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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 19 (2009) Nr. 2


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 19 (2009) Nr. 2

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Universitätsdruckerei

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

Titelvignette:

Coburg, Schloß Ehrenburg

Stich von Carl Heideloff
Coburgisches Taschenbuch für das Jahr 1821, Coburg 1820

Landesbibliothek Coburg, Sign. Alm 127
http://www.landesbibliothek-coburg.de/sophie.htm [30.10.2009]

 



Inhalt

 

Vorwort..................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission............................................................................................. 9

12. Symposium der Residenzen-Kommission.................................................................... 11

Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in Residenz- und Hauptstädten vom
14. bis ins 19. Jahrhundert

Programm........................................................................................................................... 11

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen................................................................... 13

Kolloquiumsberichte............................................................................................................. 25

Was den Adel adlig macht – Adliger Eigensinn in Recht, Politik und Ästhetik Europas (16.-20. Jahrhundert). Freiburg i.Br., 4.-6. Juni 2009,
von Christian Kühner und Michael Strauß, Freiburg i.Br............................................... 25

Buchvorstellungen................................................................................................................. 33

Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter, hg. von Carola Fey und
Werner Rösener, Göttingen 2008 (Formen der Erinnerung, 35),
von Enno Bünz, Leipzig..................................................................................................... 33

Schwedler, Gerald: Herrschertreffen des Spätmittelalters. Formen – Rituale – Wirkungen, Ostfildern 2008 (Formen des Mittelalters, 1),
von Petr Elbel, Wien......................................................................................................... 37

Skibiński, Wiesław: Renesans w księstwie brzeskim [Die Renaissance im
Brieger Fürstentum], Brzeg 2008,
von Anna Paulina Orlowska, Kiel..................................................................................... 40

Neuerscheinungen................................................................................................................. 43

Sonstiges................................................................................................................................ 67

Die Arbeitsstelle Kiel........................................................................................................... 69

 

 

 

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 2010), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel. Die Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.                                                                                                                               W.P.



Vorwort

 

 

Lieber Leser,

 

was hier auf dem Umschlag so altfränkisch-neugotisch von einem bewundernden Paar gezeigt wird, ist nichts anderes als der Ort unserer nächsten Tagung. Die ist nun unter Dach und Fach und wird so international sein, wie wir sie uns vorgestellt haben. Das Pro­gramm auf S. 11-12 zeigt, welche Kollegen wir gewinnen konnten, um uns contra zu halten, wenn wir allzu zuversichtlich in die Zukunft schauen. Einen ersten Grund, hoffnungsvoll zu sein, können wir indes schon nennen: Die Göttinger Akademie hat sich rückhaltlos hinter unseren Neuantrag gestellt. Daß sie es tat, war keineswegs selbst­verständlich, denn das traditionsreiche und in seinen Kandidaturen sehr erfolg­reiche Haus will dem nunmehr offenen Akademienprogramm nur solche Anträge prä­sen­tieren, die eine Chance haben, endlich auch hindurchzukommen. Wir haben uns ordent­lich rappeln müssen, um den hohen Ansprüchen zu genügen. Alte Lorbeeren sind vor allem vergangen, „hat sich bewährt“ ist eine probate Abschiedsformel. Nun hof­fen wir auf ein ebenso günstiges Urteil der nächsten und obersten Instanz. Sollte das kleine Quentchen Glück fehlen, das es für jeden Erfolg braucht, dann werden wir das Symposium zum großen Abschlußfest machen und hoch erhobenen Hauptes da­von­gehen – aber so wird es schon nicht kommen.

Derweil reift die Coburger Ausstellung (siehe unten S. 18-21) und macht der vierte Teil des Handbuchs Fortschritte. Es fehlen aber immer noch längst versprochene Texte; sie einzufangen bereitet so viel Mühe wie noch nie – eine Folge der allge­mei­nen Ermüdung angesichts der vermehrten Lehr- und Evaluierungslast? Wann wird die Ein­sicht zurückkehren, daß weniger mehr ist und zuweilen Vertrauen bessere Ergeb­nis­se zeitigt als systematisches Mißtrauen, das jeden guten Willen zerstört? Langsam wird bewußt, was da angerichtet wurde, schon beginnt die Suche nach den Schuldigen (es gibt natürlich keinen) – bald wird die nächste Reformwelle anrollen, unbelehrbar, sich stets wiederholend. Wir werden es gleichwohl schaffen, mais il nous en aura coûté, et il y aura des pertes. Endgültiger Redaktionsschluß ist der 31. Dezember 2009, damit der Band fristgerecht zum Coburger Symposium erscheinen kann.

Was bietet das vorliegende Heft? Diesmal keinen Beitrag zur Rubrik  „Die Arbeit der anderen“, obwohl der Unterzeichnete beim vorletzten „Workshop“ der Wiener Kol­le­gen im Kunsthistorischen Museum über „Burgundisch-Habsburgische Hof­kultur“ am 15. Oktober 2009 dabei war, über Hofnarren gesprochen hat und beobach­ten konnte, wie dort wacker weiter zur Hofburg und den anderen habsburgischen Resi­denzen geforscht und veröffentlicht wird, von den Historikern ebenso wie von den Kunsthistorikern. Eindrucksvoll daneben auch die neue Blüte der Adelsforschung, nun nicht mehr zum frühen, hohen, späten Mittelalter, sondern zur frühen Neuzeit und dem 19.-20. Jahrhundert, siehe „Adel in Norddeutschland“ (siehe unten S. 13), „Adel und Umwelt“ (siehe unten S. 41) und den Titel von Heike Düselder unter den Neuer­scheinungen (siehe unten S. 44), weiter den kommentierten Quellenband „Adlige Le­bens­welten im Rheinland“, herausgegeben von Gudrun Gersmann und Hans Werner Langbrandtner, der bekanntmacht, welche Schätze in den Vereinigten Adelsarchiven in der alten Abtei Brauweiler und auf Schloß Ehreshoven lagern, glücklicherweise zu­sam­mengeführt und allgemein zugänglich gemacht (siehe unten S. 41).

Daneben rührt sich auch etwas auf dem Gebiet der stadthistorischen Forschung, was uns künftig (vermutlich) noch mehr angehen wird als heute. Unter den alten Reichs­stiften ragt Quedlinburg („Kayserlich – frey – weltlich“, siehe unten S. 51) durch einen neue Veröffentlichung hervor, „Ewig blühe Bayerns Land“ ruft wieder­ho­lend eine des Landshuter Herzogs Ludwigs X. gedenkende Ausstellung (siehe unten S. 45, siehe auch Oelwein in der Bibliographie S. 57), während andernorts der je poli­tisch erfolgloser desto kunstsinnigere Roi René von Sizilien-Anjou sechshundert Jahre nach seiner Ge­burt gebührend gefeiert wird (siehe unten S. 13). Aber auch der Tod bei Hofe hat Kon­junktur: Zum 11.-12. Juni 2010 wird man ihn nach Lausanne einladen (siehe unten S. 17), und kurz darauf, zum 12.-14. Juli in Greifswald (siehe unten S. 17), dort unter Leitung von Agostino Paravicini Bagliani (mais oui, toujours lui!) und hier organisiert vom Kommissionsmitglied Karl-Heinz Spieß: zu recht, denn die einzige Sicherheit im Leben legt alle Strukturen von Sukzession und Reproduktion offen.

Es ist etwas ungewohnt, nur bis ins nächste Jahr und nicht weiter planen zu können. Es herrscht Ruhe vor dem Sturm. Aber, wie auch immer, wir freuen uns auf das Co­burger Symposium, das so oder so in jedem Fall ein Fest werden wird. Die nächste Ausgabe der Mitteilungen, 20/1 – ja: 20, so lange gibt es diese schlichten, aber doch wohl nützlichen Hefte schon – wird darüber unterrichten, ob und wie es weitergeht, mit der Kommission und

 

Ihrem

 

Werner Paravicini

 

 


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

1.         Handbuch

Redaktionsschluß für das Handbuch zu den Grafen und Herren ist der 31. Dezember 2009. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die noch im Wort stehen, sind dringend gebeten, ihre Texte spätestens zu diesem Termin einzureichen. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2010 vor­gesehen.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse:

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Grafen

 

2.         Residenzenforschung

            2.1.     Der Band Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppenbild und Indivi­dualität. Formen fürstlicher Selbstdarstellung und ihre Rezeption (1450-1550). Wissenschaftliche Tagung 27.-29. März 2008 im Landes­kul­tur­zentrum Schloß Salzau, hg. von Oliver Auge, Ralf-Gunnar Wer­lich und Gabriel Zeilinger, Ostfildern 2009 (Residenzenforschung, 22) befindet sich im Druck und wird noch vor Ende des Jahres erscheinen.

            2.2.     Das Manuskript der Edition der Hof-, Regiments- und Ämterordnungen von Jülich-Kleve-Berg durch Brigitte Kasten und Margarete Bruckhaus wird zum Jahresende 2010 abgeschlossen sein.

            2.3.     Der Tagungsband zum letztjährigen Wiener Symposium der Residenzen-Kommission „Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“ befindet sich in Vorbereitung und wird unter der Herausgeberschaft von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer als Band 23 der Reihe voraussichtlich zum Coburger Symposium im Sep­tember 2010 vorliegen.

 

3.         Symposien

                        Das Programm für das 2010 in Coburg in Zu­sammenarbeit mit der Histo­ri­schen Gesellschaft Coburg (Vors.: Prof. Dr. Gert Melville, Dres­den/Co­burg) stattfindende 12. Symposium der Kom­mission zu dem The­ma „Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in Residenz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert“ ist inzwischen fertig­ge­stellt, siehe unten S. 11. Es werden die großen Themen angeschnitten, die die „neue“ Kommission (wenn es sie denn ge­ben wird) beschäftigen werden. Mithin handelt es sich um eine Diskus­sion des künftigen Pro­gramms. Zeit­gleich zum Co­bur­ger Symposium ist eine von Prof. Dr. Mat­thias Müller/ Mainz und Mitar­bei­tern und Dr. Klaus Weschenfelder/Direktor der Kunst­sammlungen der Veste Coburg erarbei­tete Ausstellung zum Hof­künstler im Reich des Spät­mittelalters und der Frühen Neuzeit in der Veste Coburg geplant, die internationale Exponate zeigen wird (siehe unten S. 18-21).


4.         MRK

4.1.     MRK 19,2 liegen vor.

            4.2.     Sonderheft 12: Atelier. Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Resi­denzen in der gegenseitigen Wahrnehmung, hg. von Anna Paulina Or­lows­ka, Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer, liegt ebenfalls vor.

 

5.         Neuantrag

            Die endgültige Formulierung des Themas lautet: „Städtisches Bürgertum und Hof­gesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in Re­si­denz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert“. Die Göttinger Aka­de­mie hat den über einhundertseitigen Antrag an die Akademienunion weiter­ge­leitet, diese holt gegenwärtig externe Gutachten ein, nach deren Eingang sie in ihrem Wissenschaftlichen Ausschuß über Ablehnung, Annahme und Rang entscheiden wird. Im Frühjahr werden wir den (völlig offenen) Ausgang er­fahren.

 

6.         Termin der nächsten Sitzung

            Montag, 27. September 2010, 20.00 Uhr, im Rahmen des Coburger Symposiums.

 

Werner Paravicini

 


12. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Gesellschaft Coburg e.V.

 

 

Die im letzten Heft S. 11-13 geschilderte Thematik ist unverändert geblieben, auch wenn sich das ihr zugrunde liegende neue Forschungsprojekt einer künftigen Kom­mission noch leicht verschoben hat: So heißt der Titel jetzt „Städtisches Bürgertum und Hof­gesellschaft. Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in Re­si­denz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert“. Auch die geplante Ausstellung hat Gestalt angenommen und kann jetzt näher beschrieben werden (unten S. 18-21).

Gäste und Zuhörer sind ebenso willkommen wie junge Forscher, denen wir bis zur Zwölf­zahl einen Reisezuschuß zu zahlen beabsichtigen. Melden Sie sich an, der Nach­wuchs mit einer thematischen Skizze und später dann dem Volltext eines Re­fe­rats, das vielleicht in ein Sonderheft der MRK Eingang finden wird.

 

                                                                                                                        Werner Paravicini

 

 

Programm

 

Stand: 17. November 2009

 

Städtisches Bürgertum und Hofgesellschaft

Kulturen integrativer und konkurrierender Beziehungen in
Residenz- und Hauptstädten vom 14. bis ins 19. Jahrhundert

 

Coburg, 25.-28. September 2010

 

Samstag, 25. September

 

Grußworte

 

Öffentlicher Abendvortrag

Gert Melville (Dresden/Coburg)

 

Empfang

 

Sonntag, 26. September: Exkursion

 

Ganztägig. Voraussichtliche Ziele sind die hennebergischen Residenzen Heldburg, Römhild, Meiningen und Schleusingen

 


Montag, 27. September

 

              9.00-9.30     Werner Paravicini (Kiel), Getane Arbeit, künftige Arbeit: 25 Jahre Residenzen-Kommission

 

1. Sitzung: Stadtwirtschaft und Hofwirtschaft

              9.30-11.00  Bernd Fuhrmann (Köln): Stadtfinanz und Hoffinanz: welches Verhältnis? Respondent: Wim Blockmans (Wassenaar).

            11.30-13.00  Martin Eberle (Gotha): Von der höfischen Manufaktur zur autonomen Industrie: Hofkünstler, Hoflieferanten und wirt­schaft­liche Initiativen. Respondent: Thomas Winkelbauer (Wien).

2. Sitzung: Visualität und Medialität

            14.30-16.00  Matthias Müller (Mainz): Bildende Kunst und Architektur am Hof und in der Stadt. Respondent: Marcello Fantoni (Teramo).

            16.30-18.00  Uwe Albrecht (Kiel): Stadtplanung und Sozialtopographie: vom höfischen zum industriellen Zeitalter. Respondent: Krista de Jonge (Leuven).

 

Dienstag, 28. September

 

3. Sitzung: Konkurrenz und Kooperation

            9.00-10.30     Andreas Ranft (Halle an der Saale): Gemeinschaft und Gemein­de: politische Gruppierungen in den residenz-städtisch-höfischen Zentren. Respondent: Jean-Marie Moeglin (Paris).

            11.00-12.30  Enno Bünz (Leipzig): „Dritte Sozialkörper“ des Wissens zwi­schen Stadt und Hof: Universitäten, Akademien, Schulen, Vereine. Respondent: Willem Frijhoff (Amsterdam).

4. Sitzung: Krise und Niedergang der höfischen Welt

            14.00-15.30  Ute Daniel (Braunschweig): Stadt und Hof: wann erfolgte die Wende? Respondent: Helen Watanabe O’Kelly (Oxford).

            16.00-17.30  Peter Johanek (Münster): Spätes Nachleben oder neue Kraft? Hof und Stadt im langen 19. Jahrhundert. Respondent: Philip Mansel (London).

 

Zusammenfassung

 

            17.30-18.00  Pierre Monnet (Paris/Saarbrücken)

 

 

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Siehe auch online auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php

 

Colloque international

René d’Anjou (1409-1480)

Pouvoirs et gouvernement

Angers, 26. bis 28. November 2009

 

Kontaktadresse:        Archives départementales de M & L

Chruistophe Gazon

106, rue de Frémur

F-49000 Angers

Tel. [F] 02 - 41 80 80 00 – Fax [F] 02 - 41 688 58 63

E-Mail: c.gazon@cg49.fr

Internet: www.univ-angers.fr/actualite.asp?ID=914&langue=1

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 26. November 2009

Ferrier, J.-L., Ouverture du colloque.

Bourquin, L., Introduction.

L’État princier : lieux, institutions et personnel

Ponsich, C., René d’Anjou et son aïeule reine veuve d’Aragon: la venue en Provence d’Yolande de Bar a-t-elle profité à son jeune petit-fils?; Boyer, J.-P., René et les Marseillais. Les serments du 15 décembre 1437; Chaigne, M., Reine „ordinaire“, reine „extraordinaire“: la place de Jeanne de Laval et d’Isabelle de Lorraine dans le gouvernement de René d’Anjou; Rivière, C., René Ier d’Anjou, duc de Lorraine (1431-1453): un prince moderne dans une principauté féodale?; Bonnaud, J.-L. L’appareil administratif local en Provence sous le règne du roi René; Mathieu, I., Justice royale, justice ducale et justices seigneuriales en Anjou au XVe siècle.

Freitag, 27 November

L’État princier: lieux, institutions et personnel (suite)

Coulet, N., Chambre des comptes de Provence sous le règne du roi René; Hébert, M., „Cum peccuniis indigeamus“: politiques fiscales et expédients financiers dans la Provence de René d’Anjou; Pécout, T., L’épiscopat et le gouvernement des comtés de Provence et Forcalquier; Comte, F., Les lieux du pouvoir ducal à Angers au XVe siècle; Giuliato, G., Kraemer, C., Réseau défensif et résidences princières dans le Barrois sous René Ier d’Anjou; Roux, C., Lieux de pouvoir et résidences de plaisance du roi René en Provence : l’exemple de Tarascon.

Du redressement de la maison de France aux ambitions lointaines

Vissière, L., Les La Trémoille et les princes angevins au XVe siècle; Cassard, C.-J-, René d’Anjou et la Bretagne; Müller, H., René d’Anjou et la diplomatie angevine à l’époque des conciles de Bâle et de Ferrare-Florence; Vitolo, G., Les dynamiques politiques et sociales à Naples au temps de René d’Anjou; Paviot, J., Le roi René, l’idée de croisade et l’Orient.

Samstag, 28 November

Culture, pouvoir et gouvernement

Hablot, L., L’emblématique du roi René, un outil de pouvoir et de gouvernement; Matz, J.-M., La „bibliothèque“ de René d’Anjou : un instrument de gouvernement?; Tabbagh, V., Le prince face aux communautés ecclésiales: René, Charles, Jean, Philippe et les autres; Gaude-Ferragu, M., La mort d’un roi : les funérailles de René d’Anjou (1481).

Gilli, P., Conclusions.

*****

Ausstellung

Russian Court Life

Amsterdam, 20. Juni 2009 bis 31. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Hermitage Amsterdam

Amstelhof 51

NL-1018 Amsterdam

Tel: [NL] 0 20 - 5 80 74 88 – Fax: [NL] 0 20 - 5 30 87 50

E-Mail: pressoffice@hermitage.nl oder mail@hermitage.nl

Internet: www.hermitage.nl/en

*****

Ausstellung

Mit Fortuna übers Meer

Sachsen und Dänemark - Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst

Dresden, 24. August 2009 bis 4. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Besucherservice der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Residenzschloß

Taschenberg 2

D-01067 Dresden

Tel: [D] 03 51 - 49 14-20 00

E-Mail: besucherservice@skd.museum

*****

Ausstellung

Elfenbeine aus Ceylon

Luxusgüter der Renaissance

Zürich, 4. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Museum Rietberg

Gablerstrasse 15

CH-8002 Zürich

Tel.[CH] 0 44 - 2 06 31 31 – Fax [CH] 0 44 - 206 31 32

E-Mail: museum.rietberg@zuerich.ch

Internet: www.rietberg.ch

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Séminaire d’Histoire médiévale

La guerre en pays bourguignons aux XIVe et XVe siècles

Paris, 20. Oktober 2009 bis 25. Mai 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Jacques Paviot

Université Paris 12 Val-de-Marne

61, avenue du Général de Gaulle

F-94010 Créteil cedex

Tel: [F] 01 - 45 17 11 69

E-Mail: paviot@univ-paris12.fr

 

Aus dem Programm:

Dienstag, 26. Januar 2010

Leduc, M. A., Titre à préciser.

Dienstag, 24. Februar 2010

Berry, C., Les Luxembourg et la frontière de Picardie (fin XIVe-XVe siècle).

Dienstag, 30 März 2010

Jamme, A., Titre à préciser.

Dienstag, 27. April

Pelot, M. G., Un homme de guerre : Guillaume de Vienne, seigneur de Saint-Georges et de Sainte-Croix.

Dienstag, 25. Mai 2010

Bebear, M., Dubois, M. Jean de Haynin et la guerre (titre provisoire).

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Ausstellung

Cranach und die Kunst der Renaissance unter den Hohenzollern

Schloß Charlottenburg, Berlin, 31. Oktober 2009 bis 24. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Besucherzentrum an der Historischen Mühle

An der Orangerie 1

D-14469 Potsdam

Tel: [D] 03 31 - 96 94-2 00 – Fax: [D] 03 31 - 96 94-1 07

E-Mail: info@spsg.de

Internet: www.spsg.de/index_7441_de.html

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Vortragsreihe

Kloster und Welt im Mittelalter

Paderborn, 4. November bis 13. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Paderborner Mittelalter Kolleg

Universität Paderborn

Warburger Straße 100

D-33098 Paderborn

Tel: [D] 0 52 51 - 60 55 02/08 – Fax: [D] 0 52 51 - 60 55 07

E-Mail: nicole.kurnap@upb.de oder stroehl@ieman.de

Internet: www.ieman.de

 

Aus dem Programm:

Mittwoch, 4. November 2009

Zotz, T. (Freiburg i..), Elegantia morum – elegantia corporis. Habitus und Hof von den Karolingern bis zur „höfischen Kultur“ um 1200.

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Tagungen

Adel in Norddeutschland

Hannover, Hamburg, 14. November 2009 und Frühjahr 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Heike Düselder

Universität Osnabrück, FB 2, Neuer Graben 19/21

D-49069 Osnabrück

Tel. [D] 05 41 - 9 69-49 05 – Fax [D] 05 41 - 9 69-48 98

E-Mail: projektadel.museumsdorf@wetel.net

 

Der Arbeitskreis Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen plant zusammen mit dem Arbeitskreis für Hamburgische Geschichte zwei Tagungen zum Adel in Norddeutschland. Die Themen sind 1. Adel zwischen Stadt und Land (Herbst 2009 in Hanno­ver) und 2. Adel und Ökonomie (Frühjahr 2010 in Hamburg). Der zeitliche Rahmen wird das 18. und frühe 19. Jahrhundert sein.

Von jeher haben die Angehörigen des landsässigen Adels den Kontakt in die Stadt gesucht. Nicht nur im Zusammenhang mit den landesherrlichen Bemühungen zur Residenzenbildung zog es den Adel in die Stadt. Während seiner ständigen oder saisonal begrenzten Aufenthalte nahm er an der städtischen Lebensform teil und sicherte sich die Produkte städtischer Wirtschaft. Auf den häufig mehrere Wochen dauernden Landtagsversammlungen waren Landadelige in der Stadt präsent und nicht nur an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligt, sondern sie wirkten auch auf das soziale und kultu­relle städtische Leben ein. Städte wie Göttingen waren als Studienorte des Adels von Bedeutung. Ein-flußreiche und prestigeträchtige Ämter in der Stadt, am Hof und in den Domkapiteln der geistlichen Fürstentümer boten dem Adel Gelegenheit zur Nutzung der städtischen Netzwerke der Kommuni­kation und des kulturellen Transfers.

In der Forschung ist Adelsgeschichte bislang vor allem als ein landesgeschichtliches Thema behandelt worden. In der stadthistorischen Forschung hat der Adel zwar im Zusammenhang mit dem Hofleben Berücksichtigung gefunden, nicht jedoch im Rahmen einer stadtgeschichtlichen Perspektive, die danach fragt, welche Bedeutung die Stadt für den Adel hatte und welche Faktoren dazu führten, daß die Stadt für den Adel als zentrale Elitegruppe des feudalen Umlands zu einem Anziehungspunkt wurde. Die Herbsttagung 2009 soll den Adel als Bindeglied zwischen Stadt und Land in den Blick nehmen und seine institutionelle und kulturelle Einbettung in die städtische Lebenswelt sowie deren Folgen für die Lebensweise auf den ländlichen Adelssitzen erörtern. Dabei sollen die Grenzziehungen zwischen Stadt und Land, zwischen Adel und Bürgertum, dynamischer und „moderner“ städtischer Lebenswelt und traditioneller, „starrer“ ländlicher Lebensweise hinterfragt und mit neuen Erkennt­nissen konfrontiert werden.

Die Frühjahrstagung 2010 steht unter dem Rahmenthema „Adel und Ökonomie“ und befaßt sich mit den ökonomischen Grundlagen adeliger Existenz. Diese beruhten innerhalb der adeligen Grund­herrschaften auf dem Einkommen, das durch herrschaftliche Rechte erzielt wurde. Hierzu gehörten die Abgaben der eigenhörigen Bauern sowie die Einkünfte aus verschiedenen Ämtern. In den geist­lichen Territorien erfüllten Kirchenämter eine bedeutende Versorgungsfunktion. Die nachgeborenen Söhne katholischer Adelsfamilien, die keine Aussicht hatten, als Stammherren das Familiengut zu führen, besetzten nicht selten Domherrenstellen in den Domkapiteln. Die Einkünfte, die mit diesen Ämtern verbunden waren, konnten beträchtlich sein und dem Amtsinhaber einen standesgemäßen Lebensunterhalt sichern. Bis zur Säkularisation schuf die Kombination von Einkünften aus Grund­herrschaften und kirchlichen Ämtern eine stabile Vermögensgrundlage für die Familien, welche im einzelnen und in ihrer jeweils konkreten Zusammensetzung in der Forschung bislang kaum behandelt worden ist. Vor allem der Umgang des Adels mit seinem Grundbesitz und der Nutzen, den er daraus zog, sind von besonderem Interesse, und unter diesem Aspekt kann auch die Situation des verarmten Adels thematisiert werden. Ebenso können Fragen nach dem Adeligen als „Unternehmer“ sowohl im agrarischen als auch im gewerblichen oder industriellen Rahmen und generell nach den Beziehungen des Adels zu rationalem Wirtschaftshandeln zu einer Perspektivenerweiterung der Adelsforschung beitragen.

Auskünfte erteilen:

Dr. Heike Düselder (projektadel.museumsdorf@ewetel.net)

Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer (hauptmeyer@hist.uni-hannover.de)

Prof. Dr. Franklin Kopitzsch (Franklin.Kopitzsch@uni-hamburg.de)

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Bensheimer Gespräche

Geheime Eliten?

Bensheim, 25. bis 27. März 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Volkhard Huth

Institut für Personengeschichte

Hauptstrasse 65

D-64625 Bensheim

Tel. [D] 0 62 51 - 6 22 11 – Fax [D] 0 62 51 - 6 22 11

E-Mail: huth@personengeschichte.de

Internet: www.personengeschichte.de

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18. Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft 2010

Burgen im Alpenraum

Hallein bei Salzburg, 6. bis 9. Mai 2010

 

Kontaktadresse:        PD Dr. Stefanie Lieb

Wartburg-Gesellschaft

Mommsenstr. 92

D-50935 Köln

E-Mail: stefanie.lieb@uni-koeln.de

 

Weitere Informationen im Internet unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=11307

 

Die Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft 2010 findet im österreichischen Hallein bei Salzburg statt und wird sich dem Themenkomplex „Burgen im Alpenraum“ widmen. Der örtliche Schwerpunkt liegt auf dem Burgenbau im Salzburger Raum und den angrenzenden Regionen der Ostalpen.

Über die regionalen Gegebenheiten hinaus werden in einer zweiten Sektion allgemein die topogra­phischen Bedingungen und Ausprägungen von Burgen in den Alpen diskutiert; also beispielsweise Fragen nach den Voraussetzungen für Vor- und Hochgebirgsanlagen, für die Verkehrswege wie Paß­straßen oder Gebirgsübergänge und deren Sicherung. Hier sind Darstellungen von Adelsburgen bis hin zu landesherrlichen Grenzfestungen gleichermaßen relevant. Auch der Alltag und das höfisch-kulturelle Leben auf einer Burg im Gebirge mit ihren besonderen Konditionen der schweren Zugäng­lichkeit und Abgeschiedenheit sollen als Themenfelder miteinbezogen werden.

In einer dritten Sektion wird generell das Phänomen des Erscheinungsbildes der Burg im Gebirge er­örtert: Wie wird die Burg in der rauhen Natur der Berge medial wiedergegeben und bewertet? Und welche Symbolik z.B. in Bezug auf Herrschaftsanspruch, aber auch Natur- und Zivilisations­verständnis kann damit verbunden sein? Zeitlich ist hier keine Einschränkung vorgesehen, die Beispiele können vom mittelalterlichen Minnelied über die frühneuzeitliche Idealfestung bis hin zur Alpenromantik des 19. Jahrhunderts und dem heutigen Wander- und Erlebnis-Tourismus reichen.

Da die Tagung einen kulturwissenschaftlichen und interdisziplinären Ansatz verfolgt, sind Historiker, Archäologen, Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und benachbarte Fächer gleichermaßen willkommen.

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17. Workshop des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“

Verschriftlichte Ordnungsvorstellungen in der Frühen Neuzeit:
Genese und Wirkung von Instruktionen und Ordnungen

Wien, 17. bis 19. Mai 2010

 

Kontaktadresse:        DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der ÖAW

Strohgasse 45/2. St.

A-1040 Wien

E-Mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

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41e Congrès de la SHMESP

Les relations diplomatiques au Moyen Âge: sources, pratiques, enjeux

Lyon, 3. bis 6. Juni 2010

 

Kontaktadresse:        Société des Historiens médiéviste de l’Enseignement supérieur                                 public

Bibliothèque Halphen

17, rue de la Sorbonne

D-75005 Paris

E-Mail: shmesp@free.fr

Internet: www.medievistes-shmes.net

 

TEXTE D’ORIENTATION DU COMITÉ SCIENTIFIQUE

Les relations diplomatiques, envisagées comme le lieu de construction de la médiation, avec leurs normes et leurs rituels, leurs outils (dont les lettres), leurs modalités concrètes (articulation des pratiques de l’oral et de l’écrit), leurs intentions et résultats sont une alternative de l’affrontement, du recours aux armes et à la violence politique, tout en demeurant l’expression d’un rapport de forces. Elles constituent aussi une part significative et peut-être trop négligée des pratiques de l’échange social et de la communication.

Évitant de partir d’une définition trop contemporaine des relations diplomatiques (les relations poli-tiques entre les États), mais sans se priver d’analyses à caractère historiographique, on se fixe comme objectif de retrouver les conceptions médiévales de la diplomatie en étudiant le vocabulaire et en construisant les champs sémantiques pertinents. Au vu des recherches récentes sur le sujet, il semble que l’on puisse aborder la question des relations diplomatiques d’un double point de vue: celui des formes de l’échange (les rituels, gestes, paroles, écrits) et celui de la technique proprement dite (le travail diplomatique). À ces deux approches complémentaires, on donnera une perspective dyna-mique, en insistant sur le rôle des relations diplomatiques dans la construction des identités institu-tionnelles et des formes de la représentation. Nous entendons couvrir l’ensemble de la période médiévale et accorder toute leur place à chacune des aires politiques et culturelles dont nous sommes familiers, que ce soit Byzance, les pays musulmans, l’Occident chrétien, sans oublier les mondes lointains (Inde, Chine …). Ces aires seront étudiées en elles-mêmes ainsi que, lorsque c’est possible, dans leurs relations mutuelles. L’étude de situations limites où la diplomatie est volontairement ignorée (conquête, colonisation …) permettra de réfléchir aux conditions mêmes de l’instauration de relations diplomatiques. Ces relations concernent au premier chef la papauté, les empires, les royaumes, les principautés. Il nous paraît tout aussi important d’inclure dans le programme l’activité diplomatique des villes et de certaines communautés rurales, voire des ordres religieux (et parmi eux, les ordres militaires). La diplomatie concerne aussi les universités, les conciles ou bien encore les „condottieri“ … Dans tous les cas de figure, on s’interrogera sur le mandat créateur de représentation diplomatique et sur les modèles auxquels se réfèrent les mandants et mandataires: survie des modèles antiques (légation), élaboration de modèles chrétiens (la cour céleste et ses ambassadeurs, les lettres tombées du ciel, les serviteurs du diable), confrontation entre des modèles de représentation différents. Sans préjuger de la distribution des communications au cours de la rencontre, l’étude des relations diplomatiques appelle un éclairage sous les trois angles principaux explicités dans le sous-titre: sources, pratiques, enjeux. Au sujet des sources, on fera le point sur la documentation immédiate, sa typologie (livres de cérémonie, lettres de créance, sauf-conduits, lettres d’ambassade, instructions, pouvoirs, rapports etc.), son évolution quantitative et qualitative et sa conservation, sans négliger la migration de ces écrits dans d’autres contextes documentaires ni les traces de l’activité diplomatique enregistrées dans des sources variées (chroniques, récits de voyages, comptabilités …). On s’interrogera sur les procédés de production de ces documents: rapport d’un document avec des écrits antérieurs; rapport entre écriture et oralité; échos du discours diplomatique dans l’écrit. Le concours des historiens de l’art, des archéologues et des spécialistes de la littérature est d’autant plus souhaitable qu’il est susceptible d’introduire des perspectives nouvelles ou inattendues. L’étude des pratiques diplomatiques devrait conduire à mettre principalement en valeur:

·           les conditions concrètes de l’échange diplomatique, des contacts discrets aux rencontres au sommet: les hommes et les femmes, les qualités requises, les voyages et les itiné-raires, le financement des missions, la gestion du temps, le choix des lieux, les langues et les interprètes, les banquets et les cadeaux diplomatiques …

·           les modes de communication et leur interaction: communication écrite et verbale; rituels et cérémonialisation; secret, écritures chiffrées et langages codés …

·           les issues et conséquences de la négociation: succès/échec; les traités diplomatiques et leurs effets économiques; les mariages; les conséquences culturelles (l’ambassadeur et la diffusion des idées, des livres, etc.) … Quant aux enjeux des relations diplomatiques médiévales, ils concernent:

·           les acteurs eux-mêmes: interaction entre pratique diplomatique et „carrière“, professionnalisation progressive de cette activité (prosopographie des messagers, hérauts, ambassadeurs, procureurs, légats …);

·           les rapports entre la diplomatie et des activités connexes (espionnage);

·           l’articulation calculée entre la diplomatie et la violence;

·           le rôle des relations diplomatiques dans les processus d’institutionnalisation. Au total, le Congrès sera l’occasion de s’interroger sur la validité de l’objet historique que peut représenter la diplomatie au Moyen Âge, de construire l’articulation entre les techniques de la diplomatie et l’art de négocier, et de réexaminer la place des relations diplomatiques dans les sociétés médiévales et la place de la diplomatie médiévale dans l’histoire de la diplomatie tout court.

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Kolloquium

La Mort à la Cour

Lausanne, 11. bis 12. Juni 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Agostino Paravicini Bagliani

Professeur ordinaire

Dr. Bernard Andenmatten

Maître d’enseignement et de recherche

Dr. Eva Pibiri

Maître assistante

Université de Lausanne

Faculté des Lettres

Section d’histoire

Anthropole

CH-1015 Lausanne

Tel. [CH] 0 21 - 692 29 43 – Fax [CH] 0 21 - 692 29 35

E-Mail:          agostino.paravicini@hist.unil.ch

                       Bernard.Andenmatten@unil.ch

                       eva.pibiri@unil.ch

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Kolloquium der internationalen Comparative Court Culture Group

Death at Court

Greifswald, 12. bis 14. Juli 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß

Ernst-Moritz-Arndt-Universität

Historisches Institut

Domstr. 9a

D-17487 Greifswald

Tel. [D] 0 38 34 - 86 33 02– Fax [D] 0 38 34 - 86 33 05

E-Mail: spiess@uni-greifswald.de

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Ausstellung

Apelles am Fürstenhof

Jacopo de’ Barbari und die Hofkünstler um 1500 im Alten Reich

Veste Coburg, 22. August bis 7. November 2010

 

Kontaktadressen:      Kunstsammlungen der Veste Coburg

Dr. Klaus Weschenfelder

Direktor Veste Coburg

D-96450 Coburg

Tel. [D] 0 95 61 - 8 79-0 – Fax [D] 0 95 61 - 8 79-66

E-Mail: sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de

 

DFG-Projekt „Kulturtransfer und Transkulturation in höfischen          Bildkonzepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im     Alten Reich“

Prof. Dr. Matthias Müller (Projektleiter)

Ruth Hansmann, M.A. (Universität Mainz)

Beate Böckem, M.A. (Universität Basel)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Institut für Kunstgeschichte

Binger Straße 26

D-55122 Mainz

Tel. [D] 0 61 31 - 3 93-22 58 – Fax [D] 0 61 31 - 3 93-01 36

E-Mail: hansmann@uni-mainz.de

 

Aus der Konkurrenz zwischen Kaiser und Landesfürsten um die Macht im Alten Reich gingen die Territorialherrschaften Ende des 15. Jahrhundert gestärkt hervor. Sie schufen nun mehr denn je eigene prächtige Residenzen und repräsentative Hofhaltungen, die mit denen in ganz Europa in Konkurrenz traten. Dadurch wuchs auch die Bedeutung der Künste am Hof, die dem fürstlichen Ansehen Aus­druck verliehen. Jetzt waren Künstler gefragt, die dieser anspruchsvollen Aufgabe mit innovativen Werken gerecht werden konnten. Im Spannungsfeld zwischen Herrscher, Stadtpatriziat und Kirche entwickelten sich facettenreiche Modelle der Beschäftigung von Künstlern am Hof, die sich im Dia­log zwischen ästhetischen Konzepten, traditionellen Bedürfnissen nach Repräsentation und innova­tiven Formen des Mäzenatentums ausprägten. Malerei und Graphik gewannen als mobile und repro­duzierbare Medien in diesem Prozeß an Bedeutung, weil gerade durch sie die kulturellen Leistungen der Höfe europaweit verbreitet werden konnte. Diese offensive Wirkung von Kunst durch Mobilität galt jedoch nicht nur für die Werke, sondern auch für die Künstler, die teils von weither an die Höfe des Alten Reichs berufen wurden.

Die Ausstellung soll erstmals anhand prägnanter Werke der Zeit um 1500 die Aufgaben der an Höfen tätigen Künstler und ihre gesteigerte Bedeutung für die fürstliche Repräsentation anschaulich nach­zeichnen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Höfe Maximilians I. und des sächsischen Kur­fürsten Friedrich des Weisen. Im Zentrum der geplanten Präsentation steht der aus Italien stammende Künstler Jacopo de’ Barbari (um 1475 - vor 1516), der um 1500 in rascher Folge an wechselnden Für­stenhöfen nördlich der Alpen tätig war. Nach der Anstellung bei Maximilian I. befand er sich bald im Dienst Friedrichs des Weisen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte de’ Barbari am kunst­sinnigen Hof der Margarethe von Österreich in Mecheln. In diesen international hervorstechenden Zentren der Hofkultur nördlich der Alpen wirkte Jacopo de’ Barbari als prominenter Vermittler von Ideen der italienischen Renaissance.

Ausstellungsthemen

I. Jacopo de’ Barbari – Innovation und Adaption

Am Anfang der Ausstellung sollen beispielhaft künstlerische Innovationen und Adaptionen des itali­enischen Künstlers vorgestellt werden, mit denen er nördlich der Alpen Aufmerksamkeit erregte. Aus­gangspunkt ist die spektakuläre Ansicht Venedigs, die bereits die Verbindungen dies- und jenseits der Alpen verdeutlicht. Doch die Einflüsse waren wechselseitig, auch Jacopo de’ Barbari adaptierte Motive und Techniken, auf die er nördlich der Alpen traf. Dieser spannungsvolle Dialog läßt sich an mehreren Beispielen und in unterschiedlichen Kunstgattungen festhalten. Mit der Darstellung des „Ungleichen Paares“ griff de’ Barbari ein moralisierendes Thema der nordalpinen Kunst auf, das er in seine eigene Formensprache integrierte. Gleichzeitig wurde die mythologische Bilderwelt durch seinen Kupferstich „Apoll und Diana“ von Künstlern wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach aufge­nommen, in verschiedenen Medien erprobt und weiterentwickelt.

II. Die Aufgaben der Hofkünstler – Das Portrait

In der fürstlichen Repräsentation erhielt die Portraitmalerei als eigenständige Kunstgattung um 1500 ein völlig neues Gewicht. Auch Jacopo de’ Barbari stellte in dieser reizvollen Aufgabe sein Können unter Beweis. Lukas Cranach d.Ä., de’ Barbaris Nachfolger im Amt des kursächsischen Hofmalers, entwickelte in seiner über 50 Jahre währenden Tätigkeit verschiedene eigenständige künstlerische Konzepte, die das Image der sächsischen Kurfürsten auf Dauer prägten und europaweit verbreiteten. Am Beispiel der großen Bandbreite an Portraitdarstellungen, die Maximilian I. bei verschiedenen Künstlerwerkstätten in Auftrag gab (Dürer, Strigel), können weitere solcher künstlerischen Modelle anschaulich nebeneinander gestellt werden. Wenn es galt, den Herrschern in Bildern Präsenz zu verleihen, behaupteten sich auch zahlreiche weitere Medien neben der Malerei – Graphik, Medaillen und Büsten wetteiferten mit der ihnen innewohnenden eigenen Leistungsfähigkeit.

III. Die Aufgaben der Hofkünstler – Höfisches Leben

Repräsentation, Ausstattung, Ausrüstung, Zeitvertreib: Das Aufgabenspektrum des Künstlers am Hof war weit gespannt. Er entwarf Konzepte für die Ausstattung fürstlicher Residenzen, dokumentierte das höfische Leben, lieferte diplomatische Geschenke, etwa für die Brautwerbung oder zur Ver­breitung machtpolitischer Vorstellungen im Portrait. Eine herausragende Rolle in der nordalpinen Hofkultur spielte die Jagd, die in Tafelbildern, Miniaturen und Druckgraphik zelebriert wurde. Turnierbücher vom kursächsischen Hof schildern minutiös die Begegnungen im Wettkampf, neben den Hofmalern nahmen Plattner und Geschützmacher, deren Werke sich in den Rüstkammern erhalten haben, eine bedeutende Stellung ein. Der 1494 von Friedrich dem Weisen in Brüssel in Auftrag gege­bene Turnierteppich (Valenciennes) ist Kulminationspunkt dieser Domäne höfischer Repräsentation. In die Kampfszene eingebettet zeigt er Objekte, die unterstreichen, welche Wertigkeit Tapisserien, Goldschmiedekunst und Heraldik in der Festkultur der Höfe zukam. Herausragende Künstler des Alten Reichs, wie Albrecht Altdorfer oder Hans Holbein d.J., lieferten prunkvolle Entwürfen für solche Kunstwerke an die Höfe.

IV. Die Aufgaben der Hofkünstler – Memoria und Frömmigkeit

Das fromme Gedenken an den Herrscher, seine Memoria, war ein weiterer wichtiger Bereich, für den die Fürsten bereits zu Lebzeiten Vorsorge trafen. Galt es doch, das Seelenheil durch Grabmäler, Altar­bilder oder andere religiöse Darstellungen zu sichern. Auf de’ Barbaris sakrale Arbeiten wie Dar­stellungen von Heiligen oder den Segnenden Christus nahmen Lukas Cranach und andere Künstler des Alten Reichs in Malerei, Graphik und Plastik nachhaltig Bezug. Die künstlerische Ausgestaltung von Reliquien aus fürstlichem Besitz schildern Cranachs Illustrationen für das Wittenberger Heiltumsbuch eindrucksvoll. Mit dieser Reliquiensammlung hatte Friedrich der Weise am Vorabend der Reformation einen wirkmächtigen Schatz zusammengetragen, der seinem ganzen Haus im Jen­seits zugute kommen sollte. Aber auch die „private Frömmigkeit“ des Herrschers lieferte anspruchs­volle Aufgaben. Kleinformatige Andachtsbilder und Stundenbücher, wie das Gebetbuch Kaiser Maximilians, galten schon früh als kostbare und exklusive Medien fürstlicher Frömmigkeit und hochrangige Aufträge an führende Künstler im Dienste der Höfe.

V. Kulturtransfer an den Höfen im Alten Reich um 1500

Schon früh existierte ein weit reichender kultureller Austausch an den europäischen Höfen. Um 1500 wurden Kunst und Kultur im Alten Reich maßgeblich von den burgundischen Niederlanden beein­flußt. Doch gewannen die Entwicklungen der italienischen Renaissance vor allem durch die Pracht­entfaltung der oberitalienischen Höfe allmählich stärkeren Einfluß. Gerade an Jacopo de’ Barbaris Karriere zeigt sich, wie stark der Reiz für die Höfe war, der von ihren Vermittlern ausging. Neben mythologischen Themen rückte vor allem das Motivrepertoire der Antike in den Mittelpunkt der Auftraggeberinteressen. Die Rezeption römischer Skulpturen, das in der Antike vornehmlich verwen­dete Material Bronze, aber auch Themen wie Triumphzüge römischer Herrscher gerieten vermehrt in den Fokus der Fürsten des Alten Reich und wurden mehrfach und in verschiedenen Medien von den ansässigen Künstlern realisiert.

VI. Diskurse: Die Kunst als Teil der Artes liberales; mythologische und höfische Geschichtsmodelle

Ein eigenhändiges Empfehlungsschreiben, das Jacopo de’ Barbari an Friedrich den Weisen sandte, dokumentiert das Selbstverständnis des italienischen Malers eindrucksvoll. Aber auch nördlich der Alpen wandelte sich das Bild vom Künstler und emanzipierte sich allmählich aus seiner handwerk­lichen Gebundenheit. Wappenverleihungen an Künstler, Signaturen und Inschriften auf Bildern zeugen von diesem Wandel hin zum „pictor doctus“, dem gelehrten Künstler. Er konnte sich auf Apelles, den exklusiven Hofmaler Alexanders des Großen, berufen. Hans Dauchers „Zweikampf zwi­schen Dürer und Apelles“ ist ein ausdrucksstarkes Zeugnis dieses neuen künstlerischen Selbstbildes in den Jahrzehnten um 1500.

Auch Fürsten nutzten humanistische Konzepte zur Erweiterung ihres Herrschaftsverständnisses und führten ihre genealogischen Wurzeln nun bis in die Antike zurück. Georg Spalatins „Chronik der Sachsen“, für die Cranachs Werkstatt mehr als 2.000 Illustrationen zu liefern hatte, ist ein machtvolles Zeichen für die neue Historiographie. Dementsprechend lieferten die Künstler den Höfen visuelle Modelle der Geschichtsdeutung, in denen auch das Gedankengut der italienischen Renaissance adap­tiert werden konnte. Dies dokumentiert Lukas Cranachs „Quellnymphe“, die sich italienischen Vor­bildern der „Ruhenden Venus“ zuwendet, diese gleichzeitig in eine topographisch faßbare, sächsische Lebenswelt überführt und somit auch fürstliche Geschichtsvorstellungen weiterentwickelt.

 

Die Ausstellung soll neben Werken von Jacopo de’ Barbari ebenso Arbeiten seiner Zeitgenossen Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair, Lukas Cranach, Hans Daucher, Albrecht Dürer, Adriano Fioren­tino, Hans Holbein d. Ä., Hans Holbein d.J., Jörg Kölderer, Hans Süss von Kulmbach, Israel von Meckenem, Conrat Meit, Jörg Muskat, Ambrogio de Predis, Bernhard Strigel und anderen zeigen. Ein wesentliches Augenmerk liegt nicht zuletzt auf der Vielfalt der künstlerischen Medien, die an den Höfen im Alten Reich einen hohen Stellenwert einnahm und auch in der Ausstellung ausdrücklich ge­würdigt wird. Dies veranschaulichen die verschiedenen Gattungen wie Malerei, Zeichnung, Graphik, Buchmalerei, Skulptur, Tapisserie, Goldschmiede- und Waffenkunst.

 

Ausstellungskuratoren

Beate Böckem M.A., Universität Basel

Ruth Hansmann M.A., Universität Mainz

Prof. Dr. Matthias Müller, Universität Mainz

Dr. Klaus Weschenfelder, Kunstsammlungen der Veste Coburg

 

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Dagmar Eichberger, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Universität München

Dr. Thomas Schauerte, Universität Trier

Prof. Dr. Andreas Tacke, Universität Trier

Dr. Gabriele Wimböck, Universität München

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Kolloquium

Le corps du Prince au cœur des rituels de la cour

Lüttich, 2. bis 4. Dezember 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques / Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11 – Fax [D] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

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Kolloquium

Cardinaux et évêques de cour (XIVe-XVIe s.)

Tournai und Lille, 18. und 19. März 2011

 

Kontaktadressen:      Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques  /  Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11– Fax [B] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

 

Prof. Dr. Bertrand Schnerb

Université Charles-de-Gaulle – Lille 3

Rue du Barreau – BP 60149

F-59653 Villeneuve d’Ascq Cedex

E-Mail: abc.schnerb@wanadoo.fr

 

Monique Maillard-Luypaert

Conservateur-archiviste

Bibliothèque du Grand Séminaire – Tournai

Rue des Jésuites, 28

B-75000 Tournai

Tel. [B] 0 69 - 36 25 05 – Fax Tel. [B] 0 69 - 22 63 98

E-Mail: monique.maillard@euronet.be

 


Kolloquiumsberichte

 

 

Was den Adel adlig macht
Adliger Eigensinn in Recht, Politik und Ästhetik Europas
(16.-20. Jahrhundert)

 

School of History des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

Freiburg i.Br., 4.-6. Juni 2009

 

Was ist Adel wirklich? Gibt es „den Adel“ überhaupt? Betrachtet man die Sozial­for­mation Adel, ergaben sich schon für die Zeitgenossen Definitionsprobleme, über die er­bittert gestritten wurde, hatte die Zugehörigkeit zum Adel doch erhebliche Aus­wir­kun­gen auf die juristische Stellung, die Machtchancen, die wirtschaftliche Situation und das persönliche Prestige. Diese Frage stellte sich nicht nur angesichts der Stellung frisch nobilitierter Einzelpersonen, sondern es gab ganze Gruppen, wie zum Beispiel Patrizier in deutschen Reichsstädten oder französische Amtsadlige, bei denen es un­klar war, ob sie zum echten Adel zu rechnen seien. Aber selbst die Gruppen, über deren Zugehörigkeit zum Adel sich die Zeitgenossen einig waren, unterschieden sich er­heblich voneinander. So könnte man auch fragen, was denn ein Bewohner eines pol­ni­schen Adelsdorfes in Masowien, ein französischer Prinz von Geblüt, ein spanischer Hidalgo und ein deutscher Kurfürst noch gemeinsam hatten. Gibt es also, wenn man den Adel als sozio-kulturelle Formation in ganz Europa vom Ende des Mittelalters bis heute in den Blick nimmt, eine Gemeinsamkeit jenseits des Namens „Adel“? Mit an­deren Worten: Gibt es eine Substanz, die sich hinter der Bezeichnung „Adel“ ver­birgt? Und läßt sich für Europa tatsächlich eine Einheitlichkeit des Adels behaupten, wie sie der deutsche Begriff, der im Gegensatz zu anderen europäischen Sprachen kei­nen Plural kennt, suggeriert? Diesen erkenntnisleitenden Fragestellungen ging eine Ta­gung nach, die das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 4.-7. Juni 2009 veranstaltete. Der Titel der Tagung, „Was den Adel adlig macht – Adliger Eigen­sinn in Recht, Politik und Ästhetik Europas (16.-20. Jahrhundert)“ verwies daher auf drei geradezu klassische Themenfelder, die zwar von der Forschung intensiv bearbeitet, aber bisher noch nicht hinsichtlich der Frage nach dem „Wesen des Adels“ systematisiert worden sind.

Bereits in ihrer gemeinsamen Einleitung erörterten die beiden Veranstalter Jörn Leon­hard und Christian Wieland die räumliche und zeitliche Vielgestaltigkeit des Adels anhand verschiedener Felder und stellten erste Vermutungen an, wo die Ge­mein­samkeiten dennoch liegen könnten. Kann man von einem adligen „Eigensinn“ sprechen und, wenn ja, was macht diesen aus? Sie stellten diese Frage entsprechend dem Tagungskonzept bewußt für Vormoderne und Moderne gemeinsam und vermie­den so das traditionelle Problem von Erzählungen über den Adel, die 1789 entweder enden oder erst anfangen. Als Beispiele dienten ihnen das postrevolutionäre Frank­reich, in dem adlige Politiker eine weit größere Rolle spielten und wo weit mehr Elemente adliger Kultur aus dem Ancien Régime fortdauerten, als es die große Er­zäh­lung von der Revolution als Wasserscheide nahe legt; England, wo das weitgehende Fehlen juristischer Privilegien des Adels seit der Frühen Neuzeit zu einer Offenheit für Aufsteiger führte, so daß der Adel eben diese Offenheit zu seinem Markenzeichen er­klären konnte; und Deutschland, wo die Standesherren auf ihre politische Mediati­sie­rung mit einer umso schärferen sozialen Abschließung antworteten.

In seinem Vortrag „Adlige Justiznutzung im Reich des 16. Jahrhunderts“ be­leuch­tete Christian Wieland das Themenfeld adliger Justizverwendung. Er beschrieb am Bei­spiel der sogenannten „Grumbachschen Händel“ (1558-1567), die im Rahmen der Aus­ein­andersetzungen um ein fränkisches Herzogtum zwischen den Bischöfen von Würzburg und Bamberg auf der einen Seite und Albrecht Alcibiades von Branden­burg-Kulmbach auf der anderen zu verorten sind, wie ein Niederadliger mit der Er­öffnung der Fehde auf das traditionelle Instrument der Selbstjustiz zurückgreift, aber nach seiner Ge­fan­gen­nahme als Landfriedensbrecher durch das Reichskammergericht zum Tode verur­teilt wird. Grumbach wurde daher traditionell als Paradebeispiel dafür interpretiert, daß sich der Adel der Durchsetzung eines auf Jurisprudenz gegründeten Rechts­systems widersetzte und gewaltsam zur Aufgabe der Selbstjustiz gezwungen wurde. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, daß adlige Familien in zivil­rechtlichen An­ge­legenheiten die Reichsgerichte intensiv nutzten, um ihre Ansprüche gegeneinander, gegen ihre Untertanen und gegen ihre Fürsten durch­zusetzen. Am Beispiel der Fami­lien Haslang und Welden, die sich nicht scheuten, eine Erb­strei­tig­keit bis vors Reichs­kam­mergericht zu tragen, veranschaulichte er, daß der Niederadel das Instrumen­tarium der Jurisprudenz zwar vordergründig ablehnte, aber geschickt damit umzu­gehen wußte und durchaus als Mit­tel der Konfliktregelung nutzte. Darüber hinaus ist die überdurchschnittliche Justiz­nutzung des Adels im Vergleich mit anderen Schich­ten ein Indiz dafür, daß der Adel auf die zunehmende Juridifizierung nicht nur rea­gierte, sondern diese Entwicklung aktiv vorantrieb.

Ein hoher Stellenwert in der adligen Lebenswelt kam dem Duell zu, drückte sich doch die Zugehörigkeit zum Adelsstand auch im Kriterium der Satisfaktionsfähigkeit aus. Fraglich ist daher, warum das Duell in Italien im Verlauf der Frühen Neuzeit ver­schwand. Wie Marco Bellabarba in seinem Vortrag ausführte, sei dies umso er­staun­licher, als doch die „Scienza Cavalleresca“ eine italienische Erfindung sei. Bella­barba erklärte das Verschwinden aus der vehementen Gegnerschaft der Kurie gegen das Duell. Durch die Androhung harter Kirchenstrafen, wie der Exkommunikation von Landesfürsten, die das Duellieren innerhalb ihrer Herrschaftsbereiche zuließen, gelang es der römischen Kirche im Laufe des 16. Jahrhunderts, das Idealbild des Adligen derart umzudefinieren, daß der Kampf gegen die Ungläubigen und Häretiker zur zentralen Aufgabe erklärt wurde. Bellabarba veranschaulichte dies an Antonio Possevinos einflußreichem Traktat „Il soldato cristiano“ von 1569. Gewalt sollte nicht inner­halb des christlichen Adels, sondern vielmehr nach außen gegen die Feinde der Kir­che ausgeübt werden. Dies habe dazu geführt, daß viele italienische Adelige, sei es als Malteserritter oder in habsburgischen Diensten, an den außerhalb Italiens statt­fin­denden Glaubenskriegen teilgenommen hätten.

Wie öffentliche Gerichtsverfahren durch den Adel als Mittel zur Selbstdarstellung genutzt werden konnten, zeigte André Johannes Krischer anhand des englischen peer trial. Mitglieder des Oberhauses genossen das Privileg, ausschließlich von ihres­gleichen gerichtet zu werden, so daß das Oberhaus der einzige Gerichtshof war, vor dem ihnen ein Strafprozeß gemacht werden konnte. Ab 1700 bildete sich bei den peer trials eine zeremonielle Praxis heraus, die den adligen Status des Angeklagten deutlich unterstrich; dies war umso wichtiger, als Prozesse gegen Hochadlige ein zahlreiches Pub­likum anzogen und zum Teil mediale Großereignisse waren, zumal es dabei oft um Hochverrat oder Mord ging. Ganz im Gegensatz zu bürgerlichen Angeklagten stand den peers eine Art der Behandlung durch das Gericht zu, die es ihnen erlaubte, selbst im Falle einer Verurteilung noch ihre Reputation zu wahren. Im Gegenzug wur­de von ihnen allerdings auch erwartet, daß sie ihre Rolle auf eine bestimmte Weise spielten. So verlangte die ständische Ehre, daß sie manche Mittel, die juristisch durch­aus erlaubt waren, demonstrativ nicht nutzten, indem sie zum Beispiel auf einen An­walt verzichteten und weder gegen das Urteil protestierten noch das Gericht um Gna­de an­flehten. Krischer zog die Schlußfolgerung, daß durch die ehrenvolle Behandlung die Hochadligen in England überhaupt erst dazu gebracht werden konnten, sich dem Straf­pro­zeßsystem zu unterwerfen. Sobald diese Integration vollzogen war, begannen jedoch diese Privilegien zu erodieren, bis sie im 20. Jahrhundert völlig abgeschafft wurden.

Auch Markku Peltonen betrachtete das Rechtssystem des frühneuzeitlichen Eng­land und nahm dabei das ambivalente Verhältnis zwischen Gesetz und Duell in den Blick. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert änderte sich die Haltung der engli­schen Juristen zum Duell. Hatten sie anfangs den bewaffneten gerichtlichen Zwei­kampf befürwortet, das Duell aber abgelehnt, so wurde im Laufe der Zeit offenbar, daß ein grundlegender Unterschied zwischen diesen beiden Formen gewaltsamer Kon­fliktaustragung eigentlich nicht bestand. Folgerichtig ließ man im 18. Jahrhundert die­se Unterscheidung fallen. Damit einher ging auch eine Umdeutung des Duells vom zwei­felhaften kontinentalen Import zu einem integralen Teil adliger Britishness. Ja­kob I. versuchte durchzusetzen, daß Ehrenstreitigkeiten vor einem königlichen Ge­richt verhandelt werden sollten. Dies aber implizierte, daß die Krone Ehrenstreitig­keiten als gerechtfertigt ansah. Indem sie die Notwendigkeit der Satisfaktion prin­zi­piell aner­kannte, konnte die Krone zwar versuchen, einen Teil dieser Konflikte vor Gericht zu ziehen, gleichzeitig gab Jakob aber zu, daß es sich beim Duell um eine un­aus­rottbare Sitte handelte. Königin Anne nahm 1713 einen getöteten Duellanten postum in den Hosenbandorden auf, was zeige, daß diese Sichtweise auch im 18. Jahr­hundert noch fortdauerte.

Monika Wienfort wandte sich in ihrem Vortrag gegen eine simplifizierende Groß­erzählung vom Niedergang des deutschen Adels in der Moderne. Sie argumentierte, daß der Adel sich im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert durch das Recht neu kon­stituiert habe, und illustrierte dies anhand dreier Bereiche. So sei zum Beispiel hin­sicht­lich der Abschaffung der patrimonialen Gerichtsbarkeit weniger von einem Sieg des liberalen Bürgertums als vielmehr von einem Erfolg des bürokratisch-admini­stra­tiven Staats zu sprechen. Da im Zuge des Ausbaus der staatlichen Verwaltung auch für Prozesse vor Patrimonialgerichten immer höhere formale Auflagen erfüllt werden mußten, stiegen die Kosten für die Gerichtsherren drastisch an. Zum Zeitpunkt ihrer Ab­schaffung war die Patrimonialgerichtsbarkeit für die meisten Gerichtsherren daher un­rentabel geworden, so daß die Mehrheit der Abschaffung keinen erbitterten Wider­stand mehr entgegensetzte. Auch in der Frage der Fideikommisse erwies sich der Adel als nicht so rückwärtsgewandt, wie gängige Klischees es behaupten. Zum einen sei in Fidei­kommissen nicht zwangsläufig Geld für alle Zeiten „im Boden versenkt“ wor­den, zum anderen hätten Waldfideikommisse eine rentable Forstwirtschaft dadurch er­möglicht, daß die gebundene Besitzform die notwendige Mindestgröße der Betriebe dauer­haft garantierte. Nach dem Ende des Korporationswesens nach 1918 konnte der Adel auch das Vereinsrecht kreativ nutzen, nicht nur um sich als Stand neu zu for­mie­ren, sondern auch, um seine Exklusivität weiterhin zu wahren.

Die zweite Sektion behandelte das Feld des „Adligen Politisierens“. Wie Hillay Zmora zeigte, fielen in Franken das Ende der Fehde und die Entstehung der ritter­schaftlichen Korporation zeitlich zusammen. Noch im 14. und frühen 15. Jahrhundert hatten das Streben nach Nähe zu den Fürsten und die Sorge um die eigene Reputation die adlige Identität bestimmt. Beide Aspekte hätten auch die Fehde begünstigt. Der ein­zelne Adlige konnte sich hier gegenüber dem Fürsten als wertvoller und tapferer Krieger darstellen und machte gleichzeitig den eigenen Standesgenossen klar, daß er nicht vor dem Gebrauch von Gewalt zurückschreckte. Im späteren 15. Jahrhundert – begünstigt durch die engen persönlichen  Beziehungen unter den Adligen in der Re­gion – wandelte sich diese Identität. Es kam zu einer kollektiven Distanzierung von den Fürsten. In den nächsten Jahrzehnten gingen die Adligen noch einen Schritt wei­ter, indem sie die fränkische Ritterschaft gründeten, sich also in einer Korporation voll­kommen ohne die Fürsten organisierten. Einmal kollektiv organisiert, mußten die Adligen fürchten, daß die inzwischen als Landfriedensbruch geahndete Fehde eines Mitglieds auf alle anderen zurückfallen würde. Die Ritterschaft verhängte deshalb scharfe Sanktionen bis hin zum Ausschluß aus der Korporation gegen Mitglieder, die Fehden führten. Dies hatte zur Folge, daß die Fehde in Franken im Laufe des 16. Jahr­hunderts verschwand.

Robert Frost stellte die polnisch-litauische Union als das radikalste politische Kon­sens­system des frühneuzeitlichen Europa vor. Bei dessen Ausgestaltung griff die Szlachta auf den klassischen Republikanismus der Antike zurück. Die Ent­schei­dungs­findung des Sejm beruhte nicht auf Mehrheitsabstimmungen, sondern man verhan­delte jeweils so lange, bis ein allgemeiner Konsens erreicht war, was sowohl dem Ver­fahren als auch den Beschlüssen eine besonders breite Legitimation gab. Zumindest in der Anfangszeit der Adelsrepublik war dieses System effizient, ab Mitte des 17. Jahr­hunderts verschärften sich jedoch die Probleme, die sich aus der zweideutigen Stel­lung der Abgeordneten ergaben. Es war strittig, ob sie die gesamte Adelsnation oder den Sejmik ihrer Heimatregion vertraten. Aus dem Bemühen, die Zustimmung aller be­teiligten Personen und Institutionen zu erreichen, entwickelte sich das Prinzip des liberum veto, das 1652 zum ersten Mal angewandt wurde, um eine Entscheidung des Reichstags zu verhindern. Auch wenn das Verfahren in solchen Fällen Nach­ver­handlungen vorsah, wurden Beschlüsse im weiteren Verlauf immer schwieriger und tatsächlich wurden bis 1763 31 von 80 Sejms ergebnislos abgebrochen. Polen hatte daher den Angriffen seiner expansionistischen Nachbarn wenig entgegenzusetzen. Die Ver­fassungsreform von 1790 kam zu spät, um den Untergang dieses politischen Systems aufzuhalten.

Jonathan Dewald wandte sich gegen das Bild vom konservativen früh­neu­zeit­li­chen Adel Frankreichs, der in Abwehrkämpfe gegen modernisierende Reformen der kö­nig­lichen Regierung verwickelt war. Anhand des französischen Herzogs Henri de Rohan (1579-1638) zeigte er, daß sich Adlige in der Frühen Neuzeit nicht zwangs­läu­fig jeder Veränderung entgegenstellen mußten. Rohan sei an einer Rolle als re­gio­na­ler Magnat nicht interessiert gewesen, vielmehr habe er eine individuelle Karriere ver­folgt, bei der das Streben nach persönlichem Ruhm und nach der Steigerung seiner Macht und Größe bestimmend gewesen seien. Auch konfessionelle Gegensätze spiel­ten für den Hu­genotten keine Rolle. Sein höchstes Ziel, das er jedoch nicht erreichte, war der Gewinn Zyperns als eines eigenen Fürstentums, da er seine Abstammung auf die Lusignan, die die Königskrone von Zypern inngehabt hatten, zurückführte. Er eiferte klassischen Vorbildern wie Cäsar nach, über die er eigene Traktate verfaßte, und be­wunderte Machiavelli, dessen Regeln er anwandte und von dem er die Über­zeu­gung über­nahm, daß christliche Prinzipien politischen Entscheidungen nicht zu Grunde gelegt werden könnten. Ein Adliger mußte sich nach seinen Vorstellungen vor allem im Krieg bewähren. In Schlachten sei eher der Heldentod zu suchen, als eine Nie­der­lage hinzunehmen. Sein eigener Schlachtentod wurde von den Zeitgenossen mit dem Freitod der großen Stoiker der Antike verglichen.

Peter Mandler behandelte das Paradox, daß der britische Hochadel seinen Reich­tum und seine Macht bewahrte, gerade indem er jene ständische Abschottung aufgab, die der Adel auf dem Kontinent auch in der Moderne aufrechterhielt. Schon um die Zeit der Französischen Revolution verfügte der britische Hochadel über vergleichs­weise wenige rechtliche Privilegien, und seine Mitglieder übten Einfluß in der Politik eher in ihrer Eigenschaft als Großgrundbesitzer denn als Adlige aus. Die sozialen In­sti­tutionen wie public schools, Universitäten und Militär erlaubten die Vermischung mit den wohlhabendsten Nichtadligen. Obwohl es dennoch faktisch sehr schwer war, in diese Großgrundbesitzerschicht aufgenommen zu werden, gab ihr dies den An­schein großer Offenheit gegenüber Aufsteigern. Zwar weitete die Parlamentsreform von 1832 das Wahlrecht auf nicht landbesitzende Schichten aus; die Groß­grund­be­sitzer stellten aber nach wie vor die Mehrheit der Abgeordneten. In den 1870er und 1880er Jahren mußte die Großgrundbesitzerschicht parallel zum wirtschaftlichen Nie­der­gang einen drastischen Rückgang bei den Parlamentssitzen hinnehmen. Der Nach­kriegs­boom der 1950er und 1960er Jahre brachte den Landgütern einen neuen Auf­schwung. Da diese mit ihren repräsentativen Landhäusern nun als Kulturerbe galten, kamen die Großgrundbesitzer in den Genuß von Steuererleichterungen. Da das gesell­schaftliche Leben immer weniger auf dem Landhaus und zunehmend in London statt­fand, wurde es allerdings in den letzten Jahrzehnten zunehmend schwieriger, den tra­di­tionellen Lebensstil des Adels aufrechtzuerhalten. Heute sind viele jüngere Adlige nicht mehr bereit, ein Leben als Großgrundbesitzer auf dem Land zu führen.

Tatjana Tönsmeyer verglich in ihrem Vortrag die Beteiligung des Adels an den Ge­meindevertretungen und Grafschaftsräten in Böhmen und England in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie arbeitete das Paradox heraus, daß die böhmischen Adli­gen einerseits in Pamphleten gegen die Reform der Gemeindeverwaltungen von 1848 polemisierten, andererseits aber führende Ämter in genau diesen Vertretungen ein­nahmen. Dieser scheinbare Widerspruch lasse sich auflösen, so Tönsmeyer, wenn man das Verhalten des Adels als Doppelstrategie deute. Die Adligen versuchten einer­seits, die Lokalverwaltung zu nutzen, um die traditionelle patriarchale Herrschaft über die Bauern zu reproduzieren, strebten andererseits aber nach einer Neuregelung, die ihre Besitzungen als Gutsbezirke aus den Gemeinden ausgegliedert hätte. Ebenso wie in England betonten adlige Lokalpolitiker stets die Übereinstimmung ihrer eigenen Interessen mit denen ihrer Wähler und finanzierten bei entsprechendem Wahlausgang Wohltätigkeitsleistungen aus eigener Tasche. Allerdings erfolgte die Reform der Lo­kal­verwaltung in England erst in den 1880er Jahren und löste anders als in Böhmen keinen Konflikt zwischen Adel und Zentralregierung aus, weil in England ein all­ge­meiner Konsens bestand, daß dezentrale Entscheidungsstrukturen bewahrt werden soll­ten.

Yme Kuiper zeigte anhand der Niederlande, daß der Adel eine „immerwährende Er­fin­dung“ ist, die stets neuer Begründung bedarf. Er wandte sich gegen das vorherr­schende Bild, die Niederlande seien seit dem Beginn der Neuzeit eine rein bürgerliche Nation gewesen. Der nach 1814 etablierte Jungadel vermischte sich nach und nach mit dem Altadel; zusammen mit dem Patriziat bildete der Adel eine Notabelnelite, deren An­gehörige bis zum Ersten Weltkrieg einen Großteil der politischen Schlüssel­po­si­tionen in den Niederlanden besetzten. Mit dem Aufkommen der modernen Partei­po­litik löste sich aber ab 1900 diese Notabelnschicht immer mehr auf. Während sich die Adligen zunehmend aus der aktiven Politik zurückzogen – wobei die Kolonial­ver­wal­tung einen gewissen Ersatz geboten haben mag – versuchten sie beispielsweise mit der Gründung des Niederländischen Adelsvereins 1899 und der Herausgabe des Nie­der­ländischen Adelsbuches ab 1903 ihre ständische Exklusivität neu zu erfinden. Im Gegen­satz zum Adel in anderen europäischen Staaten verfügt der Adel in den Nieder­landen über vergleichsweise wenige internationale Heiratsverbindungen und ist bis heute öffentlich kaum sichtbar.

Der Abendvortrag von Eduardo Costadura widmete sich drei großen literarischen Erzählungen vom Ende des Adels, Cervantes’ Don Quijote, Chateaubriands Mémoires d’outre-tombe und Lampedusas Gattopardo. Don Quijote möchte das Ende der heroi­schen, ritterlichen Lebensweise nicht wahrhaben und scheitert letztlich an einer ver­än­der­ten Welt. Chateaubriand hält zwar das Ende des Adels für unvermeidbar, weist dem Adel aber die Aufgabe zu, zuvor noch das Bewahrenswerte der mit der Re­vo­lu­tion unter­ge­gan­genen Epoche an die bürgerliche Gesellschaft weiterzugeben. Ebenso wie sich Chateau­briand in den Mémoires d’outre-tombe als einer der letzten Zeugen der untergehenden adligen Lebenswelt stilisiert, sind auch andere seiner literarischen Figuren Gestalten, die das Ende einer Welt repräsentieren. Lampedusa glaubt im Gegensatz zu Chateaubriand nicht, daß aus dem Ende des Adels etwas Konstruktives entstehen könne. Alle Versuche des Adels, den Untergang abzuwenden, sind für Lam­pe­dusa letztlich zum Scheitern verurteilt. Im Falle des Gattopardo wird der Untergang der eigenen Lebenswelt durch die Mesalliance des Adels mit dem Bürgertum noch be­schleunigt. Das Ende des sizilia­ni­schen Adels ist hier derart vollständig, daß nicht nur die dynastische Kontinuität abreißt, sondern sogar die Erinnerung verschwindet, weil die Nachgeborenen an der Pflege der Tradition der Vorfahren nicht mehr interessiert sind.

Die dritte Sektion behandelte „Adlige Ästhetik“. Die Musik und das Musizieren stan­den beim Vortrag von Klaus Pietschmann im Mittelpunkt. Castigliones Corte­giano legte dem Adligen die Ausbildung in möglichst vielen Künsten nahe. Die Musik bot dem einzelnen Adligen vielerlei Möglichkeiten, sich als aktiver Musiker oder als Mäzen zu betätigen. Jeder Anschein von Professionalität sollte jedoch vermieden, die Musik vielmehr im Kontext kultivierter Muße und zur Erholung gepflegt werden. Die Praxis wiederum konnte ganz unterschiedlich aussehen. Heinrich VIII. beispielsweise musizierte öffentlich und komponierte, womit es ihm gelang, ausländische Diplo­maten mit seiner Kultiviertheit zu beeindrucken. Mit Rücksicht auf sein geistliches Amt beschränkte sich Papst Leo X. hingegen darauf, nur im engsten Kreis zu musi­zieren. Herkules I. von Este, Herzog von Ferrara, betätigte sich als Mäzen geistlicher Musik mit dem Ziel der Verherrlichung und Sakralisierung seiner eigenen Person. Da­raus ergab sich eine Neuausrichtung der liturgischen Vokalpolyphonie. In der „Missa Hercules Dux Ferrariae“ von Desprez ist der Name des Herzogs einem Motiv der Me­lo­die als „soggetto cavato“ eingeschrieben.

Claudius Sittig stellte in seinem Vortrag zunächst fest, daß die traditionelle Sicht­weise auf die frühneuzeitliche deutsche Literatur diese als rein bürgerliches Phänomen gedeutet hat. Er ging daher der Frage nach, ob es im frühneuzeitlichen Deutschland über­haupt einen adligen Umgang mit Literatur gegeben habe. Zunächst führte er aus, daß die Tatsache, daß alle kanonischen Autoren bürgerlich seien, lange Zeit den Blick auf die Frage nach dem Verhältnis von Adel und Literatur verstellt habe. Zudem seien die Kategorien der Literaturwissenschaft aus den Werken gelehrter bürgerlicher Auto­ren abgeleitet, so daß die Texte der Adligen von einer Forschung, die sich an diesen Kategorien orientiert, übersehen werden mußten. Die Zurschaustellung von Gelehr­samkeit war aber eben nicht das Ziel adliger Autoren, auch wenn die meisten durchaus studiert hatten. In der Fruchtbringenden Gesellschaft waren unter den adligen Mit­glie­dern die wenigsten literarisch tätig, vielmehr diente diese Vereinigung der politischen Netzwerkbildung. Wo die Adligen aber selbst Texte verfaßten, da achteten sie auf Distanz zu bürgerlichen Autoren, indem sie ihre Texte auf Gefälligkeit und Brauch­barkeit ausrichteten.

Der Vortrag von Andreas Pečar widmete sich der Funktionalisierung von Archi­tek­tur, die von Adelsfamilien als Medium eingesetzt wurde, um den Anspruch auf Auto­nomie zu unterstreichen sowie Größe und Dauerhaftigkeit des eigenen Ge­schlechts auszudrücken. Vor den Toren Wiens errichtete die Familie Liechtenstein ein Palais, das Mittelpunkt einer Mustersiedlung war. Es wirkte daher eher wie eine eigen­ständige Residenz als wie der Wohnsitz eines Höflings. Die Fürsten von Anhalt-Dessau kompensierten die faktische Abhängigkeit von Preußen durch den Ausbau ihrer Residenz in Wörlitz und insbesondere ihrer Gärten, denen im Reich Vor­bild­charakter zukam. Die Barberini in Rom versuchten durch demonstrative Pracht­ent­faltung in ihrem Palast, das Ansehen der Familie über das Pontifikat ihres Mitglieds Urban VIII. hinaus auf Dauer zu sichern. Der Earl of Strafford hingegen setzte das Alter seiner Familie in Szene, indem er im Jahr 1730 auf seinem Gut eine Burg errichten ließ und diese als restauriertes mittelalterliches Gebäude ausgab.

Wie virtuos Gaspard de Gueidan, ein Aufsteiger aus dem provenzalischen Handels­bürgertum, die Klaviatur der Selbstinszenierung beherrschte, zeigte Hubertus Kohle. Der durch die Mitgliedschaft im Parlament von Aix nobilitierte Gueidan gab sich nicht damit zufrieden, Präsident des Parlaments zu werden, sondern strebte nach einer weiteren Erhöhung seines Ranges und nach der Integration in den Schwertadel. Er fälschte seine Genealogie, um damit seine Abstammung auf eine Familie von Kreuz­rittern zurückzuführen, ließ seine Besitzungen erst vom König in ein Lehen um­wan­deln, um sie dann zum Marquisat erhöhen zu lassen, und versuchte, seine bürgerliche Her­kunft aus der familiären Erinnerung zu tilgen, indem er beispielsweise die Insig­nien seiner Parlamentspräsidentschaft aus dem Familienmausoleum entfernen ließ. Er schaffte es sogar, Hyacinthe Rigaud für ein Portrait zu engagieren, auf dem Gueidan in einem Schäferkostüm dargestellt ist. Der arkadische Schäfertopos verweist auf Honoré d’Urfés Astrée-Roman, der dem nach Autonomie strebenden, nicht-höfischen Adel der Provinz als Folie zur Ausbildung einer eigenen politisch-kulturellen Rolle diente. Obwohl oder gerade weil Gueidan ein Aufsteiger war, benutzte er damit eine Bild­sprache, die typisch für den Schwertadel war.

Im abschließenden Kommentar warf Ronald G. Asch noch einmal die Frage nach dem adligen „Eigensinn“ auf. Tatsächlich habe sich der Adel rechtlichen, moralischen und religiösen Normen durchaus unterworfen und sie für die eigenen Zwecke genutzt, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, daß er in gewisser Weise über diesen Nor­men zu stehen beanspruchte. Auch deshalb blieb beispielsweise das Verhältnis zwi­schen Adel und Fürsten wie auch zwischen Adel und Staat stets ambivalent. Die Ge­schich­te des Adels sei auch nicht ausschließlich die Geschichte seines Niedergangs. Die Palette adliger Handlungsmöglichkeiten blieb auch mit dem Beginn der staat­li­chen Modernisierung vielfältig. Adlige Netzwerke bestanden und bestehen weiterhin fort. Ihre Geselligkeit war geprägt von geistreicher Konversation und Verspieltheit an­statt pedantischer Gelehrsamkeit. Es ging darum, Sprezzatura zu demonstrieren, jene elegante Lässigkeit, die schon Castiglione in seinem Cortegiano empfohlen hatte. Der Adlige hatte in Kunst und Wissenschaft Dilettant zu sein und sollte sich keinesfalls spezialisieren, so daß er andere Fähigkeiten verkümmern lassen müßte. Letztlich konn­ten daher Adlige viele verschiedene Rollen einnehmen. Dazu gehörten der mittel­alterliche Ritter, der Höfling, der Connaisseur, der Gutsbesitzer, der Offizier, der Ko­lonialverwalter und last but not least der Gentleman. Eine Aufgabe, die sich dem Adel immer wieder neu stellte, war die Umwandlung von ökonomischem und sozialem in kulturelles Kapital. Dabei stellte vom Adel in Auftrag gegebene Kunst manchmal weniger seine tatsächliche politische Macht dar, als daß sie das Fehlen derselben kom­pensieren sollte. Die Kunst war aber gerade das Medium, in dem der Adel als Idee und kulturelles Ideal sein politisches Ende überlebte.

 

Christian Kühner und Michael Strauß, Freiburg i.Br.*


Buchvorstellungen

 

 

Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter, hg. von Carola Fey und Werner Rösener, Göttingen 2008 (Formen der Erinnerung, 35) [V&R unipress, 351 S., geb., Farbteil, 57,90 Euro].

 

Dieser Sammelband, der aus einer 2007 veranstalteten Tagung des Gießener SFB „Er­in­ne­rungskulturen“ hervorgegangen ist, hätte auch gut in die Reihe „Resi­den­zen­forschung“ gepaßt. Zwar sind in den dort erschienenen Symposiumsbänden un­se­rer Kom­mission schon einschlägige Themen behandelt worden, aber doch nicht in der Brei­te und Systematik, wie es nun im vorliegenden Buch geschieht, dessen Titel frei­lich etwas sperrig wirkt. Der zugrunde liegende Leitbegriff „Sakralkultur“ wird nicht weiter diskutiert, scheint aber weniger gegenwärtigen kulturgeschichtlichen Kon­zep­ten verpflichtet zu sein, als vielmehr auf Arbeiten des katholischen Kirchen­historikers und Zentrumspolitikers Georg Schreiber (1882-1963) zu rekurrieren, der diesen Be­griff mehrfach seit 1936 in verdienstvollen und weltanschaulich ganz un­ver­dächtigen Veröffentlichungen zur religiösen Volkskunde verwendet hat.

Zurecht monieren die Herausgeber im Vorwort: „Für die Fürstenhöfe des Spät­mit­tel­alters fehlt es bisher an ausreichenden Untersuchungen über die fürstliche Hof­ka­pelle und Hofgeistlichkeit, über Gottesdienste und Frömmigkeitsformen, über Sakral­bauten und Reliquienschätze, so daß diese Themen der Erforschung bedürfen“ (S. 7, ähnlich in der Einleitung S. 14). Werner Rösener hebt in seiner Einleitung ebenfalls hervor, nachdem er zunächst das Gottesgnadentum und die Hofkapelle als wichtige Elemente der früh- und hochmittelalterlichen Königsherrschaft geschildert hat, „das Thema der Sakralkultur an spätmittelalterlichen Fürstenhöfen“ sei von der bisherigen For­schung „nur rudimentär behandelt worden“ (S. 13), und skizziert dann die Kon­zeption des Sammelbandes, der ohne weitere thematische Untergliederung zwölf Auf­sätze bietet, die sich zumeist schon im Titel als Fallstudien über einen bestimmten Hof bzw. eine bestimmte Residenz zu erkennen geben.

In seinem Beitrag über „Fürstenhof und Sakralkultur im Kontext spät­mit­tel­al­ter­licher Fürstenspiegel“ (S. 21-40) holt Werner Rösener trotz der zeitlichen Ein­schrän­kung weiter aus und befragt in drei Schritten ausgewählte Quellen des frühen, hohen und späten Mittelalters, die einerseits ein Idealbild des christlichen Herr­scher­amtes entwerfen, auf der anderen Seite – vor allem im späten Mittelalter – aber auch die Hof­geistlichkeit stärker in den Blick nehmen. Die Ableitung der Herrschaft aus dem Gottesgnadentum und das Verständnis von Herrschaft als Gottesdienst („ministe­rium dei“) erscheinen in den Fürstenspiegeln als Leitideen. Wegen mancher Gemein­sam­keiten ist hier der Beitrag von Gisela Naegle, „Zwischen Himmel und Hölle. Herr­scher und Hof in der politischen Literatur des Spätmittelalters“ (S. 261-287) an­zu­schließen, der nachträglich in den Sammelband aufgenommen wurde. Die Ver­fasserin rückt das Spannungsverhältnis zwischen den christlichen Herrschertugenden und den Zwängen der höfischen Repräsentation in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. In Kon­zentration auf vor allem französische und burgundische Quellen des späten Mit­tel­alters kontrastiert sie zunächst die Aussagen der Fürstenspiegel mit hof­kri­tischen Schriften, betrachtet dann den „Songe du Vieil Pelerin“ des Philippe de Mézières, eine christlich-utopische Schrift aus dem späten 14. Jahrhundert, in der Kritik an den Aus­gaben des Königs für Hofhaltung und profane Re­prä­sen­ta­tions­bauten geübt wird, und geht schließlich auf das sogenannte „Fasanenfest“ Herzog Philipps des Guten von Bur­gund ein. Dieses 1454 mit gigantischer Prachtentfaltung veranstaltete Hoffest lieferte schon den Zeitgenossen reichlich Stoff zur Kritik, weil sie den Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit erkannten, obschon dem Hof­fest mit dem per­so­ni­fizierten Auftreten der „Heiligen Kirche“ und der „Gnade Gottes“ im Zeit­alter der Türkengefahr ein religiöser Zweck hinterlegt wurde, nämlich der Auf­ruf zum Kir­chen­schutz und zum Kreuzzug.

Während diese beiden Aufsätze gewissermaßen den allgemeinen Rahmen des Ban­des bilden, nähern sich die übrigen Autoren ihrem Thema durchweg in Form von mehr oder minder breit angelegten Fallstudien, weil ein anderer Zugriff aufgrund des augen­blicklichen Forschungsstandes gar nicht möglich ist. Joachim Schneider be­han­delt „Die Hofkapelle an Fürstenhöfen des spätmittelalterlichen Reiches“ (S. 41-67). Wollte man die tatsächliche Rolle von Geistlichen am Hof, die spezifische Funk­tion der Kapläne und die Bedeutung der Residenzstifte (diese drei grundlegenden As­pek­te werden einleitend angesprochen) landesgeschichtlich vergleichend behandeln, bedürfte es umfangreicher prosopographischer Grundlagenarbeiten für verschiedene Höfe. Statt dessen bietet Schneider eine substantielle Studie zur Hofkapelle der Würz­burger Fürstbischöfe im 15. Jahrhundert, für welche die Propstei auf dem Marienberg eine besondere Rolle spielte. Daß den Hofordnungen, Kostenlisten und Rechnungen für solche Fragestellungen eine besondere Bedeutung zukommt, wird in einem wei­teren Abschnitt verdeutlicht, der regional über Franken hinausblickt. Weiter kann der Verfasser aufzeigen, daß es im Laufe des späten Mittelalters zu einer Aufgaben­tren­nung zwischen der (nun geistlichen) Hofkapelle und der (stärker weltlichen) Verwal­tung kam. Wie Schneider verdeutlicht, ist mit dem Begriff des „Kaplans“ im späten Mittelalter keine eindeutige Funktion mehr verbunden, und entsprechend unpräzise ist dessen Verwendung in den Quellen wie auch in der neueren Forschungsliteratur. „Die geistlichen Räte der deutschen Könige von Rudolf von Habsburg bis Ludwig dem Bayern: Träger höfischer Sakralkultur?“, diese Frage wirft Götz-Rüdiger Tewes (S. 69-107) in einer umfangreichen Studie auf, die tiefdringende Quellenanalyse (die sich in gelegentlich exkursartig überbordenden Fußnoten fortsetzt) mit systematischer Reflexion verbindet. Von den behandelten geistlichen Räten gewinnt Heinrich von Isny, der Rudolf von Habsburg diente, durch diese Studie am deutlichsten Profil. Doch bietet der Aufsatz nicht nur personengeschichtliche Studien, sondern fragt z.B. auch nach der Verwahrung der Reichskleinodien unter Adolf von Nassau und Albrecht I., wobei übrigens erst in dieser Zeit die gewiß ältere Funktion der Zister­zienser von Eußerthal als Hüter der Reichskleinodien auf der Reichsburg Trifels quellenmäßig greifbar ist. Weiter wird die persönliche Frömmigkeit der Herrscher angesprochen, die besonders bei Heinrich VII. faßbar ist, und schließlich werden die geistlichen Räte Ludwigs IV. in den Blick genommen. Zu ihnen gehörten bekannte Per­sönlichkeiten, wie Marsilius von Padua, aber auch weniger bekannte, wie der Deutsch­ordenspriester Heinrich von Zipplingen, einer der wenigen geistlichen Räte aus der Umgebung des gebannten Kaisers, deren Grabstein (in Donauwörth) erhalten geblieben ist. Insgesamt – so Tewes – ragen unter der Vielzahl geistlicher Räte nur we­ni­ge hervor, die im betrachteten Zeitraum zur Sakralkultur der Herrscherhöfe bei­trugen, und bei diesen wenigen handelte es sich um Ordensgeistliche, nicht um Welt­kleriker. Der Verfasser der bekannten Monographie über „Das handelnde Bildwerk in der Gotik“, der Kunsthistoriker Johannes Tripps, handelt über „Wunderheilungen, mechanische Reliquiare und heiliges Spiel. Zum Leben in der Pariser Sainte-Chapelle am Ausgang des Mittelalters“ (S. 109-124, dazu die Farbabbildungen S. 327-336). Ausgangspunkt ist der hochrangige Reliquienschatz, den König Ludwig IX. von Frank­reich seit 1237 erworben hat und in der Sainte-Chapelle in personell (Stifts­kapitel) wie materiell aufwendigster Weise verwahren ließ. Der Reliquienschrein, die „grande chasse“, barg einen Mechanismus, den der König persönlich bediente und mit dem sich das Innere um die eigene Achse drehen und so den in der Sainte-Chapelle Anwesenden präsentieren ließ. Durch einen weiteren Mechanismus, der auch nur an hohen Festtagen wie Pfingsten betätigt wurde, ließen sich Engelsfiguren während der Eucharistiefeier auf und ab bewegen. Diese Praxis ist in der Sainte-Chapelle zwar erst 1484 belegt, doch vermag der Verfasser aus anderen Kirchen Europas ältere Belege für bewegliche Engel anzuführen. Dieses Themenfeld erweitert – nun auf der Ebene der deutschen Fürstenhöfe – Carola Fey mit dem Aufsatz „Zu Schmuck und Zierde, zu Trost und Heil. Sakrale Schätze und ihre Inszenierungen an bayerischen Fürsten­höfen“ (S. 125-140, dazu die Farbabbildungen S. 337-343). Die Verfasserin befaßt sich zunächst mit zwei Altarretabeln, nämlich der Trausnitzer Tafel von ca. 1425, einer Stiftung Herzog Heinrichs des Reichen, und der Blutenburger Tafel, die von Herzog Sigismund von Bayern-München 1497 gestiftet wurde und den Heil­tumsschatz des Klosters Andechs darstellt. Von den umfangreichen Stiftungen Herzog Ludwigs des Bärtigen von Bayern-Ingolstadt, die er seit 1429 in der Ingolstädter Lieb­frauenkirche getätigt hat, wird vor allem ein noch erhaltenes Reliquienkreuz näher erörtert und durch Vergleichsstücke eingeordnet. Alle drei Objekte erweisen die Für­sten, wie die Verfasserin abschließend hervorhebt, als Verehrer der Passion Christi. Carola Fey bereitet zu den Sakralschätzen spätmittelalterlicher Fürsten übrigens eine Monographie vor.

Dem Spannungsverhältnis von „Religiosität und Fest an den weltlichen Fürsten­höfen des späten Mittelalters“ wendet sich Jan Hirschbiegel zu (S. 141-157, Farbteil S. 344-346), der sich vor allem, wenn auch nicht nur, auf französische und burgundische Beispiele bezieht. Dabei wird deutlich, daß als religiöses Element in der vielgestaltigen höfischen Festkultur des späten Mittelalters (die darüber vorliegende weitläufige Literatur wird umfassend verarbeitet) vor allem die Feier des Gottes­dienstes deutlich wird. Daß darüber hinaus das höfische Fest – wie etwa das bereits erwähnte burgundische Fasanenfest – auch eine religiöse Intention haben konnte, kommt hinzu. Nach Mitteldeutschland führt der Beitrag von Brigitte Streich über „Öffentlich inszenierte und private Frömmigkeit. Die Sakralkultur am wettinischen Hof“ (S. 159-194), wofür die Verfasserin durch ihre frühere Beschäftigung mit Reise­herr­schaft und Residenz der Wettiner bestens gerüstet ist. Systematisch werden Haus­klöster und Grablegen, Residenzstifte, Stätten weiblicher Frömmigkeit, Burgkapellen, Reliquiensammlungen sowie Prozessionen, Pilgerreisen, Wallfahrten (dazu für die Wettiner nun auch André Thieme in: Der Jakobuskult in Sachsen, hg. von Klaus Her­bers und Enno Bünz = Jakobus-Studien 17, Tübingen 2007) behandelt, auch unter Rück­griff auf ungedrucktes Quellenmaterial. Vor allem die Auswertung der kur­sächsischen Rechnungsbücher, wie sie zur Zeit beispielsweise durch meinen Schüler Thomas Lang (Leipzig) für Hof und Residenz Kurfürst Friedrichs des Weisen in Wittenberg 1486-1525 erfolgt, wird hier noch weitere Aufschlüsse bieten. Erst diese Rechnungen zeigen die Relationen zwischen den Ausgaben für religiöse und andere Zwecke, beispielsweise wenn laut Wittenberger Amtsrechnung von 1505/6 zwar 3 Schef­fel Korn für die Bettelmönche ausgegeben wurden, gleichzeitig aber 37 Schef­fel für die Jäger und 43 Scheffel für die Mastschweine. Der Aufsatz von Brigitte Streich könnte durchaus als Modellstudie für Untersuchungen anderer Für­sten­häuser dienen. Freilich wäre dieser Ansatz noch durch weitere Aspekte zu ergänzen, wie etwa die Ausführungen des folgenden Beitrags von Christian Hesse über „Wallfahrten, Kapläne und Stiftungen. Die Sakralkultur am Hof der Landgrafen von Hessen im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert“ (S. 195-216) zeigen. Metho­disch wird hier beson­ders deutlich, welche zentrale Bedeutung den Rechnungen als Quellen der Sakralkul­tur zukommt. Ein anderer Aspekt wird zumindest noch ab­schließend angesprochen, nämlich das Stiftungsverhalten der Fürsten in den geistli­chen Institutionen des Landes und der allgemeine Trend zur Entklerikalisierung der Verwaltung bei gleichzeitigem Wandel der Hofkapelle. Angesichts der großen Zahl von Fürstbistümern im Reich muß es überraschen, daß sich mit den geistlichen Höfen neben dem Beitrag von Joachim Schneider über Würzburg ausdrücklich nur Wolfgang Wüst befaßt, der aus seinem reichen Augsburger Fundus schöpft und über die „Sa­kral­kultur am Hof der Bischöfe von Augsburg“ handelt (S. 217-233). Daß abgesehen von der Bi­schofs­residenz in Dillingen mit der allerdings erst im 16. Jahrhundert errichteten „turris sacra Dilingiana“ kein stringentes Bild der Sakralkultur entsteht, mag neben der Quel­len­lage auch damit zusammenhängen, daß die Unterschiede zwi­schen geistlichen und weltlichen Fürstenhöfen im späten Mittelalter gar nicht so ele­men­tar waren. Dafür er­ör­tert der Verfasser ausführlich die besser belegten ver­fassungs- und verwal­tungs­geschichtlichen Aspekte der Hochstiftsgeschichte (Hof und geistliche Regierung so­wie Bischof, Domkapitel und Hof). Der Beitrag von Andreas Bihrer über „Die Diö­zesansynode als Hoftag des geistlichen Fürsten“ (S. 235-260) bemüht sich, die Pa­rallelen zwischen den Hoftagen weltlicher Fürsten und den Synoden der Diözesan­bischöfe herauszuarbeiten. Die Untersuchung beruht auf der um­fassenden Auswertung der weit verstreut gedruckten Quellen und Literatur. Der Verfasser konzentriert sich auf Quellen, die über den Ablauf der Synoden Auskunft geben, um das Span­nungs­ver­hältnis von Ritual und Recht zu beleuchten. Der Aufsatz bietet eine kenntnisreiche Zusammenschau der Forschung (das S. 256f. angesprochene „Subsidium caritativum“ war allerdings nicht nur ein Finanzierungsinstrument der Konstanzer Bischöfe, sondern im späten Mittelalter gang und gäbe, wie ich in mehreren Studien gezeigt habe). Gewiß lassen sich Parallelen zwischen den Diö­ze­san­synoden und den Reichs- und Hoftagen aufzeigen, aber man sollte darüber doch nicht die grundsätzlich andere Funktion der Klerusversammlungen im Kontext einer hierarchisch organisierten, nach allgemeinverbindlichen Rechtsnormen funktio­nie­ren­den Kirche übersehen. Der spezifische Erkenntniswert der Diözesansynoden für die „Sakralkultur“ wird nicht recht deutlich. „Musica imperialis – Imperiale Musik. Musik zwischen Laudes regiae und Laudes Maximiliani“ ist schließlich das Thema von Meta Niederkorn-Bruck (S. 289-325, dazu Farbteil S, 347-351), die den Blick auf ein Themenfeld lenkt, wel­ches den meisten Historikern schon wegen unzureichender me­tho­discher Vor­kenntnisse (oder mangelnden musikalischen Talents) verschlossen bleibt: die Funktion der Musik an den Höfen, die sich – wie die chronologisch und geo­graphisch breit an­ge­legte Umschau zeigt – in Gottesdienst und Liturgie, beim Herr­scherempfang („laudes regiae“), bei Krönungsfeiern und Prozessionen, Toten­messen und Be­gräb­nissen manifestiert, aber auch als Bestandteil profanerer Veranstal­tungen greifbar ist, wie der Verweis auf Tafelmusik und Tanzveranstaltungen deutlich macht. Der the­ma­tische Zusammenhang mit einigen anderen hier besprochenen Bei­trägen liegt auf der Hand, man denke nur an den Wandel der Hofkapelle, die seit dem ausgehenden Mittelalter entklerikalisiert und zum Träger der Musikkultur in den Residenzen wird.

Nicht alle zwölf Aufsätze haben sich mit gleicher Konsequenz dem Leitthema „Fürstenhof und Sakralkultur im späten Mittelalter“ zugewandt, doch wird insgesamt ein breites Themenspektrum geboten, das vielfältige Anregungen für weitere For­schungen bietet. Wenn dieser Band einige Jahre früher vorgelegen hätte, wäre es mir um einiges leichter gefallen, meine Beiträge über Gottesdienst und Frömmigkeit, Ka­pelle und Kapläne für den zweiten Band des Residenzenhandbuchs zu schreiben (Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe, hg. von Werner Paravicini = Residenzenforschung 15.2, Ostfildern 2005, S. 35-37 mit Farbtafel 8, S. 37-40, und Abb. 41-43, S. 40f. sowie Abb. 44). Insofern schließt die vor­liegende Veröffentlichung eine schmerzliche Lücke, auch wenn die Rezeption der Ergebnisse mangels Register nicht gerade erleichtert wird. Gleichwohl wird der Gießener Sam­mel­band die Hof- und Residenzforschung dazu ermuntern, sich den hier umrissenen Themenfeldern intensiver zuzuwenden.

 

Enno Bünz, Leipzig*

 

 

Schwedler, Gerald: Herrschertreffen des Spätmittelalters. Formen – Rituale – Wirkungen, Ostfildern 2008 (Formen des Mittelalters, 1) [Thorbecke, 568 S., geb., 79 Euro].

 

Im Vorjahr ist im Thorbecke Verlag eine Monographie erschienen, deren Titel, Klap­pentext und nicht zuletzt beachtenswerter Umfang erahnen lassen, daß damit eine kom­plexe Bearbeitung eines von der Mediävistik bis jetzt relativ wenig betretenen Forschungsfelds geliefert wurde. Das Buch „Herrschertreffen des Spätmittelalters. Formen – Rituale – Wirkungen“ wurde von dem jungen Historiker Gerald Schwedler geschrieben und an der Universität Heidelberg als Dissertation angenommen.

Den schönen Schutzumschlag schmückt die aus den französischen „Grandes Chro­niques“ stammende Darstellung des Zusammentreffens von Kaiser Karl IV., dem rö­mi­schen und böhmischen König Wenzel und dem französischen König Karl V. vor den Mauern von Paris bei ihrem Treffen 1378. Leider kontrastiert der Schutzumschlag mit dem Rest des Buchs, in dem sich ansonsten keine Bilder befinden. Dabei gibt es zum Thema sehr umfangreiches ikonographisches Material, das durch den Autor viel­fach zitiert und ausgewertet wurde. Es wäre wohl seitens des Verlags und des Autors zu erwägen, ob es sich bei einer zweiten Auflage nicht lohnen würde, eine Bilder­bei­lage einzureihen.

Sehen wir aber von der äußeren Form des Buchs ab und wenden wir uns dessen In­halt zu, zuerst der Einleitung (S. 11-36). Der Autor befaßt sich mit den persönlichen Begegnungen der spätmittelalterlichen Monarchen – Kaiser und Könige – in der Zeit von ca. 1270 bis 1440. Den geographischen Rahmen bildet fast ganz Europa ein­schließ­lich des Byzantinischen Reichs, allerdings exklusive der abgelegenen König­reiche Portugal und Norwegen, der nicht dauerhaft bestehenden Reiche wie Serbien oder Isle of Man sowie der Titularkönigreiche. Die in diesem Rahmen nachweisbaren und in einem Repertorium im hinteren Teil des Buchs aufgelisteten Herrschertreffen (S. 415-480; siehe dazu unten) werden besonders unter folgenden Aspekten unter­sucht: Der Autor fragt zuerst, inwieweit persönliche Begegnungen der Monarchen ein spätmittelalterliches Herrschaftsinstrument darstellten, i.e. wie oft und wie erfolgreich sie in der Außenpolitik bei Konsenssuche, Konfliktlösung oder Bündnisbildung An­wen­dung fanden. Der zweite Fragenkomplex verfolgt, inwiefern bei den Herr­scher­treffen symbolisches Handeln zum Einsatz kam und welche Rolle den rituellen und zere­moniellen Formen bei der Durchsetzung der beabsichtigten politischen Ziele zu­kam. Bei der Berücksichtigung der bisherigen Forschung zum Thema beweist Gerald Schwedler eine enorme Kenntnis der europäischen Fachliteratur, wozu auch seine bemerkenswerten Sprachkenntnisse beigetragen haben. Neben den Arbeiten in west­euro­päischen Sprachen rezipiert Schwedler eingehend auch die tschechische und pol­ni­sche Forschung.

Das Buch hat eine gut durchdachte logische Struktur. Es gliedert sich in drei große Blöcke, die hier schrittweise darzustellen sind. Der erste Block (S. 37-329) ist in acht Kapitel eingeteilt, in denen sich der Autor detailliert mit jeweils einem gewissen Aspekt von Herrschertreffen auseinandersetzt. Jedes Kapitel besteht aus zwei Teilen: einer Fallstudie und einer vergleichenden, auf das Quellenmaterial aus dem gesamten un­tersuchten Raum gestützten Analyse des Phänomens. Der Autor betont, durch die the­matische Orientierung der Kapitel keine Typologisierung von Herrschertreffen zu beabsichtigen. Bei den meisten Herrschertreffen wurden nämlich verschiedene Zwecke und Formen kombiniert. Ein struktureller Gesichtspunkt scheint hier deswegen nicht geeignet zu sein.

Das erste der acht Kapitel ist etwas anders angelegt, als die übrigen sieben. Es fo­kus­siert nicht auf bestimmte inhaltliche oder formelle Aspekte der Herrschertreffen, son­dern auf die allgemeine Frage nach der Beziehung zwischen Ritual und Text. Diese komplizierte und oft diskutierte Frage ist hier anhand des mit einem Hoftag ver­bundenen Koblenzer Treffens zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und König Eduard III. von England im Jahr 1338 thematisiert. Das zweite Kapitel wird Herrschertreffen gewidmet, die Verhandlungen oder der Konsensbildung dienen sollten. Die Fallstudie analysiert das Treffen zwischen König Albrecht I. von Habsburg und Philipp IV. von Frank­reich im Jahr 1299 an der Grenze zwischen dem Reich und Frankreich, das u.a. zur Klärung der damaligen Grenzstreitigkeiten beitragen sollte. Im dritten Kapitel be­schäftigt sich Schwedler mit persönlich abgeschlossenen Verträgen und persönlich ge­lei­steten Eiden unter Königen, wobei als Beispiel der während der gescheiterten Frie­dens­mission König Sigismunds nach England abgeschlossene Vertrag von Canterbury (1416) dient. Das vierte Kapitel ist Belehnungsakten zwischen Königen gewidmet, als Fallbeispiel wurde die Belehnung König Otakars von Böhmen im Jahr 1276 im Feld­lager vor Wien gewählt.

In den nächsten zwei Kapiteln wendet sich Schwedler Sonderfällen zu: Im fünften Kapitel handelt es sich um Treffen mit gefangenen Königen, wo zuerst der inter­essan­te und sehr gut dokumentierte Fall der englischen Haft König Johanns II. von Frank­reich nach der Schlacht von Poitiers (1356) analysiert und dann mit anderen könig­lichen Gefangenschaften verglichen wird, wie vor allem mit der langjährigen Inhaftie­rung der schottischen Könige in England, der Gefangennahme Wenzels IV. von Böh­men durch seinen Bruder Sigismund im Jahr 1402 oder auch mit der Gefangennahme König Friedrichs des Schönen durch König Ludwig den Bayern nach der Schlacht von Mühldorf (1322). Die Begegnungen zwischen Friedrich und Ludwig werden dann im sechsten Kapitel detailliert untersucht, in welchem sich der Autor mit Treffen zwi­schen zwei Königen desselben Reiches befaßt.

Das siebente Kapitel ist persönlich durch Könige abgeschlossenen Waffen­still­ständen und Friedensschlüssen gewidmet, wobei der Friedensschluß von Troyes im Jahr 1420 als Musterbeispiel gewählt wurde. Im achten Kapitel widmet sich der Autor der zeremoniellen Inszenierung bei Herrschertreffen und der Beziehung zwischen der dabei beabsichtigten und der tatsächlich erfolgten Wirkung. Als Ausgangspunkt dient die jüngst durch František Šmahel ausführlich bearbeitete letzte Reise Kaiser Karls IV. nach Frankreich an der Jahreswende 1377/78.[1] König Karl V. von Frankreich, der im Louvre eine außergewöhnliche Hofbibliothek mit den Schwerpunkten Staatstheorie und Politikwissenschaft aufbaute, versuchte, den gesamten Besuch des Kaisers zur ziel­bewußten Demonstration der Unabhängigkeit des französischen Königtums zu ge­stalten.

Im zweiten Teil des Buchs sieht Schwedler von einzelnen Treffen ab und versucht ein Herrschertreffen idealtypisch zu beschreiben (S. 331-403). Im ersten Kapitel ver­folgt er die Chronologie einer Begegnung von Termin- und Ortswahl über Reise- und Em­pfangsvorbereitungen, den Moment der Begegnung und Begrüßung, den feier­li­chen Empfang, den durch politische Verhandlungen, Zeremoniell und Hofkultur ge­prägten gemeinsamen Aufenthalt der Herrscher bis hin zum Abschied. Das zweite Ka­pitel ist dann verschiedenen Einzelelementen eines Herrschertreffens gewidmet. Der Autor untersucht zuerst den zeremoniellen Gebrauch von königlichen Insignien und anderen Herrschaftssymbolen bei Herrschertreffen, wobei er dem während des Frank­reichbesuchs Kaiser Karls IV. 1378 durch König Karl V. neu geschaffenen Staats­zeichen des weißen Pferdes einen innovativen Exkurs widmet. Die übrigen Ein­zel­elemente, die Schwedler untersucht, sind das gemeinsame Mahl der Könige, die ge­gen­seitigen Geschenke und schließlich ein Element, der Herrschertreffen in der Re­gel an ihrem Anfang und Ende umrahmte – der Kuß. Schwedler stellt im Spätmittel­alter eine Abnahme der Bedeutung von Küssen bei rechtlichen und politischen Akten fest; Küsse behielten nur bei der Symbolisierung von Zusammengehörigkeit, Familiarität oder Freundschaft ihre Bedeutung und fanden so eher in Privatgemächern der könig­lichen Paläste und im engeren Kreis statt.

Den dritten Teil des Buchs bildet das bereits erwähnte Repertorium der Herr­scher­treffen des Spätmittelalters. Der Autor listet hier insgesamt 204 Treffen aus dem be­han­delten geographischen und zeitlichen Raum auf, beschreibt kurz Zweck, Verlauf und Form des Treffens und – was besonders praktisch ist – versieht jedes solche „Kurz­regest“ mit den wichtigsten Quellen- und Literaturhinweisen. Neben bekannten und in den Quellen detailliert dokumentierten Treffen wurden hier auch viele solche aufgenommen, die in keiner Quelle direkt belegt, sondern nur durch die Geschichts­forschung rekonstruiert oder bloß vermutet werden konnten. Nicht zuletzt wurden auch die wichtigsten geplanten, dann aber abgesagten oder aus verschiedenen Grün­den nicht zustandegekommenen Treffen aufgenommen.

In der Einleitung zum Repertorium betont der Autor zu Recht, daß es extrem kom­pliziert ist, eine Belegsammlung zu erstellen, „die nicht Belege aus einem bestimmten Fundus, sondern Handlungskomplexe über Jahrhundert- sowie Reichsgrenzen hinweg zu erfassen sucht“ (S. 415). Dieser Behauptung ist ohne weiteres zuzustimmen und des­halb sei auch folgende Ergänzung keineswegs als ein Vorwurf, sondern als eine An­regung für den Autor und eine Vervollständigung für den Leser zu betrachten. Es handelt sich um zwei Reisen König Wenzels IV. nach Ungarn in den Jahren 1379 und 1380, wo er in Altsohl (heute Zvolen) mit König Ludwig dem Großen vor allem über die Verlobung seines Halbbruders Sigismunds mit der ungarischen Königstochter Maria und über Sigismunds Nachfolge in Polen oder Ungarn verhandelte. Beide Tref­fen sind in den Quellen eher indirekt belegt, obwohl vom ersten ein (allerdings nur mit der Jahreszahl datiertes) Manifest beider Herrscher zur Unterstützung des römischen Papstes Urbans VI. überliefert ist.[2]

Das Buch Gerald Schwedlers über die Herrschertreffen des Spätmittelalters stellt eine enorme Leistung dar und muß als ein Standardwerk bezeichnet werden. Es ist ein riesiges und unentbehrliches Kompendium zu einem wichtigen Instrument der spät­mittel­alterlichen Diplomatie und Außenpolitik und gleichzeitig zum interessanten Fragenkomplex der symbolischen Kommunikation zwischen den spätmittelalterlichen Herrschern und ihrem jeweiligen Hofstaat. Nicht nur deswegen wäre auch eine Über­setzung des Buchs ins Englische oder ins Französische sehr wünschenswert.

 

Petr Elbel, Wien*

 

 

Skibiński, Wiesław: Renesans w księstwie brzeskim [Die Renaissance im Brieger Für­stentum], Brzeg 2008 [Brega Libri, 107 S., Klebebindung, 20 Abb., ca. 7 Euro].

 

Brieg (pl. Brzeg), eine kleine Stadt im Südwesten des heutigen Polen, war Jahr­hun­derte lang Hauptstadt des niederschlesischen Herzogtums und Sitz seiner Herrscher. Das Brieger Herzogtum war nicht besonders groß, aber wohlhabend, weil es nicht nur sehr fruchtbare Böden und einige Bodenschätze besaß, sondern auch am Haupt­han­dels­weg zwischen Oberdeutschland und Großpolen beziehungsweise zwischen Italien und der Ostsee lag. Seine Blütezeit erlebte das Herzogtum im 16. Jahrhundert, dessen Wohl­stand an zahlreichen Investitionen dieser Zeit ablesbar ist. Bis jetzt allerdings fehl­te eine zusammenfassende Monographie, die diese Investitionen darstellte. Wies­ław Skibiński, der Kustos des Brieger Schloßmuseums, ein ausgebildeter Kunst­historiker und großer Liebhaber seiner Heimat, entschloß sich, diese Lücke zu füllen. In seinem im eigenen Verlag „Brega Libri“ veröffentlichten Buch unternimmt er nun den Versuch, die Renaissancebauten und Kunstwerke des ehemaligen Her­zog­tums Brieg darzustellen.

Die Arbeit umfaßt 107 Seiten und ist in 6 Kapitel eingeteilt. Einer kürzeren Ein­führung, die den zeitliche und geographischen Rahmen der Arbeit beschreibt und den aktuellen Forschungstand darstellt, folgt das zweite, umfangreichste Kapitel unter dem Titel „Sztuka budowlana“ („Die Baukunst“). Die sechs Abschnitte dieses Kapitels sind unterschiedlichen Aspekten der Renaissancebaukunst innerhalb des Herzogtums ge­widmet. Besonders wertvoll ist der erste Abschnitt, in dem der Autor neben einer Darstellung der Geschichte des Schlosses sowohl den Grundriß als auch das Aussehen des Schlosses in der Renaissance zu rekonstruieren versucht. Für diese Rekonstruktion nutzt er sowohl zeitgenössische Quellen als auch Ergebnisse der archäologischen For­schung. Der folgende Abschnitt beschreibt die Arbeiten, die am Schloß von zwei italienischen Baumeistern, Francesco und Jacopo Parr, durchgeführt wurden, genauer. Die anschließenden drei Abschnitte enthalten Beschreibungen weiterer durch die bei­den Parr und ihre Familienangehörigen errichteter Bauwerke, die im Herzogtum ent­stan­den. Der letzte Abschnitt weicht thematisch etwas ab und beschäftigt sich mit der Architektur von Bürgerhäusern und dem Einfluß verschiedener europäischer Bau­ten­denzen.

Im dritten Kapitel über „Sztuka rzeźbiarska“ („Die Bildhauerei“) werden sämtliche so­wohl welt­liche als auch kirchliche Bauten des Herzogtums analysiert. Den größten Teil dieses Ka­pi­tels nimmt selbstverständlich die Analyse des Schloßtores ein, das eines der her­vor­ra­genden Beispiele für die Baukunst der Renaissance in Polen ist. Skibiński präsentiert seine Untersuchung des Tores etwas überraschend in zwei Ab­schnit­ten und trennt dadurch die Analyse menschlicher Darstellungen von der Analyse von Or­na­mentik und Programm. Erstere wird im Abschnitt über „Rzeźbiona postać ludzka“ („Die bildgehauene Menschenfigur“) geboten und kann als Bruch mit der bis­herigen For­schungstradition gelten. Skibiński lehnt bislang gültige Forschungs­er­gebnisse über die Inspirationsquellen der Herzogspaardarstellung, die sich auf Renaissance-Grabsteine in Breslauer Kirchen beziehen, entschlossen ab und schlägt eine neue Forschungsperspektive vor, wonach ein graphisches Portrait Kaiser Karls V. von Lukas Cranach d.J. als Vorbild gedient haben könnte. Auch im Rahmen seiner Untersuchung der Bildhauerarbeiten in der Schloßkapelle und in der Brieger Ni­ko­lai­kirche hat er eigene Ideen. So könnten diese Arbeiten als spezifischer Ausdruck des re­gionalen Kunstschaffens gesehen werden. Genauso neu ist auch seine Interpretation des Programms des Schloßtores, die im zweiten Abschnitt enthalten ist. Ging man bisher davon aus, daß die Darstellung die Abstammung der Herzogsfamilie von den Piasten versinnbildlichen sollte, glaubt Skibiński nun, daß hier ganz anders das Ver­trauen in Gott und seine Gnade zu sehen sei. Der letzte Abschnitt widmet sich der Tä­tig­keit der Bildhauer Andrzej Walter und Kasper Khueno, die mit den Fenster- und Türumrahmungen beim Umbau des Brieger Schlosses beschäftigt waren.

Das vierte Kapitel zum „Rzemiosło artystyczne“ („Kunsthandwerk“) umfaßt alle anderen künstlerischen Bereiche, die in dieser Zeit in Brieg präsent waren: Tafel- und Wandmalerei, Stechkunst und Spielkartenherstellung, Goldschmiede- und Schmie­de­ar­beiten, Wandteppichherstellung, Tischlerei.

Der fünfte Kapitel „Książe Jerzy II (1547-1586) i jego dwór“ („Herzog Georg II. und sein Hof“) befaßt sich mit Herzog Georg II., zu dessen Zeit die meisten Re­naissance­bauten entstanden sind, und stellt seine Aktivitäten als Mäzen vor. Im letzten Kapitel schließlich folgt eine kurze Zusammenfassung.

Die Arbeit zeichnet sich aus durch gründliche Literaturkenntnis und ein breites Quel­len­fundament, ausführliche Belege erlauben dem Leser die Bildung einer eigenen Meinung. Bedauerlich sind unnötige Nachlässigkeiten im Bildverzeichnis.

 

Anna Paulina Orlowska, Kiel*

 


Neuerscheinungen

 

 

Adel und Umwelt. Horizonte adliger Existenz in der Frühen Neuzeit, hg. von H. Düselder, O. Weckenbrock und S. Westpahl, Köln u.a. 2008 (Böhlau, 433 S., geb., Ill., 49 Euro].

Adlige Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen der Frühen Neuzeit, hg. von G. Gersmann und H.-W. Langbrandtner unter Mitarbeit von M. Gussone, Köln u.a. 2009 (Vereinigte Adelsarchive im Rheinland. Schriften, 3) [Böhlau, XXIV+446 S., geb., Ill., 44,90 Euro].

Akademie und/oder Autonomie. Akademische Diskurse vom 16. bis 18. Jahrhundert, hg. von B. Marx und C. O. Mayer, Frankfurt a. Main 2009 [Peter Lang, 420 S., kart., 72 Abb., 69,80 Euro].

Aladjidi, P.: Le Roi, père des pauvres. France, XIIIe-XVe siècle. Préface de C. Bearne, Rennes 2009 [Presses Universitaires de Rennes, VIII+439 S., kart., 22 Euro].

Alfons X. „der Weise“. Das Buch der Spiele, übersetzt und kommentiert von U. Schädler und R. Calvo, Münster 2009 (Ludographie – Spiel und Spiele, 1) [Lit., 336 S., geb., 29,90 Euro].

Aspects diplomatiques des voyages pontificaux, hg. von B. Barbiche und R. Grosse (Études et Documents pour une Gallia Pontificia, 6) [Éditions Honoré Champion, 254 S., kart., 36 Euro].

L’astrologie. Hier et aujourd’hui, hg. von J.-M. Pastré, Mont-Saint-Aignan 2008 [Publication des Université de Rouen et du Havre, 324 S., kart., 20 Euro].

Aufsteigen und Obenbleiben in europäischen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts. Akteure – Arenen – Aushandlungsprozesse, hg. von K. Holste, D. Hüchtker und M. G. Müller, Berlin 2009 [Akademie, 294 S., geb., 44,80 Euro].

Auge, O.: Hansesprache versus Hochdeutsch. Zu Verständigungsproblemen und Iden­titätsbildung durch Sprache anhand des Sprachwechsels norddeutscher Fürsten und ihrer Kanzleien ab 1500. Die Beispiele Mecklenburg und Pommern, in: Zwi­schen Babel und Pfingsten. Sprachdifferenzen und Gesprächsverständigung in der Vormoderne (8.-16. Jahrhundert). Akten der 3. deutsch-französischen Tagung des Arbeitskreises „Gesellschaft und individuelle Kommunikation in der Vormoderne“ (GIK) in Verbindung mit dem Historischen Seminar der Universität Luzern, hg. von P. von Moos, Münster 2008, S. 447-476.

Auge, O.: Heiratspläne und große Politik. Ein kurpfälzisch-mailändisches Heirats­projekt von 1404 im reichsgeschichtlichen Kontext, in: Die Visconti und der deutsche Südwesten. Kulturtransfer im Spätmittelalter, hg. von P. Rückert und S. Lorenz, Ostfildern 2008 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, 11), S. 185-206.

Auge, O.: Identifikation durch Konflikt. Das Beispiel der pommerschen Greifen­dy­nastie, in: Bereit zum Konflikt. Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konfliktbewältigung im europäischen Mittelalter, hg. von O. Auge, F. Biermann, M. Müller und D. Schultze, Ostfildern 2008 (Mittelalter-Forschungen, 20), S. 173-193.

Auge, O.: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichtsschreibung als verlängerter Arm der Politik? Eine Spurensuche bei Ernst von Kirchberg, Albert Krantz und Nikolaus Marschalk, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 33-60.

Auge, O.: Handlungsspielräume fürstlicher Politik im Mittelalter. Der südliche Ost­seeraum von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis in die frühe Reformationszeit. Ost­fil­dern 2009 (Mittelalter-Forschungen, 28) [Thorbecke, 543 S., geb., 30, z.T. farb. Abb.und Karten, 79 Euro].

Autrand, F.: Christine de Pizan. Une femme en politique, Paris 2009 [Fayard, 506 S., kart., 28 Euro].

Bähr, A.: Repräsentieren, bewahren, belehren: Galeriewerke (1660-1800). Von der Darstellung herrschaftlicher Gemäldesammlungen zum populären Bildband, Hildesheim 2009 (Studien zur Kunstgeschichte, 178) [Olms, 638 S., geb., 120 Abb., 78 Euro].

Banner, L. A.: The religious patronage of the duke of Lerma, 1598-1621, Farnham 2009 [Ashgate, 270 S., geb., 45 sw-Abb., 55 £].

Baschet, J.: L’iconographie médiévale, 2008 [Gallimard, 467 S., kart., 9,90 Euro].

Beales, D.: Joseph II., Bd. 2: Against the World, 1780-1790, Cambridge 2009 [Cambridge University Press, 754 S., geb., 96,33 Euro].

Becker, J.: Graf Roger I. von Sizilien. Wegbereiter des normannischen Königreichs, Tübingen 2008 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, 117) [Max Niemeyer, 315 S., geb., 46 Euro].

Benak, K.: Schloß Sünching. Ein Gesamtkunstwerk des höfischen Rokoko in Bayer. Umbau und Neuausstattungen nach Entwürfen von François de Cuvilliés d.Ä. (1757-1766), Regensburg 2009 (Regensburger Studien zur Kunstgeschichte, 7) [Schnell & Steiner, 202 S., geb., 48 Farbtaf., 179 sw-Abb., 59 Euro].

Bernard, C.: Archäologische Burgenforschung im Spannungsfeld zwischen Denk­mal­pflege und Tourismus: Burg Kirkel und Blieskasteler Schloßberg, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 79-86.

Bianchin, L.: Machiavelli e i rivolgimenti costituzionali nella letteratura giuridico-politica tedesca della prima età moderna. Machiavelli und die großen Staats­um­wälzungen in der deutschen Publizistik der Frühneuzeit, in: Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento. Jahrbuch des italienisch-deutschen historischen Instituts in Trient 34 (2008) S.67-88.

Die Bibel als politisches Argument. Voraussetzungen und Folgen biblizistischer Herr­schaftslegitimation in der Vormoderne, hg. von A. Pečar und K. Trampedach, München 2007 (Historische Zeitschrift. Beihefte, 43) [Oldenbourg, VIII+394 S., kart., 79,80 Euro].

La bibliothèque de Saint-Victor et les gens de savoir, XVIIe-XVIIIe siècle, hg. von I. Guyot-Bachy, Paris 2009 (Poison et ses usages au Moyen Âge, 17) [Champion, 412 S., kart., 75 Euro].

Bijsterveld, A.-J.: Do ut des. Gift Giving, Memoria, and Conflict Management in the Medieval Low Countries, Hilversum 2007 (Middeleeuwse studies en bronnen, 104) [Verloren, 307 S., kart., 25 Euro].

Biolzi, R.: „Avec le fer et la flamme“. La guerre entre la Savoie et Fribourg (1447/ 1448), Lausanne 2009 (Cahiers Lausannois d’Histoire Médiévale, 49) [Université de Lausanne, 311 S., kart., 24 Euro].

Birlouez, E.: A la table des seigneurs, des moines et des paysans du Moyen Age, Rennes 2009 [Editions Ouest-France, 127 S., kart., 15,90 Euro].

Blanchard, I.: The international economy in the „Age of the discoveries“, 1470-1570, Stuttgart 2009 (Studien zur Gewerbe- und Handelsgeschichte der vor­in­du­striel­len Zeit, 29) [Franz Steiner, 288 S., 18 Abb., 2 Tab., 7 Karten, 45 Euro].

Blondeau, C.: Un conquérant pour quatre ducs. Alexandre le Grand à la cour de Bourgogne, Paris 2009 (L’ art & l’essai, 6) [Comité des travaux historiques et scientifiques 382 S., kart., 45 Euro].

Böhmen und das Deutsche Reich. Ideen- und Kulturtransfer im Vergleich (13. bis 16. Jahrhundert), hg. von E. Schlotheuber und H. Seibert, München 2009 (Ver­öffentlichungen des Collegium Carolinum, 116) [Oldenbourg, VIII+362 S., geb., 81 sw-Abb., 49,80 Euro].

Bojcov, M. A.: Majesty and Humility. Studies in Medieval European Political Sym­bo­lism, Moskau 2009 [Rosspen, 549 S., geb., in kyrill. Schr. mit engl. Zu­sammenfassung].

Brendle, F.: Das konfessionelle Zeitalter, Berlin 2009 [Akademie, 256 S., kart., 20 sw-Abb., 19,80 Euro].

Brockmann, T.: Dynastie, Kaiseramt und Konfession. Politik und Ordnungs­vor­stellungen Ferdinands II. im Dreißigjährigen Krieg, Paderborn 2009 (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte. Neue Folge, 25) [Schöningh, 420 S., kart., 54 Euro].

Burkhart, C.: Die Bischöfe von Speyer und Worms, die Lorscher Vögte und die Anfänge der Zisterzienserabtei Schönau im Odenwald im 12. Jahrhundert. Reich, Adel, Klöster und frühe Burgen am unteren Neckar, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 156 (2008) S. 1-84.

Casagrande, C., Vecchio, S.: Histoire des péchés capitaux au Moyen Age, Paris 2002 [Aubier, 409 S., kart., 25 Euro].

Le château et la ville. Espaces et réseaux (VIe-XIIIe siècle), hg. von P. Cressier und P. Toubert, Paris 2008 (Castrum, 8) [Boccard, 343 S., kart., 119 Abb., 43 Euro].

Le château au quotidien. Les travaux et les jours. Actes des rencontres d’archéologie et d’histoire en Périgord les 28, 29 et 30 septembre 2007, hg. von A.-M. Corcula und M. Comblet, Pessac 2008 (Scripta mediaevalia, 15) [Ausonius, 325 S., kart., 99 Abb., 33,30 Euro].

Des châteaux et des sources. Archéologie et histoire dans la Normandie médiévale. Mélanges en l’honneure d’Anne-Marie Flambard Héricher, hg. von E. Lalou, B. Lepeuple und J.-L. Roch, Mont-Saint-Aignan 2008 [Publications des Universités de Rouen et du Havre, 622 S., kart., Abb., 30 Euro].

Choinet, P.: Le livre des trois âges. Fac-similé du manuscrit. Édition critique de L. Scordia, Mont-Saint-Aignan 2009 [Publication des Université de Rouen et du Havre, 268 S., kart., 42 Euro].

Christianson, J. R.: The royal danish stables and the 2007 carriage auction, in: The Court Historian 14,1 (2009) S. 63-68.

Claude de Seyssel, Les Louenges du roy Louys XIIe de ce nom (1508). Édition critique de P. Eichel-Lojkine und L. VISIERE, Genf 2009 (Les classiques de la pensée politique, 21) [Droz, 282 S.].

Collet, D.: Die Welt in der Stube. Begegnungen mit Außereuropa in Kunstkammern der Frühen Neuzeit, Göttingen 2007 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 232) [Vandenhoeck & Ruprecht, 403 S., geb., 68,90 Euro].

Combattre, tolérer ou justifier? Ècrivains et journalistes face à la violence d’État (XVIe-XXe siècle), hg. von M. Biard, Mont Saint-Aignan 2009 (Les cahiers du GRHIS, 20) [Publications des Université de Rouen et du Havre, 176 S., kart., 16 Euro].

Comptes de l’Argentier de Charles le Téméraire duc de Bourgogne, Bd. 4: Rôles mensuels et fragments des années 1471-1475, conservées aux Archives départe­men­tales du Nord, Lille, bearb. von S. Hamel und V. Bessey, hg. von W. Paravicini, Paris 2009 (Recueil des historiens de la France publié par l’Académie des Inscrip­tions et Belles-Lettres. Documents financiers et administratifs, 10,4) [Boccard, XXXVII+341 S., 10 Taf., 80 Euro].

Costa Gomes, R.: The Royal Chapel in Iberia: Models, Contacts, and Influences, in: The Medieval History Journal 12,1 (2009) S. 77-111.

Cranach und die Kunst der Renaissance unter den HohenzollernKirche, Hof und Stadtkultur. Eine Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien, hg. von der Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien. Lektorat H. G. Hiller von Gaertringen, Berlin 2009 [Deutscher Kunstverlag, 368 S., geb., 320 farb. und 54 sw-Abb., 39,90 Euro].

Cultural Exchange in Early Modern Europe, hg. von R. Muchembled und W. Monter, 4 Bde., Bd. 1: Religion and Cultural Exchange in Europe, 1400-1700, hg. von H. Schilling und I. G. Tóth; Bd. 2: Cities and Cultural Exchange in Europe, 1400-1700, hg. von D. Calabi und S. T. Christensen; Bd. 3: Correspondence and Cultural Exchange in Europe, 1400-1700, hg. von F. Bethencourt und F. Eg­mond; Bd. 4: Forging European Identities, 1400-1700, hg. von H. Roodenburg, Cambridge u.a. 2006-2007 (Cambridge University Press, Bd. 1: XXIII+412 S., Bd. 2: XXX+423 S., Bd. 3: XX+374 S., Bd. 4: XXV+439 S., kart., 376,74 Euro].

Curtis, E. B.: Glass exchange between Europe and China 1550-1800. Diplomatic, mercantile and technological interactions, Farnham 2009 (Transculturalisms, 1400-1700) [Ashgate, 174 S., geb., 25 sw-Abb., 4 farb. Abb., 50 £].

Dannenberg, L.-A.: Mit Schwert und Krummstab. Beobachtungen zum bischöflich-meißnischen Landesausbau in der Oberlausitz unter Bischof Bruno von Porstendorf (1209/10-1228), in: Stätten und Stationen religiösen Wirkens. Studien zur Kirchen­geschichte der zweisprachigen Oberlausitz, hg. von L.-A. Dannenberg und D. Scholze, Bautzen 2009, S. 57-109.

Dannenberg, L.-A.: War Bautzen eine Residenz? Überglegungen zu Ursprung und Genese einer Residenzstadt, in: Rezidence a správní sídla v zemích české koruny ve 14.-17. století. Korunní země v dějinách českého státu III. Sborník příspěvků z zmezinárodního kolokvia konaného ve dnech 29.-31. března 2006 v Clam Gallasově paláci v Praze, hg. von L. Bobková und J. Konvičná, Prag 2007, S. 367-402.

Dicker, S.: Landesbewußtsein und Zeitgeschehen. Studien zur bayerischen Chro­nistik des 15. Jahrhunderts, Köln u.a. 2009 (Norm und Struktur, 30) [Böhlau, 453 S., geb., 4 sw-Abb. auf 4 Taf., 52,90 Euro].

Diener – Herr – Herrschaft. Hierarchien in Mittelalter und Renaissance, hg. von B. Burrichter und L. Rimpau, Heidelberg 2009 (Studia Romanica, 149) [Winter, 252 S., geb., 32 Euro].

Dirlmeier, U., Fouquet, G., Fuhrmann, B.: Europa im Spätmittelalter 1215-1378, 2. Aufl., München 2009 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte, 8) [Oldenbourg, XII+390 S., kart., 24,80 Euro].

Düselder, H.: „Von den angenehmen ländlichen Beschäftigungen.“ Die Bedeutung der Gärten des Adels für Gartenkultur und Wirtschaft, in: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie 57,1 (2009) S. 10-26.

Dvorácková-Malá, D.: K modelu stredovekého panovnického dvora jako sociálního systému [On the Model of the Medieval Ruling Court as a Social System], in: Ceský casopis historický 107,2 (2009) S. 309-335.

Eichberger, D.: „Una libraria per donne assai ornata et riccha“. Frauenbibliotheken des 16. Jahrhunderts zwischen Ideal und Wirklichkeit, in: Die lesende Frau, hg. von G. Signori, Wiesbaden 2009, S. 241-264.

Eigenbild im Konflikt. Krisensituationen des Papsttums zwischen Gregor VII. und Benedikt XV., hg. von M. Matheus und L. Klinkhammer, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 217 S., geb., 59,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Johrendt, J.: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehaßt“. Gregor VII. in Konflikt und Krise, S. 20ff.; Schimmelpfennig, B.: Papst Bonifaz VIII. (1295-1303). Selbstdarstellung und Selbstdeutung, S. 45ff.; Märtl, C.: Pius II. (1458-1464). Offensive und defensive Strategien seiner Selbst­darstellung als Papst, S. 63ff.; Tewes, G.-R.: Das konfliktträchtige Eigen­bild Papst Leos X., S. 88ff.; Braun, G.: Innozenz X. Der Papst als padre comune, S. 119ff.

Elsner, I.: Friedrich III./I. (1688-1713) und die Berliner Residenzlandschaft. Studien zu einem absolutistischen Hof auf Reisen. Ein Residenzenhandbuch, Diss. Humboldt-Univ. Berlin 2009.

Empowering Interactions. Political Cultures and the Emergence of the State in Europe 1300-1900, hg. von W. Blockmans, A. Holenstein und J. Mathieu, Aldershot 2009 [Ashgate, XXXIV+338 S., geb., 65 £].

Eneas Silvius Piccolomini, Historia Austrialis. 1. Tl.: Einleitung und 1. Redaktion; 2. Tl.: 2. und 3. Redaktion sowie Register, hg. von J. Knödler und M. Wagen­dor­fer, Hannover 2009 (Monumenta Germaniae Historica. Scriptores rerum Germani­carum. Nova series, 24) [Hahnsche Buchhandlung, insg. 987 S., geb., 115 Euro].

Les entrées royales et impériales. Histoire, représentation et diffusion d’une cérémonie publique, de l’orient ancien à Byzance, hg. von A. Bérenger und È. Perrin-Saminadayar, Paris 2009 [Boccard, 278 S., kart., 24 Euro].

Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften, Bd. 1: Essays, hg. von D. Döring und C. Hollberg unter Mitarb. von T. U. Müller, Dresden 2009 [Sandstein, 372 S., kart., 300 farb. Abb., 25 Euro]. Bd. 2: Katalog, hg. von D. Döring und C. Hollberg, unter Mitarb. von T. U. Müller, Dresden 2009 [Sandstein, 500 S., kart., 600 farb. Abb., 25 Euro].

Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. NF, Abt. 6, Bd. 26: Zwischen Maas und Rhein 2, hg. von D. Schwennicke, Frankfurt am Main 2009 [Klostermann, 128 S. mit 162 Taf., geb., 128 Euro].

Europäische Wahrnehmungen 1650-1850. Interkulturelle Kommunikation und Me­dien­ereignisse, hg. von J. Eibach und H. Carl, Hannover 2008 [Wehrhahn, 400 S., geb., 29,50 Euro].

Ewig blühe Bayerns Land. Ausstellungskatalog, hg. von B. Langer, Regensburg 2009 [Steiner & Schnell, 336 S., kart., 421 Abb., 39,90 Euro].

Fabeltiere. Von Drachen, Einhörnern und anderen mythischen Wesen, hg. von J. Cherry, Stuttgart 2009 [Reclam, 320 S., kart., 132 Abb., 9,90 Euro].

Die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters, hg. von K.-H. Spiess, Ostfildern 2009 (Vorträge und Forschungen, 71) [Thorbecke, 391 S., geb., 54 Euro].

Aus dem Inhalt:

Spiess, K.-H.: Vorwort, S. 7-8; Spiess, K.-H.: Zur Einführung, S. 9-15; Mül­ler, M.: Die Heilige Sippe als dynastisches Rollenspiel. Familiäre Repräsen­ta­tion in Bildkonzepten des Spätmittelalters und der beginnenden Frühen Neuzeit, S. 17-49; Kiening, C.: Familienroman und Heilsgeschichte, S. 51-76; Nolte, C.: Die Familie im Adel. Haushaltsstruktur und Wohnverhältnisse im Spätmittel­alter, S. 77-105; Fouquet, G.: „Freundschaft“ und „Feindschaft“: Stadtadlige Verwandtschaftsfamilien in deutschen Städten des Spätmittelalters, S. 107-135; Rösener, W.: Die bäuerliche Familie des Spätmittelalters. Familienstruktur, Haushalt und Wirtschaftsverhältnisse, S. 137-169; Mitterauer, M.: Geistliche Verwandtschaft im Kontext mittelalterlicher Verwandschaftssysteme, S. 171-194; Eickels, K. van: Der Bruder als Freund und Gefährte. Fraternitas als Kon­zept personaler Bindung im Mittelalter, S. 195-222; Schlotheuber, E.: Familienpolitik und geistliche Aufgaben, S. 223-247; Lübke, C.: Die Familie als Baustein des Herrschaftsprogramms der Rjurikiden. Zeugnisse familiären Be­wußt­seins in der Kiever Rus’ im 11. Jahrhundert, S. 249-273; Jussen, B.: Perspektiven der Verwandtschaftsforschung fünfundzwanzig Jahre nach Jack Goodys „Entwicklung von Ehe und Familie in Europa“, S. 275-324; Kuchen­buch, L.: „... mit Weib und Kind und ...“: die Familien der Mediävistik zwi­schen Verheirateten und ihren Verwandten in Alteuropa, S. 325-376.

Feller, C.: Das Rechnungsbuch Heinrichs von Rottenburg. Ein Zeugnis adeliger Herrschaft und Wirtschaftsführung im spätmittelalterlichen Tirol. Edition und Kom­men­tar, München 2009 [Oldenbourg, 480 S., brosch., 49 Euro].

Femmes de pouvoir et pouvoir des femmes dans l’Occident médiéval et moderne. Actes du colloque de Valenciennes (avril 2006), hg. von A. Nayt-Dubois und E. Santinelli-Foltz, Valenciennes 2009 (Lez Valenciennes, 41-42) (Presses Universitaires deValenciennes, 499 S., kart., 32 Euro].

Ferne Welten – Freie Stadt. Dortmund im Mittelalter. Katalog, hg. von M. Ohm, T. Schilp und B. Welzel, Bielefeld 2006 (Dortmunder Mittelalter-Forschungen, 7) [Ver­lag für Regionalgeschichte, 432 S.,geb., Abb. und 5 Falttaf., 39 Euro].

Feuerstein-Prasser, K.: Caroline von Braunschweig. Englands ungekrönte Köni­gin, Regensburg 2009 [Pustet, 224 S., geb., 16 Abbildungsseiten, 22 Euro].

Feuerstein-Prasser, K.: Sophie von Hannover (1630-1714). „Wenn es die Frau Kurfürstin nicht gäbe ...“, 2. Aufl., Regensburg 2009 [Pustet, 264 S., geb., 16 Abbildungsseiten, 22 Euro].

Fischer, L.: Das ehemalige Kastell in Werden an der Ruhr, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 3 (2009) S. 175-181.

Förster, M. A.: Kulturpolitik im Dienst der Legitimation. Oper, Theater und Volks­lied als Mittel der Politik Kaiser Wilhelms II., Frankfurt am Main 2009 (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte, 25) [Peter Lang, 299 S., kart., 9 Abb., 1 Tab., 51,50 Euro].

Förster, T.: Vergleich und Identität. Selbst- und Fremddeutung im Norden des hoch­mittelalterlichen Europa, Berlin 2009 (Europa im Mittelalter. Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik, 14) [Akademie, 228 S., geb., 59,80 Euro].

Fouquet, G.: Stadt und Residenz im 12.-16. Jahrhundert – ein Widerspruch?, in: Stadt, Handwerk, Armut. Eine kommentierte Quellensammlung zur Geschichte der Frühen Neuzeit. Helmut Bräuer zum 70. Geburtstag zugeeignet, hg. von K. Keller, G. Viertel und G. Diesener, Leipzig 2009, S. 163-184.

Frank, L.: Die Brömserburg in Rüdesheim am Rhein. Neue Untersuchungen zur Bau­geschichte einer ungewöhnlichen Burganlage, in: Burgen und Schlösser. Zeit­schrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 95-101.

Franke, B., Welzel, B.: Dortmund entdecken. Schätze und Geschichten aus dem Mittelalter, 2. Aufl., Bielefeld 2009 (Dortmunder Mittelalter-Forschungen, 11) [Ver­lag für Regionalgeschichte, 144 S., kart., zahlr. farb. Abb., 14,90 Euro].

Friedhoff, J.: Von der „romantischen Ruine“ zum großbürgerlichen Wohnsitz. An­mer­kungen zur Geschichte und zur Wiederherstellung der Burg Arras 1901-1910, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 3 (2009) S. 165-174.

Friedrich Barbarossa und sein Hof, hg. von der Gesellschaft für staufische Ge­schich­te. Red. K.-H. Ruess, Göppingen 2009 (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, 28) [Gesellschaft für staufische Geschichte, 189 S., kart., Abb., graph. Darst.].

Aus dem Inhalt:

Schneidmüller, B.: Herrschaft und Hof im 12. Jahrhundert, S. 8-36; Ehlers, C.: Staufische Pfalzen und höfische Repräsentation – Tradition und Innovation?, S. 37-58; Zotz, T.: Die Ministerialen und der Hof Friedrich Barbarossas, S. 59-77; Kluger, H.: Ein Konkurrenzhof? Der Hof der Kölner Erzbischöfe Reinald von Dassel und Philipp von Heinsberg, S. 78-98; Huth, V.: „Gekrönter Esel“ oder „zweiter Sokrates“? Das Bild Barbarossas und seines Hofes im Kontext zeit­genössischer Wissenskultur, S. 99-126; Krieg, H.: Friedrich Barbarossa und das Rittertum, S. 127-154; Houben, H.: Von Apulien aus nach Europa. Zur Ver­leihung des Stauferpreises an Cosimo Damiano Fonseca, S. 162-167; Fonseca, C. D.: Friedrich II. Eine Bilanz zweier Jubiläumsjahre (1994 und 2000), S. 168-182.

Die Frühe Neuzeit als Epoche, hg. von H. Neuhaus, München 2009 (Historische Zeitschrift. Beihefte, 49) [Oldenbourg, 494 S., kart., 19 Abb., 6 Graph., 84,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Anfang und Ende der Frühen Neuzeit

Freigang, C.: Der Ort der Kunst in der Frühen Neuzeit. Wissenschafts­ge­schicht­liches zum Beginn der Frühen Neuzeit in der Kunstgeschichte sowie Anmerkungen zum kunsttheoretischen Diskurs nördlich der Alpen im 15. Jahr­hundert, S. 7ff.; Chaline, O.: Ludwig XIV. und Kaiser Leopold I. als Herrscher. Mythos oder Wirklichkeit des absoluten Fürstentums?, S. 35ff.; Hahn, H.-W.: Das deutsche Bürgertum in der Umbruchszeit 1750-1850. Überlegungen zur Epo­chen­zäsur 1800 aus der Sicht der neueren Bürgertumsgeschichte, S. 51ff.

Management, Kommunikation, Praxis

Zedelmaier, H.: Erscheinungsformen des Wissens in der Frühen Neuzeit. Ge­lehr­tes Wissensmanagement in der Frühen Neuzeit, S. 77ff.; Gierl, M.: Re­li­giöses Wissen. Wissenschaft und die Kommunikation mit Gott 1650-1750, S. 91ff.; Scattola, M.: Abgründe des Wissens. Über einige Voraussetzungen für die Entstehung der Geschichte als praktischer Wissenschaft, S. 107ff.

„Frühe Neuzeit“ als eine „importierte“ Epochensignatur in der Musik-, Literatur- und Kunstgeschichte

Lütteken, L.: Zeit, Neuzeit, frühe Neuzeit. Musikhistorische Schwierigkeiten im Umgang mit einer Signatur, S. 125ff.; Richter, S.: Makroepoche der Mikro­epochen. „Frühe Neuzeit“ in der Deutungskonkurrenz literaturwissenschaftlicher Epochenbegriffe, S. 143ff.; Heinen, U.: Argument – Kunst – Affekt. Bild­ver­ständnisse einer Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit, S. 165ff.

Frühe Neuzeit als Epoche für Religion und Forschung: Vorstellungen des Umbruchs

Büttgen, P.: Unsichtbare Grenzen. Noch einmal zum reformatorischen Ge­wis­sens­begriff und dessen Deutung als Signatur der Neuzeit, S. 237ff.; Hölzern, A.: Katholische Konfessionalisierung - ein Epochenphänomen der Frühneuzeit zwi­schen Spätmittelalter und Aufklärung, S. 251ff.; Grosse, C.: Liturgie und Zeit­vorstellungen im Genf des 16. bis 18. Jahrhunderts, S. 291ff.

Lebensformen und Raumverständnis in der Frühen Neuzeit

Gotthard, A.: Gibt es eine typisch frühneuzeitliche Raumwahrnehmung?, S. 307ff.; Schwara, D.: Mediterrane Diasporas. Plurale Loyalitäten an der Schnitt­stelle von „Nationen“, S. 325ff.

Annäherungen an das Politische in der Frühen Neuzeit: Diskurse, Theorien, Praktiken

Schorn-Schütte, L.: Vorstellungen von Herrschaft im 16. Jahrhundert. Grund­züge europäischer politischer Kommunikation, S. 347ff.; Nicklas, T.: Fakten und Normen. Frühneuzeitliche Reaktionen auf die Res durae des Politischen, S. 377ff.; Brakensiek, S.: Akzeptanzorientierte Herrschaft. Überlegungen zur po­litischen Kultur der Frühen Neuzeit, S. 395ff.

Die Wirtschaft der Frühen Neuzeit und die Frage der Perio­disierung

Pfister, U.: Die Frühe Neuzeit als wirtschaftshistorische Epoche. Fluktuationen relativer Preise 1450-1850, S. 409ff.; Schlumbohm, J.: Mikrohistorie und Pe­rio­disierung. Geschichte eines Desinteresses?, S. 435ff.

Die Frühe Neuzeit als Epoche in der aussereuropäischen Geschichte

Juneja, M.: Pre-colonial oder early modern? Das Problem der Zeitzäsuren in der indischen Geschichte, S. 449ff.; Klooster, W.: Atlantische Geschichte und der Begriff der Frühen Neuzeit, S. 469ff.; Zöllner, R.: Frühe Neuzeit und Früh­moderne als Konzepte der ostasiatischen Geschichtswissenschaft, S. 479ff.

Fuhrmann, B.: Adliges Wirtschaften im Spätmittelalter. Das Beispiel Konrad von Weinsberg, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009) S. 73ff.

Furger, A.: Kutschen Europas des 19. und 20. Jahrhunderts. Bd. 1: Equipagen-Handbuch, 2., überarb. Aufl., Hildesheim 2009 [Olms, 406 S., geb., 1000 meist farb. Abb., 128 Euro], Bd. 2: Wagen-Atlas, Hildesheim 2004 [Olms, 408 S., geb., 1000 meist farb. Abb., 128 Euro].

Füssel, M., Kreckel, R., Schlögl, R., Stollberg-Rilinger, B., Ulbrich, C., Weller, T.: Soziologische Ungleichheitstheorien und die ständische Gesellschaft der Frühen Neuzeit, in: Ungleichheiten. 47. Deutscher Historikertag in Dresden 2008. Berichtsband, hg. im Auftrag des Verbandes der Historiker und Historike­rinnen Deutschlands von M. Jehne, W. Müller und P. E. Fässler unter Mitarbeit von U. Balder, C. Vejmelka und N. Wagner, Göttingen 2009, S. 82-86.

Gartner, S., Uhl, S.: Beiträge zur Geschichte der Windecker und ihrer Burgen. Die Hinterlassenschaft des Wolf von Windeck. Zur Baugeschichte von Alt- und Neu­windeck, Bühl/Baden 2009 [Suso Gartner, 268 S., kart., graph. Darst., 29,90 Euro].

Gauvard, C.: Pardonner et oublier après la guerre de Cent Ans: le rôle des lettres d’abolition de la chancellerie royale française, in: Vergeben und Vergessen? Vergangenheitsdiskurse nach Be­satzung, Bürgerkrieg und Revolution, hg. von R. Marcowitz und W. Paravicini, München 2009 (Pariser historische Studien, 94), S. 27-56.

Gentile, L. C.: Ceremoniali alla corte dei Saluzzo, in: La cultura a Saluzzo fra Medi­oevo e Rinascimento. Nuove ricerche. Atti del convegno, Saluzzo, 10-12 febbraio 2006, hg. von R. Comba e M. Piccat, Cuneo 2008 (Marchionatus Saluciarum monu­menta. Studi, 8), S. 263-289.

Geschichte schreiben. Ein Quellen- und Studienbuch zur Historiographie (ca. 1350-1750), hg. von S. Rau und B. Studt unter Mitarb. von S. Benz, A. Bihrer, J. M. Sa­willa und B. Steiner, München 2009 [Akademie, 500 S., geb., 50 Abb., 29,80 Euro].

Goltz, A., Pfeilschifter, R., Tiersch, C., Toral-Niehoff, I., Vössing, K.: Das Le­ben der Hauptstädter. Spätantike Städte als Herrscherresidenzen, in: Ungleich­heiten. 47. Deutscher Historikertag in Dresden 2008. Berichtsband, hg. im Auftrag des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands von M. Jehne, W. Müller und P. E. Fässler unter Mitarbeit von U. Balder, C. Vejmelka und N. Wagner, Göttingen 2009, S. 66-69.

Gotthard, A.: In der Ferne. Die Wahrnehmung des Raums in der Vormoderne, Frank­furt am Main u.a. 2007 [Campus, 245 S., kart., 24,90 Euro].

Gottwald, D.: Fürstenrecht und Staatsrecht im 19. Jahrhundert. Eine wissen­schaftsgeschichtliche Studie, Frankfurt am Main 2009 (Studien zur europäischen Rechts­geschichte, 241) [Klostermann, X+290 S., kart., 69 Euro].

Grabkultur in Deutschland. Geschichte des Grabmals, hg. von der Arbeits­ge­meinschaft Friedhof und Denkmal, Berlin 2009 [Reimer, 440 S., geb., 308 Abb., 39 Euro].

Greindl, G.: Die Bibliothek der bayerischen Landstände. Geschichte, Bestände und Bedeutung, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 70,1 (2007) S.177-213.

Greindl, G.: Adel und Adelskultur in Bayern. Politik und Gelehrsamkeit des bayeri­schen Adels zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit. Von der privaten Adels­bibliothek des Hofrates Pankraz von Freyberg auf Hohenaschau zur Amtsbibliothek der bayerischen Landstände, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Beiheft 32 (2009) S. 311-346.

Greiner, C.: Heiratspolitik und Heiraten der katholischen Markgrafen von Baden im 17. Jahrhundert. Ein Überblick, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 157 (2009) S. 223-248.

Grévin, B.: Rhétorique du pouvoir médiéval. Les lettres de Pierre de la Vigne et la formation du langage politique européen (XIIIe-XVe siècle), Paris 2009 [Boccard, 1023 S., geb., 123 Euro].

Grintchenko, M.-H.: Catherine de Bourbon (1559-1604). Influence politique, reli­gieuse et culturelle d’une princesse calviniste, Paris 2009 (Vie des Huguenots, 50) [Champion, 1072 S., kart., graph. Darst., 170 Euro].

Gynäkokratie. Frauen und Politik in der höfischen Gesellschaft der Frühen Neuzeit, hg. von K. Keller, Red. M. Kaiser unter Mitarbeit von F. Schönfuss und T. Wulf: zeitenblicke 8,2 (2009) – http://www.zeitenblicke.de/2009/2/

Hahn, S.: Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Ausstellungskatalog Braun­schwei­gisches Landesmuseum, Petersberg 2009 [Imhof, 31 S., kart., zahlr. Abb., 5 Euro].

Hartmann, M.: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2009 [Kohlhammer, XXIV+246 S., kart., 10 Abb., 27 Euro].

Hartmann, P. C.: Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Frei­staat heute, Regensburg 2009 [Pustet, 720 S., geb., über 300 Abb., 39,90 Euro].

Haug-Moritz, G.: Die württembergische Ehrbarkeit. Annäherungen an eine bürger­liche Machtelite der Frühen Neuzeit, Ostfildern 2009 (Tübinger Bausteine zur Lan­des­geschichte, 13) [Thorbecke, 140 S., geb., 16,90 Euro].

Heidemann, M.: Heinrich VII. (1308-1313). Kaiseridee im Spannungsfeld von staufischer Universalherrschaft und frühneuzeitlicher Partikularautonomie, Waren­dorf 2008 (Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit, 11) [Fahlbusch und Rieger, 470 S., kart., 50 Euro].

Heinrich IV., hg. von G. Althoff, Ostfildern 2009 (Vorträge und Forschungen, 69) [Thorbecke, 379, geb., 54 Euro].

Hennigs, B. von: Die holsteinische Adelsfamilie von Mestorp (von Mistorp), in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 134 (2009) S. 95-121.

Henry, C.: La force des anges. Rites, hiérarchie et divination dans le Christianisme Céleste (Bénin), Turnhout 2009 (Bibliothèque de l’Ecole des Hautes Etudes – Sciences Religieuses, 135) [Breposl, 284 S., kart., 49 Euro].

Herbers, K.: Pilgertraditionen und Jakobusspuren in Südwestdeutschland, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009) S. 19ff.

Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter, hg. von B. Kasten, Köln u.a. 2008 (Norm und Struktur, 29) [Böhlau, 864 S., geb., 89,90 Euro].

Hiltmann, T.: Spätmittelalterliche Heroldskompendien. Referenzen adeliger Wis­sens­kultur in Zeiten gesellschaftlichen Wandels (Frankreich und Burgund, 15. Jahr­hundert), München 2009 (Pariser historische Studien, 92) [Oldenbourg, 534 S., geb., 18 Abb, 17 Diagramme, 64,80 Euro].

Hirschbiegel, J., Zeilinger, G.: Urban Space Divided? The Encounter of Civic and Courtly Spheres in Late-Medieval Towns, in: Urban Space in the Middle Ages and Early Modern Age, hg. von Albrecht Classen, Berlin 2009 (Fundamentals of Me­dieval and Early Modern Culture, 4), S. 479-502.

Hlawitschka, E.: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk. Bd. 2: 1138-1197, Hannover 2009 (Monumenta Germaniae Historica. Hilfsmittel, 26) [Hahnsche Buchhandlung, XLIV+379 S., geb., 8 doppelseitige Taf., 40 Euro].

Höbelt, L.: Die Habsburger. Aufstieg und Glanz einer europäischen Dynastie, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 178 S., geb., 27,90 Euro].

Hochedlinger, M.: Aktenkunde. Urkunden- und Aktenlehre der Neuzeit, München 2009 [Oldenbourg, 292 S., kart., 1 CD, 39 Euro].

Holý, M.: Die Bedeutung der Oberlausitz für die Erziehung und Ausbildung des böhmischen (bzw. mährischen) Adels in der zweiten Hälfte des 16. und am Anfang des 17. Jahrhunderts, in: Neues Lausitzisches Magazin. Neue Folge, 12 (2009) S. 29ff.

Holzem, A.: Die Frühe Neuzeit und der Umbruch ins 19. Jahrhundert (1550-1848), Paderborn 2009 (Studienbuch Christentum und Gesellschaft, 4) [Schöningh, 340 S., kart., 10 farb. Abb., 40 sw-Abb., 36,90 Euro].

Honemann, V.: Reiseberichte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit aus dem Südwesten des Deutschen Reiches, in: Zeitschrift für Württembergische Landes­ge­schichte 68 (2009) S. 63ff.

Hönes, E.-R.: Burgen und Schlösser in der Raumordnung, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 3 (2009) S. 134-143.

Horowski, L.: Der Preis des Erfolgs. Gunst, Kapital und Patrimonialisierung am Hof von Versailles (1661-1789), in: Zeitschrift für Historische Forschung 36,1 (2009) S. 71-91.

Huthwelker, T.: Tod und Grablege der Pfalzgrafen bei Rhein im Spätmittelalter (1327-1508), Heidelberg 2009 (Heidelberger Veröffentlichungen zur Landes­ge­schichte und Landeskunde, 14) [Winter, 312 S., geb., 36 Euro].

Huthwelker, T.: Elizabet de Baviere († 1478) – eine Tochter Pfalzgraf Ludwigs III. als Vertraute der heiligen Colette und die geplante Gründung eines Klarissen­kon­vents in Heidelberg, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 157 (2009) S. 63-77.

Die imaginäre Burg, hg. von O. Wagener, H. Lass, T. Kühtreiber und P. Dinzelbacher, Frankfurt am Main 2009 (Beihefte zur Mediaevistik. Mono­gra­phien, Editionen, Sammelbände, 11) [Peter Lang, 216 S., brosch., 40 Abb., 2 Tab., 36,80 Euro].

Imaginationen des Urbanen. Konzeption, Reflexion und Fiktion von Stadt in Mittel- und Osteuropa, hg. von A. Bartetzky, M. Dmitrieva und A. Kliems, Berlin 2009 [Lukas, 332 S., kart., 36 Euro].

Imperium et comitatus. Das Reich und die Region, hg. von P. Nitschke und M. Feu­erle, Frankfurt am Main 2009 [Peter Lang, 293 S., geb., zahlr. Abb., 49,80 Euro].

Inhumations de prestige ou prestige de l’inhumation? Expressions du pouvoir dans l’au-delà (IVe-XVe siècle), hg. von A. Alduc-Le Bagousse, Caen 2009 (Tables rondes du CRAHM, 4) [Publications du CRAHM, X+454 S., kart., 33 Euro].

Institution und Charisma. Festschrift für Gert Melville, hg. von F. J. Felten, A. Kehnel und S. Weinfurter, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 608 S., geb., 9 sw-Abb., 49,90 Euro].

Institutionalisierung als Prozeß – Organisationsformen musikalischer Eliten im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts. Beiträge des internationalen Arbeitsgespräches im Istituto Svizzero di Roma in Verbindung mit dem Deutschen Historischen Institut in Rom, 9. bis 11. Dezember 2005, hg. von B. Lodes und L. Lütteken, Laaber 2009 (Analecta Musicologica, 43) [Laaver, 286 S., geb., 34 Abb., 78 Euro].

Das „italienische“ Jülich. Grundzüge im Konzept Alessandro Pasqualinis für die Stadtanlage, die Zitadelle und das Residenzschloß, hg. von C. Doose, J. Eberhardt und H. Lauenstein, Jülich 2009 (Jülicher Forschungen, 8) [Goch, 500 S., kart., 550 Abb., 49,50 Euro].

Jena, D.: Königin Olga von Württemberg. Glück und Leid einer russischen Groß­fürstin, Regensburg 2009 [Pustet, 352 S., geb., 16 Bildseiten, 29,90 Euro].

Jespersen, M. L.: Die Fehdekultur in den Herzogtümern Schleswig und Holstein im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 134 (2009) S. 17-57.

Jeux de princes, jeux de vilains, hg. von È. Netchine, Paris 2009 [Seuil, 160 S., 140 Abb., 38 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in den Kirchen­biblio­theken St. Nikolai und St. Thomas zu Leipzig, bearb. von R. Lenz, D. Geiss­ler, W. Hupe, G. Janoschke, H. Petzoldt und K. Wolf, Stuttgart 2008 (Marburger Per­so­nalschriften – Forschungen, 46) [Franz Steiner, 216 S., kart., 34 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Kirchenbibliothek zu Röhrsdorf. Nachtrag, bearb. von R. Lenz, D. Geissler, W. Hupe, G. Ja­noschke, H. Petzoldt und K. Wolf, Stuttgart 2008 (Marburger Personalschriften – Forschungen, 47) [Franz Steiner, 127 S., kart., 28 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staats­archiv Altenburg. Nachtrag, bearb. von R. Lenz, E.-M. Dickhaut, J. S. Funck, D. Geissler, B. zur Nieden und J. Witzel, Stuttgart 2009 (Marburger Personal­schriften – Forschungen, 48) [Franz Steiner, 125 S., kart., 28 Euro].

Kaufmann, F.-M.: Neu aufgefundene Rechtsbücherfragmente aus Zeitz, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 64,2 (2008) S. 579-596.

Kayserlich – frey – weltlich. Das Reichsstift Quedlinburg im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von C. Bley, unter Mitarbeit von W. Freitag, Halle (Saale) 2009 (Studien zur Landesgeschichte, 21) [Mitteldeutscher Verlag, 264 S., geb., Abb., 26 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bley, C.: Einführung, S. 7-13; Heimann, H.-D.: „Geschätzter Krämpel“: Über An­sprüche der Memorialkultur und ihre Traditionsbrüche in der Geschichte des Servatiusstiftes, S. 14-29; Küppers-Braun, U.: Kanonissin, Dechantin, Pröpstin und Äbtissin ­ Quedlinburger Stiftsdamen nach der Reformation, S. 30-104; Voll­muth-Lindenthal, M.: Die Äbtissin von Quedlinburg als Stadt- und Lan­des­herrin im Spätmittelalter, S. 105-119; Vötsch, J.: Die Äbtissin von Qued­linburg als Reichs- und Kreisstand, S. 120-129; Göse, F.: Beschränkte Sou­ve­ränität: Das Verhältnis zwischen Stift und Schutzherrschaft im 17. und 18. Jahr­hundert, S. 130-150; Czech, V. Quedlinburg und die Höfe des Harzraumes, S. 151-166; Höh, M. von der: Der Hof der Äbtissinnen von Quedlinburg im Spät­mittelalter, S. 167-188; Arnulf, A.: Barockisierung, inszenierende Um­deu­tung und stiftische Tradition: Ausstattung und Nutzung der Quedlinburger Stiftskirche in der Frühen Neuzeit, S. 189-208; Scholz, M.: Die Verwaltung des Stiftes Quedlinburg in der Frühen Neuzeit, 209-242; Bruning, J.: Zwischen Stadt und Stift. Das Fürstliche Gymnasium zu Quedlinburg in der Frühen Neu­zeit, S. 243-261.

Keller, A.: Frühe Neuzeit. Das rhetorische Zeitalter. Berlin 2008 [Akademie, 213 S., kart., 19,80 Euro].

Kiessling, R.: Kleine Geschichte Bayerisch-Schwabens, Regensburg 2009 [Pustet, 192 S., kart., 38 Textabb., 14,90 Euro].

Kill, R.: Filterzisternen auf Höhenburgen des Elsass, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 3 (2009) S. 148-156.

Kleber, K.: Tempel und Palast. Die Beziehungen zwischen dem König und dem Eanna-Tempel im spätbabylonischen Uruk, Münster 2008 (Alter Orient und Altes Testament, 358. Veröffentlichungen zur Wirtschaftsgeschichte Babyloniens im 1. Jahrtausend v. Chr., 3) [Ugarit, XIV+404 S., 41 Taf.; 91 Euro].

Kohnert, T.: Die Forchheimer Burg (genannt „Pfalz“). Geschichte und Bau­ge­schichte einer fürstbischöflich-bambergischen Stadtburg, Petersberg 2008 (Schriften des Deutschen Burgenmuseums, 4) [Imhof, 256 S., 235 meist farb. Abb., 29,95 Euro].

Kolk, C. zum: The houshold of the Queen of France in the sixteenth century, in: The Court Historian 14,1 (2009) S. 3-22.

Kollbach, C.: Aufwachsen bei Hof. Aufklärung und fürstliche Erziehung in Hessen und Baden, Frankfurt am Main 2009 (Campus Historische Studien, 48) [Campus, 428 S., kart., 45 Euro].

König, A.: Wie mächtig war der Kaiser? Kaiser Wilhelm II. zwischen Königs­mechanismus und Polykratie von 1908 bis 1914, Stuttgart 2009 (Historische Mit­teilungen. Beiheft, 73) [Franz Steiner, 317 S., kart., 58 Euro].

Konjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit, hg. von G. Engel, B. Rang, S. Scholz und J. Süssmann, Frankfurt am Main 2009 (Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit, 13/3,4) [Klostermann, 250 S., kart., 40 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rang, B., ssmann, J.: Einleitung, S. 159-172; Assmann, A.: Höflichkeit und Respekt, S. 173-189; Lethen, H.: Anthropologie der Höflichkeit, S. 190-202.

Höflichkeit im höfischen Kontext

Dornhofer, D.: „Go Pen and Paper, publish my Complantis”. Liebesdichtung auf der Suche nach dem richtigen Ton am Hofe James’ VI. von Schottland, S. 205-218; Sternberg, G.: Aie formules de politesse Always Polite? The Bauffremont-Villars Incident, Discursive Struggles and Social Tensions under the Ancien Régime, S. 219-234; Fahrmeir, A.: Höflichkeit und Revolution, S. 235-245.


Höflichkeit in Stadt und Republik

Scholz, P.: Die Kunst der Höflichkeit im spätrepublikanischen Rom. Humanitas als sozial distinguierender Verhaltensmodus der Senatsaristokratie, S. 249-273; Schläppi, D.: Höflichkeit als Schmiermittel und kommunikativer Kitt in re­publi­kanisch verfaßten Gemeinwesen der alten Eidgenossenschaft, S. 274-299; Florack, R., Singer, R.: Politesse, Politik und Galanterie. Zum Verhältnis von Verhaltenslehre und galantem Roman um 1700, S. 300-321; Rang, B.: „A con­formity and flexibility of manners is necessary in the course of the world.“ Höflichkeit in Chesterfields Letters to his Son, S. 322-348.

Höflichkeit auf Reisen und als diplomatische Aufgabe

Nolde, D.: Von Peinlichkeiten und Pannen: Höflichkeit als Medium und als Hin­dernis der Kommunikation auf höfischen Europareisen des 16. und 17. Jahr­hunderts, S. 351-363; Schulung, S.: „An other kinde of civilitie“ (Un)Höf­lich­keit in Orient-Reisen der Frühen Neuzeit, S. 364-378; Köhler, M.: Höflichkeit, Strategie und Kommunikation. Friedensverhandlungen an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert, S. 379-401.

Höflichkeit unter Gelehrten

Stein, E.: „Carmen non placuit, sed perplacuit” Höflichkeit in Humanisten­briefen?, S. 405-423; Kühn, S.: Provokation und verletzte Ehre. Über Rituale der Unhöflichkeit bei frühneuzeitlichen Gelehrten, S. 424-439; Seidel, R.: Disputationen über die Höflichkeit. Frühneuzeitliche Verhaltenslehren im Spie­gel des akademischen Kasualschrifttums, S. 440-460.

Höflichkeit auf dem Weg zur Zivilgesellschaft

Casale, R.: Ethik der Konversation versus Moral der Kommunikation, S. 463-487; Maaser, M.: Tafelfreuden bilden. Erasmus von Rotterdams Unterweisung über den Umgang mit Menschen, S. 488-496; ssmann, J.: Höflichkeit in den fran­zösichen Religionskriegen, S. 497-509; Vec, M.: Höflichkeit als Selbst­gesetzgebung. Beobachtungen zu einer spezifischen Normativität im Natur-, Staats- und Völkerrecht der Aufklärung, S. 510-530.

Konrad, F.: Der Hof der Khediven von Ägypten. Herrscherhaushalt, Hofgesellschaft und Hofhaltung 1840-1880, Würzburg 2008 (Mitteilungen zur Sozial- und Kulturgeschichte der islamischen Welt, 25) [Ergon, XX+501 S., kart., 54 Euro].

Körber. E.-B.: Vormoderne Öffentlichkeiten. Versuch einer Begriffs- und Struk­turgeschichte, in: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte JbKG) 10 (2008) S. 3-25.

Körbl, H.: Die Hofkammer und ihr ungetreuer Präsident. Eine Finanzbehörde zur Zeit Leopolds I., München 2009 (Veröffentlichungen des Instituts für Österrei­chi­sche Geschichtsforschung, 54) [Oldenbourg, 632 S., kart., 12 Abb., 69 Euro].

Kranz, H., Oberschelp, W.: Mechanisches Memorieren und Chiffrieren um 1430. Johannes Fontanas Tractatus de instrumentis artis memorie, Stuttgart 2009 (Boethius, 59) [Franz Steiner, 167 S., geb., 33 Abb., 38 Euro].

Krauss-Meyl, S.: „Die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte“. Maria Aurora Gräfin von Königsmarck, 2. Aufl., Regensburg 2009 [Pustet, 256 S., geb., 16 Bildseiten, 22 Euro].

Krueger, R.: Czech, German, and Noble. Status and National Identity in Habsburg Bohemia, Oxford u.a. 2009 [Oxford University Press, 290 S., kart., 34,99 £].

Kühn, H.-J.: Burgen im Saarland, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgen­forschung und Denkmalpflege 2 (2009) S.67-73.

Kühnle, N.: Zwischen Landesteilung und Wiedervereinigung: Die württem­ber­gischen Höfe Stuttgart und Urach (1442-1482), in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009) S. 103ff.

Kusber, J.: Kleine Geschichte St. Petersburgs, Regensburg 2009 [Pustet, 176 S., kart., 35 Textabb., 14,90 Euro].

Laudage, J.: Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, hg. von L. Hageneier und M. Schrör, Regensburg 2009 [Pustet, 384 S., geb., 8 sw- und 8 farb. Abb., 34,90 Euro].

Legner, A.: Der artifex. Klöster im Mittelalter. Eine illustrierte Anthologie, Köln 2009 [Greven, 758 S., geb., 943 farb. Abb., 128 Euro].

Lehner, M.: Christoph Carl Fernberger – In sieben Jahren um die Welt, Wien 2008 [Folio, 120 S., geb., zahlr. Abb., 19,50 Euro].

Lehner, M.: Georg Christoph Fernbergers Fahrt auf den Sinai ins Heilige Land, nach Babylon, Persien und Indien, Wien 2008 [Folio, 192 S., geb., zahlr. Abb., 22,50 Euro].

Leja, F.: Die Wasserversorgung der Burg Wolfstein, Stadt Neumarkt i. d. Opf. vom Mit­tel­alter bis zur Neuzeit, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgen­forschung und Denkmalpflege 3 (2009) S. 157-164.

Lietuvos did iojo kunigaikš io Aleksandro Jogailai io dvaro s skait_ knygos (1494-1504) [Die Hofrechnungen dies litauischen Großfürsten Alexander Jagiello, 1484-1504], hg. von D. Antanavius und R. Petrauskas, Wilna 2007 [LVI+511 S., in lat. Sprache mit litauischer Übersetzung, englischsprachige Einleitung].

Litoux, E., Carré, G.: Manoirs médiévaux. Maisons habitées, maisons fortifiées (XIIe-XVe siècles), Paris 2008 [Rempart, 158 S., kart., Abb., 22 Euro].

Lombard-Jourdan, A.: Les Halles et leur quartier dans l’espace urbain de Paris (1137-1969), Paris 2009 [Mémoires et Documents de l’École des chartes, 88) [Champion, 224 S., kart., 30 Euro].

Louis XIV espagnol? Madrid et Versailles, images et modeles, hg. von G. Sabatier, Versailles 2009 (Collection Aulica) [Centre de Recherche du Château de Versailles u.a., 343 S., geb., 43 Euro].

Maran, J., Juwig, C., Schwengel, H., Thaler, U.: Constructing Power – Architecture, Ideology and Social Practice. Konstruktion der Macht – Architektur, Ideologie und soziales Handeln, 2. Aufl., Münster 2009 [LIT, 384 S., kart., 34,90 Euro].

Marco Polo, Le livre des merveilles, hg. und annotiert von F. Le Blay und L.-G. Tin, Paris 2009 [Larousse, 207 S., kart., 5,70 Euro].

Mariotte, J.-Y.: Philippe de Hesse (1504-1567). Le premier prince protestant, Paris 2009 (Bibliothèque d’histoire moderne et contemporaine, 30) [Champion, 320 S., geb., 60 Euro].

Marquardt, B.: Universalgeschichte des Staates. Von der vorstaatlichen Gesell­schaft zum Staat der Industriegesellschaft, Münster 2009 [LIT, 784 S., kart., 98,80 Euro].

Mars und die Musen. Das Wechselspiel von Militär, Krieg und Kunst in der Frühen Neuzeit, hg. von J. Nowosadtko und M. Rogg unter Mitarb. von S. Möbius, Münster 2009 [LIT, 360 S., kart., 59,90 Euro].

Marti, S., Borchert, T.-H., Keck, G.: Splendeurs de la cour de Bourgogne – Charles le Téméraire (1433-1477), Brüssel 2009 [Fonds Mercator, 382 S., geb., 49,88 Euro].

Matthias Corvin, Les bibliothèques princières et la genèse de l’état moderne, hg. von J.-F. Maillard, I. Monok und D. Nebbiai unter Mitarbeit von E. Madas, L. A. Sanchi und E. Zsupán, Budapest 2009 (Supplemetum Corvinianum, 2) [Országos Széchényi Könyavtár, 340 S., kart., zahlr Abb.].

Matthias Corvinus, the King. Tradition and Renewal in the Hungarian Royal Court 1458-1490. Ausstellungskatalog, hg. von P. Farbaky u.a., Budapest 2008 [Eigen­verlag, 608 S., kart., zahlr. Abb.].

Maupeu, P.: Pèlerins de vie humaine. Autobiographie et allégorie narrative, de Guillaume de Deguileville à Octovien de Saint-Gelais, Paris 2009 (Nouvelle biblio­thèque du Moyen Âge, 90) [Champion, 696 S., geb., 110 Euro].

Meding, W. von: Stadt ohne Land am Fluß. 800 Jahre europäische Kleinstadt Lauen­burg, Frankfurt am M. 2007 [Peter Lang, 543 S., brosch., zahlr. Abb. und Tab., 53 Euro].

Meding, W. von: Lauenburg. Zur Geschichte des Ortes, Amtes, Herzogtums. Rund 600 Hausgeschichten, Amtsträgerlisten, Seuchen- und Wetterdaten ab dem hohen Mittelalter – Privatbibliotheken, alle Katechismen und Gesangbücher – Frauenrechte im Alltag – gut 7000 Personendaten vor Einsetzen der Kirchenbücher, Frankfurt am Main 2008 [Peter Lang, 538 S., kart., 49,80 Euro].

Memleben. Königspfalz, Reichskloster, Propstei. Begleitpublikation zur Historischen Dauerausstellung „Memleben – Sterbeort Kaiser Ottos des Großen“, hg. von H. Wittmann, 2., durchges. und erg. Aufl., Petersberg 2009 [Imhof, 351 S., geb., 230 Abb., davon 24 farb. Abb., 29,95 Euro].

Mengus, N.: Donjons et courtines. Châteaux forts et fortifications médiévales de Lorraine, Sarreguemines 2009 [Éditions Pierron, 192 S., kart., überwiegend Abb., 39 Euro].

Mérindol, C. de: L’astrologie et les princes de la maison de France à la fin de l’époque médiévale, in: L’Astrologie. Hier et aujourd’hui, hg. von J.-M. Pastré und C. Ridoux, Rouen 2009, S. 115-162.

Mersiowsky, M.: Die Rechnungen Heinrichs VII. als Spitze des Eisberges? Rech­nungsüberlieferung und Rechnungswesen des Reiches im frühen 14. Jahrhundert, in: Vom luxemburgischen Grafen zum europäischen Herrscher. Neue Forschungen zu Heinrich VII., hg. von E. Widder unter Mitarb. von W. Krauth, Luxemburg 2008 (Publications du CLUDEM, 23), S. 225-268.

Mersiowsky, M.: Römisches Königtum und Rechnungslegung im 13. und frühen 14. Jahrhundert, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 64,2 (2008) S. 547ff.

Metz, A.: Der Stände oberster Herr. Königtum und Landstände im süddeutschen Raum zur Zeit Maximilians I., Stuttgart 2009 (Veröffentlichungen der Kommission für ge­schichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B: Forschungen, 174) [Kohl­hammer, XLII+398 S., kart., 4 Abb., 2 Diagramme, 35 Euro].

Miscellanea in memoriam Pierre Cockshaw (1938-2008). Aspects de la vie culturelle dans les Pays-Bas Méridionaux (XIVe-XVIIIe siècle), hg. von F. Daelemans und A. Kelders, 2 Bde., Brüssel 2009 [Archives et Bibliothèques de Belgique, inges. 626 S., brosch., zahlr. Abb.].

Aus dem Inhalt:

Callataÿ, F. de: In memoriam Pierre Cockshaw. Mot d’adieu prononcé le 20 mars 2008, S. VII-VIII; Daelemans, F.: Curriculum vitae de Pierre Cockshaw, S. IX; Daelemans, F., Kelders, A.: Pierre Cockshaw – Bibliographie, S. XI-XXI; Adam, R.: La circulation des incunables à Louvain au XVe siècle: étude sur la production du relieur Ludovicus Ravescot, S. 1-21; Aerts, E.: The stock exchange in medieval and early modern Europe. The origins of a concept in the southern Low Countries, S. 23-46; Boffa, S.: Contribution à l’histoire moné­taire du duché de Brabant à l’époque de Philippe de Saint-Pol (1427-1430), S. 47-61; Boone, M. Un grand commis de l’État burgundo-habsbourgeois face à la mort: le testament et la sépulture de Pierre Lanchals, Bruges, 1488, S. 63-88; Bruneel, C.: Un microcosme privilégié: la communauté universitaire de Lou­vain en 1646, S. 89-116; Colin, C.: Reliures en portefeuille confectionnées au prieuré de Groenendael, S. 117-125; Hemptinne, T. de: Thérèse, Ferrand, Isa­belle et leurs époux. Les alliances matrimoniales portugaises des comtes et comtesses de Flandre (1184-1526), S. 127-136; Ridder, P. de: De Onze-Lieve-Vrouwebroederschap en het literaire leven te Brussel (14de-15de eeuw), S. 137-154; Waha, M. de: Héraldique, signes lapidaires et archéologie des cheminées du château d’Ècaussinnes-Lalaing. Possibilités et limites de l’héraldique en archéologie monumentale, S. 155-173; Hasenohr, G.: Un faux Pierre de Luxem­bourg, un vrai Arnoul de Bohéries un Isidore travesti dans la bibliothèque de Marguerite d’York, S. 175-193; Huglo, M., Haggh, B.: Gilles de Roye, abbé de Royaumont (1454-1459) et David de Bourgogne, S. 195-205; Jansen-Sieben, R.: Het wijnboek van Magnius, S. 207-222; Johan, J.: Les artisans du livre sous les gouvernements de Philippe le Bon et de Charles le Téméraire: en marge d’un projet d’édition de sources, S. 223-238; Laurent, R.: La recherche des sceaux des échevins de Bruxelles, S. 239-241; Leclercq-Marx, J.: La représentation des dieux antiques dans le premier volume des Chroniques de Hainaut (Bruxelles, KBR, ms. 9242). L’image, le texte, le contexte et la postérité, S. 243-279; Lemaire, C.: Jean Molinet, grand rhétoricien et la devise de Baudouin de Lannoy, S. 281-289; Lemaire, J. C.: Un poème inédit sur les saison: „L’histoire d’ivier et de prinztampz“ (ms. Bruxelles, B.R., IV 541), S. 291-305; Mund-Dopchie, M.: L’„invention“ de l’Amérique dans les traités cosmographiques et les atlas des Anciens Pays-Bas à la Renaissance, S. 307-321; Muret, F., Nys, L.: Les peintures de la Salle-le-Comte de Valenciennes – 1373-1377, S. 323-374; Paravicini, W.: Secrétaires criminels. La conscience des clercs au service de l’État au XVe siècle, S. 375-412; Paviot, J.: Mentions de livres d’auteurs, de copistes, d’enlumineurs, de miniaturistes („historieurs“) et de libraires dans les comptes généraux du duc de Bourgogne Philippe le Bon (1419-1467), S. 413-446; Prevenier, W.: Een Brugs meisje van plezier, een Brusselse theateracteur en een Mechelse overspelige burgerman, in 1475. Emoties en berekeningen van een flamboyant laatmiddeleeuws trio, S. 447-463; Roobaert, E.: Michiel van Hamont: hellebaardier van de keizer, rederijker en drukker van de koninklijke ordonnanties en plakkaten, S. 465-485; Sorgeloos, C.: Alberto Struzzi et Étienne Van Schoore, graveur et enlumineur à Bruxelles (fl. 1614-1627), S. 487-496; Buren, A. van: The hard life of a fifteenth century artist: Colard le Voleur, S. 497-513; Abeele, van den: Jean Molinet et Guillebert de Lannoy: un nouveau témoin et un manuscrit retrouvé (Bruxelles, BR, II 6978), S. 515-525; Bergen-Pantens, C. van den: Portraits troyens et héraldique ima­ginaire. Les exemples d’Hector et de Penthésilée, S. 527-537; Branden, J.-P. vanden: Adrien d’Utrecht, chanoine d’Anderlecht, cet étrange pape étranger, S. 539-557; Laere, R. van: Aanlegtekeningen op 14de- en 15de- eeuwse munten uit de Zuidelijke Niederlanden, S. 571-586; Uytven, R. van: Feesten met Bosch en Breughel, S. 587-598; Watteeuw, L.: Het „Hennessy getijdenboek“, een middeleeuws manuscript in de negentiende eeuw. De boekarcheologische focus, S. 599-611; Wittek, M.: Un filigrane méconnu aux armoiries de Marc Laurin, seigneur de Watervliet, S. 613-626.

Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548-1709), hg. von C. Brink und J. Kappel, Berlin 2009 [Deutscher Kunst­verlag, 344 S., geb., 405 farb. und 21 sw-Abb., 34,90 Euro].

Mittelalterliche Bruderschaften in europäischen Städten. Funktionen, Formen, Akteure, hg. von M. Escher-Apsner, Frankfurt am Main 2009 (Inklusion/Ex­klu­sion. Studien zu Fremdheit und Armut von der Antike bis zur Gegenwart, 12) [Peter Lang, 382 S., geb., 5 Abb., 2 Tab., 59,80 Euro].

Müller, R.: Das obere Schloß in Greiz. Ein romanischer Backsteinbau in Ost­thü­ringen und sein historisches Umfeld, hg. vom Thüringischen Landesamt für Denk­mal­pflege und Archäologie, Altenburg 2008 (Arbeitsheft des Thüringischen Landes­amtes für Denkmalpflege und Archäologie. Neue Folge, 30) [Reinhold, 195 S., kart., 20 Euro].

Mundt, B.: Der Pommersche Kunstschrank des Augsburger Unternehmers P. Hain­hofer für Herzog Philipp II. von Pommern, München 2009 [Hirmer, 448 S., geb., zahlr. Abb., 98 Euro].

Muzzarelli, M. G.: Guardaroba medievale. Vestiti e società dal XIII al XVI secolo, Bologna 2009 (Saggi, 503) [Il Mulino, 380 S., kart., 16 Euro].

Naumann, J.: Saarland – Burgenland? Gedanken zur Situation und Denkmalpflege von Burgen im Saarland, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 74-78.

Navire, F.: Torino come centro di sviluppo culturale. Un contributo agli studi della civiltà italiana, Frankfurt am Main, 2009 (Sprache – Literaturen – Kulturen. Aache­ner Beiträge zur Romania, 1) [Peter Lang, 628 S., kart., 96,80 Euro].

Neumaier, M.: „Milch, Honig und Nektar fließen in Strömen“. Die Patronage von Bildung und Gelehrsamkeit im England der frühen und mittleren Tudorzeit, Münster 2009 [LIT, 344 S., kart., 34,90 Euro].

Nicklas, T.: „Uni de cœur et d’interest“. La Bavière, la Savoie, la France et le choix des princesses au XVIIe siècle, in: XVIIe siècle 243,2 (2009) S. 257-266.

Noblet, J.: En perpétuelle mémoire. Collégiales castrales et saintes-chapelles à vocation funéraire en France (1450-1560), Rennes 2009 [Presses Universitaires de Rennes, XVI+320 S., kart., zahlr. Abb., 22 Euro].

Nowosadtko, J.: Stehendes Heer im Ständestaat. Das Zusammenleben von Militär- und Zivilbevölkerung im Fürstbistum Münster 1650-1803, Paderborn 2009 [Schö­ningh, 400 S., geb., 44,90 Euro].

Oelwein, C.: Ewig blühte Bayerns Land – Herzog Ludwig X. und die Renaissance, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 119-120.

Von der Ordnung zur Norm. Statuten in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von G. Dross­bach, Paderborn 2009 [Schöningh, 378 S., geb., 78 Euro].

Ornatissimo codice. La biblioteca di Federico di Montefeltro, hg. von M. Peruzzi, Mailand 2008 [Skira, 247 S., kart., Abb., 47 Euro].

Otto IV. Traum vom welfischen Kaisertum. Niedersächsische Landesausstellung 8. August bis 8. November 2009, hg. vom Braunschweigischen Landes­mu­seum/Nie­der­sächsische Landesmuseen Braunschweig durch B. U. Hucker, S. Hahn, H. J. Derda und A. W. Vetter, Braunschweig 2009 [Imhof, 520 S., geb., 300 farb. Abb., 39,95 Euro].

Panzer, M. A.: Fürstinnen von Thurn und Taxis, Regensburg 2009 [Pustet, 208 S., geb., 8 farb. Bildseiten, 24,90 Euro].

Paravicini, W.: . Karl Ferdinand Werner, 1924-2008, in: Historische Zeitschrift 288 (2009) S. 542-549.

Paravicini Bagliani, A.: Il potere del papa. Coporeità, autorappresentazione, sim­boli, Florenz 2009 (Millennio medievale, 78; Millennio medievale. Strumenti e studi. N.S. 21) [Sismel Edizioni del Galluzzo, 412 S., 67 Euro].

Pauly, M.: Stadtentstehung im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Nordwest­europa, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 60 (2009) S. 406-420

Petrauskas, R.: Knighthood in the grand duchy of Lithuania from the late fourteenth to the early sixteenth centuries, in: Lithunian historical studies 11 (2006) S. 39-66.

Petrauskas, R.: Straipsniai ir Pranešimai, in: The Year-Book of Lithuanian History 1 (2005) [2006] S. 5-38.

Pierenkemper, H.: Wirtschaftsgeschichte. Die Entstehung der modernen Volks­wirt­schaft, Berlin 2009 [Akademie, 256 S., kart., 15 sw-Abb., 19,80 Euro].

The Poet’s Notebook. The Personal Manuscript of Charles d’Orléans (Paris, BnF MS fr. 25458), hg. von M.-J. Arn, Turnhout 2008 (Texts and Transitions, 3) [Brepols, XXII+202 S., geb., 30 sw-Abb., 1 farb. Abb., 8 sw-Taf., 1 CD, 80 Euro].

Politics, transgression, and representation at the court of Charles II, hg. von J. M. Alexander, New Haven 2008 (Yale Studies in British art, 18) [Yale University Press, 268 S., kart., 40 £].

Politische Versammlungen und ihre Rituale. Repräsentationsformen und Entscheid­ungs­prozesse des Reichs und der Kirche im späten Mittelalter, hg. von J. Peltzer, G. Schwedler und P. Töbelmann, Ostfildern 2009 (Mittelalter-Forschungen, 27) [Thorbecke, 288 S., geb., 49 Euro].

Le prince et la musique. Les passions musicales de Louis XIV. Actes du colloque international des 20, 21 et 22 septembre 2007 au château de Versailles, hg. von J. Duron, Paris 2008 [Mardaga, 320 S., kart., 29 Eiro].

La Prise de décision en France (1525-1559). Recherche sur la réalité du pouvoir royal ou princier à la Renaissance, hg. von R. Claerr und O. Poncet, Genf 2009 (Etudes et Rencontres de l’École des charter, 27) [Droz, 208 S., 8 Abb., kart., 51,20 CHF].

Profane Imagery in Marginal Arts of the Middle Ages, hg. von E. C. Block und M. Jones, Turnhout 2009 (Profane Arts of the Middle Ages, 1) [Brepols, XLII+420 S., kart., 50 sw-Abb., 70 Euro].

Die Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies, Bd. 3: Das Fest im Jahr 1473 in Valenciennes unter Herzog Karl dem Kühnen, hg. von S. Dünnebeil, Ostfildern 2009 (Instrumenta 19) [Thorbecke, 220 S., geb., 39 Euro].

Quellen zur Geschichte des Reisens im Spätmittelalter, hg. von F. Reichert, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 256 S., geb., 49,90 Euro].

Rabeler, Sven: Der Geschichtsschreiber, die Dynastie und die Städte. Städte als Ob­jekte, Akteure und Antagonisten dynastisch orientierter Politik in der Chronik Le­volds von Northof (1279-ca. 1359), in: Jahrbuch für Regionalgeschichte 27 (2009) S. 15-40.

La réception d'Isidore de Séville durant le Moyen âge tardif (XIIe-XVe s.), hg. von J. Elfassi und B. Ribémont, Paris 2009 (Cahiers de recherches médiévales, 16) [Champion, 412 S., kart., 75 Euro].

Reichert, F., Rückert, P.: Reisen und Reiseliteratur im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009) S. 11ff.

Reid, J. A.: King’s Sister – Queen of Dissent: Marguerite of Navarre (1492-1549) and her Evangelical Network. A broad circle of nobles, prelates, humanist authors, and commoners, who sought to advance the Reform of the French Church along Evangelical (Protestant) Lines, 2 Bde., Leiden 2009 (Studies in Medieval and Refor­mation Traditions, 139) [(Brill, XXII+1-377 S.; VIII+379-800 S., geb., 190 Euro].

Rexroth, F.: Expertenweisheit. Die Kritik an den Studierten und die Utopie einer ge­heil­ten Gesellschaft im späten Mittelalter, Basel 2008 (Freiburger Mediävisten. Vor­träge, 1) [Schwabe, 46 S., kart., 10 Euro].

Richter, S.: Fürstentestamente der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Me­dien intergenerationeller Kommunikation, Göttingen 2009 (Schriftenreihe der Histo­ri­schen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 80) [Vandenhoeck & Ruprecht, 541 S., kart., 79 Euro].

Riis, T.: Die dänische Monarchie 1800-1864: Goldenes Zeitalter oder imperialer Aus­verkauf?, in: Jahrbuch für Regionalgeschichte 27 (2009) S. 57-69.

Ringelevičienė, G.: Wawel in Vilnius. From the Jagiellonians to the end of the Polish-Lithuanian commonwealth. Ausstellungskatalog „Lithuania’s Millenium programme’s exhibitions Vilnius“, Museum of Applied Art, July 5-October 4, 2009, Vilnius 2009 [Lithuanian Art Museum, 127 S., geb., zahlr. Abb., 12,50 Euro].

Riten, Gesten, Zeremonien. Gesellschaftliche Symbolik in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von E. Bierende, S. Bretfeld und K. Oschema, Berlin 2008 (Trends in Medieval Philology, 14) [Gruyter, XXXVIII+409 S., kart., 99,95 Euro].

Roberts, D.: „Imago Mundi“: eine ikonographische und mentalitätsgeschichtliche Stu­die, ausgehend von Hans Holbein d.J. „The Ambassadors“, Hildesheim 2009 (Studien zur Kunstgeschichte, 177) [Olms, 525 S., geb., 8 farb. Abb., 88 sw-Abb., 78 Euro].

Le roi René dans tous ses États (1409-1480), hg. von J.-M. Matz und É. Verry, Paris 2009 [Éditions du patrimoine, 248 S., 32 Euro].

Roitner, I.: Helena Antonia aus Lüttich. Eine Virgo barbata am Hof der Erzherzogin Maria in Graz († 1608), in: Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst 63,1-2 (2009) S. 41-49.

„Rome des quartiers“: des vici aux rioni. Cadres institutionnels, pratiques sociales, et requalifications entre antiquité et époque moderne. Actes du colloque international de la Sorbonne (20-21 mai 2005), hg. von M. Royo, É. Hubert und A. Béranger, Paris 2008 [Boccard, 398 S., geb., 68 Euro].

Rotthoff-Kraus, C.: Regesten zur burgundischen-niederländischen Geschichte un­ter Maximilian I. bis zum Tode Friedrichs III. (1477-1493). Aus den Archives géné­rales du Royaume/dem Algemeen Rijksarchief in Bruxelles/Brussel, Bestand: Manuscrits divers, Wien 2008 (J. F. Böhmer. Regesta Imperii. Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493). Supplemente. Kaiser und Reich in der Regierungszeit Friedrichs III., 1) [Böhlau, 290 S., kart., 53 Euro].

Rücker, V.: Die Grabinschriften der Hohenzollern. Edition, Übersetzung und Kom­men­tar, Hildesheim 2009 (Spolia Berolinensa. Berliner Beiträge zur Geistes- und Kulturgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, 30) [Olms, 382 S., geb., 11 Abb., 64 Euro].

Sächsische Lebensbilder, hg. von G. Wiemers, Stuttgart 2009 (Quellen und For­schun­gen zur sächsischen Geschichte, 33) [Franz Steiner, VIII+878 S., geb., 106 Euro].

Sammler, I.: Höfische Festkultur im Zeitalter Ludwigs XIV., Frankfurt am Main 2009 (Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs, 12) [Peter Lang, 141 S., kart., zahlr. Abb., 27,50 Euro].

Schäffner, A.: Terra verde. Entwicklung und Bedeutung der monochromen Wand­malerei der italienischen Renaissance, Weimar 2009 [Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, 466 S., geb., 83 sw- und 10 farb. Abb., 78 Euro].

Scheibelreiter, G.: Heraldik, 2. Aufl., München 2009 [Oldenbourg, 222 S., kart., 372 Abb., 29,80 Euro].

Schmalkalden – Biberach – Ravensberg. Städtische Entwicklungen vom Spät­mittel­alter zur Frühen Neuzeit, hg. von G. Clemen, Stuttgart 2009 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beiheft 203) [Franz Steiner, 393 S., kart., 6 Abb., 59 Euro].

Schröder, S.: Dess glich ich all min tag nie gesechen hab vnd ob got wil nùt mer sechen wil. Fremd- und Selbstbilder in den Pilgerberichten des Ulmer Dominikaners Felix Fabri, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 68 (2009), S. 41ff.

Schröder, S.: Zwischen Christentum und Islam. Kulturelle Grenzen in den spät­mit­tel­alterlichen Pilgerberichten des Felix Fabri, Berlin 2009 (Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters, 11) [Akademie, 560 S., geb., 69,80 Euro].

Scott, M.: Kleidung und Mode im Mittelalter, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 104 farb. und 18 sw-Abb., 24,90 Euro].

Seggern, H. von: Gab es ein Hauptstadtbewusstsein im Hochmittelalter? Eine Be­ob­ach­tung zu metropolis bei Bartholomäus Anglicus, in: Jahrbuch für Re­gio­nal­geschichte 26 (2008) S. 15-35.

Sieburg, H.: Literatur des Mittelalters, Berlin 2009 [Akademie, 256 S., kart., 22 Abb., 19,80 Euro].

Silies, M.: Die Motetten des Philippe de Monte (1521-1603), Göttingen 2009 (Abhandlungen zur Musikgeschichte, 16) [V&R Unipress, 800 S., geb., zahlr. Notenbeispiele, 82 Euro].

Silleras Fernández, N.: Power, Piety, and Patronage in Late medieval Queenship. Maria de Luna, New York u.a. 2009 [Palgrave Macmillan, XVIII+250 S., kart., graph. Darst., 53 Euro].

Skibiński, W.: Renesans we księstwie brzeskim [Renaissance im Brieger Fürsten­tum], Brzeg 2008 [Brega Libri, 107 S., Klebebindung, 20 Abb., ca. 7 Euro] –siehe die Buchvorstellung oben S. 38.

Snyder, T.: The red prince. The fall of a dynasty and the rise of modern Europe, London 2008 [Bodley Head, 352 S., geb., 20 £].

Sobeck, C.: Vom Siegel der Reußen älterer Linie und dessen Wert als Quelle, in: Jahr­buch des Museums Reichenfels-Hohenleuben 43 (2009) S. 97-116.

Sohn, A.: Süddeutsche im mittelalterlichen Paris. Eine historische Spurensuche, in: Grenz­überschreitungen. Die Außenbeziehungen Schwabens in Mittelalter und Neu­zeit, hg. von W. Wüst, G. Kreuzer und D. Petry, Augsburg 2008 (Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 100), S. 285-304.

Sohn, A.: Stadtmauern als Normen urbanan Wachstums. Das Beispiel Paris, vor­nehmlich im Mittelalter, in: Städtische Normen – genormte Städte. Zur Planung und Regelhaftigkeit urbanen Lebens und regionaler Entwicklung zwischen Mittelalter und Neuzeit. 43. Arbeitstagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtge­schichtsforschung, Rothenburg ob der Tauber, 12.-14. November 2004, hg. von A. O. Weber, Ostfildern 2009 (Stadt in der Geschichte, 34), S. 33-57.

Sommer, F.: Psychiatrie und Macht. Leben und Krankheit König Ludwig II. von Bayern im Spiegel prominenter Zeitzeugen, Frankfurt am Main 2009 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 1062) [Peter Lang, 324 S., kart., 54,80 Euro].

Au sommet de l’Empire. Les élites européennes dans les colonies (XVIe-XXe siècle), hg. von C. Laux, F.-J. Ruggiu und P. Singaravélou, Brüssel 2009 [Peter Lang, 326 S., kart., 14 Tab., 45,90 Euro].

Spangler, J.: Aulic spaces transplanted: The design and layout of a franco-bur­gundian court in a scottish palace, in: The Court Historian 14,1 (2009) S. 49-62.

Spiess, K.-H.: Das Lehnswesen in Deutschland im hohen und späten Mittelalter, 2., überarb. Aufl., Stuttgart 2009 [Franz Steiner, 180 S., kart., 10 Abb., 18 Euro].

Spiess, K.-H.: Safeguarding property for the next generations: family treaties, marriage contracts and testaments of german princely dynasties in the later Middle Ages (14th-16th centuries), in: La famiglia nell’economia europea, secc. XIII-XVII. – The economic role of the family in the european economy from the 13th to the 18th centuries, hg. von S. Cavaciocchhi, Florenz 2009 (Fondazione Istituto Interna­zionale di Storia Economica „F. Datini“, Prato. Serie 2: Atti delle „settimane di studi“ e altri convegni, 40), S. 23-45.

Städtische Normen – genormte Städte. Zur Planung und Regelhaftigkeit urbanen Le­bens und regionaler Entwicklung zwischen Mittelalter und Neuzeit, hg. von A. O. Weber, Ostfildern 2009 (Stadt in der Geschichte, 34) [Thorbecke, 208 S., kart., 24 Euro].

Starkey, D., Doran, S.: Henry VIII: Man and Monarch. The Extraordinary Transformations – Personal and Political, Intellectual and Religious, Literary, Aesthe­tic, and Linguistic – that took place during Henry’s reign, London 2009 [The British Library Publications, 256 S., geb., 250 farb. Abb., 25 £].

Staufer & Welfen. Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter, hg. von W. Hech­berger und F. Schuller, Regensburg 2009 [Pustet, 280 S., geb., 32 Abb., 24,90 Euro].

Sütterle, H.-P.: Die Salier und das Elsass. Studien zu den Herrschaftsverhältnissen und zu den politischen Kräften in einer „Randregion“ des Reiches (1002-1125), Frankfurt am Main 2009 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 1058) [Peter Lang, 328 S., kart., 1 Abb., zahlr. Graphiken, 56,50 Euro].

Svensson, E.: The Medieval Household: Daily Life in Castles and Farmsteads. Scandinavian Examples in their European Context, Turnhout 2008 (The Medieval Countryside, 2) [Brepols, XVI+382 S., geb., 73 sw- und 17 farb. Abb., 55 Euro].

Tauber, C.: Manierismus als Herrschaftspraxis. Die Kunst der Politik und die Kunst­politik am Hof von François Ier, Berlin 2009 (Studien aus dem Warburg-Haus, 10) [Akademie, 452 S., geb., 87 sw-Abb., 50 farb. Abb., 79,80 Euro].

Transfer des savoir au Moyen Âge. Wissenstransfer im Mittelalter. Actes de l’Atelier franco-allemand, Heidelberg, 15-18 janvier 2008, hg. von S. Dörr und R. Will­helm, Heidelberg 2009 (Studia Romanica, 144) [Winter, 236 S., geb., 13 Abb., 39 Euro].

Vom Umgang mit Schätzen. Internationaler Kongress Krems an der Donau 28. bis 30. Oktober 2004, hg. von E. Vavra, K. Holzner-Tobisch und T. Kühtreiber, Wien 2007 (Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, 771; Ver­öffent­lichungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 20) [Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 360 S., kart. 67 Abb., 51,20 Euro].

Untermann, M.: Handbuch der mittelalterlichen Architektur, Darmstadt 2009 [Wis­sen­schaftliche Buchgesellschaft, 400 S., geb., 120 sw-Abb., 39,90 Euro].

Vazquez-Gestal, P.: „The system of the court“: Elizabeth Farnese, the count of Santiesteban and the monarchy of the two Sicilies, 1734-1738, in: The Court Histo­rian 14,1 (2009) S. 23-47.

Verwandtschaft, Freundschaft, Bruderschaft. Soziale Lebens- und Kommu­ni­ka­tions­formen im Mittelalter. Akten des 12. Symposiums des Mediävistenverbandes, hg. von G. Krieger, Berlin 2009 [Akademie, 574 S., 31 Abb., geb., 59,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Goetz, H.W.: Verwandtschaft im früheren Mittelalter (I): Terminologie und Funk­tionen, S. 15ff.; Dilcher, G.: An den Ursprüngen der Normbildung – Ver­wandtschaft und Bruderschaft als Modelle gewillkürter Rechtsformen, S. 37ff.; Moulin, C.: Paratextuelle Netzwerke: Kulturwissenschaftliche Erschließung und soziale Dimensionen der althochdeutschen Glossenüberlieferung, S. 56ff.

Praxis und soziale Lebens- und Kommunikationsformen

Smolak, K.: Formel und Freundschaft, S. 83ff.; Le Jan, R.: „Kompetitiver Tausch“ zwischen Eliten des frühen M ittelalters, S. 96ff.; Kleber, H.: Die Ta­fur im Premier cycle de la croisade: asoziales Gesindel, militärische Schock­truppe, religiöse Bruderschaft oder feudaler Lehnsverband? , S. 106ff.; Knoch, W.: Gebets- und Lebensgemeinschaft in FreundschaftBernhardinische Re­form­impulse, S. 118ff.; Schnell, R.: Kommunikation unter Freunden vs. Kom­mu­nikation mit Fremden. Eine Studie zum Privaten und Öffentlichen im Mittel­alter, S. 127ff.; Köster, G.: Künstler als Mitglieder venezianischer Bruder­schaf­ten im 14. und frühen 15. Jahrhundert am Beispiel der ,Scuola di Santa Maria della Misericordia‘, S. 151ff.; Gramsch, R.: „Seilschaften“ von universi­täts­ge­bil­deten Klerikern im deutschen Spätmittelalter – Beziehungsformen, Netz­werk­strukturen, Wirkungsweisen, S. 176ff.; Resch, C.: Verwandtschaft oder Freund­schaft im Angesicht des Todes: Vmbstender am Kranken- und Sterbebett, S. 189ff.

Herrschaft und soziale Lebens- und Kommunikations­formen

Bode, T.: Klöster und Bischofssitze als Kommunikationsknotenpunkte? – Nach­richtennetze in der ottonischen Reichskirche (936-1024) , S. 211ff.; Bührer-Thierry, G.: Unter dem Blick des Herrschers: Blick, Augen und Sicht im Früh­mittelalter, S. 221ff.; Köhler, K.: Die Königin innerhalb der früh- und hoch­mittelalterlichen Kommunikation, S. 229ff.; Brieskorn, N.: Drei päpstliche Akte und ihre Wirkung auf drei Gemeinschaften, S. 238ff.; Otis-Cour, L.: Universitas: The emergence of the juristic personality of towns in the South of France at the turn of the twelfth to the thirteenth Century, S. 253ff.; Schultz-Balluff, S.: triuwe – Verwendungsweisen und semantischer Gehalt im Mit­tel­hoch­deutschen, S. 271ff.

Deutung und Kritik sozialer Lebens- und Kommunika­tions­formen

Depreux, P.: Die Schenkung an die Kirche als bleibende Erinnerung an das Ver­hältnis wischen Herrscher und fideles im Frühmittelalter, S. 297ff.; Föller, D.: „Rate, der es kann!“ – Schriftkultur und Totengedenken in der Wikingerzeit, S. 307ff.; Tasca, F.: La famiglia dell’ eretico: dalla normalita all’ esclusione. Una fonte emblematica, S. 330ff.; Obermaier, S.: „Der fremde Freund“. Tier-Mensch-Beziehungen in der mittelhochdeutschen Epik, S. 343ff.; Michaelis, B.: „Die Sorge um sich“ und die Sorge um den Freund – Zur Inszenierung von Freundschaftim ,Prosalancelot‘, S. 363ff.; Ansari, A.: Selbstzweck und Nutzen in der Freundschaftsdiskussion der Antike und des Mittelalters, S. 385ff.; Dar­ge, R.: Die philosophische Lebensweise in mittelalterlicher Wertung, S. 394ff.; Kullmann, D.: Der entartete Sohn – Problematisierungen von Familien­be­ziehungen und sozialem Status in französischen Epen des 14. Jahrhunderts, S. 408ff.; Winst, S.: Freundespaar und Bruderpaar: Verflechtungen von Freund­schaft und Verwandtschaft in spätmittelalterlichen Bearbeitungen von ,Valentin und Namelos‘ und ,Amicus und Amelius‘, S. 427ff.; Domanski, C.: Buch­illustration, die „rechte Ehe“ und die Kirche als Heilvermittlerin: Die ,Melusine‘ des Thüring von Ringoltingen, S. 440ff.; Strack, G.: De Germania parcissime locuti sunt ... Die deutsche Universitätsnation und das „Lob der Deutschen“ im späten Mittelalter, S. 472ff.; Kipf, J. K.: Humanistische Freundschaft im Brief – Zur Bedeutung von amicus, amicitia und verwandter Begriffe in Briefcorpora deutscher Humanisten 1480-1520, S. 491ff.; Oschema, K.: Riskantes Vertrauen. Zur Unterscheidung von Freund und Schmeichler im späten Mittelalter, S. 510ff.

Krieger, G.: Philosophie und soziale Lebensform im Mittelalter, S. 533ff.

La Ville à la Renaissance. Espaces – Representations – Pouvoirs. Actes du XXXIXe Colloque international d’études humanistes (1996), hg. von G. Chaix, M.-L. Demonet und R. Sauzet, Paris 2008 (Le Savoir de Mantice, 16) [Champion, 368 S., kart., 112,64 Euro].

Wagner, B.: Fürstenhof und Bürgergesellschaft. Zur Entstehung, Entwicklung und Legitimation moderner Kulturpolitik, Essen 2009 (Edition Umbruch, 24) [Klartext, 500 S., kart., 19,90 Euro].

Wassewitz, Ilka: Motive und Modi höfischer Repräsentation in den Bauprojekten Albrechts von Waldstein, in: Berichte und Forschungen. Jahrbuch des Bundes­instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 16 (2008).

Der Weg zur Kaiserkrone. Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier, hg. von M. Margue, M. Pauly und W. Schmid, Trier 2009 (Publications du Centre Luxembourgeois de Documentation et d’Etudes Médiévales, 24) [Kliomedia, 200 S.; geb., zahlr. farb. Abb., 1 Karte, 60 Euro].

Weiss, S.: Zur Herrschaft geboren. Kindheit und Jugend im Haus Habsburg von Kaiser Maximilian bis Kronprinz Rudolf, Innsbruck 2008 [Tyrolia, 327 S., geb., 331 farb. und sw-Abb., 34,95 Euro].

Weissen, K.: Die Reformation in Baden-Durlach im Jahre 1556 aus Sicht des Fürst­bischofs von Basel, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 157 (2009) S. 191-202.

Wenzel, H.: Spiegelungen. Zur Kultur der Visualität im Mittelalter, Berlin 2009 (Philologische Studien und Quellen, 216) [Erich Schmidt, 316 S., 316 S., kart., 54 größtenteils farb. Abb., 59,80 Euro].

Westermann, A.: Die vorderösterreichischen Montanregionen in der Frühen Neu­zeit, Stuttgart 2009 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beiheft 202) [Franz Steiner, 395 S., kart., 9 Abb. und Karten, 64 Euro].

Wilhelm der Einäugige, Markgraf von Meissen (1346-1407). Tagungsband, hg. durch die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein für Sächsische Landesgeschichte e.V. Red. I. Grässler, A. Kleiner u.a., Dresden 2009 (Saxonia, 11) [Sandstein, 200 S., kart., 25 Euro].

Aus dem Inhalt:

Thieme, A.: Markgraf Wilhelm I. der Einäugige – Zum Nachleben eines „ver­ges­senen Markgrafen“, S. 11ff.; Lindner, M.: Markgraf Wilhelm I. von Meißen im Reich. „Der marcgraffin von Missin schulmeister unde ir aller anwiser, der dy herschafft zcu Missin sere beßirte“, S. 27ff.; Tresp, U.: Markgraf Wilhelm I. von Meißen und Böhmen – Die „Belagerung“ von Prag (1401), S. 43ff.; Bünz, E.: Markgraf Wilhelm I. von Meißen und die Kirche, S. 54ff.; Thiel, U.: Was­ser­not und Strukturwandel – Zum Montanwesen im Erzgebirge und seinem Vor­land in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, S. 67ff.; Leisering, E.: Mark­graf Wilhelm als Landesherr – Herrschaftsmethoden vor und nach der Erlangung der alleinigen Herrschaft in der Markgrafschaft Meißen im Jahr 1382, S. 79ff.; Butz, R.: Hof und Hofhaltung der Wettiner zur Zeit Markgraf Wilhelms I. von Meißen, S. 93ff.; Winkel, H.: Seelenheilvorsorge und Repräsentation – Dyna­sti­sche Konzeptionen von Grablege und Memoria der Wettiner im Mittelalter, S. 101ff.; Magirius, H.: Sakrale Baukunst zur Zeit des Markgrafen Wilhelm und ihre Bedeutung für die Entwicklung der obersächsischen Spätgotik, S. 109ff.; Donath, G.: Markgraf Wilhelm I. und der Meißner Dom als wet­ti­ni­sches Macht­symbol, S. 118ff.; Fajt, J.: Kampf um den Dom – Markgraf Will­helm, die Meißner Bischofskirche und der lange Schatten Kaiser Karls IV., S. 125ff.; Donath, M.: Schlösser als Herrschaftszeichen – Die Schloßbauten Wilhelms I. von Meißen, S. 141ff.; Kunze, J.: Umfang und Verfassung des Amtes Leisnig, S. 160ff.; Reuther, S.: Schloß Rochlitz in der Zeit von Mark­graf Wilhelm I. – Ein Überblick zum Baubestand, S. 173ff.; Grässler, I., Schmidt, T.: Die Bau­tätigkeit in der Zeit Markgraf Wilhelms I. auf der Burg Mildenstein/Leisnig – Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Unter­suchungen, S. 185ff.

Wilhelmine von Bayreuth heute. Das kulturelle Erbe der Markgräfin, hg. von G. Berger, Bayreuth 2009 (Archiv für Geschichte von Oberfranken. Sonderband) [Ellwanger, 352 S., kart., 22,90 Euro].

Wirth, J.: „Schloss Droyßig“ oder „Burg Droyßig“? Erkundungen zu einem bau­ge­schichtlich hoch beachtlichen Feudalsitz in Mitteldeutschland, in: Burgen und Schlös­ser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 111-118.

Würgler, A.: Medien in der Frühen Neuzeit, München 2009 (Enzyklopädie deut­scher Geschichte, 85) [Oldenbourg, 164 S., kart., 4 Abb., 19,80 Euro].

Zehetmayer, R.: Urkunde und Adel. Ein Beitrag zur Geschichte der Schriftlichkeit im Südosten des Reichs vom 11. bis zum frühen 14. Jahrhundert, München 2009 (Ver­öffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 53) [Ol­den­bourg, 448 S., kart., 54,80 Euro].

Zeune, J.: Burgenforschung im Saarland am Beispiel der Burg Dagstuhl, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2 (2009) S. 87-94.

 


Sonstiges

 

 

Internationales Promotionskolleg

Lern- und Lebensräume im Mittelalter

Hof – Kloster – Universität
Komparatistische Mediävistik 500-1600

 

 

Das Kolleg konzentriert sich inhaltlich auf zentrale soziale Systeme der mittel­al­ter­lichen Gesellschaft, indem Hof, Kloster und Universität unter dem Aspekt des Le­bens- und Lernraums analysiert und kartiert werden sollen. Für diese komplexen Systeme bietet sich das Konzept einer transdiszplinären Mediävistik insbesondere an, denn eine allein aus der Perspektive eines Einzelfachs gewonnene Sicht wird vielfach der Differenziertheit der genannten sozialen Komplexe nicht gerecht. Die Möglichkeit der Einbindung aller beteiligten Fächer in die Forschungsarbeit in den im folgenden skizzierten Schwerpunktbereichen eröffnet nicht zuletzt die Chance, die Perspektiven der jeweiligen Einzelfächer auch in methodischer Hinsicht zu erweitern und in dieser Hin­sicht das wissenschaftliche Profil der Universität Freiburg weiter zu konturieren und zu modernisieren.

 

Das Kolleg umfaßt die Fächer Archäologie, Germanistik, Geschichte, Kunst­ge­schich­te, Medizingeschichte, Mittellatein, Musikwissenschaft, Philosophie, Rechts­wis­sen­schaften, Romanistik, Slavistik und Theologie. Eingebettet in das For­schungs­feld „Vor- und Frühmoderne Kulturen“ ist das Promotionskolleg Teil eines Gesamt­kon­zepts zur Neustrukturierung der Graduiertenausbildung an der Universität Frei­burg. Die­ses Forschungsfeld ist am Mittelalterzentrum verankert, das auch Träger des Pro­mo­tionskollegs ist.

 

Ein sechssemestriges Curriculum ist das methodisch-theoretische Rückgrat des Pro­mo­tionskollegs. Ringkolloquien der beteiligten Hochschullehrerinnen und Hoch­schul­lehrer widmen sich aktuellen Forschungsparadigmen, methodischen Implikationen und theoretischen Leitmodellen. Die methodisch-theoretischen Einsichten dieser Ba­sis­kolloquien sollen in transdisziplinären Tandemseminaren umgesetzt werden, die von zwei Hochschullehrern bzw. Hochschullehrerinnen angeboten werden. Parallel bzw. aufbauend werden ab dem 2. Semester internationale Graduiertenseminare ange­boten, die kollegübergreifend organisiert werden können und für alle Kollegiaten der Gra­duiertenklasse geöffnet werden, so daß sich auf internationaler Ebene eine Ver­netzung der Kollegiaten über den Bereich des eigenen Kollegs hinaus ergibt. Das Cur­ri­culum sieht insgesamt 24 SWS vor, von denen 2 SWS für Hochschul­di­dak­tik/Präsentationstechniken und 2 SWS für Graduiertenlehre/Praktika reserviert sind. Die curriculare Belastung der Kollegiaten sinkt dabei kontinuierlich ab, so daß zum Ende des Kollegs das Zeitbudget zur Abfassung der Dissertation steigt. Wahl­mög­lich­keiten und Blockveranstaltungen flexibilisieren das Curriculum vom 2. Jahr an mit dem Ziel, den Kollegiaten Freiräume für Forschungsaufenthalte außerhalb Freiburgs zu schaffen. Die Anerkennung von Leistungen, die bei Auslandsaufenthalten erbracht werden, ist möglich.

[Text: www.prk-mittelalter.uni-freiburg.de/]

 

 

 

Kontaktadressen:

 

Sprecherin des Kollegs

Prof. Dr. Birgit Studt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Historisches Seminar

Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte II

Platz der Universität – KG IV

D-79085 Freiburg i.Br.

E-Mail: birgit.studt@geschichte.uni-freiburg.de

 

Stellvertretender Sprecher des Kollegs

Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

Stefan-Meier-Str. 26

D-79104 Freiburg i.Br.

E-Mail: leven@egm.uni-freiburg.de

 

Koordinator des Kollegs

Harald Wohlfeil

Historisches Seminar

Belfortstr. 16, 1. OG

[D] 07 61 - 2 03-93 45

E-Mail: harald.wohlfeil@geschichte.uni-freiburg.de

 

 

Internet: www.prk-mittelalter.uni-freiburg.de/

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung,

Handbuch IV: Grafen und Herren)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)

 

Silke Meier

Anna Orlowska

 

 

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse) Leibnizstr. 8

 

(postalisch) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84 (Hirschbiegel)

Tel./AB [D] 04 31 - 8 80-22 96 (Wettlaufer)

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

 



*     Wir nennen in der Regel nur die uns bekannt gewordenen Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen, die ab Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden wer­den, siehe ansonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen Adresse.

*     Christian Kühner, M.A., Michael Strauß, Graduiertenkolleg 1288 „Freunde, Gönner, Getreue“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Werthmannplatz, KG IV, D-79085 Freiburg, E-Mail: kuehner@gmx.li; michael.strauss@geschichte.uni-freiburg.de.

*     Prof. Dr. Enno Bünz, Universität Leipzig, Historisches Seminar, Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte, Beethovenstr. 15, D-04107 Leipzig, E-Mail: buenz@rz.uni-leipzig.de.

[1]     Šmahel, František: Cesta Karla IV. do Francie: 1377-1378, Praha 2006.

[2]     Vgl. dazu Spěváček, Jiří: Václav IV. 1361-1419. K předpokladům husitské revoluce, Praha 1986, S. 124f. und 134f. mit den Quellen- und Literaturbelegen. Hlaváček, Ivan: Das Urkunden- und Kanzleiwesen des böhmischen und römischen Königs Wenzel (IV.) 1376-1419, Stuttgart 1970 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 23), S. 405, hat in sein Itinerar Wenzels nur den zweiten Aufenthalt Wenzels in Altsohl aufgenommen.

*     Dr. Petr Elbel, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Mittelalterforschung, Wohllebengasse 12-14/4. Stock, A-1040 Wien, E-Mail: Petr.Elbel@oeaw.ac.at.

*     Anna Paulina Orlowska, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Residenzen-Kommission, Arbeitsstelle Kiel, c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ols­hau­senstr. 40, D-24098 Kiel, E-Mail: a.p.orlowska@gmail.com.

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