurden zunehmend mehr Gebiete des Herzogtums verkauft, verpfändet oder getauscht, so daß sich der Einflußbereich der Dynastie stark verkleinerte und die Tecker zu Herzögen ohne Herzogtum, also zu Titularherzögen, wurden. Doch auch ohne Landbesitz verloren sie gleichwohl wenig an Bedeutung, denn die Herzöge tauchten weiterhin in überregionalen Urkunden auf.

Einen Höhepunkt ihres Ansehens auf Reichsebene erlangten die Herzöge mit einer möglichen Wahl des Tecker Herzogs Konrad II. zum König. Sein sofort darauf folgender Tod verursachte Spekulationen über ein gewaltvolles Ableben des Herzogs aus politischen Motiven. Nachweise für eine mögliche Wahl gibt es nur in der Hauskirche der Tecker in Owen in Form einer Grabplatteninschrift (S. 23-27). In anderen zeitgenössischen Quellen taucht Konrad als rex electus nicht auf. Argumente für und gegen eine Wahl wurden schon zuvor anhand einer wissenschaftlichen Diskussion zwischen Armin Wolf, der zu diesem Thema ebenfalls in der vorliegenden Reihe (Bd. 17) publizierte, und Götz, der in Abgrenzung zu Wolf Konrad II., wenn überhaupt, einen Anspruch auf eine Kandidatur zuschreibt, geführt und werden kurz in einem zusätzlichen Exkurs am Ende des Buches umrissen (S. 113-115).

Nachdem Götz den langsamen Verfall der Macht und den Verlust des Stammlandes innerhalb der zwei getrennten Hauptlinien schildert, geht er auf die Dienste der Herzöge außerhalb ihrer Stammlande, wie etwa in Bayern und Italien, ein. Das Aussterben der Oberndorfer Linie im Jahre 1363 brachte die ungeteilte Herzogswürde für Friedrich III., der unter zahlreichen Dienstherren im süddeutschen Raum seinen Unterhalt verdiente, mit sich. Auch bei diesem Herzog erkennt Götz die geringe Bedeutung der Stammlande mit dem symptomatischen Rückgang des Landesbesitzes, der den schleichenden Niedergang des Geschlechts förderte (S. 58-70).

Der letzte Herzog von Teck verstarb am 19. August 1439. Dieser jüngste Sohn Friedrichs III. war nicht nur Herzog ohne Land, auch in seiner eigentlich geistlichen Karriere in Aquileja wurde er in den Wirren der Kirchenpolitik zu einem Patriarchen ohne Land (S. 91-94). Der Titel der Herzöge von Teck wurde dann im Jahre 1495 Eberhard im Bart von Württemberg bei dessen Herzogserhebung zugesprochen (S. 103f.). Das Wappen der Herzöge von Teck, die schwarz-goldenen Rauten, wurde in das des Herzogtums Württemberg aufgenommen und ist noch heute im Landeswappen des Bundeslandes Baden-Württemberg zu finden. Der Titel sollte in der Dynastie der Württemberger erhalten bleiben. Dieser lebte mit der Heirat von Mary Victoria, aus einer Seitenlinie der Württemberger, mit dem englischen Thronfolger wieder auf. So war Queen Mary Herzogin von Teck (S. 110-112). Der letzte Abschnitt faßt die bisherige Forschungsgeschichte zu der Dynastie der Herzöge von Teck kurz und prägnant zusammen (S. 117-123).

Anhand von in den Text integrierten Quellenauszügen schildert Götz anschaulich und für die interessierte Leserschaft gut verständlich die Geschichte der Herzöge von Teck und ordnet seine Schilderungen in die übergreifende Reichsgeschichte ein. Die reiche und inhaltsorientierte Bebilderung und deren entsprechende Erklärung unterstreichen den ansprechenden Aufbau des Buches, auch wenn das Layout insgesamt mit den sich wenig vom eigentlichen Text abhebenden Überschriften dem schnellen Zugriff auf einzelne Kapitel nicht förderlich ist. Die Ahnentafeln erleichtern das Verständnis der verworrenen Verwandtschaftsverhältnisse. Schön wäre zusätzlich eine Überblickskarte für landfremde Leser gewesen, da der Band stark regional ausgerichtet ist. Leider bietet die benutzerunfreundliche, in die Endnoten eingegliederte Literaturzusammenstellung keinen Überblick über weiterführende Forschungsliteratur, was der Ergiebigkeit für wissenschaftliche Nutzer des Werkes wenig zuträglich ist. Mit diesem Buch ist Götz dennoch ein lesenswerter Beitrag zur Regionalgeschichte Württembergs gelungen.

 

Franziska Nehring, Kiel*

 

 

Schneider Christian: Hovezuht. Literarische Hofkultur und höfisches Lebensideal um Herzog Albrecht III. von Österreich und Erzbischof Pilgrim II. von Salzburg (1365-1396), Heidelberg 2008 (Beiträge zur älteren Literaturgeschichte) [Universitätsverlag Winter, 260 S., geb., 45 Euro].

 

Christian Schneiders germanistische Heidelberger Dissertation liefert einen essentiellen Beitrag zur Erforschung der adeligen Hofkultur im österreichischen Raum am Ende des 14. Jahrhunderts und fördert erheblich das Verständnis einer noch immer zu wenig erschlossenen Phase der deutschen Literaturgeschichte. Schneiders Untersuchung zeigt, daß die Herausbildung literarischer Standards und Formen im Spätmittelalter ein dynamisches, auch von regionalen Faktoren abhängiges Phänomen darstellt, das sich nicht auf der Grundlage einer einzelnen Kulturtheorie erfassen läßt. Um in diesem Sinne die spätmittelalterliche höfische Literatur als Ausdruck komplexer adeliger Selbstvergewisserungsstrategien zu beschreiben, stellen am Ende des 14. Jahrhunderts sowohl der Habsburger Hof in Wien als auch der des Salzburger Erzbischofs hervorragende Untersuchungsgegenstände dar.

Die in vier Teile gegliederte Studie beginnt mit einer theoretischen Besinnung, in der Norbert Elias’ Theorie des Zivilisationsprozesses, Stephen Jaegers und Niklas Luhmanns Erklärungsmodelle vormoderner adeliger Selbstdarstellung sowie das gegenwärtige Verständnis höfischer Lebensformen als Symbolkommunikation differenziert gegeneinander abgewogen werden (S. 17-38). Für Schneider ist keine dieser Theorien entbehrlich, da sie jeweils unterschiedliche Gesichtspunkte der mittelalterlichen Hofkultur zu beleuchten vermögen, so daß sein Vorgehen in den sich anschließenden Kapiteln von einem (produktiven) methodischen Eklektizismus geleitet ist, der nie zu einem Problem wird, da Schneider seine literarische Textbasis ebenso wie die historische Quellenlage an keiner Stelle aus den Augen verliert.

Quellenlage, Textbasis und aktueller Forschungsstand werden im zweiten Hauptkapitel der Untersuchung umrissen (S. 39-98), in dem Schneider eine eingehende Bestandsaufnahme der Entwicklungen am Wiener und Salzburger Hof unter Albrecht III. und Pilgrim II. unternimmt. Während sich in Wien in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts vor dem Hintergrund eines zunehmend erstarkenden Ritterstandes und einer für die literarische Repräsentation des Hofs zuständig werdenden Hofgeistlichkeit ein komplexes literarisches Leben entwickelt, das u.a. mit der Denkwelt der Wiener Universität vernetzt ist („Wiener Schule“), entsteht in Salzburg eine Art vormoderner Beamtenstaat klerikaler Prägung (S. 79), dessen literarisches Leben vornehmlich von den kulturellen Interessen des Erzbischofs sowie vom Vorhandensein einer kunstsinnigen Männergemeinschaft bei Hof bestimmt ist.

In beiden Fällen wird „Hof“ von Schneider vor allem als ein Ort der Verdichtung von Kommunikation verstanden, an dem im Medium der Literatur weltliche und geistliche Orientierung gesucht und gefunden wird. Eine der sich hierbei ergebenden Forschungsfragen ist z.B. die nach dem Anteil von Frauen an der literarischen Kommunikation an beiden Orten – eine Frage, die für den Wiener Hof ausführlich erörtert (S. 60ff.) und angesichts der vor einer Männergesellschaft vorgetragenen Liebeslyrik des Mönchs von Salzburg als ein Forschungsproblem behandelt wird (S. 85ff.).

Der Aspekt der Geschlechterrollen nimmt auch in dem umfangreichsten Hauptkapitel der Untersuchung, das dem wesentlichen Thema der Ausbildung von hovezuht gewidmet ist (S. 99-212), einen zentralen Platz ein. In diesem Kapitel zeigt Schneider an ausgewählten Reimreden Suchenwirts, an Traktaten der „Wiener Schule'“ die vom Hof in Auftrag gegeben wurden, sowie anhand von Liedern des Mönchs von Salzburg, wie in der Literatur des ausgehenden 14. Jahrhunderts das Bild eines selbstdisziplinierten, affektkontrollierten Menschen entworfen wird und bei hofkritischer Reflexion eine „zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung“ (S. 104) des höfischen Verhaltenscodes zu beobachten ist. Anhand literarischer Themen und Werte wie „Scham“, „Schönheit“, „Aufrichtigkeit“ oder „Liebe“ wird verdeutlicht, daß die Wiener und Salzburger Autoren oftmals am Wertekatalog der Literatur der mittelhochdeutschen Blütezeit um 1200 ansetzen, in ihm jedoch nicht mehr Problemfelder erblicken, die weltlich-autonome Selbstbehauptungsleistungen erforderlich machen, sondern für den Umgang mit den propagierten Werten nun ein in intensiver Religiosität gegründeter Habitus selbstdisziplinierten Verhaltens verlangt wird. So stellt z.B. – bei allen Unterschieden im Detail – die Minne weder in den Wiener noch in den Salzburger Zeugnissen einen sittlichen Ansporn dar, sondern bildet „eine ebenso erfüllte wie erfüllende Phantasie“ (S. 182). (In aufschlußreicher Weise wird dies z.B. auch an der Entwicklungslinie von den merkaeren des Minnesangs zur Rolle der klaffer in den Liedern des Mönchs von Salzburg gezeigt, S. 169ff.).

Schneiders im umfangreichen dritten Hauptteil außerdem erbrachter Nachweis, daß im ausgehenden 14. Jahrhundert an den besagten Höfen eine rekreative courtoise Geselligkeit existierte, die Gelegenheit bot, hinter verschlossenen Türen eine gruppensolidarische Stimmung zu pflegen (S. 195ff.), ist vor allem für das Schlußkapitel von Bedeutung: Im vierten Teil der Untersuchung (S. 213-239), in dem nach der lebensweltlichen Relevanz des in den Texten entworfenen Menschenbildes gefragt wird – es geht um den Typus eines höfischen Menschen, der nach außen diszipliniert in Übereinstimmung mit den Normen der Gesellschaft agiert und nach innen für sein Seelenheil selbst verantwortlich ist –, legt Schneider dar, daß es sich um das Selbstdeutungskonzept einer aristokratischen Elite handelt, die sich in literarischem „Spiel“ (S. 223) symbolhaft eine spezifische Sicht der Wirklichkeit zu eigen macht.

So schafft die Untersuchung Schneiders für die österreichische Literatur des ausgehenden 14. Jahrhunderts auf breiter Front einen neuen Forschungsstand und wirft dabei weiterführende Fragen auf: Wie ist z.B. die Tradition der Neidhart-Schwänke, die mit ihrer drastischen Körperlichkeit eher in den Salzburger Kontext zu passen scheint (man vgl. die „Sterzinger Miszellaneen-Handschrift“), aber gerade im Umkreis des Wiener Hofs ihre Spuren hinterlassen hat (Tuchlauben-Fresken, Neidhart-Grab), vor dem Hintergrund der gewonnenen Erkenntnisse zu verorten? Schneider geht solchen Fragen nicht aus dem Weg (S. 230ff.) und entwirft ein differenziertes Bild sich durchmischender literarischer Kreise innerhalb der Oberschicht Wiens. Auf der Grundlage seiner Ausführungen sollte an diesem Punkte aber auch weitergedacht werden, da die Forschung von einem genauen Bild literarischer Geselligkeit im Spätmittelalter (mit möglicherweise auch derberen mündlichen Beiträgen) noch weit entfernt ist.

Christian Schneiders für Germanisten und Historiker gleichermaßen gewinnbringende, detailreiche Studie zur literarischen Kultur an den Höfen Albrechts III. in Wien und Pilgrims II. in Salzburg stellt einen Meilenstein dar und liefert – auch hinsichtlich der Adelskultur des frühen 15. Jahrhunderts (man denke z.B. an Oswald von Wolkenstein) – der Forschung wertvolle neue Gesichtspunkte.

 

Tomas Tomasek, Münster*

 


Neuerscheinungen

 

Adel in der Sattelzeit: Die Rhein-Maas-Region und Westfalen, hg. von G. Gersmann, M. Kaiser, H.-W. Langbrandtner: zeitenblicke 9,1 (2010).
URL: http://www.zeitenblicke.de/2010/1/

Aus dem Inhalt:

Kaiser, M., Schönfuss, F.: Einführung; Gussone, M., Langbrandtner, H.-W.: Bibliotheken und Musikalien als Spiegel adliger Bildung. Auf Spurensuche in rheinischen Adelsbibliotheken und -archiven; Rösser-Richarz, M.: Selbstzeugnisse als Quellen adliger Lebenswelten in der Sattelzeit; Reinicke, C.: Quellen zur adligen Lebensgeschichte. Beobachtungen an Personenstandsquellen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts; Rensch, J. van: Archivalische Quellen zur Adelsgeschichte im Maasgebiet; Schleidgen, W.-R.: Arenberg. Die archivalische Überlieferung; Braad, R.; Weber, P. K.: Das erste Adelsarchiv vollständig im Netz. Das Archiv der gräflichen Familie von und zu Hoensbroech auf Schloß Haag mit Quellen vom 13. bis zum 19. Jahrhundert; Bockhorst, W.: Westfälische Adelsgeschichte in der französischen Zeit; Schnelling-Reinicke, I.: Westfälischer Adel im Königreich Westphalen. Quellen zur Erforschung des westfälischen Adels im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Die westphälische Titelkommission und der Orden der westphälischen Krone; Schulz, O.: Zwischen revolutionärer Herausforderung, unternehmerischem Interesse und Loyalität zu Preußen: Annäherungen an den Adel in der Grafschaft Mark um 1800 am Beispiel der Familie von Elverfeldt.

Adel in Schlesien

Bd. 1: Herrschaft - Kultur – Selbstdarstellung, hg. von J. Harasimowicz, M. Weber, J. Bahlcke und W. Mrozowicz, München 2010 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 36) [Oldenbourg, 580 S., kart., 150 farb. Abb., 59,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Conze, E.: Adel und Moderne in Ostmitteleuropa. Überlegungen zur Systematisierung eines adelshistorischen Feldes zwischen Region, Nation und Europa, S. 305-318.

Sektion III: Politik, Wirtschaft und Verwaltung

Ptak, M. J.: Zur politischen Bedeutung des schlesischen Adels, S. 321-336; Bahlcke, J.: Bischöfliche Traditionen des schlesischen Adels in der Frühen Neuzeit, S. 337-362; Szelong, K.: Andreas Kochtizki d.Ä. – Mäzen, Politiker, Soldat, S. 363-392; Gehrke, R.: Ständische Selbstinszenierung und sozioökonomische Interessenpolitik: Der Adel auf den schlesischen Provinziallandtagen 1825-1845, S. 393-412.

Sektion IV: Bildung und Mäzenatentum

Haberland, D.: Adel und poetae docti in Schlesien – literarische Präsentationen zwischen eruditio und Adelskritik, S. 415-436; Joachimsthaler, J.: Doppelte Buchführung. Kurze Geschichte adliger Modernisierungsliteratur, S. 437-465; Czarnecka, M.: Adlige Dichterinnen in Schlesien im 17. Jahrhundert, S. 467-477; Garber, K.: Adelsbibliotheken in Schlesien – eine Annäherung, S. 479-497; Deventer, J.: Erziehung – Bildung – Kavalierstour: Antworten des schlesischen Adels auf den gesellschaftlichen Wandel der Frühen Neuzeit, S. 499-513; Palica, M.: Kunstsammlungen des niederschlesischen Adels in preußischer Zeit, S. 515-530; Kos, J. K.: Schlesische Adelsresidenzen zwischen 1740 und 1840. Versuch einer Charakteristik, S. 531-548.

Bd. 2: Repertorium: Forschungsperspektiven – Quellenkunde – Bibliographie, hg. von J. Harasimowicz, M. Weber, J. Bahlcke und W. Mrozowicz, München 2010 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 37) [Oldenbourg, 600 S., kart., 150 farb. Abb., 69,80 Euro].

Akten des Kaiserlichen Reichshofrats (HRG), hg. von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Staatsarchiv. Serie I: Alte Prager Akten, Bd. 1: A-D, hg. von W. Sellert, bearbeitet von E. Ortlieb, Berlin 2010 [Erich Schmidt Verlag, 645 S., Ln., 198 Euro]. Bd. 2: E-J, hg. von W. Sellert, bearbeitet von E. Ortlieb, Berlin 2010 [Erich Schmidt Verlag, 850 S., Ln., 255 Euro]. Serie II: Antiqua. Bd. 1: Karton 1-43, hg. von W. Sellert, bearbeitet von U. Machoczek, Berlin 2010 [Erich Schmidt Verlag, 750 S., Ln., 230 Euro].

Akteure der Außenbeziehungen. Netzwerke und Interkulturalität im historischen Wandel, hg. von H. von Thiessen und C. Windler, Wien 2010 (Externa. Geschichte der Außenbeziehungen in neuen Perspektiven, 1) [Böhlau, 520 S., geb., 6 sw-Abb., 69,90 Euro].

Alfani, G.: Fathers and Godfathers. Spiritual Kinship in Early-Modern Italy, Aldershot 2009 [Ashgate, 288 S., geb., 23 Taf., 13 Abb., 55 ₤].

Almond, R.: Daughters of Artemis. The Huntress in the Middle Ages and Renaissance, Cambridge 2009 [Boydell & Brewer, 202 S., geb., 55,99 ₤].

Anca, A. S.: Herrschaftliche Repräsentation und kaiserliches Selbstverständnis – Berührung der westlichen mit der byzantinischen Welt in der Zeit der ersten Kreuzzüge 2010 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 31) [Rehma, 288 S., geb., 32 Euro].

André Charles Boulle, 1642-1732. Ein neuer Stil für Europa. Ausstellungskatalog, hg. von J. N. Ronfort, Paris 2009 [Somogy, 467 S., geb., 49 Euro].

Die Anfänge der Münchener Hofbibliothek unter Herzog Albrecht V., hg. von A. Schmid, München 2009 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Beihefte, 37) [Beck, XI+193 S., geb. 28 Euro].

Antikes Leben. Ideal und Wirklichkeit in Hofbibliothek und Kunstsammlungen der Fürsten von Waldeck und Pyrmont, Ausstellungskatalog Museum Bad Arolsen, hg. von H. Broszinski, B. Kümmel und J. Wolf, Petersberg 2009 [Michael Imhof, 318 S., geb., zahlr. meist farb. Abb., 29,95 Euro].

Approaching the Holy Mountains. Art and Liturgy at St Catherine’s Monastery in the Sinai, hg. von S. E. J. Gerstel und R. Nelson, Turnhout 2010 [Brepols, 580 S., geb., 11 sw- und 30 farb. Abb., 90 Euro].

Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Ausstellungskatalog. Landesausstellung Sachsen-Anhalt aus Anlaß des 800. Domjubiläums. Bd. 1: Essays, Bd. 2: Katalog, hg. von M. Puhle, Mainz 2009 [Philipp von Zabern, Bd. 1: 500 S., geb., 300 Abb.; Bd. 2: 600 S., geb, 480 Abb., zus. 89,90 Euro].

Auge, O.: Unfaßliche Erscheinungen? Mittelalterliche und frühneuzeitliche Höfe als Forschungsthema, in: Hofkultur um 1600. Die Hofmusik Herzog Friedrichs I. von Württemberg und ihr kulturelles Umfeld – Culture de cours vers 1600. La musique à la cour du duc Frédéric Ier de Wurtemberg et son contexte culturel, hg. von J. Kremer, S. Lorenz und P. Rückert, Ostfildern 2010, S. 25-59.

AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen. Das Mittelalter an Rhein und Ruhr. Ausstellungskatalog, hg. vom LWL-Museum für Archäologie, Mainz 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 600 S., geb., 400 farb. Abb., 24,90 Euro].

Bähr, A.: Repräsentieren, bewahren, belehren: Galeriewerke (1660-1800). Von der Darstellung herrschaftlicher Gemäldesammlungen zum populären Bildband, Hildesheim 2009 [Georg Olms, 635 S., geb., 119 sw-Abb., 78 Euro].

Bannert, L.: Gesuch nach Vorschrift. Zur Verregelung der Kommunikation zwischen Untertanen und albertinischen Landesherren im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 80 (2009) S. 129-162.

Behaving like Fools. Voice, Gesture and Laughter in Texts, Manuscripts and Early Books, hg. von L. Perry and A. Schwarz, Turnhout 2010 [Brepols, 350 S., geb., 40 sw- und 2 farb. Abb., 80 Euro].

Berning, B.: „Nach altem löblichen Gebrauch“. Die böhmischen Königskrönungen der Frühen Neuzeit (1526-1743), Köln u.a. 2008 (Stuttgarter Historische Forschungen, 6) [Böhlau, VIII+264 S., geb., 34,90 Euro].

Bessler, G.: Wunderkammern. Weltmodelle von der Renaissance bis zur Kunst der Gegenwart, Berlin 2009 [Dietrich Reimer, 251 S., geb., 251 Abb., 39 Euro].

Beuing, R.: Reiterbilder der Frührenaissance – Monument und Memoria, Münster 2010 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 26) [Rehma, 364 S., geb., 143 Abb., 58 Euro].

Bewegtes Leben. Körpertechniken in der Frühen Neuzeit. Katalog, hg. von R. von Mallinckrodt, Wiesbaden 2008 [Harrassowitz, 384 S., geb., 181 Abb., 39,80 Euro].

Die Bildlichkeit korporativer Siegel im Mittelalter. Kunstgeschichte und Geschichte im Gespräch, hg. von M. Späth, Köln 2009 (Sensus. Studien zur mittelalterlichen Kunst, 1) [Böhlau, 264 S., geb., 105 sw-Abb., 39,90 Euro].

Bild und Ritual. Visuelle Kulturen in historischer Perspektive, hg. von C. Ambos, P. Rösch und S. Weinfurter, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 295 S., geb., 49 sw-Abb., 29,90 Euro].

Die Bildlichkeit symbolischer Akte, hg. von B. Stollberg-Rilinger und T. Weissbrich, Münster 2010 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 28) [Rhema, 432 S., geb., 140 Abb., 58 Euro].

Blanke, H.: Ein Englisches Stück: der Hundisburger Garten von 1753 bis 1811, in: Revolution in Arkadien. Beiträge zur Tagung in Hundisburg vom 19. und 20. Oktober 2006, hg. von B. Heinecke und H. Blanke, Hundisburg 2007, S. 109-119.

Blanke, H.: Grundriß über Ihro Hochwohlögeborenen Freyherrlichen Excellence von Alvensleben Garten: der Hundisburger Schloßgarten und seine Gärtner im 18. Jahrhundert. Eine Grundlegung zur Geschichte und Gestalt des Hundisburger Barockgartens aus den Beständen des Schloßarchivs, Hundisburg 2007.

Bockhorst, W.: Die Grafen von Tecklenburg aus dem Haus Schwerin, in: Mecklenburgische Jahrbücher 124 (2009) S. 63-84.

Böhmen und das Deutsche Reich. Ideen- und Kulturtransfer im Vergleich (13.-16. Jahrhundert), hg. von E. Schlotheuber und H. Seibert, München 2009 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, 116) [Oldenbourg, VIII+362 S., geb., 81 sw-Abb., 49,80 Euro].

Boshof, E.: Königtum und Königsherrschaft im 10. und 11. Jahrhundert, 3. Aufl., München 2010 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 27) [Oldenbourg, 190 S., kart., 19,80 Euro].

Bourrée, K.: Dynastie als Herrschaftspraxis. Strategien fürstlicher Selbstbehauptung im 15. Jahrhundert. Das Beispiel der Hohenzollern, Diss. phil. Univ. Münster 2010.

Brix, M.: Der absolute Garten. André Le Nôtre in Versailles, Stuttgart 2009 [Arnoldsche Verlagsanstalt, 240 S., geb., 148 farb. Abb., 39,80 Euro].

Bryant, L. M.: Ritual, Ceremony and the Changing Monarchy in France, 1350-1789, Aldershot 2009 [Ashgate, 352 S., geb., 49 sw-Abb., 72,50 ₤].

Buchanan, I.: Habsburg and Tapestry, Turnhout 2010 [Brepols, 250 S., geb., 100 sw-Abb., 100 Euro].

Bünz, E.: Residenzen der Mainzer Erzbischöfe im späten Mittelalter. Mainz – Aschaffenburg – Steinheim – Eltville, Eltville 2009 (Eltviller Druck, 51) [Burg-Verlag, 48 S., kart.].

Burbulla, J.: Allumfassende Ordnung. Gartenkunst und Wissenschaft in Gotha unter Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1804), Bern 2010 (Natur, Wissenschaft und die Künste, 1) [Lang, 288 S., kart., zahlr. Abb., 31,70 Euro].

Burckhard, C.: Die Vögte der Reichsabtei Lorsch im hohen Mittelalter, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 265 [Tagungsankündigung].

Buscot, G.: Pouvoirs et fêtes princières à Fribourg-en-Brisgau (1677-1814), Bern 2010 [Lang, 437 S., kart., 20 Abb., 71,70 Euro].

Cassagne-Brouquet, S.: Louis XI ou le mécénat bien tempéré, Rennes 2007 [Presses universitaires de Rennes, 270 S., kart., 22 Euro].

Cauchies, J.-M.: „Bourgogne“ et „Pays-Bas“. De la référence dynastique à la construction politique, in: Ordre de la Toison d’or. Mémoires de l’Académie des sciences, arts et belles-lettres de Dijon 142 (2007) S. 81-88.

Chastel et maison fortes III. Actes des journées de castellogie de Bourgogne 2008-2009, hg. von H. Mouillebouche. Vorwort von M. Bur, Chagny 2010 [Centre de Castellologie de Bourgogne, 274 S., kart., 28 Euro].

Le château „à la Une“! Événements et faits divers. Actes des rencontres d’archéologie et d’histoire en Périgord les 26, 27 et 28 septembre 2008, hg. von A.-M. Cocula und M. Combet, Paris 2009 (Scripta medievalia, 16)[De Boccard, 421 S., kart., 123 Abb., 30 Euro].

Christ, A.-B.: Frühstück bei Hofe. 100 Jahre fürstliches Porzellan, Stuttgart 2008 [Arnoldsche Verlagsanstalt, 96 S., kart., 100 farb. Abb., 9,95 Euro].

Claude de Seyssel, Les louenges du roy Louys XII, krit. Ed. von P. Eichel-Lojkine und L. Vissière, Genf 2009 (Les classiques de la Pensée politique, 21), [Droz, 282 S., kart., 41,64 Euro].

Clauss, M.: Ritter und Raufbolde. Vom Krieg im Mittelalter, Darmstadt 2009 (Geschichte erzählt, 20) [Primus Verlag, 144 S., Ln., 16,90 Euro].

Coester, C.: Brautfahrten. Grenzüberschreitungen und Fremdheitserfahrungen adliger Frauen in der Frühen Neuzeit, in: Francia 35 (2008) S. 149-168.

Le commerce du luxe à la Paris aux XVIIe et XVIIIe siècles. Echanges nationaux et internationaux, Bern 2009 [Lang, 421 S., kart., 120 Abb., 62,10 Euro].

Court and Honour in the French Renaissance. Essays in Honour of Professor Pauline Smith, Oxford 2009 [Lang, 272 S., kart., 40,40 Euro].

Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern. Kirche, Hof und Stadtkultur. Ausstellungskatalog, hg. von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien, Berlin 2010 [Deutscher Kunstverlag, 268 S., geb., 54 sw- und 320 farb. Abb., 39,90 Euro].

The Cultivation of Monarchy and the Rise of Berlin. Brandenburg-Prussia 1700, hg. von K. Friedrich und S. Smart, Aldershot 2010 [Ashgate, VIII+438 S., geb., 65 ₤].

Dade, E. K.: Madame de Pompadour. Die Mätresse und die Diplomatie, Wien 2010 (Externa. Geschichte der Außenbeziehungen in neuen Perspektiven, 2) [Böhlau, 344 S., geb., 42,90 Euro].

Devaux, J.: Les chroniqueurs bourguignons et la Guerre du Bien Public, in: „Quant l’ung amy pour l’autre veille“. Mèlanges de moyen français offerts à Claude Thiry, hg. von T. van Hemelryck und M. Colombo Timelli, Turnhout 2008 (Textes, codex & contexte, 5), S. 313-322.

Devaux, J.: Jehan Molinet, un moraliste au service du bien de paix, in: „Il n’est trésor au monde que de paix.“ Hommes, lieux et instruments de pacification de l’Antiquité à nos jours, hg. von I. Clauzel, Boulogne 2007, S. 104-116 (Cycle d’études en pays boulonnais, 2), S. 105-116.

Decaluwe, M.: A Successful Defeat. Eugene IV’s Struggle with the Council of Basel for Ultimate Authority in the Church, 1431/1449, Turnhout 2010 [Brepols, 350 S., kart., 70 Euro].

Diemer, D., Diemer, P.: Die Moriskentänzer im Münchner Stadtmuseum. Repräsentation und Performanz städtischen Selbstverständnisses. Symposium, München, Altes Rathaus und Müncher Stadtmuseum, 2./3. Juli 2009 [Bericht], in: Kunstchronik 63 (2010) S.-14.

Digitale Diplomatik. Neue Technologien in der historischen Arbeit mit Urkunden, hg. von G. Vogeler, Köln 2009 (Beihefte zum Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde, 12) [Böhlau, 362 S., geb., 101 sw-Abb., 52,90 Euro].

Dinzelbacher, P.: Warum weint der König? Eine Kritik des mediävistischen Panritualismus, Badenweiler 2009 [Wissenschaftlicher Verlag Bachmann, 138 S., kart., 7 sw-Abb., 25,90 Euro].

Distinction et supériorité sociale (Moyen âge et époque moderne). Colloque de Cerisy, 27-30 septembre 2007, hg. von L. Jean-Marie und C. Maneuvrier, Turnhout 2010 [Brepols, 250 S., geb., 35 Euro].

Drossbach, G.: Haec sunt statuta, in: Von der Ordnung zur Norm. Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010, S. 369-385.

Dülberg, A., Oelsner, N., Pohlack, R.: Das Dresdner Residenzschloß, Berlin u.a. 2009 [Deutscher Kunstverlag, 96 S., kart., zahlr., meist farb. Abb., 9,80 Euro].

Dvory a rezidence ve středověku III: Všední a sváteční život na středověkých dvorech [Höfe und Residenzen im Mittelalter II: Der Alltag und das festliche Leben an mittelalterlichen Höfen], hg. von Dana Dvořáčková-Malá und Jan Zelenka, Praha 2009 (Mediaevalia Historica Bohemica, 12; Suppl. 3) [Historický ústav AV ČR, v.v.i., 549 S., kart., zahlr. Abb. im Text, ca. 450 Kč] – siehe oben S. 51.

„This Earthly Stage“. World and Stage in Late Medieval and Early Modern England, hg. von B. Hirsch und C. Wortham, Turnhout 2010 [Brepols, 279 S., geb., 23 sw- Abb., 70 Euro].

Egyptian Royal Residences. 4. Symposium zur ägyptischen Königsideologie, hg. von R. Gundlach und J. H. Tylor, Wiesbaden 2009 [Harrassowitz, 197 S., kart., 48 Euro].

Aus dem Inhalt:

Doxey, D. M.: The Nomarch as Ruler: Provinvial necropoleis of the Old and Middle Kingdoms, S. 1-11; Gnirs, A. M.: In the King’s House: Audiences and receptions at court, S. 13-43; Gundlach, R.: „Horus in the Palace“: The centre of state and culture in pharaonic Egypt, S. 45-67; Hirsch, E.: Residences in Texts of Senwosret I, S. 69-82; Lacovara, P.: The Development of the New Kingdom Royal Palace, S. 83-110; Quirke, S.: The Residence in Relations between Places of Knowledge, Production and Power: Middle Kingdom evidence, S. 111-130; Raedler, C.: Rank and Favour at the Early Ramesside Court, S. 131-151; Raven, M. J.: Aspects of the Memphite Residence as illustrated by the Saqqara New Kingdom necropolis, S. 153-164; Spence, K.: The Palaces of el-Amarna: Towards an architectural analysis, S. 165-187.

Ehlers, J.: Die Entstehung des Deutschen Reiches, 3. Aufl., München 2010 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 31) [Oldenbourg, 164 S., kart., 19,80 Euro].

Einzug der Künste in Böhmen. Malerei und Skulptur am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag. Katalog, hg. von J. Kräftner, Wien 2010 [Brandstätter, 152 S., geb., zahlr. farb. Abb., 28 Euro].

L’Esprit des modes au Grand Siècle. Extraits du Mercure Galant (1672-1701), hg. von C. Thépaut-Cabasset, Paris 2010 [Éditions de CTHS, 254 S., kart., 15 Euro].

Europa Triumphans. Court and Civic Festivals in Early Modern Europe, hg. von J. R. Mulryne, M. Shewing und H. Watanabe O’Kelly, Aldershot 2010 [Ashgate, 1144 S., geb., 23 farb. Abb., 148 sw-Abb., 150 ₤].

Evans, R. J. W.: Communicating Empire: The Habsburgs and their critics, 1700-1919, in: Transactions of the Royal Historical Society 19 (2009) S. 117-138.

Familles royales, vie publique, vie privée aux XIVe et XVe siècles, hg. von C. Raynaud, Aix-en-Provence [Publications de l’Université de Provence, 213 S., kart. 22 Euro).

Fetting, M.: Großherzoglicher Ehebruch im Blickpunkt großer Politik. Ein Beitrag zum monarchischen Selbstverständnis im zweiten deutschen Kaiserreich, in: Historische Anthropologie 17 (2009) S. 320-344.

Filips de Schone, een vergeten vorst (1478-1506), hg. von R. Fagel, J. Geurts und M. Limberger, Maastricht 2008 (Publicaties van de Vlaams-Nederlandse Vereniging voor Nieuwe Geschiedenis, 7) [Shaker, 137 S., kart., 36 Euro].

Fink, A.: Die Marksburg in Braubach – Die Fassadensanierung am Romanischen Palas, in: Burgen und Schlösser 1 (2010) S. 33-39.

Fitzner, S.: Die papiernen Arkadenhöfe des Dessauer Schlosses – Funktion und Darstellung nordalpiner Architekturzeichnungen des 16. Jahrhunderts, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 387-411.

Freiheit und Unfreiheit. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Facetten eines zeitlosen Problems, hg. von K. Andermann und G. Zeilinger, Epfendorf 2010 (Kraichthaler Kolloquien, 7). [bibliotheca academica, 188 S., Ln., 29 Euro].

Die Frühe Neuzeit als Epoche, hg. von H. Neuhaus, München 2009 (Historische Zeitschrift Beiheft, 49) [Oldenbourg Wissenschaftsverlag, VII+494 S., geb., 84,80 Euro].

Fuess, A.: From the Sea to the Foot of the Hill. The Dislocation of Tripoli by the Mamluks after 1289, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 218-223.

Die Fugger im Bild. Selbstdarstellung einer Dynastie in der Renaissance, hg. von der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 144 S., geb., zahlr. farb. Abb., 19,90 Euro].

Geistliche Fürsten und geistliche Staaten in der Spätphase des Alten Reiches, hg. von B. Braun, M. Menne und M. Ströhmer, Epfendorf 2008 [bibliotheca academia, 285 S., kart., 39 Euro].


Aus dem Inhalt:

Jürgensmeier, F.: Geistliche Leitung oder nur Fürsten? Die Fürstbischöfe des Reiches im 17. und 18. Jahrhundert, S. 13-30; Schraut, S.: Fürstbischöfliche Rollen. Reichsritterschaftliche Kirchenfürsten zwischen familiären, Standes- und Amtsinteressen, S. 31-42; Wüst, W.: Bischöfe als Reichsfürsten. Wahlverpflichtungen, Machtbarrieren, Überforderung und Vielregiererei in süddeutschen Hochstiften, S. 43-60; Härter, K.: Das Corpus Catholicorum und die korporative Reichspolitik der geistlichen Reichsstände zwischen Westfälischem Frieden und Reichsende (1663-1803), S. 61-102; Rudolph, H.: Mildes Regiment? Strafrecht und Strafpraxis im geistlichen Staat, S. 103-124; Ströhmer, M.: Fürstbischöfliche Justizreformen – ein Modernisierungsparadoxon? Alternative Strategien und Deutungen lokaler Herrschaftsverdichtung des 18. Jahrhunderts im Hochstift Paderborn, S. 125-162; Schindling, A.: Fürstbischof und Universität. Die Hochschulen der Germania Sacra im Alten Reich, S. 163-194; Samerski, S.: Vom Schrittmacher der Reform zum Friedensvermittler. Der Kölner Nuntius und die ihm zugeordneten Bistümer in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, S. 195-206; Scherbaum, B.: Die römische Familie Scarlatti als diplomatische Vertreter der Bischöfe aus dem Hause Wittelsbach an der Kurie. Ein Fallbeispiel zum Gesandtschaftswesen geistlicher Staaten im 17. und 18. Jahrhundert, S. 207-222; Süssmann, J.: Bauen als Politik. Zum Versuch des Fürstbischofs Johann Philipp Franz von Schönborn, das Hochstift Würzburg in ein Gemeinwesen zu verwandeln, S. 223-238; Heinz, S.: „Ecce hora est“. Die Inszenierung des schönen Todes an Bischofsgrabmälern in Trier und Mainz, S. 239-262; Menne, M.: Der geistliche Fürst „turnt“. Ausblick auf Konzepte, Probleme und Perspektiven einer Öffnung, S. 263-276.

Gelichi, S.: Hārim. A Crusader-Muslim Castle of the Northern Syria. An Archaeological Approach, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 224-232.

Georg Philipp Harsdörffer, Kunstverständiger Discurs, von der edlen Mahlerey. Nürnberg 1652, hg., komm. und mit einem Nachwort von M. Thimann, Heidelberg 2009 [Manutius, 159 S., geb., 29,80 Euro].

Géraud d’Aurillac, l’aristocrate et le saint dans l’Auvergne post-carolingienne. Actes de la journée d’étude d’Aurillac, 21 novembre 2009, hg. von D. Carraz, in : Revue de la Haute-Auvergne 72 (2010) S. 1-114.

Geschichte schreiben. Ein Quellen- und Studienhandbuch zur Historiografie (ca. 1350-1750), hg. von S. Raun und B. Studt, unter Mitarb. von S. Benz, A. Bihrer, J. M. Sawilla und B. Steiner, Berlin 2010 [Akademie Verlag, 594 S., kart., 29,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Walther, G.: Orte der Repräsentation und Macht bei Philippe de Commynes, S. 47-54; Benz, S.: Hofhistoriografie: Ernennung Marquard Herrgotts OSB zum kaiserlichen Rat und Historiografen 1736, S. 55-70; Höh, M. von der: Historiografie zwischen Privatheit und Geheimnis – das Familienbuch des Werner Overstolz, S. 115-126; Stockinger, T., Wallnig, T.: Historische Irrtümer zwischen Korrespondenz und Kollektaneen. Ein Brief von Candidus Klitsch (Bamberg) für Bernhard Pez (Melk) und ein Auszug aus Pez’ Kollektaneen zu seiner Bibliotheca Benedictina, S. 217-229; Schneider, J.: Vom persönlichen Memorandum zum kommerziellen Produkt: Das Buch von Kaiser Sigmund des Eberhard Windeck und die Werkstatt des Diabold Lauber, S. 234-243; Laussat, C.: Der Autor und die Drucklegung seines Werkes. Paolo Giovio in seinen Briefen über die Historiae sui temporis, S. 244-252; Kummer, C.: Grundsätze und Planungsstufen der Illustration der Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries von 1546, S. 253-264; Bollbuck, H.: Geschichtsfälschung, Überlieferung historischen Wissens und Antikenrezeption – die Antiquitates des Annius von Viterbo, S. 298-307; Krieb, S.: Orte, Namen und Kleinodien. Erinnerungsmedien in der Flersheimer Chronik, S. 347-358; Grell, C.: Die Wandlungen der chronologischen Wissenschaft und die Illusionen des Isaac Newton, S. 390-403; Bollbuck, H.: Urgeschichte als Identitätsmodell: Albert Krantz’ Wandalia, S. 422-431; Studt, B.: Dynastien und Fürsten: Die Chronik des Heidelberger Hofkaplans Matthias von Kemnath als legitimierende Geschichtserzählung, S. 432-444; Esser, R.: Historisch-topografische Erfassung des Raumes – Chorografien in den Niederlanden und in England im 17. Jahrhundert, S. 449-458; Rau, S.: Geschichten von Stadt, Land und Universum: Räume der Stadtchroniken und Stadtgeschichten seit dem späten Mittelalter, S. 459-474; Schenk, G. J.: Lektüren im Buch der Natur. Wahrnehmung, Beschreibung und Deutung von Naturkatastrophen, S. 507-520; Benz, S.: Johann Adam Webers Darstellung von „Geschichte“ – Geschichte in der Enzyklopädie, S. 524-536; Völkel, M.: Zwischen reflektierter Norm und Selbstverständlichkeit: die rhetorische Ordnung der Historien, S. 537ff.

Die Gesellschaft des Fürsten. Prinz Xaver von Sachsen und seine Zeit, hg. von U. Fiedler, T. Nicklas und H. Thoss, Chemnitz 2009 [Edition Mobilis, 228 S., kart., zahlr. Abb., 24,95 Euro].

Aus dem Inhalt:

Kroll, F.-L., Thoss, H.: Kursachsen im Europa der Dynastien, S. 8-11; Fiedler, U., Nicklas, T.: Xaver in Chemnitz – warum? Gedanken zur Ausstellung, S. 12-19; Nicklas, T.: Xaver von Sachsen – Fürst zwischen den Mächten, S. 21-29; Gross, R.: Das kursächsische Rétablissement und die Stadt Chemnitz, S. 31-39; Rosseaux, U.: Der Siebenjährige Krieg als Medienereignis, S. 40-49; Müller, W.: Bürgertum und Fürstenhaus im Rétablissement, S. 51-59; Pelizaeus, L.: Prinz Xaver als Soldat und Militärreformer, S. 61-69; Marx, H.: Malerei für Dresden – das 18. Jahrhundert – drei Schlaglichter, S. 70-79; Pupil, F.: Die Porträts Xavers von Sachsen – eine Studie anhand der Druckgrafik, S. 81-89; Walter, M.: Oper in Dresden – vom Sammlungsgegenstand zum antiquarischen Repertoire, S. 91-99; Albert Prinz von Sachsen und Herzog zu Sachsen: Administrator Prinz Xaver und die Bergakademie Freiberg, S. 101-103; Pflittner, T.: Der Versuch einer Forstreform im Rétablissement, S. 104-111; Donath, C.: „Deine bis in den Tod getreue Mutter“. Maria Josepha von Sachsen – eine Frau im Schatten S. 112-119; Schmid, A.: Maria Anna Sophie – die unbekannte Wettinerin auf dem bayerischen Kurfürstenthron, S. 121-127; Bély, L.: Die Bourbonen und das albertinische Haus, S. 128-135; Knopper, F.: Fürstenreisen – Prinz Xaver als Reisender, S. 137-145; Conihout, I. de: Die Bibliothek Xavers von Sachsen – Von Pont-sur-Seine in die Bibliothèque Mazarine, S. 147-153; Liez, J.-L.: Ein Prinz und seine Archive – Xaver von Sachsen und Zabeltitz, S. 155-161; Thoss, H.: Sächsische Identität und das Bild von Sachsens Fürsten im Dritten Reich und in der DDR, S. 162-169.

Gift-Giving in Eighteenth-Century Courts. Papers from the „Fragile Diplomacy: Meissen Porcelain for European Courts, c. 1710-68“ conference, held et the Bard Graduate Center in New York on 16 November 2007, hg. von M. Cassidy-Geiger und M. d’Albon, in: The Court Historian 14,2 (2009) S. 129-205.

Die Goldene Bulle. Politik – Wahrnehmung – Rezeption, 2 Bde., hg. von U. Hohensee, M. Lawo, M. Lindner, M. Menzel und O. B. Rader, Berlin 2009 (Berichte und Abhandlungen. Sonderbände, 12) [Akademie, 1249 S., geb., 25 farb. Abb., 25 sw-Abb., 99,80 Euro].

Gorter-Van Royen, L., Hoyois, J.-P., Stratenwerth, H.: Correspondance de Marie de Hongrie avec Charles Quint et Nicolas de Granvelle. Tl. 1: 1532 et années antérieures, Turnhout 2009 [Brepols, 641 S., geb., 66,95 Euro].

Gottschalk, K.: Niemandes Kind? Illegitimität, Blutsverwandtschaft und Zugehörigkeit im vormodernen Recht, in: Werkstatt Geschichte 51 (2009) S. 23-42.

Götz, Rolf: Die Herzöge von Teck. Herzöge ohne Herzogtum, Kirchheim unter Teck 2009 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck, 33) [Stadtarchiv Kirchheim unter Teck, 139 S., kart., zahlr. farb. Abb., 19 Euro] – siehe oben S. 54.

Greindl, G.: „Mit Eurer Grossmächtigen Majestät ein Bündnis der Freundschaft schliessen“ – Drei Briefe Herzog Maximilians I. von 1617 an den Kaiser von China, in: Aviso 1 (2010) S. 136-141.

Grossmann, G. U.: Einführung in die historische und kunsthistorische Bauforschung, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 50 sw-Photos, 25 Zeichnungen, 19,90 Euro].

Guillebert de Lannoy, Cesty a poselstva [traduction tchèque annotée, présentée et illustrée des Voyages et ambassades de Guillebert de Lannoy], hg. von J. Svatek, M. Nejedly, O. Marin und P. Soukup, Prag 2009 [Scriptorium, 264 S., 313 Kč].

Gvozdeva, K.: Karnevaleske Statuten im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Frankreich, in: Von der Ordnung zur Norm: Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010, S. 347-368.

L’habitat fortifié en Bourgogne ducale (Côte-d’Or, Saône-et-Loire). Base de données sur DVD rom, hg. von V. Maerten und H. Mouillebouche, Chagny 2010 [DVD, 20 Euro] – siehe www.cecab-chateaux-bourgogne.fr/html/publications_ cecab.html.

Die Habsburger zwischen Aare und Bodensee, hg. von J. P. Niederkorn, Zürich 2010 (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 77) [Chronos, 258 S., kart., 38 Euro].

Aus dem Inhalt:

Habsburg, Karl von: Zum Geleit, S. 7; Niederhäuser, P.: „Erbfeindschaft“, Konkurrenz der gemeinsamen Wurzeln? Habsburgisch-eidgenössische Geschichte(n) im Spätmittelalter, S. 9ff.

Formen und Symbole von Herrschaft

Meier, B.: Habsburger und Eidgenossen im Mittelalter. Versuch einer Periodisierung, D. 13ff.; Derschka, H.: Das Hochstift Konstanz und Rudolf von Habsburg, S. 21ff.; Wild, W.: Habsburger und Burgenbau in den „Vorderen Landen“, S. 35ff.; Zäch, B.: Habsburgische Münzprägung und Münzpolitik in den Vorlanden um 1400, S. 61ff.; Sieber, C.: „On the Move“. Das Itinerar der Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. von Österreich von der Schlacht bei Sempach (1386) bis zur Aussöhnung mit König Sigmund (1418), S. 77ff.; Gerber, R.: Erobert, entführt und makuliert. Das vorländische Archiv der Herzöge von Österreich als Herrschaftsinstrument und Kriegsbeute, S. 95ff..

Fürsten als Gefolgsleute

Niederstätter, A.: Princeps Suevie et Alsacie. Herzog Rudolf IV. von Österreich und die habsburgischen Vorlande, S. 125ff.; Hollegger, M.: Maximilian I. und die Eidgenossen, S. 137ff.; Niederhäuser, P.: Adel und Habsburg – habsburgischer Adel? Karrieremöglichkeiten und Abhängigkeiten im späten Mittelalter, S. 151ff.; Gutmann, A.: Exponenten der Teilung – Instrumente der Versöhnung? Die Schenken und Truchsesse von Habsburg zwischen den Linien Habsburg und Habsburg-Laufenburg in der Mitte des 13. Jahrhunderts. S. 179ff.; Kolb Beck, N.: Hans Lanz von Liebenfels. Eine Diplomatenkarriere im 15. Jahrhundert, S. 195ff.

Erinnerungskulturen

Moddelmog, C.: Stiftung als gute Herrschaft. Die Habsburger in Königsfelden, S. 209ff.; Hugener, R.: Umstrittenes Gedächtnis. Habsburgisches und eidgenössisches Totengedenken nach der Schlacht bei Sempach, S. 223ff.; Huggel, M.: Die Grabkapelle der Herren von Hallwyl in der Kirche Seengen. Erinnerungskulturen eines Schweizer Adelsgeschlechts, S. 239ff.

Handbuch der preußischen Geschichte, Bd. 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, hg. von W. Neugebauer, Berlin 2009 [De Gruyter, 1271 S., geb., 199 Euro].

Hans von Aachen. Hofkünstler in Europa. Katalog, hg. von T. Fuesenig, Berlin u.a. 2010 [Deutscher Kunstverlag, 296 S., geb., 220 Abb., 29,90 Euro].

Hans Sachs und Jost Amman, Das Ständebuch, Bd 1: Text, Bd. 2: Materialien, hg. von H. Blosen, P. Bćrentzen und H. Pors, Aarhus 2009 [Aarhus University Press, Bd. 1: 301 S., geb., 4 sw- und 4 farb. Abb, 123 Faksimile-Seiten. Bd. 2: 251 S, geb. – zusammen 638 DKR].

Hayward, M.: Rich Apparel. Clothing and the Law in Henry VIII’s England, Aldershot 2009 [Ashgate, 448 S., geb., 52 Tab., 26 sw-Abb., 65 ₤].

Heidrich, J.: „Fridericus dux Saxonie. Kyrie leyson“. Politische (Selbst-)Inszenierung in der polyphonen Messe des frühen 16. Jahrhunderts, in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2008, S. 269-277.

Heilmeyer, M.: Die Gärten der Könige. The Royal Gardens, München 2009 [Prestel, 192 S., geb., 130 farb. Abb., 29,95 Euro].

Heimann, H.-D.: Die Soester Fehde (1444-1449), in: Das Herzogtum Westfalen, Bd. 1: Das kurkölnische Herzogtum Westfalen von den Anfängen der kölnischen Herrschaft im südlichen Westfalen bis zur Säkularisation 1803, hg. von H. Klueting unter Mitarb. von J. Foken, Münster 2009, S. 321-342.

Henri le Libéral, Comte de Champagne (1152-1181), hg. von J. Benton und M. Bur, Paris 2009 [De Boccard, XXXVIII+679 S., kart., 130 Euro].

Hlaváček, I.: Dvory a rezidence v České koruně za Lucemburků (Hrst pramenovědných poznámek a nastínění problému), in: Korzenie wielokulturowości Śląska ze szczególnym uwzględnieniem Śląska Górnego, hg. von A. Barciak, Katowice-Zabrze 2009, S. 276-293.

Högg, F., Stahl, A.: Die Burg und das Amt Lindau. Ein Beitrag zur Baugeschichte, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 301-343.

Holzschuh-Hofer, R., Beseler, S.: Nobles Grau-Gold. Bauforschung am Schweizertor in der Wiener Hofburg, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 72 (2008) S. 643-670.

Hucker, B. U.: Die Grafen von Schwerin - hoch- und spätmittelalterliche Landes- und Stadtherren in Mecklenburg, in: Mecklenburgische Jahrbücher 124 (2009) S. 31-45.

Huthwelker, T.: Tod und Grablege der Pfalzgrafen bei Rhein im Spätmittelalter (1327-1508), Heidelberg 2010 [Winter, IV+324 S., geb., 11 Abb., 36 Euro].

Ikonographie. Neue Wege der Forschung, hg. von S. Poeschel, Darmstadt 2010. [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 240 S., kart., 12 sw-Abb., 39,90 Euro].

The inventories of Charles V and the Imperial Family : Los Inventarios de Carlos V y la Familia Imperial, hg. von F. Checa Cremades, 3 Bde., Madrid 2010 [Fernando Villaverde Ediciones S.L., 1200, 1124 und 916 S., geb., 1195 $] – siehe www.inventoriescharlesv.com.

Janse, A.: Een pion voor en dame. Jacoba van Beieren (1401-1436), Amsterdam 2009 [Uitgeverij Balans, 400 S., 19,95 Euro].

Das „italienische“ Jülich. Grundzüge im Konzept Alessandro Pasqualinis für die Stadtanlage, die Zitadelle und das Residenzschloß, hg. von C. Doose, J. Eberhardt und H. Lauenstein, Jülich 2010 (Jülicher Forschungen, 8) [B.o.s.s. Druck und Medien GmbH, 552 S., kart., 600 Abb., 49,50 Euro] – siehe auch oben S. 30-37.

Jehle, M.: Ansbach. Die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, München 2009 (Historischer Atlas von Bayern. Franken I/35,1-2) [Kommission für Bayerische Landesgeschichte, LXXXIII+1098 S., 21 Abb., 3 Karten, 58 Euro].

Jochum, U.: Geschichte der abendländischen Bibliotheken, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 87 farb. Abb., 17 sw-Abb., 29,90 Euro].

Johanek, P.: Karl IV. und Heinrich von Herford, in: Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville zum 65. Geburtstag, hg. von F. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009, S. 229-244.

Joye, S.: Le mariage par rapt au haut Moyen Âge, Turnhout 2010 [Brepols, 400 S., kart., 60 Euro].

Jütte, D.: Wie „höfisch“ war die Verbürgerlichung der deutschen Juden? Zur Bedeutung des höfischen Musikbetriebs und der Hoftheater in der deutsch-jüdischen Geschichte, in: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft 36 (2010) S. 5-36.

Kaiser Maximilian I. (1459-1519) und die Hofkultur seiner Zeit. Interdisziplinäres Symposium Brixen, 26. bis 30. September 2007, hg. von S. Hartmann und U. Müller in Verb. mit F. Löser, Wiesbaden 2009 [Reichert, 520 S., geb., 69 Euro].

Kamm, A.: Sparrenburg. Burg, Festung, Wahrzeichen, Bielefeld 2007 (Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, 12) [Regionalverlag Thomas P. Kiper, 144 S., kart., 155 meist farb. Abb., 15,80].

Kania, K.: Kleidung im Mittelalter. Materialien – Konstruktion – Nähtechnik. Ein Handbuch, Wien 2010 [Böhlau, 559 S., geb., 357 sw-Abb., 51 farb. Abb., 90 Euro].

Karl der Kühne von Burgund. Fürst zwischen europäischem Adel und der Eidgenossenschaft, hg. von K. Oschema und R. C. Schwinges, [Magnus, 420 S., geb., 140 farb. Abb. und sw.-Abb., 63.00 Euro].

Aus dem Inhalt:

VORGESCHICHTEN

Paravicini, W.: Einen neuen Staat verhindern: Frankreich und Burgund im 15. Jahrhundert, S. 23ff.; Marchal, G. P.: Ein Staat werden: Die Eidgenossen im 15. Jahrhundert, S. 41ff.

DER „MENSCH KARL“: EINFLÜSSE UND PRÄGUNGEN

Oschema, K.: Das Werden eines zweiten Alexanders? Jugend und Ausbildung Karls des Kühnen, S. 55ff.; Sommé, M.: Charles le Téméraire et les femmes: présence et influence, S. 69ff.; Franke, B., Welzel, B.: Bildsozialisation und Bildpolitik. Die Heldenwelt Karls des Kühnen, S. 80ff.; Prietzel, M. Schlachten und Erinnerungen. Grandson, Murten und Nancy in der Sicht von Burgundern und Eidgenossen, S. 109ff.

DIE POLITIK HERZOG KARLS

Kintzinger, M.: Caesar, der Staat und die Nation. Die Außenpolitik Karls des Kühnen, S. 124ff.; Müller, H.: Der Griff nach der Krone. Karl der Kühne zwischen Frankreich und dem Reich, S. 153ff.; Dünnebeil, S. Der Orden vom Goldenen Vlies und die Beherrschung des Adels. Karl als Herr oder Ordensbruder?, S. 171ff.; Boone, M.: Charles le Téméraire face au monde urbain: ennemis jurés et fatals?, S. 185ff.; Esch, A.: Karl der Kühne und die Burgunderkriege aus der Sicht Berns, S. 203ff.

KULTUR UND HOF

Thoss, D.: Le Téméraire. Der Tollkühne – ein bibliophiler Mäzen?, S. 222ff.; Blanc, O.: Charles en ses parures, S. 235ff.; Kurmann, P.: Herbst der Kathedrale. Die niederländische Sakralbaukunst zur Zeit Karls des Kühnen und ihre mediale Spiegelung in der „Kirchenmadonna“ des Jan van Eyck, S. 248ff.; Spiess, K.-H.: Der Schatz Karls des Kühnen als Medium der Politik, S. 273ff.

NACHLEBEN UND NACHWIRKUNGEN KARLS DES KÜHNEN

Sieber-Lehmann, C. Ein burgundischer „Principe“? Karl der Kühne und die Geschichtsschreibung, S. 293ff.; Brachmann, C. „A la fois qui tout veult, tout pert.“ Karls Nachleben in der Propaganda des lothringischen Hofes, S. 303ff.

AUSBLICK

Holenstein, A.: Heldensieg und Sündenfall. Der Sieg über Karl den Kühnen in der kollektiven Erinnerung der Eidgenossen, S. 327ff.

Kedar, B. Z.: Civitas und Castellum in the Latin Kingdom of Jerusalem: Contemporary Frankish Perceptions, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 199-210.

Kerscher, G.: Jacobi III Regis Maioricarum: Leges palatinae – Ein Zeremoniell als Statut?, in: Von der Ordnung zur Norm: Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010, S. 265-280.

Kettering, S.: Power and Reputation at the Court of Louis XIII. The Career of Charles d’Albert, duc de Luynes (1578-1621), Manchester 2008 [Manchester University Press, 265 S., kart., 72,99 Euro].

Kintzinger, M.: Symbolique du sacre, succession royale et participation politique en France au XIVe siècle, in: Francia 36 (2009) S. 91-112..

Knöfel, A.-S.: Dynastie und Prestige. Die Heiratspolitik der Wettiner, Köln u.a. 2009 (Dresdner historische Studien, 9) [Böhlau, 614 S., geb., zahlr. Abb., 2 farb. Karten, 69,90 Euro].

König, Fürsten und Reich im 15. Jahrhundert, hg. von F. Fuchs, P.-J. Heinig und J. Schwarz, Wien 2010 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 29) [Böhlau, 392 S., geb., 49,90 Euro].

Körner, H.-M.: Die Wittelsbacher. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 2009 (C. H. Beck Wissen 2458) [Beck, 121 S., kart., 14 Abb. u. 10 Stammtafeln, 7,90 Euro].

Kraume, H.: Glanzvolles Burgund. Blütezeit im Mittelalter, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 80 farb. Abb., 1 Karte, 24,90 Euro].

Kühnel, F.: Selbsttötung in der „Öffentlichkeit“. Das Programm des sächsischen Kurfürsten gegen den Grafen Karl Heinrich von Hoym, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 80 (2009) S. 179-204.

Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert, hg. von G. Grebner und J. Fried, Berlin 2008 [Akademie, 404 S., geb., 69,80 Euro].

Lachaud, F.: L’Éthique du pouvoir au Moyen Âge. L’office dans la culture politique (Angleterre, vers 1150-vers 1330), Paris 2010 (Bibliothèque d’histoire médiévale, 3) [Éditions Classiques Garnier, 712 S., kart., 98 Euro].

Lagrost, L.: Du château ducal de Montcenis à la „seigneurie du Creusot“ (XIIe-XVIIIe s.). Archéologie et documents d’archives pour servir à la l’histoire du Creusot et de sa région, Montceau-les-Mines 2009 [CeCaB, 390 S., kart., 25 Euro].

The Languages of Gift in the Early Middle Ages, hg. von W. Davies und P. Fouracre, Cambridge u.a. 2010 [Cambridge University Press, 335 S., geb., 13 sw-Abb., 5 Karten, 68,99 Euro].

Lanzinner, M.: Das Ringen um den Münchener Renaissancehof unter Herzog Albrecht V. Fürstliche Repräsentation oder Wandel politischer Kultur?, in: Die Anfänge der Münchener Hofbibliothek unter Herzog Albrecht V., hg. von A. Schmid, München 2007, S. 59-95.

Leitsch, W.: Das Leben am Hof König Sigismunds III. von Polen , 4 Bde., Wien u.a. 2009 [Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2858 S., kart., 224 Euro]

Liessem, U.: Das Weckbeckerschlößchen in Lehmen an der Untermosel – ein Kleinod in Gefahr, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 262-264.

Lindow, J. R.: The Renaissance Palace in Florence. Magnificence and Splendour in Fifteenth-Century Italy, Aldershot 2007 [Ashgate, 286 S., geb., 8 farb. Abb., 42 sw-Abb., 60 ₤].

Losse, M.: Wacht- und Wohntürme aus der Zeit des Johanniter-Ordens (1307 bis 1522) auf der Ägäis-Insel Rhódos (Griechenland), in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 245-261.

Louis XIV – L’homme et le roi. Ausstellungskatalog, hg. von N. Milovanovic und A. Maral, Paris 2009 [Skira-Flammarion, 432 S., kart., 750 farb. Abb., 56,80 Euro].

Lundt, B.: Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500-1800. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 46 farb., 31 sw-Abb., 27,90 Euro].

Lutterbach, H.: Charismatische Herrschaft im Täufertum von Münster (1534/1535). Vorgeschichte und Ausprägung, in: Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville zum 65. Geburtstag, hg. von F. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009, S. 589-605.

Luxus und Integration. Materielle Hofkultur Westeuropas vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, hg. im Auftrag des Deutschen Historischen Instituts London von W. Paravicini, München 2010 [Oldenbourg, 300 S., kart., 49,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Vorwort, S. 7-10.

Einleitung

Ehlers, J.: Hofkultur – Probleme und Perspektiven, S. 13-24.

Zwischen Dienst, Fest und Zeitvertreib

Rösener, W.: Hofämter und Hofkultur an Fürstenhöfen des Hochmittelalters, S. 27-39; Bues, A.: „le manque de couleurs & d’imagination por y bien reüssir.“ Integrationskraft und politischer Nutzen des Festes in einer Wahlmonarchie am Beispiel Polen-Litauens im 16. Jahrhundert, S. 41-52; Béguin, K.: Höfe abseits des Hofes: Adelige Prachtentfaltung im Reich Ludwigs XIV, S. 53-63; Wüst, W.: Luxus oder Sparzwang? Höfisches Leben im frühmodernen Kleinstaat der fränkischen Hohenzollern und der Bischöfe von Augsburg, S. 65-82.

Zwischen Dotation, Salär, symbolischem und realem Kapital

Lauchaud, F.: Freigebigkeit, Verschwendung und Belohnung bei Hofe, ca. 1150-1300, S. 85; Ewert, U. C., Hirschbiegel, J.: Nur Verschwendung? Zur sozialen Funktion der demonstrativen Zurschaustellung höfischen Güterverbrauchs, S. 105-121; Bastl, B.: Weder Fisch noch Fleisch: Wenn alle Gaben zwischen symbolischem und realem Kapital schwanken; Ottomeyer, H.: Bernstein und Politik – Staatsgeschenke des preußischen Hofes, S. 139-148.

Zwischen Ökonomie und Ehre

Gillingham, J.: Wirtschaftlichkeit oder Ehre? Die Ausgaben der englischen Könige im 12. und frühen 13. Jahrhundert, S. 151-167; Weiss, S.: Luxus und Verschwendung am päpstlichen Hof in Avignon und der Ausbruch des Großen Abendländischen Schismas, S. 169-185; Stollberg-Rilinger, B.: Zur moralischen Ökonomie des Schenkens bei Hof (17.-18. Jahrhundert), S. 187-202.

Zwischen Erfolg und Misserfolg

Ehlers, C.: „Prout imperialem decuit maiestatem procedens in magna Gloria“ – Reisekönigtum und materielle Hofkultur im 12. und 13. Jahrhundert, S. 205-216; Spiess, K.-H.: Fürstliche Höfe im spätmittelalterlichen Reich zwischen Erfolg und Mißerfolg; Le Roux, N.: Luxus, Freigebigkeit und Macht in Krisenzeiten: Die Politik der Prachtentfaltung am Hof der letzten Valois, S. 235-250; Asch, R. G.: Monarchische Repräsentation und politische Kultur in England im 17. Jahrhundert: Mangel an höfischem Luxus oder Defizit sakraler Legitimation?, S. 251-268.

Schluss

Paravicini, W.: Von materieller Attraktion, adligem Dienst und politischer Macht: Über den tieferen Sinn höfischer Lebensführung: Eine Zusammenfassung, S.271-284.

Maharaja. Pracht der indischen Fürstenhöfe. Katalog, hg. von A. Jackson, A. Jaffer und C. Lange, München 2010 [Hirmer, 240 S., geb., 224 Abb., 39,90 Euro].

Manieren. Geschichten von Anstand und Sitten aus sieben Jahrhunderten, hg. von F. Museum, Heidelberg 2009 [Edition Braus, 208 S., geb., 29,90 Euro].

Marie de Hongrie. Politique et culture sous la Renaissance aux Pays-Bas. Actes du colloque tenu au Musée royal de Mariemont les 11 et 12 novembre 2005, hg. von B. Federinov und G. Docquier, Mariemont 2008 (Monographies du Musée royal de Mariemont, 17) [Musée royal de Mariemont, 191 S., kart., 21 Euro].

Marx, B.: Venedig-Dresden. Zwei Kunstmetropolen im Dialog, Leipzig 2009 [Seemann, 320 S., geb., 150 Abb., 39,90 Euro].

Mazel, F.: Féodalités (888-1180), Paris 2010 (Histoire de France) [Belin, 784 S., kart., 36 Euro].

Meier, C., Suntrup, R.: Lexikon der Farbenbedeutungen im Mittelalter, CD, Wien 2010 [Böhlau, 34,90 Euro].

Meinhardt, M.: Dresden im Wandel. Raum und Bevölkerung der Stadt im Residenzbildungsprozeß des 15. und 16. Jahrhunderts, München 2010 (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 4) [Akademie, 699 S., geb., 20 sw-Abb., 15 farb. Abb., 59,80 Euro].

Mélanges en l’honneur d’Anne Lefebvre-Teillard, hg. von B. d’Alteroche, F. Demoulin-Auzary, O. Descamps und F. Roumy, Paris 2010 [Presses de l’Université Panthéon-Assas (Paris II), 1069 S., geb., 150 Euro].

Aus dem Inhalt:

Barbiche, B.: Maîtresses et duchesses: Contribution à l’étude du statut nobiliaire des favorites royales (XVIe-XVIIIe siècle); BOUINEAU, J.: Absolutisme et religion dans l’Europe moderne; Krynen, J.: Audite illos, et quod iustum est iudicate (Deut., 1, 16-17). Le bon juge selon Jean Juvénal des Ursins.

Menzel-Reuters, A.: Preußische Diözesanstatuten und Reformen im Deutschen Orden, in: Von der Ordnung zur Norm: Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010, S. 55-70.

Metz, A.: Der Stände oberster Herr. Königtum und Landstände im süddeutschen Raum zur Zeit Maximilians I., Stuttgart 2009 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B: Forschungen, 174) [Kohlhammer Verlag, XLII+398 S., geb., 35 Euro].

Meyer, W., Zimmer, J., Boscardin, M.-L.: Krak des Chevaliers, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 242-245.

Michaels, S.: Leben auf einem Adelssitz im Niederstift Münster: Bauen, Wohnen, Arbeiten und Haushalten auf Burg Dinklage zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, Münster 2008 (Quellen und Studien zur Regionalgeschichte Niedersachsens, 11) [Stiftung Museumsdorf Cloppenburg, kart., 494 S., zahlr. Abb., 29,80 Euro].

Miethke, J.: Ein Fürstenspiegel für den Kaiser in der Tertia pars des „Dialogus“ Wilhelms von Ockham, in: Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville zum 65. Geburtstag, hg. von F. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009, S. 245-262.

Moeglin, J.-M.: Das Erbe Ludwigs des Bayern, in: Die Goldene Bulle. Politik – Wahrnehmung – Rezeption, Bd. 1, hg. von U. Hohensee, M. Lawo, M. Lindner, M. Menzel und O. B. Rader, Berlin 2009, S. 17-38.

Möhring, H.: Die muslimische Strategie der Schleifung fränkischer Festungen und Städte in der Levante, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 211-217.

Morelli, S.: „Pare el pigli tropo la briglia cum li denti“: Dinamiche politiche e organizzazione del principato di Taranto sotto il dominio di Giovanni Antonio Orsini, in: I domini del principe di Taranto in età orisiniana (1399-1463), hg. von F. Somaini und B. Vetere, Galatina 2009, S. 127-163.

Un Moyen Âge pour aujourd’hui. Mélanges offerts à Claude Gauvard, hg. von J. Claustre, O. Mattéoni und N. Offenstadt, Paris 2010 [Presses Universitaires de France, kart., 580 S., 70 Euro].

Aus dem Inhalt:

Claustre, J. Mattéoni, O., Offenstadt, N.: La fama d’une médiéviste, S. 3-7.

Renommées

Le Goff, J.: Claude Gauvard et l’histoire de France, S. 11-12; Prigent, M.: En l’honneur de Claude Gauvard, S. 13-17; Sirinelli, J.-F.: Une grande dame, S. 18-20; Truche, P., Salas, D.: Claude Gauvard, première lauréate du prix Malesherbes, S. 21-29; Garapon, A.: Imaginer le palais de justice du XXIe siècle, S. 30-44.

Écritures des pouvoirs

Allmand, C.: Des origines intellectuelles de l’armée française au Moyen Âge, S. 47-56; Blanchard, J.: Ordre et utopie: une alliance impossible? Le Songe du vieux pèlerin de Philippe de Mézières, S. 57-62; Boucheron, P.: „Bien qu’il fût cruel, il y avait dans ses crautés une grande part de justice“: l’étrange popularité littéraire d’un justicier exemplaire, Bernabò Visconti, S. 63-71; Boudet, J.-P.: Les brevets et manuscrits suspects d’un enlumineur poitevin, Jean Gillemer, S. 72-79; Fianu, K., Labelle, M.: Pour eschever tout debaz, plaiz et procés“. Le notaire orléanais et la justice au Moyen Âge tardif, S. 80-87; Guyotjeannin, O.: Entre persuasion et révélationn: la rhétorique de la grâce à la chancellerie royale française (XIVe-XVe siècles), S. 88-96; Krynen, J.: L’Équité? Glanes doctrinales médiévales et modernes, S. 97-109; Le Jan, R.: Médiation, genre et construction des récits: une comtesse médiatrice en Lotharingie au XIe siècle, S. 110-118; Lusignan, S.: Une affaire de mots et de couteaux: la mauvaise fortune d’un Picard à Paris, S. 119-127; Mattéoni, O.: Les ducs de Bourbon et la grâce. Les lettres de rémission de Louis II (2de moitié du XIVe-début du XVe siècle, S. 128-136; Moeglin, J.-M.: L’honneur d’Édouard III roi de France et d’Angleterre, S. 137-151; Monnet, P.: De l’honneur urbain: la Bulle d’Or de 1356 et les villes dans l’Empire médiéval et moderne, S. 152-156; Pons, N.: Un traité inédit de bon gouvernement: le Trialogue Quiéret (1461), S. 160-168; Rigaudière, A.: La lex vel constitutio d’août 1374, „première loi constitutionelle de la monarchie francaise“, S. 169-188; Sot, M.: Une spiritualité de la justice pour les grands laďcs carolingiens, S. 189-198.

Espaces des Pouvoirs

Deluz, C.: „Si sont il auci homes come les Frans“. La procédure suivie à la cour de la Fonde selon le Livre des Assises de la Cour aux Bourgeois, S. 201-209; Genet, J.-P.: Une arme mortelle? L’alliance royale dans les monarchies d’Occident au XVe siècle, S. 210-220; Jacob, R.: La tour, le cheval et les cygnes. Sur la symbolique de la seigneurie dans le paysage et le droit coutumier de France du Nord, S. 221-232; Jaritz, G.: Entre public et secret. L’espace de la boucherie à la fin du Moyen Âge, S. 233-238; Le Maresquier-Kesteloot, Y.-H.: Un conflit de voisinage devant le Parlement de Paris au XVe siècle, S. 239-246; Picard, C.: Le calife Umar interdit la Méditerranée aux Arabes: peur de la mer ou raison d’État?, S. 247-257; Rousseaux, X.: Le pèlerinage judiciaire, pratique sociopolitique, économique et religieuse dans les villes des Pays-Bas (Nivelles, XVe-XVIIe siècle), S. 258-269; Roux, S.: Les bouchers et les juges à Paris à la fin du Moyen Âge, S. 270-277; Sabaté, F.: Justice, juridiction et pouvoir dans la Catalogne du bas Moyen Âge, S. 278-285; Vincent, C.: La cathédrale, centre de grâce pour le diocèse, S. 286-293.

Information et Opinion

Angers, D.: Garde et émancipation des orphelins en Normandie au XVe siècle. L’enquête au cśur de la famille, S. 297-305; Boureau, A.: Une parole destructrice: la diffamation. Richard de Mediavilla et le droit individuel au péché, S. 306-314; Duarte, L. M.: „Cherchez ma femme!“ Disparition des épouses et prises de compagnes dans le Portugal médiéval, S. 315-325; Feller, L.: Les enquêtes seigneuriales de Bernard Ier Ayglier, abbé du Mont-Cassin (1267-1270), S. 326-338; Hébert, M.: Computus, quaternus, ratio: une instruction administrative en Provence en 1297, S. 339-346; Millet, H.: Un bouillon de culture pour l’opinion publique: le temps du Grand Schisme d’Occident, S. 347-355; Nieto Soria, J. M.: Justice et opinion publique à la cour de Castille: le procès pour l’assassinat de l’évêque Juan Serrano (1402), S. 356-362; Feuvrier-Prévotat, C.: L’opinion et la loi à Rome au temps de Plaute, S. 363-371; Riche, D.: Diffuser l’information en milieu monastique. Cluny, du Grand Schisme au concile de Bâle, S. 372-379; Rosenwein, B. H.: Construire l’opinion publique: de l’ordre juste de l’amour de saint Thomas d’Aquin, S. 380-387; Verger, J.: Veniat fama, veniat infamia. Désarrois et certitudes de Gerson au temps de la „crise de Bruges“ (1399-1400), S. 388-395.

Crime, Justice et Honneur

Barthélemy, D.: Un plaid à La Ferté-Villeneuil, vers 1060, S. 399-407; Bazán Díaz, I.: Hérésie et répression dans l’Espagne médiévale. Les hérétiques de Durango, S. 408-414; Collard, F.: Le récit d’un crime et ses métamorphoses. L’affaire Wourdreton/Delstein, 1385, S. 415-423; Demurger, A.: Templiers et Hospitaliers devant le Parlement de Paris (1250-1307), S. 424-431; Kerhervé, J.: Meurtre, règlement de compte au canon et rémissions en Bretagne au début du XVIe siècle, S. 432-446; Lett, D.: „Connaître charnellement une femme contre sa volonté et avec violence“. Viols des femmes et honneur des hommes dans les statuts communaux des Marches au XIVe siècle, S. 447-459; Michaud-Fréjaville, F.: Nuit sanglante à Saint-Satur: le roi, la collégiale, le prévôt et les bonnes gens (1304-1305), S. 460-467; Morelle, L.: Mémoires d’un crime: l’assassinat et l’inhumation de Gautier, châtelain excommunié de Cambrai (1041), S. 468-477; Mornet, É.: Le crime du chanoine. Observations sur une procédure criminelle en Suède au début du XVe siècle, S. 478-486; Morsel, J.: Le sens de la vengeance en Franconie à la fin du Moyen Âge, S. 487-495; Nirenberg, D.: Le dilemme du souverain: génocide et justice à Valence, 1391, S. 496-508; Parisse, M.: Juger en Lorraine, vers 1100, S. 509-521; Reyerson, K. L.: L’expérience des plaideuses devant les cours de Montpellier (fin XIIIe-mi-XIVe siècle, S. 522-528; Schuster, P.: La maisonnée en conflits. Violence domestique et règles de l’intervention publique à la fin du Moyen Âge, S. 529-548; Tricard, J.: Justice pour un cheval. Un arbitrage aux champs et son échec (1425), S. 549-557; Zorzi, A.: Quod magnates guerram habentes non vadant ad certas invitatas. Une loi florentine de 1297, S. 558-564.

München – Prag um 1600, hg. von B. Bukovinská u.a., Prag 2009 (Studia Rudolphina. Sonderheft 1) [Artefactum, 191 S., zahlr. Abb., 23,50 Euro].

Neumann, C.: Die Renaissancekunst am Hofe Ulrichs zu Mecklenburg, Kiel 2009 (Bau + Kunst. Schleswig-Holsteinische Schriften zur Kunstgeschichte, 15) [Verlag Ludwig, 616 S., geb.; 227 sw- und 47 farb Abb., 38,90 Euro].

Neumann, C., Werlich, R.-G.: Der Greifenstammbaum des Cornelius Krommeny, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 1 (2009) S. 27-33.

Noblesse et États princiers en Italie et en France au XVe siècle, hg. von M. Gentile und P. Savy, Paris 2009 [De Boccard, 420 S., kart., 55 Euro].

Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Frühe Neuzeit, 3. Aufl., hg. von A. Völker-Rasor, München 2010 [Oldenbourg, 512 S., geb., 84 sw-Abb., 8 Kart., 13 Graph., 34,80 Euro].

Von der Ordnung zur Norm. Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010 [Schöningh, 385 S., geb., 5 sw- und 6 farb. Abb., 78 Euro].

Oschema, K.: Herrschaft mit dem Überfluß. Tisch- und Weinbrunnen als Medium der Herrschaftsrepräsentation im späten Mittelalter, in: „zum allgemeinen statt nutzen.“ Brunnen in der europäischen Stadtgeschichte. Referate der Tagung des Schweizerischen Arbeitskreises für Stadtgeschichte, Bern, 1. bis 2. April 2005, hg. von D. Rippmann, W. Schmid und K. Simon-Muscheid, Trier 2008, S. 171-192.

Otto von Wedell, Meine Reise nach Stralsund und Rügen, eingel. und komm. von D. Schleinert, in: Stier und Greif. Blätter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern 18 (2008) S. 34-37.

Pálffy, G.: The Kingdom of Hungary and the Habsburg Monarchy in the Sixteenth Century, New York 2009 (East European Monographs, 735; CHSP Hungarian Studies Series, 18) [Columbia University Press, xviii+410 S., kart., 99,95 Euro].

Panfili, D.: Aristocraties méridionales. Toulousain, Quercy, XIe-XIIe siècle, Rennes 2010 [Presses Universitaires de Rennes, 460 S., kart., 22 Euro].

Paravicini, W.: Ritterliches Rheinland. 13. Sigurd Greven-Vorlesung, 5. November 2009, Köln 2009 [Sigurd Greven-Stiftung, 61 S., kart.].

Paravicini, W.: Das Schwert in der Krone, in: Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville zum 65. Geburtstag, hg. von F. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009, S. 279-304.

Paravicini Bagliani, A.: Il potere del Papa. Corporeità, autorappresentazione, simboli, Florenz 2009 (Millennio Medievale, 78; Strumenti e Studi, 21) [Sismel, XI+412 S., kart., 67 Euro].

Paravicini Bagliani, A.: Il papato nel secolo XIII. Cent’anni de bibliografia (1875-2009), Florenz 2010 (Millennio Medievale, 83; Strumenti e Studi, 23) [Sismel, XLVI+812 S., kart., 108 Euro].

La Parenté déchirée. Luttes intrafamiliales au Moyen Âge, hg. von M. Aurell, Turnhout 2010 [Brepols, 400 S., geb., 65 Euro].

Partridge, M.: Lord Burghley and Il Corteggiano. Civil and martial models of courtliness in Elizabethan England, in: Transactions of the Royal Historical Society 19 (2009) S. 95-116.

Paul, C.: The Borghese Collections and the Display of Art in the Age of the Grand Tour, Aldershot 2008 [Ashgate, 318 S., geb., 104 sw- und 24 farb. Abb., 79,99 Euro].

Paviot, J.: Les Flamands au Portugal au XVe siècle (Lisbonne, Madère, Açores), in: Anaís de História de Além-Mar 7 (2006) S. 7-40.

Peper, I.: Konversionen im Umkreis des Wiener Hofes um 1700, München u.a. 2010 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 55) [Oldenbourg, 360 S., kart., 39,80 Euro].

Péquignot, S.: Au nom du roi. Pratique diplomatique et pouvoir durant le règne de Jacques II d’Aragon (1291-1327), Madrid 2009 (Bibliothèque de la Casa de Velázquez, 42) [Casa de Vélazquez, 642 S., kart., CD-Rom, 52 Euro].

Pfefferkorn, W.: Die Burgruine Melchingen auf der Schwäbischen Alb, in: Burgen und Schlösser 1 (2010) S. 4-16.

Le père du concile de Pise (1409). Éditions d’une nouvelle liste, hg. von H. Millet, Turnhout 2010 [Brepols, 200 S., kart., 55 Euro].

Persson, K. G.: An economic history of Europe. Knowledge, institutions and growth, 600 to the present, Cambridge u.a. 2010 [Cambridge University Press, geb., XV+253 S., graph. Darst., Karten, 50 ₤].

Philippe de Mézières, Une epistre lamentable et consolatoire adressée en 1397 à Philippe le Hardi, duc de Bourgogne, sur la défaite de Nicopolis (1396), hg. von P. Contamine und J. Paviot in Zusammenarbeit mit C. Van Hoorebeeck, Paris 2008 [Société de l’histoire de France, 269 S., kart., 46 Euro].

Pierre Choinet, Le Livre des trois âges. Fac-simile du manuscrit Smith-Lesouëf 80 (Paris, Bibliothèque nationale de France). Édition critique de L. Scordia. Preface de J.-P. Boudet, Rouen 2009 [Publications des Universités de Rouen et du Havre, kart., 268 S., 42 Euro].

Pietschmann, K.: Tradition – Memoria – Reform. Kirchenmusik als kulturelle Praxis am Papsthof der ausgehenden Renaissance, in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2008, S. 193-198.

Pischke, G.: Die Stadt Göttingen und die Welfen im Mittelalter: Herzogliche Herrschaft und städtische Unabhängigkeit, in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2009, S. 5-30.

The Playful Middle Ages. Essays in Memory of Elaine C. Block, hg. von P. Hardwick, Turnhout 2010 [Brepols, 347 S., geb., 40 sw-Abb., 80 Euro].

Prinz Eugen. Feldherr, Philosoph und Kunstfreund. Der edle Ritter als europäischer Kulturheros. Katalogbuch zur Ausstellung in Wien, Belvedere, 11. Februar bis 6 Juni 2010, hg. von A. Husslein-Arco, Wien 2010 [Hirmer, 350 S., geb., 500 Abb., 45 Euro].

Public Buildings in Early Modern Europe, hg. von K. A. Ottenheym, K. de Jonge und M. Chatenet, Turnhout 2010 [Brepols, 490 S., kart., 300 sw-Abb., 94 Euro].

Pürschel, K.: Das Renaissanceschloß in Großmühlingen, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 412-460.

Quaeitzsch, C.: „Une société de plaisirs“. Festkultur und Bühnenbilder am Hofe Ludwigs XIV. und ihr Publikum, Berlin 2010 (Passagen, 30) [Deutscher Kunstverlag, 520 S., kart., 11 farb. und 112 sw-Abb., 78 Euro].

Quellen zur Geschichte des Reisens im Spätmittelalter, hg. und übers. von F. Reichert, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 307 S., geb., 49,90 Euro].

Racine, P.: Frédéric Barberousse (1152-1190). Préface de F. Rapp, Paris 2009 [Perrin, 250 S., kart., 23 Euro].

Regesta Habsburgica: Regesten der Grafen von Habsburg und der Herzoge von Österreich aus dem Hause Habsburg. 5. Abteilung: Die Regesten der Herzoge von Österreich 1365-1395, 2. Teilbd.: 1371-1375, bearb. von C. Lackner unter Mitarb. von C. Feller und S. Seitschek, München u.a. 2010 [Oldenbourg, 320 S., kart., 59,80 Euro].

Die Regesten des Kaiserreichs unter Heinrich IV. 1065-1075, bearb. von T. Struve, unter Mitarb. von G. Lubich und D. Jäckel, Wien 2010 (J. F. Böhmer, Regesta Imperii, III: Salisches Haus 1024-1125, 3. Abt., 2. Lfg.) [Böhlau, 210 S., geb., 59,90 Euro].

René d’Anjou, Le Mortifiement de Vaine Plaisance, übersetzt von I. Fabre, Paris 2009 [Presses Universitaires de France, 270 S., kart., 27 Euro].

Reinle, C.: Geheimwissenschaften und Politik. Mantik, Magie und Astrologie an den Höfen Kaiser Friedrichs III. und Pfalzgraf Friedrichs des Siegreichen, in: König, Fürsten und Reich im 15. Jahrhundert, hg. von F. Fuchs, P.-J. Heinig und J. Schwarz, Köln u.a. 2009 (Regesta Imperii. Beihefte, 29), S. 319-347.

Reithmeier, I.: Johann Konrad von Gemmingen. Fürstbischof von Eichstätt (1593/95-1612), Landesherr und Diözesanvorstand im Späthumanismus, Regensburg 2010 (Eichstätter Studien, 63) [Friedrich Pustet, 360 S., kart., 39,90 Euro].

Residenzschloß Weimar. 15 Jahre – 15 Millionen Investitionen. Die Grundsanierung in 15 Jahren durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, hg. von H.-E. Paulus, Petersberg 2009 (Berichte der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, 7) [Imhof, 120 S., kart., zahlr. Abb., 18,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paulus, H.-E.: Das Residenzschloß Weimar, eine Thüringer Landesresidenz, S. 10-22; Winghart, S.: Das Residenzschloß Weimar – denkmalpflegerische Grundsätze und Leitlinien, S. 23-25; Jung, J. P., Todenhöfer, A.: Behutsames Bewahren von Baudenkmalen. Pflege und Erhalt des Residenzschlosses in Weimar, S. 26-30.

Sanierung

Schade, G.: Dach- und Fassadensanierung, S. 31-37; Burkhardt, R.: Verputzte Fassaden – Erfahrungen im Spannungsfeld von gestalterischem Ziel und kostenbewußter Denkmalpflege, S. 38-43; Romstedt, H.: Der Südflügel des Residenzschlosses Weimar – Restaurierung der Werksteinfassaden, S. 44-45; Mai, B.: Ein Abriß zu den durchgeführten Metallrestaurierungsarbeiten der letzten 10 Jahre, S. 46-50; Gröschner, V.: Sicherung der Innenraumdekorationen der Dichterzimmer während der Fassadeninstandsetzung, S. 51-61; Bothe, R.: Das Projekt Kunst- und Wunderkammer. Überlegungen zu einer Kunst- und Wunderkammer in den Jahren seit 1992, S. 57-61; Schade, G.: Das Projekt Kunst- und Wunderkammer. Konzept und Planung, S. 62; Pradler, D.: Barrierefreier Zugang und Brandschutz, S. 63.

Restaurierung

Bohrloch, A.: Systematisierung und Vorbereitung der restauratorischen Schwerpunkte in den Schloßräumen, S. 65-72; Sperl, D.: Die Öffnung der Enfilade – ein Konzept für den Ostflügel, S. 73-79; Gröschner, V.: Die Dichterzimmer, S. 80-90; Kussauer, D., Görgner, M.: Das Herderzimmer und das Achteckzimmer, S. 91-102; Schade, G.: Restaurierung und Sicherung der Decke des Speisezimmers, S. 103-104.

Erhalt und Pflege

Sietz, C.: Fensterpflege – Anspruch und Komplexität, S. 105-106; Fliegel, J.: Historische Holzfußböden – ein Bericht über die Erhaltung wertvoller Substanz, S. 107-109; Steindorf, D.: Nachhaltige Maßnahmen. Durchgehende Pflege und Systematisierung der erhaltenden Maßnahmen, S. 110-111; Bohrloch, A.: Nachhaltige Maßnahmen. Konservatorische Empfehlungen infolge der durchgeführten Klimamessungen, S. 112-115.

Riotte, T.: Der abwesende Monarch im Herrschaftsdiskurs der Neuzeit. Eine Forschungsskizze am Beispiel der Welfendynastie nach 1866, in: Historische Zeitschrift 289 (2009) S. 627-667.

Ritterwelten im Spätmittelalter. Höfisch-ritterliche Kultur der Reichen Herzöge von Bayern-Landshut. Ausstellungskatalog. Museen der Stadt Landshut, Landshut 2009 [Eigenverlag, 287 S., geb., zahlr. Abb., 28 Euro].

Roch-Lemmer, I.: Die Fürstenbildnisse am Wolfgangbau des Schlosses Bernburg und ihr künstlerisches Umfeld, in: Das Bernburger Schloß. Aktuelle bau- und kunsthistorische Erkenntnisse, Halle 2008 (Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts, 47), S. 46-64.

Röpcke, A.: Der Verkauf der Grafschaft Schwerin 1358, in: Mecklenburgische Jahrbücher 124 (2009) S. 47-61.

Ruby, S.: Mit Macht verbunden. Bilder der Favoritin im Frankreich der Renaissance, Freiburg 2010 [Fördergemeinschaft Wissenschaftlicher Publikationen von Frauen, geb., 501 S., zahlr. Abb., graph. Darst., 59,90 Euro].

Rudersdorf, M.: Kursachsen im politischen System des Alten Reiches. Staatsbildung, Religionspolitik und dynastische Rivalität im Zeichen der wettinischen Weichenstellung von 1547, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 80 (2009) S. 105-128.

Rudolph, B.: Die Ruine Auersburg bei Hilders (Rhön), in: Burgen und Schlösser 1 (2010) S. 24-32.

Rudolph, H.: Das Reich als Ereignis. Herrschaftsinszenierung bei Kaisereinzügen (1558-1618), Wien 2010 (Norm und Struktur, 38) [Böhlau, 680 S., geb., 35 sw-Abb., 12 farb. Abb., 89,90 Euro].

Sachsen und seine Sekundogenituren. Die Nebenlinien Weißenfels, Merseburg und Zeitz (1657-1746), hg. von M. Schattkowsky und M. Wilde, Leipzig 2010 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, 33) [Leipziger Universitätsverlag, 343 S., geb., 66 Euro].

Salamagne, A.: Le palais et son décor au temps de Jean de Berry, Tours 2010 [Presses universitaires de Tours, 228 S., kart., 30 Euro].

Sarnowsky, J.: Die Statuten der geistlichen Ritterorden, in: Von der Ordnung zur Norm. Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Drossbach, Paderborn 2010, S. 255-264.

Schäfer, M.: Geschichte des Bürgertums. Eine Einführung, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 274 S., kart., 17,90 Euro].

Schätze burgundischer Hofkunst in Wien, hg. von S. Haag, F. Kirchweger und K. Schmitz-von Ledebur, Wien 2009 [Kunsthistorisches Museum, 159 S., kart., zahlr. farb. Abb., 39,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Just, T.: Burgund und das Haus Österreich im 15. Jahrhundert, S. 14-35; Fillitz, H.: Der Orden vom Goldenen Vlies, S. 36-51; Kirchweger, F.: Die Schatzkunst am Hof der burgundischen Herzöge und das Haus Habsburg, S. 52-77; Schmitz-von Ledebur, K.: Textilien im Kontext höfischer Repräsentation der burgundischen Herzöge, S. 78-111; Thoss, D.: Karl der Kühne im Spiegel der Handschriften der Wieder Sammlungen. Österreichische Nationalbibliothek und Archiv des Ordens vom Goldenen Vlies, S. 112-127; Saliger, A.: Zur kulturellen Bedeutung Burgunds für die ehemals habsburgischen Länder – Malerei und Plastik, S. 131-157.

Scheibelreiter, G.: Wappenbild und Verwandtschaftsgeflecht. Kultur- und Mentalitätsgeschichliche Forschungen zu Heraldik und Genealogie, Köln u.a. 2009 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsbd., 53) [Böhlau, 352 S., kart., 46 sw-Abb., 49 Euro].

Schleinert, D.: Zum politischen Umfeld der Reformation im Herzogtum Pommern, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 46 (2008) S. 2-10.

Schleinert, D.: Anna Maria von Mecklenburg (1627-1669) und August von Sachsen (1614-1680) und die Begründung des Hauses Sachsen-Weißenfels. Dynastische Beziehungen zwischen Mecklenburg und Kursachsen im 17. Jahrhundert, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 123-157.

Schleinert, D.: Herzogin Sophia Hedwig von Pommern-Wolgast – ein Lebensbild, in: Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen, hg. von D. Schleinert und R.-G. Werlich, Schwerin 2008, S. 101-114.

Schleinert, D.: Das Land Loitz – ein geschichtlicher Abriß, in: Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen, hg. von D. Schleinert und R.-G. Werlich, Schwerin 2008, S. 23-32.

Schleinert, D.: Zur Geschichte des Loitzer Schlosses, in: Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen, hg. von D. Schleinert und R.-G. Werlich, Schwerin 2008, S. 33-46.

Schleinert, D.: „Beyfällige Gedancken über die sich in der Landwirthschaft findende Mängel ...“. Die vorpommersche Gutswirtschaft im Spiegel der Aufzeichnungen des Landrates Felix Dietrich von Behr auf Bandelin von 1752., in: Innovationen im Schwedischen Großreich. Eine Darstellung anhand von Fallstudien, hg. von C. Schmelz und J. Zimdars, Hamburg 2009 (Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, 3), S. 161-180.

Schleinert, D.: „Die von dem Oberbaurate Holsche obgehabte Untersuchung sämtlicher in der Provinz Vor- und HinterPommern belegenen Kalk- und Steingruben“ – ein Beitrag zur Bergbau- und Wirtschaftsgeschichte Pommerns im 18. Jahrhundert, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 47 Jg. (2009) S. 2-9.

Schleinert, D.: Aus Bürgerlichen werden Landadlige. Die Familie von Mevius als Gutsbesitzer in Vorpommern, in: Lebenswelt und Lebenswirklichkeit des Adels im Ostseeraum. Festgabe zum 80. Geburtstag von Bernhard Diestelkamp, hg. von N. Jörn und H. T. Porada, Hamburg 2009 (Schriftenreihe der David-Mevius-Gesellschaft, 5), S. 21-111.

Schleinert, D.: Die zweite Hochzeit Herzog Georgs I. von Pommern mit Margarete von Brandenburg im Januar 1530 in Berlin. Kommentierte Edition zeitgenössischer Quellen, in: Baltische Studien. Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte NF 94 (2009) S. 55-70.

Schleinert, D.: Eginhard Wegner (†), Das Land Loitz zwischen 1200 und 1700. Ein Beitrag zu einer historisch-geographischen Untersuchung Vorpommerns, hg. und eingel. von D. Schleinert im Auftrag der Historischen Kommission für Pommern e.V., Kiel 2009 (Die schwedische Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709. Sonderband).

Schleinert, D.: Georgia von Pommern (1531-1573). Studien zum Leben einer Fürstin des 16. Jahrhunderts, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 55 (2009) S. 71-120.

Schlegelmilch, A. M.: Die Jugendjahre Karls V. Erziehung und Lebenswelt des burgundischen Prinzen, Wien 2010 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 67) [Böhlau, 672 S., geb., 15 farb. Abb., 54,90 Euro].

Schmid, A.: Die Anfänge der Münchener Hofbibliothek unter Herzog Albrecht V. von Bayern, München 2010 (Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. Beiheft 37) [Beck, 193 S., kart., 28 Euro].

Schmitt, R.: Die mittelalterliche Burg Bernburg, in: Das Bernburger Schloß. Aktuelle bau- und kunsthistorische Erkenntnisse, Halle 2008 (Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts, 47), S. 10-45.

Schmitt, R.: Die Burg in Tangermünde in ihrer bau- und kunstgeschichtlichen Entwicklung und Bedeutung, in: Tangermünde. 1000 Jahre Geschichte, hg. im Auftrag der Stadt Tangermünde von S. Brückner, Dößel 2008, S. 155-179.

Schmitt, R.: Kloster und Schloß Ilsenburg. Urkundliche, archivalische und sonstige Quellen zur Geschichte und Baugeschichte zwischen 1003 und 2003, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 68-250.

Schmitt, R.: Die ehemalige Kapelle des Schlosses Heldrungen. Kyffhäuserkreis, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 344-386.

Schmitt, R., Glatzel, K., Hellwig, B.: Schloß Neuenburg Freyburg/Unstrut, 4., erw. Aufl., München u.a. 2008 [Deutscher Kunstverlag, 56 S., geheftet, 23 farb. und 1 sw-Abb., 3 Euro].

Schmitz-von Ledebur, K.: Die Planeten und ihre Kinder. Eine Brüsseler Tapisserienserie des 16. Jahrhunderts aus der Sammlung Herzog Albrechts V. in München, Turnhout 2009 [Brepols, 166 S., geb., 7 farb. Abb., 76 sw-Abb., 110 Euro].

Schönpflug, D.: Luise von Preußen. Königin der Herzen. Eine Biographie, München 2010 [Beck, 286 S., Ln., 33 Abb., 19,95 Euro].

Schwarze-Neuss, E.: Weltliche Herrschaft und Burgen der Erzbischöfe von Magdeburg (937-1025), in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 7-67.

Die schwedische Landesaufnahme der Insel Poel 1698, bearb. von D. Schleinert, Bremen 2009 (Quellen und Studien aus den Landesarchiven Mecklenburg-Vorpommerns, 9) [Edition Temmen, 261 S., graph. Darst., eine Karten-Beilage, 24,90 Euro].

Schwerhoff, G.: Verortete Macht. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Rathäuser als institutionelle Eigenräume städtische Politik, in: Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville zum 65. Geburtstag, hg. von F. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009, S. 215-228.

Scott, M.: Kleidung und Mode im Mittelalter, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 104 farb. Abb., 18 sw-Abb., 24,90 Euro].

Seemann, A.: Das Weimarer Residenzschloß, Frankfurt a. M. 2009 [Insel, 123 S., geb., 12,80 Euro].

Siegel, S.: Tabula. Figuren der Ordnung um 1600, Berlin 2009 [Akademie, 213 S., geb., 39,80 Euro].

Slanicka, S.: Bastarde als Grenzgänger, Kreuzfahrer, Eroberer. Von der spätmittelalterlichen Alexanderrezeption bis zu Juan de Austria, in: Werkstatt Geschichte 51 (2009) S. 5-21.

Soen, V.: Princely Power in the Dutch Republic. Patronage and William Frederick of Nassau (1613-64), in: European Review of History: Revue européenne d’histoire 17 (2010 S. 327 – 328.

Spangler, J.: The Society of Princes. The Lorraine-Guise and the Conservation of Power and Wealth in Seventeenth-Century France, Aldershot 2009 [Ashgate, 362 S., geb., 2 Karten, 5 sw-Abb., 65 ₤].

Spickernagel, E.: Der Fortgang der Tiere. Darstellungen in Menagerien und in der Kunst des 17.-19. Jahrhunderts, Wien 2009 (Studien zur Kunst, 16) [Böhlau, 185 S., geb., 48 sw- und 72 farb. Abb., 29,90 Euro].

Spielregeln der Mächtigen. Mittelalterliche Politik zwischen Gewohnheit und Konvention, hg. von C. Garnier und H. Kamp, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 318 S., geb., 34,90 Euro].

Splendeur de l’enluminure. Le roi René et les livres, hg. von M.-E. Gautier, wiss. Beratung F. Avril, Arles 2010 (Actes Sud) [Ville d’Angers, 416 S., kart., 32 Euro].

Die Stadt. Ihre Erfindung in Büchern und Graphiken. Ausstellungskatalog. ETH Zürich, Zürich 2009 [gta Verlag, 144 S., geb., 70 farb. Abb., 32 Euro].

Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa, 2 Bde., hg. von A. Wiecorek, B. Schneidmüller und S. Weinfurter, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaf, zus. 800 S., geb., 1000 meist farb. Abb., 59,90 Euro].

Steinmetz, T.: Zu Geschichte und Baugeschichte der Hinterburg in Neckarsteinach, in: Burgen und Schlösser 1 (2010) S. 17-23.

Štěpán, Jan: Dvur olomouckeho biskupa Stanislava Pavlovskeho z Pavlovic v letech 1579-1598 [Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Pavlovsky von Pavlovic in den Jahren 1579-1598], Olomouc 2009 [Danal, 362 S.] – siehe oben S. 53.

Stollberg-Rilinger, B.: Die Welt als Symboluniversum. Überlegungen zur symbolischen Kommunikation in Vormoderne und Moderne, in: Religiosità e civiltà. Le comunicazioni simboliche (secoli IX-XIII). Atti del Convegno Internazionale Domodossola, Sacro Monte e Castello di Mattarella, 20-23 settembre 2007, hg. von G. Andenna, Mailand 2009, S. 23-46.

Stollberg-Rilinger, B.: Die Würde des Gerichts. Spielten symbolische Formen an den Höchsten Reichsgerichten eine Rolle?, in: Zwischen Formstrenge und Billigkeit. Forschungen zum vormodernen Zivilisationsprozeß, hg. von P. Oestmann, Köln u.a. 2009, 191-216.

Stollberg-Rilinger, B.: „Die Puppe Karls des Großen“. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als praktizierter Mythos, in: Mythos als Schicksal. Was konstituiert die Verfassung?, hg. von O. Depenheuer, Wiesbaden 2009, S. 25-69.

Stollberg-Rilinger, B.: Le rituel de l’investiture dans le Saint-Empire de l’époque moderne: Histoire institutionnelle et pratiques symboliques, in: Revue d’histoire moderne et contemporaine 7 (2009) S. 7-29.

Stollberg-Rilinger, B.: Le investiture davanti al trono dell’età moderna come rituale, in: Annali di Storia moderna e contemporanea 15 (2009) S. 141-159.

Storti, F.: L’arte della dissimulazione: Linguaggio e strategie del potere nelle relazioni diplomatiche tra Ferrante d’Aragona e Giovanni Antonio del Balzo Orsini, in: I domini del principe di Taranto in età orisiniana (1399-1463), hg. von F. Somaini und B. Vetere, Galatina 2009, S. 79-105.

Studien zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunstgeschichte und Geschichte, hg. von H.-J. Krause und A. Ranft, Leipzig 2009 (Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philosophisch-historische Klasse, 81,3) [Hirzel, 176 S., kart., 87 sw-Abb., 44 Euro].

Sultan Mehmet II. Eroberer Konstantinopels – Patron der Künste, hg. von N. Asutay-Effenberger und U. Rehm, Wien 2009 [Böhlau, 227 S., geb., 63 sw-Abb., 29,90 Euro].

Le temps des capitales culturelle. XVIIIe-XXe siècle, hg. von C. Charle, Seyssel 2009 [Champ Vallon, 368 S., kart., 26,60 Euro].

Le terrier de Philippe de Harcourt et Jeanne de Tilly, seigneurs de Tilly-sur-Seulles (1375-1415), hg. von D. Angers, Turnhout 2010 [Brepols, 250 S., geb., 40 Euro].

Thronverzicht. Die Abdankung in Monarchien vom Mittelalter bis in die Neuzeit, hg. von D. Dirbach und S. Richter, Wien 2010 [Böhlau, 344 S., geb., 10 sw-Abb., 8 farb. Abb., 44,90 Euro].

Tillmann, M.: Ein Frankreichbündnis der Kunst. Kurfürst Max Emanuel von Bayern als Auftraggeber und Sammler, Berlin 2009 (Passagen, 25) [Deutscher Kunstverlag, 384 S., kart., 81 sw- und 42 farb. Abb., 51 Euro].

Die Türckische Cammer. Sammlung orientalischer Kunst in der kurfürstlichen Rüstkammer. Katalog, hg. von H. Schuckelt, E. Estel und H.-P. Klut, Dresden 2009 [Sandstein, 384 S., geb., 427 farb. Abb., 39,90 Euro].

Titze, M.: Die Geburtsurkunde des Barock in Anhalt. Baugeschichte und kunsthistorischer Rang des Coswiger Schlosses, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 18 (2009) S. 461-492.

Die Universität Wien im Konzert europäischer Bildungszentren 14.-16. Jahrhundert, hg. von K. Mühlberger und M. Niederkorn-Bruck, München u.a. 2010 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 56) [Oldenbourg, 264 S., kart., 26 sw-Abb., 49,80 Euro].

Die Urkunden und Briefe aus dem historischen Staatsarchiv Königsberg im Geheimen Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz Berlin, aus den Staatsarchiven Gdańsk, Toruń, Riga sowie aus dem Stadtarchiv Tallinn für die historischen Landschaften Preußen und Livland, bearb. von E.-M. Eibl, München u.a. 2010 (J. F. Böhmer, Regesta Imperii. Regesten Kaiser Friedrichs III., 1440-1493, nach Archiven und Bibliotheken geordnet, 24) [Oldenbourg, 332 S., kart., 59,80 Euro].

Vanderjagt, A.: Guillaume Hugenot’s farewell letter to his wife on April 3, 1477: „My fortune is such that I expect to die today and to depart this world“, in: Fifteenth-Century Studies 32 (2007) S. 176-190.

Verwandlungen des Stauferreichs. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa, hg. von B. Schneidmüller, S. Weinfurter und A. Wiecorek, Darmstadt 2010 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 504 S., geb., 50 farb. Abb., 57 sw-Abb., 29,90 Euro].

Violences souveraines au Moyen Âge. Travaux d’une école historique [Claude Gauvard], hg. von F. Foronda, C. Barralis und B. Sère, Paris 2010 [PUF, 284 S., kart., zahlr. Abb., 29 Euro].

Aus dem Inhalt:

Foronda, F.: Violences souveraines. D’une tradition universitaire à un objet historique, S. 1-6.

Première partie: Procédures et gouvernement judiciaire

Mausen, Y.: Pugio malignitatis: Violence du procès et prudence de la procédure, S. 9-17; Kouamé, T.: Légitime défense du corps et légitime défense des biens chez les Glossateurs (XIIe-XIIIe siècle), S. 19-27; Hamel, S.: L’application de la peine de mort par les justices municipales: l’affaire Berthe du Jardin au Parlement de Paris (1369-1398); Carbonnières, L. de: Le Parlement, le grand seigneur fort méchant homme et l’orpheline: l’affaire Houdetot dit Porquet, S. 39-46; Barralis, C.: Le bris d’asile par les serviteurs de l’État sous le règne de Charles V: l’affaire Maugarny, S. 47-56; Beaulande-Barraud, V.: „A cause la resistance, rebellion et desobeyssance par elles faicte contre ladite justice“: une amende honorable à Reims en 1456, S. 57-65; Jéhanno, C.: L’„émeute“ du 11 juillet 1497 à l’hôtel-Dieu de Paris: un récit de violences, S. 67-77; Bellanger, C.: La figure du sergent dans l’enluminure à la fin du Moyen Âge: entre justice et maintien de l’ordre, S. 79-89; Claustre, J.: Écrits du guichet. L’avènement d’un gouvernement des détenus au XIVe siècle, S. 91-100.

Deuxième partie: La part du négatif

Sère, B.: Déshonneur, outrages et infamie aux sources de la violence d’après le Super Rhetoricorum de Gilles de Rome, S. 103-112; Carrier, H.: Les dénominations de Jean sans Peur: entre violence acceptée et réprouvée, S. 113-122; Bove, B.: Violence extrême, rumeur et crise de l’ordre public: la tyrannie du bâtard de Vaurus, S. 123-132; Toureille, V.: La désobéissance d’un sire au XVe siècle: la damoiseau de Commercy, S. 133-141; Nadrigny, X.: L’opinion sur le roi. La guerre dans les registres de délibérations toulousains de la première moitié du XVe siècle, S. 143-152; Offenstadt, N.: De quelques cris publics qui ont mal tourné. La proclamation comme épreuve de réalité à la fin du Moyen Âge, S. 153-163; Péricard-Méa, D.: Compostelle, 1466. Le déchaînement de la violence sous les yeux des pèlerins tchèques, S. 165-174; Delivré, F.: Les évêques face au pape. Les conflits de préséance en concile général (XIe-XVe siècle), S. 175-183.

Troisième partie: Le Choc souverain

Canteaut, O.: Composer, ordonner, gracier: les pratiques d’un enquêteur-réformateur en Languedoc sous Charles IV; Charageat, M.: Justice, enquête et violence d’État en Aragon (XIIIe-XVe siècle), S. 195-203; Charon, P.: Révoltes et pardons dans les relations entre Charles II de Navarre et la dynastie des Valois (1354-1378); Bubenicek, M.: Charles V face à ses nobles, S. 217-226; Julerot, V.: Ne theologien ne conseiller du roy en sa court de parlement. Contre la volonté du roi: l’élection épiscopale parisienne de 1492, S. 227-236; Cottereau-Gabillet, É.: Procès politique et confiscation: le sort de la bibliothèque de Jacques d’Armagnac, S. 237-247; Foronda, F.: Une image de la violence d’État française: la mort de Pierre Ier de Castille, S. 249-259; Leveleux-Texeira, C.: Du crime atroce à la qualification impossible. Les débats doctrinaux autour de l’assassinat du duc d’Orléans (1408-1418), S. 261-270; Prétou, P.: Clameur contre fureur. Cris et tyrannie à la fin du Moyen Âge, S. 271-280.

Vötsch, J.: Der kursächsische Oberkammerkassierer Benjamin Thenius (1671-1752). Ein Beitrag zur Personengeschichte der frühneuzeitlichen Landeszentralverwaltung (mit Edition), in: Neues Archiv für sächsische Geschichte  80 (2009) S. 163-178.

Weber, C. F.: Zeichen der Ordnung und des Aufruhrs. Heraldische Symbolik in italienischen Stadtkommunen des Mittelalters, Wien 2010 (Symbolische Kommunikation in der Vormoderne) [Böhlau, 640 S., geb., 8 sw-Abb., 74,90 Euro].

Werlich, R.-G.: Der Greif bekennt Farbe. Frühe Farbdarstellungen der pommerschen Herzogswappen, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 2 (2008) S. 21-28.

Westphal, S.: Der kaiserliche Reichshofrat als protestantisches „Scheidungsgericht“, in: Zeitschrift für österreichische Geschichte 20 (2009)3, 31-58.

Die Wolkensteiner. Facetten des Tiroler Adels in Spätmittelalter und Neuzeit, hg. von G. Pfeifer und K. Andermann, Innsbruck 2009 (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs, 30) [Wagner, 500 S., kart., 43 Euro].

Aus dem Inhalt:

Johanek, P.: Der Adel in den österreichischen Ländern und in Tirol während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit, S. 11-28; Pfeifer, G.: miles potens in comitatu – Engelmar von Vilanders und der Tiroler Adel in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ein Kapitel aus der Vorgeschichte des Hauses Wolkenstein, S. 29-52; Schmitt, S.: Oswald von Wolkenstein. Zur Lebenswelt eines Niederadligen im Spätmittelalter, S. 53-74; Seyboth, R.: Adel und Hof zur Zeit Maximilians I. am Beispiel der Familie von Wolkenstein, S. 75-100; Joos, C.: Tod und Begängnis Veit von Wolkensteins in Freiburg, S. 101-109; Clementi, S.: Deren von Wolkenstein. Familienstrategien, Heirat und Geschlechterbeziehungen bei den Wolkenstein-Trostburg (um 1500 bis 1650), S. 111-147; Brandstätter, K.: Kirchliche Karrieren der Wolkensteiner in der Frühen Neuzeit, S. 149-193; Andergassen, L.: Das Selbstverständnis der Wolkensteiner im Spiegel ihrer Grabmäler, Heraldica und Stiftungen (15. bis 17. Jahrhundert), S. 195-239; Tasser, R.: Die Wolkenstein-Rodenegg als Bergbauunternehmer im Ahrntal (1562 bis 1650), S. 241-257; Bonazza, M.: I Wolkenstein di Trento (1578-1826). Clonazione e innestro di un sistema famigliare aristocratico, S. 259-293; Benz, S.: Marx Sittich von Wolkensteins „Landesbeschreibung“ von Südtirol, S. 295-321; Stampfer, U.: Adlige Lesekultur in Tirol um 1600 am Beispiel der Wolkenstein-Rodenegg, S. 323-344; Schlachta, A. von: Das Amt des Landeshauptmanns – Verwaltung und Politik in Tirol im 18. Jahrhundert am Beispiel Paris Dominkus von Wolkenstein-Trostburgs und Paris von Wolkenstein-Rodeneggs, S. 345-359; Heiss, H.: Tiroler Adel an der Schwelle zur Moderne: Krise und Neuorientierung am Beispiel der Wolkensteiner, S. 361-379; Fouquet, G.: Die Wolkensteiner – eine Zusammenfassung, S. 381-393; Irmtraut Freifrau von Andrian-Werburg: Das Archiv der Familie Wolkenstein-Rodenegg. Ein Werkstattbericht, S. 395-400; Roilo, C.: Das Archiv Wolkenstein-Trostburg im Südtiroler Lndesarchiv, S. 401-413; Andermann, K.: Ein Wolkensteiner Archiv am Oberrhein, S. 415-470.

Wijsman, H.: Luxury Bound. Illustrated Manuscript Production and Noble Princely Book Ownership in the Burgundian Netherlands (1400-1550), Turnhout 2010 [Brepols, 700 S., geb., 30 sw-Abb., 90 Euro].

Wollesen, J.: Patrons and Painters on Cyprus. The Frescoes in the Royal Chapel at Pyrga, Turnhout 2010 [Brepols, 200 S., geb., 70 Euro].

Women in Power. Caterina and Maria de’ Medici. The Return to Florence of Two Queens of France, hg. von C. Innocenti, Regensburg 2009 [Schnell & Steiner, 192 S., kart., 39,90 Euro].

Wührer, J., Scheutz, M.: Zu Diensten Ihrer Majestät. Edition der Hofordnungen und Instruktionsbücher am Wiener Hof, München 2010 (Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 6) [Oldenbourg, 1216 S., geb., 129,80 Euro].

Wünsche-Werdehausen, E.: Turin. Die Kunstpolitik König Vittorio Amedeos II., Petersberg 2009 [Imhof, 256 S., geb., 244 Abb., 49,95 Euro].

Wüst, W.: Jagen unter den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach: Höfisches Spektakel, ökonomischer Vorteil oder herrschaftliches Kalkül?, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 68 (2008) S. 93-113.

Wüst, W.: Schwäbischer Adel nach dem Ende des Alten Reiches: Regionales Bewahren und Gestalten, in: Schwaben im Hl. Römischen Reich und das Reich in Schwaben. Studien zur geistigen Landkarte Schwabens, hg. P. Fassl und R. Jehl, Augsburg 2009, S. 127-149.

Wüst, W.: Schwaben mit italienischen Augen gesehen. Reiseimpressionen zwischen Spätmittelalter und Aufklärung, in: Schwaben und Italien. Zwei europäische Kulturlandschaften zwischen Antike und Moderne, hg. von W. Wüst, R. Riepertinger und P. Fassl, Augsburg 2010 (Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 102), S. 153-172.

Yasmine, J.: Le château de Beaufort (Qalcal Chqif’Arnum). Nouveau relevé, nouvelle lecture, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 4 (2009) S. 233-241.

Yonan, M.: Portable Dynasties: Imperial Gift-Giving at the Court of Vienna in the Eighteenth Century, in: The Court Historian14,2 (2009) S.177-188.

Zelebrieren und Verhandeln – Zur Praxis ständischer Institutionen im frühneuzeitlichen Europa hg. von T. Neu, M. Sikora und T. Weller, Münster 2009 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 27) [Rehma, 260 S., geb., 4 Abb., 30 Euro].

 

 

 



Sonstiges

 

 

(Digitalisierte) Hof- und Adreßkalender
geistlicher Territorien des 18. Jahrhunderts

 

 

Hof-, Adreß- und Staatskalender, so die zeitgenössische Bezeichnung, entstanden als neues Periodikum im 18. Jh. in vielen Territorien des Reichs. Sie sind Resultat des Wandels vom patriarchalischen und damit noch relativ überschaubaren zum bürokratisch und höfisch zunehmend ausdifferenzierten Territorialstaat. Funktion und Struktur dieser Kalendertypen, für die sich der Sammelbegriff „Amtskalender“ eingebürgert hat, sind ähnlich. Die Publikationen beginnen typischerweise mit einem Jahreskalender, der häufig weitere Angaben wie Heiligennamen, astronomische Ereignisse, Hof- und Kirchenfeste oder Bauernregeln enthält. Im Zentrum steht ein Personalschematismus, der die offizielle Aufbauorganisation des Hofs und der einzelnen Territorialbehörden, vom Fürsten bis zum Schloßdiener, widerspiegelt. Hieran können sich Personenverzeichnisse weiterer privilegierter Gruppen bzw. Interessengruppen wie Hofchargen, Domkapitel, Landstände oder Orden anschließen. Am Ende der Publikation finden sich mitunter Informationen über Postverbindungen oder Münzkurse, historische Abhandlungen über herausgehobene Ereignisse oder Beschreibungen einzelner Regionen und Städte des Territoriums – kurz: nützliche und unterhaltsame Beigaben zum Kalenderteil.

 

Die Amtskalender sind insofern in mehrfacher Hinsicht als Quelle für die Landesgeschichte interessant. So geben die Behörden- und Ständeverzeichnisse beispielsweise Einblick in die Verfassungs- und Verwaltungsverhältnisse eines Territoriums, die nach Tätigkeiten und Funktionen geordneten Personenlisten geben in Verbindung mit ggf. beigefügten Instruktionen für den höfisch-zeremoniellen Gebrauch Aufschluß über (familiäre) Netzwerke, über das Funktionieren und das Binnengefüge der privilegierten Hofgesellschaft, und die Kalender schließlich informieren über die kirchlichen wie weltlichen Feste und Feiern, die nicht nur den höfischen Jahreslauf strukturieren. Infolge ihres jährlichen „Verfalls“ sind Amtskalender heute sehr selten anzutreffen.

 

Die Kalender des wichtigsten geistlichen Territoriums Nordwestdeutschlands – Kurköln – enthalten darüber hinaus oft auch die Schematismen jener Länder, denen der Kurfürst als geistlicher Landesherr ebenfalls vorstand. Da die jeweiligen Wahlkapitulationen den Landesherrn i.d.R. zwangen, die Organisationsstrukturen wie auch die Finanzkassen der Länder strikt getrennt zu halten, spiegeln sich diese Territorialkumulationen in Form getrennter Schematismen wider; das Herzogtum Westfalen und das Vest Recklinghausen etwa sind wie auch die Fürstbistümer Münster, Paderborn, Osnabrück oder Hildesheim zeitweise auch im Kurkölnischen Kalender zu finden.

 

Auch wenn die Kalender nicht ohne Unterstützung der Zentralbehörde und Privilegierung des Fürsten auskommen konnten, d.h. im eigentlichen Sinne halbamtliche Publikationen waren, um wichtige Informationen über Verwaltung und Hof an die Teilhaber der Macht oder das „interessierte Publikum“ zu kommunizieren, so waren es letztlich doch Publikationen von Verlegern oder Buchhändlern aus oder im Umfeld des Hofs – mit all den anhängenden Problemen eines privatwirtschaftlichen Unternehmens (Qualität der Daten, Kalenderabsatz usw.).

[Text: Dr. Marcus Weidner – www.westfaelische-geschichte.de/web834]

 

 

Kontaktadressen:      Dr. Marcus Weidner

Internet-Portal „Westfälische Geschichte“

LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

Karlstraße 33

D-48147 Münster

Tel. [D] 02 51 - 5 91 56 91– Fax [D] 0 29 21 - 34 44 82 8

E-Mail: marcus.weidner@lwl.org

Internet: www.westfaelische-geschichte.de 

 

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung,

Handbuch IV: Grafen und Herren)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)

 

Silke Meier

Anna Orlowska

 

 

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse) Leibnizstr. 8

 

(postalisch) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84 (Hirschbiegel)

Tel./AB [D] 04 31 - 8 80-22 96 (Wettlaufer)

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

 



*     Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2010), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel. Die Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.                                             W.P.

*     Dr. Ralf Richard Wagner, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloßverwaltung Schwetzingen, Schloß Mittelbau, D-68723 Schwetzingen, E-Mail: Ralf.Wagner@ssg.bwl.de.

[1]     Etrennes Palatines pour l’année 1769. A Mannheim de l’imprimerie de l’Académie, Universitätsbibliothek Heidelberg, Sammlung Blatt VII 83.

[2]     Graf Andreas Riaucour war seit 1748 kursächsischer Geschäftsträger in Mannheim, 1752 wurde er Geheimrat und außerordentlicher sächsischer Gesandter. 1754 heiratete er die Tochter des kurpfälzischen Konferenzministers Heinrich Ernst Wilhelm Freiherr von Wrede und wurde vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben. 1768 ernannte ihn Kurfürst Carl Theodor zum Mitglied des Löwenordens, eines kurpfälzischen Verdienstordens. 1778 folgte er dem Hof nach München.

[3]     Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Geheimes Cabinet Loc. 2627 Vol. XXV 1772 vom 4. Juli 1772.

[4]     Siehe dazu die Dissertation Wagner, Ralf Richard: In seinem Paradiese Schwetzingen – das Badhaus des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, Ubstadt-Weiher u.a. 2009.

[5]     Hewlings, Richard: Chiswick House and Gardens, London 1998, S. 1: „[...] to create the kind of house and garden that might have been found in the suburbs of ancient Rome.“

[6]     Marie, Jeanne und Alfred: Marly, Frankreich, o.O. 1947, S. 13: „En 1687, les voyages devenant plus fréquents et plus longs, le Roi décide, pour les commodités de la cour, du consacrer un des pavillons, le cinquième à gauche, aux bains; les baignoires sont installées au rez-de-chaussée et les cuves, une pour l’eau froide et l’autre pour l’eau chaude sont au premier étage. Tous les accessoires des bains étaient garnis de dentelles d’Angleterre.“

[7]     So z.B. im Pavillon-Ensemble der zerstörten Mainzer Favorite und der Pavillon-Bauten der Fuldaer Bischöfe in Bad Brückenau, welche heute noch bestehen.

[8]     Franck, Dietrich von: Die „maison de plaisance“. Ihre Entwicklung in Frankreich und ihre Rezeption in Deutschland. Dargestellt an ausgewählten Beispielen, Diss. Univ. München 1982, S. 5.

[9]     Krause, Katharina: Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660-1730), München u.a. 1996, S. 8.

[10]    Zit. nach Mörz, Stefan: Aufgeklärter Absolutismus in der Kurpfalz während der Mannheimer Regierungszeit des Kurfürsten Karl Theodor (1742-1777), Stuttgart 1991, S. 56.

[11]    Zit. nach ebd., S. 19.

[12]    [Schubart, Christian Friedrich Daniel] C. F. D. Schubart’s, des Patrioten, gesammelte Schriften und Schicksal, Stuttgart 1839, S. 150-151.

[13]    Sämtliche Spekulationen über Mätressen und Orgien im Badhaus müssen in diesem Zusammenhang in das Reich der Phantasie verwiesen werden.

[14]    Es sind dies die Büsten des Domitian, der Marciana, des Marcellus und der Faustina des Hofbildhauers Franz Conrad Linck. Dabei handelt es sich um Sandsteinbüsten nach Gipsabgüssen aus dem Mannheimer Antikensaal.

[15]    So in Keddelston Hall, Syon Park, Osterley Park und Kennwood.

[16]    Die Gipsabgüsse nach Antiken wurden nach Vorbildern des Mannheimer Antikensaals gearbeitet. Die Figur des Fauns von San Ildefonso wurde auch von Johann Wolfgang von Goethe aus Mannheim für sein Haus in Weimar bezogen und steht heute dort im Treppenhaus. Die Schwetzinger Gipsabgüsse galten als „Highlights“ der Antikenrezeption und erfreuten sich im 18. Jahrhundert sehr großer Beliebtheit.

[17]    Weitere ovale Deckengemälde von Nicolas Guibal haben sich noch in Schloß Monrepos – Thema Adonis verläßt Venus – und Schloß Solitude – Thema: Allegorie auf den Wohlstand des Landes – erhalten. Interessant dabei ist, daß die Ovalform im Śuvre Guibals besonders in den privaten Schlössern der Auftraggeber dominierte.

[18]    Die Porzellankonsolen wurden durch eine erhaltene originale Vorlage neu ausgeformt.

[19]    Halbrunde Eckschränke, wie alle Möbel im Badhaus vom Hofebenisten Jakob Kieser (1734-1784) im Stil des Frühklassizismus gefertigt.

[20]    Die Fontaine des Innocents liegt auf dem Square des Innocents im 1. Arrondissement.

[21]    Die Wasserleitungen aus Blei und die Kupferkessel waren bis zu einer Metallsammlung 1916 noch vorhanden.

[22]    Quellen zur Nutzung des Badzimmers liegen zur Zeit nicht vor.

[23]    Generallandesarchiv Karlsruhe 221/39 vom 8. Mai 1776.

[24]    Generallandesarchiv Karlsruhe 391/48352 vom 24. Juli 1926.

[25]    Zit. nach Martin, Kurt: Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Mannheim. Stadt Schwetzingen, Karlsruhe 1933, S. 266.

[26]    Schulenburg, Julia Rau-Gräfin von der: Emmanuel Héré. Premier Architecte von Stanislas Leszczyński in Lothringen (1705-1763), Berlin 1973.

[27]    Von der Anlage La Malgrange im heutigen Kanton Jarville-la-Malgrange in der Nähe von Nancy hat sich nichts erhalten, wie sich der Autor bei einem persönlichen Besuch 1997 überzeugen konnte.

[28]    Dem Autor ist nicht bekannt, ob das Gemälde den jüngsten Brand von Schloß Lunéville überstanden hat.

*     Guido von Büren, Museum Zitadelle Jülich – Stadtgeschichtliches Museum Jülich, Postfach 1220, D-52411 Jülich, E-Mail: GvBueren@juelich.de.

[29]     Überarbeiteter Auszug aus: Das ‚italienische‘ Jülich. Grundzüge im Konzept Alessandro Pasqualinis für die Stadtanlage, die Zitadelle und das Residenzschloß, hg. von Conrad Doose, Jürgen Eberhardt und Hajo Lauenstein, Jülich/Goch 2009 (Pasqualini-Studien, 5; Jülicher Forschungen, 8), S. 9-16. Der Band hat 552 S. und ca. 600, überwiegend farbige Abb., ISBN 978-3-933969-74-3. Ich danke Werner Paravicini für die Möglichkeit, die Publikation hier einem interessierten Kreis vorstellen zu dürfen.

[30]     Eberhardt, Jürgen: Jülich – Idealstadtanlage der Renaissance. Die Planungen Alessandro Pasqualinis und ihre Verwirklichung, Bonn 1978 (Landeskonservator Rheinland. Arbeitsheft 25).

[31]     Der wissenschaftliche Nachlaß Hartwig Neumanns (geb. 29.1.1942 in Brandenburg, gest. 7.1.1992 in Aachen) befindet sich inzwischen im Jülicher Museum und steht somit dauerhaft der Forschung zur Verfügung.

[32]     Eberhardt, Jürgen: Die Zitadelle von Jülich, Wehranlagen, Residenzschloß und Schloßkapelle. Forschungen zur Planungs- und Baugeschichte, Jülich 1993.

[33]     Alessandro Pasqualini (1493-1559) und die Renaissance am Niederrhein. Kenntnisstand und Foschungsperspektiven. Tagungshandbuch I. Jülicher Pasqualini-Symposium am 30. Oktober 1993 in der Zitadelle Jülich, hg. von Günter Bers und Conrad Doose, Jülich 1994; ‚Italienische‘ Renaissancebaukunst an Schelde, Maas und Niederrhein. Stadtanlagen – Zivilbauten – Wehranlagen. Tagungshandbuch II. Jülicher Pasqualini-Symposium vom 18. bis 21. Juni 1998 in Jülich, hg. von Dens., Jülich 1999.

[34]     Zu den diesbezüglichen Aktivitäten des Museums siehe Büren, Guido von, Perse, Marcell (Bearb.): Stadtgeschichtliches Museum Jülich – Bibliographie (1987-2005), in: Jülicher Geschichtsblätter 72/73 (2004/2005, ersch. 2007) S. 213-250. Die Bibliographie ist auch im Internet abrufbar, wo sie fortgesetzt wird: http://www.juelich.de/museum/publikationen/

[35]     Vgl. Büren, Guido von: Art. „Pasqualini“, in: Neue Deutsche Biographie XX, 2001, S. 85-88; Ders.: Jülich, in: Handbuch der Renaissance. Deutschland – Niederlande – Belgien – Österreich, hg. von Anne Schunicht-Rawe und Vera Lüpkes, Köln 2002, S 327-333; Ders., Kupka, Andreas: Schloß und Zitadelle Jülich, Regensburg 2005 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 14); Ders.: Jülich, Schloß und Zitadelle, in: Spätgotik und Renaissance, hg. von Katharina Krause, München u.a. 2007 (Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, 4), S. 274f., Kat.-Nr. 23 und Tafel 60.

[36]     Vgl. Büren, Guido von: Der Hof Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg und die Musik, in: Lubenow, Martin (Bearb.): Martin Peudargent. Musiker und Komponist am jülich-klevischen Hof. Gesamtausgabe, Germersheim/Jülich 2006 (Jülicher Forschungen, 7), S. 11-43. Rabaskadol (Leitung: Fritz Heller), Capella ’92 (Leitung: Gerben van der Veen): Martin Peudargent. Music at the court of duke Wilhelm V. of Jülich-Kleve-Berg, [Joure] 2007 [Super Audio CD, Laufzeit 69:47 min]. Zum Projekt vgl. auch die umfangreiche Homepage www.juelicher-hofmusik.de [21.05.2010].

[37]     Im Mai 2009 hielt Christoph L. Frommel auf der Tagung „Crocevia e capitale della migrazione artistica: forestieri a Bologna e bolognesi nel mondo (XV-XVI secolo)“ in Bologna einen Vortrag über „Alessandro Pasqualini architetto“, dessen Veröffentlichung noch aussteht.

[38]    Vgl. Büren, Guido von, Rezension von „G.W.C. van Wezel, Het paleis van Hendrik III graaf van Nassau te Breda, Zwolle 1999“, in: Forschungen zu Burgen und Schlössern 8 (2004) S. 227-230. Tomaso Vincidor war Mitarbeiter Raffaels und befand sich seit 1520 in den Niederlanden, um die Anfertigung von Tapisserien zu überwachen. Über seine Person ist nur wenig bekannt, er könnte aber eine Schlüsselfigur für die Übersiedlung Alessandro Pasqualinis in die Niederlande sein, stammte doch auch er aus Bologna. Zudem sind enge Beziehungen Pasqualinis zur Schloßbaustelle in Breda unter Tomaso Vincidor belegt.

[39]    I Confini Perduti. Le cinte murarie cittadine europee tra storia e conservazione, hg. von Angelo Varni, Bologna 2005, S. 439-461.

[40]    Zu Proportionen in der italienischen Architektur der Renaissance vgl. jetzt zusammenfassend: Günther, Hubertus: Was ist Renaissance? Eine Charakteristik der Architektur zu Beginn der Neuzeit, Darmstadt 2009, S. 231-240, mit der nüchternen Zusammenfassung: „Im Ganzen waren die Architekten der Renaissance zweifellos bestrebt, ihre Werke nach klaren Maßverhältnissen zu disponieren. Die Lösungen waren jedoch von Fall zu Fall verschieden. Um sie zu würdigen, bedarf es jeweils einer individuellen Untersuchung, die berücksichtigt, welche äußeren Bedingungen und welche alternativen Proportionssysteme, wie insbesondere die Säulenordnungen, einkalkuliert werden mußten. Hier wie auch in anderen Bereichen ist es nicht angemessen, die zeitgenössische Rhetorik einfach für bare Münze zu nehmen und danach ein einheitliches Verfahren zu postulieren.“ (S. 239). „Bramante richtete seine Entwürfe mehrfach nach den einfachen Proportionen von 1:1 und 1:2 und nach ebenso einfachen geometrischen Mustern aus.“ (S. 236).

[41]    Vgl. Büren, Guido von: Salette, Schlafkammer, Garderobe und Kabinett. Raumaufteilung und Raumnutzung im herzoglichen Schloß zu Jülich in der zweiten Hälfte des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts, in: ‚Italienische’ Renaissancebaukunst (wie Anm. 5) S. 409-430.

[42]    Vgl. Schindler, Bruno: Plan und Wirklichkeit. Handwerklich ausgeführte Variationen über die Geometrie von Schloß Maulnes, in: Das Château de Maulnes und der Manierismus in Frankreich, hg. von Jan Pieper, München/Berlin 2006 (Aachener Bibliothek, 5), S. 69-104.

[43]    Vgl. Zwierlein-Diehl, Erika: Das Briefsiegel des Renaissancebaumeisters Alessandro Pasqualini, in: Alessandro Pasqualini (wie Anm. 5) S. 182-185: „Wenn die Deutung als ‚Hermes Trismegistus’ richtig ist, wäre Pasqualinis Siegel ein entfernter Reflex des Gedankengutes der ‚Platonischen Akademie‘ von Florenz, an der Marsilio Ficino (1433-1499) die antiken, unter dem Titel ‚Hermes Trismegistos‘ überlieferten Texte ins Lateinische übersetzt hatte. Man nahm in diesem Kreise an, der ägyptische Hermes-Mercurius habe Offenbarungen von Gott empfangen, so daß die hermetischen Texte, wenngleich auf verborgene Weise, in Einklang mit der christlichen Lehre stünden. [...] Daß Alessandro Pasqualini das Bild des Mercur als der Schutzgottheit seines Berufes bewußt gewählt hat, ist sicher ...“ (S. 185).

[44]    Vgl. Büren, Guido von: Die Architektendarstellungen am renaissancezeitlichen Chorgestühl der Kirche St. Anna in Düren, in: Dürener Geschichtsblätter 84 (1997) S. 267-284.

[45]    Vgl. Uppenkamp, Barbara: Das Pentagon von Wolfenbüttel. Der Ausbau der welfischen Residenz 1568-1626 zwischen Ideal und Wirklichkeit, Hannover 2005.

[46]    Vgl. Dinstühler, Horst: Eine Supplik der Stadt Jülich aus der Zeit des Festungsbaues, in: Neue Beiträge zur Jülicher Geschichte 3 (1992) S. 116-126; Ders.: Wein und Brot, Armut und Not. Wirtschaftskräfte und soziales Netz in der kleinen Stadt. Jülich im Spiegel vornehmlich kommunaler Haushaltsrechnungen des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts, Jülich 2001 (Forum Jülicher Geschichte, 31), S. 413-429; Ders.: „Itzo redt sie mitt dem teuffell“. Hexenglaube und Lynchjustiz in Jülich, Jülich 2006 (Forum Jülicher Geschichte, 43).

[47]    Wolff Metternich, Franz Graf: Alessandro Pasqualini da Bologna e la diffusione del linguaggio in Germania, in: Studi Bramanteschi. Atti del Congresso internazionale. Milano-Urbino-Roma, Roma 1974, S. 591-601, hier S. 599.

[48]    Eberhardt, Zitadelle Jülich (wie Anm. 4) S. 144.

[49]    Vgl. Wege zur Renaissance. Beobachtungen zu den Anfängen neuzeitlicher Kunstauffassung im Rheinland und den Nachbargebieten um 1500, hg. von Norbert Nussbaum, Claudia Euskirchen und Stephan Hoppe, Köln 2003; Stil als Bedeutung in der nordalpinen Renaissance. Wiederentdeckung einer methodischen Nachbarschaft, hg. von Stephan Hoppe, Matthias Müller und Norbert Nussbaum, Regensburg 2008. Das LVR-LandesMuseum Bonn zeigt vom 16. September 2010 bis zum 6. Februar 2011 die groß angelegte Ausstellung „Renaissance am Rhein“. „Ohne eine verengte, rein stilanalytische Sichtweise eröffnet sich auch für das Rheinland ein weites Panorama an Kunst und Kultur der Renaissance, das es in der Ausstellung in seinem historischen Kontext zu zeigen gilt“; Altringer, Lothar, Büren, Guido von, Günnewig, Silke u.a.: LVR-LandesMuseum Bonn. Ausstellungsprojekt „Renaissance am Rhein“. Memorandum, Bonn 2009, S. 5. Im Internet abrufbar unter http://www.rlmb.lvr.de/ausstellungen/vorschau/renaissance_memorandum_final.pdf  [21.05.2010].

*     Wir nennen in der Regel nur die uns bekannt gewordenen Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen, die ab Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden werden, siehe ansonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen Adresse.

*     Prof. Dr. Ivan Hlaváček, Karls-Universität Prag, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für historische Hilfswissenschaften und Archivistik, Nám. Jana Palacha 2, CZ-116 38 Praha, E-Mail: ivan.hlavacek@ff.cuni.cz.

*     Prof. Dr. Ivan Hlaváček, Karls-Universität Prag, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für historische Hilfswissenschaften und Archivistik, Nám. Jana Palacha 2, CZ-116 38 Praha, E-Mail: hlaviaff@praha1.ff.cuni.cz.

*     Franziska Nehring, Wörthstr. 54, D-24116 Kiel, E-Mail: F.Nehring@web.de.

*     Prof. Dr. Tomas Tomasek, Westfälische Wilhelms-Universität, Germanistisches Institut, Abt. Literatur des Mittelalters, Hindenburgplatz 34, D-48143 Münster, E-Mail: tomasek@uni-muenster.de.

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