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Schloss Schönbrunn I-Projekt; Kupferstich von Johann Bernhard Fischer von Erlach, 1688

 

 

 

 

 

 

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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 17 (2007) Nr. 2


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 17 (2007) Nr. 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

 

 

Titelvignette:

 

Schloß Schönbrunn I-Projekt. Kupferstich von Johann Bernhard Fischer von Erlach, 1688
www.imagevienna.com/images/illustrationen/iprojekt.jpg

 

 

 

 



Inhalt

 

 

Vorwort...................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission................................................................................................... 9

23. Sitzung der Residenzen-Kommission am 1. Oktober 2007.................................................. 9

11. Symposium der Residenzen-Kommission.............................................................................. 11

Die Arbeit der anderen............................................................................................................... 15

„La musique, un art de gouverner“. Jongleurs, ménestrels et fous dans les cours
royales et princières du XIIIe au XVe siècle (France, Bourgogne, Angleterre,
Empire germanique),
von Martine Clouzot, Dijon....................................................................................................
15

Die Wohnburg der Herren von Magenheim – Eine Frühform der Residenzbildung
im 13. Jahrhundert?
von Wolf Eiermann, Ludwigsburg........................................................................................... 23

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen............................................................................. 25

Kolloquiumsberichte.................................................................................................................. 35

Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter,
Gießen, 13.-14. September 2007,
von Carola Fey, Gießen
......................................................................................................... 35

Informelle Strukturen bei Hof. Dresdener Gespräche III zur Theorie des Hofes,
Schloß Moritzburg, 27.-29. September 2007,
von Marco Thieme, Dresden.................................................................................................. 40

Buchvorstellungen...................................................................................................................... 45

Zeichen und Raum. Ausstattung und höfisches Zeremoniell in den deutschen
Schlössern der Frühen Neuzeit, hg. vom Rudolstädter Arbeitskreis für Residenzkultur, bearb. von Peter-Michael Hahn und Ulrich Schütte, München u.a. 2006
(Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 3),
von Mark Hengerer, Konstanz............................................................................................... 45

Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen Residenz
Franz Wilhelms von Wartenberg. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung
vom 7. bis 9. Oktober 2004 auf Schloß Iburg, hg. im Auftrag des
Landschaftsverbandes Osnabrücker Land von Susanne Tauss, Göttingen 2007,
von Jan Hirschbiegel, Kiel...................................................................................................... 55

Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007,
von Matthias Meinhardt, Halle an der Saale............................................................................ 58

Neuerscheinungen...................................................................................................................... 61

Sonstiges................................................................................................................................... 85

Die Arbeitsstelle Kiel................................................................................................................. 87

 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 2008), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel. Die Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben. W.P.



Vorwort

 

 

Wieder ist eine schwere Frucht (einbändig) vom Baum der Erkenntnis gefallen: der dritte Teil unseres Handbuchs mit dem griffigen Titel „Hof und Schrift“, 704 Seiten und 14 Farbtafeln stark. Nehmen sie den Band in die Hand (sie können ihn auch erwerben, zum Bestellzettel siehe unten S. 83), öffnen Sie ihn am Ende beim Sachregister und wandern sie dann, von je-nem Verzeichnis angeregt, darin herum: Sie werden sich festlesen und hoffentlich ein wenig dafür dankbar sein, daß Sie soviel so bequem nun nachschlagen können. Daß wir es wieder einmal rechtzeitig geschafft haben liegt, natürlich, an der freundlichen Insistenz und bewähr-ten Effizienz (nein, nicht „Exzellenz“: das Wort sollte verboten werden) der Kieler Arbeits-stelle, vornehmlich aber an den 43 Autoren, und grundsätzlich an der nachhaltigen Förderung des Unternehmens durch die Fritz Thyssen Stiftung, die nicht nur weiterhin eine der beiden Kieler Stellen unterhält, sondern auch den größten Teil der Druckkosten getragen hat.

Aber es will und darf keine Ruhe einkehren, Feierabend gibt es bei uns nicht. Der vierte Teil „Grafen und Herren“ schreitet tüchtig voran, noch einmal zu einem doppelbändiger Kürbis größten Ausmaßes wachsend. Noch ist er aber nicht mit dem nötigen Inhalt gefüllt: Es fehlen weiterhin Autoren für jene Hochadelsfamilien, die unten auf S. 9 [Protokoll 1.3] auf-gezählt sind. Nachfrage und Angebot müssen noch zusammenkommen. Vielleicht hilft diese Ankündigung dabei, die oder den Kundigen alsbald ausfindig zu machen. Daß Residenzen auch des untitulierten, aber wahren Adels von Belang sind, zeigt übrigens mit Farbabbildung Wolf Eiermann auf S. 23-24.

Das Wiener k.u.k. Symposium im September 2008 ist inzwischen durchgeplant und mit Vorträgen mehr als reichlich bestückt, wie das unten S. 11-13 veröffentlichte Programm zeigt. Werkstatt und feierliche Eröffnung, Exkursion und zwei Tage intensiver Arbeit – das alles wartet auf uns und unsere so erfreulichen Gastgeber von der Wiener Akademie.

Und dann? Das Coburger 12. Symposium 2010 wird schon in Umrissen sichtbar, das The-ma kann gar nicht anders als „Zwischenbilanz“ heißen, denn mit dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hört die Kommission, so wie sie bislang gearbeitet hat, zu bestehen auf. Die Arbeit ist aber noch nicht erledigt, denn wir haben wohl manches für das 13.-16. Jahrhundert geleistet, wenig aber noch für das 17. und 18., von den erhofften Editionen und Biblio-graphien ganz abgesehen. Auch endet die Herrschaft der Höfe und Residenzen erst 1918, an manchen Orten noch später, oder hat gar nicht aufgehört. Hier sind neue Fragen zu stellen und neue Programme zu entwickeln. Wir haben damit begonnen und werden zu gegebener Zeit darüber berichten.

Derweil mag der Leser sich daran freuen, daß im gegenwärtigen Heft soviel von Musik die Rede ist. Die Leute, die in Hofnarren, Sprechern, Spielleuten und dergleichen nur schale Unterhaltungskünstler sehen, werden eines Besseren belehrt: Die „Diener der Stimme“ haben kosmologische Seiten, die Unvernunft reicht ins Übernatürliche, die Verwandlungskunst ist numinos, die Musik, an der sie alle teilhaben, ist Spiegel der Schöpfungsgesetze. So hebt Martine Clouzot aus Diijon die Beschäftigung mit den „Fahrenden“ auf eine neue Ebene, hier nachzulesen auf S. 15-22, nur bei uns, in französischer Sprache (seien Sie froh, daß wir nicht nur in englischer reden). Um Musik geht es weiter auf S. 39 (Meta Niederkorn), S. 48 (Jochen Berns: „Herrscherliche Klangkunst“) und S. 49 (Panja Mücke: „Musik als zeremo-nielle Zeichengattung“), um Sakralkultur auf S. 35-40 (Carola Fey) bis hin zum neu ent-deckten „sakralen Kapital“ (Wolfgang Wüst) auf S. 39. Religion hat Konjunktur: Das (auch nach meiner Abreise) fortgesetzte Burgundseminar zu Paris wird behandeln „Piété et dévotion dans les cours princières aux XIVe et XVe siècles“ (siehe unten S. 25), das neue Münsteraner „Exzellenzcluster“ (siehe oben) „Religion und Politik in den Kulturen der Vor-moderne und der Moderne“. Begegnen Sie künftig den Siegeln aufmerksamer (S. 31), beach-ten Sie „Informelle Strukturen bei Hofe“ (S. 40-44), das intensive Bemühen um „Zeichen und Raum“ („Zeremoniell und Raum“ hieß ein früher Band in unserer Buchreihe) in jenem Band, den Mark Hengerer auf S. 45-55 ausführlich bespricht, wie überhaupt die in den MRK enthal-tenen Rezensionen zwar wenig zahlreich, aber recht gehaltvoll sind.

Eben klang es schon an: Dies ist das letzte Vorwort, daß ich in oder bei Paris schreibe. Ab dem 1. Dezember wird auch der Vorsitzende ständig in Kiel sein und am alt-neuen Standort und mit (wieder)vereinten Kräften fortführen, was – der elektronischen Post sei Dank – vierzehn Jahre lang auf Distanz betrieben worden war.

 

Paris, am 7. November 2007

 

Werner Paravicini

 

 

 

 

 

 

 


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

Protokoll der 23. Sitzung der Residenzen-Kommission in Göttingen
1. Oktober 2007

 

 

1.         Handbuch

1.1.      Topographisch-dynastischer Band – Bilder und Begriffe

Der Vorsitzende erwähnt die inzwischen erschienenen Besprechungen und stellt eine insgesamt positive Aufnahme der beiden Bände fest.

1.2.      Hof und Schrift

Der dritte Band des Handbuches „Höfe und Residenzen im spätmittel-alterlichen Reich“ ist wiederum termingerecht erschienen. Eine Online-Daten-bank mit Quellentexten und Abbildungen sowie Verknüpfungen zu Handbuch II „Bilder und Begriffe“ ist bereits verfügbar. Die Fritz Thyssen Stiftung hat erneut den größten Teil der Druckkosten übernommen.

1.3.      Grafen und Herren

Wider Erwarten konnte die Mitarbeiterwerbung bislang nicht abgeschlossen werden. Weiterhin fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für folgende Arti-kelgruppen:

Arenberg

Bergen (’s-Herenberg, Gft. Zutphen)

I(j)sselstein

Looz (Loon)

Rodenmachern

Salm//Salm-Reifferscheid//Reifferscheid

Sayn

Spiegelberg

Wied und Runkel

Wildenburg(-Reifferscheid)

Oberösterreich: Stubenberg

Schweiz: Aarberg; Brandis; Bonstetten; Klingen

Bayern: Abensberg; Degenberg; Dießen; Frauenberg; Hohenfels und Reipolts-kirchen; Hohenwaldeck; Preysing

Weitere Informationen finden sich unter der Adresse http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Grafen im Internet.

2.         Residenzenforschung

            2.1.      Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spätmittel-alter und Früher Neuzeit. 10. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Gottorf/Schleswig, 23.-26. Sep-tember 2006, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini, Ostfildern: Thorbecke [2008] (Residenzenforschung, 21) – der Band wird wie geplant zum Wiener Symposium im September 2008 vorliegen.

            2.2.      Ingrid Kasten, Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg – wird, siehe auch MRK 17,1, S. 9, Anfang 2008 im Manuskript abgeschlossen sein und 2009 vorliegen.


 

3.         Symposien

            3.1.      Wien 2008: Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der ge-genseitigen Wahrnehmung, in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Aka-demie der Wissenschaften – zum Programm siehe unten S. 11-13.

            3.2.      Coburg 2010: Zwischenbilanz – Residenz und Hof in Europa – in Zusammen-arbeit mit Prof. Dr. Gert Melville, Dresden/Coburg.

4.         MRK

4.1.      MRK 17,2 liegt vor.

            4.2.      Sonderheft 10: Die Hoftraktate des Ulrich von Hutten in zweisprachiger Ausgabe, hg. von Klaus Schreiner und Rainer A. Müller (†), übers. von Ernst Wenzel – das Manuskript ist eingegangen und wird voraussichtlich als nächstes Sonderheft mit den MRK 18,1 (2008) erscheinen.

            4.3.      Sonderheft 11: Die Briefe der sächsischen Herzogin Sidonia an ihren Sohn Georg, hg. von Alexandra Kursawe, Claudia Ulrich und Sven Rabeler – befin-det sich in Vorbereitung.

5.         Fortsetzungs- oder Folgeprojekt

            Die Kommission beginnt zu überlegen, in welcher Weise die Arbeit nach dem Ende der gegenwärtigen Förderung am 31. Dezember 2010 fortgesetzt werden soll und erwägt eine Neuorientierung durch Einbeziehung des gesamten Ancien Régime.

7.         Termin der nächsten Sitzung

            Montagabend des Wiener Symposiums, 22. September 2008, 20:00 Uhr.

 

Werner Paravicini

 


11. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Kommission und der Kommission für Kunstgeschichte der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

 

 

Programm

 

Stand: 21. November 2007

 

Vorbild, Austausch, Konkurrenz

Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung

 

Wien, 20.-24. September 2008

 

 

Samstag, 20. September

 

Werkstattgespräch (Akademie)

14:00   Begrüßung

14:05   Gerrit Deutschländer (Halle a.d.S.), Unter mächtigen Fürsten. Die Fürsten von Anhalt und ihr Verhältnis zu Hohenzollern und Wettinern um 1500

14:30   Dörthe Buchhester (Göttingen), Kulturelle Transfers und Partizipation an kulturellen Standards: Die Entstehung von Gebrauchsschrifttum am pommerschen Hof um 1500 und das Vorbild Brandenburg

14:55   Mario Müller (Innsbruck), Wissen durch Freundschaft. Die Hohenzol-lern an den Höfen im östlichen Mitteleuropa des 15. Jahrhunderts

15:20   Ruth Hansmann (Mainz), Kulturtransfer und Transkulturation als politisch-religiöser und ästhetischer Diskurs in höfischen Bildkon-zepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im Alten Reich

15:45   Pause

16:00   Ute Kümmel (Greifswald), Die Gold- und Silberarbeiten im Schatz der Reichsfürsten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit

16:25   Pia Milker (Dresden), Philipp Hainhofer als Korrespondent und Mediator inter- und intrahöfischer Kommunikation am Beispiel des Dresdener Hofes

16:50   Martin Pozsgai (Berlin), Die anderen im Bücherschrank. Das Bild von den Residenzen Europas im Spiegel fürstlicher Privatbibliotheken des 17. und 18. Jahrhunderts

 

Öffentlicher Abendvortrag

18:00   Begrüßungen

18:30   Hellmut Lorenz (Wien), „Vienna Gloriosa“ – Eine Residenz im Zentrum Europas

20:30   Empfang


Sonntag, 21. September: Exkursion

 

Ganztägig 9:00-18:00 Uhr. Voraussichtliche Ziele sind die fürstlich-liechtensteinischen Schlösser Valtice (Feldsberg) und Lednice (Eisgrub), beide in Tschechien gelegen; das für Prinz Eugen errichtete und nach dessen Tod in kaiserlichen Besitz übergegangene Schloß Hof in Niederösterreich sowie das unter Kaiser Maximilian II. erbaute Neugebäude in Wien

 

 

Montag, 22. September (Akademie)

 

  9:00     Begrüßungen

  9:15     Werner Paravicini (Kiel), Einleitung

 

I. Das Wissen vom Anderen: Information und Informationsbeschaffung

 

  9:30     Torsten Hiltmann (Paris), Herolde und die Kommunikation zwischen den europäischen Höfen im 14.-16. Jahrhundert

10:00     Tünde Radek (Budapest), Informationsvermittlung zwischen ungarischen und „deutschen“ Höfen und Residenzen in deutschsprachigen Chroniken des Mittelalters (anhand ausgewählter Texte)

10:30     Volker Bauer (Wolfenbüttel), Schloßnamen als Kommunikationsmedium der höfischen Gesellschaft im Alten Reich: Ein Indikator für Herrschaftsver-ständnis und dynastische Ansprüche in der frühen Neuzeit.

11:00     Pause

11:30      Wolfgang Wüst (Erlangen), Hof und Policey. Deutsche Hofordnungen als Medien politisch-kulturellen Normenaustausches vom 15. bis zum 17. Jahr-hundert

12:00     Katrin Keller (Wien), „Alhier an dem kayserlichen hofe ist wenig newes vorgefallen, welches zu berichten der importanz were“ – Verbindungen zwischen den Residenzen Wien und Dresden im 17. Jahrhundert

12:30     Freies Mittagessen

 

II. Was man haben muß oder entbehren kann: Konkurrenz und Anpassung

 

14:30     Werner Rösener (Gießen), Hofämter und Hoforganisation im Wandel. Für-stenhöfe des Spätmittelalters in Konkurrenz und Anpassung

15:00     Matthias Müller (Mainz), Im Wettstreit mit Apelles. Hofkünstler als Akteure im Austausch- und Konkurrenzverhältnis europäischer Höfe im Spätmittelalter

15:30     Pause

16:00     Heiko Laß (Rudolstadt), Das Reichsjägermeisteramt der Wettiner im 16. Jahr-hundert

16:30     Jörg Martin Merz (Aalen), Konkurrenz und Desinformation. Zu den Louvre-Entwürfen der römischen Barockarchitekten

17:00     Grete Klingenstein (Wien), Wiener Sparmaßnamen nach Versailler Vorbild Ende der 1770er Jahre (Arbeitstitel)

18:30     Freies Abendessen

20:00     Sitzung der Residenzen-Kommission

 


Dienstag, 23. September (Akademie)

 

III. Die Wiener Hofburg in der europäischen Wahrnehmung

 

  9:00     Mario Schwarz (Wien), Als Residenz geplant? Zu den Anfängen der Wiener Hofburg

  9:30      Paul Mitchell (Wien), Eine Baugeschichte der Hofburg im Mittelalter als Beitrag zu einer umfassenden Geschichte der Wiener Residenz

10:00     Renate Holzschuh-Hofer (Wien), Radikal elitär oder schlicht bescheiden? Zur Ikonologie der Wiener Hofburg unter Ferdinand I.

10:30     Pause

11:00     Herbert Karner (Wien), Raumordnung und Identität. Spanisches in Wien?

11:30     Manuel Weinberger (Wien), L’architecture à la française. Die Hofburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts

12:00     Freies Mittagessen

 

IV. Welche Vorbilder?

 

14:00     Christian Berger (Freiburg i.Br.), Tomas Tomasek (Münster), Oswald von Wolkenstein als schöpferischer Mittler im spätmittelalterlichen Kulturtransfer. Zu den Liedern „Es ist ein altgesprochener rat“ (Klein 19) und „Wer die ougen will verschüren“ (Klein 103)

14:30     Guido von Büren (Jülich), „Abitus principis in Galliam“ – Die Reise Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg nach Frankreich im Jahr 1541

15:00     Dominik Collet (Göttingen), Die Kunstkammer als Kommunikationsraum. Fürstliche Sammlungen zwischen Distinktion und Geselligkeit

15:30     Pause

16:00     Carola Fey (Gießen), Sakrale Schätze deutscher Fürsten als Zeugnisse des höfischen Austauschs im religiösen Bereich

16:30     Jaroslava Hausenblasova (Leipzig), Ein modifiziertes Vorbild oder ein eigenes Modell? Der Aufbau des Hofes Ferdinands I. in Mitteleuropa

 

17:00     Peter-Michael Hahn (Potsdam), Zusammenfassung

 

20:00     Heuriger

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter der Adresse

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/sympos_wien.htm

 

 



Die Arbeit der anderen

 

 

„La musique, un art de gouverner“
Jongleurs, ménestrels et fous dans les cours royales et princières
du XIIIe au XVe siècle
(France, Bourgogne, Angleterre, Empire germanique)

 

„Les musiciens“ ont fait l’objet d’une première recherche dans le cadre de ma thèse dirigée par Jean-Claude Schmitt à l’EHESS[1]. Le croisement des différentes sources des XIIIe, XIVe et XVe siècles – archives (comptabilités, enquêtes criminelles, mémoires), textes théologiques et normatifs, traités scientifiques (musicaux, encyclopédiques, médicaux, astrologiques, bestiaires, etc.) sources littéraires et images (manuscrits enluminés) – a mis en évidence d’une part des types de musiciens (jongleurs, ménestrels, compositeurs, fous, frères Mendiants, clercs, rois) aux statuts et aux fonctions sociales identifiables, qui mettent en œuvre des pratiques et des performances musicales variées selon les contextes et les milieux socioculturels qui les emploient et les auteurs qui les décrivent. Au-delà des aspects sociologiques du sujet, ces mêmes sources textuelles et iconographiques présentent les musiciens comme des figures de discours porteuses de valeurs et de normes dont la destination morale et sociale dépasse de loin le seul groupe des musiciens et engage l’ensemble de la société. Toutefois, quelles qu’elles soient (de nature juridique, médicale ou lyrique), les sources sur les „musiciens“ définissent et véhiculent toujours les fondements (antiques) de la musique: une pratique et une science qui ordonnent la société des hommes et la désordonnent dans le cadre de rituels réglés dans le temps et l’espace (urbains, ecclésiastiques, princiers); un savoir universel et surnaturel porté et transmis par des figures d’autorité (Orphée, Pythagore, Musica, le roi David, les anges, le poète, le cantor) qui servent de lien entre la société terrestre et l’ordre céleste selon une cosmologie qui vise à comprendre et à interpréter l’harmonie du monde créé par Dieu.

De là, d’autres personnages et d’autres figures a priori éloignés de la musique et évoluant plus spécifiquement dans l’entourage du prince, du pouvoir et des cours, apparaissent plus précisément comme les véritables détenteurs d’un savoir et d’un pouvoir qui, depuis l’Antiquité, relèvent de la musique[2]. Il s’agit du jongleur, du ménestrel, du poète et du fou. Les liens musicaux qui lient ces personnages à la personne et à la cour du prince entre le XIIIe et le XVe siècle se révèlent essentiels à la compréhension des rapports entre musique et pouvoir politique. En effet, la question est de déterminer comment et pourquoi la musique est-elle placée au service du prince, à quelles fins politiques, morales et sociales? Pourquoi les auteurs et les peintres figurent-ils la musique sous les traits du jongleur, du ménestrel et du fou? Pour cerner les raisons de la présence de la musique auprès du prince, pour comprendre ses rapports au pouvoir politique, pour dépasser l’image réductrice des musiciens comme objets de divertissement et de propagande idéologique, il s’agira de démontrer la dimension cosmologique de la musica dans le cadre de la cour, à partir des conceptions antiques de la musique, et plus exactement de l’harmonie.


Quels „musiciens“ et quelle musique au service du prince?

Le sujet s’ouvre sur le personnage du jongleur dont l’étude étymologique du terme jongleur, de ses dérivés, ainsi que la définition de ses activités peut principalement être menée à partir des sermons et des sommes des dominicains et franciscains, prédicateurs et théologiens[3] (Pierre le Chantre, Gilles de Corbeil, Thomas Chobham, Guillaume Peyraut, Thomas d’Aquin etc.), de la littérature mariale et miraculeuse (les Cantiques à la Vierge Marie de Gautier de Coincy, les Cantigas de Santa Maria du roi Alphonse X le Sage[4], le Saint Voult de Luques), de la littérature courtoise (chanson de geste, roman et poésie lyrique), et de quelques actes de la pratique (testaments, donations avec jongleurs comme témoins, fondations confraternelles, cadeaux et rémunérations princières, enquêtes et jugements de la justice criminelle) très intéressants, rares et peu connus. Dans ces textes, parfois illustrés, le jongleur est relié à l’enchanteur, au prestidigitateur, au sot, au parleur et au ménestrel, à travers lesquels les moralistes et les chroniqueurs trouvent un miroir indispensable à leurs réflexions sur l’homme chrétien, la société et son gouvernement[5]. Les études réalisées sur le jongleur[6] font cesser l’existence du personnage après le XIIIe siècle. Or, il semble possible de montrer à partir des sources littéraires et historiques (en particulier les chroniques) et des actes de la pratique (judiciaires et comptables), que le jongleur est au cours des derniers siècles du Moyen Age toujours présenté comme porteur de valeurs éthiques et sociales. Une étude approfondie dans la diachronie contribue à mettre en perspective la figure de discours et le personnage social du XIIIe au XVe siècle. Elle est accompagnée de l’examen étymologique des personnages associés au terme jongleur. Car ces „serviteurs“ concernent, sous l’angle de la musique, des personnages a priori aussi divers que le fou, le poète[7], l’astrologue ou le physicien à la cour du prince[8]. Partant de l’idée directrice que c’est la musica qui est à la source d’une part de leurs compétences et de leur pouvoir, d’autre part de leur figure (mythique, antique, théologique), ces „serviteurs“ de second rang, comparés aux grands officiers et aux grands conseillers, peuvent être étudiés dans le cadre de l’exercice du pouvoir[9].

Tout d’abord, ils ont pour „outils“ l’instrument de musique, une forme de connaissance musicale et la voix. Par la voix chantée, déclamée ou incantatoire, publique ou secrète, ils délivrent une parole de vérité ou de mensonge, de sagesse ou de folie fondée sur un savoir et faisant appel à la mémoire: le poète cherche à se démarquer du jongleur au début de ses chansons en vantant sa mémoire et sa maîtrise de la rhétorique par exemple, mais il peut aussi assumer et revendiquer son rôle de fou (François Villon); le fou et/ou le sage (Merlin par exemple) met en garde le roi envers les mauvais conseillers, inversant l’ordre de la sagesse et de la folie au sein de la cour etc.[10] La voix est renforcée par les gestes et les métamorphoses du corps qui créent l’illusion de la mimesis, la tromperie, et suscitent aussi bien l’émerveillement, le plaisir que la répulsion. Les exemples du poète, du jongleur et du fou, dont les corps grotesques et la parole ludique provoquent la frénésie et le rire carnavalesques sont probants dans les fabliaux, les lais, la poésie satirique. Ils posent la question du statut de leurs auteurs dans la société curiale, oscillant entre le clerc et le bouffon, entre le savant et le parasite, ainsi que celle de la „performance“[11], aussi bien du texte écrit que de son expression orale, dont ces personnages sont les axes de communication musicale et esthétique. Le poète, le jongleur et le fou sont peut-être une autre voie d’étude de l’exercice du pouvoir et de l’action politique[12]. La parole satirique et ironique traduite dans les textes littéraires instruit le prince sur la puissance et les dangers du langage, sur sa jovialité et ses leurres qui, a contrario et paradoxalement, désacralisent le pouvoir[13].

 

Pratiques, savoirs musicaux et gouvernement princier

Deuxièmement, la musique (vocale, instrumentale ou théorisée) de ces serviteurs correspond à des usages et à des fonctions dans le gouvernement du prince, transmis par la littérature morale et politique, les „miroirs“ et les „régimes des princes“[14]. Car la connaissance musicale est révélatrice d’un pouvoir considéré comme surnaturel, divin, inspiré, voire initié, qui leur donne une autorité officielle ou officieuse pour conseiller le prince[15]. Le désir de celui-ci de connaître son destin et de maîtriser son règne, ainsi que sa volonté de détenir lui aussi un pouvoir supérieur sur le commun des mortels (c’est-à-dire ses proches et l’ensemble de la société) impliquent l’acquisition de pouvoirs et de connaissances hors du commun[16]. La musique étant en elle-même une puissance, elle est en conséquence intrinsèquement liée à l’exercice du pouvoir et à une construction idéale de la cité gouvernée par le prince[17]. La cour des Valois de France aux XIVe et XVe siècles, en particulier celle de Charles V et Charles VI, ainsi que celle des ducs de Bourgogne (Philippe le Hardi, Jean sans Peur, Philippe le Bon et Charles le Téméraire) réunissent un groupe bien connu de clercs, de poètes, de moralistes et de chroniqueurs très actifs dans la production de traductions et de commentaires d’œuvres politiques et morales à l’usage du roi ou du prince[18]. Leurs réflexions sur le savoir du prince, sa formation, ses bonnes mœurs et le bon gouvernement prennent place dans les ouvrages de morale politique des librairies royales et ducales[19]. La dimension savante de la musique du prince à partir de l’apprentissage des arts libéraux et de la pratique instrumentale revêt une dimension morale qui vise à l’harmonie entre le corps et l’âme du prince: connaître les principes mathématiques de la musique, c’est apprendre à se gouverner soi-même et par voie de conséquence à gouverner la société[20]. Diriger, c’est la définition latine, antique du regimen[21]. Le discours sur le bon gouvernement se base sur les notions musicales et médicales héritée de l’antiquité. Le prince apprend ainsi par le discours sur la musique à se gouverner, à gouverner le corps social en vue de l’harmonie universelle et du salut de l’âme de son peuple[22].

Le savoir du prince l’autorise à exercer le pouvoir[23]. Cette idée aristotélicienne parcourt les textes et leur iconographie musicale: les chroniques et les mémoires (Olivier de la Marche, Georges Chastellain, Enquerran de Monstrelet, Philippe de Commynes etc.), les encyclopédies (Le Livre du Trésor de Brunetto Latini, le Livre des Propriétés des choses de Barthélemy l’Anglais, les bestiaires, les Miroirs de Vincent de Beauvais, etc.), les romans allégoriques (le Roman de la Rose, le Roman de Fauvel, les romans arthuriens en prose, les œuvres de Guillaume de Machaut, les Ballades d’Eustache Deschamps, les poésies d’Alain Chartier, celles de François Villon, les œuvres de Christine de Pisan etc.)[24], les régimes des princes (la traduction du Policraticus de Jean de Salisbury par Denis Foulechat pour Charles V, celle du De regimine principum de Gilles de Rome par Henri de Gauchy, les miroirs de Christine de Pisan, Le Songe du Vieil Pèlerin de Philippe de Mézières etc.). Il s’agit de montrer si cette idée philosophique est un facteur d’explication de la présence grandissante tout au long des XIIIe, XIVe et XVe siècles de ces personnages doubles et apparemment secondaires que sont les ménestrels, les fous, les poètes et aussi les astrologues auprès des princes[25]. Les événements politiques et historiques, dont le basculement se situe au moment de la folie de Charles VI en 1393, ont accéléré cette nouveauté sociale et curiale ou, tout au moins, ont fait que les auteurs ont accordé plus d’importance ou ont eu davantage recours à ces personnages dans leur discours au service du prince[26]. Dès lors, le fou, souvent „musicien“, le poète, le ménestrel, l’astrologue, sont très nettement plus présents dans les sources, notamment dans les miniatures des œuvres citées plus haut dont le répertoire thématique ne cesse de s’enrichir en particulier à partir de la fin du XIVe siècle au début du règne et du mécénat des ducs Valois en Bourgogne, à Paris et bientôt dans les Pays-Bas bourguignons[27].

Toutefois, l’étude de l’iconographie des manuscrits princiers et royaux doit être élargie à des images peut-être moins „musicales“ dans les formes[28], mais davantage dans le sens philosophique de la musica. Il s’agit notamment des scènes de l’histoire romaine, comme celles de l’empereur recevant le conseil des sénateurs, ou celles des philosophes experts en „art magique“; des scènes de l’histoire sainte telles que le roi instruit par un clerc ou un évêque, ou les vies de saint Jacques et Hermogène, de Symon l’enchanteur, de Cyprien l’enchanteur, de Josaphat, etc., et des frontispices des prologues de livres politico-didactiques comme par exemple la Cité de Dieu de saint Augustin dans la traduction de Raoul de Presles. Je voudrais montrer que les cycles iconographiques de ces manuscrits princiers, ainsi que les rapports entre ces images et les textes qu’elles illustrent, délivrent un véritable enseignement sur les „propriétés des choses“ créées par Dieu, dont le prince doit avoir une connaissance profonde grâce aux savants de sa cour. Ainsi mise en image, cette „connaissance du monde“ nécessaire au prince dans l’exercice du pouvoir vise à enseigner et à montrer que son savoir est un signe fort de sa dignité[29]. Il se doit en effet d’être „sage parleur“, maîtrisant aussi bien l’écriture que la parole efficace, afin de s’imposer par un discours conforme à la dignité de sa charge face à ses conseillers et à son peuple. La figure du roi-philosophe et musicien, initiée par Platon et Aristote, connaît des développements significatifs, particulièrement dans le contexte politique troublé des XIVe et XVe siècles. Cette figure dépasse le modèle du roi David harpiste, très répandu depuis l’époque carolingienne, pour dévoiler un roi plus humain, voire plus humaniste, dont l’art de gouverner est conçu et représenté avec toutes ses difficultés, ses défaillances et même ses vices, surtout à partir de Charles VI.

 

Savoir musical et pouvoir princier

Enfin, pour expliquer les raisons de la présence des „serviteurs de la voix“ auprès du prince et leurs statuts dans l’univers curial[30], il convient de définir la nature de ces personnages dans une perspective sociale et anthropologique. Car de leur nature découle la spécificité de leur savoir et, par conséquent, de leur rôle auprès du prince. Science du quadrivium, la musica a pour fondement les lois mathématiques de l’univers[31]. De nature cosmologique, elle anime et symbolise l’harmonie du monde créé par Dieu. Elle met en rapport et en mouvement non seulement le macrocosme et le microcosme, mais aussi l’être humain (corps et âme) et la Création (la Nature animale, végétale, minéral, le cycle des saisons, les vents, les humeurs etc.)[32]. Or les personnages qui nous intéressent sont entièrement liés à la musique et aux propriétés du monde créé par Dieu. Depuis ses origines orphiques (c’est-à-dire animales, naturelles et liées du monde des morts)[33], pythagoriciennes (le Nombre en toute chose), platoniciennes et aristotéliciennes (l’harmonie du monde et de la cité politique) et divines, la musica est tout entière synthétisée et rendue visible par ces „marginaux de la cour“ à travers leurs modes de comportement (sociaux et moraux). D’origine mi-humaine, mi-animale, c’est-à-dire surnaturelle, fous, jongleurs, astrologues, poètes dialoguent avec l’univers, avec la nature et l’au-delà: le lien qu’ils établissent entre les hommes et le monde est d’ordre musical. Que leur accès aux vérités divines et surnaturelles provienne de la simplicité de leur esprit (les fous?), d’un savoir acquis intellectuellement ou d’une sagesse innée (le poète, le ménestrel), ils peuvent être considérés comme étant détenteurs d’une puissance divinatoire et prophétique, réelle ou simulée, qui leur confère une place et des fonctions à part à la cour. Les récits merveilleux (les mirabilia) engageant les notions de superstitio, d’admiratio et de curiositas, insistent particulièrement sur la dimension surnaturelle et musicale des fous, des jongleurs, et autres prestidigitateurs dans l’entourage du pouvoir. Nous touchons là à ce que Jean-Claude Schmitt avait appelé une „anthropologie du croire“.

Le pouvoir „médiatique“ entre le visible et l’invisible de ces êtres doubles est perçu dans les sources, qu’elles soient archivistiques ou narratives, comme la manifestation d’un don, le don de métamorphose, qui est sans doute la raison de leur pouvoir. Dans son côté négatif, ce don de métamorphose est vu comme un simulacre, caractéristique de pouvoirs suspects et diaboliques, allant de l’accusation de tricherie chez les prédicateurs du XIIIe siècle à l’encontre du jongleur, à la suspicion de folie ou de manipulation politique à l’égard du fou et des mauvais conseillers, chez les chroniqueurs curiaux des XIVe et XVe siècles[34]. Dans son versant positif, ce don de métamorphose est marqué par une origine divine et peut favoriser aussi bien la conversion morale (Merlin, le jongleur par exemple) que la puissance politique (l’histoire d’Alexandre le Grand dans les romans des XIVe et XVe siècles, en particulier à la cour de Bourgogne). Par leur origine surnaturelle et leur savoir „extraordinaire“, certaines „figures musiciennes“ telles que Merlin, Tristan, Alexandre, se trouvent en quelque sorte liés au sacré qui fonde le pouvoir[35]; qu’ils le servent ou non, ils l’interprètent et en sont les media par la parole ordonnée ou par la musique du désordre, ces serviteurs musiciens lui sont entièrement liés par leurs origines, leur nature, la musique de leurs paroles et de leurs gestes, leur connaissance de la musique et leurs dons surnaturels. Aussi existe-t-il une véritable interaction entre le prince et ces „petits serviteurs“ initiés[36]: le prince a besoin de leur voix et de leur „musique“ pour gouverner, il doit écouter (ou non) leur musique et leur parole de savoir, de sagesse ou de folie; en retour, leur exercice „musical“ n’a d’existence et d’influence que si il est concrétisé, mis en acte, par l’exercice du pouvoir princier[37]. Les rapports du politique avec ces personnages démontrent combien la musique est tout autant une science mathématique du quadrivium qu’un art du discours rhétorique du trivium, et donc un art de gouverner[38].

L’interdépendance entre ces figures et le prince évolue à travers des liens en apparence fragiles, mais les enjeux et les intérêts des protagonistes sont suffisamment fondamentaux (le pouvoir et sa sacralité) pour s’avérer solides. Nous verrons en effet que les scènes de „divertissement“ en musique à la cour, décrites du XIIIe au XVe siècle dans les livres enluminés, dans les comptabilités princières et dans les sources narratives ne montrent pas seulement des „amuseurs“ de cour[39]. La musique et la danse dans la société courtoise, en particulier dans les cours de France, de Bourgogne, d’Angleterre et de l’Empire germanique aux XIVe et XVe siècles, relèvent davantage de l’idée d’harmonie du monde et du sage gouvernement que de la „représentation“ littérale du „divertissement“ dont il convient de revenir sur les définitions[40]. L’envers de cet ordre politique et musical n’a toutefois d’égal que sa condamnation tout au long du Moyen Age et, avec lui, le bannissement des jongleurs et autres prestidigitateurs[41], y compris dans les cours quand ils représentent un danger moral et politique pour le pouvoir[42]. Les deux versants de ces personnages (le statut à la cour ou l’exclusion) ne s’opposent pas nécessairement; ils sont plutôt l’expression d’une part des typologies des sources et de leurs auteurs, d’autre part de la chronologie des événements politiques et des transformations du pouvoir royal et princier du XIIIe au XVe siècle[43].

 

Ainsi, cette thèse a pour objet de montrer que la musique en tant que phénomène social a pleinement sa place dans le champ de l’anthropologie historique et de l’histoire sociale. Elle ne vise cependant pas à traiter les „musiciens“ en tant que tels, dans le sens où ils ne sont peut-être pas les acteurs et les figures les plus intimement liés à l’essence de la musique. C’est pourquoi, à partir du même type de sources documentaires sur les musiciens, cette étude s’ouvre à d’autres „serviteurs“ liés par d’autres formes et d’autres pratiques à la musique dans le monde curial. L’existence et le statut de ces autres „musiciens“ sont liés au pouvoir princier, à ses rituels, à ses cérémonies, ses modes de gouvernement et à ses transformations sociales, culturelles et politiques du XIIIe au XVe siècle. Fous, jongleurs, ménestrels, poètes, astrologues, constituent autant de figures exemplaires et musiciennes à destination du prince, et dont les valeurs divergent selon les contextes: figures marquées par la piété mendiante et l’idée de conversion des mœurs au XIIIe siècle; par les développements de l’art rhétorique, du savoir humaniste et du gouvernement juste et sage aux XIVe et XVe siècles, chacune d’elles vise au gré des auteurs et des sources qui les instrumentalisent un idéal qui les dépassent. Chacune de ces figures porte un idéal de distinction morale et sociale qui lui assigne une place dans l’ordre du monde: idéal du clerc qui, en tant qu’auteur veut se distinguer du jongleur et du fou; idéal du prince qui, en tant que détenteur du savoir et du pouvoir ne peut être fou ou jongleur; idéal de l’harmonie du monde pensée selon les conceptions philosophiques et théologiques de la musique héritée de l’antiquité.

Martine Clouzot, Dijon*

 


Die Wohnburg der Herren von Magenheim
Eine Frühform der Residenzbildung im 13. Jahrhundert?

 

1147 trat mit Zeisolf von Magenheim im westfränkischen Zabergau (Region im Norden von Württemberg) eine edelfreie Familie auf, die von den Zeisolf-Wolframen abstammt. Diese sind seit 940 nachweisbar und zählten unter den Saliern zu den königsnahen Personen-verbänden mit Grafschaften vom Schwarzwald bis in die Ardennen. Laut Sinsheimer Chronik errichtete Familienmitglied Bischof Johann von Speyer ab 1100 ein Kloster in Sinsheim nicht nur zum Seelenheil der nächsten Angehörigen, sondern auch als Grablege für jene Mitglieder der Königsfamilie, die in der gerade vollendeten Speyerer Kaisergruft keinen Platz mehr fanden. Mit dem Untergang der Salier gingen die Grafschaften und der Grafentitel verloren, doch reicher Allodialbesitz im Zaber- und Kraichgau blieb. Von den staufischen Nachfolgern politisch ausgeschaltet und bedrängt, gelang es der Familie am Ende der Stauferzeit, ihren Besitz zu konsolidieren, dessen Kernbereich mit 19 Dörfern den im Vergleich zu benach-barten Geschlechtern seltenen Fall eines geschlossenen Territoriums darstellte. Um 1268 trat noch die Herrschaft Schauenburg bei Heidelberg hinzu. Politisch lehnte sich Erkinger III. (ca. 1240-1287) an König Richard von Cornwall, dann an die Habsburgern an. Er war Lehnsherr von 14 niederadeligen Geschlechtern.

Zur Familie gehört der sogenannte Maulbronner Paradiesmeister bzw. Meister Bonensac, der von ca. 1190 bis ca. 1245 lebte und dessen selbstbewußt plaziertes Zeichen mit dem Wappen der Magenheim (zwei silberne Halbmonde auf rotem Grund) identisch ist. Er ist der Hauptvertreter eines sich an französischen Vorbildern orientierenden Übergangsstils zur Gotik. Seine Tätigkeit in mehreren Klöstern und einer Burg reichte weit über den Familien-raum hinaus bis nach Ebrach und Magdeburg (Domchor). Ohne seine Mitwirkung kam es ab ca. 1240 mit dem Bau der Wohnburg Niedermagenheim bei Cleebronn, heute Lkr. Heilbronn, zu einer Frühform der Residenzbildung im Kern des arrondierten Territorialbesitzes. Diese Spornanlage in Sichtweite einer höher gelegenen, zeitgleich ausgebauten Hochburg (Ober-magenheim) bestand im wesentlichen nur aus einer Schildmauer und einem ca. 35 x 14 m großen Palas, der mit je einem Saal im Erdgeschoß und im zweiten Obergeschoß ausgestattet war und repräsentative Fensterreihen nach Norden (EG) und Süden (3. OG) aufweist (Abb.). Die heute vorhandenen Gebäude des ehemaligen Schafhofes im Zwinger sind jüngeren Datums. An der Schmalseite des Palas gen Westen befand sich ein loggiaähnliches Hoch-fenster, das an Castel del Monte und an Wohntürme der sizilianischen Großen erinnert. Der mit einer Buckelquaderverkleidung wehrhaft erscheinende Bau ruht zur Hälfte nicht auf dem Fels, sondern auf einer Substruktion, was ihn für Belagerungen untauglich machte. Die Konstruktion der vier Saalgeschosse plus Dach erfolgte ohne Gewölbe und ohne Strebe-pfeiler; er basiert vermutlich auf der Idee der Verdoppelung eines Wohnturms. Auf der süd-lichen Talseite wird eine Traufhöhe von bis zu 25 m ab Grund erreicht.

Der Palas ist noch heute in weitgehend originaler Substanz erhalten. Der Bauherr stiftete 1246 ein Zisterzienserinnenkloster in 4 km Sichtweite, auch der 1280 zur Stadt erhobene Hauptort Brackenheim liegt nahe. Die Palasresidenz als Mittelpunkt der Herrschaft kann als Beispiel für den Auftritt einer spätmittelalterlichen Familie dienen, deren Alter und Rang weniger durch ihre Titel als durch ihre architektonischen Werke deutlich wird. In der Litera-tur ist bei Niedermagenheim von „Wohnburg“ (Alexander Antonow) und „Demonstrativum“ (Rainer Kunze) die Rede. Hans-Martin Maurer belegte 1976 statistisch, daß um 1260 vier Fünftel aller Rechtsgeschäfte südwestdeutscher Grafen öffentlich in oder bei Burgen getätigt wurden. In den schwierigen Zeiten des Interregnums übernahmen die sicheren Plätze offenbar eine Residenzfunktion, die sich später in die Städte verlagerte. Trotz Erbteilungen blieb Niedermagenheim bis 1367 in den Händen der Nachkommen, die Töchter aus edel-freien, gräflichen und herzoglichen Familien heirateten. 1419 erlosch das Geschlecht im Mannesstamm.

 

 

Burg (Nieder-) Magenheim bei Cleebronn, Bergseite, Süden

Photo: Renate Freifrau von Lamezan, Cleebronn 2007

 

Lit.: Antonow, Alexander: Burgen des südestdeutschen Raums im 13. und 14. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Schildmauer, Bühl 1977; Eiermann, Wolf: Dem König nah – die Herren von Magenheim, in: Zeitschrift des Zabergäuvereins 4 (2002); 3/4 (2004); 2 (2006); Kunze, Rainer: Das Zabergäu – auch eine Burgenlandschaft, in: Zeitschrift des Zabergäuvereins 1-2 (2001), Nachlese, in: Ebd. 1 (2003); Maurer, Hans-Martin: Rechtsverhältnisse der hochmittelalterlichen Adelsburg vornehmlich aus Südwestdeutsch-land, in: Die Burgen im deutschen Spachraum- ihre rechts- und verfassungsgeschichtliche Bedeutung, hg. von Hans Patze, Sigmaringen 1976, S. 77-190.

Wolf Eiermann, Ludwigsburg*

 

 


Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Siehe auch online auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php

 

 

Séminaire d’Histoire médiévale

Les ducs Valois de Bourgogne: leur cour, leurs hommes, leur espace

Piété et dévotion dans les cours princières aux XIVe et XVe siècles

Paris, 30. Oktober 2007 bis 17. Juni 2008

 

Kontaktadressen:          Prof. Dr. Jacques Paviot

Université Paris 12 Val-de-Marne

UFR Lettres de Sciences humaines

61 avenue du Général de Gaulle

E-Mail: paviot@univ-paris12.fr

F-94010 Créteil cedex

Prof. Dr. Bertrand Schnerb

Université Charles-de-Gaulle – Lille 3

rue du Barreau – BP 60149

F-59653 Villeneuve d’Ascq Cedex

E-Mail: abc.schnerb@wanadoo.fr

 

Aus dem Programm:

Dienstag, 30. Oktober 2007

Paviot, J., Schnerb, B., Séance d’ouverture.

Dienstag, 27. November 2007

Lequain, È. (Paris), L’éducation religieuse des femmes de la noblesse à la fin du Moyen Age.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Tabbagh, V. (Dijon), L’influence des dominicains à la cour des ducs Valois de Bourgogne.

Dienstag, 29. Januar 2008

Aladjidi, P (Paris), La table, espace de la charité princière.

Dienstag, 26. Februar 2008

Schnerb, B. (Lille), Le livre de prière de Robert, seigneur de Wavrin († 1415).

Dienstag, 18. März 2008

Passot-Mannooretonil, A. (Lille), Le culte de sainte Marie-Madeleine à la cour de France dans les premières années du règne de François Ier.

Dienstag, 15. April 2008

Berry, C. (Paris), Piété et dévotion dans la famille de Luxembourg-Ligny.

Dienstag, 27. Mai 2008

Gaude-Ferragu, M. (Paris), Entre dévotion et accumulation: les trésors de reliques princiers au début du XVe siècle.

Dienstag, 17. Juni 2008

Paviot, J. (Paris), La dévotion de la famille royale portugaise à saint Vincent: le polyptyque attribué à Nuno Gonçalves (mi-XVe s.).

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Vorträge

UK Seminars and Conferences 2007

London, 28. Januar 2008

 

Kontaktadresse:           June Prunty

The Society for Court Studies

PO Box 57089

GB-London EC1P 1RF

E-Mail: admin@courtstudies.org

 

Aus dem Programm:

Montag, 28. Januar

COLE, E. (Sussex), The English court and the English country house 1603-1625.

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Symposion

Konjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit

Frankfurt am Main, 13. bis 15. März 2008

 

Kontaktadresse:           Dr. Gisela Engel

Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Grüneburgplatz 1

D-60323 Frankfurt am Main

Tel: [D] 069 - 798 32 382

E-Mail: G.Engel@em.uni-frankfurt.de

 

Das Thema Höflichkeit hat gegenwärtig Konjunktur – in der Ratgeberliteratur wie in der Forschung. Es gibt bisher allerdings kaum kulturwissenschaftliche Interpretationen für diese aktuelle Hinwendung zu zivilem Umgang und Manieren, wohl aber für historisch frühere Phasen und Formen des Interesses an Höflichkeit, insbesondere in der Frühen Neuzeit, in der es darum gehe, instabil gewordene Verhaltensregeln und -rituale und das nicht länger Selbstverständliche zur Diskussion zu stellen (Macho).

Höflichkeit erscheint aus dieser Perspektive als das Thema der politischen und kulturellen, der sozialen und konfessionellen Brüche und Übergänge. Wurde also Höflichkeit überall dort benötigt, wo traditionale (lehensrechtliche oder ständische) Verhaltensregeln nicht ausreichten? Gilt dies besonders für kulturelle Kontaktzonen wie Höfe, Universitäten, Städte, Märkte, in denen es um das Aushandeln neuer Verhaltensformen ging? Welche auslösenden Faktoren können wir in diesen Aushandlungsprozessen beobachten? Waren die alten Regeln überholt, weil sie nicht differenziert genug waren für die Vielfalt der Statusgruppen, die sich etwa an den Höfen, in den Städten oder an den Universitäten begegneten; weil man mit ebenbürtigen Gegnern zurechtkommen mußte; weil man mit Fremden zu tun hatte, deren Status nicht einzuschätzen war? Ein Teil der Forschung spricht mit Blick auf ein eher diskontinuierliches Interesse an Umgangsformen von den Konjunkturen der Höflichkeit, von ihren Schicksalen, von ihrer Dynamik. Es sei in der Frühen Neuzeit um Changing Codes, um The End of Conduct, um The Emergence of Polite Society, um The Fortunes of the Courtier gegangen. Höflichkeit wird so zu einem Gegenstand der gegenwärtig vieldiskutierten Kulturgeschichte des Politischen. Sie stellt sich als eine – tendenziell universalistische – Verkehrsform dar für den Umgang mit unterschiedlichen Menschen, Sprachen und sozialen Kulturen und, so läßt sich zusammentragen, zielt auf Vermittlung, auf Kommunikation, auch Selbstrepräsentation. Dies bezog die Geschlechter in unterschiedlicher Weise ein. Wie wurden dabei die Körper thematisiert? Wie veränderte sich die Sprache? Wie gestalteten sich symbolische und reale Räume, Bildung und Unterricht unter der Wirkung von Höflichkeit? In welchen sich verändernden Schriften, Manieren- und Anstandsbüchern wurde Höflichkeit auf welche Weise zum Thema? Und was besagen mögliche Einsichten im Blick auf die heutige Zeit?

Das Symposion soll dieses vielschichtige (historische) Interesse an Formen, Rhetoriken, Texten und Kontexten der Höflichkeit (der Politeness, der Courtoisie, der Manieren, der Tischzuchten, der ‚guten sytten‘) und ihrer Dynamik, insbesondere in der Frühen Neuzeit, zu seinem Gegenstand machen. Es soll das aktuelle Interesse an diesem Thema kulturgeschichtlich befragen und diskutieren und zugleich ein Ort des Austauschs und der Auseinandersetzung über mögliche Interpretationen und Theorien sein.

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Wissenschaftliche Tagung

Formen fürstlicher Selbstdarstellung und ihre Rezeption (1450-1550)

Schloß Salzau, 27. bis 29. März 2008

 

Kontaktadresse:           Dr. Gabriel Zeilinger

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Philosophische Fakultät

Historisches Seminar

Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel

E-Mail: zeilinger@histosem.uni-kiel.de

Tel: [D] 04 31 - 880-3797

 

Die Zeit zwischen 1450 und 1550 läßt sich als ,Zeitalter der Fürsten‘ charakterisieren. Die Überlieferung von Quellen der höfischen Repräsentation wächst in diesem Zeitraum im Vergleich zur Vorzeit rapide. In der Historiographie sind auffallenderweise nicht wenige Fürsten dieser Epoche als ,große Fürsten‘ bzw. als ,Paradebeispiele eines Renaissancefürsten‘ bezeichnet worden.

Wie das hervorgehobene Profil bestimmter Fürsten zeitgenössisch durch deren Handeln begründet war oder propagiert wurde und wie sich die historiographische Konstruktion eines ,großen‘ Fürsten vollziehen konnte, soll auf der Tagung erörtert werden. Mithin wird es um eine Ausdifferenzierung vom Gruppenbild der Fürsten über die Darstellung von ,Individualität‘ bis hin zur historiographischen ,Prominenz‘ bestimmter Fürsten gehen, also nicht zuletzt um die Entstehung und Reproduktion solcher ,Fürstenbilder‘. Dabei soll bewußt die in vielerlei Hinsicht künstliche ,Epochengrenze‘ des Jahres 1500 überschritten werden.

Zunächst sollen in Querschnitten die strukturellen Bedingtheiten (Sozial-, Kultur- und Geistesgeschichte) der fürstlich-höfischen Welt in dieser Zeit erörtert werden, ehe einige Beispiele von Fürsten exemplifiziert werden. Dies fügt sich ein in das Wiederaufleben auch biographischer Ansätze in der Geschichtswissenschaft im Rahmen einer kulturgeschichtlich verstandenen Politik- und Sozialgeschichte. Die Einzelbeispiele sind dabei durchweg vor der Folie ihrer Dynastie zu betrachten.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 27. März

Fürstenbilder I

Selzer, S. (Halle an der Saale), Zum Problem von Individuum und Gruppe im deutschen Hochadel um 1500; Studt, B. (Freiburg i.Br.), Neue Fürsten – neue Geschichte? Zum Wandel höfischer Geschichtsschreibung; Butz, R. (Dresden), Fürstenlob und Fürstenkritik durch die Zeitgenossen.

Abendvortrag

Müller, M. (Mainz), Individualität in Fürstenporträts der Zeit.

Freitag, 28. März

Fürstenbilder II

Seggern, H. von (Kiel), Neue Formen fürstlicher Propaganda; Werlich, R.-G. (Greifswald), Altes Medium in neuer Zeit: Beobachtungen zum Wandel reichsfürstlicher heraldischer Präsentation zwischen 1450 und 1550; Krieg, H. (Freiburg i.Br.), Ein neues Rittertum? Ritterlich-höfische Kultur um 1500; Steinbrink, M. (München), Die Kosten des Prestiges: Fürstliche Haushalte um 1500.

Mit oder gegen den Kaiser – Alternativen fürstlicher Politik im 15. Jahrhundert

Schwarz, J. (Freiburg i.Br.), Friedrich „der Siegreiche“ von der Pfalz; Zeilinger, G. (Kiel), Albrecht „Achilles“ von Brandenburg.

Grössere Macht – grössere Herrschaft?

Auge, O. (Greifswald), Der Fürst als pater patriae - Fürstliche Selbstdarstellung im Nordosten des Reichs um 1500; Lang, S. (Tübingen), Eberhard „im Bart“ von Württemberg


Eigene Wege im Reich? Reichspolitik und Reformation I

Rogge, J. (Mainz), Friedrich „der Weise“ von Sachsen; Schlotheuber, E. (Münster), Wenn wir dermal rechnung von unser hausshaltung fur Gott thun sollen. Die Kirchen-, Gerichts- und Verwaltungsreform der Elisabeth von Calenberg (1510-1558).

Samstag, 29. März

Eigene Wege im Reich? Reichspolitik und Reformation II

Rüther, A. (Gießen), Philipp von Hessen; Milewska-Kozlowska, J. (Torun), (Hochmeister) Albrecht von Preußen; Rudolph, H. (Trier), Moritz von Sachsen.

Hirschbiegel, J. (Kiel), Zusammenfassung.

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Konferenz

The Economic Role of the Family from the 13th to the 18th Century

Prato, 6. bis 10. April 2008

 

Kontaktadresse:           Istituto Internazionale di Storia „F. Datini“

Via Muzzi 38

I-59100 Prato

E-Mail: datini@istitutodatini.it

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Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern

Die Burg im 16. Jahrhundert

Michelstadt, 22. bis 25. Mai 2008

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. G. Ulrich Großmann

Germanisches Nationalmuseum

Postfach 11 95 80

D-90105 Nürnberg

Tel: [D] 09 11 - 13 31-101 – Fax: [D] 09 11 - 13 31-299

E-Mail: generaldirektor@gnm.de

Internet: http://www.wartburg-gesellschaft.de/

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 22. Mai 2008

Entwicklung der Burgenarchitektur im 16. Jahrhundert

Büren, G. von, Der Adel und seine Burgen im 16. Jahrhundert – Versuch einer Annäherung; Radt, T., Der Umbau der Schwarzwaldburg Zavelstein im frühen 17. Jahrhundert; Knauer, N., Die Neubefestigung der Ravensburg (Kraichgau) im 16. Jahrhundert; Wagener, O., Zum militärischen Wert der Burgen im beginnenden 16. Jahrhundert; Durdik, T., Freudenstein im St. Joachimstal – jüngste Burgengründung Böhmens; Burger, D., Die Münchner Residenzlandschaft im 16. Jahrhundert; Friedhoff, J., Die Burgen der Grafen von Katzenelnbogen nach 1479 und im 16. Jahrhundert; Wendt, A., Neue Baubefunde im Schloß Schwetzingen; Biller, T., Die Bauentwicklung der Burg Hirschhorn am Neckar.

Freitag, 23. Mai 2008

Neue Forschungen zur Renaissance

Hoppe, S., Renaissance als retrospektiver Stil – Beispiele aus der wittelsbachischen Hofarchitektur; Ottersbach, C., Schloß Steinau an der Straße; Breitling, S., Frühe Renaissance in Brandenburg (Arbeitstitel); Fitzner, S., Erinnerung, Gedächtniswert und Bauanleitung. Die Architekturdarstellungen Daniel Specklins im Kontext des Festungsbaus der frühen Neuzeit; Chotebor, P., Neue Baubefunde zum Vladislav-Saal in der Prager Burg; N.N.: Forschungen zum Schloß in Offenbach am Main.

Burgenarchäologie

Grewe, H., Neue Ausgrabungen in der Kaiserpfalz Ingelheim; Arnold, S., Ausgrabungen in der Hochadelsburg Wolfsölden in Württemberg; Lehning, H., Die naturwissenschaftliche Erforschung der Burg Eschollbrücken; Fröhlich, M., Die Neubefestigung der pfälzischen Burg Drachenfels im frühen 16. Jahrhundert.

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Konferenz

„That all the world may wonder!“
The Palatine Wedding of 1613, its Celebration and Significance

Exeter, 7. bis 11. September 2008

 

Kontaktadresse:           Mara R. Wade

Department of Germanic Languages and Literatures

2090 Foreign Languages Building, MC-178

707 S. Mathews Avenue

University of Illinois at Urbana-Champaign

USA-Urbana, Il 61801

Tel: [US] 02 17 333-93 53 – Fax: [US] 02 17 244-22 23

Internet: http://www.german.uiuc.edu/people/faculty/wade.htm

 

The wedding of Elizabeth Stuart, the only daughter of James I, and Friedrich V, Elector of the Palatinate, was a moment of religious, political and cultural significance. At a time of mounting confessional tension in the Empire, the union was understood as a signal of James's readiness to support the Protestants in their struggle with Catholic imperialists. While this hope may in the end have proved illusory, the marriage had substantial consequences, not least in its cultural impact on the Heidelberg court and beyond. This multi-disciplinary international conference aims to explore the marriage of the royal princess to the prince of the Empire from a variety of angles. Its scope includes the confessional and political circumstances of the match, the wedding festivities in London and Heidelberg, the influence of English cultural traditions on the Empire, the character of the Heidelberg court before the ill-fated coronation in Bohemia, and the depiction of the newly married couple in the visual arts and contemporary reports.

The conference is to be held from 7 to 11 September 2008 at the University of Exeter, England.

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Colloque

La cour du prince

Cour de France, cours d’Europe (XIIIe-XVe siècle)

Paris, 18. bis 20. September 2008

 

Kontaktadresse:           Dr. Murielle Gaude-Ferragu

Maître de conférences à l’Université de Paris XIII

99, avenue Jean-Baptist Clément

F-93430 Villetaneuse

E-Mail: gilles.ferragu@wanadoo.fr

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Ausstellung

Spektakel der Macht

Rituale im Alten Europa 800-1800

Magdeburg, 21. September 2008 bis 4. Januar 2009

 

Kontaktadresse:           Dr. Jutta Götzmann

Dorothee Linnemann M.A.

Salzstraße 41

D-48143 Münster

Fax [D] 02 51 83-27 911

Internet: www.spektakeldermacht.de

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11. Symposium der Residenzen-Kommission

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Kommission und der Kommission für Kunstgeschichte der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Vorbild, Austausch, Konkurrenz

Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung

Wien, 20.-24. September 2008

 

Zum Programm siehe
Mitteilungen der Residenzen-Kommission 17,1 (2007) S. 33-41
und oben S. 11-13.

 

Kontaktadressen:          Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel

Tel. [D] 04 31 - 8-80-22-96 – Tel./Fax [D] 04 31 - 880-14 84

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Historische Kommission und Kommission für Kunstgeschichte

Dr. Ignatz Seipel Platz 2

A-1010 Wien

Tel. [A] 01 515 81-35 45 oder -35 92 – Fax: [A] 01 515 81-35 29

E-Mail: herbert.karner@oeaw.ac.at  – jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

Internet: www.oeaw.ac.at

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Tagung

Habsburger Herrschaft vor Ort – weltweit (1300-1600)

Schloß Lenzburg bei Zürich (Schweiz), 9. bis 11. Oktober 2008

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Simon Teuscher

Universität Zürich

Historisches Seminar

Karl Schmid-Strasse 4

CH-8006 Zürich

Tel. [CH] 0 44 - 6 34-38 55 – Fax [CH] 0 44 - 6 34-49 13

E-Mail: simon.teuscher@hist.uzh.ch

Internet: http://www.hist.uzh.ch/lehre/mittelalter/teuscher.html

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Colloque international

Pourquoi les sceaux?

La sigillographie nouvel enjeu de l’histoire de l’art

Lille, 23. bis 25. Oktober 2008

 

Kontaktadresse:           Marc Gil

Université de Lille 3

Laboratoire IRHIS – UMR CNRS 8529

BP 60149

F-59653 Villeneuve d'Ascq cedex

E-Mail: marc.gil@univ-lille3.fr

 

Longtemps, en France, l’histoire de l’art médiéval s’est peu intéressée au sceau, en raison du cloisonnement des spécialités; la sigillographie étant utilisée comme une simple science auxiliaire. Si à l’étranger d’exceptionnelles expositions lui ont fait une place importante, tant en Europe qu’aux Etats-Unis, dans les expositions françaises majeures de ces dernières décennies, sa présentation s’est limitée trop souvent à une description ou à simplement accompagner les chartes exposées. A partir de la fin des années 1970, pourtant, plusieurs études d’historiens et de trop rares historiens d’art, ainsi qu’une récente exposition associant sigillographie et histoire de l’art – Sceaux et usages de sceaux. Images de la Champagne médiévale (2003) – sont venues nourrir la réflexion. De leur côté, les Archives nationales de France ont publié les deux premiers grands corpus iconographiques (1980 et 1991) et le troisième volume consacré aux sceaux de reines est en cours d’élaboration. A l’échelon d’un département comme le Nord, dont les archives conservent l’un des plus importants fonds sigillographiques français, deux programmes d’inventaire et de numérisation des pièces sont en cours, l’un aux Archives municipales de Douai, le second aux Archives départementales du Nord, en collaboration avec l’Université Charles-de-Gaulle – Lille 3.

C’est dans le cadre de ce second programme que l’Equipe d’Histoire de l’Art pour l’Europe du Nord-Irhis de l’Université de Lille 3, en partenariat avec les Archives départementales du Nord et la Société française d’Héraldique et de Sigillographie, se propose de réunir, en octobre 2008, historiens, historiens d’art, littéraires, spécialistes des arts du métal, conservateurs et restaurateurs, pour un colloque international (3 jours) consacré aux sceaux, dans un esprit de décloisonnement des disciplines, parmi lesquelles les Gender Studies et les Visual Studies auront toute leur place.

Cette manifestation viendra clore la première campagne de l’Inventaire des sceaux conservés aux Archives départementales du Nord (2002-2008) ; programme de recherches développé en association avec les ADN, sous l’égide du Service des sceaux des Archives nationales de France, et inaugurée par une journée d’études en avril 2003 (Prolégomènes à un inventaire, Institut Erasme (MSH) – Artes/Lille3).

L’enjeu scientifique principal de ce programme est la création à terme d’un répertoire de plus de 10 000 pièces numérisées, datables et localisables. L’historien de l’art aura alors un considérable outil de recherches, tant du point de vue iconographique que stylistique. Depuis 2002, cette fructueuse collaboration Université – Services des Archives offre à des étudiants une formation des plus enrichissantes, spécifique à l’archivistique et à la conservation des sceaux, en même temps qu’elle leur permet de développer des travaux de recherches en lien avec le fonds inventorié.

Au cours de cette opération d’inventaire et à travers la diversité des sujets étudiés, ainsi qu’au regard de littéra-ture académique, plusieurs points de réflexion ont émergé progressivement qui formeront les thématiques envi-sagées lors du colloque. Le colloque donnera lieu à publication d’actes.

I. Le sceau dans la société: Image, emblématique, culture visuelle

I.a. Entre le XIIe et le XVe siècle, l’apposition du sceau est le mode de validation le plus employé pour authentifier les actes, prenant alors la valeur d’une signature. Par sa fonction, sa place et l’image qu’il véhicule, le sceau pose la question de la nature du signe d’identité.

I.b. Cette image sigillaire est, par ailleurs, intimement lié à l’écrit. Dans la charte, le sceau est annoncé par le nom et la fonction du sigillant et/ou une formule de corroboration. De plus, une légende entoure générale-ment la figure au recto de la galette de cire et une seconde, parfois, sur le contre-sceau au revers. Le sceau devient alors objet manipulable, qu’on lit, qu’on regarde et dont on cherche l’annonce dans le document. Dans ce contexte, quel rôle exact tient cette image sigillaire? Se situe-t-elle en marge du texte ou au con-traire, joue-t-elle le même rôle que la miniature ou la lettrine historiée dans le codex, qui n’est pas, nous le savons, la simple illustration du texte?

I.c. L’usage du sceau a touché les hommes et les femmes, toutes catégories sociales confondues, ainsi que les collectivités et les personnes morales. Parce qu’il engage la responsabilité de son possesseur, le sceau fournit sur le sigillant des informations dignes de foi pour l’historien, ce qui est rare pour une image médi-évale. Au même titre que les images dévotionnelles, les enluminures, les enseignes de pèlerinages dont les premiers exemples empruntent au sceau sa forme et son nom, ou, à partir du XVe siècle, les médailles, le sceau participe de la culture visuelle de l’homme médiéval: il est reproductible, forme des séries et voyage. Il participe à l’effervescence emblématique de la société des derniers siècles du Moyen Age, dont l’une des manifestations les plus importantes pour l’histoire de l’art occidental est l’émergence du portrait moderne, et dans laquelle l’image sigillaire trouve pleinement sa place. Les communications envisageant le sceau à la fois dans sa spécificité et dans sa „relation dynamique avec la société“ seront privilégiées.

II. Le sceau: création artistique

Objet précieux par sa fonction même, la matrice, servant à frapper la galette de cire, devait être exécutée avec soin: sculptée dans l’os ou l’ivoire, gravée ou fondue dans le métal puis retravaillée au burin au sortir de la fonte, sertissant parfois une intaille, antique ou médiévale. Par le nombre considérable d’empreintes conservées en Europe, datables avec précision (pour les personnes physiques) et parfaitement localisables grâce au docu-ment auquel elles sont appendues, ces sceaux, en tant qu’œuvres d’art, sont non seulement une inestimable source iconographique, témoins et acteurs de l’évolution de certains thèmes religieux ou profanes, mais sont également à la pointe des modes artistiques, des recherches et des changements stylistiques ; en particulier, pour les matrices créées pour les grands personnages et les institutions importantes, œuvres d’orfèvres spécialisés. A l’instar des arts précieux, leur création associait naturellement plusieurs métiers artistiques, peintres/ enlumineurs, ivoiriers, sculpteurs, orfèvres.

II.a. Pourront être envisagées, ici, les questions iconographiques et stylistiques, celles de la transmission des modèles et de la manière dont les sceaux ont pu prendre part à la diffusion d’un style dans un milieu donné: ainsi du style 1200 au gothique ou du passage de ce dernier à la Renaissance. Qu’en est-il, par ailleurs, des liens entre les manuscrits enluminés issus des scriptoria et le dessin des sceaux des grandes abbayes au XIIe siècle?

L’émergence des portraits réels ou fictifs dès le XIIIe siècle, avec le développement des têtes de profil puis de trois-quarts, pose, entre autres, la question de la permanence du goût pour le classicisme antique à l’époque gothique, au-delà des années 1230, et interroge alors la notion du réalisme supposé du portrait, renvoyant, par ricochet, à la problématique du portrait comme emblème.

Les architectures suscitent les mêmes interrogations et les mêmes enjeux, entre réalisme et symbolisme ; et cela dès le XIIIe siècle. Leurs structures en faible relief ne nous renvoient-elles pas immanquablement aux arts précieux des chasses orfévrées ou des ivoires en même temps qu’à l’architecture monumentale? La notion d’illusionnisme qui s’applique à l’architecture feinte des vitraux et de la peinture murale à la fin du XIVe siècle, est-elle pertinente pour qualifier l’architecture miniature de certains sceaux contemporains?

II.b. Seront également privilégiées les communications envisageant la production, les techniques de fabrication et les arts du métal, en particulier l’orfèvrerie. Quels rapports avec les arts précieux et les arts du livre? Y-a-t-il eu, à partir du milieu du XVe siècle, un lien entre les graveurs de sceaux, les orfèvres et les premiers ateliers d’imprimerie à caractères fixes ou mobiles?

Enfin, des études de cas, à partir de séries par exemple, pourront permettre d’envisager la question fondamentale de la localisation des ateliers de graveurs.

III. Le sceau dans les musées et les archives: Conservation, restauration, inventaire

III.a. Comme tout objet manufacturé avec des produits naturels, le sceau est fragile, soumis aux variations hygrométriques et aux manipulations. La confrontation des moulages effectués par Germain Demay au XIXe siècle avec les originaux – quand ils existent encore! – montre l’état de détérioration avancée de certains d’entre ces derniers. Il convient donc de réfléchir aux questions fondamentales, avant toute étude, de conservation, de restauration et de présentation d’objets aussi fragiles, menacés de disparaître à courts termes, avec les outils et les connaissances actuels, développés par les services des sceaux des grandes institutions patrimoniales françaises et étrangères.

III.b. Etudier les sceaux c’est bien sûr s’intéresser aux matrices qui les ont produits. Pour ces objets, œuvres d’orfèvres ou de graveurs, se posent également la question de leur restauration et de leur conservation. L’engouement des érudits et des collectionneurs du XIXe siècle pour ce type d’objets d’art soulève de manière moins attendue la question des faux.

III.c. Enfin, nouvel enjeu de la recherche, l’informatisation d’inventaires établis sur des critères établis par le Comité international de sigillographie et associés à la numérisation des pièces devient un outil des plus précieux pour le chercheur et un acteur essentiel de la large diffusion des savoirs via internet. Dans ce processus essentiellement basé sur des critères diplomatiques, quelle place peut être faite à l’image et à sa description, dans une perspective interdisciplinaire?

Ces quelques questions soulevées ici ne constituent qu’une trame non exhaustive, aidant à structurer la réflexion. Toutes propositions de communication permettant d’élargir les problématiques liant la sigillographie à l’histoire de l’art et aux arts figuratifs seront les bienvenues.

Table ronde clôturant le colloque:

Le 15 février 2007, la Section provisoire de sigillographie du Conseil International des Archives a réuni, au British Museum de Londres, un groupe de chercheurs appartenant à diverses disciplines, histoire, histoire de l’art, archéologie, archivistique. Le but était de réfléchir à la mise en place d’une organisation internationale chargée de promouvoir l’étude des sceaux et des pratiques sigillaires, et d’encourager les rencontres entre spécialistes, dans un esprit de décloisonnement des disciplines. Dans un premier temps, il s’agirait de considérer les sceaux et les documents scellés de l’Europe médiévale, quitte à élargir par la suite à l’étude des sceaux du proche et de l’extrême Orient.

Le colloque sera l’occasion de faire le point sur cette initiative, au cours d’une Table ronde qui en conclura les travaux. Toutes et tous sont invités à venir partager leurs réflexions et à faire part de leurs propositions.



Kolloquiumsberichte

 

 

Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter

 

Gießen, 13.-14. September 2007

 

Unter dem Titel „Fürstenhof und Sakralkultur im Spätmittelalter“ fand am 13. und 14. Sep-tember 2007 in Gießen an der Justus-Liebig-Universität eine interdisziplinäre Tagung statt, die von Werner Rösener und Carola Fey veranstaltet wurde. Die Tagung ging aus dem von Werner Rösener geleiteten Teilprojekt „Könige und Fürsten des Spätmittelalters und ihre Erinnerungskulturen“ des Gießener Sonderforschungsbereichs „Erinnerungskulturen“ hervor.

Die Königs- und Fürstenhöfe des Spätmittelalters entfalteten ihr kulturelles Leben in einer Synthese aus sakralen und weltlichen Elementen. So waren die Höfe und Residenzen welt-licher und geistlicher Fürsten im Spätmittelalter nicht nur Orte weltlicher Feste, sondern zu-gleich Zentren des kirchlichen Lebens und sakraler Kulturelemente. Nur einzelne Bereiche der fürstlichen Sakralkultur wurden bislang ansatzweise erforscht. Während die Hofkapelle der deutschen Könige und die sakralen Komponenten an den mittelalterlichen Königshöfen intensiv untersucht wurden, fehlt es an systematischen Studien zur fürstlichen Hofkapelle und Hofgeistlichkeit, zu Gottesdiensten und Frömmigkeitsformen, zu Sakralbauten und Reliquie-nschätzen.

So richteten sich die Fragenkomplexe der Tagung auf Personen, Institutionen, Inszenie-rungen, Sakralbauten und ihre Ausstattungen ebenso wie auf die Einflüsse realer und norma-tiver Vorbilder. Im Einzelnen war nach den prägenden Elementen des Königtums bezie-hungsweise spezifischen Formen der Sakralität des Fürstentums zu fragen. Welche Formen sakralen Herrschertums wurden in den Fürstenspiegeln angesprochen? Welche Rolle hatten Hofkapelle und Hofgeistlichkeit an den Fürstenhöfen des Spätmittelalters? Wie wurden kirchliche Festtage begangen? Welche Funktionen hatten Burgkapellen und Residenzstifte? Welche spezifischen Ausprägungen und Unterschiede lassen sich für die Sakralkultur an geistlichen und weltlichen Fürstenhöfen beobachten?

Werner Rösener (Gießen) eröffnete nach seiner einleitenden Skizzierung des Themas mit den genannten Fragestellungen die elf Referate der Tagung mit seinem Beitrag „Fürstenhof und Sakralkultur im Kontext spätmittelalterlicher Fürstenspiegel“. Er behandelte das Thema in drei Schritten, indem er zunächst das sakrale Herrschertum des Frühmittelalters beleuch-tete und dazu die staatstheoretischen Darlegungen von Augustinus und ihre Modifikationen durch Papst Gregor den Großen ebenso wie die karolingischen Fürstenspiegel des 9. Jahr-hunderts anführte. Sodann wurde der Blick auf die hochmittelalterlichen Quellen gelenkt, unter denen der „Policraticus“ des Johannes von Salisbury mit dem organologischen Bild der Gesellschaft und dem König als ihrem Haupt einen bedeutenden Beitrag zu Herrschaftslehre und Staatstheorie des Hochmittelalters leistete. Inspiriert durch sein Vorbild gelangten die Fürstenspiegel im 13. Jahrhundert zu einer neuen Blüte. Am französischen Königshof brach-ten der Dominikaner Vinzenz von Beauvais und der Franziskaner Gilbert von Tournai bedeu-tende Werke hervor. Im dritten Teil des Vortrags kam unter den spätmittelalterlichen Schrif-ten der vielgelesene Fürstenspiegel „De regimine principum“ des Aegidius Romanus ausführ-lich zur Sprache, in dem vor allem die Metapher des minister Dei und die Tugendlehre hervorstechen. Mit der Ökonomik des Konrad von Megenberg stellte Rösener ein den Für-stenspiegeln nahestehendes Werk vor, das sich umfassend mit der Organisation der Fürsten-höfe, ihren Ämtern und ihrem Personal, beschäftigt. In dem von Jakob Wimpfeling 1498 verfaßten Fürstenspiegel „Agatharchia“ tritt neben den herrscherlichen Tugenden und dem christlichen Amtsgedanken vor allem das Verhältnis des Fürsten zur Kirche, das sich als Unterordnung des rechtgläubigen Herrschers unter die kirchlichen Lehren gestalteten sollte, hervor. In seiner zusammenfassenden Wertung konnte Rösener vor allem das Bild des minister Dei, in dem während des ganzen Mittelalters die Kirche den Amtscharakter fürst-licher Herrschaft betonte, als Leitgedanken der Fürstenspiegel hervorheben. Ein Ausblick verwies auf die frühneuzeitliche Entwicklung, die zwar in Niccolo Machiavellis „Il Principe“ ein weltlich geprägtes Fürstentum der Renaissance vor Augen führt, in den lebensweltlichen Ausprägungen fürstlicher Hofkultur jedoch die Tradierung sakraler Elemente vor allem im kirchlichen Gemeinschaftsleben erkennen läßt.

Joachim Schneider (Würzburg) untersuchte, ausgehend von der Definition der Hofka-pelle durch Josef Fleckenstein, der deren dingliche, räumliche und personale Bedeutungs-ebenen unterschied, „Die Hofkapelle an Fürstenhöfen des Spätmittelalters“. Entgegen der These von der Verdrängung der Hofkapelle aus dem Zentrum fürstlicher Herrschaft und einer Beschränkung auf gottesdienstliche Funktionen konnte er zeigen, daß Kleriker auch für die spätmittelalterliche Fürstenherrschaft zentrale Funktionen einnahmen, die ihnen im Zuge der Einrichtung von Residenzstiften anvertraut wurden. Als problematisch stellte sich jedoch der Begriff des Kaplans heraus, da diese Bezeichnung geradezu inflationär für eine Vielzahl von Geistlichen in der Umgebung des Herrschers verwendet wurde. Ausgehend vom Beispiel der Würzburger Marienkirche als Hofkirche zeigte Schneider die Aussagekraft von wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Quellen für die Untersuchung spätmittelalterlicher Hofkapellen. So bietet das Salbuch des Bistums aus dem Jahr 1468 die ersten Informationen über die Ein-nahmen, die materielle Ausstattung, das Personal und den Reliquienbestand des dem Bene-diktinerkloster St. Burkhard inkorporierten Marienstiftes. Ein weiteres Augenmerk galt der Verortung der Geistlichen am Hof, wofür im Falle Würzburgs das Spannungsfeld zwischen der Marienkirche als institutionalisierter Hofkapelle und dem Dom als bischöflicher Grablege behandelt wurde. In einem dritten Schritt untersuchte Schneider die Kapläne an den Höfen von Kleve, Brandenburg und Hessen, wobei die große Variationsbreite der möglichen Organisationsformen der Hofkapellen und die fortschreitende funktionale Differenzierung erkennbar wurden. Aus den jüngeren hof- und verwaltungsgeschichtlichen Studien hob der Referent die Arbeiten zum habsburgischen Hof hervor, die eine Abnahme der Verflechtung von Hofkapelle und Kanzlei belegen. Abschließend plädierte Schneider dafür, den Fall Öster-reich als Vergleichsmaßstab für künftige Forschungen heranzuziehen, die Ergebnisse der älteren Forschung kritisch zu würdigen und die Hofkapellen beim Erfassen von Sakralland-schaften stärker zu berücksichtigen.

Der anschließende Vortrag von Götz-Rüdiger Tewes (Köln) stand unter dem Titel „Die geistlichen Räte an den Höfen der deutschen Könige von 1273-1347: Träger von Sakral-kultur?“ Tewes beantwortete die Frage nach dem Einfluß der geistlichen Räte auf die Sakral-kultur an den deutschen Königshöfen nach dem Interregnum eher negativ. So war zunächst festzustellen, daß der Anteil der geistlichen Räte an den Königshöfen vom 13. bis zum 14. Jahrhundert insgesamt abnahm und daß der untersuchte Personenkreis wenig zur sakralen Ausprägung des Königtums der Zeit Rudolfs I. von Habsburg bis einschließlich Ludwigs des Bayern beigetragen zu haben scheint. Dies gilt allerdings nicht für Ausnahmen wie den Minoriten und Basler Bischof Heinrich von Isny als Rat Rudolfs von Habsburg, für den in prosopographischen Untersuchungen sein maßgeblicher Einfluß auf die Gestaltung beson-derer Gottesdienste und religiöser Zeremonien nachgewiesen werden konnte. Diese Bedeu-tung korrespondiert wie bei anderen geistlichen Räten mit ähnlichen Funktionen für die Sa-kralkultur an den Königshöfen mit seinem sozialen Rang und seinem Ratseinfluß. Der Refe-rent konnte im Blick auf die Eußertaler Zisterzienser und die Zisterzienser im allgemeinen, die als Kustoden der Reichsinsignien eine wichtige Funktion einnahmen, die Rolle der Ordensgeistlichen für die königliche Sakralkultur hervorheben. Diese waren, im Unterschied zu den Weltklerikern, in der Mehrheit mit hervorgehobenen Funktionen wie der Verwahrung der Reichskleinodien betraut.

Johannes Tripps (Florenz) befaßte sich unter dem Titel „Von Wunderheilungen und mechanischem Spielwerk. Funde zum sakralen Leben in der Pariser Sainte-Chapelle“ mit den eng an die Person des französischen Königs gebundenen sakralen Funktionen der Sainte-Chapelle in Paris. Er zeigte, daß nicht nur ihr Name und die Idee der architektonischen Ein-bindung in den Komplex des Königspalastes, sondern auch zahlreiche liturgische Elemente der Sainte-Chapelle in Kultformen des byzantinischen Kaiserhofes ihre Vorbilder hatten. Mit dem Erwerb der Passionsreliquien aus Konstantinopel durch Ludwig IX. hatte der in beson-derer Weise geheiligte französische König, an dessen Person die thaumaturgischen Kräfte zur Heilung der Skrofeln gebunden waren, eine weitere Überhöhung erfahren. So konnte das in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag in der Sainte-Chapelle gewiesene Wahre Kreuz aus Byzanz Wunderheilungen vollbringen. Das Kreuz entsprach damit in Paris in seiner Funktion und dem Zeitpunkt der Weisung der Inszenierung in Konstantinopel. In der Analyse von Bild- und Schriftquellen betonte der Referent die Rolle des Königs bei der zunächst ihm vorbehaltenen Weisung der Passionsreliquien durch die Öffnung des Reliquien-schreins, der „Grande Châsse“. Ebenso konnte Tripps anhand der Pfingstmesse des Jahres 1484 die Einbindung des Königs in die Liturgie und dessen Einflußnahme auf die zelebrierten Riten darstellen. Anhand einer Miniatur aus den „Très Riches Heures“ wurde die Bedeutung eines in die Messe integrierten sakralen Spiels erläutert und in Parallele zu den performativen Handlungen des Königs anläßlich seiner Wunderheilungen gesetzt. Deutlich wurde die Stel-lung der Sainte-Chapelle als höfischer Sakralraum, dem nicht die Funktion als Privatkapelle des Königs zukam.

Jan Hirschbiegel (Kiel) konzentrierte sich in seinem Vortrag „Religiöse Festkultur an spätmittelalterlichen Fürstenhöfen“ auf Feste weltlicher Fürstenhöfe. Er betonte, daß die höfi-sche Festkultur immer auch religiöse Elemente enthalte, daß diese bislang jedoch nur wenig erforscht wurden und daß auch die Quellenlage als problematisch zu bezeichnen sei. Die Schwierigkeiten der Wahrnehmung könnten zum einen in der untergeordneten Bedeutung religiöser Elemente im höfischen Fest begründet sein oder aber darauf hindeuten, daß diese als grundlegend, aber eben selbstverständlich aufgefaßt wurden. Anhand überlieferter Fest-ordnungen und -berichte, Rechnungen und bildlicher Zeugnisse untersuchte Hirschbiegel die Anwesenheit von Geistlichen und Gottesdienste ebenso wie Geschenke, die nur zu einem sehr geringen Teil Objekte des religiösen Bereichs darstellten. Konkrete Untersuchungs-gegenstände waren die religiösen Elemente der Neujahrsfeste bei den Herzögen von Berry, der Weihnachtsfeste wie das des württembergischen Hofes 1417 sowie des Heidelberger Festes des Jahres 1458. Besonderes Interesse galt auch den berühmten Fürstenhochzeiten von Amberg, Urach und Landshut, die nach einem einleitenden Gottesdienst durch überwiegend weltliche Festteile wie Tanz- und Turnierveranstaltungen geprägt waren. Sehe man von der Anwesenheit von Geistlichen und den Gottesdiensten als selbstverständlichen Festelementen ab, sei doch zu konstatieren, daß in der Perspektive der Überlieferung zu den höfischen Festen religiöse Aspekte eine untergeordnete Rolle spielten.

Carola Fey (Gießen) befaßte sich in ihrem Beitrag „Zu Schmuck und Zierde, zu Trost und Heil. Sakrale Schätze und ihre Inszenierungen an bayerischen Fürstenhöfen“ mit der Frage nach den gestalterischen Interessen, die fürstliche Stifter der Ausstattung ihrer residenznahen Sakralräume und der Kultgestaltung in ihren Kirchen und Kapellen entgegenbrachten. Die Untersuchung richtete sich speziell auf die Verehrung von Reliquienschätzen, die als Pro-jektionsflächen vielfältiger Konnotationen ein besonderes Deutungspotential zu besitzen scheinen. Dabei wurde nach den Verbindungen der gestalterischen Absichten mit der Person des Fürsten und der Identifikation des Fürsten im religiösen Bereich gefragt. Angesichts der spärlichen Überlieferung materieller Reliquienschätze bezogen sich die Betrachtungen zum einem auf zwei bildliche Zeugnisse aus den Kapellen der Burg Trausnitz über Landshut und der heute im Stadtgebiet Münchens liegenden Blutenburg. Zum anderen stellten die Stif-tungsurkunden Herzog Ludwigs des Bärtigen von Bayern-Ingolstadt für die Ingolstädter Liebfrauenkirche schriftliche Quellen für die Betrachtung eines Schatzes im räumlichen und liturgischen Kontext dar. So konnten das Altarretabel mit der Abbildung der Heiligen Lanze in der Trausnitzer Burgkapelle und die Blutenburger Tafel aus der Kapelle des Schlosses Blutenburg, die den Andechser Heiltumsschatz abbildet, als reliquienähnliche Andachts-medien analysiert werden. Während diese Objekte für die im 15. Jahrhundert im religiösen Bereich zu beobachtenden Tendenzen zur Aufwertung der optischen Wahrnehmung stehen, verweisen die Ingolstädter Stiftungen Herzog Ludwigs des Bärtigen auf die funktionalen Qualitäten und die performative Dimension der Reliquienschätze. In all diesen Inszenie-rungen spiegelte sich die Verehrung der Passion Christi als zentraler Gegenstand fürstlicher Frömmigkeitspraxis im späten Mittelalter.

Der Vortrag von Brigitte Streich (Wiesbaden) „Öffentlich inszenierte und private Frömmigkeit. Die Sakralkultur am wettinischen Hof“ befaßte sich auf der Grundlage einer breiten Quellenbasis von Inventaren und Rechnungsbüchern mit der Sakralkultur an den wettinischen Höfen des Spätmittelalters. Ein Schwerpunkt lag auf der privaten Frömmigkeit und ihrer Verortung an den wettinischen Haupt- und Nebenresidenzen Meißen, Dresden, Altenburg und Colditz. Der erste Teil des Beitrages war der Lage und Ausstattung der verschiedenen Burgkapellen gewidmet, während im zweiten und dritten Teil Überlieferungen zu Reliquien und Formen religiöser Inszenierungen im Mittelpunkt standen. Die materielle Kultur, die insbesondere in Quellen zu Hinterlassenschaften und Geschenken faßbar ist, erlaubt vielfältige Rückschlüsse auf die persönliche Heiligenverehrung der Fürsten und ihrer Ehefrauen. Eine besondere Bedeutung kam offenbar am Hof Herzog Wilhelms III. von Thü-ringen Reliquien der heiligen Elisabeth zu, die der Herzog und seine Ehefrau in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts anläßlich von Geburten im wettinischen Verwandtschaftskreis ausliehen. Mehrere Reliquiensammlungen ließen sich im Besitz weiblicher Angehöriger des wettinischen Hauses erschließen. Für das Residenzstift St. Georg in Altenburg, die Kreuz-kirche in Dresden und den Dom in Meißen geben die Quellen Hinweise auf die Präsentation der Reliquienschätze und die öffentliche Inszenierung von Frömmigkeit. Aspekte indivi-dueller Frömmigkeit einzelner wettinischer Fürsten lassen sich aber auch in Pilgerfahrten ins Heilige Land, in regionalen Wallfahrten, etwa zum Heiligen Blut nach Wilsnack, in unter-schiedlichen Zeugnissen caritativer Tätigkeit und in den Beziehungen zu einzelnen Geistlichen, wie sie für Herzog Wilhelm III. von Thüringen zu dem Franziskaner Johannes Capistranus nachzuweisen sind, erkennen.

Christian Hesse (Bern) setzte sich in seinem Vortrag „Der Hof der Landgrafen von Hessen und seine Sakralkultur“ auf der Grundlage von Rechnungsbüchern des 15. und des beginnenden 16. Jahrhunderts mit der Wallfahrtspraxis am Hof der Landgrafen von Hessen auseinander. Fernwallfahrten nach Jerusalem und Rom, die im 15. Jahrhundert einen neuen Höhepunkt erreichende Wallfahrt nach St. Josse und die Pilgerfahrt zum Heiligen Blut in Wilsnack waren jeweils mit dem Besuch mehrerer Stationen unterwegs verbunden. Im Fall von St. Josse wurden auch die Heiligtümer in Aachen und Boulogne-sur-Mer sowie auf dem Rückweg Köln aufgesucht. Daneben fallen vor allem auch die kürzeren, oft nur eintägigen Nahwallfahrten nach Gottsbüren, Wehrshausen, Frankenberg und Grimmenthal ins Gewicht, die besonders für das letzte Drittel des 15. Jahrhunderts quellenmäßig hervortreten und eine besondere Bedeutung für die Wallfahrtspraxis vor allem der Landgräfinnen erlangten. Wichtige Merkmale der landgräflichen Wallfahrten zeigen sich im Verhalten der Wallfahrer unterwegs und am Zielort. So wurden Messen gestiftet, Devotionalien erworben, für das jeweilige Wallfahrtsheiligtum geopfert und die Aufnahme in Bruderschaften angestrebt. Dabei scheinen die Kosten für die Wallfahrten insgesamt, von den Reisen nach Jerusalem abgesehen, eher gering gewesen zu sein. Sowohl auf den Fern- als auch auf den regionalen Wallfahrten wurden die Landgrafen nur von einer relativ geringen Zahl von Personen, vor allem von Dienern und Angehörigen des hessischen Adels begleitet. Aus der Tatsache, daß keine Geistlichen aus der Umgebung der Landgrafen als Reisebegleiter nachweisbar sind, zumindest nicht solche mit vorrangig geistlichen Funktionen, leitete Hesse die grundsätzliche Frage nach der Existenz einer institutionalisierten Hofkapelle oder nur nach Bedarf beschäf-tigten Kaplänen ab.

Wolfgang Wüst (Erlangen) stellte in seinem Beitrag „Aspekte der Sakralkultur am Hof der Bischöfe von Augsburg“ das geistliche Regiment im Bistum Augsburg in das Zentrum seiner Überlegungen zur Sakralkultur an einem geistlichen Hof. Für den Hof der Augsburger Bischöfe gehörten im 15. und 16. Jahrhundert der Konflikt mit der Stadt Augsburg und die Verlegung der Residenz nach Dillingen zu den prägenden Faktoren der Sakralkultur. Wüst konnte die Residenz Dillingen anhand ihrer Bauformen und ihrer Funktion bei der Über-nahme württembergischer Klosterschätze als regionalen, konservativ geprägten Hof charakterisieren. Schwerer sei die Hofgeistlichkeit zu überblicken. Für die geistliche Regie-rung müsse auch der Einfluß der Domkanoniker berücksichtigt werden, die über die Wahl-kapitulationen eine strukturbildende Funktion hatten. Gerade die dadurch entstehende finanzielle Abhängigkeit des Bischofs vom Kapitel habe direkten Einfluß auf den weltlichen Teil des Hofes, etwa in der Ausstattung der Pfründen und im Bereich des Gesandtschafts-wesens, gehabt. Auch die Kritik an der zu großen Zahl von Fremden am Hof oder der Bau-politik der Bischöfe zeige, daß das Domkapitel als Mitregent die Hofkultur stark beeinflußte. Räumlich zeigte sich das Spannungsfeld zwischen Bischof und Domkapitel in einer quasi doppelten Residenzführung, da die Häuser des Domkapitels in der Stadt Augsburg lagen. Wüst schlug abschließend vor, den Kategorien der Machtanalyse Pierre Bourdieus – dem ökonomischen, sozialen, symbolischen und kulturellen Kapital – die Kategorie des „sakralen Kapitals“ hinzuzufügen.

Andreas Bihrer (Freiburg) befaßte sich in seinem Vortrag „Die Synode als Hoftag des geistlichen Fürsten. Das Beispiel Konstanz“ mit den Diözesansynoden süddeutscher Bistümer. Bihrer stellte in seiner Skizzierung der Forschungslage fest, daß Bistumssynoden bislang vor allem aus der Perspektive von oben, also im Zusammenhang mit Anstößen von Päpsten und Konzilien betrachtet wurden und vorrangig ihre normativen Ergebnisse in Form der Statuten untersucht wurden. Um Synoden jedoch aus der Perspektive der Bischöfe und in ihrem Ablauf zu erfassen, stützte sich Bihrer auf bislang wenig bearbeitete Quellen wie Ordinarien, Protokolle und Predigten, was, bedingt durch deren Überlieferungslage, eine weitgehende Konzentration auf Synoden des 15. Jahrhunderts bedeutete. Im ersten Teil des Vortrages wurde nach den Interessen der einladenden Bischöfe und ihrer Einbindung in die liturgischen Abläufe der Synoden gefragt. In diesem Kontext untersuchte der Referent auch die über die Liturgie hinausreichenden Festelemente, die sowohl der Herrschaftsrepräsen-tation als auch der Darstellung von Einheit und Konsens innerhalb des Klerus und somit als Selbstvergewisserung und Abgrenzung dienen konnten. Der zweite Teil des Beitrages war der Frage nach der Einbindung und Mitwirkung der Synodalen, speziell den Formen der Arti-kulation und den Wegen der Entscheidungsfindung gewidmet. Es zeigte sich, daß der Grad der Mitwirkung der Synodalen gering war und daß Tendenzen zur Institutionalisierung kaum erkennbar sind. Vielmehr war für eine stärkere Mitwirkung einzelner Personen und Gruppen die Nähe zum Herrscher entscheidend. Der Referent konnte anhand der herausgearbeiteten Funktionen, Abläufe und der beteiligten Personen spätmittelalterlicher Bistumssynoden seine These von der Synode als Hoftag des geistlichen Fürsten erläutern und die Diözesansynoden als sakral überformte Hoftage charakterisieren.

Meta Niederkorn (Wien) stellte in ihrem Vortrag „Die Zeit als das Maß aller Dinge – Überlegungen dazu, wie das Zeit-Maß der Musik das Zeremoniell bestimmt“ vor allem für den spätmittelalterlichen Wiener Hof zahlreiche Aspekte der Interdependenz von Musik, Hofalltag und Herrscherrepräsentation heraus. Die Frage nach den sakralen Elementen des Hofes sollte über die Betrachtung der Bedeutung der Musik am Hof anhand ihrer Auffüh-rungsmodalitäten und ihrer Gestaltungsmittel beantwortet werden. Die Ausführungen basierten auf einer breiten Quellenbasis. Bildliche Quellen wie die Darstellung des die Messe hörenden Kaisers Maximilian, musikästhetische Traktate und die Musik selbst bildeten die Grundlagen des Vortrages. Ausgehend von den Laudes regiae blieben die Untersuchungen zeitlich nicht auf spätmittelalterliche Phänomene beschränkt. Querverweise auf neuzeitliche Beispiele erschienen notwendig, um Vergleiche aufzuzeigen und Thesen zu verdeutlichen. Die Referentin zeigte den Stellenwert der Expressivität des Zeitmaßes der Musik sowie weiterer musikalischer Grunddimensionen auf. Anhand der Faktoren Metrik und Mehr-stimmigkeit konnte gezeigt werden, daß Musik in Abhängigkeit von sozialen Dispositionen wahrgenommen werden sollte. Ein zentrales Augenmerk richtete sich immer auf die verschie-denen Ebenen der Perzeption dessen, was sakrales Hofleben im Kontext der Musik ausmache. Abschließend verwies Niederkorn auf die barrierenüberschreitende, zwischen Sakralität und Profanität vermittelnde Funktion der Musik.

Als Resümee der Tagung bleibt zu betonen, daß die Beiträge mit ihren innovativen Fragestellungen ein breites Spektrum zur Erforschung eines bislang nur ansatzweise erfaßten Bereichs höfischer Kultur des Spätmittelalters zeigten. Die intensiven Diskussionen der Bei-träge spiegelten diesen Bedarf an weiteren Forschungen wider. Die Tagungsbeiträge sollen im Rahmen eines Sammelbandes veröffentlicht werden.

Carola Fey, Gießen*

 

 

Informelle Strukturen bei Hof
Dresdener Gespräche III zur Theorie des Hofes

 

Schloß Moritzburg, 27.-29.September 2007

 

Die Dresdener Gespräche zur Theorie des Hofes in ihrer dritten Auflage fanden unter dem Titel „Informelle Strukturen“ diesmal im Schloß Moritzburg bei Dresden statt. Der Titel sollte für die Beiträge, die lebhaften und intensiven Diskussionen sowie zahlreiche „infor-melle“ Gespräche Programm sein. Die Tagung im kleinen Rahmen von 14 Teilnehmern erlaubte eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema.

Reinhardt Butz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Technischen Universität Dresden) und Jan Hirschbiegel (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kieler Arbeitstelle der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissen-schaften zu Göttingen) als Organisatoren hatten einen Referentenkreis gewinnen können, der sich interdisziplinär und interkulturell zusammensetzte. Verschiedene zeitliche, topo-graphische und methodische Ansätze führten zu einer sehr fruchtbaren Diskussion mit fach-licher Vielfalt und Tiefe. Dennoch sollte es eine Tagung der Fragezeichen werden, was aber durchaus beabsichtigt war. Die vorab allen Teilnehmern zugesandten Thesenpapiere der Referenten standen im Zentrum der Diskussion und so wurde der sonst übliche Rhythmus von Vorträgen mit viel zu knapper Zeit für die inhaltliche Auseinandersetzung aufgehoben, was alle Teilnehmer als angenehm empfanden.

Den ersten Tag und somit die erste Sektion der Tagung mit dem Titel „Allgemeine Aspekte von Informalität – theoretische Grundannahmen“ eröffnete Werner Paravicini (Deutsches Historisches Institut Paris) mit einer grundlegenden Einleitung, die auf Probleme, Fragen und Theorien informeller Strukturen hinwies. Paravicini nannte Hierarchieprobleme, die möglichen Orte, die Herkunft und die Durchdringung aller Bereiche von Informalität. Festzuhalten ist, daß nicht die spezifischen informellen Strukturen und deren Erscheinungs-formen bei Hofe untersucht werden sollten, sondern die Frage nach deren Entstehungs-bedingungen, Zielen und Motiven, Dauerhaftigkeit und Funktion sowie die Formalitäts-Informalitäts-Differenz und die Verschränkung formaler und informeller Strukturen in höfi-schen Gesellschaften. Die Probleme dieser Betrachtungsweise wurden an dieser Stelle bereits deutlich, nämlich die der Gleichzeitigkeit von Formalität und Informalität sowie die wohl unmögliche Grenzziehung zwischen beiden Verhaltenselementen bei Hofe. Die Einleitung schloß mit der tagungsprogrammatisch zusammenfassenden und zu klärenden Frage: „Welche Bedeutung hat informelles Verhalten innerhalb der höfischen Gesellschaft für die höfische Gesellschaft und wie unterscheidet sich Informalität von Formalität?“

Volker Bauer (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel) wandte sich der „Informalität als Thema und Begriff in der frühneuzeitlichen Geschichte. Überlegungen anhand der deutsch-sprachigen Hofforschung“ zu. Er stellte zunächst die verschiedenen Theorien von Herrschaft und Hofforschung vor. Die Eliteninteraktion der Zentralmächte mit den regionalen Herr-schaftseliten wurden als Grundmodell des Reiches und anderer europäischer Monarchien herausgestellt. Politik wurde nach Bauer nicht vom Staat, sondern von Herrschaften gemacht. Tendenziell löste die Organisation zunehmend die Interaktion ab, was überraschenderweise die informelle Ebene anwachsen ließ. Er stellte zwei Typen von Formalität, nämlich die der Eliteninteraktion und die der funktionalen Verfahren, als kommunizierende Röhren dar, wobei bei einem großen Formalitätsgrad der Interaktion der Oberschichten die Bedeutung der formalisierten, bürokratieförmigen Herrschaft abnahm. Andererseits bedarf nach Bauer die alltägliche, administrative Exekution von Herrschaft äußerst formaler Regeln, wenn das Oberschichtenverhalten eher informal orientiert ist. Er stellte die Formalität, mit deren Hilfe Herrschaft ausgeübt und Verwaltung stattfindet, als die Regel und Informalität als die Aus-nahme an europäischen Höfen heraus.

Eine erste Gruppe von informell agierenden Personen bei Hofe stellte Arne Karsten (Humboldt-Universität Berlin) in seinem Beitrag „Der Künstler bei Hofe zwischen zeremo-nieller Einbindung und informeller (Selbst)Inszenierung“ vor. Die Frage nach dem Verhältnis von Formalität und Informalität am spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hof versuchte Karsten mit Hilfe der Beispiele von Rubens am Hof des Papstes in Rom und als Diplomat in Spanien sowie anhand der diplomatischen Mission Berninis am Hof Ludwigs XIV. zu beantworten. Die informelle Ebene zwischen dem Herrscher und dem von ihm geduldeten, geförderten, ja sogar diplomatisch benutzten Künstler wurde deutlich. Dem Künstler war es gestattet, bewußt mittels seines eigenen künstlerischen Genies die Grenzen der Formalität zu überwinden, was der Herrscher duldete und sogar förderte. Eine geradezu inszenierte Infor-malität war die Folge. Allerdings zeigt gerade das Beispiel des diplomatisch scheiternden Bernini, daß dieses scheinbar grenzenlose informelle Agieren dennoch den spezifischen Ver-haltensregeln der höfischen Gesellschaft angepaßt sein mußte, da der Künstler jederzeit vom Hof entfernt werden konnte, um die höfische Ordnung nicht weiter zu stören.

Die zweite Sektion am Vormittag des zweiten Tages stand unter dem Titel „Informalität in der europäischen höfischen Gesellschaft – Realität oder Fiktion?“ Eva Kathrin Pollmann (Universität Bern) referierte über „Informalität am Hof Ludwigs XV.“ Dazu wählte sie Per-sonen aus, die sich durch persönliche Nähe zum Herrscher auszeichneten und, obwohl sie oft kein formales Amt innehatten, dennoch durch ein Höchstmaß an Informalität die Politik Ludwigs XV. mitbestimmten. Die Marquise de Pompadour als Mätresse des Königs erlangte enormen Einfluß in Bezug auf die auswärtigen Angelegenheiten. Der Prince de Conti wirkte mitbestimmend auf innerfranzösische Auseinandersetzungen und verstärkt auf außenpoliti-sche Fragen. Er steuerte das „Secret de Roi“, ein geheimes Netzwerk von Agenten, das euro-paweit sich erstreckte und dem König diplomatische Informationen lieferte. Beide genannten Personen agierten mit ihren fast rein informellen Mitteln parallel oder sogar in direkter Kon-kurrenz zu der vom König eingesetzten Verwaltung. Dabei wurde auch auf die Verschrän-kung formaler und informeller Strukturen und zahlreiche Abstufungen hingewiesen. Ein be-wußtes Wahrnehmen von Informalität der Zeitgenossen wurde durch Pollmann nahegelegt.

Birgit Emich (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) begann den nachmittäglichen Ab-schnitt mit ihrem Vortrag „Die Formalisierung informeller Beziehungen: Der Fall Rom“. Sie hob zunächst als besondere Eigenart der römischen Kurie hervor, daß die informellen Strukturen stark formalisiert waren. Anhand der brieflichen Amtskorrespondenzen konnte sie die Formalisierung des Informellen nachweisen (Bearbeitungsvermerk: si risponde in forma). Bemerkenswert waren intensive freundschaftliche und klientelartige Verbindungen, die teilweise ohne persönliche Begegnung möglich waren. Der Kardinalnepot, ein offizieller Amtsträger, unterhielt als Leiter einer Behörde ein eigenes Patronagesekretariat mit der entsprechenden Patronagekorrespondenz. Besonders die Post des Privatsekretariats des Nepoten war von stark informellem Charakter geprägt. Der 1538 institutionalisierte Kardinaldepot war Vorsteher aller informellen Einrichtungen und beispielhaft für die Formalisierung des Informellen. Mit der Abschaffung seines Amtes 1692 verschwand auch diese formalisierte Variante des Informellen und eine vielfältige Übergangsphase von reiner Interaktion zu behördlicher Organisation ging zu Ende.

Thomas Zotz (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) referierte danach zum Thema „Infor-melle Zusammenhänge zwischen Stadt und Hof“. Unter Hinweis auf neuere Publikationen stellte Zotz zunächst fest, daß die besonderen Beziehungen zwischen Hof und Stadt – gekennzeichnet u.a. durch Konflikt und Konfrontion – zwar in einer entsprechend spezi-fischen Überlieferung greifbar seien, die aber eher dem Bereich der Formalität zuzuordnen und als offizielle Äußerungen zu charakterisieren seien. Da jedoch nach den nichtoffiziellen Ebenen des Zusammenhangs von Stadt und Hof gefragt sei – und Zotz schlägt die Unter-scheidung offiziell/nichtoffiziell als adäquatere Begrifflichkeit vor –, stehe man vor einer ungleich problematischeren Überlieferungssituation. Zudem habe man die Ortsgebundenheit der Stadt, die Mobilität vor allem des weltlichen Hofes und die städtische Orientierung des geistlichen Hofes in Rechnung zu stellen: „Insofern muß man je nach den spezifischen Be-dingungen der Herrschaftsausübung die Frage nach der Zuordnung von Hof und Stadt differenziert angehen“. Und diese differenzierte Annäherung versuchte Zotz unter den As-pekten Personen, Gruppe, Interaktion. Beispielhaft führte Zotz „von großer Vertrautheit zeu-gende Nahbeziehungen“ von Personen aus den städtischen Milieus zu einem Herrscher vor und unterstrich die Bedeutung von Festlichkeiten und Spielen, insbesondere von Turnieren, für die informelle, nichtoffizielle Interaktion zwischen städtischen und höfischen Gruppen.

Stephan Müller (Universität Paderborn) lieferte mit seinem Beitrag „Informalität in der deutschsprachigen höfischen Literatur des Mittelalters“ eine andere Sichtweise, indem er das um 1215 entstandene Epos des Rudolf von Ems vom „Guten Gerhard“ auf informelle Struk-turen befragte. Die Regeln höfischer Kultur werden in Rudolfs Werk in einem Prozeß-zusammenhang dargestellt. Müller stellte die These auf, daß Informalität die Regeln der For-malität erst kommunizierbar mache. Im literarischen Werk konnten nach Müller alle Hand-lungsformen, in denen Figuren als Rollenträger agierten, als formelle und das Abwenden von Rollenerwartungen als informelle Handlung interpretiert werden. Über die Literatur hinaus stellte er die Frage nach dem spezifischen Verhältnis von Individuum und Rollenkonvention.

In der dritten und letzten Sektion der Tagung „Informalität in außereuropäischen höfischen Gesellschaften – Regel oder Ausnahme?“ sollte der Blickwinkel erweitert werden. Irene Huber (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) versuchte in ihrem Beitrag „Eunuchen am persischen Hof der Sasaniden – zwischen Formalität und Informalität“, die königlichen Eunuchen als Beispiel der Träger informellen Handelns bei Hof darzustellen. Dort übten vor allem Verwandte des Königs im Besitz von Hofämtern, Freunde der Familie und Wohltäter informellen Einfluß auf den Herrscher aus. Der sogenannte Harzbed (Herr der Frauen[-gemächer]) konnte für vielfältige Tätigkeiten, von denen des Kämmerers und Nachrichten-übermittlers bis hin zu der des Haremsaufsehers, verantwortlich sein. Das westliche Bild des Eunuchen als eines verweiblichten und dekadenten Kastraten kann somit nicht aufrecht erhal-ten werden. Am Beispiel des persischen Eunuchen Antiochus, in Diensten am oströmischen Hof in Konstantinopel, stellte Huber die große informelle Machtfülle einer Person am eigentlich feindlichen Hof dar. Abschließend wurde festgehalten, daß die Aufteilung in formelle und informelle Ebenen des Sasaniden-Hofes durch die spärlichen antiken Quellen nicht ausreichend und abschließend untersucht werden können. Eine Trennlinie zwischen in-formellem Handeln und offiziellem Amt war somit nicht scharf auszumachen.

Reinhard Zöllner (Universität Erfurt) beleuchtete abschließend die „Informalität am Hofe des Shogun“ unter der Familie der Tokugawa. Der Shogun, eigentlich treuhänderischer Herrscher des Kaisers, übte zwischen 1603 und den 1860er Jahren praktisch monarchische Gewalt mit Hilfe informeller Strukturen aus. Formell war er kein Monarch, sondern höchster kaiserlicher Feldherr, allerdings war nirgendwo geregelt, wie er seine Herrschaft formal aus-zuüben hatte. Ein wichtiges informelles Organ stellte der Familienrat der Tokugawa dar, der über Nachfolger- und Adoptionsregelungen entschied. Die Burg des Shogun mit ihrem Regierungsapparat von 90 bis 120 Amtsträgern war in „Vorderseite“ und „Inneres“ aufgeteilt, wobei beim „Inneren“ nochmals zwischen „Mittelinnerem“ und „Großem Inneren“ unter-schieden wurde. Das Informelle war fest im „Inneren“ verankert, und zeitweise übten Kammerherren quasi-fürstliche Macht als Sprachrohr des Herrn nach Außen aus. Die „Vorderseite“, vor allem die Fürsten, hatten keine formelle Möglichkeit, sich in die Angele-genheiten des „Inneren“ einzumischen, und so ist es auch nicht überraschend, daß das Ende der politischen Herrschaft der Kammerherren auf informellem Wege erfolgte.

Abschließend faßte Gerhard Fouquet (Christian-Albrechts-Universität Kiel) die Ergeb-nisse der Moritzburger Tagung zusammen. Er stellte heraus, daß sich die Herrschaft des Herrn, der aufgrund seiner personengeleiteten Macht im Zentrum der europäischen Höfe des Mittelalters und der Frühen Neuzeit stand, durch soziales Handeln, spezifische Kommu-nikation und Interaktion der Anwesenden als informell bezeichnen ließ. Alles unterlag dem Willen des Herrn – es wurde „alles umgebaut, wenn der Fürst es will“ (Werner Paravicini) –, aber auch seinem Unvermögen.

Trotz der zahlreichen Diskussionen konnten einige Aspeke nur kurz angeschnitten werden. Es dominierten aber grundlegende Fragen und Gedanken, nicht zuletzt war die Frage nach dem Wissen des Herrschers von entscheidender Bedeutung. War er nur die Marionette der formalen Bürokratie, seiner formalen ministerialen Vertreter und informellen Helfer bei Hofe oder besaß er die intellektuelle Eignung, um durch eigenmächtige Überschreitung der forma-len Strukturen die informelle Struktur zu seinem Vorteil und zur eigentlichen Ausübung von Herrschaft nutzen zu können? Eine der spannendsten und zugleich aufgrund der dürftigen Quellenlage schwierig zu analysierenden Bereichen stellte sicherlich die Frage nach dem Wissen über informelle Strukturen bei Hofe dar. Wie bekamen die Akteure am Hof Informa-tionen über die Formalität und Informalität des Hofes?

Die intensiven Diskussionen trugen wesentlich zum Gelingen der harmonischen Tagung bei. Jeder Teilnehmer versuchte, durch seine Vortrags- und Diskussionsbeiträge die schwie-rige Frage dieses Projektes nach den „Informellen Strukturen bei Hofe“ zu beantworten. Die Dresdener Gespräche zur Theorie des Hofes werden fortgesetzt. Beim nächsten Treffen soll wiederum in interdisziplinärer und interkultureller Ausrichtung die Frage nach dem Hof in Krisensituationen im Mittelpunkt stehen.

 

Marco Thieme, Dresden*


Buchvorstellungen

 

 

Zeichen und Raum. Ausstattung und höfisches Zeremoniell in den deutschen Schlössern der Frühen Neuzeit, hg. vom Rudolstädter Arbeitskreis für Residenzkultur, bearb. von Peter-Michael Hahn und Ulrich Schütte, München u.a. 2006 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 3) [Deutscher Kunstverlag, 360 S., geb., 130 sw-Abb., Karten, Pläne, Tab., 68 Euro].

 

Der mit zahlreichen Abbildungen, Karten, Plänen, Tabellen, Quellenauszügen und dem zwei-spaltigen Satz sehr ansprechend aufgemachte Band ist aus zwei Veranstaltungen hervor-gegangen, nämlich aus einer 2003 abgehaltenen Tagung im Kontext der Ausstellung des Deutschen Historischen Museums „Die öffentliche Tafel. Tafelzeremoniell in Europa 1300-1900“ sowie aus einer Rudolstädter Tagung von 1998 mit dem Titel „Das Schloß und seine Ausstattung. Zur Zeichenhaftigkeit höfischer Innenräume“[44].

Als Klammer für den vorliegenden Band formulieren der Historiker Peter-Michael Hahn (Potsdam) und der Kunsthistoriker Ulrich Schütte (Marburg) „das Problem, in welch spezi-fischer Weise das höfische Zeremoniell der Frühen Neuzeit als eine von Zeichen bestimmte Handlungsform der Fürsten verstanden werden muß“. Es geht ihnen um das „Verhältnis von Zeichen, räumlichem Kontext und zeremoniellen Handlungsmustern“ (7), wobei sie beson-ders die Schwierigkeit in den Blick rücken, nicht allein Zeremoniell in Szene zu setzen, sondern auch die Rezeption der Inszenierungen zu steuern (8). Mit dem vorgeschlagenen zei-chentheoretischen Ansatz offerieren sie das Instrumentarium von Gattungseigenschaften, Be-deutung, Semantik und Pragmatik.

Der Band führt die interdisziplinäre, zeichentheoretisch inspirierte Befassung mit dem Problem von Zeremoniell und Raum fort, welches seit einem guten Jahrzehnt sehr intensiv erforscht wird[45]. Die einzelnen Beiträge belegen nicht allein das Potential des zeichentheo-retischen Ansatzes, sondern zeigen, implizit wie explizit, zugleich dessen Grenzen. Es ist verdienstvoll, daß die Herausgeber die Berührung der Grenzen nicht glätteten, sondern stehen ließen. Die Beiträge bieten einigen Stoff für Kontroversen. Einige besonders wichtige Punkte seien hier genannt:

1. Ulrich Schütte verlangt explizit eine „Integration von Semiotik und Handlungstheorie“ (192). Dies ist ganz im Sinne des Bandes, der ja Zeremoniell und Raum im Vollzug unter-suchen möchte. Die Erfüllung dieser Forderung erweist sich aber als schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil der Handlungs- und der Kommunikationsbegriff oft nicht explizit systematisiert sind. Zudem sieht die Theorie der Kommunikation von der Rekonstruktion von Wahr-nehmungen ab und betont, daß man Verstehensleistungen nicht beobachten, sondern anhand des Folgeverhaltens nur erschließen kann.

2. Läßt sich Wahrnehmung also rekonstruieren? Wenn ja, wie? Einige Beiträge versuchen dies, Schütte kritisiert das Vorgehen. Es kann durchaus sein, daß die Rekonstruktion von Wahrnehmung nicht zu erreichen ist, da ja das in den Quellen faßbare Sprechen und Schrei-ben über Wahrnehmung prinzipiell etwas anderes ist als Wahrnehmung. Die Kritik Schüttes weist auf die Grenzen dessen, was man über Zeremoniell und die Wirkung von Räumen und ihrer Ausstattung wissen kann. Es sind im Band freilich Ansätze erkennbar, die eher als die Wahrnehmung von Raum das Kommunizieren über Raum zum Gegenstand machen (u.a. Franke).

3. Der Zeremoniellbegriff wird, auch wenn er am Anfang des Vorwortes steht, meist implizit recht unterschiedlich verwendet. Das ist nicht zu kritisieren, allerdings erscheint der Hinweis auf Zeichenhaftigkeit verschiedener Objekte dann als chiffrenhaft, wenn die heu-ristische Leistung des Begriffes nicht explizit dargelegt und auf einen expliziten Zeremoniellbegriff bezogen ist. Von daher unterscheiden manche Beiträge in sehr unter-schiedlicher Weise beispielsweise zwischen Zentrum bzw. Kern und Kontext von Zeremo-niell. Woher die Feststellung von Zentralität, einem Mehr oder Weniger an Wichtigkeit im einzelnen kommt, wird nicht stets dargelegt. Dies zeigt, daß der Bezugsrahmen Zeremoniell für eine Bestimmung von Relevanzhierarchien entweder allein nicht ausreicht und/oder aber, daß verschiedene Modi und Dimensionen des Zeremoniells jeweils andere unterlaufen und damit eindeutige Skalierbarkeiten stören können (Rahn).

4. Der Band wirft die ebenso interessante wie umstrittene Frage nach dem Wert der Objekte auf: Mal meint „Wert“ den auch außerhalb des Hofes realisierbaren Materialwert (Gold, Silber), mal den höfischen Markt- und Prestigewert (Porzellan), manchmal läßt sich die Frage nicht entscheiden (z.B. Wollgewirke der Tapisserien).

5. Als Desiderat der Forschung läßt der Band schließlich eine offen kontroverse Befassung mit dem Begriff der Öffentlichkeit – wie auch der Privatheit bzw. Intimität – im Kontext des Zeremoniells erkennen.

Die künftige Zeremoniellforschung wird um Stellungnahmen zu diesen Problemen nicht umhin können. In der Gesamtlektüre ist der Band, der die Materialität des Höfischen im zeremoniellen Vollzug in einer erfreulichen Vielfalt thematisiert, außerordentlich aufschluß-reich und anregend für die Frage nach dem Prozeß der Unterwanderung des hergebrachten Zeremoniells im 18. Jahrhundert. Ein Schlüssel hierfür scheint im Wandel des Verhältnisses von verfestigten Formen einerseits und kasuellen bzw. ephemeren Formen andererseits zu liegen, mithin im Wandel der Medienmaterialität des Hofzeremoniells.

Peter-Michael Hahn („Fürstliche Wahrnehmung höfischer Zeichensysteme und zeremonieller Handlungen im Ancien Régime“) untersucht die Perspektive der Fürsten auf höfisches Zeremoniell und höfische Moden. Seine These ist, daß auf der Grundlage der euro-päischen Vernetzung der fürstlichen Höfe eine Ökonomie der Aufmerksamkeit Fürsten dazu bewegte, „die Wirksamkeit der Zeichen im Rahmen höfischer Kommunikation beleben zu müssen“ (10). Dementsprechend fragt er danach, was „aus der überbordenden Fülle der visuellen und akustischen Reize tatsächlich von der wichtigsten Zielgruppe, den Dynasten, registriert und als aussagekräftiger Gradmesser der jeweiligen Magnifizenz eines Fürsten-hauses wahrgenommen“ wurde (11). Weil es wegen der sozialen Diversität innerhalb des Fürstenstandes nicht „den fürstlichen Blick“ auf zeremoniellen Prunk gegeben habe und weil nicht viele persönliche Aufzeichnungen von Fürsten publiziert sind, verzichtet Hahn auf eine repräsentative Analyse und beleuchtet das fürstliche Spektrum (15) exemplarisch, anhand von Emmanuel de Croy (1718-1784), Christian von Anhalt-Bernburg (1599-1656), Friedrich I. von Sachsen-Gotha und Altenburg (1646-1686), Carl Eugen von Württemberg (1728-1793) und Kurfürstin Sophie von Hannover (1630-1714). Mittels einer Analyse ihrer Schilderungen anderer Höfe und Fürstenbegegnungen versucht er zu ermitteln, was zum „Kernbestand“ der „zeremoniellen Handlungsformen zählte“ (19). Im Zentrum der Berichte stand nach Hahn die persönliche Beziehung und Rangfragen zwischen Fürsten. Niederrangige Personen fanden kaum Erwähnung. Entscheidungen über Rangfragen waren mitunter so unangenehm, daß 1666 bei einem Treffen von Fürsten mit dem dänischen König das Los über die Sitzverteilung der Fürsten entschied (20, 21). Die Begrüßung einschließlich der Zahl der Salutschüsse erweist sich mehrfach als zentral für die Interaktion zwischen Fürsten. Seit dem späten 17. Jahrhundert spielten Berichte über fürstliche Truppen, die „wie bei Ballett und Oper“ eine Choreographie fürstlicher Magnifizenz erlaubten, eine größere Rolle (23). Militärische Ehrenbezeugungen wurden im 18. Jahrhundert auch im innerfamiliären Zeremoniell häufiger (24). Die weitere Auflistung fürstlicher Notizen über Gebäude, Möbel, Teppiche etc. zeigt, daß der Zugriff über den Begriff des Zeichens noch weiter zu schärfen wäre: „Aber es läßt sich auch eine Reihe kunstvoller und exotischer Gegenstände anführen, welche dem Prinzen als bedeutsam im Sinne von ‚zeichenhaft‘ für die dänische Residenz erscheinen.“ (27). Hahn stellt fest, daß es den Fürsten mehr auf ein gelungenes Ensemble ankam als auf Einzelnes. Ein wichtiger Ertrag des Artikels, die Rekonstruktion des Bedeutungszuwachses militärischer Repräsentation, rückt die Frage nach dem Bezeichneten in den Vordergrund und so verweist Hahn schließlich auf die Relevanz militärischer Stärke und deren Zusammenhang mit dem „Wertverlust traditioneller höfischer Zeichensysteme“ im 18. Jahrhundert.

Thomas Rahn („Sinnbild und Sinnlichkeit. Probleme der zeremoniellen Zeichenstrategie und ihre Bewältigung in der Festpublizistik“) stellt die Frage, wie das Zeremoniell, obschon es auf die Überwältigung der Sinne zielt, Zeichenbewußtsein dennoch bewahrt (39). Das Problem stellt sich, weil Zeremoniell als „System von Zeichensystemen“ mehr verlangt als Wahrnehmung, nämlich ein „bewußtes Verständnis der Zeichenbedeutung“. Rahn unter-scheidet direkte und indirekte Codierungen, eindeutig geregelte Zeichenparadigmen und offene Bestimmungen einer nicht beschränkten Signifikantenwahl. Zeremonialakte sind nach Rahn eher direkt bzw. eng codiert. Das direkte Codierungsverfahren prägt die ersten Zeremo-niellgattungen nach Rohrs Ceremoniel-Wissenschafft von 1733 (Hofzeremoniell, Herrscher und Gesandtenzeremoniell, Herrschaftszeremoniell, Divertissements.) Indirekt codiert hin-gegen sind Divertissments bzw. Inszenierungen, für die es keine geregelten Grenzen an Aufwand gibt. Hier zähle der Aufwand selbst, der sich allenfalls diffus in der Zeichengattung Geld messen lasse (40). Diese indirekte Codierung unterläuft die Regeln des traditionellen Zeremoniells, die „freie Wahl des Signifikanten – oder vielleicht sollte man hier sagen: die Signifikanteninvestition – erschafft das Signifikat.“ (40, Hervorhebung durch Rahn) Eine Unterwanderung traditioneller Zeichen- und Bedeutungszuweisungen konstatiert Rahn seit dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts (41). Rahn analysiert danach am reizenden Beispiel der Pastete der Hoftafel das Problem, daß Zeichen (Attribut der Person) auch Reize (Appetit) sein können. Zeicheninterpretation (Semiose) kann aber gestört sein, wenn der Zeichen-charakter vom Reizcharakter überlagert wird, etwa die Rangzuweisung beim Salut durch betäubenden Lärm, der Text bei Illuminationen durch die ungewohnte Lichtinszenierung (42). Rahn leitet daraus Regeln der zeremoniellen Semiose ab: 1. „Es muß gewährleistet wer-den, daß sich die Konkurrenzspannung zwischen dem Zeichenaspekt und dem Reizpotential eines Zeichenkörpers oder einer Zeichengattung nicht entlädt.“ 2. „Es muß gewährleistet werden, daß die denotative Bedeutung eines zeremoniellen Zeichens nicht von seinen konno-tativen Bedeutungen überlagert wird.“ Beispiel ist das Kur-Schwert, das nicht für Tötung genutzt wird. 3. „Es muß gewährleistetet werden, daß die Körperlichkeit bzw. spezifische Präsenz des Referenten nicht das Signifikat widerruft, das ihm zugeschrieben wird.“ Beispiel ist hier der normal-große Fürst, um den herum ein qualitativ zu großes Arrangement auf-gebaut wird. Weil Zeremoniell aber mit allen Mitteln beeindrucken wolle, könne es durch die unterschiedlichen rezeptionsästhetischen Voraussetzungen der beteiligten Medien konter-kariert werden. Daraus leitet Rahn die vierte semiotische Akkordierungsregel des Zeremo-niells ab: „Es muß gewährleistet sein, daß die Konkurrenzspannung zwischen den ästhe-tischen Potentialen verschiedener Zeichensysteme im Zeremoniell nicht zur Ausblendung zeremoniellrelevanter Zeichen einer Zeichengattung durch eine andere führt.“ (43) Dies gelinge nur durch Sequenzierung: „Es muß gewährleistet werden, daß in der Erinnerung an das Zeremoniell fakultative Sequenzen, bei denen der Reizaspekt die Wahrnehmung be-herrschte, die obligatorischen bedeutsamen Sequenzen nicht entwerten bzw. in Vergessenheit bringen.“ (44) Weil dies während eines Festes kaum realisierbar sei, brauche Zeremoniell eine „mediale Nachbereitung, in der die intendierte Ordnung und also Rezeption der Zeichen im Zeremoniell hergestellt“ werde. Diese Nachbereitung sei die „Aufgabe der Fest-beschreibung.“ (44). Damit gibt Rahn eine tiefgründige Antwort auf die Frage nach dem Grund für deren Existenz: die Attraktionsdifferenz verschiedener Zeremoniellsequenzen werde ausgeglichen (44), es finde eine drastische Komplexitätsreduktion, zugleiche eine Art „Reinigung und Präparierung der zeremoniellen Zeichensysteme“ statt (45); die Festbeschreibung erlaube auch, die Teilnehmer in der „Eingespanntheit ihrer Rollenexistenz“ darzustellen. Georg Braungarts These, wonach die Zeremonialrede der „Kitt des zeremo-niellen Prozesses“ sei, widerspricht Rahn (45). Die Reproduktion von Sinnbildprogrammen reagiert nach Rahn darauf, daß man sich während des Festes auf dieses Medium nicht konzentrieren könne; die Festbeschreibung liefere diese Inhalte dann nach (46) und entkleide sie dabei der räumlich-situativen Einbettung des Festortes. Zugunsten der Darstellung der Inventio der adeligen Protagonisten werden die Leistungen der beschäftigten Künstler nur knapp dargestellt; wichtig sei bei Opern nicht, was und wie gespielt wurde, sondern – wegen des Hinweises auf den extremen Aufwand – nur, daß ein Fürst diesen tätige; ähnlich interpretiert Rahn die Schilderung von Feuerwerken bzw. ihrem Arsenal als Hinweise auf indirekte Codierung (Geldaufwand). Während Feste semiotisch komplex akkordiert werden müssten, sequenziere die Festbeschreibung bei radikaler Komplexitätsreduktion das Gesche-hen, wobei für die Texte gelte: „Eine Festbeschreibung, die funktionieren soll, muß nach Möglichkeit reizlos sein.“ (47).

Jörg Jochen Berns „Herrscherliche Klangkunst und höfische Hallräume. Zur zere-moniellen Funktion akustischer Zeichen“) widmet sich der akustischen Sinndimension des Zeremoniells. Ausgehend von den frühneuzeitlichen Vorstellungen der Himmelsklänge – Sphärenklänge und Himmelschöre – verweist er auf die Imitierbarkeit des kosmischen, klin-genden und durch Zahlenlehre auch bei menschlichen Instrumenten verfügbaren Harmonie-gefüges im Zeremoniell. Die noch nicht genügend erforschte akustische Dimension des Zeremoniells reiche aber weiter als die (frühneuzeitliche) Musik, indem sie zwischen „den Polen unkonturierter Lärm und absolute Stille“ operiere. Im ersten Teil geht Berns auf aku-stische Dimensionen des Zeremoniells ein und schildert die Lautwelten verschiedener Akte: die Krönung mit dem sich ins Land hin ausbreitenden Glockengeläut, Jubel, Trompeten, Pauken und Kanonen; wie der Lautteppich von Friedensfeiern überwölbten sie das Territo-rium akustisch. Auch der Herrschertod verband das Territorium mit dem Glockengeläut und den Trauerfeiern zu einem Klangraum. Berns macht weiter auf Fürsten aufmerksam, die Orchester dirigierten und schließlich auf Pläne für Anlagen, die dem Fürsten ermöglichen sollten, Hof und Land zu belauschen und dieses zu beschallen. Im zweiten Teil klassifiziert Berns künstliche Hallräume anhand der Variablen mobil/immobil und variabel/invariabel sowie den alltäglichen Hallraum. Als Beispiele für invariabel-immobile Räume deutet er Kirchen, als variabel-mobilen Hallraum die Räume, die der Fürst als „akustischen Kokon“ mit sich führt, bei der Jagd, auf Reisen, im Krieg (Hörner, Pauken, Trompeten, auch Orgeln). Immobil-variable Hallräume waren das Schloß mit seinen Innen- und Außenräumen, zum Garten hin mit Vogelgesang und Tritonen, zur Straßenseite hin die Klänge des Alltags. Der Fürst, so resumiert Berns, hielt sich nie in einem reinen Alltagshallraum auf, sondern stets in einem besonderen Klangraum bzw. führte diesen mit sich (56). Im dritten Teil verweist Berns auf die Verbindung zwischen Instrumentenlehre und Zeremoniell. Die Assoziationen und Suggestionen von Instrumenten wurden von Athanasius Kircher SJ systematisiert und ver-schiedenen Klangkulissen zugeordnet. Eingehend analysiert Berns danach Orgel, Kanone und Glocke. Berns kommt zum Ergebnis, daß der Fürst im Zentrum einer spezifischen akusti-schen Sphäre stand und als „zentrale Klangquelle innerhalb eines konzentrisch sich ergießenden Schallpulsierens“ erscheint.

Panja Mücke („Musik als zeremonielle Zeichengattung am Dresdner Hof“) präsentiert Institutionen der Dresdner Hofmusik, die Kirchenmusiker, weitere Sänger und Instrumen-talisten, eine französische Sängertruppe, eine polnische Kapellmusik und die Hoftrompeter, zwei Hofpauker und 12 Pfeifer. Die Abtrennung der Hoftrompeter von der übrigen Hofmusik im Jahr 1734 nimmt sie zum Anlaß, nach einer Neuausrichtung der Musik im Zeremoniell des Dresdner Hofes zu fragen. Die Trompeter waren für zahlreiche akustische Signale zustän-dig, u.a. bei Begrüßungen, bei der Ankunft, etwa im Jagdschloß Hubertusburg, bei Huldi-gungen, bei der Eröffnung der Tafel oder beim Betreten und Verlassen des Opernhauses. Die sehr schwierigen Trompetensignale gliederten zeremonielle Handlungen wie das Essen oder eine Opernvorstellung, hoben besondere Ereignisse aus dem Hofalltag heraus und markierten die Anwesenheit des Fürsten. Daher war es verboten, außerhalb der offiziellen Akte Trom-pete zu blasen oder die Heerpauke einzusetzen (69). Die Hoftrompeter wurden, wie die Hof-kapelle, auch bei der fürstlichen Tafel und bei Divertissements eingesetzt. Die organisa-torische Aufspaltung der Musiker geht mit der Aufteilung der Hofmusik in einen zere-moniellen und einen eher kunstorientierten Bereich einher; gleichwohl wirkten die Hoftrom-peter bei gewissen Opernaufführungen mit, wodurch diese Opern als genuin höfische Opern gekennzeichnet wurden.

Michaela Völkel verweist in ihrem Beitrag „Der Tisch des Herrn. Das gemeinsame Zei-chensystem von Liturgie und Tafelzeremoniell in der Frühen Neuzeit“ auf Ähnlichkeiten zwischen der Abendmahlsliturgie und der öffentlichen höfischen Tafel. Das Tafelzeremoniell war danach nicht allein auf Rangbezeichnung hin ausgelegt, sondern habe sich gleichsam im Sinne von „Interzeremonialität“ auf die Liturgie bezogen. Nach Völkel „glichen sich [beide] äußerlich in mehrfacher Hinsicht.“ Diese Ähnlichkeiten zeigt Völkel im Detail: Hinsichtlich der Teilung von Publikum und Essenden, in Bezug auf Ausstattung und Positionierung von Altar und Tafel, hinsichtlich der Zeitpunkte und Anlässe, im Hinblick auf Schweigen, die Handwaschungen, auf den Gebrauch von Wein und Wasser, Kredenzen, Gerätschaften wie Tafel- und Weihrauchschiffe, Textilien und akustische Signale. Es nimmt für den Beitrag ein, daß bei der Parallelisierung die konfessionellen Unterschiede bedacht werden. Nach Völkel war die „gegenseitige Spiegelung des höfischen und des kirchlichen Zeremoniells in der frühen Neuzeit […] nicht die Ausnahme, sondern ein Prinzip symbolischer Kommunikation beider Institutionen“ (97), wobei „Interzeremonielle Analogien zwischen Tisch und Altar […] zweifelsfrei die Idee der monarchischen Herrschaftsausübung zu stützen“ vermochten (98). Der Zweifel wäre freilich durch einen Nachweis auszuräumen, zumal es bis ins 17. Jahrhundert hinein mühsam war, an der Hoftafel geordnete Verhältnisse herzustellen. Wenn die Ähnlichkeiten auch überzeugend gezeigt werden, fehlt doch der Nachweis für die Deutung dieser Ähnlichkeiten, dafür, daß Interzeremonialität ein „Prinzip symbolischer Kommunikation“ gewesen sei. Zudem kann man zwar in Bezug auf die Hoftafel von Zere-moniell sprechen, in Bezug auf die Liturgie aber nur dann, wenn man einen Zeremo-niellbegriff verwendet, der Zeremoniell nicht vom Ritus bzw. Ritual abgrenzt. Die Abend-mahlsliturgie aber ist anders als das Hof-Zeremoniell nicht gänzlich oder weitestgehend in der Hand des Fürsten, sondern gewinnt seine Legitimität gerade durch die Unverfügbarkeit des Rituals (daher der zur Kirchenspaltung führende Streit über das Verständnis der Abend-mahlslehre). Was Völkel zeigt, und dies überzeugend, ist insofern weniger „Interzeremo-nialität“ als vielmehr die Anleihe, die das Zeremoniell der Tafel beim Ritual des Abendmahls macht. Insofern ist zu wünschen, daß ihre sehr inspirierende Anregung, für „Zeremonial-frequenzen und Gegenstände des zeremoniellen Gebrauchs […] die […] Vorreiterrolle des sakralen oder profanen Bereichs […] noch zu klären“, intensiv aufgenommen wird (98).

Barbara Stollberg-Rilinger („Ordnungsleistung und Konfliktträchtigkeit der höfischen Tafel“) arbeitet am Beispiel der Sitzordnungen an der Hoftafel die Einsicht aus, daß die Anordnung von Personen nicht nur ihren Rang zeigt, sondern diesen beeinflußt und „Ordnung im Raum bewirkt […], was sie abbildet.“ (103) Im ersten Abschnitt rekonstruiert Stollberg-Rilinger das Rangsystem der an der Hoftafel beteiligten Personen von den Essenden über die Bediensteten und die Zuschauer bis hin zum Küchenpersonal und be-schreibt verschiedene zugehörige Akte und räumliche Bedingungen wie die Sitzplätze, verbale kommunikative Akte wie Trinksprüche oder Compliments. Stollberg-Rilinger vertritt die These, daß das Tafelzeremoniell hochgradig formalisiert war, um klare Unterscheidungen zwischen relevantem Mitteilungsverhalten und sonstigem, nicht zeremoniell-relevantem Verhalten zu ermöglichen. Auch daher wurde das Tafeln selbst in verschiedene, nach Förm-lichkeit differenzierte Klassen aufgeteilt, u.a. „en public oder en famille, en majesté oder en retirade“. Besonders bedeutsam waren die solennen Tafeln, da diese auch (zeremoniell-) rechtsförmlich waren (106). Im zweiten Abschnitt zeigt Stollberg-Rilinger, daß mit der Formalisierung der Tafel im 17. und 18. Jahrhundert ihre Konfliktträchtigkeit zunahm und illustriert dies am Beispiel des Tafelzeremoniells des Kaiserlichen Prinzipalkommissars beim immerwährenden Reichstag. Der Prinzipalkommissar war Stellvertreter des Kaisers mit den entsprechenden zeremoniellen Implikationen; sein Hof wurde „zu einer Art kaiserlichem Ersatzhof“ (108). Folglich wurde zeremoniellen Rechten wie der Machart der Stühle beson-dere Aufmerksamkeit geschenkt; wurden Details strittig, schenkten auch andere Personen diesen dadurch zu Präjudizien werdenden Phänomenen Aufmerksamkeit, maßen dem zere-moniellen Detail juristische Bedeutung mit Ausstrahlungspotential für den verfassungs-rechtlichen Rang bei. So versuchte Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis bei seinem Amtsantritt 1748 Schwierigkeiten beim Tafelzeremoniell dadurch zu vermeiden, daß er außerhalb von Regensburg nach und nach Gesandte zur Tafel einlud, wobei einem der Beteiligten ein zeremonieller Coup gelang, was die Dynamik des Zeremoniells offenlegte: „Das Zeremoniell erwies sich als immer gerade so konfliktträchtig und heikel wie der empflindlichste alle Beteiligten.“ (113) Im weiteren Streitverlauf, den der Prinzipal-kommissar nicht entscheiden wollte (114), maß er der vorstädtischen Sitzordnung versehent-lich nachträglich präjudizielle Bedeutung bei, was zum Boykott eines Banketts durch zahl-reiche Fürstenvertreter führte. „Die symbolische Qualität der Tafel“, so Stollberg-Rilinger, „ließ sich nicht ignorieren“ (115).

Stefanie Walker („Das Festmahl für Maximilian von Bayern und seine Brüder 1593 in Rom“) schildert die Reise des späteren Kurfürsten Maximilian I. (1573-1651) nach Rom. Dort sollte er den Papst treffen, diesen der Unterstützung der Wittelsbacher im Konfessions-konflikt versichern, Gesuche unterbreiten und seine beiden sich dort bereits länger aufhalten-den Brüder abholen. In Innsbruck beschenkte ein päpstlicher Gesandter den Fürsten. Nach der Alpenüberquerung besichtigte Maximilian drei Tage lang Venedig und speiste bei den Je-suiten. Über Mantua, Ferrara und Pisa reiste er nach Rom und wurde vor der Stadt von Kardi-nälen und seinen Brüdern empfangen. Er zog durch die Porta del Popolo ein, begab sich über die Engelsbrücke in den Petersdom und wurde nach einer Messe zum kranken Clemens VIII. begleitet, den er mit Fußkuß begrüßte. Vom Papst zum Verbleiben im päpstlichen Palast eingeladen, sahen sich Papst und Fürst fast täglich. Am 25. April war er mit seinen Brüdern vom Kardinalnepoten Pietro Aldobrandini, dem Präfekten der Engelsburg, zu einem dort abgehaltenen Bankett geladen, wovon mehrere Quellen ausführlich berichten. Bei der An-kunft an der Engelsburg wurden die Bayern mit einer Musketensalve empfangen. Beim Empfang im Ehrenhof schossen Kanonen Salut. Unter einer Bläserfanfare stiegen die Gäste in die Sala Regia. Dort prunkten unter zwei Baldachinen Kredenzen mit Silber- und Porzellangeschirr. Nach einer Besichtigung der Räume begab man sich zum Essen in die Sala del Tesoro, bewunderte erst den Tischschmuck, wusch dann die Hände und setzte sich zum Essen. Die höchstrangigen Plätze nahmen nach zwei Papstnepoten die drei Herzöge ein. An Haupt- und Nebentafeln aßen zwischen 17 und 22 Uhr insgesamt etwa 1000 Personen. Spei-sen und Anrichtung werden ausführlich wiedergegeben. Die Anrichtung der Speisen hatte teilweise programmatischen Charakter mit Bezügen auf Bayern. Aus gebratenen Hasen waren drei vergoldete Löwen geformt worden, welche die kaiserliche Krone trugen, auch andere Tiere wie Adler, Tiger, Pferde und ein Elefant waren nachgebildet worden, Herkules kämpfte mit der Schlange, aus einer Miniatur-Engelsburg entwichen lebende Vögel, Hasen und Kaninchen. Es folgte ein letztes Zutrinken, danach ein Feuerwerk im Hof und Spiel; ab-schließend besichtigten die Gäste die päpstlichen Insignien und Stücke aus der Schatz-kammer, bevor sie zu Musketensalven wieder abfuhren.

Maureen Cassidy-Geiger („Innovations and the Ceremonial Table in Saxony 1719-1747“) stellt sich explizit in einen engen Kontext zur Ausstellung über Tafelzeremoniell in Europa. Obschon das Luxusobjekt Porzellan nicht mit dem werthaltigen Gold und Silber bei der Hoftafel gleichziehen konnte, wurde es an den Höfen des 18. Jahrhunderts genutzt, wie die Autorin am Beispiel königlicher Hochzeiten und Hochzeiten von Höflingen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zeigt. 1734 wurde das „Krönungs-Service“ aus der Meißener Porzellanmanufaktur für die Krönung Augusts III. nach Warschau gebracht. Die polnischen Könige aus Sachsen nutzten Porzellan-Services aber eher für Gäste, etwa bei Hochzeiten von Hofleuten, und realisierten selbst grundsätzlich weiterhin ihr Recht, von Gold zu essen. Porzellan hatte zwar einen hohen Repräsentationswert, aber keinen reinen Materialwert. Mit Rahn könnte man sagen, daß die Herren von Sachsen und Polen im „direkten Code“ agierten und daher bei Gold und Silber blieben, während ihre Minister Porzellan intensiv nutzten (141) und damit den direkten Code unterliefen.

Ulrich Schütte („Die Räume und das Zeremoniell, die Pracht und die Mode. Zur Zei-chenhaftigkeit höfischer Innenräume“) widmet sich der Ausstattung von höfischen Innen-räumen. Studien zur Gesamtheit von Schloßausstattungen in ihrer Verknüpfung mit dem Zeremoniell und dem höfischen Alltag fehlen noch. Es fehlte aber auch eine frühneuzeitliche Theorie von Herstellung und Gebrauch der mobilen und immobilen Ausstattung von Schlös-sern. In der Analyse von Leonard Christoph Sturms „Von den Bey-Zierden der Architectur“ (1720) kommt Schütte zu dem Ergebnis, daß die verschiedenen Stile der Inneneinrichtung nicht notwendig mit politisch-sozialen Konnotationen verbunden waren (169). Im Vergleich mit Ausführungen zum Begriff „Mode“ in Rohrs Zeremoniell der Privat-Personen (1728) arbeitet er heraus, daß für Mode im 18. Jahrhundert die Differenz zur Form des Alten wesent-lich war, so daß höfische Modephänomene zugleich als Statusbewahrung und Indikator sozia-ler und ästhetischer Dynamik funktionierten. Im zweiten Teil stellt er sein zeichentheore-tisches Begriffsinstrumentarium vor, mit dem er die These herausarbeitet, daß es für das höfi-sche Zeremoniell entscheidend sei, „daß die Produktion und Rezeption zeremonieller Zeichen an die Körper der höfisch-dynastischen Verbände sowie an Werke gebunden blieb, die im Zeremoniell Verwendung fanden“ (176). Schütte schlägt dann eine Klassifikation nach Gat-tungen zeremonieller Zeichen vor (1. Gesamtheit der Zeremonialteilnehmer, 2. einzelne Kör-per, 3. Werke). Von der Frage nach der Materialität der Rituale her kritisiert er Rahns Kon-zept der „Akkomodierungsprobleme im Semioseprozeß“ und beharrt darauf, daß „die zere-monielle Kernhandlung von sinnlicher Reduktion und traditionellen Riten geprägt und damit von Reizüberflutungen weitgehend frei blieb.“ Die „schweigende Opulenz“ aber habe Zere-moniell nicht gestört (177). Von „Kernhandlung“ oder „Kernbereich der Handlung“ spricht er auch an anderer Stelle (179, ähnlich 181), ohne (auch epistemologisch) das Verhältnis von „Kern“ und Umgebung ausführlicher darzulegen. Eine ausführliche Diskussion des Streit-punktes von beiden Seiten wäre wünschenswert, zumal Schütte anders als Rahn argumentiert, daß für die Entstehung von Festbeschreibungen die Absicht leitend gewesen sei, die Rezep-tion zu steuern, da die Teilnehmer komplexer Zeremoniellsituationen bei weitem nicht alles wahrnehmen konnten (180f.). Die Frage, was mit dem „Kern fürstlicher Handlungen“ geschehe, wenn die Magnifizenz sich weiterentwickelte (184), beschäftigt Schütte auch im vierten Teil seines Beitrages. Für Kredenzen im Münchner und Berliner Schloß stellt er fest, daß diese nicht mehr dem zeremoniellen Gebrauch dienten, sondern zu Monumenten bzw. dauerhaften Bestandteilen der Raumdekoration wurden (184). Für die großen höfischen Feste seit dem 17. Jahrhundert konstatiert er, daß die Festereignisse „nicht den Kern der zere-moniellen Handlungen“ bestimmten (185); die Feste hatten ihm zufolge gegenüber der von „Tradition und Stabilität des Ritus“ geprägten „Kernhandlung“ einen „minderen Status“ (185). Schütte unterscheidet daher zwischen Zeremoniell und Festkultur (185). Die Festkultur habe der Sicherung der Aufmerksamkeit für zeremonielle Ereignisse gedient. Deshalb klassifiziert Schütte das Paradeschlafzimmer in der Münchner Residenz, das für Divertisse-ments genutzt wurde, nicht als Teil des Münchener Zeremoniells, sondern als „Requisit des französischen Zeremoniells“ und „Trouvaille aus einem anderen Hof- und Kulturmilieu, die ihre zeichenhafte Kraft aus einem für München fremden zeremoniellen Schematismus der Möbel und aus der Opulenz der Ausstattungsstücke gewann“ (188). Auch im Abschnitt über „Aura und Pracht höfischer Zeichen“ betont Schütte, daß „der Handlungskern eines Zere-moniells weiterhin dem Exklusivitätsgebot unterlag“ und hier die alten Zeichen verwendet wurden, während „der Kontext des Zeremoniells dem Gebot der Prachtsteigerung“ unter-worfen worden sei (188). Im letzten Abschnitt stellt Schütte fest, daß es noch immer an Kate-gorien fehle, anhand derer „die Wahrnehmung von Innenräumen und ihre historische Be-deutung innerhalb eines höfischen Kontextes genauer bestimmt werden könnte“ (189), was als implizite Kritik am Beitrag von Hahn zu betrachten ist. Schütte mahnt weiter eine Rekon-struktion der psychologischen Dimension von Wahrnehmung jenseits der Ikonographie an. Anders als die Baukörper seien die Innenräume stark auf Kasualität, Wandel und Alltag hin ausgelegt und ständig sich wandelnden Wahrnehmungen ausgesetzt gewesen (190). Mit einem Zitat des Beginns von Lampedusas „Leopard“ (es ist inzwischen eine neuere, nun maßgebliche Ausgabe verfügbar) verdeutlicht Schütte die Wandelbarkeit von Innenräumen. Für die künftige Forschung fordert er mehr als Analysen einzelner Ausstattungsgegenstände und der Vorstellungen von Künstlern und Auftraggebern, nämlich Untersuchungen über die Einfügung des Zeichencharakters in die Kommunikations- und Interaktionsformen der höfischen Welt. Mit der Forderung nach einer „Integration von Semiotik und Handlungs-theorie“ (192) schließt der Beitrag. Mit dieser Forderung verweist Schütte völlig zu Recht auf ein ungelöstes Problem, welches das zeichentheoretische Instrumentarium allein nicht zu lösen vermag – ungeachtet der bemerkenswerten Schemata zu zeremoniellen Zeichen-gattungen (199-204).

Martin Eberle untersucht höfische Sammlungen und Raumausstattungen („Vom zere-moniellen zum geselligen Hof. Der Wandel höfischer Sammlungen und Raumausstattungen im 18. Jahrhundert“). Der Verzicht auf eine zu Beginn explizit formulierte These und auf eine offensichtliche Gliederung erschwert die Lektüre – was schade ist, denn Eberle exemplifiziert an instruktiven Beispielen (v.a. Dresden, München) den Entwicklungsprozeß von der Kunst-kammer mit individuellen Konzepten hin zum wissenschaftlichen Kabinett und damit auch den Wandel der Funktion des Fürsten für sein Kabinett: Vom Erschließer und Erklärer des Mikrokosmos über den drechselnden Fürsten hin zum abstrakten Förderer von Institutionen der Wissenschaft und Repräsentanten der „Wirtschaftskraft und Kunstfertigkeit“ eines Landes (209). Im folgenden geht Eberle u.a. auf die China-Mode des 18. Jahrhunderts ein (Lackarbeiten und Porzellan); die Verbreitung des Porzellans interpretiert Eberle hinsichtlich des materiellen Wertes anders als Cassidy-Geiger (216), er sieht im Porzellan selbst einen Wert, während Cassidy-Geiger zwischen Materialwert und Repräsentationswert unter-scheidet. Nach Eberle löste der gute Geschmack die Zeichenhaftigkeit der Wappen ab (216); auch unterwanderte das Porzellan ständische Grenzen, in Analogie zu nicht ständisch vorge-gebenen, sondern ausgelosten Sitzordnungen am Hof des Kölner Kurfürsten Clemens August (217). Ähnlich wie Schütte betont Eberle, daß das Zeremoniell in Köln durch materielle Pracht ersetzt wurde, was Rahn als Dominanz indirekter Codierung beschreiben würde.

Stephan Hoppe („Der Raumtypus des ‚Prunkappartements’ als Träger symbolischen Kapi-tals. Über eine räumliche Geste der zeremonialen Gastfreundschaft im deutschen Schloßbau der beginnenden Neuzeit.“) sucht ähnlich wie Schütte nach „theoretisch starke[n] und zu-gleich empirisch praktikable[n] Begriffe[n]“ für die Analyse von Raumwahrnehmung und diskutiert in diesem Zusammenhang u.a. den Begriff des relationalen Raumes (Martina Löw) des „Kopfraumes und virtuellen Raumes“ (Gottfried Kerscher) (229). Nach einer erfreulichen Würdigung der Verdienste von Norbert Elias und Hugh Murray Baillie und weiterer wich-tiger Arbeiten für die Erforschung der Raumnutzung konstatiert Hoppe, daß für die kostbar-sten Räume mitteleuropäischer Schlösser von den Eigentümern „kein Nachweis einer Nutzung durch die Besitzer bzw. Besitzerinnen“ gebracht werden kann (231). Hoppes These ist, daß diese ästhetisch herausstehenden Räume es erlaubten, sich in eine überregionale Ranghierarchie einzuschreiben, ohne im lokalen Bereich die eigene Hofstruktur verändern zu müssen (231). Zahlreiche deutsche (und englische) Schlösser des 15., 16. und 17. Jahr-hunderts besaßen mehrere Appartements, deren kostbarste Gästen hohen Ranges dienten; so waren in der Münchener Residenz in den hierfür besonders hergerichteten Zimmern im 17. Jahrhundert mehrfach Kaiser zu Gast. Eine durchgängige Interpretation der Appartements als Kaiserzimmer lehnt Hoppe indes ab und vermutet, daß die „ungeschriebene Gesetze der Gastfreundschaft es wünschenswert erscheinen ließen, Standesgenossen bei […] Besuchen wenn irgend möglich im Residenzschloß unterzubringen […]“ So wurde „symbolisches Kapital auf Zeit weggegeben“ und dadurch vermehrt (245). Von diesen für hochrangige Gäste bestimmten prunkvollen Appartements führt keine direkte Linie zu den Prunkräumen des 18. Jahrhunderts.

Frank Druffner („Vom Brennpunkt zum Blickfang: Kamin und Ofen im Schloßbau“) widmet sich der Kontroverse um die Nutzung und Architektur von Öfen und Kaminen. Weil nicht gern gesehen wurde, daß für Kamine Holz durch die Innenräume getragen werden mußte, wurden in Schlössern des 18. Jahrhunderts Öfen mitunter Kaminen vorgezogen. Dennoch war der Kamin als prunkvolles Architekturelement unverzichtbar, die Kombination von Kamin und Ofen aber wurde als Verschwendung kritisiert. Der Kamin wurde in der Lite-ratur schon des 15. Jahrhunderts als ein wichtiges Requisit höfischer Architektur bezeichnet, das entsprechend aufwendig gestaltet wurde (255). Kamin und fürstliche Selbstdarstellungen sind vornehmlich im westlichen Europa bis ins 18. Jahrhundert eng miteinander verbunden, nicht zuletzt durch Reliefs über der Feuerstelle mit Bezug auf die Schloßherren oder gar durch Baldachine über den Kaminen (257). Stichvorlagen waren für die Verbreitung von Kaminen im Reich von großer Bedeutung. Anders als der Kamin, der architektonisch nach Art von Fenster und Türeinfassung behandelt wurde, wurde der Ofen eher als Möbel ge-staltet. In Italien und Frankreich bewertete man ihn als „spezifisch deutsche Erscheinung“ (260). In der Wiener Hofburg wurde vom 16. bis 18. Jahrhundert mit Öfen geheizt (261). Der Umstand, daß diese ohne flächige Wandbindung in den Raum hineinragen, wurde im 18. Jahrhundert als ästhetisches Problem gesehen, das man etwa mit Symmetrisierung zu lösen versuchte; verbreitet war auch die Lösung durch die Gestaltung als „Zimmermonument“, etwa durch Integration von Reliefs, Porträts oder Obeliskenform. Mitunter waren Öfen als solche nicht mehr erkennbar, sondern als Skulpturen gestaltet (262f.).

Birgit Franke („Tapisserien als höfisches Ausstattungsmedium. Zwischen Allgemein-gültigkeit und Individualität“) rückt Tapisserien in den Blick. Als Luxusprodukte brachten sie die Magnifizenz der Eigner zum Ausdruck und waren oft aus kostbaren Materialen gefertigt, aus Seide, Gold- und Silberfäden. Das Alter ererbter Teppiche war ein Statussymbol. Thema-tisch zeigten Tapisserien neben höfischen und dynastischen Themen wie Schlachten, Herrscherviten, Turnieren v.a. Szenen aus dem Alten Testament und der Mythologie. Neben Produktionen für den Markt standen Bestellungen zur überhöhenden Illustration der Dynastiegeschichte. Die situativ bedingte und wandelbare Aufhängung in Kirchen und Fest-sälen stellte Interaktion in einen spezifischen, auch politischen Deutungsrahmen, wie Franke an der Verwendung mehrer Tapisserie-Serien sowie an der textilen Ausstattung der Münchner Hochzeit von 1613 zeigt, welche die politischen, religiösen und persönlichen Eigenschaften der Protagonisten und des Geschehens ausdeutete. Auch als Themen im höfi-schen Diskurs spielten Tapisserien eine Rolle.

Eva-Bettina Krems („Zeremoniell und Raumwahrnehmung. Die Münchner Residenz in drei Beschreibungen des 17. Jahrhunderts“) widmet sich einer handschriftlichen und zwei gedruckten Beschreibungen der Münchner Residenz aus den Jahren 1644, 1667 und 1685. Besondere Aufmerksamkeit schenken die Beschreibungen der Gestaltung der Decken, wäh-rend die übrige Ausstattung, die „höfischen Zeichen“ wie Tapisserien kaum erwähnt werden. Zeremonielle Ereignisse werden nicht geschildert. An den Beschreibungen läßt sich aber fest-machen, daß sie für eine erweiterte Rezeption hin („Öffentlichkeit“) (285) geschrieben sind, daß sie eine zunehmende Transparenz der Residenz erkennen lassen und eine Tendenz zur Darstellung mittels einer strukturierten Ordnung. Die Beschreibungen legen unterschiedliche Wege durch die Residenz zugrunde, an denen auch die Restriktion des Zugangs zum Herr-scher sichtbar wird. Die neueren Beschreibungen lassen diese Schwierigkeiten des Zugangs nicht mehr erkennen, was Krems auf den durch Henriette Adelaide vermittelten französischen Einfluß zurückführt.

Dem Gebrauch von Textilien widmet sich auch Esther Janowitz („Textile Pracht und hö-fisches Zeremoniell. Der zeremonielle Gebrauch von Prunktextilien am Beispiel der Kaiser-zimmer der Münchner Residenz“). Diese seien nach den Bauten selbst „die bedeutendsten Zeichen herrschaftlicher Pracht und Magnifizenz“ und „zentraler Bestandteil des höfischen Zeremoniells“ gewesen (324). Genauer schildert Janowitz die Stoffe der Münchner Residenz im 17. Jahrhundert, v.a. Tapisserien, Brokate, Damast, Atlas, Samt, Ledertapeten und ordnet sie nach ihrem Rang. Maximilian I. achtete persönlich darauf, ob Farben zueinander paßten. Bei besonderen Anlässen wurden die kostbaren Teppiche nach Anordnungen der Fürsten ge-hängt. Maximilian I. baute gezielte eine Sammlung von Tapisserien auf, die mit dem Ausbau der Residenz korrespondierte. Sehr ausführlich stellt Janowitz aufgrund eines neuen Quellen-fundes die sehr interessante Ausstattung der Kaiserzimmer beim kaiserlichen Besuch 1653 dar. Unklar ist, warum entgegen den Ausführungen von Graf (s.u.) das kaiserliche Bett „als zeremoniell höchstrangiges Möbel“ bezeichnet wird. In den kaiserlichen Räumlichkeiten hingen u.a. eine Folge von Heldendarstellungen, eine Monatsfolge, Teppiche aus der Otto-von-Wittelsbach-Folge und Grotesken. Seit dem späten 17. Jahrhundert verfestigten sich in München die bis dahin eher kasuellen Ausstattungen; damit verloren die im ephemeren, situativen, kasuellen als Zeichen verwendeten Tapisserien an Bedeutung (343).

Henriette Graf („Hofzeremoniell, Raumfolgen und Möblierung der Residenz in München um 1700-um 1750“) widmet sich der Zeit des Aufstiegs des Hauses Wittelsbach zur Kaiserwürde. In dieser Zeit schuf François Cuvilliés (1695-1768) eine symmetrische Raum-folge für das spätere Kaiserpaar, ein „appartement de parade“ und ein „appartement de société“, die für das kaiserliche und für das französische Zeremoniell geeignet waren – womit Graf der Deutung Schüttes (188) implizit zu widersprechen scheint. Graf erläutert eingehend das bayerische Lever vor der Folie von Versailles und Wien, welches sie als „gänzlich private Verrichtung“ interpretiert (306), was wegen der verschiedenen Facetten des Begriffs des Pri-vaten auch anders gesehen werden kann. Ein öffentliches Lever hielt Kurfürst Karl Albrecht nicht (307), auch nutzte er sein Paradebett nicht, durchaus aber das „appartement de société“ (311). Graf vergleicht danach das französische, kaiserliche und bayerische Audienz-zeremoniell sowie die „Appartements“ und zeigt, wie in München Einflüsse aus Versailles und Wien adaptiert wurden, so etwa die Spiegel. Zum französischen Vorbild ist nach den hier publizierten Tagungen wichtige neuere Literatur erschienen: Mathieu Da Vinha: Les valets de chambre de Louis XIV [Die Kammerdiener Ludwigs XIV.], Paris 2004.

Den Abschluß des Bandes bildet Gun-Dagmars Helke: „Der Schönburgsche Saal im Schloß Thurnau. Ein sächsisches Belvedere in Oberfranken“. Der Beitrag rekonstruiert am Beispiel den Wandel der adeligen Selbstdarstellung im 18. Jahrhundert, in dessen Verlauf Veduten, Panoramen, Landschaftsschilderungen und Staffagen frühere Repräsentations-formen (Ahnengalerien, Darstellungen von Schlössern, Heraldische Motive) ergänzten und ablösten.

 

Mark Hengerer, Konstanz*

 

 

Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 7. bis 9. Oktober 2004 auf Schloß Iburg, hg. im Auftrag des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land von Susanne Tauss, Göttingen 2007 (V&R unipress, 399 S., 58 sw-Abb. im Text, 96 Farbtafeln, 39 Euro].

 

Residenz und Hof sind zwei Seiten derselben Medaille (Werner Paravicini), die – wenn man im Bild bleiben mag – vom Herrn als Mittelpunkt des Hofes in der Hand gehalten wird. Dieser kaum auflösbare Zusammenhang zeigt sich bei der Betrachtung von Residenz und Hof im großen und im kleinen und findet sich in nahezu allen Aspekten wieder. So weist auch der „Große Saal“ als baulicher Mittelpunkt einer Residenz weit über seine rein architektonischen Bezüge hinaus. Dieser war als Raum für Fest und Ritual, Kommunikation und Öffentlichkeit der Schauplatz, wo bei Mahl, Tanz und Wettspielen sowie politisch-rechtlichen Handlungen Macht, Pracht und Ehre des Hausherrn demonstriert wurde, wie Liliane Châtelet-Lange in ihrem Beitrag für den unlängst von der Residenzen-Kommission herausgegebenen dritten Teil des Handbuches „Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich“ „Bilder und Begriffe“ schreibt[46]. Da ist es nur folgerichtig, daß der vorliegende Band nicht nur den „Ritter-saal“, sondern an seinem Beispiel die bischöfliche Residenz Iburg implizit insgesamt und mit Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg (1593-1661) dessen prägenden Gestalter in den Blick nimmt, ist doch der Rittersaal der Iburg „der einzige samt Ausstattung erhaltene Raum aus dieser Zeit“: „Es geht um ein pars pro toto, um einen einzelnen Raum und doch um ein ganzes Residenzgefüge im Zeithorizont des 17. Jahrhunderts“, betont die Herausgeberin Su-sanne Tauss schon in den ersten Zeilen ihrer Einleitung. Neben archäologisch erhobenen Befunden gibt dabei die schriftliche Überlieferung vor allem in Form einer Hofordnung aus dem Jahre 1651 – offenbar nach dem Vorbild des kurkölnischen Hofes – und erhaltene Rech-nungsbücher zum Um- und Ausbau der Iburg die archivalische Grundlage für die Rekon-struktion der sozialen und architektonischen Ausgestaltung der Residenz unter Wartenberg.

Der Wittelsbacher Wartenberg war ein Sohn Ferdinands von Bayern – damit Enkel Herzog Albrechts V. von Bayern – und der Maria von Pettenbeck. Ausgebildet an der Jesu-itenschule in Ingolstadt und am Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom stand War-tenberg zunächst in bayerischen Diensten am Münchener Hof, war ab 1621 aber als Präsident des Geheimen Rates, später als Obersthofmeister, in Diensten des Kölner Kurfürsten Ferdi-nand von Bayern. Zum Bischof von Osnabrück ist Wartenberg 1625 gewählt worden und blieb dies bis zu seinem Tod. Die Residenz Iburg hat Wartenberg freilich schon 1633 auf der Flucht vor den Schweden wieder verlassen müssen und konnte erst nach Abschluß des West-fälischen Friedens zurückkehren. Mit der schwedischen Besetzung des Hochstiftes war aller-dings auch Wartenbergs Reformbemühungen ein Riegel vorgeschoben worden, für die er zuvor noch in Anerkennung seiner Leistungen die Bistümer Verden und Minden erhalten hatte sowie zum Administrator des Bistums Hildesheim bestellt worden war. Wartenberg hat im Westfälischen Frieden dann zwar das Hochstift Osnabrück zurückerhalten und konnte aus seiner Kölner Zuflucht in seine Residenz zurückkehren, hat aber nicht verhindern können, daß in der Capitulatio perpetua 1650 bestimmt wurde, daß sich nach seinem Tod ein katholi-scher und ein lutherischer Bischof abwechseln sollten, ein langfristig gesichertes gegen-reformatorisches Programm mithin nicht durchzuführen war. „Als Repräsentationsrahmen blieb Wartenberg nur das, was allgemein das Zeremoniell und im Besonderen der ihm ver-bliebene Sitz auf der Iburg boten“, schreibt Tauss. Und die zerstörte Iburg hat Wartenberg zunächst sanieren müssen. Zu den von ihm eingeleiteten Maßnahmen gehörte auch die (Neu) Gestaltung des Großen Saales, der erst im 19. Jahrhundert romantisierend zum „Rittersaal“ wurde. Dieser Saal mißt 12x15 m und ist im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts von Fürst-bischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel als Jagd- und Speisesaal geschaf-fen worden, hat unter schwedischer Besatzung aber schwere Schäden erlitten. Die barocke Gestaltung durch Wartenberg, bei seinem Hofmaler und Architekten Johann Krafft in Auftrag gegeben, umfaßte nun „ein zentrales architekturillusionistisches Plafondbild mit thronendem Jupiter, acht umrahmende Herkulesszenen, an den Wänden rings umlaufend eine Porträt-galerie der Bischöfe von der Bistumsgründung bis zu Wartenberg selbst, ein[en] große[n] Prunkkamin mit alttestamentlichen Bildern, eine monumentale Schaukredenz als Gegenüber und schließlich ein[en] schwarz-weiß gerautete[n] Steinfußboden – nicht zu vergessen die vier aufwendig geschnitzten Zugänge zum Saal“, so Tauss zusammenfassend. Die Decken-malerei, die aus den Jahren 1656 bis 1658 von Andreas Aloisi Galanini geschaffen wurde, ist im übrigen nicht nur ein bedeutendes Beispiel perspektivischer Scheinarchitektur, sondern auch die einzige ihrer Art, die nördlich der Alpen im Original erhalten ist. Der reiche und hochwertige Farbtafelteil des Bandes bietet neben heutigen Ansichten des renovierten Ritter-saales und der Iburg, Grundrissen aus dem 17, 18. und 19. Jahrhundert und Abbildungen des Plafondbildes vor allem jene Bischofsporträts, die hier zum ersten Mal einschließlich ihrer Texte vollständig publiziert sind. Tauss unterstreicht die Bedeutung des Rittersaales der Iburg dadurch, daß in ihm zugleich ein rhetorisches, ästhetisches und politisches Programm kulminiere, wie es in der Frühen Neuzeit bei der Ausstattung von Hauptsälen Standard gewesen sei.

Die Baumaßnahmen waren kurz vor Wartenbergs Tod abgeschlossen, doch schon ab 1673 ist die Iburg nicht mehr als Residenz genutzt worden. Diese Aufgabe hatte ab diesem Zeit-punkt das Osnabrücker Stadtschloß übernommen, die Iburg war fortan Kloster, Gerichts- und Verwaltungssitz. Erste Bestandssicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen fanden im 19. Jahrhundert statt, doch erst einer letzten Restaurierungskampagne, die von 1985 bis 1998 währte, gelang die Wiederherstellung der wartenbergschen Anlage des Rittersaales, der damit auch „Denkmal einer langen Restaurierungsgeschichte“ (Tauss) geworden ist. Anlaß genug für eine Tagung, die vom 7. bis zum 9. Oktober 2004 auf der Iburg selbst stattfand, getragen vom Landschaftsverband Osnabrücker Land in Kooperation mit dem Fachbereich Geschichte/Frühe Neuzeit der Universität Osnabrück, dem Niedersächsischen Landesarchiv, dem Schloßverein Iburg, dem Landkreis Osnabrück und dem Kulturforum Osnabrücker Dom unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Diese Tagung, wie die Herausgeberin einleitend einführt, konzentrierte sich auf Fragen zu Geschichte und Nutzungszusammenhängen und sollte der Reflexion sich wandelnder Geschichtsbilder dienen. Restaurierungsgeschichte und Rekonstruktion, Ursprungskonzept von Ausstattung und Nutzung standen dabei im Vordergrund. Dies spiegelt sich in der Einteilung des Bandes, der allerdings in und mit zahlreichen Beiträgen, die sich in Teilen, aber unter je anderen Perspektiven überschneiden, weit mehr als dieses Programm zu bieten hat. Die Einleitung wiederum gibt in Ermangelung, aber Kompensation einer Zusammen-fassung nicht nur die wesentlichen Ergebnisse, sondern benennt auch das, was noch zu tun bleibt (S. 31-32), wozu Tauss die wittelsbachischen Bezüge Wartenbergs und „die mögliche Entwicklung morganatisch bedingter Sprachcodes“ zählt, womit sie gleichsam ein neues For-schungsfeld kreiert. Zudem sei den anderen Hofhaltungen Wartenbergs wie Bonn, Münster, Regensburg, Wörth, Fürstenau usw. differenzierte Aufmerksamkeit unter der interessanten Perspektive der unterschiedlichen „Repräsentationshorizonte“ zu schenken.

Unter dem Thema „Bauliche Substanz und Nutzungswandel des Saales einschließlich einer umfangreichen Bestands- und Rekonstruktions- bzw. Restaurierungsbeschreibung“ nehmen die Beiträge von Wolfgang Schlüter, Archäologische Befunde zur Baugeschichte der Iburg (S. 37-52) und Hermann Queckenstedt, Der Rittersaal als Waschküche (S. 53-79) zunächst eine materielle und historische Bestandsaufnahme vor. Anschließend befassen sich Peter Butt, Peter Königfeld und Erwin Uhrmacher mit der „Geschichte der Restau-rierungen und Grundlagen zur Rekonstruktion von Wartenbergs Großem Saal“ (S. 81-119).

Dem politischen, kirchengeschichtlichen und geistlichen Kontext widmen sich Siegrid Westphal, Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und der Dreißigjährige Krieg (S. 121-136), und Heinrich Bernhard Kraienhorst, Die Erneuerung des geistlichen Lebens im Fürstbistum Osnabrück unter Franz Wilhelm von Wartenberg (S. 137-152).

Heiko Lass vergleicht Schloß Iburg und Schloß Osnabrück unter den Gesichtspunkten von Bautypus und Raumfunktionen des Residenzschlosses in der Frühen Neuzeit: Das Resi-denzschloß im 17. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und die Schlösser in Iburg und Osnabrück (S. 153-172).

Hofhaltung, Hofleben, Hofstrukturen und höfischen Hierarchien behandelt Christian Hoffmann, Residenz, Hofhaltung und Hofdienerschaft des Fürstbischofs Franz Wilhelm von Wartenberg im Hochstift Osnabrück 1625-1661 (S. 173-194). Die spezifische Thematik der Pagen am Hof wird aufgegriffen von Volker Arnke, Tobias Bartke, Sabine Hofer, Kristine Gresshörner und Manuela Kanies, „Edle Knaben in Tugend und Sitten“. Qualifikation und Aufgaben der Pagen am Hofe Franz Wilhelms von Wartenberg (S. 195-212). Hervorgegangen ist dieser studentische Beitrag übrigens aus einem Projektseminar an der Universität Osnabrück zu dem Thema „Adel in Nordwestdeutschland“. Abschließend stellt Marianne Sammer „Die Regensburger Residenz und Hofhaltung Franz Wilhelms von Wartenberg“ (S. 213-228) vor.

Im letzten Abschnitt geht es schließlich um die Ausstattung des Rittersaales selbst. Gabriele Wimböck fragt nach „Vorbild, Abbild und Herrscherbild“ (S. 229-248). Michael F. Feldkamp behandelt „Herkules, Karl der Große, Wartenberg und die Jesuiten in Osnabrück“ (S. 249-268). Gerd Dethlefs führt in die „Bildnisgalerie der Osnabrücker Bischöfe im Rittersaal des Schlosses Iburg“ (S. 269-290). Von Dethlefs stammt auch der Beitrag über „Die Bischofsporträts im Rittersaal von Schloß Iburg“, in welchem die dazugehörigen In-schriften transkribiert sind (S. 337-366). Bianca Grommel behandelt „Kamin und Kamin-bilder im Rittersaal der Iburg im Kontext des Raumprogramms“ (S. 291-306) und Susanne Tauss die Schaukredenz: „Nach dem Credentz Tisch dragen“ Eine Annäherung an die Schaukredenz im Rittersaal (S. 307-336).

Entstanden ist ein durchaus facettenreiches Buch, auf das Herausgeberin und Autoren gleichermaßen stolz sein können. Ein Buch, das ein Fallbeispiel in unterschiedlichen Aspekten behandelt, eine Antwort auf die Frage nach Beispiel- oder Vorbildhaftigkeit der Residenz Wartenbergs, ihre Bestimmung als „Prototyp, Idealtyp oder Realtyp“ (Harm von Seggern) im Rahmen der „Konkurrenz der Höfe“ (Peter Moraw), in den Beiträgen von Laß, aber auch Sammer und Wimböck immerhin angerissen, freilich (noch) schuldig bleibt. Ergebnisse der Hof- und Residenzenforschung, Untersuchungen zur Theorie des Hofes, zur symbolischen Kommunikation, zu „Zeremoniell und Raum“ oder die „Thesen zur Rekon-struktion höfischer Zeichensysteme in der Frühen Neuzeit“ von Peter-Michael Hahn und Ulrich Schütte blieben zudem weitgehend unbeachtet – Ausnahmen sind hier nur die Beiträge von Laß, Arnke/Bartke/Hofer/Greßhörner/Kanies und Tauss, die die genannten Forschungsfelder zumindest partiell rezipieren. Doch dies war nicht das Anliegen des Bandes und nicht das Anliegen der interdisziplinär zusammengesetzten Tagungsteilnehmerschaft, die hier „ihre“ Residenz, „ihren“ Hof und ihre zum Teil langjährige Forschungsarbeit auf durchwegs hohem Niveau vorstellt.

 

Jan Hirschbiegel, Kiel

 

 

Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007 [Lukas Verlag, 328 S., geb., 12 Farbtafeln und 92 sw-Abb., 36 Euro].

 

Erzbischof Ernst von Magdeburg (1464-1513) gehörte lange zu den eher wenig beachteten Fürsten der mitteldeutschen Geschichte: Im Schatten seines Vaters Ernst von Sachsen, seines Bruders Friedrich den Weisen und seines Amtsnachfolgers Albrecht von Brandenburg stehend, rückte lange Zeit kaum jemand Leben und Herrschaft des Wettiners ins Zentrum des wissenschaftlichen Untersuchungsfeldes. Das in den 1990er Jahren angestiegene Interesse an der Kirchen-, Herrschafts- und Kulturgeschichte des mitteldeutschen Raumes hat hier jedoch einen Wandel eingeleitet. Mit Markus Leo Mocks 2005 an der Technischen Universität Berlin abgeschlossener, soeben im Druck vorgelegter Dissertation wird nun erstmals die kunsthistorische Bedeutung des Ernestiners sogar monographisch gewürdigt.

Im Mittelpunkt des Buches stehen drei herausragende Zeugnisse seiner Herrschaft im Erzstift Magdeburg: Die Moritzburg in Halle, seine Grablege im Magdeburger Dom sowie die in der hallischen Burg gelegene Maria-Magdalenen-Kapelle. Vorgeschaltet ist der Unter-suchung dieser Hauptgegenstände noch eine Schilderung der politischen und kirchen-rechtlichen Schritte zur Übernahme des Bischofsstuhles im Jahr 1476 durch den noch sehr jungen Fürsten.

Das ausführliche Kapitel über die Moritzburg beginnt mit einer kurzen Erläuterung der po-litisch-militärischen Ereignisse und Konstellationen, die den Kontext des Burgenbaus er-hellen. Hierbei schließt sich Mock der mittlerweile sehr einheitlich vertretenen Deutung an, die in der Errichtung der Anlage ein Instrument der Absicherung der 1478 erfolgten Unterwerfung der durch Salzförderung und Handel wirtschaftlich für das Erzstift besonders bedeutenden, zuvor sehr autonom geführten Stadt Halle sieht. Die günstige Gelegenheit, kommunale Autonomie angesichts scharfer innerstädtischer Konflikte brechen zu können, sei hier mit dem Streben nach einer intensivierten Herrschaftspräsenz im südlichen Teil des Erzstiftes zusammengefallen, die zugleich geostrategischen, dynastischen und ökonomischen Erwägungen folgte. Sodann werden Baugeschichte und frühe Baugestalt der Moritzburg in Wort und Bild ausführlich vorgestellt, wobei auch die zum Teil erheblichen Probleme und Defizite in Überlieferung und bisheriger Forschung deutlich werden. Verluste an Bau-substanz durch Zerstörung, Umbauten und Verfall, Einbußen im Bestand der wichtigen Schrift- und Bildquellen, aber auch die zuweilen unbefriedigende Dokumentation früherer Forschungstätigkeit lassen manche Frage über Bauprozesse, Baugestalt und Baunutzungen ungeklärt. Anschließend stellt Mock die hallische Moritzburg in den Kontext wettinischer Herrschaftsarchitektur der Jahrzehnte um 1500. In Übereinstimmung mit anderen Bauhisto-rikern entdeckt er hier Merkmale spezifisch wettinischer Bauweise und Symbolsprache, in welcher der Anspruch dieses Fürstenhauses auf das Erzstift zu erblicken sei. In der Sache mag er hier recht haben, doch methodisch überzeugt seine Argumentation nicht restlos, stützt sie sich doch nur auf einen Vergleich der hallischen Anlage mit ausgewählten Leitbauten der Wettiner. Streng genommen ist aber nicht unbedingt typisch wettinisch, was sich gehäuft an wettinischen Bauten nachweisen läßt, sondern erst solches, was sich bei Wettinern, nicht oder nur selten jedoch an der Architektur anderer Dynastien beobachten läßt. Daß die aufgezeigten Parallelen nicht schlicht allgemein modische, zeittypische Ausdrucksformen sind, sondern dynastiespezifische, hätte hier deutlicher vorgeführt werden können. Ausführungen über die Funktionenvielfalt und den hohen repräsentativen Rang der Ausstattung schließen den Ab-schnitt über die Moritzburg ab.

Danach wendet sich Mocks Blick nach Magdeburg. Die Errichtung der Grablege und weiterer kleinerer Baumaßnahmen im Inneren des dortigen Domes als Kathedrale des Erz-bistums stehen hier im Blickpunkt. Stiftung, Architektur, Ausstattung und Bildprogramme werden detailliert vorgestellt. Der Autor gelangt auf dieser Grundlage zu der Überzeugung, darin ein „politisches Manifest“ (S. 150ff.) des Erzbischofs Ernst erblicken zu dürfen, mit dem nicht nur die fürstliche Herkunft und familiären Bindungen verdeutlicht, sondern darüber hinaus die Ansprüche der Magdeburger Bürgerschaft auf Reichsunmittelbarkeit ab-gewiesen und zugleich ein Vorrang gegenüber den anderen geistlichen und weltlichen Fürsten des Reiches einschließlich der eigenen Verwandtschaft reklamiert wurden.

Hiernach kehren die Untersuchungen von der Elbe zurück an die Saale. Die in die halli-sche Moritzburg integrierte, der trutzigen Erscheinung der Gesamtanlage angepaßte Maria-Magdalenen-Kapelle wird als letztes wichtiges Bauwerk eingehend beleuchtet. Nach Erläuterungen von Baugestalt, Funktion sowie den letztlich gescheiterten Bemühungen um die Etablierung eines Stiftes an der Kapelle, werden Vergleiche mit ungefähr zeitgleich errichteten Schloßkapellen der Region angestellt. Dabei zeigen sich besonders enge Bezüge zur Wittenberger Schloßkapelle als ebenfalls ernestinischen Sakralbau. Ferner bietet der Abschnitt ausführliche Vorstellungen der Raumausstattungselemente und des liturgischen Zubehörs. Mock interpretiert die Befunde auch hier vor allem als Ausdruck eines ausge-prägten Strebens nach Repräsentation, deren Details überdies unmittelbare Bezüge zu politischen wie persönlichen Entwicklungen erkennen lassen, so etwa die Verschlechterung der Beziehungen zum Bruder Friedrich oder die gesundheitlichen Probleme des Erzbischofs.

Mit einer knappen Schilderung der Bestattung des Erzbischofs und der Nachfolgeregelung sowie einem ebenfalls kurzen Schlußwort klingt die Darstellung aus. Am Ende des Buches findet der Leser neben dem obligatorischen Quellen- und Literaturverzeichnis noch eine nützliche Edition zentraler Quellenstücke zu Leben und Herrschaft des Magdeburger Erzbischofs. Auch ein Orts- und Personenregister wurde dem Band beigegeben, auf ein Sach-register jedoch verzichtet.

Der Autor deutet die drei untersuchten Bauwerke als Ausdruck eines ausgeprägten Be-mühens um fürstliche Repräsentation, mit der zugleich die Darstellung eines hohen geistlich-fürstlichen Ranges und die dynastische Zugehörigkeit angestrebt wurde. Die Argumentation stützt sich vor allem auf die Ausdeutung von heraldischen und ikonographischen Pro-grammen sowie meist regional beschränkten Vergleichen von Architektur und Ausstattung. Die komparatistischen Teile hätten an Überzeugungskraft noch weiter gewonnen, wenn ein breiteres Vergleichsspektrum berücksichtigt worden wäre. Auch wird bei der aufgezeigten dynastischen Selbstkontextualisierung des Erzbischofs möglicherweise noch nicht hin-reichend zwischen den unterschiedlichen Bezugsebenen „wettinisch“ und „ernestinisch“ unterschieden: gäbe es markante Differenzierungen, wären diese deutlicher herauszuarbeiten, fehlten sie, böte dies Anlaß, intensiver über die fürstliche Identitätsbildung nachzudenken.

Gleichwohl bietet das Buch ein Bild des Magdeburger Erzbischofs, für das die recht weit gestreuten Mosaiksteine an einem Ort vereinigt, Fehlendes ergänzt und die Teile insgesamt überzeugend zu einem Ganzen zusammenfügt wurden. Es fällt durch diese Arbeit nun ganz sicher genügend Licht auf Ernsts Kunstpolitik, um sie aus den Schatten der prominenteren Verwandten und seines unmittelbaren Amtsnachfolger ein deutliches Stück hervortreten zu lassen.

 

Matthias Meinhardt, Halle an der Saale*

 


Neuerscheinungen

 

 

Absolutismus, ein unersetzliches Forschungskonzept? Eine deutsch-französische Bilanz, hg. von L. Schilling, München 2007 (Pariser Historische Studien, 79) [Oldenbourg, 248 S., geb., 34,80 Euro].

Actas del II congreso de castellologia iberíca. Alcalá de la Selva (Teruel), 8-11 de noviembre de 2001, hg. von A. Ruibal, Madrid 2005 [Asociación Española de Amigos de los Castillos, 1304 S., Ill., 30 Euro].

Actas del III congreso de castellologia iberíca. Guadalajara, 28 de octubre-1 de noviembre de 2005, hg. von A. Ruibal, Madrid 2005 [Asociación Española de Amigos de los Castillos, 1096 S., Ill., 35 Euro].

Albala, K.: The banquet. Dining in the great courts of late-Renaissance Europe, Urbana u.a. 2007 [University of Illinois Press, XIV+223 S, Ln., 40 $].

Andres, J.: „Auf Poesie ist die Sicherheit der Throne gegründet“. Huldigungsrituale und Gelegenheitslyrik im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2006 [Campus, 342 S., kart., 34,90 Euro].

Asch, R.: Einführung: Adel in der Neuzeit, in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 317-325.

Asch, R.: Staatsbildung und adlige Führungsschichten in der Frühen Neuzeit: Auf dem Weg zur Auflösung der ständischen Identität des Adels?, in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 375-397.

Aspects of Power and Authority in the Middle Ages, hg. von B. M. Bolton und D. E. Meek, Turnhout 2007 (International Medieval Research, 14) [Brepols, 300 S., Hb, 29 sw-Abb.,70 Euro].

Auge, O.: Zur Rolle der Stuttgarter Stiftskleriker im Württemberg vorreformatorischer Zeit, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, 66 (2007), S. 81-112.

AusmessenDarstellenInszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von U. Kundert, B. Schmid und R. Schmid, Zürich 2007 [Chronos, 232 S., 22 sw-Abb., 24,80 Euro].

Außenpolitisches Handeln im ausgehenden Mittelalter. Akteure und Ziele, hg. von S. Dünnebeil und C. Ottner, Wien 2007 [Böhlau, 520 S., geb., 4 Abb., 89 Euro].

Barock in Mitteleuropa. Werke – Phänomene – Analysen. Hellmut Lorenz zum 65. Geburtstag, hg. von M. Engel, M. Pozsgai, C. Salge und H. Weigl, Wien 2007 (Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 55/56) [Böhlau, 544 S., geb., 16 farb. u. 150 sw-Abb., 69 Euro].

Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster, hg. von Museumsverbund „Die Fünf Ungleichen e.V.; Museumsverbund Schloß Moritzburg Zeitz. Red. K. Heise und J. Säckl, Petersberg u.a. 2007 [Michael Imhof Verlag, 431 S., geb., 100 farb. u. 100 sw.-Abb., 24,95 Euro].

Barthélemy, D.: La chevalerie. De la Germanie antique à la France du XIIe siècle, Paris 2007 [Fayard, 522 S., br., 26 Euro].

Becher, M.: Erbe von Kaisers Gnaden. Welf IV. und das süddeutsche Erbe der Welfen, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, 66 (2007), S. 17ff.

Benporat, C.: Cucina e convivialità italiana nel Cinquecento, Florenz 2005 (Biblioteca dell’Archivum Romanicum. Serie I, 340) [Olschki, 344 S., 32 Euro].

Benporat, C.: Feste Banchetti, Florenz 2001 [Leo S. Olschki, 290 S., 12 farb. Abb., 34 Euro].

Bernstein für Thron und Altar. Das Gold des Meeres in fürstlichen Kunst -und Schatzkammern, hg. vom Kunsthistorischen Museum, Wien 2005 [Skira, 134 S., br., zahlr. Abb., 39,90 Euro].

Bessey, V.: De la France des premiers Valois à la fin du règne de François Ier, Turnhout 2007 (Construire L’Armée Française. Textes fondateurs des institutions militaires, 1) [Brepols, 263 S., kart., Ill., Bezug der insg. 3 Bde. der Reihe (Bd. 2: Depuis le début du règne de Henri II jusqu’à la fin de l’Ancien Régime; Bd. 3: De la Révolution à la fin du second Empire): 117,53 Euro].

Biersack, I.: Die Hofhaltung der „reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut, Regensburg 2006 (Regensburger Beiträge zur Regionalgeschichte, 2) [Edition Vulpes, 308 S., kart., 21 Abb., zahlr. Tab., 24 Euro].

Birke, C.: Notdurft und Heimlichkeit. Die Abortanlage als Bestandteil fränkischer Burgen und Schlösser vom Hohen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 144-151.

The Bishop Reformed. Studies of Episcopal Power and Culture in the Central Middle Ages, hg. von J. S. Ott und A. Trumbore Jones, London 2007 (Church, Faith and Culture in the Medieval West) [Ashgate, 300 S., Hb., 55 Pfund].

Bock, H.: Die Chronik Eisenberger: Edition und Kommentar. Bebilderte Geschichte einer Beamtenfamilie der deutschen Renaissance – Aufstieg in den Wetterauer Niederadel und das Frankfurter Patriziat, Frankfurt am Main 2001 (Schriften des Historischen Museums am Main, 22) [Historisches Museum, 621 S., 200 meist farb. Abb., Karten und Graph., 20 tab. Übers., 11 Taf., 7,95 Euro].

Boucher, J.: Société et mentalités autour de Henri III, Paris 2007 (Bibliothèque littéraire de la Renaissance, 2) [Champion, 1273 S., geb., 195 Euro].

Boucheron, P., Menjot, D., Monnet, P., Granier, T.: Les villes capitales au Moyen Age, Paris 2007 (Histoire ancienne et médiévale) [Publications de la Sorbonne, 450 S., Pb., 29 Euro].

Bowsher, J. M.: The Chapel Royal at Greenwich Palace, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 155-165.

Braake, S. ter: Met Recht en Rekenschap. De amptenaren bij het Hof van Holland en de Haagse Rekenkamer in de Habsburgse Tijd (1483-1558), Hilversum 2007 [Verloren, 448 S., 39 Euro].

Brall-Tuchel, H., Reichert, F.: Rom – Jerusalem – Santiago. Das Pilgertagebuch des Ritters Arnold von Harff (1496-1498), Köln 2007 [Böhlau, 320 S., geb., 8 farb. und 43 sw-Abb., 29,90 Euro].

Bredekamp, H.: Bilder bewegen. Von der Kunstkammer zum Endspiel, hg. von J. Probst, Berlin 2007 [Wagenbach, 253 S., kart., zahlr. Abb., 13.90 Euro].

Brinkmann, J.-U.: Ein fürstliches Geschenk [an die Stadt Göttingen]? – Der Prachtstammbaum der Welfen von 1584 im Städtischen Museum Göttingen, in: Göttinger Jahrbuch 2006, S. 21-32.

Bündnispartner und Konkurrenten der Landesfürsten? Die Stände in der Habsburgermonarchie, hg. von G. Ammerer, W. D. Godsey Jr., M. Scheutz, P. Urbanitsch und A. S. Weiss, Wien u.a. 2007 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 49) [Oldenbourg, 592 S, kart., graph. Darst., 54,80 Euro].

Burg – Straße – Siedlung – Herrschaft. Studien zum Mittelalter in Sachsen und Mitteldeutschland. Festschrift für Gerhard Billig zum 80. Geburtstag, hg. von R. Aurig, R. Butz, I. Grässler und A. Thieme, Beucha 2007 [Sax-Verlag, 404 S., Pb., Ill., graph. Darst., 1 Kartenbeilage, 40 Euro].


Aus dem Inhalt:

archäologie und burgenforschung

Billig, G.: Zur Vorlage der Ausgrabungen auf dem Meißner Burgberg – regionale Krise archäologischer Methodik, S. 11-54; Billig, G., Böttcher, G.: Burgen und Burgbezirke im Erzstift Magdeburg vom 10. bis zum 12. Jahrhundert (1984), S. 55-81; Spazier, I.: Neueste Ergebnisse zur Burgenforschung in Südwestthüringen, S. 83-104; Schmitt, R.: Hochmittelalterliche Bergfriede – Wehrbauten oder adliges Standessymbol, S. 105-142; Gerlach, T., Geupel, V.: Die archäologischen Funde von der Isenburg bei Wildbach im Westerzgebirge, S. 143-173; Degenkolb, P.: Die Sage von der Schatzstelle zwischen Arnsgrün und Bärenloh – Neues über den Herrensitz Schönfeld bei Arnsgrün im Oberen Vogtland, S. 175-179.

strasse und verkehr

Billig, G., Wissuwa, R.: Altsraßen im sächsischen Vogtland (1987), S. 181-222; Hardt, M.: Quedlinburg im Reisekönigtum der Ottonen, S. 223-229; Bahn, B. W.: Frühe Verkehrslinien im Dreieck Memleben – Merseburg – Dornburg, S. 231-250; Straube, M.: „Ein Furschlack, wie die Straße von Nurinbergk uf Zwickau zu bringen und in Zwickau eine Niederlage einzurichten. Anno 1519“, S. 251-268; Aurig, R.: Mittelalterlich-frühneuzeitliche Verkehrswege im Osterzgebirge, in der Sächsischen Schweiz und in angrenzenden Gebieten, S. 269-291.

siedlung und herrschaft

Billig, G., Geupel, V.: Entwicklung, Form und Datierungen der Siedlungen in der Kammregion des Erzgebirges (1994), S. 293-309; Richter, U., Schwabenicky, W.: Der Beginn des Freiberger Bergbaus, die Grenzbeschreibungen des Klosters Altzelle und die Entstehung der Stadt Freiberg, S. 311-330; Hengst, K.: Woher kam der in der ältesten in Dresden ausgestellten Urkunde von 1206 genannte Henricus de Becelnewiz? Zur Zuordnung eines Zeugen im Schiedsspruch des Markgrafen von Meißen, S. 331-336; Kobuch, M.: Gab es ein linkselbisches Altendresden? Zur Lokalisierung des Töpferhandwerks bei Dresden im Einkünfteverzeichnis der Markgrafen von Meißen von 1378, S. 337-345; Butz, R.: Zum engeren Hof Markgraf Heinrichs des Erlauchten von Meißen im Spiegel der urkundlichen Überlieferung, S. 347-360; Thieme, A.: Die Schlacht bei Lucka im Jahre 1307. Mythen und ‚Realitäten‘, S. 361-390.

Burns, E. J.: Courtly love undressed: reading through clothes in medieval French culture. Philadelphia 2005 [University of Pennsylvania Press, 326 S., S., Pb., 16,50 £].

Bussmann, B.: Die Historisierung der Herrscherbilder. ca. 1000-1200, Köln u.a. 2006 (Europäische Geschichtsdarstellungen, 13) [Böhlau, 394 S., geb., 54,90 Euro].

Buttgereit, F.-D.: Die geistliche Karriere eines weltlichen Fürsten. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein Gottorf als Mitglied des Bremer Domkapitels, in: Zeitschrift für schleswig-holsteinische Geschichte 132 (2007) S. 7-39.

Callard, C.: Le Prince et la République. Historiographie, pouvoirs et société dans la Florence des Médicis au XVIIe siècle, Paris 2007 [Presses universitaires Paris Sorbonne, 530 S., br., 30 Euro].

Cappella musicale fra corte, stato e chiesa nell’Italia del Rinascimento. Atti del Convegno internazionale Camaiore, 21-23 ottobre 2005, hg. von F. Piperno, G. Biagi Ravenni und A. Chegai, Florenz 2007 [Leo S. Olschki].

Carbasse, J.-M., Leyte, G.: L’Ètat royal, XIIe-XVIIIe siécle: une anthologie, Paris 2004 [Presses Universitaires de France, 266 S., br., 30,40 Euro].

Carocci, S.: Il nepotismo en la edad media. Papi, cardinali e famiglie nobili, Rom 2007 (La corte dei papi, 4 ) [Viella, 184 S., 16 Euro].

Caron, M.-T.: Le banquet dans la mémoire collective: la vision des chroniqueurs, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes (XIVe-XVIe s.) 47 (2007) S. 9-22.

Het cartularium van de heren von Veere en het geslacht van Borsele 1282-1481, 1555, hg. von P. A. Henderikx, I. P. Back, P. Blom, J. H. Vader und J. W. Zondervan, Hilversum (2008) [Verloren, 416 S., 29 Euro].

Cassidy, B.: Politics and Civil Ideals in Italian Sculpture, c. 1250-1400, Turnhout 2007 [Harvey Miller Publishers, 400 S., Hb., 100 Euro].

Ceremonial Culture in Pre-Modern Europe, hg. von N. Howe, Notre Dame 2007 (Europe: Early Modern and Modern) [University Press of Notre Dame, VII+160 S., Pb., Ill., 25 $].

Chambrier, P.: La relation du voyage de Thomas Platter en Angleterre: ou comment re-visiter les plus remarquables châteaux anglais du XVIe siécle, in: Journal de la Renaissance 4 (2006), S. 173-188.

Chantelou, Paul Fréart de, Bernini in Paris. Das Tagebuch des Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis am Hof Ludwigs XIV., hg. von P. Schneider und P. Zitzlsperger, Berlin 2006 [Akademie-Verlag, VI+500 S., Ill., 49,80 Euro].

Chattaway, C. M.: The order of the Golden Tree. The gift-giving objectives of Duke Philip the Bold of Burgundy, Turnhout 2006 (Burgundica, 12) [Brepols, VII+288 S., Pb., graph. Darst., 68 Euro].

Christ, G.: Johannes Lohelius – Vom Stallknecht zum Erzbischof von Prag. Eine Karriere im Zeitalter von katholischer Reform und Gegenreformation, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 66 (2006) S. 35-40.

Constable, O. R.: Chess and Courtly Culture in Medieval Castile. The „Libro de agjedrez“ of Alfonso X, el Sabio, in: Speculum 82 (2007) S. 301-347.

The Court as a stage. England and the Low Countries in the later Middle Ages, hg. von S. Gunn und A. Janse, Woodbridge u.a. 2006 [Boydell, 206 S., geb., graph. Darst., 70,95 Euro].

The Court and Court Society in Ancient Monarchies, hg. von A. J. S. Spawforth, Cambridge 2007 [Cambridge University Press, XIII+358 S., Hb., 60 £]

Courtly Arts and the Art of Courtliness, hg. von K. Bushby und C. Kleinhenz, Madison 2006 (Selected Papers from the Eleventh Triennial Congress of the International Courtly Literature Society) [Brewer, 778 S., geb., 27 sw-Abb., 105 $].

Crawford J. G.: A Star Chamber Court in Ireland: The Court of Castle Chamber, 1571-1641, Dublin 2005 [Four Courts Press, XVI+ 655 S., 65 £].

Crouch, D.: The Birth of Nobility. Continuity and Aristocracy in England and France 900-1300, London 2005 [Pearson Longman, 361 S., Pb., 22,99 £].

La cuisine et la table dans la France de la fin du Moyen Âge. Contenus et contenants du XIVe au XVIe siècle. Actes du colloque du Sens (2004), hg. von F. Ravoire und A. Dietrich, Turnhout 3007 [Brepols, 400 S., Pb., 40 Euro].

Custodis, P.-G.:  Culzean Castle, das Prunkstück des National Trust for Scotland, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 190-194.

Czerny, H.: Der Tod der bayerischen Herzöge im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (1347-1579). Vorbereitungen – Sterben – Trauerfeierlichkeiten – Grablegen – Memoria, München 2005 (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 146) [Beck, CXXIV+847 S., geb., 48 Euro].

Damen, M.: Princely entries ans gift exchange in the Burgundian Low Countries: a crucial link in late medieval political culture, in: Journal of Medieval History 33,3 (2007) S. 233-249.

Dartmann, C.: Adventus ohne Stadtherr. „Herrschereinzüge“ in den italienischen Stadtkommunen, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 86 (2006) S. 64-94.

Dectot, X.: Les tombeaux des familles royales de la péninsule ibérique au Moyen Âge, Turnhout 2008 (Histoires de Famille. La Parenté au Moyen Âge) [Brepols, 400 S., Pb., 15 farb. und 20 sw.-Abb., 60 Euro].

Deppe, U.: Die Festkultur am Dresdener Hof Georgs II. von Sachsen (1660-1679), Kiel 2006 (Bau + Kunst. Schleswig-Holsteinische Schriften zur Kunstgeschichte, 13) [Ludwig, 488 S., geb., 18 farb. und 114 sw-Abb., 34,90 Euro].

Edwards, C.: Encyclopedia of Furnishing Textiles, Floorcoverings and Home Practices 1200-1950, Leeds 2007 [Lund Humphries, 312 S., geb., 12 farb. und 141 sw-Abb., 75 Euro].

Eloire, S.: Les épices à la Mensa dei Signori au début du XVe siécle, in: Journal de la Renaissance 4 (2006) S. 57-72.

Die Entdeckung der Natur. Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts. Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien; Schloß Ambras, Innsbruck, 22. Juni-31. Oktober 2006. Kunsthistorisches Museum Wien, 12. Februar-20. Mai 2007, bearb. von A. Auer, hg. von W. Seipel, Wien 2006 [Kunsthistorisches Museum, 288 S., 27,90 Euro].

Entre la ville, la noblesse et l’Etat: Philippe de Clèves (1456-1528), homme politique et bibliophile, hg. von J. Haemers, H. Wijsman und C. van Hoorebeeck, Turnhout 2007 (Burgundica, 13) [Brepols, 300 S., Pb., 55 Euro].

Estudios sobre la realeza navarra en el siglo XV, hg. von E. Ramínez Vaquero, Pamplona 2005 [Universidad Pública de Navarra, 230 S., Karten, Ill., 15 Euro].

Établir et abolir les normes: La succession dans l`Europe médiévale, vers 1000–vers 1600. Actes de la conférence tenue les 6, 7, et 8 avril 2006. Institute of Historical Research (University of London), Turnhout 2008 (Histoires de Famille. La Parenté au Moyen Âge) [Brepols, 400 S., Pb., 65 Euro].

Europa in der frühen Neuzeit. Festschrift für Günther Mühlpfort, Bd. 7: Bilanz und Gesamtregister, hg. von E. Donnert, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 1024 S., geb., 60 Abb., 79,90 Euro].

The European Nobilities in the Seventeenth and Eighteenth Centuries. Bd. 1: Western and Southern Europe; Bd. 2: Northern, Central and Eastern Europe, hg. von H. M. Scott, Basingstoke 2006 [Palgrave Macmillan, 346 und 433 S., jeweils 60 £].

Falcke, J.: Studien zum diplomatischen Geschenkwesen am brandenburgisch-preußischen Hof im 17. und 18. Jahrhundert, Berlin 2006 (Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte, 31) [Duncker & Humblot, 361 S., kart., Ill., 89,90 Euro].

Fauna and Flora in the Middle Ages. Studies of the Medieval Environment and its Impact on the Human Mind. Papers Delivered at the International Medieval Congress, Leeds, in 2000, 2001 and 2002, hg. von S. Hartmann, Frankfurt am Main u.a. 2007 (Beihefte zur Mediaevistik, 8) [Peter Lang, 323 S., Pb., 25 sw-Abb., zahlr. Tab., 49,80 Euro].

Felfe, R.: Der Raum frühneuzeitlicher Kunstkammern zwischen Gedächtniskunst und Erkenntnistheorie, in: Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von U. Kundert, B. Schmid und R. Schmid, Zürich 2007, S. 191ff.

Fey, Carola: Vom Kloster zur Residenz. Neue Begräbnisorte und individualisierte Frauenbestattungen bei den Pfalzgrafen bei Rhein und den Grafen von Sponheim im Spätmittelalter, in: Adlige – Stifter – Mönche. Zum Verhältnis zwischen Klöstern und mittelalterlichem Adel, hg. von N. Kruppa, Göttingen 2007 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 227; Studien zur Germania Sacra, 30), S. 261-290.

Fischer, H. u.a.: Hofstube und Frauenzimmer. Renaissance in Höxter, Brakel 2006 (Kulturgeschichtliche Beiträge der Sparkasse Höxter, 8) [Sparkasse Höxter, 44 S., zahlr. Ill., graph. Darst.].

Flachenecker, H.: Zwischen Grundherrschaft und Territorium. Zum Besitz fränkischer und altbayerischer Bistümer im habsburgischen Herrschaftsbereich, in: Römische Quartalschrift 102 (2007) S. 1-24.

La forteresse à l’épreuve du temps. Destruction, dissolution, dénaturation, XIe-XXe siècle, hg. von G. Blieck, P. Contamine, C. Corvisier, N. Faucherre und J. Mesqui, Paris 2007 (Archéologie et histoire de l’art, 26) [Editions du Comité des travaux historiques et scientifiques, 334 S., kart., zahlr. Ill., 45 Euro].

Freller, T.: Adlige auf Tour. Die Erfindung der Bildungsreise, Ostfildern 2007 [Thorbecke, 232 S., geb., 24,90].

Frères et sæurs. Les liens adelphiques dans l’Occident antique et médiéval, hg. von S. Cassagnes-Brouquet, Turnhout 2008 (Histoires de Famille. La Parenté au Moyen Âge) [Brepols, 400 S., Pb, 15 farb. u. 20 sw-Abb., 60 Euro].

Frie, E.: Adelsgeschichte des 19. Jahrhunderts? Eine Skizze, in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 398-415.

Friedel, B.: Die Nürnberger Burg. Geschichte, Baugeschichte und Archäologie, Petersberg 2007 [Michael Imhof, 176 S., geb., 73 farb. und 141 sw-Abb., 29,95 Euro].

Friedhoff, J.: Burg Pyrmont in der Eiffel. Ausstattung und Raumprogramm im Soiegel der archivalischen Überlieferung, in: Jahrbuch für westdeutsche Landeskunde 32 (2006) S. 167-195.

Friedrichstein. Das Schloß der Grafen von Dönhoff in Ostpreußen, hg. von K. Heck, München 2006 [Deutscher Kunstverlag, 272 S., geb., 60 farb. und 200 sw-Abb., 68 Euro].

Fröhlich, J.: Rulers, Peasants and the Use of the Written Word in Medieval Japan. Ategawa no shō 1004-1304, Bern u.a. 2007 (Welten Ostasiens, 12) [Peter Lang, 223 S., geb., 4 farb. und 1 sw-Abb., 28,90 Euro].

Fugger, D.: Das Königreich am Dreikönigstag. Eine historisch-empirische Ritualstudie, Paderborn 2007 [Schöningh, 248 S., Ln., 25 farb. und 15 sw-Abb., 39,90 Euro].

Garden, G.: The sontuoso torneo held in Naples in May 1612 and its Musico-dramatic Inventions, in: Journal de la Renaissance 4 (2006) S.111-132.

Garnier, C.: „Wer meinen Herrn ehrt, den ehre ich billig auch“. Symbolische Kommunikationsformen bei Gesandtenempfängen am Moskauer Hof im 16. und 17. Jahr-hundert, in: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte 7 (2005) S. 27-51.

Garnier, C.: Die Macht der Zeichen – Zeichen der Macht. Zur Bedeutung symbolischer Kommunikation in der Politik des Großfürstentums Moskau im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 55,3 (2007) S. 331-356.

Geiecke, C.: Neue Forschungsergebnisse zur Matthiaskapelle bei Kobern-Gondorf, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 156-166.

Gerken, R.: La Toilette – Die Inszenierung eines Raumes im 18. Jahrhundert in Frankreich. Eine kulturhistorische Untersuchung, Hildesheim u.a. 2007 [Olms, VIII+283 S., Pb., 7 farb. und 53 sw-Abb., 48 Euro].

Giese, M.: Graue Theorie und grünes Weidwerk? Die mittelalterliche Jagd zwischen Buchwissen und Praxis, in: Archiv für Kulturgeschichte 89,1 (2007) S. 19-59.

Giesecke, M.: Die Entdeckung der kommunikativen Welt. Studien zur kulturvergleichenden Mediengeschichte. Frankfurt am Main 2007 [Suhrkamp, 534 S., 17 Euro] – u.a. über das Verhältnis von Rede, Manuskript und Druck am Hof.

Giesey, R. E.: Le Rôle mèconnu de la loi Salique. La sucession royale XIVe- XVIe siècles, Paris 2007 [Les Belles Lettres, 391 S., br., 37 Euro].

Glauert, M.: Das Domkapitel von Pormesanien (1284-1527), Toruń 2003 (Prussia Sacra, 1) [Wydawnictwo Uniwersytetu Nikolaja Kopernika, 618 S., kart., 1 Karte, 56 Euro].

Gonzalez Marrero, M.del C.: La casa de Isabel la Católica. Espacios domésticos y vida cotidiana, Madrid 2005 [Marcial Pons, 414 S., kart., 26 Euro].

Gordon, S.: Noble Hounds and Dear Companions, London 2007 [Royal Collection, 120 S., 9,99 £].

Grabolle, R.: Die frühmittelalterliche Burg auf dem Johannisberg bei Jena-Lobeda, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 135-143.

Gross, R.: Die Wettiner, Stuttgart 2007 (Urban Taschenbücher, 621) [Kohlhammer, 300 S., kart., 19 Euro].

Guillaume, L.: Le Chateau de Bonnivet. Entre Blois et Chambord: Le chaînon manquant de la première Renaissance, Paris 2006 (Collection De Architectura) [Picard, 160 S., br.,. 15 farb. und 230 sw-Abb., 38 Euro].

Guerzoni, G., Alfani, G.: Court History and Career Analysis: A Prosographic Approach to the Court of Renaissance Ferrara, in: The Court Historian12 (2007) S.1-35.

Hack, A. T.: Nähe und Distanz im Zeremoniell – eine Frage des Vertrauens? Bemerkungen zur mittelalterlichen Ritualpragmatik (Taf. I-XI) in: Frühmittelalterliche Studien 39 (2005) S. 431-479.

Hagemann, A.: Wilhelmine von Lichtenau (1753-1820). Von der Mätresse zur Mäzenin, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 336 S., geb., 30 farb. und 120 sw-Abb., 49,90 Euro].

Hartmann, J.: Staatszeremoniell, 4., völlig neu bearb. Aufl., Köln u.a. 2007 [Heymann, 366 S., geb., graph. Darst., 68 Euro].

Haslinger, I., Trumler, G.: So lebten die Habsburger. Kaiserliche und Königliche Schlösser in der österreichsich-ungarischen Monarchie, Wien 2007 [Brandstätter, 256 S., geb., 300 farb. Abb., 49,90 Euro].

Hayward, M.: Dress at the Court of King Henry VIII, London 2007 [Maney Publishing, 488 S., Pb., 25 farb. und 172 sw-Abb., 48 £].

Hechberger, W.: Haus und Geschlecht. Anmerkungen zu den Welfen des 12. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66 (2007) S. 47-61.

Le héraut, figure européenne (XIVe-XVIe siècle), hg. von B. Schnerb, Lille 2006 (Revue du Nord, 88/366-367) [398 S., 36,30 Euro].

Aus dem Inhalt:

L’office d’armes: historiographie, sources, problématique

Paravicini, W.: Le héraut d’armes: ce que nous savons et ce que nous ne savons pas, S. 467ff.; Melville, G.: Pourquoi des hérauts d’armes? Les raisons d’une institution, S. 491ff.; Hiltmann, T.: Vieux chevaliers, pucelles, anges? Fonctions et caractères principaux des hérauts d’armes d’après les légendes sur l’origine de l’office d’armes au XVe siècle, S. 503ff.

À la cour de Bourgogne

Schnerb, B.: Rois d’armes, hérauts et poursuivantes à la cour de Bourgogne sous Philippe le Hardi et Jean sans Peur (1363-1419), S. 529ff.; Spitzbarth, A.-B.: La fonction diplomatique des hérauts: l’exemple de la cour de Bourgogne au temps de Philippe le Bon (1419-1467), S. 559ff.; Contamine, P.: Aperçus nouveaux sur Toison d’or, chroniqueur de la paix d’Arras, S. 577ff.

Dans d’autres cours européennes

Jones, M.: Malo et Bretagne, rois d’armes de Bretagne, S. 599ff.; Mérindol, C. de: Rois d’armes et poursuivants à la cour d’Anjou au temps du roi René, S. 617ff.; Narbona Cárcales, M.: L’origine de l’office d’armes en Navarre (fin XIVe–début XVe siècle): étude prosopographique, S. 631ff.; Kuczyński, S. K.: Les hérauts d’armes dans la Pologne médiévale, S. 651ff.; Ailes, A.: Le développement des „visitations“ de hérauts en Angleterre et au Pays de Galles 1450-1600, S. 659ff.

Carrières, activités, culture d’officiers d’armes

Paviot, J.: Une vie de héraut: Jean de La Chapelle, poursuivant Faucon, héraut Savoie (1424-1444), S. 683ff.; Verbij-Schillings, J.: Un héraut-historien au début du XVe siècle: Bavière (autrefois Gueldre), S. 693ff.; Van Anrooij, W.: Hendrik van Heessel, héraut à la cour impériale et à la cour de Bourgogne, S. 709ff.

Images, emblèmes et héraldique

Ramos Aguirre, M.: Hérauts et rois d’armes de Navarre. Insignes de l’office et signes d’identité, S. 729ff.; Hablot, L.: Revêtir le prince. Le héraut en tabard, une image idéale du prince. Pour une tentative d’intereprétation du partage emblématique entre prince et héraut à la fin du Moyen Âge à travers le cas bourguignon, S. 755ff.; Van den Bergen-Pantens, C.: L’armorial dit de Gorrevod: deux compilations, deux méthodes, S. 805ff.

De heren en markiezen van Veere en Vlissingen, 1400-1700, hg. von P. Blom, P. Henderikx und G. van Herwijnen, Hilversum (2008) (Amsterdamse historische reeks. Grote serie, 35) [Verloren, 160 S., 18 Euro].

Herrlich Wild. Höfische Jagd in Tirol, hg. von W. Seipel, Innsbruck 2004 [Kunsthistorisches Museum, 192 S., Pb., 174 farb. Abb., 4.95 Euro].

Hirtenstab und Hellebarde. Die Päpstliche Schweizergarde in Rom 1506-2006, hg. von U. Fink, H. de Weck und C. Schweizer, Zürich 2006 [Theologischer Verlag Zürich, 528 S., geb., 30 Euro].

Hlawitschka, E.: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk, Bd. 1: 911-1137, Hannover 2006 (Monumenta Germaniae Historica. Hilfsmittel, 25) [Hahnsche Buchhandlung, CXI+770 S., geb., 32 Tafeln in 2 Teilen, 80 Euro].

Hlawitschka, E.: Die Staufer – kein schwäbisches, sondern ein elsässisches Adelsgeschlecht?, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66 (2007) S. 63ff.

Hložek, J.: Einige Bemerkungen zu den Beziehungen der Kern- und Vorburgareale mittelalterlicher Adelsburgen in Böhmen, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 179-184.

Hof und Macht. Dresdener Gespräche II zur Theorie des Hofes, hg. von R. Butz und J. Hirschbiegel, Münster 2007 (Vita curialis, 1) [LIT, 288 S., br., 29,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

HOF UND MACHT – FRAGEN UND THESEN

Hirschbiegel, J.: Hof und Macht als geschichtswissenschaftliches Problem – Fragen, S. 5-13; Rehberg, K.-S.: Macht als soziologisches Phänomen – Thesen, S. 15-25.

ASPEKTE HÖFISCHER MACHT IM ALTEN EUROPA

Studt, B.: Formen der Dokumentation und Repräsentation von Macht: Historiographie und Geschichtskultur im Umkreis des Fürstenhofes, S. 29-54; Dannenberg, L.-A.: Macht und Ohmacht des Bischofs, oder: Auf der Suche nach der Norm. Eine Fallstudie zur Verrechtlichung von Macht am Beispiel des bischöflich-meißnischen Hofes vornehmlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, S. 55-86; Hengerer, M.: Wer regiert im Finanzstaat? Zur Entstehung landesfürstlicher Entscheidungen unter Mitwirkung der Niederösterreichischen Kammer im 16. Jahrhundert, S. 87-140; Waugh, S.: Ideology and Power in the Twelfth-Century Historians of the English Court, S. 141-160.

HOF UND MACHT IN AUSSEREUROPÄISCHER PERSPEKTIVE

Ritz-Müller, U.: Festliche Inszenierungen der Macht. Der Hof von Tenkodogo (Burkina Faso), S. 163-195; Michaels, A.: Macht und Ritual im Hinduismus, S. 197-208; Conermann, S., Haarmann, U. (†): Herrscherwechsel als höfische Machtprobe. Das Beispiel der Mamluken in Ägypten und Syrien, S. 209-240.

Paravicini, W.: Macht bei Hofe, Macht über den Hof, Macht durch den Hof. Eine kurze Zusammenfassung, S. 241-248.

Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, hg. von W. Paravicini, bearb. von J. Hirschbiegel und J. Wettlaufer, Ostfildern 2007 (Residenzenforschung, 15,III) [Thorbecke, 704 S., Ln., 14 farb. Taf., 97 Euro] – siehe unten S. 83.

Höfe – Salons – Akademien. Kulturtransfer und Gender im Europa der Frühen Neuzeit, hg. von G. Stedmann und M. Zimmermann, Hildesheim u.a. 2007 [Olms, VIII+372 S., kart., 17sw- und 2 farb. Abb., 48 Euro].

Humbler Ferreira, S. C.: The cost of majesty: financial reform and the development of the royal court in Portugal and England at the turn of the sixteenth century, in: Money, Markets and Trade in Late medieval Europe. Essays in Honour of John H. A. Munro, hg. von L. Armstrong, I. Elbl und M. M. Elbl, Leiden 2007 (Later medieval Europe, 1).

The Ideology of Burgundy. The Promotion of National Consciousness, 1364-1565, hg. von J. D. Boulton d’Arcy und J. R. Veenstra, Leiden u.a. 2006 (Brill’s Studies in Intellectual History, 145) [Brill, XVII+ 300 S., 103 Euro].

Italienische Reisen – Herzog Carl Eugen von Württemberg in Italien, hg. von W. Uhlig und J. Zahlten, Stuttgart 2005 [Kohlhammer, 225 S., Pb., 20 Euro].

Janssen, W.: Erzbistum und Kurfürstentum Köln, in: Römische Quartalschrift 102 (2007) S. 25-46.

Jendorff, A.: Gemeinsam herrschen. Das alteuropäische Kondominat und das Herrschafts-verständnis der Moderne, in: Zeitschrift für historische Forschung 34,2 (2007) S. 215-242.

Jespersen, M. L.: Ein herzoglicher Fürstenstaat in der frühen Neuzeit. Die Verwaltung Johanns des Älteren 1544-1580 – ein Beitrag zur Geschichte der Staatsbildung im 16. Jahr-hundert. Dissertationsprojekt an der Studienabteilung an der Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig, Flensburg, in: Rundbrief des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins 95 (2007), S. 31-37.

Les jeux de l’échange: entrées solennelles et divertissements du XVe au XVIIe siècle, hg. von M.-F. Wagner, L. Frappier und C. Latraverse, Paris 2007 (Études et essais sur la Renaissance, 67) [Champion, 448 S., geb., 81 Euro].

Jordan, A.: Catherine of Austria: A Portuguese Queen in the Shadow of the Habsburg Court?, in: Portuguese Studies Review 13 (2005) S. 173-194.

Jordan-Gschwend, A.: Images of Empires: Slaves in the Household and Court of Catherine of Austria, in: Black Africans in Renaissance Europe, hg. von T. Earle und K. Lowe, Cambridge 2006, S. 155-80.

Jordan-Gschwend, A.: The Manufacture and Marketing of Flemish Tapestries in mid-Sixteenth Century Brussels: Two Habsburg Patrons and Collectors-Mary of Hungary and Catherine of Austria, in: Ao Modo de Flandres: Disponibilidade, Inovacão e Mercardo de Arte na Época dos Descoprimentos (1415-1580), hg. von B. García García und F. Grilo, Lissabon 2005, S. 91-113.

Jordan-Gschwend, A., Wilson Chevalier, K.: L’épreuve du mécénat: Alienor d’Autriche, une reine de France effacée?, in: Les Femmes et les Arts à la Renaissance: patronnes et mécènes, d’Anne de France à Catherine de Médicis, hg. von K. Wilson Chevalier, Saint-Ètienne 2007 (Publications de l’Université de Saint-Étienne), S. 341-380.

Jucker, M.: Vertrauen, Symbolik, Reziprozität. Das Korrespondenzwesen eidgenössicher. Städte als kommunikative Praxis in: Zeitschrift für historische Forschung 34,2 (2007) S. 189-213.

Kaiser Ferdinand I. Ein Mitteleuropäischer Herrscher, hg. von M. Fuchs, T. Oborni und G. Ujvàry, Münster 2005 (Geschichte in der Epoche Karls V., 5) [Aschendorff, 367 S., kart., 49 Euro].

Kaiserliches Elfenbein. Matthias Steinl (1643/44-1727) in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums, hg. von W. Seipel, Fotos von S. Zeisler,  Texte von S. Haag, Wien 2007 [Kunsthistorisches Museum mit MVK und ÖTM, 47 S., br., zahlr. farb. Abb., 18,50 Euro].

Kalning, P.: Kriegslehren in deutschsprachigen Texten um 1400. Seffner, Rothe, Wittenwiler. Mit einem Abdruck der Wiener Handschrift von Seffners „Ler von dem streitten“, Münster u.a. 2006 (Studien und Texte zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit; 9) [Waxmann, 268 S., Pb., 34,90 Euro].

Kammel, F. M.: Heiße Kufen. Schlittenfahrten: Repräsentation, Vergnügen, Sport, Nürnberg 2007 (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, 10) [Germanisches Nationalmuseum, Abt. Verlag, 175 S., Pb., 35 sw- und 135 farb. Abb, 12,50 Euro].

Kamp, H.: Burgund. Geschichte und Kultur, München 2007 [Beck, 128 S., Pb., 5 Abbildungen und 2 Karten, 7,90 Euro].

Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden. Kunst und Repräsentation des Hauses Luxemburg 1310-1437, hg. von J. Fajt mit M. Hörsch und A. Langer, München 2006 [Deutscher Kunstverlag, 680 S., Ln., 709 meist farb. Abb., 78 Euro].

Kasten, B.: Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 800 S., geb., 89,90 Euro].

Kolsky, S.: A Court Defender of Women in Renaissance Northern Italy: Bernardino Cacciante and the Libretto apologetico delle donne, in: Journal de la Renaissance 4 (2006) S. 133-150.

Konrad von Megenberg (1309-1374) und sein Werk. Das Wissen der Zeit, hg.von C. Märtl, G. Drossbach und M. Kintzinger, München 2006 (Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. Beiheft. Reihe B, 31) [Beck, 553 S., geb., 58 Euro].

Aus dem Inhalt:

Drossbach, G.: Einleitung, S. 1ff.

I. Vita und Universität

Courtenay, W. J.: Conrad von Megenberg as Nuntius and his Quest for Benefices, S. 7ff.; Verger, J.: Konrad von Megenberg à l’université de Paris, S. 25ff.; Fuchs, F.: Neue Quellen zur Biographie Konrads von Megenberg, S. 43ff.; Miethke, J.: Konrads von Megenberg Kampf mit dem Drachen: Der Tractatus contra Occam im Kontext, S. 73ff.

II. Kirchenrecht und Kirchenstruktur

Landau, P.: Der Tractatus de arboribus consanguinitatis et affinitatis des Konrad von Megenberg, S. 99ff.; Schmugge, L.: Bemerkungen zu den Quellen der Canones penitentiales des Konrad von Megenberg, S. 115ff.; Riedel-Spangenberger, I.: Konrad von Megenberg und die Parochialstruktur, S. 129ff.; Weiss, S.: Haus und Hof bei Konrad von Megenberg. Theorie und Empirie im Werk eines mittelalterlichen Wirtschaftswissenschaftlers, S. 145ff.; Ocker, C.: Lacrima ecclesie. Konrad of Megenberg, the Friars, and the Beguines, S. 169ff.

III. Naturkunde und Naturdeutung

Gottschall, D.: Wissenschaft bei Konrad von Megenberg. Seine Texte zur Pest von 1348, S. 201ff.; Mükler, M.: Die monstra in Konrads von Megenberg Buch der Natur, S. 229ff.; Vögel, H.: Zur anthropozentrischen Konzeption des Buchs der Natur Konrads von Megenberg, S. 251ff.; Peil, D.: Zur Allegorese im Buch der Natur Konrads von Megenberg, S. 271ff.

IV. Konrad von Megenberg als Kompilator

Hankeln, R.: Konrad von Megenberg, der Musiker?, S. 283ff.; Walther, H. G.: Die Monastica als philosophia practica. Zu einem Aspekt der Aristotelesrezeption im 13. und 14. Jahrhundert, S. 297ff.; Blažek, P.: Konrad von Megenberg als Aristoteles-Rezipient. Zur Rezeption der aristotelischen Ehelehre in der Yconomica, S. 317ff.; Ubl, K.: Die Rechte des Kaisers in der Theorie deutscher Gelehrter des 14. Jahrhunderts (Engelbert von Admont, Lupold von Bebenburg, Konrad von Megenberg), S. 353ff.

V. Rezeptionsgeschichte

Studt, B.: Im Spiegel von Überlieferung und Rezeption: Historisches Wissen bei Konrad von Megenberg, S. 389ff:; Saurma-Jeltsch, L. E.: Vom Sachbuch zum Sammelobjekt: Die Illustrationen im Buch der Natur Konrads von Megenberg, S. 421ff.; Spyra, U.: Untersuchungen zu den Drucken des Buchs der Natur aus dem 16. Jahrhundert und zu ihrer Illustrierung, S. 485ff.

Märtl, C.: Zusammenfassung, S. 515ff.

Kos, D.: In Burg und Stadt. Spätmittelalterlicher Adel in Krain und Untersteiermark, München 2006 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 45) [Oldenbourg, 687 S., kart., 94,80 Euro].

Der Kriegshammer, Schild und Kolben. Talhoffers Fechtbuch Anno Domini 1467, hg von A. Schulze, Mainz 2007 (Mittelalterliche Kampfesweisen) [Philipp von Zabern, 176 S., geb., 20 farb. Abb., 120 Bildtafeln mit 205 Farbabb., 39,90 Euro].

Kriegskunst und Kanonen, hg. von H. Blosen und R. A. Olsen unter Mitarbeit von A. Andersen, B. Falkesgaard Petersen und F. Storborg, 2 Bde., Aarhus 2006 [Aarhus Universitätsverlag, 278 und 149 S., zahlr. farb. Abb., 73,95 Euro].

Krisenzeiten der Hofmusikkapellen, hg. von E. T. Fritz-Hilscher, H. Krones und T. Antonicek, Wien u.a. 2007 (Die Wiener Hofmusikkapelle, 2) [Böhlau, 226 S., brosch., 39,80 Euro].

Die Kunst der Mächtigen und die Macht der Kunst. Untersuchungen zu Mäzenatentum und Kulturpatronage, hg. von U. Oevermann, J. Süssmann und C. Tauber, Berlin 2007 (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel, 20) [Akademie Verlag, 260 S., geb., 36 sw-Abb., 49,80 Euro].

Kunst und Repräsentation am Dresdner Hof, hg. von B. Marx, München u.a. 2005 [Deutscher Kunstverlag, 360 S., geb., 76 sw-Abb., 51 Euro].

Küchenkunst und Tafelkultur. Culinaria von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von H. Etzlstorfer, Wien 2006 [Brandstätter, 430 S., 414 farb. Abb, Pb., 49 Euro].

Kuke, H. J.: Jean de Bodt 1670-1745. Architekt und Ingenieur im Zeitalter des Barock, Worms 2002 [Werner, 328 S., ln., 24 farb. u. 327 sw-Abb., 49,80 Euro].

Das lange Schwert. Talhoffers Fechtbuch Anno Domini 1467, hg von A. Schulze, Mainz 2007 (Mittelalterliche Kampfesweisen) [Philipp von Zabern, 192 S., geb., 398 farb. 2 sw-Abb., 49,90 Euro].

Lazardzig, J.: Theatermaschine und Festungsbau. Paradoxien der Wissensproduktion im 17. Jahrhundert, Berlin 2007 [ Akademie Verlag, 272 S., geb., 31 sw-Abb., 49,80 Euro].

Leenen, S., Peine, H.-W.: Archäologische Untersuchungen zur Falkenburg bei Detmold, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 185-190.

Letters from Sir James Spens and Jan Rutgers. The Works and Correspondence of Axel Oxenstierna, hg. von A. Jönsson, Stockholm 2007 [Almqvist & Wiksell International, 642 S., geb., 30 Euro].

Lietzmann, H.: Irdische Paradiese. Beispiele höfischer Gartenkunst der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, München u.a. 2007 (Kunstwissenschaftliche Studien, 141) [Deutscher Kunstverlag, 144 S., kart., 31 sw-Abb. und 1 Faltplan, 39,90 Euro].

Lilienthal, A.: Die Fürstin und die Macht. Welfische Herzoginnen im 16. Jahrhundert: Elisabeth, Sidonia, Sophia, Hannover 2007 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, 126) [Hahn, 310 S., PB., Ill., 33 Euro].

Lindow, J. R.: The Renaissance Palace in Florence. Magnificence and Splendour in Fifteenth-Century Italy, London 2007 [Axa Art Insurance, 286 S., Pb., 8 farb. und 42 sw-Abb, 55 Euro].

Littérature et culture historique à la cour de Bourgogne. Bibliographie thématique, in: Le Moyen Âge 112 (2006) S. 619-642.

Living in the City: Elites and Their Residences, 1500-1900. Vivre en ville: les résidences des élites XVe-XIXe, hg. von P. Janssens und J. Dunne, Turnhout 2007 (Studies in European Urban History 1100-1800, 12) [Brepols, 300 S., Pb, 65 Euro].

Livres et lectures de femmes en Europe entre Moyen Âge et Renaissance, hg. von A.-M. Legaré und B. Schnerb, Turnhout 2007 [Brepols, 350 S., Pb., 120 Euro].

Löcher, K.: Der Maler Hans Krell aus Crailsheim als „Fürstenmaler“ in Leipzig, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums (2007) S. 29-83.

Lockenpracht und Herrschermacht. Perücken als Statussymbol und modisches Accessoire, hg. von J. Luckhardt und R. Marth., Leipzig 2006 [Koehler und Amelang, 253 S., zahlr. Abb., graph. Darst., geb., 29,90].

Logemann, C.: Des Königs neue Räume. Genealogie und Zeremoniell in den „Grandes Chroniques de France“ des 14. Jahrhunderts, in: Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von U. Kundert, B. Schmid und R. Schmid, Zürich 2007, S. 41ff.

Losse, M.: Die Mosel. 120 Burgen, Schlösser, Adelssitze und Befestigungen von Trier bis Koblenz, Petersberg 2007 (Burgen, Schlösser, Herrensitze, 3) [Michael Imhof, 193 S., geb., 456 farb. Abb., 16,80 Euro].

Lubich, G.: Verwandtsein. Lesearten einer politisch-sozialen Beziehung im Frühmittelalter (6.-11. Jahrhundert), Köln u.a. 2007 [Böhlau, 336 S., geb., 44,90 Euro].

Machträume der frühneuzeitlichen Stadt, hg. von C. Hochmuth und S. Rau, Konstanz 2006 (Konflikte und Kultur – Historische Perspektiven, 13) [UVK, 432 S., Pb., 49 Euro].

Mansel, P.: Dressed to Rule. Royal Costume from Louis XIV to Elisabeth II, London 2005 [Yale University Press, 237 S., geb., 43,89 Euro].

Marra, S.: Allianzen des Adels. Dynastisches Handeln im Grafenhaus Bentheim im 16. und 17. Jahrhundert, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 294 S., geb., 19 sw-Abb., 34,90 Euro].

Märtl, C.: Amtsautorität und Individualisierung in der päpstlichen Repräsentation der Frührenaissance, in: Sonderforschungsbereich 573: Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit, 15.-17. Jahrhundert. Mitteilungen 2 (2007) S. 33-42.

Marx, B.: Wandering Objects, migrating artists: the appropriation of Italian Renaissance art by German Courts in the sixteenth century, in: Cultural Exchange in Early Modern Europe, Bd. 4: Forging European Identities, 1400-1700, hg. von H. Roodenburg, Cambridge u.a. 2007, S. 178ff.

McKenna, C.: Performing Penance and Poetric. Performance in the Medieval Welsh Court, in: Speculum 82 (2007) S. 70-96.

Medien der Erinnerung in Mittelalter und Renaissance, hg. von A. von Hülsen-Esch, Düsseldorf 2007 (Studia Humaniora, 42) [Droste, 322 S., Pb, 25,80 Euro].

Meding, W. von: Stadt ohne Land am Fluß. 800 Jahre europäische Kleinstadt Lauenburg, Frankfurt am Main u.a. 2007 [Peter Lang, 543 S., kart., zahlr. sw-Abb. und Tab., 49,80 Euro].

Merz, J.: Bistümer und weltliche Herrschaftsbildung im Westen und Süden des spätmittelalterlichen Reiches, in: Historisches Jahrbuch 126 (2006) S. 65-89.

Meisterwerke der Elfenbeinkunst, hg. von W. Seipel, Texte von S. Haag, Wien 2007 (Kunstführer durch das Kunsthistorische Museum, 8) [Kunsthistorisches Museum, 191 S., br., zahlr. farb. Abb., 18,50 Euro].

Mentgen, G.: Astrologie und Öffentlichkeit im Mittelalter, Stuttgart 2005 (Monographien zur Geschichte des Mittelalters, 53) [Hiersemann, X+358 S., Ln., 149 Euro].

Mittelalter, hg von M. Meinhardt, A. Ranft und S. Selzer, München 2007(Oldenbourg Geschichte Lehrbuch) [Oldenbourg, 472 S.,geb., 82 Abb., 18 Karten, 8 Graph., 34,80 Euro].

Mock, Markus Leo: Kunst unter Erzbischof Ernst von Magdeburg, Berlin 2007 [Lukas Verlag, 328 S., geb., 12 Farbtafeln und 92 sw-Abb., 36 Euro] – siehe die Besprechung oben S. 58-60.

Monnaie, fiscalité et finances au temps de Philippe le Bel, hg. von P. Contamine, J. Kerhervé, A. Rigaudière, Paris 2007 [Comité pour l’Histoire Économique et Financière de la France, 318 S., Ill., graph. Darst., 25 Euro].

Monnet, P.: Les élites urbaines et leur espace dans les villes d’Allemagne à la fin du Moyen Age, in: Mercado immobiliario y paisajes urbanos en el Occidente Europeo (siglos XI-XV). XXXIII Semana de Estudios Medievales de Estella, Pamplona 2007, S. 301-346.

Morel, Y.: „Et ce jour mondit seigneur fist fere ung banquet“: les banquets à la cour de Philippe le Bon et Charles Téméraire), in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes (XIVe-XVIe s.) 47 (2007) S. 55-72.

Moritz von Sachsen - Ein Fürst der Reformationszeit zwischen Territorium und Reich. Internationales wissenschaftliches Kolloquium vom 26. bis 28. Juni 2003 in Freiberg (Sachsen), hg. von K. Blaschke, Stuttgart 2007 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 29) [Steiner, 337 S., geb., 20 sw-Abb., 84 Euro].

Mörke, O.: Wilhelm von Oranien.(1533-1584). Fürst und „Vater“ der Republik, Stuttgart 2007 [Kohlhammer, 316 S., kart., 12 Abb., 1 Karte, 20 Euro].

Müller, H.: Théâtre de la préséance. Les ducs de Bourgogne face aux grandes assemblées dans le Saint-Empire. Introduction de W. Paravicini, Ostfildern 2007 (Conférences annuelles de l’Institut historique allemand, 13) [Thorbecke, 60 S., kart., 9 Euro].

Müller, J.-D.: Höfische Kompromisse – Acht Kapitel zur höfischen Epik um 1200, Tübingen 2007 [Niemeyer, IV+490 S., Ln., 64 Euro].

Müller, J.-D.: Martin Bucer, De regno Christi. Die frühneuzeitliche Monarchie als Gottestaat – gezähmte Pluralisierung? in: Sonderforschungsbereich 573: Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit, 15.-17. Jahrhundert. Mitteilungen 2 (2007) S. 6-12.

Nelson, J.-L.: Courts, Elites, and Gendered Power in the Early Middle Ages, London 2007 [Ashgate, 350 S., Hb., 65 £].

Newton, W. R.: La petite cour. Services et serviteurs à la cour de Versailles au XVIIIe siècle, Paris 2006 [Fayard, 662 S., Ill., 40 Euro].

Niederstätter, A.: Geschichte Österreichs, Stuttgart 2007 [Kohlhammer, 300 S., kart., 9 Karten, 26 Euro].

Niendorf, M.: Das Großfürstentum Litauen. Studien zur Nationsbildung in der Frühen Neuzeit (1569-1795), Wiesbaden 2006 (Veröffentlichungen des Nordost-Instituts, 3) [Harrassowitz, 329 S., Pb., 36 Euro].

Nieto Soria, J. M.: Un crimen en la corte. Caída y ascenso de Gutiérre Àlvarez de Toledo, señor de Alba (1376-1446), Madrid 2006 [Silex, 316 S., 23 Euro].

Noblesse française et noblesse polonaise: Mémoire, identité, culture, XVIe-XXe siècles, hg. von J. Dumanowski und M. Figeac, Pessac 2006 [Maison des Sciences de l’Homme d’Aquitaine, 618 S., 33 Euro].

Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868, Bd. 2: Goldglanz und Silberstrahl. Begleitband zur Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 20. September 2007-13. Januar 2008, bearb. von K. Tebbe, Nürnberg 2007 [Germanisches Nationalmuseum, Abt. Verlag, 331 S. (Bd. 1 ist noch im Druck), ]. – Hier bes. Schürer, W.: Nürnbergs Godschmiede und ihre Auftraggeber, S. 70-119; Tebbe, K.: Nürnberger Goldschmiedekunst – Formtypen und stilistische Entwicklung, S 120-204.

Die Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa. Beziehungen – Strukturen – Prozesse, hg. von J. Bahlcke, Stuttgart 2007 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 30) [Steiner, 527 S., geb., 13 sw-Abb., 84 Euro].

Ouy, G.: La libraririe des frères captifs. Les manuscrits de Charles d’Orléans et Jean d’Angoulême, Turnhout 2007 (Texte, Codec & Contexte, 4) [Brepols, 200 S., Hb., 41 Euro].

Pálffy, G.: Krönungsmähler in Ungarn im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Weiterleben des Tafelzeremoniells des selbständigen ungarischen Königshofes und Machtrepräsentation der ungarischen Elite, Tl. 1, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 115 (2007) S. 85-111.

La Papauté à la Renaissance, hg. von F. Alazard und F. La Bracsa, Paris 2007 (Le Savoir de Mantice) [Champion, 756 S., br., 117 Euro].

Paraître et apparences dans l`histoire en Europe occidentale du Moyen Âge à nos jours, hg. von I. Paresys, Villeneuve-d’Ascq 2007 [Septentrion].

Paravicini, A.: Die Vita Karls IV., ein „Ego-Dokument“?, in: Deutsches Archiv 63,1 (2007), S. 101ff.

Paravicini, W.: Nobles Hennuyers sur les chemins du monde: Jean de Werchin et ses amis autour de 1400, in: Campin in Context. Peinture et société dans la vallée de l’Escaut à l’époque de Robert Campin, 1375-1445. Actes du Colloque international organisé par l’Université de Valenciennes et du Hainaut-Cambrésis, l’Institut royal du Patrimoine artistique/Koninklijk Instituut voor et Kunstpatrimonium et l’Association des Guides de Tournai. Tournai, 30 mars-1er avril 2006, hg. von L. Nys und D. Vanwijnsberghe, Valenciennes u.a. 2007, S. 163-181 und S. 267-275.

Paravicini, W.: Un tombeau en Flandre: Hervé de Mériadec, in: Francia 33/1 (2007), S. 85-146.

Paris, capitale des ducs de Bourgogne, hg. von W. Paravicini und B. Schnerb, Ostfildern 2007 (Beihefte der Francia, 64) [Thorbecke, 496 S., Ln., 27 Abb., 69 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W., Schnerb, B.: Préface, S. 7-8.

Sohn, A.: Paris capitale: quand, comment, pourquoi?, S. 9-35.

Des lieux

Chapelot, J.: Les résidences des ducs de Bourgogne capétiens et valois au XIVe siècle au Bois de Vincennes: nature, localisation, fonctions, S. 39-83; Plagnieux, P.: Deux postulants pour un office parisien: un procès entre les architectes des ducs de Bourgogne et de Berry, S. 85-104.

Une présence

Ewert, U. C.: Changer de résidence sans vraiment quitter la ville: Paris et l’Île de France dans les itinéraires des ducs de Bourgogne, S. 107-120; Cauchies, J.-M.: Paris dans la législation flamande de Jean sans Peur, S. 121-135; Thouroude, N.: Jean sans Peur, Paris et les chevaux (1399-1419), S. 137-163; Châtelet, A.: Les commandes artistiques parisiennes des deux premiers ducs de Bourgogne de la maison de Valois, S. 165-181.

Un réseau

Paravicini, W., Schnerb, B.: Les „investissements“ religieux des ducs de Bourgogne à Paris, S. 185-218; Caliebe, A., Hirschbiegel, J.: Philipp der Kühne, Johann Ohnefurcht und der höfische Geschenkverkehr zum neuen Jahr um 1400, S. 219-262; Schnerb, B.: Jean sans Peur, Paris et l’argent, S. 263-298; Tournier, L.: Jean sans Peur et l’Université de Paris, S. 299-318; Anne, E.: Les ducs de Bourgogne devant le Parlement de Paris (1364-1477), S. 319-369.

Concurrence, comportements et illusions

Alexandre, A.: „Que le roi le puisse toujours avoir près de lui“. Préseance de Louis d’Orléans à Paris: résidences et chapelles privées, S. 373-388; Schnerb, B.: L’affaire Jean Bertrand, S. 389-398; Paravicini, W.: Le temps rétrouvé? Philippe le Bon à Paris en 1461, S. 399-469.

Paravicini, W.: Paris, capitale des ducs de Bourgogne?, S. 471-477.

Partenheimer, L.: Die Entstehung der Mark Brandenburg. Mit einem lateinisch-deutschen Quellenanhang, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 216 S., geb., 12 sw-Abb., 19,90 Euro].

Patronnes et mécènes en France à la Renaissance, hg. von K. Wilson-Chevalier avec la colloboration d’E. Pascal, Saint-Ètienne 2007 [Publications de l’Université de Saint- Ètienne, 700 S., 27 Euro].

Aus dem Inhalt:

INTRODUCTION

Wilson-Chevalier, K.: Les espaces des patronnes et mécènes.

PREMIÈRE PARTIE

Broomhall, S.: Au-delà de la Cour: patronnes et mécènes du manuscrit à l’imprimé; Evain, A.: Les reines et princesses de France, mécènes, patronnes et protectrices du théâtre au XVIe siècle; Pascal, E.: Princesses épistolières au tournant du XVIe au XVIIe siècle: consommatrices de culture, mécènes et/ou propagandistes?

DEUXIÈME PARTIE

L’Estrange, E.: Sainte Anne et le mécénat d’Anne de France; Lerluairt, E.: Anne de France et les livres: la tradition et le pouvoir; L’Estrange, E.: Le mécénat d’Anne de Bretagne; Brown, C.: Le mécénat d’Anne de Bretagne et la politique du livre; Burk, J.: „À l’antique“ à Nantes et „à la moderne“ à Brou: styles architecturaux et conception de la statuaire funéraire au moment du passage du gothique tardif à la Renaissance.; Winn, M. B.: Louise de Savoie, ses enfants et ses livres: du pouvoir familial au pouvoir d’État; Melot, M.: Les abbesses bâtisseuses de Fontevraud; Stephenson, B.: „La protection de vostre faveur“. Le patronage humaniste de Marguerite de Navarre.; Funke, A.: Marguerite de Navarre et son influence spirituelle sur les vitraux de la cathédrale Sainte-Marie d’Auch; Jordan, A., Wilson-Chevalier, K.: L’épreuve du mécénat: „Alienor d’Austriche“, une reine de France effacée?; Ruby, S.: Diane Le Poitiers: veuve et favorite; Munns, J., Richards, P.: Antoinette de Bourbon, première duchesse de Guise, et Rémy Belleau: construction d’un tombeau, création d’un mynthe; Grand-Dezuyse, C.: Le triomphe d’une mater familias: Antoinette de Bourbon, duchesse de Guise, et une plaque émaillée de Léonard Limosin; Poladlek, D. E.: Le mécénat meurtrier, l’iconoclasme et les limites de l’acceptable: Anne d’Este, Catherine-Marie de Lorraine et l’anéantissement d’Henri III; ffolliott, S.: La reine mécène idéale de la Renaissance: Catherine de Médicis définie par elle-même ou définie par les autres?; Kolk, C. zum: Le mécénat de Catherine de Médicis d’après sa correspondance; Odde, L.: Les coulisses du pouvoir: châteaux, jardins et fêtes. Quelques aspects du mécénat (transgressif) de Catherine de Médicis; Turbide, C.: Catherine de Médicis, mécène d’art contemporain: l’hôtel de la Reine et ses collections; Zvereva, A.: Catherine de Médicis et les portraitistes français; Bimbenet-Privat, M.: Catherine de Médicis et ses orfèvres: autorité, précision, exigence; Michahelles, K.: Apprentissage du mécénat et transmission matrilinéaire du pouvoir. Les enseignements de Catherine de Médicis à sa petite-fille Christine de Lorraine.

Paviot, J.: Tenir état à la table, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes (XIVe-XVIe s.) 47 (2007) S. 23-35.

Perez de Tudela, A., Jordan-Gschwend, A.: Menageries in the Renaissance: Exotic Animals and Pets at the Habsburg Courts, in: Representations of Animals in Early Modern Europe, hg. von K. A. E. Enenkel, E. Kolfin, W. Neuber und P. Smith (Intersections Yearbook for Early Modern Studies, 6).

Petzold, M.: Das Pontifikat Erzbischof Boemunds II. von Trier (1354-1362) und das Stiftswesen nach seiner Resignation (1362-1367). Studien zur Reichs-, Territorial- und Verwaltungsgeschichte, 2., überarb. und erg. Aufl., Frankfurt am Main u.a. 2007 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 806) [Peter Lang, 475 S., kart., 72 Euro].

Philippe le Beau. Les trésors du dernier duc de Bourgogne, hg. von B. Bousmanne, S. Thieffry und H. Wijsman, Brüssel 2007 [Bibliothèque Royale de Belgique, 171 S., zahlr. Ill., 1 CD].

La place de la musique dans la culture médiévale, hg. von O. Cullin, Turnhout 2007 (Rencontres médiévales européenne, 7) [Brepols, 151 S., Pb., 30 Euro].

Plaut, A.: Les principales sources de Florimond de Raemond dans L’Erreur Populaire de la Papesse Jane (1587, 1594), in: Journal de la Renaissance 4 (2006) S. 199-222.

Pollard, J.: A Court in Exile: The Vatican, 1870-1929, in: The Court Historian 12 (2007) S.35-47.

Pregla, B.: Das Renaissanceschloß in Leitzkau. Beiträge zur Baugeschichte, in: Historische Bauforschung in Sachsen-Anhalt (2007) S. 122-176.

Le prince au miroir de la littérature politique de l’Antiquité aux Lumières, hg. von F. Lachaud und L. Scordia, Mont-Saint-Aignan 2007 [Publications des Universités de Rouen et du Havre, 451 S., 20 Euro].

Princely Virtues in the Middle Ages, 1200-1500. Herrschertugenden im Mittelalter, hg. von I. P. Bejczy und C. J. Nederman, Turnhout 2007 (Disputatio, 9) [Brepols, X+450 S., Hb., 5 sw-Abb., 3 sw-Tafeln, 80 Euro].

Les Principautés dans l’Occident Médiéval. À l’origine des régions, hg. von B. Demotz unter Mitarb. von G. Bischoff, J.-M. Cauchies und P. Racine, Turnhout 2007 [Brepols, 350 S., br., 15 sw-Abb., 61 Euro].

Prosopographie des secrétaires de la cour de Bourgogne (1384-1477), hg. von P. Cockshaw. Envoi par W. Paravicini, Ostfildern 2006 (Instrumenta, 16 [Thorbecke, 182 S., geb. 49 Euro].

Protzner, W., Köglmaier-Horn, C.: Culina Franconiae, Stuttgart 2007 (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 109) [Steiner, 512 S., kart., 80 Euro].

Proverbes francais, hg. von J. Morawski, Paris 2007 (Les Classiques Francais du Moyen Âge, 47) [Champion, 147 S., br., 15 Euro].

Pusztai, T.: Die Mohosvár von Kelemér – eine Burg in Ungarn aus dem 13. und 15. Jahr-hundert, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 167-178.

Rabeler, S.: Niederadlige Lebensformen im späten Mittelalter. Wilwolt von Schaumberg (1510) und Ludwig von Eyb d. J. (1521), Würzburg 2007 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 9: Darstellungen aus der fränkischen Geschichte, 53) [Gesellschaft für Fränkische Geschichte, 591 S., geb., 39,80 Euro].

Ranft, A.: Adel, Hof und Residenz im späten Mittelalter, in: Archiv für Kulturgeschichte 89,1 (2007) S. 61-89.

Rapp, F.: Maximilien d’Autriche. Souverain du Saint Empire germanique, bâtisseur de la maison d’Autriche, 1459-1519, Paris 2007 [Tallandier, 310 S., br., 23,75 Euro].

Regensburg im Spätmittelalter. Bestandaufnahme und Impulse, hg. von P. Schmid, Regensburg 2006 [Schnell & Steiner, 256 S., Pb., 1 farb. und 6 sw-Abb., 24,90 Euro].

Regesta Habsburgica. V. Abteilung: Die Regesten der Herzoge von Österreich 1364-1395. Teilbd. 1: 1365-1370, bearb. von C. Feller und C. Lackner, Wien u.a. 2007 (Regesten der Grafen von Habsburg und der Herzoge von Österreich aus dem Hause Habsburg. Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung) [Oldenbourg, 352 S., br., 59,80 Euro].

Regnum und Imperium. Die französisch-deutschen Beziehungen im 14. und 15. Jahrhundert, hg. von S. Weiss, München 2007 (Pariser Historische Studien, 23) [Oldenbourg, 304 S., geb., 39,80 Euro].

Reinle, C.: Herrschaft durch Performanz? Zum Einsatz und zur Beurteilung performativer Akte im Verhältnis zwischen Fürsten und Untertanen im Spätmittelalter, in: Historisches Jahrbuch 126 (2006) S. 25-64.

Die Reise eines niederadeligen Anonymus ins Heilige Land im Jahre 1494, hg. von G. Fouquet, Frankfurt am Main u.a. 2007 (Kieler Werkstücke. Reihe E: Beiträge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 5) [Peter Lang, 311. S., geb., 7 Abb., 44,80 Euro].

Religiöse Bewegungen im Mittelalter. Festschrift für Matthias Werner zum 65. Geburtstag, hg. von E. Bünz, S. Tebruck und H. G. Walther, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 464 S., geb., 64,90 Euro].

Religious and Laity in Northern Europe, 1000-1400. Interaction, Negotiation, and Power, hg. von E. Jamroziak und J. E. Burton, Turnhout 2007 [Brepols, 200 S., Hb, 60 Euro].

Representations of Power in Medieval Germany 800-1500, hg. von B. Weiler und S. Maclean, Turnhout 2006 [Brepols, 348 S., br., 16 Abb., 64 Euro].

Résidences aristocratiques, résidences du pouvoir entre Loire et Pyrénées, Xe-XVe siècles. Actes du colloque tenu à Pau, 3-5 octobre 2002, hg. von D. Barraud, F. Hautefeuille und C. Remy, Carcassonne 2006 (Archéologie du Midi médiéval. Supplément, 4) [Centre d’Archéologie Médiévale du Languedoc, 469 S., kart., graph. Darst., 52 Euro].

Ribémont, B.: Mabrian ou le cheminement d’un chevalier du XVe siècle en route vers le roman d’aventures, in: Le Moyen Âge 113,2 (2007) S. 335-359.

Ribera, J.-M.: Diplomatie et espionnage. Les ambassadeurs du roi de France auprès de Philippe II: du traité du Cateau-Cambrésis (1559) à la mort de Henri III (1589), Paris 2007 (Bibliothèque littéraire de la Renaissance, 2) [Champion, 744 S., geb., 135 Euro].

Ribordy, G.: „Faire les nopces“: le mariage de la noblesse française (1375-1475), Toronto 2004 (Studies and texts, 146) [Pontifical Institute of Mediaeval Studies, XXVI+207 S., 44,95 $].

Ritteradlige Herrschaftsbildung im Schüpfergrund. Das Briefbuch des Albrecht von Rosenberg († 1572). Urkundenregesten 1385-1565 und Urkundenanhang 1561-1564, bearb. von H. Neumaier, Würzburg 2006 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 3: Fränkische Urkundenbücher und Regestenwerke, 10) [Gesellschaft für Fränkische Geschichte, 160 S., Pb., 3 sw-Abb., 1 Karte, 24,80 Euro].

Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 7. bis 9. Oktober 2004 auf Schloß Iburg, hg. im Auftrag des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land von Susanne Tauss, Göttingen 2007 (V&R unipress, 399 S., 58 sw-Abb. im Text, 96 Farbtafeln, 39 Euro] – siehe die Besprechung oben S. 55-58.

Rosseaux, U.: Städte in der Frühen Neuzeit, Darmstadt 2006 [WBG, VII+152 S., kart., 7 Tab., 2 Abb., 9,90 Euro].

Rüdiger, J.: Herrschaft und Stil bei Peter II. von Aragon, in: Frühmittelalterliche Studien 39 (2005) S. 177-202.

Russell, T., Bourassa, D.: The „Menuet de la cour“, Köln u.a. 2007 (Terpsichore, 4) [Georg Olms, 212 S., 39,80 Euro].

Sagredo, I.: Navarra, castillos que defenderion el reino, Bd. 1: De Languardia a Foix, y del Moncayo al Goierri, Pamplona 2006 [Pamiela Argitaletxea, 446 S., 45 Euro], Bd. 2: Los castillos de Sancho III, el Mayor en alto Aragón, Sobrarbe y Ribargorza, Pamplona 2007 [Pamiela Argitaletxea, 185 S., 29 Euro].

Santini, C.: Il giardino di Versailles. Natura, Artificio, Modello, Florenz 2007 [Olschki, 286 S., 27 Abb., 28 Euro].

Sarnowsky, J.: Der deutsche Orden, München 2007 [Beck, 128 S., Pb., 4 Abb. und 3 Kar-ten, 7,90 Euro].

Schlaber, G. L.: Hertugdømmet Slesvigs forvaltning. Administrative strukturer og retspleje mellem Ejderen og Kongeåen ca. 1460-1864 [Die Verwaltung des Herzogtums Schleswig. Verwaltungsstrukturen und Rechtspflege zwischen Eider und Königsau, ca. 1460-1864], Flensburg 2007 (Udgivet af Studieafdeling ved Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, 57) [Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, 493 S.; zahlr. Graph. und Karten, 33,99 Euro].

Schlaber, G. L.: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen indtil 2007 [Verwaltungsgliederung zwischen Eider und Königsau bis 2007], Flensburg 2007 (Udgivet af Studieafdeling ved Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, 58) [Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, 428 S., 26,99 Euro].

Schlösser und Gärten der Mark, hg. von M. Jager, Berlin 2006 [Lukas Verlag, 175 S., geb., 12 farb. und 178 sw-Abb., 29,80 Euro].

Schmid, B.: Raumkonzepte und Inszenierung von Räumen in Helene Kottaners Bericht von der Geburt und Krönung des Königs Ladislaus Postumus (1440-1457), in: Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit, hg. von U. Kundert, B. Schmid und R. Schmid, Zürich 2007, S. 113-138.

Schmid, C.: Building the Kingdom. Giannozzo Manetti on the Material and Spiritual Edifice, Turnhout 2007 (Arizona Studies in the Middle Ages and Renaissance, 20) [Brepols, 518 S., Hb., 70 Euro].

Schneidmüller, B.: Adelshaus oder Wechselrahmen? Einführung in Wege der Welfenforschung, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66 (2007) S. 12-16.

Schneidmüller, B., Becher, M., Zotz, T., Hechberger, W.: Die Welfen. Adelsentwürfe im hohen Mittelalter, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66 (2007) S. 11.

Schnell, R.: Die höfische Kultur des Mittelalters zwischen Ekel und Ästhetik, in: Frühmittelalterliche Studien 39 (2005) S. 1-100.

Schnerb, B.: L’office de la cuisine à la cour de Bourgogne sous le duc Jean sans Peur (1404-1419), in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes (XIVe-XVIe s.) 47 (2007) S.

Scholtka, A.: Der Ledertapetensaal im Schloß Oranienbaum. Geschichte, Bestand und Restaurierungsprobleme, in: Restauro 112,2 (2006) S. 118-130.

Schwengelbeck, Matthias: Die Politik des Zeremoniells. Huldigungsfeiern im langen 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2007 [Campus, 400 S., kart.; 39,90 Euro].

Das Siegel. Gebrauch und Bedeutung, hg. von G. Signori, Darmstadt 2007 [WBG, 221 S., Fadenh., 62 sw-Abb., 39,90].

Sigismundus Rex et Imperator, hg. von I. Takács, Luxemburg 2006 [Musée national d´histoire et d’art, 751 S., geb., 49,90 Euro].

Die Sinnlichkeit der Macht. Herrschaft und Repräsentation seit der Frühen Neuzeit, hg. von J. Andres, Frankfurt am Main u.a. 2005 (Historische Politikforschung, 5) [Campus, 230 S., kart. Ill., 29,90 Euro].

Sirot, É.: Noble et forte maison. L’habitat seigneurial dans les campagnes médiévales au milieu du XIIe au dèbut du XVIe siècle, Paris 2007 (Collection Espaces Médievaux) [Picard, 216 S., br., 16 farb. und 121 sw-Abb., 35 Euro].

Šmahel, F.: Cesta Karla IV. do Francie: 1377-1378, Prag 2006 [Argo, 398 S., 998 Kč].

Smith, G.: Court Studies and the Courts of Early Modern Europe, in: Historical Journal 49 (2006) S. 1229-1238.

La società dei principi nell’Europa moderna (secoli XVI-XVII), hg. von C. Dipper und M. Rosa, Bologna 2005 [Le edizioni del Mulino, 384 S., Pb., 25 Euro].

Soldini, N.: Nec spe nec metu. La Gonzaga: Architettura e corte nella Milano di Carlo V, Florenz 2007 (Ingenium, 10) [Olschki, 514 S., 141 Abb., 65 Euro].

Spiess, K.-H.: European Royal Marriages in the Late Middle Ages: Marriage Treaties, Questions of Income, Cultural Transfer, in: Majestas 13 (2005), S. 7-21.

Stercken, M.: Städte der Herrschaft. Kleinstadtgenese im habsburgischen Herrschaftsraum des 13. und 14. Jahrhunderts, Köln u.a. 2006 (Städteforschung. Reihe A: Darstellungen, 68) [Böhlau, VIII+259 S., Pb., 12 sw-Abb., 29,90 Euro].

Storn-Jaschkowitz, T.: Gesellschaftsverträge adliger Schwureinungen im Spätmittelalter – Edition und Typologie, Berlin 2007 [Logos, 820 S., Pb., 40,50 Euro].

Süssmann, J.: Vergemeinschaftung durch Bauen. Würzburgs Aufbruch unter den Fürstbischöfen aus dem Hause Schönborn, Berlin 2007 (Historische Forschungen, 86) [Duncker und Humblot, 367 S., Pb., 86 Euro].

Terres cuites architecturales médiévales et modernes en Ile-de-France et dans les régions voisines, hg. von J. Chapelot, O. Chapelot und B. Rieth, Turnhout 2007 [Brepols, 400 S., Hb., 45 Euro].

Thomas Maillet (?), Les Proverbez d’Alain, hg. von T. Hunt, Paris 2007 (Les Classiques Francais du Moyen Âge, 151) [Champion, 144 S., br., 18 Euro].

Thon, A., Klein A. S.: Burgruine Drachenfels, Regensburg 2007 [Schnell & Steiner, 20 S., geheftet, 16 farb. Abb., 3 Euro].

Thon, A., Ulrich, S.: „Von den Schauern der Vorwelt umweht …“ Burgen und Schlösser an der Mosel.Regensburg 2007 [Schnell & Steiner, 180 S., Pb., 19 sw- und 103 farb. Abb., 30 Grundrisse, 1 Übersichtsplan, 12,90 Euro].

Trouet, D.: Adelsschlösser in Kurtrier. Bauten und Baupolitik der Familie von Kesselstatt im 17. und 18. Jahrhundert, Trier 2007 (Geschichte und Kultur des Trierer Landes, 6) [Kliomedia, 343 S., kart., Ill., graph. Darst., 42 Euro].

Tschopp, S. S., Weber, W. E. J.: Grundfragen der Kulturgeschichte, Darmstadt 2007 [WBG, VIII+152 S., kart., 12,90 Euro].

Ullrich, U. B.: Der Kaiser im „giardino dell’Impero“. Zur Rezeption Karls V. in italienischen Bildprogrammen des 16. Jahrhunderts, Berlin 2006 (Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, 3) [Gebr. Mann, 318 S., geb., 153 Abb., 16 farb. Taf. mit 20 Abb., 68 Euro].

Ulrich Petersen (1656-1735), Chronik der Stadt Schleswig. Bd. 1, bearb. von H. Braunschweig unter Mitwirkung von H. W. Schwarz, hg. von der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte, Schleswig 2006 [Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte, 288 S., Ln., Ill.].

Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Abschriftensammlungen (1464-1469), bearb. von C. Ottner-Diesenberger, Wien u.a. 2007 (Regesten Kaiser Friedrichs III. [1440-1493] nach Archiven und Bibliotheken geordnet, 22) [Böhlau, 332 S., brosch., 59 Euro].

Urkunden der Stadt Pritzwalk in Regesten (1256-1703), bearb. von F. Beck, hg. von K. Neitmann, Frankfurt am Main u.a. 2006 (Quellen, Findbücher und Inventare des BrandenburgischenLandeshauptarchivs, 20) [Peter Lang, 132 S., kart., 18 sw-Abb., 34 Euro].

Vasari, G.: Ragionamenti di Palazzo Vecchio, Paris 2007 [Les Belles Lettres, 688 S., br., 45 Euro].

La vie dans le donjon au moyen âge. Colloque de Vendôme, 12 & 13 mai 2001, Vendôme 2005 [Cherche-Lune, 208 S., br., 29,50 Euro].

Voisinages, coexistences, appropriations. Groupes sociaux et territoires urbains (Moyen Age-16e siècle), hg. von C. Deligne und C. Billen, Turnhout 2007 (Studies in European Urban History, 10) [Brepols, 250 S., Pb., 62 Euro].

Völkel, M.: Schloßbesichtigungen in der Frühen Neuzeit. Ein Beitrag zur Frage nach der Öffentlichkeit höfischer Repräsentation, München u.a. 2007 [Deutscher Kunstverlag, 79 S., kart., Ill., 14,80 Euro].

Wahrnehmungen des Fremden. Differenzerfahrungen von Diplomaten im 16. und 17. Jahrhundert, hg. von M. Rohrschneider und A. Strohmeyer, Münster 2007 (Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte, 31) [Aschendorff, VII+408 S., kart., 49 Euro].

Wedekind, G.: Wie in einem Spiegel. Porträt und Wirklichkeit in Jan van Eycks „Arnolfinihochzeit“, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 70,3 (2007) S. 325-346.

Welfenschätze. Gesammelt, verkauft, durch Museen bewahrt. Katalog zur Ausstellung in der Burg Dankwarderode, Braunschweig: 07.06.-02.09.2007, hg. von G. Bungarten und J. Luckhardt, Petersberg 2007 [Imhof, 108 S., 85 farb. Abb., Hb., 19,95 Euro].

Wenger, L.: Ganerbensitz Grünenberg? – Eigentumsverhältnisse der Freiherren von Grünenberg untersucht mit Hilfe einer genealogischen Datenbank, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 48,3 (2007) S. 152-155.

Weiss, D. J.: Krone ohne Krönung. Symbole und Repräsentation der bayerischen Monarchie, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 66 (2006) S. 181-194.

Weiss, S.: Haus und Hof bei Konrad von Megenberg. Theorie und Empirie im Werk eines mittelalterlichen Wirthschaftswissenschaftlers, in: Konrad von Megenberg (1309-1374) und sein Werk. Das Wissen der Zeit, hg. von C. Märtl, G. Drossbach und M. Kintzinger München 2007 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Beiheft. Reihe B, 31), S. 145-168.

Werner Paravicini, Edelleute und Kaufleute im Norden Europas, hg. von J. Hirschbiegel, A. Ranft und J. Wettlaufer, Ostfildern 2007 [Thorbecke, XIV+609 S., geb., zahlr. farb. und sw-Abb., 88 Euro].

Aus dem Inhalt:

Europäische Adelskultur im Norden

Rittertum im Norden des Reichs, S. 3-47; Das Haus Namur im Ostseeraum, S. 49-86; Fürstliche Ritterschaft: Otto von Braunschweig-Grubenhagen, S. 87-126; Die älteste Wappenrolle Europas: Ottos IV. Aachener Krönung von 1198, S. 127-188; Gruppe und Person. Repräsentation durch Wappen im späteren Mittelalter, S. 189-248; Tiere aus dem Norden, S. 249-272; Gab es eine einheitliche Adelskultur Europas im späten Mittelalter?, S. 273-302.

Preussenland und Deutscher Orden

Die Preußenreisen des europäischen Adels, S. 305-314; Edelleute, Hansen, Brügger Bürger: Die Finanzierung der westeuropäischen Preußenreisen im 14. Jahrhundert, S. 315-327; Nobles artésiens et marchands lubecquois. Une opération de change en 1349, S. 329-335; Eine Lübecker Zwangsversteigerung in Paris. Élion de Jacqueville und das Haus des Pierre de Bréban im Jahr 1412, S. 337-348; Heraldische Quellen zur Geschichte der Preußenreisen im 14. Jahrhundert, S. 349-368; „Bellenville“ – Wappenbücher, Herolde und Preußenfahrten in europäischer Forschung, S. 369-375; L’Ordre Teutonique et les courants migratoires en Europe centrale XIIIe-XIVe siècles, S. 377-388; Von der ritterlichen zur höfischen Kultur: Der Deutsche Orden in Preußen, S. 389-423.

Diesseits von Brügge, jenseits von Brügge

Brügge und Deutschland, S. 427-447; Des animaux pour un roi mourant: Louis XI et les Hanséates de 1479 à 1483, S. 449-471; Solingen, Hamburg, Brügge und Paris. Drei hansische Dokumente aus der Bibliothèque nationale de France, S. 473-487; Hansische Personenforschung. Ziele, Wege, Beispiele, S. 489-515; Schuld und Sühne Der Hansenmord zu Sluis in Flandern anno 1436, S. 517-559; Jenseits von Brügge. Norddeutsche Schiffer und Kaufleute an der Atlantikküste und im Mittelmeer in Mittelalter und Früher Neuzeit, S. 561-606.

Der Wiener Hof im Spiegel der Zeremonialprotokolle (1652-1800). Eine Annäherung, hg. von M. Scheutz, I. Pangerl und T. Winkelbauer, Innsbruck u.a. 2007 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 47; Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich, 31) [Studien Verlag, 672 S., br., 68,90 Euro].

Die Wettiner und ihre Herrschaftsgebiete 1349-1382. Landesherrschaft zwischen Vormundschaft, gemeinschaftlicher Herrschaft und Teilung, hg. vom Sächsischen Staatsarchiv, bearb. von E. Leisering, Halle/Saale 2006 (Veröffentlichung der Sächsischen Archivverwaltung. Reihe A: Archivverzeichnisse, Editionen und Fachbeiträge, 8) [Mitteldeutscher Verlag, 688 S., geb., 65 Euro].

Wieland, C.: Selbstzivilisierung zur Statusbehauptung, in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 326-349.

Wienfort, M.: Adlige Handlungsspielräume und neue Adelstypen in der „Klassischen Moderne“ (1880-1930), in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 416-438.

Williams, P.: The great favourite. The duke of Lerma and the court and government of Philip III of Spain, 1598-1621, Manchester u. a. 2007 (Studies in early modern European history) [Manchester University Press, 303 S., geb., 79,79 Euro].

... wir wollen der Liebe Raum geben ... Konkubinate geistlicher und weltlicher Fürsten um 1500, hg.von A. Tacke, Göttingen 2006 (Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg. Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, 3) [Wallstein, 488 S., geb., 57 sw-Abb., 35 Euro].

Wittenauer, V.: Im Dienste der Macht: Kultur und Sprache am Hof der Hohenzollern. Vom Großen Kurfürsten bis zu Wilhelm II., Paderborn u.a. 2006 [Schöningh, 338 S., geb., 38 Euro].

Women of Distinction: Margaret of York and Margaret of Austria, hg. von D. von Eichberger, Turnhout 2005 [Brepols, 367 S., geb., 65,90 Euro].

Wrede, M.: Code, Konzept und Konjunkturen des Rittertums in der französischen Hofkultur des 17. Jahrhunderts, in: Geschichte und Gesellschaft 33,3 (2007) S. 350-374.

Wüst, W.: Schloß Hirschberg und die Jagdleidenschaft der Eichstätter Fürstbischöfe, in: Altfränkische Bilder. Neue Folge, 3. Jahrgang 2008, bearb. von H Muth (†) und E. Schneider (Bearb.), Würzburg 2007, S. 13-16.

Zeichen und Raum. Ausstattung und höfisches Zeremoniell in den deutschen Schlössern der Frühen Neuzeit, bearb. von P.-M. Hahn und U. Schütte, hg. vom Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur, München u.a. 2006 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 3) [Deutscher Kunstverlag, 360 S., geb., 130 sw-Abb., 68 Euro] – siehe die Besprechung oben S. 45-55.

Zeilinger, G.: Lebensformen im Krieg. Eine Alltags- und Erfahrungsgeschichte des süddeutschen Städtekriegs 1449/50, Stuttgart 2007 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, 196) [Steiner, 285 S., 3 sw-Abb., 1 Tab., 48 Euro].

Ziegler, W.: König Konrad III. (1138-1152). Hof, Urkunden und Politik, Wien 2007 [Böhlau, 800 S., geb., 99 Euro].

Zotz, T.: Der gespaltene Stammbaum: Die Welfen im 12. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 66 (2007) S. 36ff.

Zwischen Sonne und Halbmond. Der Türkenlouis als Barockfürst und Feldherr. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden. Begleitband zur Sonderausstellung anläßlich des 350. Geburtstages, hg. von D.Hohrath, C. Rehm, Rastatt 2005 [Vereinigung der Freunde des Wehrgeschichtlichen Museums Schloß Rastatt, 260 S., kart., 18,50 Euro].

 


 

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Sonstiges

 

Unter der Internet-Adresse http://cour-de-france.fr/ findet sich die Seite „La Cour de France du Moyen Âge à l’époque des Lumiéres“, hier unter http://cour-de-france.fr/-Bases-de-donnees-.html u.a. die von Dr. Caroline zum Kolk erstellten Hofstaatslisten der französischen Königinnen.

 

*

Unter der Adresse www.hgis-germany.de/  findet sich das Projekt HIGIS Germany.

HGIS Germany ist ein multimediales historisch-geographisches Informationssystem der Staaten Deutschlands und Mitteleuropas seit 1815. Es wird erarbeitet am Institut für Europäische Geschichte Mainz (IEG) sowie am Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik (i3mainz) der Fachhochschule Mainz.

HGIS Germany ist auf Flächenbasis aufgebaut und bildet die Entwicklung der Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes (bzw. des Norddeutschen Bundes/Deutschen Reiches) von 1820 bis 1914 ab. Es verbindet damit Informationen zu Raum und Zeit in einem Informationssystem. Als Kern fungiert eine mit ESRI ArcGIS erstellte Geo-Datenbank, in der die grundlegenden geographischen und historischen Informationen enthalten sind. Die Web-Mapping-Anwendung wird auf Basis des UMN (University of Minnesota) Map Servers und der Mapbender Suite realisiert. Den geographischen Daten sind historische Informationen, wie etwa Bevölkerungszahlen, Wirtschaftsdaten, dynastische Verbindungen oder auch multimediale Staatenbeschreibungen, zugeordnet.

Eine ausführlichere Vorstellung erfolgt in den nächsten MRK durch Dr. Andreas Kunz vom Institut für Europäische Geschichte, Mainz, und Dorlis Blume M.A. vom Deutschen Historischen Museum, Berlin.

 

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Unter der Adresse www.kulturtransfer-an-deutschen-fuerstenhoefen.de/ findet sich das am Mittelalterzentrum der Universität Greifswald entstandene und von der DFG geförderte Gesamtprojekt „Kulturtransfer an deutschen Fürstenhöfen in der Umbruchszeit vom späten Mittelalter zur frühen Neuzeit“.

In drei interdisziplinär angelegten Teilprojekten aus den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft werden jeweils aus der fachspezifischen Perspektive Probleme des Kulturtransfers im höfischen Kontext am Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit analysiert. Das Teilprojekt Geschichte „Die Schatz- und Silberkammern der deutschen Reichsfürsten als ein Beispiel für Kulturtransfer im späten Mittelalter“ wird von Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß und Ute Kümmel M.A. betrieben, das Teilprojekt Kunstgeschichte „Fremdbilder – Selbstbilder: Kulturtransfer und Transkulturation als politisch-religiöser und ästhetischer Diskurs in höfischen Bildkonzepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im Alten Reich“ von Prof. Dr. Matthias Müller und Ruth Hansmann M.A., das Teilprojekt Germanistik „Kulturtransfer: Institutionalisierungs-, Verschriftungs- und Literarisierungsprozesse am pommerschen Fürstenhof im 15. und 16. Jahrhundert (1474-1560)“ von Prof. Dr. Udo Friedrich und Dörthe Buchester.

 

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Am Mediävistischen Institut der Universität Fribourg unterhalten Prof. Dr. H.-J. Schmidt und Prof. Dr. Udo Kühne mit Noëlle-Laetitia Perret und Fabian Fricke das SNF-Forschungsprojekt „Mittelalterliche Konzepte zur Erziehung. Analysen von Fürstenspiegeln und Schulliteratur“, siehe im Internet unter der Adresse http://www.mediaevum.unifr.ch/deutsch/forsch_projekte/Schmidt_Erziehung.htm

 

*

Das Institute of Historical Research an der University of London unterhält unter der Internetadresse http://www.history.ac.uk/richardII/index.html eine Seite zu „Richard’s II treasure“.

 

*

 

Informationen zu dem von Prof. Dr. Gottfried Kerscher am FB III – Kunstgeschichte der Universität Trier betriebenen Projekt „Leges Palatinae“ finden sich unter der Internetadresse http://www.lp.uni-trier.de/index.php?id=12876 .

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung,

Handbuch IV: Grafen und Herren)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)

 

Silke Meier

Rudolph-Philipp Sohn

 

 

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse) Leibnizstr. 8

 

(postalisch) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84 (Hirschbiegel)

Tel./AB [D] 04 31 - 8 80-22 96 (Wettlaufer)

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

 



[1]       Les images des musiciens. Typologies, figurations et pratiques sociales. 1350-1500, Turnhout (Collection Epitome musical), à paraître en 2007.

[2]       Page, Christopher: Discarding Images: Reflections on Music and Culture in Medieval France, Oxford 1993; Fenlon, Iain: Music and Culture in late Renaissance Italy, Oxford 2002.

[3]       Casagrande, Carla, Vecchio, Silvana: Clercs et jongleurs dans la société médiévale, dans: Annales ESC 34,5 (1979) p. 913-28; Martin, Hervé: Le métier de prédicateur en France septentrionale à la fin du Moyen Age (1350-1520), Paris 1988; Page, Christopher: The Owl and the Nightingale: Musical Life and Ideas in France 1100-1300, Londres 1989.

[4]       Studies on the Cantigas de Santa Maria: Art, Music and Poetry, éd. Israel J. Katz et John E. Keller, Madison 1987 (Hispanic Seminary of Medieval Studies); O’Callaghan, Joseph: Alfonso X and the Cantigas of Santa Maria, Leiden 1998.

[5]       Baldwin, John W.: The Image of the Jongleur in Northern France around 1200, dans: Speculum 72,3 (1997) p. 635-663.

[6]       Faral, Edmond: Les jongleurs au Moyen Âge, Paris 1910; Menéndez Pidal, Ramon: Poesia juglaresca y juglares, Madrid 1924; Salmen, Walter: Der fahrende Musiker im europäischen Mittelalter, Kassel 1960 (Die Musik im alten und neuen Europa, 4); Schreier-Hornung, Antonie: Spielleute, Fahrende, Außenseiter: Künstler der mittelalterlichen Welt, Göppingen 1981; Salmen, Walter: Der Spielmann im Mittelalter, Innsbruck 1983; Schubert, Ernst: Art. „Spielmann, -leute“, dans: Lexikon des Mittelalters VII, 1995, p. 2112-2113; Hartung, Wolfgang: Die Spielleute im Mittelalter. Gaukler, Dichter, Musikanten, Düsseldorf 2003; Menegaldo, Silvere: Le jongleur, Paris 2005.

[7]       Poirion, Daniel: Le Prince et le Poète. L’évolution du lyrisme courtois de Guillaume de Machaut à Charles d’Orléans, Genève 1978; Zink, Michel: Le poète désacralisé: Orphée médiéval, dans: Zink, Michel: Poésie et conversion au Moyen Age, Paris 2003, p. 123-135.

[8]       Atlas, Allan W.: Music in Aragonese Court of Naples, Cambridge 1985; Fenlon, Iain: The Status of Music and Musicians in the Early Italian Renaissance, dans: Le Concert des voix et des instruments à la Renaissance. Actes du XXXIVe Colloque international d’Etudes Humanistes, Tours, Centre d’Etudes Supérieures de la Renaissance, 1-11 juillet 1991, éd. Jean-Michel Vaccaro, Paris 1995, p. 57-70; La Musica a Firenze al tempo di Lorenzo il Magnifico, éd. Piero Gargiulo, Florence 1993; Guidobaldi, Nicoletta: La musica di Federico. Immagini e suoni alla corte di Urbino, Florence 1995; Guidobaldi, Nicoletta: La musique du prince: figures et thèmes musicaux dans l’imaginaire de cour au XVe siècle, dans: Médiévales 32 (1997) p. 59-75; Regards croisés. Musique, musiciens, artistes et voyageurs entre France et Italie au XVe siècle, éd. Nicoletta Guidobaldi, Paris 2002; Prizer, William F.: North Italian Courts, 1460-1540, dans: Man and Music. From the 1470s to the 16th century, éd. Iain Fenlon, Londres 1989; Tomasello, Andrew: Musical culture at papal Avignon, Ann Arbor 1983; Zak, Sabine: Musik als „Ehr und Zier“ im mittelalterlichen Reich. Studien zur Musik im höfischen Leben. Recht und Zeremoniell, Neuss 1979.

[9]       Nobilitas. Funktion und Repräsentation des Adels in Alteuropa, éd. Otto Gerhard Oexle et Werner Paravicini, Göttingen 1997 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 133); Contamine, Philipp: Le Moyen Age occidental a-t-il connu des „serviteurs d’Etat“?, dans: Les Serviteurs d’Etat au Moyen Age. XXIXe Congrès de la SHMES (Pau, mai 1998), Paris, 1999, p. 9-20.

[10]     L’Etat et les aristocraties. XIIe-XVIIe siècle. France, Angleterre, Ecosse. Actes de la table ronde organisée par le CNRS, Maison d’Oxford, 26-27 septembre 1986, éd. Philippe Contamine, Paris 1989.

[11]     Zumthor, Paul: La Lettre et la Voix. De la „littérature“ médiévale, Le Seuil 1987; Zink, Michel: Le Moyen Age. Littérature française, Paris 1990, p. 92.

[12]     Mühlethaler, Jean-Claude, Blanchard, Joël: Ecriture et pouvoir à l’aube des temps modernes, Paris 2002.

[13]     Mühlethaler, Jean-Claude: Fauvel au pouvoir. Lire la satire médiévale, Paris 1994; Formes de la critique: parodie et satire dans la France et l’Italie médiévales, éd. Jean-Claude Mühlethaler, Paris 2003.

[14]     Krynen, Jacques: L’empire du roi. Idées et croyances politiques en France XIIIe-XVe siècles, Paris 1993, p. 179-187; Penser et construire l’Etat dans la France du Moyen Age (XIIIe-XVe siècle), éd. Albert Rigaudière, Paris 2003; Le Prince au miroir de la littérature politique de l’Antiquité aux Lumières, éd. Frédérique Lachaud et Lydwine Scordia, Mont-Saint-Aignan 2007.

[15]     A l’ombre du pouvoir. Les entourages princiers au Moyen Age, éd. Alain Marchandisse et Jean-Louis Kupper, Genève 2003.

[16]     Buc, Philippe: L’ambiguïté du livre. Prince, pouvoir et peuple dans les commentaires de la Bible au Moyen Age, Paris 1994.

[17]     Quillet, Jeannine. D’une Cité à l’autre. Problèmes de philosophie médiévale, Paris 2001.

[18]     Les princes et l’histoire du XIVe au XVIIIe siècle. Actes du colloque organisé par l’Université de Versailles-Saint-Quentin et l’Institut Historique allemand, Paris-Versailles 13-16 mars 1996, éd. Chantal Grell, Werner Paravicini et Jürgen Voss, Bonn 1998 (Pariser Historische Studien, 17).

[19]     Lemaire, Jacques: Les visions de la cour dans la littérature française de la fin du Moyen Age, Bruxelles 1994.

[20]     Jaeger, Stephen: Scholars and Courtiers: Intellectuals and Society in the Medieval West, Aldershot 2002.

[21]     Senellart, Michel: Les arts de gouverner: du regimen médiéval au concept de gouvernement, Paris 1995.

[22]     Contamine, Philippe. Des pouvoirs en France, 1300-1500, Paris 1992.

[23]     Boureau, Alain: Le savoir du prince. Le prince médiéval et la science politique, dans: Le savoir du prince du Moyen Age aux Lumières, éd. Ran Halevi, Paris 2002, p. 25-50; Guenée, Bernard: Histoire et culture historique dans l’Occident médiéval, Paris 1980; Autrand, Françoise: Pouvoir et savoir à la cour du duc d’Orléans. dans: Autour de Charles, duc d’Orléans. Célébration du 600e anniversaire de sa naissance. Bulletin de l’Association des Amis du Centre Jeanne d’Arc. Hors série 2 (1998) p. 17-24; Erziehung und Bildung bei Hofe, éd. Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer, Stuttgart 2002 (Residenzenforschung, 13), notamment l’article de Verger, Jacques: Culture universitaire, culture de cour à Paris au XIVe siècle, p. 167-176; Healing the Body Politic. The Political Thought of Christine de Pizan, éd. Karen Green et Constant J. Mews, Turnhout 2005.

[24]     Oostrom, Frits von: Court and Culture: Dutch Literature, 1350-1450, trans. by Arnold Pomerans, Berkeley 1992; Les „Dictez vertueulx“ d’Eustache Deschamps. Forme poétique et discours engagé à la fin du Moyen Age, éd. Miren Lacassagne et Thierry Lassabatère, Paris 2005.

[25]     Veenstra, Jan Riepke: Magic and Divination at the Courts of Burgundy and France: Text and context of Laurens Pignon-s „Contre les devineurs“ (1411), Leiden 1998; Boudet, Patrice: Entre science et nigromance: astrologie, divination et magie dans l’Occident médiéval (XIIe-XVe siècle), Paris 2007.

[26]     Famiglietti, Richard C.: Royal Intrigue. Crisis at the Court of Charles VI (1392-1420), New York 1986; Guenée, Bernard: Un roi et son historien. Vingt études sur le règne de Charles VI et la Chronique du religieux de Saint-Denis, Paris 1999 (Mémoires de l’Académie des inscriptions et belles lettres. Nouvelle série, 18).

[27]     Marix, Jeanne: Histoire de la musique et des musiciens à la cour de Bourgogne sous le règne de Philippe le Bon (1420-1467), Strasbourg (1939) 1972; Fiala, David: Le mécénat musical des ducs de Bourgogne et des princes de la Maison de Habsbourg (1467-1506). Etude documentaire et prosopographique, 2 vol., Thèse de doctorat (Dir. Nicoletta Guidobaldi), Université Tours, 15 novembre 2002; Kruse, Holger, Paravicini, Werner: Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund. Bd 1: Herzog Philipp der Gute 1407-1467, Ostfildern 2005 (Instrumenta, 15).

[28]     Delisle, Léopold: Le Cabinet des mss de la Bibliothèque impériale, t. 1, Paris 1868, t. 3, Paris 1881; Delisle, Léopold: Recherches sur la Librairie de Charles V, 2 vol., Paris 1907; Avril, François, Lafaurie, Jean: La librairie de Charles V, Paris 1968; Doutrepont, Georges: La littérature française à la cour des ducs de Bourgogne, Genève (1909) 1970; Doutrepont, Georges: Inventaire de la „Librairie“ de Philippe le Bon, 1420, Genève (1906) 1977; De Winter, Philippe: La bibliothèque de Philippe le Hardi, duc de Bourgogne, 1364-1404. Etude sur les manuscrits à peintures d’une collection princière à l’époque du „style gothique international“, Paris 1985; Bousmanne, Bernard, Van Hoorebeeck, Céline: La Librairie des ducs de Bourgogne. Manuscrits conservés à la Bibliothèque royale de Belgique, t. 1: Textes liturgiques, ascétiques, théologiques, philosophiques et moraux, Turnhout 2000, t. 2: Textes didactiques, Turnhout 2003, t. 3: Textes littéraires, Turnhout 2006.

[29]     Beaune, Colette: Le Miroir du Pouvoir, Paris 1989; Russo, Daniel: Les modes de représentation du pouvoir en Europe dans l’iconographie du XIVe siècle. Etudes comparées, dans: Représentation, pouvoir et royauté à la fin du Moyen Age, éd. Joël Blanchard, Paris 1995, p. 175-191.

[30]     Alltag bei Hofe, éd. Werner Paravicini, Sigmaringen 1995 (Residenzenforschung, 5).

[31]     L’enseignement de la musique au Moyen Äge et à la Renaissance. Actes du Colloque organisé par la Fondation Royaumont – A.R.I.M.M. – C.N.R.S, 5-6- juillet 1985, éd. Marcel Pérès, Royaumont 1987; Schueller, Herbert: The Idea of Music. An Introduction to Musical Aesthetics in Antiquity and the Middle Ages, Kalamazoo 1988; Hentschel, Frank: Musik und die Geschichte der Philosophie und Naturwissenschaft im Mittelalter: Fragen zur Wechselwirkung von „musica“ und „philosophia“ im Mittelalter, Leiden 1998; La musica nel pensiero medievale, éd. Letterio Mauro, Ravenna 2001.

[32]     Teeuwen, Mariken: Harmony and the music of the spheres: The Ars Musica in Ninth-century commentaries on Martianus Capella, Leiden 2002 (Mittellateinische Studien und Texte, 30).

[33]     Friedman, John Block: Orphée au Moyen Age, Fribourg (1970) 1999.

[34]     Powerbrokers in the late Middle Ages. Les Courtiers du pouvoir au Moyen Age, éd. Robert Stein, Turnhout 2001.

[35]     Bloch, Marc: Les rois thaumaturges. Etude sur le caractère surnaturel attribué à la puissance royale particulièrement en France et en Angleterre, Paris (1924) 1983; Le Goff, Jacques, Palazzo, Eric, Bonne, Jean-Claude, Colette, Marie-Noël: Le sacre royal à l’époque de Saint Louis d’après le manuscrit latin 1246 de la BNF, Paris 2001.

[36]     Grassnick, Ulrike: Ratgeber des Königs. Fürstenspiegel und Herrscherideal im spätmittelalterlichen England, Köln 2004 (Europäische Kulturstudien. Literatur, Musik, Kunst im historischen Kontext, 15).

[37]     Représentation, pouvoir et royauté à la fin du Moyen Age. Actes du colloque organisé par l’Université du Maine les 25 et 26 mars 1994, éd. Joël Blanchard, Paris 1995.

[38]     Scattergood, Vincent J., Sherbone, James Wilson: English Court Culture in the Late Middle Ages, London 1983, notamment l’article de Wilkins, Nigel: Music and Poetry at Court: England and France in the Late Middle Ages, p. 183-204.

[39]     Peters, Ursula: Fürstenhöfe und höfische Dichtung. Der Hof Hermanns von Thüringen als literarisches Zentrum, Konstanz 1981 (Konstanzer Universitätsreden, 113); Polk, Keith: German Instrumental Music of the Late Middle Ages: Players, Patrons and Performance Practice, Cambridge 1992 (Cambridge Musical Texts and Monographs); Kruse, Holger: Hof, Amt und Gagen. Die täglichen Gagenlisten des burgundischen Hofes (1430-1467) und der erste Hofstaat Karls des Kühnen (1456), Bonn 1996 (Pariser Historische Studien, 44).

[40]     Bumke, Joachim: Mäzene im Mittelalter. Die Gönner und Auftraggeber der höfischen Literatur in Deutschland, 1150-1300, München 1980; Ragotzky, Hedda, Wenzel, Horst: Höfische Repräsentation. Das Zeremoniell und die Zeichen, Tübingen 1990; Feste und Feiern im Mittelalter.Paderborner Symposium des Mediävististenverbandes, éd. Detlef Altenburg, Jörg Jarnut et Hans-Hugo Steinhoff, Sigmaringen 1991; Dobozy, Maria: Re-membering the Present: The Medieval German Poet-Minstrel in Cultural Context. 1170-1440, Turnhout 2005.

[41]     Jacob, Robert: Le faisceau et les grelots. Figures du banni et du fou dans l’imaginaire médiéval, dans: Droit et Cultures 41 (2001) p. 65-98.

[42]     Schubert, Ernst: Fahrendes Volk im Mittelalter, Bielefeld 1995.

[43]     Culture et idéologie dans la genèse de l’Etat moderne, Rome, Actes table ronde, CNRS et EFR, 15-17 octobre 1984, éd. Jean-Philippe Genet, Rome 1985; L’Etat ou le roi. Les fondations de la modernité monarchique en France (XIVe-XVIIe siècle), éd. Neithard Bulst, Robert Descimon et Alain Guerreau, Paris 1996; Political Thought and the realities of power in the Middle Ages. Politisches Denken und die Wirklichkeit der Macht im Mittelalter, éd. Joseph Canning et Otto Gerhard Oexle, Göttingen, 1998 (Veröffentlichungen des Max Planck Instituts für Geschichte, 147); Penser le pouvoir au Moyen Age, éd. Dominique Boutet et Jacques Verger, Paris 2000.

*       Martine Clouzot, Maître de conférences en histoire médiévale à l’Université de Bourgogne – UMR 5594 ArteHis, Dijon, 8, rue des Fassoles, F- 21240 Talant.

*       Dr. Wolf Eiermann, Schloßstr. 37, D-71634 Ludwigsburg.

*       Wir nennen nur die uns bekannt gewordenen Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen, die ab Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden werden, siehe ansonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen Adresse.

*       Dr. Carola Fey, Justus-Liebig-Universität Gießen, Historisches Institut, Mittelalterliche Geschichte, Otto-Behaghel-Straße 10C, D-35394 Gießen.

*       Marco Thieme, Technische Universität Dresden, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, D-01062 Dresden.

[44]       Die Berliner Ausstellung ist in einem sehr schönen Katalog dokumentiert: Die öffentliche Tafel. Tafelzeremoniell in Europa 1300-1900, hg. von Hans Ottomeyer und Michaela Völkel, Wolfratshausen 2002.

[45]       Vgl. v.a. die von Berns/Rahn und Paravicini herausgegebenen Sammelbände: Zeremoniell als höfische Ästhetik in Spätmittelalter und früher Neuzeit, hg. von Jörg Jochen Berns und Thomas Rahn, Tübingen 1995 (Frühe Neuzeit, 25); Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997 (Residenzen-forschung, 6).

*       Dr. Mark Hengerer, Universität Konstanz, Fachgruppe Geschichte. Fach D5, D-78457 Konstanz.

[46]       Châtelet-Lange, Liliane: Art. „Großer Saal [Festsaal“, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe, hg. von Werner Paravicini, 2 Teilbde., Ostfildern 2004 (Residenzenforschung, 15,III, 1-2), hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 411-413, hier S. 413.

*       Dr. Matthias Meinhardt, Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, D-06099 Halle (Saale).

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