Akademie der Wissenschaften zu GöttingenResidenzen-
Kommission
Arbeitsstelle Kiel
Akademie der
Wissenschaften
zu Göttingen
Tres riches heures, Duc de Berry, SeptemberbildKleine Schriften UB Kiel (©)Karlsruher virtueller Katalog (KvK)Kleine Schriften UB Kiel (©)Tres riches heures, Duc de Berry, Septemberbild
Login      Hilfe Aktuelles | Publikationen | Handbuch | Symposien | Home | Kontakt | Suchen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

__________________________________________________

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 19 (2009) Nr. 1


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Universitätsdruckerei

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

Titelvignette:

Coburg, Ansicht von Westen

Kupferstich

Matthaeus Merian d.Ä., Topographia Germaniae,
Bd. 9: Topographia Franconiae, Frankfurt am Main 1648

 



Inhalt

 

Vorwort..................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission............................................................................................. 9

12. Symposium der Residenzen-Kommission.................................................................... 11

Vorläufiges Programm...................................................................................................... 15

Die Arbeit der anderen.......................................................................................................... 17

10 Jahre Arbeitskreis „Höfe des Hauses Österreich“,
von Jan Paul Niederkorn, Wien........................................................................................ 17

Zur Rezeption der höfischen Kultur in den Böhmischen Ländern
des Früh- und Hochmittelalters,
von Dana Dvořáčková-Malá und Jan Zelenka, Prag......................................................... 21

Zur Problematik des Hofes von Stanislav Pavlovsky von Pavlovic,
1579-1598, Fürstbischof von Olmütz,
von Jan Štěpán, Olmütz...................................................................................................... 30

Im Dienst von Forschung und wissenschaftsnaher Öffentlichkeit:
Das „Institut für Personengeschichte“ (IPG) in Bensheim,
von Volkhard Huth, Bensheim.......................................................................................... 36

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen................................................................... 45

Kolloquiumsberichte............................................................................................................. 63

Die Kapitalisierung des Krieges.
Kriegsunternehmer in Spätmittelalter und Früher Neuzeit,
von Alexander Lehmann und Barbara Trosse, Halle/Saale............................................. 63

Buchvorstellungen................................................................................................................. 69

Ott, Thomas: Präzedenz und Nachbarschaft. Das albertinische Sachsen
und seine Zuordnung zu Kaiser und Reich im 16. Jahrhundert, Mainz 2008
(Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz.
Abendländische Religionsgeschichte, 217),
von Sina Westphal, Schwentinental.................................................................................. 69

Borggrefe, Heiner: Schloß Bückeburg. Höfischer Glanz – fürstliche Repräsentation, mit Fotografien von Jutta Brüdern, Hannover 2007,
Borggrefe, Heiner; Büren, Guido von: Schloß Stadthagen. Eine Residenz
der Renaissance, mit Fotografien von Jutta Brüdern, Hannover 2008
von Stefan Brüdermann, Bückeburg................................................................................. 71

Neuerscheinungen................................................................................................................. 73

Die Arbeitsstelle Kiel......................................................................................................... 105

 

 

 

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2009), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel. Die Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.                                                                                                                               W.P.



Vorwort

 

 

Schaut man um sich, dann fällt auf, wie sehr die Forschung in Böhmen (S. 21-28), Mähren (S. 30-35) und Wien (S. 17-20, 49, 85), kurz im ehemaligen Österreich-Un-garn aufblüht. Aber nicht allein dort. Eindrucksvoll ist, was über Haus, Hof und Herr-schaft des Hauses Savoyen diesseits und jenseits der Alpen veröffentlicht wird. Die Namen Agostino Paravicini Bagliani (ja, mit dem verehrten Kollegen gibt es einen gemeinsamen Spitzenahn, wir haben nur noch nicht herausgefunden, wer es ist), dessen Schülerarbeiten zumeist in den stattlichen „Cahiers lausannois d’histoire“ erscheinen, Guido Castelnuovo in Chambéry, Luisa Clotilde Gentile in Turin und manch andere (siehe unter den Neuerscheinungen S. 60, 63, 64, 77, 78, 81) stehen dafür, auch die neue Reihe „Corti e principi fra Piemonte e Savoia“ tut es. Wer aufmerksam Turin durchwandert, sieht allenthalben die Spuren dieser Dynastie, auf enormen Plätzen von Reiterdenkmälern geschmückt, in hohen Laubengängen, die schon den unglücklichen Friedrich Nietzsche begeisterten, in einem Schloß, das dem 1416 auf dem Konzil zu Konstanz zum Herzogsrang, 1713 zur Königswürde von Sizilien, 1718 von Sardinien aufgestiegenen Hause den nunmehr notwendigen Rahmen gab, während die alte, aus einem römischen Lagertor entstandene Burg hinter der Rokokofassade des Palazzo Madama verschwand. Geht der Besucher aus der Stadt heraus, dann begegnet er einer Landschaft von Nebenresidenzen, Jagdschlössern und Wallfahrtsorten, der in Europa wenig an die Seite zu stellen ist. Zuletzt überhöhte alles das Königtum Italiens vom Jahre 1861 und das Gedenken an das „Risorgimento“, dessentwegen das Haus Savoyen im Jahre 1865 Turin verließ, nach Florenz wechselte und 1871 nach Rom, und dort bei Hofe anstatt der französischen die italienische Sprache einführte – auch dies ein Zeichen der Nationalisierung der Dynastien im 19. Jahrhundert.

Der Leser wird geahnt haben, daß der Verfasser dieser Zeilen Turin gerade besucht hat (wo es übrigens auch einen malerischen „borgo medievale“ gibt – aus dem Jahr 1884), aber was er dort sah, hat Bezug zu unserem nächsten Symposium, dem 12., das in Coburg, einer Residenz natürlich (siehe das Frontispiz), stattfinden wird, vom 25. bis 28. September 2010, Schlußpunkt nach 25 Jahren Arbeit und Ausgangspunkt neuer Forschung, wenn unser Antrag bewilligt wird. Darüber ausführlich unten S. 11-16. Daß es diesmal auf der Veste Coburg eine eigene, beträchtliche Ausstellung geben wird, nicht zur Kommissions-Geschichte, sondern zum Hofkünstler, ist auf S. 57-60 nachzulesen.

Das neue „Court Studies Forum“ wird schon am 24.-26. September 2009 in Ver-sailles unter dem Titel „L’Europa delle Corti“ eine umfassende Musterung der euro-päischen Forschung vornehmen. Der Titel verrät schon, in welche Tradition man sich stellt, die italienische, während im Ausschreibungstext (unten S. 46-48) eine Genesis der modernen Hofforschung gegeben wird, die (mit Ausnahme von Norbert Elias) nur von frühen englischen Arbeiten spricht, was wir mit leicht gehobenen Augenbrauen konstatieren. Es ist betrüblich, daß je länger je weniger zur Kenntnis genommen wird, was in deutscher oder einer anderen Sprache, die nicht das Englische ist, erscheint. Dagegen müssen die nicht-anglophonen Europäer sich vehement wehren. Der Unterzeichnete wird also (auf Französisch) die Arbeiten der Residenzen-Kommission auf der Tagung in Erinnerung rufen. Daß Hofes- und Residenzenforschung europäisch sein muß und alle heutigen Nationen daran zu beteiligen sind, wenn der zeitgenössische Horizont wieder erreicht werden soll, ist derweil für alle Kenner eine Selbstverständlichkeit.

Auch wenn unser Blick sich nun verstärkt der Neuzeit zuwendet, verlieren wir das Mittelalter nicht aus den Augen: Vor der Residenzschloß war die Burg. Über sie wurde und wird in diesem und dem nächsten Jahre vielfach getagt (siehe u.a. unten S. 54, im letzten Heft S. 33 und 34), in Erwartung der großen Ausstellungen des Jahres 2010 „Burg und Herrschaft“ im Deutschen Historischen Musum in Berlin, 25. Juni bis 24. Oktober (siehe S. 51), und „Mythos Burg“ im Germanischen National-museum zu Nürnberg, vom 8. Juli bis 7. November (siehe S. 52).

Daß hinter allen Strukturen Menschen stehen, weiß die Prosopographie schon lange. Im vorliegenden Heft kann man auf S. 36-44 nachlesen, mit wessen Hilfe man dem Einzelnen und einer Gruppe, besonders im Adel, leichter auf die Spur kommen kann: Volker Huth stellt das Bensheimer „Institut für Personengeschichte“ vor, eine öffentlich anerkannte private Stiftung, genealogisch-familienkundlicher Art, die an die Seite von „Herold“ und „Adler“ tritt, mit über 50 000 Bänden eine beachtliche Bibliothek auch älterer Literatur besitzt, darin diejenige von Friedrich Wilhelm Euler, Niklas Frhr. von Schrenck und Notzing und unseres Kollegen Armin Wolf, dazu Nachlässe, z.B. Jürgen Arndts zum Hofpfalzgrafenregister. Es freut zu sehen, wie hier Wissenschaft betrieben wird, ohne den Kontakt zum interessierten Laien zu verlieren.

Zum Schluß noch eine Gabe: Mit diesem Heft erscheint und wird (wieder kosten-los!) ausgeliefert eine kleine Edition als Sonderheft 11 der MRK, enthaltend die Briefe der sächsischen Herzogin Sidonia an ihren Sohn Georg. Seit dem 15. Jahr-hundert sind uns  Fürstenkorrespondenzen erhalten, die uns den Blick hinter die Repräsentationsfassade erlauben und mit den Selbstverständlichkeiten und Sorgen jener hohen Personen bekanntmachen, deren Stand sie keineswegs von der conditio humana befreite. Je mehr wir davon edieren, desto besser – was mir Gelegenheit gibt, auf die soeben erschienene, monumentale Edition des Haushaltsbuches des Bischofs von Basel Johannes von Vennigen hinzuweisen (siehe in den MRK 18,2 [2008], S. 78), an der das Kommissions-Mitglied Gerhard Fouquet maßgeblich beteiligt ist. Was steht am Berner Münster? „Machs nach“.

 

In der Hoffnung, ja Gewißheit, daß Sie, lieber Leser, wieder viel Verwendbares in diesem Heft finden werden, grüßt von Schreibtisch zu Schreibtisch

 

Ihr

 

Werner Paravicini

 

 


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

1.         Handbuch

Die Arbeiten an dem Handbuch zu den Grafen und Herren schreiten weiterhin gut voran. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seine aber gebeten, ihre Texte termingerecht einzusenden bzw. alsbald nachzureichen. Mit einer Veröffentlichung ist aber nicht vor Herbst 2010 zu rechnen. Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse:

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Grafen

 

2.         Residenzenforschung

            2.1.     Die von Brigitte Kasten und Margarete Bruckhaus angefertigte Edition der Hof-, Regiments- und Ämterordnungen von Jülich-Kleve-Berg soll als Manuskript bis zum Jahresende 2009 vorliegen und 2010 in einer von der Kommission erwogenen Unterreihe „Hofordnungen“ der Reihe Residenzenforschung veröffentlicht werden.

            2.2.     Die Akten der von Oliver Auge, Ralf-Gunnar Werlich und Gabriel Zei-linger organisierten Tagung zu dem Thema „Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppenbild und Individualität“, die vom 27. bis 29. März 2008 im schleswig-holsteinischen Landeskulturzentrum Schloß Salzau stattfand, werden als Band 22 der Reihe im Herbst des Jahres 2009 er-scheinen.

            2.3.     Der Tagungsband zum letztjährigen Wiener Symposium der Residenzen-Kommission „Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“ wird unter der Herausgeberschaft von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer als Band 23 der Reihe voraus-sichtlich zum Coburger Symposium im September 2010 vorliegen.

 

3.         Symposien

                        Das 2010 in Coburg in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesell-schaft Coburg (Vors.: Prof. Dr. Gert Melville, Dresden/Coburg) stattfin-dende 12. Symposium der Kommission wird nun zu dem Thema „Bür-gertum und Hofgesellschaft. Wechselwirkungen in Residenz- und Haupt-städten vom 15. bis ins 19. Jahrhundert“ veranstaltet. Es sollen die großen Themen angeschnitten werden, die die „neue“ Kommission (wenn es sie denn geben wird) beschäftigen werden. Mithin handelt es sich um eine Diskussion des künftigen Programms. Zeitgleich zum Coburger Sympo-sium ist eine von Prof. Dr. Matthias Müller/Mainz und Mitarbeitern und Dr. Klaus Weschenfelder/Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg erarbeitete Ausstellung zum Hofkünstler im Reich des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in der Veste Coburg geplant, die internationale Exponate zeigen wird. Alles weitere siehe unten S. 11-16, zur Ausstellung S. 57-60.


4.         MRK

4.1.     MRK 19,1 liegen vor.

            4.2.     Sonderheft 11: Die Briefe der sächsischen Herzogin Sidonia an ihren Sohn Georg, hg. von Alexandra Kursawe, Sven Rabeler und Claudia Ulrich, liegt vor.

            4.3.     In Vorbereitung befindet sich die Veröffentlichung der Beiträge des Ateliers des 11. Symposiums in Wien als Sonderheft 12, das mit den MRK 19,2 erscheinen wird.

 

5.         Neuantrag

            Nach verschiedenen vorangehenden Gesprächsrunden – siehe MRK 18,1 (2008) S. 10 – und nach Beratung durch die Kommission ist der Antrag im März 2009 bei der Akademie in Form einer Projektskizze eingereicht worden. Eine neue Förderungsphase könnte am 1. Januar 2011 beginnen. Näheres in den nächsten Heften.

 

6.         Termin der nächsten Sitzung

            Freitag, 25. September 2009 um 11.00 Uhr in der Göttinger Akademie.

 

Werner Paravicini

 


12. Symposium der Residenzen-Kommission

 

 

Eigentlich hätte das nächste, das 12. Symposium der Residenzen-Kommission den Titel tragen sollen „Blick zurück nach vorn“, was wir nun unterlassen, weil das Histo-rische Kolleg in München sich entschlossen hat, eine neue Vortragsreihe genau so zu benennen (übrigens begonnen mit dem Thema „Alle Sinne“, was hier nicht kommen-tiert wird). Dabei gibt es wahrlich Anlaß, zurückzuschauen, denn die Kommission feiert 2010 das echte Jubiläum der 25 Jahre ihres Bestehens, und zugleich erfährt sie ihr Ende, denn mit dem 31. Dezember 2010 läuft ihre dreizehnjährige Förderung durch das Akademienprogramm unwiderruflich aus. Es wird der Residenzen-Kom-mission also nicht so gehen wie dem Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen, das im 50. Jahr seines Bestehens sang- und klanglos unterging, ohne jede Feier, die denn doch dem Rang des Gründers Hermann Heimpel und der Leistung des Hauses angemessen gewesen wäre.

Wir sind aber der guten Hoffnung, daß die Kommission schon am 1. Januar 2011 wieder auferstehen wird, mit neuer thematischer Ausrichtung, mit teils anderem, teils vermehrtem Personal. Das Symposium ist an der zeitlichen Nahtstelle angesiedelt, und in Coburg versammelt, werden wir bereits wissen, ob aus dem Wunsch Wirklichkeit geworden ist. Dem Prinzip Hoffnung huldigend wollen wir aber jetzt schon so tun, als sei die Existenz der neuen Kommission gesichert: Das Symposium wird nach vorne blicken.

Die (neue) Kommission will nun bis ans Ende der Monarchie im Reiche schauen, ohne den unschätzbaren Vorteil ihrer mittelalterlichen Basis zu verlieren. Zum ande-ren nimmt sie sich eines Spannungsverhältnisses an, das die Hof- und Residenz-geschichte von Anfang an durchzieht, schließlich aber zur Entscheidung kommt: demjenigen von Hof und Stadt (wir tagten schon 2004 darüber), von bürgerlicher und höfischer Gesellschaft. Wer in diesem Verhältnis die Oberhand behält, war lange unentschieden. Im 14. Jahrhundert siegten die Fürsten, das 17. Jahrhundert sah ihren Triumph, im 18. bildete sich ein neues prekäres Gleichgewicht aus, das – wenigstens im Reich – auch die Schockwelle der Französischen Revolution nicht zum Einsturz brachte; im 19. Jahrhundert wechselte die politische Initiative die Seite, aber die kulturelle Vormacht der Höfe blieb auch im industriellen Zeitalter bestehen. Wilhelm II. schließlich war ein sehr moderner, zugleich aber überaus altmodischer Herrscher, der die Monarchie im Reich so sehr delegitimierte, daß sie die Kriegsniederlage nicht überstand.

Wir wollen aber nicht oben anfangen, sondern unten, bei der gelebten Wirklichkeit kleiner Verhältnisse, täglichen Umgangs, eingeübter Verhaltensweisen. Symbolisches Kapital hin und her, beim ökonomischen fängt alles an und endet dort. Darum ist ein Blick auf die finanziellen Relationen notwendig. Der Hof ein Vampir der Stadt? Die Stadt am Tropf des Hofes? Das wird durchdekliniert werden müssen. Wenn aber 25 000 Einwohner schon eine mittelalterliche Großstadt (wie Lübeck) ausmachten, dann wird nicht nur deutlich, daß die Gesellschaft des Ancien Régime im Grunde eine ländliche war, sondern auch, daß die Kleinstadt von kaum 1000 oder 2000 Ein-wohnern vorherrschte, und nicht das Modell Hamburg und Köln, Frankfurt oder Nürnberg, Ulm, Augsburg oder Bern. Wenn wir die Wirklichkeit der Allermeisten fassen wollen, müssen wir bescheiden werden, müssen gleichsam in Hermann und Dorotheas Welt eintauchen, nach Heitersheim im Breisgau, Mergentheim in Schwa-ben, Pommersfelden in Franken, oder Eutin in Holstein schauen, ja noch unter die reichsständische Ebene hinuntergehen bis hin zu den Kleinresidenzstädten der Reichs-ritterschaft in Franken und in Schwaben.

Die Frage ist nur, ob das eine ohne das andere möglich war, ob nicht höfischer Bedarf die Stadt ernährte, ob der Hof nicht vielmehr auf bürgerlichen Fachleuten auf-ruhte. Allerdings ist auch die Frage, ob sich nicht doch ein bürgerliches, gar republi-kanisches Bewußtsein entwickelt, das z.B. die ästhetische, aber auch politische Begei-sterung für die Eidgenossenschaft im späten 18. Jahrhundert erklären könnte. War aber sozialer Aufstieg bis weit ins 19. Jahrhundert anders als im aristokratisch-höfi-schen Gewand überhaupt denkbar? Man gehe über den Münchner Südfriedhof und seinen „Campo Santo“ und lese all die Namen jener, die mit einem schlichten „von“ oder als „Ritter von“ ob besonderer Verdienste um das bayerische Staatswesen ausge-zeichnet wurden. Noch heute erinnert das ehrwürdig Haus Dallmayer in München daran, daß es einmal Hoflieferant gewesen ist.

Damit fragen wir nach der Bedeutung des höfischen Gewerbes und der Künste in der Stadt. Der Konsum der Oberen, schuf er eine ephemere Nachfrage, entbehrlich und ohne Folgen, oder gilt Sombarts These von „Luxus und Kapitalismus“? Führt eine Brücke vom befreiten Gewerbe der Hofkünstler und vom privilegierten Status der Hoflieferanten zur Serienfertigung der Industrie? Wie erklärt sich die seit etwa 1500 hervorgehobene Rolle dieser „Repräsentationsfabrikanten“ in vielerlei Medien, deren Qualität man wohl vorher schon erkannte, deren Status sich dadurch aber nicht merklich erhöht hatte, während nun, bis zu den Münchner Malerfürsten, ein Aufstieg ein-trat, der irreversibel zu sein schien. Auch auf anderen Gebieten war der Weg von der sozialen zur fachlichen Qualifikation weit, begann aber schon im 15. Jahrhundert. Wenn noch heute in Schweden der Ehrendoktor mit einem Hut verliehen oder die Aufnahme in das Institut de France von der Verleihung des Degens begleitet wird, dann sind dies letzte Spuren vom Adel der Doktoren und der Integration in die höfische Gesellschaft.

Entwickelt die Stadtgemeinde, die doch so häufig in rechtlicher Abhängigkeit vom Stadtherrn agierte, eigene Kunst- und Architekturformen? Nicht nur in Frankreich erinnern die gewaltigen Rathäuser oder „Hôtels de ville“ des 19. Jahrhunderts samt und sonders an (Loire-)Schlösser und in Pikardie und Flandern mächtige Belfriede an die Haupttürme von Landesburgen. War es im Reich so ganz anders? Gibt es eine städtische Architektur, die nicht-höfische Vorbilder hätte? Andererseits äußerte sich monarchische Herrschaft seit dem 15. Jahrhundert auch in der Strukturierung des Raums, bis hin zur Stadt- und Landschaftsplanung, die mit der neuen, überaus aufwendigen Befestigung einherging.

Nun zeichnet sich die Stadt durch eine tendenziell unbegrenzte Autonomie aus, ihr Ursprung ist die Schwurgemeinschaft in herrschaftlicher Umgebung, sie ist von Natur aus oligarchisch: Im Laufe der Zeit weitet sich der Kreis der an der weiten oder engen Selbstverwaltung teilhabenden Personen jedoch aus. In jedem Fall verkörpert sie das Prinzip der Genossenschaft gegen den Anspruch des Alleinherrschers und der mit ihm verbundenden Gruppen. Sie folgt, zumal in ihren so häufigen Kleinstädten, die nur am lokalen Markt, nicht am Fernhandel teilnehmen, auch anderen Interessen: dynastischer Ehrgeiz ist ihr fremd (nicht aber familiärer Stolz), weit entfernte Kriege liegen ihr fern, nahe ebenfalls, es sei denn sie richteten sich gegen die oft genug verhaßte Nach-barstadt oder die störenden Burgen des umgebenden Adels. Gilden, Räte, Bruder-schaften werden aber im Laufe der Zeit durch andere Institutionen ergänzt oder er-setzt, von denen man zuweilen nicht weiß, ob man sie nur dem Herrn oder auch der Stadt zurechnen soll, die aber in jedem Fall eine eigene Dynamik entfalten, in der Stadt, aber nicht von der Stadt sind: Universitäten, Hohe Schulen, Akademien. Ab dem 18. Jahrhundert blüht das Vereinsleben auf, gelehrte Gesellschaften verschieden-ster Art werden gegründet, die zwar das Protektorat des Monarchen suchen (Royal Historical Society), aber im Kern bürgerliche Veranstaltungen sind, bis hin zu den Bürgerwehren und den revolutionären Clubs in Frankreich, aus denen die politischen Parteien entstehen, neben die aus den alten Zünften entstehenden Berufsverbände treten und später die Gewerkschaften. Diesen „Dritten Sozialkörpern“ ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen, denn sie sind es, die direkt und indirekt die politische Initiative an sich reißen, wenn sie auch lange noch vom Monarchen kontrolliert werden.

Wann aber endet die Herrschaft der höfischen Welt? Politisches wird vom Kultu-rellen zu trennen sein, Reservate wie Militär, Außenpolitik und Diplomatie sind zu beachten. Im 18. Jahrhundert beginnt der Niedergang in Frankreich, nachdem England im 17. Jahrhundert vorangegangen war. Aber auch die Niederlande des 16. Jahrhun-derts kehrten im 17. zu einer (begrenzten) Monarchie zurück, und solche Phänomene wie die freien Reichsstädte und die Eidgenossenschaft blieben in der monarchischen Welt Europas eine Ausnahmeerscheinung.

Das 19. Jahrhundert, das in seiner Mitte das Ende alter Ordnungen erlebte und eine mächtige Industrialisierung mit ungeahnten sozialen Folgen, dürfte dennoch eher aus der gemeineuropäischen Vergangenheit der Monarchie, eher in der Kontinuität als im Bruch zu begreifen sein. Der aus nunmehr wenigeren, dafür mächtigeren Staaten zusammengesetzte Deutsche Bund und das neue deutsche Reich sind (mit Ausnahme der vier Stadtstaaten  Frankfurt, Hamburg, Bremen, Lübeck) ein rein monarchisches Bündnis von Fürsten, deren Wappen heute noch am Reichstagsgebäude zu Berlin in Stein gehauen sind. Wie stehen nun Residenz, Hauptstadt, Stadt in dieser Moderne zueinander? Nimmt nicht die Kraft des Fürstenstaates neuer Prägung in Zeiten der Zivilliste, Parlamente, wuchernden Bürokratie, aber auch ostentativer Förderung von Kunst und Wissenschaft (Kaiser Friedrich Museum, Kaiser Friedrich Gesellschaft) noch einmal zu, bis ihm endlich doch die Legitimität abhanden kommt? Regieren die Fürsten und Herren des 19. Jahrhunderts nur noch durch Kultur, oder war es lediglich der Krieg, der viel stärkere Bindungen endlich zertrennte?

Das in Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft Coburg e.V. unter Mit-wirkung der Landesbibliothek Coburg veranstaltete Symposium wird beginnen am Samstag, dem 25. September 2010 mit der Besichtigung der Veste Coburg hoch über der Stadt und der dort eigens aus Anlaß der Tagung vom Kommissionsmitglied Matthias Müller und dem Direktor der dortigen Kunstsammlungen Klaus Weschen-felder zusammen mit zwei jüngeren Wissenschaftlerinnen aus Mainz und Basel, Ruth Hansmann und Beate Böckem, konzipierten und aus vielen Museen international zusammengetragenen Ausstellung

 

Apelles am Fürstenhof.

Jacopo de’ Barbari und die Hofkünstler um 1500 im Alten Reich,

 

über die unten S. 57-60 Näheres mitgeteilt wird. Dann folgen wie üblich Begrüßung, Festvortrag (Gert Melvilles, des Dresdner Kollegen und Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Coburg, dem die Planung schon jetzt außerordentlich viel ver-dankt) und Empfang im Riesensaal der Stadtresidenz Ehrenburg. Am Sonntag geht es auf eine ganztägige Exkursion zu den hennebergischen Residenzen Heldburg, Römhild, Meiningen und Schleusingen Am Montag beginnt die eigentliche Arbeit.

 

Sie wird, nach einem „Jubiläumsvortrag“ des Kommissions-Vorsitzenden, sich widmen dem Thema

 

Bürgertum und Hofgesellschaft

Wechselwirkungen in Residenz- und Hauptstädten

vom 15. bis ins 19. Jahrhundert

 

und damit eine erste Annäherung an die Fragen versuchen, denen sich die neue Kom-mission stellen möchte. Dabei ist daran gedacht, jeweils einen deutschen und einen ausländischen Vortragenden aus ihrer je verschiedenen Sicht sprechen zu lassen. Diese Vortragenden müssen z.T. noch gefunden und von der Kommission angesprochen werden, weshalb vorerst kein öffentlicher Aufruf zur Beteiligung erfolgt. Wenn die Stiftungen, die wir um Förderung bitten werden, uns die Mittel gewähren, können wie bisher auch jedoch zwölf junge Forscher sich um eine Einladung als Diskutanten mit Reisepauschale bewerben, vorausgesetzt, sie reichen eine Skizze, später den Volltext eines Referats zum Thema ein, das zwar nicht gehalten wird, bei entsprechender Qualität aber in einem Sonderheft der MRK veröffentlicht werden will. Gäste, Zuhörer, Teilnehmer, Diskutanten sind natürlich jederzeit willkommen, sollten sich aber anmelden, damit wir besser planen können. Hier nun der geplante Ablauf des Symposiums. Daß es noch Änderungen geben wird, ist anzunehmen.

 

Kiel, am 28. Mai 2009                                                                                  Werner Paravicini

12. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Gesellschaft Coburg e.V.

unter Mitwirkung der Landesbibliothek Coburg

 

 

Vorläufiges Programm

 

Stand: 18. Mai 2009

 

Bürgertum und Hofgesellschaft

Wechselwirkungen in Residenz- und Hauptstädten
vom 15. bis ins 19. Jahrhundert

 

Coburg, 25.-28. September 2010

 

 

Samstag, 25. September

 

Grußworte

 

Öffentlicher Abendvortrag

Gert Melville (Dresden/Coburg)

 

Empfang

 

Sonntag, 26. September: Exkursion

 

Ganztägig. Voraussichtliche Ziele sind die hennebergischen Residenzen Heldburg, Römhild, Meiningen und Schleusingen

 

Montag, 27. September

 

Werner Paravicini (Kiel), Getane Arbeit, künftige Arbeit: 25 Jahre Residenzen-Kommission

 

1. Sitzung: Stadtwirtschaft und Hofwirtschaft

            1.         Stadtfinanz und Hoffinanz: welches Verhältnis?

  2.         Von der höfischen Manufaktur zur autonomen Industrie: Hofkünstler, Hoflieferanten, und wirtschaftliche Initiativen

2. Sitzung: Visualität und Medialität

  3.         Bildende Kunst und Architektur am Hof und in der Stadt

  4.         Stadtplanung und Sozialtopographie: vom höfischen zum industriellen Zeitalter


Dienstag, 28. September

 

3. Sitzung: Konkurrenz und Kooperation

  5.         Gemeinschaft und Gemeinde: politische Gruppierungen in den residenz-städtisch-höfischen Zentren

  6.         „Dritte Sozialkörper“ des Wissens zwischen Stadt und Hof: Universi-täten, Akademien, Schulen, Vereine

4. Sitzung: Krise und Niedergang der höfischen Welt

  7.         Stadt und Hof: wann erfolgte die Wende?

  8.         Spätes Nachleben oder neue Kraft? Hof und Stadt im langen 19. Jahr-hundert

 

Zusammenfassung

 

 

 


Die Arbeit der anderen

 

 

10 Jahre Arbeitskreis „Höfe des Hauses Österreich“

 

Im April 1999 versammelten sich 46 Wissenschaftler aus mehreren geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern in der Österreichischen Akademie der Wissen-schaften zu einem Meinungsaustausch über die aktuelle Situation der Forschung über den Wiener Hof. Im Verlauf der Diskussionen wurde deutlich, daß Angehörige verschiedener Disziplinen – neben den eigentlichen Historikern beispielsweise auch Ger-manisten, Kunst- und Rechtshistoriker, Musik- und Theaterwissenschaftler – sich mit Aspekten höfischer Geschichte und höfischer Kultur beschäftigten, daß aber nur selten einer vom Thema weiß, das der andere gerade untersucht, und daß auch veröffentlichte Ergebnisse von Vertretern anderer Fächer nicht oder nur mit Verzögerung rezi-piert werden. Um dieses Informationsdefizit abzubauen, wurde der Gedanke geboren, einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der allen am Thema Hof interessierten Kolle-ginnen und Kollegen ermöglichen sollte, mit den übrigen in näheren Kontakt zu treten, Informationen auszutauschen, vielleicht sogar bei dieser oder jener Materie zu-sammenzuarbeiten. Der damals ins Leben gerufene Arbeitskreis sieht es als seine Auf-gabe an, die Kontakte zwischen Forschern aus verschiedenen Fachbereichen, die ein gemeinsames Interesse an den Höfen des Hauses Österreich verbindet, zu fördern. Da-bei besteht weder eine thematische noch eine zeitliche Begrenzung, wenngleich der Schwerpunkt sicher in der Frühen Neuzeit liegt, jener Epoche, in welcher der Hof als politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zentrum eine herausragende Rolle in der Gesellschaft einnahm.

Der Arbeitskreis versteht sich als offener Zirkel ohne formelle Mitgliedschaft und Mitgliedseiträge; zur Erleichterung der Kommunikation wurde im Frühjahr 2000 eine mailinglist eingerichtet. Ein oder zwei Workshops jedes Jahr sollen der Diskussion bestimmter Themen und der Vorstellung von Projekten dienen. Fallweise werden darüber hinaus Vorträge und Exkursionen veranstaltet. Die administrativen Angele-genheiten des Arbeitskreises werden von einem Mitarbeiter der Historischen Kom-mission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften besorgt, ein eigener Dienstposten konnte dafür nicht eingerichtet werden[1].

Sehr zufriedenstellend hat sich seither Zahl der „Mitglieder“ entwickelt; allein die mailing-list enthält mehr als 250 Namen, dazu kommen etwa zwei Dutzend Teil-nehmer ohne E-Mail. Die meisten davon stammen naturgemäß aus Österreich, außerdem aus Deutschland, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Eine Intensivierung der Kontakte zu Kollegen aus dem angelsächsischen Raum sowie aus West- und Südeuropa wird angestrebt.

Während die Möglichkeit, über die mailing-list des Arbeitskreises Veranstaltungen und neue Publikationen anzukündigen, recht gut angenommen wurde, hat sich die ins Auge gefaßte Nutzung des Arbeitskreises als Forum für Diskussionen, für Calls for papers und für Jobangebote bisher in Grenzen gehalten. Eines erfreulich regen Zu-spruchs erfreuen sich die Workshops, die der Arbeitskreis zunächst zweimal jährlich veranstaltet hat, deren Frequenz ab 2004 aber zurückgeschraubt werden mußte[2].

Meist finden die Workshops in den Räumlichkeiten einer mitveranstaltenden Insti-tution statt und nur ausnahmsweise in der Akademie der Wissenschaften, wie bei einer Tagung über Ferdinand I. im Jahr 2002, bei der das Kunsthistorische Museum unser Kooperationspartner war. In der österreichischen Bundeshauptstadt haben wir schon mehrmals im Haus-, Hof- und Staatsarchiv getagt, ferner im Stadt- und Landesarchiv, in der Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, im Naturhistorischen Museum und in der Diplomatischen Akademie. Außerhalb Wiens waren wir zu Gast im Stadtarchiv Wiener Neustadt, in der Universität Innsbruck, in der Akademie der Wissenschaften in Prag, im Istituto storico italo-germanico in Trient sowie im Deutschen und im Österreichischen Historischen Institut in Rom. Die beiden letzten Workshops zum Thema „Ein Bruderzwist im Hause Habsburg (1608-1611) fanden vom 13.-16. Oktober 2008 im Schloß Český Krumlov (mit der Südböhmischen Uni-versität České Budějovice als Mitveranstalter und Gastgeber) sowie in der Salzburger Residenz statt, wo wir uns in Kooperation mit der Universität Salzburg und dem For-schungsprojekt zur Salzburger Residenz vom 19.-22. 2009 Februar in der Landkartengalerie mit „Höfen und Residenzen geistlicher Fürsten“ beschäftigten.

Der durch den Arbeitskreis vorhandenen Sachkompetenz der Historischen Kom-mission verdankt sich auch deren Beteiligung an der Veranstaltung zweier großer internationaler Tagungen, und zwar des gemeinsam mit dem Institut für europäische Geschichte in Mainz im Dezember 2004 in Wien organisierten Symposiums „Kaiser, Hof und Reich in der Frühen Neuzeit“ sowie des 11. Symposiums der Residenzen-Kommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften zu dem Thema „Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“, das vom 20. bis 23. September 2008 in Wien stattfand.

Wie kommen unsere Tagungen zustande, mit welchen Problemen sehen wir uns dabei konfrontiert? Ein bei den Planungen stets zu berücksichtigender Aspekt ist das Faktum, daß die für den Arbeitskreis aus dem Budget der Historischen Kommission zur Verfügung stehenden Mittel sehr begrenzt sind, wir bedürfen also stets eines Ko-operationspartners. Was die Tagungskonzepte angeht, gehen diese manchmal auf eine sehr breite Meinungsbildung zurück, dies war beispielsweise bei „Kaiser, Hof und Reich in der Frühen Neuzeit“ der Fall, wo an die zwanzig Kolleginnen und Kollegen aller involvierten Disziplinen unserer Einladung gefolgt sind, über das Konzept zu dis-kutieren, das dann in kleinerem Kreis ausformuliert wurde.

Meist geht die Initiative aber von Kolleginnen und Kollegen aus, die einen The-menvorschlag an uns herantragen und mit uns gemeinsam die Organisation über-nehmen, sich also um die Veranstaltungsräumlichkeiten kümmern und auch einen Teil der Referenten vorschlagen: Bei „Ein zweigeteilter Ort. Stadt und Hof in der Frühen Neuzeit“ war es Susanne Pils von Wiener Stadtarchiv, bei „Ferdinand I.“ Alfred Kohler, in Innsbruck Heinz Noflatscher. Die Auswahl der Referenten erfolgt dann meist gemeinsam, in Trient beispielsweise war der mittlerweile verstorbene Claudio Donati unser italienischer „Partner“, in Rom Alexander Koller und Richard Bösel, in Krumau Vaclav Bužek, nur bei der Prager Tagung im April 2001 haben es die Kolle-gen von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und der Karlsuniversität weitgehend allein gemacht. Auf einen Call for papers haben wir bisher meist ver-zichtet; das ist gelegentlich auf Kritik gestoßen, zumindest bei den Workshops, die der Vorstellung von Projekten vorbehalten sind, wollen wir eine solche Vorgehensweise, die sich einmal bereits bewährt hat, auch sicher beibehalten.

Bei der Publikation der Referate unserer Veranstaltungen, die nicht immer sinnvoll und möglich ist, gehen wir unterschiedliche Wege, die von der jeweiligen Sachlage abhängen. Einige auf Vorträge der ersten Workshops zurückgehende Aufsätze sind im FrühNeuzeitInfo erschienen, der Zeitschrift des Instituts für Erforschung der Frühen Neuzeit[3], mit dem wir auch bei der Veranstaltung von Vorträgen und Exkursionen eng zusammenarbeiten. Bei der Historischen Kommission selbst, in ihrer traditionsreichen Reihe „Archiv für Österreichische Geschichte“, ist der Band über den Innsbrucker Hof erschienen[4], und dort sollen auch die Ergebnisse des gemeinsam mit dem Institut für Iranistik veranstalteten Workshops „Diplomatische Praxis und Zeremoniell in Europa und dem Mittleren Osten in der  Frühen Neuzeit“[5] sowie der Tagung „Kaiser, Hof und Reich in der Frühen Neuzeit“ publiziert werden. Die Tagungsakten des Workshops „Päpstlicher Hof – kaiserlicher Hof“ sind ebenfalls in einer Publikationsreihe der Aka-demie erschienen, nämlich der des Österreichischen Historischen Instituts in Rom[6]. In anderen Fällen besteht das Angebot von Mitveranstaltern, die Tagungsbeiträge zu veröffentlichen. Dies war bei „Ein zweigeteilter Ort“ der Fall[7], die Beiträge „Bruder-zwist“ sollen in der von der Universität Budweis herausgegebenen Reihe „Opera historica“ erscheinen, und das Trentiner Institut hat es übernommen, die Ergebnisse des dort abgehaltenen Workshops in einer seiner Reihen herauszubringen.

In den zehn Jahren seines Bestehens ist es dem Arbeitskreis gelungen, eine aner-kannte Stellung in der Hofforschung Mitteleuropas einzunehmen. Nun gilt es, die Kontakte nach Westeuropa zu intensivieren, nach Spanien und Belgien, wo es ja auch habsburgische Höfe gegeben hat, aber auch zu den Kolleginnen und Kollegen in Frankreich und im angelsächsischen Raum sowie zu den dort existierenden Insti-tutionen, die sich, wie wir, der Welt der Höfe widmen.


Workshops des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“ 1999-2003

 

1. Workshop: 23.11.1999, Wien, Clubraum der Österr. Akademie der Wissenschaften: Im-pulsreferat von Karl Vocelka und Diskussion über das Programm des Arbeitskreises

2. Workshop: 17.3 2000, Wiener Neustadt, Stadtarchiv: „Welcher Hof?“

3. Workshop: 21.11.2000, Wien, Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek: „Welche Quellen informieren uns über den Hof?“

4. Workshop: 5./6.4.2001, Prag, Akademie der Wissenschaften der tschechischen Republik: „Der Habsburger Hof und Prag“

5. Workshop: 3.12.2001, Wien, Naturhistorisches Museum: „Natur, Wissenschaft und Hof“

6. Workshop: 6./7.6.2002, Innsbruck, Claudiasaal: „Der Innsbrucker Hof“

7. Workshop: 7./8.11.2002. Wien, Theatersaal der ÖAW: „Ferdinand I. (1503-1564). Erz-herzog – König – Kaiser“

8. Workshop: 27./28.3.2003. Wien, Stadt- und Landesarchiv: „Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit“

9. Workshop: 17./18.11.2003, Rom, Österreichisches Historisches Institut beim Österreichi-schen Kulturforum in Rom und Deutsches Historisches Institut Rom: „Kaiserlicher Hof – päpstlicher Hof“

10. Workshop: 21.4.2004, Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv: „Aktuelle Hofprojekte“

11. Workshop: 28./29.11.2005, Wien, Diplomatische Akademie: „Diplomatische Praxis und Zeremoniell in Europa und dem Mittleren Osten in der Frühen Neuzeit“

12. Workshop: 14.11.2006, Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv: „Aktuelle Hofprojekte“

13. Workshop: 8.-10.11.2007, Trient, Fondazione Bruno Kessler/Istituto storico italo-germa-nico: „Höfe als Orte der Kommunikation. Italien und die Habsburger (16. bis 19. Jahr-hundert)“

14. Workshop: 13.-16.10.2008, Schloß Český Krumlov: „Ein Bruderzwist im Hause Habs-burg (1608-1611)“

15. Workshop: 19.-22.2.2009, Salzburg, Landkartengalerie der Residenz: „Höfe und Resi-denzen geistlicher Fürsten“

 

In Vorbereitung befindliche Workshops:

16. Workshop: 15.-16.10.2009, Wien, Kunsthistorisches Museum: „Burgundisch-Habsbur-gische Hofkultur 1450-1530“

17. Workshop: 17.-19.5.2010, Wien, Wiener Stadt- und Landesarchiv: „Verschriftlichte Ordnungsvorstellungen in der Frühen Neuzeit: Genese und Wirkung von Instruktionen und Ordnungen

 

Jan Paul Niederkorn, Wien*

 



Zur Rezeption der höfischen Kultur in den
Böhmischen Ländern des Früh- und Hochmittelalters

 

Forschungsprojekt des Instituts für Geschichte der
Tschechischen Akademie der Wissenschaften

 

Das Forschungsprojekt des Instituts für Geschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften (Historický ústav Akademie věd České republiky, v.v.i.) „Rezeption der höfischen Kultur in den Böhmischen Ländern des Früh- und Hochmittelalters (Recepce dvorské kultury v českých zemích raného a vrcholného středověku)“ wurde 2008 von den Forschern Dana Dvořáčková-Malá und Jan Zelenka begonnen. Es han-delt sich um ein dreijähriges Projekt, das sich auf die Thematik des böhmischen Herrscherhofes und der höfischen Kultur bis 1306 (Aussterben der Přemysliden) konzentriert. Die Ausrichtung dieses Forschungsvorhabens ist aus dem Bedarf ent-standen, das bisher nicht bearbeitete Thema der höfischen Kultur im Zeitalter der Přemysliden auf eine komplexe Art und Weise aufzuarbeiten. Obwohl man bereits seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der tschechischen Historiographie verschiedene Teilstudien zu höfischen Themen finden kann, wurde das Phänomen des Herrscherhofes bislang nicht behandelt. Auch die Ergebnisse ausländischer Studien enthalten – vielleicht mit Ausnahme der Zeit Karls IV. – keine expliziten Unter-suchungen des böhmischen höfischen Milieus[8]. Der Hauptteil des gegenwärtigen Forschungsprojekts konzentriert sich auf die Entwicklung und auf die Struktur des Přemyslidenhofes, auf das Verhalten der höfischen Gesellschaft und auf die Übernahme bzw. die Phänomene der ritterlich-höfischen Kultur bis 1306. Dabei sind zwei grundlegende Forschungsbereiche definiert worden: zum einen die Entwicklung, zum anderen die Kultur des Herrscherhofes.

Die Entwicklung des Herrscherhofes der Přemysliden ist mit der Hauptresidenz Prag (der Prager Burg) verbunden, und zwar bereits seit Anbeginn der Herausbildung des mittelalterlichen „Staates“[9]. In diesem Sinne steht das Suchen nach einer Antwort auf die Frage, was eine Residenz sei, weder im Vordergrund des Projektes noch im Vordergrund der tschechischen Geschichtsforschung. Mit der Rolle Prags als zentralem Ort der historischen Entwicklung des Přemyslidenstaates ist die Frage nach der Hauptresidenz der böhmischen Herrscher beantwortet. Und so wird die Residenzen-problematik im Rahmen des Projektes auch lediglich aus räumlicher Sicht behandelt, also hinsichtlich der Frage, wo sich der Hof befand und warum[10].

Das Forschungsvorhaben wird von drei elementaren methodologischen Ansätzen be-stimmt. Zunächst geht es um die strukturell-personale Zusammensetzung des Prager Přemyslidenhofes. Im nächsten Schritt sollen bei der Auswertung von historischen Zusammenhängen die gesellschaftlich-repräsentativen Charakteristika ermittelt wer-den, die das alltägliche und festliche Geschehen der vita curialis betreffen. Schließlich gilt das Augenmerk den Bewegungen des Hofes im Raum in Bezug auf die Residenz bzw. auf den reisenden Hof. Dabei verstehen wir den Hof nicht nur als Zentrum der politischen Macht, sondern vor allem als soziales System, das auf allen Ebenen der höfischen Hierarchie miteinander kommuniziert und die Motivation einzelner Per-sonen oder ganzer höfischer Cliquen abbildet[11]. Wir sehen Kommunikation und Moti-vation als zentrale Bestandteile der ritterlich-höfischen Kultur, die das höfische Zere-moniell mit Hilfe von Gesten, Symbolen und ritualisierten Handlungen schuf und das sich in abgewandelten Formen auch in niedrigeren gesellschaftlichen Schichten widerspiegelte (z.B. bei den Prager Bürgern). Die höfischen Sitten, die ritterlichen Gedan-ken und Ideale, welche auch über die einheimische literarische Produktion (Epik und Lyrik) Einfluß auf die höfische Gesellschaft nahmen, dienen uns als Weg zur Definition weiterer Wertungskriterien bei der Suche nach der Antwort auf Fragen zu Er-scheinungsbild und Ausprägung der höfischen Kultur[12].

Dabei darf das Studium der Höfe und der Verhältnisse im mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich, zu dem die Böhmischen Länder gehörten, keinesfalls außer Acht gelassen werden. Schon die Art und Weise der Herausbildung des Přemyslidenhofes selbst wirft verschiedene Fragen auf. Nach der Definition von Werner Rösener gilt der fürstliche (Herrscher)hof dann als vollständig entwickelt, wenn er über die vier Haupt-ämter verfügt – Kämmerer, Marschall, Truchsess und Mundschenk[13]. All diese er-wähnten Würden finden sich in den böhmischen Quellen bereits vor der Mitte des 12. Jahrhunderts[14]. Die Přemyslidenherrscher gehören also zu jener Gruppe bedeutender Reichsfürsten, bei denen die frühe Entstehung eines höfischen Milieus belegt ist[15]. Die Ämter, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts festgestellt werden können, gehö-ren jedoch nicht zu den ältesten Würden, die in Zusammenhang mit dem Prager Hof stehen. Schon für das 11. Jahrhundert verzeichnet der zeitgenössische Chronist Kosmas einige Hofämter, deren Bezeichnungen sich jedoch von denjenigen in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahrhunderts unterscheiden[16]. Die tschechische Forschung ist bislang vor allem davon ausgegangen, daß die Herausbildung des Přemysli-denhofes unmittelbar auf Impulse aus dem weiterentwickelten Reichsmilieu reagierte. Die unterschiedlichen Angaben, die uns aus dem 11. und 12. Jahrhundert zur Verfügung stehen, sollten also auf eine grundlegende Veränderung des Přemyslidenhofes hinweisen, der sich vor der Mitte des 12. Jahrhunderts den damaligen Modetrends an-paßte.

Der Prozeß der Herausbildung des Fürstenhofes im Reich ist jedoch noch mit einem weiteren ausgeprägten Phänomen der Geschichte des 12. Jahrhunderts verbun-den, nämlich mit der Entstehung von territorialen Fürstentümern („Landesherr-schaften“). Der Zusammenhang zwischen dem Ausbau des Territoriums und des Hofes wird durch die Tatsache unterstrichen, daß das frühe Vorkommen von zentralen Ämtern gerade bei jenen Familien oder Institutionen belegt ist, bei denen sich zugleich eine fortgeschrittene Entwicklung der Landesherrschaft nachweisen läßt[17]. Den Přemysli-denherrschern gelang es jedoch bereits zu Beginn des 11. Jahrhunderts, die Beherr-schung des Territoriums von Böhmen und Mähren abzuschließen. Man kann also an-nehmen, daß sich diese Tatsache auch in der Herausbildung und im Erscheinungsbild ihres Hofes widerspiegelt.

Die Problematik der Genese des Přemyslidenhofes bewegt sich folglich vor allem auf der methodologischen Ebene. Läßt sich das frühe Vorkommen von Zentralämtern, welches die Přemyslidenherrscher an die Seite der rheinländischen Erzbischöfe und Babenberger Markgrafen stellt, allein durch einen Verweis auf die enge Anknüpfung an die Verhältnisse im Reich erklären? Der Kern der Hofämter – also Kämmerer, Mundschenk, Marschall und Truchseß – geht von der ursprünglichen Hausdienerschaft aus. Als solche waren die Ämter Bestandteil jedes Herrenhauses. Die Entwicklung in Richtung Hofamt brachte eine Veränderung des Inhalts mit sich, der nicht mehr auf der Ausübung der eigentlichen Tätigkeit beruhte, sondern die Beaufsichtigung der unterstellten Beamten bedeutete. Gleichzeitig überschritt der Umfang von Tätigkeiten der obersten höfischen Würdenträger den eigentlichen Hof und wurde zu einem Be-standteil der Landesverwaltung, wodurch weiterhin Ansehen und Bedeutung der Ämter wuchsen[18]. Die Přemyslidenherrscher waren häufig am Hof der römischen Könige und Kaiser zu Gast und sie traten in verwandtschaftliche Beziehungen zu führenden aristokratischen Familien. Der Prager Hof entwickelte sich somit zweifellos nicht in einem autochthonen Vakuum. Die Verwaltung der Přemyslidenherrschaft hatte sich jedoch im Laufe des 10. Jahrhunderts herausgebildet und wurde in ihren Grundzügen in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahrhunderts vollendet. Die vier Hauptämter, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts auftreten, sagen somit eher etwas über den hohen Entwicklungsgrad des höfischen Milieus aus, das sich auf eine langfristige kontinuierliche Entwicklung stützte, als über die bloße Übernahme von Mustern und Beispielen[19].

Erheblich mehr Informationen können dank der Überlieferungssituation für das 13. Jahrhundert zusammengetragen werden, als aus dem Přemyslidenhof definitiv ein königlicher Hof wurde (Durchsetzung der erblichen Königswürde im Jahre 1212). Was die Funktionsfähigkeit des Hofes anbelangt, wiederholte sich die stabile Zusammensetzung der Ämter. Durch die Zunahme von Prädikaten von Personen in den Quellen können wir die Inhaber dieser Ämter unterscheiden und ihre Interessens- und Familiengruppen sowie ihre Motive und Konflikte verfolgen. Als Beispiel kann das Amt des obersten Kämmerers dienen, das an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert vor allem von Angehörigen der Familie Hrabišici angestrebt wurde. Bei den weltlichen Ämtern wurde nun noch stärker differenziert, obwohl wir bereits aus dem 12. Jahrhundert Belege für Unterämter wie diejenigen des Untermundschenken, des Untertruchsessen oder des Untermarschalls kennen. Im Laufe des 13. Jahrhunderts gewannen nicht nur die älteren Würden, vor allem der bereits genannte oberste Kämmerer, an Bedeutung und Ansehen, sondern auch folgende sich neu profilierenden Ämter: der Unterkämmerer, der Burggraf der Prager Burg oder der Kanzler als Vertreter der königlichen Kanzlei. Den Hof füllten nun auch Gelehrte – Legisten, Astrologen, Ärzte – und zahlreiche Diplomaten aus böhmischen, schlesischen und auch deutschen Ländern. Zu den bekanntesten Gelehrten zählen der Astrologe Alvaro de Oviedo, der Meißener Propst Bernhard III. von Kamenz oder auch Peter von Aspelt, Bischof von Basel bzw. später Erzbischof von Mainz (der seit 1297 an der Spitze der königlichen Kanzlei als Kanzler König Wenzels II. stand[20]). Vor allem der Prager Hof König Wenzels II. (1283-1305) war Ende des 13. Jahrhunderts eines der tonangebenden kulturpolitischen Zentren Mitteleuropas[21].

In der Struktur des Herrscherhofes ist seit dem 14. Jahrhundert eine zunehmende Unterscheidung der rein höfischen Ämter und der Landesämter zu beobachten. Eines der Projektziele ist es, nachzuweisen, daß sich bereits im vorigen Jahrhundert am Hofe von Wenzel II. eine Abgrenzung der sogenannten Hofämter von den Ämtern mit lan-desweitem Einfluß abzeichnete. Die „alten“ Hofämter (Mundschenk, Truchsess, Mar-schall) transformierten sich nach dem Aussterben der Přemysliden und definitiv seit dem Thronantritt Johannes von Luxemburg in Böhmen zu reinen Ehrenfunktionen repräsentativer Art. Ihre Funktion wurde bei den Hoffesten beibehalten und die Ämter blieben im Erbbesitz einiger höchstrangiger Adelsfamilien (die Familien von Lipá, von Wartenberg sowie die Familie der Hasen von Hasenburg).

Seit Beginn des 13. Jahrhunderts entwickelte sich am Hof der böhmischen Herr-scher auch verstärkt die ritterlich-höfische Kultur; deren Erscheinungsformen bilden neben der Entwicklung des Herrscherhofes den zweiten Forschungsbereich des Pro-jektes[22]. Am Prager Hof sind Dichter wie Reinmar von Zweter (ca. 1237-1241), Sigeher (50er bis 70er Jahre) oder Friedrich von Sonnenburg anzutreffen. In der zwei-ten Hälfte des 13. Jahrhunderts setzte sich hier die Spruchdichtung mit gelehrten Elementen durch, vor allem jedoch der Minnesang. Ein führender Vertreter dieser Gattung, Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob, ist auch zeitweilig im Umfeld Wenzels II. belegt, wo ansonsten vor allem Heinrich Klausner wirkte. Das treffendste Bild über den Höhepunkt des Minnesangs am Přemyslidenhof zeichnen schließlich die eigenen Gedichte des böhmischen Königs Wenzel II., der sich selbst zu den Minne-sängern zählte. Epische Werke schrieb am Prager Hof beispielsweise Ulrich von Etzenbach („Alexandreis“ oder „Wilhelm von Wenden“). Zu den Meisterwerken der böhmischen ritterlich-höfischen Kultur zählt das Epos „Tristan“ des Heinrich von Freiberg[23]. Gefragt wird natürlich auch nach dem Stellenwert der ritterlich-höfischen Kultur im Leben des Hofes und der Hofleute. Hier sind vor allem die Turniere zu erwähnen, die bereits seit der Mitte des 13. Jahrhunderts als regelmäßiger Bestandteil höfischer Festlichkeiten zu gelten haben – ob es sich nun um Hochzeiten oder diplo-matische Verhandlungen, um die Anwesenheit von fremden Gästen, Belehnungen, Huldigungen oder Krönungen handelte. 1264 beispielsweise wurden anläßlich der Heirat von Kunigunde von Brandenburg mit Béla dem Jüngeren von Ungarn im Feldlager am Fluß Fische in der Nähe von Preßburg (heute Bratislava) ludi militares veranstaltet[24]. Diese sind vom böhmischen König Přemysl Otakar II. (1253-1278), dem Onkel von Kunigunde, ausgerichtet worden. Die nicht nur in diesen Zusammen-hängen stehende literarische Überlieferung wie auch die überlieferte pragmatische Schriftlichkeit sind Schlüsselelemente für die Untersuchung der Kultur und des Ver-haltens der höfischen Gesellschaft im Zeitalter der Přemysliden.

Das Projekt konzentriert sich vor allem auf die modischen Strömungen des Rittertums, die feierlichen Zeremonien sowie den Alltag bei der Herrschaftsausübung im Leben des Fürsten oder Königs, seiner Familie, der Hofleute und der Dienerschaft. Im Rahmen unseres Themas verfolgen wir jedoch auch zeitgenössische Wertungen des Erscheinungsbildes des böhmischen Herrscherhofes, die uns einheimische Gelehrte des 13. und des Anfangs des 14. Jahrhunderts hinterlassen haben. Interessant ist zum Beispiel die terminologische Unterscheidung zwischen universa curia und familia, oder cottidiana familia bzw. curia cottidiana, inhaltlich deckungsgleich mit dem bekannten Verständnis des Hofes im Werk des Konrad von Megenberg, der zwischen der sogenannten curia maior und der curia minor unterscheidet[25].

Neben der eigentlichen Arbeit der am Projekt beteiligten Forscher, deren Ergeb-nisse 2010 in einer eigenständigen Monographie erscheinen werden, wurde auch ein Diskussionsforum zum Thema „Höfe und Residenzen im Mittelalter“ in Form von internationalen Kolloquien in das Forschungsprojekt aufgenommen. Das erste dieser internationalen Kolloquien fand bereits am 18. März 2005 im Institut für Geschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften statt. An der Organisation des ersten Kolloquiums, das 17 Referenten zählte, war auch das Institut für Tschechische Geschichte der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag beteiligt. Die Diskussionen öffneten damals programmatisch den Raum für Beiträge von Forschern aus dem In- und Ausland, die sich mit der Thematik von Höfen und Residenzen des Mittelalters befaßten. Das erste Kolloquium widmete sich sowohl Studien mit höfischer Thematik als auch aus dem Bereich der Residenzenforschung. Die zweite Tagung trug den Titel: „Zusammensetzung und Kultur der höfischen Gesellschaft“ und zielte ganz bewußt auf die Zusammensetzung des Hofes und die höfische Kultur von herr-schaftlichen weltlichen und geistlichen Höfen. Während der zweitägigen Tagung vom 18.-19. Oktober 2007 mit ebenfalls internationaler Beteiligung wurden insgesamt 26 Referate vorgetragen. Die Tagung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tschechische Geschichte der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag und dem Archiv der Hauptstadt Prag organisiert. Zu beiden Kolloquien sind gleichnamige Tagungsbände publiziert worden, herausgegeben im Verlag des Instituts für Geschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Die Publikationen erschienen als Supplement der wissenschaftlichen Zeitschrift „Mediaevalia Historica Bohemica“ in den Jahren 2006 und 2008[26].

Das dritte internationale Kolloquium „Höfe und Residenzen im Mittelalter. Alltag und Fest an mittelalterlichen Höfen“ wurde bereits im Rahmen des hier vorgestellten Forschungsprojekts veranstaltet. Es fand am 4.-5. Februar 2009 unter der Schirm-herrschaft des Instituts für Geschichte der Tschechischen Akademie der Wissen-schaften und wiederum in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Hauptstadt Prag sowie dem Institut für tschechische Geschichte der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag statt. Bei der gut besuchten internationalen Tagung sind insgesamt 32 Referate gehalten worden. Neben Teilnehmern aus Tschechien präsentierten auch For-scher aus Polen, der Slowakei, Deutschland und Luxemburg ihre Arbeiten. Thema-tisch befaßte sich das Kolloquium mit Alltag und Fest an mittelalterlichen Höfen. In vier Blöcken wurden die Mechanismen der weltlichen und geistlichen Macht im mit-telalterlichen höfischen Milieu, die Ausdrucksweisen des höfischen Zeremoniells, die Rolle der Gelehrten und die Bedeutung von Eliten am Hof sowie konkrete Feste und alltägliches Geschehen behandelt. Das Spektrum der Referate präsentierte die Themen in einer breiten gesamteuropäischen Perspektive an Beispielen aus dem englischen und französischen Königtum, dem Herzogtum Luxemburg, dem Heiligen Römischen Reich sowie den Königtümern Polen, Böhmen und Ungarn. Der Tagungsband soll bis Ende 2009 vorliegen.

Das Forschungsprojekt „Dvory a rezidence ve středověku/ Höfe und Residenzen im Mittelalter/ The Courts and Residences in the Middle Ages“ verfügt über eine eigene Internetpräsenz unter der URL http://dvory-a-rezidence.cz/ in tschechischer, deutscher und englischer Fassung (siehe die Abb. der Eingangsseite auf der nächsten Seite). Auf diesen Internetseiten wird nicht nur das gesamte Forschungsvorhaben der beiden Forscher vorgestellt, sondern es werden auch Informationen zu geplanten Veranstaltungen und erschienenen Tagungsbänden früherer Kolloquien gegeben. Geboten werden ferner eine Auswahlbibliographie zu einschlägiger Literatur und relevanten Quellenbeständen sowie einige ausgewählte Artikel verschiedener Forscher im pdf-Format und Verweise auf ausländische und tschechische Webseiten zu verwandten Themen.

 

Dana Dvořáčková-Malá und Jan Zelenka, Prag*

 

 

 


 

 



Zur Problematik des Hofes von Stanislav Pavlovsky von Pavlovic,
1579-1598, Fürstbischof von Olmütz

 

Zusammenfassung der rigorosen Arbeit „Zur Problematik des Hofes von Stanislav Pavlovsky von Pavlovic, eps. 1579-1598“ am Institut für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Palacky-Universität Olmütz von Jan Štěpán*

 

Auf den früheren Grundlagen der großmährischen kirchlich organisierten Gesellschaft wurde im Jahre 1063 das Bistum in Olmütz errichtet, unter dessen kirchlicher Verwaltung das ganze Mähren und auch ein Teil Schlesiens stand.[27] Anfangs waren die Ol-mützer Bischöfe von der regierenden Dynastie und ihren Nebenlinien mit den Resi-denzen in den mährischen Teilfürstentümern stark abhängig, im Laufe der Zeit wur-den sie jedoch nicht nur in kirchlicher, sondern auch in administrativer Hinsicht immer selbständiger. Das Bistum blieb zum Beispiel von den Hussitenkriegen zwar nicht verschont, aber anders als die Prager Erzdiözese existierte das Olmützer Bistum trotz der durch diese und andere Kriege verursachten hohen finanziellen und wirtschaft-lichen Schäden kontinuierlich weiter. Es kam zu keiner so enorm langen Sedisvakanz wie in der Prager Erzdiözese[28]. Eine Reihe damaliger Bischofsgüter wurde jedoch ver-pfändet und das Bistum konnte diese nur nach und nach vor allem im Laufe des 16. Jahrhunderts zurückgewinnen, dabei kam es zur Erweiterung mancher Bischofsgüter oder zum Kauf ganzer Herrschaften[29]. Im 16. Jahrhundert stieg jedoch die Anzahl der nichtkatholischen Einwohner markant an und die Olmützer Bischöfe waren gezwungen, auf diese Situation zu reagieren, ab der Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Anord-nung des tridentischen Konzils. So stellte sich zum Beispiel auch Olmütz, das heute nun schon knapp tausend Jahre Sitz des Olmützer Bischofs und anderer bischöflicher Geistlicher ist, dem allmählich stärker werdenden Einfluß der protestantischen Kirche unter teilweise starken Kämpfen entgegen[30]. Das Olmützer Bistum wurde am Ende des 16. Jahrhunderts ein Landeigentümer, dem der größte Teil des Landes in der Markgrafschaft Mähren gehörte. Dazu zählten mindestens acht große Tafelherrschaften, was drei Zehntel aller Herrschaften der Markgrafschaft Mähren im 16. Jahrhundert entsprach. Gerade auf diesen „Tafelherrschaften“ begann die Gegenreformation am frühesten und zeitigte natürlich auch die entsprechenden Ergebnisse.

Der Olmützer Bischof Stanislav Pavlovsky z Pavlovic stammte aus einem kleine-ren Adelsgeschlecht und wurde um das Jahr 1557 in Pavlovice in Schlesien geboren[31]. Im Jahre 1566 finden wir ihn bereits als Alumnus in der Olmützer Diözese, in der er sich nach und nach einlebte. Zuerst wurde er nach Rom auf das bekannte Collegium Germanicum geschickt, wo er zwischen den Jahren 1571 und 1574 studierte. Später kam er zurück, bereits als Olmützer und Breslauer Domherr, ein Zögling der Jesuiten. Nach seiner Rückkehr schloß er sich allmählich den Bemühungen der Gegenre-formation der Olmützer Bischöfe an, die in jener Zeit auf dem bischöflichen Stuhl oft wechselten. Im Jahre 1577 wurde er Brünner Propst und blieb in diesem Amt bis zu seiner Wahl zum Olmützer Bischof am 11. Juni 1579[32]. Nach dieser Wahl bereitete er sich als erwählter Bischof schrittweise auf die Übernahme der Verwaltung des Bistums vor und damit begann auch für das Bistum selbst eine Phase der Konsolidierung und Erholung. In jener Zeit füllte sich sein Hof nicht nur mit jenen Personen, die schon bei früheren Bischöfen tätig gewesen waren, sondern auch mit völlig neuen Vertreter des bürgerlichen Standes, die in die niedrigeren, und des adeligen Standes, die in die höheren Hofämter bestallt wurden. Am Bischofshof und an den Bischofsgütern war auch eine Reihe naher oder entfernter Verwandter tätig, es handelte sich jedoch um keinen so markanten Nepotismus wie zum Beispiel am päpstlichen Hof. Die Familie Pavlovsky schrieb selbst sogar noch im Jahre 1579 in einem Abkommen fest, daß Familienmitglieder nach dem Tod des Bischofs keinen Anspruch auf dessen Besitz erheben werden.

Der neu entstehende Fürstenhof wurde schon in dem Zeitabschnitt zwischen Elek-tion und Inthronisation ergänzt und es ist auch eine Reihe von Empfehlungsbriefen überliefert, die verschiedene Personen zum Hofdienst rekommandierten. Der Bischof besetzte seinen Hof anscheinend recht zügig mit Personal, da es frühe Erwähnungen gibt, daß er keine weiteren Höflinge und kein weiteres Hofgesinde mehr anstelle; möglicherweise handelt es sich aber auch nur um höflich formulierte Absagen, die beispielsweise konfessionell begründet waren. Bis in typischen Dienstberufen, wie zum Beispiel als Hofwäscherin oder als Hofdienstmädchen, hielten sich am bischöf-lichen Hof keine Frauen auf und charakteristisch ist auch die Tatsache, daß hier keinerlei Tanzfeierlichkeiten oder Trinkfeste stattfanden[33].

Als höchstrangige geistliche Person in der Markgrafschaft Mähren benötigte der Olmützer Bischof zu seiner Repräsentation einen Hof und Residenzen auf hohem Niveau[34]. So wurde der Bischofshof allmählich größer und schon Pánek legte eine Hofstruktur in Kategorien nach der Funktion und den Bedürfnissen eines Fürstenhofes fest[35]. Der höchste Stellvertreter des engeren bischöflichen Hofes war der Hofmeister, den sich der Bischof sowohl aus dem Hofgesinde wie auch aus den ihm empfohlenen Personen aussuchte. Immer wieder wurde er jedoch damit konfrontiert, daß sich die Hofmeister ihrer privaten Angelegenheiten wegen oft nicht am Hof aufhielten; des-halb litt der Hof oft unter der Abwesenheit einer starken Autorität. Dies spiegelte sich unter anderem auch darin wider, daß wir aus dem Episkopat des Bischofs Pavlovsky zwei Hofmeister-Hofhaltungsordnungen aus den Jahren 1587 und 1592 besitzen[36]. Der Hof gliederte sich weiter auf in Höflinge und Personen, die keine direkte Funktion für die Bedürfnisse des Hofes hatten, sondern nur den Repräsentationbedürfnissen des Bischofs dienten. Zu jenen Personen gehörten zum Beispiel auch eine Reihe von Kammerdienern und Truchsessen, die sich in großer Zahl am Hof aufhielten; die Edelleute unter diesen hatten ihr Amt lediglich als eine mehr oder weniger ehrenhalber wahrgenommene Position inne. Ihr höchster Repräsentant, der dem Hofmeister direkt unterstand, war der Marschall. Dieser leitete alle Zeremonien und Hofrituale, die mit der Tafel verbunden waren. Die ältere Hofhaltungsordnung belegt auch die Person eines Zeremonienmeisters, es ist jedoch unklar, ob diese Funktion nicht später vom Marschall selbst übernommen wurde. Für das bischöfliche Tafelsilber war der Silber-kämmerer verantwortlich, um den Hofkeller kümmerte sich ein Kellner und beide gehörten zum Küchenpersonal. Die Tafel wurde bis aufs kleinste Detail geplant und eine Beschreibung des Tafelrituals bildet auch den umfangreichsten Teil der Hofordnung für den Hofmeister. Der Bischof sah darin wahrscheinlich die beste Möglichkeit zur Erhaltung der Disziplin bei Hof und gleichzeitig eine Methode, den Hofleuten und dem Hofgesinde Höflichkeit anzuerziehen.

Die Leitung der Hofküche lag in der Kompetenz des Küchenmeisters und die Vor-bereitung der Herrenspeise oblag seinem Küchenpersonal – zahlreichen Köchen, Küchenknechten und anderen Küchengehilfen: Die bischöfliche Tafel sollte stets den erlesenen Tafeln der aristokratischen Höfen entsprechen. Belegt sind auch feierliche Festlichkeiten, exklusive Bankette, luxuriöse Schauessen oder festliche Tafeln in den Hofgärten, die sogar von den päpstlichen Legaten gelobt wurden. Der Haushalts-betrieb des Hofes und die Versorgung mit Viktualien und luxuriösen Lebensmitteln stammte einerseits von den bischöflichen Tafelgütern, anderseits von den lokalen oder wienerischen Märkten und ein Teil davon kam zweifellos aus Italien. Die Festmähler entsprachen nicht selten aristokratischen Unterhaltungsgepflogenheiten, wie es auch die Jagd tat; jedoch gab es am bischöflichen Hof auch sehr beliebte religiöse Auftritte der Schüler der jesuitischen Universität von Olmütz. Diese Aktivitäten sind vor allem für Kremsier und Wischau nachzuweisen, dazu wurde in Kremsier ein repräsentativer Schloßgarten angelegt. In diesen Garten, in dem unter anderem auch dekorative Pflan-zenbeete, Wasserspiele und ein Altan nachzuweisen sind, gelangte man durch eine sala terrena über eine Hängebrücke, über dem sich ein Tiergarten mit Damhirschen und Fasanen befand.

Um den bewohnbaren Teil des bischöflichen Sitzes sowie um die Zimmer des Bischofs kümmerte sich während seiner Anwesenheit auf den Mensalgütern eine Reihe spezieller Hofdiener. Sie sorgten für Sauberkeit und Ordnung und zu ihren Aufgaben gehörte auch der persönliche Dienst. Schließlich gehörten zum engeren Hofes Stallbedienstete, Sattelknechte, Marstaller und Wagenknechte, welche für Transporte aller Art zuständig waren. Die Oberaufsicht hatte der Oberstallmeister. In erster Linie hatten sie für die Mobilität des Bischofs und seines Hofes zu sorgen, aber auch für den Transport der verschiedenen benötigten Vorräte, um die höfischen Bedürfnisse zu gewährleisten. Zur Verfügung stand eine große Zahl von Kutschen, Gefährten, Leiter- und Militärwagen oder auch Schlitten in teilweise luxuriöser Ausstattung, insbesondere für den Bischof selbst. Der bischöfliche Stall war mit Pferden sehr gut ver-sorgt, der Bischof förderte Zucht und gezielten Ankauf. Häufig wurden Pferde aus seinem Stall als repräsentative Geschenke für die Vertreter des kaiserlichen Hofes verwandt. Zum engeren Hof zählte auch eine dauerhafte ärztliche Betreuung, die durch einen Barbier erfolgte, der vor allem den beim Bischof beliebten Aderlaß durchführte. Zu nennen sind noch ein Apotheker und weitere gelegentlich auftretende Künstler oder Musikanten, die jedoch nicht zum ständigen Hof zählten, sondern aus der nahen Stadt stammten.

Ein weiterer Bestandteil des Hofes war die Kanzlei mit einem Kanzler als höchstem Repräsentanten. Dieser vertrat den Bischof in diplomatischen Angelegenheiten, mit der Arbeit der Kanzlei selbst hatte er kaum Kontakt. Sekretäre waren zuständig für verschiedene sprachliche Belange, jeweils einer für die tschechische, die lateinische und die deutsche Sprache. Ihnen unterstanden zahlreiche Kanzleischreiber und andere Kanzleibedienstete. Insgesamt handelte es sich dabei an den Höfen der Olmützer Bischöfe in den Jahren 1567 bis 1590 um 136 bis 156 Hofämter und Hofgesinde-mitglieder des engeren Hofes, welche Sold und Speise am Hof erhielten. Leider ist keine vollständige Serie von Hof-, Kastenamts-, Küchen-, Einkaufs- oder Kammer-meisterrechnungen überliefert, nur einzelne Stücke sind erhalten. Damit fehlen die wichtigen Rechnungsquellen zur Finanzverwaltung und zum Personalstand des Hofes.

Die Bischöfe benötigten eine solide Wirtschaftsführung auf ihren Tafelgütern, die von redlichen und loyalen Amtsleuten und einem durchdachten Wirtschaftssystem besorgt wurde. Die Zentrale aller Tafelherrschaften lag in Kremsier, wo auch der bischöfliche Hof und das Lehnsgericht saßen. Der Leiter aller Tafelgüter war der Kremsierer Hauptmann und der Rentmeister (auch als Rentschreiber oder Zahlmeister bezeichnet); diese beiden hatten die Oberaufsicht über die Wirtschaftsführung, das Personal und die Lebensmittel. Die weiteren Beamten in Kremsier waren ein Burg-graf, ein Kastner und spezialisierte Schreiber, ein Weisen-, Kasten- und Lager-schreiber. In den untergeordneten Tafelherrschaften folgte die Wirtschaft den Vorschriften der „Haltungsordnungen“, die ihnen meist bei ihrer Bestallung vom Bischof vorgelegt wurden. Der jeweilige Leiter der nachgeordneten Tafelherrschaften – stets ein Beamter –, hatte auf das Personal, die Vorräte, die Versorgung, die Lebens-mittel und den Tierbestand zu achten. Weitere Amtsleute sollten „fleißig, ordentlich und eines guten katholischen Standes“ sein und mußten mit allen ihnen anvertrauten Sachen ordentlich umgehen. Es gab auch einige spezialisierte Amtsleute wie z.B. den Waldbereiter oder den Fischmeister.

Die Residenz in Olmütz wurde nur zeitweise benutzt, die Residenz im Kremsierer Schloß hingegen war das Zentrum der Tafelherrschaft und viele Amtsleute und Dienstknechte waren gerade dort versammelt[37]. Der Vorstand des Kremsierer Schlosses, ein Hauptmann, hatte dieselben Aufgaben wie die Leiter der nachgeord-neten Tafelherrschaften. Ein großer Teil der Hauptmannsordnung betraf aber auch die Aufsicht über die Speisen und die Tischanordnung für alle Dienstknechte, und der Hauptmann verwaltete eine eigene bischöfliche Bäckerei und Brauerei. Da der Ver-brauch an Lebensmitteln in Kremsier höher war als die Erträge der Eigenwirtschaft, mußten Lebensmittel aus anderen bischöflichen Tafelherrschaften zugeliefert werden.

Des weiteren gehörten zum Hofstaat des Bischofs vor allem die Olmützer, Krem-sierer und Brünner Kanoniker, die sich in der Nähe des Bischofs aufhielten, entweder als Vertreter der kirchlichen Verwaltung oder als seine Verwandten, die zahlreiche Ämter bekleideten. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der höfischen Repräsentation war die Anwesenheit bischöflicher Lehnsleute, die jedoch nicht verpflichtet waren, dauernd am Hof zu sein. Es ist festzustellen, daß sie sich dort manches Mal nur un-gern aufhielten, zumal wenn sie vom Bischof als repräsentative Begleitung auf seinen diplomatischen Reisen oder als bewaffnetes Geleit angefordert worden waren[38]. Der höchste Lehnshofbeamte des bischöflichen Lehnshofes war der Lehnshofrichter, der einen Lehnsschreiber und einen stellvertretenden Lehnsschreiber zur Hand hatte, und der dem zweimal im Jahr amtierenden Lehnsgericht vorsaß[39]. Am Lehnsgericht in der Lehnsgerichtskammer in Kremsier wurden die Konflikte zwischen einzelnen Lehns-herren verhandelt, die Kammer ist unter Bischof Pavlovsky mit einer Wappengalerie aufwendig ausgestattet worden.

Der Olmützer Bischof Stanislaus Pavlovsky von Pavlovic widmete sein ganzes Leben dem Ausbau des Olmützer Bistums. Für die Zeit seines Episkopats gibt es Nachweise seiner ständigen Bemühungen, sich an der Spitze des höchsten Standes in Mähren zu halten und es ist sein Verdienst, daß das Bistum eine Reihe von Privilegien von Kaiser Rudolf II. erhielt, die seine Rechte und Freiheiten bestätigten. Ein wich-tiges Privileg, das der Bischof im Jahre 1588 erhielt, war die Bestätigung des fürst-lichen Titels für die Olmützer Bischöfe und auch die Besserung des bischöflichen Wappens[40]. Der Bischof hätte dies jedoch ohne einen gut funktionierenden, reprä-sentativen und zuverlässigen Hof nie erreicht. Die größte Last trug der engere Hof. Der Bischof entlohnte dafür seine Dienerschaft teilweise großzügig, mit kleineren Lehnen und Gütern, durch Vermittlung einer Erhebung in den Adelsstand oder auch durch das Ausrichten eines Hochzeitsmahls und nicht zuletzt durch materielle Zuwen-dungen[41]. Aus diesen Gründen gehörte der fürstliche Hof des Bischofs Stanislav Pav-lovsky von Pavlovic am Ende des 16. Jahrhunderts zu einem der repräsentativsten Spätrenaissancehöfe mit einer höchst niveauvollen und luxuriösen Hofhaltung in der Markgrafschaft Mähren.

 

Jan Štěpán, Olmütz*

 

 


Im Dienst von Forschung und wissenschaftsnaher Öffentlichkeit:
Das „Institut für Personengeschichte“ (IPG) in Bensheim

 

In Zeiten, in denen manches außeruniversitäre Forschungsinstitut um seine Bestands-sicherung kämpft oder gar schon geschlossen wurde, gelang es, mit finanz- und tat-kräftiger Unterstützung von privater Seite in Bensheim an der Bergstraße eine neue Arbeitsstätte der Geschichtswissenschaft zu etablieren: das „Institut für Personen-geschichte“ (IPG). Seine Aufgabenstellung wie seine Bestände bieten handfeste Be-rührungspunkte mit den Arbeitsfeldern auch der Residenzen-Kommission, was es sinnvoll erscheinen läßt, das IPG den Lesern ihrer „Mitteilungen“ etwas näher vorzu-stellen.

 

Profil und Aufgabenstellung

 

Zum Status: Das IPG ist ein unabhängiges Forschungsinstitut und eine gemeinnützige Einrichtung. Die Gemeinnützigkeit wurde durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zugesprochen. Das Institut dient wissenschaftlichen Zwecken und ist der privaten „Stiftung für Personengeschichte“ unterstellt, die zuständige Stif-tungsaufsicht wiederum liegt beim Regierungspräsidium in Darmstadt. Alleiniger Zweck der Stiftung ist es, Unterhalt und Förderung des IPG sicherzustellen. In seiner Eigenschaft als geschichtswissenschaftliches Institut ist das IPG auch Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft historischer Forschungsinstitute in der Bundesrepublik Deutsch-land“ (AHF). Dem Institut steht der Unterzeichnete als Direktor vor, der, in Abstim-mung mit dem Stiftungsvorstand, auch die Geschäftsführung wahrnimmt. Rechen-schaft über alle Institutsbelange legt er einem Stiftungsrat ab (Vorsitz: Jon Baum-hauer, Vorsitzender des Vorstandes und des Familienrates der E. Merck OHG, Darm-stadt), der auch über den Etat befindet. Ein wissenschaftlicher Beirat (Vorsitz derzeit: Hartmut Heinemann, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden) berät Institut und Stiftung.

Als zentrale Institutsaufgabe hat die Trägerstiftung vorgesehen, die Personenge-schichtsforschung im europäischen, insbesondere im deutschsprachigen Raum zu fördern und weiterzuentwickeln. Von dieser Perspektive sind die Forschungsprojekte und Tätigkeiten des Instituts bestimmt.

 

Im einzelnen versteht sich das IPG als:

►        Dokumentationsstelle und Bibliothek für Biographie, Genealogie und Prosopographie;

►        Ort der Sammlung und Betreuung wichtiger Nachlässe der genea-logischen und prosopographischen Forschung aus dem deutschspra-chigen Raum;

►        ein geschichtswissenschaftliches Forschungsinstitut mit eigenen Publi-kationen, Fachtagungen und öffentlichen Veranstaltungen.


Zugleich bietet das Institut Beratung und Hilfestellung:

►        bei der Auswertung und Darstellung historischer Unterlagen in der ge-eigneten Weise und in allen Medien;

►        beim Auffinden und Aufbereiten historischer Sachverhalte: gegenüber Familien und Verbänden, Forschern nach Ahnen und Verwandten, Firmen, Universitäten, Wissenschaftlern, Ämtern und Behörden.

Um wissenschaftliche wie private Interessenten im Bereich der Forschungs-schwerpunkte Prosopographie und Genealogie sachgerecht unterstützen zu können, ergeben sich institutsinterne Aufgaben:

►        im Bewahren von Nachlässen, Archiven, Forschungsunterlagen und -er-gebnissen;

►        in der Pflege von Archiven, Bibliotheken und sonstigen Sammlungen einzelner Personen, von Familien, Firmen und anderen Institutionen;

►        zur Anregung und Unterstützung von wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsprojekten sowie in der Betreuung von Examens- und Qualifi-kationsarbeiten von Studenten und Schülern.

Darüber hinaus hilft das IPG beim Erstellen biographischer Dokumentationen, von Sammelwerken, Chroniken, Familien- und Firmengeschichten sowie von Jubiläums-schriften und beantwortet Anfragen speziell biographisch-genealogischer Natur. Desgleichen berät es auf allen genannten Interessensgebieten seriöse Medienpro-duktionen, zuletzt etwa die im November/Dezember 2008 im deutsch-französischen Fernsehsender ARTE an acht Abenden ausgestrahlte Produktion „Die Spurensucher“.

Im Bereich seiner Kernkompetenzen wie in Kombination seiner wissenschaftlichen und wissensvermittelnden Aufgaben strebt das Institut längerfristig eine Sonder-stellung an.

 

Ausstattung und Bestände

 

Im stiftungseigenen Gebäude, einem von der örtlichen Sparkasse erworbenen histo-rischen Fachwerkbau in der Innenstadt Bensheims (Abb. 1), befinden sich die Arbeits-plätze der Mitarbeiter, Praktikanten und Institutsnutzer sowie Archiv und Bibliothek des Instituts, in einem Nachbargebäude führt es seit 2008 eine Buchbindewerkstatt. Darüber hinaus verfügt es aus Platzgründen noch über ein externes Depot mit nach-geordneten Sammlungsbeständen. Größere Veranstaltungen wie öffentliche Abend-vorträge, Podiumsdiskussionen u.ä.m. hingegen bietet das IPG zur Zeit mit Unter-stützung der Stadt Bensheim in öffentlichen Räumen an. Im Zuge größerer Umbau-maßnahmen soll 2010 aber auch im Institutsgebäude selbst ein geeigneter Seminar-raum entstehen, um größere Besuchergruppen empfangen und zumindest Kolloquien im eigenen Hause abhalten zu können.

Allen interessierten Nutzern wird im Institut eine Arbeitsplattform garantiert, die prosopographische, familienkundliche und genealogische Forschung mit beträcht-licher historischer und soziologischer Tiefenschärfe erlaubt. Zur Bestreitung seiner wissenschaftlichen Aufgaben wie zur sachgerechten Erbringung seiner Dienst-leistungen hält das IPG Archivbestände und eine Fachbibliothek vor.

 

 

Abb. 1: Institutsgebäude des Instituts für Personengeschichte

 

Die Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek. Sie umfaßt momentan bereits über 50 000 Bände sowie zwei Dutzend Handschriften (vorzugsweise Wappen- und Stammbücher seit dem 16. Jahrhundert). Entsprechend den Forschungsschwerpunkten des Instituts wird die Bibliothek rasch und kontinuierlich ausgebaut, noch für den Herbst 2009 steht neuerlich ein Zuwachs in der Größenordnung von einigen tausend Bucheinheiten zu erwarten. Die Bibliothek wird nicht allein im Wege eines regulären Anschaffungs-etats erweitert, der seinerseits vor allem auf rezente wissenschaftliche Literatur zur historischen Personen- und Gruppenforschung sowie zur Genealogie zielt, sondern in weitaus größerem Umfang durch Zustiftungen an das Institut. Letztere machen sich im noch jungen IPG, dank großzügiger Ausstattung durch einen bibliophilen Mäzen, insbesondere im Erhalt älterer, zum Teil sehr seltener, sonst allenfalls gelegentlich auf dem Antiquariatsmarkt faßbarer Werke geltend: so umfaßt die Institutsbibliothek auch ca. 3 000 Werke des 16.-18. Jahrhunderts mit Quelleneditionen (auch mittelalterlicher Werke) und Kerntexten frühneuzeitlicher Historiographie, Genealogie und Rechts-geschichte aus nahezu allen Regionen Europas.

Im Lesesaal hat der Institutsgast die Möglichkeit, zur Unterstützung eigener Forschungsarbeit eine Handbibliothek zu benutzen. Sie umfaßt Handbücher, Lexika/ Übersichtswerke und bibliographische Materialien zur allgemeinen Geschichts-wissenschaft sowie zu den historischen Hilfswissenschaften. Alle nicht in der Hand-bibliothek des Lesesaals aufgestellten Werke sowie Archivalien werden beim Biblio-thekar bestellt und von ihm dem Nutzer an dessen Arbeitsplatz gebracht. Bibliotheks- wie Archivbestände des Instituts werden fortlaufend in einer Katalog-Datenbank erfaßt. Die Such- und Findemaske wurde nach dem gängigem ALLEGRO-System wissenschaftlicher Fachbibliotheken eingerichtet. Der Katalog ist einstweilen nur über den institutsinternen Server nutzbar, doch soll baldmöglichst der Zugriff über das Internet erfolgen. Geplant ist eine Integration des IPG-Katalogs in den Südwest-deutschen Bibliotheksverbund (SWB).

Die historischen Bibliotheksbestände sollen über die Referenzdaten des elektro-nischen Katalogs hinaus in einem längerfristig angelegten Katalogisierungsprogramm erschlossen werden, zu dem auch eine wissenschaftliche Bearbeitung der Einbände bzw. der eingebundenen Handschriftenfragmente gehört. Derzeit läuft ein Pilotprojekt zur Erschließung der ca. 130 italienischen Bände des 16.-18. Jahrhunderts, betreut von einem jungen Historiker der Universität Augsburg. Auf der Basis eines methodischen Grundgerüsts, das die „Arbeitsgemeinschaft Altes Buch“ erarbeitet hat, soll versucht werden, das jeweilige physische Einzelexemplar in seinem Überlieferungsbefund möglichst präzise vorzustellen und auch einen knappen Eindruck von dessen Ent-stehungsumständen zu vermitteln. Besonderes Augenmerk wird auf die Überlie-ferungsgeschichte jedes einzelnen Bandes gelegt: die vielfältigen Provenienz-vermerke, Exlibris- oder Supralibros-Embleme vermitteln bei vielen historischen Bänden der IPG-Bibliothek bedeutsame Aufschlüsse. Unter den illustren Vorbesitzern befinden sich Gelehrte von europäischem Rang (z.B. Heinrich Pantaleon oder Étienne Baluze) ebenso wie Regierungschefs und Staatsoberhäupter, die meisten Werke standen einst in Adels- und Klosterbibliotheken. Der Reiz ihrer wissenschaftlichen Durchdringung hängt daher nicht nur am gedruckten Text, sondern geht auch von den vielfältigen Annotationen, Glossen und sonstigen Zusätzen aller Art aus, die sich mitunter zu regelrechten Parallel- oder Sondertexten auswachsen: so z.B. auf der Rückseite des Vorderdeckels und auf einem Vorsatzblatt des fünften Bandes von Matthaeus Dressers „Isagoge historica“ (Leipzig 1606) ein handschriftlich nachge-tragener Text zu Beschaffenheit, Belagerung und Zerstörung (1566/67) der „Arx Grimmenstein“, des Vorgängerbaues von Schloß Friedenstein in Gotha; ebenso finden sich hier wie in anderen Bänden – späthumanistische – Gedichte, zum andern Stammbäume oder Gutachten auf Einlageblättern u.v.a.m. Eigens herauszustellen sind auch historische Pamphlete, zeitgenössische Listen der Flüchtlinge und Guillotinierten aus der französischen Revolutionsära oder seltene Verzeichnisse historischer „Rand-gruppen“.

Der Zugewinn dieses namhaften „Altbestandes“ markiert sicher das bedeutendste Ereignis in der Geschichte der Stiftung, die das IPG trägt. Die Geschlossenheit dieses Ensembles verbürgt nicht nur seine bibliothekarische Einzigartigkeit, sondern charak-terisiert in seiner Zusammenstellung die Dispositionen des Sammlers Niklas Freiherrn von Schrenck und Notzing (Charlottesville, Va./USA), der sie über Jahrzehnte hinweg in aufwendiger Suche und feinsinniger Auswahl beisammenbrachte. Dank weiterer von ihm in Aussicht gestellter Zustiftungen aus seiner Sammlung kann das IPG als-bald auch mit einer konkurrenzlosen Fülle an Haus-, Hof- und Staatskalendern auf-warten, einer zentralen Quellengattung zur personenbezogenen Erforschung histori-scher Führungsschichten des Ancien Régime und der europäischen Monarchien in der Frühen Neuzeit. Freilich verbinden sich mit der weiteren Erschließung solcher Bestände auch neue, geschichtswissenschaftliche wie eben buchgeschichtliche For-schungsaufgaben, für die das IPG auf kollegiales Fachinteresse setzt.

Daneben umfaßt die Institutsbibliothek eine große Bandbreite mit Werken zur Familiengeschichte, desgleichen zur Landes- und Ortsgeschichte insbesondere des hessischen und südwestdeutschen Raumes, aber auch, an der hessischen Bergstraße nicht unbedingt zu erwarten, in starkem Umfang zur Geschichte Bayerns und (Alt-) Österreichs.

 

 

Abb. 2: Wappen des bayerischen Kanzlers, Gelehrten und Geschichtsschreibers Wiguleus Hund (1514-1588), Pionier genealogischer Forschung (und Darstellung) nicht nur in Bayern. Sein Wappen findet sich im ältesten im IPG vorhandenen Wappenbuch, einer bislang unerforschten Handschrift, die vermutlich um die Mitte des 16. Jahrhunderts am erzherzoglichen Hof in Innsbruck entstanden ist

 

Addiert man weiterhin die zentralen Urkundeneditionen, Matrikeln und Archiv-repertorien der Bibliotheksabteilung „Archivalia“ (ARC), so hat die IPG-Bibliothek einen respektablen landesgeschichtlichen Zuschnitt. Zusätzlich erleichtert diese Aus-stattung die Forschungsgrundlage für alle Recherchen, die ins Mittelalter zurückgehen oder dort ihren Ausgangspunkt haben sollen. Zusammen mit der von Armin Wolf erworbenen Gelehrtenbibliothek (früher Max-Planck-Institut für Europäische Rechts-geschichte, Frankfurt am Main) erwuchs auch ein neuer mediävistischer Schwerpunkt in der Bibliothek des IPG. So steht jetzt dem Institutsbesucher insgesamt ein reiches Angebot an Forschungsliteratur mit prosopographisch-genealogischer Ausrichtung zur Verfügung, darunter eine reichhaltige Sammlung an handlichen Sonderdrucken. Andere Sondersammlungen wie die „Judaica“ oder die Abteilung „Akademiker“ wid-men sich der Geschichte einzelner Bevölkerungsgruppen. Den größten Gewinn mag ein Mitarbeiter der Residenzen-Kommission freilich aus der weitgespannten Biblio-theksabteilung „Adel“ ziehen, die einen breiten Querschnitt zu Dynastien und Höfen offeriert.

 

 

Abb. 3: Titelblatt von Hunds berühmtem „Bayrisch Stammen Buch“, das er in
seinen letzten Lebensjahren ab 1585 fertigstellte, das aber in seinem dritten und letzten, allein über 500 Geschlechter umfassenden Teil erst 1830 herausgegeben wurde. Das IPG besitzt die Erstausgabe von 1585, ferner den ersten und zweiten
Teil in der zweiten Auflage von 1598 (Abb.), deren einer Band der Bibliothek der bayerischen Kurfürsten entstammt

 

Zur weiteren Verknüpfung seiner Studien im Institut erhält der Nutzer auch die Mög-lichkeit, sich mit der genannten Bibliotheksabteilung „Archivalia“ (ARC) über Inven-tare und Repertorien zu Geschichte, Struktur und Beständen anderer Archive zu infor-mieren, vor allem für den regionalen Einzugsbereich des IPG in den Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Zum Buchbestand des IPG gehören freilich nicht allein Monographien, Sammel-werke und Separata, sondern neuerdings auch verstärkt wissenschaftliche Zeit-schriften und Reihen aus dem Bereich der Landesgeschichte. Der schon traditionell starke Bibliothekszweig genealogischer und familienkundlicher Zeitschriften im Insti-tut wurde indessen weiter ausgebaut durch eine Kooperation, die das IPG 2008 mit dem Bund der Familienverbände e.V. (BdF) vereinbart hat. Ebenso verwahrt das IPG Archiv und Bibliothek der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände (DAGV).

Herzstück des institutseigenen Archivbestandes ist die bedeutende, personen-geschichtlich ausgerichtete Sammlung des Archivars Friedrich-Wilhelm Euler (1908-1995), die dieser in einem mehr als sechs Jahrzehnte währenden Arbeitsleben uner-müdlich zusammengetragen hat und von der „Stiftung für Personengeschichte“ erwor-ben worden ist; daher gab sich die Stiftung zunächst auch (bis zur Umbenennung 2008) den Namen des Archivars, der diese einzigartige Dokumentation in enger Zusammenarbeit mit der „Neuen Deutschen Biographie“, einer Einrichtung der Bay-erischen Akademie der Wissenschaften, geschaffen hatte. Nicht zuletzt unter Bezug-nahme auf diese Sammlung begründete Euler ehedem zusammen mit Historiker-kollegen der Ranke-Gesellschaft die alljährlich im Schloß der Fürsten zu Ysenburg abgehaltenen „Büdinger Gespräche zur Sozialgeschichte der Neuzeit“, die nach ins-gesamt 46 Veranstaltungen (bis 2008) am alten Standort demnächst mit erweiterter, auch die Mediävistik einbeziehender Konzeption im „Fürstenlager“ zu Auerbach an der Bergstraße zum traditionellen Termin vor Palmsonntag als „Bensheimer Gesprä-che“ weitergeführt werden, 2010 unter dem Thema: „Geheime Eliten?“ (25.-27.3. 2010).

Um das gewaltige eulersche Personen- und Familienarchiv, das im IPG systema-tisch fortgeführt wird, gruppiert sich ein Archivensemble, das sich aus Nachlässen, Teilnachlässen und Sondersammlungen zusammensetzt, die sämtlich geschlossen er-halten und bearbeitet werden; der jeweilige Erschließungsstand ist auf der Instituts-website zu verfolgen. Nebst einigen älteren Nachlässen handelt es sich vor allem um solche von Historikern und Genealogen. Unter diesen Nachlässen finden sich wie-derum reichhaltige Archivalien und Archivstudien vor, in einigen Bereichen durchaus auch noch mit Bedeutung für das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit, auch wenn die Hauptmasse auf die Zeitspanne vom 17./18. Jahrhundert bis zur Gegenwart gra-vitiert: so besitzt das IPG u.a. einen Teilnachlaß von Jürgen Arndt (1915-1998), der, im Umfang von ca. 20 Regalmetern, das Hofpfalzgrafenregister des Alten Reiches umfaßt. Einen etwa gleich großen Komplex bildet der Nachlaß von Helene Dopkewitz (1904-1980), der vielfach unerschlossenes Quellenmaterial birgt, das die Nachlas-sende in allen relevanten Archiven Europas zur Geschichte des Deutschen Ordens in Livland und insbesondere zu dessen letztem Komtur Jasper von Münster erhoben hat. Dieser Nachlaß wird soeben im Rahmen eines an der FU Berlin anhängigen Arbeits-vorhabens erschlossen. Von Interesse für Mediävisten wie Frühneuzeithistoriker dürfte auch der Nachlaß von Heinrich Bosch (1896-1956) sein, der als Privatgelehrter eine Epitaphien-Dokumentation zur Reichsritterschaft angelegt und dazu jahrzehnte-lang alle möglichen Ziele Süd- und Mitteldeutschlands bereist hatte – um nur einige Beispiele zu nennen.

Einen prägnanten Überblick über alle Bestände des Instituts und die Möglichkeiten ihrer Nutzung erhält man, samt nützlichen Links und weiteren Angeboten, über die entsprechend ausgewiesenen „Templates“ auf der Institutswebsite (Adresse siehe unten in der Autorenanmerkung).

 

Projekte und Kooperationen

 

Gestützt auf spezifische Ressourcen, hat sich das IPG zwei mittel- bis längerfristig angelegten Projekten verschrieben, von denen es eines in eigener Regie, das andere in Kooperation mit dem Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg betreibt: bei letzterem handelt es sich um das online-Projekt „Hessische Bio-graphie“, ein Modul des „Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen“ (LAGIS), das noch 2009 für die Benutzung freigegeben werden soll. 2008 wurde die „Hessische Biographie“ auf der internationalen Tagung „Biographische Lexika im Internet“ in Dresden bereits erstmals der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorgestellt.

Gegenüber diesem digitalen Serviceangebot umschreibt das Arbeitsfeld „Jüdisches Bürgertum und jüdische Intellektualität im städtischen Milieu der Rhein-Main-Neckar-Region (19. und frühes 20. Jahrhundert)“ ein reines Forschungsvorhaben, zu dem unlängst im dritten Heft des Jahrgangs 2008 der Internetzeitschrift MEDAON eine Programmskizze vorgelegt worden ist. Unter praktischer Nutzung eigener, d.h. personen- und familiengeschichtlicher Materialien wie über gezielte Erforschung einzelner Personen und Gemeinschaften soll in einem regional abgesteckten Rahmen, der auch schwerpunktmäßig den unmittelbaren Einzugsraum des Instituts darstellt, kulturhistorisch motivierbar eine vergleichsweise homogen erscheinende Bevölke-rungsgruppe in ihrer Typik wie in ihren historischen Wirkzusammenhängen umrissen werden. Dies geschieht einerseits vor dem Fragenhorizont historischer Elitenbildung, andererseits, um in Raum und Zeit eingrenzbare soziologische Phänomene wie Milieukonstitution und Verflechtung herauszuarbeiten. Zielführend ist dabei die Leit-frage, auf welche Weise diese Entwicklungen erkennbare Eigenbeiträge zur indivi-duellen wie gesellschaftlichen Lebensgestaltung geleistet haben. So verstanden und angewandt wird Prosopographie zur Ideengeschichte.

Mit diesem Projekt verbindet sich also auch ein grundsätzliches Anliegen, Chancen und Perspektiven der Prosopographie sowohl in der wissenschaftlichen Diskussion als auch im Bewußtsein eines aufgeschlossenen Publikums neu zu verankern.

Außer diesen zwei Kernprojekten widmet sich die Institutsarbeit im Alltag viel-fältigen Dienstleistungen, insbesondere in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen, die beispielsweise bei Editionsunternehmen prosopographisch unter-stützt werden. Auch gibt das Institut eine eigene Zeitschrift heraus, das vierteljährlich erscheinende „Archiv für Familiengeschichtsforschung“, desgleichen ein internes Mit-teilungsblatt, das die Mitglieder des Förderkreises über alle Entwicklungen rund um das Institut informiert, das von jedem interessierten Leser aber auch als PDF-Datei von der Institutswebsite heruntergeladen werden kann. Schließlich veranstaltet das IPG in lockerer Folge Vorträge und Präsentationen, mit denen es sich an alle histo-risch Interessierten in Ort und Region wendet, durchaus aber auch über diesen Radius hinaus wie zuletzt im Mai 2009, als es zusammen mit dem Bund der Familien-verbände und dem Volksbund für Kriegsgräberfürsorge im Kasseler Museum für Sepulkrakultur eine Veranstaltung zum Thema „Kriegstote und ihr Gedenken“ abhielt.

Seine Zukunftsfähigkeit erstrebt das Institut nicht zuletzt dadurch, daß es versucht, über seinen noch schmalen Personalstamm hinaus verstärkt jüngere, qualifizierte Kräfte an sich zu binden: über Projektarbeiten, Praktika und Volontariate wie durch Anregung und/oder Betreuung bzw. Begleitung akademischer Qualifikationsarbeiten. In den Horizont dieser Bemühungen reiht sich der dieser Tage erstmals ausgelobte Forschungspreis ein, der ab 2010 alle zwei Jahre verliehen werden soll (Dotation: 5 000 Euro, Einsendeschluß: 31.10. 2009; Ausschreibungstext über die IPG-Website einsehbar).

Zusammengenommen lassen die beschriebenen Weichenstellungen das Institut für Personengeschichte seiner weiteren Entwicklung optimistisch entgegensehen.

 

Volkhard Huth, Bensheim*

 

 


Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Siehe auch online auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php

 

34. Internationaler Wolfenbütteler Sommerkurs

Konversation in der Frühen Neuzeit

Wolfenbüttel, 9. bis 22. August 2009

 

Kontaktadresse:        Dr. Volker Bauer

Herzog August Bibliothek

Postfach 13 64

D-38299 Wolfenbüttel

Tel. [D] 0 53 31 –-8 08-2 66

E-Mail: forschung@hab.de

 

Thema und Programm:

Der Wechsel von einer christlichen „Konfession“ zu einer anderen oder von einer der nicht-christlichen Religionen zum Christentum bzw. – weitaus seltener – in die andere Richtung, gehört zu den besonders bewegenden Phänomenen in der Geschichte der Frühen Neuzeit. Konversionen können „Brüche“ in Biographien spiegeln oder Konflikte in Gesellschaften offenlegen, in denen mono- oder multireligiöse Verhältnisse bestanden. Sie können politisch motiviert sein, mit Migration zusammen-hängen oder durch „Bekehrungen“ veranlaßt sein. Konversionen unterliegen Frömmigkeits-konjunkturen. Sie sind Schnittpunkte personaler und diskursiver Art, die einen spezifischen Zugang zum Thema Religion in der Vormoderne eröffnen.

An Konversionen fürstlicher Personen etwa konnten politische und rechtliche Debatten, aber auch Widerstandsszenarien aufbrechen, die die gesellschaftliche Rolle von Religion in einem spezifischen Licht erscheinen lassen. Vielfach hatten Konversionen, auch solche einzelner Personen aus dem bürgerlichen Stand, ein größeres publizistische Echo und wurden Teil triumphalistisch-polemischer Selbstinszenierungen derjenigen Kirchen, zu denen jemand konvertiert war. In einigen Konvertiten-schriften wurde religionskulturelles „Wissen“ über die jeweils verlassene Religion bzw. Konfession transportiert, das in den Bestand an konfessionskulturellen Deutungsmustern eindrang und in den jeweiligen Teilöffentlichkeiten oft für Jahrzehnte präsent blieb.

An den Diskursen über Konversionen brachen Debatten darüber auf, was „Religion“ in der Frühen Neuzeit kennzeichnet, inwiefern sie das Selbstverständnis eines Einzelnen oder einer religiösen Gruppe bestimmte, welche Konflikt- und welche Gemeinschaftspotentiale ihr innewohnten. Konver-sionen konnten mit besonders spektakulären Formen extrovertierten Bekennertums einhergehen, aber auch – insbesondere im Falle von Mehrfachkonversionen – in die Nähe von Indifferentismus geraten bzw. sich als solcher darstellen. Bei Konversionen gehen individuell Erlebtes und z.T. hochgradig konventionalisierte Deutungsmuster ineinander; die narrativen Strategien bei der Darstellung von Konversionen bedürfen deshalb besonderer Aufmerksamkeit.

Ziel des Sommerkurses ist es, in die aktuelle Forschung zum Thema einzuführen, mit einigen exemplarischen „Fällen“ – möglichst unter Rückgriff auf an der HAB Wolfenbüttel vorhandenes Quellenmaterial – vertraut zu machen und unterschiedliche methodische Zugänge zum Thema kennenzulernen. Den Teilnehmern wird die Möglichkeit eingeräumt, eigene Forschungsvorhaben zu präsentieren und zu diskutieren sowie in der Bibliothek eigene Forschungen voranzutreiben.

Neben Herrn Kaufmann werden vier weitere Dozenten teilnehmen und folgende Einzelthemen behandeln:

GLEIXNER, U. (Wolfenbüttel), Die Heimatfront der Konversion. Medien, Netzwerke und Finan-zierung der protestantischen Indienmission im 18. Jahrhundert; GROSSE, C. (Genf), Franchir les frontières confessionnelles: la conversion aux XVIe et XVIIe siècles (royaume de France, République de Genève) entre construction collective des identités et expérience individuelle; LOTZ-HEUMANN, U. (Tucson), Konvertiten in den frühmodernen Gesellschaften; LAUER, G. (Göttingen), Konver-sionen erzählen. Jüdische Konvertiten und ihre narrative Darstellung; ZIKA, C. (Melbourne), The apostasy of witchcraft and the role of evil in early modern representations of conversion.

Bewerbungen:

Der Sommerkurs besteht aus Lehrveranstaltungen, Übungen und Diskussionen; vorgesehen ist die Vorstellung der wissenschaftlichen Arbeiten der einzelnen Teilnehmer. Die Ausschreibung richtet sich an Studierende aus dem In- und Ausland, die ihre Abschluß- oder Doktorarbeiten verfassen. Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.

*****

13. Jahrestreffen des Wolfenbüttler Arbeitskreises für Barockforschung

Die Erschließung des Raumes

Konstruktion, Imagination und Darstellung von Räumen und Grenzen im Barockzeitalter

Wolfenbüttel, 26. bis 29. August 2009

 

Kontaktadresse:        Herzog August Bibliothek

Lessingplatz 1

D-38304 Wolfenbüttel

E-Mail: forschung@hab.de

*****

Colloque Court Studies Forum

L’Europa delle Corti

Versailles, 24., 25. und 26. September 2009

 

Kontaktadressen:      Marcello Fantoni

Président du Court Studies Forum

Professeur à l’université de Teramo

Directeur de la Kent State University (Florence)

 

Mathieu da Vinha

Secrétaire général du Court Studies Forum

Coordinateur de la recherche et de la formation

Centre de recherche du château de Versailles (CRCV)

Château de Versailles – Pavillon de Jussieu – RP 834

F-78008 Versailles Cedex

E-Mail: mathieu.da-vinha@chateauversailles.fr

Internet: www.chateauversailles-recherche.fr

 

Court historiography experienced a major success in the past thirty years. It went from being a margi-nal theme to occupying a central position in the investigation of different disciplines, such as political and art history, social and cultural studies, music, architecture and literature.

This rebirth of interest dates to the 1970s, after the publication of A. G. Dickens’ The Courts of Europe, and it established itself in the 1980s with the translations from German of Norbert Elias’ trilogy. In 1993, with the book The Origins of the State, the court was further promoted as a political entity next to the traditional elements that characterized the so called „modern state“. This process culminated in 1999 with The Princely Courts of Europe by John Adamson. Three decades were therefore necessary to rescue the court from his state of neglect.

In these thirty years scholars pursued many research directions and applied different methodologies to the analysis of the multiplicity of aspects that were being progressively identified about the court. This nearly caused the disappearance of the court as an individual entity; making space for a multi-faceted reality of many different issues and problems of the courtly universe. In fact, we are now facing the appearance of many specific studies on court offices, court patronage and finances, eti-quette and ceremonials, court literature and theatre, clientship and court spaces, etc., but not much anymore on the overall court system. The same is true for the multidisciplinarity of the angles: proso-pography, network analysis, iconology, semiotics, anthropology, etc. are now prevailing on historical studies.

In the past thirty years we have learned much more about courts and we have more awareness of the impact and centrality of the court in the world of the Old Regime. The picture is more complete and articulate and this has in turn changed the concept of the court and – above all – its relevance vis-à-vis the politics and culture of the Early Modern period.

This conference aims at reflecting upon this new scenario in scholarship and also on the changing per-ception of the court itself, trying at the same time to comprehend the factors that determined this new interest and this progressive increase of topics. This will be accomplished through the investigation of different national historiographies and of individual methodologies, and also through the study of the birth and growth of the many new fields of research and the implications of each one of them for the overall picture of the court.

Reconstructing the process that turned the court into a „success story“ is however not the only goal of this conference. In fact, a better understanding of the past thirty years leads to an effort of grasping the perspective of the future of court studies. In other words, the concern won’t as much be what the court has become, but what it will be in future scholarship, and also what could (and should) be the new areas of investigation and what should be the methodologies involved.

 

Vorläufiges Programm:

Donnerstag, 24. September

Welcoming remarks.

General Introduction.

National historiographies I

England.

North America.

Germany.

National historiographies II

France.

Italy.

Spain.

Eastern Europe.

Freitag, 25. September

Form and culture

The court space.

Structures et organisation de cour.

Économie et finances.

Court books and literature.

The culture of the courtier.

Courts and power(s)

La cour et les modèles du pouvoir.

Court and religion.

Courts and aristocracy.

State and Court.

Les rituels de cour.

Majesté et sacré.

Samstag, 26. September

Issues and methods

Sociology: the role of Elias.

Patronage and clientship.

Iconographie, art et symbolique.

Prosopography.

The Courts of the Mediterranean.

Concluding remarks.

*****

Ausstellung

Ewig blühte Bayerns Land

Herzog Ludwig X. und die Renaissance

Landshut, 28. Mai bis 27. September 2009

 

Kontaktadresse:        Bayerische Schlösserverwaltung

Postfach 20 20 63

D-80020 München

Tel. [D] 0 89 - 1 79 08-0 – Fax [D] 0 89 - 1 79 08-1 90

E-Mail: omfo@bsv.bayern.de

Internet: http://www.schloesser.bayern.de

 

Ludwig X. war nicht nur ein innovativer Bauherr, sondern auch ein bedeutender Auftraggeber „moderner“ Kunst. Er beschäftigte den Landshuter Hans Wertinger und den Nürnberger Barthel Be-ham als Hofmaler, er begeisterte sich für illustrierten Buchdruck und die Medaillenkunst. Zur Aus-stattung der Stadtresidenz berief er in Italien geschulte Künstler vom Münchener Hof, aus Salzburg und den Niederlanden. In einzigartiger Fülle versammelt die Ausstellung die kostbaren Werke der Ta-felmalerei und Skulptur, der Glasmalerei, Medaillen- und Buchkunst, die in seinem Auftrag ent-standen, und zeigt die Bedeutung Ludwigs X. als Mitbegründer der Kunstsammlungen Bayerns.

*****

Ausstellung

Elfenbeine aus Ceylon

Luxusgüter der Renaissance

Zürich, 4. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010

 

Kontaktadresse:        Museum Rietberg

Gablerstrasse 15

CH-8002 Zürich

Tel.[CH] 0 44 – 2 06 31 31 – Fax [CH] 0 44 - 206 31 32

E-Mail: museum.rietberg@zuerich.ch

Internet: http://www.rietberg.ch

*****

16. Workshop des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“

Burgundisch-habsburgische Hofkultur 1450-1530

Wien, 15. bis 16. Oktober 2009

 

Kontaktadresse:        DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der ÖAW

Strohgasse 45/2. St.

A-1040 Wien

E-Mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

*****

Tagung

Die sieben Todsünden in der Frühen Neuzeit

The Seven Deadly Sins in Early Modern Times

Wien, 15. bis 16. Oktober 2009

 

Kontaktadresse:        Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Rechte Wienzeile 37

A-1040 Wien

E-Mail: iefn@univie.ac.at

 

Das Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit (IEFN) veranstaltet am 15. und 16. Oktober 2009 in Wien anläßlich seines zwanzigjährigen Bestehens eine Tagung zum Thema „Die sieben Todsünden in der Frühen Neuzeit“. Dabei sollen verschiedene Aspekte aller Todsünden (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Trägheit) abgedeckt werden.

*****

Atelier

Faktum und Konstrukt
Politische Grenzen im europäischen Mittelalter

Verdichtung – Symbolisierung – Reflexion

Paris, 19. Oktober 2009

 

Kontaktadresse:        Georg Jostkleigrewe

SFB 496/Projekt A 9

Salzstraße 41

D-48143 Münster

Tel. [D] 02 51 - 8 32 79 45 – Fax [D] 02 51 - 8 32 43 06

E-Mail: gjost_01@uni-muenster.de

Internet: http://www.uni-muenster.de/SFB496/projekte/a9.html

 

Grenzen trennen und verbinden. Grenzen sind Ergebnisse menschlicher Konstruktionsleistung und stellen doch oft genug „harte“ historische Faktoren dar, die dem unmittelbaren Einfluß des einzelnen entzogen sind. Grenzen sind unsichtbar und werden für uns doch nur als Visualisierungen, als Symbo-lisierungen, als Konzeptualisierungen greifbar. Diesen Paradoxien und Ambivalenzen des Phänomens „Grenze“ gehen wir im Rahmen eines Ateliers bzw. Workshops nach, der als Kooperation zwischen dem Deutschen Historischen Institut Paris und dem Teilprojekt „Visualität der Diplomatie im europäischen Spätmittelalter“ des Münsteraner SFB 496 am 19. Oktober 2009 in Paris veranstaltet wird.

Der Doppelcharakter der Grenze als Faktum und Konstrukt prägt in besonderer Weise die politischen Grenzziehungen des Mittelalters, die im Fokus des Ateliers stehen. Nicht anders als heute stellen sie gewichtige Faktoren und Objekte herrschaftlichen Handelns dar. Zugleich sind sie jedoch auch als kulturelle Konstrukte zu erkennen, deren Geltung beständig neu ausgehandelt, verstetigt oder trans-formiert wird. Grenzen bleiben nur dann Grenzen, wenn sie immer wieder symbolisch dargestellt, durch politisches Handeln verschiedener Akteure verdichtet oder historiographisch, kartographisch und literarisch reflektiert werden.

Die skizzierten Überlegungen definieren den methodischen Ansatz des Workshops. Die Untersuchung von Genese, Bedeutung und Wirkung mittelalterlicher Grenzen verspricht wichtige Erkenntnisse über die Strukturen der durch sie abgegrenzten Gesellschaften, ihrer Staatlichkeit und ihres politischen Bewußtseins. Den im Titel genannten Dreischritt der Verdichtung, Symbolisierung und Reflexion ver-stehen wir dabei nicht als chronologische Abfolge von Entwicklungsstufen, sondern als Konnex ein-ander bedingender und aufeinander einwirkender Vorgänge. So sind etwa spätmittelalterliche Kon-flikte um grenzüberschreitendes Handeln einzelner politischer Akteure nicht nur Anzeiger eines zu-nehmenden Grenzbewußtseins, sondern zugleich auch Katalysatoren der weiteren Verdichtung von Grenzen. In literarischen, historiographischen und kartographischen Zeugnissen wird das Faktum Grenze reflektiert, möglicherweise aber auch transformiert und mit neuem Sinn aufgeladen. Schließ-lich kann die Genese politischer Grenzen auch als symbolische Verdichtung informeller Kommunika-tionsnetze begriffen werden.

 

Problemstellungen und Themen des Workshops:

 

Verdichtungen:

o        Emergenz politischer Grenzen in der politischen Interaktion (Städteeinungen, Bündnis-systeme, Fürstenstaaten)

o        Transgressionen: Grenzüberschreitungen und Grenzverletzungen als Auslöser und Ursachen der Verdichtung von Grenzen

o        Grenzbewußtsein als politischer Faktor (siehe auch Reflexionen)

 

Symbolisierungen:

o        Medialisierung von Grenzen: Symbolische, juristische, kartographische Repräsentationen politischer Grenzen

o        Aktualisierung, Verteidigung und Verfestigung bestehender Grenzen durch Herrschafts-handeln

o        Erzeugung artifizieller Grenzen und Umgang mit artifiziellen Grenzen (z. B. Abgrenzung neutraler Räume)

 

Reflexionen:

o        Entstehung eines Grenzbewußtseins; historiographische, philosophische, literarische Grenz-diskurse (siehe auch Verdichtungen)

o        Theoretische Reflexionen zu politischen Grenzziehungen im Mittelalter

*****

Ausstellung
des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem
Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Burg und Herrschaft im Mittelalter

Berlin, 25. Juni bis 24. Oktober 2009

 

Kontaktadresse:        Deutsches Historisches Museum

Ausstellungshalle von I.M. Pei

Unter den Linden 2

D-10117 Berlin

Tel. [D] 0 30 - 2 03 04-0

Internet: www.dhm.de/ausstellungen/burg-und-herrschaft

 

Burgen sind bis heute die bekanntesten Überreste des Mittelalters. Zum Bild des Mittelalters gehört die Burg ebenso wie der Ritter, der Mönch und die Kathedrale. Sogar der moderne Begriff des mit Freiheitsrechten ausgestatteten „Staatsbürgers“ leitet sich von der Burg ab, selbst wenn er in der „um-mauerten“ Stadt entstanden ist. Neben den berühmten, malerischen Ruinen längs des Rheins gibt es eine unüberschaubare Menge an Höhenbefestigungen, Wasser- und Stadtburgen zwischen Alpen und Nordsee. Tatsächlich dienten Burgen vom Ende der Völkerwanderung bis zum Anbruch der Neuzeit um 1500 als Mittelpunkte politischer und wirtschaftlicher Macht und waren Orte der Verwaltung und Herrschaft. Viele Burgherren stiegen durch Allianzen zu Landesherren auf wie die Hohenstaufen, Hohenzollern, Habsburger und Württemberger. Die Burg ist mehr als ein Gebäude, mehr als eine Festung, mehr als ein Verwaltungsmittelpunkt.

Die Ausstellung wird die Entwicklung der Burg vom 5. bis zum 16. Jahrhundert zeigen. In dieser Zeit entstand aus dem spätantiken „Burgus“ und älteren Ringwällen die deutsche oder slawische Burg. An der Schwelle zur Neuzeit wurde sie entweder aufgegeben oder sie wandelte sich in ein repräsentatives Schloß, in eine militärische Festung oder in einen bescheidenen Amtssitz. Stets war die Burg jedoch „der Nagel, mit dem die Herrschaft über eine Region befestigt wurde“, wie Werner Meyer formu-lierte. Deshalb beleuchten eindrucksvolle Fallbeispiele die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Herrschaftsausübung im Spannungsfeld zwischen Lehnsrecht und Eigentum, zwischen fürstlicher Landesherrschaft und widerstrebender Ritterschaft oder Bürgerschaft, nicht zuletzt zwischen Recht, Religion und Gewalt.

Versammelt werden etwa 500 Exponate unterschiedlicher Art. Originale Architekturteile und Modelle verdeutlichen die Erscheinungsformen der mittelalterlichen Burg, Urkunden, Texte und Bilder erläu-tern die Bedeutung für die Ausübung mittelalterlicher Herrschaft, Waffen und Rüstungen die militäri-sche Rolle. Kunstwerke und Ausgrabungsfunde zeigen das Leben auf der Burg zwischen Festsaal und Hofstube, Kapelle und Gesinderäumen. Die Grundlage der Ausstellung bilden die Bestände des Deutschen Historischen Museums, vor allem die Sammlung Militaria aus dem alten Zeughaus. Ihre Objekte werden ergänzt durch Leihgaben in- und ausländischer Sammlungen und Institutionen.

Die Partnerausstellung „Mythos Burg“ des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, die vom 8. Juli bis zum 7. November 2010 gezeigt wird, rundet das Bild durch detaillierte Betrachtungen zur Baugeschichte und zur vielfältigen und bis heute fortwirkenden Bedeutung der Burg als Symbol ab.

*****

Sonderausstellung

Ferdinand Karl I.

Ein Sonnenkönig in Tirol

Innsbruck, 25. bis 31. Oktober 2009

 

Kontaktadresse:        Sammlungen Schloß Ambras

Schloßstraße 20

A-6020 Innsbruck

Tel. [A] 05 12 - 34 84 46 – Fax [A] 05 12 - 36 15 42

E-Mail: info.ambras@khm.at 

*****

Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg in
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum

Mythos Burg

Nürnberg, 8. Juli bis 7. November 2010

 

Kontaktadresse:        Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. [D] 09 11 - 13 31-0

Internet: www.gnm.de

 

Trutzige Mauern, imposante Bergfriede, prunkvolle Säle als Zeichen für Wehrhaftigkeit, Macht und ritterliches Leben prägen den „Mythos Burg“ bis in die Gegenwart. Das heutige Bild von der Burg ist eng verknüpft mit der Burgenrenaissance des 19. Jahrhunderts, den Märchenschlössern Ludwigs II. und den romantischen Reisebeschreibungen englischer Rheintouristen. Doch die Verklärung der Burg beginnt bereits im Mittelalter, angefangen von der Gralsburg im „Parzival“ über die Frau als allegori-sches Liebesschloß im „Rosenroman“ bis hin zu Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“.

Die mythische Überhöhung der Burg prägte schon im Mittelalter die Gestaltung von Alltagsgegen-ständen. Auf Siegeln und Grabplatten lassen sich Herrscher als ideale Ritter darstellen, Wandteppiche, Fresken und Buchminiaturen zeigen das vollkommene höfische Leben vom Kampf bis zur Erotik, das sich in und vor der Burg abspielt. Doch weder diese Darstellungen noch stereotype Klagen über den elenden Alltag zeichnen ein realistisches Abbild des Lebens auf der Burg. Die tatsächlichen Lebens-bedingungen waren wesentlich facettenreicher als oft angenommen, ebenso wie die Rolle der Burg in ihrer über tausendjährigen Geschichte zwischen Adelswohnsitz, Herrschaftssymbol und Ausflugsziel.

Die Ausstellung widmet sich den Ursprüngen und der Entwicklung des heutigen Burgenbildes in seiner ganzen Bandbreite auf der Basis neuester Forschungserkenntnisse. Präsentiert werden rund 300 teilweise noch nie gezeigte Objekte aus eigenen Beständen, ergänzt durch Leihgaben internationaler Sammlungen. In der Verbindung von herausragenden Ausstellungsobjekten und neuesten Forschungs-ergebnissen entsteht erstmals ein Panorama des „Mythos Burg“ durch die Jahrhunderte vom Mittel-alter bis zur Gegenwart.

*****

Tagungen

Adel in Norddeutschland

Hannover, Hamburg, 14. November 2009 und Frühjahr 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Heike Düselder

Universität Osnabrück, FB 2, Neuer Graben 19/21

D-49069 Osnabrück

Tel. [D] 05 41 - 9 69-49 05 – Fax [D] 05 41 - 9 69-48 98

E-Mail: projektadel.museumsdorf@wetel.net

 

Der Arbeitskreis Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen plant zusammen mit dem Arbeitskreis für Hamburgische Geschichte zwei Tagungen zum Adel in Norddeutschland. Die Themen sind 1. Adel zwischen Stadt und Land (Herbst 2009 in Hanno-ver) und 2. Adel und Ökonomie (Frühjahr 2010 in Hamburg). Der zeitliche Rahmen wird das 18. und frühe 19. Jahrhundert sein.

Von jeher haben die Angehörigen des landsässigen Adels den Kontakt in die Stadt gesucht. Nicht nur im Zusammenhang mit den landesherrlichen Bemühungen zur Residenzenbildung zog es den Adel in die Stadt. Während seiner ständigen oder saisonal begrenzten Aufenthalte nahm er an der städtischen Lebensform teil und sicherte sich die Produkte städtischer Wirtschaft. Auf den häufig mehrere Wochen dauernden Landtagsversammlungen waren Landadelige in der Stadt präsent und nicht nur an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligt, sondern sie wirkten auch auf das soziale und kultu-relle städtische Leben ein. Städte wie Göttingen waren als Studienorte des Adels von Bedeutung. Ein-flußreiche und prestigeträchtige Ämter in der Stadt, am Hof und in den Domkapiteln der geistlichen Fürstentümer boten dem Adel Gelegenheit zur Nutzung der städtischen Netzwerke der Kommuni-kation und des kulturellen Transfers.

In der Forschung ist Adelsgeschichte bislang vor allem als ein landesgeschichtliches Thema behandelt worden. In der stadthistorischen Forschung hat der Adel zwar im Zusammenhang mit dem Hofleben Berücksichtigung gefunden, nicht jedoch im Rahmen einer stadtgeschichtlichen Perspektive, die danach fragt, welche Bedeutung die Stadt für den Adel hatte und welche Faktoren dazu führten, daß die Stadt für den Adel als zentrale Elitegruppe des feudalen Umlands zu einem Anziehungspunkt wurde. Die Herbsttagung 2009 soll den Adel als Bindeglied zwischen Stadt und Land in den Blick nehmen und seine institutionelle und kulturelle Einbettung in die städtische Lebenswelt sowie deren Folgen für die Lebensweise auf den ländlichen Adelssitzen erörtern. Dabei sollen die Grenzziehungen zwischen Stadt und Land, zwischen Adel und Bürgertum, dynamischer und „moderner“ städtischer Lebenswelt und traditioneller, „starrer“ ländlicher Lebensweise hinterfragt und mit neuen Erkennt-nissen konfrontiert werden.

Die Frühjahrstagung 2010 steht unter dem Rahmenthema „Adel und Ökonomie“ und befaßt sich mit den ökonomischen Grundlagen adeliger Existenz. Diese beruhten innerhalb der adeligen Grund-herrschaften auf dem Einkommen, das durch herrschaftliche Rechte erzielt wurde. Hierzu gehörten die Abgaben der eigenbehörigen Bauern sowie die Einkünfte aus verschiedenen Ämtern. In den geist-lichen Territorien erfüllten Kirchenämter eine bedeutende Versorgungsfunktion. Die nachgeborenen Söhne katholischer Adelsfamilien, die keine Aussicht hatten, als Stammherren das Familiengut zu führen, besetzten nicht selten Domherrenstellen in den Domkapiteln. Die Einkünfte, die mit diesen Ämtern verbunden waren, konnten beträchtlich sein und dem Amtsinhaber einen standesgemäßen Lebensunterhalt sichern. Bis zur Säkularisation schuf die Kombination von Einkünften aus Grund-herrschaften und kirchlichen Ämtern eine stabile Vermögensgrundlage für die Familien, welche im einzelnen und in ihrer jeweils konkreten Zusammensetzung in der Forschung bislang kaum behandelt worden ist. Vor allem der Umgang des Adels mit seinem Grundbesitz und der Nutzen, den er daraus zog, sind von besonderem Interesse, und unter diesem Aspekt kann auch die Situation des verarmten Adels thematisiert werden. Ebenso können Fragen nach dem Adeligen als „Unternehmer“ sowohl im agrarischen als auch im gewerblichen oder industriellen Rahmen und generell nach den Beziehungen des Adels zu rationalem Wirtschaftshandeln zu einer Perspektivenerweiterung der Adelsforschung beitragen.

Auskünfte erteilen:

Dr. Heike Düselder (projektadel.museumsdorf@ewetel.net )

Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer (hauptmeyer@hist.uni-hannover.de )

Prof. Dr. Franklin Kopitzsch (Franklin.Kopitzsch@uni-hamburg.de )

*****

Vortrag

Gennaro Toscano:

Art et pouvoir à la cour d’Aragon de Naples: le De Majestate de Iuniano Maio

Paris, 18. November 2009

 


Kontaktadresse:        Galerie Colbert

2, rue Vivienne

F-75002 Paris

Tel. [F] 1 - 44 41-16 41 – Fax [F] 1 - 44 41-16 76

*****

Vortrag

Eberhard König:

Les Grandes Heures de Jean de Berry

Paris, 9. Dezember 2009

 

Kontaktadresse:        Galerie Colbert

2, rue Vivienne

F-75002 Paris

Tel. [F] 1 - 44 41-16 41 – Fax [F] 1 - 44 41-16 76

*****

Bensheimer Gespräche

Geheime Eliten?

Bensheim, 25. bis 27. März 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Volkhard Huth

Institut für Personengeschichte

Hauptstrasse 65

D-64625 Bensheim

Tel. [D] 0 62 51 - 6 22 11 – Fax [D] 0 62 51 - 6 22 11

E-Mail: huth@personengeschichte.de

Internet: www.personengeschichte.de  

*****

18. Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft 2010

Burgen im Alpenraum

Hallein bei Salzburg, 6. bis 9. Mai 2010

 

Kontaktadresse:        PD Dr. Stefanie Lieb

Wartburg-Gesellschaft

Mommsenstr. 92

D-50935 Köln

E-Mail: stefanie.lieb@uni-koeln.de

 

Weitere Informationen im Internet unter http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=11307

Die Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft 2010 findet im österreichischen Hallein bei Salzburg statt und wird sich dem Themenkomplex „Burgen im Alpenraum“ widmen. Der örtliche Schwerpunkt liegt auf dem Burgenbau im Salzburger Raum und den angrenzenden Regionen der Ostalpen.

Über die regionalen Gegebenheiten hinaus werden in einer zweiten Sektion allgemein die topogra-phischen Bedingungen und Ausprägungen von Burgen in den Alpen diskutiert; also beispielsweise Fragen nach den Voraussetzungen für Vor- und Hochgebirgsanlagen, für die Verkehrswege wie Paß-straßen oder Gebirgsübergänge und deren Sicherung. Hier sind Darstellungen von Adelsburgen bis hin zu landesherrlichen Grenzfestungen gleichermaßen relevant. Auch der Alltag und das höfisch-kulturelle Leben auf einer Burg im Gebirge mit ihren besonderen Konditionen der schweren Zugäng-lichkeit und Abgeschiedenheit sollen als Themenfelder miteinbezogen werden.

In einer dritten Sektion wird generell das Phänomen des Erscheinungsbildes der Burg im Gebirge er-örtert: Wie wird die Burg in der rauhen Natur der Berge medial wiedergegeben und bewertet? Und welche Symbolik z.B. in Bezug auf Herrschaftsanspruch, aber auch Natur- und Zivilisations-verständnis kann damit verbunden sein? Zeitlich ist hier keine Einschränkung vorgesehen, die Beispiele können vom mittelalterlichen Minnelied über die frühneuzeitliche Idealfestung bis hin zur Alpenromantik des 19. Jahrhunderts und dem heutigen Wander- und Erlebnis-Tourismus reichen.

Da die Tagung einen kulturwissenschaftlichen und interdisziplinären Ansatz verfolgt, sind Historiker, Archäologen, Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler und benachbarte Fächer gleichermaßen willkommen.

*****

17. Workshop des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“

Verschriftlichte Ordnungsvorstellungen in der Frühen Neuzeit:
Genese und Wirkung von Instruktionen und Ordnungen

Wien, 17. bis 19. Mai 2010

 

Kontaktadresse:        DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der ÖAW

Strohgasse 45/2. St.

A-1040 Wien

E-Mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

*****

41e Congrès de la SHMESP

Les relations diplomatiques au Moyen Âge: sources, pratiques, enjeux

Lyon, 3. bis 6. Juni 2010

 

Kontaktadresse:        Société des Historiens médiéviste de l’Enseignement supérieur                                 public

Bibliothèque Halphen

17, rue de la Sorbonne

D-75005 Paris

E-Mail: shmesp@free.fr

Internet: www.medievistes-shmes.net

 

TEXTE D’ORIENTATION DU COMITÉ SCIENTIFIQUE

Les relations diplomatiques, envisagées comme le lieu de construction de la médiation, avec leurs normes et leurs rituels, leurs outils (dont les lettres), leurs modalités concrètes 2 (articulation des pratiques de l’oral et de l’écrit), leurs intentions et résultats sont une alternative de l’affrontement, du recours aux armes et à la violence politique, tout en demeurant l’expression d’un rapport de forces. Elles constituent aussi une part significative et peut-être trop négligée des pratiques de l’échange social et de la communication.

Évitant de partir d’une définition trop contemporaine des relations diplomatiques (les relations poli-tiques entre les États), mais sans se priver d’analyses à caractère historiographique, on se fixe comme objectif de retrouver les conceptions médiévales de la diplomatie en étudiant le vocabulaire et en construisant les champs sémantiques pertinents. Au vu des recherches récentes sur le sujet, il semble que l’on puisse aborder la question des relations diplomatiques d’un double point de vue: celui des formes de l’échange (les rituels, gestes, paroles, écrits) et celui de la technique proprement dite (le travail diplomatique). À ces deux approches complémentaires, on donnera une perspective dyna-mique, en insistant sur le rôle des relations diplomatiques dans la construction des identités institu-tionnelles et des formes de la représentation. Nous entendons couvrir l’ensemble de la période médiévale et accorder toute leur place à chacune des aires politiques et culturelles dont nous sommes familiers, que ce soit Byzance, les pays musulmans, l’Occident chrétien, sans oublier les mondes lointains (Inde, Chine …). Ces aires seront étudiées en elles-mêmes ainsi que, lorsque c’est possible, dans leurs relations mutuelles. L’étude de situations limites où la diplomatie est volontairement ignorée (conquête, colonisation …) permettra de réfléchir aux conditions mêmes de l’instauration de relations diplomatiques. Ces relations concernent au premier chef la papauté, les empires, les royaumes, les principautés. Il nous paraît tout aussi important d’inclure dans le programme l’activité diplomatique des villes et de certaines communautés rurales, voire des ordres religieux (et parmi eux, les ordres militaires). La diplomatie concerne aussi les universités, les conciles ou bien encore les „condottieri“ … Dans tous les cas de figure, on s’interrogera sur le mandat créateur de représentation diplomatique et sur les modèles auxquels se réfèrent les mandants et mandataires: survie des modèles antiques (légation), élaboration de modèles chrétiens (la cour céleste et ses ambassadeurs, les lettres tombées du ciel, les serviteurs du diable), confrontation entre des modèles de représentation différents. Sans préjuger de la distribution des communications au cours de la rencontre, l’étude des relations diplomatiques appelle un éclairage sous les trois angles principaux explicités dans le sous-titre: sources, pratiques, enjeux. Au sujet des sources, on fera le point sur la documentation immédiate, sa typologie (livres de cérémonie, lettres de créance, sauf-conduits, lettres d’ambassade, instructions, pouvoirs, rapports etc.), son évolution quantitative et qualitative et sa conservation, sans négliger la migration de ces écrits dans d’autres contextes documentaires ni les traces de l’activité diplomatique enregistrées dans des sources variées (chroniques, récits de voyages, comptabilités …). On s’interrogera sur les procédés de production de ces documents: rapport d’un document avec des écrits antérieurs; rapport entre écriture et oralité; échos du discours diplomatique dans l’écrit. Le concours des historiens de l’art, des archéologues et des spécialistes de la littérature est d’autant plus souhaitable qu’il est susceptible d’introduire des perspectives nouvelles ou inattendues. L’étude des pratiques diplomatiques devrait conduire à mettre principalement en valeur:

·           les conditions concrètes de l’échange diplomatique, des contacts discrets aux rencontres au sommet: les hommes et les femmes, les qualités requises, les 3 voyages et les itiné-raires, le financement des missions, la gestion du temps, le choix des lieux, les langues et les interprètes, les banquets et les cadeaux diplomatiques …

·           les modes de communication et leur interaction: communication écrite et verbale; rituels et cérémonialisation; secret, écritures chiffrées et langages codés …

·           les issues et conséquences de la négociation: succès/échec; les traités diplomatiques et leurs effets économiques; les mariages; les conséquences culturelles (l’ambassadeur et la diffusion des idées, des livres, etc.) … Quant aux enjeux des relations diplomatiques médiévales, ils concernent:

·           les acteurs eux-mêmes: interaction entre pratique diplomatique et „carrière“, professionnalisation progressive de cette activité (prosopographie des messagers, hérauts, ambassadeurs, procureurs, légats …);

·           les rapports entre la diplomatie et des activités connexes (espionnage);

·           l’articulation calculée entre la diplomatie et la violence;

·           le rôle des relations diplomatiques dans les processus d’institutionnalisation. Au total, le Congrès sera l’occasion de s’interroger sur la validité de l’objet historique que peut représenter la diplomatie au Moyen Âge, de construire l’articulation entre les techniques de la diplomatie et l’art de négocier, et de réexaminer la place des relations diplomatiques dans les sociétés médiévales et la place de la diplomatie médiévale dans l’histoire de la diplomatie tout court.

*****

Kolloquium

La Mort à la Cour

Lausanne, 11. bis 12. Juni 2010

 

Kontaktadresse:        Dr. Agostino Paravicini Bagliani

Professeur ordinaire

Dr. Bernard Andenmatten

Maître d’enseignement et de recherche

Dr. Eva Pibiri

Maître assistante

Université de Lausanne

Faculté des Lettres

Section d’histoire

Anthropole

CH-1015 Lausanne

Tel. [CH] 0 21 - 692 29 43 – Fax [CH] 0 21 - 692 29 35

E-Mail:          agostino.paravicini@hist.unil.ch

                       Bernard.Andenmatten@unil.ch

                       eva.pibiri@unil.ch

*****

Kolloquium der internationalen Comparative Court Culture Group

Death at Court

Greifswald, 12. bis 14. Juli 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß

Ernst-Moritz-Arndt-Universität

Historisches Institut

Domstr. 9a

D-17487 Greifswald

Tel. [D] 0 38 34 - 86 33 02– Fax [D] 0 38 34 - 86 33 05

E-Mail: spiess@uni-greifswald.de

*****

Ausstellung

Apelles am Fürstenhof

Jacopo de’ Barbari und die Hofkünstler um 1500 im Alten Reich

Veste Coburg, 22. August bis 7. November 2010

 

Kontaktadressen:      Kunstsammlungen der Veste Coburg

Dr. Klaus Weschenfelder

Direktor

Veste Coburg

D-96450 Coburg

Tel. [D] 0 95 61 - 8 79-0 – Fax [D] 0 95 61 - 8 79-66

E-Mail: sekretariat@kunstsammlungen-coburg.de

 

DFG-Projekt „Kulturtransfer und Transkulturation in höfischen          Bildkonzepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im     Alten Reich“

Prof. Dr. Matthias Müller (Projektleiter)

Ruth Hansmann, M.A. (Universität Mainz)

Beate Böckem, M.A. (Universität Basel)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Institut für Kunstgeschichte

Binger Straße 26

D-55122 Mainz

Tel. [D] 0 61 31 - 3 93-22 58 – Fax [D] 0 61 31 - 3 93-01 36

E-Mail: hansmann@uni-mainz.de

 

Aus der Konkurrenz zwischen Kaiser und Landesfürsten um die Macht im Alten Reich gingen die Territorialherrschaften Ende des 15. Jahrhundert gestärkt hervor. Sie schufen nun mehr denn je eigene prächtige Residenzen und repräsentative Hofhaltungen, die mit denen in ganz Europa in Konkurrenz traten. Dadurch wuchs auch die Bedeutung der Künste am Hof, die dem fürstlichen Ansehen Aus-druck verliehen. Jetzt waren Künstler gefragt, die dieser anspruchsvollen Aufgabe mit innovativen Werken gerecht werden konnten. Im Spannungsfeld zwischen Herrscher, Stadtpatriziat und Kirche entwickelten sich facettenreiche Modelle der Beschäftigung von Künstlern am Hof, die sich im Dia-log zwischen ästhetischen Konzepten, traditionellen Bedürfnissen nach Repräsentation und innova-tiven Formen des Mäzenatentums ausprägten. Malerei und Graphik gewannen als mobile und repro-duzierbare Medien in diesem Prozeß an Bedeutung, weil gerade durch sie die kulturellen Leistungen der Höfe europaweit verbreitet werden konnte. Diese offensive Wirkung von Kunst durch Mobilität galt jedoch nicht nur für die Werke, sondern auch für die Künstler, die teils von weither an die Höfe des Alten Reichs berufen wurden.

Die Ausstellung soll erstmals anhand prägnanter Werke der Zeit um 1500 die Aufgaben der an Höfen tätigen Künstler und ihre gesteigerte Bedeutung für die fürstliche Repräsentation anschaulich nach-zeichnen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Höfe Maximilians I. und des sächsischen Kur-fürsten Friedrich des Weisen. Im Zentrum der geplanten Präsentation steht der aus Italien stammende Künstler Jacopo de’ Barbari (um 1475 - vor 1516), der um 1500 in rascher Folge an wechselnden Für-stenhöfen nördlich der Alpen tätig war. Nach der Anstellung bei Maximilian I. befand er sich bald im Dienst Friedrichs des Weisen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte de’ Barbari am kunst-sinnigen Hof der Margarethe von Österreich in Mecheln. In diesen international hervorstechenden Zentren der Hofkultur nördlich der Alpen wirkte Jacopo de’ Barbari als prominenter Vermittler von Ideen der italienischen Renaissance.

Ausstellungsthemen

I. Jacopo de’ Barbari – Innovation und Adaption

Am Anfang der Ausstellung sollen beispielhaft künstlerische Innovationen und Adaptionen des itali-enischen Künstlers vorgestellt werden, mit denen er nördlich der Alpen Aufmerksamkeit erregte. Aus-gangspunkt ist die spektakuläre Ansicht Venedigs, die bereits die Verbindungen dies- und jenseits der Alpen verdeutlicht. Doch die Einflüsse waren wechselseitig, auch Jacopo de’ Barbari adaptierte Motive und Techniken, auf die er nördlich der Alpen traf. Dieser spannungsvolle Dialog läßt sich an mehreren Beispielen und in unterschiedlichen Kunstgattungen festhalten. Mit der Darstellung des „Ungleichen Paares“ griff de’ Barbari ein moralisierendes Thema der nordalpinen Kunst auf, das er in seine eigene Formensprache integrierte. Gleichzeitig wurde die mythologische Bilderwelt durch seinen Kupferstich „Apoll und Diana“ von Künstlern wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach aufge-nommen, in verschiedenen Medien erprobt und weiterentwickelt.

II. Die Aufgaben der Hofkünstler – Das Portrait

In der fürstlichen Repräsentation erhielt die Portraitmalerei als eigenständige Kunstgattung um 1500 ein völlig neues Gewicht. Auch Jacopo de’ Barbari stellte in dieser reizvollen Aufgabe sein Können unter Beweis. Lukas Cranach d.Ä., de’ Barbaris Nachfolger im Amt des kursächsischen Hofmalers, entwickelte in seiner über 50 Jahre währenden Tätigkeit verschiedene eigenständige künstlerische Konzepte, die das Image der sächsischen Kurfürsten auf Dauer prägten und europaweit verbreiteten. Am Beispiel der großen Bandbreite an Portraitdarstellungen, die Maximilian I. bei verschiedenen Künstlerwerkstätten in Auftrag gab (Dürer, Strigel), können weitere solcher künstlerischen Modelle anschaulich nebeneinander gestellt werden. Wenn es galt, den Herrschern in Bildern Präsenz zu verleihen, behaupteten sich auch zahlreiche weitere Medien neben der Malerei – Graphik, Medaillen und Büsten wetteiferten mit der ihnen innewohnenden eigenen Leistungsfähigkeit.

III. Die Aufgaben der Hofkünstler – Höfisches Leben

Repräsentation, Ausstattung, Ausrüstung, Zeitvertreib: Das Aufgabenspektrum des Künstlers am Hof war weit gespannt. Er entwarf Konzepte für die Ausstattung fürstlicher Residenzen, dokumentierte das höfische Leben, lieferte diplomatische Geschenke, etwa für die Brautwerbung oder zur Ver-breitung machtpolitischer Vorstellungen im Portrait. Eine herausragende Rolle in der nordalpinen Hofkultur spielte die Jagd, die in Tafelbildern, Miniaturen und Druckgraphik zelebriert wurde. Turnierbücher vom kursächsischen Hof schildern minutiös die Begegnungen im Wettkampf, neben den Hofmalern nahmen Plattner und Geschützmacher, deren Werke sich in den Rüstkammern erhalten haben, eine bedeutende Stellung ein. Der 1494 von Friedrich dem Weisen in Brüssel in Auftrag gege-bene Turnierteppich (Valenciennes) ist Kulminationspunkt dieser Domäne höfischer Repräsentation. In die Kampfszene eingebettet zeigt er Objekte, die unterstreichen, welche Wertigkeit Tapisserien, Goldschmiedekunst und Heraldik in der Festkultur der Höfe zukam. Herausragende Künstler des Alten Reichs, wie Albrecht Altdorfer oder Hans Holbein d.J., lieferten prunkvolle Entwürfen für solche Kunstwerke an die Höfe.

IV. Die Aufgaben der Hofkünstler – Memoria und Frömmigkeit

Das fromme Gedenken an den Herrscher, seine Memoria, war ein weiterer wichtiger Bereich, für den die Fürsten bereits zu Lebzeiten Vorsorge trafen. Galt es doch, das Seelenheil durch Grabmäler, Altar-bilder oder andere religiöse Darstellungen zu sichern. Auf de’ Barbaris sakrale Arbeiten wie Dar-stellungen von Heiligen oder den Segnenden Christus nahmen Lukas Cranach und andere Künstler des Alten Reichs in Malerei, Graphik und Plastik nachhaltig Bezug. Die künstlerische Ausgestaltung von Reliquien aus fürstlichem Besitz schildern Cranachs Illustrationen für das Wittenberger Heiltumsbuch eindrucksvoll. Mit dieser Reliquiensammlung hatte Friedrich der Weise am Vorabend der Reformation einen wirkmächtigen Schatz zusammengetragen, der seinem ganzen Haus im Jen-seits zugute kommen sollte. Aber auch die „private Frömmigkeit“ des Herrschers lieferte anspruchs-volle Aufgaben. Kleinformatige Andachtsbilder und Stundenbücher, wie das Gebetbuch Kaiser Maximilians, galten schon früh als kostbare und exklusive Medien fürstlicher Frömmigkeit und hochrangige Aufträge an führende Künstler im Dienste der Höfe.

V. Kulturtransfer an den Höfen im Alten Reich um 1500

Schon früh existierte ein weit reichender kultureller Austausch an den europäischen Höfen. Um 1500 wurden Kunst und Kultur im Alten Reich maßgeblich von den burgundischen Niederlanden beein-flußt. Doch gewannen die Entwicklungen der italienischen Renaissance vor allem durch die Pracht-entfaltung der oberitalienischen Höfe allmählich stärkeren Einfluß. Gerade an Jacopo de’ Barbaris Karriere zeigt sich, wie stark der Reiz für die Höfe war, der von ihren Vermittlern ausging. Neben mythologischen Themen rückte vor allem das Motivrepertoire der Antike in den Mittelpunkt der Auftraggeberinteressen. Die Rezeption römischer Skulpturen, das in der Antike vornehmlich verwen-dete Material Bronze, aber auch Themen wie Triumphzüge römischer Herrscher gerieten vermehrt in den Fokus der Fürsten des Alten Reich und wurden mehrfach und in verschiedenen Medien von den ansässigen Künstlern realisiert.

VI. Diskurse: Die Kunst als Teil der Artes liberales; mythologische und höfische Geschichtsmodelle

Ein eigenhändiges Empfehlungsschreiben, das Jacopo de’ Barbari an Friedrich den Weisen sandte, dokumentiert das Selbstverständnis des italienischen Malers eindrucksvoll. Aber auch nördlich der Alpen wandelte sich das Bild vom Künstler und emanzipierte sich allmählich aus seiner handwerk-lichen Gebundenheit. Wappenverleihungen an Künstler, Signaturen und Inschriften auf Bildern zeugen von diesem Wandel hin zum „pictor doctus“, dem gelehrten Künstler. Er konnte sich auf Apelles, den exklusiven Hofmaler Alexanders des Großen berufen. Hans Dauchers „Zweikampf zwi-schen Dürer und Apelles“ ist ein ausdrucksstarkes Zeugnis dieses neuen künstlerischen Selbstbildes in den Jahrzehnten um 1500.

Auch Fürsten nutzten humanistische Konzepte zur Erweiterung ihres Herrschaftsverständnisses und führten ihre genealogischen Wurzeln nun bis in die Antike zurück. Georg Spalatins „Chronik der Sachsen“, für die Cranachs Werkstatt mehr als 2.000 Illustrationen zu liefern hatte, ist ein machtvolles Zeichen für die neue Historiographie. Dementsprechend lieferten die Künstler den Höfen visuelle Modelle der Geschichtsdeutung, in denen auch das Gedankengut der italienischen Renaissance adap-tiert werden konnte. Dies dokumentiert Lukas Cranachs „Quellnymphe“, die sich italienischen Vor-bildern der „Ruhenden Venus“ zuwendet, diese gleichzeitig in eine topographisch faßbare, sächsische Lebenswelt überführt und somit auch fürstliche Geschichtsvorstellungen weiterentwickelt.

 

Die Ausstellung soll neben Werken von Jacopo de’ Barbari ebenso Arbeiten seiner Zeitgenossen Albrecht Altdorfer, Hans Burgkmair, Lukas Cranach, Hans Daucher, Albrecht Dürer, Adriano Fioren-tino, Hans Holbein d. Ä., Hans Holbein d.J., Jörg Kölderer, Hans Süss von Kulmbach, Israel von Meckenem, Conrat Meit, Jörg Muskat, Ambrogio de Predis, Bernhard Strigel und anderen zeigen. Ein wesentliches Augenmerk liegt nicht zuletzt auf der Vielfalt der künstlerischen Medien, die an den Höfen im Alten Reich einen hohen Stellenwert einnahm und auch in der Ausstellung ausdrücklich ge-würdigt wird. Dies veranschaulichen die verschiedenen Gattungen wie Malerei, Zeichnung, Graphik, Buchmalerei, Skulptur, Tapisserie, Goldschmiede- und Waffenkunst.

 

Ausstellungskuratoren

Beate Böckem M.A., Universität Basel

Ruth Hansmann M.A., Universität Mainz

Prof. Dr. Matthias Müller, Universität Mainz

Dr. Klaus Weschenfelder, Kunstsammlungen der Veste Coburg

 

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Dagmar Eichberger, Universität Heidelberg

Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Universität München

Dr. Thomas Schauerte, Universität Trier

Prof. Dr. Andreas Tacke, Universität Trier

Dr. Gabriele Wimböck, Universität München

*****

Kolloquium

Le corps du Prince au cœur des rituels de la cour

Lüttich, 2. bis 4. Dezember 2010

 

Kontaktadresse:        Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques  /  Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11 – Fax [D] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

*****

Kolloquium

Cardinaux et évêques de cour (XIVe –XVIe s.)

Tournai und Lille, 18. und 19. März 2011

 

Kontaktadressen:      Prof. Dr. Alain Marchandisse

Université de Liège

Département des sciences historiques  /  Histoire du moyen âge

Quai Roosevelt 1B

B-4000 Liège

Tel. [B] 04 - 3 66 54 11– Fax [B] 04 - 3 66 57 68

E-Mail: Alain.Marchandisse@ulg.ac.be

 

Prof. Dr. Bertrand Schnerb

Université Charles-de-Gaulle – Lille 3

Rue du Barreau – BP 60149

F-59653 Villeneuve d’Ascq Cedex

E-Mail: abc.schnerb@wanadoo.fr

 

Monique Maillard-Luypaert

Conservateur-archiviste

Bibliothèque du Grand Séminaire – Tournai

Rue des Jésuites, 28

B-75000 Tournai

Tel. [B] 0 69 - 36 25 05 – Fax Tel. [B] 0 69 - 22 63 98

E-Mail: monique.maillard@euronet.be

 



Kolloquiumsberichte

 

 

Die Kapitalisierung des Krieges

Kriegsunternehmer in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

 

Berlin, 18.-20. März 2009

 

„Die historischen Wurzeln eines höchst aktuellen Phänomens“ in den Blick zu neh-men, war das zentrale Anliegen der von Matthias Meinhardt und Markus Meumann, beide Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, organisierten internationalen Tagung zum Thema „Die Kapitalisierung des Krieges. Kriegsunter-nehmer in Spätmittelalter und Früher Neuzeit“, die in Zusammenarbeit mit dem Ar-beitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V. (AMG) und finanziell gefördert von der Gerda Henkel Stiftung vom 18. bis 20. März 2009 im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattfand.

Matthias Meinhardt (Halle) führte in die Fragestellungen der Tagung ein und ver-wies auf die zentralen, zu erörternden Begriffe. Das vom Utrechter Künstler Paulus Moreelse gefertigte Gemälde des „tollen Halberstädters“ Herzog Christian des Jün-geren von Braunschweig-Lüneburg diente dabei als Exempel, stellte der Herzog doch einen nicht untypischen Repräsentanten des hier zu untersuchenden Phänomens des Kriegsunternehmers dar. Meinhardt machte deutlich, daß der Tagungskonzeption eine weite Deutung des Kapitalbegriffs zugrunde lag. Die „Kapitalisierung des Krieges“ dürfe nicht nur im ökonomischen Sinne verstanden, sondern müsse auch im sozialen, kulturellen und symbolischen Sinne betrachtet werden. Über das Begriffsverständnis Fritz Redlichs hinausgehend sei es ein weiteres Anliegen der Tagung, das soziale Be-zugsfeld zu weiten, um so auch kollektiv kriegsunternehmerisch handelnde Personen und auch Frauen in die Betrachtung einzubeziehen. Der Blick solle dabei nicht nur auf Biographien, sondern auch auf die Rahmenbedingungen, die kulturellen Zusammen-hänge und sozialen Konstellationen gerichtet werden. Im Rahmen der Tagung gelte es zudem, unterschiedliche Räume zu berücksichtigen und die konventionellen Epochen-grenzen zu überschreiten. Zwei gängige Darstellungsklischees gelte es dabei zu durch-brechen: das Kriegsunternehmertum sei kein rein italienisches Phänomen gewesen und eine zeitliche Separierung, d.h. eine strikte Trennung in Mittelalter und Frühe Neuzeit, nicht sinnvoll. Abschließend betonte Meinhardt die Aktualität des Tagungs-themas und verwies auf entsprechende politologische und tagespolitische Debatten. Nicht zuletzt hieraus resultiere die Notwendigkeit, die Phänomene Kriegsunter-nehmertum und Kapitalisierung des Krieges wieder stärker ins Blickfeld der histo-rischen Forschung zu rücken.

Die erste Sektion der Tagung, unter Leitung von Jörg Rogge (Mainz), widmete sich den Schwerpunkten Märkte, Ressourcen und Finanzen. Den Anfang machte Heinrich Lang (Bamberg) mit seinem Vortrag „Das Geschäft mit der Gewalt. Gewaltmärkte am Beispiel der italienischen Condottieri zwischen 1350 und 1550“, in dem er das Kon-zept der Gewaltmärkte auf die Condottieri und ihre Söldnerkompanien im Italien der Renaissance rückbezog. Lang skizzierte die Rahmenbedingungen, die zum Auf-kommen von Söldnerheeren im Italien des Quattrocento führten, analysierte das Auftreten der Condottieri als Kriegsunternehmer und verwies dabei insbesondere auf die finanzielle Verflechtungen eines kapitalisierten Kriegswesens, in dem Bankiers als Mittelsmänner, Agenten und Makler eine tragende Rolle für die Beziehungen zwi-schen Auftraggeber und Gewaltunternehmer spielten. Als Beispiel führte Lang die Florentiner Bankiersfamilie Medici an, die u.a. den finanziellen Transfer zwischen Auftraggeber und Condottieri organisierte und letztere an die staatliche Finanz-verwaltung koppelte.

Im zweiten Vortrag der Sektion setzte sich Stefanie Rüther (Münster) mit der Problematik „Reichsstädte als Kriegsunternehmer? Ratsherren, Bürger und Büchsen-meister als Profiteure der süddeutschen Städtekriege (1376-1390)“ auseinander. Rüther folgte dabei der Frage, wie ganze Städte und einzelne soziale Gruppen inner-halb der mittelalterlichen Stadt aus den Auseinandersetzungen des Städtekrieges Profit schlagen konnten. Bürger traten als private Kriegsunternehmer auf. Städtische Handwerker, hier vor allem die Büchsenmacher, konnten durch technische Inno-vationen und exklusives Wissen im Waffenbereich erhebliche materielle, aber auch soziale Gewinne erzielen. Insbesondere einzelne Ratmitglieder erhielten durch die Übernahme militärischer Ämter zusätzliche Entschädigungen. Rüther verwies darauf, daß es hier also keine Trennung zwischen politischer und militärischer Führung gab, die Kriegsunternehmer der Städte nicht autonom agierten, sondern in das wirtschaft-liche und politische Gefüge der Stadt eingebunden waren und der Kriegsdienst damit stets im Spannungsfeld zwischen Gemeinnutz und Eigennutz stattfand.

Steffen Leins zeigte in seinem Vortrag über „Das Prager Münzkonsortium von 1622/23. Möglichkeiten und Grenzen privater Kriegsfinanzierung durch eine Kapi-talgesellschaft im 17. Jahrhundert“ potentielle Konsequenzen der Kapitalisierung des Krieges auf. Durch die Verpachtung des gesamten Münzwesens des Reiches an ein Konsortium aus privaten Unternehmern, dem u.a. Albrecht von Wallenstein und Karl I. von Liechtenstein angehörten, versuchte Ferdinand II., seine immensen Kriegs-kosten zu finanzieren. Der ursprüngliche Zweck, die Kriegsfinanzierung, wurde jedoch verfehlt und das Reich mit einer Hyperinflation überzogen, die in der Erklä-rung des Staatsbankrotts durch Kaiser Ferdinand II. mündete. Das Münzkonsortium von 1622/23, das den Höhepunkt der Kipper- und Wipperzeit darstellte, diente letzt-lich der Bereicherung einiger weniger Kriegsunternehmer.

Vom Land auf die hohe See wechselte Christoph Rass (Aachen). In seinem Beitrag über „Freibeuter als Kriegsunternehmer: Geschäftsmodelle privatisierter Seekriegs-führung“ stellte er einen Vergleich zwischen der englischen Freibeuterei und nieder-ländischen Kriegsunternehmungen für die Zeit zwischen 1550 und 1650 an. Von der englischen Admiralität ausgestellte Kaperbriefe boten privaten Investoren die Mög-lichkeit, durch gezielte Verteilung des Kapitals einen extrem hohen Profit zu erwirtschaften. Neben regulären Einheiten der britischen Marine führten die engli-schen Freibeuter einen Handelskrieg, um die ökonomische Basis des Gegners zu zer-stören. Das niederländische Modell war weniger erfolgreich. Die West-Indische Com-pagnie (WIC) agierte als Kriegskonzern, seit 1621 als Aktiengesellschaft für Seeraub und Seekrieg. Der Versuch den Seekrieg durch Beute zu refinanzieren, scheiterte jedoch. An diesen Beispielen konnte Rass verdeutlichen, daß ein dauernder priva-tisierter Seekrieg nur mit anhaltender staatlicher Subventionierung möglich war und das Modell des klassischen Kaperunternehmens nur so über einen langen Zeitraum Bestand haben konnte. Der frühmoderne Kriegskonzern als Vorform der Private Military Company funktionierte hingegen nicht.

Die zweite Sektion, unter der Leitung von Bernhard R. Kroener (Potsdam), be-schäftigte sich mit den Profilen, Chancen und Risiken des Kriegsunternehmertums. William Caferro (Nashville, Tennessee) untersuchte in seinem Vortrag „Petrarch’s War and the Meaning of Florentine Military Wages (1349-1350)“ die Entwicklung der Söldnerlöhne in Florenz zur Zeit der Auseinandersetzungen der Stadt Florenz mit der Familie Ubaldini. Caferro, der seine Untersuchungen auf umfangreiches Aktenma-terial in den städtischen Archiven stützen konnte, kam zu dem Schluß, daß in der Be-zahlung von einheimischen und ausländischen Söldnern kein Unterschied gemacht wurde und die angeworbenen Soldaten nach ihren Fähigkeiten und ihrer Ausbildung entlohnt wurden.

Uwe Tresp (Münster) verdeutlichte in seinem Referat am Fallbeispiel eines priva-ten Kriegsunternehmers aus dem sächsischen Raum die grundsätzlichen Bedingungen, vor allem aber die Chancen und Risiken unternehmerischer Betätigung im Kriegs-wesen im Spätmittelalter. Unter dem Titel „Private Kriegsbeteiligung zwischen Recht und Risiko: Der Fall Nickel Pflug von Knauthain (1450/1477)“ widmete sich Tresp dem kurfürstlich-sächsischen Amtmann von Leipzig, Pegau und Borna. Dieser war in den 1470er Jahren in einen langwierigen Rechtsstreit verwickelt, um die Verluste, die er bei der Belagerung Geras im sächsischen Bruderkrieg erlitten hatte, zu kompen-sieren. Er war als privater Kriegsunternehmer ohne Auftrag seines Dienstherrn in Aktion getreten. Über die Rechtmäßigkeit seines Vorgehens entspann sich in den nachfolgenden Jahrzehnten eine rege Diskussion.

Brian Sandberg (DeKalb, Illinois) widmete sich anschließend in seinem Vortrag „Diligently Assembling a Great Number of My Friends: Military Entrepreneurs and Personal Armies in the French Wars of Religion, 1562-1629“ der Rolle französischer Adliger in den Religionskriegen. Adlige agierten als Kriegsunternehmer, indem sie beispielsweise Heere aufstellten und ihre über das ganze Land verteilten Burgen als Waffenlager und Sammelpunkte für militärische Kontingente zur Verfügung stellten.

Im Zentrum der Betrachtungen Guy Rowlands’ (St. Andrews) standen die aus-ländischen Truppenkontingente in der Armee Ludwigs XIV. In seinem Vortrag „The capitalisation of foreign mercenaries in Louis XIV’s France“ beschrieb Rowlands, wie der französische König ausländische Truppenkontingente für seine Zwecke einsetzte. So wurden z.B. irische Regimenter in die französische Armee aufgenommen und nach der Beendigung des Konflikts in die regulären Truppen überführt. Schweizer Söldner avancierten überdies zur persönlichen Garde des Königs. Rowlands verwies besonders darauf, dass die Handlungsmotive der ausländischen Söldner hierbei auch jenseits des materiellen Gewinns zu suchen seien. Nicht allein die Aussicht auf ökonomisches Kapital, sondern vor allem auch affektive Bindungen, insbesondere die jeweiligen Konfessionen und persönliche Loyalitäten, spielten bei der Entscheidung der Söldner, im Heer eines fremden Herrschers zu dienen, eine gewichtige Rolle.

Den Abschluß der zweiten Sektion bildete der Beitrag von Thomas Kossert (Osna-brück) zu einem der bedeutendsten Feldherren des Dreißigjährigen Kriegs. Unter dem Titel „Krieg für Land und Lehen? Tilly und der Casus Brunsvicensis“ konnte Kossert, Tilly als einen typischen Kriegsunternehmer darstellen. Durch sein Streben nach Geld, Macht, Titeln und Territorialbesitz (wie beispielsweise seine Bemühungen um das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg) und aufgrund seiner ehrgeizigen Familienpolitik (z.B. Protektion seiner Neffen) erfülle Tilly alle kennzeichnenden Merkmale des frühmodernen Kriegsunternehmers. Es gelte nun, Tilly zu entmystifizieren und ihn im Kontext mit anderen Kriegsunternehmern zu betrachten.

Die dritte und letzte Sektion der Tagung, unter der Leitung von Stephan Selzer (Hamburg), fragte nach Darstellungen, Wahrnehmungen und Deutungen der Kriegs-unternehmer. Hier hatte bereits der Bochumer Kunsthistoriker Dietrich Erben mit seinem Eröffnungsvortrag „Vom Capitano zum Strategen. Über den repräsentativen Status des Feldherrn in der Denkmalkultur der Renaissance“ das Feld geöffnet und einige wichtige Facetten und Themenfelder der Tagung aufgezeigt. Aufbauend auf einer Analyse der visuellen Darstellung des Feldherrn am Beispiel der Reiterdenkmale für den Condottiere Gattamelata in Padua, den venezianischen Condottiere Bartolo-meo Colleoni und den Fürsten Cosimo I. de’Medici in Florenz beschrieb Erben einen grundlegenden Image- bzw. Statuswandel des Feldherrn. Im Verlauf des späten 16. Jahrhunderts sei eine völlige Neukonzeption des Denkmaltypus vom Capitano- zum Fürstenmonument zu beobachten, in der die Marginalisierung des Feldherrn zugunsten eines Statusgewinns des Fürsten zum Ausdruck komme. Militärische und strategische Kompetenzen wurden nicht länger nur vom Feldherrn, sondern auch vom Fürsten ver-langt, der schließlich im Zuge der Konsolidierung des Fürstenstaates nominell und de facto die Heeresleitung übernahm.

Niklas Konzen (Tübingen) verwies in seinem Vortrag „Vir tam strenuus tamque bellicosus – Selbstverständnis, Fremdwahrnehmung und Legendarisierung des Hans von Rechberg (ca. 1410-1464)“ auf die unterschiedlichen Deutungen, die der Kriegs-unternehmer erfahren konnte. Für die einen war Hans von Rechberg ein tapferer Krie-ger für die gerechte Sache, für die anderen ein hinterhältiger Straßenräuber, der gegen alle Regeln Fehden führte.

Nathalie Büsser (Zürich) konnte in ihrem Beitrag „Herr General, Frau Generalin und ihre Kinder – Neue Zugänge zum Soldgeschäft als erblichem Verwandtschafts-unternehmen“ zeigen, daß in der Eidgenossenschaft das Kriegsunternehmertum in großen familiären Netzwerken organisiert und durchgeführt wurde. Die Ge-schäftsfelder reichten von der Anwerbung von Truppen über deren Versorgung und Ausstattung bis hin zur militärischen Führung. Auch Frauen konnten in einem solchen Netzwerk wichtige Führungspositionen übernehmen: so konnte Büsser Frauen als An-werberinnen für Truppenkontingente nachweisen.

Reinhard Baumann (München) widmete sich in seinem Vortrag „Georg von Frundsberg: beansprucht, heroisiert, mißbraucht“ einem der bekanntesten deutschen Kriegsunternehmer des ausgehenden Mittelalters. Seit der Schlacht von Pavia, der größten Feldschlacht des 16. Jahrhunderts, erfuhr Frundsberg über die Jahrhunderte hinweg die unterschiedlichsten Deutungen. Von seinen Zeitgenossen, allen voran dem Haus Habsburg, beansprucht, im 19. Jahrhundert in Romanen und Liedgut heroisiert und von den Nationalsozialisten als Namensgeber für die 10. SS-Panzerdivision miß-braucht – bei alldem falle es laut Baumann auch heute noch sehr schwer, Frundsbergs Unternehmertum ins Bewußtsein zu rücken.

Marian Füssel (Göttingen) weitete mit seinem Referat „Händler und Krieger? Robert Clive, die East India Company und die Kapitalisierung des Siebenjährigen Krieges in Indien“ noch einmal den zeitlichen und geographischen Rahmen der Tagung. Füssel konnte zeigen, daß im 18. Jahrhundert – also zu einer Zeit, in der autonome, nichtstaatliche Kriegsakteure angesichts absoluter Staaten mit stehenden Heeren eigentlich als überholt galten – das Kriegsunternehmertum sehr wohl noch existierte. Es waren vor allem europäische Handelsgesellschaften wie die East India Company, die gleichsam als Kriegs- und Handelsunternehmer agierten. Am Beispiel Robert Clives, einer der umstrittensten Persönlichkeiten der englischen Kolonialgeschichte, skizzierte Füssel Aufstieg und Fall eines Kriegsunternehmers. Clive gelang, was bis dahin vergleichbar nur wenigen gelungen war: sozialer Aufstieg ohne königliche Patronage. Seine militärischen Erfolge für die East India Company im Krieg gegen Frankreich machten ihn zu einem der reichsten Männer des 18. Jahrhunderts. Clive nutzte sein Vermögen, um politischen Einfluß zu gewinnen, der ihm einen Platz im englischen Parlament sicherte. Sein sozialer Abstieg setzte ein, als man begann, ihn für die Mißstände und den Einflußverlust der Krone in den Kolonien verantwortlich zu machen.

Die Tagung beschloß am Freitagnachmittag Markus Meumann (Halle) mit seinem Schlußkommentar, der im Anschluß Gelegenheit zur Diskussion bot. Meumann skizzierte noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse der vorangegangenen 14 Vor-träge. Der zeitliche Schnitt der Tagung reichte von der Mitte des 14. bis zum „Nach-leben“ des Phänomens des Kriegsunternehmertums im späten 18. Jahrhundert. Aus geographischer Sicht wurden neben den klassischen Zentren des Kriegsunter-nehmertums, Deutschland, Italien, Schweiz und Frankreich auch die englische Kolo-nie Indien und die Meere in den Blick genommen. Im Ergebnis muß das Kriegsunter-nehmertum als gesamteuropäisches Phänomen begriffen werden, das sogar über Europa hinausweist. Desiderate, die im Rahmen der Tagung nicht angesprochen werden konnten, waren der Beginn des Phänomens des Kriegsunternehmers im 13. Jahrhundert sowie ein erweiterter Blick über das Jahr 1640 hinaus. Auch auf die Problematik des Soldatenverleihs, auf weitere Beispiele aus den Kolonien oder die Frage des Kulturvergleichs, z.B. mit der arabischen Welt, konnte im Rahmen der Tagung nicht eingegangen werden. Zur Diskussion muß weiterhin die Definition des Begriffs des Kriegsunternehmers gestellt werden. Meumann äußerte die Hoffnung, daß die Tagung dazu beitragen konnte, das Bild des Kriegsunternehmers zu schärfen und plädierte dafür, mangels Alternative am Begriff des Kriegsunternehmers zumin-dest als Arbeitsbegriff festzuhalten.

In der abschließenden Diskussion wurde vor allem über die ebenso wünschens-werte wie notwendige Weiterentwicklung des Forschungsfeldes nachgedacht und zudem ein Handbuchprojekt angeregt. Insgesamt erfreute sich die Tagung, die sich durch eine beachtliche thematische Breite auszeichnete und die Problematik des Kriegsunternehmertums deutlich aus nationalen Diskursen heraushob, einer großen Resonanz. Der Drucklegung darf man mit Interesse entgegensehen.

 

Alexander Lehmann, Halle; Barbara Trosse, Halle/Saale*



Buchvorstellungen

 

 

Ott, Thomas: Präzedenz und Nachbarschaft. Das albertinische Sachsen und seine Zuordnung zu Kaiser und Reich im 16. Jahrhundert, Mainz 2008 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abendländische Religionsgeschichte, 217) [Vandenhoeck & Ruprecht, XIV+654 S., geb., 65,50 Euro].

 

Thomas Ott hat mit seiner unlängst erschienenen umfänglichen Dissertation, die im Wintersemester 2005/06 an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München angenommen wurde, erstmals eine übergreifende Studie zu den Beziehungen der sächsischen Albertiner zum Oberhaupt und den Ständen des Reiches im 16. Jahr-hundert vorgelegt. Dem Fürstengeschlecht, das durch die von den wettinischen Brüdern Ernst und Albrecht vorgenommene Teilung Sachsens (Leipziger Teilung) im Jahr 1485 entstand, gelang es 1547, die ursprünglich der älteren Linie der Wet-tiner, den Ernestinern, übertragene Kurfürstenwürde zu erwerben und die Vettern langfristig an Bedeutung weit zu übertreffen.

Ott widmet sich in seiner Arbeit der Leitfrage, „was das albertinische Sachsen im Reich ausmachte“. Er strebt mithin danach, die (politische) Position des alber-tinischen Sachsens in einem sich verändernden Reichssystem zu Beginn der frühen Neuzeit zu bestimmen und den Wandel dieser Position im Laufe des 16. Jahrhun-derts aufzuzeigen. Als Maßstäbe dienen ihm zwei Kriterien: die Anbindung an den Kaiser und die Teilnahme an Reichsversammlungen. Damit stand das Kriterium des Ranges, verstanden als Hierarchie innerhalb des Reichstages, dem des Raumes gegenüber. Ott fragt in diesem Zusammenhang einerseits nach der hierarchischen Stellung der Albertiner auf den von ihnen besuchten Reichstagen, insbesondere gegenüber den bayerischen und pfälzischen Fürsten. Andererseits stellt er zur Dis-position, ob der Reichstag der geeignete Ort für die Albertiner war, ihren Bestre-bungen nachzukommen, „mit dem Kaiser wie mit der Krone Böhmen“ politisch zu kooperieren (S. 31). In diesem Kontext lotet Ott das Verhältnis zwischen Reichs-tag, Reichspolitik und böhmisch-sächsischer Erbeinung aus.

Die Darstellung ist chronologisch angelegt und in zehn Kapitel aufgeteilt. Nach einer breit angelegten Einführung (S. 1-38) behandelt Ott im ersten Kapitel die „Grundlagen und Spielräume einer Hierarchie der Reichsfürsten“ (S. 39-51). In den Kapiteln II bis X (S. 53-506) befaßt er sich mit den Beziehungen der Alber-tiner zum Reichsoberhaupt und zu Böhmen sowie mit den Rangstreitigkeiten mit anderen Ständen vor dem Hintergrund der Reichstage, beginnend mit Herzog Albrecht (seit 1487) bis zum Ende der Vormundschaftsregierung beziehungsweise der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch Kurfürst Christian II. (1601). Es folgt ein abschließendes, „Ergebnisse und Schlußbetrachtung“ tituliertes Kapitel (507-523). Im Anhang finden sich Transkriptionen der um 1546 entstandenen „Conceptio Mauritii“ (I) sowie einer Denkschrift zu den sächsischen Erbeinungen aus dem Jahr 1620 (II). Darüberhinaus bietet der Verfasser eine Tabelle (III) zu den „Erbeinungen und Erbverbrüderungen der Wettiner mit Böhmen, Brandenburg, Henneberg und Hessen (1307-1615)“ (525-540). Angesichts der enormen Stoffülle ist das Orts- und Personenregister (629-654) sehr hilfreich.

Ott greift in seiner Arbeit vielfach auf die Konzepte Peter Moraws zurück, insbesondere auf das der „gestalteten Verdichtung“. Er bemerkt zutreffend, daß die regionale Zuordnung des albertinischen Herrschaftsraumes zum nördlichen Mittel-deutschland, in dem es keine Reichsstädte und demgemäß auch keine Reichs-versammlungen gab, die Bindung der Fürsten an ein sich „verdichtendes Reich“ maßgeblich erschwerte. Der Verfasser betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung Böhmens, das allerdings bis zum Aufstieg des Habsburgers Ferdinand zum böhmischen König im Jahr 1526 selbst kaum mehr an das Binnenreich gebunden war. Die Bindung der Albertiner an die anderen großen Fürstenge-schlechter des Reiches untersucht Ott insbesondere anhand des Rechtsinstituts der Erbeinung, wobei er die Erbeinungspraxis der Albertiner, etwa gegenüber Böhmen und Hessen, in ihrer reichspolitischen Relevanz analysiert. Die Aufmerksamkeit, die Ott dieser in der historischen Wissenschaft nur unzureichend beachteten Ver-tragsform widmet, ist sehr zu begrüßen. Erbeinungen enthielten vor allem militärischen Beistand und Regelungen für die friedliche Beilegung grenzüber-greifender Konflikte. Damit kam entsprechenden Verträgen weniger eine einende als abgrenzende Funktion zu. Deutlich unterscheidet Ott die Erbeinung von der Erbverbrüderung. Bei Erbverbrüderungen, welche die Albertiner ebenso wie die Erbeinung zu ihrem Vorteil zu gebrauchen suchten, handelte es sich um Sukzes-sionsabkommen: Beim Aussterben der männlichen Angehörigen einer Herrscherfamilie sollte das erbverbrüderte Adelshaus nachrücken. Anders als Erb-einungen mußten Erbverbrüderungen aufgrund des möglichen Transfers von Lehen und Privilegien vom König bestätigt werden. Dahinter stand der Wunsch nach regionaler beziehungsweise überregionaler Erweiterung des Herrschaftsbereiches.

Ott kommt zu dem Ergebnis, das albertinische Sachsen habe seit dem Ende des 15. Jahrhunderts eine „Position bedingter Distanz zu den Reichsorganen Reichstag und Kurfürstenkolleg, Deputationstag und Reichskreistag“ entwickelt (S. 507). Als ursächliche Faktoren für diese Entwicklung benennt er die regionale Lage an der Peripherie des Reiches, den Bekenntnisstand – Heinrich der Fromme trat 1536 zum Protestantismus über –, die Kontakte zum Kaiserhof und zu den territorialen Nach-barn, eine umsichtige Politik auf Reichsversammlungen, den Aufstieg des Herzog-tums zum Kurfürstentum sowie den maßvollen Einsatz ökonomischer Ressourcen. Ausgehend von der Teilnahme der Albertiner an Reichstagen und an Erbeini-gungen geht Ott von einer „Zuordnung“ und keiner „Integration“ der Wettiner im Rahmen des Reichssystems aus (S. 507). Nach der Übernahme der Kurwürde seien die Albertiner sukzessive von ihrer seit dem Konfessionswechsel verfolgten Neutralitäts- zu einer Oppositionspolitik übergegangen, um der wachsenden Vormachtstellung des Kaisers zu begegnen. Etwas abrupt wechselt Ott schließlich in seiner Schlußbetrachtung von Reflektionen über die „Verfaßtheit des Alten Reiches“ zu einem Vergleich zwischen dem frühneuzeitlichen Reich und dem Zustand der Europäischen Union nach dem am 13. Dezember 2007 von 27 Mit-gliedsstaaten unterzeichneten Vertrag von Lissabon. Der Schlußsatz „Die Geschichte des Alten Reichs ist noch lange nicht zu Ende“ wirkt etwas aufgesetzt. Dadurch wird freilich das große Verdienst Otts nicht geschmälert, erstmals eine hervorragend recherchierte und stringent angelegte übergreifende Studie zur Politik der Albertiner im 16. Jahrhundert vorgelegt zu haben.

 

Sina Westphal, Schwentinental*

 

Borggrefe, Heiner: Schloß Bückeburg. Höfischer Glanz – fürstliche Repräsen-tation, mit Fotografien von Jutta Brüdern, Hannover 2007 [Schlütersche Verlagsgesellschaft, 80 S., kart., 64 farb. Abb., 19,90 Euro].

Borggrefe, Heiner; Büren, Guido von: Schloß Stadthagen. Eine Residenz der Renaissance, mit Fotografien von Jutta Brüdern, Hannover 2008 [Schlütersche Verlagsgesellschaft, 80 S., kart., 65 farb. Abb., 19,90 Euro].

 

Die beiden Renaissanceschlösser Bückeburg und Stadthagen liegen nur etwa 13 Kilo-meter Luftlinie voneinander entfernt, sie sind aber zudem in ihrer Geschichte und Bauentwicklung eng miteinander verbunden. Die Stadthäger Burg entstand im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts zur Sicherung der dortigen Rodungen und Stadtgründung, sie diente den Grafen zu Holstein-Schaumburg phasenweise als Residenz und wurde um 1300 und 1390 als Burg ausgebaut. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entstand in drei Bauphasen das vierflügelige Renaissanceschloss mit dem bis heute im wesentlichen unveränderten äußeren Bild.

Die Bückeburg wurde um 1300 als westlicher Vorposten des entstehenden Schaum-burger Territoriums angelegt, allmählich entstand davor ein kleiner Burgflecken, 1365 mit Weichbildrecht versehen. Ihren Umbau zum Renaissanceschloß erfuhr die Bücke-burg ebenfalls im 16. Jahrhundert und wurde 1607 unter Graf (später Fürst) Ernst zu Holstein-Schaumburg dauerhaft Residenz und Regierungssitz. Fürst Ernst erweiterte auch die Außenanlagen des Schlosses, gestaltete die Stadt und bereicherte Schloß und Stadt mit Kunstwerken, insbesondere mit Bronzeskulpturen von Adrian de Vries. Das Schloß Stadthagen diente forthin nur noch gelegentlich als Witwenresidenz.

Beide Bauwerke erfuhren auch angesichts der geringen Mittel der 1647 verklei-nerten Grafschaft kaum Veränderungen, bis sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts um-gestaltet wurden. Die Bedeutung Schaumburg-Lippes war nicht größer geworden, dennoch wurde in beiden Häusern jetzt Pracht entfaltet. Für Stadthagen bedeutete das einen Innenausbau im Stil der „Deutschen Renaissance“, der viel alte Bausubstanz vernichtete. Schloß Bückeburg erhielt eine zweiflügelige Fassade, vorgelagerte „Kavaliershäuser“ und einen großen Festsaal im spätbarocken Stil. Schloß Stadthagen ist heute im Landesbesitz und Residenz eines Finanzamtes, Schloß Bückeburg dient der Familie Schaumburg-Lippe als Wohnsitz, die repräsentativen Räume sind zu be-sichtigen.

Die beiden etwa gleichzeitig in einer Veröffentlichungsreihe der Schaumburger Landschaft entstandenen Bände stellen gut lesbar die (Bau-) Geschichte der beiden Schlösser dar. Sie sind prächtig ausgestattet mit vielen, teils großformatigen Fotos von Jutta Brüdern. Der Schwerpunkt beider Bände liegt auf der Renaissance, der des Bük-keburger Bandes insbesondere auf der zentralen Epoche des Fürsten Ernst. Das 79sei-tige Buch über Schloß Bückeburg enthält z.B. 22 Textseiten, davon nur zwei über die Baugeschichte nach Fürst Ernst.

Bedauerlich sind unnötige Nachlässigkeiten bzw. Oberflächlichkeiten bei den Bild- und Literaturnachweisen. Im Bückeburger Band fehlt an Literatur z.B. die wichtige Arbeit von Alexander Perl über den Schloßgarten (in: Träume vom Paradies: histo-rische Parks und Gärten in Schaumburg, hg. von Hubert Höing, Melle 1999 [Schaum-burger Studien, 58], S. 31-139), die Originale der Abbildungen 1-3 und 67 befinden sich nicht im Staatsarchiv Bückeburg, sondern im Museum Bückeburg. Aber die Bände geben einen fachkundigen Überblick, wollen keine tiefgreifende Abhandlung sein (die für Schloß Stadthagen noch fehlt, während für Bückeburg Borggrefe 1995 selbst eine vorgelegt hat). Die Bücher sind an ein breiteres Publikum gerichtet und werden es mit ihrer ansprechenden Darstellung sicherlich erreichen.

 

Stefan Brüdermann, Bückeburg*

 


Neuerscheinungen

 

A bon droyt. Spadi di uomini liberi, cavalieri e santi – Epées d’hommes libres, cheva-liers et saints. Firenze, Orsanmichele, 23 dicembre 2007-27 aprile 2008 (Ausstel-lungskatalog), hg. von M. Scalini, Mailand 2007 [Silvana, 287 S., brosch., zahlr. Abb., 53,50 Euro].

Adel und Adelskultur in Bayern, hg. von W. Demel und F. Kramer unter Mitarbeit von B. Kink, München 2008 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Beiheft 32) [Beck, IX + 532 S., geb., 16 Euro].

Adel in Bayern. Ritter, Grafen, Industriebarone, hg. von W. Jahn, M. Hamm und E. Brockhoff, Stuttgart 2008 (Ausstellungskatalog) [Theiss, 343 S., kart., zahlr. Abb., 24,90 Euro].

Adel und Königtum im mittelalterlichen Schwaben. Festschrift für Thomas Zotz zum 65. Geburtstag, hg. von A. Bihrer, M. Kälble und H. Krieg, Stuttgart 2009 (Ver-öffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B: Forschungen, 175) [W. Kohlhammer Verlag, geb., 438 S., 29,60 Euro].

Aus dem Inhalt:

Grundlagen und Voraussetzungen: Die Alemannia im Frühmittelalter

Steuer, H.: Archäologie und Geschichte. Die Suche nach gemeinsam geltenden Benennungen für gesellschaftliche Strukturen im Frühmittelalter, S. 3-27; Brather, S.: Rang und Lebensalter. Soziale Strukturen in der frühneuzeitlichen „Alemannia“ im Spiegel der Bestattungen, S. 29-44; Geuenich, D.: Wann beginnt die Geschichte der Alemannen?, S. 45-53; Haubrichs, W.: Das früh-mittelalterliche Elsass zwischen West und Ost: Merowingerzeitliche Sied-lungsnamen und archaische Personennamen, S. 55-69; Störmer, W.: Augsburg zwischen Antike und Mittelalter. Überlegungen zur Frage eines herzoglichen Zentralortes im 6. Jahrhundert und eines vorbonifatianischen Bistums, S. 71-85.

Schwaben und das Reich: Karolinger, Ottonen und frühe Salier

Zettler, A.: Die karolingischen Grafen von Verona. Überlegungen und An-näherungsversuche, S. 89-114; Heinzer, F.: Rex benedicte veni. Der Weih-nachtsbesuch König Konrads I. in St. Gallen im Dezember 911, S. 115-126; Goetz, H.-W.: Die schwäbischen Herzöge in der Wahrnehmung der aleman-nischen Geschichtsschreiber der Ottonen- und Salierzeit, S. 127-144; Hummer, H.: The reorganisation of the Diocese of Strasbourg in the Late Tenth and Early Eleventh Centuries, S. 145-154; Huth, V.: Wipo, neu gelesen. Quellenkritische Notizen zur „Hofkultur“ in spätottonisch-frühsalischer Zeit, S. 155-168; Schmidt, P. G.: Sage oder Historie? Zwei Heimkehrer: Graf Ulrich von Buchhorn und Ritter Kuno von Falkenstein, S. 169-175.

Politische und geistige Kräfte im hochmittelalterlichen Schwaben

Wollasch, J.: Heremannus ex marchione monachus, S. 179-192; Maurer, H.: Schwäbische Grafen vor den Mauern Roms. Zu Heinrichs IV. Eroberung der Leostadt im Juni 1083, S. 193-204; Lorenz, S.: Die Pfalzgrafen in Schwaben vom 9. bis zum frühen 12. Jahrhundert, S. 205-233; Becher, M.: Von „Eticho“ zu „Welf“. Gedanken zur frühen welfischen Hausüberlieferung, S. 235-247; Rösener, W.: Ministerialität und Hofdienst im Salier- und Stauferreich, S. 249-269; Schiewer, H.-J.: Herzog Ernst und Graf Wetzel. Erzählen vom Hof im „Herzog Ernst“, S. 271-285; Schwarzmaier, H.: Der vergessene König. Kaiser Friedrich II. und sein Sohn, S. 287-304; Rödel, V.: Die Häuser Baden und Wit-telsbach in der ausgehenden Stauferzeit, S. 305-320; Mertens, D.: Zur Spätphase des Herzogtums Schwaben, S. 321-338.

Stadt – Adel – Königtum: Schwaben im späten Mittelalter

Fouquet, G.: Heilbronn – eine Königsstadt im 13. Jahrhundert und ihr Speyerer Recht, S. 341-358; Kurmann, P.: Garanten der Heilsordnung. Zu den vier Gra-fenstatuen am Münster zu Freiburg im Breisgau, S. 359-374; Studt, B.: Regi-ster der Ehre. Formen heraldischer und zeremonialer Kommunikation im späten Mittelalter, S. 375-392; Schwinges, R. C.: Illustre Herren. Markgrafen von Baden auf Bildungsreise (1452-1456), S. 393-405.

Adel in Schlesien. Herrschaft – Kultur – Selbstdarstellung, hg. von J. Harasimowicz und M. Weber, München 2009 [Oldenbourg, 500 S., kart., 100 sw-Abb., 44,80 Euro].

Adel und Wirtschaft. Lebensunterhalt der Adeligen in der Moderne, hg. von I. Cer-man und L. Velek, München 2009 (Studien zum mitteleuropäischen Adel, 2) [Mei-denbauer, 304 S., kart., 44 Euro].

Ahrens, C.: „Zu Gotha ist eine gute Kapelle...“. Aus dem Innenleben einer thürin-gischen Hofkapelle des 18. Jahrhunderts, Stuttgart 2009 (Friedenstein-Forschungen, 4) [Franz Steiner Verlag, 374 S., geb., 31 Abb., 64 Euro].

Aiala kantzilerraren leinua. El linaje del canciller Ayala. Actos conmemorativos del VI centenario canciller Ayala 1407-2007, hg. von L. L. de Ullibarri, Arabako Foru Aldundia 2007 [Vitoria-Gasteiz, 311 S., geb., zahlr. Abb., 20 Euro].

Die Akten des Kaiserlichen Reichshofrats (RHR). Serie I: Alte Prager Akten. Band 1: A-D, hg. von W. Sellert, bearb. von E. Ortlieb, Berlin 2009 [Schmidt, 645 S., kart., 240 Euro].

Aladjidi, P.: Le roi, père des pauvres (France, XIIIe-XVe siècle), Rennes 2009 (Histoire) [Presses universitaires de France, VIII+439 S., brosch., 20,90 Euro].

Als die Welt in die Akten kam. Prozeßschriftgut im europäischen Mittelalter, hg. von S. Lepsius und T. Wetzstein, Frankfurt am Main 2007 (Rechtsprechung, 27) [Klostermann, 490 S., kart., 102 Euro].

Alter, P.: Die Windsors. Geschichte einer Dynastie, München 2009 [Beck, 128 S., kart., 10 Abb., 7,90 Euro].

Archéologie des enceintes urbaines et de leurs abords en Lorraine et en Alsace (XIIe-XVe siècles), hg. von Y. Henigfeld und A. Masquilier, Dijon 2008 (Revue arché-ologique de l’Est. Supplément, 26) [Revue archéologique de l’Est, 544 S., brosch., 35 Euro].

Arn, M.-J.: The poet’s notebook. The personal manuscript of Charles d’Orléans (Paris, BNF ms. fr. 25458), Turnhout 2008 (Texts and transitions, 3) [Brepols, 200 S., geb., 27 Abb., 60 Euro].

Arnold, F.: Der islamische Palast auf der Alcazaba von Almeria, Wiesbaden 2008 (Madrider Beiträge, 30) [Reichert, 348 S., geb., 139 Abb., 119,60 Euro].

Aston, N.: The court of George II: Lord Berkeley of Stratton’s perspective, in: The Court Historian 13,2 (2008) S. 171-193.

Auge, O.: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichtsschreibung als verlängerter Arm der Politik? Eine Spurensuche bei Ernst von Kirchberg, Albert Krantz und Nikolaus Marschalk, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 33-60.

Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räu-men in Mittelalter und Früher Neuzeit, Zürich 2007 [Chronos, 232 S., kart., 22 Abb., 24, 80 Euro].

Außenpolitisches Handeln im ausgehenden Mittelalter. Akteure und Ziele, hg. von S. Dünnebeil und C. Ottner-Diesenberger, unter Mitarb. von Anne-Katrin Kunde, Wien 2009 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 27) [Böhlau, 472 S., geb., 8 sw-Abb., 98 Euro].

Avray, T. d: Medieval marriage. Symbolism and society, Oxford 2008 [Oxford University Press, 336 S., kart., 21,99 £].

Bailey, M.: Medieval Suffolk: An economic and social history, 1200-1500, Woodbridge 2007 [Boydell Press, 352 S., kart., 16 sw-Abb., 25 £].

Baresel-Brand, A.: Grabdenkmäler nordeuropäischer Fürstenhäuser im Zeitalter der Renaissance 1550-1650, Kiel 2007 (Bau & Kunst, 9) [Ludwig, 424 S., geb., 83 sw-Abb., 34,90 Euro].

Baroque 1620-1800. Style in the age of magnificence, hg. von M. Snodin and N. Llewellyn, London 2009 (Ausstellungskatalog) [Victoria & Albert Museum, 368 S., geb., zahlr. Abb. 40 £].

Bartlett, W. B.: The Road to Amageddon. The last years of the Crusader Kingdom of Jerusalem, Stroud 2007 [Sutton, 288 S., kart., 12 Abb., 32, 65 Euro].

Bauer, M. J.: Die Wittelsbacher Burg Wartenberg in Oberbayern, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 223-227.

Bauernkrieg zwischen Harz und Thüringer Wald, hg. von G. Vogler, Stuttgart 2008 [Franz Steiner Verlag, 526 S., kart., 14 Abb., 80 Euro].

Beaver, D. C.: Hunting and politics of violence before the English Civil War, Cambridge 2008 [Cambridge University Press, 173 S., geb., 55 £].

Bellon-Meguelle, H.: Du temple de Mars à la chambre de Vénus. Le beau jeu courtois dans les „Vœux du paon“, Paris 2008 (Essais sur le Moyen Âge, 38) [Champion, 566 S., geb., 95 Euro].

Bereit zum Konflikt. Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konflikt-bewältigung im europäischen Mittelalter, hg. von O. Auge u.a., Ostfildern 2008 (Mittelalter-Forschungen, 20) [Thorbecke, 349 S., kart., 68 Euro].

Berning, B.: „Nach altem löblichen Gebrauch“. Die böhmischen Königskrönungen der Frühen Neuzeit (1526-1743), Köln u.a. 2008 (Stuttgarter Historische For-schungen, 6) [Böhlau, 264 S., 3 farb., 11 sw-Abb., 34,90 Euro].

Biewer, L.: Wolgast – Wappen erzählen Geschichte(n), in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 4 (2008) S. 9-15.

Binnebeke, E. van: Niederländische Schlitten. Tradition, Typologie und Gebrauch, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums (2008) S. 129-151.

Bitsch, C.: Vie et carrière d’Henri II de Bourbon, prince de Condé (1588-1646): exemple de comportement et d’idée politiques au début du XVIIe siècle, Paris 2008 (Bibliothèque d’histoire moderne et contemporaine, 27) [Champion, 541 S., geb., 95 Euro].

Bischof, A.: Erziehung zur Männlichkeit. Hofkarriere im Burgund des 15. Jahr-hunderts, Ostfildern 2008 [Thorbecke, 230 S., kart. , 34,90 Euro].

Bischofsresidenz Burg Ziesar und ihre Kapelle, hg. von C. Bergstedt u.a., Berlin 2009 (Veröffentlichungen des Museums für Brandenburgische Kirchen- und Kultur-geschichte des Mittelalters, 4) [Be.bra-Wissenschaft-Verlag, 416 S., geb., 250 farb. Abb., 68 Euro].

Bombi, B.: The authority of miracles: Caesarius of Heisterbach and the livonian crusade, in: Aspects of power and authority in the middle ages, hg. von B. Bolton und C. Meek, Turnhout 2007, S. 305-325.

Bouhaik-Girones, M.: Les clercs de la basoche et le théâtre comique, 1420-1550, Paris 2007 (Bibliothèque du XVe siècle, 72) [Champion, 320 S., geb., 60 Euro].

Broken Lines. Genealogical literature in late-medieval Britain and France, hg. von R. L. Radulescu und E. D. Kennedy, Turnhout 2009 [Brepols, 298 S., geb., 60 Euro].

Buchinger, G., Mitchell, P., Schön, D., Schönfellner-Lechner, H.: Die Bau-geschichte der domus Gozzonis zu Krems an der Donau. Das Haus eines Stadt-richters aus dem 13. Jahrhundert, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 228-235.

Buhlmann, G.: Johann Gabriel und Johann Maximilian (von) Fabri/Fabry. Zwei Ka-noniker aus Hofratsfamilien in Kurköln und Fürstentum Essen, in: Annalen des Hi-storischen Vereins für den Niederrhein 211 (2008) S. 39-85.

Bulman, J. K.: The court book of Mende and the secular lordship of the bishop. Recollecting the past in thirteenth-century Gévaudan. A diocese in south-central France, North York 2008 [University of Toronto Press, 176 S., kart., 28,00 £].

Bünte, H.: Kleine Saarbrücker Stadtgeschichte, Regensburg 2009 [Friedrich Pustet Verlag, 160 S., kart., 35 Abb., 12,90 Euro].

Burgdorf, W.: Ein Weltbild verliert seine Welt. Der Untergang des Alten Reiches und die Generation 1806, 2. Aufl., München 2009 (Bibliothek altes Reich, 2) [Oldenbourg, 390 S., kart., 39,80 Euro].

Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau II – Südlicher Teil, Halbband A-K, hg. von A. Zettler und T. Zotz, Ostfildern 2009 (Archäologie und Geschichte, 16) [Thorbecke, 429 S., kart., 74 Euro].

Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 17 (2008).

Aus dem Inhalt:

Fiedler, U.: Die Altenburg bei Groß-Wangen, Burgenlandkreis – die liudol-fingische Pfalz Memleben?, S. 7-37; Frommhagen, U.: Die Stellung der Elb-burg Tangermünde innerhalb der altmärkischen Burgenlandschaft vom 9. bis 12. Jahrhundert, S. 38-91; Küntzel, T.: Burg am Bergwerk: Die Erichsburg bei Siptenfelde, Ldkr. Harz, S. 92-103; Schmitt, R.: Schloß Wallhausen, Ldkr. Mansfeld-Südharz. Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte, S. 104-134; Stahl, A.: Das Schloß und Amt Elbingerode, Ldkr. Harz, S. 135-173; Paul, M.: Ergeb-nisse der Bauforschung an der Moritzburg in Halle/Saale, S. 174-221; Schmitt, R.: Zur neuzeitlichen Bau- und Nutzungsgeschichte der Konradsburg bei Erms-leben, Ldkr. Harz, S. 222-318; Wittwar, K. P.: Das Gut Hackpfüffel, Ldkr. Mansfeld-Südharz, S. 319-337; Schmitt, R.: Das Herrenhaus des ehem. Ritter-gutes Gößnitz, Burgenlandkreis, S. 338-365; Rudolph, B.: Geschichte und Be-stand – Konservierung und Revitalisierung, S. 366-407; Alvensleben, B. von: Burg und Schlösser Erxleben, Ldkr. Börde, S. 408-429; Kratzke, C.: Wehr-bauten „en miniature“ aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit im mikroarchitektonischen Kontext, S. 430-495.

Burger, D.: Festungen in Bayern, Regensburg 2008 [Schnell & Steiner, 208 S., kart., 152 Abb., 16,90 Euro].

Bürger, S.: Figurierte Gewölbe zwischen Saale und Neisse. Spätgotische Wölbkunst von 1400 bis 1600. 3 Bde., Weimar 2007 [Verlag und Datenbank für Geistes-wissenschaften, insg. 1504 S., geb., insg. 3917 sw-Abb., zusammen 336 Euro].

Butz, R., Thieme, M.: Wo kommen die Wettiner eigentlich her?, in: Coburger Ge-schichtsblätter 16 (2008) S. 3-15.

Bůžek, V.: Ferdinand von Tirol zwischen Prag und Innsbruck. Der Adel aus den böh-mischen Ländern auf dem Weg zu den Höfen der ersten Habsburger, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 376 S., geb., 32 Abb., 39 Euro].

El cami de Sant Jaume i Catalunya. Actes del congres internacional celebrat a Barce-lona, Cervera i Lleida, els dies 16, 17 i 18 d’octubre de 2003, Barcelona 2007 (Bibli-oteca Abat Oliba: Sèrie il·lustrada, 21) [Abadia de Montserrat, 558 S., kart., 40 Euro].

Aus dem Inhalt:

Salicrú i Lluch, R.: Galícia i Granada: pelegrinatge i exercici de cavalleria en terres ibèriques i musulmanes occidentals a la baixa edat mitjana, S. 163ff. Che-rubini, G.: I pellegrini italiani del cammino di Santiago in Catalogna alla fine del medioevo, S. 21ff. Herbers, K.: Preescripción i descripción. Peregrinos jacobeos alemanes de paso por Cataluña, S. 27ff.

Le canarien. Retrato de dos mundos, Bd. 1: Textos, hg. von E. Aznar, La Laguna (Santa Cruz de Tenerife) 2007 (Fontes rerum canariarum, 42) [Inst. de Estudios Canarios, 293 S., kart., 36,40 Euro].

Casset, M.: Les évêques aux champs. Châteaux et manoirs des évêques normands au moyen âge (XIe-XVe siècles), Caen 2008 [Presses Universitaires de Caen, 555 S., kart., 41 Abb., 35 Euro].

I cavalieri teutonici tra Sicilia e Mediterraneo. Atti del convegno internazionale di studio Agrigento, 24-25 marzo 2006, hg. von A. Giuffrida, H. Houben und K. Toomaspoeg, Galatina (Lecce) 2007 (Acta theutonica, 4) [M. Congedo, 271 S., geb., 33,50 Euro].

À cheval! Écuyers, amazones et cavaliers du XIVe au XXIe siècle, hg. von D. Roche und D. Reytier, Paris 2007 [St Quentin, 400 S., brosch., zahlr. Abb., 69 Euro].

Clark, C.: Wilhelm II. Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers, München 2008 [Deutsche Verlagsanstalt, 413 S., kart., 24,95 Euro].

Claustre, J.: Dans les geôles du roi. L’emprisonnement pour dette à Paris à la fin du moyen âge, Paris 2007 (Publications de la Sorbonne: Histoire ancienne et médiévale, 95) [Publications de la Sorbonne, 470 S., kart., 33 Euro].

Clemen, G.: Schmalkalden – Biberach – Ravensburg. Städische Entwicklungen vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, Stuttgart 2009 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beiheft 203) [Franz Steiner Verlag, 393 S., kart., 6 Abb., 59 Euro].

Clerici, G.: Cinquecento anni di tennis, Mailand 2007 [Mondadori Electa, 488 S., kart., Abb., 74 Euro].

Clientèle guerrière, clientèle électorale. Histoire et anthropologie, hg. von V. Lécri-vain, Dijon 2007 [Ed. Université de Dijon, 250 S., kart., 20 Euro].

Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304-480), bearb. von K. Zimmermann und M. Müller, Wiesbaden 2007 (Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg, 8) [Harrassowitz, 900 S., Ln., 8 Abb., 148 Euro].

Construction de l’espace au Moyen Âge: pratiques et représentations. XXXVIIe congrès de la SHMES, Mulhouse, 2-4 juin 2006, hg. von der Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur Public, Paris 2007 (Publications de la Sorbonne: Histoire ancienne et médiéval, 96) [Publications de la Sorbonne, 459 S., kart., Abb., 35 Euro].

Aus dem Inhalt:

Guizard-Duchamp, F.: Les espaces du sauvage dans le monde franc: réalités et représantations, S. 117ff. Hablot, L.: Le décor emblématique chez les princes de la fin du moyen âge: un outil pour construire et qualifier l’espace, S. 147ff. Aladjidi, P.: Les espaces du don au moyen âge: l’exemple de la charité princière, S. 349ff.

La correspondance d’Isabelle de Portugal, duchesse de Bourgogne (1430-1471), hg. von M. Sommé, Ostfildern 2008/09 (Instrumenta, 18) [Thorbecke, 416 S., geb., 54 Euro].

Cozzo, P.: La geografia celeste dei duchi di Savoia. Religione, devozioni e sacralità in uno Stato di età moderna (secoli XVI-XVII), Bologna 2006 (Annali dell’Istituto Storico Italo-Germanico in Trento. Monografie, 43) [il Mulino, 370 S., 22 Euro].

Craig, L. A.: Wandering women and holy matrons: Women as pilgrims in the late middle Ages, Leiden 2009 (Studeis in Medieval and Reformation Traditions, 138) [Brill, 316 S., geb., 99 Euro].

Craveri, B.: Königinnen und Mätressen. Die Macht der Frauen – von Katharina de Medici bis Marie Antoinette, München 2008 [Hanser, 480 S., geb., 24,90 Euro].

La cuisine et la table dans la France de la fin du Moyen Age contenus et contenants du XIVe au XVIe siècle. Actes du colloque de Sens (2004), hg. von F. Ravoire und A. Dietrich, Caen 2009 [Publications du CRAHM, 450 S., kart., 40 Euro].

Culto e santuari di san Michele nell’Europa medievale. Culte et sanctuaires de saint Michel dans L’Europa médiévale. Atti del congresso internazionale di Studi (Bari – Monte Sant’Angelo, 5-8 aprile 2006), hg. von P. Bouet, G. Otranto und A. Vau-chez, Bari 2007 (Bibliotheca Michaelica, 1) [Edipuglia, 484 S., kart., zahlr. Abb., 49 Euro].

Damler, D.: Imperium contrahens. Eine Vertragsgeschichte des spanischen Welt-reichs in der Renaissance, Stuttgart 2008 (Historische Forschungen, 27) [Franz Steiner Verlag, 634 S., geb., 68 Euro].

Degoy, A.: La fonction normative du Parlement de Paris pendant la domination anglo-bourguignonne (1418-1436), in: Normes et normativité. Études d’histoire du droit rassemblées en l’honneur d’Albert Rigaudière, hg. von C. Leveleux-Tei-xeira, A. Rousselet-Pimont, P. Bonin und F. Garnier, Paris 2009.

Das Dekanatsbuch der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald 1456-1662, übers. und eingel. von H. G. Thümmel, Stuttgart 2008 (Beiträge zur Ge-schichte der Universität Greifswald, 9) [Franz Steiner Verlag, 418 S., geb., 3 Abb., 50 Euro].

Devries, K., Smith, R. D.: Medieval weapons. An illustrated history of their Impact, Santa Barbara 2007 [ABC-CLIO, 333 S., geb., Abb., 82,50 Euro].

Diener – Herr – Herrschaft? Hierarchien in Mittelalter und Renaissance, hg. von B. Burrichter und L. Rimpau, Heidelberg 2009 (Studia Romanica, 149) [Winter, 224 S., geb., 32 Euro].

Diener, D., Diener, P.: Die Münchner herzogliche Kunstkammer des 16. Jahrhun-derts. Kunsthistoriker, Ethnologen und Naturwissenschaftler rekonstruieren die Sammlung anhand eines handschriftlichen Inventars, in: Akademie Aktuell 4 (2008) S. 6-11.

Diplomatics in the eastern mediterranean 1000-1500. Aspects of cross-cultural communication, hg. von A. D. Beihammer, M. G. Parani und C. D. Schabel, Leiden 2008 (The medieval mediterranean, 74) [Brill, 467 S., geb., 146 Euro].

Aus dem Inhalt:

Houben, H.: Intercultural communication: the teutonic knights in Palestine, Armenia and Cyprus, S. 139-157; Schreiner, P.: Das vergessene Zypern? Das byzantinische Reich und Zypern unter den Lusignan, S. 395-406.

Dumolyn, J.: L’idéologie d’État des conseillers des ducs de Bourgogne, in: La sociedad política a fines del siglo XV en los reinos ibéricos en europa ¿Èlites, pueblo, súbditos? La société politique à la fin du XVe siècle dans les royaumes ibériques et en europe. Élites, peuple, sujets? Actes du colloque franco-espagnol de Paris, 26-29 mai 2004 organisé par l’Instituto de historia Simancas, l’Universidad de Valladolid et le Lamop, hg. von V. Challet y Otros, Valladolid 2007 (Historia y sociedad, 127), S. 145-163.

Dunlop, F., S.: The late medieval interlude. The drama of youth and aristocratic masculinity, Woodbridge 2007 [York Medieval Press, 192 S., geb., 45 £].

Dvory a rezidence ve středovĕku, II: Skladba kultura středovĕké společnosti, hg. von D. Dvořáčková-Malá und J. Zelenka, Prag 2008 (Mediaevalia Historica Bohemica. Supplementum, 2) [Historickỷ Ústav, 510 S., geb., 448 Kč].

Aus dem Inhalt:

Dvořáčková – Malá, D.: Panovnický dvůr ve středovĕku, S. 11-37; Zelenka, J.: Vývoj přemyslovského dvora do 12. století, S. 39-50; Wihoda, M.: Dvory prvních moravských markrabat, S. 53-80; Jan, L.: Deset „purkrabích“ na dvoře Přemysla Otakara II., S. 81-90; Pauk, M. R.: Mechanizmy tworzenia elity dworskiej w dobie ostatnich przemy´slidów. Najwyzszy komornik Andrzej z Včechrom i jego krąg, S. 91-102; Maráz, K.: K hodnostářům a úředníkům uherského (1301-1304), českého a polského (1305-1306) krále Válava III., S. 103-113; Marková, M.: Kuchaři, kejklíří, lékaři ... a jejich postavení na přemyslovském dvoře, S. 115-126; Žalud, Z.: Tzv. užší dvůr Jana Lucemburského a markrabího Karla, S. 127-146; Benešovská, K.: „Občasné“ a „dočasne“ rezidence Jana Lucemburského v Lucembursku, Francii a Itálii, S. 147-167; Holá, M.: Curia imperialis. K mořnosti ubytování dvora česk´´ych králů veVratislavi a k funkcím jejich sídel (1335-1526), S. 169-196; Bobková, L.: Zhořelecký dvůr a rezidence vévody Jana, S. 197-214; Novotný, R.: Ráj milců? Nižší šlechta na dvořr Václava IV., S. 215-229; Elbel, P.: Úvaha o stavu bádání ke dvoru Zikmunda Lucemburského a představení prosopografického výzkumu Zikmundových dvořanuů z českých zemí, S. 231-244; Ledvinka, V.: Králův dvůr a královský dvůrv Praze 1436-1490 (Poznámka k tématu dvora a dvorské kultury v pohusitském království), S. 245-256; Kozák, P.: Dvorská společnost hlohovského a opavského vévody Zikmunda Jagellonského, S. 257-284; Šimůnek, R.: Rezidenčí dvory české šlechty v pozdním středovĕku, S. 285-325; Charvátová, K.: Cisterciáci na dvoře posledních Přemyslovců, S. 327-346; Janiš, D.: Ke skladbĕ dvora olomouckých biskupů ve 13. století, S. 347-362; Wólkiewicz, E.: Pinguis pastor, oves macre. W kwestii organizacji dworu biskupa wroclawskiego Jodoka z Rořmberka (1456-1467), S. 363-385; Bláshová, M.: Intelektuálové na dvoře posledních Přemyslovců, S. 387-399; Antonín, R.: Idéal panovnické moci v narativních pramenech českého středovĕku, S. 401-417; Fantysová, J.: Lucemburkové a turnaje, S. 419-451; Mráčkova, L.: Hudební kultura významných evroských dvorů a její recepce v českých pramenech 2. poloviny 15. století, S. 453-458; Modráková, R.: Odraz dvorského prostředí v klášteře benediktinek u. sv. Jiři na Pražskem hradĕ ve 13.-14. století, S. 459-474; Musílek, M.: Odraz dvorské kultury v mĕstském prostředi ve 13. a 14. století, S. 475-505.

Embodiments of power. Building baroque cities in Europe, hg. von G. B. Cohen und A. J. Franz, New York 2008 (Austrian and Habsburg studies, 10) [Berghahn Books, 283 S., kart., 90 $].

L’Enquête au moyen âge, Ètudes réunies par C. Gauvard, Rom 2008 (Collection de l’école française de Rome, 399) [École française de Rome, 512 S., kart., 57 Euro].

England and Scotland in the fourteenth century. New perspectives, hg. von A. King und M. Penman, Woodbridge u.a. 2007 [Boydell, 272 S., geb., 45 £].

Das Erbe der Monarchie. Nachwirkungen einer deutschen Institution seit 1918, hg. von T. Biskup und M. Kohlrausch, Frankfurt am Main 2008 [Campus, 331 S., kart., 34,90 Euro].

Erinnerungen an den Göttinger Landeshistoriker Ernst Schubert. 23. Mai 1941-18. März 2006, hg. von K. P. Sommer. Nachwort von K. P. Sommer. Beiträge von E. Schubert, K. J. Bade, P. Burschel, W. Paravicini, F. Rexroth, T. Vogtherr, A. Wendehorst, Göttingen, Stuttgart 2009 [Termessos, 254 S., geb., Farbbildteil auf 16 Sonderseiten, 21 Euro].

Erwin, H.: Machtsprüche. Das herrscherliche Gestaltungsrecht „ex plenitudine pote-statis“ in der Frühen Neuzeit, Köln u.a. 2009 (Forschungen zur deutschen Rechts-geschichte, 25) [Böhlau, 352 S., geb., 44,90 Euro].

Eser, T.: Löwenbilder, Löwenmähren. Mittelalterliche Vorstellungen vom König der Tiere, in: Vom Ansehen der Tiere. Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germani-schen Nationalmuseum, Nürnberg 2009, S. 22-35.

Être historien du Moyen Âge au XXIe siècle. XXXVIIIe Congrès de la SHMESP (Cergy-Pontoise, Évry, Marne-la-Vallée, Saint-Quentin-en-Yvelines, 31 mai-3juin 2007), hg. von der Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur Public, Paris 2008 (Publications de la Sorbonne: Histoire ancienne et médiévale, 98) [Publications de la Sorbonne, 304 S., kart., graph. Darst., 30 Euro].

Aus dem Inhalt:

Le Jan, R.: Avant-propos, S. 7-8; Genet, J.-P.: Être médiéviste au XXIe siècle, S. 9-33; Oschema, K.: Les Europes des médiévistes. Remarques sur la con-struction d’une identité entre science historique et actualité politique, S. 37-50; Bouhaïk-Gironès, M.: L’historien face à la littérature: à qui appartiennent les sources littéraires médiévales?, S. 151-161; Baron, N., Boissellier, S:. Sociétés médiévales et approches géographiques: un dialogue de sourds?, S. 163-177; Offenstadt, N.: L’„histoire politique“ de la fin du Moyen Âge. Quelques discussions, S. 179-198; Boudet, J.-P., Weill-Parot, N.: Être historien des sciences et de magie médiévales aujourd’hui: apports et limites des sciences sociales, S. 199-228; Pepke-Durix, H.: De Cîteaux à Cluny. La place des médiévistes entre institutions scientifiques, aventure associative et politique régionale en Bourgogne, S. 231-250; Galland, B.: Des médiévistes dans les archives: Est-ce utile? Est-ce nécessaire?, S. 251-258; Baschet, J., Rigaux, D.: Le médiévistes et les images à l’ère de l’écran global, S. 259-272; Bertrand, P., Burghart, M., Eddé, A.-M., Guerreau, A., Guyotjeannin, O., Mairey, A.: L’historien médiéviste et la pratique des textes: les enjeux du tournant numérique, S. 273-299.

Evidentia. Reichweiten visueller Wahrnehmung in der Frühen Neuzeit, hg. von G. Wimböck, K. Leonhard und M. Friedrich, Münster 2007 (Pluralisierung & Autorität, 9) [LIT-Verlag, 536 S., geb., 49,90 Euro].

In ewiger Freundschaft. Stammbücher aus Weimar und Tübingen, hg. von N. Dom-ka, Tübingen 2009 (Tübinger Kataloge, 83) [Kulturamt der Universitäts-Stadt, 199 S., kart., zahlr. Abb., 19,80 Euro].

L’exclusion au moyen âge. actes du colloque international organisé les 26 et 27 mai 2005 à Université Jean-Moulin, Lyon 3, hg. von N. Gonthier, Lyon 2006 (Cahiers du Centre d’Histoire Médiévale, 4) [Centre d’Histoire Médiévale, 403 S., kart., graph. Darst., 20 Euro].

Explorations et voyages scientifiques de l’Antiquité à nos jours. Actes du 130e congrès national des sociétés historiques et scientifiques, La Rochelle 2005, hg. von C. Demeleunaere-Douyere, Paris 2008 (CTHS histoire, 34) [Éditions du CTHS, 622 S., kart., 35 Euro].

Farinelli, R.: I castelli nella Toscana delle „città deboli“. Dinamiche del popola-mento e del potere ruale nella Toscana meridionale (secoli VII-XIV), Borgo S. Lorenzo 2007 [All’insegno del Giglio, 256 S., kart., 32 Euro].

Federico II nel Regno di Sicilia. Realtà locali e aspirazioni universali, hg. von H. Houben und G. Vogeler, Bari 2008 (Quaderni del Centro di Studi Normanno-Svevi, 2) [Mario Adda Editore, 287 S., kart., 20 Euro].

Fehrmann, A.: Grab und Krone. Königsgrabmäler im mittelalterlichen England und die posthume Selbstdarstellung der Lancaster, München 2008 (Kunstwissen-chaftliche Studien, 140) [Deutscher Kunstverlag, 320 S., kart., 51 Euro].

Feller, C.: Das Rechnungsbuch Heinrichs von Rottenburg. Ein Zeugnis adeliger Herrschaft und Wirtschaftsführung im spätmittelalterlichen Tirol. Edition und Kommentar, Wien 2009 (Quelleneditionen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, 4) [Böhlau, 480 S., brosch., 59 Euro].

Femmes et pouvoir politique: les princesses d’Europe, XVe-XVIIIe siècles, hg. von I. Poutrin, M.-K. Schaub, Paris 2007 [Bréal, 334 S., kart., 32 Euro].

Feste barocche. Ceremonie e spettacoli alla Corte dei Savoia tra Cinque et Settecento (Katalog der Ausstellung Turin, Palazzo Madama, 5. April-5. Juli 2009), hg. von C. Arnaldi di Balene und F. Varallo, Mailand 2008 [Silvana, 192 S., kart., 250 farb. Abb., 35 Euro].

Fischer, E.: Die frühmittelalterliche Domburg von Osnabrück, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 204-210.

Fletscher, C.: Richard II. Manhood, Youth, and Politics 1377-99, Oxford 2008 [Oxford University Press, 336 S., geb., 2 Abb., 77 Euro].

Flöter, J.: Eliten-Bildung in Sachsen und Preußen. Die Fürsten- und Landesschulen Grimma, Meissen, Joachimsthal und Pforta (1868-1933), Köln u.a. 2009 (Beiträge zur Historischen Bildungsforschung, 38) [Böhlau, 584 S., kart., 74,90 Euro].

Fragile ‑ Die Tafel der Zaren und das Porzellan der Revolutionäre, hg. von K. Klemp und K. Weber, Regensburg 2008 (Ausstellungskatalog) [Schnell & Steiner, 415 S., kart., zahlr. Abb., 39,90 Euro].

Freedman, P. H.: Out of the east: Spices and the medieval imagination, New Haven 2008 [Yale University Press, 275 S., kart., 30 $].

Frelon-Allonneau, E.: Le „bon plaisir“ du Prince ... et de quelques autres, in: Normes et normativité. Études d’histoire du droit rassemblées en l’honneur d’Albert Rigaudière, hg. von C. Leveleux-Teixeira, A. Rousselet-Pimont, P. Bonin und F. Garnier, Paris 2009.

Froissart à la cour de Béarn: l’écrivain, les arts et le pouvoir, hg. von V. Fasseur, Turnhout 2009 (Texte, codex & contexte, 7) [Brepols, 367 S., geb., graph. Darst., 69 Euro].

Frömke, V.: Moritz von Schwinds Sängerkriegsfresko auf der Wartburg. Die historischen Quellen und deren Auslegung in der Kunst des 19. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 2008 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 28: Kunstge-schichte, 425) [Lang, 456 S., kart., zahlr. Abb., 74,50 Euro].

Furger, C.: Briefsteller. Das Medium „Brief“ im 17. und frühen 18. Jahrhundert, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 216 S., geb., 23 sw-Abb. auf 16 Tafeln, 34,90 Euro].

Fürsten ohne Land. Höfische Pracht in den sächsischen Sekundogenituren Weißen-fels, Merseburg und Zeitz, hg. von V. Czech, Berlin 2009 (Schriften zur Resi-denzenkultur, 5) [Lukas Verlag, 320 S., geb., 10 farb. Abb., 120 sw-Abb., 36 Euro].

Fürstliches Halali. Jagd am Hofe Esterházy, hg. von S. Körner, M. Horvath und E. Balsay, München 2008 (Ausstellungskatalog) [Prestel, 345 S., kart., 386 farb. Abb., 58 Euro].

Ganz, D.: Medien der Offenbarung. Visionsdarstellungen im Mittelalter, Berlin 2008 [Reimer, 436 S., kart., 64 farb. Abb., 69 Euro].

Geld ‑ Geschenke – Politik. Korruption im frühneuzeitlichen Europa, hg. von J. I. Engels, A. Fahrmeir und A. Nützenadel, München 2009 (Historische Zeit-schrift. Beihefte, 48) [Oldenbourg, 350 S., kart., 64,80 Euro].

Gentile, L. C.: Dalla costruzione alla crisi dello Stato: feste e politica alla corte Savoia nel XV secolo, in: Atti del convegno di studio svoltosi in occasione della XVIII edizione del Premio internazionale Ascoli Piceno (Ascoli Piceno, Palazzo dei Capitani, 1-2 dicembre 2006), Florenz 2009, S. 173-206.

Gentile, L. C.: Riti ed emblemi. Processi di rappresentazione del potere principesco in area subalpina (XIII-XVI secc.), Turin 2008 (Corti e principi fra Piemonte et Savoia, 2) [Zamorani, 292 S., kart., 36 Euro].

Georges, S.: Das zweite Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. Quellen, Entstehung, Überlieferung und Rezeption des Moamin. In einer Edition der lateinischen Über-setzung, Berlin 2008 [Akademie Verlag, 495 S., geb., graph. Darst., 79,80 Euro].

Geschichtspolitik und sozialwissenschaftliche Theorie, hg. von H.-A. Heinrich und M. Kohlstruck, Stuttgart 2008 [Franz Steiner Verlag, 144 S., kart., 31 Euro].

Gerlach, J. v.: Der Ritter- und Wappenbrief Kaiser Sigmunds für Jakob Gerlach, Rom 1433. Wirklichkeit oder Legende?, in: Herold-Jahrbuch 13 (2008) S. 25-64.

Gerzaguet, J.-P.: L’abbaye féminine de Denain, des origines à la fin du XIIIe siècle. Histoire et chartes, Turnhout 2008 (ARTEM, 10) [Brepols, 289 S., geb., 59 Euro].

Giese, S.: Studenten aus Mitternacht. Bildungsideal und peregrinatio academica des schwedischen Adels im Zeichen von Humanismus und Konfessionalisierung, Stuttgart 2009 (Contubernium. Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissen-schaftsgeschichte, 68) [Franz Steiner Verlag, 826 S., kart., 106 Euro].

Giuliato, G.: Châteaux et villes fortes du comté de Vaudémont en Lorraine médié-vale, Nancy 2008 [Presses Universitaires de Nancy, 275 S., kart., 35 Euro].

Glauch, S.: An der Schwelle zur Literatur. Elemente einer Poetik des höfischen Erzählens, Heidelberg 2009 (Studien zur historischen Poetik, 1) [Winter, 344 S., geb., 45 Euro].

Die Goldene Bulle. Politik - Wahrnehmung - Rezeption. Internationale Tagung im Oktober 2006 der Arbeitsstelle Monumenta Germaniae Historica (MGH), 2 Bde., hg. von U. Hohensee, Berlin 2008 [Akademie Verlag, geb., zus. 1249 S., 104 meist farb. Abb., 99,80 Euro].

Gosman, M.: Les sujets du père. Les rois de France face aux représentants du peuple dans les assemblées de notables et les États généraux 1302-1615, Löwen 2007 (Mediaevalia Groningana. New Series, 8) [Peeters, 558 S., geb., 65 Euro].

Gunn, S., Grummitt, D., Cools, H.: War, state and society in England and the Netherlands 1477-1559, Oxford 2007 [Oxford University Press, 395 S., kart., graph. Darst., 104 Euro].

Green, A.: Cultural History, Basingstoke 2008 [Palgrave Macmillan, 163 S., kart., 25,50 Euro].

Greindl, G.: Die Regierungsideale Maximilians I. von Bayern im Spiegel der Münchner Residenzfassade, in: Justus Lipsius und der europäische Späthumanismus in Oberdeutschland, hg. von A. Schmid, München 2008 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Beiheft 33), S. 55-73.

Grenzüberschreitungen. Die Außenbeziehungen Schwabens in Mittelalter und Neu-zeit, hg. von W. Wüst, G. Kreuzer und D. Petry, Augsburg 2008 (Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 100) [Wißner-Verlag, 542 S., kart., graph. Darst., 25 Euro].

Aus dem Inhalt:

Weber, W. E. J.: Die moderne Theorie der (Außen-)Politik im frühneuzeitlichen Bayerisch-Schwaben, S. 13-26; Weber, A. O.: Territoriale Nachbarschaftskon-flikte und ihre Lösungsmöglichkeiten im 16. Jahrhundert: Beispiele aus Franken und Schwaben, S. 27-43; Brendle, F.: Die geistlichen Reichsstände Schwabens im System der Germania Sacra, S. 47-58; Pelizaeus, L.: Frankreich, der Erzkanzler und Schwaben: Raumkonzepte vom Rheinbund (1658) zum Rheinbund (1806), S. 59-70; Zermatten, C.: Die internationalen Beziehungen des Karthäuserordens im Mittelalter: Das Beispiel der süddeutschen Kartausen, S. 71-86; Kuhn, E. L.: uniformitas et difformitates. Die schwierige Verbindung zwischen der schwäbischen Provinz des Paulinerordens und der Ordensleitung Ungarn, S. 87-126; Schmid, A.: St. Ulrich im Bistum Regensburg, S. 127-140; Weitlauff, M.: Wittelsbach-Bayern und Habsburg-Österreich im Widerstreit. Die Niederlage des Kurhauses Bayern im Ringen um den Augsburger Bischofsstuhl im Jahre 1740 und ihre geschichtliche Hintergründe, S. 141-189; Battenberg, F.: Eine persönliche Grenzüberschreitung: Bischof Josef von Augsburg als Landgraf von Hessen, S. 193-214; Merz, J. M.: Das Schaezler-palais in Augsburg, S. 215-232; Gier, H.: Augsburg – München: Ein kulturelles Beziehungsgeflecht zwischen Einfluß, Vermittlung, Symbiose und Rivalität im 16. und frühen 17. Jahrhundert, S. 233-248; Römmelt, S. W.: Georgien in Teutschland. Der Augsburger Pastor Samuel Urlsperger (1685-1772) und die pietistische Publizistik über das Siedlungsprojekt Eben-Ezer (Georgia) S. 249-266; Paulus, C.: Maximilian I., Albrecht IV. und die Türken. Eine Interpre-tation von Holbeins Basilikabild „San Paolo fuori le mura“, S. 267-282; Sohn, A.: Süddeutsche im mittelalterlichen Paris. Eine historische Spurensuche, S. 285-304; Wüst, W.: Süddeutsche Reichsstädte als Informationsdrehscheibe, S. 305-326; Schindling, A.: Der Straßburger Schulrektor Johannes Sturm, die Schule in Lauingen und die Jesuiten in Dillingen – Humanistische Bildungs-reform an Oberrhein und oberer Donau, S. 327-366; Nicklas, T.: Bücher, Han-del, Krieg. Die Stadt Lyon als Forum europäischer Kontakte im 16. Jahrhundert, S. 367-378; Hoser, P.: Die Augsburger „Allgemeine Zeitung“ und ihre Wahr-nehmung durch die europäischen Großmächte in der Zeit von 1825 bis 1848, S. 379-406; Rauscher, P.: Schwaben als Schnittstelle zwischen Kaiser und Reich. Die Bedeutung einer Region für die habsburgische Reichspolitik ca. 1500-1740, S. 409-430; Müller, M.: Die Beziehungen zwischen dem Schwäbischen und den rheinischen Reichskreisen im 18. Jahrhundert – ein historisches Modell des Föderalismus im deutschen Südwesten?, S. 431-446; Petry, D.: Die Außen-beziehungen der Reichsstadt Augsburg zum Kaiserhof im frühen 18. Jahr-hundert, S. 447-458; Ninness, R.: Bündnisoptionen in der Reichsritterschaft im Jahr 1619: soziale und politische Hintergründe, S. 459-474; Veronesi, M.: Die magna societas alemanorum: Ein Sonderfall der spätmittelalterlichen Unter-nehmensgeschichte?, S. 477-492; Göttmann, F.: Bankrott und Gerücht in poli-tischer, rechtlicher und moralischer Grenzlage. Ein Schuldprozeß zwischen Konstanzer und St. Galler Kaufleuten im 16. Jahrhundert, S. 493-514; Böck, F. R.: Die Außenbeziehungen der Reichsstadt Kempten im Spiegel ihres Fern-handels, S. 515-520; Weber, A. O., Haberlah-Pohl, A., Pelizaeus, L.: Zu-sammenfassung der Beiträge, S. 521-526.

Grossmann, U.: Die Burgenstraße. Führer zu Burgen und Schlössern von Mannheim bis Prag, Petersberg 2008 [Imhof, 240 S., kart., 300 farb. Abb., 12,80 Euro].

Gschwend, A. J.: Antoine Trouvéon, un portraitiste de Leonor d’Autriche récemment découvert, in: Revue de l’Art 159 (2008) S. 11-20.

Gutmann, A.: Hofkultur in Bayreuth zur Markgrafenzeit. 1603-1726, Bayreuth 2008 [Rabenstein, 316 S., geb., 24,80 Euro].

Habel, H.: Kleine Coburger Stadtgeschichte, Regensburg 2009 [Friedrich Pustet Verlag, 160 S., kart., 35 Abb., 12,90 Euro].

Halem, H. v.: Das fränkische Reichsrittergeschlecht Truchseß v. Wetzhausen in Preußen, in: Herold-Jahrbuch 13 (2008) S. 65-131.

Hagemann, A.: Wilhelmine von Lichtenau (1753-1820). Von der Mätresse zur Mäzenin, Köln u.a. 2007 (Studien zur Kunst, 9) [Böhlau, 331 S., kart., 49,90 Euro].

Handbuch der Sentenzen und Sprichwörter im höfischen Roman des 12. und 13. Jahrhunderts, Bd. 2: Artusroman nach 1230, Gralromane, Tristanromane, hg. von M. Eitelmann und T. Tomasek, Berlin 2009 [Walter de Gruyter, XVII + 695 S., Ln., 209 Euro].

Hans Rottenhammer: begehrt – vergessen – neu entdeckt, hg. von H. Borggrefe, München 2008 (Ausstellungskatalog) [Hirmer-Verlag, 208 S., kart., zahlr. Abb., 34,90 Euro].

Harari, Y. N.: Special operations in the age of chivalry, 1100-1550, Woodbridge 2007 [Boydell Press, 224 S., kart., 72,50 Euro].

Harjes, I.: Figurenbände der Renaissance. Entwicklung und Rezeption einer Buchgattung (1533-1600), Kromsdorf 2008 [Verlag und Datenbank für Geistes-wissenschaften Weimar, 264 S., geb., 69 sw-Abb., 55 Euro].

Hartmann, M.: Die Königin im frühen Mittelalter, Stuttgart 2008 [Kohlhammer, 240 S., kart., 25 Euro].

Haslinger, I., Trumler, G.: So lebten die Habsburger. Kaiserliche und königliche Schlösser in der österreichisch-ungarischen Monarchie, Wien 2007 (Museen des Mobiliendepots, 27) [Brandstätter, 263 S., kart., 300 farb. Abb., 69 Euro].

To have and to hold. Marrying and its documentation in Western Christendom, 400-1600, hg. von P. L. Reynolds und J. Witte, New York 2007 [Cambridge University Press, 519 S., kart., 73,35 Euro].

Heine, H.-W.: „collis gentilium“, der „Heidenwall“ in Oldenburg (Oldb.), in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 211-222.

Hensel-Grobe, M.: Das St.-Nikolaus-Hospital zu Kues. Studien zur Stiftung des Cusanus und seiner Familie (15.-17. Jahrhundert), Stuttgart 2007 (Geschichtliche Landeskunde, 64) [Franz Steiner Verlag, VII, 357 S., geb., 4 Kart., 60 Euro].

Herbers, K., Neuhaus, H.: Das Heilige Römische Reich. Ein Überblick, Köln u.a. 2009 (UTB für Wissenschaft, 3298 S) [Böhlau, 328 S., kart., 17,90 Euro].

Herrmann, C.: Mittelalterliche Architektur im Preußenland. Untersuchungen zur Frage der Kunstlandschaft und –geographie, Petersberg 2007 [Imhof Verlag, 816 S., geb., zahlr. Abb., 135 Euro].

Herrschaftsräume, Herrschaftspraxis und Kommunikation zur Zeit Friedrichs II., hg. von K. Görich, J. Keupp und T. Broekmann, München 2008 [Herbert Utz Verlag, 421 S., kart., 44 Euro].

Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter, hg. von B. Kasten, Köln u.a. 2008 (Norm und Struktur, 29) [Böhlau, 864 S., geb., 110 Euro].

Herzog Albrecht von Preußen und Livland (1560-1564). Regesten aus dem Herzog-lichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von S. Hartmann, Köln u.a. 2008 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 61) [Böhlau, 573 S., geb., 72,90 Euro].

Herzog Albrecht von Preußen und Livland (1565-1570). Regesten aus dem Herzog-lichen Briefarchiv, bearb. von S. Hartmann, Köln u.a. 2008 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 63) [ Böhlau, 312 S., geb., 44,90 Euro].

Hild, N., Hild, K.: Schloß Sigmaringen. Der Hohenzollernsitz im Donautal und die Residenzstadt, Tübingen 2008 [Silberburg-Verlag, 144 S., geb., 135 Abb., 19,90 Euro].

Himen, H.: Schloß Ringberg am Tegernsee. Ausklang wittelsbachischer Bautradition – Begegnungsort der Wissenschaft, München 2008 [Deutscher Kunstverlag, 160 S., geb., 140 meist farb. Abb., 24,90 Euro].

Hirel-Wouts, S., Péquignot, S.: La parole des rois, in: Cahiers d’Études Hispa-niques Médiévales 31 (2008) S. 9-176.

Höbelt, L.: Die Habsburger. Aufstieg und Glanz einer europäischen Dynastie, Darm-stadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 176 S., geb., 140 meist farb. Abb., 27,90 Euro].

Hof und Medien im Spannungsfeld von dynastischer Tradition und politischer Innovation zwischen 1648 und 1714. Celle und die Residenzen im Heiligen Römi-schen Reich deutscher Nation, hg. von H. Lass, Berlin 2008 (Rudolstädter For-schungen zur Residenzkultur, 4) [Deutscher Kunstverlag, 192 S., geb., 91 sw-Abb., 39,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Meiners, J.: Vorwort, S. 7; Müller, M.: Grußwort, S. 9-12; Lass, H.: Ein-leitung, S. 13-15; Sikora, M.: Dynastie und Eigensinn. Herzog Georg Wilhelm von Celle, Eleonore d’Olbreuse und die Spielregeln des Fürstenstandes, S. 19-30; Knöfel, A.-S.: Die Selbstinszenierung der Wettiner am Dresdner Hof von 1656 bis 1719; Maehnert, S.: Fürstliche Beisetzungsfeierlichkeiten im 17. Jahrhundert in der Residenzstadt Celle des Fürstentums Braunschweig-Lüne-burg, S. 45-56; Brinkmann, I.: Prunksarkophage als Medium herrschaftlicher Repräsentation um 1700. Die Beispiele in Celle, Berlin und Wien, S. 57-70; Flick, A.: „Der Celler Hof ist ganz verfranzt“. Hugenotten und französische Katholiken am Hof Herzog Wilhelms von Braunschweig-Lüneburg, S. 73-96; Busch, R.: Stechinelli – Die Entmythologisierung einer Legende, S. 97-114; Lass, H.: Der zeremonielle Wandel im Alten Reich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und die landesherrlichen Appartements im Celler Residenzschloß, S. 117-127; Seeger, U.: Symmetrie und Magnifizienz. Das markgräfliche Resi-denzschloß Rastatt im Spannungsfeld zwischen reichsfürstlichem Territorium und Kaiserhof, S. 129-140; Eberle, M.: Zur Innenausstattung deutscher Resi-denzen: Die Reaktion aus Versailles, S. 141-149; Pozgai, M.: Das Audienz-zimmer. Eine Studie zu seiner baulichen Lage und Ausstattung in Residenz-schlössern (1650-1750), S. 151-162; Hahn, S.: Residenz und Stadt – Distinktion und Projektion, S. 165-179; Lass, H., Steinau, N.: Die höfische Jagd der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg in Celle in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, S. 181-207; Schmieglitz-Otten, J.: Das Residenzmuseum im Celler Schloß, S. 211-221.

Hohe, M.: Haagse Hofmode, Zwolle 2007 (Ausstellungskatalog) [Waanders, 80 S., kart., 17,95 Euro].

Homo viator. Errance, pèlerinage et voyage initiatique dans l’Espagne médiévale, hg. von C. Heusch und G. Martin, Lyon 2007 (Cahiers d’études hispaniques médiévales, 30) [ENS Edition, 350 S., kart., 36 Euro].

Houben, H.: Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Herrscher, Mensch und Mythos, Stuttgart 2008 (Urban-Taschenbücher, 618) [Kohlhammer, 262 S., kart., 17 Euro].

Huschner, W.: Heinrich II. von Mecklenburg, Anna von Sachsen-Wittenberg und die Klarissen, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 7-31.

Informelle Strukturen bei Hof. Dresdner Gespräche III zur Theorie des Hofes. Ergeb-nisse des gleichnamigen Kolloquiums auf der Moritzburg bei Dresden, 27. bis 29. September 2007, veranstaltet vom SFB 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ und der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften, Bd. 2, hg. von R. Butz und J. Hirschbiegel, Münster 2009 [LIT-Verlag, 241 S., kart., 29,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Informelle Strukturen bei Hofe – Eine Einleitung, S. 1-8.

Allgemeine Aspekte von Informalität – theoretische und methodische Grund-annahmen und Überlegungen

Ewert, U. C.: Der mittelalterliche Fürstenhof zwischen Informalität und forma-ler Ordnung: Rollenkonzepte und spieltheoretische Aspekte, S. 11-40; Bauer, V.: Informalität als Problem der frühneuzeitlichen Geschichte. Überlegungen vornehmlich anhand der deutschsprachigen Hofforschung, S. 41-56; Hengerer, M.: Zahlen und Zeremoniell. Eine skalentheoretische Annäherung an räumliche und monetäre Formen der Ordnung/Unordnung des Hofes, S. 57-88.

Informalität in den vormodern-vorstaatlichen höfischen Gesellschaften Alt-europas – Fallbeispiele I

Butz, R., Hänchen, M.: Reflexionen über formelle und informelle Strukturen bei der Übertragung der sächsischen Kurwürde auf Markgraf Friedrich IV. von Meißen im Jahre 1423, S. 91-131; Dade, E. K.: „Schneller als auf den her-kömmlichen und regulären Wegen?“ Informalität am Hof Ludwigs XV., S. 133-147; Emich, B.: Die Formalisierung des Informellen: Der Fall Rom, S. 149-156; Zotz, T.: Informelle Zusammenhänge zwischen Hof und Stadt, S. 157-168; Müller, S.: Im Rücken der Repräsentation. Eine Skizze zur Informalität in der höfischen Literatur des Mittelalters am Beispiel des ‚Guoten Gêrhart‘ Rudolfs von Ems, S. 169-179; Karsten, A.: Der Künstler am frühneuzeitlichen Hof zwischen formaler Einbindung und informeller (Selbst-) Inszenierung, S. 181-190.

Informalität in antiken und außereuropäischen höfischen Gesellschaften – Fall-beispiele II

Huber, I.: Der (in)formelle Handlungsspielraum von Eunuchen am Hof der per-sischen Sāsāniden (225-651 n.Chr.), S. 193-219; Zöllner, R.: Informalität am Hof des Shogun, S. 221-226.

Fouquet, G.: Herr und Hof zwischen Informalität und Formalität. Zusammen-fassung der Tagung, S. 227-235.

Instruments and their Music in the Middle Ages, hg. von T. J. McGee, Aldershot 2008 (Music in Medieval Europe) [Ashgate, 516 S., geb., 85,00 £].

Isabel la Católica y su Epoca. Actas del congreso internacional. Valladolid-Barcelona-Granada, 15 a 20 de noviembre de 2004, hg. von L. Ribot, J. Valdeón und E. Maza, 2 Bde., Valladolid 2007 [Instituto de Historia Simancas, Univ. de Valladolid, 1450 S., kart., 52 Euro].

Ives, E. W.: Tudor dynastic problems, in: Historical Research 212 (2008) S. 255-279.

Jachmann, J.: Die Kunst des Augsburger Rates 1588-1631. Kommunale Räume als Medium von Herrschaft und Erinnerung, München 2008 (Kunstwissenschaftliche Studien, 147) [Deutscher Kunstverlag, 392 S., geb., 85 Abb., 49,90 Euro].

Jackson, P.: The Seventh Crusade, 1244-1254: sources and documents, Aldershot  2007 (Crusade texts in translation, 16) [Ashgate, 256 S., kart., 2 Kart., 72,50 Euro].

Jamme, A.: Mécanismes dirigés, mécanismes spontanés. Notes sur les réseaux de travail des cavaliers d’Outremont en Italie (XIIIe-XIVe siecle), in: Espaces et réseaux en Meditérranée VIe-XVIe siècle. Bd. 1: La configuration des réseaux, hg. von D. Coulon, C. Picard und D. Valérian, Paris 2007, S. 177-204.

Janssen, R.: Stadtgeschichte Herrenberg. Bd. 1: Mittelalter, Ostfildern 2008 (Herren-berger Historische Schriften, 8) [Thorbecke, 463 S., kart., 24,90 Euro].

Jean de Marignolli, Au jardin d’Eden, traduit du latin et présenté par C. Gadrat, Toulouse 2009 [Èditions Anacharsis, 93 S., brosch., 15 Euro].

Johannes Rothe, Thüringische Landeschronik und Eisenacher Chronik, hg. von S. Weigelt, Berlin 2007 (Deutsche Texte des Mittelalters, 87) [Akademie Verlag, 193 S., kart., 3 farb. Abb., 54,80 Euro]

Jones, C.: Eclipse of empire? Perceptions of the western empire and the rulers in late-medieval France, Turnhout 2007 (Cursor Mundi, 1) [Brepols, 432 S., geb., Abb., 80 Euro].

Joost, S.: Auf neuen Pfaden – die auswärtige Politik der Herzöge Christian I. Louis und Gustav Adolf, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 105-122.

Kammel, F. M.: Heiße Kufen. Schlittenfahren: Repräsentation, Vergnügen, Sport, hg. vom Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Nürnberg 2007 (Kulturgeschicht-liche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, 10) [Verlag des Germani-schen Nationalmuseums, 175 S., kart., zahlr. Abb., 12,50].

Kammel, F. M.: Von Schlitten und vom Schlittenfahren. Beiträge zu einem kultur-geschichtlichen Forschungsfeld, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums (2008) S. 107-127.

Kaiser-Lahme, A., Ostrowitzki, A., Schmandt, M., Berg, A. von, Teegen, W.-R., Heising, A., Wendt, A., Preuschen, M. F. von, Thon, A., Friedhoff, J.: Stadt und Burg am Mittelrhein (1000-1600), Regensburg 2008 [Schnell & Steiner, 208 S., kart., 40 sw- und 108 farb. Abb., 8 Karten, 3 Graphiken, 1 Tabelle, 3 Pläne, 3 Grund-risse, 24,90 Euro].

Kaiser Maximilian I. (1459-1519) und die Hofkultur seiner Zeit. Interdisziplinäres Symposion Brixen, 26. bis 30. September 2007, hg. von S. Hartmann und U. Mül-ler in Verbindung mit F. Löser, Frankfurt am Main 2009 (Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft, 17) [Reichert Verlag, 480 S., geb., ca. 69 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt, berarb. von R. Lenz, E.-M. Dickhaut, J. Dörfer, B. zur Nieden und J. Witzel, Stuttgart 2008 (Marburger Personalschriften – Forschungen, 45) [Franz Steiner Verlag, 668 S., kart., 54 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in den Kirchen-bibliotheken St. Nikolai und St. Thomas zu Leipzig, bearb. von R. Lenz, D. Geissler, W. Hupe, G. Janoschke, H. Petzoldt und K. Wolf, Stuttgart 2008 (Marburger Personalschriften – Forschungen, 46) [Franz Steiner Verlag, 216 S., kart., 34 Euro].

Katalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in den Kirchen-bibliotheken zu Röhrsdorf, bearb. von R. Lenz, D. Geissler, W. Hupe, G. Janoschke, H. Petzoldt und K. Wolf, Stuttgart 2008 (Marburger Personal-schriften – Forschungen, 47) [Franz Steiner Verlag, 127 S., kart., 28 Euro].

Keay, A.: The magnificent monarch: Charles II and the ceremonies of power, London 2008 [Continuum, 319 S., kart., 27,95 $].

Kejř, J.: Die mittelalterlichen Städte in den böhmischen Ländern. Gründung – Verfassung – Entwicklung, Köln u.a. 2009 (Städteforschung. Reihe A: Dar-stellungen, 78) [Böhlau, 504 S., geb., 59,90 Euro].

Das Kleinodienbuch der Herzogin Anna von Bayern. Handschrift Cod. icon. 429 der Bayerischen Staatsbibliothek München, Kommentar mit Beiträgen von K. Löcher u.a., Berlin 2008 [Kindler Verlag, 249 S mit 25 Abb., 15 farb. Abb. auf Tafeln].

Kleinstaaten in Europa. Symposium am Liechtenstein-Institut zum Jubiläum 200 Jahre Souveränität Fürstentum Liechtenstein 1806-2006, hg. von D. Langewiesche, Schaan 2007 (Liechtenstein, Politische Schriften, 42) [Verlag der Liechten-steinsichen Akademischen Gesellschaft, 262 S., kart., zahlr. Abb., 40 Euro].

Kloosterhuis, E. M.: Mijnheer Fijnproever – Die Tafelkultur am Hofe Friedrich Wilhelms I., in: Herold-Jahrbuch 13 (2008) S. 149-161.

Knapp, U.: Stätten deutscher Kaiser und Könige im Mittelalter, Stuttgart 2008 [Theiss Verlag, 160 S., kart. , 34,90 Euro].

Knöfel, A.-S.: Dynastie und Prestige. Die Heiratspolitik der Wettiner, Köln u.a. 2009 (Dresdner Historische Studien, 9) [Böhlau, 584 S., geb., zahlr. Taf. und Tab., 69,90 Euro].

Koller, B.: Castrum Bene – eine mittelalterliche Adelsburg in Ungarn, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 242-245.

König, A.: Wie mächtig war der Kaiser? Kaiser Wilhelm II. zwischen Königsmechanismus und Polykratie von 1908 bis 1914, Stuttgart 2009 (Historische Mitteilungen. Beiheft 73) [Franz Steiner Verlag, 317 S., kart., 58 Euro].

König, W.: Wilhelm II. und die Moderne. Der Kaiser und die technisch-industrielle Welt, Paderborn 2007 [Schöningh, 330 S., geb., 34,90 Euro].

Königsberger, H. G.: Monarchies, States Generals and Parliaments. The Nether-lands in the fifteenth and sixteenth centuries, Cambridge 2007 [Cambridge Univer-sity Press, 408 S., kart., zahlr. Abb., 43,99 Euro].

Konversationskultur in der Vormoderne. Geschlechter im geselligen Gespräch, hg. von R. Schnell, Köln u.a. 2008 [Böhlau, 614 S., geb., 59,90 Euro].

Körbl, H.: Die Hofkammer und ihr ungetreuer Präsident. Eine Finanzbehörde zur Zeit Leopolds I., Wien 2009 (Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, 54) [Böhlau, 632 S., brosch., 12 sw-Abb., 69 Euro].

Körber, E.-B.: Vormoderne Öffentlichkeiten. Versuch einer Begriffs- und Struktur-geschichte, in: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte 10 (2008).

Kornrumpf, G.: Vom Codex Manesse zur Kolmarer Liederhandschrift. Aspekte der Überlieferung, Formtraditionen, neue Texte, Tübingen 2008 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 133) [Niemeyer, 420 S., Ln., 31 Abb., 54 Euro].

Kos, D.: In Burg und Stadt. Spätmittelalterlicher Adel in Krain und Untersteiermark, Wien 2006 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichts-forschung, 45) [Oldenbourg, 687 S., kart., 94,80 Euro].

Kraft, I.: Einstimmigkeit um 1500. Der Chansonnier Paris, BnF. ms. fr. 12744, Stuttgart 2009 (Archiv für Musikgeschichte. Beiheft 64) [Franz Steiner Verlag, 348 S., geb., 71 Abb. und zahlr. Notenbeispiele, 65 Euro].

Kreutzmann, M.: Zwischen ständischer und bürgerlicher Lebenswelt. Adel in Sachsen-Weimar-Eisenach 1770 bis 1830, Köln u.a. 2008 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 23) [Böhlau, 502 S., geb., 59,90 Euro].

Krones, H., Antonicek, T., Fritz-Hilscher, E. T.: Die Wiener Hofmusikkapelle, Bd. 3: Gibt es einen Stil der Hofmusikkapelle?, Köln u.a. 2009 (Die Wiener Hof-musikkapelle, 3) [Böhlau, 256 S., kart., 256 S., 39 Euro].

Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur am sizilianischen und kastilischen Hof im 13. Jahrhundert, hg. von G. Grebner und J. Fried, Berlin 2008 (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel ; 15) [Akademie Verlag, 404 S., kart., 49,80 Euro].

Kunisch, J.: Friedrich der Große in seiner Zeit. Essays, München 2008 [Beck, geb., 250 S., 12 Abb., 19,90 Euro].

Die Kunst des Mittelalters in der Mark Brandenburg. Tradition – Transformation – Innovation, hg. von E. Badstübner, P. Knüvener, A. S. Labudo und D. Schu-mann, Berlin 2008 [Lukas Verlag, 516 S., geb., 800 farb. Abb., 60 Euro].

Die Künstler der Kaiser. Von Dürer bis Tizian, von Rubens bis Velázquez. Katalog anläßlich der Ausstellung „Die Künstler der Kaiser – Von Dürer bis Tizian, von Rubens bis Velázques, aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien“, Museum Frieder Burda, Baden-Baden, 20. Februar bis 14. Juni 2009, hg. von G. Adriani, Köln 2009 [DuMont, 336 S., kart., 34,95 Euro].

Kurfürst Johann Wilhelms Bilder. Bd. 1: Der Sammler und Mäzen, hg. von R. Baum-stark, München 2009 (Ausstellungskatalog) [Hirmer, 423 S., kart., 250 farb. Abb., 45 Euro]. Bd. 2: Galerie und Gemäldekabinette, hg. von R. Baumstark, München 2009 (Ausstellungskatalog) [Hirmer, 300 S., kart., 30 farb. Abb., 39,90 Euro]. Bd. 3: Nicolas De Pigage, Christian von Mechel: Die kurfürstliche Galerie in Düsseldorf. Reprint der Ausgabe 1778, hg. von R. Baumstark, München 2009 [Hirmer, 80 S., kart., 35 sw-Abb., 34,90 Euro].

Lagrost, L.: Du château ducal de Montcenis à la „seigneurie“ du Creusot (XIIe-XVIIIe siècles). Archéologie et documents d’archives pour servir à l’histoire du Creusot et de sa région, Le Creusot 2009 [JYB REPRO, 392 S., kart., 20 Euro].

Lalou, E.: Itinéraire de Philippe IV le Bel (1285-1314), 2 Bde., Paris 2007 (Mémoires de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 37) [Boccard, Bd. 1: 382 S., kart., Bd. 2: 427 S., kart., zusammen 130 Euro].

Landewé, W.: Die Frau im Turm. Burgenbilder im Blick der Mann-Frau-Beziehung des Mittelalters, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 262-266.

Landolt, O.: „Aus Reichsstädten würden Dörfer werden“. Politisches Desinteresse, Politikverdrossenheit und Verweigerung politischer Pflichten in spätmittelalterlichen Kommunen, in Jahrbuch für Regionalgeschichte 26 (2008) S. 37-58.

Langdon, G.: Medici women. Portraits of power, love, and betrayal in the court of Duke Cosimo I., North York 2008 [University of Toronto Press, 480 S., kart., 22,50 £].

Das Leben des Fürsten. Studien zur Biografie von Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), hg. von H. Zaunstöck, Halle an der Saale 2008 [Mitteldeutscher Verlag, 208 S., kart., 15 Euro].

Legendäre Reisen im Mittelalter, hg. von F. Novoa Portela. F. J. Villalba Ruiz de Toledo, Darmstadt 2008 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 234 S., geb., zahlr. Abb., 29,90 Euro].

Leistenschneider, E.: Die französische Königsgrablege Saint-Denis von 1223 bis 1461 – Strategien herrschaftlicher Repräsentation 1223-1461, Weimar 2007 [Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften Weimar, 362 S., geb., 121 sw-Abb., 68 Euro].

Leroy, B.: De l’épée à l’écritoire en Castille de 1300 à 1480, deux siècles de nobles écrivains, Limoges 2007 [PULIM, 73 S., kart., 12 Euro].

La Librairie des ducs de Bourgogne. Manuscrits conservés à la bibliothèque royale de Belgique, Bd. 4: Textes historiques. Chroniques, hg. von B. Bousmanne, T. Van Hemelryck und C. Van Hoorebeeck, Turnhout 2009 [Brepols, 320 S., geb., 68 Euro].

Lopes, F.: Crónicas (de D. Pedro I, D. Fernando e D. João I), Edição critica, intro-dução, glossário e índices de G. Macchi, Lissabon 2007 [Impr. Nacional Casa da Moeda, 231 S., kart., 70 Euro].

Ludwig, T.: Die Urkunden der Bischöfe von Meißen. Diplomatische Untersuchungen zum 10.-13. Jahrhundert, Köln u.a. 2008 (Archiv für Diplomatik. Beiheft 10) [Böhlau, 337 S., geb., 54,90 Euro].

Luise Fürstin von Anhalt-Dessau. Einblicke in ihr Leben. Begleitbuch zur Ausstellung im Haus der Fürstin, Wörlitz, 2008, München 2008 (Ausstellungskatalog) [Edition Minerva, 244 S., kart., 115 farb. Abb., 27 Euro].

Luna, M. de: Power, piety, and patronage in late medieval queenship, Basingstoke 2008 [Palgrave, 256 S., geb., 42,50 £].

Lundt, B.: Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500-1800. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., geb., 80 meist farb. Abb., 27,90 Euro].

Die Macht der Wenigen. Aristokratische Herrschaftspraxis, Kommunikation und „edler“ Lebensstil in Antike und Früher Neuzeit, hg. von U. Walter, H. Beck und P. Scholz, München 2009 (Historische Zeitschrift. Beiheft 47) [Oldenbourg, 399 S., kart., 20 Abb., 74,80 Euro].

Machtfragen. Zur kulturellen Repräsentation und Konstruktion von Macht in Antike, Mittelalter und Neuzeit, hg. von A. H. Arweiler und B. M. Gauly, Stuttgart 2008 [Franz Steiner Verlag, 303 S., geb., 24 Taf., 1 Kart., 49 Euro].

Mainzer (Erz-)Bischöfe in ihrer Zeit, hg. von F. J. Felten, Stuttgart 2008 (Mainzer Vorträge, 12) [Franz Steiner Verlag, 169 S., kart., 14 Abb., 5 Kart., 20 Euro].

Maral, A., Masson, R: Versailles et la musique de cour, Paris 2007 [Magellan, 156 S., kart., 20 Euro].

Mars und die Musen. Das Wechselspiel von Militär, Krieg und Kunst in der Frühen Neuzeit, hg. von J. Nowosadtko und M. Rogg, unter Mitarb. von S. Möbius, Münster 2009 [LIT-Verlag, 360 S., geb., 59,90 Euro].

Matĕjková, E.: Burg Liebenstein (seit 1950 Libá, Bezirk Eger) ‑ Forschungsstand und durchgeführte Rettungsarbeiten, in: Burgen und Schlösser 1 (2009) S. 11-19.

Matikkala, A.: The orders of knighthood and the formation of the british honours system, 1660-1760, New York 2008 [Boydell & Brewer, 470 S., geb., zahlr. Abb., 90 £].

Meiner, J.: Wohnen mit Geschichte. Die Appartements Friedrich Wilhelms IV. von Preußen in historischen Residenzen der Hohenzollern, Berlin 2009 (Kunstwissen-schaftliche Studien, 156) [Deutscher Kunstverlag, 244 S., geb., 180 Abb., 88 Euro].

Menninger, A.: Genuß im kulturellen Wandel. Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade in Europa (16.-19. Jahrhundert), Stuttgart 2008 (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 102) [Franz Steiner Verlag, 500 S., geb., 68 Euro].

Mercenaries and Paid Men. The Mercenary Identity in the Middle Ages. Proceedings of a conference held at University of Wales, Swansea, 7th-9th July 2005, hg. von J. France, Leiden 2008 (History of warfare, 47) [Brill, 415 S., geb., 103 Euro].

Aus dem Inhalt:

Guerri d’all’Oro, G.: Les mercenaries dans les campagnes napolitaines de Louis le Grand, roi de Hongrie, 1347-1350, S. 61ff. Bell, A. R.: The four-theenth century soldier – more Chaucer’s knight or medieval career?, S. 301ff. Ekdahl, S.: The teutonic order’s mercenaries during the ,great war‘ with Po-land-Lithuania (1409-11), S. 345ff.

Michl, E.: Die Bischofspfalz „in Lyndeloch prope Gerolzhouen“. Erste archäo-logische Untersuchung im bischöflichen Repräsentationsbau bei Gerolzhofen, Land-kreis Schweinfurt, in: Der Steigerwald. Zeitschrift einer fränkischen Landschaft. Natur – Kultur – Geschichte 28,3 (2008) S. 153-179.

Michl, E.: Die bischöfliche Residenz von Lindelach. Erste Ergebnisse der archäolo-gischen Untersuchung vom 3.-29. September 2007, in: Würzburger Diözesan-geschichtsblätter 70 (2008) S. 73-106.

Michon, C.: La crosse et le sceptre, Paris 2008 [Tallandier, 383 S., kart., 25 Euro].

Mihm, A., Mihm, M.: Mittelalterliche Stadtrechnungen im historischen Prozeß. Die älteste Duisburger Überlieferung (1348-1449), Bd. 2: Register, Materialien, Glossar, Köln u.a. 2008 [Böhlau, 384 S., geb., 49,90 Euro].

Mittelalterliche Kultur und Literatur im Deutschordensstaat in Preußen: Leben und Nachleben, hg. von J. Wenta, S. Hartmann und G. Vollmann-Profe, Thorn 2008 (Sacra Bella Septentrionalia, 1) [Wyd. Nauk. Uniw. Mikołaja Kopernika, 652 S., kart., 64 zł].

Aus dem Inhalt:

I. Einführung

Paravicini, W.: Von der ritterlichen zur höfischen Kultur: Der Deutsche Orden in Preußen, S. 15-54.

II. Künste

Dygo, M.: Die Kultur des Deutschordenslandes Preußen: Das Problem der Eigentümlichkeit der Region, S. 57-79; Strohm, R.: Musik und Marienver-ehrung im europäischen Spätmittelalter, S. 81-96; Gancarczyk, P.: Petrus Wilhelmi de Grudencz und die mitteleuropäische Musikkultur des 15. Jahr-hunderts, S. 97-106; Löffler, A.: Die Reimoffizien des Deutschen Ordens – liturgische Aspekte der Heiligenverehrung, S. 107-123; Woźniak, M.: Die Goldschmiedekunst in Preußen im Dienste des Ordens, der Kirche und der Städte, S. 125-156; Potkowski, E.: Nach der Schlacht von Tannenberg: Schenkungen des Königs Wladyslaw Jagiello an die polnischen Kirchen, S. 157-172, Pilecka, M.: Die mittelalterlichen Artushöfe in Preußen als architek-tonisches Phänomen. Regionales Kuriosum oder materielles Zeugnis des Menta-litätswandels der Hanseaten im Mittelalter?, S. 173-201; Osowski, M.: Zur Schlachtikonographie in Heslers Handschriften. Die visuellen Schemata in den mittelalterlichen Illustrationen. Die Differenzierung der Schemata und die Rolle der euphorischen Werte, S. 203-230; Schnell, B.: Heinrich von Pfalzpaint: Ein Ahnherr der Plastischen Chirugie auf der Marienburg, S. 231-244; Richter, C.: Pflanzen in der Wundchirugie des Deutschordensritter Heinrich von Pfalzpaint, S. 245-255.

III. Schriftkultur

Łopuszańska, G.: Deutsch-pomoranische Wechselbeziehungen in Sprache und Kultur, S. 259-270; Schwob, U. M.: Zweifel am gerechten Glaubenskrieg? Os-wald von Wolkenstein und seine adeligen Freunde als Preußenfahrer, S. 271-289; Sarnowsky, J.: Buchbesitz, Bibliotheken und Schriftkultur im mittelalter-lichen Preußen, S. 291-308; Weber, C. F.: Urkunden in der symbolischen Kommunikation zwischen dem Deutschen Orden und Polen: Friedensschluß und Konfliktführung im 14. Jahrhundert, S. 309-329; Löser, F.: Literatur im Deutschen Orden. Vorüberlegungen zu ihrer Geschichte, S. 331-353; Mentzel-Reuters, A.: „Deutschordensliteratur“ im literarischen Kontext, S. 355-368; Päsler, R. G.: Überlegungen zu einer Literaturgeschichte des mittelalterlichen Preußenlandes, S. 369-391.

IV. Literatur

Gärtner, K.: Marienverehrung und Marienepik im Deutschen Orden, S. 395-410; Schubert, M. J.: Die neue Edition des Alten Passionals. Zur Reimsprache, S. 411-421; Fasbender, C.: Zur Datierung des „Buchs der Makkabäer“. Zu-gleich eine Vorstudie zur Rezeption der „Postilla litteralis“ des Nikolaus von Lyra im Deutschen Orden, S. 423-440; Vogelgsang, K.: Klaus Kranc als Ver-fasser der „Makkabäer“?, 441-447; Buschinger, D.: Literatur und Politik in der Deutschordensdichtung, S. 449-460; Neecke, M.: Strategien der Identitäts-forschung. Zur Rolle der Bibelepik im Deutschen Orden (13./14. Jahrhundert), S. 461-472; Oliński, P.: Die „Ermahnung des Karthäusers“ an die Deutsch-ordensritter, S. 473-481; Achnitz, W.: Die Gestörte Hochzeit. Literatur und Geschichte in den Ehrenreden des vermeintlichen Herolds Peter Suchenwirt, S. 483-498.

V. Geschichtsschreibung

Wyszomirski, S.: Die Werkstatt Peters von Dusburg, S. 501-511; Trupinda, J.: Die Chronik von Peter von Dusburg als Quelle für die Interpretation der archi-tektonischen Ausschmückung des sog. Kapitelsaals und der Schloßkapelle im Nordflügel des Hochschlosses in Marienburg, S. 513-527; Feistner, E.: Krieg und Kulturkontakt: Zur „Ethnologie“ der Prussen und Litauer bei Peter von Dus-burg und Nikolaus von Jeroschin, S. 529-539; Vollman-Profe, G.: Die ältere Hochmeisterchronik. Versuch der Rettung eines verkannten Werkes der preußi-schen Historiographie, S. 541-549.

VI. Nachleben

Rozynkowski, W.: Das Fortleben der Liturgie des Deutschen Ordens in Preußen in der Frühen Neuzeit, S. 553-567; Sieradzan, W.: Der Kulturtransfer zwischen dem Deutschen Ordensstaat und Masowien im Spätmittelalter, S. 569-586; Arszynski, M.: Vergegenwärtigung der ordenszeitlichen Vergangenheit des Preußenlandes und die Erweckung des Interesses für seine Kunstdenkmäler und ihre Pflege, S. 587-597; Müller, U.: Dorothea von Montau: Historische Gestalt und dichterische Gestaltung in Günter Grass’ „Der Butt“, S. 599-613; Obremski, K.: Die Deutschordensritter bei Zlotorie, der Deutschordensbruder Rüdiger am masowischen Hof und Kmicic in Preußen: Der Glaube als die Rechtfertigung der Gewalt, S. 615-625; Dorninger, M. E.: Zur Rezeption des Deutschen Ordens in der deutschsprachigen Literatur. Agnes Miegel: „Die Fahrt der Sieben Ordensbrüder“, S. 627-639; Schmidt, S.: Deutschordensritter im Film, S. 641-652.

Mittler, H.: „Prinz Eisenherz“ oder „Das Mittelalter in der Sprechblase“. Das Bild vom Rittertum zwischen 1000 und 1201 in ausgewählten historisierenden Comics, Bern u.a. 2008 (Kinder- und Jugendlitereratur und -medien. Theorie-Geschichte-Didaktik, 54) [Peter Lang, 291 S., kart., zahlr. Abb., 51,50 Euro].

Moos, P. von: Öffentliches und Privates, Gemeinsames und Eigenes. Gesammelte Studien zum Mittelalter, Bd. 3, Münster 2007 (Geschichte: Forschung und Wissen-schaft, 16) [LIT-Verlag,, 488 S., kart., 49,90 Euro].

Monnaie, fiscalité et finances au temps de Philippe le Bel. Journée d’études du 14 mai 2004, hg. von P. Contamine, J. Kerhervé und A. Rigaudière, Paris 2007 [Comité pour l’Histoire Économique et Financière de la France, 318 S., kart., 25 Euro].

Moraw, P.: Gesammelte Beiträge zur deutschen und europäischen Universitäts-geschichte. Strukturen  ‑ Personen – Entwicklungen, Leiden 2008 (Education and society in the Middle Ages and Renaissance, 31) [Brill, 620 S., geb., 144,60 Euro].

Morris, C.: The sepulchre of Christ and the medieval west. From the beginning to 1600, Oxford 2007 [Oxford University Press, 456 S., kart., 35 Abb., 25 £].

Müller, J.-D.: Höfische Kompromisse. Acht Kapitel zur höfischen Epik, Tübingen 2007 [Niemeyer, 509 S., Ln., 68 Euro].

Müller-Wolff, S.: Ein Landschaftsgarten im Ilmtal. Die Geschichte des herzog-lichen Parks in Weimar, Köln u.a. 2007 (Schriftenreihe des Freundeskreises Goethe-Nationalmuseum e.V., 3) [Böhlau, 383 S., geb., 53 farb., 77 sw-Abb., 49,90 Euro].

Münch, E.: Der Herzog und sein Adjutant. Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin und Johann Kaspar von Boddien, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 159-176.

Die Münchner Kunstkammer, Bd. 1 und 2: Kataloge, Bd. 3: Aufsätze und Anhänge, bearb. von D. Diemer, P. Diemer, L. Seelig, P. Volk und B. Volk-Knüttel, München 2008 [Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 1: 544 S., Bd. 2: 518 S., Bd. 3: 586 S., geb., zahlr. Abb., zusammen 498 Euro].

Music in Medieval Europe. 7 Bde., hg. von T. F. Kelly, Aldershot 2008 [Ashgate, 3664 S., geb., 475 £].

Nadot, S.: Joutes, emprises et pas d’armes en Castille, Bourgogne et France, 1428-1470. Thèse de doctorat, soutenue am 28. April 2009, EHESS, Paris.

Neue Beiträge zu Adriaen de Vries. Vorträge des Adriaen de Vries Symposiums vom 16. bis 18. April 2008 in Stadthagen und Bückeburg, hg. von der Schaumburger Landschaft, Gütersloh 2008 (Kulturlandschaft Schaumburg, 14) [Verlag für Regio-nalgeschichte, 256 S., geb., 183 farb. Abb., 29 Euro].

Nickson, T.: The royal tombs of Santes Creus. Negotiating the royal image in medie-val Iberia, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 72 (2009) 1-14.

Nightingale, P.: Trade, money, and power in medieval England, Aldershot 2007 (Collected studies series, 894) [Ashgate, 366 S., kart., 13 Abb., 4 Kart., 104 Euro].

Niles, Philip: Beauty of the City: A. E. Doyle, Portland’s Architect, Corvallis 2008 [Oregon State University Press, xvi + 278, 29,95 $].

Das Obere Schloß in Greiz. Ein romanischer Backsteinbau in Ostthüringen und sein historisches Umfeld, hg. vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Red. S. Putzke in Zus. mit C. Wohlfeld-Eckart und T. Fehl-haber, Altenburg 2008 (Arbeitsheft des Thüringischen Landesamtes für Denkmal-pflege und Archäologie. NF 30) [Reinhold Verlag, 195 S., kart., 20 Euro].

Opll, F.: Herrschaft durch Präsenz. Gedanken und Bemerkungen zur Itinerar-forschung, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 117 (2009) S. 12-22.

„Orte der Gelahrheit“. Personen, Prozesse und Reformen an protestantischen Univer-sitäten des Alten Reiches, hg. von D. Siebe, unter Mitarb. von S. Wallentin, Stuttgart 2008 (Contubernium, 66) [Franz Steiner Verlag, 267 S., geb., 15 Abb., 1 Tab., 45 Euro].

Ott, Thomas: Präzedenz und Nachbarschaft. Das albertinische Sachsen und seine Zu-ordnung zu Kaiser und Reich im 16. Jahrhundert, Mainz 2008 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz. Abendländische Religions-geschichte, 217) [Vandenhoeck & Ruprecht, XIV+654 S., geb., 65,50 Euro] – siehe die Vorstellung oben S. 51.

Die Ottheinrich-Bibel. Das erste illustrierte Neue Testament in deutscher Sprache, hg. von C. Fabian und J. Schefzyk, Darmstadt 2008 (Ausstellungskatalog) [Wissen-schaftliche Buchgesellschaft, 214 S., geb., 200 farb. Abb., 29,90 Euro].

Pagel, M. B.: Die KK (KUK). Hofsängerknaben zu Wien 1498-1918, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 424 S., geb., 32 sw-Abb, 45 Euro].

La papauté à la Renaissance, hg. von F. Alazard und F. La Brasce, Paris 2007 (Le savoir de Mantice, 12) [Champion, 756 S., kart., graph. Darst., 117 Euro].

Paris, capitale des livres. Le monde des livres et de la presse à Paris, du moyen âge au XXe siecle, hg. von F. Barbier, Paris 2007 [Presses Université de France, 339 S., kart., 300 Abb., 45 Euro].

Patterson, J. G.: The myth of the mounted knight, in: Misconceptions about the middle ages, hg. von S. J. Harrie und B. L. Grigsby, New York 2008 (Routledge studies in medieval religion and culture, 7), S. 90ff.

Pauly, M.: Hospitäler im Mittelalter  ‑ wann und wo gehörte das Hospital zur Stadt?, in: Was machte im Mittelalter zur Stadt? Selbstverständnis, Außensicht und Erschei-nungsbilder mittelalterlicher Städte, hg. von K.-U. Jäschke, Heilbronn 2007 (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn, 18), S. 245-269.

Pečar, A.: Bruderzwist im Hause Mecklenburg. Herzog Ulrich (1554-1603) als Pro-totyp innerfamiliärer Herrschaftskonkurrenz?, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 61-76.

Penning, W. D.: Vom Pagen am kurkölnischen Hof zum Komtur des Deutschen Ordens. Zur Jugend- und Familiengeschichte Caspar Antons von Belderbusch, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 211 (2008).

Pio II umanista europeo. Atti del XVII convegno internazionale, Chianciano-Pienza, 18-21 luglio 2005, hg. von L. Secchi Tarugi, Firenze 2007 (Quaderni della rassegna, 49) [Cesati, 882 S., geb., 105 Euro].

Aus dem Inhalt:

Maffi, D.: L’equilibrio difficile: politica e diplomzia in Italia (1454-69), S. 133f. Spicka, J.: La Historia bohemica di Pio II e la storiografia ceca, S. 281ff. Ricci, F.: Enea Sivio Piccolomini e la difficile arte della riscrittura. Alcune considerazioni intorno al De curialium miseriis, S. 627ff.

Pius II., Epistolarium seculare. Enee silvii Piccolominei epistolarium secularum: complectens De duobus amantibus. De naturis equorum. De curialium miserii, hg. von A. van Heck, Città del Vaticano 2007 (Studi e testi. Biblioteca Apostolica Vaticana, 439) [Bibl. Apostolica Vaticana, 526 S., geb., 77 Euro].

Pons, N.: La défense du pouvoir royal dans la seconde moitié du XVe siècle: L’héritage de Jean de Montreuil, in: La sociedad política a fines del siglo XV en los reinos ibéricos en europa ¿Èlites, pueblo, súbditos? La société politique à la fin du XVe siècle dans les royaumes ibériques et en Europe. Élites, peuple, sujets? Actes du colloque franco-espagnol de Paris, 26-29 mai 2004 organisé par l’Instituto de historia Simancas, l’Universidad de Valladolid et le LAMOP, hg. von V. Challet y Otros, Valladolid 2007, S. 65-88.

Le prince et la norme. Ce que légiférer veut dire, hg. von J. Hoareau-Dodinau, G. Métairie und P. Texier, Limoges 2007 [Pulim, 460 S., kart., Abb, 30 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rigaudière, A.: Le prince et la loi d’après Jean Juvénal des Ursins. Dutour, T.: Faveur du prince, immoralité politique et supériorité sociale dans le royaume de France à la fin du moyen âge (XIIIe-XVe siecles).

Quellen zur Geschichte des Reisens im Spätmittelalter, hg. von M. Stolberg-Vo-wincke, Darmstadt 2008 (Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe. Reihe A: Ausge-wählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 46) [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 256 S., geb., 79,90 Euro].

Quellier, F.: La table des français. Une histoire culturelle (XVe-début XIXe siècle), Rennes 2007 [Presses Université de Rennes, 274 S., kart., 20 Euro].

Quintanilla Raso, M. C.: „Nobilitas virtutis causa“. De la virtud al pecado en la nobleza; in: Pecar en la edad media, hg. von I. Carrasco Manchado und M. P. Rabade Obrado, Madrid 2008, S. 149-184.

Le XVe siècle en Bourgogne: La cour et la ville, Dijon 2009 (Annales de Bougogne, 80, 1-2) [Société des Annales de Bourgogne, 231 S., kart., graph. Darst., 45 Euro].

Aus dem Inhalt:

Prevenier, W.: Les aspects idéologiques et les fonctions sociales des arts et des fêtes à l’epoque bourguignonne, S. 3-19; Dubois, H.: Soixante-huit Chalonnais en 1411, S. 21-37; Lethenet, B.: Le „novel seigneur de la conté de Mascon“: la prise de contrôle de Mâcon par la Bourgogne (1417-1435), S. 39-100; Tabbagh, V.: Un siècle d’influence dominicaine à la cour des ducs Valois de Bourgogne, S. 101-123; Docquier, G.: Le collier de l’ordre de la Toison d’or et ses représentations dans la peinture des Primitifs flamands (XVe et première moitié du XVIe s.), S. 125-162; Challeat, C.: Le grand siècle de Bourgogne au miroir des expositions (1902-2004), S. 163-201; Brelaud, J.-P., Tarbochez, G.: Un instrument de travail: l’indexation des registres du tabellionnage de Dijon au XVe s., S. 203-215.

Qureshi, H. A.: Central Asia in the 15th century, 1405-1500, Lucknow 2007 [New Royal Book Company, 357 S., kart., 35 £].

La Reggia di Venaria e i Savoia. Arte, magnificenza e storia di una corte europea, hg. von E. Castelnuovo u.a., 2 Bde., Turin u.a. 2007 [Umberto Allemandi & Co., Bd. 1: 364 S., Bd. 2: 309 S., brosch., zahlr. Abb., 60 Euro].

Reiz der Antike. Die Braunschweiger Herzöge und die Schönheiten des Altertums im 18. Jahrhundert, hg. von G. Bungarten, Petersberg 2008 (Ausstellungskatalog) [Imhof Verlag, 254 S., geb., 329 farb. Abb., 39,95 Euro].

Richter S.: Fürstentestamente in der Frühen Neuzeit. Politische Programme und Medien intergenerationeller Kommunikation, Göttingen 2009 (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 80) [Vandenhoeck & Ruprecht, 570 S., geb., 78,90 Euro].

Rigendinger, F.: Das Sarganserland im Spätmittelalter. Lokale Herrschaften, die Grafschaft Sargans und die Grafen von Werdenberg-Sargans, Zürich 2007 [Chronos, 482 S., kart., 44,80 Euro].

Riten, Gesten, Zeremonien. Gesellschaftliche Symbolik in Mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von E. Bierende, S. Bretfeld und K. Oschema, Berlin 2008 (Trends in Medieval Philology) [Walter de Gruyter, 409 S., geb., 50 Abb., 99,95 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bierende, E., Bretfeld, S., Oschema, K.: Einführung, S. IXff.; Gampp, A.: Antikendämmerung: Vom eingeschränkten Gebrauch der Gesten als Bildsprache im frühen Mittelalter, S. 3-20; Kotte, A.: Ritualia, Magica und Zeigehand-lungen als szenische Vorgänge: Zur Differenzierung von Kernhandlungen und Handlungskomplexen, S. 21ff.; Oschema, K.: Das Motiv der Blutsbrüderschaft: Ein Ritual zwischen Antike, Mittelalter und Gegenwart, S. 41-77; Ascheboug-Clauteaux, M.: „Ich halte dich am Bart“: Spiel der Hände, Spiel der Farben in einem Ritual zwischen Männern, S. 73ff.; Arx, U. v.: Die Liturgie der Oster-nacht, S. 87ff.; Richter, T.: Instrumenta pacis: Der Kuss von Bildwerken und Reliquien im Friedensritus der Heiligen Messe, S. 117ff.; Schellewald, B.: Vom Unsichtbaren zum Sichtbaren: Liturgisches Zeremoniell und Bild in Byzanz im 11. und 12. Jahrhundert, S. 141ff.; Schlieter, J.: Die „Befreiung des Bösen“ in ritueller Wiederholung: Zur Symbolik tibetischer Maskentänze (’cham), S. 167ff.; Rehm, U.: Körperstrafen: Der Anteil der Bilder an den Straf-ritualen des Mittelalters, S. 197ff.; Holenstein, A.: Rituale der Vergewis-serung: Der Eid als Mittel der Wahrheitsfindung und Erwartungsstabilisierung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, S. 229ff.; Burkart, L.: Schatzinsze-nierungen: Die Verwendung mittelalterlicher Schätze in Ritual und Zeremonie, S. 253ff.; Bruggisser-Lanker, T.: Krönungsritus und sakrales Herrschertum: Zeremonie und Symbolik, S. 289ff.; Senn, W.: Macht- und Herrschaftsrituale bei Shakespeare, S. 321ff.; Herkommer, H.: Urloup nemen: Abschiede im Mit-telalter, S. 347ff.

Roberts, J.: Guide to scripts used in English writings up to 1500, London 2005 [British Library, 294 S., geb., 82 Abb., 40 Euro].

Robinson, J.: Court Politics, Culture and Literature in Scotland and England, 1500-1540, Aldershot 2008 [Ashgate, 198 S., geb., 50 £].

Rodríguez Molina, J.: La vida de moros y cristianos en la frontera, Alcalá la Real 2007 (Colección almayar, 2) [Alcalá Grupo Ed., 445 S., kart., 25 Euro].

Röhl, J. C. G.: Wilhem II. Der Weg in den Abgrund 1900-1941, Müchen 2008 [Beck, 1611 S., geb., 49,90 Euro].

Rollo-Koster, J.: Raiding Saint Peter: empty sees, violence, and the initiation of the Great Western Schism (1378), Leiden 2008 (Brill’s series in church history, 32) [Brill, 288 S., geb., 104 Euro].

Rom – Jerusalem – Santiago. Das Pilgertagebuch des Ritters Arnold von Harff (1496-1498). Mit den Abb. der Handschrift 268 der Benediktinerabtei Maria Laach und zahlreichen anderen Abb. Nach dem Text der Ausgabe von Eberhard von Groote übers., komm. und eingel. von H. Brall-Tuchel und F. Reichert, 2., durchges. Aufl., Köln u.a. 2008 [Böhlau, 279 S., kart., 59 farb. Abb., 1 farb. Karte, 29,90 Euro].

Rose, S.: Calais: An English town in France, 1347-1558, Woodbridge 2008 [Boydell Press, 187 S., kart., 70,50 Euro].

Rudolph, B.: Die Ruine Krayenburg in Westthüringen. Bestandsdokumentation und Bestandsforschung, in: Burgen und Schlösser 1 (2009) S. 2-10.

Die sächsischen Kurfürsten während des Religionsfriedens von 1555 bis 1618, hg. von H. Junghans, Stuttgart 2007 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 31) [Franz Steiner Verlag, 364 S., geb., 30 Abb., 74 Euro].

Sainty, J. C.: The parliamentary role of the royal household, in: The Court Historian 13,2 (2008) S. 195-201.

Salmen, W.: Luise von Preußen (1776-1810). Musik, Tanz und Literatur im Leben einer Königin, Hildesheim 2008 [Olms, 172 S., kart., 37 Abb., 27,80 Euro].

Sánchez Arcilla Bernal, J.: Alfonso XI (1312-1350), Palencia 2008 [Ed. La Olmeda, 278 S., kart., 25 Euro].

I saperi nelle corti – Knowledge at the Courts, hg. von C. Arcelli, Florenz 2008 (Micrologus, 16) [Galluzzo, 613 S., kart., Abb., 60 Euro].

I Savoia. I secoli d’oro di una dinastia europea, hg. von W. Barberis, Turin 2007 (Biblioteca di cultura storica, 260) [Giulio Einaudi Editore, 245 S., geb., 34 Euro].

Scales, L.: Rose without Thorn, Eagle without Fethers: Nation and Power in Late Medieval England and Germany, in: German Historical Institute London. Bulletin 31,1 (2009) S. 3-35.

Scheibelreiter, G.: Wappenbild und Verwandtschaftsgeflecht. Kultur- und Mentali-tätsgeschichtliche Forschungen zu Heraldik und Genealogie, Köln u.a. 2009 (Mittei-lungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 53) [Böhlau, 400 S., kart., 20 sw-Abb., 4 farb. Abb., 49 Euro].

Schenk, D.: Kleine Theorie des Archivs, Stuttgart 2008 [Franz Steiner Verlag, 112 S., kart., 19 Euro].

Schleinert, D.: Anna Maria von Mecklenburg (1627-1669) und August von Sachsen (1614-1680) und die Begründung des Hauses Sachsen-Weißenfels. Dynastische Beziehungen zwischen Mecklenburg und Kursachen im 17. Jahrhundert, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 123-157.

Schlieben, B.: Verspielte Macht. Politik und Wissen am Hof Alfons’ X. (1252-1284), Berlin 2009 (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel, 32) [Akademie Verlag, 300 S., geb., ca. 59,80 Euro].

Schlögl, R.: Politik beobachten. Öffentlichkeit und Medien in der Frühen Neuzeit, in: Zeitschrift für historische Forschung 35 (2008) S. 581-616.

Schlögl, R.: Kommunikation und Vergesellschaftung unter Anwesenden. Formen des Sozialen und ihre Transformation in der Frühen Neuzeit, in: Geschichte und Gesellschaft 34,2 (2008) S. 155-224.

Schloß Bernburg, hg. von der Bernburger Freizeit GmbH, Leipzig 2009 [Edition Leipzig, 69 S., kart., zahlr. farb. Abb., 7,90 Euro].

Schloßbau der Spätgotik in Mitteldeutschland. Tagungsband, hg. von Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Schloß Sachsenburg e.V. und der Deutschen Burgenvereinigung. Red. H. Bärninghausen, I. Grässler, S. Schellenberger, M. Röther, Y. Hoffmann und W. Schwabenicky, Dresden 2007 [Sandstein, 191 S., kart., zahlr. Ill., graph. Darst., 25 Euro].

Aus dem Inhalt:

Magirius, H.: Schloßbauten der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Obersachsen – Traditionen und Innovationen, S. 11-30. Nimoth, T.: Burg- und Schloßkapellen des 15. Jahrhunderts in Sachsen. Ausmalungen und dekorative Gestaltungen, S. 31-42. Bürger, S.: Eine neue Idee zur Herkunft des Landeswerkmeisters Arnold von Westfalen, S. 43-52. Tepper, T.: „Groß vogel wollen große nest haben ...“ Überlegungen zur Rolle der Bauherren bei der Entwicklung der wettinischen Schloßarchitektur in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, S. 53-63. Hoppe, S.: Die Albrechtsburg zu Meißen als Beispiel eines retrospektiven Architekturstils? Beobachtungen zu möglichen Wechsel-wirkungen zwischen Architektur und Bildkünsten im letzten Drittel des 15. Jahr-hunderts, S. 64-74. Schirmer, U.: Caspar von Schönberg der Ältere zu Sachsen-burg († 1491), S. 75-81. Schwabenicky, W.: Das spätgotische Schloß Sachsen-burg, S. 82-91. Oelsner, N.: Das spätgotische Residenzschloß der Wettiner in Dresden, S. 92-103. Bonau, T.: Spätgotische Putze und Sgraffiti auf Schloß Sachsenburg, S. 104-113. Dülberg, A.: Die gotischen Wandmalereien auf Schloß Sachsenburg, S. 114-119. Badstübner, E.:  Über Burgen- und Schloß-bau des 15. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg, S. 120-125. Schmitt, R.: Schloßbau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt, S. 126-136. Bischoff, F.: Der spätgotische Schloßbau in Nordböhmen, S. 137-145. Reuther, S.: Bautätigkeit auf Schloß Rochlitz in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, S. 146-154. Langer, T.: Das Torhaus der Burg Eisenhardt in Belzig – ein spätgotischer Umbau unter Federführung des Baumeisters Arnold von Westfalen?, S. 155-167. Kavacs, G., Oelsner, N.: Das Bischofsschloß in Würzen – eine „Inkunabel“ spätgotischer Architektur in Sachsen, S. 168-179. Remus, T.: Der spätgotische Umbau der Burg Schönfels unter den Herren von Weißenbach, S. 180-189.

Schmitt, R.: Das Romanische Haus in Bad Kösen: ein bedeutender klösterlicher Wirtschaftsbau des hohen Mittelalters, Bad Kösen 2008 [Museum der Stadt Bad Kösen, 25 S., kart., 4,50 Euro].

Schneider, C.: Hovezuht. Literarische Hofkultur und höfisches Lebensideal um Her-zog Albrecht III. von Österreich und Erzbischof Pilgrim II. von Salzburg (1365-1396), Heidelberg 2008 (Beiträge zur älteren Literatur-Geschichte) [Winter, 260 S., geb., 45 Euro].

Schöber, U.: Burgen und Schlösser in Europa, Köln 2002 [DuMont, 415 S., geb., 240 farb. Abb., 29,99 Euro].

Scholz, I.: Von den Grundmauern an ... – Bauverwaltung, Finanzierung und Baube-trieb Erzbischof Balduins von Trier (1307 bis 1354), in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 246-249.

Schonert, C.: Figurenspiele. Identität und Rollen Keies in Heinrichs von dem Türlin „Crône“, Berlin 2009 (Philologische Studien und Quellen, 217) [Schmidt, 188 S., kart., 39,80 Euro].

Schulz, I.: Frauen und Pilgerinnen im Werk von Felix Fabri 1441-1502. Be-gegnungen im Abend- und im Morgenland, Osfildern 2007 [Thorbecke, 72 S., 14,80 Euro].

Schütz, A.: Die hoch- und spätmittelalterlichen Burgen und Adelssitze in der Uckermark, Land Brandenburg, in: Burgen und Schlösser 4 (2008) S. 236-241.

Sehnsucht nach Jerusalem. Wege zum Heiligen Grab. Begleitband zur Ausstellung im Kloster Stift zum Heiligengrabe in Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin, hg. von U. Röper, Berlin 2009 [Lukas Verlag, 160 S., kart., zahlr. Abb., 18 Euro].

Seibold, G.: Das Album Amicorum des Christoph Friedrich Carl Volckamer von Kirchensittenbach (1761-1804), in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums (2008) S.53-60.

Seling, H.: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede 1529-1868. Meister, Marken, Werke. Erheblich erweiterte und überarbeitete Neuauflage unter wiss. Mitarbeit von S. Singer, München 2007 [Beck, 920 S., geb., 2936 Abb., 198 Euro].

Sikora, M.: Der Adel in der Frühen Neuzeit, Darmstadt 2009 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 160 S., kart., 9,90 Euro].

Sobeck, C.: Vom Vogtland und den älteren Heinrichingern bis zum Jahre 1209, in: Der Heimatbote 2 (2009) S. 10-12; Vom Vogtland und den älteren Heinrichingern bis zum Jahre 1329, in: Der Heimatbote 3 (2009) S. 10-13; Vom Vogtland und den älteren Heinrichingern bis zur Konstituierung des Reußenlandes im Jahre 1562, in: Der Heimatbote 4 (2009) S. 11-13.

Sörries, R.: Von Kaisers Gnaden. Protestantische Kirchenbauten im Habsburger Reich, Köln u.a. 2008 [Böhlau, 225 S., geb., 111 sw-Abb., 16 farb. Abb., 29,90 Euro].

Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nord-ostdeutschlands, hg. von K. Neitmann und H.-D. Heimann, Berlin 2009 (Studien zur brandenburgischen und vergleichenden Landesgeschichte, 2) [Lukas Verlag, 386 S., geb., Abb., 30 Euro].

Aus dem Inhalt:

Heimann, H.-D., Neitmann, K.: Vorwort, S. 9-12.

Allgemeines zur Residenzenbildung

Paravicini, W.: Die Gesellschaft, der Ort, die Zeichen. Aus der Arbeit der Resi-denzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, S. 15-40; Neitmann, K.: Die Auswahl von Residenzorten. Methodische Bemerkungen zur spätmittelalterlichen geistlichen Residenzbildung, S. 41-88.

Ausgangs- und Vergleichspunkt: (süd) westdeutsche geistliche Residenzbildung

Bünz, E.: Ein Erzbischof und viele Residenzen. Zur Residenzbildung im spät-mittelalterlichen Erzstift Mainz, S. 91-112; Andermann, K.: Das schwierige Verhältnis zur Kathedralstadt. Ausweichresidenzen südwestdeutscher Bischöfe im späten Mittelalter, S. 113-131.

Die Forschungsaufgaben (I): Mitteldeutsche geistliche Residenzbildung im wet-tinischen Hegemonialbereich

Scholz, M.: Der Hof ohne Fürst. Zum Hoflager der Räte des Erzstifts Magde-burg zur Zeit Kardinal Albrechts von Brandenburg, S. 135-149; Mock, M. L.: Silbergeschirr und goldene Tücher. Raumstruktur und Ausstattung der hallischen Moritzburg im 16. Jahrhundert, S. 151-168; Meinhardt, M.: Die Residenz-bildung der Bischöfe von Merseburg und Naumburg im späten Mittelalter, S. 169.190; Volkmar, C.: Fluchtburgen wider die Landsässigkeit? Eine Neube-stimmung der Rolle der Wettiner in der Residenzbildung der Bischöfe von Meißen, S. 191-208; Donath, M.: Wohnung, Verwaltungssitz, Herrschafts-zeichen. Die Schlösser der Bischöfe von Meißen als Symbole bischöflicher Lan-desherrschaft, S. 209-237.

Die Forschungsaufgaben (II): Brandenburg-preußische geistliche Residenz-bildungen im Hegemonialbereich der Markgrafen von Brandenburg und des Deutschen Ordens

Bergstedt, C.: Ziesar und Wittstock. Die Residenzbildungen der Bischöfe von Brandenburg und Havelberg, S. 241-294; Gahlbeck, C.: Die Rückkehr der Bischöfe nach Lebus im Jahr 1354. Wendepunkt in der Geschichte der Bischofs-residenz an der Oder, S. 295-324; Jarzebowski, M.: Castrum nostrum und curia distincta. Überlegungen zur Residenzbildung der Bischöfe in Preußen, S. 325.

Zusammenfassung und Perspektive: Die geistliche Residenzbildung in musealer Darstellung und geschichtswissenschaftlicher Forschung

Heimann, H.-D.: Bischofsresidenz Burg Ziesar: Erinnerungsort und Forschungs-plattform. Das „Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters“ in der historischen Kultur-, Museums- und Forschungs-landschaft, S. 343-356; Neitmann, K.: Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nordostdeutschlands. Fragestellung – Ergeb-nisse – Perspektiven, S. 357-386.

Spickernagel, E.: Der Fortgang der Tiere. Darstellungen in Menagerien und in der Kunst des 17.-19. Jahrhunderts, Köln u.a. 2009 (Studien zur Kunst, 16) [Böhlau, 160 S., geb., 40 sw-, 60 farb. Abb. auf 40 Tafeln, 29,90 Euro].

Stadtgestalt und Öffentlichkeit. Die Entstehung politischer Räume in der Stadt der Vormoderne, hg. von S. Albrecht, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 352 S., geb., 110 sw-Abb., 44,90 Euro].

Die Stadt und ihr Rand, hg. von P. Johanek, Köln u.a. 2008 (Städteforschung. Reihe A: Darstellungen, 70) [Böhlau, 316 S., geb., 51 sw-Abb., 34,90 Euro].

Staufenbiel, R.: Civitas Groningensium. Von der Wallburg zum Renaissance- und Residenzschloß Gröningen. Ein Traum in Gold  ‑ nur für kurze Zeit. Versuch einer Rekonstruktion 934-2009, Gröningen 2009 [Selbstverlag, 281 S.].

Steiger, U.: Die Schenken und Herren von Erbach. Eine Familie zwischen Reichsministralität und Reichsstandschaft (1165/70), Heidelberg 2007 (Heidelberger Veröffentlichungen zur Landesgeschichte und Landeskunde, 12) [Winter, 348 S., geb., 44 Euro].

Stephan Roth 1492-1546, hg. von R. Metzler, Stuttgart 2008 (Quellen und For-schungen zur sächsischen Geschichte, 32) [Franz Steiner Verlag, 668 S., geb., 18 Abb., 86 Euro].

Stil als Bedeutung in der nordalpinen Renaissance. Wiederentdeckung einer metho-dischen Nachbarschaft, hg. von S. Hoppe, Regensburg 2008 [Schnell & Steiner, 488 S., kart., 176 Abb., 49,90 Euro].

Störmer, W.: Zur politischen Bedeutung und zur topographischen Lage der Pfalz Karls des Großen in Regensburg, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 117 (2009) S. 1-11.

Le strategie dell’apparenza. Cerimonie e società alle corte di Savoia (XV-XVIII secc.), hg. von P. Bianchi und A. Merlotti, Turin 2008 (Corti e principi fra Piemonte et Savoia, 3).

Strohm, P.: A „peasant’s revolt“?, in: Misconceptions about the middle ages, hg. von S. J. Harrie und B. L. Grigsby, New York 2008 (Routledge studies in medieval religion and culture, 7), S. 197-203.

Sultan Mehmet II. Eroberer Konstantinopels – Patron der Künste, hg. von N. Asutay-Effenberger und U. Rehm, Köln u.a. 2009 [Böhlau, 240 S., geb., 60 sw-Abb, 29,90 Euro].

Szabo, V. E.: Monstreous fishes and the mead-dark-sea. Whaling in the medieval North Atlantik, Leiden 2008 (The Northern World, 35) [Brill, 352 S., geb., 32 Abb., 99 Euro].

Taburet-Delahaye, É.: Parures et joyaux de la reine Isabeau de Bavière, in: Bulletin de la Société Nationale des Antiquaires de France (2008) S. 242-269, S. 258-269: Appendice: Fournisseurs d’Isabeau de Bavière. Bijoux et autres pièces d’orfèvrerie.

Tauber, C.: Manierismus als Herrschaftspraxis. Die Kunst der Politik und die Kunst-politik am Hof von Francois Ier, Berlin 2009 (Studien aus dem Warburg-Haus, 10) [Akademie Verlag, ca. 456 S., geb., 135 Abb., 79,80 Euro].

Telliez, R.: La succession aux offices royaux en France à la fin du moyen âge, in: Making and breaking the rules. Succession in medieval Europe, c. 1000-c. 1600. Procceedings of the colloquium held on 6, 7, 8 april 2006, hg. von F. Lachaud und M. Penman, Turnhout 2007, S. 233-248.

Teres Navarro, E., Jiménez Gil, C.: Monasterio de San Juan de Duero, Soria. Arquitectura e iconografia, Logroño 2008 [Ochoa Editores, 93 S., kart., 12 Euro].

Text und Bild in Reiseberichten des 16. Jahrhunderts. Westliche Zeugnisse über Amerika und das Osmanische Reich, hg. von U. Ilg, München 2009 (Studi e Ri-cerche, 3) [Deutscher Kunstverlag, 324 S., kart., 89 sw-Abb., 30 Euro].

The theatre of medieval Europe. New research in early drama, hg. von E. Simon, Cambridge 2008 (Studies in Medieval Literature, 9) [University Press, 333 S., kart., 22,99 £].

Thole, S.: Die Festungen Rothenberg: Bauforschung und Bauanalyse als Grundlage konservierungstechnischer Fragen und Überlegungen, in: Burgen und Schlösser 1 (2009) S. 2026.

Tolán, J. V.: Sarracenos. El islam en la imaginación medieval europea,Valencia 2007 [Universidad de Valencia, 333 S., kart., 25 Euro].

Topographies of the early modern city, hg. von A. Groos, H. J. Schiewer und M. Stock, Göttingen 2008 (Transatlantische Studien zu Mittelalter und Früher Neuzeit, 3) [Vandenhoeck & Ruprecht, 260 S., geb., 39,90 Euro].

Tschopp, S. S.: Kulturgeschichte, Stuttgart 2008 [Franz Steiner Verlag, 250 S., kart., 24 Euro].

Uhrmann, F.: Das Herzogsschwert der Fürstbischöfe von Würzburg. Studien zum Bedeutungswandel und zur Rezeptionsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Würzburg 2007 (Mainfränkische Studien, 76) [Freunde mainfränkischer Kunst und Geschichte, 131 S., kart., 11,90 Euro].

University, council, city: Intellectual culture on the Rhine (1300-1550). Acts of the XIIth international colloquium of the société internationale pour l’étude de la philo-sophie médiévale, hg. von L. Cesalli, N. Germann und M. J. F. M. Hoenen, Freiburg im Breisgau, 27-29 october 2004, Turnhout 2007 (Rencontres de philo-sophie médiévale, 13) [Brepols, 366 S., geb., 52 Euro].

Les universités et la ville au moyen âge. Cohabitation et tension, hg. von P. Gilli, J. Verger und D. Le Blevec, Leiden 2007 (Education and society in the Middle Ages and Renaissance, 30) [Brill, 371 S., geb., 5 Abb., 3 Kart., 101 Euro].

Unter Lobpreis und göttlicher Leitung. Das Benediktinerkloster St. Clemens zu Iburg zwischen barocker Neugestaltung und Säkularisierung, hg. vom Landschaftsverband Osnabrück Land e.V., Red. J. Herrmann und S. Tauss, Regensburg 2009 [Schnell & Steiner, 332 S., geb.,40 farb. Abb., 105 sw-Abb., 39,90 Euro].

Die Urbanisierung Europas von der Antike bis in die Moderne, hg. von G. Fouquet und G. Zeilinger, Frankfurt am Main u.a. 2009 (Kieler Werstücke. Reihe E: Bei-träge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 7) [Peter Lang Verlag, 270 S., brosch., 42,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Fouquet, G., Zeilinger, G.: Städte in der Geschichte Europas – eine Einlei-tung, S. 7-13; Fouquet, G.: Erich Maschke und die Folgen – Bemerkungen zu sozialgeschichtlichen Aspekten deutscher Stadtgeschichtsforschung seit 1945, S. 15-42; Wiesehöfer, J.: Die altorientalische Stadt – Vorbild für die griechi-sche Bürgergemeinschaft (Polis)?, S. 43-61; Funke, P.: Polis und Asty. Einige Überlegungen zur Stadt im antiken Griechenland...., S. 63-79; Kleingärtner, S.: Die frühe Phase (8. bis 11. Jahrhundert) der Urbanisierung an der südwest-lichen Ostseeküste, S. 81-100; Zeilinger, G.: Alte Städte – neue Städte. Urbane Kontinuität und Neuanfänge am Oberrhein im Früh- und Hochmittelalter, S. 101-120; Rabeler, S.: Eine Städtelandschaft im Wandel. Urbanisierungs-prozesse im südwestlichen Ostseeraum des 12. Jahrhunderts, S. 121-145; Schulz, K.: Die Urbanisierung Mitteleuropas im 12. und 13. Jahrhundert, S. 147-171; Steindorff, L.: Städtische Lebensformen im Spiegel spätmittel-alterlicher istrischer und dalmatinischer Statuen, S. 173-190; Matheus, M.: Rom. Antikes Substrat und städtische Entwicklung, S. 191-206; Seggern, H. von: Warum kam es im Spätmittelalter nicht zur Bildung von Stadt-Staaten in den Niederlanden?, S. 207-229; Jaworski, R.: Die Städte Ostmitteleuropas als Speicher des kollektiven Gedächtnisses, S. 231-244; Mössner, S.: Mailand, eine europäische Stadt auf dem Weg in die Postmoderne, S. 245-264.

Die Urkunden und Briefe aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg. Abt. Haupt-staatsarchiv Stuttgart, Bestand A 602: Württembergische Regesten, hg. von H. Kol-ler, P.-J. Heinig und A. Niederstätter, Wien 2007 (J. F. Böhmer, Regesta Im-perii. Unterreihe: Regesten Kaiser Friedrichs III. [1440-1493], 23) [Böhlau, 565 S., kart., 89 Euro].

Urkundenregesten zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts bis 1451. Die Zeit Ruprechts (1400-1403), bearb. von U. Rödel, Köln u.a. 2009 (Urkunden-regestenzur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts bis 1451, 15) [Böhlau, 456 S., geb., 74,90 Euro].

Urkunden- und Quellenbuch zur Geschichte der altluxemburgischen Territorien, be-gründet von C. Wampach, Bd. 11: Die Urkunden Graf Johanns des Blinden (1310-1346), Tl. 2: Die Urkunden aus den Archives générales du Royaume in Brüssel, hg. von A. Estgen, M. Pauly, H. Pettiau und J. Schröder, Luxemburg 2008 (Centre Luxembourgeois de Documentation et d'Etudes Médiévales: Publications du CLUDEM, 22) [Centre Luxembourgeois de Documentation et d'Études Médiévales, 155 S., 34 Euro].

De Van Dyck à Belotto – Splendeurs à la cour de Savoie. Magnificenza alla Corte di Savoia (Katalog der Ausstellung im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, 20. Februar-24. Mai 2009), hg. von C. E. Spantigati, Turin 2008 [Allemandi, 254 S., 35 Euro].

Vernier, R.: Lord of the Pyrenees. Gaston Febus, Count of Foix (1331-1391), Woodbridge 2008 [Boydell Press, 222 S., kart., 78,15 Euro].

Villes de Flandre et d’Italie (XIIIe-XVIe siècles). Les enseignements d’une compa-raison, hg. von E. Lecuppre-Desjardin und E. Crouzet-Pavan, Turnhout 2007 (Studies in European Urban History (1100-1800), 11) [Brepols, 300 S., geb., 15 Abb., 65 Euro].

Verwandtschaft, Freundschaft, Bruderschaft. Soziale Lebens- und Kommunikations-formen im Mittelalter, hg. von G. Krieger, Berlin 2009 [Akademie Verlag, 574 S., geb., 31 sw-Abb., 59,80 Euro].

Virtue Ethics in the Middle Ages. Commentaries on Aristotle’s Nicomachean Ethics, 1200-1500, hg. von I. P. Bejczy, Leiden 2007 (Brill’s Studies in Intellectual History, 160) [Brill, 416 S., geb., 99 Euro].

Vivre en société au moyen âge. Occident chrétien VIe-XVe siècle, hg. von C. Carozzi, D. le Blévec und H. Taviani-Carozzi, Aix-en-Provence 2008 [Publication de l’Université de Provence, 320 S., kart., 27 Euro].

Aus dem Inhalt:

German, A.: Societas, foedus, amicitia: la société des „princes“ dans la corres-pondance de Gerbert d’Aurillac. Comte, S.: Vivre dans la société de Célestins: les familiers laïcs à travers les martyrologes de l’ordre.

Vom luxemburgischen Grafen zum europäischen Grafen zum europäischen Herrscher. Neue Forschungen zu Heinrich VII., hg. von E. Widder unter Mitarb. von W. Krauth, Luxemburg 2008 (Publications du CLUDEM, 23) [Centre Luxembourgeois de Documentation et d’Études Médiévales, 424 S., kart., 49 Euro].

Wallentin, S.: Fürstliche Normen und akademische „Observanzen“. Die Verfassung der Universität Jena 1630-1730, Köln u.a. 2009 (Veröffentlichungen der Histori-schen Kommission für Thüringen, 27) [Böhlau, 440 S., geb., 54,90 Euro].

Walter, I.: Der prächtige Lorenzo de’ Medici und seine Zeit, München 2009 [Beck, 336 S., kart., 28 Abb., 14,95 Euro].

Der Weg zur Kaiserkrone. Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier, hg. von M. Margue, M. Pauly und W. Schmid, Trier 2008 (Publications du CLUDEM, 24) [Kliomedia, 258 S., kart., zahlr. Abb., 60 Euro].

Weiss, S.: Zur Herrschaft geboren. Kindheit und Jugend im Haus Habsburg von Kaiser Maximilian bis Kronprinz Rudolf, Innsbruckl 2008 [Tyrolia, 328 S., geb., 331 farb. und sw-Abb., 34,95 Euro].

Wenzel, H.: Spiegelungen. Zur Kultur der Visualität im Mittelalter, Berlin 2009 (Philologische Studien und Quellen, 216) [Schmidt, 320 S., kart., 59,80 Euro].

Werlich, R.-G.: Der Greif bekennt Farbe – Frühe Farbdarstellungen der pommer-schen Herzogswappen, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 46,2 (2008) S. 21-28.

Werlich, R.-G.: Die heraldische Ahnengalerie der Herzogin Sophia Hedwig von Pommern-Wolgast in der Loitzer Pfarrkirche St. Marien, in: Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen, hg. von D. Schleinert und R.-G. Werlich, Schwerin 2008 (Beiträge zur Pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte, 10), S. 126-166.

Werlich, R.-G.: Das Wappen der Herzogin Sophia Hedwig von Pommern-Wolgast, geborene Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel, in: Loitz – Stadt an der Peene. Beiträge zur Geschichte und zu ihren Bau- und Kunstdenkmalen, hg. von D. Schleinert und R.-G. Werlich, Schwerin 2008 (Beiträge zur Pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte, 10), S. 114-125.

Werlich, R.-G., Neumann, C.:Der Greifenstammbaum des Cornelius Krommeny, in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte 47,1 (2009) S. 27-33 und Um-schlag.

Die Wiener Hofburg und der Residenzbau in Mitteleuropa im 19. Jahrhundert. Monbarchische Repräsentation zwischen Ideal und Wirklichkeit, hg. von W. Telesko, R. Kurdiovsky und A. Nierhaus, Wien 2009 [Böhlau, 336 S., brosch., 100 sw-Abb., 35 Euro].

Wiese, R.: Erbgroßherzogin Auguste von Mecklenburg (1776-1871) zwischen Bad Homburg, Rudolstadt und Ludwigslust, in: Mecklenburgische Jahrbücher 123 (2008) S. 177-198.

Winkelbauer, T.: Grundaker von Liechtenstein als Grundherr in Niederösterreich und Mähren. Normative Quellen zur Verwaltung und Bewirtschaftung eines Herr-schaftskomplexes und zur Reglementierung des Lebens der Untertanen durch einen adligen Grundherrn sowie zur Organisation des Hofstaates und der Kanzlei eines „Neufürsten“ in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Wien 2008 (Fontes Rerum Austriacarum, 19) [Böhlau, 559 S., kart., 3 Abb., 69 Euro].

Wijnsberghe, D. van: „Moult Bons et Notables“. L’enluminure tournaisienne à l’époque de Robert Campin (1380-1430), Löwen 2007 (Low Countries, 12) [Peeters, 409 S., kart., 95 Euro].

Wilhelm der Einäugige, Markgraf von Meissen (1346-1407), hg. durch Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein für sächsische Landesgeschichte e.V., Dresden 2009 (Saxonia. Schriften des Vereins für sächsische Landesgeschichte e.V., 11) [Sandstein, 200 S., 300 meist farbige Abb., 25 Euro].

Aus dem Inhalt:

Thieme, A.: Markgraf Wilhelm I. der Einäugige – Zum Nachleben eines „ver-gessenen Markgarfen“, S. 11-26; Lindner, M.: Markgraf Wilhelm I. von Meißen im Reich „Der marcgraffin von Missin schulmeister unde ir aller anwiser, der dy herrschaft zcu Missin sere beßirte“, S. 27-42; Tresp, U.: Markgraf Wilhelm I. von Meißen und Böhmen – Die „Belagerung“ von Prag (1401), S. 43-53; Bünz, E.: Markgarf Wilhelm I. von Meißen und die Kirche, S. 54-66; Thiel, U.: Wassernot und Strukturwandel – Zum Montanwesen im Erzgebirge und seinem Vorland in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, S. 67-78; Leisering, E.: Markgraf Wilhelm als Landesherr – Herrschafts-methoden vor und nach der Erlangung der alleinigen Herrschaft in der Mark-grafschaft Meißen im Jahr 1382, S. 79-92; Butz, R.: Hof und Hofhaltung der Wettiner zur Zeit Markgraf Wilhelms I. von Meißen, S. 93-100; Winkel, H.: Seelenvorsorge und Repräsentation – Dynastische Konzeptionen von Grablege und Memoria der Wettiner im Mittelalter, S. 101-108; Magirius, H.: Sakrale Baukunst zur Zeit des Markgrafen Wilhelm und ihre Bedeutung für die Entwicklung der obersächsischen Spätgotik, S. 109-117; Donath, G.: Markgraf Wilhelm I. und der Meißner Dom als wettinisches Machtsymbol, S. 118-124; Fajt, J.: Kampf un den Dom – Markgraf Wilhelm. die Meißner Bischofskirche und der lange Schatten Kaiser Karls IV., S. 125-140; Donath, M.: Schlösser als Herrschaftszeichen – Die Schlossbauten Wilhelms I. von Meißen, S. 141-159; Kunze, J.: Umfang und Verfassung des Amtes Leisnig, S. 160-172; Reuther, S.: Schloß Rochlitz in der Zeit von Markgraf Wilhelm I. – Ein Überblick zum Baubestand, S. 173-184; Grässler, I., Schmidt, T.: Die Bautätigkeit in der Zeit Markgraf Wilhelms I. auf der Burg Mildenstein/Leisnig – Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchungen, S. 185-196.

Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweiger Landes vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 3 Bde, hg. von J. Leuschner, K. H. Kaufhold und C. Märtl, Hildesheim 2009 [Georg Olms Verlag, insges. XXX + 2732 S., geb., zahlr. Abb., 128 Euro].

Die Wittelsbacher und das Reich der Mitte. 400 Jahre China und Bayern, hg. von R. Eikelmann, München 2009 [Hirmer Verlag, 588 S., geb., 45 Euro].

Wittmann, H.: Im Schatten der Landgrafen. Studien zur adligen Herrschaftsbildung im hochmittelalterlichen Thüringen, Köln u.a. 2008 (Veröffentlichungen der Histo-rischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 17) [Böhlau, 584 S., geb., 59,90 Euro].

Wührer, J.: Ein teilausgebautes Haus ohne Fundament? Zum Forschungsstand des frühneuzeitlichen Wiener Hofes am Beispiel der Organisationsgeschichte, in: Mittei-lungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 117 (2009) S. 23-50.

Wunschbilder. Sehnsucht und Wirklichkeit, Malerei des 18. Jahrhunderts, hg. von H. Marx, Köln 2009 (Ausstellungskatalog) [König, 520 S., zahlr. Abb., kart., 49,80 Euro].

Zarensilber. Augsburger Silber aus dem Kreml. Augsburg, Maximilianmuseum, 25. Februar-1. Juni 2008, hg. von C. Emmendörffer und C. Trepesch, München 2008 (Ausstellungskatalog) [Hirmer, 286 S., kart., zahlr. Abb., 34,90].

Zehetmayer, R.: Urkunde und Adel. Ein Beitrag zur Geschichte der Schriftlichkeit im Südosten des Reichs vom 11. bis zum frühen 14. Jahrhundert, Wien 2009 (Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, 53) [Böhlau, 448 S., brosch., 54,80 Euro].

Die Zeit Wenzels 1388-1392, bearb. von E. Rotter, Köln u.a. 2008 (Urkunden-regesten zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts bis 1451, 12) [Böhlau, 441 S., geb., 74,90 Euro].

Zeune, J.: Das Leader-Projekt „Burgenregion Allgäu“ – ein Maßnahmenkatalog zur seriösen touristischen Erschließung einer unbekannten Burgenlandschaft, in: Burgen und Schlösser 1 (2009) S. 46-54.

Zieg, M.: Die Selbolder. Geschichte einer Friedberger Burgmannenfamilie in den Jahren 1200-1578, Hamburg 2007 (Schriften zur Mediävistik, 11) [Kovac, 336 S., kart., 88 Euro].

Zieg, M.: Gelnhäuser Regesten – zur Geschichte der Reichsstadt in den Jahren 1170 bis 1400, Hamburg 2008 (Geschichtsforschung des Mittelalters, 22) [Kovac, 486 S., kart., 98 Euro].


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung,

Handbuch IV: Grafen und Herren)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)

 

Silke Meier

Anna Orlowska

 

 

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse) Leibnizstr. 8

 

(postalisch) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84 (Hirschbiegel)

Tel./AB [D] 04 31 - 8 80-22 96 (Wettlaufer)

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

 



[1]     Unter der Ägide der früheren Obfrau und nunmehrigen Obmannstellvertreterin der Historischen Kommission, Prof. Grete Klingenstein, hat seit September 2000 der Autor dieses Beitrags diese Funktion inne.

[2]     Ein Verzeichnis der bisherigen Workshops findet sich im Anhang.

[3]     FrühneuzeitInfo 12,2 (2001): Beiträge von Jeroen Duindam, Katrin Keller, Heinz No-flatscher und Václav Bůžek; in diesem Heft erschien auch eine von Jan Paul Niederkorn und Stefan Sienell verfaßte Vorstellung des Arbeitskreises. FrühneuzeitInfo 13, 1 und 2 (2002): Beiträge von Angela Romagnoli, Jaroslava Hausenblasova und Petra Luniazcková.

[4]     Der Innsbrucker Hof. Residenz und höfische Gesellschaft in Tirol vom 15. bis 19. Jahrhundert, hg. von Heinz Noflatscher und Jan Paul Niederkorn,Wien 2005 (Archiv für Österreichische Ge-schichte, 138).

[5]     Diplomatische Praxis und Zeremoniell in Europa und dem Mittleren Osten in der Frühen Neu-zeit, hg. von Ralph Kauz, Jan Paul Niederkorn und Giorgio Rota (im Druck).

[6]     Kaiserhof – Papsthof (16.-18. Jahrhundert), hg. von Richard Bösel, Grete Klingenstein und Alexander Koller unter Mitarbeit von Elisabeth Garms-Cornides, Jan Paul Niederkorn und Andrea Sommer-Mathis, Wien 2006 (Publikationen des Historischen Instituts beim Österreichi-schen Kulturforum in Rom. Abhandlungen, 12).

[7]     Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit, hg. von Susanne Claudine Pils und Jan Paul Niederkorn, Innsbruck 2005 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 44).

*     DDr. Jan Paul Niederkorn, Historische Kommission der ÖAW, Strohgasse 45/2. St., A-1040 Wien, E-Mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at.

[8]     In seinem grundlegenden Werk zur Entwicklung des Fürstenhofes im Reich widmete Rösener, Werner: Hofämter an mittelalterlichen Fürstenhöfen, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 45 (1989) S. 485-550, dem Přemyslidenhof lediglich einige Randerwähnungen. Ältere tschechische Studien stammen von Macek, Josef: Die Hofkultur Karls IV., in: Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen, hg. von Ferdinand Seibt, München 1978, S. 237-241; Kavka, František: Die Hofgelehrten, in: ebd., S. 249-253; Stejskal, Karel: Umění na dvoře Karla IV. [Die Kunst am Hofe Karls IV.], Prag 1978. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist vor allem methodisch wichtig Hledíková, Zdeňka: (Arci)biskupský dvůr v Praze do doby husitské [Der (erz)bischöfliche Hof in Prag vor der Hussitenzeit], in: Documenta Pragensia 9,2 (1991) S. 341-360. Einen Überblick gibt Hlavá-ček, Ivan: Dvůr a rezidence českých panovníků doby přemyslovské a raně lucemburské. Stručný přehled vývoje a literatury pro dobu do roku 1346 [Der Hof und die Residenzen der böhmischen Herr-scher in der Zeit der Přemysliden und in der frühen Luxemburgerzeit. Eine kurze Übersicht über die Entwicklung und Literatur bis 1346], in: Aristokratické rezidence a dvory v raném novověku [Aristo-kratische Residenzen und Höfe in der Frühen Neuzeit], hg. von Václav Bůžek und Pavel Král, České Budějovice 1999 (Opera historica, 7) , S. 29-70.

[9]     Dvořáčková-Malá, Dana: Panovnický dvůr ve středověku. Struktura, prostor a reprezentace [Der Herrscherhof im Mittelalter. Struktur, Raum und Repräsentanz], in: Dvory a rezidence ve středo-věku II. Skladba a kultura dvorské společnosti [Höfe und Residenzen im Mittelalter, 2: Die Zusam-mensetzung und Kultur der höfischen Gesellschaft], hg. von Ders. und Jan Zelenka, Prag 2008 (Mediaevalia Historica Bohemica. Suppl. 2), S. 11-38.

[10]     Hinsichtlich des böhmischen Herrscherhofes kann man sich in diesem Zusammenhang auf die Problematik der einzelnen Arten von „Nebenresidenzen“ bzw. „Nebensitzen“ im Bezug auf die Hauptstadt Prag konzentrieren, was bislang noch nicht eingehend bearbeitet worden ist. Einen interes-santen Beitrag zu diesem Thema lieferte zuletzt folgender Tagungsband: Rezidenční a správní sídla v zemích české koruny 14.-17. století [Residenzen und Verwaltungssitze in den Ländern der Böhmi-schen Krone im 14.-17. Jahrhundert]. Korunní země v dějinách českého státu III. Sborník příspěvků z mezinárodního kolokvia konaného ve dnech 26.-31. března 2006 v Clam-Gallasově paláci v Praze [Die Kronländer in der Geschichte des Böhmischen Staates III. Tagungsband zum internationalen Kolloquium veranstaltet vom 26.-31. März 2006 im Palais Clam-Gallas in Prag], hg. von Lenka Bobková und Jana Konvičná, Prag 2007.

[11]     Der Herrscherhof als soziales System wurde für das böhmische Milieu untersucht von Dvo-řáčková-Malá, Dana: K modelu středověkého panovnického dvora jako sociálního systému [Zum Modell des mittelalterlichen Herrscherhofes als soziales System].

[12]     Das Studium des Herrscherhofes im Zeitalter der Přemysliden stützt sich vor allem auf diploma-tische Quellen, Urkunden und Sammlungen von Briefformularen. In bedeutendem Maße tragen narra-tive Quellen zu unserer Kenntnis bei – nicht nur Chroniken und Annalen, sondern auch die zeitge-nössische Epik und Lyrik, deren deutliche Entwicklung wir gerade am Přemyslidenhof des 13. Jahr-hundert verfolgen können. Leider fehlen uns Quellen der sog. primären Art wie z.B. Hofordnungen. Erst im Laufe des 14. Jahrhunderts treten erhaltene Rechnungen, Rechnungsbücher, Hofinstruktionen, Kanzleiregister oder Hof- und Landtafeln in den Gesichtskreis der Forscher. Zu diesen Quellen können Texten anderer Art hinzugefügt werden wie z.B. die Krönungsordnung Karls IV. oder die Goldene Bulle von 1356 für das Reich, die Elemente der Hofordnung schematisch andeuten. Die Quellen und Literatur präsentierte zuletzt Dvořáčková-Malá, Panovnický dvůr ve středověku (wie Anm. 2) S. 11-38.

[13]     Vor allem Rösener, Hofämter (wie Anm. 1) S. 548; Ders.: Der mittelalterliche Fürstenhof. Vorbilder, Hofmodelle und Herrschaftspraxis, in: Mittelalterliche Fürstenhöfe und ihre Erinnerungs-kulturen, hg. von Carola Fey, Steffen Krieb und Werner Rösener, Göttingen 2007, S. 29.

[14]     Drei Ämter – die „Kammer“ (cameram), den „Tisch“ (mensam) und den „Stall“ (agazoniam) erwähnt der sog. „Kanoniker von Vyšehrad“ zum Jahr 1130, das Amt des Mundschenken ist zusam-men mit weiteren Würden in der Zeugenreihe einer Urkunde belegt, die zwischen 1146-1148 datiert wird. Vgl. Kanovník Vyšehradský, in: Fontes Rerum Bohemicarum, Bd. 2., hg. von Josef Emler, Prag 1874, S. 211; sowie Codex diplomaticus et epistolaris regni Bohemiae, Bd. 1, hg. von Gustav Friedrich, Prag 1904-1907, Nr. 157, S. 163.

[15]     Vor allem die erzbischöflichen Höfe Köln, Mainz und Trier sowie der Hof der Markgrafen von Österreich. Vgl. Rösener, Hofämter (wie Anm. 1) S. 523, 535-542, 548; DERS.: Fürstenhof (wie Anm. 6) S. 29.

[16]     Kosmas erwähnt die Hofämter erstmals zum Jahr 1055, als Fürst Spytihněv seinen älteren Bruder Konrad an die Spitze der fürstlichen Jäger berufen haben soll, während ein weiterer Bruder des Herrschers, Ota, zum Vorsteher der Bäcker und Köche ernannt worden sein soll, Cosmae Pragensis Chronica Boemorum, hg. von Bertold Bretholz unter Mitarbeit von Wilhelm Weinberger, Berlin 1923 (MGH SS rer. Germ. NS II), II,15, S. 106: […] ut essent secum in curia, Conradum preficiens venatoribus, Ottonem vero posuit super pistores atque cocos magistrum. Den Kämmerer (camerarius) erwähnt Kosmas bei zwei Gelegenheiten in den Jahren 1088 und 1098, ebd., II,40, S. 144, und III/5, S. 166. Ebenso ist das Amt des Palatins (comes palatinus) verzeichnet, ebd., II/23, S. 115, und III/37, S. 209. Der Schwertträger (ensifer) tritt nur in einem Fall auf, ebd., III/9, S. 170.

[17]    Rösener, Hofämter (wie Anm. 1) v.a. S. 491-496, 514ff., 548. Vgl. auch Laudage, Johannes: Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit. Eine Einführung, in: Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit, hg. von Dems. und Yvonne Leiverkus, Köln 2006, S. 15-18.

[18]    Zum Haus(halt) [domus, Haus] als grundlegender Einheit der mittelalterlichen Verwaltung siehe Brunner, Otto: Das „ganze Haus“ und die alteuropäische „Ökonomik“, in: Ders.: Neue Wege der Sozialgeschichte. Vorträge und Aufsätze, Göttingen 1956, S. 33-61, v.a. S. 39-40. Für das karolinische Milieu vgl. Fleckenstein, Josef: Die Struktur des Hofes Karls des Großen im Spiegel von Hinkmars „De ordine palatii“, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 83 (1976) S. 11ff. Vgl. Rösener, Fürstenhof (wie Anm. 6) S. 27.

[19]    Diese Variante würde übrigens u.a. die Tatsache bestätigen, daß die Würden am Hof in den 30er Jahren des 12. Jahrhunderts ebenso hoch geschätzt wurden wie bedeutende Posten in der Landes-verwaltung. Vgl. Kanovník Vyšehradský (wie Anm. 7) S. 211. Dies deutet auch eine interessante – wenn auch leider nur singuläre – Nachricht an, die bereits vom Ende des 11. Jahrhunderts stammt. Sie betrifft das Ehrenamt des Schwertträgers (ensifer), das „unter Zustimmung der Greise“ der polnische Fürst Boleslaw (später Boleslaw III. Schiefmund) 1099 während der Weihnachtsfeier in Žatec (Saaz) erhielt. Boleslaw sollte nach Kosmas „jährlich jeweils einhundert Mark Silber und zehn Mark Gold“ für seinen Ehrendienst bekommen. Dies ließe sich so interpretieren, daß man bei der gleichen oder einer ähnlich bedeutenden Angelegenheit auch in Zukunft mit Boleslaws Dienst rechnete. Vgl. Cosmae Pragensis Chronica Boemorum (wie Anm. 9) III/10, S. 170. Der böhmische Fürst beging den ersten Weihnachtstag mit einem Festmahl im Kreise der Magnaten und ein bedeutender ausländischer Gast leistete ihm während der Feier den Ehrendienst des Schwertträgers. Wenn wir die Personen- und Ortsnamen auslassen, handelt es sich im Prinzip um die Beschreibung eines bedeutenden Kirchenfestes, wie wir sie üblicherweise in den Quellen in Bezug auf römische Herrscher finden. Vergleiche z.B. Cronica Sancti Petri Erfordensis moderna, in: Monumenta Erphesfurtensia saec. XII. XIII. XIV., hg. von von Oswald Holder-Egger, Hannover 1899 (MGH SS rer. Germ. in usum scholarum XLII), S. 170; Annales Magdeburgenses, in: Annales aevi Suevici, hg. von Georg Heinrich Pertz u.a., Hanno-ver 1859 (MGH SS XVI), S. 185. Detaillierter dazu Zelenka, Jan: Vývoj přemyslovského dvora do 12. století [Die Entwicklung des Přemyslidenhofes bis zum 12. Jahrhundert], in: Dvory a rezidence ve středověku II (wie Anm. 2), S. 39-52.

[20]    Peter von Aspelt wurde um das Jahr 1297 Kanzler König Wenzels II., die erste Bezeichnung in dieser Funktion datiert vom 3. Juni 1297, siehe Regesta diplomatica nec non epistolaria regni Bohe-miae et Moraviae II, hg. von Josef Emler, Prag 1882, Nr. 1745, S. 748-749. Die Information, die wir bspw. bei Holbach, Rudolf: Art. „P. v. Aspelt“, in: Lexikon des Mittelalters VI, 1993, Sp. 1936f., finden, daß er bereits seit 1289 Protonotar des böhmischen Königs Wenzel II gewesen sei, trifft nicht zu; dieses Amt bekleidete Peter Angeli, vgl. u.a. Dvořáčková-Malá, Dana: Petr z Aspeltu mezi Přemyslovci a Lucemburky [Peter von Aspelt zwischen den Přemysliden und den Luxemburgern], in: Ve znamení zemí Koruny české. Sborník k šedesátým narozeninám profesorky Lenky Bobkové [Im Zeichen der Länder der Böhmischen Krone. Festschrift zum sechzigsten Geburtstag von Professor Lenka Bobková], hg. von Jana Konvičná und Jan Zdichynec, Prag 2006, S. 27-35.

[21]    Malá, Dana: Skladba pražského dvora za vlády Václava II. [Die Zusammensetzung des Prager Hofes unter Wenzel II.], Mediaevalia Historica Bohemica 9 (2003) S. 97-163.

[22]    Dvořáčková-Malá, Dana, in: Dvory a rezidence III., Všední a sváteční život na středověkých dvorech [Höfe und Residenzen 3: Alltag und Fest an mittel-alterlichen Höfen], hg. von Ders. und Jan Zelenka, Prag 2009 (Mediaevalia Historica Bohemica. Suppl. 3), im Druck.

[23]    Vgl. Dvořáčková-Malá, Dana: Dvorská kultura přemyslovského období. Nástin problematiky a možnosti výzkumu [Die höfische Kultur im Zeitalter der Přemysliden. Eine Skizze der Problematik und der Forschungsmöglichkeiten], in: Mediaevalia Historica Bohemica 12/1 (2009), im Druck.

[24]    Vgl. z.B. Continuatio Claustroneoburgensis, hg. von Wilhelm Wattenbach, in: Chronica et annales aevi Salici, hg. von Georg Heinrich Pertz u.a. Hannover 1851 (MGH SS IX), S. 649; Chro-nica principum Saxoniae, hg. von O. Holder-Egger, in: Gesta saec. XIII., hg. von Georg Waitz u.a., Hannover 1880 (MGH SS XXV), S. 479-480.

[25]    Zlá léta po smrti krále Přemysla Otakara II. [Die schlimmen Jahre nach dem Tode des Königs Přemysl Otokar II.], in: Fontes rerum Bohemicarum; Bd: 2 (wie Anm. 7) S. 347; Petra Žitavského Kronika zbraslavská [Die Chronik von Königsaal des Peter von Zittau], in: Fontes rerum Bohemi-carum, Bd. 4, hg. von Josef Emler, Prag 1884, z.B. S. 23 und 76; Konrad von Megenberg, Ökono-mik, Buch I-III, hg. von Sabine Krüger, Stuttgart 1973-1984 (Die Werke des Konrad von Megen-berg, Stück 5,1-3; MGH SS Staatsschriften, 3,5), hier in Buch II, S. 199 zu curia minorcura maior; detailliert zur Analyse Dvořáčková-Malá (wie Anm. 4).

[26]    Dvory a rezidence ve středověku [Höfe und Residenzen im Mittelalter], hg. von Dana Dvo-řáčková-Malá, Prag 2006 (Mediaevalia Historica Bohemica. Suppl. 1); Dvory a rezidence ve stře-dověku II (wie Anm. 2).

*     PhDr. Dana Dvořáčková-Malá, PhDr. Jan Zelenka, Historicky ustav AV CR, v.v.i., CZ-Prag 9, 190 00, E-Mails: dvorackova@hiu.cas.cz; zelenka@hiu.cas.cz.

*     Siehe künftig: Štěpán, Jan: Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislav Pavlovsky von Pavlovic in den Jahren 1579-1598, Olmütz 2009 [DANAL, 6 Seiten sw-, 2 Seiten farb. Abb.].

[27]     Matzke, Josef: Die Olmützer Fürstbischöfe, Königstein/Taunus 1974 (Schriftenreihe des Sude-tendeutschen Priesterwerkes Königstein/Taunus, 19), S. 9-17. Zelenka, Aleš: Die Wappen der böhmischen und mährischen Bischöfe, Regensburg 1979.

[28]     Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Erzbischöfe_von_Prag [27.04.2009]

[29]     Baletka, Tomáš: Dvůr olomouckého biskupa Stanislava Thurza (1497-1540), in: Aristokratické rezidence a dvory v raném novověku, hg. von Václav Bůžek und Pavel Král, Budweis 1999 (Opera historica, 7), S. 361-382; Ders.: Dvůr olomouckého biskupa Stanislava Thurza (1497-1540), jeho kancelář a správa biskupských statků, in: Sborník archivních prací 54,1 (2004) S. 3-236.

[30]     Als Hauptquelle zu dieser Arbeit wurden die Registerbücher des Olmützer Bischofes Pavlovsky benutzt. Diese sind jetzt im Landesarchiv in Opava (Troppau), Zweigstelle Olomouc (Olmütz), in der Archivsammlung des Erzbistums Olomouc (Olmütz) deponiert, siehe www.archives.cz  [27.04.2009].

[31]     Kulikowski, Andrzej: Wielki herbarz rodów polskich, Warschau 2005.

[32]     Navrátil, Bohumil: Biskupství olomoucké 1576-1579 a volba Stanislava Pavlovského, Prag 1909; Zonta, Claudia: Schlesische Studenten an italienischen Universitäten, Stuttgart 2004.

[33]     Hook, Judith A.: Urban VIII The paradox of a spiritual monarchy, in: The Courts of Europe – Politics, Patronage and Royality 1400-1800, London 1977, Kap. 10, S. 213-231.

[34]     Butz, Reinhardt, Dannenberg, Lars-Arne: Überlegungen zu Theoriebildungen des Hofes, in: Hof und Theorie. Annäherungen an ein historisches Phänomen, hg. von Reinhardt Butz, Jan Hirsch-biegel und Dietmar Willoweit, Köln 2004 (Norm und Struktur, 22), S. 1-41; Winterling, Aloys: „Hof“ Versuch einer idealtypischen Bestimmung anhand der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte, in: ebd., S. 77-90.

[35]     Pánek, Jaroslav: Renesanční dvůr olomouckého biskupa – obecné a zvláštní rysy, in: Opera historica 3 (1993) S. 167-178.

[36]    Eine Edition der tschechischen Hofmeister-Hofhaltungsordnung aus dem Jahre 1592 gibt Pánek, Jaroslav: Dvůr olomouckého biskupa Stanislava Pavlovského ve světle hofmistrovské instrukce z roku 1592, in: Seminář a jeho hosté. Sbornik prací k 60. narozeninám doc. dr. Rostislava Nového, Prag 1992, S. 189-199. Eine Edition der deutschen Hofmeister-Hofhaltungsordnung aus dem Jahre 1587 findet sich bei Lapčíková, Markéta, Štěpán, Jan: Úřad hofmistra za olomouckého biskupa Stanislava Pavlovského z Pavlovic a edice hofmisterské instrukce z roku 1587, in: Olomoucký archivní sborník 6 (2008) S. 60-85.

[37]    Peřinka, František Václav: Dějiny města Kroměříže, Tl. 1, Kremsier 1913; Weber, Karl: Eine Stadt und ihr Bischofshof, in: Fürstenhöfe und ihre Außenwelt, hg. von Thomas Zotz, Würzburg 2004 (Identitäten und Alteritäten, 16), S. 131-160.

[38]    Mayer, Eduard von: Des Olmützer Bischofes Stanislaus Pawlowski Gesandtschaftsreisen nach Polen, aus Anlaß der Königswahl nach dem Ableben Stefan I. (1587-1598), Kremsier 1861.

[39]    Janišová, Jana, Janiš, Dalibor: K proměnám lenního systému olomouckého biskupství za episkopátu kardinála Františka z Dietrichsteina, XXIX. Mikulovské sympozium 2006, Brünn 2007, S. 287-299.

[40]    Müller, Karel: Oslavná latinská báseň na nový znak olomouckého biskupství z roku 1588, in: Laudatio Brevis, Sborník věnovaný Doc. PhDr. Stanislavu Sedláčkovi, Olmütz, 2004, S. 170-173; Ders.: Privilegium císaře Rudolfa II. pro olomoucké biskupy z r. 1588, Zpravodaj KGHO, č. 36 (1988) S. 11-14.

[41]    Doerr, August von: Der Adel der böhmischen Kronländer, Prag 1900; Gindely, Anton: Die Entwicklung des böhmischen Adels und des Inkolatsverhältnisse seit dem 16. Jahrhunderte, Prag 1886. Zu der Problematik der heraldischen Aktivitäten der Olmützer Bischöfe in der Zeitspanne von 1527 bis 1598 siehe Štěpán, Jan: Heraldická tvorba na dvoře olomouckých biskupů na přelomu rene-sance a baroka, in: Sborník archivních prací 58, 1 (2008) S. 102-150.

*     PhDr. Jan Štěpán, Stellvertreter der Direktorin, Landesarchiv in Opava (Troppau), Zweigstelle Olomouc (Olmütz), U Husova sboru 10, CZ-771 11 Olomouc, E-Mail: j.stepan@ol.archives.cz.

*     Prof. Dr. Volkhard Huth, Institut für Personengeschichte, Hauptstrasse 65, D-64625 Bensheim, E-Mail: huth@personengeschichte.de. Internet: www.personengeschichte.de .

*     Wir nennen nur die uns bekannt gewordenen Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen, die ab Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden werden, siehe an-sonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen Adresse.

*     Alexander Lehmann, Barbara Trosse, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Philosophi-sche Fakultät I, Institut für Geschichte, D-06099 Halle/Saale, E-Mails: alexander.lehmann@yahoo.de ; barbara.trosse@gmx.de .

*     Sina Westphal M.A., Klosterweg 35, D-24222 Schwentinental, E-Mail: sina_westphal@web.de .

*     Dr. Stefan Brüdermann, Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Bückeburg, Schloßplatz 2, D-31675 Bückeburg, E-Mail: Stefan.Bruedermann@nla.niedersachsen.de.

Menue von:
Milonic Web Menus
© Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen