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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 17 (2007) Nr. 1


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 17 (2007) Nr. 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

 

 

Titelvignette:

Salomon Kleiner, Die Michaelerfront der Wiener Hofburg, Stich, 1726

 

 

 



Inhalt

 

Vorwort...................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission................................................................................................... 9

Neue Mitglieder der Residenzen-Kommission
Enno Bünz/Leipzig und Matthias Müller/Mainz........................................................................ 11

Enno Bünz......................................................................................................................... 11

Matthias Müller.................................................................................................................. 22

11. Symposium der Residenzen-Kommission: Aufruf zur Anmeldung und Themenabriß................ 33

Die Arbeit der anderen............................................................................................................... 43

Der Wirkungsbereich des römisch-deutschen Königtums im 12. Jahrhundert.
Analyse der Handlungsspielräume königlicher Herrschaft von
Lothar III. bis Otto IV. (1125-1215),
von Peter Csendes und Wolfram Ziegler, Wien....................................................................... 43

Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen............................................................................. 49

Kolloquiumsberichte.................................................................................................................. 67

Konkurrierende Modelle im dynastischen Europa
Bourbon – Habsburg – Oranien 1700,
Marburg, 19. bis 21. Oktober 2006,
von Ulrich Niggemann, Marburg............................................................................................. 67

Bourbon und Wittelsbach. Dynastie, dynastische Räson und
Transnationalität zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert,
Paris, 8. Dezember 2006,
von Christiane Bürger, Heidelberg, Anna Karla, Paris, Regina Schleuning, Göttingen............... 70

Buchvorstellungen...................................................................................................................... 75

Weddigen, Tristan: Raffaels Papageienzimmer – Ritual, Raumfunktion und
Dekoration im Vatikanpalast der Renaissance, Berlin u.a. 2006,
von Claudia Märtl, München.................................................................................................. 75

Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart,
hg. im Auftr. der Gesellschaft Oberschwaben von Mark Hengerer und
Elmar L. Kuhn in Verbindung mit Peter Blickle, 3 Bde., Ostfildern 2006,
von Matthias Steinbrink, München.......................................................................................... 76

Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert,
hg. von Kurt Andermann und Clemens Joos, Epfendorf 2006
(Kraichtaler Kolloquien, 5),
vom Jörg Wettlaufer, Kiel...................................................................................................... 78

Neuerscheinungen...................................................................................................................... 81

Die Arbeitsstelle Kiel............................................................................................................... 111

 

*****

 

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2007), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.                                                                                                                                                                            W.P.



Vorwort

 

 

Hier nun wieder in mehr als der gewohnten Fülle von mehr als einhundert Seiten frische Nachrichten aus der Werkstatt. Heft 16,2 war ja etwas schmalbrüstig ausgefallen, das mußte alsbald ausgeglichen werden. Die gegenwärtigen Zeilen schreibe ich indes nicht am Schreib-tisch, sondern im Flugzeug, auf dem Rückweg von Istanbul nach Paris, nach einem Besuch im Topkapi-Palast am Goldenen Horn, befremdet noch von dieser anderen Welt, der mir un-zugänglichen arabischen Schrift und der abstrakten Formensprache der Osmanen. Aber vieles ist doch wiederum vertraut: Turm und Pforte, Gold und Seide, strenge Hierarchie und kon-trollierter Herrscherzugang, Dynastie und Erbschaft, Religion, Grablege und Erinnerung. Im Schatzhaus zu sehen waren u.a. eine Bergkristallkanne aus dem spätmittelalterlichen Burgund, ein (neuerer) Hosenbandorden, ein Goldenes Vlies (aus Spanien), ein Stern des Schwarzen Adlerordens aus Preußen. Das kam mir vertraut vor. Aber die große Halle fehlte, Ort der Ständeversammlung, die es nicht gab. Und vier Ehefrauen und acht Favoritinnen? Ein Wandelhof der Konkubinen und schwarze Eunuchen aus Nubien als Wächter? Das war denn doch etwas anderes als der „Harem“ des Albrecht Achilles oder das für die Nacht zugesperrte „Frauenzimmer“ der deutschen Höfe. Vierhundert Zimmer für bis zu 1000 Frauen, nur für den einen absoluten Herrscher. Die Seidenschnur und der Mord an den Sultansbrüdern? Janitscharen und Mame-luken, alle aus Sklaven und in der „Knabenlese“ früh der Familie Entrissenen geformt? Pagen gab es, aber nicht eigentlich einen erblichen Adel. Schon unter den Byzantinern hatte er gefehlt und in Moskau entstand er gleichfalls nicht. Die Institution des Staates war unendlich stark, der Einzelne, die Familie dagegen überaus schwach. Man gerät ins Grübeln: das Lehns-wesen, ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit, der Grund der Freiheit? Die Einehe als Bedingung einer liberalen Verfassung?

Wir müssen die Formen der Herrschaft vergleichen, die Art der Hofhaltungen gegenein-ander halten, um das Vertraute mit fremden Augen zu sehen. Wir haben auf dem Kieler Historikertag damit angefangen, schauten nach Ägypten und Japan. Das sollten wir wieder einmal tun. Gerade hielt Jan Hirschbiegel auf einer Baseler Tagung über den Achäme-nidenhof den Einführungsvortrag. Wir wollen aber jetzt erst einmal die europäischen Höfe miteinander in Bezug setzen, fragen, was sie voneinander wußten, was sie übernahmen oder ablehnten, und wie das Wissen voneinander wanderte. Dabei wird sich wie von selbst heraus-schälen, was ihnen allen gemeinsam war und was sie eben vom Orient unterschied. Die inner-europäischen Unterschiede waren gewiß zu Anfang groß, denken wir an Nordgermanen und gaëlische Kelten, an Slawen und Ungarn im Osten, an Byzantiner im Süden, von den Muslimen in Sizilien ganz zu schweigen. Und doch entstand daraus, bei allen Unterschieden im einzelnen, der europäische Hof, den überall die Reisenden des 15. Jahrhunderts vorfanden und mit dem sie rechneten. Es blieben aber die verschiedenen Stile: der kaiserliche, spani-sche, französische, italienische.

Kurzum, es ist von unserem nächsten Symposium, dem 11., die Rede, das vom 20. bis 24. September 2008 in einer anderen imperialen Hauptstadt stattfinden wird, die von den Herrschern Istanbuls schließlich doch nicht hat eingenommen werden können: Wien. Den Aufruf zur Teilnahme an dieser Veranstaltung finden Sie unten, lieber Leser, auf S. 33-41 veröffentlicht. Das Thema („Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung“), der Tagungsort (Hofburg, zu ihr im 19. Jahrhundert vgl. unten S. 55-56), die Exkursion (zu mancherlei Schlössern vom Wiener Umland bis nach Böhmen) dürften insgesamt so attraktiv sein, daß es der Kommission künftig wohl schwer-fallen wird, unter all den Anmeldungen auszuwählen, die bis zum 1. September 2007 bei der Kieler Arbeitsstelle eintreffen werden. Es sind aber nicht nur gestandene Forscher gefragt, sondern auch solche, die es werden wollen. Wiederum wird es ein „Atelier“ mit Kurzvorträgen geben, zu welchem Doktoranden hiermit ausdrücklich eingeladen werden.

Während Sie noch nachdenken, welches Thema Sie einreichen werden, oder welchen Kollegen Sie dazu auffordern möchten, werkt die Kommission unverdrossen weiter. Damit sie dies desto besser vermöchte, hat sie neue Kräfte hinzugewonnen, mit Namen die Pro-fessoren Enno Bünz (Leipzig) und Matthias Müller (Mainz), einen (Landes-) Historiker und einen (Bau-) Kunsthistoriker, die am 25. September 2006 zu neuen Mitgliedern gewählt und folglich von der Akademie ernannt worden sind. In diesem Heft werden beide ausführlich vorgestellt, mit kompletter Bibliographie – das wird den derart Geehrten erst sehr viel später erneut widerfahren. Jetzt aber mag es vielen bei der Lektüre so gehen wie dem Unter-zeichneten: Er hat sich daraus einige Titel notiert, die er noch nicht kannte. Zu ihrer beider ersten Kommissionssitzung am 1. Oktober in Göttingen werden dann erschienen sein nicht nur die Arbeiten des Ateliers vom letzten Symposium in Gottorf anno 2006 als Sonderheft 9 dieser Mitteilungen, sondern – mit großem Einsatz und zuweilen wenig Schlaf –auch Teil III des Handbuches (Hof und Schrift). Der Symposiumsband „Hofwirtschaft“ selbst wird als Band 21 der Reihe „Residenzenforschung“ 2008 auf dem Symposium zu Wien vorgelegt. Die weitere Arbeit am Handbuch ist unterdessen ebenfalls vorangeschritten, so daß auch Teil IV (Grafen und Herren) seinen Hafen erreichen wird, spätestens im Jahre 2010 in Coburg.

So möge denn die Arbeit im Zeichen der Michaelerfront der Wiener Hofburg in bereits erprobt-guter Zusammenarbeit mit den Wiener Kollegen weiter gut vorangehen. Sie aber, werter Leser, können sich an den neuesten (uns Fachleute natürlich nicht überraschenden) Nachrichten zur Dynastieforschung erfreuen, an Raffaels Papageienzimmer und anderen schätzenswerten Beiträgen zum gegenwärtigen Heft, darunter auch solchen aus Wien. Ver-gessen Sie dabei nicht, auch uns mit Nachrichten zu versorgen, damit wir weiterhin andere davon unterrichten können.

 

Aus der Luft über Wien, am 20. Mai 2007

 

Werner Paravicini

 

 

 

 


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

1.         Handbuch „Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich“

1.1.      Dynastisch-topographischer Band (Residenzenforschung, 15, I,1-2)

            Inzwischen liegt mit der von Jörg Schwarz stammenden Besprechung in der Zeitschrift Rheinische Vierteljahrsblätter 70 (2006) S. 350f. die zwölfte Rezension vor.

1.2.      Bilder und Begriffe (Residenzenforschung, 15, II,1-2)

            Erste Rezensionen von Christian Hillen, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 93 (2006) S. 521f.; Jörg Rogge, in: Sehepunkte 7 (2007) Nr. 2 [15.02.2007], http://www.sehepunkte.de/2007/02/10727.html ; Jörg Schwarz, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 70 (2006) S. 352

1.3.      Hof und Schrift (Residenzenforschung 15, III)

            Das Manuskript befindet sich im Druck, der Band wird zur nächsten Sitzung der Residenzen-Kommission am 1. Oktober in Göttingen vorliegen.

1.4.      Grafen und Herren (Residenzenforschung, 15, IV,1-2)

            Die Phase der Einwerbung von Autorinnen und Autoren ist abgeschlossen, weitere Informationen finden sich unter der Adresse http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Grafen im Internet.

 

2.         Reihe Residenzenforschung

            2.1.      Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spät-mittelalter und Früher Neuzeit. 10. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Veranstaltet in Zusammen-arbeit mit den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloß Gottorf, dem Landesarchiv Schleswig-Holstein, dem Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Deutschen Historischen Institut Paris, Schleswig, 23.-26. September 2006, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini, Ostfildern 2008 (Residenzenforschung, 21): Die Abgabe der Manuskripte ist größtenteils erfolgt, so daß auch dieser Band wieder wie ge-wohnt zum nächsten Symposium vorliegen wird. Die Beiträge des Ateliers sind als Sonderheft 9 der Mitteilungen der Residenzen-Kommission publiziert, das dieser Ausgabe der Mitteilungen beiliegt, hierzu auch unten unter 4.2.

            2.2.      Ingrid Kasten, Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg in wohl zwei Bänden (Hof- und Regimentsordnungen; Ämterordnungen) befindet sich weiterhin in Vorbereitung, der erste Band wird Anfang 2008 im Manuskript abgeschlossen sein und soll 2009 erscheinen.

 

3.         Symposien

3.1.      Wien 2008: Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung siehe unten S. 33-41.

3.3.      Coburg 2010: Zwischenbilanz. Residenz und Hof in Europa – wird in Zusam-menarbeit mit Gert Melville, Dresden/Coburg veranstaltet.

 

4.         Mitteilungen der Residenzen-Kommission

4.1.      MRK 17,1 liegt vor.

4.2.      Sonderheft 9: ATELIER. Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini, liegt vor.

4.3.      Klaus Schreiner, Der Hoftraktat des Ulrich von Hutten in zweisprachiger Ausgabe – das Manuskript wird im Laufe des Jahres fertiggestellt.

4.4.      Alexandra Kursawe, Die Briefe der sächsischen Herzogin Sidonie an ihren Sohn Georg, befindet sich in Planung.

 

5.         Nachfolge Ernst Schubert

Siehe unten S. 11-35 die Vorstellungen der neuen Kommissionsmitglieder Enno Bünz und Matthias Müller.

 

6.         Termin der nächsten Kommissions-Sitzung

Montag, 1. Oktober 2007, 11:00 Uhr in den Räumen der Göttinger Akademie.

 

Werner Paravicini

 


Neue Mitglieder der Residenzen-Kommission

Enno Bünz/Leipzig und Matthias Müller/Mainz

 

Indem wir die neuen Mitglieder der Residenzen-Kommission freundlich begrüßen, wollen wir sie auch in ihrer ganzen Statur sichtbar machen und den Lesern Gelegenheit geben, sich nicht nur mit den (ohnehin bekannten) Namen vertraut zu machen, sondern auch mit dem bisherigen, stattlichen Œuvre. Deshalb folgen hier jeweils Lebenslauf und Schriftenverzeichnis.                         W.P.

 

Enno Bünz

 

Geboren am 19. September 1961 in Marne (Dithmarschen). Studium der Fächer Geschichte und Germanistik in Kiel und Würzburg. Erstes Staatsexamen (Lehramt an Gymnasien) 1988. Promotion 1993 (bei Prof. Dr. Peter Herde).

1989-1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Historische Theologie, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Würzburg. 1990-1993 wissenschaftlicher Angestellter am Diözesanmuseum Hildesheim (wissenschaftlicher Sekretär der Ausstellung „Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen“). 1993-2001 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Thüringische Landesgeschichte und Mittelalterliche Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (bei Prof. Dr. Matthias Werner). Dort 1999 Habilitation für mittelalterliche Geschichte, Landesgeschichte und Historische Hilfs-wissenschaften.

Seit 1. Oktober 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte an der Uni-versität Leipzig. Seit dem 1. September 2002 außerdem Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. in Dresden. Vom 1. Oktober 2003 bis 30. September 2004 Geschäftsführender Direktor des Historischen Seminars an der Universität Leipzig.

Wahlmitglied der Historischen Kommission bei der Sächsischen Akademie der Wissen-schaften zu Leipzig, der Historischen Kommission für Thüringen und der Gesellschaft für fränkische Geschichte.

Außerdem Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien und Kommissionen, u.a.:

o       Kommission „Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen“ bei der Sächsi-schen Akademie der Wissenschaften (Vorsitz seit Oktober 2003)

o       Kommission „Codex diplomaticus Saxoniae“ bei der Sächsischen Akademie der Wis-senschaften

o       Kuratorium der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden

o       Kommission zur Erforschung der Geschichte der Universität Leipzig

o       Beirat des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig

o       Beirat des Leipziger Geschichtsvereins

o       Fachbeirat des Museums für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte in Ziesar

o       Gerhard-Möbus-Institut für Schlesienforschung an der Universität Würzburg

Außerdem mehrere Jahre Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte der 2. Sächsischen Landes-ausstellung „Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit“ (2004 in Torgau) und der Ausstellung „Zwischen Kathedrale und Welt. 1000 Jahre Domkapitel Merseburg“ (2004 in Merseburg).

2004 Verleihung des Bordesholmer Universitätspreises durch die Christian-Albrechts-Universität Kiel für seine Arbeiten zur Geschichte Schleswig-Holsteins im Mittelalter.

Forschungsfelder sind die deutsche und vergleichende Landesgeschichte (vor allem Sachsen, Thüringen, Franken und Schleswig-Holstein), die Geschichte des Hoch- und Spät-mittelalters und der Reformationszeit, sowie die Historischen Hilfswissenschaften.

Gegenwärtige größere wissenschaftlichen Vorhaben:

o       Die Pfarrei in der europäischen Geschichte

o       Der Leibarzt im Mittelalter

o       Geschichte der Universität Leipzig 1409-1539 (Band 1 der mehrbändigen Universi-tätsgeschichte)

o       Urkundenbuch der Stadt Zwickau 1118-1485 (DFG-Projekt seit 2005)

o       Herzog Georg der Bärtige von Sachsen (1500-1539) (Biographie)

o       Das Domkapitel Meißen im Mittelalter (Projekt „Germania Sacra“ im Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen)

o       Kirchengeschichte Dithmarschens im Mittelalter

Durchgeführte Tagungenn seit 2003:

o       Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Ergebnisse zur Kommu-nikations- und Mediengeschichte um 1500 (Leipzig 2003, Tagungsband 2006 er-schienen)

o       Ostsiedlung und Landesausbau im Leipziger Land. 850 Jahre Kührener Urkunde (1154-2004) (Wurzen 2004, Tagungsband in Vorbereitung)

o       Glaube und Macht.Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation (Wittenberg/Torgau 2004, Tagungsband 2005 erschienen)

o       Räume und Grenzen – Konzepte und Traditionen der Landesgeschichte (Sektion auf dem 45. Deutschen Historikertag „Kommunikation und Raum“ in Kiel 2004, Beiträge im Druck)

o       Klerus, Kirche und Frömmigkeit im mittelalterlichen Schleswig-Holstein (Koppels-berg bei Plön 2004, Tagungsband 2006 erschienen)

o       Jakobus-Verehrung in Sachsen (Kloster Helfta bei Eisleben 2005, Tagungsband im Druck)

o       100 Jahre Landesgeschichte. Leipziger Leistungen, Verwicklungen und Wirkungen. 33. Tag der Landesgeschichte (Leipzig 2006)

 

Schriftenverzeichnis

Stand: 23. Oktober 2006

 

Selbständige Veröffentlichungen

Stift Haug in Würzburg. Untersuchungen zur Geschichte eines fränkischen Kollegiatstiftes im Mittelalter, 2 Teilbde., Göttingen 1998 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 128; Studien zur Germania Sacra, 20) (Diss. phil. Würzburg 1992/1993).

Fränkische Urbare. Verzeichnis der mittelalterlichen urbariellen Quellen im Bereich des Hochstifts Würzburg, bearb. von Enno Bünz, Dieter Rödel, Ekhard Schöffler und Peter Rückert, Neustadt a.d. Aisch 1998 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte. Reihe X, 13).

Der niedere Klerus im spätmittelalterlichen Thüringen. Studien zu Kirchenverfassung, Kle-rusbesteuerung, Pfarrgeistlichkeit und Pfründenmarkt im thüringischen Teil des Erzbistums Mainz, 3 Tle., Habil.-Schrift, Jena 1999 (erscheint in: Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, Mainz 2007; in Druckvorbereitung).

Zwischen Kanonikerreform und Reformation. Anfänge, Blütezeit und Untergang der Augu-stiner-Chorherrenstifte Neumünster-Bordesholm und Segeberg (12. bis 16. Jahrhundert), Paring 2002 (Schriftenreihe der Akademie der Augustiner-Chorherren von Windesheim, 7).

Stifterbild und Stiftungszweck. Bemerkungen zur „steinernen Stiftungsurkunde“ des Würz-burger Juliusspitals von 1576/78, Würzburg 2004.

Das Mainzer Subsidienregister für Thüringen von 1506, Köln u.a. 2005 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe, 8).

Martin Luthers Orden in Neustadt an der Orla. Das Kloster der Augustiner-Eremiten und seine Mönche, Weimar 2006 (Beiträge zur Geschichte und Stadtkultur, 13) (im Druck).

Residenzen der Mainzer Erzbischöfe im Spätmittelalter: Aschaffenburg, Eltville, Mainz, Eltville 2007 (Eltviller Druck, 51) (im Druck).

 

Sammelbände

(Redaktion) Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen. Katalog der Aus-stellung Hildesheim 1993. 2 Bde., hg. von Michael Brandt und Arne Eggebrecht. Wissenschaftliche Beratung Hans Jakob Schuffels, Hildesheim u.a. 1993.

Gründliche Nachricht von dem Leben und Tode des Heiligen Bernwards. ND der Ausgabe Hildesheim 1767, hg. von Enno Bünz und Karl-Heinz Bajorath, Bielefeld 1993 (Religion in der Geschichte. Kirche, Kultur und Gesellschaft, 1).

Der Tag X in der Geschichte. Erwartungen und Enttäuschungen seit 1000 Jahren, hg. von Enno Bünz, Rainer Gries und Frank Möller, Stuttgart 1997.

Klerus, Kirche und Frömmigkeit im spätmittelalterlichen Bistum Eichstätt. Ausgewählte Auf-sätze von Franz Xaver Buchner, hg. von Enno Bünz und Klaus Walter Littger, St. Ottilien 1997 (Schriften der Universitätsbibliothek Eichstätt, 36).

Forschungen zur Reichs-, Papst- und Landesgeschichte. Peter Herde zum 65. Geburtstag von Freunden, Schülern und Kollegen dargebracht, hg. von Karl Borchardt und Enno Bünz, 2 Bde., Stuttgart 1998.

Forschungen zur bayerischen und fränkischen Geschichte. Peter Herde zum 65. Geburtstag von Freunden, Schülern und Kollegen dargebracht, hg. von Karl Borchardt und Enno Bünz, Würzburg 1998 (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hoch-stifts Würzburg, 52).

Glaube und Macht. Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation, hg. von Enno Bünz, Stefan Rhein und Günther Wartenberg, Leipzig 2005 (Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, 5).

Klerus, Kirche und Frömmigkeit im spätmittelalterlichen Schleswig-Holstein, hg. von Enno Bünz und Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Neumünster 2006 (Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, 41).

Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Forschungen zur Kommuni-kations- und Mediengeschichte um 1500, hg. von Enno Bünz, Leipzig 2006 (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde, 15).

 

Herausgeberschaften

(Redaktionsmitglied) Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 53ff. (1999ff.).

Neues Archiv für sächsische Geschichte. Im Auftrag des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. hg. von Karlheinz Blaschke, Enno Bünz, Winfried Müller, Martina Schattkowsky und Uwe Schirmer 73ff. (2002ff. [erschienen 2003ff.]).

Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde. Im Auftrag des Instituts für Sächsi-sche Geschichte und Volkskunde e.V. hg. von Enno Bünz, Johannes Moser, Winfried Müller und Martina Schattkowsky, Bd. 5ff., Leipzig 2002ff.

Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (BLUWiG). Im Auftrag des Rektors der Universität Leipzig hg. von Enno Bünz, Detlef Döring, Ulrich von Hehl, Günther Heydemann, Bernd-Rüdiger Kern, Dieter Michel, Ortrun Riha, Manfred Rudersdorf, Günther Wartenberg, Gerald Wiemers und Hartmut Zwahr, Reihe A, Bd. 1ff., Leipzig 2002 ff.; Reihe B, Bd. 1ff., Leipzig 2003ff.

Bausteine aus dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde. Kleine Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, hg. von Enno Bünz, Johannes Moser, Winfried Müller und Martina Schattkowsky, Bd. 1ff., Dresden 2004ff.

Quellen und Materialien zur sächsischen Geschichte und Volkskunde. Im Auftrag des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. hg. von Enno Bünz, Johannes Moser, Winfried Müller und Martina Schattkowsky, Bd. 1ff., Leipzig 2004ff.

Schriftenreihe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiat-stifts Zeitz, hg. von Enno Bünz, Axel Freiherr von Campenhausen, Holger Kunde, Andreas Ranft, Arno Sames, Wolfgang Schenkluhn und Georg Graf von Zech, Bd. 1ff., Petersberg 2004ff.

 

Aufsätze

Das älteste Güterverzeichnis des Augustiner-Chorherrenstiftes Neumünster. Untersuchungen zur Grundherrschaft am Ende des 12. Jahrhunderts, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 112 (1987) S. 27-122.

„Gottloses Wesen“ und „christliche Ordnung“. Streitigkeiten zwischen Pfarrer und Gemeinde 1530 in Gaukönigshofen, in: Kirche und ländliche Gesellschaft in Mainfranken von der Reformation bis zur neuesten Zeit. Dargestellt an den Dörfern Frickenhausen/Main, Gau-königshofen, Geldersheim, hg. von Klaus Wittstadt, Würzburg 1988 (Forschungen zur fränkischen Kirchen- und Theologiegeschichte, 13), S. 1-41.

Bemerkungen zu einem Besitzverzeichnis der Würzburger Domkustodie aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 50 (1988) S. 593-611.

Der Würzburger Dompräsenzmeister Johann Reinhart und seine Bearbeitung und Fortsetzung der Fries-Chronik, in: Lorenz Fries (1489-1550). Fürstbischöflicher Rat und Sekretär. Studien zu einem fränkischen Geschichtsschreiber, hg. von Ulrich Wagner, Würzburg 1989 (Schriften des Stadtarchivs Würzburg, 7), S. 89-105.

Die mittelalterlichen Siegel der Stadt Aschaffenburg, in: Aschaffenburger Jahrbuch für Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes 11/12 (1988 [erschienen 1989]) S. 79-105.

Das Stift Neumünster und Elmshorn im 12. Jahrhundert. Zur ersten schriftlichen Erwähnung des Ortes 1141, in: Beiträge zur Elmshorner Geschichte 5 (1991) S. 7-26.

Kirche und religiöses Leben vom Mittelalter bis zur Gegenreformation; Kirche und religiöses Leben im 17. und 18. Jahrhundert; Verzeichnis der Rottendorfer Pfarrer (Katholische Pfarrer), in: Rottendorf. Zur Geschichte einer unterfränkischen Gemeinde, hg. von Angela Treiber, Rottendorf 1991, S. 77-88, 117-134, 508-511.

Bischof und Grundherrschaft in Sachsen. Zu den wirtschaftlichen Grundlagen bischöflicher Herrschaft in ottonischer Zeit, in: Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen. Katalog der Ausstellung Hildesheim 1993, 2 Bde., hg. von Michael Brandt und Arne Eggebrecht. Wissenschaftliche Beratung Hans Jakob Schuffels, Hildesheim u.a. 1993, Bd. 1, S. 231-240.

Der Kult des hl. Bernward von Hildesheim im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, in: ebd., Bd. 1, S. 419-430.

Sachsen um 1000 und angrenzende Gebiete (Karte mit Kommentar), in: ebd., Bd. 1, S. 461-467.

Das Bistum Hildesheim zur Zeit Bischof Bernwards (Karte mit Kommentar), in: ebd., Bd. 1, S. 469-474.

(gemeinsam mit Karl-Heinz Bajorath) Bischof Bernward von Hildesheim, die Vita Bernwardi episcopi und das Benediktinerkloster St. Michael. Zur überlieferungs- und geistes-geschichtlichen Stellung der „Gründlichen Nachricht“, in: Gründliche Nachricht von dem Leben und Tode des Heiligen Bernwards. ND der Ausgabe Hildesheim 1767, hg. von Enno Bünz und Karl-Heinz Bajorath, Bielefeld 1993 (Religion in der Geschichte. Kirche, Kultur und Gesellschaft, 1), S. 323-346.

Erfand der spätere Bischof Adalbero von Würzburg das Zahlenkampfspiel? Überlegungen zur Würzburger Domschule in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 49 (1993) S. 189-199.

Die Besiedlung der holsteinischen Elbmarschen im 12. und 13. Jahrhundert, in: Jahrbuch für den Kreis Pinneberg 1994 (erschienen 1993) S. 5-33.

Walther Lammers (25. 1. 1914-6. 6. 1990) [Nachruf und Schriftenverzeichnis], in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 118 (1993) S. 8-19.

Wolfgang Metz (1919-1992) zum Gedächtnis, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 129 (1993) S. 315-324.

Der Zehntbesitz des Würzburger Stiftes Haug um Hammelburg und die mittelalterliche Besiedlung und Pfarrorganisation an der Fränkischen Saale, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 54 (1994) S. 175-192.

Der Besitz Ottos von Botenlauben im Königreich Jerusalem, in: Otto von Botenlauben. Minnesänger – Kreuzfahrer – Klostergründer, hg. von Peter Weidisch, Würzburg 1994 (Bad Kissinger Archiv-Schriften, 1), S. 71-88.

Otto von Botenlauben, die Gründung des Klosters Frauenroth und die religiösen Bewegungen des 13. Jahrhunderts, in: ebd., S. 117-151.

Probleme der hochmittelalterlichen Urbarüberlieferung, in: Grundherrschaft und bäuerliche Gesellschaft im Hochmittelalter, hg. von Werner Rösener, Göttingen 1995 (Veröffent-lichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 115), S. 31-75.

Neue Forschungen zur Vision des Bauern Gottschalk (1189), in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 120 (1995) S. 77-111.

Gründungsausstattung und Güterteilung des Würzburger Kollegiatstiftes Haug im Spiegel der ältesten Papsturkunden (1182-1195), in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 57 (1995) S. 33-78.

Hugo von Hildesheim – ein frühhansischer Fernhändler im Ostseeraum um 1200 und der holsteinische Volksadel, in: Hansische Geschichtsblätter 113 (1995) S. 7-25.

Winand von Steeg (1371-1453), in: Rheinische Lebensbilder, Bd. 15, hg. von Franz-Josef Heyen, Köln 1995, S. 43-64.

Die Herren von Endsee. Ein Beitrag zur Erforschung des edelfreien Adels im hoch-mittelalterlichen Franken, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 59 (1996) S. 395-468.

Unbekannte Profeßurkunden aus Benediktbeuern. Zeugnisse der spätmittelalterlichen Melker Klosterreform in der Dombibliothek Hildesheim, in: Die Dombibliothek Hildesheim. Bücherschicksale, hg. von Jochen Bepler und Thomas Scharf-Wrede, Hildesheim 1996, S. 305-351.

Thüringen und Rom. Die systematische Erschließung der vatikanischen Quellen des Mittel-alters und ihre Bedeutung für die mitteldeutsche Landesgeschichte, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 51 (1997) S. 187-211.

Das Jahr 1300. Papst Bonifaz VIII., die Christenheit und das erste Jubeljahr, in: Der Tag X in der Geschichte. Erwartungen und Enttäuschungen seit 1000 Jahren, hg. von Enno Bünz, Rainer Gries und Frank Möller, Stuttgart 1997, S. 50-78 und S. 341-346.

Franz Xaver Buchner (1872-1959), in: Klerus, Kirche und Frömmigkeit im spät-mittelalterlichen Bistum Eichstätt. Ausgewählte Aufsätze von Franz Xaver Buchner, hg. von Enno Bünz und Klaus Walter Littger, Eichstätt 1997 (Schriften der Universitäts-bibliothek Eichstätt , 36), S. 19-29.

Klerus, Kirche und Frömmigkeit im spätmittelalterlichen Bistum Eichstätt. Überlieferung, Forschungsstand, Perspektiven, in: ebd., S. 31-74.

Zur Geschichte des Wittenberger Heiltums. Johannes Nuhn als Reliquienjäger in Helmars-hausen und Hersfeld, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 52 (1998) S. 135-158.

Die Druckkunst im Dienst der kirchlichen Verwaltung: ein Würzburger Dispensformular von 1487, in: Forschungen zur bayerischen und fränkischen Geschichte. Peter Herde zum 65. Geburtstag von Freunden, Schülern und Kollegen dargebracht, hg. von Karl Borchardt und Enno Bünz, Würzburg 1998 (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, 52), S. 227-247.

„Die Kirche im Dorf lassen ...“. Formen der Kommunikation im spätmittelalterlichen Niederkirchenwesen, in: Kommunikation in der ländlichen Gesellschaft vom Mittelalter bis zur Moderne, hg. von Werner Rösener, Göttingen 2000 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 156), S. 77-167.

Bistumsfinanzen und Klerusbesteuerung als Problem der vorreformatorischen Kirche: Das Subsidium caritativum im Erzbistum Mainz, in: Staatsfinanzen – Staatsverschuldung – Staatsbankrotte in der europäischen Staaten- und Rechtsgeschichte, hg. von Gerhard Lingelbach, Weimar usw. 2000, S. 67-86.

Bursfelder Gewohnheiten in Münsterschwarzach und Theres. Zum Zusammenhang von Mönchsprofeß und Klosterreform vom 15. bis 17. Jahrhundert, in: Benediktinisches Mönch-tum in Franken vom 12. bis zum 17. Jahrhundert. Zum 400. Todestag des Münster-schwarzacher Abtes Johannes IV. Burckhardt (1563-1598), hg. von Elmar Hochholzer, Münsterschwarzach 2000 (Münsterschwarzacher Studien, 48), S. 151-177.

Neues zur Biographie des Chronisten Konrad Stolle (1436-1501), in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 56 (2000) S. 201-211.

Santiagopilger und Jakobusverehrung zwischen Nord- und Ostsee im 12. Jahrhundert, in: Hansische Geschichtsblätter 118 (2000) S. 35-56.

WIRCIBVRC – zum ältesten Siegel der Stadt Würzburg von 1195, in: Festschrift für Rudolf Endres. Zum 65. Geburtstag gewidmet von Kollegen, Freunden und Schülern, hg. von Charlotte Bühl und Peter Fleischmann, Neustadt/Aisch 2000 (Jahrbuch für fränkische Landesforschung, 60), S. 29-46.

Die Bauern von Gumpelstadt und ihre Kirche. Über dörfliche Meßstiftungen im ausgehenden Mittelalter, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 54 (2000) S. 135-158.

Memleben um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Klösterliche Grundherrschaft, adelige Vogteiherrschaft und bäuerliche Wirtschaft, in: Memleben. Königspfalz – Reichskloster – Propstei, hg. von Helge Wittmann, Petersberg 2001, S. 167-187.

„nichts dann muhe, arbeit, ellend und durftigkeit“. Zur Lage der Pfarrgeistlichkeit im Bistum Würzburg nach dem Bauernkrieg, in: Kirche und Glaube – Politik und Kultur. Beiträge zur Geschichte des Christentums in Franken. Festgabe für Klaus Wittstadt zum 65. Geburtstag = Würzburger Diözesangeschichtsblätter 62/63 (2001) S. 327-360.

„in villa Chizziche“ – Die Ersterwähnung Kissingens 801 in einer Schenkung für das Kloster Fulda, in: 1200 Jahre Bad Kissingen 801-2001. Facetten einer Stadtgeschichte, hg. von Thomas Ahnert und Peter Weidisch, Kissingen 2001, S. 27-36.

„actum Ketzicha“ – Kissingen 840. Eines der letzten Lebenszeugnisse Kaiser Ludwigs des Frommen, in: ebd., S. 37-46.

Mainz – Thüringen – Eichsfeld. Ihr Verhältnis im Lichte der Kirchenorganisation, geistlichen Gerichtsbarkeit und Bistumsverwaltung, in: Bischof Burchard I. in seiner Zeit. Tagungs-band zum biographisch-landeskundlichen Kolloquium vom 13. bis 15. Oktober in Heilbad Heiligenstadt, hg. von Thomas T. Müller u.a., Heiligenstadt 2001 (Beiträge aus den Archiven im Landkreis Eichsfeld), S. 14-41.

Münsterschwarzach, Seligenstadt und die benediktinischen Reformen im 15. Jahrhundert, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 112 (2001) S. 103-116.

Adelsburg – Raubnest – Amtssitz. Die Wasserburg Kapellendorf in der mittelalterlichen Geschichte Thüringens, in: Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten 4 (2000 [erschienen 2001]) S. 39-50.

Aus der Geschichte des Dorfes „Sulza“ bei Erfurt. Ein Beitrag zur Wüstungsforschung in Thüringen, in: Archäologie und Bauforschung in Erfurt, hg. von Hans-Otto Pollmann, Erfurt 2001 (Kleine Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, 5), S. 95-106.

Urbare und verwandte Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, in: Aufriß der histori-schen Wissenschaften, hg. von Michael Maurer, Bd. 4: Quellen, Stuttgart 2002, S. 168-189.

Historiker, Jurist, Politiker. Zur Erinnerung an Andreas Ludwig Jacob Michelsen (1801-1881), in: Demokratische Geschichte. Jahrbuch für Schleswig-Holstein 14 (2001) S. 99-109.

„Cristianus de Ditmercia“ – ein Dithmarscher an der spätmittelalterlichen Universität Leipzig, in: Stadtgeschichte. Mitteilungen des Leipziger Geschichtsvereins e.V. 2 (2002) S. 4-21.

Die Lage des Pfarrklerus vor der Reformation (Neue Forschungen aus dem Erzbistum Mainz), in: In omnibus caritas. Sborník katolické teologické fakulty Univerzity Karlovy. Svazek 4. K pocte devadesátych narozenin prof. ThDr. Jaroslava Kadlece, hg. von Mlada Mikulicová und Petr Kubín, Prag 2002, S. 101-116.

Ein Zeugnis spätmittelalterlicher Frömmigkeit aus der Oberlausitz. Neue Forschungen zum Großen Zittauer Fastentuch von 1472, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 72 (2001 [erschienen 2002]) S. 255-273.

Ein Historiker zwischen Wissenschaft und Weltanschauung: Wilhelm Engel (1905-1964), in: Die Universität Würzburg in den Krisen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Biographisch-systematische Studien zu ihrer Geschichte zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Neubeginn 1945, hg. von Peter Baumgart, Würzburg 2002 (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, 58), S. 252-318.

Andreas Ludwig Jacob Michelsen und Dithmarschen, in: Nordfriesisches Jahrbuch 38 (2002) S. 31-49 und 67-76 (Schriftenverzeichnis).

„Eiferer der Gerechtigkeit“ oder „schändliche Person“? Konrad von Querfurt, ein Reichs-bischof der Stauferzeit (1194-1202), in: Konrad von Querfurt und die Zeit der Staufer, Querfurt 2003 (Schriftenreihe Museum Burg Querfurt, 2), S. 10-31.

Memoria auf dem Dorf. Pfarrkirche, Friedhof und Beinhaus als Stätten bäuerlicher Erinne-rungskultur im Spätmittelalter, in: Tradition und Erinnerung in Adelsherrschaft und bäuer-licher Gesellschaft, hg. von Werner Rösener, Göttingen 2003 (Formen der Erinnerung, 17), S. 261-305.

Das Gemälde-Epitaph von 1483 in der Jenaer Michaelskirche. Ein Beitrag zur Geschichte der Vierzehn-Nothelfer-Verehrung in Thüringen, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 56 (2002 [erschienen 2003]) S. 193-204.

Klerus und Bürger. Die Bedeutung der Kirche für die Identität deutscher Städte im Spätmittelalter, in: Aspetti e componenti dell’identit urbana in Italia e in Germania (secoli XIV-XVI). Aspekte und Bestandteile der städtischen Identität in Italien und Deutschland (14.-16. Jahrhundert), hg. von Giorgio Chittolini und Peter Johanek, Bologna u.a. 2003 (Annali dell’Istituto storico italo-germanico. Contributi/Beiträge, 12), S. 351-389.

„am Rande der Zivilisation ...“? Residenz und Hof des Kurfürsten von Sachsen in Wittenberg zur Zeit Lucas Cranachs d.Ä., in: Die Reformation und die Künste, Wittenberg 2003 (Wittenberger Sonntagsvorlesungen 2003), S. 9-36.

Reiseberichte – Reisegruppen – Reisewege. Bemerkungen zur neuen analytischen Biblio-graphie „Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters“, in: Würzburger Diözesan-geschichtsblätter 65 (2003) S. 353-361.

(gemeinsam mit Petr Kubín) „Sigillum Petri plebani de Glathovia“ – stredoveká pecet faráre z Klatov, in: Západocesky historicky sborník 8 (2003) S. 29-36.

Klaus Wittstadt (1936-2003), in: Historisches Jahrbuch 123 (2003) S. 535-538.

Die mitteldeutsche Bildungslandschaft am Ausgang des Mittelalters, in: Die sächsischen Fürsten- und Landesschulen. Interaktion von lutherisch-humanistischem Erziehungsideal und Eliten-Bildung, hg. von Jonas Flöter und Günther Wartenberg, Leipzig 2004 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, 9), S. 39-71.

„dat wi willen buwen ene kerken ...“. Die Gründung des Kirchspiels Barlt vor 575 Jahren, in: Dithmarschen. Landeskunde, Kultur, Natur 1 (2004) S. 6-19.

Das Ende der Klöster in Sachsen. Vom „Auslaufen“ der Mönche bis zur Säkularisation (1521 bis 1543), in: Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. Aufsätze, hg. von Harald Marx und Cecilie Hollberg, Dresden 2004, S. 80-90.

Vom Antiquar zum Landeshistoriker. Andreas Ludwig Jacob Michelsen in Jena, in: 150 Jahre Verein für Thüringische Geschichte (und Altertumskunde). Vorträge zum Jubiläumsjahr 2002, hg. von Konrad Marwinski, Jena 2004 (Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte. Beiheft, 34), S. 51-74.

Der Rücktritt Bischof Brunos II. von Meißen 1228, in: Monumenta Misnensia 6 (2003/2004) S. 45-52

Stadtsiegel und Stadtwerdung. Zum ältesten Leipziger Stadtsiegel von 1287, in: Leipzig im Mittelalter. Befunde um 1300, hg. von Henning Steinführer und Gerhard Graf, Leipzig 2004 (Leipziger Hefte, 16), S. 49-71.

Mittelalterliche Domkapitel als Lebensform, in: Zwischen Kathedrale und Welt. 1000 Jahre Bistum und Domkapitel Merseburg. Katalog, hg. von Karin Heise, Holger Kunde und Helge Wittmann, Petersberg 2004 (Schriftenreihe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, 1), S. 13-32.

Franz Xaver Buchner (1872-1959), in: Fränkische Lebensbilder, Bd. 20, hg. von Erich Schneider, Neustadt an der Aisch 2004 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte. Reihe 7 A, 20), S. 289-299.

Thüringens Pfarrgeistlichkeit vor der Reformation, in: Historisches Jahrbuch 124 (2004) S. 45-75

Die Kurfürsten von Sachsen bis zur Leipziger Teilung 1423-1485, in: Die Herrscher Sachsens. Markgrafen, Kurfürsten, Könige 1089-1918, hg. von Frank-Lothar Kroll, München 2004, S. 39-54, 324f.

(gemeinsam mit Christoph Volkmar) Die Albertinischen Herzöge 1485-1541, in: ebd., S. 76-89, 327-329.

Burgenforschung als Aufgabe der Landesgeschichte, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 67 (2004) S. 35-45.

Klosterkirche – Bürgerkirche. St. Michael in Jena im späten Mittelalter, in: Inmitten der Stadt. St. Michael in Jena. Vergangenheit und Gegenwart einer Stadtkirche, hg. von Volker Leppin und Matthias Werner, Petersberg 2004, S. 105-137.

Ein Reichsbischof der Stauferzeit: Konrad von Querfurt (1194-1202), in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 66 (2004) S. 293-311.

(gemeinsam mit Petr Kubín) „Sigillum Petri plebani de Glathovia“. Ein spätmittelalterliches Pfarrersiegel aus Klattau (Böhmen), in: Archiv für Diplomatik 50 (2004) S. 35-45.

Die mittelalterlichen Urkunden Thüringens. Überlieferung – Editionsstand – Aufgaben, in: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland, hg. von Tom Graber, Leipzig 2005 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, 12), S. 317-370.

Das Land als Bezugsrahmen von Herrschaft, Rechtsordnung und Identitätsbildung. Überlegungen zum spätmittelalterlichen Landesbegriff, in: Spätmittelalterliches Landesbewußtsein in Deutschland, hg. von Matthias Werner, Stuttgart 2005 (Vorträge und Forschungen, 61), S. 53-92.

Der Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen. Ein landesgeschichtliches Grundlagenprojekt, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 76 (2005) S. 319-334.

Die mittelalterliche Pfarrei in Franken. Stand, Probleme und Aufgaben der landes-geschichtlichen Atlasarbeit in Bayern, in: Bayerische Landesgeschichte. Landesgeschichte in Bayern. Festgabe für Alois Schmid zum 60. Geburtstag, hg. von Konrad Ackermann und Hermann Rumschöttel, München 2005 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, 68,1), S. 51-74.

Ein Dithmarscher Pfarrherr um 1500. Andreas Brus und die St. Clemens-Kirche in Büsum, in: Nordelbingen 74 (2005) S. 7-46.

„... mehr Grüße, als Pfaffen in Würzburg leben ...“. Klerus und geistliche Institutionen im Spätmittelalter, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 67 (2005) S. 25-62.

Probleme bei der Edition spätmittelalterlichen Geschäftsschriftgutes. Das Mainzer Subsidienregister für Thüringen von 1506 als Beispiel, in: Editionswissenschaftliche Kolloquien 2003/2004. Historiographie – Briefe und Korrespondenzen – Editorische Methoden, hg. von Matthias Thumser und Janusz Tandecki unter Mitarbeit von Antje Thumser, Torun 2005, S. 335-350.

Die Wöhrdener Bücher. Zur Schriftlichkeit in den dithmarscher Kirchspielen des ausgehenden Mittelalters, in: Dithmarschen. Landeskunde – Kultur – Natur 4 (2005) S. 90-100.

Die Aufhebung der holsteinischen Augustiner-Chorherrenstifte Bordesholm und Segeberg in der Reformationszeit, in: Reform – Sequestration – Säkularisation. Die Niederlassungen der Augustiner-Chorherren im Zeitalter der Reformation und am Ende des Alten Reiches, hg. von Winfried Müller, Paring 2005 (Publikationen der Akademie der Augustiner-Chorherren von Windesheim, 6), S. 39-78.

(gemeinsam mit Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt) Zu den geistlichen Lebenswelten in Holstein, Lauenburg und Lübeck zwischen 1450 und 1540, in: Geistliche Lebenswelten. Zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte der Geistlichen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Manfred Jakubowski-Tiessen, Neumünster 2005 (Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, 37), S. 11-57 .

(gemeinsam mit Christoph Volkmar) Das landesherrliche Kirchenregiment in Sachsen vor der Reformation, in: Glaube und Macht. Theologie, Politik und Kunst im Jahrhundert der Reformation, hg. von Enno Bünz, Stefan Rhein und Günther Wartenberg, Leipzig 2005 (Schriften der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, 5), S. 89-109.

Bemerkungen zum Urkundenbuch von St. Blasien, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 64 (2005) S. 423-431.

Wieland Held (1939-2003). Nachruf und Schriftenverzeichnis, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 138 (2002, erschienen 2005) S. VII-XV.

Zwischen Kirchspiel und Domkapitel. Der niedere Klerus im spätmittelalterlichen Dith-marschen, in: Klerus, Kirche und Frömmigkeit im spätmittelalterlichen Schleswig-Holstein, hg. von Enno Bünz und Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Neumünster 2006 (Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, 41), S. 239-271.

Die Reformation in Meissen. Zum Zusammenhang von Stadt- und Fürstenreformation im Herzogtum Sachsen, in: Konfessionelle Pluralität als Herausforderung. Koexistenz und Konflikt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Festschrift für Winfried Eberhard zum 65. Geburtstag, hg. von Joachim Bahlcke u.a., Leipzig 2006, S. 263-286.

Die Heiltumssammlung des Degenhard Pfeffinger, in: „Ich armer sundiger mensch“. Heiligen- und Reliquienkult am Übergang zum konfessionellen Zeitalter, hg. von Andreas Tacke, Göttingen 2006 (Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg. Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, 2), S. 125-169.

Die Gründung der St. Jürgenskapelle in Heide. Ein Beitrag zur Geschichte Dithmarschens im Spätmittelalter, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 131 (2006) S. 15-50.

Adlige Unternehmer? Wirtschaftliche Aktivitäten von Grafen und Herren im späten Mittel-alter, in: Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert, hg. von Kurt Andermann und Clemens Joos, Epfendorf 2006 (Kraichtaler Kolloquien, 5), S. 35-69.

„... umme vorbeteringe sines levendes ...“. Wilsnack-Pilger aus Dithmarschen, in: Die Wilsnack-Fahrt. Ein Wallfahrts- und Kommunikationszentrum Nord- und Mitteleuropas im Spätmittelalter, hg. von Felix Escher und Hartmut Kühne, Frankfurt am Main u.a. 2006 (Europäische Wallfahrtsstudien 2), S. 151-163.

Bamberg – Regensburg – Naumburg. Das Vogtland im Spannungsfeld mittelalterlicher Kirchengeschichte, in: Herbergen der Christenheit. Jahrbuch für deutsche Kirchen-geschichte 28/29 (2004/2005 [erschienen 2006]) S. 27-54.

(gemeinsam mit Markus Cottin) Handelswaren, Handelswege, Handelsherren. Manfred Straubes Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Mitteldeutschlands um 1500. Zusammengestellt anläßlich seines 75. Geburtstages, in: Stadtgeschichte. Mitteilungen des Leipziger Geschichtsvereins. Jahrbuch 2005 (erschienen 2006) S. 191-200.

„Alltag und Gipfelpunkt des Schauens“ – zum Abschluß des ersten Bandes der „Acta Cusana“, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 55 (2005 [erschienen 2006]) S. 239-250.

Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland um 1500. Zur Einführung, in: Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Forschungen zur Kommunikations- und Mediengeschichte um 1500, hg. von Enno Bünz, Leipzig 2006 (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde, 15), S. 13-47.

Das Regnitzland um Hof im Hochmittelalter – „terra incognita“ zwischen den Bistümern Bamberg und Naumburg, in: Das Bistum Bamberg um 1007. Festgabe zum Millennium, hg. von Josef Urban, Bamberg 2006 (Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte, 3), S. 202-231.

oblatio – oblagium – oblei. Zur Güterorganisation und -verwaltung mittelalterlicher Dom- und Kollegiatstifte, in: Wirtschaftsfaktor Stiftskirchen. Die Finanzierung geistlichen Lebens im Mittelalter, hg. von Sönke Lorenz und Andreas Meyer, Ostfildern 2007 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde), S. 26-48 (im Druck).

Pfründenwerte nordelbischer Pfarreien im späten Mittelalter. Zur Bedeutung des „Taxus beneficiorum“ der Hamburger Dompropstei von ca. 1336, in: Vielfalt und Aktualität – Per-spektiven auf das Mittelalter. Festschrift für Wolfgang Petke zum 65. Geburtstag, hg. von Sabine Arend, Bielefeld 2006  (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landes-forschung der Universität Göttingen) (im Druck).

Eine Niederlage wird bewältigt – Die Ernestiner und Kursachsen 1547-1554, in: Moritz von Sachsen: Ein Reformationsfürst zwischen Territorium und Reich, hg. von Karlheinz Blaschke (Quellen und Darstellungen zur sächsischen Geschichte), Leipzig 2007 (im Druck).

Kunz von Kaufungen im Markgräflerkrieg (1449/50), in: Der Altenburger Prinzenraub. Strukturen und Mentalitäten eines spätmittelalterlichen Konflikts, hg. von Joachim Emig und Uwe Schirmer u.a., Jena 2006 (im Druck).

Die Verehrung des hl. Bernward von Hildesheim im Mittelalter, in: Heilige und ihr Kult im Mittelalter, hg. von Petr Kubin, Prag 2007 (erscheint in tschechischer Sprache, im Druck).

Der Meißner Bischof Bruno von Porstendorf (1209/10-1228). Herkunft – Aufstieg – Rücktritt – Pensionierung, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 77 (2006) (im Druck).

Adel in Sachsen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Stand, Aufgaben und Perspektiven der Forschung, in: Adel in Sachsen – Stand und Möglichkeiten der Erfor-schung der Familie von Einsiedel, hg. von Ingrid Grohmann und Birgit Richter, Halle 2007 (im Druck).

Nachruf Erich Hoffmann (1926-2005), in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 139/140 (2003/4, erscheint 2006) (im Druck).

Sachsen (Sektion „Räume und Grenzen – Konzepte und Traditionen der Landesgeschichte“ auf dem 45. Deutschen Historikertag in Kiel 2004), in: Blätter für deutsche Landes-geschichte 139/140 (2003/4, erscheint 2006) (im Druck).

Kirche, Klerus und Frömmigkeit als Gegenstand der Landesgeschichte, in: Landesgeschichte im 21. Jahrhundert: Perspektiven – Impulse – Probleme. Tagung zu Ehren von Alois Gerlich aus Anlaß seines 80. Geburtstages, hg. von Sigrid Schmitt, Wiesbaden 2007 (im Druck).

Die mittelalterliche Kirchenorganisation im Orlagau, in: Neues zum frühen und hohen Mittel-alter im Orlagau, hg. von Peter Sachenbacher, Langenweissbach 2007  (Beiträge zur Frühgeschichte und zum Mittelalter Ostthüringens, 3) (im Druck).

Ostmitteldeutsche Urkundenüberlieferung. Zum Editionsstand der mittelalterlichen Urkunden in Sachsen, in: Ostmitteldeutsche Schreibsprachen im Mittelalter, hg. von Hans Ulrich Schmid, Frankfurt a.M. u.a. 2007  (Leipziger Arbeiten zur Sprach- und Kommunikations-geschichte, 15) (im Druck).

Ein Erzbischof und viele Residenzen. Zur Residenzbildung im spätmittelalterlichen Erzstift Mainz, in: Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nord-ostdeutschlands, hg. von Klaus Neitmann (im Druck).

 

C. Kleinere Beiträge und Lexikonartikel (Auswahl)

Art. „Aschaffenburg“, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, 2 Teilbde., Ostfildern 2003 (Residenzenforschung, 15, I,1-2), hier Teilbd. 2: Residenzen, S. 19-22.

Art. „Eltville“, in: ebd., S. 177-179.

Art. „Steinheim“, in: ebd., S. S. 550f.

Art. „Gottesdienst und Frömmigkeit“, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder Begriffe, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, 2 Teilbde., Ostfildern 2005 (Residenzenforschung, 15, II,1-2), hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 35-37, Teilbd. 2: Bilder, Farbtafel 8.

Art. „Kapelle [Doppel-]“, in: ebd., hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 37-40, Teilbd. 2: Bilder, Abb. 41-43.

Art. „Kapläne“, in: ebd., hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 40f., Teilbd. 2: Bilder, Abb. 44.

Art. „Leibärzte“, in: ebd., hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 156f., Teilbd. 2: Bilder, Farbtafel 39.

Grundherrschaft, in: Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Mittelalter, hg. von Matthias Meinhardt, Andreas Ranft und Stephan Selzer, München 2007 (im Druck).

Zahlreiche Lexikonartikel, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters; Verfasserlexikon; Lexikon des Mittelalters; Lexikon für Theologie und Kirche; Neue Deutsche Biographie; Schleswig-Holstein Lexikon; Sächsische Biographie, hg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. Online-Ausgabe; Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte (2., völlig überarb. Aufl.).

 

 

Matthias Müller

 

Geboren am 4. November 1963 in Wuppertal. 1984-1990 Studium der Kunstgeschichte, Christlichen Archäologie, Byzantinischen Kunstgeschichte und Neueren deutschen Literatur in Marburg, Berlin (FU) und Hamburg. 1991 Magisterexamen (Magisterarbeit: „Die Marburger Pfarrkirche St. Marien. Eine Stadtkirche und ihre Architektur als Ort politischer Auseinandersetzungen“; 1991 als Buch erschienen) im Fach Kunstgeschichte am Fachbereich Neuere deutsche Literatur und Kunstwissenschaften der Philipps-Universität Marburg.

1991 bis 1994 Dissertation über die Zweiturmanlage der Marburger Elisabethkirche (Baugeschichte, Vorbilder, Bedeutung) bei Prof. Dr. Hans-Joachim Kunst (Marburg). 1992-1994 Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn. 1995 Promotion an der Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Neuere deutsche Literatur und Kunstwissenschaften.

2001 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald im Fach Mittlere und Neuere Kunstgeschichte (Thema der Habilitationsschrift: „Das Schloß als Bild des Fürsten. Studien zur herrschaftlichen Metaphorik in der Residenzenarchitektur des Alten Reichs [1470-1618]“.

Vom 1. Juli bis 14. Oktober 1994 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bildarchiv Foto Marburg (Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte); Aufarbeitung des Bildarchivs von Prof. Dr. Wilhelm Vöge (Berlin/Freiburg). Vom 15. Oktober 1994 bis 31. März 1995 Wissenschaftlicher Volontär am Landesmuseum Koblenz (u.a. Mitarbeit in der Projektleitung zur Ausstellung „200 Jahre Michael Thonet und die Bugholzmöbel“). Vom 1. April 1995 bis 31. Januar 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Caspar-David-Friedrich-Institut (Bereich Kunstgeschichte) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Vom 1. Februar 1996 bis 30. November 2001 Wissenschaftlicher Assistent (C1) (bis 31. März 1999 von Prof. Dr. Ernst Badstübner; vom 1. April 1999 bis 30. November 2001 von Prof. Dr. Klaus Krüger) am oben genannten Institut. Seit dem 19. September 2001 Privatdozent an der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald. Seit 1. Dezember 2001 Oberassistent (C2) am Caspar-David-Friedrich-Institut (Bereich Kunstgeschichte) der Universität Greifswald. Vom 1. Oktober 2002 bis 31. März 2006 Vertretung des Lehrstuhls (C4/W3-Professur) für Kunstgeschichte am Caspar-David-Friedrich-Institut (Bereich Kunst-geschichte) der Universität Greifswald. Vom 1. Oktober 2004 bis 31. März 2006 stellv. Geschäftsführender Direktor des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald.

Seit dem Sommersemester 2006 Inhaber der W3-Professur für Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte (Fachbereich 07: Geschichts- und Kulturwissenschaften) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Mitgliedschaften

o       Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur (Gründungsmitglied und stellv. Vor-standsvorsitzender)

o       Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum Mainz-Trier

o       Mittelalter-Zentrum der Universität Greifswald (2004-2006 Sprecher)

o       Brackweder Arbeitskreis zur Kulturgeschichte des Mittelalters

o       Wissenschaftlicher Beirat für das Handbuchprojekt „Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich“ (Teilband „Bilder und Begriffe“) der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (2002-2005)

o       Wissenschaftlicher Beirat im VW-Forschungsprojekt „Symbolkirchen in religiösen und politischen Umbrüchen im Ostseeraum. Rekonstruktion und Analyse ihrer reli-giösen und urbanen Nutzungen und Funktionen“ der Universität Hamburg

o       Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern

o       Wissenschaftlicher Beirat für die kunsthistorischen Tagungsprojekte der Kultur-stiftung der deutschen Vertriebenen (Bonn)

o       Wissenschaftlich-künstlerischer Beirat des Alfried-Krupp-Wissenschaftskollegs Greifswald (bis 2006)

o       Wissenschaftlicher Beirat des Vineta-Museums der Stadt Barth

o       Arbeitskreis zum Forschungsschwerpunkt „Identität und Integration im Ostseeraum“ der Universität Greifswald (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Heyen/Prof. Dr. North) (bis 2006)

o       Graduiertenkolleg der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald „Fremd-heit und Integration: Kontaktzone Mare Balticum“ (bis 2006)

Beteiligung an der Konzeption von Tagungen und Kolloquien

o       Aufbau und Organisation der Vortragsreihe „Forum Kunst“ am Caspar-David-Friedrich-Institut für Kunstwissenschaften der Universität Greifswald (1995-2001)

o       Wissenschaftliches Kolloquium aus Anlaß des 65. Geburtstags von Prof. Dr. Ernst Badstübner an der Universität Greifswald (26.11.1996, Greifswald)

o       „Neue Forschungen zur europäischen Backsteinarchitektur“ (internationale Tagung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ernst Badstübner, Greifswald, und Prof. Dr. Uwe Albrecht, Kiel) (12.-15.4.1998, Greifswald)

o       „Das Schloß und seine Ausstattung. Zur Zeichenhaftigkeit höfischer Innenräume in der Frühen Neuzeit“ (internationale interdisziplinäre Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur e.V.) (28.-30.4.1999, Rudolstadt)

o       „Quellengattungen zur frühneuzeitlichen Hofkultur“ (internationale interdisziplinäre Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur e.V.) (29.4.-1.5.2000, Rudolstadt)

o       „Kopfwelten - Augenblicke. Der Kopf als Sitz der Sinne“ (interdisziplinäre Tagung des Brackweder Arbeitskreises zur Kulturgeschichte des Mittelalters) (15.-17.11.2000, Greifswald)

o       „Das Mittelalter in der Frühen Neuzeit. Zum Verhältnis von Retrospektivität und Innovation in der Hofkultur des 16.-18. Jahrhunderts“ (internationale interdisziplinäre Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur e.V.) (4.-6.10.2001, Rudolstadt)

o       „Imagination und kulturelle Praxis im Mittelalter“ (interdisziplinäre Vortragsreihe des Mittelalter-Zentrums der Greifswalder Universität) (Wintersemester 2001/02)

o       „Wozu Geschichte(n)? Selbstvergewisserung und Wandel in geschichtstheoretischen und geschichtsphilosophischen Gegenwartsdebatten“ (internationale interdisziplinäre Tagung in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeitern der Greifswalder Philosophischen Fakultät) (21.-24.5.2002 in Greifswald)

o       „Licht und Farbe in der mittelalterlichen Backsteinarchitektur“ (internationale Tagung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Eimer, Frankfurt a.M./Kopenhagen, Prof. Dr. Ernst Badstübner, Berlin, und der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Bonn) (13.-16.6.2002 in Stralsund)

o       „Natur belassen – Natur verlassen. Landschaftspflege im 21. Jahrhundert (Moderation des Symposiums auf der interdisziplinären Fachtagung aus Anlaß der Sonder-ausstellung „Die Welt ein großer Garten. Der königlich-preußische Hofgartendirektor Ferdinand Jühlke“ des Vineta-Museums der Stadt Barth, 28.9.2002)

o       „Die Form als Argument“ (interdisziplinäre Tagung des Brackweder Arbeitskreises zur Kulturgeschichte des Mittelalters und des Zentrums für Mittelalterstudien der Universität Bamberg) (22.-24.11.2002, Bamberg)

o       „Die Stadt als Burg. Architektur-, rechts- und sozialhistorische Aspekte befestigter Städte im Ostseeraum vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit“ (internationale Tagung in Zusammenarbeit mit Castella Maris Baltici und der Wartburg-Gesellschaft) (3.-6.6.2003 in Greifswald)

o       „Erinnerungsorte: Schauplätze der Geschichte heute“ (Symposium der Universitäten von Greifswald und Szczecin/Stettin, des Alfried-Krupp-Wissenschaftskollegs Greifswald, des Pommerschen Landesmuseums und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern) (17.10.2003)

o       „Blood in History, Blood Histories“ (internationales, interdisziplinäres Symposium des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Greifswald zur Kultur-geschichte des Blutes) (16.-18.10.2003, Greifswald)

o       „Landschaft im Mittelalter“ (interdisziplinäre Vortragsreihe des Mittelalterzentrums der Greifswalder Universität im WS 2003/04)

o       „Erzählen in Bildern: Narrativik in der Kunst und Kunsttheorie der Frühen Neuzeit“ (im Rahmen der Sommeruniversität „Narrative Sinnbildung“ der Universität Greifs-wald unter Beteiligung von Instituten der Philosophischen und der Theologischen Fakultät, 1.-12. 9.2004)

o       „Höfische Lebenswelten in ehemaligen Fürstenschlössern und Sonderausstellungen – Präsentation und Vermittlung“ (Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur, 8.-10.10.2004, Rudolstadt)

o       „Stil als Bedeutung. Künstlerische Konzepte in Architektur und den Bildkünsten im Rheinland und den Nachbargebieten (1450-1700)“ (2. Sigurd-Greven-Kolloquium am 19.-20.11.2004 in Köln, zusammen mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Köln)

o       „Bereit zum Konflikt – Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konfliktbewältigung im europäischen Mittelalter“ (internationale Tagung des Mittelalter-Zentrums der Universität Greifswald, 28.-30.4. 2005)

o       „Ecclesiae ornatae“ – Gestalt und Funktion von Kirchenausstattungen im südlichen Ostseeraum (internationale Tagung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Eimer, Frankfurt a.M./Kopenhagen und der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Bonn) (13.-15.10.2005 in Greifswald)

o       „Natur und Geist: Von der Einheit der Wissenschaften im Mittelalter“ (Vortragsreihe des Mittelalter-Zentrums der Universität Greifswald und des Alfried Krupp-Wissenschaftskollegs Greifswald im WS 2005/06)

o       „Celle und die Residenzen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Hof und Medien im Spannungsfeld von dynastischer Tradition und politischer Innovation zwischen 1648 und 1714“ (interdisziplinäre Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises für Residenzkultur, des Bomann-Museums und des Residenzmuseums im Celler Schloß, 6.-8.10.2006 in Celle)

o       „Fürsten ohne Land – Höfische Pracht in den Sekundogenituren Weißenfels, Merseburg und Zeitz“ (Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur und des Kulturhistorischen Museums Schloss Merseburg, 10.-12.4.2007)

o       Visuelle Repräsentation im politischen Raum: ästhetische Konzepte, künstlerischer Transfer und kommunikative Strategien (Kolloquium des Instituts für Kunst-geschichte der Universität Mainz im Rahmen des „Jahres der Geisteswissenschaften“, 1.6.2007)

o       „Die Aktualisierung der Vergangenheit: Historizität als Form- und Materialproblem in den bau- und bildkünstlerischen Medien des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ (Arbeitstitel) (internationale Tagung, ca. 2008)

Forschungs- und Drittmittelprojekte

Abgeschlossen

o       „Das Schloß als Bild des Fürsten. Studien zur herrschaftlichen Metaphorik in der Residenzenarchitektur des Alten Reichs (1470-1618)“ (2001 abgeschlossenes Habili-tationsprojekt; Publikation 2004)

o       „Schinkel und seine Schüler. Auf den Spuren großer Architekten in Mecklenburg und Pommern“ (Projekt mit Sonderausstellung und Katalogbuch in Zusammenarbeit mit dem Vineta-Museum der Stadt Barth, dem Bereich Architektur der Fachhochschule Coburg, dem Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, dem Herder-Institut Marburg und dem Nationalmuseum Stettin [Muzeum Narodowe Szczecin]; gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern) (2002-2004). Katalogbuch und Ausstellung wurden 2005 mit dem Schinkel-Preis der deutschen Karl Friedrich Schinkel-Gesellschaft ausge-zeichnet

o       „Gedächtnisbilder, Gedächtnisarchitektur: Vom Umgang mit Geschichte in den archi-tektonischen und bildkünstlerischen Medien der Gegenwart“ (Teilprojekt des laufen-den Projekts „Schauplätze der Geschichte heute: Widerspiegelung und Wahrnehmung beiderseits der Oder“ der Universitäten von Greifswald und Szczecin/Stettin, dem Alfried Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald sowie des Pommerschen Landes-museums und der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern) (2002-2004)

o       „Bilder und Begriffe“ (im Rahmen des Handbuch-Projekts „Fürstliche Höfe und Resi-denzen im spätmittelalterlichen Reich“ der Residenzen-Kommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften) (2002-2005)

o       „Wirklich ... wahr – Gabriele Mucchi und die Malerei des Realismus“ (Erarbeitung von wissenschaftlichem Katalogbuch und Sonderausstellung anläßlich des 550. Grün-dungsjubiläums der Universität Greifswald 2006) (2004-2006)

Laufend

o       DFG-Projekt (Schn 625/1-2 und MU 2478/2-2) „Mittelalterliche Paramente in den Sammlungen der Hansestadt Stralsund – kunsthistorische und textilkundliche For-schungen“; zusätzlich gefördert durch die Abegg-Stiftung Riggisberg (Projekt-mitarbeiterinnen: Dr. Juliane von Fircks, Birgit Krenz) (seit 2004)

o       VW-Projekt „Symbolkirchen in religiösen und politischen Umbrüchen im Ost-seeraum. Rekonstruktion und Analyse ihrer religiösen und urbanen Nutzungen und Funktionen“ der Universität Hamburg (interdisziplinäres Projekt von Praktischer Theologie, Soziologie und Kunstgeschichte in Kooperation mit polnischen Wissen-schaftlern) (Wiss. Beirat und Leiter von angegliederten Teilprojekten) (seit 2005)

o       DFG-Projekt (MU 2478/1-1) „Fremdbilder – Selbstbilder: Kulturtransfer und Trans-kulturation als ästhetischer und politisch-religiöser Diskurs in höfischen Bild-konzepten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im Alten Reich“ (Projekt-mitarbeiterin: Ruth Hansmann M.A.) (seit 2006) (das eigenständige Projekt ist Teil des interdisziplinären Projektverbundes „Prozesse des Kulturtransfers an deutschen Fürstenhöfen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit“; neben dem kunst-historischen gehören hierzu ein geschichtswissenschaftliches Projekt [Leitung: Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß, Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, Universität Greifs-wald] und ein literaturwissenschaftliches Projekt [Leitung: Prof. Dr. Udo Friedrich, Lehrstuhl für deutsche Literatur des Mittelalters, Universität Greifswald])

Beantragt

o       Memoria und Kirchenbau. Erinnerung als konstitutives Element in der gotischen Sakralarchitektur Europas

Wissenschaftliche und konzeptionelle Betreuung von Ausstellungsprojekten

o       „Klöster der Eifel“ (Sonderausstellung des Landesmuseums Koblenz im Cusanus-Gymnasium Koblenz, 1995)

o       „Biegen oder Brechen – 200 Jahre Michael Thonet“ (Sonderausstellung des Landes-museums Koblenz, 1996)

o       „Fürstliche Garten(t)räume – Schlösser und Gärten in Mecklenburg und Vor-pommern“ (Sonderausstellung mit Katalogbuch des Vineta-Museums der Stadt Barth, 24.6.-28.9.2003)

o       „Schinkel und seine Schüler. Auf den Spuren großer Architekten in Mecklenburg und Pommern“ (Sonderausstellung mit Katalogbuch des Vineta-Museums der Stadt Barth in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte des Caspar-David-Friedrich-Instituts der Universität Greifswald, dem Bereich Architektur der Fachhoch-schule Coburg, dem Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, dem Herder-Institut Marburg und dem Muzeum Narodowe Szczecin [Nationalmuseum Stettin], 13.6.-11.7.2004 in Schwerin, 23.7.-24.10.2004 in Barth)

o       Ausstellung und Katalogbuch „Schinkel und seine Schüler“ wurden am 7.10.2005 mit dem Schinkel-Preis 2005 der Karl Friedrich Schinkel-Gesellschaft (Berlin/Neuruppin) ausgezeichnet.

o       „Unter fürstlichem Regiment. Barth als Residenzstadt der Pommernherzöge“ (Sonder-ausstellung des Vineta-Museums der Stadt Barth, 2005)

o       „Wirklich ... wahr – Gabriele Mucchi und die Malerei des Realismus“ (Ausstellung und Katalogbuch anläßlich des 550. Gründungsjubiläums der Universität Greifswald 2006 in Kooperation mit dem Vineta-Museum der Stadt Barth; Ausstellungsorte: Uni-versität Greifswald: 6.6.-28.7.2006, Vineta-Museum Barth: 4.8.-29.10.2006)

 

Schriftenverzeichnis

Stand: 1. Januar 2007

 

Monographien

Die Marburger Pfarrkirche St. Marien. Eine Stadtkirche und ihre Architektur als Ort poli-tischer Auseinandersetzungen, 1. Aufl., Marburg 1991, 2., unveränd. Aufl. 1993 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, 34).

Von der Kunst des calvinistischen Bildersturms. Das Werk des Bildhauers Ludwig Juppe in der Marburger Elisabethkirche als bisher unerkanntes Objekt calvinistischer Bildzerstörung, Marburg 1993 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, 43).

Weder „Schlamm der Erde“ noch „Reinheit des Himmels“. Klosterarchitektur in der Eifel als Werk von Kunst und Geschichte, Koblenz 1995 (Veröffentlichungen des Landesmuseums Koblenz, 53).

Der zweitürmige Westbau der Marburger Elisabethkirche. Die Vollendung der Grabeskirche einer „königlichen Frau“. Baugeschichte, Vorbilder, Bedeutung, Marburg 1997  (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, 60) (Diss. Univ. Marburg 1994).

Das Schloß als Bild des Fürsten. Herrschaftliche Metaphorik in der Residenzarchitektur des Alten Reichs (1470-1618), Göttingen 2004 (Historische Semantik, 6) (Habil.-Schrift).

 


Herausgeberschaften

Multiplicatio et variatio. Beiträge zur Kunst. Festgabe für Ernst Badstübner zum 65. Geburts-tag, Berlin 1998.

(zusammen mit Melanie Ehler) Schinkel und seine Schüler. Auf den Spuren großer Archi-tekten in Mecklenburg und Pommern, Schwerin 2004.

(zusammen mit Volker Depkat und Andreas Sommer) Wozu Geschichte(n)? Geschichtswissenschaft und Geschichtsphilosophie im Widerstreit, Stuttgart 2004.

(zusammen mit Ernst Badstübner, Gerhard Eimer und Ernst Gierlich) Licht und Farbe in der mittelalterlichen Backsteinarchitektur des südlichen Ostseeraums, Berlin 2005 (Studien zur Backsteinarchitektur, 7).

(zusammen mit Melanie Ehler) Unter fürstlichem Regiment. Barth als Residenzstadt der pommerschen Herzöge, Berlin 2005.

(zusammen mit Melanie Ehler) Wirklich ... wahr. Gabriele Mucchi und die Malerei des Realismus, Berlin 2006.

(zusammen mit Felix Biermann und Christofer Herrmann)  Die Stadt als Burg. Archi-tektur-, sozial- und rechtshistorische Aspekte des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städtebaus im südlichen Ostseeraum (Protokollband der 7. Internationalen Tagung von Castella Maris Baltici), Greifswald 2006.

(zusammen mit Norbert Nussbaum und Stephan Hoppe) Stil als Bedeutung. Künstlerische Konzepte in Architektur und den Bildkünsten im Rheinland und den Nachbargebieten (1450-1650) (Sigurd Greven-Kolloquium zur Renaissanceforschung) (im Druck).

(zusammen mit Gerhard Eimer und Ernst Gierlich) Ecclesiae ornatae – Kirchen-ausstattungen im südlichen Ostseeraum (im Druck).

 

Aufsätze

Die brisante Botschaft der Pekinger Freiheitsgöttin. Was die Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit ihrer Statue alles angesprochen haben, in: Frankfurter Rund-schau vom 9.8.1989, Feuilleton, S. 9.

(Zusammen mit Uwe Bölts) Klassenkämpferisches Vokabular in der DDR-Kunst-wissenschaft. Hallenkirche und Basilika – ihre Interpretation, in: Bildende Kunst, hg. vom Verband Bildender Künstler der DDR, Berlin/DDR 5 (1990) S. 59-63.

Baustopp durch den Landgrafen? Der Turm der Marburger Pfarrkirche als Zeichen städti-schen Machtstrebens, in: Studier mal Marburg, hg. vom Magistrat der Universitätsstadt Marburg, 11 (1991) S. 21-23.

Der Bugholzstuhl im Glaspalast. Ingenieurbaukunst und Sozialutopie im 19. Jahrhundert als Erfolgsgeheimnisse der Thonetmöbel, in: Thonet. Biegen oder Brechen, Ausst.-Katalog des Landesmuseums Koblenz, Koblenz 1996, S. 62-69.

Paris, das neue Jerusalem? Die Ste.-Chapelle als Imitation der Golgatha-Kapellen, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 3 (1996) S. 325-336.

Als Werkmeister Spiskin mit den Stiftsdamen von Sainte-Waudru auf Reisen ging. Zum Phä-nomen des internationalen Austauschs von Architekturformen und Bautechnologie im Mittelalter, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von Irene Erfen und Karl-Heinz Spiess, Stuttgart 1997, S. 147-164.

Der zweizonige Wandaufriß in den norddeutschen „Backsteinkathedralen“: künstlerische Form, soziologisches Ausdrucksmittel oder politisches Zeichen?, in: Hansische Geschichts-blätter 116 (1998) S. 1-21.

Dämonisierung und Mitleid. Zur Darstellung sozialer Randgruppen in der mittelalterlichen Kunst zwischen 1130 und 1300, in: Multiplicatio et variatio. Beiträge zur Kunst. Festgabe für Ernst Badstübner zum 65. Geburtstag, hg. von Matthias Müller, Berlin 1998, S. 171-200.

Eine kaiserliche Halle über dem Grab einer „königlichen Frau“. Das Hallenlanghaus der Marburger Elisabethkirche als Rezeption der Kaiseraula in Trier und ‚Antwort‘ auf San Francesco in Assisi, in: Denkmalpflege und Kulturgeschichte, hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und von der Gesellschaft für Kultur und Denkmalpflege 1 (1998) S. 2-8.

Capriccio oder Politikum? Überlegungen zu ungewöhnlichen Treppentürmen an deutschen und französischen Renaissanceschlössern, in: Die Künste und das Schloß in der frühen Neu-zeit, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt durch Lutz Unbehaun unter Mitarb. von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, München u.a. 1998 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 1), S. 131-149.

Überlegungen zu funktionalen und repräsentativen Aspekten in der Profan- und Sakralarchitektur West- und Ostpreußens – Skizzen zu möglichen künftigen Forschungs-projekten, in: Aktualität und Perspektive wissenschaftlicher Forschung im Rahmen des § 96 BVFG, Bonn 1999 (Forum für Kultur und Politik, hg. von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 26), S. 16-20.

Die „bürgerliche Backsteinkathedrale“ als erzbischöfliche Missionsarchitektur. Überlegungen zur Rezeption des Bremer Doms und der Lübecker Marienkirche in den Hansestädten und Bistümern des südlichen Ostseeraums, in: Die sakrale Backsteinarchitektur des südlichen Ostseeraums – der theologische Aspekt, hg. von Gerhard Eimer und Ernst Gierlich, Berlin 2000  (Kunsthistorische Arbeiten der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 2), S. 55-69.

Der Künstler betritt das Stifterbild. Normen der Auftraggeber- und Künstlerpräsentation in religiösen Bildwerken des hohen und späten Mittelalters (1140-1440), in: Prozesse der Normbildung und Normveränderung im mittelalterlichen Europa, hg. von Doris Ruhe und Karl-Heinz Spiess, Stuttgart 2000, S. 27-53.

Der Anachronismus als Modernität. Die Wiener Hofburg als programmatisches Leitbild für den frühneuzeitlichen Residenzenbau im Alten Reich, in: Krakau, Prag und Wien: Funkti-onen von Metropolen im frühmodernen Staat, hg. von Marina Dmitrieva und Karen Lamprecht, Stuttgart 2000 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mittel-europas, 10), S. 313-329.

Das irdische Territorium als Abbild eines himmlischen. Überlegungen zu den Monatsbildern in den Très Riches Heures des Herzogs Jean de Berry, in: Bildnis, Fürst und Territorium, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, bearb. von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, München u.a. 2000 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 2), S. 11-29.

Die „Ecclesia specialis“ des Kaisers. Das Hallenlanghaus der Marburger Elisabethkirche als Rezeption der römischen Palastaula in Trier?, in: Burg und Kirche zur Stauferzeit. Akten der 1. Landauer Staufertagung 1997, hg. von Volker Herzner und Jürgen Krüger, Re-gensburg 2001, S. 56-75.

Eine mittelalterliche Form der „corporate identity“. Die Rezeption der Marburger Elisa-bethkirche in den mittel- und nordhessischen Kirchen als Ausdruck landesherrlicher Identität und territorialer Integration, in: Nordhessen im Mittelalter. Probleme von Identität und überregionaler Integration, hg. von Ingrid Baumgärtner und Winfried Schich, Mar-burg 2001 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 64), S. 93-114.

Spätmittelalterliches Fürstentum im Spiegel der Architektur. Überlegungen zu den reprä-sentativen Aufgaben landesherrlicher Schloßbauten um 1500 im Alten Reich, in: Principes. Dynastien und Höfe im spätmittelalterlichen Reich, hg. von Cordula Nolte und Karl-Heinz Spiess und Ralf-Gunnar Werlich, Sigmaringen 2002 (Residenzenforschung, 14), S. 107-145.

Das Schloß als fürstliches Manifest. Zur Architekturmetaphorik in den wettinischen Residenzschlössern von Meißen und Torgau, in: Hochadlige Herrschaft im mitteldeutschen Raum (1200-1600), hg. von Jörg Rogge und Uwe Schirmer, Leipzig u.a. 2003 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 23), S. 395-441.

Am Ende verstellten Bäume den Blick des Herrschers: Schloß und Garten als Spiegelbild des klugen Regenten in der Frühen Neuzeit, in: Fürstliche Garten(t)räume. Schlösser und Gärten in Mecklenburg und Vorpommern, hg. von Melanie Ehler, Berlin 2003, S. 14-33.

Die Tradition als subversive Kraft. Beobachtungen zur Rezeption italienischer Re-naissanceelemente im französischen und deutschen Schloßbau, in: Wege zur Renaissance. Beobachtungen zu den Anfängen neuzeitlicher Kunstauffassung im Rheinland und den Nachbargebieten um 1500, hg. von Norbert Nussbaum, Claudia Euskirchen und Stephan Hoppe (Sigurd Greven-Kolloquium zur Renaissanceforschung), Köln 2003, S. 133-165.

Das Residenzschloß als Haupt des Fürsten. Zur Bedeutung von Caput und Corpus im frühneuzeitlichen Schloßbau der Anhaltiner, in: Die Fürsten von Anhalt. Herr-schaftssymbolik, dynastische Vernunft und politische Konzepte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Werner Freitag und Michael Hecht, Halle (Saale) 2003 (Studien zur Landesgeschichte, 9), S. 123-143.

Die Ästhetisierung eines aufgeklärten Geschichtsentwurfs. Zum historisierenden Stilkonzept Georg Adolph Demmlers und Friedrich August Stülers für die Wiederherstellung des Schweriner Schlosses (1844-1857), in: Schinkel und seine Schüler. Auf den Spuren großer Architekten in Mecklenburg und Pommern, hg. von Melanie Ehler und Matthias Müller, Schwerin 2004, S. 35-46.

Daniel Libeskind und das Gedächtnis der Architektur. Zum Verhältnis von Baukunst und Erinnerungskultur, in: Wozu Geschichte(n)? Geschichtswissenschaft und Geschichts-philosophie im Widerstreit, Volker Depkat, Matthias Müller und Andreas Sommer, Stuttgart 2004, S. 171-204.

Das Schloß als Abbild von Dynastie und Staatlichkeit. Residenzenbau und Territorienbildung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit in Sachsen. Zur Vorbildlichkeit deutscher und französischer Bautraditionen für die Wettiner, in: Burgen und Schlösser in den Nieder-landen und Nordwestdeutschland, hg. von der Wartburg-Gesellschaft, Berlin u.a. 2004 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 8), S. 117-134.

(zusammen mit Erk Volkmar Heyen) Zum Wandel der Selbstdarstellung von Städten des Ostseeraums in den Bildprogrammen ihrer Rathäuser: Danzig (1600) und Oslo (1950), in: Verwaltungsreformen im Ostseeraum, hg. von Erk Volkmar Heyen, Baden-Baden 2004 (Jahrbuch für europäische Verwaltungsgeschichte, 16), S. 291-309.

Farbe und Gedächtnis. Zur memorativen Funktion mittelalterlicher Materialästhetik in der Backsteinarchitektur des südlichen Ostseeraums, in: Licht und Farbe in der mittelalterlichen Backsteinarchitektur des südlichen Ostseeraums Ernst Badstübner, Gerhard Eimer, Ernst Gierlich und Matthias Müller, Berlin 2005 (Studien zur Backsteinarchitektur, 7), S. 212-280.

Kein Phönix aus der Asche. Anmerkungen zur historischen Gestalt des pommerschen Residenzschlosses in Barth und zu seiner Rekonstruktion im Architekturmodell, in: Unter fürstlichem Regiment. Barth als Residenzstadt der pommerschen Herzöge, hg. von Melanie Ehler und Matthias Müller, Berlin 2005, S. 67-77.

Sieger unter dem Kreuz. Der Croy-Teppich als Sühnebild des pommerschen Herzogs Philipp I., in: Unter fürstlichem Regiment. Barth als Residenzstadt der pommerschen Herzöge, hg. von Melanie Ehler und Matthias Müller, Berlin 2005, S. 216-221.

Warum die Könige von ihren Architekten beim Schloßbau soviel Rücksicht auf die Ge-schichte forderten, in: Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit, hg. von Bernhard Jussen, München 2005, S. 326-349.

Das Wagnis einer Malerei der einfachsten und klarsten Worte. Beobachtungen zum künst-lerischen Vermächtnis des Neorealisten Gabriele Mucchi, in: Wirklich ... wahr. Gabriele Mucchi und die Malerei des Realismus, hg. von Melanie Ehler und Matthias Müller, Berlin 2006, S. 15-26.

Ihr wollet solche Gebäude fürstlichst ins Werk richten! Das Rathaus der Residenzstadt als Repräsentationsbau des Fürsten, in: Der Hof und die Stadt. Konfrontation, Koexistenz und Integration in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer, Ostfildern 2006 (Residenzenforschung, 20), S. 281-295.

Residenzarchitektur ohne Residenztradition. Eine vergleichende Bewertung der Residenz-architektur Albrechts von Brandenburg in Halle unter dem Aspekt der Altehrwürdigkeit, in: Der Kardinal Albrecht von Brandenburg. Renaissancefürst und Mäzen, hg. von Andreas Tacke, Bd. 2, Regensburg 2006, S. 169-179.

Die Stadt als Burg der Gottesfurcht. Daniel Freses Gemälde im Lüneburger Rathaus, in: Die Stadt als Burg. Architektur-, sozial- und rechtshistorische Aspekte des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städtebaus im südlichen Ostseeraum (Protokollband der 7. internationalen Tagung von Castella Maris Baltici), hg. von Felix Biermann, Christofer Herrmann und Matthias Müller, Greifswald 2006.

Der historische Ort und das mythologische Bild. Historienmalerei und Schloßbaukunst als visuelle Medien reichsfürstlicher Erinnerungskultur um 1500, in: Mittelalterliche Fürsten-höfe und ihre Erinnerungskulturen, hg. von Carola Fey, Steffen Krieb und Werner Rösener, Göttingen 2006 (Formen der Erinnerung, 27), S. 221-248.

Der Mythos von der „Bürgerkathedrale“: Die Backsteinkirchen in den Hansestädten des Ostseeraums als Symbol bürgerlicher Emanzipation, in: Die Ordnung des Raums. Mentale Landkarten in der Ostseeregion, hg. von Norbert Götz, Jörg Hackmann und Jan Hecker-Stampehl, Berlin 2006 (Die Ostseeregion: Nördliche Dimensionen – Europäische Perspektiven, 6), S. 271-307.

Bildlichkeit und Bildhaftigkeit in der Architektur, in: Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Bd. 4, hg. von Katharina Krause, München 2007 (im Druck).

„... soll alles fein ordentlich zugeen“. Zum Quellenwert frühneuzeitlicher Hofordnungen für die Schloßbauforschung, in: Quellengattungen zur frühneuzeitlichen Hofkultur, hg. von Peter-Michael Hahn und Matthias Müller (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 4) (im Druck).

Alter adelt. Zum repräsentativen Wert alter Bausubstanz im frühneuzeitlichen Schloßbau, in: Forschungen zu Burgen und Schlössern, Bd. 9, hg. von der Wartburg-Gesellschaft, Berlin u.a. (im Druck).

Das Mittelalter hinter barocker Maske. Zur Visualisierung architektonischer Tradition in den Residenzbauten der Hohenzollern und Wettiner um 1700, in: Das Mittelalter in der Frühen Neuzeit. Zum Verhältnis von Retrospektivität und Innovation in der Hofkultur des 16.-18. Jahrhunderts, hg. von Peter-Michael Hahn und Matthias Müller (Rudolstädter Beiträge zur Residenzkultur, 4) (im Druck).

Orte der Verheißung – Burg und Stadt Zion in den Repräsentationsbildern protestantischer Fürsten und Kommunen des Alten Reichs, in: Jerusalem, Du Schöne. Jerusalemreisen – Jerusalembilder – Jerusalemvorstellungen, hg. von Bruno Reudenbach und Heimo Reinitzer (im Druck).

Die Landschaft als metaphorischer Ort. Landschaftsmalerei im Kontext spätmittelalterlich-frühneuzeitlicher Herrschaftsallegorese, in: Landschaft im Mittelalter, hg. von Karl-Heinz Spiess (Schriften des Mittelalterzentrums der Universität Greifswald) (im Druck).

clarus insigni vehitur triumpho – Panegyrische Inschrift und allegorische Bildform im Porträtdiptychon des Federico da Montefeltro und der Battista Sforza, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte (im Druck).

Sempers Gewand gegen Durands Uniform. Demmlers Konflikt mit Semper um das Schweriner Schloß und die Tradition adliger Denkmalpflege, in: Georg Adolph Demmler – Architekt und Politiker, hg. von Friedrich Lüth und Dirk Handorf (im Druck).

Von der allegorischen Historia zur Historisierung eines germanischen Mythos’. Die Bedeutung eines italienischen Bildkonzepts für Cranachs Schlafende Quellnymphe, in: Stil als Bedeutung. Künstlerische Konzepte in Architektur und den Bildkünsten im Rheinland und den Nachbargebieten (1450-1650) (Sigurd Greven-Kolloquium zur Renaissance-forschung), hg. von Norbert Nussbaum, Stephan Hoppe und Matthias Müller (im Druck).

Die Heilige Sippe als dynastisches Rollenspiel. Familiäre Repräsentation in Bildkonzepten des späten Mittelalters, in: Familie im Spätmittelalter, hg. vom Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte (Protokollband der Tagung vom 15.-18.3.2005 auf der Insel Reichenau) (im Druck).

Bilder als Waffen nach der Schlacht. Die Stilisierung Kurfürst Johann Friedrichs von Sachsen zur imago pietatis und die Fortsetzung des Schmalkaldischen Krieges in der konfessionellen Bildpropaganda, in: Bereit zum Konflikt. Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konfliktbewältigung im europäischen Mittelalter, hg. von Oliver Auge, Felix Biermann, Matthias Müller und Dirk Schulze (im Druck).

Ordenslehre und Fürstenmemoria. Bildform und Bildkonzept des dominikanischen Altar-retabels von Mittenwalde, in: Tradition, Innovation, Transformation. Die mittelalterliche Kunst der Mark Brandenburg, hg. von Ernst Badstübner, Adam Labuda u.a. (im Druck).

Funktion als Illusion. Die „intelligente“ Verwaltungsmaschine als Bedingung für Edward Hoppers Großstadtbilder, in: Das Bild von der Verwaltung als „Intelligenter Maschine“, hg. von Peter Collin und Klaus-Gert Lutterbeck, (im Druck)

 

Lexikon- und Handbuchartikel

Verschiedene Artikel, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, 2 Teilbde., Ostfildern 2005 (Residenzenforschung, 15, II,1-2), hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 280-283 (Art. „Der große alte Turm“), S. 385-387 (Art. „Großstruktur [architektonische]“), S. 389-391 (Art. „Saalgeschoßhaus [fürstliches Haus]“), S. 387-389 (Art. „Fassade“), S. 397-401 (Art. „Turm“), S. 403-405 (Art. „Torturm“), S. 405-407 (Art. „Treppenturm“).

Verschiedene Katalogbeiträge, in: Geschichte der bildenden Kunst in Deutschland, Bd. 4, hg. von Katharina Krause, München 2007 (im Druck), hier Beiträge zu den Schlössern von Neuburg a. D. und Kulmbach, zu St. Michael, der Residenz und dem Antiquarium in München, dem Stuttgarter Lusthaus und dem Eickeschen Haus in Einbeck).

 

Kunstführer

Die Elisabethkirche in Marburg (Deutscher Kunstverlag), Berlin u.a. 2001 (überarbeitete englische Ausgabe Berlin u.a. 2007).



11. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der

Historischen Kommission und der Kommission für Kunstgeschichte der

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

 

 

Aufruf zur Anmeldung und Themenabriss

 

 

Vorbild, Austausch, Konkurrenz

Höfe und Residenzen in der gegenseitigen Wahrnehmung

 

Wien, 20.-24. September 2008

 

Die „Société des Princes“, von Lucien Bély unlängst so benannt (Bély, La sociéte des princes), muß natürlich auch nach unten schauen und sich von Aufsteigern und solchen, die es werden wollen, und allen Untertanen geziemend unterscheiden. Fast mehr noch aber ist sie gehalten, den Blick auf die Standesgenossen zu werfen, mit denen gleicher Rang zu halten ist, von denen man sich aber auch absetzen möchte, indem man anders ist, zugleich aber auch überlegen. Wer aber setzt die Standards, wenn nicht die übergeordnete Instanz, der wiederum man selbst sich angleichen möchte?

Diesem ungemein kulturproduktiven und ausgabeträchtigen Verhalten gilt die Aufmerk-samkeit des nächsten Symposium der Residenzen-Kommission, nicht zufällig an einem solchen übergeordneten „Vorort“ abgehalten, im kaiserlichen Wien. Mit besonderer Freude sei hier vermerkt, daß gleich zwei Kommissionen der Österreichischen Schwesterakademie nicht nur zur Mitarbeit bereit sind, sondern schon längst in allen materiellen und lokalen Dingen Vorsorge getroffen haben. Den Obleuten der Historischen Kommission und der Kommission für Kunstgeschichte, den Professoren Arnold Suppan und Artur Rosenauer und ihren Mitarbeitern, Dr. Jan Paul Niederkorn und Dr. Herbert Karner, sei schon jetzt für Rat und Tat vielmals gedankt.

Doch zurück zum Thema. Auszugehen ist von der Frage, was diese Fürsten und Höfe von-einander wissen und wie sie voneinander wissen konnten, auch davon, daß auf diesem Gebiet wie auf anderen im Laufe der Zeit Zunahme und Veränderung zu verzeichnen sind. Darum steht am Anfang:

 

Das Wissen vom Anderen: Information und Informationsbeschaffung

 

Darunter kann unterschieden werden zwischen okkasioneller und systematischer Information, wobei der Begegnung durch eigene Anschauung besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist:

 

1.1. Okkasionelle Information:

Hierher gehören Informationsreisen von Fachleuten, Künstlern und Technikern aller Art, die direkt zur Inspektion vor Ort gesandt werden, um in Kenntnis möglicher Vorbilder oder durch Import des betreffenden Fachmanns die Residenz neu zu gestalten. Dafür gibt es durchaus Beispiele aus der Zeit um 1400 in Frankreich und den Niederlanden (vgl. Müller, Werkmeister Spiskin), aber sicherlich auch anderswo, in Italien früher, im Reich später (Troescher, Kunst- und Künstlerwanderungen; Warnke, Hofkünstler; Arnoux/Monnet [Hg.], Le technicien).

Stets unterwegs waren die „Fahrenden“: Musiker, Narren, Herolde, auch Boten, die selbstverständlich berichteten, ja ausgefragt wurden. Die Herolde hatten sogar ausdrücklich die Aufgabe, Taten zu registrieren, Mut und Feigheit zu benennen, Zeremonien zu beob-achten, und Lob und Tadel auszusprechen (Melville, Zum Heroldswesen; Hiltmann, Zwischen Heroldsamt und Adel; Paravicini/Schnerb [Hg.], Le héraut d’armes). Sie reisten ebensoviel, ja mehr noch als die Edelleute auf Heidenkampf, Pilgerfahrt, Hofesreise oder Universitätsbesuch. Diese schreiben dann oder lassen verfassen Reiseberichte, die mehr oder minder ausführlich auf den Empfang eingehen, der ihn an den Höfen zuteil wurde und auf die bemerkenswerten Dinge, die sie unterwegs gesehen haben. Der Grand Tour (Babel/ Paravicini [Hg.], Grand Tour; Paravicini [Hg.], Europäische Reiseberichte; Wettlaufer, Art. „Reise- und Gesandtschaftsberichte“) war stets ein Mittel der kulturellen Selbstver-gewisserung der Europäer und ein Weg der Ausbreitung kultureller Standards. Gleiches leisteten die vielfach bezeugten Erziehungsaufenthalte junger Edelleute und Fürstensöhne an fremden Höfen. Doch auch erwachsene Fürsten reisten und ließen aufzeichnen, was sie sahen, darunter mit Vorliebe Residenzen (Marsch [Hg.], Die Reisebilder Pfalzgraf Ott-heinrichs). Der französische König begab sich im 14. und 15. Jahrhundert so gut wie nie außer Landes, der englische Monarch tat dies selten. Ganz anders die deutschen Könige und Fürsten, die zumindest nach Italien zogen. Karl IV. kam mit seinem Sohn Wenzel sogar nach Paris, wo er seine Kindheit verbracht hatte. Sigmund ritt ebenfalls dorthin und zog weiter nach Spanien und England; Ludwig II. Herzog von Schlesien-Brieg, einer von seinen Begleitern, sandte aus Saint-Denis einen Steinmetzen nach Liegnitz, um der dortigen Burg schöne Turmhelme aufsetzen zu lassen (Paravicini, Schlesien); Pfalzgraf Ludwig III. be-sorgte 1420 in Paris Handschriften für seine Bibliothek in Heidelberg und Ludwig von Bayern, der Bruder der französischen Königin, nahm völlig überdimensionierte Vor-stellungen von Herrschaft und Herrschaftsrepräsentation mit nach Hause, wovon heute noch das Liebfrauenmünster in Ingolstadt und das ihm mit anderen Juwelen verpfändete „Goldene Rößl“ in Altötting zeugen (Brandel [Hg.], Liebfrauenmünster; Baumstark [Hg.], Kat. Das goldene Rößl; Paravicini, Deutscher Adel; Taburet-Delahaye [Hg.], Kat. Paris 1400).

 

1.2. Information durch Begegnung

Die rangbedingte Exogamie führte weiterhin dazu, daß fremd geheiratet wurde, zuweilen geradezu befremdlich (Byzanz, Kiev, Masowien, Dänemark), so daß mit der jeweiligen Braut und ihrer Entourage stets neue Elemente an den jeweiligen Hof kamen (Spiess, Brautfahrt und Ehe; Zeilinger, Die Uracher Hochzeit). Das mußte Folgen zeitigen, vielleicht geringere als vermutet, denn Machtergreifung durch Fremde wurde von den Einheimischen in der Regel verhindert. Überaus häufig waren Verwandten­besuche unterschiedlicher Grade, bei welcher Gelegenheit man sich gegenseitig besichtigte. Höchster Aufwand war zu treiben, wenn Fürsten am dritten Ort zusammenkamen, auf Hoftagen, Fürstentagen, Reichstagen und auf Konzilien (Spiess, Rangdenken), wobei der Hoftag zusätzlich den Königshof in den Blick rückte. Gerade auf solchen hochzeremoniellen Treffen wurden Rang gehalten und Verhalten eingeübt, Solidarität und Distanz demonstriert (Spiess, Rangdenken; Fouquet/Seggern/ Zeilinger [Hg.], Höfische Feste; Müller, Théâtre de la préséance).

 

1.3. Systematische Information

Wenn die Gelegenheiten eine gewisse Dichte erreichen, wird aus okkasionellen Nachrichten systematische Information. Gesandte und ihre Berichte, zumal solche ständiger Legationen und italienischer Verfasser, hatten damals für den Empfänger hohen Wert und haben ihn heute für den Historiker (Wettlaufer, Art. „Reise- und Gesandtschaftsberichte“; Bély [Hg.], L’invention de la diplomatie; Negociar en la Edad Media; Guerra y Diplomacia en la Europa Occidental). Ab einem gewissen Zeitpunkt, der früher oder später im 15. Jahrhundert zu suchen ist, gehen die Höfe von der passiven zur aktiven Information über. Hofordnungen und Festbeschreibungen werden in mehrfach ausgefertigten Handschriften festgehalten und an befreundete Höfe versandt (Bojcov, Art. „Höfische Feste und ihr Schrifttum: Ordnungen, Berichte, Korrespondenzen“; Widder, Art. „Hofordnungen“). So sandte der burgundische Hofmeister Olivier de la Marche im Jahre 1474 auf Verlangen Eduards IV. seine Be-schreibung der Hofhaltung Herzog Karls des Kühnen nach England, wo sie wohl einige Spuren in der neuen Hoforganisation hinterlassen hat; es gibt dort aber auch Exemplare tatsächlicher Hofordnungen Karls. Ihre größte Wirkung scheint jedoch die Neuauflage vom Jahre 1500 entfaltet zu haben, und zwar auf der iberischen Halbinsel (Paravicini, The Court; Ders., La cour). Seit Beginn des 16. Jahrhunderts kommen Drucke hinzu. Tafelwerke mit Ansichten dokumentieren Ephemeres, zu den Prozessionsdarstellungen tritt diejenige von Gebäuden und Gärten. Handschriften und Drucke zirkulieren und verbreiten, nun schon fast unabhängig von persönlichen Beziehungen, Vorbilder und neue Selbstverständlichkeiten (Watanabe-O’Kelly/Simon, Festivals and ceremonies; Rahn, Festbeschreibungen).

 

2. Was man haben muß und was man entbehren kann

 

Um diese Selbstverständlichkeiten muß es uns gehen. Seit wann sind welche nachweisbar, und für welchen Stand? Was unterscheidet einen Fürsten von einem Edelfreien (und einen Edelfreie von einem Ritterbürtigen)? (Spiess, Rangdenken). Dies läßt sich beobachten, wenn ein Graf zum Reichsfürsten erhoben wird, was seit dem 14. Jahrhundert häufiger vorkam. Die vier Hofämter scheinen unerläßlich gewesen zu sein (Rösener, Hofämter). Es gilt aber die Entwicklung höfischer Standards weiterzuverfolgen, zu beobachten, wie die Differenzie-rungen in Rang und äußeren Zeichen, Titeln, Anreden zunehmen, wobei den Kurfürsten noch einmal ein besonderer Status einzuräumen ist – jedenfalls war dies ihr Wunsch (Stollberg-Rilinger, Hofreisejournal). Die Standards müssen notwendigerweise im Laufe der Zeit immer aufwendiger und detaillierter geworden sein – oder gibt es da nicht schon Macht-politiker, für die nur Leistung und gekaufte Abhängigkeit zählten und die deshalb im Alltag auf jeglichen Aufwand verzichten konnten? (Ludwig XI.: Paravicini, Schlichtheit; Lassalmonie, Le cas de Louis XI). Haben sie etwa Schule gemacht? Und wenn die Kon-flikte überhand nahmen, wer richtete oder richtete es aus?

 

3. Austausch zwischen Freund und Feind

 

Was im römischen Reich der Spätantike selbstverständlich war als integrative Form der Herr-scherbeziehung, nämlich daß man (fiktiv) miteinander verwandt war und sich deshalb je nach Alter als Vater, Vetter oder Oheim anredete, wird im Mittelalter fortgesetzt (Dölger, Familie der Könige; Werner, Naissance; Nolte, Avunculat). Ob Freund oder Feind, der ranggleiche Verkehr wird zunächst gewahrt. Hier hinein gehört der (fast) nie abbrechende Gabentausch mit seinen Geschenkketten (Ottomeyer/Völkel [Hg.], Kat. Öffentliche Tafel; Paravicini, Tiere; Hirschbiegel, Étrennes), denn Kostbarkeiten jeder Art, ob lebendig oder unbeseelt, Hund, Pferd, Falke, wilde Tiere, Einhorn, Straußenei oder Kokosnuß wurden gerne weiter-gegeben und gewannen dem Schenker Ansehen ebenso wie dem Beschenkten. Genauso wichtig wäre es aber auch festzustellen, was nicht weiterverschenkt wurde: z.B. die päpst-liche Goldene Rose, wenn man sie denn erhalten hatte. Es wird der Symbolwert gewesen sein, der den Unterschied machte, abgesehen vom Münzwert der Edelmetalle.

Auch der ständige Briefverkehr oder die littera de statu als europäische Einrichtung gehört hierher. Besonders eng waren natürlich die Kommunikationskreise aufgrund von Bündnis, Freundschaft und Verwandtschaft, wie am Beispiel der Hohenzollern und Gonzaga unlängst untersucht (Nolte, Familie, Hof und Herrschaft; Herold, Brief-, Boten- und Gesandtschaftswesen; Severidt, Familie; Fuchs, Barbara Gonzaga und Eberhard im Bart). Desto wichtiger wird es sein zu beobachten, wie sich der Abbruch von Beziehungen aus-wirkte, und wie deren Wiederaufnahme gestaltet wurde.

Gute Fachleute waren immer selten, kein Wunder, daß es zur Abwerbung in Konkurrenz, aber auch zur Überlassung unter Freunden kam. Burgenbauspezialisten, Waffenfachleute, Kanoniere, Architekten, Musiker, Maler, Ärzte, Gelehrte, Literaten, Juristen: all diese waren bei ent­sprechender Qualität hoch begehrt, und gaben ihr Wissen dem weiter, der es bezahlen konnte (Arnoux/Monnet [Hg.], Le technicien). So begegnet man einem Befestigungs- und Wasserbauspezialisten aus Werden an der Ruhr im Dienst der Carrara zu Padua (Lohrmann, Konrad Gruter von Werden).

Oft wird man die Anregung von Außen nur erahnen können. Aber Hofordnungstexte wan-derten von Herrscher zu Herrscher, vielleicht auch nur von Verwaltung zu Verwaltung (siehe z.B. Kägler, Stellung der Frau, S. 14, Anm. 10: München und Wien). Neuorganisation und Neubau im Licht von Freundschaft, Nachahmung und Konkurrenz werden sich besser belegen lassen, wenn die nötigen Hofordnungseditionen und Korrespondenzen erst einmal vorliegen. Verwunderlich wäre ein intensiver Austausch nicht. Vielleicht gibt es da ganze Textfamilien, den Stadtrechten vergleichbar. Noch heute legt, wer Umorganisation plant, gern die Hand auf Vorgänger und Parallelen. Wenn wir aber im Laufe der Jahrhunderte die Dinge klarer sehen und immer mehr erfahren können, bleibt jedoch stets zu fragen, ob das Verhalten sich geändert hat oder lediglich die Schreibfreude.

 

4. Welche Vorbilder?

 

Italien, Wien oder Paris/Versailles? Das ist die Frage. Jeroen Duindam ist ihr schon nach-gegangen, im hellen Lichte der frühneuzeitlichen Überlieferung (Duindam, Vienna and Versailles). Auch über Dresden und Florenz wissen wir seit dem 16. Jahrhundert manches (Marx, Elbflorenz; Watanabe-O’Kelly, Court Culture in Dresden). Wie aber war es einer-seits in der Zeit zuvor, andererseits in anderen Gegenden und auf kleinerem Niveau? Peter Moraw, von dem die Idee zum hier verfolgten Thema stammt, schrieb eindringlich von den europäischen Entwicklungsunterschieden und von dem allmählich sich einstellenden, nie abgeschlossenen Ausgleich (Moraw, Entwicklungsunterschiede). Sicherlich sind Zivili-sationsstufen mit den Flüssen Rhein, Weser Elbe, Oder, Weichsel zu bezeichnen, oder mit Loire, Seine, Donau und Main. Die großen Gebirge, Alpen, Pyrenäen, Karpathen mögen andere Schwellen darstellen. Kulturelle Phasenverschiebungen von den Zentren hin zur Peripherie sind zu beobachten. Grundsätzlich sind politische Interessen und kulturelle Geo-graphie miteinander in Beziehung zu setzen. Kultur konnte springen.

Dabei muß bewußt bleiben, daß es sich selten um einfache Kopien handelt. Anver-wandlungen sind die Regel, Rückwirkungen sind zu erwarten (Werner/Zimmermann [Hg.], De la comparaison; Espagne, Les transferts culturels; Rückert [Bearb.], Antonia Visconti; Rückert u.a. [Hg.], Kulturtransfer im Spätmittelalter). Dabei muß jeder Hof den Ausgleich zwischen stabilisierender oder auch rangerhöhender Übernahme und Identität stiftender Eigenheit anstreben, denn jeder will zwar die Anforderungen erfüllen, aber doch unver-wechselbar bleiben. Dies kann zur schroffen Ablehnung gewisser fremder Mode-erscheinungen führen (denn Mode will man selber kreieren) und sogar zur Rückkehr zu hergebrachter oder zu traditionell erklärter Kleidung, so zeitweilig in Polen und in Rußland. Einerseits gibt es die Attraktion und Ablehnung des vertraut Fremden im europäischen Rahmen, anderseits die Adoption des radikal Fremden, das maurisch-sarazenisch aus Asien und Afrika kommt. Oswald von Wolkenstein oder Bertrandon de la Broquière kommen im Türkengewand daher.

Es gilt also, lieber Leser, den Hof, den man kennt, auf Querverbindungen zu befragen und in Hierarchien einzubauen. Die Welt der Höfe ist eine vielgestalte Landschaft, deren Höhen und Tiefen, und innere Bezüge wir erkunden wollen. Wie gesagt in Wien, wenn alles gut geht sogar in der Hofburg. Der Ablauf wird dem bewährten Vorbild folgen: Ankunft am Samstag (20. September), Werkstatt mit Nachwuchsforschern wie schon in Gottorf am Nachmittag, Begrüßung, Festvortrag und Empfang Abends. Am Sonntag (21.) Exkursion ins Wiener Umland, die Fahrtroute steht schon weitgehend fest. Stationen werden voraussichtlich sein das „Neugebäude“ in Wien und „Schloßhof“ und, knapp jenseits der böhmischen Grenze, die liechtensteinischen Schlösser Valtice/Felsberg und Lednice/Eisgrub. Am Montag (22.) und Dienstag (23.) folgen die Arbeitssitzungen, am Dienstagabend dann, an Stelle des sonst üblichen gemeinsamen Abschlußessens, vielleicht ein Botschaftsempfang in Wien. Und am Mittwoch (24.) geht es wieder heim.

 

So seien denn Jung und Alt zur Mitarbeit an diesem Symposium aufgerufen. Die besonders jungen können wieder mit einer begrenzten Zahl von Reisestipendien rechnen und sind ein-geladen, ihre Promotionsprojekte in der Werkstatt vorzustellen. Die Fortgeschrittenen mögen sich vom Thema und von der Stätte dazu verführen lassen, uns wie ihre Kadetten ein

 

 

Thesenpapier

bis zum

1. September 2007

 

einzureichen, und zwar bei der

 

Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission der

Akademie der Wissenschaften in Göttingen

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts Universität zu Kiel

z.Hd. Dr. Jörg Wettlaufer

Olshausenstraße 40

D-24098 Kiel

Tel./AB: 0431-880-2296

Fax.: 0431-880-1484

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Über die Auswahl wird dann am 1. Oktober 2007 entschieden, wenn die Residenzen-Kommission sich zu ihrer Jahressitzung trifft.

 

Hier noch ein wenig Literatur, und nun: nur Mut!

 

Paris, am 16. Mai 2007                                                                                      Werner Paravicini

 

 


Literatur

Ausgewählt von

Jan Hirschbiegel, Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer

 

Arnoux, M., Monnet, P. (Hg.): Le technicien dans la cité en Europe occidentale, 1250-1650, Rom 2004 (Collection de l’École Française de Rome, 325).

Auge, O., Spiess, K.-H.: Art. „Hof und Herrscher“, in: Höfe und Residenzen im spätmittel-alterlichen Reich. Bilder und Begriffe, hg. von W. Paravicini, bearb. von J. Hirschbiegel und J. Wettlaufer, Teilbd. 1: Begriffe. Teilbd. 2: Bilder, Ostfildern 2005 (Residenzenforschung, 15, II,1-2), hier Teilbd. 1: Begriffe, S. 3-15, bes. S. 10ff.

Babel, R., Paravicini, W. (Hg.): Grand Tour. Adliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert, Ostfildern 2005 (Beihefte der Francia, 60).

Baumstark, R. (Hg.): Das goldene Rößl. Ein Meisterwerk der Pariser Hofkunst um 1400. Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums München, 3. März bis 20. April 1995, München 1995.

Bély, L.: La société des princes, XVIe-XVIIIe siècle, Paris 1999.

Bély, L. (Hg.): L’invention de la diplomatie. Moyen Âge – Temps modernes, Paris 1998.

Bojcov, M.: Art. „Höfische Feste und ihr Schrifttum: Ordnungen, Berichte, Korrespondenzen“, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, hg. von W. Paravicini, bearb. von J. Hirschbiegel und J. Wettlaufer, Ostfildern 2008 (Residenzenforschung, 15, III) (im Druck).

Brandel, L. (Hg.): Liebfrauenmünster Ingolstadt, Regensburg 2007.

Dmitrieva, M., Lambrecht, K. (Hg.): Krakau, Prag und Wien. Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat, Stuttgart 2000 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 10).

Dölger, F.: Die „Familie der Könige“ im Mittelalter, in: Historisches Jahrbuch 60 (1940) S. 397-420.

Dopsch, H.: Hof und höfisches Leben im Mittelalter. Vorlesung von Prof. Dr. Heinz Dopsch am 17. Oktober 2001 im Rahmen der Ringvorlesung „Der Hof als kultureller Raum im Mittelalter“ – http://www.sbg.ac.at/ger/samson/samsonarchiv/dopsch2001.pdf .

Duindam, J.:  Vienna and Versailles: The Courts of Europe's Dynastic Rivals, 1550-1780, New York 2003 (New Studies in European History).

Edelmayer, F.: Art. „Gesandtschaftsberichte in der Frühen Neuzeit“, in: Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert): Ein exemplarisches Handbuch, hg. von J. Pau-ser, M. Scheutz, und Th. Winkelbauer, Wien 2004 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 44), S. 849-859.

Espagne, M.: Les transferts culturels franco-allemands, Paris 1999.

Fouquet, G., Seggern, H. von, Zeilinger, G. (Hg.): Höfische Feste im Spätmittelalter, Kiel 2003 (Mitteilungen der Residenzen-Kommission. Sonderheft 6).

Fuchs, F.: Barbara Gonzaga und Eberhard im Bart – der württembergische Hof im Spiegel mantuanischer Gesandtschaftsberichte, in: Europäische Perspektiven im Geschichtsunter-richt, hg. von H. Beilner, Neuried 2003 (Regensburger Beiträge zur Geschichtslehrer-fortbildung, 2), S. 44-57.

Guerra y Diplomacia en la Europa Occidental 1280-1480. XXXI Semana de Estudios Medievales, Estella, 19-23 de julio 2004, Pamplona 2006.

Herold, J.: Untersuchungen zum fürstlichen Brief-, Boten- und Gesandtschaftswesen im Spätmittelalter am Beispiel der transalpinen Korrespondenz der Markgrafen von Mantua mit deutschen Reichsfürsten und dem dänischen Königshaus (in Vorbereitung).

Hirschbiegel, J.: Étrennes. Untersuchungen zum höfischen Geschenkverkehr im spät-mittelalterlichen Frankreich der Zeit König Karls VI. (1380-1422), München 2003 (Pariser Historische Studien, 60).

Hiltmann, Th.: Zwischen Heroldsamt und Adel. Die Kompendien des office d’armes im französischen und burgundischen Spätmittelalter, Diss. phil. TU Dresden/ÉPHÉ Paris 2005 (wird 2008 vom Deutschen Historischen Institut Paris veröffentlicht werden).

Kägler, B.: Die Stellung der Frau am Münchner Hof (1651/52-1799), in: Mitteilungen der Residenzen-Kommission 16,2 (2006) S. 11-14.

Langer, A., Michels, G. (Hg.): Metropolen und Kulturtransfer im 15./16. Jahrhundert: Prag – Krakau – Danzig – Wien, Stuttgart 2001 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 12).

Lassalmonie, J.-F.: Le prince a-t-il besoin d’une Cour ? Le cas de Louis XI, roi de France (1461-1483), in: Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spät-mittelalter und Früher Neuzeit, hg. von Jan Hirschbiegel und W. Paravicini, Ostfildern 2008 (Residenzenforschung, 21) (im Druck).

Lohrmann, D. u.a. (Hg.): Konrad Gruter von Werden, De machinis et rebus mechanicis. Ein Maschinenbuch aus Italien für den König von Dänemark, 1393-1424, 2 Bde., Vatikanstadt 2006 (Studi e testi, 428-429).

Marsch, A. (Hg.): Die Reisebilder Pfalzgraf Ottheinrichs aus den Jahren 1536/37. Von seinem Ritt von Neuburg an der Donau über Prag nach Krakau und zurück über Breslau, Berlin, Wittenberg und Leipzig nach Neuburg, 2 Bde., Weissenhorn 2001.

Marx, B.: Elbflorenz: italienische Präsenz in Dresden 16.-19. Jahrhundert, Dresden u.a. 2000.

Melville, G.: „Un bel office“. Zum Heroldswesen in der spätmittelalterlichen Welt des Adels, der Höfe und Fürsten, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, hg. von Peter Moraw, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 48), S. 291-322.

Moraw, P.: Über Entwicklungsunterschiede und Entwicklungsausgleich im deutschen und europäischen Mittelalter. Ein Versuch, in: Hochfinanz, Wirtschaftsräume, Innovationen. Festschrift für Wolfgang von Stromer, hg. von U. Bestmann, F. Irsigler und J. Schnei-der, Bd. 2, Trier 1987, S. 583-622; erneut in: Ders., Über König und Reich, Aufsätze zur deutschen Verfassungsgeschichte des späten Mittelalters, hg. von R. Chr. Schwinges, Sigmaringen 1995, S. 293-320.

Müller, H.: Théâtre de la préséance. Les ducs de Bourgogne face aux grandes assemblées dans le Saint-Empire, Ostfildern 2007 (Conférences annuelles de l’Institut historique allemand, 13).

Müller, M.: Als Werkmeister Spiskin mit den Stiftsdamen von Sainte-Waudru [zu Mons im Hennegau] auf Reisen ging. Zum Phänomen des internationalen Austauschs von Archi-tekturformen und Bautechnologie im Mittelalter, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von I. Erfen und K.-H. Spiess, Stuttgart 1997, S. 147-164.

Negociar en la Edad Media. Négocier au Moyen Âge, hg. von M. T. Ferrer Mallol u.a., Barcelona 2005.

Nolte, C.: Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440-1530), Ostfildern 2005 (Mittelalter-Forschungen, 11).

Nolte, Th.: Das Avunculat in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Poetica. Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft 27 (1995) S. 225-253.

Ottomeyer, H., Völkel, M. (Hg.): Die öffentliche Tafel. Tafelzeremoniell in Europa 1300-1900. Ausstellungskatalog, Wolfratshausen 2002.

Paravicini, W. (Hg.): Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters. Eine analytische Bibliographie, Tl. 1: Deutsche Reiseberichte, bearb. von C. Halm, Frankfurt am Main 1994 (Kieler Werkstücke. Reihe D: Beiträge zur europäischen Geschichte des späten Mittelalters, 5); 2., durchgesehene und um einen Nachtrag ergänzte Aufl., Frankfurt am Main 2001. Tl. 2: Französische Reiseberichte, bearb. von J. Wettlaufer in Zusammenarbeit mit Jacques Paviot. Frankfurt am Main 1999. Tl. 3. Niederländische Reiseberichte, bearb. von J. Hirschbiegel nach Vorarbeiten von D. Kraack, Frankfurt am Main 2000.

Paravicini, W.: The Court of the Dukes of Burgundy. A Model for Europe?, in: Princes, Patronage, and the Nobility. The Court at the Beginning of the Modern Age, hg. von R. G. Asch und A. M. Birke, Oxford 1991, S. 69-102; erneut in Ders.., Menschen am Hof der Herzöge von Burgund, Gesammelte Aufsätze, hg. von K. Krüger, H. Kruse und A. Ranft, Stuttgart 2002, S. 507-534.

Paravicini, W.: Deutscher Adel und westeuropäische Kultur im späteren Mittelalter. Eine Spurensuche am Beispiel der Wittelsbacher, in: Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter, hg. von J. Ehlers, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 56), S. 457-506.

Paravicini, W.: Schlichtheit und Pracht: Über König Ludwig XI. von Frankreich und Herzog Karl den Kühnen von Burgund, in: Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter, hg. von C. Nolte, K.-H. Spiess und R.-G. Werlich, Stuttgart 2002 (Residenzenforschung, 14), S. 63-86.

Paravicini, W.: Tiere aus dem Norden, Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 59 (2003) S. 559-591.

Paravicini, W.: La cour de Bourgogne selon Olivier de la Marche, in: Publications du Centre européen d‘études bourguignonnes 43 (2003), S. 89-124.

Paravicini, W.: Von Schlesien nach Frankreich, England, Spanien und zurück. Über die Ausbreitung adliger Kultur im späten Mittelalter, in: Adel in Schlesien. Herrschaft – Kultur – Selbstdarstellung. Internationales Kolloquium in Breslau, 26.-28. Oktober 2006 (im Druck).

Paravicini, W., Schnerb, B. (Hg.): Le héraut d’armes, figure européenne, in: Revue du Nord 88 (2006, erschienen 2007) Nr. 366-367.

Rahn, T.: Festbeschreibungen: Funktion und Topik einer Textsorte am Beispiel der Beschreibung höfischer Hochzeiten (1568-1794), Tübingen 2005 (Frühe Neuzeit, 108).

Rösener, W.: Hofämter an mittelalterlichen Fürstenhöfen, in: Deutsches Archiv für Erfor-schung des Mittelalters 45 (1989) S. 485-550.

Rückert, P. (Bearb.): Antonia Visconti ( 1405). Ein Schatz im Hause Württemberg. Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung des Landesachivs Baden-Württemberg – Haupt-staatsarchiv Stuttgart, Stuttgart 2005.

Rückert, P. u.a. (Hg.): Kulturtransfer im Spätmittelalter. Die Visconti und der deutsche Südwesten, Stuttgart 2007 (im Druck).

Severidt, E.: Familie, Verwandtschaft und Karriere bei den Gonzaga und ihren deutschen Verwandten (1444-1519). Stuttgart 2002 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 45).

Spiess, K.-H.: Unterwegs zu einem fremden Ehemann. Brautfahrt und Ehe in europäischen Fürstenhäusern des Spätmittelalters, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von I. Erfen und K.-H. Spiess, Stuttgart 1997, S. 17-36.

Spiess, K.-H.: Rangdenken und Rangstreit im Mittelalter, in: Zeremoniell und Raum, hg. von W. Paravicini, Sigmaringen 1997 (Residenzenforschung, 6), S. 39-61.

Spiess, K.-H.: Fremdheit und Integration der ausländischen Ehefrau und ihres Gefolges bei internationalen Fürstenhochzeiten, in: Zotz (Hg.), Fürstenhöfe (siehe dort) 2004, S. 267-290.

Stollberg-Rilinger, B. (Hg.): Das Hofreisejournal des Kurfürsten Clemens August von Köln 1719-1745. Bearb. von A. Krischer, Siegburg 2000 (Ortstermine. Historische Funde und Befunde aus der deutschen Provinz, 12).

Taburet-Delahaye, E. (Hg.): Paris 1400. Les arts sous Charles VI, Paris, Musée du Louvre, 22 mars-12 juillet 2004, Paris 2004.

Troescher, G.: Kunst- und Künstlerwanderungen in Mitteleuropa, 800-1800. Beiträge zur Kenntnis des deutsch-französisch-niederländischen Kunstaustauschs, 2 Bde., Baden-Baden 1952-1954.

Uhl, St.: Schloß Calw als Vorbild des Aschaffenburger Schlosses?, in: Burgen und Schlösser 2 (1994) S. 116-117.

Warnke, M.: Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen Künstlers, 2., überarb. Aufl., Köln 1996.

Watanabe-O’Kelly, H.: Court Culture in Dresden. From Renaissance to Baroque, Basingstoke 2002.

Watanabe-O’Kelly, H., Simon, A.: Festivals and ceremonies: a bibliography of works relating to court, civic and religious festivals in Europe 1500-1800, London 2000.

Wenzel, H.: „Des menschen muot wont in den ougen“. Höfische Kommunikation im Raum wechselseitiger Wahrnehmung., in: Geschichten der Physiognomik. Text, Bild, Wissen, hg. von R. Campe und M. Schneider, Freiburg i.Br. 1996 (Rombach Wissenschaft. Reihe Litterae, 36), S. 65-98.

Werner, K.-F.: Naissance de la noblesse. L’essor des élites politiques en Europe, Paris 1998.

Werner, M., Zimmermann, B. (Hg.): De la comparaison à l‘histoire croisée, Paris 2004.

Wettlaufer, J.: Art. „Reise- und Gesandtschaftsberichte“, in: Höfe und Residenzen im spät-mittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, hg. von W. Paravicini, bearb. von J. Hirsch-biegel und J. Wettlaufer, Ostfildern 2007 (Residenzenforschung, 15, III) (im Druck).

Widder, E.: Art. „Hofordnungen“, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, hg. von W. Paravicini, bearb. von J. Hirschbiegel und J. Wettlaufer, Ostfildern 2007 (Residenzenforschung, 15, III) (im Druck).

Zeilinger, G.: Die Uracher Hochzeit 1474. Form und Funktion eines höfischen Festes im 15. Jahrhundert, Frankfurt am Main u.a. 2003 (Kieler Werkstücke. Reihe E: Beiträge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 2).

Zotz, Th.: Der Fürstenhof in der mittelalterlichen Gesellschaft: Identitätsfindung und Fremd-wahrnehmung, in: Mitteilungen der Residenzen-Kommission 8,1 (1998) S. 15-21.

Zotz, Th. (Hg.): Fürstenhöfe und ihre Außenwelt. Aspekte gesellschaftlicher und kultureller Identität im deutschen Spätmittelalter, Würzburg 2004 (Identitäten und Alteritäten, 16).

 



Die Arbeit der anderen

 

 

Der Wirkungsbereich des römisch-deutschen Königtums im
12. Jahrhundert
Analyse der Handlungsspielräume königlicher Herrschaft von
Lothar III. bis Otto IV. (1125-1215)

 

Projektvorstellung*

 

In den letzten beiden Jahrzehnten wurde der Königs- und Fürstenhof als Zeiten übergrei-fender Fragenkomplex zu einem wichtigen und supranational intensiv diskutierten For-schungsthema[1]. Dieses fokussiert einerseits Fragen der politischen Geschichte und der Ver-fassungsgeschichte. Themen bilden dabei die Frage nach der Bedeutung von Herrschaft und Herrschaftspraxis ebenso wie die nach der Manifestation der Reichs- und Landesstruktur. Andererseits werden auch mentalitätsgeschichtliche Fragenkomplexe thematisiert, so etwa solche bezüglich der Herrschaftskonzeption und -rezeption, der Repräsentation, aber auch solche der Kulturgeschichte („Medien“, Propaganda, „Musenhof“), doch auch für die Kon-fliktforschung ergeben sich dabei wesentliche Ansatzpunkte.

Auf den deutschen Königshof des 12. Jahrhunderts bezogen, erzwingt die Quellensituation – nämlich der Mangel an Informationen über den alltäglichen Ablauf des Reisekönigtums, den nur wenige Nachrichten episodenhaft erhellen, und die hohe Bedeutung verbaler und nonverbaler Kommunikation – eine Konzentration auf personenbezogene Untersuchungen. Gerade in der personalen Fundierung von Herrschaft sieht man aber heute einen konstitutiven Faktor hochmittelalterlichen Königtums[2]. Itineraranalyse und Prosopographie können so das politische Bindungsverhältnis zu den politischen Machteliten, das der König immer wieder erneuern mußte, erkennbar und analysierbar machen.

Dafür stehen vor allem mit den Urkunden (Königs- und Privaturkunden) relativ günstige Quellen zur Verfügung, die es gestatten, dem Hof als dem Mittelpunkt der Herrschaft einen engeren, auch sozial differenzierten Personenkreis zuzuordnen und in Relation zum könig-lichen Handeln zu setzen. Dazu kommen weitere Kreise, deren Zusammensetzung durch die jeweilige politische Lage wesentlich mitbestimmt ist, zugleich aber Rückschlüsse auf territo-rialpolitische Intentionen (Herrschaftsdelegation, königsnahe und königsferne Landschaften) zuläßt.

Neben der systematischen Untersuchung der Hofstruktur kann zudem auch über die Analyse des Herrscheritinerars und der Urkundenvergabe der Wirkungsbereich der Königs-herrschaft ermittelt werden. So erlaubt die Analyse der persönlichen Präsenz des Herrschers in den einzelnen Reichsregionen sowie der regionalen Streuung der vergebenen Privilegien in der Zusammenschau mit der Erfassung der personellen Umgebung des Herrschers die wichtigsten Bereiche der Regierungspraxis des hochmittelalterlichen Königtums zu erhellen. Es war eben nicht allein die Präsenz des Königs vor Ort, sondern auch das Ausstellen von Urkunden, mit welchem der Herrscher sein Regiment zum Ausdruck brachte. Er griff so zudem, oft entscheidend, in das politische Geschehen einer Region ein. Die Beobachtung der geographischen Streuung der Urkundenempfänger stellt daher in Verschränkung mit der Itineraranalyse und der Erforschung der Hofstruktur eine hervorragende Möglichkeit zur Analyse des Wirkungsbereiches der Königsherrschaft dar.

Bisher wurden für den Untersuchungszeitraum zahlreiche Einzelstudien vorgelegt. Den Schwerpunkt bilden prosopographische, deskriptiv ausgerichtete Arbeiten[3], aber auch das Herrscheritinerar ist gut erforscht[4]. Zur Urkundenvergabe existieren bislang nur für Lothar III., Heinrich VI. und Philipp von Schwaben eingehende Untersuchungen[5]. Vor allem stellt aber eine vergleichende Analyse des königlichen Wirkungsbereiches im zeitlichen Längs-schnitt im Sinne einer systematischen Bündelung der genannten Untersuchungsperspektiven ein Forschungsdesiderat dar.

So soll durch das hier vorgestellte Projekt zunächst der Personenkreis, der den Herrscher umgab, beschrieben werden. Vorab muß dazu das prosopographische Material so aufbereitet werden, daß Vergleichbarkeit der einzelnen Präsenzprofile gegeben ist. Mehreren Fragen wird dann nachzugehen sein. Aus welchen Reichsregionen rekrutierten sich die bei Hof belegten Personen bevorzugt? Wie statisch oder veränderlich war die geographische Streuung dieser Gruppen? Neben dem Kernhof wird dabei zunächst die große Gruppe jener Personen, die den Hof gelegentlich aufsuchte, genauer zu besprechen sein und bei diesen Außenhöfen[6] auf einen etwaigen Wandel in der sozialen Zusammensetzung zu achten sein. So soll der relative Anteil der einzelnen bei Hof vertretenen Personengruppen (Erzbischöfe, Bischöfe, [Reichs-]Äbte, Herzöge, Mark- und Landgrafen, Grafen, Edelfreie, [Reichs-]Ministeriale, Bürger) unter den einzelnen Herrschern verglichen werden. Auch aus dem Bereich des Kernhofes sollen die Vertrauten, also Personen, die den König kontinuierlich aufsuchten und konzeptionell in seine Politik eingebunden waren, nach den genannten Kriterien gesondert betrachtet werden. Es wird also zu klären sein, ob es im Untersuchungszeitraum einen Wandel in der Zusammensetzung des engeren Kreises um den König im Hinblick auf dessen geographische und soziale Herkunft (Adel, Ministerialität) und dessen (geistlichen oder weltlichen) Stand gab. Inwieweit bestanden im Hinblick auf diese Vertrauten bei einem Herrscherwechsel Kontinuitäten? Wurden einzelne Vertraute beim Herrscherwechsel in den neuen Kreis der Ratgeber übernommen? Gab es Familien adeliger oder ministerialischer Herkunft, die den Herrschern traditionell näher standen als andere? Wenn ja, wäre zu fragen, inwieweit man es hier mit einem Netzwerk zu tun hat, das nicht alleine auf den Herrscher ausgerichtet war. Wie setzte sich diese Gruppe zusammen? Waren Verwandtschafts-beziehungen mit dem Herrscherhaus ausschlaggebend oder doch eher die Kongruenz politischer Interessen? Zu fragen wird auch sein, wie es sich mit der engeren Familie des Herrschers, den Geschwistern, Kindern und vor allem der Königin verhielt. Waren sie in den Rat eingebunden oder spielten sie für die Ausrichtung der Politik des Herrschers eine geringe Rolle? In bezug auf den Rat gilt es zudem zu untersuchen, inwieweit sich Tendenzen zu einer Institutionalisierung desselben erkennen lassen.

Von besonderer Bedeutung wird auch sein, inwieweit sich eine kontinuierliche Ver-stärkung der Herausbildung von Sekundärgefolgen oder der Vergesellung der Herren einzelner Adelslandschaften nachweisen läßt. Welche Herren waren nur mehr im Sekundär-gefolge „ihres“ Herzogs, Markgrafen usw. bei Hof? Oder mit anderen Worten: Wo war die Mediatisierung besonders weit gediehen? Lassen sich bei diesem Aspekt der Territo-rialisierung Korrelationen zur Königsferne oder -nähe der in Entwicklung begriffenen „Länder“ erkennen? Dies wird vor allem vor dem Hintergrund des Untersuchungsfeldes des Herrscheritinerars zu prüfen sein. Bisher sprach Petke für Lothar von der erwähnten gelegent-lichen Vergesellung der Herren einer Region, und auch Ziegler nahm ein solches Besuchs-verhalten der Grafen und Edelfreien unter Konrad III. teilweise an[7]. Plassmann hat für Barbarossa die breite Existenz solcher Sekundärgefolge postuliert, was auch Seltmann für Heinrich VI. vermutet. Schütte konstatiert, daß Grafen und Edelfreie unter Philipp den Hof fast immer im Gefolge eines anderen Herren aufsuchten[8]. Für  Otto gibt es hierzu noch keine Erkenntnisse. Dies soll für Otto geklärt und dann quantifizierend und vergleichend dargestellt werden.

Weiters soll das Vorhaben das Herrscheritinerar des Untersuchungszeitraumes (1125-1215) analysieren. Denn insbesondere der zeitliche Längsschnitt ermöglicht eine Beschrei-bung der Veränderungen in bezug auf die Königsnähe bzw. -ferne einzelner Regionen. Aber auch der Wandel des Besuchsverhaltens im Hinblick auf einzelne Orte ist von Interesse. Gab es Kontinuität in der Reihe der bevorzugt aufgesuchten Orte oder waren diese einem Wandel unterzogen? Es soll abseits der chronologischen Darstellung des Itinerars ein Vergleich der Schwerpunktregionen königlicher Herrschaft sowie von deren Vororten vorgenommen werden. Die Orte sollen dabei zudem nach ihrer Rechtsqualität (Bischofsstadt, [Reichs-]Stift, [Reichs-]Kloster, Reichs- und Hausgut, Orte im Besitz von Bischöfen, Orte im Besitz weltlicher Herren) aufgeschlüsselt werden. Im Vergleich soll so ein weiterer Aspekt der Herrschaftspraxis der hochmittelalterlichen Könige herausgearbeitet werden.

Den dritten Themenkomplex stellt die Analyse der Urkundenvergabe dar. Dazu soll vor allem die Vergabepraxis von Konrad III., Friedrich I. und Otto IV. untersucht werden, da hierzu, wie erwähnt, noch keine eingehenden Studien existieren. Dann soll eine Analyse der Urkundenvergabe im zeitlichen Längsschnitt erstellt werden. Hierbei sind mehrere Punkte von Bedeutung. Zunächst können über die Beobachtung der regionalen Streuung der Empfänger – eventuell wechselnde – Schwerpunktregionen namhaft gemacht werden. Es wird zu prüfen sein, inwieweit sich diese mit den durch den prosopographischen Befund sowie den durch die Analyse des Itinerars gewonnen Ergebnissen decken, oder ob diese auch abseits der vom König bevorzugt aufgesuchten Regionen lagen. Denn die geographische Relation zwischen Ausstellungsort und Sitz des Empfängers gibt ja nicht zuletzt Aufschluß über die überregionale Wirksamkeit der Königsherrschaft. Hierbei ist bei dispositiven Ver-fügungen natürlich auch die Lage der verliehenen Rechtstitel zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang ist auch von Interesse, in welchem Umfang der König Bestimmungen für noch nicht kolonisiertes Land traf. Dieses stand ihm ja von Rechts wegen zu. Auch hier wird die Beobachtung des zeitlichen Längsschnittes etwaige regionale Verlagerungen des Wir-kungsbereichs des Königtums erkennbar machen. Als Quellen werden dabei neben den Königsurkunden auch Privaturkunden, die eine Beteiligung des Herrschers an einem Rechts-geschäft erkennen lassen, zu berücksichtigen sein. Auch die königlichen Mandate sowie die Bestellung von Legaten für einzelne Reichsregionen werden nach den beschriebenen Kriterien zu behandeln sein. Besonderes Augenmerk wird auch auf einen etwaigen Wandel in bezug auf den Stand der bevorzugt privilegierten Empfängergruppen zu legen sein.

 

Übergreifende Betrachtungen dieser Art liegen für das römisch-deutsche Königtum bisher nur in Ansätzen zu Herrschaftsübergängen vor. Die Erfassung eines Zeitraums von 90 Jahren nach einheitlichen Beurteilungskriterien sollte daher in mehrfacher Hinsicht zu neuen Ergeb-nissen führen. Die Verschränkung der Einzeldaten soll so aus einer Reihe von Einzelerkennt-nissen zu einem Gesamtbild der Königsherrschaft, insbesondere der Handlungsspielräume des römisch-deutschen Königtums, führen.

 

Peter Csendes, Wolfram Ziegler*

 



Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Siehe auch online auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php

 

 

Vorträge

UK Seminars and Conferences 2007

London, 19. März 2007 bis 18. Januar 2008

 

Kontaktadresse:           June Prunty

The Society for Court Studies

PO Box 57089

GB-London EC1P 1RF

E-Mail: admin@courtstudies.org

 

Aus dem Programm:

Montag, 19. März

MURRAY, I. (London): „Our Slav Acropolis“: architecture and governance at the Prague Castle, 1919-1938.

Montag, 14. Mai

SKIDMORE, C. (Oxford), At the court of the Protector: the material world of Edward Seymour, Duke of Somerset.

Montag, 11. Juni

HOLLINGsWORTH, M. (London), Electing the court: ceremony and discomfort in sixteenth-century papal conclaves.

Montag, 22. Oktober

REED, D. (London), Breakfast in the afternoon; or 100 years of royal garden parties.

Montag, 19. November

REINHARDT, N. (Lyon), The importance of being Catholic: religion and court life in early-modern France and Spain.

Montag, 17. Dezember

ASHBEE, J. (English Heritage), The Tower of London as a royal residence 1066-1399.

Montag, 28. Januar

COLE, E. (Sussex), The English court and the English country house 1603-1625.

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Internationaler Kongreß

Spargentes semina verbi
Hochmittelalterliche Bischofssitze als geistige Zentren und Orte der
Verkündigung des Evangeliums

Bamberg, 23. bis 27. Juli

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Peter Bruns/PD Dr. Georg Gresser

Lehrstuhl für Kirchengeschichte

An der Universität 2

D-96045 Bamberg

E-Mail: georg.gresser@ktheo.uni-bamberg.de

Internet: http://uni-bamberg.de/ktheo/kg

 

Der halbe Hexameter stammt aus dem Widmungsgedicht Gerhards von Seeon anläßlich der Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007. Dieses Jubiläum möchte der Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Bamberger Universität zusammen mit der Internationalen Gesellschaft für Theolo-gische Mediävistik zum Anlaß nehmen, einen internationalen Kongreß zu veranstalten, der in multi-disziplinärem Ansatz die Ergebnisse aller mit dem Mittelalter beschäftigten Fach- und Forschungsrichtungen fruchtbar machen soll.

Die Internationale Gesellschaft für theologische Mediävistik pflegt den wissenschaftlichen Austausch zum Zweck der Förderung von Forschung und Lehre im Bereich der theologischen Mediävistik. Sie bemüht sich um die Förderung der Kooperation zwischen den Forschenden der Kirchen- und Theologiegeschichte und ihrer Teil-disziplinen (insbesondere der Exegesegeschichte, der Spiritualitäts- und Frömmigkeitsgeschichte, der Liturgiegeschichte, der Historischen Kanonistik und der Sermonesforschung) und fördert den interdisziplinären Austausch mit den Forschenden der anderen mediävistischen Disziplinen, insbesondere der Geschichts-wissenschaft, der Historischen Hilfswissenschaften, der Philosophiegeschichte, der Kunstgeschichte, der Musik-geschichte und der historischen Sprach- und Literaturwissenschaften (nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Gesellschaft: www.sankt-georgen.de/igtm/ ).

Der Kongreß steht unter dem Thema „Hochmittelalterliche Bischofssitze als geistige Zentren und Orte der Verkündigung des Evangeliums“. Sein Ziel ist es, hochmittelalterliche Bistumsgründungen und Bischofssitze, vor allem die Ecclesia Bambergensis, aber auch andere zeitgenössische europäische sedes episcopales, zum einen in ihrem pastoralen und missionarischen Wirken zu erfassen und untereinander zu vergleichen, zum anderen die Institution Bischofssitz unter den Aspekten „Bildungsstätte“, „Herrschaftssitz“ und „Kulturträger“ zu bewerten.

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Internationaler Kongress der Universitäten Genf und Lausanne

Mythen am Hof, Mythen für den Hof

Lausanne, Genf, 29.Juli bis 4. August 2007

 

Kontaktadresse:           Barbara Wahlen

Faculté des Lettres

Section de Francais

Bureau 3021.1

CH-1015 Lausanne-Dorigny

Tel: [CH] 0 21 - 69 22 95 8

E-Mail: icls2007@unil.ch

Internet: www.unil.ch/icls2007

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Tagung

De amicitia: Social Networks and Relationship
Passages from Antiquity to the Middle Ages III.

Tampere, 17. bis 19. August 2007

 

Kontaktadresse:           Prof. Christian Krötzl, Prof. Katariina Mustakallio, Dr. Jussi Hanska

University of Tampere

Department of History

FIN-33014 Tampere

E-Mail: passages@uta.fi

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Internationaler Kongress

Medieval Europe Paris 2007

Paris, 3. bis 8. September 2007

 

Kontaktadresse:           Université de Paris I – Panthéon-Sorbonne

2, rue Vivienne

F-75002 Paris

E-Mail: secmep@univ-paris1.fr

Internet: http://medieval-europe-paris-2007.univ-paris1.fr

 

C’est dans le contexte de la réalisation du traité européen de Maastricht que les archéologues médiévistes anglais ont proposé l’organisation du premier congrès, Medieval Europe, à York en 1992. Le but n’était pas seulement d’échanger des données mais aussi de démontrer l’importance du domaine de recherche et de faciliter les échanges entre les différents spécialistes au sein de l’archéologie médiévale européenne.

À Bruges, en 1997, l’idée a pris forme de pérenniser ces rencontres et d’en faire un congrès régulier. La troisième rencontre a eu lieu à Bâle en 2002. L’affluence aux trois premiers congrès, 400 à 750 participants, est due au choix du type forum, et non du type thématique, pour ces réunions.

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Call for Papers

Partners both in throne and grave: Mary and Elizabeth

lessons in Tudor monarchy

Southampton, 10. bis 12. September 2007

 

Kontaktadresse:           Dr Alice Hunt

English School of Humanities

University of Southampton

UK-Southampton SO17 1BJ

Tel: [UK] 0 23 - 80 59 32 10

E-Mail: a.hunt@soton.ac.uk

 

Mary is buried beneath Elizabeth in their shared tomb at Westminster Abbey. Their Jacobean inscription reads, „Partners both in throne and grave, here we rest two sisters“. This multi-disciplinary colloquium aims to reassess Mary and Elizabeth in relation to one another, and as Tudor monarchs.

By bringing together disciplines as seemingly diverse as history, architecture, law, literature, costume and music, it seeks to incorporate and move beyond the focus on gender and religion in order to explore the continuities between all the Tudor monarchs, both male and female, Catholic and Protestant. To what extent is it possible to construct a trajectory of Tudor monarchy that focuses on continuities as well as change? And what might we learn from placing the Tudor monarchs in the broader context of European Renaissance monarchy, particularly England’s relationship with Spain?

Through a combination of papers, roundtable discussions and „masterclasses“, the conference, to be held at the Elizabethan manor house, Chawton (pictured), and at the University of Southampton, will engage in a genuine interdisciplinary conversation that rethinks Tudor monarchy. Topics to include:

Historiography

Representations in art and literature

Court music and entertainment

Royal favourites and court intimates

Princely education

Anglo-Spanish relations

Royal supremacy and religious reformation

Law, government and policy-making

War and diplomacy

Political thought and the role of counsel

European monarchies

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Konferenz

Böhmen und das Deutsche Reich

Ideen- und Kulturtransfer im Vergleich (13.-16. Jahrhundert)

München, 10. bis 12. September 2007

 

Kontaktadresse:           Dr. Hubertus Seibert

Ludwig-Maximilians-Universität München, Historisches Seminar

Geschwister-Scholl-Platz 1

D-80539 München

Tel: [D] 0 89 - 21 80-54 48

E-Mail: h.seibert@mg.fak09.uni-muenchen.de

 

In Böhmen und im Deutschen Reich vollzogen sich zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert tiefgreifende Ver-änderungen in Politik und Gesellschaft. Wiederholte Dynastiewechsel, eine wachsende Emanzipation des herrschernahen Adels und neue Formen der politischen Willensbildung mit je eigenen Organisationsstrukturen hatten weitreichende politisch-herrschaftliche Umwälzungen zur Folge. Sie leisteten einem kulturell-sprachlichen, religiösen und sozialen Wandel innerhalb der Gesellschaft Vorschub. Die bisherige Forschung hat diesen Zusammenhang zwischen politischer Entwicklung und gesellschaftlichem Wandel allzusehr vernach-lässigt und vielfach einseitig lediglich das eigene „Land“ in den Blick genommen. Nur ein vergleichender Forschungsansatz der – unter den Luxemburgern zudem unter einer Dynastie vereinten – beiden Reiche vermag jedoch die spezifischen von den allgemeinen Entwicklungen zu trennen und damit die jeweiligen zeit-genössischen Lösungsansätze angemessen zu bewerten.

Die interdisziplinäre deutsch-tschechische Tagung will die Charakteristika für das Entstehen von Kultur-landschaften in vergleichender Perspektive anhand zentraler „case studies“ herausarbeiten. Im Zentrum stehen gleichermaßen Formen und Wege des Kulturtransfers wie die unterschiedlichen Trägerschichten und deren Kommunikationsformen. Im ersten Themenschwerpunkt „Herrschaft und kultureller Austausch“ werden zentrale Bereiche höfischen Lebens (Musik, Kunst, Religiosität) im europäischen Vergleich fokussiert. Der Hof als kulturelles Zentrum und Drehscheibe des Wissens- und Kulturtransfers war wirkungsvolles und integrie-rendes Instrument der Herrschaft. In einem zweiten Zugriff („Schriftlichkeit und Repräsentation im Vergleich“) wird nach den Wirkungsweisen von Schriftlichkeit und den Spezifika verschiedener Quellengattungen gefragt: Zum einen nach der Bedeutung von schriftlicher und oraler Tradition für die Weitergabe von Wissen und für die Repräsentation von Herrschaft, zum anderen nach der Professionalisierung von Verwaltung im Spätmittelalter. In der Kommunikationspraxis spielten nicht nur Wort und Schrift eine elementare Rolle, sondern auch die Medien Bild und Architektur. Deshalb widmet sich der dritte Schwerpunkt „Architektur und Wandmalerei“ der Architektur als Zeichensystem von Stand und Rang. Repräsentative Bauten boten herausragenden Persönlichkeiten vielfältige Chancen, die eigene Stellung und soziale Identität als Selbstdeutung zum Ausdruck zu bringen. In differenzierterer Form diente auch die Wandmalerei der Visualisierung von Ideen und identitätsstiftenden Vorstellungen im öffentlichen Raum.

Aus dem Programm:

Montag, 10. September

CARQUÉ, B. (Göttingen), Orte der Herrschaft und Räume des Heiligen. Bau- und bildkünstlerische Markierungen in Paris und in Prag; NEMEC, R. (Berlin), Kulturlandschaft als Staatsidee: Die Rolle der Architektur als identitätstragendes Medium in der Bildung der luxemburgischen Herrschaftskonzeption; MRÁCKOVÁ, L. (Prag), Johannes Tourout und seine Kompositionen in böhmischen Musikhandschriften (c. 1470-1500). Zur musikalischen Kultur am Hof Kaiser Friedrichs III. und ihrer Rezeption in den böhmischen Ländern; FAJT, J. (Leipzig), Die Stadt als Bühne kaiserlicher Repräsentation. Die Kunst Nürnbergs unter den Luxemburgern und ihre Rezeption im Reich.

Dienstag, 11. September

TRESP, U. (Leipzig), Zwischen guten Freunden und bösen Neidern. Die Beziehungen der Grafen Schlick zu ihren Nachbarn in Böhmen und im Reich im Zusammenhang mit ihren Standeserhöhungen (15. und Anfang 16. Jh.).

Mittwoch, 12. September

ZÁRUBA, J. (Prag), König Wenzel IV. und die Burgen seiner Zeit.

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Konferenz

Die Wolkensteiner – Facetten des Tiroler Adels in Spätmittelalter und Neuzeit

Brixen, 12. bis 16. September 2007

 

Kontaktadresse:           Gustav Pfeifer

Südtiroler Landesarchiv

Armando-Diaz-Straße 8

I-39100 Bozen

Tel: [I] 04 71 - 4 11 9 50 – Fax: [I] 04 71 - 4 11 9 69

E-mail: gustav.pfeifer@provinz.bz.it

Internet: www.provinz.bz.it/sla

 

Ausgehend von einer im Vergleich zu anderen Regionen noch wenig befriedigenden Forschungslage soll die Tagung anhand einer der prominentesten ritteradligen Familien im territorialen Kräftedreieck Tirol-Brixen-Trient gleichsam eine Bresche schlagen und sowohl aus vergleichender Perspektive als auch in diachronem Zugriff exemplarisch Grundlagen erarbeiten für eine vertiefte Erforschung der spätmittelalterlichen und neu-zeitlichen Führungselite Tirols.

Der Ritter- bzw. Niederadel umfaßt die breite, binnendifferenzierte Schicht, die aus der unfreien hoch-mittelalterlichen Dienstmannschaft der Kirchen und des hohen Adels hervorging. Zumal in Tirol, wo der freie Adel mit Ausnahme der Vögte von Matsch früh ausstarb oder unter Graf Meinhard II. (1258-1295) verdrängt wurde, rückte der landsässige Ritteradel nach 1300 auch in ehemals dynastische Positionen ein und konstituierte sich schrittweise, vor allem ab dem frühen 15. Jahrhundert als politisches Gegengewicht und Partner des Landesherren.

Die noch heute blühenden Wolkensteiner, zu denen auch der bekannte Dichter und Politiker Oswald von Wol-kenstein (1376/77-1445) gehört, sind ihrem Ursprung nach ein Zweig der Herren von Vilanders. 1405 teilte sich die Familie in die Stämme Wolkenstein-Trostburg und Wolkenstein-Rodenegg; die Trostburger Linie erlangte als eines der ersten Tiroler Geschlechter aus dem Uradel bereits unter Friedrich III. die Erhebung in den Freiherrenstand, 1630 die Erhebung in den Reichsgrafenstand – in ihrem schwäbischen Zweig sogar schon 1628 –, die Rodenegger Linie wurde 1564 freiherrlich und 1628 in den Reichsgrafenstand erhoben.

Der Schwerpunkt der Tagung liegt in der Frühen Neuzeit. Anhand der Rolle der Herren von Vilanders im Tiroler Herrschaftsgefüge des 14. Jahrhunderts, mit dem Versuch einer sozialhistorischen Einordnung Oswalds von Wolkenstein und der Rolle des Adels am maximilianeischen Hof soll aber auch der spätmittelalterliche „Vorlauf“ in den Blick genommen werden. Für das 16., 17. und 18. Jahrhundert werden Fragen zu den Heirats-strategien und Familienformen, zu den Beziehungen zur Adelskirche, zum Engagement des vormodernen Tiroler Landadels im Bergbau, zu Formen der memoria im Lichte der Grabdenkmäler, zur adligen Lesekultur und Landesgeschichtsschreibung sowie zur Rolle der Wolkensteiner als Gerichtsherren im Hochstift Trient und als Tiroler Landeshauptleute behandelt. Ein weiterer Beitrag wird sich mit den Auswirkungen der politischen und sozialen Veränderungsprozesse des 19. und frühen 20. Jahrhunderts auf den regionalen Adel befassen. Die Veröffentlichung der Tagungsakten im Rahmen der Reihe „Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs“ ist für 2009 geplant.

 

Aus dem Programm:

Mittwoch, 12. September

JOHANEK, P. (Münster i.W.), Der Adel in Tirol und den österreichischen Erbländern in Spätmittelalter und Frühneuzeit.

Donnerstag, 13. September

PFEIFER, G. (Bozen), Tiroler Niederadel im 14. Jahrhundert: die Herren von Vilanders; SCHMITT, S. (Trier), Oswald von Wolkenstein; SEYBOTH, R. (Regensburg), Adel und Hof zur Zeit Maximilians I.; CLEMENTI, S. (Bozen), Heiratsstrategien und Familienformen der Wolkensteiner in der Frühen Neuzeit; BRANDSTÄTTER, K. (Innsbruck), Kirchliche Karrieren der Wolkensteiner in der Frühen Neuzeit; TASSER, R. (Bruneck), Die Wolkensteiner als Bergwerksunternehmer im Ahrntal (1560–1642).

Freitag, 14. September

ANDERGASSEN, L. (Brixen), Das Selbstverständnis der Wolkensteiner im Spiegel ihrer Grabdenkmäler; BONAZZA, M. (Trento/Trient), I Wolkenstein feudatari nel Trentino nel Cinque- e nel Seicento; BENZ, S. (Bayreuth), Marx Sittich von Wolkenstein und die Landesgeschichtsschreibung; STAMPFER, U. (Innsbruck), Adelige Lesekultur der Frühen Neuzeit am Beispiel der Wolkenstein-Rodenegg; SCHLACHTA, A. von (Innsbruck), Die Wolkensteiner als Tiroler Landeshauptleute; HEISS, H. (Brixen), Tiroler Adel an der Schwelle zur Moderne. Reorientierung und Krisensymptome am Beispiel der Wolkensteiner.

Samstag, 15. September

FOUQUET, G. (Kiel), Zusammenfassung.

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Jahrestagung des Centre européen d’études bourguignonnes

L’envers du décor
Espionnage, complot, trahison, veneance et violence en pays bourguignons (XIVe-XVIe)

Brüssel, 20. bis 23. September 2007

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. J.-M. Cauchies

Facultés universitaires Saint-Louis

Faculté de Philosophe et Lettres

Boulevard du Jardin Botanique 43

B-1000 Brüssel

Tel: [B] 02 - 2 11-78 68, -79 65

E-Mail: jmcauchies@fusl.ac.be

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Interdisziplinäres Symposion der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft in Verbindung mit dem Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität Augsburg

Kaiser Maximilian I. (1459-1519) und die Hofkultur seiner Zeit

Brixen, Südtirol, 26. bis 30. September 2007

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Sieglinde Hartmann

Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft e.V.

Myliusstraße 25

D-60323 Frankfurt

Tel: [D] 0 69 - 72 66 61 – Fax: [D] 0 69 - 17 44 16

E-Mail: Wolkenstein.Gesellschaft@t-online.de

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Konferenz

Courts and Capitals, 1815-1914

London, 29. September 2007

 

Kontaktadresse:           The Society for Court Studies – The Victorian Society

The Events Administrator

I Priory Gardens

GB London W4 ITT

 

Aus dem Programm:

DUCAMP, E.: The Romanovs and Saint Petersburg: the Second Phase; BARMAN, R.: The Imperial City as Bourgeois Triumph: the Making of Petrópolis, „summer capital“ of the Brazilian Empire, 1842-1889; KIRK, T.: Reconfiguring Rome: the Remaking of the capital of United Italy after 1870; MCDONOGH, G.: „Nothing too Colossal, nothing too expensive“: Berlin under Wilhelm II.; HAMILTON, J.: False Starts and Failed Hopes: The Rise and Fall of Royal Sofia, 1878-1946; STAMP, G.: Budapest: A Dual Capital for the Dual Monarchy.

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Konferenz

Die Wiener Hofburg und der Residenzbau in Mitteleuropa im 19. Jahrhundert
Monarchische Repräsentation zwischen Ideal und Wirklichkeit

Wien, 29. bis 30. September

 

Kontaktadresse:           Andreas Nierhaus

Kommission für Kunstgeschichte

Österreicische Akademie der Wissenschaften

Dr. Ignaz Seipel-Platz 2

A-1010 Wien

Tel: [A] 01 - 51 58 1-35 46 – Fax: [A] 01 - 51 58 1-35 29

E-mail: andreas.nierhaus@oeaw.ac.at

Internet: www.oeaw.ac.at/kunst  

 

The Hofburg in Vienna is one of Europe’s largest complexes of secular buildings. Its importance as one of the world’s finest examples of residence-building is in contrast with the little attention the palace has received from art historians and with the inadequately small number of publications that deal with its history. To put things right, the Art History Commission of the Austrian Academy of Sciences has embarked on a multi-year project, during which the history of the Vienna Hofburg from medieval times to the end of the 20th century is studied in the best possible way. To achieve this objective, five teams of researchers have been built. Each of them covering a different time span, they approach their subject areas with the most recent methodology and on the broadest possible basis. The project is funded by the Austrian Academy of Sciences (OEAW) and the Austrian Science Fund.

Given the fact that building activities at and in the Hofburg particularly during the 19th century had never before been a research topic of its own and that questions like architectonic complexity and intra-European relevance were always treated with much negligence, it may be expected that the new study will be groundbreaking. Based on a considerably larger amount of materials than previous examinations had used, the outcome will shed new light on problems like the heterogeneous appearance of the building at the beginning of the 19th and the numerous attempts to incorporate parts of different age, design plan and style into a uniform pattern. More insight will be gained into the building phases of the second half of the 19th century, when Gottfried Semper and Carl Hasenauer (after 1869) planned the „Kaiserforum“ extensions of the Hofburg and connected the palace with the „Ringstraße“ areas. Although not finished in several parts, this „Imperial Forum“ project must nevertheless be considered as an integrated whole and must be viewed without differentiating between executed buildings and parts that exist in plans only.

Also in the focus will be gardens that once formed part of the Emperor’s residence. Their particular positions within the palace area, their formal layouts and special characters are outstanding if viewed in the context of 19th-century European garden art.

It is a fact that we knew little about the Hofburg’s planning, building and decorative history in the 19th century until the OEAW Hofburg project was launched. Topics like the kind and sequence of building activities in the palace areas, the aspect of dynastic representation and relating iconological questions, functional aspects and the use of spaces as well as stylistic particularities and their meanings, especially in connection with the „Kaiserforum“ and here particularly with respect to interior decoration, confront the researchers with a huge number of challenging questions. Correct answers will not be found and the art-historical importance of the Vienna Hofburg not reliably re-assessed unless a wide range of sources is used and a wide range of methodologies is employed. Of highest relevance in this respect are written documents and architectural plans. Their evidence not only stands at the beginning of all Hofburg research work but also accompanies the activities throughout the project. Of particular importance here are about 10,000 plans from the Albertina, Haus-, Hof- und Staatsarchiv and other collections, which the Art History Commission of the Austrian Academy of Sciences had made available in electronic form in a preparatory phase of the Hofburg project and which constitute an essential tool for the successful exploration of the various topics. Apart from their historical evidence, they also form the material basis for detailed art-historical investigation, from stylistic analysis and reconstruction of the building and planning history to the determination of functions and the identification of iconographical and iconological details.

The conference will focus on a broad spectrum of aspects that are essential to the topic and throw new light on the history of residence-building in the 19th century. Prime questions will be: How did functions and use of a residence develop? What formal appearance were 19th-century residences taking? What persons and what institutions were deciding on the form and shape of a new building? What role did the events of Austrian history play in the iconography of Habsburg residences? What formal relations did exist between architectural design and gardens? It seems therefore a rewarding aim to confront Hofburg-related knowledge with the corresponding information about residences elsewhere in Central Europe and work out their common and separating elements in detail.

 

Aus dem Programm:

Freitag, 28. September

ROSENAUER, A., Begrüßung; TELESKO, W. (Wien), Einführung in das Tagungsprogramm.

ORGANISATION UND REPRÄSENTATION

SCHNEIDER, K. (Wien), Die Organisation des Wiener Hofes. Hofämter und Hofbedienstete in der Franzisko-Josephinischen Ära; REINHOLD, B.(Wien), Wohnkultur und imperiale Repräsentation in der Wiener Hofburg unter Kaiser Ferdinand I. (1835-1848) im Spannungsfeld frühhistoristischer Stilrezeption.

REPRÄSENTATION UND PROGRAMMATIK

NIERHAUS, A. (Wien), Staat, Hof und Kaiserhaus als Auftraggeber und Entscheidungsträger beim Bau der neuen Hofburg; TELESKO, W. (Wien), Kunst und Geschichtsforschung – Zum Anteil der Historiker an den malerischen und plastischen Ausstattungsprogrammen der Wiener Hofburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; ENGEL, H. (Berlin), „Via triumphalis und Machtanspruch“ – Das Beispiel Berlin.

Samsteg, 29. September

EIN ARCHITEKT UND ZWEI RESIDENZEN

LAUDEL, H. (Dresden), Gottfried Sempers Zwingerforum in Dresden im Kontext der Schloßerweiterungs-pläne des 18. Jahrhunderts; KURDIOVSKY, R. (Wien), Die Entwürfe zum Kaiserforum respektive zur Neuen Burg von 1869/71 und 1881 – zur Entstehungsgeschichte.

GARTENKUNST UND ARCHITEKTUR

MARTZ, J. (Nürnberg), Zum Verhältnis von Architektur und Garten am Beispiel der Wiener Hofburg ab 1860; JAGER, M. (Berlin), Gartenkunst und Stadtgestalt in Preußens Mitte. Der Berliner Lustgarten im 19. Jahrhundert.

Sonntag, 30. September

ZENTRUM UND PERIPHERIE?

FARBAKY, P. (Budapest), The Analogy and Antithesis of the Hofburg – Extension of the Royal Palace in Budapest after the Austrian-Hungarian Compromise (1867); VYBIRAL, J. (Prag), Die Prager Burg im 19. Jahr-hundert – eine verlassene Residenz; STABENOW, J. (Florenz), Eine kaiserliche Residenz als republikanisches Staatssymbol: der Fall des Hradschin in Prag.

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Konferenz

Courts and capitals, 1815-1914

London, 29. September 2007

 

Kontaktadresse:           June Prunty

The Society for Court Studies

PO Box 57089

GB-London EC1P 1RF

E-Mail: admin@courtstudies.org

 

Aus dem Programm:

DUCAMP, E.: The Romanovs and Saint Petersburg: the second phase; BARMAN, R.: The imperial city as bourgeois triumph: the making of Petrópolis, „summer capital“ of the Brazilian Empire, 1842-1889; KIRK, T.: Reconfiguring Rome: the remaking of the capital of Unites Italy after 1870; MCDONOGH, G.: „Nothing too colossal, nothing too expensive“: Berlin under Wilhelm II.; HAMILTON, J.: False starts and failed hopes: The rise and fall of Royal Sofia, 1878-1946; STAMP, G.: Budapest: A dual capital for the dual Monarchy.

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Tagung

Das Leben in Prager Palästen
Adelige Paläste als ein Bestandteil des städtischen Organismus seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart

Prag, 9. bis 10. Oktober 2007

 

Kontaktadresse:           Olga Fejtova

Stadtarchiv Prag

Archivni 6

CZ-149 00 Prag 4

Tel: [CZ] 02 - 36 00 40 37

E-Mail: Olga.Fejtova@cityofprague.cz

Internet: www.ahmp.cz

 

Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie zu unserer traditionellen wissenschaftlichen Tagung – diesmal zum Thema der adeligen Residenzen im Alltagsleben der europäischen Großstädte vom Mittelalter bis zur Gegenwart – ein. Es handelt sich um einen umfangreichen Themenkreis, deswegen möchten wir vor allem die Situation im Rahmen der Prager Agglomeration in der Frühen Neuzeit fokussieren. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Ge-schichte und „dem Leben“ des Clam-Gallas Palastes, der schon mit dem Prager Stadtarchiv – dem Organisator der Tagung – mehrere Jahre verbunden ist; abgesehen davon, daß man das Jubiläum von seinem Architekten Johann Fischer von Erlach vor kurzem gefeiert hat.

Eine Sondersektion möchten wir daher nur dem Thema dieses Palastes widmen. Wir wollen näher seine aristokratischen Bauherren darstellen: ihre Motivation, Ziele, Vorstellungen, aber auch die finanziellen Mög-lichkeiten. Was war mit der Vision der neuen Residenz verbunden? Warum haben sie ihren Palast nicht im kaiserlichen Wien gebaut? Und wie hat der Kaiser dieses Palais seine Vertrauten und hohen Würdenträger wahr-genommen und aufgefasst? Wir interessieren uns auch dafür, wie man die Aufgabe für den Architekten spezifiziert hat und wie er diese Aufgabe durchgeführt und realisiert hat. Wer hat die anderen Künstler und Kunsthandwerker gewählt und die Planabsichten ihrer Arbeit vordefiniert? Kann man die direkte Parallele zwischen dem Prager Clam-Gallas Palast und der Wiener Residenz des Prinzen Eugen finden?

Die weiteren Themenkreise gehen über die Grenze dieses einzigartigen Baus hinaus und sind allgemeiner Natur. Es handelt sich um die Frage nach der Betriebs- und Nutzstruktur der Paläste. Wie hat sich diese Struktur im Laufe der Jahrhunderte geändert, in Verbindung mit der Position und der Rolle der Aristokraten und der anderen Benutzer der Residenzen und wie in Abhängigkeit von den Änderungen des Residenzcharakters der Stadt? Wurde dabei die spätere Bau- und Interieurmodernisierung respektiv der Umbau reflektiert? Wie haben die Paläste und ihr Betrieb auf das Alltagsleben der Stadt eingewirkt? Welche Bindungen zur Stadt haben sie dabei auf der ökonomischen, politischen und kulturellen Ebene gebildet? Damit sind neue Fragen verbunden. Was hat in diesem Sinne die „Öffnung“ mehrerer Paläste für die breitere Gesellschaft (zuerst der adeligen und später der bürgerlichen Elite) bedeutet? Wie wurde dabei die Funktion und die Rolle dieses Bauwerks modifiziert und wie hat sein „zweites“ Leben im 19. und 20. Jahrhundert ausgesehen?

Auch wenn im Zentrum unseres Interesses die Prager frühneuzeitlichen Paläste stehen, mit dem Vorhaben eine interdisziplinäre Diskussion zu unterstützen, kann man nur schwierig die Rolle, die Gestaltung, die Stelle und die Änderungen der Existenz der Paläste begreifen, wenn man die Problematik der adeligen Residenzen in den mittelalterlichen Städten gleichzeitig nicht berücksichtigt. Die Tradition dieser Residenzen konnte sich später in der Dislokation, der Form und der Funktion der frühneuzeitlichen adeligen Paläste widerspiegeln. Als notwendig erscheint der Vergleich mit den aristokratischen Residenzen in anderen europäischen Städten, vornehmlich in den Staats- und Landesmetropolen, respektiv in den freien Reichsstädten. Die Komparation bieten vor allem für die Frühe Neuzeit Wien, Pressburg, München, Dresden, Berlin bzw. Potsdam, aber auch Breslau, Warschau oder Krakau usw. an.

Die anderen Themen haben Bezug auf die Frage, ob die reiche bürgerliche Elite fähig war, die Kontakte mit der Bautätigkeit der Aristokratie zu halten und in wieweit sie überhaupt diese Ambition, die Schöpfungs- und Repräsentativstärke, aber auch die Möglichkeit hatten. Der Vergleich mit den städtischen nichtadeligen Resi-denzen Prag, Leipzig, Nürnberg, Augsburg, Frankfurt am Main, Breslau, Danzig, Thorn usw. könnte manches mindestens andeuten.

Es geht um die Diskussion der Historiker und der weiteren Spezialisten zum Thema der Residenzen vornehm-lich in den Metropolen im Wandel der politischen, ökonomischen und künstlerischen Konjunkturen, der Mode und der Wandlungen des Lebensstils der aristokratischen Elite und der ihr nahe stehenden gesellschaftlichen Gruppen. Das interessiert uns im breiteren mitteleuropäischen Rahmen seit dem Mittelalter bis zur Gegenwart, mit der Betonung auf der Frühe Neuzeit.

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Colloque international

La bête captive au Moyen Age et à l'époque Moderne

Valenciennes, 8. bis 9. November 2007

 

Kontaktadresse:          

Fabrice Guizard-Duchamp

Université de Valenciennes et du Hainaut-Cambrésis

Tel: [F] 03 - 23 67 18 81

E-Mail: fabrice.guizard-duchamp@nordnet.fr

 

Dès la plus haute Antiquité (et sans doute avant), l’animal sauvage a connu des tentatives d’apprivoisement: il a été plus souvent encore capturé vivant pour être montré ou donné en cadeau. Bien loin d’être un simple divertissement ou une curiosité zoologique, l’animal sauvage en captivité – qu’il soit exotique ou non (la notion „d’exotisme“ pourra être discutée) – prend du sens à la lueur de contexte social, politique de celui qui le possède et l’exhibe. Si cet aspect des relations des sociétés avec le monde animal a suscité des travaux de la part des chercheurs antiquisants, il a été en revanche longtemps relégué au rang des vaines curiosités historiques par les médiévistes et les modernistes. Aujourd’hui les historiens commencent à considérer avec intérêt ces relations révélatrices de bien des comportements idéologiques et symboliques. Plus largement, le rôle de ces animaux dans la connaissance de l’étranger est sans doute fondamental.

Les attitudes envers le monde animal évoluent au cours du long Moyen Age puis à l’époque Moderne. Les espèces, offertes en cadeaux par des ambassades ou objets de dons au sein de l’aristocratie, varient au cours de ces périodes, selon les lieux, selon les hiérarchies sociales. Si les sangliers, les ours et les lions dominent au début du Moyen Age, on assiste à une variété grandissante d’espèces venues d’Europe, d’Asie ou d’Afrique à la veille de l’époque Moderne. Déjà l’ours polaire, que le roi d’Angleterre Henri III reçoit, fait forte impression lors de ses bains dans la Tamise … La découverte du Nouveau Continent apporte dès le XVIe siècle des animaux tout à fait exotiques en Europe.

Ce colloque propose d’aborder ce thème des animaux sauvages captifs (on privilégiera les mammifères et les oiseaux dont la vocation n’est pas cynégétique): de définir les modalités de cette relation, d’en révéler les continuités et les changements au cours des deux périodes envisagées. Afin de mieux cerner les sources qui permettent d’aborder ce sujet et qu’il sera nécessaire de croiser, nous aurons une attention particulière sur les questions documentaires (écrites, iconographiques, archéologiques …) et méthodologiques.

Vos propositions peuvent porter sur différents axes:

1) Les espèces en question. Il s’agira d’identifier les espèces (autochtones, européennes et extra-européennes) concernées, de déterminer les critères de leur „sélection“: espèces rares en voie d’extinction? Des individus dans une espèce donnée présentant des particularités (albinisme, dimorphisme sexuel singulier …)? Ces questions requièrent une mise en perspective fine des sources, une bonne connaissance de leurs apports et de leurs limites pour traiter de la question d’identification et de l’origine géographique des espèces concernées. L’analyse de cette dernière permet-elle de dessiner une répartition spatiale particulière? Et qu’en tirer comme enseignement en terme d’évolution de la répartition de la faune sauvage?

2) Les modes d’appropriation et de conservation de ces espèces: les moyens de transport, les soins et l’alimentation, le personnel, les lieux qui leur sont réservés (parcs à gibier, ménageries …), leur degré de proximité avec les hommes (accompagnement dans les déplacements?), le coût de leur entretien et leur devenir post-mortem.

3) Posséder et exhiber des espèces sauvages: valeurs culturelles, sociales, politiques (plus particulièrement lorsqu’il s’agit d’animaux sauvages non européens). On pourra s’interroger sur les motivations et les circonstances (ambassades, dons, goût particulier, marqueur social comme signe extérieur de richesse et de pouvoir …) de cette appropriation, sur l’existence d’une hiérarchie des espèces selon les acteurs et les relations qu’ils entretiennent entre eux (d’égalité, de supériorité, de soumission, de reconnaissance …). On devra également s’interroger sur le degré „d’anthropisation“ de l’animal: est-il individualisé? Reçoit-il un nom?

4) De l’animal vivant à l’animal naturalisé. Collections et cabinets de curiosités: les animaux empaillés, les parties d’animaux (peaux, dents, os …) conservées dans les trésors laïques et ecclésiastiques. Les comptabilités princières de la fin du Moyen Age laissent entrevoir les modes d’acquisition, les „circuits d’approvisionnement“, le coût. Comment se sont constituées ces collections. Quelles fonctions remplissent-elles?

5) Eveil d’une curiosité zoologique: animal capturé pour la science? Ce processus de mise en scène de l’animal sauvage qui se multiplie à la fin du Moyen Age, témoigne-t-il d’un nouveau rapport à la nature?

A-t-il favorisé l’émergence d’un nouveau savoir?

6) Incidence sur l’art animalier: esthétique ou étude ? Quels sont les animaux sauvages les plus fréquemment représentés? Leur mode de traitement (stylisé, d’après nature), de mise en scène (biblique, vie quotidienne, …)?

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Internationales Kolloquium

Jean Molinet et son temps

Lille, 8. bis 10. November 2007

 

Kontaktadresse:           Élodie Lecuppre/Estelle Doudet

 

Université de Lille 3 Charles-de-Gaulle

BP 60149

F-59653 Villeneuve d’Ascq Cedex

E-Mail: elodie.lecuppre@univ-lille3.fr

Internet: http://irhis.recherche.univ-lille3.fr/C-Molinet2007.html

 

En 2007 sera fêté le cinq-centenaire de la mort de l’écrivain Jean Molinet (1435-1507). Représentant majeur de la littérature bourguignonne, poète et historien, proche des milieux artistiques et notamment musicaux de son époque, ce dernier apparaît comme un auteur fédérateur des études sur la Bourgogne Valois et habsbourgeoise, mais plus encore sur celles qui portent sur l’histoire politique européenne au tournant du XVe et du XVIe siècle. Ses écrits offrent encore un vaste champ de recherches et il faut souligner qu’aucun colloque scientifique n’a été consacré à son œuvre, ni en France, ni à l’étranger. Or, la personnalité et le rôle de ce chroniqueur, au seuil de la modernité politique et culturelle de l’Europe, méritent amplement l’organisation d’un colloque international et interdisciplinaire dans le cadre des célébrations de 2007.

L’interdisciplinarité apparaît comme une donnée essentielle pour ces futures rencontres. Aussi, les différentes thématiques retenues ne doivent pas constituer autant de sessions réservées exclusivement aux historiens, aux historiens de l’art et aux littéraires et destinées à les cloisonner dans leur champ de recherches. Au contraire, les organisatrices estiment que le croisement des disciplines et des approches fera la richesse de ces rencontres et permettra de cerner au mieux à la fois le caractère de l’écrivain, mais aussi la multiplicité des facettes qu’expose cette période transitoire de l’histoire. Pour permettre l’intégration des compétences et l’expression des sensibilités de chacun, trois axes transversaux ont été retenus.

Axe 1: Frontières

En explorant il y a plus de vingt ans le „carrefour des Rhétoriqueurs“, Paul Zumthor a souligné le caractère sans doute le plus fascinant de l’œuvre de Jean Molinet : sa situation au croisement des espaces et des cultures, reflet de la réalité complexe de la principauté de Bourgogne au tournant du Moyen Age et de la Renaissance. Cepen-dant, le „carrefour“ bourguignon fait découvrir des chemins moins battus qu’on ne le croit. Le rôle de Molinet comme passeur dans une modernité en formation demeure à étudier dans ses multiples aspects, géo-politiques, temporels, sociaux, artistiques.

L’indiciaire de Bourgogne est conscient que l’exceptionnelle situation de la Bourgogne, entre son origine française et son attirance autrichienne, met en jeu l’équilibre des forces européennes. Le thème de la probléma-tique „frontières“ parcourt donc son œuvre historiographique. Défendues, attaquées, les frontières impliquent l’action guerrière comme diplomatique du duc, séparent les bons serviteurs des transfuges, le français des écrivains bourguignons de celui de Paris – car les frontières politiques, portent, sous la plume de Molinet, une revendication d’autonomie culturelle. Barrières, elles sont aussi passages, permettant les contacts avec d’autres mondes, représentés par les ambassadeurs qui se pressent à la cour.

„Automne du Moyen Age“? „Printemps de la Renaissance“? La frontière temporelle sur laquelle se situe l’œuvre de Molinet est, depuis les travaux de Johan Huizinga, l’occasion de nombreuses interrogations: est-elle rupture? est-elle transition? L’écriture si particulière de Molinet, érigée en modèle de la „Grande Rhétorique“, est-elle l’héritière flamboyante – ou abâtardie- du Moyen Age? représente-t-elle les prémisses de l’esprit renaissant? Au-delà de ces questions, c’est aussi la périodisation de nos études qui est salutairement mise en cause. Notre vision de Molinet, celle développée par les critiques qui nous ont précédés, a également à nous apprendre sur un imaginaire culturel construit depuis plusieurs siècles.

Indiciaire bourguignon, Jean Molinet est l’organe privilégié de la cour dont il narre les „faicts et dicts“. Cepen-dant, installé à Valenciennes dont il est originaire, c’est un acteur engagé dans la vie culturelle des villes. Si ses œuvres sont conservées dans les manuscrits de la bibliothèque ducale, il veille à ce qu’elles soient aussi diffusées largement, notamment par les premiers essais de l’imprimerie. Animateur de spectacles urbains, familier des chambres de rhétorique bourgeoises, Molinet incarne une double position entre cour et ville, entre cités flamandes, brabançonnes et hennuyères. La frontière entre ces mondes est-elle étanche? Comment le Rhétoriqueur agit-il hors de l’espace qui est censé le définir?

Historien, Jean Molinet est aussi poète. Son œuvre polymorphe met au défi les lectures univoques qui détacheraient la véracité historiographique de la fiction littéraire. De même, elle mêle avec subtilité, dans un même texte, rimes et prose, sonorités et figurations symboliques, narratif et dramatique. Totalisation et fragmen-tation, ruptures et passages au sein de l’œuvre nous invitent aujourd’hui à des lectures dynamiques et croisées, dont ce colloque, nous l’espérons, donnera l’occasion.

Axe 2: Violence des mots, violence des hommes

La guerre, les batailles, le déchaînement des passions les plus âpres et la manifestation de la violence sous toutes ses formes ont attiré de nombreux historiens. Le colloque organisé sous les auspices du CTHS en 1994 et dont les actes furent publiés en 1996 par Philippe Contamine et Olivier Guyotjeannin (Guerre et Violence, Paris, CTHS, 1996), tout comme le numéro spécial consacré à ces questions par la revue Sénéfiance en 1994 (La violence dans le monde médiéval) en sont les plus récents témoignages, si l’on veut bien se limiter à des œuvres collectives élaborées en France. Mais après tout, „la violence est l’histoire“, comme le précise Denis Crouzet dans l’introduction de son ouvrage Les Guerriers de Dieu. Cette thématique a par ailleurs nourri la réputation d’un Moyen Âge sanglant, barbare, attendant avec fébrilité les nouveaux raffinements d’une Renaissance tout aussi friande de cruautés en tous genres, n’en déplaise à certains de nos contemporains attachés à réduire l’époque médiévale à un temps „moyenâgeux“.

Jean Molinet, historien bourguignon qui reprit de 1474 à 1506 la Chronique de Georges Chastelain, enfile, comme des perles, les épisodes sanglants qui scandèrent les années sombres situées à la charnière des XVe et XVIe siècles. Alternativement dans son œuvre, les champs de bataille s’ouvrent sur les tentes de la négociation et la paix tout juste criée n’a pas suffisamment de force pour faire taire le chant horrible a oyr du tocsin. En bon indiciaire, Molinet consigne tous les événements clefs qui témoignent de la fragilité des équilibres politiques à travers l’Europe, mais il ne manque pas de noter les horreurs de la guerre, la vilenie des hommes, la sauvagerie qui envahit les campagnes et gangrène les villes. Cruauté des princes, cruauté des soldats, cruauté des peuples, cruauté du Ciel … La violence devient le véritable moteur d’une „civilisation de l’angoisse“, un trait d’union entre deux siècles qui tout à tour s’amusent du spectacle horrifiant des danses macabres et tremblent face à la colère divine du Jugement Dernier.

Cette réflexion générale sur la violence en un temps qui, pour des raisons de scansions chronologiques, est souvent délaissé par l’historiographie traditionnelle, permettra là encore de croiser les approches littéraires, artistiques et historiques et de réunir médiévistes et modernistes spécialistes des anciens Pays-Bas bour-guignons, mais aussi du reste de l’Europe, tant l’œuvre de Molinet a vocation universelle.

Axe 3: Feux et contre-feux: la Bourgogne en contrastes

Cet axe offrira la possibilité de réfléchir sur l’imaginaire contrasté qu’hommes et femmes ont construit à partir de leur identité „bourguignonne“, au tournant des XVe et XVIe siècles. C’est autour de la question du contraste, de l’ambiguïté, voire de la contradiction que cette culture est encore aujourd’hui représentée.

Clarté des faits d’armes, brillance des paroles, lumières des villes et des cours: les „feux“ bourguignons supposent, pour être exprimés, des relations privilégiées entre les divers acteurs en charge de la glorification princière: peintres, musiciens, écrivains. Mais parce que la lumière ne peut briller que face à l’ombre, les hommes de la plume, du pinceau ou de l’archet sont aussi attentifs à la relation des événements contraires. La narration du désastreux siège de Neuss n’est-elle pas l’occasion de laisser cours, chez Molinet, à une rhétorique salvatrice de l’honneur ducal? La mort des princes, la disparition des proches, de Georges Chastelain à Jean Ockeghem, fait naître sous sa plume des déplorations en clair-obscur. De même la glorification trouve son équilibre dans un maniement parfois périlleux du blâme. A chaque feu son contre-feu, à chaque vérité, une autre face. Ce goût des contrastes, souligné par Johan Huizinga dans sa formule célèbre d’un „temps à l’odeur de sang et de rose“ est peut-être bien plus qu’une esthétique: une culture, où les contradictions, apparentes ou réelles, forment jusqu’à nos jours un véritable socle de civilisation.

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Tagung

„Assemblies“ – Versammlungen
Ritualisierung und zeichenhafte Darstellung politischer Willensbildung im Vergleich

Heidelberg, 15. bis 17. November 2007

 

Kontaktadresse:           Gerald Schwedler

Heidelberg Center of American studies

Hauptstr. 120

D-69117 Heidelberg

E-Mail: Schwedler@urz..uni-heidelberg.de

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Colloque CEHVI

Le beau dans la ville, approche diachronique

Paris, 23. bis 24 November 2007

 

Kontaktadresse:           Centre d’histoire de la ville moderne et contemporaine

Université François-Rabelais

UFR Arts et Sciences Humaines

3 rue des Tanneurs

F-37041 TOURS Cedex

Tel./Fax [F] 02 - 47 36 81 - 22

E-Mail: cehvi@hinv-tours.fr

                        philchassaigne@hotmail.com

                        philchassaigne@aol.com

 

Le CEHVI se propose d’organiser un colloque consacré à la place du „Beau“ dans la ville, dans les villes, sur une longue période chronologique qui pourrait s’étendre du Moyen Âge à la période contemporaine et dans un espace géographique qui n’est, a priori, pas délimité de façon contraignante. Il va de soi que la priorité sera donnée, lors de la sélection des contributions, à celles qui permettent de constituer des ateliers, ou parties d’ateliers, cohérentes. De même ne sera-t-on pas non plus trop directif en ce qui concerne la définition du „Beau“: le recours à la substantivation permettra d’aborder les questions de définition du „Beau urbain“, du rapport métaphysique entre Beauté et Urbanité (au sens de: „ce qui fonde la ville“). Qu’est-ce qu’une „belle“ ville? Vaste question, à laquelle les réponses des philosophes, plasticiens, architectes, urbanistes …, apportées au cours des périodes successives, peuvent être analysées aussi bien de façon individuelle, en soulignant l’originalité de tel ou tel auteur aujourd’hui méconnu, ou, peut-être, de façon collective, en recherchant variants et invariants socio-culturels …

On peut évoquer quelques grandes directions de réflexion, bien évidemment non limitatives:

les variations du rapport au Beau en fonction des époques ; également en fonction des échelles d’application („beau monument“, „beau quartier“, „belle ville“ …);

à quel moment, dans la genèse de l’urbain, se situe la réflexion esthétique ? Se fait-elle a priori, ou a posteriori? Quid de la pertinence réelle des modèles souvent évoqués, telles les villes du Nouveau Monde, ou outre-mer, pré-pensées, où le Beau est directement intégré au projet urbain (et participe d’une intention sociale, ou ethnique), par opposition des villes „anciennes“ où le Beau se rajoute au projet urbain, pour le modifier, en rectifier les erreurs?

la conservation et la patrimonialisation du beau, du réemploi de l’architecture antique au Moyen Âge aux colonnes de Buren dans le Palais Royal dans les années 1980;

les modalités de la „mise en esthétique“, la place des différents acteurs (pouvoirs, institutions, individus; marché[s], État[s]; rapports entre esthétique et fonctionnalisme;

les usages du Beau dans la ville : usages privés, voire cachés, et publics; usages sociaux;

l’esthétique du projet d'urbanisme, en tant qu'instrument de conviction des habitants;

la place des producteurs de Beau dans la ville; les „consommateurs“ du Beau;

les rapports entre le Beau et l’identité urbaine …

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Internationales Seminar

El legado de Borgona

Fiesta y ceremonia cortesana en la Europa de los Austrias (1454-1648)

Madrid, 28. November bis 1. Dezember 2007

 

Kontaktadresse:           Bernardo J. García García

Alicia Esteban Estríngana

Fundación Claudio Coello, 99

E-28006 Madrid

Tel: [E] 0 91 - 4 35 22 01 – Fax: [E] 0 91 - 5 78 10 92

E-Mail: bernardo@fcamberes.org

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Symposion

Konjunkturen der Höflichkeit in der Frühen Neuzeit

Frankfurt a.M., 13. bis 15. März 2008

 

Kontaktadressen:          Dr. Gisela Engel

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit

 

Prof. Dr. Brita Rang

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fachbereich Erziehungswissenschaften

 

Prof. Dr. Susanne Scholz

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Institut für England und Amerikastudien

 

Prof. Dr. Johannes Süßmann

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Historisches Seminar

 

D-60323 Frankfurt am Main

Tel: [D] 07 98 - 3 23 82

E-Mail: G.Engel@em.uni-frankfurt.de

                        BRang@t-online.de

                        s.scholz@em.uni-frankfurt.de

                        suessmann@em.uni-frankfurt.de

 

Das Thema Höflichkeit hat gegenwärtig Konjunktur – in der Ratgeberliteratur wie in der Forschung. Es gibt bisher allerdings kaum kulturwissenschaftliche Interpretationen für diese aktuelle Hinwendung zu zivilem Um-gang und Manieren, wohl aber für historisch frühere Phasen und Formen des Interesses an Höflichkeit, insbe-sondere in der Frühen Neuzeit, in der es darum gehe, instabil gewordene Verhaltensregeln und -rituale und das nicht länger Selbstverständliche zur Diskussion zu stellen (Macho).

Höflichkeit erscheint aus dieser Perspektive als das Thema der politischen und kulturellen, der sozialen und konfessionellen Brüche und Übergänge. Wurde also Höflichkeit überall dort benötigt, wo traditionale (lehens-rechtliche oder ständische) Verhaltensregeln nicht ausreichten? Gilt dies besonders für kulturelle Kontaktzonen wie Höfe, Universitäten, Städte, Märkte, in denen es um das Aushandeln neuer Verhaltensformen ging? Welche auslösenden Faktoren können wir in diesen Aushandlungsprozessen beobachten? Waren die alten Regeln über-holt, weil sie nicht differenziert genug waren für die Vielfalt der Statusgruppen, die sich etwa an den Höfen, in den Städten oder an den Universitäten begegneten; weil man mit ebenbürtigen Gegnern zurechtkommen mußte; weil man mit Fremden zu tun hatte, deren Status nicht einzuschätzen war? Ein Teil der Forschung spricht mit Blick auf ein eher diskontinuierliches Interesse an Umgangsformen von den Konjunkturen der Höflichkeit, von ihren Schicksalen, von ihrer Dynamik. Es sei in der Frühen Neuzeit um Changing Codes, um The End of Conduct, um The Emergence of Polite Society, um The Fortunes of the Courtier gegangen. Höflichkeit wird so zu einem Gegenstand der gegenwärtig vieldiskutierten Kulturgeschichte des Politischen. Sie stellt sich als eine – tendenziell universalistische – Verkehrsform dar für den Umgang mit unterschiedlichen Menschen, Sprachen und sozialen Kulturen und, so läßt sich zusammentragen, zielt auf Vermittlung, auf Kommunikation, auch Selbstrepräsentation. Dies bezog die Geschlechter in unterschiedlicher Weise ein. Wie wurden dabei die Körper thematisiert? Wie veränderte sich die Sprache? Wie gestalteten sich symbolische und reale Räume, Bildung und Unterricht unter der Wirkung von Höflichkeit? In welchen sich verändernden Schriften, Manieren- und Anstandsbüchern wurde Höflichkeit auf welche Weise zum Thema? Und was besagen mögliche Einsichten im Blick auf die heutige Zeit?

Das Symposion soll dieses vielschichtige (historische) Interesse an Formen, Rhetoriken, Texten und Kontexten der Höflichkeit (der Politeness, der Courtoisie, der Manieren, der Tischzuchten, der „guten sytten“) und ihrer Dynamik, insbesondere in der Frühen Neuzeit, zu seinem Gegenstand machen. Es soll das aktuelle Interesse an diesem Thema kulturgeschichtlich befragen und diskutieren und zugleich ein Ort des Austauschs und der Aus-einandersetzung über mögliche Interpretationen und Theorien sein.

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Konferenz

The Economic Role of the Family from the 13th to the 18th Century

Prato, 6. bis 10. April 2008

 

Kontaktadresse:           Istituto Internazionale di Storia „F. Datini“

Via Muzzi 38

I-59100 Prato

E-Mail: datini@istitutodatini.it

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Colloque international

Pourquoi les sceaux?

La sigillographie nouvel enjeu de l’histoire de l’art

Lille, 23. bis 25. Oktober 2008

 

Kontaktadresse:           Marc Gil

Université de Lille 3

Laboratoire IRHIS – UMR CNRS 8529

BP 60149

F-59653 Villeneuve d'Ascq cedex

E-Mail: marc.gil@univ-lille3.fr

 

Longtemps, en France, l’histoire de l’art médiéval s’est peu intéressée au sceau, en raison du cloisonnement des spécialités; la sigillographie étant utilisée comme une simple science auxiliaire. Si à l’étranger d’exceptionnelles expositions lui ont fait une place importante, tant en Europe qu’aux Etats-Unis, dans les expositions françaises majeures de ces dernières décennies, sa présentation s’est limitée trop souvent à une description ou à simplement accompagner les chartes exposées. A partir de la fin des années 1970, pourtant, plusieurs études d’historiens et de trop rares historiens d’art, ainsi qu’une récente exposition associant sigillographie et histoire de l’art – Sceaux et usages de sceaux. Images de la Champagne médiévale (2003) – sont venues nourrir la réflexion. De leur côté, les Archives nationales de France ont publié les deux premiers grands corpus iconographiques (1980 et 1991) et le troisième volume consacré aux sceaux de reines est en cours d’élaboration. A l’échelon d’un département comme le Nord, dont les archives conservent l’un des plus importants fonds sigillographiques français, deux programmes d’inventaire et de numérisation des pièces sont en cours, l’un aux Archives municipales de Douai, le second aux Archives départementales du Nord, en collaboration avec l’Université Charles-de-Gaulle – Lille 3.

C’est dans le cadre de ce second programme que l’Equipe d’Histoire de l’Art pour l’Europe du Nord-Irhis de l’Université de Lille 3, en partenariat avec les Archives départementales du Nord et la Société française d’Héraldique et de Sigillographie, se propose de réunir, en octobre 2008, historiens, historiens d’art, littéraires, spécialistes des arts du métal, conservateurs et restaurateurs, pour un colloque international (3 jours) consacré aux sceaux, dans un esprit de décloisonnement des disciplines, parmi lesquelles les gender studies et les Visual Studies auront toute leur place.

Cette manifestation viendra clore la première campagne de l’Inventaire des sceaux conservés aux Archives départementales du Nord (2002-2008) ; programme de recherches développé en association avec les ADN, sous l’égide du Service des sceaux des Archives nationales de France, et inaugurée par une journée d’études en avril 2003 (Prolégomènes à un inventaire, Institut Erasme (MSH) – Artes/Lille3).

L’enjeu scientifique principal de ce programme est la création à terme d’un répertoire de plus de 10 000 pièces numérisées, datables et localisables. L’historien de l’art aura alors un considérable outil de recherches, tant du point de vue iconographique que stylistique. Depuis 2002, cette fructueuse collaboration Université-Services des Archives offre à des étudiants une formation des plus enrichissantes, spécifique à l’archivistique et à la conservation des sceaux, en même temps qu’elle leur permet de développer des travaux de recherches en lien avec le fonds inventorié.

Au cours de cette opération d’inventaire et à travers la diversité des sujets étudiés, ainsi qu’au regard de littéra-ture académique, plusieurs points de réflexion ont émergé progressivement qui formeront les thématiques envi-sagées lors du colloque. Le colloque donnera lieu à publication d’actes.

I. Le sceau dans la société: Image, emblématique, culture visuelle

I.a. Entre le XIIe et le XVe siècle, l’apposition du sceau est le mode de validation le plus employé pour authentifier les actes, prenant alors la valeur d’une signature. Par sa fonction, sa place et l’image qu’il véhicule, le sceau pose la question de la nature du signe d’identité.

I.b. Cette image sigillaire est, par ailleurs, intimement lié à l’écrit. Dans la charte, le sceau est annoncé par le nom et la fonction du sigillant et/ou une formule de corroboration. De plus, une légende entoure générale-ment la figure au recto de la galette de cire et une seconde, parfois, sur le contre-sceau au revers. Le sceau devient alors objet manipulable, qu’on lit, qu’on regarde et dont on cherche l’annonce dans le document. Dans ce contexte, quel rôle exact tient cette image sigillaire? Se situe-t-elle en marge du texte ou au con-traire, joue-t-elle le même rôle que la miniature ou la lettrine historiée dans le codex, qui n’est pas, nous le savons, la simple illustration du texte?

I.c. L’usage du sceau a touché les hommes et les femmes, toutes catégories sociales confondues, ainsi que les collectivités et les personnes morales. Parce qu’il engage la responsabilité de son possesseur, le sceau fournit sur le sigillant des informations dignes de foi pour l’historien, ce qui est rare pour une image médi-évale. Au même titre que les images dévotionnelles, les enluminures, les enseignes de pèlerinages dont les premiers exemples empruntent au sceau sa forme et son nom, ou, à partir du XVe siècle, les médailles, le sceau participe de la culture visuelle de l’homme médiéval: il est reproductible, forme des séries et voyage. Il participe à l’effervescence emblématique de la société des derniers siècles du Moyen Age, dont l’une des manifestations les plus importantes pour l’histoire de l’art occidental est l’émergence du portrait moderne, et dans laquelle l’image sigillaire trouve pleinement sa place. Les communications envisageant le sceau à la fois dans sa spécificité et dans sa „relation dynamique avec la société“ seront privilégiées.

II. Le sceau: création artistique

Objet précieux par sa fonction même, la matrice, servant à frapper la galette de cire, devait être exécutée avec soin: sculptée dans l’os ou l’ivoire, gravée ou fondue dans le métal puis retravaillée au burin au sortir de la fonte, sertissant parfois une intaille, antique ou médiévale. Par le nombre considérable d’empreintes conservées en Europe, datables avec précision (pour les personnes physiques) et parfaitement localisables grâce au docu-ment auquel elles sont appendues, ces sceaux, en tant qu’œuvres d’art, sont non seulement une inestimable source iconographique, témoins et acteurs de l’évolution de certains thèmes religieux ou profanes, mais sont également à la pointe des modes artistiques, des recherches et des changements stylistiques ; en particulier, pour les matrices créées pour les grands personnages et les institutions importantes, œuvres d’orfèvres spécialisés. A l’instar des arts précieux, leur création associait naturellement plusieurs métiers artistiques, peintres/ enlumineurs, ivoiriers, sculpteurs, orfèvres.

II.a. Pourront être envisagées, ici, les questions iconographiques et stylistiques, celles de la transmission des modèles et de la manière dont les sceaux ont pu prendre part à la diffusion d’un style dans un milieu donné: ainsi du style 1200 au gothique ou du passage de ce dernier à la Renaissance. Qu’en est-il, par ailleurs, des liens entre les manuscrits enluminés issus des scriptoria et le dessin des sceaux des grandes abbayes au XIIe siècle?

L’émergence des portraits réels ou fictifs dès le XIIIe siècle, avec le développement des têtes de profil puis de trois-quarts, pose, entre autres, la question de la permanence du goût pour le classicisme antique à l’époque gothique, au-delà des années 1230, et interroge alors la notion du réalisme supposé du portrait, renvoyant, par ricochet, à la problématique du portrait comme emblème.

Les architectures suscitent les mêmes interrogations et les mêmes enjeux, entre réalisme et symbolisme ; et cela dès le XIIIe siècle. Leurs structures en faible relief ne nous renvoient-elles pas immanquablement aux arts précieux des chasses orfévrées ou des ivoires en même temps qu’à l’architecture monumentale? La notion d’illusionnisme qui s’applique à l’architecture feinte des vitraux et de la peinture murale à la fin du XIVe siècle, est-elle pertinente pour qualifier l’architecture miniature de certains sceaux contemporains?

II.b. Seront également privilégiées les communications envisageant la production, les techniques de fabrication et les arts du métal, en particulier l’orfèvrerie. Quels rapports avec les arts précieux et les arts du livre? Y-a-t-il eu, à partir du milieu du XVe siècle, un lien entre les graveurs de sceaux, les orfèvres et les premiers ateliers d’imprimerie à caractères fixes ou mobiles?

Enfin, des études de cas, à partir de séries par exemple, pourront permettre d’envisager la question fondamentale de la localisation des ateliers de graveurs.

III. Le sceau dans les musées et les archives: Conservation, restauration, inventaire

III.a. Comme tout objet manufacturé avec des produits naturels, le sceau est fragile, soumis aux variations hygrométriques et aux manipulations. La confrontation des moulages effectués par Germain Demay au XIXe siècle avec les originaux – quand ils existent encore! – montre l’état de détérioration avancée de certains d’entre ces derniers. Il convient donc de réfléchir aux questions fondamentales, avant toute étude, de conservation, de restauration et de présentation d’objets aussi fragiles, menacés de disparaître à courts termes, avec les outils et les connaissances actuels, développés par les services des sceaux des grandes institutions patrimoniales françaises et étrangères.

III.b. Etudier les sceaux c’est bien sûr s’intéresser aux matrices qui les ont produits. Pour ces objets, œuvres d’orfèvres ou de graveurs, se posent également la question de leur restauration et de leur conservation. L’engouement des érudits et des collectionneurs du XIXe siècle pour ce type d’objets d’art soulève de manière moins attendue la question des faux.

III.c. Enfin, nouvel enjeu de la recherche, l’informatisation d’inventaires établis sur des critères établis par le Comité international de sigillographie et associés à la numérisation des pièces devient un outil des plus précieux pour le chercheur et un acteur essentiel de la large diffusion des savoirs via internet. Dans ce processus essentiellement basé sur des critères diplomatiques, quelle place peut être faite à l’image et à sa description, dans une perspective interdisciplinaire?

Ces quelques questions soulevées ici ne constituent qu’une trame non exhaustive, aidant à structurer la réflexion. Toutes propositions de communication permettant d’élargir les problématiques liant la sigillographie à l’histoire de l’art et aux arts figuratifs seront les bienvenues.

Table ronde clôturant le colloque:

Le 15 février 2007, la Section provisoire de sigillographie du Conseil International des Archives a réuni, au British Museum de Londres, un groupe de chercheurs appartenant à diverses disciplines, histoire, histoire de l’art, archéologie, archivistique. Le but était de réfléchir à la mise en place d’une organisation internationale chargée de promouvoir l’étude des sceaux et des pratiques sigillaires, et d’encourager les rencontres entre spécialistes, dans un esprit de décloisonnement des disciplines. Dans un premier temps, il s’agirait de considérer les sceaux et les documents scellés de l’Europe médiévale, quitte à élargir par la suite à l’étude des sceaux du proche et de l’extrême Orient.

Le colloque sera l’occasion de faire le point sur cette initiative, au cours d’une Table ronde qui en conclura les travaux. Toutes et tous sont invités à venir partager leurs réflexions et à faire part de leurs propositions.

 



Kolloquiumsberichte

 

 

Konkurrierende Modelle im dynastischen Europa
Bourbon – Habsburg – Oranien 1700

 

Marburg, 19. bis 21. Oktober 2006

 

Unter dem Titel „Konkurrierende Modelle im dynastischen Europa. Bourbon – Habsburg – Oranien 1700“ fand vom 19. bis 21. Oktober an der Philipps-Universität Marburg eine inter-disziplinäre Fachtagung statt, die von Prof. Dr. Christoph Kampmann und Dr. Anuschka Tischer (Geschichte der Frühen Neuzeit) sowie Prof. Dr. Katharina Krause und Dr. Eva-Bettina Krems (Kunstgeschichte) gemeinsam veranstaltet wurde. Gefördert wurde die Tagung von der Fritz Thyssen Stiftung und vom Ursula Kuhlmann-Fonds.

Wie Christoph Kampmann im Einführungsreferat betonte, hat der Dynastie-Begriff in der geschichtswissenschaftlichen Frühneuzeitforschung in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt, während ihm in der Kunstgeschichte bereits seit längerem eine erhöhte Auf-merksamkeit zuteil wird. So sei die Dynastie als ein Leitfaktor der internationalen Politik der Frühen Neuzeit anzusehen. Auch das erwachende Interesse der Geschichtswissenschaft an Themen der höfischen Repräsentation sei so zu erklären. Der „inszenierte Fürst“ und die unterschiedlichen Rollenmodelle eröffneten neue Forschungsfelder, auf denen etwa nach der Wirksamkeit von Modellen und ihrer Imitation gefragt werden könne. Gerade hier biete sich eine komparatistische Betrachtungsweise an, um die unterschiedlichen Modelle und ihre gegenseitige Beeinflussung einschätzen zu können und die bislang oft vernachlässigten „transhöfischen“ und „transdynastischen“ Diskurse (Eva-Bettina Krems) zu erfassen. Zwin-gend erforderlich sei zudem die interdisziplinäre Zusammenarbeit gerade der Geschichts-wissenschaft und der Kunstgeschichte. Eben dieser Ansatz sollte mit der Tagung verfolgt werden, wobei das Exemplarische im Vordergrund der Erörterungen stand. Bourbon, Habs-burg und Oranien dienten dabei, so Kampmann, als Orientierungspunkte, ebenso wie das Jahr 1700. Überhaupt erwies sich auch in den Diskussionen im Anschluß an die Referate immer wieder, daß es sinnvoll war, mit „weichen“, heuristisch offenen Begriffen und Rah-mendaten zu arbeiten, die erst im Zuge der weiteren wissenschaftlichen Diskussion präziser gefaßt und umgrenzt werden können.

Die Tagung befaßte sich in drei Sektionen mit den Oberthemen „Dynastie“, „Krieg und Frieden“ und „Rezeption der Modelle“ vergleichend mit den verschiedenen Aspekten dynastischer Modelle. Im ersten Teil wurden die verschiedenen Konzeptionen des Dynasti-schen, wie sie sich in der herrschernahen Historiographie (Klaus Malettke, Thomas Brockmann und Raingard Esser) sowie in den Schloßbauten (Katharina Krause, Hellmut Lorenz und Ulrich Schütte) und der Kunstproduktion (Frank Druffner und Hendrik Ziegler) manifestierten, thematisiert. In der zweiten Sektion ging es um die Rivalität der Dynastien, die nicht nur in unmittelbaren kriegerischen Auseinandersetzungen und der damit einhergehenden Propaganda und Legitimation (Anuschka Tischer, Martin Wrede und Ulrike Seeger), sondern auch im Zuge von Friedensdiskursen und Friedensschlüssen (Christoph Kampmann und Michael Rohrschneider) zum Ausdruck kam. Thema der abschließenden Sektion waren die Rezeptionsvorgänge (Eva-Bettina Krems und Dietrich Erben) und die gegenseitigen Wahrnehmungsmuster (Jörg Ulbert und Wout Troost) zum Thema.

Der vergleichende Ansatz ging fließend in die Kulturtransferforschung über. Zu den zentralen Erkenntnissen, die auf der Tagung formuliert wurden, zählt gerade, wie sehr sich die unterschiedlichen dynastischen Modelle beeinflußt haben, so daß die einseitige Vor-stellung einer Imitation des französischen Hofes in Versailles durch die europäischen Monar-chien kaum noch haltbar erscheint. Vielmehr muß von einer in den unterschiedlichen höfischen Kontexten durchaus eigenständigen Rezeption und einer Verbindung von Tradition und Innovation ausgegangen werden, wie Hellmut Lorenz anhand der Wiener Hofburg, Ulrich Schütte anhand der Schlösser in Berlin und Potsdam oder Eva-Bettina Krems anhand der Wittelsbacher Repräsentationskultur demonstrierten.

Von besonderer Bedeutung war dies auch hinsichtlich der Stellung des Dynastischen im Rahmen der Repräsentations- und Legitimationskonzepte der jeweiligen Fürstenhäuser. Insbesondere am französischen Hof zeigte sich sehr deutlich, daß zwar an dynastische Traditionen angeknüpft wurde – etwa indem schon im Zusammenhang mit der Konversion Heinrichs IV. 1593 sehr bewußt die Erinnerung an Ludwig den Heiligen evoziert wurde (Klaus Malettke) und Ludwig XIV. in der politischen Propaganda an den „Grand Dessein“ Heinrichs IV. anknüpfte (Christoph Kampmann) –, daß aber die Person des einzelnen Monarchen sehr deutlich im Vordergrund der Inszenierung stand (Klaus Malettke). Dementsprechend kann auch der Schloßbau in Versailles als Versuch des Königs gewertet werden, ein eigenes, ganz auf die Person Ludwigs XIV. konzentriertes Bauwerk zu schaffen (Katharina Krause). Im deutlichen Gegensatz dazu betonten die Habsburger stets die familiäre Tradition, eben die Dynastie, indem sie sich genealogisch verorteten und die Gesamtdynastie innerhalb der europäischen Monarchien positionierten (Thomas Brock-mann), was gerade auch an der Entwicklung der Wiener Hofburg, in der ältere Bauteile neben neueren erhalten blieben, deutlich wird (Hellmut Lorenz).

Sehr viel schwieriger war eine solche Positionierung für Wilhelm III. von Oranien nach seiner Thronbesteigung in England. Gelang es anfangs noch, Wilhelm einerseits in die Reihe der Stuart-Monarchen einzureihen unter Ausblendung v.a. des katholischen Vorgängers und unter Einbeziehung des väterlichen Stammbaums der Oranier, so verschlechterte sich das Bild nach dem Tod seiner Frau Maria. Wilhelm verlor dadurch die Nähe zum Haus der Stuarts. Die Herrschaft Wilhelms wurde nun eher defensiv mit dem Schutz vor der franzö-sischen Tyrannei legitimiert (Raingard Esser), wobei eine Art „providentielle“ Legitimation neben die dynastische trat (Frank Druffner), so daß sogar die Frage diskutiert werden konnte, ob hier nicht eine „Entdynastisierung“ des englischen Modells festzustellen ist (Christoph Kampmann). Die Besonderheit dieses Königtums bestand zudem in der gleich-berechtigten Krönung des Königspaars. Dies spiegelte sich in einer Reihe bildlicher Dar-stellungen, die dieses „Doppelkönigtum“ thematisierten. Nach Marias Tod im Jahr 1694 trat eine allegorische Darstellung Britannias an die Stelle der Königin (Frank Druffner).

Eine Besonderheit stellte auch das Haus Hohenzollern dar, das 1701 zur Königswürde gelangt mit den Schloßbauten in Berlin und Potsdam eine dem neuen Status angemessene Repräsentationskultur entwickeln mußte, die unter Friedrich I. zur Entfaltung kam, unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. jedoch zunehmend als nicht mehr notwendig empfun-den und vielfach bewußt verweigert wurde (Ulrich Schütte). Insbesondere Friedrich II. richtete seine Gemächer nach seinen eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ein, die insbe-sondere von seinem individuellen Arbeitsrhythmus, wie er sich seit seiner Kronprinzenzeit in Rheinsberg herauskristallisiert hatten, bestimmt waren, wie Thomas W. Gaehtgens in seinem öffentlichen Abendvortrag hervorhob. Gerade in Brandenburg-Preußen spielten jedoch französische Vorbilder bei der Ausgestaltung der Schlösser eine wichtige Rolle. Rezeption, Imitation, aber auch eigenständige Konzepte von Dynastie, Repräsentation und Legitimation griffen freilich in allen Fallbeispielen ineinander, wobei gerade im Frankreich Ludwigs XIV. in der Sakralarchitektur auch römische Vorbilder wichtig waren, wie Dietrich Erben anhand des Invalidendoms zeigen konnte.

Diese Rezeptionsvorgänge waren nicht zuletzt auch von der Rivalität der Dynastien geprägt. So wurde etwa die Sonnendevise Ludwigs XIV. zum Gegenstand von polemischen Schriften und Spottbildern, und die Sonne selbst wurde gleichermaßen vom französischen König wie auch von Kaiser Leopold I. als Symbol beansprucht (Hendrik Ziegler). Ebenso geriet die Rolle des „Türkensiegers“ und Erretters der Christenheit in den Sog dynastischer Rivalität, indem sowohl Ludwig XIV. als auch Kaiser Leopold versuchten, sich als Helden im Abwehrkampf gegen das Osmanische Reich zu inszenieren. Während Leopold jedoch die Rolle des christlichen Ritters übernahm, ohne dabei in stärkerem Maße von militärischem Dekor Gebrauch zu machen, und eher die dynastische „vertu“ in den Vordergrund stellte, setzte die Propaganda Ludwigs XIV. stärker auf die persönliche „gloire“ des Königs (Martin Wrede). Dagegen gelang es etwa dem Prinzen Eugen von Savoyen, sich als Diener des Hauses Habsburg zu inszenieren und zugleich umfassende Bildprogramme zu entwickeln, die denen monarchischer Persönlichkeiten nahekamen. Aufgrund des besonderen Vertrauens-verhältnisses zum Kaiserhaus war die quasi-dynastische Repräsentation, die sogar ikonographische Formeln des Kaisers aufgriff, unproblematisch (Ulrike Seeger).

Die Rivalität der Dynastien kam darüber hinaus in der Rolle des Friedensstifters, des „Arbiter“, zum Ausdruck. Gerade in der herrschernahen Historiographie und in der Publizistik wurde diese Rolle in aller Schärfe diskutiert. So wurde insbesondere Heinrich IV. von Frankreich zum Arbiter der Christenheit erklärt, ein Titel, den insbesondere die Propaganda Ludwigs XIV. aufgriff, um die eigene Politik zu rechtfertigen. Als Gegenmodell wurde jedoch in der europäischen Publizistik das Bild Wilhelms III. von England als Friedensstifter entwickelt (Christoph Kampmann). Einen Sonderfall der Auseinandersetzung verschiedener Legitimationsstrategien stellten die Kriegsbegründungen dar, in denen – vielfach unter Berufung auf die zeitgenössische Kriegsrechtslehre – der Öffentlichkeit die Rechtmäßigkeit des eigenen Vorgehens dargelegt wurde, wobei in den frühen Kriegserklärungen Ludwigs XIV. (Devolutionskrieg) die persönliche „gloire“ des Königs anklingt, während der Kaiser sich v.a. als Friedenswahrer zu inszenieren suchte (Anuschka Tischer). Dagegen wurden beim Aufeinandertreffen von Diplomaten, etwa der spanischen und französischen Gesandten auf den Friedenskongressen von Münster, Nijmegen und Rijswijk, Rangfragen zum Gegenstand ernsthafter Auseinandersetzungen. Beide Seiten bean-spruchten die Präzedenz voreinander. Erst unter Vermittlung der Niederländer konnte auf dem Friedenskongreß von Nijmegen ein Modus gefunden werden, der die Rangfrage in der Schwebe ließ. Freilich läßt sich auch feststellen, daß die Franzosen aufgrund deutlicher politi-scher Vorteile zunehmend bereit waren, die Rangfrage in den Hintergrund zu stellen (Michael Rohrschneider).

Wie langfristig bestimmte Wahrnehmungsmuster die Einschätzung der rivalisierenden Dynastien prägen konnten und die politischen Optionen prädisponierten, zeigen sowohl die französische Furcht vor der habsburgischen Umklammerung, die noch die außenpolitischen Konzepte bestimmte, als eine reale Gefahr nicht mehr bestand (Jörg Ulbert), als auch die Einschätzung der französischen Hegemonialabsichten durch Wilhelm von Oranien. Anderer-seits wurde Wilhelm von Oranien als Generalstatthalter der als „Kaufmannsrepublik“ wahrgenommenen Niederlande von den anderen Monarchen nicht als gleichrangig empfun-den, wie sich etwa am Streit um den Titel „Serenissimus“ zeigte, wobei anscheinend der Kaiser weniger flexibel war als der französische König (Wout Troost).

Resümierend läßt sich festhalten, daß die Teilnehmer der Tagung über die Begriffe „Dynastie“ und „Modell“ sowie über das Konzept der „Staatskunst“ in ein fächerüber-greifendes Gespräch kamen. Die Entschlüsselung von Legitimationsstrategien und ikono-graphischen Programmen spielte dabei eine wesentliche Rolle. Deutlich wurde jedoch auch, daß in diesem Bereich ähnlich wie auf dem Gebiet der herrschernahen Historiographie weiterhin Forschungsbedarf besteht. Dabei stellt sich insbesondere die Frage nach dem Verhältnis der Person des Herrschers und dem inszenierten und im Rahmen der Reprä-sentation gezielt aufgebauten Modell sowie nach dem Verhältnis von Modell und Imitation. Gerade hier haben die Referate und die Diskussionen jedoch zeigen können, daß der Über-nahme eines Modells dynastischer Repräsentation durchaus eine bewußte politische Entscheidung zugrunde lag. Besonders fruchtbar erschienen die Beiträge, die sich mit der künstlerischen Produktion im Rahmen der herrschaftlichen Architektur einerseits und der herrschernahen Historiographie andererseits auseinandersetzten, denn hier ließ sich die Mo-dellbildung offenbar am besten erfassen. Zugleich müßte im Zuge weiterer Forschungen auch die Definition von Schlüsselbegriffen wie „Dynastie“ und „Modell“ geschärft werden. Die Veröffentlichung der Vorträge in einem Tagungsband ist vorgesehen.

 

Ulrich Niggemann, Marburg*

 

 

Bourbon und Wittelsbach
Dynastie, dynastische Räson und Transnationalität zwischen dem
16. und 19. Jahrhundert

 

Paris, 8. Dezember 2006

 

Unter dem Titel „Bourbon und Wittelsbach. Dynastie, dynastische Räson und Trans-nationalität zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert“ fand am 8. Dezember 2006 am Deutschen Historischen Institut in Paris eine internationale Fachtagung statt, die vom DHI Paris (Rainer Babel, Guido Braun) in Zusammenarbeit mit der Université Paris IV (Olivier Chaline, Centre de recherches sur l’histoire de l’Europe centrale) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Thomas Nicklas) veranstaltet und vom Bayerisch-französischen Hochschulzentrum (München) gefördert wurde.

Die Tagung befaßte sich in vier Sektionen mit den Themen „Politique et religion“, „Modèle et renouveau“, „Die Praxis der Diplomatie“ sowie „Medien und Methoden“. Jeder Sektion waren jeweils zwei Vorträge gewidmet.

In seinem Eröffnungsvortrag charakterisierte Thomas Nicklas (Erlangen) den früh-neuzeitlichen Dynastizismus als ein bedeutendes Strukturelement der europäischen Geschichte. Wie er ausführte, müsse die Erforschung von Macht und Herrschaft in der Frühen Neuzeit bei den weit verzweigten Herrscherfamilien ansetzen, die wichtige Akteure bei Konflikten in Europa wie auch in Übersee waren. Ebenso seien der ökonomische Bedarf der Höfe und ihr Einfluß auf den Sprachgebrauch und Kunstgeschmack nicht zu vernach-lässigende Aspekte des frühneuzeitlichen Europa. Dem der Dynastieforschung nicht selten entgegengebrachten Vorwurf, sich veralteter Fragestellungen und Methoden zu bedienen, hielt Nicklas neue kulturhistorische Studien wie „La société des Princes“ von Lucien Bély sowie die Arbeit der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göt-tingen zur Dynastieforschung entgegen. Ein Beitrag zur  kulturgeschichtlichen und anthropo-logischen Erforschung der Fürsten- und Dynastiegeschichte über die Fächergrenzen hinweg sei die Intention des Pariser Ateliers. Mit Bourbon und Wittelsbach stünden dabei zwei Dynastien im Zentrum, deren Macht und Bedeutung für das 17. und 18. Jahrhundert kaum zu überschätzen seien. Sie verdeutlichten die transnationale Dimension der politischen und religiösen Aspekte frühneuzeitlicher Dynastien. Dabei sei zu beachten, daß die dynastische Räson stets eine doppeldeutige sei: Sie sei zum einen Staatsräson, was sich in nüchternen politischen Handlungen niederschlage. Zum anderen sei sie jedoch bestimmt durch das Denken und Fühlen innerhalb einer Welt, die von den Akteuren als dynastisches Netzwerk wahrgenommen werde und in der manche Entscheidung auch gegen die Staatsräson getroffen werde. Wo es um Familiengeschichte gehe, reichten juristische und politische Argumente nicht aus.

In der ersten Sektion „Politique et religion“ präsidierte Jean Bérenger (Paris). In seinem Vortrag „Maison de Bourbon et Maison de Bavière au temps de Louis XIV“ schlug Lucien Bély (Paris) die Unterscheidung von drei Phasen innerhalb der transnationalen Beziehungen zwischen der bayerischen und der französischen Herrscherfamilie vor. Die Ausgangssituation skizzierte Bély als eine Zeit der „amitié des princes“. Zu Beginn der Herrschaft Ludwigs XIV. habe Bayern eine wichtige Rolle im internationalen Mächtespiel besessen. Das Ver-hältnis zwischen Bourbonen und Wittelsbachern sei im 17. Jahrhundert nicht zuletzt durch das Bemühen Frankreichs gekennzeichnet gewesen, die Stimme des bayerischen Kurfürsten bei der Kaiserwahl für sich zu gewinnen. Diesem sollte im Gegenzug die „dignité royale“ zuerkannt werden. Besonders offensichtlich werde die besondere Form der „amitié“ im Holländischen Krieg, als die kaiserlichen Truppen nicht durch wittelbachisches Territorium marschieren durften, sowie durch die Heirat des Sohns Ludwigs XIV. mit der Schwester Maximilians II. Emanuel, Maria Anna Christina von Bayern. Eine zweite Phase sei jedoch von Konflikten zwischen Bourbon und Wittelsbach bestimmt. Hierfür sei vor allem die aggressive Haltung Frankreichs im Pfälzischen Krieg verantwortlich gewesen, als Ludwig XIV. von der pfälzischen Linie der Wittelsbacher Teile der Kurpfalz als Kompensation für die Erbansprüche seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte forderte. Am Ende der Regierungs-zeit Ludwigs XIV. könne man jedoch von einer neuen Solidarität zwischen den beiden Dynastien sprechen, was etwa darin sichtbar werde, daß Max Emanuel in seiner Forderung nach Souveränität über die spanischen Niederlande von Frankreich unterstützt worden und im Journal De Torcys sein Leben im französischen Exil und seine Beziehungen zum König als sehr positiv dargestellt worden seien. Insgesamt habe sich die Beziehung zwischen den Häusern Bourbon und Wittelsbach in der Regierungszeit Ludwigs XIV. daher trotz einiger Konflikte durch gegenseitiges Vertrauen, durch Zusammenarbeit auf internationaler Ebene und durch freundschaftlichen Umgang im Sinne der amitié des princes ausgezeichnet.

Oliver Chaline (Paris) widmete sich in seinem Vortrag „Roi très chrétien et pietas bavarica: les formes dynastiques de la piété au XVIIe siècle“ dem bisher kaum untersuchten Feld der Frömmigkeitsformen der herrschenden Familien. Für die Fürsten sei die Frömmig-keit eine der Haupttugenden des guten Herrschers gewesen und habe sowohl individuell als auch für die Dynastie eine wichtige Rolle gespielt. Im Fall der Wittelsbacher könne man eine sehr starke Verbindung des bayerischen Herrscherhauses mit der katholischen Religion fest-stellen, die sich nicht zuletzt in der Betonung der Heiligkeit des Landes („Bavaria sancta“) geäußert habe. Der Heilige Michael und die Heilige Jungfrau galten dem Land ebenso wie seiner Dynastie als Schutzheilige – Volk und Herrscher seien somit über die Religion mitein-ander verbunden gewesen. Die Jesuiten seien in Bayern als Hofprediger und Ratgeber der Herrscher in hohem Masse an der Politik der Wittelsbacher beteiligt gewesen. In Frankreich habe der König seit dem Ende des 15. Jahrhunderts den Titel eines „roi très chrétien“ getragen, doch sei die Religion des Herrscherhauses wesentlich weniger demonstrativ präsen-tiert worden als in Bayern. Allerdings habe der König auch hier seine vorbildliche Frömmig-keit öffentlich zeigen müssen, etwa indem er als Schutzherr der gallikanischen Kirche auftrat. Chaline beschloß seinen Vortrag mit der Hypothese, daß die lange Tradition der religiösen Praktiken im französischen Königshaus vor allem von den Königinnen und Prinzessinnen gepflegt worden sei. Insgesamt wurde der spezifische Umgang der einzelnen Dynastien mit ihrer Religion als ein wichtiges und bislang noch zu wenig beachtetes Forschungsgebiet hervorgehoben.

In der anschließenden Diskussion wurde nochmals die Bedeutung der Religion für die Legitimation der Herrscherhäuser betont und die damit einhergehende Konkurrenz um religiöse Titel wie dem des „roi très chrétien“ oder „roi catholique“ unter den europäischen Herrschern. Als aussichtsreich erschien es nicht zuletzt, die Entwicklung der religiösen Herr-schaftslegitimation unter dem Aspekt einer fortschreitenden Säkularisierung zu untersuchen.

René Pillorget (Paris) leitete die zweite Sektion zum Themenkomplex „Modèle et renouveau“. Unter dem Titel „France – Bavière – Savoie. Modèles d’un dynasticisme au XVIIe siècle“ ging Thomas Nicklas (Erlangen) in seinem Vortrag exemplarisch der Frage nach, ob sich in dem Verhältnis dieser drei Länder Dynastizismus-Modelle auffinden lassen.

Ausgehend vom Dreißigjährigen Krieg hätten Bayern und Savoyen das 17. Jahrhundert hindurch dynastische Interessen verfolgt. Dabei hätten beide Dynastien sowohl Hoch- als auch Tiefpunkte erlebt – letztere beispielsweise bei der Flucht des savoyischen Hofs aus Turin 1630 und bei der  Niederbrennung bayerischer Städte 1632 durch feindliche Truppen, während Momente demonstrativer Festigung in festlichen Akten – wie Herrschereinzügen und fürstlichen Beisetzungen – zutage traten. Der Ruhm sowie die dynastische Kontinuität eines Hauses hätten sich dabei insbesondere durch die Wiederherstellung des Friedens konstruiert. Im Hinblick auf die Entwicklung zwischendynastischer Beziehungen in der Politik hob Nicklas vor allem die Bedeutung der Heiratsallianzen und die Stellung der einheiratenden Prinzessinnen hervor. So sei es Frankreich gelungen, seine Verbindungen mit dem Haus Savoyen über einen Briefwechsel mit der aus Turin stammenden Kurfürstin Adelheid auch am Münchner Hof spielen zu lassen und Einfluß auf die bayerische Politik zu nehmen. Der Erfolg dieser Strategie habe sich in der Eheschließung des Dauphins Ludwig mit Maria Anna Christina von Bayern sowie im gegen Habsburg gerichteten Bündnis zwischen Frankreich und Bayern niedergeschlagen.

Die Bedeutung ehelicher Verbindungen betonte auch Michel Kerautret (Paris) in seinen Ausführungen über „Tradition et nouveau dans les relations dynastiques entre la France et la Bavière pendant l’époque napoléonienne“. Anknüpfend an die Feststellungen seines Vorredners zeigte er anhand der Erneuerung ehelicher Verbindungen zwischen Frankreich und Bayern die Kontinuität und Stabilität französisch-bayerischer Allianzen bis ins 19. Jahrhundert auf. Aus diesem Bündnis und der von Napoleon betriebenen diplomatie directe hätten sich für beide Dynastien Vorteile ergeben. So habe Bayern mit Frankreich an seiner Seite Gebietsgewinne und letztlich die Königswürde erlangt, während Napoleon über eine Eheschließung mit der alten und angesehenen Dynastie Wittelsbach seine eigene junge Dynastie glaubte legitimieren und aufwerten zu können. Kerautret betonte aber auch die Analogien zum Ancien Régime im Hinblick auf die wechselseitige Beeinflussung der Bündnis- und Heiratspolitik, die sich nicht zuletzt in der Annäherung Frankreichs an Öster-reich sowie der folgenden Eheschließung Napoleons mit Marie-Luise von Habsburg nieder-geschlagen habe, die wiederum eine Abkühlung des französisch-bayerischen Verhältnisses zur Folge gehabt habe.

Als Ergänzung zu den Vorträgen wurde in der anschließenden Diskussion auf die Not-wendigkeit hingewiesen, die zum Verständnis der Politik einer Dynastie nicht ausreichende bilaterale Betrachtung zu erweitern und die Wirksamkeit ehelicher Verbindungen zur Ver-meidung von Kriegen näher zu beleuchten.

Den Abschluß der Sektion bildete die von Guido Braun (Paris) geleitete Vorbesprechung der zweiten internationalen dynastiegeschichtlichen Tagung, die vom 11.-13. Juli 2007 im Kloster Banz als Fortsetzung des Pariser Studientages stattfindet. Das zweite Kolloquium zu „Bourbon und Wittelsbach“ wird sich auch der Themenkomplexe „Anthropologie der Fürsten“ und „Interdynastische Beziehungen“ in strukturgeschichtlicher Hinsicht annehmen.

Die dritte Sektion unter dem Titel „Die Praxis der Diplomatie“ wurde von Rainer Babel (Paris) moderiert. Anhand des diplomatischen Verkehrs zwischen Frankreich und Bayern von 1740 bis 1763 umriß Alois Schmid (München) die Grundlinien der zwischenstaatlichen Ver-hältnisse beider Länder. Dabei stellte er heraus, daß verschiedene Faktoren wie Sparpolitik, Zuspitzung der politischen Situation sowie die Wertschätzung des jeweils anderen Hofes das Gesandtschaftswesen sowie die Bedeutung der entsandten Diplomaten beeinflusst hätten. Daß die Diplomatie zur Förderung der jeweiligen Interessen sich nicht nur der offiziellen Ebene bedient habe, sondern auch inoffizielle Wege gegangen sei, die der ersteren in der Wirksamkeit nicht nachgestanden hätten, belegte Schmid durch die Tätigkeit französischer Agenten, die Positionen in Wissenschaft, Verwaltung und Kirche Bayerns einnahmen, über die sie wichtige Informationen erhielten und Einfluss ausüben konnten.

Ferdinand Kramer (München) widmete seinen Vortrag „Französische Gesandte und die wittelsbachische Erbfolge 1777-1779“ ebenfalls einem klassischen Thema der Diplomatie-geschichte. Dabei arbeitete er die Rolle der französischen Gesandten in ihrer öffentlichen und politischen Wirkung während des Bayerischen Erbfolgekrieges heraus. Die quantitative Repräsentation Frankreichs durch die Gesandten in München kann ihm zufolge dabei als Barometer der politisch brisanten Ereignisse betrachtet werden. Kramer zeigte anhand der französischen und bayerischen Diplomatie die Interessen der europäischen Mächte auf und betonte die Relevanz Frankreichs in den Jahren 1777-1779. Er stellte die These auf, daß Frankreich (als stärkeres Gegengewicht zu Österreich) sich nicht seines ganzen Potentials bedient habe um die Streitigkeiten zu schlichten. Die Rolle einzelner Diplomaten wurde von Kramer besonders in Hinblick auf deren öffentliche Wirkung genauer analysiert. Dabei kam er zu dem Ergebnis, daß es sich bei den diplomatischen Repräsentanten nicht nur um Bericht-erstatter Frankreichs, sondern um politische Akteure gehandelt habe, die z.B. in der Frage einer Abtretung des Innviertels an Österreich unmittelbar in das Geschehen eingreifen konnten.

Die von Walter Demel (München) geleitete, vierte Sektion der Tagung wurde durch einen Vortrag von Gabriele Haug-Moritz (Graz) eingeleitet. Unter dem Titel: „Ein dynastischer Konflikt in medialer Deutung – das Beispiel des Hauses Wettin in der Mitte des 16. Jahrhunderts“ lieferte Gabriele Haug-Moritz einen  „Baustein“ zum Thema Dynastie und Medien. Die innerdynastischen Interessengegensätze, die ab 1485 mit der Teilung des sächsi-schen Fürstenhauses zutage traten und schließlich 1546 in einer militärischen Eskalation mündeten, lieferten dabei den historischen Rahmen. Dabei wurde gezeigt, wie sich die inner-dynastische Auseinandersetzungen zwischen den Ernestinern und den Albertinern in den neuen Druckmedien des 16. Jahrhunderts niederschlugen. Haug-Moritz betonte dabei, daß die Beschreibung eines Zusammenhangs von Dynastie und Medien nur dann möglich er-scheine, wenn man deren Intermedialität Rechnung trage, d.h. wenn man das wechselseitige Aufeinanderbezogensein des Medienensembles, in dem sich dynastische Existenz konkre-tisiert, gezielt in den Blick nehme.

Während die Ernestiner die Druckgraphik schon früh und intensiv genutzt hätten, lasse sich die Absenz der albertinischen Dynastie bis 1546/47 in den außerhalb Sachsens gelegenen Offizinen dadurch erklären, daß die mediale Präsenz die Rangstellung der Familienverbände ebenso abgebildet habe, wie sie sie begründet habe. Die neuen Möglichkeiten, die sich für die dynastische Statusrepräsentation ergaben, seien in den Druckgraphiken der Jahre 1546/47 besonders deutlich zu Tage getreten. Sie seien Ausdruck und Ursache innerdynastischer Differenzierungsprozesse und belegten, daß Medienwandel und dynastischer Wandel in der Frühen Neuzeit konform gegangen seien. Andererseits werde innerhalb der „neuen Medien“ die Dynastie als adeliger Familienverband dargestellt, eine Konzeption, welche eher in die spätmittelalterliche Vergangenheit zurückweise. Insofern böte die Mediengeschichte der Dynastien ein ambivalentes Bild. Alte Inhalte seien auf neuen Wegen transportiert worden.

Der Vortrag von Thomas Brockmann (Bayreuth) stand unter dem Titel: „Überlegungen zur dynastischen Dimension der europäischen Politik im frühen 17. Jahrhundert“. Wie Brockmann darlegte, sei die Formenvielfalt dynastischer Herrschaftsformen geradezu kenn-zeichnend für das dynastische Konzept des 17. Jahrhunderts gewesen. Eine Definition sei daher fallabhängig, böte gerade dadurch jedoch auch Raum für neue Erkenntnis-möglichkeiten. Der Dreißigjährige Krieg und dessen Vorkriegsphase boten hierbei für Brockmann ein aufschlußreiches Untersuchungsfeld. Politische Interessen und familiale Traditionen konnten somit eine konfliktträchtige Verbindung eingehen. Brockmann wies auf das Nebeneinander verschiedener Konzepte hin: Das Prinzip der Primogenitur habe zwar zunehmend an Bedeutung gewonnen, aber die Praxis der Erbteilung nicht verdrängen können. Im habsburgischen Fall habe gesamtdynastisches Denken teildynastische Politik oder personenzentrierte Herrschaft, die sich objektiv als Mehrfachherrschaft erwies, gegenüber-gestanden. Die diversen Erscheinungsbilder dynastischer Herrschaft könnten nicht durch einen Idealtypus dargestellt, sondern nur als eine lebendigen Vielfalt wahrgenommen werden, deren zeitgenössische Akzeptanz ausschlaggebend für ihre Legitimation gewesen sei. Darüber hinaus müsse der Referenzrahmen mitbetrachtet werden, an den dynastische Herr-schaft gebunden war und der diese zudem regeneriert habe. Dieser Rahmen sei grundsätzlich akzeptiert und wenig verändert worden. Er habe die rechtlich-verfassungsmäßigen, traditionellen und institutionellen Grundlagen umfaßt. Auf dieser Basis, so stellte Thomas Brockmann abschließend fest, hätten sich dennoch vielfältigeSpezifika des dynastischen Prinzips entwickeln können.

In der folgenden Schlussdiskussion, geleitet von Thomas Nicklas (Erlangen) wurden auf dem Hintergrund der Ergebnisse des Pariser Ateliers Vorschläge für künftige Themen-schwerpunkte dynastiegeschichtlicher Forschungen diskutiert. Der Dynastizimus der Neuzeit erwies sich insgesamt als ein facettenreiches und wandelbares Phänomen, dessen Er-forschung auch auf neuen Wegen betrieben werden soll. Die Tagung in Banz wird hierfür die Möglichkeit geben und, anknüpfend an die anregenden Vorträge und Diskussionen des Ateliers, an einer Erweiterung des Ansatzes arbeiten. Eine eventuelle gemeinsame Publika-tion der Ergebnisse des Pariser Ateliers und des Banzer Kolloquiums wird erwogen.

 

Christiane Bürger, Heidelberg, Anna Karla, Paris, Regina Schleuning, Göttingen*

 


Buchvorstellungen

 

 

Weddigen, Tristan: Raffaels Papageienzimmer – Ritual, Raumfunktion und Dekoration im Vatikanpalast der Renaissance, Berlin u.a. 2006 [Gebr. Mann, 335 S., Ln., Ill., graph. Darst., 59 Euro].

 

Lesern, die möglichst ohne Umwege zum zentralen Gegenstand dieses Buchs vorstoßen wollen, sei empfohlen, mit der Lektüre auf S. 159 zu beginnen: Das Kapitel „Dekoration“ setzt ein mit dem Hinweis auf Vasaris Viten (1550; 1568), den wichtigsten Quellen zu jenem Raum des Vatikanpalasts, der in der Literatur heute zumeist als Sala dei Palafrenieri oder Sala dei Chiaroscuri begegnet. In älteren Quellen heißt dieser Saal secunda camera paramenti superior oder camera pappagalli. Die von Raffael und Giovanni da Udine 1518/1519 für Leo X. geschaffene Raumausstattung wurde durch Umbauten Pauls IV. 1558 beschädigt, 1560 durch Pius IV. wieder restauriert. Die Eingriffe der Neuzeit gingen erstaunlich sorgsam mit den Dekorationsüberresten der Zeit Raffaels um, so daß der heutige Bestand insgesamt mehr von der originalen Gestaltung bewahrt, als lange Zeit angenommen wurde. Die Rekonstruktion des ursprünglichen Raumeindrucks endet mit der Wertung, es handle sich um „eine prachtvolle, kompensatorische Renovierung eines schiefen mittelalterlichen Gebäudes“ (S. 201) von großer Nachwirkung, die bis in die Zeit des Früh-absolutismus angehalten habe. Die Dekoration des Papageienzimmers nahm wie alle Kunst-aufträge Leos X. vielfach auf Themen Bezug, die mit der Familie Medici sowie mit der Biographie und Amts- wie Kirchenauffassung des vormaligen Giovanni de’ Medici in Ver-bindung standen. Den ikonographischen und symbolischen Implikationen der Apostel- und Heiligendarstellungen, aber auch anderer, geradezu emblematisch verschlüsselter Motive wird differenziert nachgegangen; das Papageienzimmer erweist sich so als „eine Art medicei-sches Pantheon“ (S. 259). Über die spezifisch kunsthistorische Deutung hinaus sind Erwä-gungen von besonderem Interesse, die der Autor zur Funktion des Raumes in der Abfolge der Gemächer des Vatikanpalasts und zum Zusammenhang der leoninischen Raumausstattung mit den historisch feststellbaren Raumfunktionen anstellt. Zu dieser Fragestellung werden Textquellen zu Liturgie und Zeremoniell des Papsthofs vor allem in dem Großkapitel „Raum-funktion“ (S. 59-158) akribisch ausgewertet, dem wiederum ein eher allgemein gehaltenes Kapitel zum Ritualbegriff und seinem Verhältnis zum Zeremoniell und sozialen Aufbau der Kurie vorgeschaltet ist (S. 11-58). Demnach war das von Raffael ausgemalte Papageien-zimmer ein Schwellenraum, der den Übergang zu den in der Regel für eine größere Öffent-lichkeit nicht zugänglichen Privaträumen des Papstes markierte. Hier wurde der Papst, aus seinen Räumen kommend, für seine Auftritte etwa im Rahmen feierlicher Messliturgien angekleidet; bis hierhin kamen auch die Kardinäle, denn der Raum diente bis in die Frühe Neuzeit als Versammlungsort des consistorium secretum. Der traditionelle Name „Papageien-zimmer“ wurde in heute großenteils verschwundenen Teilen der leoninischen Dekoration mit  der Darstellung von Papageien, Sittichen und anderen exotischen Tieren aufgenommen (S. 201ff.); der Verf. plädiert dafür, daß nicht die reale Haltung derartiger Tiere in diesem Raum, sondern vielmehr mittelalterliche Ausmalungen für den Namen verantwortlich waren (S. 61ff.). Die Raumfunktion als Versammlungsort des Geheimkonsistoriums schlug sich in der Ausmalung im Sinne einer Veranschaulichung der im Laufe des 15. Jahrhunderts gestärkten Position des Papsttums gegenüber den Kardinälen nieder, was in jüngeren Konsistorialaulen noch deutlicher wird (S. 244ff.). Die Untersuchung bindet ausgehend von der Vergegen-wärtigung der historischen Funktionen des Papageienzimmers viele aus anderem Zusammen-hang bekannte Aspekte von Liturgie und Zeremoniell an der Kurie in bisweilen unerwarteter Perspektive zusammen. Der Verf. hat sich hierfür gut in spröde Quellen eingearbeitet, allerdings zeigen sich manchmal kleine Unsicherheiten in der Wiedergabe der dankens-werterweise meist ausführlich zitierten lateinischen Belegstellen. Die bibliophil anmutende Aufmachung des Bandes fördert leider nicht gerade die flüssige Lesbarkeit; die Arbeit, eine an der TU Berlin im Fach Kunstgeschichte angenommene Dissertation, lohnt jedoch zweifelsohne die Mühe des ‚Einlesens‘.

 

Claudia Märtl, München*

 

 

Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, hg. im Auftr. der Gesellschaft Oberschwaben von Mark Hengerer und Elmar L. Kuhn in Verbindung mit Peter Blickle, 3 Bde., Ostfildern 2006 [Thorbecke, zus. 1286 S., geb., 800 Abb., 39,80 Euro].

 

Das Jubiläumsjahr 2006 hat zu einer ausgeprägten Publikationstätigkeit geführt und eine bemerkenswerte Zahl von Ausstellungen initiiert. Während die Geburt der Königreiche 1806 als Beginn einer neuen, meist als glanzvoll bezeichneten Geschichte gefeiert wurde, so etwa in Bayern und Württemberg mit jeweils großen Landesausstellungen, oder auch die Erhebung Badens zum Großherzogtum, hat die andere Sicht der Mediatisierung 1806, nämlich der Anpassungsdruck auf den Adel, nur eine kleinere Aufmerksamkeit erfahren. Umso erfreulicher ist es, daß unter dem Titel „Adel im Wandel“ eben dieser Aspekt in einer Ausstellung und einem hier zu besprechenden und sehr umfangreichen Katalog in den Mittel-punkt gerückt wurde. Die Beiträge gehen auf eine 2005 durchgeführte Tagung der Gesell-schaft für Oberschwaben im Stadtarchiv Sigmaringen zurück.

In drei Bänden, in 57 Beiträgen und auf insgesamt 1286 Seiten mit unzähligen Abbildungen, werden dabei die sich verändernden Rahmenbedingungen und die Reaktionen des oberschwäbischen Adels untersucht. In ihrer Einführung gehen Mark Hengerer und Elmar L. Kuhn auf den Adel als soziales Phänomen ein, das vielschichtigen Veränderungs-prozessen unterworfen ist, vor allem in der Phase der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Der besondere Zuschnitt des Gesamtwerkes liegt dabei auf der Untersuchung der Region, eine Ausrichtung, die in der bislang vielfach landesgeschichtlich orientierten Adelsforschung seltener eingenommen wurde. Auf diesen Aspekt gehen auch Ewald Frie und Rudolf Endres in ihren Beiträgen ein, die als programmatische Einführung vor die vier Hauptabschnitte gestellt sind. Weitere Leitbegriffe, denen sich die anschließenden Artikel im Detail zuwen-den, sind die Frage der Elitentransformation und die Strategien zum „oben bleiben“.

Die erste Sektion, die den Titel trägt „Adel in Oberschwaben: Politik- und Sozial-geschichte“, widmet sich, unterteilt in die Zeit vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahr-hunderts und in die anschließende Moderne, den politischen, administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Hier werden sowohl die inneren Erneuerungsprozesse als auch die Einflüsse und Sichtweisen von außen vorgestellt. Besonders in den Beiträgen für die Zeit nach 1800 erscheint der Adel als eine gesellschaftliche Elite, die innerhalb des Staatssystems unter weitgehendem Verlust der alten Standesrechte ihr Auskommen in Politik und Wirt-schaft finden mußte.

Der zweite Teil, „Familien des Hochadels: Untergehen – Oben bleiben – Aufsteigen“, nimmt in einer Reihe von Artikeln wichtige hochadlige Häuser in den Blick. Dabei werden vor allem durch den direkten Vergleich der benachbarten Familien Einblicke in die Vielzahl der Antwortmöglichkeiten auf die Transformationsprozesse möglich. Während die Mont-forter Grafen durch große Schulden erdrückt und von österreichischen Interessen bedrängt die Mediatisierung nicht überdauerten, gelang es anderen, beispielsweise dem Haus Fürsten-berg, als „Gewinner der Mediatisierung“ hervorzugehen, da sie durch Gebietszukäufe und eine konsequente Wirtschaftsführung ökonomisch erfolgreich agierten. Auch die Neuerungs-prozesse im 17. und 18. Jahrhundert mit dem Verwaltungsausbau und der barocken Herrschaftsintensivierung finden sich in vielen Beispielen. Die Gegenüberstellung der sehr unterschiedlichen Behauptungsbemühungen bieten dabei interessante Erkenntnisse, die Ansätze zur Übertragung auf andere Regionen ermöglichen. Wichtig sind dabei die viel-fältigen Sichtweisen. So werden die Häuser sowohl unter politischen und dynastischen wie auch immer wieder unter wirtschaftlichen und kulturellen Fragestellungen untersucht. Die aktuelle Adelsgeschichtsforschung tritt hier deutlich zu Tage, verbindet sich doch in den gewählten Perspektiven die ältere dynastisch-politische Ausrichtung mit der jüngeren sozial- und kulturwissenschaftlichen. Für die Residenzenforschung von größerem Interesse dürften dabei vor allem die Untersuchungen über die Kontinuität von Residenzen in der Moderne sein, wie sie etwa für Sigmaringen im 19. Jahrhundert angestellt wurde. Auch das Beispiel von Meßkirch als einer untergegangenen Residenz öffnet einen Blick auf allgemeine Über-legungen: Was sind die Merkmale von Residenzen und wie wichtig ist die kontinuierliche Anwesenheit der fürstlichen Familie für das Fortbestehen dieses Charakters? Daß die Resi-denzen in zunehmenden Maße zu privaten Rückzugsräumen des Adels wurden, läßt sich an Hand der Schlösser der „neuen Herren“ Baden und Württemberg aufzeigen.

Die dritte Sektion eröffnet den zweiten Band mit dem Thema „Ständische Lebensformen – Aufgehen im Bürgertum“, in der zentrale Bezugsräume adligen Lebens und Selbstverständnis untersucht werden: die reichskirchliche Sphäre, das Kollegium der Ritterschaft und die Betätigung im Militär. So zeigen besonders die Artikel zur Ritterschaft die schwierige Lage der schwäbischen Ritter zwischen eigener Herrschaftsdurchsetzung und Territorialinteressen der großen Mächte vor und während der Mediatisierung und der fortbestehende Einfluß im württembergischen Landtag. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wird das Patriziat der Städte Ulm und Ravensburg behandelt, das nach 1806 neue Formen der politischen Partizi-pation suchte und zum Teil im Staatsdienst fand – oder aber in der bürgerlichen Gesellschaft aufging.

Der folgende Teil widmet sich dann der „Adligen Identität: Ausdrucksformen und Anfech-tungen“. Hier stehen zunächst die sichtbaren Charakteristika des Adels im Mittelpunkt, die Schloßbauten, die Kunst- und Buchsammlungen, die Musik und die Grabmäler als Form der Memoria. Daran schließen sich in drei eher biographisch ausgerichteten Artikeln Betrach-tungen zum veränderten adligen Selbstverständnis in der Moderne an. Am Beispiel von Carl Schenk Graf von Stauffenberg wird an dieser Stelle auch die Verbindung des Adels mit dem Nationalsozialismus betrachtet und die Motivation für den Wandel Stauffenbergs vom Befür-worter zum Gegner des Regimes behandelt.

Abgeschlossen wird der zweite Band durch einige Interviews mit Vertretern des Adels, die die heutigen Aufgaben und Möglichkeiten – wirtschaftlich, politisch und als identitäts-stiftende Elemente – aufzeigen. Der Adel agiert zwischen Wirtschaftsunternehmen und tradi-tionsbewußter Familie und weist damit zurück auf frühneuzeitliche Bedingungen.

Es ist ein Verdienst der Bände, daß sie die vielfältige Adelsforschung, die im deutschen Südwesten eine besondere Tradition hat, facettenreich, bunt und spannend aufbereiten. Die Region tritt dadurch in einer Weise hervor, die die hier gemachten Erkenntnisse als Folie für andere Regionen anbietet. Unterstützt wird der Zugang dabei durch einen Register und vor allem durch eine reiche und hochwertige Bebilderung, die im dritten Band, dem eigentlichen Ausstellungskatalog, durch zum Teil ganzseitige Objektabbildungen eine besondere Qualität einnimmt. Hier finden sich auch Karten und Stammtafeln des untersuchten Gebietes. Umso erfreulicher ist der niedrige Preis des Gesamtwerkes.

Adelsforschung hat Konjunktur in Deutschland und auch eine Zukunft, wenn sie die Untersuchungs- und Fragenangebote dieser Publikation in all ihrer Vielfältigkeit aufnimmt und auf andere Regionen überträgt.

 

Matthias Steinbrink, München*

 

 

Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert, hg. von Kurt Andermann und Clemens Joos, Epfendorf 2006 (Kraichtaler Kolloquien, 5) [bibliotheca academica, 240 S., Ln., 1 farb. Abb., 2 Diagramme, 29 Euro].

 

Die Erforschung des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hochadels rückt seit einigen Jahren erneut stärker in den Fokus der Landes- und Regionalgeschichte. Der von Kurt Andermann und Clemens Joos herausgegebene Sammelband „Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert“ versucht erstmals ein auf diesen Raum fokussiertes, aber dennoch über den Einzelfall hinausgehendes Bild der Lebenswelten dieser bislang in der Forschung vernachlässigten sozialen Gruppe des Hochadels im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit zu entwerfen. Die im Rahmen des 5. Kraichtaler Kolloquiums in Gochsheim 2004 gehaltenen Vorträge widmen sich anhand vergleichender Fallbeispiele der Stellung der Grafen und Herren zwischen Königtum und Fürsten, den wirtschaftlichen Aktivitäten dieses Standes, dem Verhältnis zu Städten, der politischen Formierung des Reichsgrafenstandes, dem ständischen Selbstverständnis im Spiegel der Chronistik und der Bedeutung von Kirche und Klostervogtei für die Herren und Grafen. Weitere Beiträge stellen die Entwicklung zweier Dynastien, Schenken von Erbach sowie der Grafen von Eberstein, beispielhaft dar. Namen- und Sachregister runden den Sammelband ab.

Der letzte Versuch einer überregionalen monographischen Betrachtung des Reichs-grafenstandes stammt wohl aus dem Jahre 1888 und war rein verfassungsgeschichtlich motiviert[9]. Die zu Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen Arbeiten von Otto von Dungern, Aloys Schulte und Otto Forst-Battaglia haben die Grundlage für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Hochadel des späten Mittelalters gelegt, indem sie die ständische Abschließung dieser Gruppe gegenüber dem Niederadel untersuchten[10]. Insbesondere die Erforschung des Grafen und Herrenstandes harrt seitdem einer vergleichenden und übergreifenden Untersuchung, manche Familien sind noch gar nicht wissenschaftlich bearbeitet worden. Um so erfreulicher ist es, daß die Forschung sich seit einigen Jahren wieder dieser Zwischen- oder „Mittelschicht“ des Hochadels, wie Thomas Zotz diese soziale Gruppe treffend bezeichnet, zuwendet. Insbesondere die Habilitationsschriften von Georg Schmidt zum Wetterauer Grafenverein (1989) sowie von Karl-Heinz Spieß zum gräflichen Konnubium (1993) haben hier neue Impulse gegeben. Inzwischen ist z.B. der von Jörg Rogge und Uwe Schirmer herausgegebene Band zur hochadeligen Herrschaft im mitteldeutschen Raum zwischen 1200-1600 erschienen und die Residenzen-Kommission arbeitet an dem vierten Teil des Handbuchs „Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Deutschen Reich“, der dem Grafen- und Herrenstand gewidmet ist.

Der vorliegende Band zur südwestdeutschen Adelsgeschichte fördert so manchen uner-warteten Einblick in den Kampf um den Ausbau der Landesherrschaft im Spätmittelalter zutage und bahnt erste Wege zu einer vergleichenden Betrachtung. So kann Enno Bünz zeigen, daß Grafen und Herren durchaus unternehmerisch dachten und dies Teil einer adligen „Überlebensstrategie“ war. Sein Beitrag erstreckt sich geographisch zwar auch auf den nord-deutschen Raum, bietet damit aber einen um so breiteren Überblick zur bisherigen deutschen Forschung über die wirtschaftlichen Aktivitäten des Grafen- und Herrenstandes. Unter anderem werden ausführlich Franz Irsiglers Forschungen zu den Burggrafen von Drachenfels und die bergbauenden Grafen von Mansfeld in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts diskutiert. Von Karl-Heinz Spiess lesen wir zunächst grundlegende Ausführungen über die Entwicklung des politischen Beziehungssystem der südwestdeutschen Grafen und Herren zwischen Königtum und Fürsten seit dem hohen Mittelalter. In einem zweiten Teil exemplifiziert er seine Überlegungen am Beispiel der Grafen von Hohenlohe. So lernen wir u.a., daß, entgegen der bisherigen Forschungsmeinung, die Grafen von Hohenlohe doch recht engen Kontakt zu den Königen hielten, um der zu starken Anbindung an einen Fürsten entgegenzuwirken. Peter Niederhäuser zeigt das Verhältnis süddeutscher Grafen zu den Städten auf. Bei den Freiherrn und Grafen von Sulz, Tengen, Hewen, Sax, Bonstätten und Toggenburg waren die Beziehungen zu den Reichsstädten sehr differenziert und durchaus geschickt zwischen Konkurrenz und harmonischer Partnerschaft gestaltetet. Horst Carl untersucht mit den Kollegialorganisationen der Grafen und Herren ein weiteres Moment des ständischen Behauptungskampfes zwischen Fürsten und Königtum, das zur Ausbildung der bekannten Grafenlandschaften Wetterau, Schwaben, Franken, Thüringen und Harz ent-scheidend beigetragen hat. Die Einungen und Bünde der Grafen und Herren im 15. und 16. Jahrhundert konnten zwar den letztlichen Niedergang ursprünglich königsfähiger Geschlech-ter im Hochmittelalter zu einem in seiner Existenz bedrohten Reichsstand nicht verhindern, waren jedoch effektive Mittel im Machtkampf zwischen Fürsten und Grafen um die Landes-herrschaft. Clemens Joos schließlich kann am Beispiel der Grafen und Herren von Gerolds-eck sowie der Herren von Völs die Bedeutung des Herkommens für die Repräsentation und das Selbstverständnis von Grafen und Herren verdeutlichen. Im Spiegel der gräflichen Chro-nistik wird deutlich, wie sehr Statusfragen das Selbstverständnis dieser Gruppe im Hochadel des Spätmittelalters beschäftigten. Obwohl die Chroniken meist nur im engeren Familienkreis kursierten, wurde das darin niedergelegte Selbstverständnis in Kunst und Architektur demon-strativ nach außen getragen. Thomas Zotz erläutert anschließend die Bedeutung von Kirche und Klostervogtei für die Herren und Grafen im Hoch- und Spätmittelalter in adels- und dynastiegeschichtlicher Perspektive anhand einiger oberrheinischer Bespiele. Als Gradmesser für den Einfluß einer Familie kann dabei gelten, ob sie über einen längeren Zeitraum über die geistlichen Karrieren von Familienmitgliedern die Politik von Diözesen beeinflussen konnte. Anhand der Bischofssitze Basel und Straßburg sieht man, wie die Geroldsecker, die Lichten-berger oder auch die Herren von Rötteln über längere Zeit den Bischofsstuhl besetzten und so Einfluß mit Blick auf ihre Dynastie ausüben konnten. Der Beitrag von Kurt Andermann wendet sich schließlich der wechselvollen Geschichte der Grafen von Eberstein zu, die Anfang des 16. Jahrhunderts in die Abhängigkeit der Markgrafen von Baden gerieten. An ihr wird deutlich, wie sehr der Grafen- und Herrenstand bei ungeschicktem politischen Handeln in seiner Existenz gefährdet war und von den konkurrierenden Fürsten „aufgesogen“ werden konnte. Im Jahre 1660 starb die Familie im Mannesstamm aus und ihre hochadelige Vergangenheit sowie ihr fürstliches Konnubium im 13. Jahrhundert fielen dem Vergessen anheim.

Den Herausgebern ist mit den ausgewählten Beiträgen ein spannender Blick auf die südwestdeutsche Grafen- und Herrenlandschaft des Spätmittelalters gelungen, der auch zum ersten Mal vergleichende Studien zu diesem Thema bietet. Es wäre lediglich wünschenswert, daß nun weitere Regionen hinsichtlich des Herren- und Grafenstandes in Zukunft genauer untersucht würden. Die selbst gestellte Aufgabe des Bandes, die weitere Forschung zu stimulieren, scheint mir jedenfalls vollauf gelungen[11].

 

Jörg Wettlaufer, Kiel

 


Neuerscheinungen

 

 

Adel en macht: politiek, cultuur, economie, Red. G. Marnef und R. Vermeir, Maastricht 2004 (Publicaties van de Vlaams-Nederlandse Vereniging voor Nieuwe Geschiedenis, 1) [Shaker, 152 S., 20 Abb., 36 Euro].

Adelige Ausbildung. Die Herausforderung der Aufklärung und die Folgen, hg. von I. Cerman und L. Velek, München 2006 [Meidenbauer, 305 S., pb., 44 Euro].

Adel in Sachsen-Anhalt. Höfische Kultur zwischen Repräsentation, Unternehmertum und Familie, hg. von E. Labouvie, Köln u.a. 2007 [Böhlau, 380 S., geb., 6 farb. Abb., 35 sw-Abb., 44,90 Euro].

Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, hg. im Auftr. der Gesellschaft Oberschwaben von Mark Hengerer und Elmar L. Kuhn in Verbindung mit Peter Blickle, 3 Bde., Ostfildern 2006 [Thorbecke, zus. 1286 S., geb., 800 Abb., 39,80 Euro] – Besprechung siehe oben S. 76.

L’affermarsi della corte sabauda. Dinastie, poteri, élites in Piemonte e Savoia fra tardo medioevo e prima età moderna, hg. von P. Bianchi und L. C. Gentile, Torino 2006 [Zamorani, 573 S., Abb., 48 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bordone, R., Merlotti, A.: Premessa sulla collana, S. 11ff.

PARTE PRIMA

Gentile, L. C.: Il tardo Medioevo, S. 15ff.; Castelnuovo, G.: „A la court et au service de nostre prince“: l’hôtel de Savoie et ses métiers à la fin du Moyen Âge, S. 23ff.; Gentile, L. C.: Il cerimoniale come linguaggio politico nelle corti de Savoia, Acaia, Saluzzo e Monferrato, S. 55ff.; Pibiri, E.: Être reçu à cour: l’accueil des ambassadeurs étrangers par les ducs Amédée VIII et Louis de Savoie, S. 77ff.; Pipart, L.: Du Cygne noir au Collier de Savoie: genèse d’un ordre monarchique de chevalerie (milieu XIVe- début XVe siècle), S. 99ff.; Castronovo, S.: Artisti, artigiani e cantieri alla corte dei conti di Savoia tra Amedeo V e Amedeo VII, S. 115ff.; Guilleré, C.: Le financement de la cour savoyarde du milieu de XIIIe siècle au début du XVe: essai de typologie des dépenses de cour, S. 145ff.; Scarcia, G.: Élites del territorio piemontese e corte sabauda fra XIV e XV secolo, S. 163ff.; Lafargue, P.: Les élites chambériennes et la cour de Savoie (XVe siècle), S. 177ff.; Bordone, R., Gnetti, D.: Cortesia, corti, cortigiani: Asti all’autunno del Medioevo, S. 193ff.

PARTE SECONDA

Bianchi, P.: La prima età moderna, S. 219ff.; Merlotti, A.: Disciplinamento e contrattazione. Dinastia, nobiltà e corte nel Piemonte sabaudo da Carlo II alla Guerra civile, S. 227ff.; Merlin, P.: La struttura istituzionale della corte sabauda fra cinque e seicento, S. 285ff.; Bianchi, P.: Una riserva di fedeltà. I bastardi dei Savoia fra esercito, diplomazia e cariche curiali, S. 305ff.; Cozzo, P.: Il clero di corte nal Ducato di Savoia fra XVI e XVII secolo, S. 361ff.; Meyer, F.: Les évêques de Savoie et la cour (XVIe-XVIIe siècle), S. 387ff.; Río Barredo, M. J. del: El viaje de los príncipes de Saboya a la corte de Felipe III (1603-1606), S. 407ff.; Angiolini, F.: Medici e Savoia. Contese per la precedenza e rivalità di rango in età moderna, S. 435ff.; Raviola, B. A.: Servitori bifronti. Giacomo Piossasco de Feys tra le corti dei Farnese e dei Savoia, S. 507ff.

Der ägyptische Hof des Neuen Reiches. Seine Gesellschaft und Kultur im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenpolitik. Akten des Internationalen Kolloquiums vom 27.-29. Mai 2002 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hg. von R. Gundlach und A. Klug, Wiesbaden 2006 (Königtum, Staat und Gesellschaft Früher Hochkulturen, 2) [Harrassowitz, 284 S., pb., Abb., 64 Euro].

Aus dem Inhalt:

Gundlach, R.: Hof – Hofgesellschaft – Hofkultur im pharaonischen Ägypten, S. 1ff.; Raedler, C.: Zur Struktur der Hofgesellschaft Ramses’ II., S. 39ff.; Roth, S.: Internationale Diplomatie am Hof Ramses’ II., S. 89ff.; Hirsch, E.: Die Beziehungen der ägyptischenResidenz im Neuen Reich zu den vorderasiatischen Vasallen – Die Vorsteher der nördlichen Fremdländer und ihre Stellung bei Hofe, S. 119; Schneider, T.: Akkulturation – Identität – Elitekultur – Eine Positionsbestimmung zur Frage der Existenz und des Status von Ausländern in der Elite des Neuen Reiches, S. 201ff.; Wagner, A.: Annäherungen an den israelitischen Hofstil, S. 217ff.; Kreikenbom, D.: „Ist dies Iuppiters Haus?“ Die Residenz des Augustus zwischen Präsentation und Wahrnehmung, S. 231ff.; Gundlach, R.: Zu Zielen und Aspekten ägyptologischer Residenzforschung. S. 267ff.

Ameling, W., Gehrke, H.-J., Kolb, F., Leppin, H., Schulz, R., Streck, M. P., Wiesehöfer, J., Wilhelm, G.: Antike Metropolen, Darmstadt 2006 [WBG, 128 S., geb., 91 farb. Abb., 9 sw-Abb., 19,90 Euro].

Ammerer, G., Hannesschläger, I.: Bau-, Ausstattungs- und Kulturgeschichte der ehemaligen fürsterzbischöflichen Residenz in Salzburg vom 16. Jahrhundert bis 1803, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 127-130.

Anton, H. H.: Fürstenspiegel des frühen und hohen Mittelalters, Darmstadt 2006 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 45) [WBG, 504 S., geb., 119 Euro].

Architectes et commanditaires. Cas particuliers du XVIe au XXe siècle, hg. von T. Berrada, Paris 2006 [L’Harmattan, 160 S., pb., 16,50 Euro].

L’armorial de Hans Ingeram, hg. von E. de Boos, Paris 2006 (Documents d’Héraldique Médiévale, 15) [Éditions du Leopard d’Or, 374 S., Abb., 40 Euro].

Aurell, M., Boyer, J.-P., Coulet, N.: La Provence au Moyen Âge, Aix-en-Provence 2005 [Publications de l’Université de Provence, 360 S., kart., graph. Darst., 24 Euro].

Babelon, J.-P.: Le château d’Amboise, Arles 2004 [Actes Sud, 184 S., zahlr. Abb., 49 Euro].

Bachmann, H.-G.: Mythos Gold. 6000 Jahre Kulturgeschichte, München 2006 [Hirmer, 280 S., Ln., 292 farb. Abb., 12 Karten, 49,90 Euro].

Bahlke, J.: Die Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa, Stuttgart 2007 [Franz Steiner, 527 S., pb, Abb., 84 Euro].

Das barocke Wien. Die Kupferstiche von Joseph Emanuel Fischer von Erlach und Johann Adam Delsenbach (1719), hg. von H. Lorenz, Petersberg 2007 [Imhof, 160 S., pb., zahlr. Abb., 19,40 Euro].

Barriere, B.: Limousin médiéval. Le temps des créations, Limoges 2006 [Pulim, 728 S., graph. Darst., 42 Euro].

Bedini, Silvio A.: Der Elefant des Papstes, Stuttgart 2006 [Klett-Cotta, 336 S., 58 Abb., 29,50 Euro].

Bibliographia Serliana. Catalogue des éditions imprimées des livre du Traité d’architecture de Sebastiano Serlio (1537-1681), hg. von M. Vène, Paris 2007 [Picard, 192 S., brosch., 66 Abb., 38 Euro].

Biller, T.: Der Crac des Chevaliers – Die Baugeschichte einer Ordensburg der Kreuzfahrerzeit, Regensburg 2006 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 3) [Schnell & Steiner, 445 S., geb., 86 Euro].

Biller, T.: Die „domus“ Kaiser Friedrichs I. in der Reichsburg Kaiserslautern – burgundisch-lothringischer Einfluß im frühen Pfalzenbau der Staufer, in: Neue Forschungen zum frühen Burgenbau, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, Eisenach, München u.a. 2006 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 9), S. 153-166.

Biller, T., Burger, D., Durdik, T.: Die Rothenburg am Kyffhäuser – zur Baugeschichte der Kapelle, in: Neue Forschungen zum frühen Burgenbau, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, Eisenach, München u.a. 2006 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 9), S. 181-185.

The Body of the Queen. Gender and Rule in the Courtly World, 1500-2000, hg. von R. Schulte, New York 2006 [Berghahn, 336 S., pb., 32 Abb., 27,70 Euro].

Bölling, J.: Das Papstzeremoniell der Renaissance: Texte – Musik – Performanz, Frankfurt a.M. 2006 (Tradition – Reform – Innovation, 12) [Peter Lang, 330 S., kart., 56,50 Euro].

Bond, C. de: Royal Tennis in Renaissance Italy, Turnhout 2006 [Brepols, 290 S., geb., 135 sw-Abb., 16 farb. Abb., 100 Euro].

Botelho Hespanha, A. M., Corsi, P., Galasso, G., Kaplan, Y., Nordman, D., Prodi, P., Prosperi, A., Reinhard, I., Roche, D., Saurer, E., Schilling, H., Casalilla, B.: Le radici storiche dell’Europa. L’età moderna, Rom 2007 (I libri di Viella, 66) [Edizioni Viella, 258 S., brosch., 24 Euro].

Bowsher, J. M.: The Chapel Royal at Greenwich Palace, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 155-165.

Brauers, K.: Der Ordensstaat Preußen und der Niederrhein – insbesondere Geldern, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 209 (2006) S. 139-216.

Braun, G.: Ein italienischer Blick auf Kaiserwahl und Kurfürstenrat im frühen 17. Jahrhundert und seine Vermittlung in Frankreich: Girolamo Canini und I. Le Secq, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 70-93.

Brenon, A.: Le choix hérétique. Dissidence chrétienne dans l’Europe médiévale, Aix-en-Provence 2006 [La Louve Édicions, 251 S., 20 Euro].

Brenon, A.: Pèire Autier (1245-1310): Le dernier des cathares. Paris 2006 [Perrin, 484 S., kart., 22,50 Euro].

Brücker, R.: Veränderungen der rheinisch-westfälischen Grenze seit dem 17. Jahrhundert unter Berücksichtigung der konfessionellen Entwicklung, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 209 (2006) S. 77-104.

Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Forschungen zur Kommunikations- und Mediengeschichte um 1555, hg. von E. Bünz, Leipzig 2006 (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde, 15) [Universitätsverlag Leipzig, 495 S., geb., 49 Euro].

Bündnispartner und Konkurrenten der Landesfürsten? Die Stände in der Habsburgermonarchie, hg. von G. Ammerer, W. D. Godsey jr., M. Scheutz, P. Urbanitsch und A. S. Weiss, Wien 2007 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 49) [Oldenbourg, 592 S., 59,80 Euro].

Büren, G. von: Residenzen, Renaissance, Reformation und Reich – Bemerkungen zu den Ausstellungen in Sondershausen, Torgau und Marburg im Jahr 2004, in: Jülicher Geschichtsblätter 73/73 (2004/2005) S. 297-312.

Burger, Daniel: Die Cadolzburg. Dynastenburg der Hohenzollern und markgräflicher Amtssitz, Nürnberg 2005 (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, ; 24; Forschungen zu Burgen und Schlössern. Sonderband 1) [Verlag des Germanischen Nationalmuseums, 224 S. geb., 129 sw- und 22 farb. Abb., 29,90 Euro].


Cadre de vie et manières d’habiter (XIIe-XVIe siècle), hg. von D. Alexandre-Bidon, F. Piponnier und J.-M. Poisson, Caen 2006 [CRAHM, 326 S., 42,40 Euro].

Aus dem Inhalt:

PREMIÈRE PARTIE: HABITAT ET ORGANISATION DE L’ESPACE

Gelichi, S., Librenti, M.: La maison de bois du premier Moyen Âge en Italie padane, S. 9-20; Conte, P., Batt, M.: „Maison-mixte“ et bâtiments à plan absidal en Bretagne et dans le Limousin du XIe au XVIe siècle, S. 21-38; Gardel, M.-É.: Vivre dans la maison de Cabaret (Lastours, Aude), S. 39-46; Lafarge, I.: Habitat médiéval et moderne à Tremblay-en-France (Seine-Saint-Denis), S. 47-57; Houbrechts, D.: Dendrochronologie et évolution de l’habitat: le cas de la Belgique, S. 57-62; Meulemeester, J. de: Maisons luxembourgeoises: fouille et ethnoarchéologie, S. 63ff.; Poklewski-Koziell, T.: La création du bourg de Dabrowno-Gilgenburg (XIVe siècle). Naissance d’un nouvel espace humain, S. 73-80; Hanusse, C.: L’organisation des espace de circulation dans l’habitat rural de la plaine de Caen. L’exemple du site des Fosses Saint-Ursin (XIIIe-XIVe siècle), S. 81-90; Saint-Jean Vitus, B.: Galeries de circulation dans les maisons bourguignonnes (XIIe-XVIe siècle), S. 91-102; Chapelot, O., Rieth, B.: Dénomination et répartition des espaces. Les résidences d’Artois en Île-de-France (fin XIIIe-1re moitié du XIVe siècle), S. 103-108; Piponnier, F.: Dénomination et fonctions des espaces dans l’habitation dijonnaise (XIVe-XVe siècle), S. 109-116; Bernardi, P.: L’atelier. Données provençales sur la place du travail au Moyen Âge, S. 117ff.

DEUXIÈME PARTIE: LE CADRE DE VIE

Alexandre-Bidon, D.: Le confort dans la maison médiévale. Une synthèse des données, S. 129-144; Durand, A., Campech, S., Pousthomis-Dalle, N., Rémy, I., Stéphant, P.; Bréchon, F.; Laffont, P.-Y., Framond, M. de, Darnas, I., Poble, P.-É.: Se chauffer en milieu de montagne. Habitats seigneuriaux dans le Massif central méridional (XIIe-XVIIe siècle), S. 145-160; Coste, M.-C.: Se chauffer au poêle en Île-de-France, S. 161-168; Clavier, A.: Défense réelle ou symbolique? Réflexion à partir de quelques maisons fortes du Dauphiné, S. 169-186; Alexandre-Bidon, D., Lorcin, M.-T.: Benedic domine domum istam et angeli tui pace custodiant muros ejus. La protection des demeures par les armes spirituelles, S. 187-208ff.; Klápšte, J.: Vivre dans la maison urbaine en Bohême aux XIe-XVe siècle, S. 209-220; Egan, G.: Le mobilier et le décor de la maison médiévale à Londres, S. 221-228; Esquieu, Y.: La baie. Ostentation et hiérarchisation dans la demeure médiévale, S. 229-238; Bon, P.: Un écrin de dentelle et couleur. La notion d’ensemble décoratif: la résidence princière de Mehun-sur-Yèvre, S. 239-248; Jaritz, G.: Entre espace public et espace privé. Le décor de la maison urbaine (Europe centrale, XIVe-XVe siècle), S. 249ff.

TROISIÈME PARTIE. L’HABITAT DANS SON MILIEU

Bailly-Maître, M.-C., Benoit, P.: L’habitat des mineurs. Brandes-en-Oisans et Pampailly, S. 259-266; Fichet de Clairfontaine, F., Dufournier, D.: La maison du portier du XIe au XVIIe siècle dans la France du Nord-Ouest, S. 267-274; Flambard-Héricher, A.-M.: Un habitat aristocratique percheron dans son environnement. La „Butte du Château“ à Bretoncelles (Orne), S. 275-282; Chalmin-Sirot, É.: Les jardins des maisons de la petite noblesse rurale (comtés de Savoie et de Genève, XIVe-XVIIe siècle), S. 283ff.; Bazzana, A.: Espace privé/espace public. Maisons, ruelles et jardins dans l’habitat andalou, S. 293-306; Lorcin, M.-T.: La protection des immeubles dans le droit urbain de l’Occident médiéval, S. 307-312; Querrien, A.: L’espace de la maison: le jeu des intérêts publics et privés (XIIe-XVe siècle), S. 313-324; Poisson, J.-M.: En guise de conclusion: habiter la ville ou la campagne au Moyen Âge, S. 325ff.

Cantelli, G., Marrá, C., Walpen, R.: Die päpstliche Garde. Zeitgenössische Stiche und Aquarelle vom 16. bis 20 Jahrhundert aus der Privatsammlung des Hauptmanns Roman Fringeli, Regensburg 2006 [Schnell & Steiner, 260 S., Ln., 113 sw-Abb., 96 farb. Abb., 49,90 Euro].

Carpenter, D. A.: The household rolls of King Henry III of England (1216-72), in: Historical Research 80 (2007) S. 22-46.

Castelnuovo, G.: Bons nobles, mauvais nobles, nobles marchands? Réflexions autour des noblesses italiennes en milieu communal (XIIe-début XVIe siècle), in: Cahiers de Recherches Médiévales 13 (2006) S. 85-104.

Castelnuovo, G.: Un idéal nobiliaire dans la Savoie du XVe siècle: la „chronique“ de la Maison de Challant, in: Mélanges de l’École française de Rome 117,2 (2005) S. 719-779.

Cauchies, J.-M.: De la „régenterie“ à l’autonomie. Deux ordonnances de cour et de gouvernement de Maximilien et Philippe le Beau, in: Bulletin de la Commission royale d’histoire 171 (Bruxelles, 2005) S. 41-88.

Cengarle, F.: Immagine di potere e prassi di governo. La politica feudale di Filippo Maria Visconti, Rom 2006 (I libri di Viella, 57) [Edizioni Viella, 208 S., brosch., 20 Euro].

Le château et le peuplement, hg. vom Centre de Recherches archéologiques et historiques médiévales, 2006 (Château Gaillard, 22) [Brepols, 312 S., kart., 42 Euro].

Chattaway, C. M.: The order of the Golden Tree. The gift-giving objectives of duke Philip the Bold of Burgundy, Turnhout 2006 (Burgundica, 12) [Brepols, 288 S., brosch., graph. Darst., 72,45 Euro].

Christman Campbell, K.: Mourning and La Mode at the court of Louis XVI, in: Costume 39 (2005) S. 64-78.

Coester, C.: Schön wie Venus, mutig wie Mars: Anna d’Este, Herzogin von Guise und von Nemours (1531-1607), München 2007 (Pariser Historische Studien, 77) [Oldenbourg, 408 S., geb., 9 sw-Abb., 49,80 Euro].

Le corps et sa parure. The Body and its Adornment, Florenz 2007 (Micrologus, 15) [Edizioni del Galluzzo, 552 S., Abb., 60 Euro].

At the court of the Borgia. Being an account of the reign of Pope Alexander VI, written by his Master of Ceremonies Johann Burchard, hg. und übers. von G. Parker, London 2002 [Folio Society].

Der Crac des Chevaliers. Die Baugeschichte einer Ordensburg der Kreuzfahrerzeit, hg. von T. Biller, Regensburg 2006 (Forschungen zu Burgen und Schlössern. Sonderband 3) [Schnell & Steiner, 445 S., geb., graph. Darst., 86 Euro].

La création artistique en France autour de 1400. Actes du colloque. École du Louvre – Musée des Beaux-Arts de Dijon – Université de Bourgogne. École du Louvre, 7 et 8 juillet 2004, Musée des Beaux-Arts de Dijon – Université de Bourgogne, 9 et 10 juillet 2004, hg. von E. Taburet-Delahaye, Paris 2006 (Rencontres de l’École du Louvre, 19) [École du Louvre, 512 S., brosch., 76 Euro].

Aus dem Inhalt:

Taburet-Delahaye, E.: Introduction.

LA COMMANDE ARTISTIQUE: ART ET POLITIQUE

Paviot, J.: Le mécénat des princes Valois vers 1400; König, E.: Innovation et tradition dans les livres d’heures du duc de Berry; Gautier, M.E.: Les „Pleurants“ du tombeau du duc Louis II de Bourbon et d’Anne dauphine d’Auvergne à Souvigny; Alexandre, A.: L’art au service de la politique: la pratique du don chez Louis d’Orléans; Crépin-Leblond, T.: Le mécénat et les collections de Valentine Visconti: une autre approche des rapports franco-italiens.


MODES, EMBLÈMES, ÉCHANGES

Plagnieux, P.: Jean de Montaigu ou la résistible ascension d’un parvenu à la lumière des arts; Fliegel, S. N.: Automates gothiques à la cour des Valois; Boespflug, F.: Le bleu, couleur liturgique ou signal politique? Autour des ornements du Christ et de ses martyrs dans Communion et martyre de saint Denis; Girault, P.-G.: Portraits et images du prince vers 1400: l’exemple de Louis d’Orléans; Hablot, L.: La devise, un nouvel emblème pour les princes du XVe siècle; Hirschbiegel, J.: Le commerce des étrennes dans les cours françaises au temps de la querelle entre Armagnacs et Bourguignons.

ARTISTES, ATELIERS, CHANTIERS

Cerquiglini-Toulet, J.: Christine de Pizan et les arts; Meunier, F.: Le renouveau de l’architecture civile sous Charles VI, de Bicêtre à l’hôtel de Bourbon; Pillet, E.: Les vitraux de la chapelle du collège de Beauvais; Raynaud, C.: Construction et maîtrise d’oeuvre: le cas des chantiers du duc de Berry; Prochno, R.: Modèles et copies d’œuvres de Champmol; Boucherat, V.: La Vierge de La Chaux-des-Crotenay: un inédit de Claus de Werve; Villela-Petit, I.: Propositions pour Jean d’Arbois; Bartz, G.: Le Maître de Guy de Laval, alias Maître de Guise; Stirnemann, P.: Combien de copistes et d’artistes ont contribué aux Très Riches Heures du duc de Berry?

QUESTIONS D’ICONOGRAPHIE

Russo, D.: L’iconographie vétéro-testamentaire à la cour de Bourgogne; Lindquist, S.: Le sacré circonscrit : le corps du Christ à la chartreuse de Champmol; Laguna-Chevillotte, A.: Le Christ-Verbe: remarques sur la fortune du thème dans la statuaire mariale de la mouvance royale; Antoine, E.: La Vierge dans un jardin clos dans l’art parisien autour de 1400; Hedeman, A.: L’humanisme et les manuscrits enluminés: Jean Lebègue et la manuscrit de Salluste de Genève, Bibliothèque publique et universitaire.

Beaune, C.: Synthèse et conclusion.

Crouch, D.: Tournament, London 2006 [Hambledon and London, 235 S., Abb., 19,99 ₤].

Crouzet-Pavan, E.: Renaissances italiennes 1380-1500, Paris 2007 [Albin Michel, 625 S., brosch., 32 Euro].

Dann, T.: Die fürstlichen Parade- und Wohnappartements im Detmolder Schloß, in: Lippische Mitteilungen 75 (2006) S. 85-117.

Deppe, U.: Die Festkultur am Dresdner Hofe: Johann Georg II von Sachsen (1660-1679), Kiel 2005 (Bau und Kunst, 13) [Ludwig, 352 S., brosch., 114 sw-Abb., 18 farb. Abb., 34,90 Euro].

Deutsche Königspfalzen: Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung, Bd. 7: Zentren herrschaftlicher Repräsentation im Hochmittelalter. Geschichte, Architektur und Zeremoniell, hg. von C. Ehlers, J. Jarnut und M. Wemhoff, Göttingen 2007 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 11,7) [Vandenhoeck und Ruprecht, 240 S., 77 teilw. farb. Abb., 3 Karten, 88 Euro].

Deutsche Königspfalzen: Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung, Bd. 8: Places of Power – Orte der Herrschaft – Lieux du Pouvoir, hg. von C. Ehlers, Göttingen 2007 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 11,8) [Vandenhoeck und Ruprecht, 382 S., Ln., graph. Darst., 128 Euro].

Aus dem Inhalt:

Ehlers, C.: Places of Power – Orte der Herrschaft – Lieux de Pouvoir, S. 10-16; Untermann, M.: Die architektonische Inszenierung von „Orten der Herrschaft“ im Mittelalter, S. 17-33; Burnouf, J.: Les estimateurs archéologiques de l’interprétation sociale de la notion d’élite et la question des lieux centraux, S. 35-44; McCormick, M.: From one center of power to another: Comparing Byzantine and Carolingian Ambassadors, S. 45-72; Schweizer, S.: „Geistig-kultureller“ und „politisch-administrativer“ Herrschaftsort. Die residenzstädtische Funktionsteilung zwischen Kassel und Marburg im 13. und 14. Jahrhundert, S. 73-100; Carqué, B.: Orte und Zeichen der Herrschaft im spätmittelalterlichen Paris. Probleme der Sichtbarkeit um 1400 und heute, S. 101-153; Juwig, C.: Ort der Imagination. Visualität und Bildlichkeit der Aachener Pfalzkapelle, S. 155-197; Sonnlechner, C.: Die Etablierung Salzburgs als Netzknoten: karolingische Kirchenstruktur, Raumstrategien und Organisation der Landnutzung um 800, S. 199-226; Babier, J.: Les Lieux du pouvoir en Gaule Franque. L’example des palais, S. 227-246; Flachenecker, H.: Zentren der Kirche in der Geschichtslandschaft Franken, S. 247-261; Falkowski, W.: Centres and structures of power in the Late Medieval Poland, S. 263-275; Nazarenko, A. V.: Fürstliche Residenz und Hauptstadt in der alten Rus’ (10.-12. Jahrhundert), S. 277-288; Pianowski, Z.: Wawel hill as a place of power in Early Middle Ages. 10th-12th century, S. 289-312; Riain-Raedel, D. Ó.: „Wie der deutsche Kaiser“. Sakraltopographie und Krönungskirche in Casbel/Irland, S. 313-371; Hillen, C.: Heinrich (VII.), der gehetzte König. Orte seiner Herrschaft in Zeiten des Konflikts, S. 373-382.

Dixon, P.: The Tudor Palace at Greenwich, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 105-111.

Dresden. Ethnografische Erkundungen einer Residenzstadt, hg. von R. Lindner und J. Moser, Leipzig 2006 (Schriften zur Sächsischen Geschichte und Volkskunde, 16) [Universitätsverlag Leipzig, 303 S., geb., 44 Euro].

Dvory a rezidence ve strědověku. Sborník příspěvků z kolokvia konaného 18. března 2005 v Historickém ústavu AV ČR ve spolupráci s Ústavem českých dějin FF UK, Red. D. Dvořáčková-Malá, Prag 2006 (Mediaevalia Historica Bohemica. Suppl. 1) [Historický ústav AV ČR, 290 S., geb., Graphiken, Tabellen, teils farb. Abb., 252 Kč].

Écrire, compter, mesurer. Vers une des tationalités pratiques, hg. von N. Coquer, F. Menant und F. Weber, Paris 2006 [Éditions Rue d’Ulm, 280 S., Abb., 35 Euro].

Ehrenpreis, S.: Kaiserliche Gerichtsbarkeit und Konfessionskonflikt. Der Reichshofrat unter Rudolf II. 1576-1612, Göttingen 2006 (Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 72) [Vandenhoeck und Ruprecht, 352 S., geb., 39,90 Euro].

Emery, A.: Greater medieval houses of England and Wales, 1300-1500, Bd. 3: Southern England, Cambridge 2006 [Cambridge Univ. Press, 768 S., geb., zahlr. Abb., 175 Euro].

Entrer en ville, hg. von F. Michaud-Fréjaville, N. Dauphin und J.-P. Guilhembet, Rennes 2006 [Presses Univ. de Rennes, 326 S., pb., 24 Euro].

The European nobilities in the seventeenth and eighteenth centuries, Bd 1: Western and Southern Europe, Bd 2: Northern, Central and Eastern Europe, hg. von H. Scott, Basingstoke 2007 [Palgrave Macmillan, Bd. 1: 346 S., Bd. 2: 446 S., geb., jeweils 60 ₤].

Everding, K.-H., Dzongphugpa, D. D.: Die Geschichte des tibetischen Fürstentums La stod lHo (um 1265-1642) nebst einer Edition der Chronik Shel dkar chos’byung, Wiesbaden 2006 (Contributions to Tibetan Studies, 5) [Reichert, 350 S., Ln., 98 Euro].

Falke, J: Studien zum diplomatischen Geschenkwesen am brandenburgisch-preußischen Hof im 17. und 18. Jahrhundert, Berlin 2006 (Quellen und Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte, 31) [Duncker und Humblot, 361 S., kart., 89,80 Euro].

Favier, J.: Les papes d’Avignon, Paris 2006 [Fayard, 27 Euro].

Felipe I el Hermoso. La belleza y la locura, hg. von M. A. Zalama und P. Vandenbroeck, Madrid 2006 [Centro de Estudios Europa Hispánica, 302 S., pp., Abb., 52 Euro].

Aus dem Inhalt:

Zalama, M. A.: Felipe I el Hermoso y las artes; Fagel, R.: El mundo de Felipe el Hermoso. La politica europea alrededor de 1500; Cauchies, J. M.: Un principe para los Paises Bajos, para España, para Europa; Dominguez Casas, R.: Estilo y rituales de corte; Bergen-Pantens, C. van den: El vellocino de oro y sus mitos; Vandenbroeck, P.: En campañia de extraños comensales. Idea del hombre, códigos de conducta y alteridad en los tapices de Felipe el Hermoso; Terjanian, P.: La armería de Felipe el Hermoso; Damen, M.: Memoria y propaganda. Las vidrieras de Felipe el Hermoso en los Países Bajos; Massó, A.: La corte y la música; Zalama, M. A.: El rey ha muerto, el rey continúa presente. El interminable viaje de Felipe I de Burgos a Granada; Vandenbroeck, P.: La belleze y/desde la locura. Una vinculacíon existencial y estética hacia 1500; Roosens, B.: Dos inventarios post-mortem de los bienes de Felipe el Hermoso (1506 y 1509).

Ferenc, M.: Remarks on the functioning of the polish king’s court in the sixteenth century, in: Barok: Historia-Literatura-Sztuka 24 (2005) S. 13-40.

Fey, Carola: Beobachtungen zu Reliquienschätzen deutscher Fürsten im Spätmittelalter, in: „Ich armer sundiger mensch“. Heiligen- und Reliquienkult am Übergang zum konfessionellen Zeitalter, hg. von Andreas Tacke, Göttingen 2006 (Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg. Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, 2), S. 11-36.

Fietze, K.: Im Gefolge Dianas. Frauen und höfische Jagd im Mittelalter (1200-1500), Köln u.a. 2005 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 59) [Böhlau, 176 S., brosch., 31 Abb., 29,90 Euro].

Finger, H.: Der Anspruch der Erzbischöfe auf die Stadtherrschaft über Köln nach der Schlacht bei Worringen, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 209 (2006) S. 45-76.

Fischer, H.: Ritter, Schiff und Dame. Mauritius von Craûn, Heidelberg 2006 (Beiträge zur älteren Literaturgeschichte) [Universitätsverlag Winter, 311 S., pb., 40 Euro].

Friedhoff, J.: Die Familie von Hatzfeld. Adelige Wohnkultur und Lebensführung zwischen Renaissance und Barock, Düsseldorf 2004 (Vereinigte Adelsarchive im Rheinland e.V. Schriften, 1) [Grupello, 667 S., zahlr. Abb., 58 Euro].

Funktionen des Humanismus. Studien zum Nutzen des Neuen in der humanistischen Kultur, hg. von T. Maissen und G. Walther, Göttingen 2006 [Wallstein, 415 S., kart., 13 sw-Abb., 30 Euro].

Aus dem Inhalt:

Walther, G.: Funktionen des Humanismus. Fragen und Thesen, S. 9-17; Helmrath, J.: Der europäische Humanismus und die Funktionen der Rhetorik, S. 18-49; Huber-Rebenich, G.: Neue Funktionen der Dichtung im Humanismus?, S. 49-75; Stein, E.: Auf der Suche nach der verlorenen Antike. Humanisten als Philologen, S. 76-102; Bergolt, K.: Naturwissenschaften und humanistisches Selbstverständnis, S. 103-124; Mertens, D.: Der Preis der Patronage. Humanismus und Höfe, S. 125-154; Almási, G.: Humanisten bei Hof. Öffentliche Selbstdarstellung und Karrieremuster, S. 155-165; Rudolph, H.: Humanistische Feste? Habsburgische Festkultur in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 166-190; Müller, H.: Nutzen und Nachteil humanistischer Bildung im Kloster, S. 191-213; Rudersdorf, M., Töpfer, T.: Fürstenhof, Universität und Territorialstaat. Der Wittenberger Humanismus, seine Wirkungsräume und Funktionsfelder im Zeichen der Reformation, S. 214-261; Wolf, P.: Humanismus im Dienst der Gegenreformation. Exempla aus Böhmen und Bayern, S. 262-302; Karsten, A.: Gräber für Gelehrte? Anmerkungen zu den römischen Papst- und Kardinalsgrabmälern im Zeitalter der Katholischen Reform, S. 303-324; Esser, R.: Gelehrte in der Stadt im Spiegel niederländischer Chorographien des 17. Jahrhunderts, S. 325-342; Schindling, A.: Scarabaeus aquilam quaerit. Humanismus und die Legitimation von Krieg und Frieden, S. 343.361; Hirschi, C.: Vorwärts in neue Vergangenheiten. Funktionen des humanistischen Nationalismus in Deutschland, S. 362-395; Maissen, T.: Schlußwort. Überlegungen zu Funktionen und Inhalt des Humanismus, S. 396-402.

Fürstenspiegel des frühen und hohen Mittelalters, ausgew., übers. und komm. von H. Hubert Anton, Darmstadt 2006 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 45) [WBG, VIII+504 S.; 119 Euro].

Gelungene Anpassung? Adelige Antworten auf gesellschaftliche Wandlungsvorgänge vom 14. bis zum 16. Jahrhundert. Zweites Symposion „Adel, Ritter, Reichsritterschaft vom Hochmittelalter bis zum modernen Verfassungsstaat“ (24./25. Mai 2001. Schloß Weitenburg), hg. von H. Carl und S. Lorenz, Ostfildern 2005 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 53) [Thorbecke, 221 S., geb., 34,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Andermann, K.: Adel und finanzielle Mobilität im späten Mittelalter; Carl, H.: Der lange Weg zur Reichsritterschaft – Adelige Einungspolitik am Neckar und Schwarzwald vom 14. bis zum 16. Jahrhundert; Graf, K.: Adel als Leitbild – Zur Geschichte eines Grundwerts in Spätmittelalter und früher Neuzeit; Krieb, S.: Vergangenheitskonstruktion zwischen Überlieferungsmangel und mündlicher Tradition: Die Familienchroniken der Landschaden von Steinach; Mersiowsky, M.: Adlige Sozialisation im spätmittelalterlichen Süddeutschland; Müller, R. A.: Norm und Praxis adliger Bildung 1350-1550; Reichert, F.: Ehre und Demut. Wallfahrten des Adels im späten Mittelalter; Walther, G.: Glaube, Freiheit und Kalkül. Zur Frage von „Anpassung“ und „Mobilität“ bei adligen Konfessionsentscheidungen im 16. Jahrhundert; Wassner, M.: „Min lieb vetter“ und der Fürstendienst. Das verwandtschaftliche Netzwerk der Famile Speth am württembergischen Hof im 15. Jahrhundert.

Geschichte der Stadt Dresden, Bd 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, hg. von K. Blaschke, Stuttgart 2005 [Theiss, 768 S., geb., 265 Abb., 21 Karten, 49,90 Euro]. Bd. 2: Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Reichsgründung, hg. von R. Groß und U. John, Stuttgart 2006 [Theiss, 863 S., geb., 369 Abb., 49,90 Euro]. Bd. 3: Von der Reichsgründung bis zur Gegenwart, hg. von H. Starke, Stuttgart 2006 [Theiss, 976 S., geb., 366 Abb., 9 Kart., 49,90 Euro].

Gouron, A.: Du pouvoir royal (XIIe-XIIIe siècles): civilistes, canonistes, théologiens, in: Initium. Revista catalana d’historia del dret 10 (2005) S. 211-224.

Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert, hg. von Kurt Andermann und Clemens Joos, Epfendorf 2006 (Kraichtaler Kolloquien, 5) [bibliotheca academica, 240 S., Ln., 1 farb. Abb., 2 Diagramme, 29 Euro] – Besprechung siehe oben S. 78.

Gregori, M.: Fasto di corte, la decorazione murale nelle residenze de’ Medici e dei Lorena, Volume I: da Ferdinando I alle Reggenti (1587-1628), Florenz 2005 [Edifir, 400 S., 55 ₤].

Greiff, U.: Dichter und Herrscher in lateinischen Gedichten aus der Mark Brandenburg (16. und 17. Jahrhundert), Hildesheim 2006 (Spolia Berolinensia. Berliner Beiträge zur Geistes- und Kulturgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, 26) [Weidmann, 416 S., Ln., 1 sw-Abb., 78 Euro].

Guerra y Diplomacia en la europa occidental 1280-1480. XXXI Semana de Estudios Medievales Estella, 19 a 23 julio de 2004, Madrid 1996 [Gobierno de Navarra, 467 S., 9 Euro].

Aus dem Inhalt:

Ladero Quesada, M. A.: Guerra y paz: teoría y práctica en Europa Occidental 1280-1480, S.21ff.; Paravicini Bagliani, A.: Bonifacio VIII, la pace e la guerra: autorappresentazione e ritualità, S. 69ff.; Aznar Vallejo, E.: La guerra de allende. Los condicionamientos mentales y técnicos de la nueva frontera, S. 83ff.; Contamine, P.: Guerre, État et societé: una révision à la lumière de la crise politique et militaire dans la France du deuxième quart du XVe siècle, S. 117ff.; Fowler, K.: Great Companies, Condottieri and Stipendiary soldiers. Foreign Mercenaires in the Service of the State: France, Italy and Spain in the Fourtheenth Century, S. 141ff.; Covini, N.: Guerra e relazioni diplomatiche in Italia (secoli XIV-XV): la diplomazia dei condottieri, S. 163ff.; Mitre Fernández, E.: Castilla ante la guerra de los Cien años: actividad militar y diplomática de los orígenes del conflicto al fin de las grandes treguas (c. 1340-c.1415), S. 199ff.; Curry, A.: Henry V’s conquest of Normandy 1417-1419: the siege of Rouen in context, S. 237ff.; Ladero Quesada, M. A.: La guerra del Estrecho, S. 255ff.; Duarte, L. M.: Um País de besteiros e castelos (A guerra em Portugal na Baixa Idade Média), S. 295ff.; Schnerb, B.: Anglais et Écossais dans les armées des ducs de Bourgogne au début du XVe siècle, S. 323ff.; Jones, M.: War and Diplomacy in the Making and Unmaking of the Medieval Duchy of Brittany, c. 1286-1491, S. 337ff.; Anatra, B.: Guerra e diplomazia di Alfonso il Magnanimo nel Mediterraneo, S. 361ff.; Ramírez Vaquero, E.: Estrategias diplomáticas del rey de Navarra en el tránsito al siglo XV, S. 373ff.; Beroiz e Íñigo Mugueta, M.: Guerra y diplomacia en el Occidente Europeo. Aproximación bibliográfica, 423ff.

Haage, B. D., Wegner, W.: Deutsche Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit. Unter Mitarb. von G. Keil und H. Haage-Naber, Berlin 2006 [Erich Schmidt, 450 S., kart., 10 Abb., 29,80 Euro].

Die Habsburgermonarchie 1620-1740, hg. von P. Mat’a und T. Winkelbauer, Stuttgart 2006 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 24) [Franz Steiner, 474 S., geb., 2 Abb., 5 Tab., 59 Euro].

Aus dem Inhalt:

Mat’a, P., Winkelbauer, T.: Einleitung: Das Absolutismuskonzept, die Neubewertung der frühneuzeitlichen Monarchie und der zusammengesetzte Staat der österreichischen Habsburger im 17. und frühen 18. Jahrhundert, S. 7ff.; Duindam, J.: Die Habsburgermonarchie und Frankreich: Chancen und Grenzen des Strukturvergleichs, S. 43ff.; Pánek, J.: Ferdinand I. – der Schöpfer des politischen Programms der österreichischen Habsburger?, S. 63ff.; MacHardy, K. J.: Staatsbildung in den habsburgischen Ländern in der Frühen Neuzeit. Konzepte zur Überwindung des Absolutismusparadigmas, S. 73ff.; Knoz, T.: Die Konfiskationen nach 1620 in (erb)länderübergreifender Perspektive. Thesen zu Wirkungen, Aspekten und Prinzipien des Konfiskationsprozesses, S. 99ff.; Keller, T.: Das Frauenzimmer. Zur integrativen Wirkung des Wiener Hofes am Beispiel der Hofstaaten von Kaiserinnen und Erzherzoginnen zwischen 1611 und 1657, S. 131ff.; Hengerer, M.: Die Hofbewilligungen der niederösterreichischen Stände im zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts. Zur Frage der Leistungsfähigkeit des Absolutismusbegriffs aus der Perspektive der Hofforschung zur Habsburgermonarchie, S. 159ff.; Winkelbauer, T.: Nervus rerum Austriacarum. Zur Finanzgeschichte der Habsburgermonarchie um 1700, S. 179ff..

Hädecke, W.: Dresden. Die Geschichte von Glanz, Katastrophe und Aufbruch, München 2006 [Hanser, 416 S., geb., 15 Abb., 25,90 Euro].

Hahn, S.: Herrschaftliches Bauprogramm und bürgerliches Bauwesen – gemeinsame Ziele beim Ausbau der Fuldaer Residenz, in: Fuldaer Geschichtsblätter 82 (2006) S. 111-138.

Haug-Moritz, G.: Das Reich als medialer Kommunikationsraum. Skizze eines Forschungsprojektes, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 58-69.

Haupt, H.: Das Hof- und hofbefreite Handwerk im barocken Wien 1620 bis 1770, Innsbruck u.a. 2007 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 46) [Studien Verlag, 992 S., kart., 15 sw-Abb, 110 Euro].

Hechberger, W.: Adel und Herrschaft. Überlegungen zu Vorraussetzungen adeliger Herrschaftsbildung im hohen Mittelalter, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 70 (2006) S. 55-76.

Hecht, M.: Die Erfindung der Askanier. Dynastische Erinnerungsstiftung der Fürsten von Anhalt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für historische Forschung 33,1 (2006) S. 1-31.

Heinig, P.-J.: Der Wormser Reichstag von 1495 als Hoftag, in: Zeitschrift für historische Forschung 33 (2006) S. 337-359.

Herrmann, D.: Schloß Zerbst in Anhalt, Regensburg 2005 (Beiträge zur Denkmalkunde in Sachsen-Anhalt, 1) [Schnell & Steiner, 396 S., pb., zahlr. Abb., 59 Euro].

Hersche, P.: Muße und Verschwendung. Europäische Gesellschaft und Kultur im Barockzeitalter, 2 Bde., Freiburg i.Br. u.a. 2006 [Herder, 1206 S., geb., 78 Euro].

Higgott, G.: The design and setting of Ingio Jones’s Queen’s House, 1616-40, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 135-148.

Hlawitschka, E.: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk, Bd. 1: 911-1137, Hannover 2006 (Monumenta Germaniae Historica. Hilfsmittel, 25) [Hahnsche Buchhandlung, 770 S., geb., 32 Taf., 80 Euro].

Höfe – Salons – Akademien. Kulturtransfer und Gender im Europa der Frühen Neuzeit, hg. von G. Stedman und M. Zimmermann, Hildesheim 2006 [Olms, 372 S., pb., 2 farb. Abb., 17 sw-Abb., 48 Euro].

Hofkultur und aufgeklärte Öffentlichkeit. Potsdam im 18. Jahrhundert im europäische Kontext, hg. von G. Lottes u.a., Berlin 2006 [Akademie, 266 S., geb., 13 sw-Abb., 49,80 Euro].

Der Hoftag in Quedlinburg 973. Von den historischen Wurzeln zum Neuen Europa, hg. von A. Ranft, Berlin 2006 [Akademie, 187 S., geb., 14 Abb., 34,80 Euro].

Högg, F.: Dendrochronologische Untersuchungen im Schloß Leitzkau, in: Historische Bauforschung in Sachsen-Anhalt. Arbeitsberichte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt 6 (2007) S. 177-178.

Holownia, R.: Johann Lucas von Hildebrandt und Schlesien, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 117ff.

Honemann, V., Roth, G.: Dolmetscher und dolmetschen im Mittelalter, in: Germanistik genießen. Gedenkschrift für Doc. Dr. phil. Hildegart Boková, hg. von H. Andrášová, Wien 2006 (Schriftenreihe zur diachronen Sprachwissenschaft, 15), S. 77-141.

L’image du roi de François Ier à Louis XIV, hg. von T. W. Gaethgens und N. Hochner, Paris 2006 (Passages, 10) [Éd. de la Maison des Sciences de l’Homme, 449 S., Abb., 48 Euro].

Isabel la Católica vista desde la Academia, hg. von L. Suarez Fernández, Madrid 2005 [Real Academia de la Historia, 293 S., pb., 15 Euro].

Aus dem Inhalt:

Suárez Fernández, L.: Presentación; Fernández Álvarez, M.: Isabel, la muier que reinó; Benito Ruano, E.: Isabel la Católica peregrino a Compostela; Valeón Baruque, J.: Judios en España en su etapa final; Escandell Bonet, B. Establecimiento de la Inquisición española moderna; Menéndez Pidal, F.: „Tanto monta“. El escudo de los Reyes Católicos; Ochoa Brun, M. A.: Los embajadores de los Reyes Católicos; Ladero Quesada, M. A.: El último decenio del reinado; Céspedes del Castillo, G.: Las navegaciones América; Pita Andrade, J. M.: Pintores coetáneos de los Reyes Católicos; Suárez Fernández; L.: El testamento, balance final del reinado.

Jacques, D.: Garden works in Greenwich Park, 1662-1728, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 149-153.

Janssen, W.: Beobachtungen zu Struktur und Finanzierung des kurkölnischen Hofes im späten 14. und frühen 15. Jh., in: Rheinische Vierteljahrsblätter 69 (2005) S. 104-132.

Jhering, M.: Hofleben in Ostfriesland. Die Fürstenresidenz Aurich im Jahre 1728, Hannover 2005 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 223) [Hahn, 168 S., kart. 25 Euro].

Jongbloed, H. H.: Immed „von Kleve“ (um 950). Das erste Klevische Grafenhaus (ca. 885-ca. 1015) als Vorstufe des geldrischen Fürstentums, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 209 (2006) S. 13-44.

Kaiserhof und Papsthof 16.-18. Jahrhundert, hg, von R. Bösel, G. Klingenstein und A. Koller unter Mitarb. von E. Garms-Cornides, J. P. Niederkorn und A. Sommer-Mathis, Wien 2006 (Publikationen des historischen Instituts beim österreichischen Kulturforum in Rom, 12) [Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 307 S., geb., farb. Abb. und sw-Abb., 76 Euro].

Aus dem Inhalt:

I. DIPLOMATIE UND POLITIK

Koller, A.:Der Kaiserhof zu Beginn der Regierung Rudolfs II. in den Berichten der Nuntien, S. 7-12; Pazderová, A.: La Boemia multiconfessionale e la nunziatura di Cesare Speciano a Praga, S. 13-24; Niederkorn, J. P.: Die Geheimverhandlungen des Prager Nuntius Spinelli über die Abtretung von Modena und Reggio an den Heiligen Stuhl (1600/01), S. 33-44; Giordano, S.: La legazione del cardinale Franz von Dietrichstein per le nozze di Mattia, re d’Ungheria e di Boemia (1611), S. 45-58; Faber, M.: Entweder Nepot oder Protektor. Scipione Borghese als Kardinalprotektor von Deutschland (1611-1633), S. 59-66; Fosi, I.: La famiglia Savelli e la rappresentanza imperiale a Roma nella prima metà del Seicento, S. 67-76; Braun, G.: Kaiserhof, Kaiser und Reich in der „Relazione“ des Nuntius Carlo Carafa (1628), S. 77-105; Catalano, A.: La politica della curia romana in Boemia dalla strategia del nunzio Carlo Carafa a quella del cappuccino Valeriano Magni, S. 105ff.

II. ZEREMONIEN UND ZEREMONIELL

Garms-Cornides, E.: Liturgie und Diplomatie. Zum Zeremoniell des Nuntius am Wiener Kaiserhof im 17. und 18. Jahrhundert, S. 125-146; Visceglia, M. A.: Tra liturgia e politica: il Corpus Domini a Roma (XV-XVIII secolo), S. 147-172; Scheutz, M.: ... hinter Ihrer Käyserlichen Majestät der Päbstliche Nunticius, Königl. Spanischer und Venetianischer Abgesandter. Fronleichnamsprozessionen im frühneuzeitlichen Wien, S. 173ff.

III. KUNST UND FESTE ALS MITTEL DER REPRÄSENTATION

Polleross, F.: „Romanitas“ in der habsburgischen Repräsentation von Karl V. bis Maximilian II., S. 207-224; Bösel, R.: Ein Projekt im Auftrag Ferdinand II. für das Ignatius-Heiligtum in der römischen Kirche Il Gesù, S. 225-250; Sommer-Mathis, A.: ... ma il Papa rispose, che il Re de’ Romani a Roma era lui. Frühneuzeitliche Krönungsmöglichkeiten am Kaiser- und Papsthof, S. 251-284; Heyink, R.: Fest und Musik als Mittel kaiserlicher Machtpolitik in Rom, S. 285-302.

Die Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom. Das Zentrum der römischen Welt und seine Bauten, hg. von A. Hoffmann und U. Wulf, Darmstadt 2006 [WBG, 188 S., geb., 40 sw-Abb., 99 farb. Abb., 106 Strichabb., 26,90 Euro].

Koch, W.: Inschriftenpaläographie des abendländischen Mittelalters und der frühen Neuzeit. Tl. 1: Früh- und Hochmittelalter, München 2007 (Oldenbourg Historische Hilfswissenschaften, 2) [Oldenbourg, 256 S., brosch., 250 Abb., 3 Karten, 39,80 Euro].

Konfessionelle Pluralität als Herausforderung. Koexistenz und Konflikt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Winfried Eberhard zum 65. Geburtstag, hg. von J. Bahlcke, K. Lambrecht und H.-C. Maner, Leipzig 2006 [Leipziger Universitätsverlag, 663 S., pb., Abb., 62 Euro].

Aus dem Inhalt:

IDENTITÄTEN IM UMBRUCH – FRÖMMIGKEIT UND GELEHRTE BILDUNG ZWISCHEN MITTELALTER UND NEUZEIT

Berg, D.: Spiritualismus und Fundamentalismus. Studien zur Bedeutung der Spiritualen und ihrer Geschichtstheologie im Franziskanerorden im späten Mittelalter, S. 35-54; Rüther, A.: Ordensneugründungen und Anpassungsvorgänge im spätmittelalterlichen Klosterwesen Prags um die Mitte des 15. Jahrhunderts, S. 55-70; Strzelczyk, J.: Andrzej Galka von Dobczyn – ein polnischer Wyclif-Anhänger um die Mitte des 15. Jahrhunderts, S. 71-84; Harasimowicz, J.: „Pro felici orthodoxe christiane religionis nostre incremento, pro gloria et exaltatione regni ac corone nostre boemie“. Der Gründungsversuch einer jagiellonischen Universität in Breslau im Jahr 1505, S. 85-94; Heimann, H.-D.: „Über mehr ein rittervard“ und „heilige wege reisen“. Zu Frömmigkeitsverhalten und religiöser Identitätsbildung brandenburgischer und sächsischer Landesfürsten im 15. und frühen 16. Jahrhundert, S. 95-108; Wetter, E.: Überlegungen zum Bekenntniswert vorreformatorischer Retabelausstattung siebenbürgisch-sächsischer Pfarrkirchen, S. 109-126; Panek, J.: Eine literarische Übertragung im Dienst der Propaganda. Das Bild Polens in der tschechischen humanistischen Kosmographie und das Problem der Pluralität in Ostmitteleuropa im 16. Jahrhundert, S. 127-138; Kraack, D.: Die gegenreformatorischen Pläne des Franziskanermönchs Lütke Namens (1498-1574) und die Gründung der Flensburger Lateinschule (1566), S. 139ff.

REFORMATION UND REVOLUTION

Wünsch, T.: Gemeinwohl dezentral. Zu Begriffsinhalt und -verwendung des obecné dobré in der politischen Korrespondenz des Ulrich II. von Rosenberg (1403-1462), S. 167-182; Šmahel, F.: Die „große“ Geschichte kleiner Völker: die hussitische Revolution in drei Akten, S. 183-200; Hilsch, P.: Die Kreuzzüge gegen die Hussiten: Geistliche und weltliche Macht in Konkurrenz, S. 201-216; Gleba, G.: „yn der lütterye wy yn groten noden weren.“ Klösterliche reformatio ohne Reformen – eine Fallstudie, S. 217-234; Machilek, F.: Dominikus Schleupner aus Neisse (um 1483-1547). Vom Kanzler des Bischofs Jakob von Salza und Domkapitular in Breslau zum evangelischen Prediger und Ratstheologen in Nürnberg, S. 235-262; Bünz, E.: Die Reformation in Meißen. Zum Zusammenhang von Stadt- und Fürstenreformation im Herzogtum Sachsen, S. 263-286; Kersken, N.: Konfessionelle Behauptung und Koexistenz – Simultankirchen im 16. Jahrhundert, S. 287ff.

RELIGIOSITÄT UND STAATLICHKEIT IM KONFESSIONELLEN ZEITALTER

Mat’a, P.: Vorkonfessionelles, überkonfessionelles, transkonfessionelles Christentum. Prolegomena zu einer Untersuchung der Konfessionalität des böhmischen und mährischen Hochadels zwischen Hussitismus und Zwangskatholisierung, S. 307-332; Strohmeyer, A.: Konfessionszugehörigkeit und Widerstandsbereitschaft: Der „leidende Gehorsam“ des innerösterreichischen Adels in den religionspolitischen Auseinandersetzungen mit den Habsburgern (ca. 1570-1630); Samerski, S.: Konfessionalisierung versus Volksfrömmigkeit: Die Funktionalisierung der Landespatrone der Böhmischen Krone (1580-1650); Hausenblasová, J.: Zwischen Nutzen und Ideologie. Strategien der Ämterbesetzung in habsburgischen Zentralbehörden des 16. Jahrhunderts, S. 367-380; Bužek, V.: Konfessionelle Pluralität in der kaiserlichen Leibkammer zu Beginn des 17. Jahrhunderts, S. 381-396; Müller, M. G.: Der Consensus Sendomirensis – Geschichte eines Scheiterns? Zur Diskussion über Protestantismus und protestantische Konfessionalisierung in Polen-Litauen im 16. Jahrhundert, S. 397-408; Karp, H.-J.: Die polnischen Bischöfe der preußischen Diözesen Ermland und Kulm in der zweiten Phase der tridentinischen Reform, S. 409-430; Palmitessa, J. R.: Wer besaß die Kirchen und Klöster in Prag vor dem Dreißigjährigen Krieg?, S. 431-458; Knoz, T.: Konfessionelle Pluralität und religiöse Konflikte im Umkreis Karls d. Ä. von Žerotín in den zwanziger und dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts, S. 459-476; Mikulec, J.: Historische Argumentation im konfessionellen Zeitalter. Kaiser Karl IV. und die Rekatholisierung Böhmens im 17. Jahrhundert, S. 477-488; Fazekas, I.: Das Wirken katholischer Priester aus dem Alten Reich in der ungarischen Diözese Raab im 17. Jahrhundert, S. 489-506; Dybaś, B.: Stift Pilten oder Kreis Pilten? Ein Beitrag zur konfessionellen Politik Polen-Litauens in Livland im 17. Jahrhundert, S. 507-520; Bogucka, M.: Religiöse Koexistenz – Ausdruck von Toleranz oder von politischer Berechnung? Der Fall Danzigs im 16. und 17. Jahrhundert, S. 521ff.

CHANCEN UND GRENZEN DER TOLERANZ IM ZEITALTER DER AUFKLÄRUNG

Richter, L.: Bohuslav Balbín und Christian Weise. Eine Gelehrtenfreundschaft über konfessionelle Schranken hinweg, S. 537ff.

König, E.: Die „Bedford Hours“, Darmstadt 2007 [WBG, 144 S., geb., 140 farb. Abb., 24,90 Euro].

Kopfmann, K.: Augustin Kölner, Sekretär und Archivar am Hof der Münchener Herzöge an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 69,2 (2006) S. 467-506.

Krass, A.: Geschriebene Kleider. Höfische Identität als literarisches Spiel, Tübingen 2006 (Bibliotheca Germania, 50) [Narr Francke Attempto, 421 S., Ln., Abb., 78 Euro].

Krischer, A.: Reichsstädte in der Fürstengesellschaft. Politischer Zeichengebrauch in der Frühen Neuzeit, Darmstadt 2006 (Symbolische Kommunikation in der Vormoderne) [WBG, VIII+460 S., geb., 14 sw-Abb., 79,90 Euro].

Krischer, A.: Das diplomatische Zeremoniell der Reichsstädte, oder: Was heißt Stadtfreiheit in der Fürstengesellschaft?, in: Historische Zeitschrift 284 (2007) S. 1-30.

Lachaud, F: Documents financiers et histoire de la culture matérielle: les textiles dans les compres des hôtels royaux et nobiliaires (France et Angleterre, XIIe-XVe siècle), in: Bibliotheque de l’École des Chartes 164,1 (2006) S. 71-96.

Lafond-Kettlitz, B.: De l’amour courtois à „l’amour marié“. Le roman allemand (1456-1555), Bern u.a. 2005 (Contacts. Serie 3: Etudes et documents, 61) [Peter Lang, 275 S., brosch., 5 Abb., 51 Euro].

Landschaften im Mittelalter, hg. von K.-H. Spiess, Stuttgart 2006 [Franz Steiner, 285 S., geb., 79 Abb., 40 Euro].

Lass, H.: Jagd-und Lustschlösser: Kunst und Kultur zweier landesherrlicher Bauaufgaben: dargestellt an thüringischen Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts, Petersberg 2006 [Imhof, 467 S., geb., Abb., 79 Euro].

LeClech, S.: François Ier: le roi-chevalier, Paris 2006 [Tallandier, 144 S., Abb., 20,43 Euro].

Lecuppre, G.: De l’essence du coup d’État à sa nécessité. L’imposture, entre fausse légitimité et complot véritable, in: Coups d’État à la fin du Moyen Âge? Aux fondements du pouvoir politique en Europe occidentale, hg. von F. Foronda, J.-P. Genet und J. M. Nieto Soria (Collection de la Casa de Velázquez, 91).

Lecuppre, G.: „Sub specie religionis“. Pseudo-Sanctity as a first step towards power, in: Hagiographica 13 (2006) S. 205-215.

Leonardo Bruni, Epistolarum libri VIII, Florenz 1741, Reprint Hildesheim 2006 [Georg Olms, CLII + 410 S., Ln., 158 Euro].

Le Pogam, P.-Y.: De la „Cité de dieu“ au „Palais du Pape“: les résidences pontificales dans la seconde moitié du XIIIe siècle (1254-1304), Rom 2006 (Bibliothèque des Écoles Françaises d’Athènes et de Rome, 326) [École Française de Rome, 813 S., kart, Abb., 160 Euro].

Liens personnels, réseaux, solidarités en France et dans les îles Britannique (XIe-XXe siècle). Personal links, networks and solidarities in France and the British Isles (11th-20th century) Actes de la table ronde organisée par le GDR 2136 et l’Université de Glasgow (10-11 mai 2002), hg. von D. Bates, V. Gazeau, E. Anceau, F. Lauchaud und F.-J. Ruggiu, Paris 2006 (Homme et société ; 30) [Publications de la Sorbonne, 352 S., brosch., 26,60 Euro].

The Limbourg Brothers. Nijmegen masters at the french court 1400-1416. Het Valkhof Nijmegen, Ausstellungskatalog, hg. von R. Dückers und P. Roelofs, Nijmegen 2005 [Ludion, 447 S., zahlr. meist. farb. Abb., 75 Euro].

Machträume der frühneuzeitlichen Stadt, hg. von C. Hochmuth und S. Rau, Konstanz 2006 [UVK, 432 S. brosch, 49 Euro]

Aus dem Inhalt:

THEORETISCHE IMPULSE

Hochmuth, C., Rau, S.: Stadt-Macht-Räume. Eine Einführung, S. 13ff; Rehberg, K.-S.: Macht-Räume als Objektivationen sozialer Beziehungen – institutionenanalytische Perspektiven, S. 41ff.

ANALYSEN

STÄDTE

Uppenkamp, B.: Politische Macht – Architektonische Imagination? Zur Politik als architektonische Wissenschaft am Beispiel Wolfenbüttels um 1600, S. 59ff.; Denys, C.: Policey und städtischer Raum in einer französischenGrenzstadt: das Beispiel Lille (1686-1791), S. 75ff.; Herzogenrath, B.: Eine „Physik der Macht“: Phasenübergänge und Turbulenzen in der Antinomischen Kontroverse, Boston, 1636-38, S. 91ff.; Sälter, G.: Ordnung in der Stadt. Zur Kontrolle urbaner Räume am Beispiel der Pariser Polizei an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert, S. 111ff.

STADT-RÄUME

Krischer, A.: Grenzen setzen. Macht, Raum und die Ehre der Reichsstädte, S. 135ff.; Diener-Staeckling, A.: Orte der Ratswahl – Orte der Macht. Die Räume der Ratswahl in der frühneuzeitlichen Stadt, S. 155ff.; Füssel, M.: Umstrittene Grenzen. Zur symbolischen Konstitution sozialer Ordnung in einer frühneuzeitlichen Universitätsstadt am Beispiel Helmstedt, S. 171ff.; Lorenz, M.: Strittiger Herrschaftsraum – Stettin 1662. Hafen und Handelsplatz oder Bollwerk und Brückenkopf?, S. 193ff.

STADT-TEILE

Andenna, G.: Intra ambitum civitatis cariores sunt areae. Räumliche Beziehungen zwischen politischen und kirchlichen Instanzen in den Stadtkommunen der Lombardei, S. 217ff.; Thiele, A.: Grenzkonflikte und soziale Verortung in der „Residenz auf Abruf“. Halle unter dem letzten Administrator des Erzstifts Magdeburg, Herzog August von Sachsen-Weißenfels (1614-1680), S. 239ff.; Rohdewald, S.: Schwache unter Schwachen. Zur Aushandlung jüdischen Raumes in Städten des Großfürstentums Litauen im 17. und 18. Jahrhundert am Beispiel von Polock, S. 259ff.

STADT-ORTE

Weller, T.: Der Ort der Macht und die Praktiken der Machtvisualisierung. Das Leipziger Rathaus in der Frühen Neuzeit als zeremonieller Raum, S. 285ff.; Witzenrath, C.: Orthodoxe Kirche und Fernmacht. Das Moskauer Reich, Kosaken und die Gründung des Bischofssitzes von Tobolsk und Sibirien 1620-1625, S. 309ff.; Mallinckrodt, R. von: Unsichtbare Macht – Repräsentative Machtlosigkeit? Ein Vergleich politischer Einflussmöglichkeiten und architektonischer Repräsentation frühneuzeitlicher Bruderschaften in Venedig und Köln, S. 333ff.; Schwerhoff, G.: Die Policey im Wirtshaus. Obrigkeitliche und gesellschaftliche Normen im öffentlichen Raum der Frühen Neuzeit. Das Beispiel der Reichsstadt Köln, S. 355ff.

Maier, J.: Residenzschloß Ansbach. Gestalt und Ausstattung im Wandel der Zeit, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken 100 (2005) S. 1-569.

Maîtres et techniques de combat à la fin du Moyen Âge et au début de la Renaissance, hg. von F. Cognot, Paris 2006 (Histoire et patrimoine) [Association pour l’édition et la diffusion des études historiques, 14 Euro]

Aus dem Inhalt:

Cognot, F.: Avant-propos, S. 5ff.; Huber, M.: L’art du combat à cheval aux XIVe et XVe siècles dans le Saint Empire Romain Germanique, d’après les traités d’escrime, S. 9ff.; Parisi, C.: A few considerations on Renaissance Dagger Fencing, S. 65ff.; Cinato, F., Surprenant, A., Luitger par lui-même? Stratigraphie d’une synthèse médiévale de l’escrime, 81ff.; Dupuis, O., Joachim Meyer, escrimeur libre, bourgeois de Strasbourg (1537?-1571), S. 107ff.; Walczak, B.: The AGISE Research Method, S. 121ff.

Marques d’authenticité et sigillographie. Recueil d’articles publiés en hommage à René Laurent, hg. von C. de Moreau de Gerbehaye und A. Vanrie, Brüssel 2006 (Archives et Bibliothèques de Belgique. Numéro spécial, 79).

Aus dem Inhalt:

Vanrie, A.: Notes biographiques. Répères chronologiques. Bibliographie, S. 9ff.; Becchetti, L.: Il degrado dei sigilli di cera: approcci metodologici ed etica di restauro, S. 27ff.; Mertens, J.: Controleren en waarmerken van maten en gewichten, S. 37ff.; Nieus, J.-F.: Les remplois de sceaux princiers en Lotharingie au XIIe siècle: pragmatisme ou propagande dynastique, S. 47ff.; Chassel, J.-L.: Chirographes, sceaux et notaires. Remarques sur l’usage des formes mixtes dans les actes des XIIe et l’usage des formes mixtes dans les actes des XIIe et XIIIe siècle, S. 59ff.; Gil, M.: Quo in testimonio imago meam apposui. Notes sur le goût de l’antique et le style 1200 dans les sceaux du Nord de la France, S. 67ff.; Liez, J.-L.: Le sceau de l’abbaye de Saint-Thierry (XIIe-XIVe siècle), ultime souvenir d’un reliquaire disparu, S. 95ff.; Yante, J.-M.: Usages et tarification du sceau des foires de Champagne (XIIIe-XIVe siècle), S. 101ff.: Overstraeten, D. van: La Cour des chênes à Hornu: historiographie et réalié historique, S. 113ff.; Roelandt, C.: Identification de jetons médiévaux des échevins et receveurs de Bruxelles, S. 141ff.; Dickstein-Bernard, C.: Note sur l’utilisation du chirographe à Bruxelles aux XIVe et XVe siècles, S. 163ff.; Cockshaw, P.: Fausses lettres et faux sceaux des ducs de Bourgogne, comtes de Flandre (1384-1477), S. 177ff.; Aerts, E.: De zegelrechten van de Brabantse kanselarij onder Filips de Goede (1430-1467), S. 193ff.; Scufflaire, A.: L’abbaye de Saint-Ghislain et le seigneur de Ligne: trois sceaux typiques à propos d’Aubechies en Hainaut (1431), S. 211; Bergen-Pantens, C. van. den: Tableau des 32 quartiers de Josse de Lalaing, chevalier de la Toison d’Or, seigneur de „Brosende“ († 5 août 1483), S. 225ff.; Soenen, M.: Grand Chancelier vs Archichancelier, 1520-1521. Trois actes originaux de Charles Quint relatifs aux chancelleries et à l’usage des sceaux (A.G.R. Archives de l’Audience), S. 243ff.; Roobaert, E.: Speciale penningen van Financiёn geslagen in de muntateliers te Antwerpen en te Brugge in de 16de eeuw, S. 261ff.; Duvosquel, J.-M.: Une chancellerie princière au début du XVIIe siècle le Conseil et la Chambre des comptes de Charles de Croŷ, duc d’Arschot et prince de Chimay, S. 307ff.; Moreau de Gerbehaye, C. de: Maximilien-Emmanuel, souverain méconnu des Pays-Bas, et son sceau princier (1711-1714), S. 331; Douxchamps-Lefèvre, C.: Abolition et résurgence de la noblesse et des emblème nobiliaires dans nos régions 1795-1830, S. 363ff.; Viaene-Awouters, L.: Limburgse gemeentewapens onder Willem I. van regelgeving tot praktijk, S. 371ff.; Duerloo, L.: Laurentius op de rooster gelegd. Kanttekeningen bij het heraldisch gebruik van heiligen en hun attributen, S. 381ff.; Win, P. de: Het gebruik van een uithangend zegel aan adelbrieven verleend door de Belgische vorsten, S. 389ff.

Martin Peudargent. Musiker und Komponist am jülich-klevischen Hof, bearb. und komm. von M. Lubenow (Jülicher Forschungen, 7) [Verlag des Jülicher Geschichtsvereins, 360 S., 35 Abb, 55 Euro].

Matzerath, J.: Adelsprobe an der Moderne. Sächsischer Adel 1763 bis 1866. Entkonkretisierung einer traditionalen Sozialformation, Stuttgart 2006 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, 183) [Franz Steiner, 611 S., geb., 21 sw-Tab, 68 Euro].

McVaugh, M.: The Rational surgery of the Middle Ages, Florenz 2006 (Micrologus’ library, 15) [Ed. del Galluzzo, 296 S., Ill., 46 Euro].

Meinhardt, M.: Dresden im Wandel. Raum und Bevölkerung der Stadt im Residenzbildungsprozeß des 15. und 16. Jahrhunderts, Berlin 2007 (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 4) [Akademie, 416 S., 15 farb. Abb., 20 sw-Abb., geb., 59,80 Euro].

Memoria. Kultur – Stadt – Museum. Mémoire: Culture – Ville – Musée, hg. von A. Sohn, Bochum 2006 (Herausforderungen, 18) [Winkler, 366 S., kart., 19 Abb., 63,75 Euro].

Menninger, A.: Du métier des armes à la vie de cour, de la forteresse au château de séjour: familles et demeures aux XIVe-XVIe siècles, Turnhout 2005 [Brepols, 285 S., kart., graph. Darst., 69 Euro].

Menniti Ippolito, A.: Il governo dei papi nell’età moderna. Carriere, gerarchie, organizzazione curiale, Rom 2007 [Edizioni Viella, 216 S., brosch., 19 Euro].

Minorités juives, pouvoirs, littérature politique en péninsule ibérique, France et Italie au Moyen Âge. Études offertes à Béatrice Leroy, hg. von J.-P. Barraque und V. Lamazou-Duplan, Biarritz 2006 (La storia, 2) [Atlantica, 528 S., kart., 40 Euro].

Mittelalter. Oldenbourg Geschichte Lehrbuch, hg. von M. Meinhardt, A. Ranft und S. Selzer, München 2007 [Oldenbourg, 464 S., geb., zahlr. Abb., 34,80 Euro].

Mittelalterliche Fürstenhöfe und Erinnerungskulturen, hg. von C. Fey, S. Krieb und W. Rösener, Göttingen 2006 (Formen der Erinnerung, 27) [Vandenhoeck und Ruprecht, 332 S., pb., 35 Abb., 49,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rösener, W.: Einführung, S. 7-20; Rösener, W.: Der mittelalterliche Fürstenhof. Vorbilder, Hofmodelle und Herrschaftspraxis, S. 21-42; Hirsch, V.: Formen der Erinnerung am Basler Bischofshof im 15. Jahrhundert, S. 43-64; Krieb, S.: Zwischen Dienst und Fest. Zur Wahrnehmung von Fürstenhöfen in Selbstzeugnissen reisender Adeliger des Spätmittelalters, S. 65-88; Moning, M.: Der Traum gelebter Ritterlichkeit. Zeitbezüge eines vergessenen Preisliedes auf Ludwig den Bayern, S. 89-106; Kersken, N.: Auf dem Weg zum Hofhistoriographen. Historiker an spätmittelalterlichen Fürstenhöfen, S. 107-140; Fey, C.: Wallfahrtserinnerungen an spätmittelalterlichen Fürstenhöfen in Bild und Kult, S. 141-166; Spiess, K.-H.: Materielle Hofkultur und ihre Erinnerungsfunktion im Mittelalter, S. 167-184; Franke, B.: Tapisserie als Medium für das fürstliche Bildgedächtnis. Herkules, die Amazonen und das ritterliche Turnier, S. 185-220; Müller, M.: Der historische Ort und das mythologische Bild. Historienmalerei und Schlossbaukunst als visuelle Medien reichsfürstlicher Erinnerungskultur um 1500, S. 221-248; Streich, B.: Sepultus in Wymaria. Grablegen und Begräbnisrituale der Kurfürsten von Sachsen, S. 249-276; Reinle, C.: Ergebnisse und Probleme, S. 277-321.

Monarchy and religion. The transformation of royal culture in eighteenth-century Europe, hg. von M. Schaich, Oxford 2007 (Studies of the German Historical Institute London) [Oxford University Press, 500 S., geb., 60 ₤].

Aus dem Inhalt:

Clark, J. C. D.: The re-enchantment of the world? Religion and monarchy in eighteenth-century europe, S. 41ff.

I. RELIGION AT COURT: PERSONNEL

Beales, D.: Clergy at the Austrian court in the eighteenth century, S. 79-104; Bushkovitch, P.: The clergy at the Russian court, 1689-1796, S. 105-128; Taylor, S.: The clergy at the court of George I. and George II., S. 129-152; Reinhardt, N.: The king’s confessor: changing images, S. 153-186; Gregg, E.: The exiled Stuarts: Martyrs for the faith?, S. 187ff.

II. RELIGION AT COURT: EVERYDAY CEREMONIAL

Sabatier, G.: Religious rituals and the kings of France in the eighteenth century, S. 249-282; Kramer, F.: Piety at court: The Wittelsbach electors in eighteenth-century Bavaria, S. 283-316; Campbell Orr, C.: The late Hannoverian court and the christian enlightenment, S. 317ff.

III. STATE OCCASIONS

Grell, C.: The sacre of Louis XVI: The end of a myth, S. 345-266; Hengerer, M.: The funerals of the Habsburg emperors in the eighteeth century, S. 367-394; Hughes, L.: The funerals of the Russian emperors and empresses, S. 395-420; Schaich, M.: The funerals of the British Monarchy, S. 421-450; Hellmuth, E.: The funerals of the Prussian kings in the eighteenth century, S. 451ff.

Monciatti, A.: Il Palazzo Vaticano nel medioevo, Florenz 2005 (Fondazione Carlo Marchi, 19) [Olschki, 425 S., 231 sw-Abb., 24 farb. Abb., 140 Euro].

Moritz von Sachsen – Ein Fürst der Reformationszeit zwischen Territorium und Reich. Internationales wissenschaftliches Kolloquium vom 26. bis 28. Juni 2003 in Freiburg (Sachsen), hg. von K. Blaschke, Stuttgart 2007 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 29) [Franz Steiner, 337 S., geb., 20 Abb., 72 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rössler, M.: Grußwort, S. 7-9; Lerchner, G.: Grußwort, S. 10-12; Maria Emanuel Markgraf von Meissen, Herzog zu Sachsen, Grußwort, S. 13-16; Blaschke, K.: Einführung, S. 17-24; Nicklas, T.: Das Wagnis reichsfürstlicher Außenpolitik. Moritz von Sachsen zwischen Habsburg und Frankreich, S. 25-41; Kohler, A.: Von Passau nach Augsburg. Zur politischen Emanzipation Ferdinand I. in den Jahren 1552 bis 1555, S. 42-56; Petritsch, E. D.: Ferdinand I., Moritz von Sachsen und die osmanische Frage, S. 57-74; Rudersdorf, M.: Moritz von Sachsen und die Landgrafschaft Hessen. Protestantische Politik im Zeichen des dynastischen Familienverbandes, S. 75-93; Bünz, E.: Eine Niederlage wird bewältigt. Die Ernestiner und Kursachsen 1547 bis 1554, S. 94-117; Herrmann, J.: Moritz von Sachsen – Persönlichkeit und politische Entscheidungen, S. 118-132; Schirmer, U.: Umfang, Strukturen und Funktionen der albertinischen Staatsfinanzen – Untersuchungen zum Haushaltsjahr 1549/1550, S. 133-162; Wartenberg, G.: Die albertinische Kirchen- und Religionspolitik unter Moritz von Sachsen, S. 163-172; Müller, W.: Herzog Moritz von Sachsen und die Neugestaltung des Bildungswesen nach der Einführung der Reformation im albertinischen Sachsen, S. 173-201; Winter, C.: Kurfürst Moritz und seine Räte in der albertinischen Bündnispolitik der Jahre 1551 bis 1553, S. 202-224; Gross, R.: Herzog/Kurfürst Moritz und die Ausprägung der sächsischen Landesverwaltung, S. 225-234; Haug-Moritz, G.: Judas und Gotteskrieger. Kurfürst Moritz, die Kriege im Reich der Reformationszeit und die „neuen“ Medien, S. 235-259; Magirius, H.: Die Monumente für Kurfürst Moritz an der Festung in Dresden und im Freiberger Dom, S. 260-283; Fuchs, M.: Moritz von Sachsen und Karl V. in der deutschsprachigen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, S. 284-297; Junghans, H.: Moritzrezeption und Moritzeditionen, S. 298-312; Blaschke, K.: Moritz von Sachsen – der bedeutendste Wettiner, S. 337-336.

Moufflet, J.-F.: Autour de l’Hôtel de saint Louis (1226-1270). Le cadre, les hommes, les itinéraires d’un pouvoir. Thèse Sorbonne 2007.

Müller, M. F.: Albrecht Altdorfers Alexandertriumph für Kaiser Maximilian I., in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 94-116.

Die Münchner Residenz. Geschichte – Zerstörung – Wiederaufbau, hg. von K. Faltlhauser, Ostfildern 2006 [Thorbecke, 304 S., geb., Abb., 49,80 Euro].

Mystifying the Monarch. Studies on Discourse, Power, and History, hg. von J. Deploige und G. Deneckere, Amsterdam 2006 [Amsterdam University Press, 288 S., pb., Abb., 34,50 Euro].

Mythen Europas. Schlüsselfiguren der Imagination. Gesamtwerk: Renaissance, hg. von M. Neumann und C. Strobl, Regensburg 2006 [Pustet, 224 S., geb., 26,90 Euro].

Narbana Cárceles, M.: La actividad musical en la corte de Carlos III el Noble de Navarra, 1387-1425: ¿mecenazgo o estrategia politíca?, in: Príncipe de Viana 68 (2006) S. 313-334.

Narbona Cáceres, M.: La corte de Carlos III el Noble, rey de Navarra: espacio doméstico y escenario de poder, 1376-1415, Barañáin 2006 [Ediciones Universidad de Navarra, 608 S., pb., Abb., 28,50 Euro].

Newton, M. W. R.: L’espace du roi. La Cour de France au château de Versailles, 1682-1789, Paris 2000 [Fayard, 588 S., graph. Darst., 45,20 Euro].

Newton, M. W. R.: La petite cour. Services et serviteurs à la Cour de Versailles au XVIIIe siècle, Paris 2006 [Fayard, 662 S., brosch., Ill., 40 Euro].

Nikolay-Panter, M.: Dienst und Herrschaft. Burg und Herrschaft Landskron im 14. Jahrhundert, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 69 (2005) S. 70-103.

Ongay, N.: De Evreux a Olite: la condesa de Foix y su viaje de regreso de Francia (1373-1374), in: Príncipe de Viana 67 (2006) S. 873-900.

Ordnung und Distinktion. Praktiken sozialer Repräsentation in der ständischen Gesellschaft, hg. von M. Füssel u.a., Münster 2005 (Symbolische Kommunikation und Gesellschaftliche Wertesysteme, 8) [Rhema, 264 S., geb., 4 sw-Photos, 36 Euro].

The origins of the Grand Tour. The travels of Robert Montagu, Lord Mandeville (1649-1654), William Hammond (1655-1658), Banaster Maynard (1660-1663), hg. von M. G. Brennan, Aldershot 2004 (Hakluyt Society. Series 3, 14) [Ashgate, XVII+331 S., geb., 50 ₤].

Ortlieb, E.: Die Entstehung des Reichshofrats in der Regierungszeit der Kaiser Karl V. und Ferdinand I. (1519-1564), in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 11-26.

Ottner, C.: Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493). Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Abschriftensammlungen (1464-1469), Köln u.a. 2007 (Regesta Imperii. Unterreihe: Regesten Kaiser Friedrichs III. [1440-1493], 22) [Böhlau, 304 S., brosch., 59 Euro].

Pálffy, G.: Krönungsmähler in Ungarn im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Weiterleben des Tafelzeremoniells des selbständigen ungarischen Königshofes und Machtrepräsentation der ungarischen politischen Elite, Tl. 1, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 115 (2007) S. 85-111.

Panzer, M. A.: Agnes Bernauer. Die ermordete “Herzogin“, Regensburg 2007 [Pustet, 192 S., geb., 25 Abb., 22 Euro].

Papes, princes et savants dans l’Europe moderne. Mélanges à la mémoire de Bruno Neveu, hg. von J.-L. Quantin und J.-C. Waquet, Genf 2007 (École Pratique des Hautes études. Section 4: Sciences historiques et philologiques, 5; Hautes études médiévales et modernes, 90) [Droz, 441 S., 57,06 Euro].

De part et d’autres des Alpes. Les châtelains des princes à la fin du Moyen Âge. Actes de la table ronde de Chambéry, 11 et 12 octobre, hg. von G. Castelnuovo und O. Matteoni, 2001, Paris 2006 (Histoire ancienne et mediévale, 88 ) [Publ. de la Sorbonne, 337 S., kart., graph. Darst.].

Pauly, M., Reinert, F.: Sigismundus von Luxemburg: Ein Kaiser in Europa, Mainz 2006 [Zabern, 376 S., geb., 86 sw-Abb., 140 farb. Abb., 45 Euro].

Paviot, J.: Noblesse et croisade à la fin du Moyen Âge, in: Cahiers de Recherches Médiévales 13 (2006) S. 69-84.

Pays bourguignons et autrichiens (XIVe-XVIe siècles). Une confrontation institutionelle et culturelle. Rencontres d’Innsbruck, 29 septembre au 2 octobre 2005, hg. von J.-M. Cauchies und H. Noflatscher, Neuchâtel 2006 (Publications du Centre européen d’études bourguignonnes XIVe-XVIe s., 46).

Aus dem Inhalt:

DYNASTIEN, POLITIK, MENTALITÄTEN

Richard, J.: Les relations dynastiques entre Bourgogne et Autriche de 1285 à l’avènement du duc Charles, S. 5-12; Dünnebeil, S.: Der Orden vom Goldenen Vlies zwischen Burgund und dem Hause Österreich, S. 13-30; Yante, J.-M.: Le prince et l’économie. Bourgogne – Pays-Bas – Autriche (XIVe-XVe siècles), S. 31-43; Moeglin, J.-M.: „Welsches“ et „Allemands“ dans l’espace bourguignon, germanique et suisse du XIIIe au XVe siècle, S. 45-75.

INSTITUTIONEN, HERRSCHAFT; AKTEURE

Cauchies, J.-M.: Das Burgundische Vorbild (le „modèle bourguignon) et sa „réception“ dans les principautés habsbougeoises: arguments et perplexité, S. 77-90; Hollegger, M.: Burgundische Regierungs-, Verwaltungs- und Finanztechniken in Österreich? Zum Institutionentransfer um 1500, S. 91-103; Weiss, S.: Der Postkurs. Die institutionalisierte Nachrichtenverbindung zwischen Österreich und den Niederlanden seit Maximilian I., S. 105-113; Heinig, P. J.: Akteure und Mediatoren burgundisch-österreichischer Beziehungen im 15. Jahrhundert, S. 115-144; Bischoff, G.: Un „condottiere“ austro-bourguignon, Frédéric Cappler (v. 1440-† 1506), S. 145-160; Cools, H.: Quelques hommes de cour originaires des pays germaniques aux Pays-Bas à l’époque de Maximilien Ier, S. 161-170.

INSZENIERUNG, REPRÄSENTATION, KUNST

Prochno, R.: Die Inszenierung der Herzöge von Burgund in ihren Portraits und ihre habsburgische Nachfolge, S. 171-189; Gorter-van Royen, L.: Les chasses de Marie de Habsbourg, reine de Hongrie et de Bohême, régente des Pay-Bas, S. 191-202; Duindam, J.: The Burgundian-Spanish legacy in European court life: a brief reassessment and the example of the Austrian Habsburgs, S. 203-220; Flotzinger, R.: Musikalische Interkulturalität? Zur Rezeption westlichen Komponierens in den Ländern der Habsburger bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts, S. 221-234; Allart, D.: Ernest d’Autriche, gouverneur des Pays-Bas (1594-1595). Portrait d’un amateur de peinture et analyse du contenu de sa collection, S. 235-287.

SPRACHGEBRAUCH, DRUCKE, TRADITION

Goeble, H.: Die autographen französischen Briefe Kaiser Maximilians an seine Tochter Margarete. Eine kurzgefaßte linguistische Analyse, S. 259-272; Stampfer, U.: Niederländische Drucke in der Hofbibliothek Erzherzog Maximilians III., S. 273-284; Fuchs, M.: Herzog Karl der Kühne in der Österreichischen Historiographie – eine Spurensuche, S. 285-299.

Penning, W. D.: Vom Obersilberkämmerer zum Obristhofmarschall. Die Entwicklung eines Laufbahnsystems am Kurkölner Hof im 18. Jahrhundert und die Familie von der Vorst zu Lombeck, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 209 (2006) S. 277-305.

Die Personalunionen von Sachsen-Polen 1697-1763 und Hannover-England 1714-1837. Ein Vergleich, hg. von R. Rexheuser, Wiesbaden 2005 (Quellen und Studien, 18) [Harrassowitz, 495 S., geb., 78 Euro].

Aus dem Inhalt:

Duchhardt, H.: Die Personalunionen Hannover-England und Sachsen-Polen im Spannungsfeld von politischen Strukturen und emotionalen Faktoren: Die Perspektive der Fürsten, S. 455-464.

Pietschmann, K,: Kirchenmusik zwischen Tradition und Reform. Die päpstliche Kapelle und ihr Repertoire im Pontifikat Papst Pauls III (1534-1549), Turnhout 2006 [Brepols, 400 S., pb., 100 Euro].

Le portrait. La représentation de l’individu, hg. von A. Paravicini Bagliani, J.-M. Spieser und J. Wirth, Florenz 2006 (Micrologus’ library, 17) [SISMEL, 221 S., brosch., 57 Euro].

Aus dem Inhalt:

Wirth, J.: Introduction, S. 9-16; Dasen, V.: Autour du portrait romain. Marques identitaires et anomalies physiques, S. 17-34; Sivo, F.: Il ritratto bella donna. Parole e immagini di un canone, S. 35-56; Spieser, J.-M.: Invention du portrait du Christ, S. 57-76; Wirth, J.: Le portrait du Christ en Occident, S. 77-94; Dale, T. E. A.: The portrait as imprintet image and the concept of the individual in the romanesque period, S. 95-116; Paravicini Bagliani, A.: Les portraits de Boniface VIII. Une tentative de synthèse, S. 117-140; Rando, D.: L’(auto)portrait dans les apostilles: la bibliothèque de Johannes Hinderbach (1418-1486), S. 141-154; Santi, F.: Ritratto al cane (XVI-XVIII), S. 155-169; Stoichita, V. I.: Le portrait de l’„autre“. Portrait baroque et rhétorique de l’illusion, S. 169-182; Nussbaum, V.: L’aura de Laura. L’écho du portrait idéal au cinéma, S. 183ff.

Pregla, B.: Das Renaissanceschloss in Leitzkau. Baugeschichtliche Erkenntnisse und archivalische Nachrichten, in: Historische Bauforschung in Sachsen-Anhalt. Arbeitsberichte des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt 6 (2007) S. 122-176.

Preußens erstes Provinzialarchiv. Zur Erinnerung an die Gründung des Staatsarchivs Königsberg vor 200 Jahren, hg. von B. Jähnig und J. Kloosterhuis, Marburg 2006 (Tagungsberichte der Historischen Kommission für Ost- und Westpreussische Landesforschung, 20) [N. G. Elwert, 280 S., geb., 23 Euro].

Aus dem Inhalt:

GESCHICHTE

Willoweit, D.: Recht, Landesherrschaft und Obrigkeit in Altpreußen – Vom Ordensstaat zum Herzogtum (mit 1 Abb.), S. 11-26; Glauert, M.: Von Akkon bis Königsberg – Das Archiv der Hochmeister des Deutschen Ordens (mit 8 Abb.), S. 27-52; Jähnig, B.: Vom Etatsministerium zum Geheimen Archiv – Kanzlei, Registratur und Archiv von der ausgehenden Ordenszeit bis zum beginnenden 19. Jahrhundert (mit 9 Abb.), S. 53ff.

BESTÄNDE

Kloosterhuis, J.: Strukturen und Materien spätmittelalterlicher Amtsbücher im Spiegel von Ordensfolianten (mit 13 Abb.), S. 85-122; Neitmann, K.: Arbeits-instrumente der hochmeisterlichen Kanzlei: Handfestenregister des 15. Jahrhunderts (mit 8 Abb.), S. 123-184; Knackmuss, A.: Die Ostpreußischen Folianten – Zur frühneuzeitlichen Entwicklung der Amtbücher im Staatsarchiv Königsberg (mit 4 Abb.), S. 185-196; Hartmann, S.: Das Herzogliche Briefarchiv und seine Rege-stierung (mit 1 Abb.), S. 197ff.

VERLUSTE

Marti, H.: Universitätsgeschichtliche Bestände aus Königsberg in Allenstein [Archiwum Panstwowe w Olsztynie], S. 215-228; Martens, J.: Das Wilnaer Restau-rierungsprojekt (mit 3 Abb.), S. 229-244; Heckmann, D.: Das Staatsarchiv als Ersatz für das verlorene Stadtarchiv Königsberg (mit 1 Abb.), S. 245-258; Letkemann, P.: Provenienz und Pertinenz – die Gründung des Staatsarchivs Danzig (mit 3 Abb.), S. 259ff.

Princes and princely culture 1450-1650, hg. von M. Gosman, A. MacDonald und A. Vanderjagt, Leiden 2005 (Brill’s studies in intellectual history, 118) [Brill, 357 S., Abb., 94 Euro].

Prochno, R.: Konkurrenz und ihre Gesichter in der Kunst. Wettbewerb, Kreativität und ihre Wirkungen, Berlin 2006 [Akademie, 284 S., geb. 100 Abb., 64,80 Euro].

Queenship and political power in medieval and early modern Spain, hg. von T. Earenfight, Aldershot 2005 (Women and gender in the early modern world) [Ashgate, 210 S., pb., 15 Abb., 85,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

THE PRACTICAL LIMITS OF PARTNERSHIP

Haluska-Rausch, E.: Unwilling partners: conflict and ambition in the marriage of Peter II of Aragon and Marie de Montpellier; O’Callaghan, J. F.: The many roles of the medieval queen: some examples from Castile; Earenfight, T.: Absent kings: queens as political partners in the medieval crown of Aragon.

PRACTISING THE POLITICS OF RELIGION

Meyerson, M.: Defending their jewish subjects: Elionor of Sicily, Maria de Luna, and the jews of Morvedre; Silleras-Fernández, N.: Spirit and force: politics, public and private in the reign of Maria de Luna (1396-1406); Echevarria-Arsuaga, A.: The queen and the master: Catalina of Lancaster and the military orders.

REPRESENTING THE POLITICS OF QUEENSHIP

Landingham, M. van: Royal portraits: representions of queenship in the thirteenth-century catalan chronicles; Liss, P.: Isabel of Castile (1451-1504), her self-representation and its context; Lozano, J. S.: Choices and consequences: the construction of Isabel de Portugal’ s image; Goodman, E.: Conspicuous in her absence: Mariana of Austria, Juan José de Austria, and her representation of her power.

Rahn, T.: Festbeschreibungen: Funktion und Topik einer Textsorte am Beispiel der Beschreibung höfischer Hochzeiten (1568-1794), Tübingen 2005 (Frühe Neuzeit, 108) [Niemeyer, 310 S., 25 Abb., 78 Euro].

Ranft, A.: Nobiltà, corti, residenze nell’Impero tardomedioevale, in: Stato della ricerca e prospettive della medievistica tedesca : Roma, 19-20 febbraio 2004, hg. von M. Matheus und M. Miglio, Rom 2006 (Nuovi studi storici, 71), S. 85-112.

Raumkunst in Burg und Schloß. Zeugnis und Gesamtkunstwerk, hg. von H.-E. Paulus, Regensburg 2005 (Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, 8) [Steiner & Schnell, 262 S., kart., zahlr. meist farb. Abb., 34,90 Euro].

Rauscher, P.: Das Reich – ein Thema, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 7-10.

Reading, Interpreting and Historicizing: Letters as Historical Sources, hg. von R. Schulte und X. von Tippelskirch, San Domenico 2004 (EUI Working Papers, 2) – www.iue.it/PUB/HEC04-02.pdf


Aus dem Inhalt:

Costa Gomes, R.: Letters and letter-writing in fifteenth century Portugal, S. 11ff.; Zarri, G.: Sixteenth century letters: typologies and examples from the monastic circuits, S. 39ff.; Arenfeldt, P.: Provenance and Embeddedness. The letters from Elisabeth, Countess Palatine (1552-1590) to Anna, Electress of Saxony (1532-1585), S. 53ff.; Tippelskirch, X. von: Reading Italian Love Letters around 1600, S. 73ff.; Bastl, B.: „Wer wird schon Gellert sein? Hier schreibe ich!“ – Geschriebene Äußerungen als mündliche Herausforderungen, S. 89ff.; Borello, B.: Family Networking. Purpose and Form of epistolary conversation between aristocratic siblings (Siena 17th century), S. 107ff.; Margreiter, K.: Briefe an den Kaiser. Anträge auf Nobilitierung als Quelle für die mitteleuropäische Sozialgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, S. 123ff.; Kollbach, C.: „Je connois vôtre facilitée à manier la plûme“. Epistolary skills and princely children at the court of Baden-Durlach in the 18th century, S. 135ff.; Tasca, L.: „Vostro devotissimo servo“. Segretari e società italiana nell’ Ottocento, S. 149ff.

Reden-Dohna, A. von: War die Säkularisation zwangsläufig? Der Fall Hochstift Hildesheim, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 139/140 (2003/2004) S. 7-25.

Register der Personen- und Ortsnamen 1496-1498, hg. von H. Wiesflecker, Köln u.a. 2007 (Ausgewählte Regesten des Kaiserreiches unter Maximilian I. 1493-1519, 2,3) [Böhlau, 184 S., brosch., 49 Euro].

Renoux, A.: Architecture, pouvoir et représentation en milieu royal et princier dans la France du nord aux Xe et XIe siècle, in: Zentren herrschaftlicher Repräsentation im Hochmittelalter. Geschichte, Architektur und Zeremoniell, hg. von C. Ehlers, J. Jarnut und M. Wemhoff, Göttingen 2007 (Deutsche Königspfalzen. Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung, 7) S. 25-68.

Renoux, A.: Château, habitats fossoyés et peuplement: Brugny et son terroir du XIIe au XVe siècle (Champagne), in: Château Gaillard 22 (2006) S. 299-304.

Richardson, T.: The Greenwich Armouries, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 113-123.

Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg. Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 7. bis 9. Oktober 2004 auf Schloß Iburg, hg. von S. Tauss, Osnabrück 2007 [Universitätsverlag Osnabrück, 399 S., kart., zahlr., meist farb. Abb., 34,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Tauss, S.: Einleitung, S. 17-35; Schlüter, W.: Archäologische Befunde zur Baugeschichte der Iburg, S. 37-52; Butt, P., Königsfeld, P., Uhrmacher, E.: Geschichte der Restaurierung und Grundlagen der Rekonstruktion von Wartenbergs Großem Saal, S. 81-119; Westphal, S.: Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und der Dreißigjährige Krieg, S. 121-136; Kraienhorst, H. B.: Die Erneuerung des geistlichen Lebens im Fürstbistum Osnabrück unter Franz Wilhelm von Wartenberg, S. 137-152; Lass, H.: Das Residenzschloss im 17. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und die Schlösser in Iburg und Osnabrück, S. 153-172; Hoffmann, C.: Residenz, Hofhaltung und Hofdienerschaft des Fürstbischofs Franz Wilhelm von Wartenberg im Hochstift Osnabrück 1625-1661, S. 173-194; Arnke, V., Bartke, T., Hofer, S., Gresshöner, K., Kanies, M.: „Edle Knaben in Tugend und Sitten“. Qualifikation und Aufgaben der Pagen am Hofe Franz Wilhelms von Wartenberg, S. 195-212; Sammer, M.: Die Regensburger Residenz und Hofhaltung Franz Wilhelms von Wartenberg, S. 213-228; Wimböck, G.: Vorbild, Abbild und Herrscherbild. Franz Wilhelm von Wartenberg und die Wittelsbacherresidenz in München, S. 229-248; Feldkamp, M. F.: Herkules, Karl der Große, Wartenberg und die Jesuiten in Osnabrück. Lemmata zum Rittersaal in Schloss Iburg, S. 249-268; Dethlefs, G.: Die Bildgalerie der Osnabrücker Bischöfe im Rittersaal des Schlosses Iburg, S. 269-290; Grommel, B.: Kamin und Kaminbilder im Rittersaal der Iburg im Kontext des Raumprogramms, S. 291-306; Tauss, S.: „nach dem Credentz Tisch dragen“. Eine Annäherung an die Schaukredenz im Rittersaal, S. 307-336; Dethlefs, G.: Die Bischofsporträts im Rittersaal von Schloss Iburg. Inschriften und Bilder, S. 337-366.

Robin, F.: Le château du roi René à Tarascon, Paris 2005 [Édition du Patrimoine, 64 S., brosch., sw-Abb., farb. Abb., 5,70 Euro].

Roch-Lemmer, I.: Mansfeld. Evangelisch-Lutherische Stadtkirche St. Georg, Regensburg 2005 (Schnell Kunstführer, 2578) [Steiner & Schnell, 15 S., geheftet, zahlr. Farbtaf., 2,50 Euro].

Rödel, V.: Pfalzgrafen, Grafen und Reichsministerialen am Mittelrhein im 12. und begin-nenden 13. Jahrhundert, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 70 (2006) S. 77-104.

Roolfs, C.: Der hannoversche Hof von 1814 bis 1866. Hofstaat und Hofgesellschaft, Hannover 2005 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, 124) [Hahn, 510 S., pb., Abb., 35 Euro].

Roux, N. le: Un régicide au nom de Dieu. L’assassinat d’Henri III, Paris 2006 [Gallimard, 451 S., pb., 24 Euro].

The Royal Chapel in the time of the Habsburgs: Music and court ceremony in early modern Europe, hg. von J. J. Garreas und B. Garcia, Suffolk 2005 (Studies in medieval and Renaissance music, 3) [Boydell&Brewer, 512 S., geb., 95 ₤].

Rüde, M.: England und Kurpfalz im werdenden Mächteeuropa (1608-1632). Konfession – Dynastie – kulturelle Ausdrucksformen, Stuttgart 2007 (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B: Forschungen, 166) [Kohlhammer, 324 S., pb., Abb., 29 Euro].

Russo, S., Salvemini, B.: Ragion pastorale, ragion di Stato, Spazi dell’allevamento e spazi dei poteri nell’Italia di età moderna, Rom 2007 (I libri Viella 64) [Edizioni Viella, 224 S., brosch., 20 Euro].

Lo scaffale della biblioteca scientifica in volgare (secoli XIII-XVI), hg. von R. Librandi und R. Piro, Florenz 2006 (Micrologus Library, 16) [SISMEL, 526 S., brosch., 67 Euro].

Im Schatten mächtiger Nachbarn. Politik, Wirtschaft und Kultur der Niederlausitz, hg. von K. Neitmann, Berlin 2006 (Brandenburgische historische Studien, 5; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, 3) [be.bra Wissenschaft, 283 S., kart., graph. Darst., 22,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Neitmann, K.: Zur Einführung: Betrachtungen zu einer eigenständigen historischen Landschaft im Schatten mächtiger Nachbarn, S. 15-29; Schrage, G. E.: Entstehung und Entwicklung der Markgrafschaft Niederlausitz im hohen Mittelalter (10. bis 13. Jahrhundert), S. 31-72; Neitmann, K.: Der Aufstieg Lübbens zum Herrschaftsmittelpunkt des Markgrafentums Niederlausitz (14. bis 17. Jahrhundert), S. 73-119; Aurig, R.: Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinärer Altstraßenforschung – vorwiegend mit Beispielen aus der westlichen Niederlausitz, S. 111-139; Töpler, W.: Das Zisterzienserkloster Neuzelle unter dem Einfluß weltlicher und geistlicher Mächte, vor allem in der Neuzeit, S. 141-152; Czech, V.: Zwischen Sachsen und Brandenburg. Aspekte Niederlausitzer Adelskultur in der Frühen Neuzeit, S. 153-186; Franz, M.: Die Werbungen der Sächsischen Armee in der Niederlausitz (1726-1781). Eine Untersuchung zu den Heeresergänzungen der stehenden Heere in der Frühen Neuzeit, S. 187-227; Escher, F.: Von der standesherrlichen Mediatstadt zum Industriezentrum. Industrialisierung, kommunale Strukturen und sozialer Wandel in der preußischen Niederlausitz bis in die Zeit der Weimarer Republik, S. 229-238; Boelcke, W. A.: Bankenplätze in der Niederlausitz und die Entwicklung der Hauptsparkasse des Markgrafentums Niederlausitz 1824-1945, S. 239-251; Ernst, R.: Der Niederlausitzer Sängerbund, S. 253-265; Schurmann, P.: Die Sorben (Wenden) in der Niederlausitz nach 1945 zwischen Tradition und Aufbruch, S. 267-283.

Scheibelreiter, G.: Heraldik, München 2006 (Oldenbourg Historische Hilfswissenschaften, 1) [Oldenbourg, 222 S., brosch., 372 Abb., 29,80 Euro].

Schimmelpfennig, B.: Il Papato. Antichità, medioevo, rinascimento, Rom 2006 (La corte dei papi, 16) [Edizioni Viella, 380 S., brosch., 30 Euro].

Schirmer, U.: Kursächsische Staatsfinanzen (1456-1656). Strukturen – Verfassung – Funktionseliten, Leipzig 2006 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 28) [Verlag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, 1007 S., geb., 91 sw-Tab., 12 Graph., 24 Tab. im Anhang, 96 Euro].

Scholz, G.: Tanzfeste der Könige, Wien 2005 [Böhlau, 236 S., geb., 29,90 Euro].

Schöntag, W.: „dass sie die Grafen von Hohenlohe von denen alten Hertzogen aus Franken ... herstammen“. Konstruktion und Visualisierung von Haus- und Herrschaftsgeschichte anläßlich der Erhebung in den Reichsfürstenstand, in: Festschrift für Herrmann Rumschöttel zum 65. Geburtstag, hg. von G. Hetzer und B. Uhl, 2 Teilbde., Köln u.a. 2006 (Archivalische Zeitschrift, 88,1-2), hier Teilbd. 2, S. 913-929.

Schloß Hof: Eugens tusculum rurale und Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Geschichte und Ausstattung eines barocken Gesamtkunstwerks hg. von L. Hanzl-Wachter, St. Pölten 2005 [Residenz-Verlag, 208 S., 150 farb. brosch., Abb., 39 Euro].

Schmid, W.: Wallfahrt und Memoria. Die Luxemburger und das spätmittelalterliche Rheinland, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 70 (2006) S. 155-214.

Schneider, E.: „... den Zimmerblatz ahn den Main zu garstatt angewißen“. Garstadt am Main: Bathasar Neumanns Hafen und Zimmerplatz für die Erbauung der Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe in Werneck, in: Festschrift für Herrmann Rumschöttel zum 65. Geburtstag, hg. von G. Hetzer und B. Uhl, 2 Teilbde., Köln u.a. 2006 (Archivalische Zeitschrift, 88,1-2), hier Teilbd. 2, S. 883-897.

Schühmann, N.: Diplomaten, Deputationen und Depeschen: Der Fränkische Kreistag im System des Reiches, in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 39-57.

Seigneuries et châteaux-forts en Limousin, Bd. 1: Le temps du Castrum (Xe-XIVe siècles), hg. von C. Rémy, Limoges 2006 [Culture & Patrimoine en Limousin, 160 S., Abb., 39 Euro]. Bd. 2: La naissance du château moderne (XIVe-XVIIe siècles), hg. von C. Rémy, Limoges 2006 [Culture & Patrimoine en Limousin, 160 S., Abb., 39 Euro].

Sigismundus ‑ Rex et imperator: Kunst und Kultur zur Zeit Sigismunds von Luxemburg (1387-1437), hg. von I. Takacs, Mainz 2006 [Zabern, 731 S., pb, graph. Darst., 49,90 Euro].

Společnost v zemích habsburské monarchie a její obraz v pramenech (1526-1740), hg. von V. Bužek und P. Král, České Budějovice 2006 (Opera Historica, 11) [625 S., 28 Euro].

Sportive, légère et élégante. Cinq siècles de vénerie féminine, hg. von M. Barbier, Paris 2006 [Somogy Editions, 96 S., pb., Abb., 20 Euro].

Stollberg-Rilinger, B.: Ordnungsleistung und Konfliktträchtigkeit der höfischen Tafel, in: Zeichen und Raum. Ausstattung und höfisches Zeremoniell in den deutschen Schlössern der Frühen Neuzeit, hg. vom Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur, bearb. von P.-M- Hahn und U. Schütte, München 2006 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 3), S. 103-122.

Stollberg-Rilinger, B.: Knien vor Gott – Knien vor dem Kaiser. Zum Ritualwandel im Konfessionskonflikt, in: Zeichen – Rituale – Werte. Internationales Kolloquium des Sonderforschungsbereichs 496 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, hg. von G. Althoff, Münster 2004 (Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme. Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, 3) S. 501-533.

Symbolic Communication in late medieval towns, hg. von J. van Leeuwen, Leuven 2006 (Mediaevalia Lovaniensia. Series 1: Studia, 37) [Leuven University Press, 127 S., brosch., graph. Darstell., 27 Euro].

Aus dem Inhalt:

Brown, A.: Ritual and State-Building: Ceremonies in Late Medieval Bruges, S. 1-28; Weber, C. F.: Public encounters between the city council and the episcopal lord in late medieval Basel: Routine jobs or transitions in symbolic communication?, S. 29-42; Lavéant, K.: Le roi et son double: a royal entry to late medieval Abbeville, S. 43-64; Leeuwen, J. van: Balancing tradition and rites of rebellion: The ritual transfer of power in Bruges on 12 february 1488; Damen, M.: Giving by pouring: The function of gifts of wine in the city of Leiden (14th-16th centuries), S. 83-100; Jucker, M.: Negotiating and establishing peace between gestures and written documents: the Waldmann-Process in late medieval Zurich (1489), S. 101ff.

Syndram, D.: Das Schloß Dresden: von der Residenz zum Museum, Leipzig 2005 [Koehler und Amelang, 191 S., pb., zahlr. Abb. 7,95 Euro].

Thurley, S.: Architecture and diplomacy: Greenwich Palace under the Stuarts, in: The Court Historian 11,2 (2006) S. 125-133.

Timm, F.: Der Palästina-Pilgerbericht des Bernhard von Breidenbach und die Holzschnitte Erhard Reuwichs. Die „Peregrinatio in terram sanctam“ (1486) als Propagandainstrument im Mantel der gelehrten Pilgerschrift, Stuttgart 2006 [Ernst Hauswedell, 620 S., Ln., 159 teils farb. Abb., 140 Euro].

Ullmann, S.: Kommissionsverfahren bei Verfassungskonflikten der Kaiser Karl V. und Ferdinand I (1519-1564), in in: Frühneuzeit-Info 17 (2006) S. 11-26.

Uppenkamp, B.: Das Pentagon von Wolfenbüttel. Der Ausbau der welfischen Residenz 1568-1626 zwischen Ideal und Wirklichkeit, Hannover 2005 [Hahn, 396 S., geb., 62 sw-Abb., 39 Euro].

Valerian, D.: Les sources italiennes de l’histoire du Maghreb médiéval. Inventaire critique, Paris 2006 [Editions Bouchen, 110 S., brosch., 12 Euro].

Valerian, D.: Bougie, port maghrébin. 1067-1510, Rom 2006 (Bibliothèque des Écoles Françaises d’Athènes et de Rome, 328) [Ecole Française de Rome, 795 S., kart., graph. Darst., 97 Euro].

Les villes capitales au Moyen Âge. XXXVIe Congrès de la SHMES (Istanbul, 1er-6 juin 2005), hg. von der Société des historiens médiévistes de l’Enseignement supérieur public, Paris 2006 (Histoire ancienne et médiévale, 87) [Publications de la Sorbonne, 452 S., 29 Euro].

Aus dem Inhalt:

Le Jan, R.: Avant-propos, S. 7ff.

FORMES D’ÉMERGENCE, D’AFFIRMATION ET DE DÉCLIN DES CAPITALES

Boucheron, P., Menjot, D., Monnet, P.: Rapport introductif, S. 13ff.; Granier, T.: Capitales royales et princières de l’Italie lombarde d’après la poésie d’éloge (VIIe-IXe siècle), S. 57ff.; Gilli, P.: L’impossible capitale ou la souveraineté inachevée: Florence, Milan et leurs territoires (fin XIVe-XVe siècle), S. 75ff.; Faugeron, F.: De la commune à la capitale du Stato di Terra: la politique annonaire et la constitution de l’état de Terreferme vénitien (1re moitié du XVe siècle), S. 97ff.; Kafescioğlu, ç.: La reconstruction de l’image de la capitale impériale: Constantinople/Istanbul dans la seconde moitié du XVe siècle, S. 113ff.; Bove, B.: Alliance ou défiance? Les ambiguЇtés de la politique des Capétiens envers leur capitale entre le XIIe et le XVIIe siècle, S. 131ff.; Genet, J.-P.: Londres est-elle une capitale?, S. 155ff.


CAPITALES D’EMPIRE

Cheynet, J.-C.: Rapport introductif, S. 189ff.; Sot, M.: Aix-la-Chapelle au miroir de Constantinople, S. 203ff.; Giros, C.: Constantinople et les grands monastères provinciaux sous les premier Paléologues, S. 227ff.; Sidéris, G.: Une société de ville capitale: les eunuques dans la Constantinople byzantine (IVe-XIIe siècle), S. 243ff.; Emecen, F. M.: Les capitales maudites: l’image d’Istanbul dans la littérature ottomane de la conquête, S. 275ff.

MARQUEURS SOCIAUX ET SYMBOLIQUES DES CAPITALES

Gauvard, C.: Rapport introductif, S. 287ff.; Depreux, P.: Le „siège du royaume“: enjeux politiques et symboliques de la désignation des lieux de pouvoir comme sedes regni en Occident (VIe-XIIe siècle), S. 303ff.; Coumert, M.: La mémoire de Troie en Occident, d’Orose à Benoît de Sainte-Maure, S. 327ff.; Delobette, L.: Oublier Constantinople? L’Éloge de Nicée par Théodore II Lascaris, S. 349ff.; Loiseau, J.: Les demeures de l’empire. Palais urbains et capitalisation du pouvoir au Caire (XIVe-XVe siècle), S. 373ff.; Montaubin, P.: De l’an mil à la Renaissance: de qui donc Rome fut-elle la capitale?, S. 391; Kerhervé, J., Denoix, S.: Conclusion, S. 429ff.

Wagner, M.-A.: Dictionnaire mythologique et historique du cheval, Monaco 2006 [Édition du Rocher, 201 S., brosch, Abb., 23 Euro].

Walters, L. J.: „Magnifying the Lord“. Prophetic Voice in La Cité des Dames, in: Cahiers de Recherches Médiévales 13 (2006) S. 239-256.

Warnke, M.: Könige als Künstler, in: Gerda Henkel Vorlesung, hg. von der Gerda Henkel Stiftung, Münster (Rhema) 2007, S. 43-77.

Webb, D.: Privacy and Solitude, London 2007 [Continuum, 320 S., geb., 40 ₤].

Weddigen, Tristan: Raffaels Papageienzimmer – Ritual, Raumfunktion und Dekoration im Vatikanpalast der Renaissance, Berlin u.a. 2006 [Ed. Imorde, 335 S., Ln., Ill., graph. Darst., 59 Euro] – Besprechung siehe oben S. 75.

Weiss, S.: Der königliche Kaufmann oder wie man ein Königreich saniert, Darmstadt 2006 (Geschichte erzählt, 3) [Primus, 157 S., geb., Abb., 19,90 Euro].

Die Welt der Rituale. Von der Antike bis heute, hg. von G. Schwedler, C. Ambos, S. Hotz und S. Weinfurter, Darmstadt 2005 [WBG, 276 S., kart., 42,90 Euro].

Wenzel, H.: Höfische Repräsentation: Symbolische Kommunikation und Literatur im Mittelalter, Darmstadt 2005 [WBG, 308 S., geb., 39,90 Euro].

Wienfort, M.: Der Adel in der Moderne, Göttingen 2006 (Grundkurs Neue Geschichte, 1) [Vandenhoeck und Ruprecht, 192 S., kart., 7 Tab., 12,90].

Die Wilsnackfahrt. Ein Wallfahrts- und Kommunikationszentrum Nord- und Mitteleuropas im Spätmittelalter, hg. von F. Escher und H. Kühne, Frankfurt a.M. 2006 (Europäische Wallfahrtsstudien, 2) [Peter Lang, 272 S., kart., Abb., 39,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Escher, F., Kühne, H.: Einführung, S. 9-20; Heimann, H.-D.: Wilsnacklaufen – Wilsnackfahrten: Religiosität und Mobilität an der Schwelle zur Neuzeit. Wallfahrts- und Frömmigkeitsforschung gestern und heute „unterwegs“ nach Wilsnack, S. 21-40; Hrdina, J.: Wilsnack, Hus und die Luxemburger, S. 41-64; Wólkiewicz, E.: Fronleichnamsverehrung und die Wallfahrt nach Wilsnack im mittelalterlichen Schlesien, S. 65-78; Starnawska, M.: Die Beziehungen des Königreichs Polen und der Herzogtums Litauen zu Wilsnack und die Christus-Reliquienverehrung im Spätmittelalter, S. 79-96; Gassowska, M.: Livländer auf der Wallfahrt nach Wilsnack und das Heilige Blut zu Riga, S. 97-114; Kurze, D.: Aus Hamburg und vom Südsaum des pommerschen Meeres nach Wilsnack, S. 115-150; Bünz, E.: „umme vobeteringe sines levendes ...“ – Wilsnack-Pilger aus Dithmarschen, S. 151-164; Bracha, K.: Zwischen miracula, mirabilia und mira. Die Wallfahrten nach Wilsnack im Urteil Jakobs von Paradies, S. 165-178; Krauss, A., Olk, D. von: Zur Baugeschichte der Wilsnacker Wallfahrtskirche, S. 179-188; Hlaváček, P., Kühne, H.: Der sogenannte „Pilgerschuh“ in Wilsnack – eine Votivgabe und ihr historischer Kontext, S. 189-198; Hoffmann-Axthelm, D.: Das Wunderblut von Beelitz, S. 199-234; Kapustka, M.: Legende und Sakrament. Die visuelle Propaganda als Abbild der Kontroversen in Wilsnack, Heiligengrabe und Breslau, S. 235-258; Eckhardt, W. A.: Gottsbüren – ein hessisches Wilsnack?, S. 259ff.

Wilson, R., Mackley, A.: Creating paradise: The building of the English country house, 1160-1880, London 2000 [Hambledon and London, 428 S., pb., graph. Darst., 25 ₤].

Wirtschaft – Gesellschaft – Mentalitäten im Mittelalter. Festschrift zum 75. Geburtstag von Rolf Sprandel, hg. von H.-P. Baum, R. Leng und J. Schneider, Stuttgart 2006 (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 107) [Franz Steiner, 792 S., kart., 3 farb. Abb., 8 sw-Abb., 86 Euro].

Aus dem Inhalt:

WIRTSCHAFT UND MATERIELLE LEBENSVERHÄLTNISSE

Cassandro, M.: Banque et Banquiers à Sienne au Moyen Age et à la Renaissance, S. 27-40; Gabrielsson, P.: Die Gesellschaft der Schonenfahrer in Hamburg im 15. Jahrhundert, S. 41-62; Ellmers, D.: Hansischer Handel mit Schiffbauholz. Ein Beitrag zur Wörter- und Sachenforschung, S. 63-78; Lohrmann, D.: Pumpen und andere „Wasserkünste“ bei Konrad Gruter aus Werden (1393-1424), S. 79-92; North, M.: Neue Wege zur Renaissance – Aktuelle Forschungen zu Kunstmarkt und Kulturtransfer an der Wende zur Neuzeit, S. 93-108; Himmelbach, G.: Wirtschaftsgeschichte in einer „Einöde“? Die Entdeckung der Kulturlandschaft Spessart, S. 109-132; Baum, H.-P.: Ewigrenten und Leibgedinge in der ältesten Heidingsfelder Stadtrechnung, S. 133-144; Leng, R.: Jüdischer Geldverleih und christliche Konkurrenz. Kreditwesen in Würzburg im 15. Jahrhundert, S. 145-164; Nitschke, A.: Die Folgen einer neuen, an Gewinnsteigerung orientierten Landwirtschaftspolitik im 13. Jahrhundert, S. 165-178; Herrmann, B.: „Auf keinen Fall mehr als dreimal wöchentlich Krebse, Lachs oder Hasenbraten essen müssen!“ Einige vernachlässigte Probleme der „historischen Biodiversität“, S. 179ff.

MITTELALTERLICHE GESELLSCHAFT ZWISCHEN KONFLIKT UND KONSENS

Morsel, J.: Soziale Kategorisierung oder historische Phantasmagorie? Erkundungen zum historischen Gebrauch von mittelalterlichen sozialen Kategorien, S. 211ff.; Friedland, K.: Das Jütische Recht, S. 239ff.; Willoweit, D.: Die Territorialisierung der Blutgerichtsbarkeit im späten Mittelalter, S. 247ff.; Hlawitschka, E.: Waren die Landgrafen von Thüringen, die sogenannten Ludowinger, Nachkommen Ludwigs und Sophies von Bar und Mousson/Mömpelgard, S. 271ff.; Rückert, P.: Adelige Herrschaft und Repräsentation im hohen Mittelalter. Literatur und Architektur im Umfeld des Grafen von Wertheim und der Herren von Gamburg, S. 289ff.; Schneider, J.: Dynastische Historiographie und Totenmemoria beim Niederadel in sozialgeschichtlicher Sicht: Der Fall Ehenheim, S. 307ff.; Wagenhöfer, W.: Grablegen des Niederadels im spätmittelalterlichen Franken – das Beispiel Bibra, S. 335ff.; Zmora, H.: Das aristokratische Moment in Ansbach-Kulmbach. Fürsten und Adlige auf dem Weg ins Jahr 1515, S. 361ff.; Ulrichs, C.: Die Ritterschaft in den Hochstiften Würzburg und Münster im Spätmittelalter, S. 381ff.; Paravicini, W.: Schuld und Sühne. Der Hansenmord zu Sluis in Flandern anno 1436, S. 401ff.; Arnold, K.: Byberstein was ir geschrey ... Würzburgs Traum von der Reichsfreiheit zu Ausgang des 14. Jahrhunderts im Licht der Überlieferung, S. 453ff.; Flachenecker, H.: Eid und Huldigung als Seismograph für die Beziehungen zwischen Bischof, Domkapitel und Bürgerschaft im spätmittelalterlichen Würzburg, S. 473ff.; Wagner, U.: Das Würzburger Bürgermeisterzinsbuch von 1382, S. 493ff.; Bohmbach, J.: Vorreformatorische Brüderschaften in Stade, S. 531ff.

GESCHICHTSSCHREIBUNG, ANTHROPOLOGIE UND MENTALITÄTEN

Kaiser, R.: Franken und Merowinger im Spiegel der hochmittelalterlichen Universalchronistik in Frankreich: Das „Chronicon universale anonymi Laudunensis“ (Anfang 13. Jahrhundert), S. 541ff.; Bláhová, M.: Universalgeschichtsschreibung in den mittelalterlichen böhmischen Ländern, S. 563ff.: Brunner, H.: hie enist niht aventiure! Bilder des Krieges in einigen nachklassischen Artusromanen, S. 581ff.; Sarnowsky, J.: Kirche und Krieg im Mittelalter, S. 595ff.; Vogtherr, T.: „Der Schleier der Erinnerung“ um die Burg Ottersberg, S. 617ff.; Kwiatkowski, S.: Der deutsche Orden in Preußen in politischen Visionen und Prophezeiungen bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, S. 629ff.; Dinzelbacher, P.: Eschatologie bei Heinrich von Neustadt, S. 643ff.; Wollasch, J.: Anmerkungen zum Thema: Kinder im Kloster, S. 659ff.; Fuchs, F.: Buchbesitz als Altersvorsorge. Eine Bibliothekstiftung des Johann von Wünschelburg für die Prädiktur bei St. Martin in Amberg im Jahre 1450, S. 683; Schwarzmaier, H.: Kreuzzug und Pilgerfahrt nach Jerusalem. Lebensplanungen und Bußleistungen eines alternden Fürsten in staufischer Zeit, S. 697; Luchitskaya, S.: The Crusader’s Wife: Perspectives of the History of Everyday Life, S. 715ff.; Schmugge, L.: Die Abenteuer eines Kölner Kaufmanns auf Zypern (circa 1472-1481), S. 729ff.

Wolf, K.: Hof, Universität, Laien. Literatur- und sprachgeschichtliche Untersuchungen zum deutschen Schrifttum der Wiener Schule des Spätmittelalters, Wiesbaden 2006 (Wissensliteratur im Mittelalter, 45) [Reichert Verlag, 432 S., Ln., 19 Abb., 49 Euro].

Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert. Beiträge einer Vortragsreihe des Arbeitskreises für Landes- und Ortsgeschichte, Stuttgart, hg. von P. Rückert, Stuttgart 2006 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B, 167) [Kohlhammer, 205 S., pb., Abb., 20 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rückert, P.: Der württembergische Hof im 15. Jahrhundert – eine Einführung, S. 1-8; Lorenz, S.: Die Herrschaft Württemberg im Mittelalter: Von der Stammburg zur Residenzstadt, S. 9-52; Auge, O.: Kongruenz und Konkurrenz: Württembergs Residenzen im Spätmittelalter, S. 53-74; Mertens, D.: Die württembergischen Höfe in den Krisen von Dynastie und Land im 15. und im frühen 16. Jahrhundert, S. 75-98; Reichert, F.: Der württembergische Hof auf Reisen, S. 99-114; Zeilinger, G.: Dienst und Gunst. Der Uracher Hof Graf Eberhards im Bart zwischen Alltag und Festag, S. 115-148; Heinzer, F.: Heinrich von Württemberg und Eberhard im Bart: Zwei Fürsten im Spiegel ihrer Bücher, S. 149-164; Honemann, V.: Literatur im Umfeld Eberhards im Bart: Antonius von Pforr und Augustin Tünger, S. 165-176; Laier-Beifuss, K.: So hat dieser treffenlich Regent und Landesfürst ... auch stattlich gebawet. Eberhard im Bart als Förderer sakraler Baukunst am Ende des 15. Jahrhunderts, S. 177-194.

Wüst, W.: Die geistlichen Staaten im Südwesten des Alten Reiches am Vorabend der Säkularisation, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 139/140 (2003/2004) S. 45-71.

Wüst, W.: Leben zwischen höfischem Luxus und ökonomischer Enge – die Residenzen der Bischöfe von Augsburg und der fränkischen Hohenzollern im Absolutismus, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 99 (2006) S. 111-134.

Zeichen und Raum. Ausstattung und höfisches Zeremoniell in den deutschen Schlössern der Frühen Neuzeit, hg. vom Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur, bearb. von P.-M- Hahn und U. Schütte, München 2006 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 3) [Deutscher Kunstverlag, 360 S., pb., zahlr. Abb., 68 Euro].

Zeus, M.: Von Narren und Fürsten am Exempel des Hofnarren Hans von Singen und der Markgrafen von Baden, Karlsruhe 2004 [Helmesverlag, 178 S., kart., 17,45 Euro].

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung, Handbuch III: Textband, Handbuch IV: Grafen und Herren)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)

 

Silke Meier

Rudolph-Philipp Sohn

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse) Leibnizstr. 8

 

(postalisch) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84 (Hirschbiegel)

Tel./AB [D] 04 31 - 8 80-22 96 (Wettlaufer)

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

*****

Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 - 42 71 56 16 – Fax [F] 01 - 42 71 56 43

 

E-Mail: direktor@dhi-paris.fr

 

Adresse im Internet: www.dhi-paris.fr



*       Im folgenden wird ein Projekt zur Erforschung der Grundlagen und Praxis der Königsherrschaft im 12. Jahrhundert vorgestellt. Das Projekt wird an der Abteilung Regesta Imperii des Instituts für Mittelalter-forschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bearbeitet werden und wird vom Fonds zur För-derung der wissenschaftlichen Forschung (Projektnummer P19646) gefördert.

[1]       Vgl. den Überblick über den Gang der Forschung bei Paravicini, Werner: Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters, 2. Aufl., München 1999 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 32), S. 57ff.

[2]       Das Prinzip der Konsensualität mittelalterlicher Herrschaft betonte zuletzt Schneidmüller, Bernd: Konsensuale Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter, in: Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift Peter Moraw, hg. von Paul-Joachim Heinig, Berlin 2000 (Historische Forschungen, 67), S. 191-202.

[3]       Vgl. zu Lothar III.: Petke, Wolfgang: Kanzlei, Kapelle und königliche Kurie unter Lothar III. (1125-1137), Köln u.a. 1985 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 5); Hermann, Oliver: Lothar III. und sein Wirkungsbereich. Räumliche Bezüge königlichen Handelns im hochmittelalterlichen Reich (1125-1137), Bochum 2000 (Europa in der Geschichte. Schriften zur Entwicklung des modernen Europa, 5). – Zu Konrad III.: Ziegler, Wolfram: Hof und Herrschaft. Studien zum Königtum Konrads III. (1138-1152), 2 Bde., Diss. Univ. Wien 2004. – Zu Friedrich Barbarossa: Lindner, Michael: Die Hoftage Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190), 2 Bde., Diss. Humboldt-Univ. Berlin 1990; Plassmann, Alheydis: Die Struktur des Hofes unter Friedrich I. Barbarossa nach den deutschen Zeugen seiner Urkunden, Hannover 1998 (Monumenta Germaniae Historica. Studien und Texte, 20); Kölzer, Theo: Der Hof Kaiser Friedrich Barbarossas und die Reichsfürsten, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, hg. von Peter Moraw, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 48), S. 3-47; Kölzer, Theo: Der Hof Friedrich Barbarossas, hg. von Stefan Weinfurter, Stuttgart 2002 (Mittelalter-Forschungen, 9), S. 220-236; Spiess, Karl-Heinz: Der Hof Kaiser Friedrich Barbarossas und die politische Landschaft am Mittelrhein, in: Deutscher Königshof, Hoftag und Reichstag im späteren Mittelalter, hg. von Peter Moraw, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 48), S. 49-76. – Zu Heinrich VI.: Seltmann, Ingrid: Heinrich VI. Herrschafts-praxis und Umgebung, Erlangen 1983 (Erlanger Studien, 43). – Zu Philipp von Schwaben: Schütte, Bernd: König Philipp von Schwaben. Itinerar-Urkundenvergabe-Hof, Hannover 2002 (Monumenta Germaniae Historica. Schriften, 51). – Zu Otto IV.: Hucker, Bernd Ulrich: Kaiser Otto IV., Hannover 1990 (Monumenta Germaniae Historica. Schriften, 34).

[4]       Insbesondere eine kurze Arbeit Theodor Mayers war es, die dieser Disziplin neue Perspektiven eröffnete, siehe Mayer, Theodor: Das deutsche Königtum und sein Wirkungsbereich, in: Mittelalterliche Studien, hg. von Theodor Mayer, Sigmaringen 1959, S. 28-44. Er zeigte auf, daß durch die Auswertung von Itinerarkarten der Wirkungsbereich des römisch-deutschen Königtums erfaßt und so die Reichsstruktur differenziert beschrieben werden kann. Vor allem waren es aber die Arbeiten von Eckhard Müller-Mertens, die diesen Ansatz aufgreifend mittels der Itineraranalyse zu einem rasanten Erkenntnisfortschritt in bezug auf die Grundlagen mittelalterlicher Königsherrschaft führten. Siehe dazu dessen Studien zu Otto dem Großen und Konrad II.: Müller-Mertens, Eckhard: Die Reichsstruktur im Spiegel der Herrschaftspraxis Ottos des Großen. Mit historiographischen Prolegomena zur Frage Feudalstaat auf deutschem Boden, seit wann deutscher Feudalstaat, Berlin 1980 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, 25), und Ders., Huschner, Wolfgang: Reichsintegration im Spiegel der Herrschaftspraxis Kaiser Konrads II., Weimar 1992 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, 35). Für unseren Untersuchungszeitraum liegen folgende Itinerarstudien vor. Zu Lothar III.: Kuck, Charlotte: Das Itinerar Lothars von Supplinburg, Diss. Univ. Greifswald 1945; Hermann, Lothar III. (wie Anm. 3); Oehler, Hans: Das Itinerar des Königs, seine Ordnung und seine Beziehung zur Regierungstätigkeit in der Zeit Kaiser Lothars III. Diss. Univ. Freiburg i.Br. 1957. – Zu Konrad III.: Niederkorn, Jan Paul: Das Itinerar Konrads III. Wien 1980 (Hausarbeit am Institut für Österreichische Geschichtsforschung). – Zu Friedrich Barbarossa: Opll, Ferdinand: Das Itinerar Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190), Köln u.a. 1978 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii, 1). Zu Heinrich VI.: Csendes, Peter: Die Kanzlei Kaiser Heinrichs VI., Wien 1981 (Österreichische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Klasse. Denkschriften, 151); Härtel, Reinhard: Itinerar und Regierungsweise Heinrichs VI., in: Atti della Academia Peloritani die Pericolanti. Classe di Lettere, Filosofia e Belle Arti 69 (1993) S. 41-64. – Zu Philipp von Schwaben: Gutbier, Ewald: Das Itinerar des Königs Philipp von Schwaben. Diss. Univ. Berlin 1912; Schütte, Bernd: König Philipp von Schwaben. Itinerar – Urkundenvergabe – Hof, Hannover 2002 (Monumenta Germaniae Historica. Schriften, 51). Eine Aufschlüsselung nach Aufenthaltstagen, die für die Bestimmung von politischen Vororten  nötig ist, ist in der zitierten Arbeit von Hermann für Lothar III. und in der von Schütte für Philipp von Schwaben vorhanden. Hermann untersuchte zudem den Wirkungsbereich des Königtums Lothars III. aufgeschlüsselt nach Regionen aufgrund von dessen Itinerar, wie dies hier vergleichend angestrebt wird. Seine Arbeit kann als Basis für das hier besprochene Themenfeld gelten. Für Otto IV. muß hingegen auf die Regesta Imperii (Regesta Imperii, V: Die Regesten des Kaiserreichs unter Philipp, Otto IV., Friedrich II., Heinrich [VII.], Conrad IV., Heinrich Raspe, Wilhelm und Richard. 1198-1272. Nach der Neubearbeitung und dem Nachlasse J. F. Böhmers neu hg. und ergänzt von Julius Ficker und Eduard Winkelmann, 3 Bde., Innsbruck 1881-1901, 4: Nachträge und Ergänzungen, bearbeitet von Paul Zinsmaier, Köln u.a. 1983) und den entsprechenden Band der Jahrbücher für deutsche Geschichte (Winkelmann, Eduard: Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig, Leipzig 1873-1878, ND Darmstadt 1968 [Jahrbücher der deutschen Geschichte, 19/1-2]) zurückgegriffen werden.

[5]       Zu Lothar III.: Hermann, Lothar III. (wie Anm. 3) S. 193ff, 221ff, 256ff., 276ff., 300ff., 315ff. – Zu Heinrich VI.: Seltmann, Herrschaftspraxis (wie Anm. 3) S. 71ff. – Zu Philipp von Schwaben: Schütte, Philipp (wie Anm. 3) S. 106ff. Vgl. aber auch die Karten zu den Urkundenempfängern der staufischen Könige und Ottos IV. im Katalog zur Stuttgarter Stauferausstellung: Die Zeit der Staufer. Bd. 4: Geschichte – Kunst – Kultur, Stuttgart 1977 (Karten Nr. II, IV, VI, VIII).

[6]       Ehlers, Joachim: Der Hof Heinrichs des Löwen, in: Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter, hg. von Bernd Schneidmüller, Wiesbaden 1995 (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien, 7), S. 43-59, hier S. 45f.

[7]       Petke, Kanzlei (wie Anm. 3) S. 115; Ziegler, Hof (wie Anm. 3) S. 465ff.

[8]       Plassmann, Struktur (wie Anm. 3) S. 16f.; Seltmann, Herrschaftspraxis (wie Anm. 3) S. 198; Schütte, Philipp (wie Anm. 3) S. 245.

*       Dr. Peter Csendes, Wiener Stadt- und Landesarchiv, Rathaus, A-1082 Wien; Dr. Wolfram Ziegler, Wienmuseum, A-1040 Wien, Karlsplatz.

*       Wir nennen nur die uns bekannt gewordenen Kolloquien, Vorträge, Ausstellungen, Jubiläen, die ab Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden werden, siehe ansonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen Adresse.

*       Ulrich Niggemann M.A., Philipps-Universität Marburg, FB 06: Neuere Geschichte I – Frühe Neuzeit, Wilhelm-Röpke-Str. 6 C, D-35032 Marburg/Lahn.

*       Christiane Bürger, Albert Mays-Str. 1, D-69115 Heidelberg; Anna Karla, 5, rue Pierre L’Ermite, F-75018 Paris; Regina Schleuning, Zimmermannstr. 3/15, D-37075 Göttingen.

*       Prof. Dr. Claudia Märtl, Ludwig-Maximilians.Universität München, Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften, Historisches Seminar, Geschwister-Scholl-Platz 1, D-80539 München.

*       Dr. Matthias Steinbrink, Universität der Bundeswehr München, Fakultät SOWI, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Werner-Heisenberg-Weg 39/33, D-85577 Neubiberg.

[9]       Bendiner, Max: Die Reichsgrafen, eine verfassungsgeschichtliche Studie, Diss. Univ. München 1888.

[10]       Dungern, Otto Freiherr von: Der Herrenstand im Mittelalter. Eine sozialpolitische und rechtsgeschichtliche Untersuchung, Bd. 1, Papiermühle S.A. 1908; Ders.: Das Problem der Ebenbürtigkeit. Eine rechtsgeschichtliche und genealogische Studie, München und Leipzig 1905; Schulte, Aloys: Zur Geschichte des hohen Adels, in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichte 34 (1913) S. 43-81; Forst-Battaglia, Otto: Vom Herrenstande. Rechts- und Ständegeschichtliche Untersuchungen als Ergänzungen der Genealogisches Tabellen zur Geschichte des Mittelalters, 2 Hefte, Leipzig 1915-1916.

[11]       Vgl. das Handbuchprojekt „Grafen und Herren“ der Residenzen-Kommission, in: MRK 16,1 (2006) S. 15-49. Das Projekt selber geht u.a. auf eine Anregung von Kurt Andermann in einer Rezension des ersten Bandes (dynastisch-topographischer Teil) in der Historischen Zeitschrift 279 (2004) S. 733-735, hier S. 734 zurück.

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