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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Jahrgang 16 (2006) Nr. 1
Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Jahrgang 16 (2006) Nr. 1
Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel
ISSN 0941-0937
Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Titelvignette:
Ausschnitt der Miniatur „Largesse“ aus „The
Hastings Hours“ (British Library Add. MS 54782, fol. 43r, Vorlage für
das Plakat zum 10. Symposium der Residenzen-Kommission in
Gottorf/Schleswig, 23.-26. September 2006, siehe unten S. 50-52), nach der Faksimile-Edition: The Hastings hours. A 15th-century Flemish book
of hours made for William, Lord Hastings now in the British Library. Preface and commentary by D. H. Turner, London 1982
Inhalt
Vorwort...................................................................................................................................... 7
Ernst Schubert (23. Mai 1941 bis 18. März 2006)....................................................................... 9
Aus der Arbeit der Kommission................................................................................................. 13
Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich: Grafen
und Herren................................... 15
Konzept
und Fragestellung............................................................................. 15
Forschungslage.............................................................................................. 15
Veröffentlichungen
zum Thema in Auswahl..................................................... 16
Anlage
des Doppelbandes............................................................................. 19
Gestaltung
der Artikel: Bearbeitungsmasken – Formalia.................................. 19
Liste der
Grafen und Herren........................................................................... 23
Beispielartikel................................................................................................ 25
Anmeldeformular........................................................................................... 49
10. Symposium der
Residenzen-Kommission.............................................................................. 50
Die Arbeit der anderen............................................................................................................... 53
Der Hochmeisterpalast des
Deutschen Ordens in der Marienburg (Malbork)
und die französische Architektur,
von Kazimierz Pospieszny, Malbork....................................................................................... 53
Kolloquiumsberichte.................................................................................................................. 67
Residenzen und Verwaltungszentren
in den Ländern der
Böhmischen Krone im 14. bis 17. Jahrhundert,
von Ivan Hlaváček, Prag........................................................................................................ 67
Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen............................................................................................ 71
Buchvorstellungen...................................................................................................................... 87
Das Sichtbare und das Unsichtbare der Macht.
Institutionelle Prozesse in Antike, Mittelalter und Neuzeit, hg. von Gert Melville, Köln u.a. 2005,
von Ulf Christian Ewert, Chemnitz.......................................................................................... 87
Macht und Memoria. Begräbniskultur europäischer
Oberschichten in der
Frühen Neuzeit, hg. von Mark Hengerer,
Köln u.a. 2005,
von Carola Fey, Gießen......................................................................................................... 89
In fürstlichem Glanz. Der Dresdner Hof um 1600, hg. von
Dirk Syndram und
Antje Scherner, Mailand 2004,
von Evelyn Korsch, Venedig.................................................................................................. 94
Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit,
hg. von Susanne Pils
und Jan Paul Niederkorn,
Innsbruck u.a. 2005 (Forschungen und Beiträge zur
Wiener Geschichte, 44),
von Matthias Meinhardt, Halle.............................................................................................. 100
Nolte, Cordula:
Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs-
und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von
Brandenburg-Ansbach (1440–1530), Ostfildern 2005 (Mittelalter-Forschungen, 11),
von Sven Rabeler, Kiel........................................................................................................ 103
Neuerscheinungen.................................................................................................................... 107
Die Arbeitsstelle Kiel............................................................................................................... 131
*****
Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen
(bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2006),
dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach
Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite
angegeben.
W.P.
Vorwort
Heiter gießt auf dem Umschlag der Höfling einen Sack von
Goldstücken aus, Gleichnis der freigebig verteilten Schätze, die dieses Heft
reichlich enthält (Preußen, Böhmen, Wien, Dres-den, Ansbach, Berlin!), darunter
die Ankündigung des Gottorfer Symposiums zur Hofwirt-schaft, das uns im
September erwartet. Gleichnis schließlich auch für die Fülle des Lebens, deren
sich mancher erfreut.
Aber nicht jeder. Wir haben eingangs unseres
Kommissionsmitglieds Ernst Schubert zu gedenken, der aus unserer Mitte gerissen
uns plötzlich entrückt ist. Dies soll nicht hier ge-schehen, sondern eigens
hernach. Nur dieses Wort. Dann verlangen Amt und Arbeit ihr Recht. Wir werden
alle gehen. Sehen wir zu, daß wir bis dahin einen guten Weg gegangen.
Also Gottorf. Nur wenig ist noch offen, einiges
Organisatorische und Finanzielle, auch wenn wiederum die Gerda Henkel Stiftung
sich großzügig erwiesen hat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft beiträgt,
ebenso wie die schleswig-holsteinischen Landesmuseen und das Landesarchiv und
die Landesuniversität Kiel und das Deutsche Historische Institut in Paris, das
wiederum dafür sorgt, daß es „welsche“ Beiträge geben wird. Wissenschaftlich
steht das Programm, diesmal vermehrt durch ein Atelier oder Werkstattgespräch
mit jungen Leuten, schon am frühen Nachmittag des Samstags, der in feierlicher
Eröffnung fortgesetzt wird, wo dann vom größten Hof überhaupt die Rede sein
wird, von der päpstlichen Kurie, vorgestellt von einem, der sich dort wahrlich
auskennt, in Inhalt und Form: Arnold Esch. Am Sonntag erfreut eine Exkursion
diesseits und jenseits der Landesgrenze. Erst am Montag, wenn alles sich kennt
und miteinander warm geworden ist, beginnt das eigentliche Sympo-sium, zu dem
jeder Interessent sich auch jetzt noch anmelden kann (siehe unten S. 50-52).
Derweil geht brausend die Arbeit weiter. Nachdem Teil
II des Handbuchs erschienen ist, drängt schon Teil III (Hof & Schrift)
mächtig nach. Ende des Jahres wollen wir damit fertig sein, können der
Drucklegung bzw. der folgenden Rechnung auch wohlgemut entgegensehen, denn die
Fritz Thyssen Stiftung hat erneut den wesentlichen Teil der Kosten zugesagt,
uns zu großem Dank verpflichtend. Der neue Teil IV, „Grafen und Herren“ verläßt
unterdessen die interne Planung und steigt in die externe auf: Unten auf S. 15 bis
49 ist das Konzept nachzu-lesen, eine knappe Bibliographie zum Thema entgegen
zu nehmen, die erste Liste der zu erfassenden Familien zu prüfen, der erste Set
von Probeartikeln zu studieren, den Grafen von Bentheim und denjenigen von
Sponheim gewidmet, flink verfaßt von Frau Stephanie Marra (Dortmund) und
Johannes Mötsch (Meiningen): Schön, daß es solche frische Bereitwilligkeit und
abrufbare Sachkunde gibt. Nun sind alle Kenner aufgerufen, dazu Stellung zu
nehmen, uns auf die Sprünge zu helfen (welche Familien müssen, sollten, könnten
wir noch aufnehmen, auch wenn sie nicht in der Reichsmatrikel von 1521
begegnen?), vor allem aber: sich einzuschreiben, aus lokaler Kenntnis und
bewährter Einsatzbereitschaft einen Artikel oder deren mehrere zu übernehmen,
deren es wiederum drei Arten gibt: Geschlechter, Herrschaften, Residenzen. Das
Anmeldeformular wird (auf S. 49) gleich mitgeliefert.
Doch haben wir nicht nur Künftiges aufzuweisen
(darunter noch die Acta des letzten Symposiums „Der Hof und die Stadt“, die
pünktlich in Gottorf vorliegen werden), sondern auch Gegenwärtiges: Bd. 19 der
Reihe „Residenzenforschung“ ist erschienen, Cornell Baben-dererdes Greifswalder
Dissertation zum Thema „Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei
weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters“, dargestellt an den vier Bei-spielen
der Wettiner, der Landgrafen von Hessen, der Württemberger und der Grafen von
Henneberg-Schleusingen (Bestellschein auf S. 129): nun wird niemand mehr
Begräbnis und Begängnis in eins werfen (zum Thema siehe auch S. 89-94).
Daneben, unscheinbarer, aber ebenso unentbehrlich, erhalten Sie das 8.
Sonderheft dieser Mitteilungen, von Jan Hirsch-biegel und Silke Meier
bearbeitet, wiederum ein Jahrfünft palatino-kurialer Bibliographie enthaltend
mit nicht weniger als 3463 Titeln. Schrecklich, so viele Bücher, Aufsätze,
Tagungen, Vorträge? Ja, natürlich, aber wir müssen schon wissen was passiert.
Und die Fürsten-, Hof- und Adelsforschung ist jetzt erst so recht in Schwung
gekommen. Lesen Sie einmal die Titel der Neuerscheinungen in diesem Hefte nach
(die im Sonderheft noch nicht erfaßt sind). Nun nimmt man den Adel sogar im 19.
und 20. Jahrhundert wahr. Welche Über-raschung, es gab (und gibt) ihn wirklich,
und nicht zu knapp. Gleich zwei Autoren zitieren (S. 74 und 82) Heinz
Reifs Formel von den Edelleuten als den „Meistern der Sichtbarkeit“ – das macht
den Heutigen Eindruck, denn das ist ihnen wichtig. Von wegen, „mehr Sein als
Scheinen“! Also: von den Alten lernen, so tumb waren die gar nicht.
Auch wir werden bekannt und wahrgenommen. Der
erfreuliche Deutschlandhistoriker Pierre Monnet, jetzt an der École des Hautes Études
en Sciences Sociales in Paris lehrend, Redner auf dem letzten Symposium in
Halle, hat wohlwollend über uns im „Bulletin d’Information“ der Mission
Historique Française en Allemagne geschrieben (Bd. 41, 2005, S. 168-173),
jener Zeitschrift der französischen Forschungsstelle in Göttingen, deren
Direktor er unlängst noch war – und die nun nicht weiß, ob sie sich weiter um
das ranken kann, was einmal das Max-Planck-Institut für Geschichte gewesen ist.
Wie töricht, dieses Ende, wie peinlich, wie unnötig. Nun wird dort über „heterogene
Gesellschaften“ geforscht werden – als ob es jemals etwas anderes gegeben
hätte. Wir sind zwar auch Göttinger, aber Akademien haben einen längeren Atem
als Max-Planck-Institute und werden nicht von jedem Mode-wechsel umgeblasen. Ad
multos annos also und unseren französischen Partnern Kraft und
Eigenständigkeit.
Das wünscht ihnen,
aber auch Ihnen und uns
Werner Paravicini
Ernst Schubert
23. Mai 1941 bis
18. März 2006
Wir haben schon manche verloren. Früh Hans Patze, unseren
Gründer, dann plötzlich Hartmut Boockmann, unlängst im hohen Alter Josef
Fleckenstein und nun, gänzlich überraschend, aber wohl nicht für die, die ihm
nahestanden, Ernst Schubert. An der Kommissionssitzung in Göttingen am 10.
Oktober des letzten Jahres konnte er schon nicht mehr teilnehmen. In Halle
haben wir ihn aber noch erlebt, eindrucksvoll in Wort, Gestik und dem, was man
wohl Weisheit nennen muß. Ein freier Mann, mit den Untiefen des Lebens und den
Schwächen der Menschen wohl vertraut. Von größter Höflichkeit und doch ganz eigen-sinnig.
Ein einsamer Wolf, so wollte es scheinen, der den Betrieb und die
vermeintlichen Zwänge der Zunft verabscheute und doch ein ungemein geselliger
Mann war. Der seinem Laster, der Zigarette, nicht entsagen konnte und dabei das
Bild höchster Konzentration bot. Und einer, der ungemein fleißig war. Nicht im
Sinne schlichter Kärrnerarbeit. Dazu war er viel zu originell, selbst denkend,
keiner Schule angehörend. Aber wenn er sich in ein Thema verbissen hatte, dann
blieb er dran und schrieb auch einmal tausend Seiten (so in der Ge-schichte
Niedersachsens, 1997 erschienen). Wenn andere sich auf
Kolloquien und Sitzungen von Kommissionen und Beiräten herumtrieben, saß er in
der Studierstube und schrieb. Den sich wandelnden Jargon hat er nie mitgemacht.
Äußerliche Ehren waren ihm, offensichtlich, gänzlich gleichgültig. Wenn sie
sich einstellten, hieß er sie willkommen, aber sich dafür zu verbiegen, kam ihm
nicht in den Sinn. So ist er 1999 Mitglied der Göttinger Akademie geworden, und
was er dann in deren Jahrbuch über diese Gesellschaft in der Zeit des Natio-nalsozialismus
schrieb, war von rarer Qualität. Das Land, in dem er
lebte, wußte, was es an ihm hatte, und verlieh ihm, dem Vorsitzenden der
Historischen Kommission für Nieder-sachsen und Bremen, im selben Jahr den
Niedersachsenpreis für Wissenschaft.
Früher Tod macht betroffen: Wo sieht man schon, daß so
viele Schüler und Mitarbeiter (48) und Göttinger Historikerkollegen (27) je
eine Anzeige widmeten, wie in der F.A.Z. am 24. März geschehen? Einer von ihnen,
Frank Rexroth, hat schon am 22. März in derselben Zeitung einen Nachruf
veröffentlicht, der zeigt, wie sehr Ernst Schubert in Göttingen ange-sehen war.
Dabei sind nahe Kollegen in der Regel die übelsten Neider. Hier keine Spur
davon. Nach allem, was man hört, muß er ein begnadeter Lehrer gewesen sein.
Also keiner von denen, die nur außerhalb ihrer Universität geschätzt werden und
mit der Zeit, die sie den Studenten stehlen, sich Renommée und Ehrendoktorate
erwerben. Seine Schüler, Freunde, Kollegen hatten ihm eine Festschrift zum 65.
Geburtstag vorbereitet; nun ist sie zur Gedenkschrift geworden.
Ernst Schubert war Direktor des Instituts für
Historische Landesforschung der Georgia-Augusta, war einer jener
Landeshistoriker, die wie Walter Schlesinger, Hans Patze (der Vor-gänger) oder
Peter Moraw im Lokalen wurzeln, aber sich nie davon haben einfangen lassen,
auch nicht von vermeintlichen Epochengrenzen, etwa der um 1500. Ernst Schubert
hat viel zur Frühen Neuzeit, ja zur Zeitgeschichte publiziert, und natürlich
auch zu einem so nieder-sächsischen Thema wie der Schlacht bei Langensalza,
deren Memoria wir mit ihm im Bo-mann-Museum in Celle hatten besichtigen können.
Aus Hannover stammte er, dort ist er gestorben. Seine akademischen Stationen
aber heißen Würzburg (wo er 1965 bei Hanns Hubert Hoffmann promoviert wurde),
Erlangen (wo er 1968 bei Gerhard Pfeiffer und dann bei Alfred Wendehorst
Assistent wurde und sich habilitierte), Konstanz (das ihm 1980 die erste
Professur bot), und seit 1985 Göttingen.
Gegen Modisches unempfindlich (und wie aramselig ist
doch das Tanzen nach der Pfeife des gerade Gängigen) hat er vielmehr sehr früh
Themen gefunden, Quellen erschlossen und Fragen gestellt, die höchst originell waren
und schließlich Standard wurden: (Un-)Staat-lichkeit des späten Mittelalters,
Bettler und Gauner, Spielleute und Vaganten,
Fremde, Alltag,
Schauspiel, Umwelt,
Essen und Trinken und was der
interessanten Themen mehr sind. Die einschlägigen Bücher erschienen zumeist bei
der Wissenschaftlichen Buch-gesellschaft in Darmstadt, waren preiswert und
somit weit verbreitet. Dabei ist er aber immer auch auf höchster Ebene der
Frage der Verfassung von „König und Reich“ nachgegangen, wie seine
Habilitationsschrift von 1974 hieß, wie sein Beitrag zur Enzyklopädie
deutscher Geschichte bewies, wie zuletzt noch die
umfangreiche Studie über die Königsabsetzungen im Reich belegt.
Liest man seine Veröffentlichungsliste noch einmal nach, dann begegnen darüber
hinaus solche Juwelen wie die maßgebliche Abhandlung über den Versuch, das
Reich in jeweils vier „Ständen“ abzubilden, eine Untersuchung über
den gerichtlichen Zweikampf bei Kleist, eine Auseinandersetzung
mit der feministischen Geschichts-wissenschaft, eine Geschichte der
(fast abgeschafften) Habilitation oder überraschende
Beobachtungen zur Entstehung der innerdeutschen Grenze nach 1945.
Das war nicht der angepaßte Macher, der geschätzte
Drittmittelzauberer, der vielgebetene Evaluationsgänger. Sondern ein
eigenwilliger, hochintelligenter, fruchtbarer Historiker in vielfach
gesichtsloser Zeit. Er wird uns in seiner scharfsinnigen Bedächtigkeit fehlen.
Und doch wissen wir, daß die Zeit über alles hinweggeht. Nur das Werk bleibt,
und die Erinne-rung, bis alle verstorben sind, die ihn gekannt haben. Wir jedenfalls
grüßen ihn ein letztes Mal, verneigen uns achtungsvoll, der Witwe Mut und
Einsicht wünschend, und gehen den Weg einsamer weiter.
Paris, am 27. Mai 2006 Werner
Paravicini
Aus
der Arbeit der Kommission
1. Handbuch
1.1. Dynastisch-topographischer
Band – folgende Rezensionen liegen inzwischen vor: Thomas, Heinz, in: F.A.Z.,
14. Januar 2004 – Hillen, Christian, in: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-2-116
– Irgang, Win-fried, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 53,2 (2004)
S. 270f. – Andermann, Kurt, in: Historische Zeitschrift 279 (2004)
S. 733-735 – Tebruck, Stefan, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische
Geschichte 58 (2004) S. 257-262 – Vogtherr, Thomas, in: Das Mittelalter 92,
(2004) S. 193f. – Krüger, Matthias, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft
53,3 (2005) S. 270f. – Römer, Christof, in: Mitteldeutsches Jahrbuch 12
(2005) S. 340-343 – Moeglin, Jean-Marie, in: Bulletin de la Mission Historique
Française en Allemagne 41 (2005) S. 171f. – Neininger, Falko, in: Jahrbuch für
die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 51 (2005) S. 249-251.
1.2. Bilder
und Begriffe – grundlegende Informationen im Internet unter der URL >http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/projekt.php#Bildband<.
Wir weisen vor allem hin auf die Datenbankabfrage unter der URL >http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/abfragebegriffe.php<
Dort finden sich u.a. zusätzliche Ab-bildungen, die bei der Publikation keine
Berücksichtigung finden konnten.
1.3. Hof
und Schrift – zum Zeitpunkt des Erscheinens der vorliegenden MRK liegen die
Beiträge für den geplanten Band vor und werden redaktionell über-arbeitet. Es
gilt weiterhin der mit dem 31. Dezember 2006 avisierte Termin der Drucklegung.
1.4. Grafen
und Herren – siehe zum Konzept unten S. 15ff.
2. Residenzenforschung
2.1. Cornell
Babendererde: Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei
weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters (Residenzenforschung, 19) – ist
erschienen, Bestellmöglichkeit unten S. 129.
2.2. Der
Hof und die Stadt. Konfrontation, Koexistenz und Integration im Verhältnis von
Hof und Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 9. Sym-posium der
Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen veranstaltet
in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, dem
Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem
Deutschen Historischen Institut Paris, Halle an der Saale, 25.-28. September
2004, hg. von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, 20) –
der Band befindet sich in der Vorbereitung zum Druck und wird zum Symposium
2006 in Schleswig vorliegen – Bestell-möglichkeit unten S. 130.
2.4. Ingrid
Kasten, Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg – der Band
befindet sich weiterhin in Vorbereitung, die Edition wird voraussichtlich Anfang
2007 im Manuskript abgeschlossen sein.
2.6. Ellen Widder, Mittelalterliche deutsche Hofordnungen –
die Finanzierung der Arbeiten ist noich nicht gesichert.
3. Symposien
3.1. Gottorf/Schleswig
2006: Hofwirtschaft. Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in
Spätmittelalter und Früher Neuzeit – zum Programm siehe unten S. 50-52.
3.2. Wien
2008: Vorbild, Austausch, Konkurrenz. Höfe und Residenzen in der gegenseitigen
Wahrnehmung – in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften.
3.3. Coburg
2010: Zwischenbilanz – Residenz und Hof in Europa – in Zusammen-arbeit mit Prof.
Dr. Gert Melville, Dresden/Coburg.
4. MRK
– MRK 16,1 liegt vor. Gleichzeitig erscheint hiermit Sonderheft 8: „Auswahlbibliographie von Neuerscheinungen zu
Residenz und Hof 2001-2005“.
5. Stellensituation
– Zwar hoffen wir auf die notwendige Etatisierung der 2. Kieler Stelle im
Akademienprogramm ab dem 1. Januar 2007. Weil die Beschlüsse aber gänzlich
unvorhersehbar sind, haben wir parallel einen Fortsetzungsantrag für zwei Jahre
Bearbeitung des 4. Bandes des Handbuchs bei der bislang immer hilfreichen Fritz
Thyssen Stiftung gestellt und hoffen nun, daß wir nicht schließlich doch durch
das Netz fallen werden. Die Zeiten sind hart. Aber: „es is immer noch jott
jejange“.
6. Termin
der nächste Sitzung der Residenzen-Kommission ist der Montagabend des
Schleswiger Symposiums, 25. September 2006, 20:30 Uhr.
Werner Paravicini
Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich
Grafen und Herren
von
Jan Hirschbiegel
und Jörg Wettlaufer
Konzept und Fragestellung
Auf Grundlage der Handbuchreihe „Höfe und Residenzen im
spätmittelalterlichen Reich“, die die fürstliche und königliche Herrschaft in
der Zeit zwischen 1200 und 1650 erfaßt, soll nunmehr ein weiterführendes und
ergänzendes Handbuch entstehen, das Grafen und Herren zum Gegenstand hat, also
diejenige Schicht des Hochadels, die sich direkt an den Fürsten-stand anschloß
und eine nicht unerhebliche Zahl von Territorien des Heiligen Römischen Reichs
Deutscher Nation besetzte. Das auf einen Umfang von zwei Bänden angelegte Projekt
füllt damit eine seit langem bestehende Forschungslücke, denn es fehlt bis
heute ein wissen-schaftliches Hilfsmittel für die Erforschung von Hof und
Residenz dieser Gruppe des hohen Adels im spätmittelalterlichen Reich, das den
gesamten geographischen Bereich abdeckt.
Mit Blick auf gräfliche und herrschaftliche Höfe und
Residenzen sollen Grundlagen für eine bessere Kenntnis des Grafen und
Herrenstandes im spätmittelalterlichen und früh-neuzeitlichen Reich geschaffen werden.
Gerade die Hofhaltung vieler Grafen- und Herren-häuser ist bislang nur in
Ansätzen und nie vergleichend untersucht worden. Es wird gefragt, inwieweit
sich Grafen- und Herrenhäuser an fürstlichen Hofhaltungen orientierten, welche
Geschlechter überhaupt dauerhaft einen Hof oder eine Residenz ausbilden
konnten, welche Rolle Grafen und Herren in der fürstlichen Hofhaltung ihres
Lehnsherrn bzw. der benachbar-ter Fürsten spielten, was als unabdingbar galt,
welche Parallelen zur fürstlichen Repräsenta-tion sich feststellen lassen, welche
Überschreitungen des Zugestandenen erkennbar sind, wie sich im Laufe der Zeit
die Normen verschieben, Schrumpfformen aussehen, wie Grafen und Herren sich von
der Ritterschaft unterscheiden. Für die Beantwortung dieser Fragen soll das
vorhandene Wissen durch ein Handbuch der gräflichen und herrschaftlichen Höfe
und Resi-denzen gebündelt und auf diese Weise für die weitere Forschung
verfügbar gemacht werden.
Forschungslage
Der letzte Versuch einer überregionalen monographischen
Betrachtung des Reichsgra-fenstandes von M[ax] Bendiner stammt aus dem Jahre
1888 und ist ausschließlich verfas-sungsgeschichtlich ausgerichtet. Die Anfang
des 20. Jahrhunderts erschienen Arbeiten von Otto von Dungern, Aloys Schulte
und Otto Forst de Battaglia haben die Grundlage für eine wissenschaftliche
Beschäftigung mit dem Hochadel des späten Mittelalters gelegt, indem sie die
ständische Abschließung dieser Gruppe gegenüber dem Niederadel untersuchen. Ein
Konsens konnte damals jedoch nicht erzielt werden. Die Erforschung von Grafen
und Herren ist seitdem nur im regionalen Kontext vorangetrieben worden. Vorhandene Einzelstudien sind meist älteren Datums
oder rein genealogisch bzw. regionalgeschichtlich orientiert. Fragen zur Hof-
und Residenzbildung wurden bislang nur in Ausnahmefällen und nie systematisch
thematisiert. Die Vernachlässigung reichsgräflicher Geschichte hat
verschiedene Ursachen, die in den älteren Traditionen der deutschen
Verfassungsgeschichtsschreibung wurzeln. Dort konzentrierte man sich auf den
Prozeß der Staatswerdung. Erst mit den
Habilitationsschriften von Georg Schmidt zum Wetterauer Grafenverein (1989)
sowie von Karl-Heinz Spieß zum gräflichen Konnubium (1993) hat sich die
Forschung erneut unter übergreifenden Frage-stellungen den Grafen und Herren
zugewandt. Einen regionalen Fokus hat der vor kurzem zur hochadeligen
Herrschaft im mitteldeutschen Raum erschienene Sammelband von Jörg Rogge und
Uwe Schirmer (2003). Doch damit ist auch schon der aktuelle Forschungsstand
benannt (vgl. die im Anschluß gegebene Literaturliste): „Der nichtfürstliche
hohe Adel ist, sieht man von zahlreichen, eher an der Genealogie und an der
Besitzgeschichte interessierten Arbeiten über einzelne Geschlechter ab,
insgesamt weniger gut untersucht“, schreibt Werner Hech-berger in seiner vor
kurzem erschienen Habilitationsschrift zum Adel im fränkisch-deutschen
Mittelalter (Hechberger 2005, S. 484). Zu Recht stellte Volker Press 1989 ein
Forschungs-defizit auch in Bezug auf den Reichsgrafenstand in der Neuzeit fest
(Press 1989, S. 4). Trotz verschiedener Einzelstudien – die
Habilitationsschrift von Heinz Schilling beschäftigt sich z.B. mit den Grafen
von der Lippe in der Neuzeit – hat sich diese Situation bislang nicht
grundlegend geändert. Ein Handbuch gräflicher und herrschaftlicher Höfe und
Residenzen wird deshalb nicht nur die Grundlagen für eine bessere Kenntnis des
Grafen- und Herren-standes im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Reich
schaffen, sondern auch sowohl regionalgeschichtliche wie vergleichende und
übergreifende Fragestellungen bzw. Untersu-chungen ermöglichen.
Veröffentlichungen
zum Thema in Auswahl
Bendiner, M[ax]:
Die Reichsgrafen. Eine verfassungsgeschichtliche Studie, München 1888.
Böhme, Ernst. Das
Fränkische Reichsgrafenkollegium im 16. und 17. Jahrhundert: Unter-suchungen zu
den Möglichkeiten und Grenzen der Korporativen Politik mindermächtiger
Reichsstände, Stuttgart 1989 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische
Geschichte Mainz. Abteilung Universalgeschichte, 132; Beiträge zur Sozial- und
Verfassungs-geschichte des Alten Reiches, 8).
Borgolte, Michael:
Art. „Grafschaft, Grafschaftsverfassung“, in: LexMA IV, 1989, Sp. 1635f.
Bosl, Karl:
Hochadel in Mittelalter und Neuzeit, in: Zeitschrift für Bayerische Landes-geschichte
22 (1959) S. 319-330.
Christ, Dorothea
A.: Zwischen Kooperation und Konkurrenz. Die Grafen von Thierstein, ihre
Standesgenossen und die Eidgenossenschaft im Spätmittelalter, Zürich 1998.
Czech, V.:
Legitimation und Repräsentation: Zum Selbstverständnis sächsischer Reichsgrafen
in der Frühen Neuzeit, Berlin 2003 (Schriften zur Residenzenkultur, 2)
Demandt, Karl
Ernst: Kultur und Leben am Hofe der Katzenelnbogener Grafen, in: Nassauische
Annalen 61 (1950) S. 149-180.
Demandt, Karl
Ernst: Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060-1486, Wiesbaden 1953-1957 (Veröffentlichungen
der Historischen Kommission für Nassau, 11).
Dungern, Otto
von: Das Problem der Ebenbürtigkeit. Eine rechtsgeschichtliche und genea-logische
Studie. Eine sozialpolitische und rechtsgeschichtliche Untersuchung, München
und Leipzig 1905.
Dungern, Otto
von: Der Herrenstand im Mittelalter. Eine sozialpolitische und rechts-geschichtliche
Untersuchung, Bd. 1, Papiermühle S.A. 1908.
Glawischnig,
Rolf: Niederlande, Kalvinismus und Reichsgrafenstand 1559-1584. Nassau-Dillenburg
unter Graf Johann VI., Marburg 1973 (Schriften des Hessischen Landesamtes für
geschichtliche Landeskunde, 36).
Hatzfeld, Lutz:
Zur Geschichte des Reichsgrafenstandes, in: Nassauische Annalen 70 (1959) S.
41-54.
Hechberger,
Werner: Adel im fränkisch-deutschen Mittelalter. Zur Anatomie eines
Forschungsproblems, Ostfildern 2005 (Mittelalter-Forschungen, 17).
Hochadelige Herrschaft im Mitteldeutschen Raum (1200-1600).
Formen – Legitimation – Repräsentation, hg. von Jörg Rogge und Uwe Schirmer,
Stuttgart 2003 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 23).
pätmittelalterlichen
Reichin dynastisch-topographisches Hand-buch, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Teilbd. 1: Dynastien und
Höfe. Teilbd. 2: Residenzen, Ostfildern 2003 (Residen-zenforschung 15,I, 1-2). Bilder
und Begriffe, hg. von Werner Paravicini,
bearb. von Jan Hirschbiegel und
Jörg Wettlaufer, Teilbd. 1:
Begriffe. Teilbd. 2: Bilder, Ostfildern 2005 (Residenzenforschung, 15/II, 1-2).
Hucker, Bernd
Ulrich: Die Grafen von Hoya: ihre Geschichte in Lebensbildern, Hoya 1993
(Schriften des Instituts für Geschichte und Historische Landesforschung, 2).
Krieger, Karl-Friedrich:
Die Lehnshoheit der deutschen Könige im Spätmittelalter (ca. 1200-1437), Aalen
1979 (Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte. NF, 23).
Krieger, Karl-Friedrich:
Reich und Reichsreform im Spätmittelalter, München 1992 (Enzyklopädie deutscher
Geschichte, 14).
Kulenkampff,
Angelika: Einungen mindermächtiger Stände zur Handhabung Friedens und Rechtens
1422-1565. Ein Beitrag zur Reichsgeschichte im Zeitalter der Reichsreform,
Diss. Univ. Frankfurt a. M. 1967.
Magen, Ferdinand:
Reichsgräfliche Politik in Franken: zur Reichspolitik der Grafen von Hohenlohe
am Vorabend und zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, Schwäbisch-Hall 1975 (Forschungen
aus Württembergisch Franken, 10).
Maurer, Helmut:
Zwischen Selbständigkeit und politischer Integration. Begräbniskultur und
Residenzbildung im hohen Adel des deutschen Südwestens am Beispiel der Grafen
von Zimmern, in: Macht und Memoria. Begräbniskultur europäischer
Oberschichten in der Frühen Neuzeit, hg. von Mark Hengerer, Köln u.a. 2005, S. 163-186.
Mitsch, Ralph:
Art. „Reichsgrafschaft“, in: LexMA VII, 1995, Sp. 618f.
18 ()
Neugebauer, W.:
Konfessionelle Klientelpolitik im 17. Jahrhundert. Das Beispiel der
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Selbstdarstellung – Selbstbe-hauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/
Neugebauer [17.03.2006].
Les cours et les résidences du Moyen Age
tardif. Un quart de siècle de recherches allemandesLes
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von Jean-Claude Schmitt und Otto
Gerhard Oexle, Paris 002
(Histoire ancienne et médiévale, 66) 327-350.
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Aufl. München 1998
Patze, Hans, Streich, Gerhard: Die landesherrlichen
Residenzen im spätmittelalterlichen Deutschen Reich, in: Blätter für deutsche
Landesgeschichte 118 (1982) S. 205-220.
Pöhlmann, Karl:
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(ND Aalen 1974).
Pöhlmann, Karl:
Regesten der Grafen von Zweibrücken aus der Linie Zweibrücken, eingel., bearb.
und erg. durch Anton Doll, Speyer
1962 (Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der
Wissenschaften, 42).
Press, Volker: Reichsgrafenstand
und Reich. Zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des deutschen Hochadels in der
frühen Neuzeit, in: Wege in die Zeitgeschichte. Festschrift für Gerhard
Schulz, hg. von Jürgen Heideking u.a., Berlin u.a. 1989, S. 3-29.
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(Hg.): Deutscher Adel 1430-1555. Büdinger Vorträge 1963, Darmstadt 1965
(Schriften zur Problematik der Deutschen Führungsschichten in der Neuzeit, 1).
Sablonier, Roger:
Adel im Wandel. Eine Untersuchung zur sozialen Situation des ostschweizerischen
Adels um 1300, Göttingen 1979.
Schmidt, Georg:
Der Wetterauer Grafenverein. Organisation und Politik einer Reichs-korporation
zwischen Reformation und Westfälischem Frieden, Marburg 1989
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 52).
Schmidt, Georg:
Die politische Bedeutung der kleineren Reichsstände im 16. Jahrhundert, in:
Jahrbuch für Geschichte des Feudalismus 12 (1988) S. 185-206.
Schmidt, Georg:
Die zweite Reformation in den Reichsgrafschaften. Konfessionswechsel aus
Glaubensüberzeugung und aus politischem Kalkül? in: Territorialstaat und
Calvinismus, hg. von Meinrad Schaab,
Stuttgart 1993, S. 97-136.
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König und Reich. Studien zur spätmittelalterlichen Verfassungsgeschichte,
Göttingen 1979 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte,
63).
Schulte, Aloys:
Zur Geschichte des hohen Adels, in: Mitteilungen des Instituts für
österreichische Geschichte 34 (1913) S. 43-81.
Spiess,
Karl-Heinz:-A
Spiess, :
Familie und Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters,
Stuttgart 1993 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.
Beihefte, 111).
Spiess,
Karl-Heinz:
Spiess,
Karl-Heinz:Zwischen König und Fürsten. Das politische Beziehungssystem
südwest-deutscher Grafen und Herren im späten Mittelalter, demnächst in: Zwischen
König und Fürsten. Das politische Beziehungssystem südwestdeutscher Grafen
und Herren im späten Mittelalter, hg. von Kurt Andermann, Tübingen 2006.
Spiess,
Karl-Heinz: Ständische Abgrenzung und soziale Differenzierung zwischen Hochadel
und Ritteradel im Spätmittelalter, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 56 (1992)
S. 181-205.
Wadle, Elmar:
Art. „Graf, Grafschaft. V. Gf. und Gft. von der Mitte des 11. bis zum aus-gehenden
13. Jh.“ und v.a. „VI. Gf. als Stand und Titel in SpätMA. und Neuzeit“, in:
Handwörterbuch zur Rechtsgeschichte I, 1971, Sp. 1785-1795.
Anlage des Doppelbandes
Ausgangspunkt des
geplanten Handbuchs sind die in der Wormser Reichsmatrikel von 1521 verzeichneten
reichsgräflichen und reichsherrlichen Herrschaften. Eine erste darauf
aufbauende Liste wurde um einige bedeutende Geschlechter ergänzt, die vor allem
aus genealogischen Gründen (Erlöschen des Hauses aufgrund fehlendem männlichen
Nachwuchses) nicht in der Matrikel notiert sind. Andererseits wurden Einträge
gestrichen, bei denen die Bezeichnung der Territorien nicht auf eigenständige
Geschlechter zurückzuführen ist. Diese Liste ist ein erster Überblick, der im
Einzelfall noch zu korrigieren sein wird. Wir bitten ausdrücklich um Kritik!
Nicht notiert sind die zahlreichen Residenzen, Sitze und zentralen Orte. Es ist
schlechterdings unmöglich, hier im Vorfeld eine kompetente Auswahl zu treffen.
So bitten wir die jeweiligen Bearbeiterinnen und Bearbeiter, die sich zur
Übernahme eines Dynastie- oder Hofartikels ent-schließen, die in Frage
kommenden Orte zu bestimmen und kundigen Autorinnen und Autoren zu
überantworten.
-erneut zwei
zusammen 600ngelegt
aufgrund der vorge-sehenen Online-Veröffentlichung einzelnen
Die formale Anlage des Bandes soll wie folgt aussehen:
- Vorwort (Erläuterung des
Konzepts etc.)
- Einleitende Artikel:
1. Über den Unterschied von
Fürstenrang und hohem Adel
2. Grafeneinungen des späten
Mittelalters und der Frühen Neuzeit
3. Die Entstehung der
Grafenkurie auf dem Reichstag
4. Lebenswelten von Grafen und
Herren
- Dynastien, Höfe und Residenzen
A. Grafen- und Herrengeschlechter
B. Grafschaften und Herrschaften –
gräfliche und herrschaftliche Höfe
C. Residenzen
Die Struktur des Handbuchs wird sich an der bewährte Form
der vorliegenden Bände orientieren. Die vorgesehenen Residenzartikel sollen
zeigen, welche Herrschafts- und Ver-waltungssmittelpunkte sich in den teilweise
sehr kleinen Territorien der Grafen und Herren ausgebildet haben. In den
Artikeln zu den jeweiligen Grafschaften bzw. Herrschaften sollen die
zusammenfassend zu behandelnden Höfe die jeweils prägenden Persönlichkeiten her-vorheben
und einen vergleichenden Überblick der unterschiedlichen Organisationen der
Hofhaltungen und Verwaltungsapparate geben. Durch die Artikel zu den
verschiedenen Dynastien bzw. Grafengeschlechtern und Familien soll schließlich
die Verbindungslinie zwi-schen den Einzelpersönlichkeiten hergestellt und die
innere Verflechtung von Herrschaft und Geschlecht verdeutlicht werden.
Gestaltung der Artikel: Bearbeitungsmasken – Formalia
Auch hier orientieren wir uns nicht zuletzt wegen der inneren
Stringenz der Handbuchreihe und wegen der dadurch bedingten Möglichkeit der
besseren Vergleichbarkeit der Phänomene an dem Aufbau der entsprechenden
Artikel des dynastisch-topographischen Bandes. Selbstverständlich wird es
aufgrund der Forschungslage und der Überlieferung nicht möglich sein, jeden
einzelnen der angebenen Punkte zu bearbeiten. Auch sollen die den numerierten
Abschnitten beigegebenen Stichworte als Anregung verstanden werden, nicht als
notwen-digerweise darzustellende Einheiten. Primär wichtig ist die Behandlung
des Vorhandenen und die Darstellung des Forschungsstandes sowie die Markierung
von Forschungslücken als Grundlage für die weitere Forschung.
A. Dynastien
I.
Bezeichnung
Etymologie
– Personale, geographische, mythische Abkunft (Spitzenahn, Stammsitz und Stammlande,
Gründungsmythos, erste Erwähnung)
II.
Verfassungsrechtliche Stellung
Inhaberschaft
reichsrechtlich-politisch relevanter Positionen, prominente Vertreter; Lehen,
Eigengut
III.
Repräsentation
Wappen,
Bauten, Darstellungen, Abbildungen
IV.
Genealogisch-geographische
Entwicklung
(reale/fiktive)
Genealogie; chronologischer Abriß – Belehnung, Entwicklung der Macht-entfaltung,
Linienbildung (Gesamthaus und Nebenlinien) – Verbindung zu anderen Dynastien
(Konnubien)
Verweise ® Höfe,
Residenzen – Quellen – Literatur
B. Grafschaften und Herrschaften – gräfliche und
herrschaftliche Höfe und Haushalte
I.
Allgemeine Angaben
Bezeichnung
– Herrschaftsgebiet (Umfang, Lage) – Chronologischer Abriß der Entwicklung bzw.
der verfassungsrechtlichen Stellung – Lehnsabhängigkeiten – Zugehörigkeit zu
einem Grafenverein
II.
Hof
1.
Chronologischer Abriß der
Entwicklung des Hofes
Erste
Erwähnung, Blüte, Niedergang des Hofes – Ausstrahlung, Größe, (inter)na-tionale
(historische, politische etc.) Bedeutung – Mögliche Ortsveränderungen – Aufenthaltsorte
des Hofes (Mobilität) – Filialhöfe
2.
Organisation/Aufbau
Hofverwaltung
(Regierung, Verwaltung, Justiz, Finanzen etc.) – Kanzlei – Hofämter,
Ehrendienste – Verwaltung, Justiz, Hofgerichtsbarkeit – Haus- und Wachdienste –
Bauwesen, Bauhütte
3. Wirtschaft
Handel,
Kunsthandwerk, Luxusartikel – Geld/Münzprägung, Finanzierung, Hofjuden –
Grundbesitz, Domänen – Wasserversorgung, Nahrungsmittelversorgung,
Ver-brauchsgüter – Versorgung der Bediensteten
4.
Prosopographisches
Bemerkenswerte
Persönlichkeiten am Hof – Wissenschaftler, Künstler – Hofnarren, Herolde,
Musiker – Leibärzte, Apotheker – Kapläne, Beichtväter, Erzieher – Frauen am Hof
– adelige Hofdamen, Mätressen – Militär am Hof – Rekrutierung des Personals
5.
Feste, Vergnügungen,
Repräsentation des Hofes
Wappen
– Hofzeremoniell – Ordensstiftungen – Feste, Feiern – Kirchliche und kulturelle
Übungen (Turniere) – Jagdwesen – Kultur, Schöne Künste
Verweise ®
Dynastien, Residenzen – Quellen – Literatur
C. Residenzen
I.
Name und erste
Charakterisierung der Residenz
Unterschiedliche Schreibweisen (Etymologie –
Tradierungen, frühere und spätere Be-zeichnungen) – Kurzangaben zur Lage – Bezeichnung
der zugehörigen/innehabenden Herrschaft(en) – Nähere Bezeichnung der Residenz:
Schloß, Höhen-, Stadt-, Stadtrand-, Niederungsburg, Geschlechtersitz,
Witwensitz, Haupt- oder Nebenresidenz – Zeitraum (Residenz von/bis)
II.
Historisch-geographische
Lagebeschreibung des Residenzortes (Beschreibung
des [zugehörigen oder eigentlichen] Residenzortes nach landschaftlichen,
verkehrstechnischen, wirtschaftlichen, politischen und kirchlichen
Gesichtspunkten und Erfassung – Darstellung zugehöriger Herrschaftsgebiete)
1.
Geographische Beschreibung
Lage
in der Landschaft, Verkehrslage: Flüsse, Straßen, Brücken, Furten.
Naturräumliche Voraussetzungen (z.B. Höhenlage, Bodenschätze, Eignung für
Ackerbau, Eignung für Jagd)
2.
Siedlungsgeschichte, Wirtschaftsgeographie,
kirchliche Geographie
Markt,
Münze, Zoll – Handwerk, Bergbau, Kaufleute – Gau, Grafschaft, Landtagsort – Diözese,
Archidiakonat, Erzpriestersitze
3.
Stadtgeschichte/Stadtentwicklung
bzw. Geschichte des zugehörigen Ortes oder der zugehörigen Siedlung
Chronologischer
Abriß der Stadtgeschichte, erste Erwähnung – Stadtrecht, städt. Selbstorganisation
– Verbindung zwischen Residenz und Stadt – Soziale und wirtschaftliche Verbindungen
zwischen Residenz und Stadt (nicht Funktionsträger, sondern allgemein)
4.
Verhältnis/Spannungen zwischen
Stadt und Residenz
Chronologischer
Abriß; Ursache für mögliche Spannungen – Herrschaftliche „Beamte“ oder Bedienstete
aus der Bürgerschaft
III.
Beschreibung der
Residenzarchitektur
1.
Bezeichnung/Erfassung der zur
Residenz gehörenden Gebäude und ihrer Architektur
2.
Architekten, Baumeister, Künstler
(Ausstattung)
3.
Baugeschichte (erste Erwähnung von
Herrschaftsarchitektur, Vorgängerbauten, heutige Bausituation)
4.
Sachliche Beschreibung von
Architektur und Ausstattung der Residenz (im Untersuchungszeitraum)
-
Innenräume, Außenräume; Ausstattung
-
Raumaufteilung: Repräsentationsräume,
Wohnräume, Wirtschaftsräume, Regierungsräume, Schatz-, Kunst und
Raritätenkammern, Personal- und Gästeunterbringung, Jagdkammer, Frauenzimmer –
Männerzimmer
-
(Außen)Anlagen: Vorburgen, Plätze,
Wirtschaftshöfe, Vorwerke, Mühlen, Versorgungseinrichtungen, Gärten, Turnierplätze,
Rennbahn, Fasanerie
-
Wehr- und Befestigungsanlagen der
Residenz (Zusammenhang mit den Anlagen des Residenzortes?)
-
Versorgungsgebäude: Frucht-, Salz-,
Back-, Brauhaus
-
Kult- und Kulturgebäude innerhalb und
außerhalb der eigentlichen Residenz: Theater, Bibliothek, Archiv,
Schule, Denkmäler, Kirche und Kapellen, Grablegen
5.
Funktionale Aspekte der
Architektur (evtl. zusammen mit der Sachbeschreibung)
-
Herrschaftsfunktionen der
Architektur, Repräsentationsarchitektur (Treppen, Portale, Fassaden –
Möbel, Zimmerfolgen, Heizung)
-
Zentrale Verwaltungsinstitutionen und ihr
Niederschlag in der Architektur (baulicher Zusammenhang mit der
Residenz?) (Regierungs-, Verwaltungs- und Behördengebäude – Kanzlei-,
Gerichts- und Finanzgebäude – Wehrarchitektur versus Komfort)
Verweise ®
Dynastien, Residenzen – Quellen – Literatur
Allgemeines
Alle Artikel erscheinen in deutscher Sprache,
anderssprachige Texte werden übersetzt. Die redaktionelle Überarbeitung der
Texte (Formatierung, Spaltensatz etc.) erfolgt durch die Kie-ler Arbeitsstelle.
Wir bitten daher um sparsamen Gebrauch von Formatierungszuweisungen und um
Vermeidung unterschiedlicher Formatvorlagen für einzelne Textteile.
Wir bitten um Zusendung der Texte als „attatched document“
per E-Mail an die Adresse: resikom@email.uni-kiel.de. Benutzen Sie bitte die
Dateiformate MS Word für Windows oder alternativ das Rich-Text-Format (RTF),
das von den meisten Textverabeitungsprogrammen als Speicheroption angeboten
wird.
Falls Sie Fragen zur Formatierung oder zum Datenformat der
Dateien haben, können Sie sich jederzeit an die Arbeitsstelle in Kiel wenden.
Wir bitten um Beachtung einiger Regeln für die Manuskripterstellung:
-
keine doppelten oder mehrfachen Leerzeichen im Text
-
Absätze werden mit einem „Wagenrücklauf“ abgeschlossen (Zeichen: ¶),
Worte sollen am Zeilenende im Fließtext ungehindert in die nächste Zeilen
umbrechen können
-
vor Satzzeichen und am Anfang eines Absatzes stehen keine Leerzeichen
oder Tabu-latoren
-
Überschriften sollen linksbündig erfolgen und durch eine Leerzeile vom
Text abgetrennt sein
-
Kursivschriften sollen im Text zusätzlich durch Unterstreichungen
markiert werden. An-dere Hervorhebungen (Sperrungen oder Fettungen) bitte nur
sehr sparsam verwenden
-
Autorennamen sollen stets in der Formatierung Kapitälchen (nicht GROSSBUCH-STABEN) stehen und Vornamen
ausgeschrieben sind (Beispiel: Paravicini,
Werner).
Umfang
Aufgrund der zu erwartenden Anzahl von Einzelartikeln wird
nur wenig Platz für den jeweiligen Beitrag zur Verfügung stehen, weshalb wir –
selbstverständlich mit Verständnis für eine gewisse Flexibilität – für die
Dynastieartikel und für die Artikel zu den Höfen einen Umfang von jeweils vier
bis maximal acht Seiten vorgesehen haben, für die Artikel zu den einzelnen
Residenzen ein bis zwei Seiten. Dies entspricht Anschlagszahlen (inkl. Leer-zeichen)
von etwa 14 000 bis maximal 30 000 für die Dynastie- und Hofartikel
bzw. 3500 bis 7000 für die Residenzartikel bei einer Schriftgröße von 12 Punkten,
einfachem Zeilenabstand und Rändern von jeweils 2,54 cm zu jeder Seite.
Abkürzungen
Die Verwendung allgemeiner und fachspezifischer Abkürzungen
orientiert sich neben dem Duden v.a. am Abkürzungsverzeichnis im Lexikon des
Mittelalters I, 1980, S. XVII-XXI. Zeitschriftensiglen entsprechen in der Regel
denjenigen, die in der Historischen Zeitschrift Verwendung finden, Reihentitel
werden bis auf wenige Ausnahmen ausgeschrieben.
Anführung von Quellen und Literatur im laufenden Text
Grundsätzlich bitten wir um sparsame Verwendung von Quellen-
und Literaturangaben im Text. Fuß- oder Endnoten sind nicht vorgesehen,
notwendige Anmerkungen stehen in mög-lichst abgekürzter Form im laufenden Text
in Klammern, z.B. (Paravicini, Kultur, S. 11). Bitte vermeiden Sie
Abkürzungen wie „ebd.“ oder „ibid.“, „a.a.O.“, „op. cit.“ oder „l.c.“. Wenn Sie
Anführungsstriche verwenden, achten Sie bitte darauf, „typographische“ Zeichen
zu benutzen.
Bitte geben Sie kalendarische Daten so genau wie möglich an.
Quellen- und Literaturangaben
Jede vollständige Quellen- und Literaturangabe in den
Verzeichnissen am Ende des einzelnen Artikels steht jeweils in einem eigenen
Absatz (Wagenrücklaufzeichen). Bitte vermeiden Sie den Gebrauch von „Dies.“ oder „Ders.“ bei Angaben mit sich wiederholenden Autoren-namen.
Ansonsten bitten wir darum, daß
-
die Schreibweise der Namen von Autoren wie oben angegeben erfolgt, bei
mehreren Verfassern werden die Namen durch ein Komma getrennt. Bei Sachtitel stehen
die Herausgeber nach dem jeweiligen Titel. Nach jedem Titel steht die Orts- und
Jahres-angabe, ggf. gefolgt von einem Reihentitel mit Bandangabe, letztere in
arabisch ohne das Kürzel „Bd.“ und durch ein Komma vom Reihentitel getrennt: Paravicini, Werner: Die ritterlich-höfische
Kultur des Mittelalters, München 1994 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 32).
-
Buch- oder Aufsatztitel werden nicht durch Kursive hervorgehoben.
-
Für das Zitieren von Aufsätzen in Zeitschriften gilt beispielhaft die
Regel: Meier, Heinz: Aufsatz, in:
HZ 223 (1975) S. 33.
(Vorläufige) Liste der Grafen und Herren
kursiv
stehende Familien sind bereits als Artikel vergeben
(siehe auch die Beispielartikel unten)
Aarberg (Aarburg) (Grafen von)
Abensberg
(Grafen von)
Annenberg
(Freiherren und Grafen von)
Barby und Mühlingen (Grafen von)
Beichlingen [Beuchlingen] (Grafen von)
Bentheim (Grafen von)
Bergen (s’-Herrenberg,
Gft. Zutphen) (Herren von)
Bergen op Zoom
und Walhain (Glymes) (Herren
von)
Berka
(Grafen von)
Bickenbach
(Herren von)
Bitsch (Zweibrücken-Bitsch) (Grafen von)
Blankenberg (Blâmont, Lothr.) (Grafen von)
Blankenburg
(Grafen von)
Blankenheim
(Herren und Grafen von)
Brandis
(Freiherren von)
Bron[c]khorst ( von)
Castell (Grafen von)
Criechingen (Créhange, Lothr.) (Grafen von)
Dassel
(Grafen von)
Degenberg
(Herren von)
Diepholz
(Herren von)
Dietrichstein (Grafen von)
Dießen
(Grafen von)
Donin (Dohna) (Burggrafen von)
Eberstein (Grafen von)
Eggenberg
(Herren von)
Egmont (Grafen
von)
Erbach (Grafen
von)
Everstein
(Grafen von)
Falkenstein
(Münzenberg / Hessen) (Grafen
von)
Finstingen (Fénétrange, Lothr.) (Herren von)
Frauenberg (Haag) (Herren und Grafen von)
Freiburg
(Grafen von)
Fugger
(Grafen von)
Fürstenberg
(Grafen von)
Gemen
(Herren von)
Gera
(Herren von)
Gleichen
(Grafen von)
Greyerz (Gruyère)
(Grafen von)
Gundelfingen (Herren von)
Görz
(Grafen von)
Habsburg-Laufenburg (Grafen von)
Hanau-Lichtenberg (Grafen von)
Hanau-Münzenberg (Grafen von)
Hardeck (Hardegg) (Grafen von)
Heben (= Hohenhewen) (Herren von)
Heideck
(Herren von)
Helfenstein
(Grafen von)
Hohenfels und Reipoltskirchen (Herren von)
Hohengeroldseck (und Kronberg) (Herren und Grafen von)
Hohenlohe
(Herren von)
Hohenstein
(Grafen von)
Hohenzollern
(schwäbische Linie) (Grafen
von)
Homberg
(Grafen von)
Hoorn
(Grafen von)
Hoya
(Grafen von)
Iselstein [Ijsselstein] (Grafen von)
Isenburg
[Ysenburg] [und
Nieder-Isenburg] (Grafen von)
Katzenelnbogen (Grafen von)
Kirchberg
(Herren von)
Kraig
(Herren von)
Krawarn
(Herren von)
Königsegg zu Aulendorf (Grafen von)
Königstein und Eppstein (Herren von)
Landsberg
(Schenken von)
Leiningen
(Grafen von)
Leiningen-Westerburg (Grafen von)
Leisnig [Leißnigk] (Burggrafen von)
Limburg (Isenberg-) (Grafen von)
Limburg-Styrum (Stirum) (Grafen von)
Limpurg (Schenken von)
Lippe
(Edelherren und Grafen von)
Lobkowitz (Popel) (Herren von)
Looz (Loon)
(Grafen von)
Losenstein
(Herren von)
Lupfen
(Herren und Grafen von)
Löwenstein
(Grafen von)
Manderscheid (Herren und Grafen von)
Mansfeld
(Grafen von)
Matsch
(Vögte von)
Meersburg
(Grafen von)
Moers [Möhrs] (Grafen von)
Montfort
(Grafen von)
Nassau (Grafen von)
Neuenahr (Grafen von)
Neuenburg (Neuchâtel) (Grafen von)
Oldenburg
(Grafen von)
Ortenburg
(Grafen von)
Ottingen [Oettingen] (Grafen von)
Pernstein
(Herren von)
Plesse
(Herren von)
Polheim
(Herren von)
Pyrmont
(Herren und Grafen von)
Rappoltstein (Herren von)
Regenstein
(Grafen von)
Reichenstein (Herren von)
Reifferscheid (Herren von)
Reuß von Plauen (Vögte und Grafen von)
Rheineck
(Burggrafen von)
R[h]ieneck
(Vögte und Grafen von)
Rietberg
(Grafen von)
Rodemack (Rodenmachern) (Herren von)
Roggendorf (Rogendorf) (Freiherren von)
Rosenberg
(Herren von)
Rožmitál
(Burggrafen von)
Ruppin
(Grafen von)
Saarwerden und Lahr (Grafen von)
Salm
(Grafen von)
Salm-Reifferscheid (Grafen von)
Sargans [Werdenberg-Sargans] (Grafen von)
Sayn
(Grafen von)
Schaumberg (Oberösterrreich) (Herren von)
Schaumburg und Gemen (Grafen von)
Schwarzburg
(Grafen von)
Schwarzenberg (Grafen von)
Schönburg
(Herren und Grafen von)
Solms
(Herren und Grafen von)
Spiegelberg
(Grafen von)
Sponheim(-Kreuznach) (Grafen von)
Staufen [i.Br.]
(Herren von)
Stauf[f]-Ehrenfels (Freiherren von)
Steinfurt (Herren und Grafen von)
Sternberg
(Herren von)
Stolberg
(Grafen von)
Stubenberg
(Herren von)
Stöffeln und Justingen (Herren von)
Sulz (und im Klettgau) (Grafen von)
Tecklenburg (Grafen von)
Tengen
(Herren von)
Thurn und Taxis (Reichsfreiherren von)
Truhe[n]dingen (Edelherren und Grafen von)
Tübingen
(Pfalzgrafen von)
T[h]ierstein
und Hohenkönigsberg [Hohkönigsburg] (Grafen von)
Ungnade von
Weißenwolf (Freiherren und
Grafen von)
Vianden
(Grafen von)
Virneburg
(Grafen von)
Waldburg[-Sonnenberg] ([Reichserb-]Truch-sessen und Grafen von)
Waldeck
(Grafen von)
Weinsberg (Herren von)
Werdenberg (und Heiligenberg) (Grafen von)
Wertheim
(Grafen von)
Wied und Runkel (Grafen von)
Wild- und Rheingrafen
Wildenburg[-Reifferscheid] (Grafen von)
Wildenfels
(Herren von)
Winneburg(-Beilstein) (Herren von)
Wittgenstein (Grafen von)
Wolckenstein [Wolkenstein] (Herren von)
Wunstorf
(Grafen von)
Wöltingerrode-Wohldenberg (Grafen von)
Üsenberg
(Herren von)
Zimmern (Freiherren und Grafen von)
Beispielartikel
Nur mit Hilfe von zahlreichen Autorinnen und Autoren, die
unsere Projekte bislang freiwillig unterstützten, konnten die vorliegenden und
in Arbeit befindlichen Hand-bücher erstellt werden. Für die Abfassung von
Beispielartikeln für das Grafen und Herren-Projekt danken wir ausdrücklich Frau
Dr. Stephanie Marra und Herrn Dr. Jo-hannes Mötsch.
Dynastieartikel
A. Bentheim, Gf.en von
I. Die jüngere Linie des westfäl. Grafengeschlechts B.
entstammte den 1191 erstmalig urkundl. erwähnten niederrhein. Herren von
Götterswick, benannt nach ihrem Stammsitz auf der Wasserbg. Götterswick bei
Dinslaken, Hzm. Kleve (heute Gem. Götterswickerhamm).
Bg. B., der spätere Stammsitz des gleichnamigen
Geschlechts, gelegen in der Stadtmitte des heutigen Bad B. (Lkr. Gft. B.,
Niedersachsen), fand bereits 1116 anläßl. ihrer Eroberung und Zerstörung durch
den sächs. Hzg. Lothar von Süpplingenburg in der Auseinandersetzung mit Kg.
Heinrich V. eine erste Erwähnung. Die Anlage wurde in der Folgezeit u.a. von
Lothars Schwägerin Gertrud von Nordheim, Witwe des 1150 verstorbenen Gf.en Otto
von Salm-Rhieneck, als Witwensitz genutzt. Die Witwe wird in einer Urk. des
Bf.s von Münster von 1154 erstmals als comitissa de Benetheim
bezeichnet. Hierbei handelt es sich zugleich um die Ersterwähnung des B.er Geschlechts.
In den Bereich der Ursprungslegenden sind hingegen Behauptungen der älteren
Landesgeschichte zu verweisen, die eine Ersterwähnung B.er Gf.en bereits in
fränk. Zeit vermuten oder konkret den um 900 lebenden Gf.en Ricfridus von B.,
Sohn eines Gf.en von Kleve, als „Spitzenahn“ benennen.
Über die aus der Ehe zwischen Gertrud von Nordheim und Otto
von Salm-Rhieneck stammende Erbin Sophia, die mit Gf. Dietrich VI. von Holland
vermählt wurde, gelangte Bg. B. im Jahre 1154 bzw. 1165 an das Haus Holland.
Begründer des Grafenenhauses B.-Holland war allerdings erst deren beider Sohn
Otto d.J., der in einer 1171 ausgestellten Urk. Heinrichs des Löwen erstmalig
als comes de Binetheim erwähnt wird. 1347
erfolgte die Vermählung des am Niederrhein ansässigen Everwin IV. von
Götterswick mit der Erbtochter Hedwig von B.-Holland. Durch diese strateg. Verbindung
verlagerten die Herren von Götterswick ihren Schwerpunkt nicht nur nach Westfalen,
wohin bereits seit dem 13. Jh. familiäre Beziehungen bestanden, sondern erbten
nach dem Aussterben des Grafengeschlechts B.-Holland 1421 die Gft. und Bg. B. 1468
wurde Gf. Everwin II. von Ks. Friedrich III. mit B. belehnt. Damit war die Gft.
B. erstmalig als Reichslehen anerkannt.
II. Everwin V. († 1454), ein Enkel Everwins IV. und Hedwigs
von B.-Holland, wurde 1404 in erster Ehe mit Eva, Erbin der Gft. Steinfurt
verheiratet. Steinfurt, ab 1495 durch Auftragung Ks. Maximilians Reichsgft.,
war allerdings zur Hälfte Teil des Hochstifts Münster. Um die Steinfurter
Reichsunmittelbarkeit kam es in den Jahren 1547 bis 1716 vor dem Reichskammergericht
zum Prozeß. Danach wurde die Reichsunmittelbarkeit auf Stadt und Kirchspiel
Steinfurt beschränkt, das Gericht Borghorst und das Gogericht Rüschau
verblieben dem Hochstift Münster als Unterherrlichkeiten. In den Besitz der im
heutigen Niedersachsen gelegenen Gft. Tecklenburg und der zugehörigen westfäl.
Herrschaft Rheda (heute Kr. Gütersloh) kam das Haus B. durch die 1553 erfolgte
Vermählung Everwins III. von B. (1536-1562) mit der Erbin Anna von Tecklenburg
(1532-1582). Auch die Herrschaft Rheda war ein Lehen des Hochstifts Münster.
Die im S der Reichsstadt Dortmund gelegene westfäl. Gft. Limburg war seit 1242
ein berg. Lehen der Gf.en von Limburg aus dem Hause Altena-Isenberg. Mit
Aussterben dieses Geschlechts im Mannesstamm (1511) gelangte die Gft. Limburg mit
allem Zubehör 1542 im Erbgang über die nur wenige Jahre regierenden Gf.en von
Daun-Falkenstein in den Besitz der niederrhein. Gf.en von Neuenahr-Alpen. 1575
erhielt Gf. Arnold IV. von B. durch seine Heirat mit der Erbin Magdalena von
Neuenahr-Alpen die Anwartschaft auf das kleine Territorium. Zu der Gft. Limburg
gehörten die niederrhein. Unterherrschaften Alpen, Helpenstein und Linnep, die
kurköln. Erbvogtei, Einkünfte aus dem Amt Wülfrath und von Hofstellen im Raum
Dortmund. Um 1600 verfügte das auch für die Reformation in Westfalen bedeutsame
Regentenpaar Arnold IV. und Magdalena von B. als Stammeltern der bis heute
verbliebenen, 1817 gefürsteten Linien B.-Tecklenburg und B.-Steinfurt über den
größten territorialen Streubesitz im NW des Alten Reiches.
III. Die im späten 15. Jh. von einem unbekannten Verfasser
erstellte Chronik der Gf.en von B. („Een cronike van den greuen van benthem“)
gibt eine erste annalistische Übersicht seit dem Tode des Gf.en Otto von
Salm-Rhieneck 1150 bis zum Regierungsbeginn Everwins II. von B. aus dem Hause
Götterswick (1473-1530). Erst 1646 folgte eine anonym verfaßte „Chronik der
Grafen von Bentheim vom Jahr 1122 bis 1613“.
Besondere Zeugnisse der architekton. oder künstler.
Repräsentation der Dynastie sind nur vereinzelt in der Forschung überliefert.
So befindet sich noch heute auf Bg. B. der „Herrgott von Bentheim“, ein
romanisches Steinkruzifix, das zugleich als eines der ältesten christlichen
Zeugnisse der Region angesprochen werden kann. Die auf dem sog. Drususfelsen
gelegene Höhenbg. B. stellte vor allem im 17. Jh. ein prominentes Sujet dar, bspw.
in den Werken der niederländ. Maler Jacob van Ruisdael und Nicolaas van Berchem.
IV. Bereits 50 Jahre nach dem Tode Everwins V. (†1454)
führte eine erste Erbteilung unter seinen beiden Söhnen zur Herausbildung der
Linien B. und B.-Steinfurt. 1487 schlossen beider Söhne, die Gf.en Everwin II. von
B. und Everwin II. von B.-Steinfurt, eine Erbvereinigung, die für künftige
Generationen in beiden Linien den Ausschluß der weibl. Erbfolge vorsah. Infolge
ausbleibender männl. Nachkommenschaft in der Linie B. fiel das entsprechende
Territorium 1530 an Arnold II. von B.-Steinfurt (1497-1553), dessen beide Söhne
aus zweiter Ehe mit Walburga von Brederode das nur kurze Zeit vereinigte Erbe
nach seinem Tode erneut in zwei Linien teilten. Nach dem Tod des B.-Steinfurter
Regenten ohne Erbfolger in direkter Linie fielen die Gft.en B. u. Steinfurt an
die Stammlinie zurück, die durch Erbfolge 1556 bereits die Gft. Tecklenburg
sowie die Herrschaft Rheda erhalten hatte. Das Haus B. vereinigte in der
zweiten Hälfte des 16. Jh.s, bis zu einer neuerlichen Erbteilung (1606/09), die
drei Reichsgft.en B., Steinfurt und Tecklenburg sowie die dazu gehörigen
Herrschaften, Rechte, Titel und Ämter. Die Gft. Limburg hingegen blieb im Zuge
des Kölnischen Krieges von 1584 bis 1610 von Truppen des Ebm.s Köln besetzt.
Der verstreute Territorialbesitz des reformierten Gf.en
Arnold IV. von B. wurde nach seinem Tode 1606 gemäß seinem Testament (1591) auf
die fünf Söhne aufgeteilt, die über den Gesamtbesitz bis 1609 gemeinsam
regierten. Mit der anschließenden Erbteilung bildeten sich die Linien B.-B., B.-Tecklenburg,
B.-Steinfurt und B.-Limburg aus. Als ältester Sohn erhielt chzugesprochen
(1589-1660)
1608 (1598-1660)1610 bzw. 1612 und begründete mit (1593-1654) Der jüngstgeborene (1587-1629) die en am Niederrheinsowie kurzzeitig (1626-1629)
auch die Regentschaft über die Gft. Limburg. die
Herrschaften Alpen und Helpenstein Mit der Erbteilung von 1606/09, der bis zur
Einführung der Primogeniturordnung (1746) noch weitere Teilungen folgen
sollten, wurde der polit. Abstieg des Hauses B. eingeleitet.
Keinem männl. Vertreter aus einer der übrig gebliebenen
vier B.er Linien erreichte eine herausragende bzw. einflußreiche polit., konfessionelle,
wirtschaftl. oder milit. Bedeutung. Im ausgehenden 17. Jh. sind als kaiserl.
Kämmerer Ernst Wilhelm von B.-B. (1623-1693) und als kurpfälz. Großkämmerer
sein Neffe Arnold Moritz Wilhelm von B.-Steinfurt (1663-1701) bekannt. Eine größere
kulturelle Bedeutung erlangten nur noch die mehr mus.-künstler. als polit.
begabten Landesherren Moritz Casimir I. von B.-Tecklenburg (1701-1768, reg.
seit 1710), Karl von B.-Steinfurt (1729-1780, reg. seit 1750) und sein Sohn
Ludwig Wilhelm Geldricus Ernst von B.-Steinfurt (1756-1817, reg. 1803-1817,
gefürstet 1817). Auch die Frauen der Familie treten hauptsächl. auf kultureller
Ebene hervor, wenn von einigen vormundschaftl. Regentinnen (z.B. Johannetta
Elisabeth von B.-Limburg in der Gft. Limburg) abgesehen wird. Zusammenhängend
mit der Einrichtung der überregional bedeutsamen barocken Sprachsozietät
„Fruchtbringende Gesellschaft“ (1617) stiftete Anna von B., seit 1595 Gemahlin
des Fs.en Christian I. von Anhalt-Bernburg, eine nur aus weibl. Mitgliedern
bestehende „Getreue Gesellschaft“. 1619 stiftete Amöna Amalia von B., die 1606
mit Ludwig I. von Anhalt-Köthen vermählt wurde, gemeinsam mit ihrer Schwägerin
Anna Sophia von Schwarzburg-Rudolstadt die „Tugendliche Gesellschaft“, die mit
Frauen und Männern aus Fürsten- und Grafenhäusern
besetzt war.
Zum Heiratskreis der Gf. von B. gehörten im 15. und 16.
Jh. die westfäl.-rhein. Geschlechter Sayn, Solms, Reifferscheidt, Hoya,
Neuenahr und Wied. Hochrangigere, überregional und konfessionspolit. ausgerichtete
Eheverbindungen mit den Dynastien Holstein, Mecklenburg, Hessen und
Braunschweig erfolgten erst nach der Vereinigung der Gft.en B., Steinfurt und
Tecklenburg Mitte des 16. Jh.s. Bis zur Mitte des 17. Jh.s erlangten auch die
verschiedenen Linien des Fürstenhauses Anhalt und der Reichsgf.en von Nassau
eine große Bedeutung für mehrfache Heiratsverbindungen mit dem Hause B.
Die Gft. B. wurde im 17. u. 18. Jh. aufgrund ihrer
exponierten Lage zwischen den Niederlanden und dem Münsterland verstärkt zum
Spielball auswärtiger Interessen: Das Fbm. Münster unter Christoph Bernhard von
Galen nutzte die Gft. B. als Aufmarschgebiet gegen die Niederlande. Überdies
wurde Gf. Ernst Wilhelm von B.-B. und seine Familie mitsamt seinem Territorium
in die umfangreichen Rekatholisierungsmaßnahmen des Fbm.s Münster eingebunden.
Die Gft. B. blieb bis zur Mitte des 18. Jh.s ein unabhängiges Territorium der
Gf.en von B.-B. bzw. der Gf.en von B.-Steinfurt. Durch die Überschuldung des
Territoriums verpfändete Karl von B.-Steinfurt die Gft. B. 1752/1753 an
Hannover, 1806 wurde das Territorium Teil des Ghzt.s Berg., 1810 des Kaiserreichs
Frankreich. Zur Kompensation für die verlorene Regierungsgewalt wurden die
Gf.en. von B.-Steinfurt 1817 in den Reichsfürstenstand erhoben.
→ A. Isenberg-Limburg, Gf.en von; Neuenahr, Gf.en von;
Steinfurt, Gf.en von; Tecklenburg, Gf.en von – B. Bentheim; Limburg; Steinfurt;
Tecklenburg
Q. Döhmann,
Karl Georg: Das Leben des Grafen Arnold von Bentheim, 1554-1606. Nach den
Handschriften herausgegeben, Burgsteinfurt 1903. – Veddeler, Peter: Das Testament des
Grafen Arnold von Bentheim vom Jahr 1591, in: Das Bentheimer Land 76 (1973) S.
71-88.
L. Klueting,
Harm: Das Fürstliche Haus Bentheim-Tecklenburg. Eine Familien-geschichte
in Bildern, Münster 1993 [Privatdruck]. – Veddeler,
Peter: Die territoriale Entwicklung der Grafschaft Bentheim bis zum Ende
des Mittelalters, Göttingen 1970 (Studien und Vorarbeiten zum Historischen
Atlas Niedersachsen, 25). – Veddeler, Peter:
Politische Geschichte der Grafschaft Bentheim von 1471-1701, in: Reformiertes Bekenntnis
in der Grafschaft Bentheim 1588-1988, red. Heinrich Voort, Bad Bentheim 1988 (Das Bent-heimer Land, 114), S.
9-60. – Veddeler, Peter: Die
Grafschaft Bentheim im Dreißigjährigen Krieg, in: Krieg, Konfessionalisierung,
Westfälischer Frieden. Das Emsland und die Graf-schaft Bentheim in der Zeit des
spanisch-niederländischen und des Dreißigjährigen Krieges, hg. von Gerd Steinwascher, Sögel 1998 (Emsland/Bentheim.
Beiträge zur Geschichte, 14), S. 19-132. – 250 Jahre Bentheim-Hannover. Die
Folgen einer Pfandschaft 1752-2002, hg. von Heinrich Voort, Bad Bentheim 2002 (Das Bentheimer Land, 156).
Stephanie Marra,
Dortmund
A. Sponheim, Gf.en von
I. Namengebend ist S. (Schreibweise im Mittelalter stets:Spanheim/-heym)
in einem Nebental der Nahe oberhalb von (Bad) Kreuznach. Zu unterscheiden sind
das Dorf unterhalb der Stammburg des Hauses (heute Burgsponheim) und das Dorf
unterhalb des 1124 von Angehörigen des Hauses gegründeten Benediktinerkl.s
(heute S.). Erster Träger des Namens und wohl Besitzer (vielleicht auch
Erbauer) der Burg bei Burgsponheim ist ein Edelfreier namens Stephan, der nach
Ausweis seines im Rheinland seltenen Vornamens aus dem lothring. Raum gestammt
haben könnte (in der Vita der 1136 gestorbenen Jutta von S. heißt es, ihre
Familie stamme aus „Gallien“). Da keine chronikal. Quellen zur Geschichte des
Hauses erhalten sind, ist eine Aussage, ob es einen Abstammungs- oder
Gründungsmythos gegeben hat, nicht mögl. „Sagenhaft“ (und nachweisbar falsch)
sind die Aussagen des Johannes Trithemius, von 1483 bis 1506 Abt von S., zur
Gründung seines Kl.s, die er auf das Jahr 1044 datiert und einem Gf.en Eberhard
von S. zuschreibt. Bei diesem angebl. Gründern handelt es sich um einen Gf.en
von Nellenburg, der 1044 mit seiner Mutter das Stift Pfaffen-Schwabenheim
gründete. Eine Erbtochter des Hauses Nellenburg war 1124 gemeinsam mit ihrem
Ehemann Meinhard, einem Sohn oder Enkel des ersten Namensträgers, Gründerin des
Kl.s S., zu dessen Ausstattung auch nahe Verwandte beitrugen (die von
Trithemius fälschl. dem Hause S. zugeordnet werden).
II. Bei Aufstellung der Reichsmatrikel 1521 waren die
Anteile der Gft. S. bereits seit etlichen Jahrzehnten im Besitz fsl. Häuser.
Diese haben auf den Reichstagen keine aus dem Besitz der Gft. hergeleiteten
Stimmen geführt. Die 1521 festgelegten „Römermonate“ waren Teil der von diesen Fs.en
für ihren Gesamtbesitz zu erbringenden Leistungen. Der auf die Gft.en
entfallende Anteil ist daher nicht bezifferbar.
Gf. Heinrich (aus der Linie Bolanden) ist 1309 und 1310
als Hofrichter des röm. Kg.s Heinrich VII belegt. Die gleiche Funktion übte
Johann aus der Linie Starkenburg zw. 1387 und 1394 für Kg. Wenzel aus; er ist
seit 1381 als Rat dieses Kg.s belegt. Gf. Johann war abkömml., da die Gft. zu
diesem Zeitpunkt von seinem hochbetagten Vater regiert wurde. Gf. Johann (gest.
1324) wird 1309 als „Landvogt“ bezeichnet. Gf. Walram (gest. 1380) war von 1345
bis 1347 Landvogt Ks. Ludwigs in der Wetterau.
Der Erwerb eines Reichsbm.s ist wohl keinem Angehörigen
des Hauses gelungen. Heinrich aus der Linie Starkenburg, Propst zu Aachen und
Maastricht, unterlag 1317 bei der Bischofswahl in Utrecht; Emich aus der Linie
Kreuznach, der in Bologna studiert hatte, war 1305 einer von zwei Kandidaten bei
einer zwiespältigen Wahl in Mainz; der Papst ernannte 1306 jedoch den Bf. von
Basel, Peter von Aspelt, zum Ebf. Mitglieder beider Linien haben häufig
Kanonikate, gelegentl. auch Dignitäten an den Domkapiteln in Köln, Mainz und
Trier, einzelne auch in Lüttich, Straßburg und Verdun innegehabt. Diese Männer
haben ihre geistl. Karriere vielfach in jugendl. Alter als Inhaber von
Pfarreien begonnen, deren Patronat die Familie besaß (vor allem in Kirchberg).
Weibl. Mitglieder des Hauses, die in den geistl. Stand eintraten, wurden Nonnen
in Klöstern der Region.
Lehen hatten die Gf.en von S. vom Reich, von den
Erzstiften Mainz und Trier, von den Hochstiften Speyer und Worms sowie von den
Reichsabteien Klingenmünster und Corvey. 1329 bzw. 1335 wurde die Stammburg S.
dem Abt von S. zu Lehen aufgetragen, vermutl., um sie territorialpolit. Bestrebungen
der Ebf.e von Mainz oder Trier zu entziehen. Bedeu-tendster Lehnsherr beider
Linien des Hauses war der Pfgf bei Rhein. Weltl. Lehnsherren waren daneben der Hzg.
von Lothringen sowie die Gf.en (später Hzg.e) von Luxemburg, Gel-dern und
Kleve.
Reichslehen der Linie Starkenburg waren die Pfandschaft
Kröv („Kröver Reich“, seit 1274) und ein Burglehen zu Selz im Elsaß. Die Linie
Kreuznach hatte vom Reich das Gut Monzingen (1278 an das Erzstift Mainz
verkauft); das Gut Sohren, zu dem zehn Dörfer ge-hörten (1301); das Dorf
Bundenthal (in der Pfalz, 1342); das Geleit von Kreuznach bis Gen-singen, die
jährl. Messe zu Kreuznach, die Münze und die dort lebenden Juden (1417). Die
Erlaubnis, in Kreuznach Juden anzusiedeln, hatte man 1336 von Kaiser Ludwig
erhalten.
Die große Masse des auf dem Hunsrück zwischen Mosel und
Nahe konzentrierten Besitzes aber war und blieb Eigengut des Hauses S.
III. Im Wappen führten die Gf.en von S. das Schach (erster
Beleg: Siegel aus dem Jahr 1225), die Linie Starkenburg rot-silber (Beleg:
Bilderzyklus von Kaiser Heinrichs Romfahrt, vor 1341), die Linie Kreuznach
blau-gold. Das Wappen wurde in die großen Staatswappen der Erben und
Rechtsnachfolger (Baden, Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken) übernommen, ebenso
in die Wappen der heutigen Landkreise, die Anteil am ehemaligen sponheim. Territorium
haben.
Von den Gf.en sind folgende heute noch – meist als
Ruinen – vorhandene Burgen errichtet oder ausgebaut worden: Argenschwang
(1332), Birkenfeld (1269 durch Kauf erworben), Dill (vor 1125 ererbt),
Ebernburg (vor 1347 erworben), Frauenburg (1327), Gemünden/Hunsrück (vor 1417),
Grevenburg oberhalb Trarbach (1352), Gutenberg (1334 angekauft), Herrstein
(1279), Kastellaun (1226), Koppenstein (kurz nach 1325), Kreuznach (kurz vor
1205), S. (1075), Starkenburg (um 1197), Winterburg (kurz vor 1324); an Stelle
der Burg Allenbach (1265) wurde später ein Amtshaus (das heutige „Schloß“
errichtet. Zum sonstigen Burgen-besitz vgl. Grafschaften und Herrschaften.
Grabdenkmäler von Angehörigen der Linie Kreuznach
befanden sich Kastellaun (Stadt-kirche), Kreuznach (Pfarrkirche, Karmeliterkl.),
Pfaffen-Schwabenheim (Stiftskirche) und Vianden (Trinitarierkl.). Die
Angehörigen der Linie Starkenburg waren zumeist im Zister-zienserkl. Himmerod
begraben. Ihre Grabdenkmäler sind nicht erhalten geblieben, von eini-gen
existieren Zeichnungen des 18. Jh.s. Das Messing-Grabmal des letzten Gf.en aus
der Pfarrkirche zu Trarbach wurde im 19. Jahrhundert eingeschmolzen.
Gf. Johann II. von S.-Starkenburg (gest. 1324) und sein
Bruder Heinrich waren Teil-nehmer am Romzug Kg. Heinrichs VII. und sind,
identifizierbar an ihren Wappen, mehrfach im Bilderzyklus von Ks. Heinrichs
Romfahrt abgebildet.
IV. Zum Jahr 1075 ist erstmals eine Person belegt, die den
Familiennamen S. führte. Von diesem Stephan von S., der wohl seit 1052 urkundl.
belegt ist (zunächst ohne Familiennamen) stammt die rhein. Linie des Hauses ab.
Nahe mit ihm verwandt war Siegfried (belegt seit 1035, gest. 1065), Mgf. der
Ungarnmark, Stammvater der Hzg.e von Kärnten aus dem Hause S. (Spanheim) und
der noch blühenden Gf.en von Ortenburg. Die Angehörigen der Kärntner Linie
haben ihre wenigen, im Rheinland gelegenen Besitzungen in der ersten Hälfte des
12. Jh.s zur Ausstattung von Kl.n (S., Rupertsberg) verwendet. Stephan von S.
(gest. 1094/96), wohl ein Sohn des ersten Namensträgers, hatte mit einer Dame
aus bayer. Adel eine Tochter Jutta (gest. 1136), später Inkluse auf dem
Disibodenberg und Lehrerin der Hildegard von Bingen, einen Sohn Meinhard und
vermutl. noch einen weiteren Sohn Hugo, Gründer des Prämonstratenserstifts
Knechtsteden, gestorben 1137 als Ebf. von Köln. Meinhard war mit der Erbtochter
des Gf.en Adalbert von Mörsberg (bei Winterthur in der Schweiz) verheiratet.
Adalbert gehörte seinerseits zu den Erben der Gf.en von Nellenburg; seine
Tochter brachte dem Ehemann vormals nellenburg. Besitz im Nahetal
(Pfaffen-Schwabenheim, Kreuznach), auf dem Hunsrück (Dill) und an der Mosel
(Enkirch, wohl auch Trarbach) sowie die Vogtei über das Allerheiligenkl. in
Schaffhausen zu. Meinhard (belegt 1124 bis 1132) nahm nach dem Tod des
Schwiegervaters den Grafentitel an, der künftig von seinen Nachkommen geführt
wurde. Die Generationenfolge in den nächsten Jahrzehnten ist nicht eindeutig.
Neben mehreren Trägern des Namens Gottfried, die den Grafentitel führten und
den Besitz des Hauses verwalteten, ist Albert (Adalbert), Propst zu Aachen und
zweiter Gründer von Knechtsteden zu nennen. Zum Jahr 1184 werden in der Chronik
des Giselbert von Mons sechs Brüder von S. erwähnt, zu denen Simon gehörte, der
1184 Ks. Friedrich I. nach Italien begleitete und 1189 auf dem Weg ins Hl. Land
in Adrianopel (Edirne) starb; sein Bruder Albert gehörte zur engerem Umgebung Ks.
Heinrichs VI. Mit ihm ist diese Linie zu Beginn des 13. Jh.s erloschen. Den
gesamten Besitz vereinigte Gottfried, der 1218 zum Kreuzzug aufbrach und nicht
mehr zurückkehrte. Von seiner aus dem Hause Sayn stammenden Ehefrau hatte er
mehrere Söhne, von denen die drei im weltl. Stand gebliebenen das väterl. Territorium
teilten. Als den Brüdern nach dem Tod des Mutterbruders Gf. Heinrich von Sayn
ein großer Teil von dessen Erbe zufiel, wurde auch dieses aufgeteilt. Nach
einem Austausch von Teilen dieser beiden Erbmassen besaß Johann ein Drittel der
Gft. S. und die Gft. Sayn (unterhalb Koblenz auf dem rechten Rheinufer). Er ist
der Stammvater der Linie S.-Starkenburg (Hintere Gft. S., künftig: HG); sein
Bruder Simon, der die beiden übrigen Drittel der Gft. S. erhielt, ist der
Stammvater der Gf.en von S.-Kreuznach (Vordere Gft., künftig: VG). Der dritte
Bruder erhielt sayn. Besitzungen am Niederrhein; er ist der Stammvater der 1469
erloschenen Herren von Heinsberg.
Von den beiden im weltl. Stand verbliebenen Söhnen des Gf.en
Johann I. (gest. 1266) aus dessen Ehe mit einer Dame aus dem Hause
Isenberg-Limburg erhielt Heinrich (gest. 1289) den Anteil an der Gft. S.,
Gottfried erbte die Gft. Sayn. Er nannte sich fortan nach diesem Territorium;
seine Nachkommen, die Gf.en und Fürsten von Sayn (-Wittgenstein) blühen noch.
Von den Söhnen Heinrichs und seiner Ehefrau Blancheflor von Jülich folgte
Johann (II.) in der Herrschaft; Heinrich (gest. 1344 oder kurz darauf) war
unter anderem Propst des Aachener Marienstifts. Kg. Rudolf von Habsburg, der
eine systematische Heiratspolitik trieb, um wichtige Fürsten und Gf.en an sich
und sein Haus zu binden, vermittelte eine Ehe des Gf.en Johann II. (gest. 1324)
mit seiner Schwestertochter Katharina von Ochsenstein. Aus dieser Ehe starb der
ältere Sohn, Heinrich, kurz vor dem Vater unter Hinterlassung von drei kleinen
Söhnen, für die nach Johanns Tod Heinrichs Witwe Loretta, geborene von Salm,
die Regentschaft führte. Sie hatte sich mit ihrem Schwager Pantaleon, vor allem
aber mit dem Trierer Ebf. Balduin von Luxemburg auseinanderzusetzen, den ihre
Getreuen im Juni 1328 gefangennahmen, als er zu Schiff die Mosel herabfuhr.
Dies hat Loretta eine Kirchenstrafe eingebracht, jedoch das Territorium künftig
vor dem Zugriff dieses erfolgreichen Territo-rialpolitikers geschützt. Das
Ansehen, das Loretta für sich und ihre Familie erreicht hatte, zeigt die
Eheschließung des in der Regierung folgenden Sohnes Johann III. (gest. 1398)
mit Mechtild, einziger Schwester der Pfgf.en Rudolf und Ruprecht, Enkelin des Kg.s
Adolf von Nassau und Urenkelin des Kg.s Rudolf von Habsburg. Aus der Ehe gingen
ein Sohn und zwei Töchter hervor, die fortan in der Familienpolitik des Pfgf.en
Ruprecht eine wichtige Rolle spielten. Der Sohn Johann IV. (gest. 1413/14)
heiratete eine Verwandte aus der Kreuznacher Linie des Hauses S., die Töchter
wurden im Sinne der kurpfälz. Klientelpolitik mit dem Mgf.en von Baden und dem Gf.en
von Veldenz verheiratet. Aus der Ehe des Gf.en Johann IV. ging nur ein Sohn
hervor, der 1417 große Teile der Vorderen Gft. S. erbte und mit dem das Haus im
Oktober 1437 erlosch. Das Erbe fiel an die Nachkommen der Vatersschwestern, den
Mgf.en von Baden und den Gf.en von Veldenz (der seinerseits von seinem aus dem
pfalzgräfl. Haus stammenden Schwiegersohn beerbt wurde).
Der Gründer der Linie Kreuznach, Gf. Simon (gest.
1264), war mit einer Dame aus dem Hause Heimbach (Gf.en von Jülich)
verheiratet. Der älteste Sohn Johann (gest. 1290), der in der Herrschaft
folgte, hatte zwei jüngere Brüder abzufinden. Heinrich, der die Bg. Böckel-heim
erhalten hatte, verkaufte diese entgegen seinen Zusagen an den Ebf. von Mainz.
Der Versuch, die Bg. milit. zurückzugewinnen, scheiterte 1279 (Schlacht von
Gensingen). Hein-rich, verheiratet mit einer Erbtochter des Hauses Bolanden,
konnte in der Pfalz um Kirch-heimbolanden eine kleine Herrschaft aufbauen, die
nach dem Tod seines gleichnamigen Enkels 1393 an die Gf.en von
Nassau-Saarbrücken fiel; auf dieses Territorium wird in der Folge nicht weiter
eingegangen. Eberhard, zunächst Geistlicher, erhielt das Reichslehen Sohren auf
dem Hunsrück, das er verkaufte, und Neef an der Mosel, das nach dem Tod seiner
Söhne an einen Enkel aus dem Haus Scharfeneck fiel; die Nebenlinie Neef führte
nicht den Grafentitel.
Nach dem Tod des Gf.en Johann von S.-Kreuznach (1290)
teilten die aus der Ehe mit von Adelheid Leiningen hervorgegangenen Söhne Simon
und Johann 1301 das Territorium; Simon baute Kastellaun zur Res. aus; Johann
hatte den Schwerpunkt seiner Besitzungen an der Nahe (Kreuznach). Beide waren
im Thronstreit Anhänger des Hzg.s Friedrich von Öster-reich. Simon war mit
Elisabeth von Valkenburg (Nebenlinie der Gf.en von Kleve) ver-heiratet. Da
Johann keine Ehe einging, konnte Simons Sohn Walram 1337 bzw. 1340 die
Nachfolge von Vater und Oheim antreten. Er war mit Elisabeth von Katzenelnbogen
verheiratet, hat in den folgenden Jahrzehnten eine – auch milit. – aggressive
Territorialpolitik betrieben und dabei die Auseinandersetzung mit den Pfgf.en
nicht gescheut. Die Ehefrau seines einzigen Sohnes Simon III. (gest. 1414) war
Erbin der Gft. von Vianden (im heutigen Großhzm. Luxemburg) und etlicher
zugehöriger Herrschaften im heutigen Belgien. Da der einzige Sohn Simons vor
dem Vater gestorben war, erbte die Tochter Elisabeth die Gft.en S. und Vianden.
Nach dem Tode ihres ersten Ehemannes Gf. Engelbert von der Mark ging sie eine
zweite Ehe mit Ruprecht, ältestem Sohn des Pfgf.en Ruprecht (des späteren Kg.s)
ein, der für die Nachfolge in der Kurwürde vorgesehen war. Beide Ehen
Elisabeths blieben kinderlos; der zweite Ehemann starb 1397 vor seinem Vater.
Elisabeth, die auch während ihrer kurzen Regierungszeit gelegentlich am
kurpfälz. Hof in Heidelberg lebte, hat testa-mentar. ihrem Schwager Kurfürst
Ludwig ein Fünftel an bestimmten Städten und Ämtern der Vorderen Gft. S.
vermacht. Nach ihrem Tod fielen die übrigen vier Fünftel und der von der
Schenkung nicht betroffene Besitz (Kastellaun, Winterburg und Dill) an den
Vetter Johann aus der Linie Starkenburg, die Gft. Vianden mit Zubehör an das
Haus Nassau, das so seine Besitzungen im niederländ. Raum ausbauen konnte. Mit Gf.
Johann V. ist im Oktober 1437 das Haus S. erloschen. Als Vordere Gft. wurde
fortan der Teil von Elisabeths Besitzungen bezeichnet, an dem Kurpfalz ein
Fünftel besaß; Kastellaun, Winterburg und Dill wurden künftig der Hinteren Gft.
zugerechnet. Von der komplizierten Geschichte der Anteile an bei-den Teilgft.en
ist hier nicht mehr zu handeln.
→ B. Sponheim – C. Grevenburg; Kastellaun; (Bad)
Kreuznach
Q. Die Archivalien aus den Archiven der Gf.en von S.
wurden nach dem Tod des letzten Gf.en (1437) und erneut bei der Aufteilung der
Vorderen (1707) und der Hinteren Gft. (1778) unter die Teilhaber (Kurpfalz/Baden-Baden
bzw. Pfalz-Zweibrücken/Baden) aufgeteilt. Nach 1815 erhielten die
Rechtsnachfolger in den Territorien (Preußen, Hessen-Darmstadt, Nassau) Teile
dieser Urk.en und Akten. Diese werden daher heute in den staatl. Archiven in
Darmstadt, Karlsruhe, Koblenz, München, Speyer, Straßburg und Wiesbaden
aufbewahrt. Das Material wurde auf dem Papier in den „Regesten des Archivs der
Grafen von Sponheim“ zusammengeführt. Drucke und Regesten dieser Urk.en finden
sich auch in den übrigen hier aufgelisteten regionalen Quellenwerken. Daneben
sind die „Regesta Imperii“ heranzuziehen.
Codex Diplomaticus Rheno-Mosellanus. Urkundensammlung
zur Geschichte der Rhein- und Mosellande, der Nahe- und Ahrgegend und des
Hundsrückes, des Meinfeldes und der Eifel, bearb. von Wilhelm Günther, 5 Tl.e, Coblenz 1822-1826. – Hessische
Urkunden, bearb. von Ludwig Baur,
5 Bde., Darmstadt 1860-1873. – Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg
1010-1515, hg. von der Badischen Historischen Kommission. Bd. 1: Markgrafen von
Baden 1050-1431, Markgrafen von Hachberg 1218-1428, bearb. von Richard Fester, Innsbruck 1900. Bd. 3:
Markgrafen von Baden 1431 (1420)-1453, bearb. von Heinrich Witte, Innsbruck 1907. – Regesten der
Grafen von Katzenelnbogen 1060-1486, bearb. von Karl E. Demandt, 4 Bde., Wiesbaden 1953-1957 (Veröffentlichungen der
Historischen Kommission für Nassau, 11). – Die Regesten der Erzbischöfe von
Köln im Mittelalter. Bd. 2: 1100-1205, bearb. von Richard Knipping, Bonn 1901; Bd. 3: 1205-1304,
bearb. von Richard Knipping, Bonn
1909-1913; Bd. 4: 1304-1332, bearb. von Wilhelm Kisky, Bonn 1915; Bd. 5: 1332-1349 (Walram von Jülich),
bearb. von Wilhelm Janssen, Köln u.a.
1973; Bd. 6: 1349-1362 (Wilhelm von Gennep), bearb. von Wilhelm Janssen, Köln u.a. 1977; Bd. 7: 1362-1370
(Adolf von der Mark, Engelbert von der Mark, Kuno von Falkenstein), bearb. von
Wilhelm Janssen, Düsseldorf 1982;
Bd. 8: 1371-1380, bearb. von Norbert Andernach,
Düsseldorf 1981; Bd. 9: 1381-1390, bearb. von Norbert Andernach, Düsseldorf 1983; Bd. 10: 1391-1400, bearb. von
Norbert Andernach, Düsseldorf
1987; Bd. 11: 1401-1410, bearb. von Norbert Andernach,
Düsseldorf 1992; Bd. 12: 1411-1414, bearb. von Norbert Andernach, 2 Tl.e, Düsseldorf 1995, 2001 (Publikationen der
Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde 21). – Regesta Archiepiscoporum
Maguntinensium. Regesten zur Geschich-te der Mainzer Erzbischöfe von Bonifatius
bis Uriel von Gemmingen 742?-1514, hg. von Johann Friedrich Böhmer, bearb. von Cornelius Will. Bd. 1: 742?-1160, Innsbruck 1877;
Bd. 2: 1161-1288, Innsbruck 1886. – Regesten der Erzbischöfe von Mainz
1289-1396. 1. Abt. Bd. 1: 1289-1328, bearb. von Ernst Vogt, Leipzig 1913; Bd. 2: 1328-1353, bearb. von Heinrich Otto, Darmstadt 1932ff.; 2. Abt. Bd. 1:
1354-1396, bearb. von Fritz Vigener,
Leipzig 1908ff. – Mittelrheinische Regesten oder chronologische
Zusammenstellung des Quellen-Materials für die Geschichte der Territorien der
beiden Regierungsbezirke Coblenz und Trier, bearb. von Adam Goerz, 4 Bde., Coblenz 1876-1886. – Regesten
der Pfalzgrafen am Rhein 1214-1508, hg. von der Badischen Historischen
Kommission. Bd. 1: 1214-1400, bearb. von Adolf Koch und Jakob Wille,
Innsbruck 1894; Bd. 2: Regesten König Ruprechts, bearb. von L. Graf von Oberndorff; Nachträge, Ergänzungen und
Berich-tigungen zum 1. und 2. Band, bearb. von Manfred Krebs, Innsbruck 1939. – Regesten des Archivs der Grafen von
Sponheim, bearb. von Johannes Mötsch,
5 Bde., Koblenz 1987-1991 (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung
Rheinland-Pfalz, 41-45). – Regesten der Erzbischöfe von Trier von Hetti bis
Johann II. 814-1503, bearb. von Adam Goerz,
Trier 1861, ND Aalen 1969. – Urkunden- und Quellenbuch zur Geschichte der
altluxemburgischen Territorien, bearb. von Camille Wampach, 10 Bde., Luxemburg 1935-1955; Bd. 11, hg. von Aloyse
Estgen, Michel Pauly und Jean Schroeder, Luxemburg 1997. – Mainzer Urkundenbuch. Bd. 1: Die
Urkunden bis zum Tode Erzbischof Adalberts I. (1137), bearb. von Manfred Stimming, Darmstadt 1932; Bd. 2, bearb.
von Peter Acht, Tl. 1: 1137-1175,
Tl. 2: 1176-1200, Darmstadt 1971 (Arbeiten der Historischen Kommission für
Hessen). – Urkundenbuch der Grafschaft Sponheim, bearb. von Karl Graf von Reisach, in: Archiv für Rheinische
Geschichte 2 (1835) S. 235-287. – Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die
Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen
Territorien, bearb. von Heinrich Beyer,
Leopold Eltester und Adam Goerz, 3 Bde., Coblenz 1860-1874. – Urkundenbuch
für die Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Hauses der Vögte von
Hunolstein, hg. von Friedrich Toepfer,
3 Bde., Nürnberg 1866-1872.
L. Baldes, Heinrich: Geschichtliche
Heimatkunde der Birkenfelder Landschaft von der Urzeit bis 1817, Birkenfeld
1929. – Büttner, Heinrich: Die
Anfänge der Stadt Kreuznach und die Grafen von Sponheim, in: Zeitschrift für
die Geschichte des Oberrheins. NF 61 (1952) S. 433-444. – Disselnkötter, Heinrich: Auf den ältesten
Spuren der Spanheimer Grafenfamilie an der Mosel, in: Rheinische
Vierteljahrsblätter 6 (1936) S. 1-27. – Disselnkötter,
Heinrich: Gräfin Loretta von Spanheim geborene von Salm. Ein Lebens- und
Zeitbild aus dem 14. Jahrhundert, Bonn 1940 (Rheinisches Archiv, 37). – Dopsch, Heinz: Die Gründer kamen vom
Rhein. Die Spanheimer als Stifter von St. Paul, in: Schatz-haus Kärntens. 900
Jahre Benediktinerstift (Ausstellungskatalog), Klagenfurt 1991, Bd. 2:
Beiträge, S. 43-67. – Dotzauer,
Winfried: Die Vordere Grafschaft Sponheim als pfälzisch-badisches Kondominium
1437-1707/08, Bad Kreuznach 1963. – Dotzauer,
Winfried: Geschichte des Nahe-Hunsrück-Raumes von den Anfängen bis zur
Französischen Revo-lution, Stuttgart 2001. – Fey,
Carola: Die Begräbnisse der Grafen von Sponheim, Mainz 2003 (Quellen und
Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 107). – Halbekann, Joachim J.: Die älteren
Grafen von Sayn. Personen-, Verfassungs- und Besitzgeschichte eines Grafengeschlechtes
1189-1246/47, Wiesbaden 1997 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission
für Nassau, 61). – Hausmann,
Friedrich: Siegfried Markgraf der Ungarnmark und die Anfänge der Sponheimer in
Kärnten und im Rheinland, in: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. NF
40 (1977) S. 115-168. – Heinzelmann,
Josef: Spanheimer-Späne: Schachwappen und Konradiner-Erbe, in: Jahrbuch für
Westdeutsche Landesgeschichte 25 (1999) S. 7-67. – Heyen, Franz-Josef: Kaiser Heinrichs Romfahrt. Die
Bilderchronik von Kaiser Heinrich VII. und Kurfürst Balduin von Luxemburg
1308-1313, München 1978. – Lehmann,
Johann Georg: Die Grafschaft und die Grafen von Spanheim der beiden Linien
Kreuznach und Starkenburg bis zu ihrem Erlöschen im 15. Jahrhundert, Kreuznach
1869 (ND Walluf 1973). – Mötsch,
Johannes, Genealogie der Grafen von Sponheim, in: Jahrbuch für Westdeutsche
Landesgeschichte 13 (1987) S. 63-179. – Mötsch,
Johannes: Die Grafschaften Sponheim, in: Geschichtlicher Atlas der Rheinlande,
hg. von Franz Irsigler und Günther
Löffler, Köln 1992 (Publikationen
der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, 12,1 b. Beiheft V/4). – Mötsch, Johannes: Die Siegel der Grafen
von Sponheim, in: Archiv für Diplomatik 33 (1987) S. 459-498. – Naumann-Humbeck, Anneliese: Studien zur
Geschich-te der Grafen von Sponheim vom 11. bis 13. Jahrhundert, Bad Kreuznach
1983 (Heimatkund-liche Schriftenreihe des Landkreises Bad Kreuznach, 14). – Nikisch, Eberhard J.: Die In-schriften
des Landkreises Bad Kreuznach, Wiesbaden 1993 (Die Deutschen Inschriften, 34:
Mainzer Reihe, 3). – Spiess,
Karl-Heinz: Familie und Verwandtschaft im deutschen Hoch-adel des
Spätmittelalters. 13. bis Anfang 16. Jahrhundert, Stuttgart 1993
(Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beiheft 111). – Spiess, Karl-Heinz: Grafen und Herren
aus dem Rhein-Main-Gebiet zwischen Königtum und fürstlicher Hegemonie im
Spätmittelalter, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 136 (2000) S.
135-163. – Spon-heim, in: Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Rheinland-Pfalz
und Saarland, bearb. von Friedhelm Jürgensmeier,
St. Ottilien 1999 (Germania Benedictina, 9), S. 801-827. – Staab, Franz: Reform und Reformgruppen
im Erzbistum Mainz. Vom „Libellus de Willigisi consuetudinibus“ zur „Vita domnae
Juttae inclusae“, in: Reformidee und Reform-politik im
spätsalisch-frühstaufischen Reich, hg. von Stefan Weinfurter, Mainz 1992 (Quellen und Abhandlungen zur
mittelrheinischen Kirchengeschichte, 68), S. 119-187. – Weydmann, Ernst: Geschichte der ehemaligen gräflich-sponheimischen
Gebiete. Ein Beitrag zur deutschen Territorialgeschichte, Konstanz 1899. – Witte, Heinrich: Über die ältesten
Grafen von Spanheim und verwandte Geschlechter, in: Zeitschrift für die
Geschichte des Oberrheins. NF 11 (1896) S. 161-229.
Johannes Mötsch,
Meiningen
B. Sponheim, Gft.
I. 1239 verbietet Kg. Konrad den Zuzug aus „Vogtei und
Gerichtsbarkeit“ des Grafen Simon von S. (-Kreuznach) nach Oppenheim. Bei der
Aufteilung des Erbes im Jahr 1248 ist von „Burgen, Befestigungen und anderen,
vom Vater ererbten Besitzungen“ die Rede. Gf. Johann bezeichnet im gleichen
Jahr seine Ministerialen als dinstliche ritterschafft von Spanheim.
Bei der Teilung zwischen den Brüdern Heinrich und Gottfried wird 1265 für beide
Erbteile (S./Sayn) der Begriff „Grafschaft“ (comicia) verwendet.
Die Herrschaftsgebiete der beiden Linien des Hauses
lagen zum größten Teil auf dem Hunsrück (heutige Lkr.e Bad Kreuznach,
Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und Rhein-Huns-rück-Kreis). Der Besitz der
Linie Kreuznach wird als Vordere, der der Linie Starkenburg als Hintere Gft. S.
bezeichnet – wohl von Mainz aus gesehen. Güter und Rechte im heutigen Großhzm. Luxemburg,
aus denen sich eine gemeinsame Herkunft mit den Gf.en von Vianden und den Herren
von Clervaux herleiten läßt, sind im 13. Jh. belegt. In diesen Raum ist die
Linie Kreuznach durch den Erwerb der Gft. Vianden später zurückgekehrt.
Amtssitze (1437): Hintere Gft.: Allenbach, Birkenfeld,
Dill, Herrstein, Kastellaun (bis 1417 Vordere Gft.), Trarbach, Winterburg (bis
1417 Vordere Gft.); Vordere Gft.: Kirchberg, Koppenstein, Kreuznach und
Naumburg.
Bg.en: Die Stammbg.en Dill und S., an deren Besitz auch
die Vogtei über das Stift Pfaffen-Schwabenheim bzw. das Kl. S. gekoppelt war,
blieben bis 1417 im gemeinsamen Besitz beider Linien; danach gehörten sie ganz
dem letzten Gf.en. Nach 1437 wurden sie zur Hinteren Gft. gerechnet.
Hintere Gft.: Allenbach, Birkenfeld, Frauenburg,
Grevenburg, Herrstein, Starkenburg; Wolfstein (bei Kaiserslautern) als Pfand.
Vordere Gft.: Altleiningen (Anteil), Argenschwang,
Böckelheim (1278 an das Erzstift Mainz verkauft), Dahn (Grafendahn), Ebernburg,
Gemünden/Hunsrück, Gutenberg, Kastellaun, Kirchberg, Koppenstein, Kreuznach,
Megelsheim (heute St. Johann), Naumburg, Neef (seit Ende 13. Jh. Sitz einer bis
1351 belegten Nebenlinie), Neu-Bamberg (Pfand), Stadecken (Anteil), Winterburg.
Die Nebenlinie Bolanden besaß die aus dem Erbe der
Reichsministerialen von Bolanden stammenden Bg.en Altenbamberg, Alt- und
Neu-Bolanden, Dannenfels, Kirchheim, Stauf und Wöllstein (alle
Rheinhessen-Pfalz) sowie ab 1325 die Burg Lichtenberg (Odenwald) als Erbe der
Ehefrau des Grafen Philipp (gest. 1337/38).
Nach dem Tod des letzten Grafen wurde im November 1437
ein Verzeichnis der künftig auf den Bg.en vorzuhaltenden Lebensmittel, Waffen
und sonstigen Ausrüstungsgegenstände erstellt. Dazu zählten Büchsen und das
nötige Pulver, aber auch Armbrüste in großer Menge. Erhaltene Diensturkunden
von Armbrustern zeigen, daß diese auch aus entfernt gelegenen Regionen (Aussig,
Zürich) angeworben wurden. Graf Heinrich aus der Linie Bolanden hatte 1382
einen Büchsenmeister in Dienst genommen.
Dill, Enkirch, Kreuznach und Pfaffen-Schwabenheim waren
zu Beginn des 12. Jh.s in Händen des Gf.en Adalbert von Mörsberg, der sich
zeitweise nach Dill benannte und einer der Erben der Gf.en von Nellenburg
(Kreis Konstanz) war. Gf. Eberhard von Nellenburg hatte mit seiner Mutter 1044
das Stift Pfaffen-Schwabenheim gegründet. Adalberts Tochter Mechtild brachte
diese Güter und Rechte ihrem Ehemann Meinhard von S. zu, der nach dem Tod des
Schwiegervaters den Grafentitel führte. Dieser durch Heirat erworbene Besitz
dürfte Meinhards Erbgut erheblich übertroffen haben. Die Schwerpunkte des sich
daraus entwickelnden sponheim. Territoriums (Hunsrück, Positionen an Mosel und
Nahe) lagen somit bereits fest. Die Erwerbspolitik läßt sich erst seit der
Mitte des 13. Jh.s (sayn. Erb-schaft, 1246/47) verfolgen. Daneben dürften die Gf.en
auf dem Hunsrück einen intensiven Landesausbau betrieben haben. Viele der am
Ende des 13. oder zu Beginn des 14. Jh.s erstmals urkundl. belegten Dörfer
fielen allerdings in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s wieder wüst. Ursache war
die nach 1320, noch stärker nach der Pestepidemie von 1349 einsetzende
Landflucht.
Größere Erwerbungen: Hintere Gft.: Birkenfeld und
umliegende Dörfer, Kauf 1269; Reichsgut Kröv, Pfandschaft 1274; Burg Wolfstein
bei Kaiserslautern mit Zubehör (Reichsgut), Pfand 1312-1323 u. 1378 bis 1437;
Püttlingen (Puttelange-aux-Lacs, Dep. Moselle/Frankreich), Pfandschaft nach
1315 bis 1356; Bg. Hohenfels/Pfalz mit Zubehör, Lehen von Kurpfalz 1355; halbe
Herrschaft Landstuhl bei Kaiserslautern, Kauf 1347 (z.T. später verpfändet);
halbe Herrschaft Grumbach (Kreis Kusel), Pfand 1363 bis vor 1421; Bg. und
Herrschaft Gräfenstein (bei Pirmasens), Pfand 1371; Burg Elmstein (bei
Lambrecht/Pfalz), 1376; Lehen und Mannen der Bg.en Altbolanden und Falkenstein/Pfalz,
Heiratsgut der Ehefrau des letzten Gf.en 1415. Auffällig ist die Massierung
dieser Erwer-bungen in der heutigen Pfalz. Sie ist vor allem auf die
Begünstigung des Junggf.en Johann durch seinen Oheim Pfgf. Ruprecht
zurückzuführen.
Vordere Gft.: Anteil an der Bg. Altleiningen, Erbe
1301; Laubach/Horn auf dem Hunsrück, Reichspfandschaft 1301, im Thronstreit
nach 1314 wieder verloren; Megelsheim (heute St. Johann, bei Bad Kreuznach),
vor 1313; Bg. Stromberg, Pfand vom Pfgf.en 1311 bis 1322; Koppenstein mit
Zubehör, u.a. zu Gemünden, Kauf 1325; Bg. Gutenberg mit Dorf Weitersheim, Kauf
1334; Bg. Imsweiler (Donnersbergkreis), Pfand 1336 bis vor 1409; Anteil an der
Vogtei Strimmig (Hunsrück), Kauf 1337; (Grafen-) Bg. Dahn (bei Pirmasens), Kauf
1339, 1421 verpfändet; Bg. Breitenstein (bei Neustadt/Weinstraße), Lehen von
der Pfgft. 1339; Dörfer Pferdsfeld und Eckweiler (nahe Bad Kreuznach), Kauf 1341;
Dorf Bundenthal (Kreis Pirmasens), Kauf 1342; Dorf Birkenhördt (Kreis südl.
Weinstraße), Kauf 1345; Herrschaft Ebernburg, Kauf 1347; Anteil an der Vogtei
Senheim (Mosel), Kauf 1347; Gft. Vianden (Luxemburg) mit der Herrschaft Dasburg
(Kreis Bitburg-Prüm) und den Herrschaften Grimbergen, Londerzeel, Corroy und
Frasnes (im heutigen Belgien), 1348 als Erbe der Ehefrau des Junggf.en Simon;
Naumburg bei Kirn/Nahe, Kauf in mehreren Teilen 1349 und 1377; Bg. Stein
(gegenüber Worms an der Mündung der Wäschnitz in den Rhein), 1354 als Pfand,
von dort Ausgriff auf die Stadt Ladenburg, Auseinandersetzung mit dem Pfgf.en,
zwischen 1356 und 1363 Rückzug aus diesem Raum; Eich am Altrhein (bei Worms),
Kauf 1351, verpfändet 1357; Herrschaften St. Vith und Bütgenbach (im O von
Belgien), nach 1357 milit. Durchsetzung eines Erbanspruchs, 1380 vertragl.
abgesichert; Anteil am Beltheimer Gericht (Hunsrück), Kauf 1366; Anteil an Bg.
Neu-Bamberg und am Gericht Wöllstein, Pfand 1367; Bg. Stadecken (Rheinhessen),
vor 1387; Vogtei Fankel (Mosel), Lehen von Kurpfalz 1393; Anteil am Gericht
Kellenbach, Kauf 1403. Neben den Erwerbungen, die an die Gft. angrenzen und
deren Territorium erweitern (Pferdsfeld, Ebernburg, Strimmig, Senheim,
Beltheim) liegt auch hier ein Schwerpunkt im pfälz. Raum. Allerdings erfolgten
diese Erwerbungen nur zum geringen Teil im Einvernehmen mit, eher im Gegensatz
zu den Interessen der Pfgf.en. Gf. Walram, den die Mehrzahl dieser Erwer-bungen
zuzuschreiben sind, hat dabei häufig zur Gewalt gegriffen.
Wie die Lage der von beiden Linien des Grafenhauses
erworbenen Güter und Rechte zeigt, war eine Ausdehnung des Kernterritoriums,
die sich in erster Linie gegen die Erzstifte Mainz und Trier hätte richten
müssen, im 14. Jh. kaum noch möglich. Die Kreuznacher Linie hat zwar versucht,
der Ausdehnungspolitik des Ebf.s von Mainz entgegenzutreten, ist dabei aber
milit. gescheiter (Schlacht von Gensingen, 1279). Offenbar haben beide Linien
daraus die beschriebenen Konsequenzen gezogen.
Lehen hatten die Gf.en von S. vom Reich, von den
Erzstiften Mainz und Trier (1338 erheblich erweitert), von den Hochstiften
Speyer und Worms sowie von den Reichsabteien Klingenmünster und Corvey. 1329
bzw. 1335 wurde die Stammburg S. dem Abt von S. zu Lehen aufgetragen, vermutl.,
um sie territorialpolit. Bestrebungen der Ebf.e von Mainz oder Trier zu
entziehen. Bedeutendster weltl. Lehnsherr beider Linien des Hauses war der Pfgf.
bei Rhein. Daneben sind zu nennen der Hzg. von Lothringen sowie die Gf.en
(später Hzg.e) von Luxemburg, Geldern und Kleve. Zu den Reichslehen Art. A.
Sponheim.
Nach einer Aufstellung aus dem Jahr 1390 hielt die pfgfl.
Kanzlei beide Gft.en S. für lehnsrührig. Die Urk.en im gfl. Archiv liefern dazu
keine Belege, sie bestätigen vielmehr die im ältesten pfgfl. Lehnsbuch von 1401
enthaltenen Einträge zu den Lehnsobjekten, die die Pfgf.en zu den bedeutendsten
Lehnsherren beider Linien machten.
Die beiden Linien des Hauses hatten ihrerseits einen
umfangreichen Lehnshof, dessen Umfang anläßl. einer Teilung 1286 deutlich wird.
Zu den aus dem Erbe der Gf.en von Sayn stammenden Lehen gehörte die Gft.
Virneburg (ihrerseits Lehen von den Pfgf.en bei Rhein, so deren Lehnsbuch von
1401). Deren Besitzer, die Gf.en von Virneburg, haben in Besorgnis um ihren
sozialen Status dieses Lehen erst 1372 nach erhebl. Druck empfangen; die Gf.en
von Homburg und die Wildgf.en hatten ebenfalls Lehen von der Gft. S. Edelfreier
Herkunft waren unter den Lehnsleuten die Herren von Blankenheim, Bolchen,
Braunshorn, Brohl, Bruch, Daun, Dudeldorf, Eppstein, Fels (La Rochette),
Hatzfeldt, Heinzenberg, Isenburg, Kriechingen, Kronenburg, Manderscheid,
Pyrmont, Rennenberg, Rodemachern, Saffenberg, Schwarzenberg, Tomberg, Wiltz,
Winneburg-Beilstein und Zolver. Von den Familien, die ursprünglich der
Ministerialität des Reiches, der Erzstifte Mainz und Trier, der Pfgf.en sowie
der Gf.en von S. angehörten, seien nur die bedeutenderen genannt, die, soweit
nicht zuvor erloschen, später eine Rolle in der Reichsritterschaft gespielt
haben und aus denen (Erz-) Bf.e hervorgegangen sind: (Truchseß von) Alzey,
Bicken, Bayer von Boppard, Dalberg (Kämme-rer von Worms), Daun, Ehrenburg,
Eltz, Fleckenstein, Flörsheim, Greiffenklau zu Volrads, Hagen, Helfenstein,
Hohenecken, (Vogt von) Hunolstein, Ingelheim, Layen, Lewenstein, (von der)
Leyen, Metzenhausen, Montfort, Oberstein, Randeck, Reifenberg, Rüdesheim,
Scharfeneck, Schmidtburg, Schönburg (zu Oberwesel), Schöneck, (Flach von)
Schwar-zenberg, Sötern, Steinkallenfels, (Boos, Marschall, Stump von) Waldeck,
Walpoden (Wald-bott von Bassenheim), Wildburg und Winnenberg (bei Alzey). Mit
Lehen ausgestattet wurden auch die unehel. Abkömmlinge des Gf.en Johann II. von
S.-Kreuznach (gest. 1340), die von Argenschwang, Koppenstein und Wolf von S.,
sowie die der Geistlichen Rainald (ermordet 1352) aus der Linie Kreuznach
(zweites Geschlecht Wolf von S.) und Gottfried (gest. 1395) aus der Linie
Starkenburg (von Allenbach, erloschen 1603).
Die Gf.en von S. verfügten über eine eigene
Ministerialität (1248: dinstliche ritterschafft von Spanheim)
Die zugehörigen Familien führten im Wappen häufig das Schach des Grafenhauses,
ergänzt durch Beizeichen. Sie führten Familiennamen, die sich vielfach aus dem
Besitz von Burglehen auf den Landesbg.en Birkenfeld, Dill, Kastellaun,
Kreuznach, S. und Starkenburg herleiteten. Untersuchungen zu dieser
Ministerialität fehlen allerdings.
Die 1437 ausgestorbenen Gf.en von S. haben keinem der
erst später entstandenen Grafenvereine angehört. Die Erben der Gf.en und
Besitzer von Anteilen an den beiden Gft.en gehörten dem Fürstenstand an
(Kurpfalz, Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken, Baden).
II. Zum Hof der beiden Linien sind nur Einzelnachrichten
erhalten, die keine Beschreibung einer Entwicklung zulassen.
Wichtigste Stadt in der Vorderen Gft. war Kreuznach.
Dort hat sich der Hof bis zum Er-löschen der Linie (1417) besonders häufig
aufgehalten. Daneben bestand zwischen 1301 und 1340 (während das Territorium
geteilt war) eine zweite Res. in Kastellaun, das in dieser Zeit intensiv
gefördert wurde und später wohl noch einmal Witwensitz war.
Sitz der die Hintere Gft. regierenden Gf.en war
zunächst die Starkenburg; dies hatte Aus-wirkungen auf das unterhalb am
Moselufer gelegene Enkirch, das 1248 eine Freiheitsurk. nach lothring. Vorbild
erhielt; 1338 ist hier ein Spital belegt. Später verlegte man den bevor-zugten
Wohnsitz auf die Grevenburg und förderte das unter der Bg. gelegene Trarbach.
Nach Ende der Regentschaft für den zunächst unmündigen
Sohn (1331) lebte die Gf.in Loretta auf der von ihr errichteten Bg. Frauenberg.
Elisabeth, der Ehefrau des Junggf.en Johann, wurde 1356 die halbe Bg.
Birkenfeld mit Zubehör als Wittum verschrieben; sie lebte später – getrennt vom
Ehemann - auf der Bg. Dill; ihre Einkünfte waren 1382 durch einen vom Sohn
vermittelten Vergleich geregelt worden. Sitz der Witwe des letzten Gf.en war
nach 1437 Herrstein, das 1428 eine Freiheitsurk. erhalten hatte.
Nach einer Zusammenfassung der in diesem Jahr gelegten
Rechnungen gab es 1436 in bei-den Gft.en folgende rechnungspflichtigen Beamten:
einen Amtmann (Kreuznach), zwei Truchsessen (Kreuznach, Kirchberg), einen
Ungelter und Zinsmeister (Kreuznach), etliche Kellner (Kreuznach, Starkenburg,
Kastellaun, Kirchberg, Trarbach, Herrstein, Allenbach, Birkefeld, Wolfstein,
Neues Haus zu Trarbach), mehrere Schultheißen (in den größeren, z.T. mit städt.
Privilegien versehenen Siedlungen Winterburg, Kastellaun, Herrstein, Kübelberg,
Birkenfeld, Wolfstein, Irmenach), einen Vogt (Winningen) und einen
Bürgermeister (Trar-bach) sowie den Koch, den Weinmeister, den Marsteller (zu
Allenbach) und einen Fischer (zu Litzig). Die Mehrzahl der Amtleute hatte das
jeweilige Amt ohne Verpflichtung zur Rechnungslegung inne. Über die größten
Summen hatte der oberste Schreiber Rechnung zu legen. Auf ihn waren wohl die
Aufgaben übergegangen, die zuvor von dem 1400 für die Hin-tere Gft. belegten
Rentmeister wahrgenommen worden waren.
Diese Beamten hatten gegenüber einer aus Niederadligen,
Geistlichen und mehreren Schreibern bestehenden Kommission Rechnung zu legen.
In dieser Gruppe wird man die engeren Vertrauten des Gf.en zu sehen haben, die
ohne feste Kompetenzaufteilung die Re-gierungs- und Verwaltungsaufgaben
wahrnahmen. Inhaber fester Funktionen am Hof waren der Koch und der
Weinmeister, die den Gf.en regelmäßig begleitet haben dürften, sowie der
Marsteller und der Fischer, die lokal gebunden waren.
Männer mit den oben genannten Titeln sind z.T. bereits
wesentlich früher belegt (Kellner 1324, Hintere Gft.; Truchseß Vordere Gft., in
Kreuznach 1270, in Kirchberg 1338). Angaben zu dem vor Ort von den jeweiligen
Amtleuten unterhaltenen Personal sind zu 1437 / 38 erhalten (leider nicht für
die Res. Trarbach).
Im 14. Jh. sind regelmäßig Schreiber der einzelnen Gf.en
belegt, die zumeist geistl. Pfründen besaßen, insbesondere solche, deren Patronat
in den Händen der Gf.en war. Daneben verfügten die Amtleute über eigene
Schreiber. Oberster Schreiber des letzten Gf.en war ein Laie, dem 1437/38 die
Erben der Gft. die Durchsicht und Ordnung des übernom-menen Schriftguts
anvertrauten.
Inhaber von Hofämtern mit einem Schwerpunkt im
wirtschaftl. Bereich waren Ingebrand, Truchseß zu Kreuznach (1270, Vordere Gft.),
und Karl, Truchseß des Gf.en Heinrich (1281, Hintere Gft.) sowie Albrecht,
Küchenmeister zu Kreuznach (1294, Vordere Gft.).
Das Marschallamt der Hinteren Gft. war zu Lehen ausgegeben.
Der 1368 belegte Inhaber und dessen Vorgänger gehörten Familien an, die
ursprüngl. der Reichsministerialität entstamm-ten. Zum Amtslehen gehörte ein
Dorf auf dem Hunsrück.
Eine Aufteilung der Kompetenzen am Hof gab es bis 1437
offenbar nicht. Vertreter des Gf.en vor Ort in Justiz und Verwaltung waren die
Amtleute. Streitigkeiten über Lehen wurden vor einem vom Gf.en bestellten
Richter und einem aus Lehnsmannen bestehenden Gremium von Urteilern ausgetragen
(Manngericht, 1401 Vordere Gft. und Hintere Gft.).
1404 wird erstmals ein Adliger als „Rat“ des Gf.en Johann (Hintere
Gft.) bezeichnet; dieser Gf. war seinerseits ab 1381 Rat des röm. Kg.s Wenzel
gewesen. Gf. Simon (Vordere Gft.) hatte 1391 einen in Mainz wohnhaften, bereits
in den Diensten dieser Stadt stehenden Juristen (Dr. decretorum) als
„geschworenen Pfaffen“ und Kaplan in Dienst genommen. Dabei dürfte von
Bedeutung gewesen sein, daß dieser Mann nicht in Abhängigkeit vom Ebf. stand
(dafür spricht der Dienst bei der Stadt Mainz, die ebenfalls auf die Distanz
dieses Mannes zur geistl. – und weltl. – Obrigkeit Wert gelegt haben dürfte).
Bedarf in kirchen-rechtlichen Fragen bestand für die Gf.en wohl in erster Linie
dann, wenn man sich gegen Zumutungen des Diözesanbf.s wehren wollte.
In der Auseinandersetzung mit dem Pfgf.en wurde 1429
ein Jurist zum Prokurator am Hofgericht des Kg.s Sigmund bestellt und 1431 ein
Gutachten der Juristenfakultät zu Köln eingeholt.
Die Nähe zu Frankfurt macht es wahrscheinl., daß Luxusart.
direkt oder indirekt (über Mainz oder Koblenz) von dort bezogen worden sind.
Dafür sprechen auch gelegentl. Nen-nungen von Frankfurter Bürgern in den
Quellen. Die Gf.in Elisabeth (gest. 1417, Vordere Gft.) besaß nach Ausweis
ihres Testamentes zahlreiche Luxusart.
Die Münze zu Kreuznach, ursprüngl. Besitz des
Hochstifts Speyer, haben die Gf.en vor 1248 erworben; das Münzrecht wird 1417
als Reichslehen bezeichnet. Erhalten sind Münzen der Gf.en Johann (gest. 1340;
unsicher), Walram (gest. 1380) und Johann (gest. 1437); die Zuweisungen der
Literatur (Grote) zu diesen Regenten sind wegen der Verwendung einer überholten
Stammtafel in Teilen falsch. Gf. Simon (gest. 1414) warb 1384 für seine Münze
in Kreuznach einen aus Neuss stammenden Münzmeister an.
1409 überließ dieser Gf. drei Goldschmieden aus
Frankfurt ein Gelände bei Altlay (Huns-rück) zur Anlegung eines
Metallbergwerks, auch auf Gold und Silber (wohl zur Münz-prägung).
Eberhard von S., Gründer der Nebenlinie Neef, mußte
1303 das Reichslehen Sohren mit Zubehör einem im nahen Kirchberg lebenden Juden
verpfänden. In Kreuznach lebte seit 1382 der Jude Gottschalk von
Katzenelnbogen, der über enge Beziehungen nach Frankfurt ver-fügte, von denen
wohl auch der Gf. profitiert hat. 1403 sah sich Gottschalk erpresserischen
Maßnahmen des Gf.en Simon ausgesetzt, die zu seinem Wegzug führten; seine in
Kreuznach gebliebene Wwe. war 1421 erneut Opfer der Willkür des Gf.en von S.
Große Teile des Territoriums waren im Besitz des Gf.en
und gegen Zins an Eigenleute zur Bewirtschaftung verliehen. Davon kamen Geld-
und Naturalzinse ein. Den Bg.en (und Amts-sitzen) waren in Eigenwirtschaft
betriebene Bauhöfe zugeordnet, deren Erträge direkt dem Hof und den Beamten
zuflossen. Die Einkünfte daraus schwanden aber, da auf dem Hunsrück gelegenen
Gebiete der Hinteren Gft. seit den 1320er Jahren einer starken Landflucht aus-gesetzt
waren, die sich nach 1385 auch auf die Orte an der Mosel ausbreitete. Der
letzte Gf. hat offenbar versucht, dem durch Maßnahmen gegenzusteuern, die man heute
als Wirt-schaftsförderung bezeichnen würde. 1422 verpflichtete er einen Mann,
zwei Knaben das Drechseln zu lehren. 1435 einigte er sich mit einem Glaser aus
Bern, für den er Gebäude hatte errichten lassen, der aber seine Zusagen nicht
eingehalten hatte und deshalb ins Ge-fängnis gelegt worden war. In den Bereich
der Wirtschaftsförderung gehört wohl auch die Existenz von Steinschleifern in
Trarbach (1437).
Nahrungsmittel (Getreide, Vieh, Wild, Fisch sowie Weine
von z.T. guter Qualität) wurden im eigenen Territorium produziert.
Verbrauchsgüter waren in den eigenen Städten (vor allem Kreuznach) und in denen
der näheren Umgebung (Mainz, Koblenz, Trier) zu beschaffen.
Die ältere Geschichtsschreibung hat, gestützt auf
Aussagen des sonst wenig glaub-würdigen Johannes Trithemius, dem letzten Gf.en
vorgeworfen, an seinem Hof „Alchimisten, […] Schwarzkünstler und Wahrsager“
unterhalten zu haben. In der Tat finden sich in den Quellen einige wenige
Belege aus diesem Bereich, die aber wohl eher in den Bereich einer – allerdings
fehlgeschlagenen – Wirtschaftsförderung zu rechnen sind (Herstellung von Glas
durch einen Mann aus Bern, vor 1435).
Die dem Gf.en Johann (Vordere Gft., gest. 1340) in
literar. Zeugnissen zugeschriebene Lebensweise macht die Anwesenheit von (Unterhaltungs-)
Künstlern am Hof wahrscheinl.; urkundl. Belege fehlen allerdings. 1435 notiert
der Truchseß zu Kreuznach Ausgaben für „Gauckelei“ während der Anwesenheit des Gf.en
und seiner Freunde.
Im Dienst des letzten Gf.en stand u.a. ein Apotheker,
der im Juli 1424 aus dem Dienst aus-schied.
Ein besonderes Vertrauensverhältnis verband die Gf.en
und ihre Beichtväter. 1339 war der Pfarrer zu Kreuznach Beichtvater des am Ort
residierenden Gf.en Johann (gest. 1340); 1396 übte dessen Nachfolger die
gleiche Funktion beim Gf.en Simon (gest. 1414) aus. Nikolaus von Sohrschied,
ehemaliger Guardian des Minoritenklosters in Merl/Mosel und Beichtvater des Gf.en,
bezeugte 1428 das Testament seines Herrn. Gobelin nach 1432 Abt des Hauskl.s S.,
soll nach einem Bericht des sonst wenig zuverlässigen Johannes Trithemius zuvor
Mönch des Zisterzienserkl.s Disibodenberg und Beichtvater des letzten Gf.en
gewesen sein.
Die Gf.in Loretta (Hintere Gft., geb. von Salm) und
ihre Schwiegertochter Mechtild (geb.e Pfgf.in) haben nach Ausweis ihrer Siegel
und Grabdenkmäler großen Wert auf ihre Herkunft aus dem französ. Kulturraum
bzw. aus kfsl. Familie gelegt.
Die Gf.in Elisabeth, in zweiter Ehe mit einem Sohn des späteren
Kg.s Ruprecht ver-heiratet, hat auch als Wwe. zeitweise am Hof in Heidelberg
gelebt. In ihrem Testament bedachte sie im Juni 1417 vier niederadlige Jungfern
und drei Mägde mit Legaten.
Gf. Johann (Vordere Gft., gest. 1340) war nicht
verheiratet, hatte aber mehrere Söhne, die mit Lehen ausgestattet wurden. Die
Mutter der Brüder von Koppenstein hieß Jutta; aus Verwandtschaftsbezeichnungen
ist zu erschließen, daß sie niederadliger Herkunft war.
Eine Trennung in „zivile“ und „militärische“ Aufgaben
am Hof ist nicht möglich. Die am Hof und in den Ämtern tätigen Adligen konnten
wohl ausnahmslos mit Waffen umgehen.
Die seit den 1340er Jahren in den Urk.en auftretenden
Amtleute entstammen zum größten Teil den Familien, die von den Gf.en Lehen
hatten. Seit dem Ende des 14. Jh.s wurden einzelne Ämter auch an Niederadlige
aus der heutigen Pfalz übertragen – eine Folge der terri-torialen Erwerbungen
in diesem Raum. Der letzte Gf. nahm auch Leute aus weiter entfernt liegenden
Gegenden in Dienst.
Offenbar haben die Gf.en gezielt junge Männer aus
abhängigen Familien ausbilden lassen, dann in Dienst genommen und mit Pfründen
ausgestattet. Dies läßt sich in Einzelfällen detailliert belegen: Ein
Geistlicher, der vor 1412 Feinden des Gf.en angeboten hatte, ihnen die Bg.
Grumbach in die Hände zu spielen, stammte nach Aussage von Zeugen von Eigen-leuten
des Gf.en ab, der ihn erzogen, von Jugend auf zur Schule geschickt und
schließlich zu seinem Schreiber gemacht hatte. Wohl vergleichbarer Herkunft war
der seit 1402 in Diensten der beiden letzten Gf.en aus der Linie Starkenburg
belegte Johann von Dienstweiler. Er führte seit 1410 ein Siegel, gehörte im
Sommer 1429 neben Adligen zu den Verwaltern der Gft., solange der Gf. außer
Landes war, und hielt sich in dessen Gnade auch, als seine Mit-verwalter aus
dem Dienst ausschieden oder gar ins Gefängnis wanderten. Nach dem Tod des
letzten Gf.en war er der beste Kenner der Urk.en und Akten. Die Erben setzten
ihn daher zu Sichtung und Ordnung der Dokumente ein. 1436 hatte Johann für
sich, Ehefrau und Kinder eine Memorie gestiftet. Er ist demnach im weltl. Stand
geblieben und durch den Dienst beim Gf.en sozial aufgestiegen.
Zu den im Januar 1429 vom Gf.en für die Zeit seiner
Abwesenheit eingesetzten Ver-waltern gehörte auch der aus der heutigen Pfalz
stammende Niederadlige Jakob von Lachen, der im April 1429 zur Durchsetzung von
Rechtsansprüchen des Gf.en an den Hof Kg. Sigmunds nach Ungarn ging und nach
der Rückkehr des Gf.en im Herbst 1429 aus den Urk.en verschwand. Ende 1437
holten ihn die Erben des letzten Gf.en aus dem Gefängnis heraus.
Das Wappen (Schach) ist erstmals 1225 und von da ab
regelmäßig in den Siegeln der Fa-milienmitglieder belegt. Die Linien
Starkenburg und Kreuznach führten es in unterschiedl. Farben.
Zum Hofzeremoniell sind keine Quellen erhalten
geblieben.
Für Ordensstiftungen gibt es keine Belege.
Ordensstiftungen von Familien mit vergleich-barem Status erfolgten erst zu
einem Zeitpunkt, als die Gf.en von S. bereits erloschen waren.
Der Truchseß zu Kreuznach notierte 1435 unter anderem
Ausgaben für „Gaukelei“, die angefallen waren, als der Gf. und seine Freunde am
Ort weilten.
Gf. Simon, der Ks. Friedrich Barbarossa 1184 nach
Italien gefolgt war, begleitete den Ks. zusammen mit seinem Bruder Heinrich auf
dem Kreuzzug; er starb 1189 in Adrianopel (Edirne). Sein Vetter Gottfried
gehörte 1218 zu den Teilnehmern des Kreuzzugs; er kehrte von dort nicht zurück.
Gf. Simon (VG, gest. 1414) ist 1362 in Elbing belegt;
er dürfte an einer Preußenreise teilgenommen haben. Das Ziel einer 1396 von ihm
unternommenen Wallfahrt ist nicht be-kannt; er setzte aus diesem Anlaß sechs
Adlige und seinen Beichtvater als Vertreter während der Zeit seiner Abwesenheit
ein. Gf. Johann (HG, gest. 1437) brach im Mai 1407 ins Hl. Land auf, im Juli
war er in Rom; die Gft. wurde damals noch von seinem Vater regiert. Im Spätsommer/Herbst
1421 zog er gegen die Hussiten in Böhmen (von Trithemius falsch zu 1422
berichtet). Im Januar 1429 brach der Gf. erneut zu einer Pilgerreise ins Hl.
Land auf, von der er im Oktober 1429 zurück war (Trithemius setzt die
Pilgerreise in das Jahr 1426 und macht den Gf.en zum Begleiter des Pfälzer Kfs.en
Ludwig, mit dem der Gf. erbittert ver-feindet war). Der Gf. bestellte neben
seinen nächsten Erben mehrere Niederadlige und seinen obersten Schreiber als
Vertreter.
Belege zu Turnieren finden sich nicht. Die in mehreren
erhaltenen Texten dem Gf.en Johann (VG, gest. 1340) zugeschriebenen ritterl.
Tugenden dürften ihren Ausdruck wohl auch in der Teilnahme an Turnieren,
möglicherweise auch durch deren Veranstaltung gefunden haben.
Das Territorium der Gf.en von S. lag in einer bis heute
waldreichen Region. Die Jagd konnte in der nächsten Umgebung fast aller Bg.en
betrieben werden. Im Dienste der Gf.en stehende Jäger, auch Enten- und
Otterfänger, kommen gelegentlich in den Urk.en vor; 1437 wurden in Herrstein
Wolfshunde und wilde Pferde gehalten.
Die Brüder Simon und Emich (Vordere Gft.) sind 1290 als
Studenten in Bologna belegt; Emich war später Geistlicher, Simon zusammen mit
seinem Bruder Johann Regent der Vor-deren Gft. Letzterer (gest. 1340) war nach
Ausweis von Dichtungen der Zeit ein angesehener Repräsentant der ritterl.
Lebensweise.
Einen Überblick über die im Besitz der Gf.in Elisabeth
(Vordere Gft.) befindl. – vielfach mit Wappen versehenen –Wertgegenstände (vor
allem Eßgeschirr und Schmuck, darunter ein Straußenei und Kokosnüsse) bietet deren
Testament vom Juni 1417.
→ A. Sponheim, Gf.en von – C. Grevenburg; Kastellaun, (Bad)
Kreuznach
Q. Siehe auch Art. A. Sponheim, Gf.en von – Minne
und Gesellschaft, hg. von Kurt Matthaei,
in: Mittelhochdeutsche Minnereden I, Berlin 1913 (Deutsche Texte des Mittel-alters,
24), S. 65-73. – Die Schule der Ehre, hg. von Wilhelm Brauns und Gerhard Thiele,
in: Mittelhochdeutsche Minnereden II, Berlin 1938 (Deutsche Texte des
Mittelalters, 41), S. 171-184.
L. Siehe auch Art. A. Sponheim, Gf.en von – Bach, Adolf, Berger, Dieter: Vom Publikum rheinischer
Gelegenheitsdichtungen des ritterlichen Lebenskreises, in: Rheinische Viertel-jahrsblätter
22 (1957) S. 82-100. – Fabricius,
Wilhelm: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. Bd. 2: Die
Karte von 1789, Bonn 1898 (Publikationen der Gesell-schaft für Rheinische
Geschichtskunde, 12,2) (ND Bonn 1965), S. 435-462. – Mötsch, Jo-hannes: Sponheimische
Nichtabzugsverpflichtungen. Landflucht in der Grafschaft Sponheim und ihre
Bekämpfung 1324-1435, in: Jahrbuch für Westdeutsche Landesgeschichte 9 (1983)
S. 99-157. – Mötsch, Johannes:
Graf gegen Kurfürst. Die Auseinandersetzungen zwischen Johann Grafen von
Sponheim und dem Pfälzer Kurfürsten Ludwig III., 1416-1436, in: Jahr-buch für
westdeutsche Landesgeschichte 16 (1990) S. 199-237. – Mötsch, Johannes: Johann von Dienstweiler, ein enger
Vertrauter des letzten Grafen von Sponheim, in: Mitteilungen des Vereins für
Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld 65 (1991) S. 25-36. – Mötsch, Johannes: Jakob von Lachen.
Aufstieg und Fall eines Pfälzer Adligen im Dienste des Grafen Johann V. von
Sponheim, in: Palatia Historica. Festschrift für Ludwig Anton Doll zum 75.
Geburtstag, hg. von Pirmin Spiess,
Mainz 1994 (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte,
75), S. 227-235. – Spiess,
Karl-Heinz: Das älteste Lehnbuch der Pfalz-grafen bei Rhein vom Jahr 1401,
Stuttgart 1981 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche
Landeskunde in Baden-Württemberg. A, 30).
Johannes Mötsch,
Meiningen
C. Grevenburg bei Trarbach
I. Gravenberg (1352); Grevenburg (1359)
[Grafenburg]/Travendrebach (1144) [Siedlung am Bach des Travo]; Dravenebach
(1239); an der Mittelmosel auf dem rechten Moselufer ge-legen. Die Bg. war von
der Mitte des 14. Jh.s bis 1437 (Erlöschen des Grafenhauses) Sitz der Regenten
der Hinteren Gft. Sponheim, die die darunter gelegene Siedlung Trarbach ent-sprechend
ausbauten.
II. In Trarbach münden zwei steil vom Hunsrück
herabfließende Bäche (Schott- und Kau-tenbach) in die Mosel; der Ort zwängt
sich in die schmalen Bachtäler. Gegenüber auf dem flacheren, linken Moselufer
liegt Traben (Travena, Erstbeleg 820), dessen Gemarkung sich im MA auch auf das
rechte Moselufer erstreckte. Unmittelbar östl. Trarbach liegt steil über der
Mosel die G. (140 m über dem Ort).
Das Moseltal war seit der Antike kontinuierl.
besiedelt. Die Gf.en von Sponheim kamen als Erben der Gf.en von Nellenburg,
letztl. der von diesen beerbten Hzg.e von (Ober-) Lo-thringen, in den hier
interessierenden Raum (Enkirch, 1125). Nach der Teilung zw. den Brüder Johann
und Simon war zunächst die zw. Enkirch und Trarbach hoch über der Mosel
gelegene Starkenburg der Sitz Johanns und seiner Nachkommen. 1274 erwarb
Johanns Sohn Heinrich die Reichspfandschaft Kröv (oberhalb Trarbach auf beiden
Seiten der Mosel), die später auch gegen den Trierer Ebf. Balduin von Luxemburg
(gest. 1354), einen erfolgreichen Territorialpolitiker, behauptet werden
konnte. Die Nähe zu diesem Besitzkomplex, aber auch gewachsene Ansprüche an den
Wohnkomfort einer Bg. haben wohl den Ausschlag dafür ge-geben, daß Gf. Johann
III. (gest. 1398) in den 1350er Jahren die G. errichten ließ. Sie wurde durch
eine gemeinsame Befestigung mit dem darunter liegenden Trarbach verbunden.
Der Raum um Trarbach lag in der Nähe einer wichtigen
Straße, die, von Wittlich kommend, bei Bernkastel die Mosel querte und auf dem
Hunsrück über Kirchberg und Simmern nach Bingen und Mainz führte. Trarbach und
die G. kontrollierten einen Zugang aus dem Moseltal zu dieser Straße.
Ein noch wichtigerer Verkehrsweg aber war die Mosel,
die einen leichten Zugang zu den Städten am Rhein und somit einen reibungslosen
Absatz der am Ort angebauten Weine er-möglichte. Weinbau und Weinhandel waren
über Jahrhunderte die wichtigsten Wirt-schaftszweige in Trarbach und Traben.
Trarbach und Traben lagen im Maifeldgau und gehörten
kirchl. zum Ebm. Trier, Archidiakonat St. Kastor zu Karden, Landkapitel
Kaimt-Zell, Pfarrei Traben.
Ks. Ludwig der Fromme (gest. 840) hatte dem Aachener
Marienstift u.a. Traben ge-schenkt. Aus späteren Quellen ist zu erschließen,
daß Gegenstand dieser Schenkung Pfarrei und Zehnt (von Korn und Wein) sowie
Gerichtsrechte waren. 1183 ist der Gf. von Sponheim als Vogt dieser Besitzungen
des Marienstifts belegt. Er konnte diese Rechte in der Folge zur
Landesherrschaft ausbauen; Patronat und Zehnt sind allerdings bis 1579 im
Besitz des Marienstifts geblieben. Die innerhalb dieser Pfarrei gelegenen
Gemeinden Trarbach und Traben waren daher stets eng miteinander verbunden und
besaßen bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s ein von den Geschworenen
geführtes, gemeinsames Siegel.
Mit der Errichtung der G. und der mit dieser
verbundenen Befestigung (Ersterwähnung der Mauern August 1358) gewann Trarbach
erheblich an Bedeutung. Der Gf. förderte dies durch den Erwerb einer im
Privatbesitz befindlichen (1345, Mühle am Kautenbach) und einer weiteren, bis
dahin dem Kl. Springiersbach gehörenden Mühle (1358), durch die Zuweisung von
Häusern an Burgmannen, durch den Neubau einer Kirche an der Stelle eines wohl
schon im 13. Jh. vorhandenen, sicher um 1330 belegten Vorgängerbaus
(finanzielle Absicherung im Dezember 1378, zugehöriger Ablaß vom September
1379) und schließlich durch die Stiftung eines ewigen Almosens (im Jan. 1394
vom Sohn bestätigt, im April 1395 erweitert zum täg-lichen Unterhalt von 13
Armen). Eine formelle Verleihung von Stadtrechten ist nicht belegt; in einer
von ihm selbst ausgestellten Urk. vom Oktober 1359 verwandte der Gf. jedoch den
Begriff „Stadt“. Ungeachtet dessen ergriff die seit den 1320er Jahren für den
Hunsrück aus den Quellen zu erschließende Landflucht seit etwa 1385 auch
Trarbach und die Nachbarorte.
Sitz des für die Verwaltung der gfl. Einkünfte und die
Versorgung des gfl. Haushalts zu-ständigen Kellners war zunächst die G. (1362,
noch im Mai 1392), später das „Neue Haus“ auf der Schottbach.
Zu 1437 lassen die Quellen erstmals einen Überblick zu
den Verhältnissen vor Ort, zu Rechten und Pflichten der Bevölkerung zu. Damals
stammten von den vier Geschworenen der Gesamtgemeinde je zwei aus Trarbach bzw.
aus Traben/Litzig/Rißbach. In Trarbach gab es 80 Haushalte, in Traben, Litzig
und Rißbach zusammen 64. Die Moselfähre war zur Hälfte in Händen des
Marienstifts zu Aachen, zu einem Viertel in denen des Gf.en (vormals des Kl.s
Corvey) und zu je einem Achtel im Besitz der Kl. Himmerod und Springiersbach.
Nach dem Erlöschen des Grafenhauses wurde Trarbach 1437
Sitz des für die Hintere Gft. Sponheim zuständigen Oberamtmanns. Die neuen
Landesherren haben 1463 und danach regelmäßig die Rechte und Privilegien
Trarbachs bestätigt.
Die große Mehrzahl der Einwohner von Trarbach war
rechtl. und wirtschaftl. von den Gf.en abhängig. Spannungen sind aus den
erhaltenen Quellen nicht zu belegen.
III. Ausgangspunkt der Entwicklung Trarbachs zur Res. ist
die Errichtung der G. Der Bauherr hat, wie beschrieben, gleichzeitig den Ausbau
der darunter gelegenen Siedlung gefördert, zu-nächst durch die Errichtung einer
mit der Bg. verbundenen Befestigung, später durch den Neubau einer Kirche, in
der sich 1437 sein Enkel beisetzen ließ (das Grabdenkmal aus Messing wurde nach
1835 eingeschmolzen); der Sitz des Pfarrers blieb allerdings in Traben. In
diesen Zusammenhang gehört wohl auch die Errichtung von Bauten, in denen Teile
der Verwaltung untergebracht waren („Neues Haus“, Sitz des Kellners). In der
Folge machte der Gf. in Trarbach gelegene Häuser zum Zubehör von Burglehen zu
G. Frühe einschlägige Belege stammen aus den Jahren 1361 (Verpflichtung, 100
Gulden in Trarbach zu verbauen), 1367 (Pflicht, neun Wochen am Ort wohnen) und
1368 (Bau eines Hauses in Trarbach). Diese Burgmannen haben demnach Häuser
errichtet oder ihren Bedürfnissen angepaßt und so zum Ausbau der Siedlung im
Tal beigetragen.
Über Architekten, Baumeister, Künstler (Ausstattung) sind
keine Nachrichten erhalten geblieben.
Die G. ist in den 1350er Jahren von Gf. Johann III.
(gest. 1398) errichtet worden. Die erste Erwähnung datiert vom Februar 1352.
Die Stiftung eines Altars und einer ewigen Messe auf der Bg. im Okt. 1359
dürfte das Ende der Bauarbeiten dokumentieren. Die Bg. war von Anfang an für
den Angriff durch Feuerwaffen gerüstet und wurde auch durch Feuerwaffen
verteidigt. Im Nov. 1437 befanden sich auf der Burg 20 Handbüchsen, je zwei
Kammer- und Schirmbüchsen sowie zwei Tonnen Pulver, dazu 12 Armbrüste und 4000
Armbrustpfeile. Damals lagerte auf der Bg. – wohl in einem besonders gut
abgesicherten Raum – auch das Archiv der Gf.en von Sponheim.
Die Bg. wurde nach 1687 (Anlage der Festung Mont Royal
über Traben, Teil der 1687ff. von Vauban zur Sicherung der durch die Reunionen
an der Mittelmosel gewonnenen Gebiete errichteten Festungskette) nach den
Maßstäben der Zeit neu befestigt. Diesen Zustand dokumentiert ein Grundriß aus
dem Jahr 1704. 1734 oder 1735 (beide Daten erscheinen in der Literatur) wurde
die G. gesprengt.
Von der ma. Bg. sind nach der Sprengung nur Teile der
Fundamente erhalten geblieben, von der Stadtbefestigung existieren nur noch
wenige Reste (u.a. ein Turm). Zur Ausstattung der Res.z gehörte neben der
Kirche (Baubeginn 1378/79) auch die am Schottbach in einem wohl um 1364
errichteten Gebäude ansässige Kellerei (1409 als „Neues Haus“ bezeichnet), in
der der Gf. vor Mai 1397 einen Altar stiftete. Dieses Gebäude (mit
zweischiffigem Gewöl-bekeller und Chörlein an der Ostseite) ist bis heute
erhalten geblieben.
Da aus der Zeit, als die G. und Trarbach
Residenzfunktion hatten, fast nichts erhalten ist, sind hierzu keine Aussagen
möglich.
→ A. Sponheim, Gf.en von – B. Sponheim, Gft.
Q./L. siehe C. (Bad) Kreuznach
Johannes Mötsch,
Meiningen
C. Kastellaun
I. 1226 (Kestilun); 1248 (Kestelun). In der Literatur ist
umstritten, ob es sich um eine Neu-gründung oder um eine Umbenennung handelt;
namengebend war wohl die französ. Adelsfamilie der Châtillon, die im Kreuzzug
von 1219 eine führende Rolle spielte; von diesem Kreuzzug war der Vater der
ersten Besitzer, Gf. Gottfried von Sponheim, nicht zu-rückgekehrt. Für eine
derartige Neu-/Umbenennung von Bg.en gibt es in der Region mehrere Beispiele.
Die Bg. K. war von 1301 bis 1340 (Teilung im Grafenhaus) eine der beiden Res.en
in der Vorderen Gft. Sponheim. Von 1595 bis zu seinem Tod im Juni 1600 residierte
in K. Mgf. Eduard Fortunat von Baden-Baden, Mitherr der Hinteren Gft. Sponheim.
II. K. liegt auf dem Hunsrück etwa 35 km südwestl. von
Koblenz an (oder in der Nähe) der Straße von Boppard (am Rhein) über den
Hunsrück nach Trier. Bei K. zweigt eine Straße nach Treis (Mosel) ab. Die Bg.
liegt auf einem in einer Talmulde gelegenen, auf drei Seiten steil aufragenden
Schieferfelsen. Darunter entstand in der Folge die gleichnamige Siedlung.
Der Hunsrück war in Antike und FrühMA nur dünn
besiedelt. Archäolog. Funde kon-zentrieren sich entlang der Straße von Mainz
über Bingen und den Hunsrück nach Trier. Das Fundmaterial in K. setzt erst um
die Wende vom 12. zum 13. Jh. ein. Älter dürfte das (aller-dings erst 1220
erstmals erwähnte) südwestl. von K. gelegene Bell sein, Sitz der auch für K.
zuständigen Pfarrei. Zahlreiche Orte der Umgebung zeigen durch ihre Namensform
(-roth), daß sie erst in einer späten Phase des Landesausbaus entstanden sind.
Wichtigste Stützpunkte der Gf.en von Sponheim in diesem Raum waren Dill (1107)
und Kirchberg (1127). Kirchberg erhielt 1259 und erneut vor 1264 von den Gf.en
Freiheitsurk.en. Es war zudem Sitz einer großen Pfarrei, deren Patronat in
Händen der Gf.en von Sponheim war. Die Motive dafür, daß bei der Wahl der
Residenz die Entscheidung zugunsten von K. fiel, müssen daher im milit. Bereich
gesucht werden: die Bg. K. lag günstig auf einem nur von N zugängl. Felsen, die
Bg. in Kirchberg war Teil der auf fast ebenem Gelände gelegenen Stadt.
Die Region gehörte zum Trechirgau, kirchl. zum Ebm.
Trier, Archidiakonat St. Kastor in Karden, Landkapitel Kaimt-Zell; Sitz der für
Kastellaun zuständigen Pfarrei war Bell (3 km südwestl. gelegen).
Im Mai 1301 teilten die Brüder Simon und Johann Gf.en
von Sponheim das 1290 vom Vater ererbte Territorium (Vordere G Sponheim)
untereinander auf. Die einschlägigen Urk.en sind in K. ausgestellt, wo die
beiden Gf.en und ihre Umgebung wohl schon angemessen untergebracht werden konnten.
Gf. Simon hatte bei der Eheschließung (1300) seine Bg. K. (vom Ort ist noch
keine Rede) und die Leute in der Pflege Bell der Ehefrau als Wittum ver-schrieben.
Offenbar ist zwischen 1290 und 1300 die Entscheidung zum Ausbau der Bg. und zur
Anlage einer zugehörigen Siedlung gefallen, für die sich aus den Folgejahren
zahlreiche Belege finden: im Dezember 1305 freiten Gf. und Gf.in die „Bürger“
zu K. von bestimmten, für die Bewohner der umliegenden Dörfer übl. Diensten und
Abgaben. Vertreter des Gf.en war fortan der von ihm eingesetzte Schultheiß als
Vorsitzender des Gerichts; Urteiler waren die Schöffen; Mannen und Burgmannen
des Gf.en unterlagen nicht der Gerichtsbarkeit des Schultheißen. Im Nov. 1309
verlieh Kg. Heinrich VII. auf Bitten des Gf.en Simon der Stadt Kastellaun einen
Wochenmarkt. Im Mai 1310 traf der Gf. Vorsorge für sein Seelenheil; unter
anderem stiftete er drei Messen in K. Daraus kann wohl die Existenz einer
Kirche am Ort erschlossen werden, die freilich nicht Sitz eines Pfarrers war (der
saß weiterhin in Bell); 1318 ist eine Burgkapelle belegt (ein Kaplan gehörte
schon 1310 zur Umgebung des Gf.en). In dieser Zeit entstand wahrscheinl. auch
die Stadtbefestigung.
1340 erbte Gf. Walram, Sohn der Eheleute Simon und
Elisabeth, auch den Anteil seines Onkels Gf. Johann; er residierte fortan
bevorzugt in Kreuznach. K. wurde Sitz eines Amt-manns und 1363 Wittum der Gf.in
Elisabeth, die nach dem Tod des Ehemannes (1380) vielleicht noch einmal für
wenige Jahre auf der Burg wohnte. Im April 1392 haben Gf. Simon und seine
Ehefrau Maria die Freiheiten der Stadt K. bestätigt und erneuert. Mit dem Tod
der Gf.in Elisabeth im Juli 1417 kamen Stadt und Amt K. an den letzten Gf.en
aus der Linie Starkenburg; sie wurden fortan zur Hinteren Gft. Sponheim gerechnet.
Gf. Johann hat im Aug. 1417 gegenüber Schultheiß, Bürgermeister, Schöffen und
Bürgern der Stadt K. die hergebrachten Freiheiten bestätigt. Dem 1437/38 nach
dem Tod dieses Gf.en erstellten „Gült-buch“ ist zu entnehmen, daß auf der Bg.
K. 45 Personen in der Kost des Gf.en standen; in der Stadt gab es damals 207
Bürger (d.h. Haushaltungsvorstände).
Wichtige Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung
der Stadt waren die Burgmannen, zu deren Burglehen unter anderem Häuser in der
Stadt gehörten, in denen diese Adligen wäh-rend der Ableistung ihrer
Residenzpflicht wohnten. Sie dürften auch von anderen Familien-angehörigen
genutzt worden sein; andernorts läßt sich belegen, daß vor allem ältere adlige
Damen die Bequemlichkeiten der Stadtlebens zu schätzen wußten.
Über das Verhältnis zur Stadt bzw. zu Spannungen
zwischen Stadt und Residenz sind aus den wenigen Jahrzehnten, in denen K.
sponheim. Res. war, keine Nachrichten erhalten ge-blieben. Die Einwohner der
Stadt dürften in hohem Maße vom Gf.en und seiner Umgebung rechtl. und
wirtschaftl. abhängig gewesen sein.
III. Erhalten sind heute ledigl. noch die Ruinen der 1689
zerstörten Bg. und die darunter gele-gene Kirche mit den Grabdenkmälern der am
Ort residierenden Gf.en (Simon, Ehefrau Elisa-beth von Valkenburg und der vor
den Eltern gestorbene älteste Sohn Simon). Nach der Zer-störung diente die Bg.
als Steinbruch. Angaben zur inneren Struktur und zur Nutzung der Räume sind
nicht mehr möglich.
Über Architekten, Baumeister, Künstler (Ausstattung)
sind keine Nachrichten erhalten ge-blieben.
Die Oberburg ist nach Ausweis von Bauuntersuchungen in
der ersten Hälfte des 13. Jh.s (also zeitnah zur ersten Erwähnung) errichtet
worden. Aus der ersten Bauphase sind der Bergfried, ein Rundturm und mehrere
Mauerzüge erhalten. In der zweiten Hälfte des 13. und zu Beginn des 14. Jh.s
wurden ein gewölbter Keller und weite Teile des Mauerberings errichtet. Hiermit
beginnt der Ausbau zur Res., der auch in der zweiten Hälfte des 14. und zu
Beginn des 15. Jh.s (Bau von Palas und Viereckturm) fortgesetzt wurde.
Hintergrund dieser Baumaßnahmen ist wohl die Tatsache, daß K. seit 1363 Wittum
der Ehefrau Gf.in Elisabeth war, die allerdings ihren Ehemann Gf. Walram (gest.
1380) nur um wenige Jahre überlebte. Den für diese Dame geschaffenen Komfort
nutzten unter anderem der letzte Gf. und seine Ehefrau, die sich 1434/35 über
19 Wochen auf der Bg. K. aufhielten.
Eine Kirche ist am Ort erstmals 1310 belegt. Die
heutige evang. Stadtkirche entstand an gleicher Stelle seit den 1330er Jahren;
die Fertigstellung des Chores kann auf 1343, die der gesamten Kirche auf 1353
datiert werden.
Der ruinöse Zustand der erhaltenen Reste läßt keine
sachliche Beschreibung von Archi-tektur und Ausstattung der Residenz zu.
Die Baugeschichte der Bg. entspricht dem Wandel von
einer milit. Anlage zur vom Lan-desherrn bewohnten Res., in der parallel dazu
die heutige Stadtkirche entstand, in der sich die am Ort residierenden
Angehörigen der Grafenfamilie schließlich beisetzen ließen.
→ A. Sponheim, Gf.en von – B. Sponheim, Gft.
Q./L. siehe C. siehe C. (Bad) Kreuznach
Johannes Mötsch,
Meiningen
C. Burg (Kauzenburg) über (Bad) Kreuznach
I. Cruciniacum [= Heim des Crucinius] (Spätantike),
Cruzinacha (923), Crucenachen (Fälschung zu 1065, um 1200). Stadt an der Nahe
(linker Nebenfluß des Rheins); im Stadtgebiet Einmündung des aus dem Hunsrück
herabfließenden Ellerbaches. Die über der Siedlung im Winkel zwischen Ellerbach
und Nahe kurz vor 1205 errichtete Bg. (der Name Kauzenburg ist neuzeitl.) war
Res. der Vorderen Gft. Sponheim von etwa 1250 bis 1417 (Teilung im
Grafenhaus/Erlöschen der Linie K.).
II. K. liegt an der unteren Nahe, etwa 15 km oberhalb von
deren Mündung in den Rhein (bei Bingen). Es ist Schnittpunkt von Straßen nach
Mainz, Worms, Metz, Trier, Bingen und Koblenz, die hier z.T. die Nahe
überqueren. Daher wurde hier wohl im 12. Jh. eine Holz-brücke errichtet, die zu
Beginn des 14. Jh.s durch die in Teilen bis heute stehende Stein-brücke (mit
charakterist. Brückenhäusern) ersetzt wurde. Die Lage der Stadt am Rande einer
Ebene ermöglichte den Einwohnern den Anbau von Getreide und Wein sowie die
Viehzucht, die Nähe zu den Wäldern des Hunsrücks sicherte gleichzeitig die
Versorgung mit dem Bau- und Brennstoff Holz.
Siedlungsspuren seit der La-Tène-Zeit finden sich an
mehreren Stellen in der heutigen Kreisstadt. Am Übergang über die Nahe legten
die Römer unmittelbar neben einer beste-henden Siedlung ein Kastell an, von dem
noch kleine Reste erhalten sind. Siedlungs-kontinuität (und das Fortbestehen
des Christentums) seit der Antike ist anzunehmen. Aus röm. Staats- wurde fränk.
Fiskalbesitz. Daraus schenkte der Hausmeier Karlmann im Jahr 745 u.a. die
Kirche in K. an das neu gegründete Bm. Würzburg. Rechte am Ort übertrug später
Ks. Heinrich III. der Speyrer Kirche; Heinrich IV. hat dies 1101 bestätigt. Das
Hochstift Speyer besaß in K. einen Hof und das Münzrecht, trat diese jedoch
1241 an den (wenige Jahre später von den Gf.en von Sponheim beerbten) Gf.en von
Sayn ab. Markt, Zoll und Ungeld waren 1248 in Händen des Gf.en von Sponheim.
1361 erhielt die Stadt von Ks. Karl IV. einen Jahrmarkt; seit 1490 wurden zwei
derartige Märkte abgehalten.
Der Raum um K. gehörte im frühen MA zum Nahegau,
kirchl. zum Ebm. Mainz, Archidiakonat St. Martin zu Bingen, Landkapitel (Sedes)
Münsterappel; K. war Sitz einer Pfarrei.
Die Besitzungen und Rechte, die die Gf.en des Nahegaus
am Ort besessen hatten, kamen auf dem Erbweg an die Gf.en von Veldenz, die
ihrerseits die Herren vom Stein (bei Bad Münster), die späteren Rheingf.en,
damit belehnten. Die lokale Forschung hat heraus-gearbeitet, daß hierzu die
früh (von Kelten und Römern) besiedelten und nicht vom Hoch-wasser gefährdeten
Gebiete gehörten; Teil dieses Besitzkomplexes war der Patronat der Pfarrkirche,
der im gesamten hier interessierenden Zeitraum im Besitz der Rheingf.en (später
Wild- und Rheingf.en) blieb.
Die Gf.en von Sponheim, die erstmals 1127 am Ort
urkundeten, besaßen – als Lehen vom Hochstift Speyer – das stets durch
Hochwasser gefährdete Gelände beiderseits der Nahe oberhalb und unterhalb der
Mündung des Ellerbaches. Von hier aus konnten sie den Einfluß der Herren vom
Stein/Rheingf.en immer weiter zurückdrängen und den Siedlungs-schwerpunkt in
die von ihnen besessenen Teile der sich entwickelnden Stadt verlagern: 1279
mußte der Rheingf. auf seine Eigenleute verzichten, die in die sponheim. Stadt
gezogen waren. 1324 war die vormals in Händen der Rheingf.en befindl. Vogtei
über das außerhalb der (1247 erstmals belegten) Stadtmauern gelegene Kl. St.
Peter im Besitz des Gf.en Johann von Sponheim. Im Dezember 1332 wurde der Sitz
der Pfarrei aus der Kirche St. Kilian in die nach 1311 mit Geldern des Gf.en
Johann (gest. 1340) auf einer Insel zwischen Alt- und Neustadt (beide
sponheim.) neu errichtete Kirche verlegt; den Patronat konnten die Rhein-gf.en
allerdings gegen den Widerstand der Gf.en von Sponheim behaupten. In dieser
Kirche haben sich Gf. Simon (gest. 1414) und seine Tochter Elisabeth (gest.
1417), die letzten Ange-hörigen der Linie K., bestatten lassen; sie war
(spätestens 1432) Sitz einer Priester-bruderschaft.
Vor 1205 begann der Gf. von Sponheim mit dem Bau einer
Bg. auf Grund und Boden des Hochstifts; das im Nov. 1205 auf Bitten des Bf.s
von Speyer durch Kg. Philipp aus-gesprochene Verbot zum Weiterbau dieser Bg.
konnte den Prozeß nicht aufhalten. In der Mitte des 13. Jh.s waren die Gf.en
von Sponheim die Herren der Stadt, für die sie 1248 und 1270 Freiheitsurk.en
ausstellten. Im Januar 1290 verlieh Kg. Rudolf dem Gf.en Johann von Sponheim
für dessen Stadt und ihre Bürger die Rechte der Reichsstadt Oppenheim. Nach dem
Stadtrecht von 1248 erhob die Stadt ein Ungeld zur Finanzierung von
Baumaßnahmen (zur Errichtung und Erhaltung der Stadtbefestigung). 1261 ist
erstmals ein Stadtsiegel belegt. 1281 schenkten der Gf. von Sponheim und seine
Ehefrau den Karmelitern die seit 1266 neu erbaute Kirche St. Nikolaus.
Die wirtschaftl. Bedeutung der Stadt erhellt auch aus
der Tatsache, daß hier Lombarden (1305) und Juden (1336, nach dem Pogrom von
1349 erneut seit 1358) lebten. Sie wohnten konzentriert in zwei
„Judengässchen“. Einen Überblick über die in der Stadt gehandelten Waren bietet
eine Urk., in der Gf. Simon die beim Verkauf fälligen Abgaben im März 1382 auf
fünf Jahre an die Stadt abtrat.
Vertreter des Landesherrn war nach der Freiheitsurk. von
1248 der vom Gf.en ernannte Schultheiß, der nicht aus der Stadt stammen mußte.
Die Interessen der Einwohner wurden durch 12 Geschworene vertreten.
1277 mußten Schultheiß, Schöffen und Bürger zu
Kreuznach dem Gf.en Johann zusichern, keine gfl. Eigenleute mehr als Bürger
aufzunehmen; in diesem Punkt war es offenbar zu Konflikten gekommen. Im Dez. 1375
wurden die Bestimmungen zur Wahl der Schöffen präzisiert – möglicherweise, weil
der Landesherr einerseits, Bürgermeister und Schöffen andererseits diese
Bestimmungen unterschiedl. interpretiert hatten. Der – freilich unzu-verlässige
– Trithemius berichtet zu 1365 von Unruhen in der Stadt, die sich allerdings
nicht gegen den Landesherrn, sondern gegen den Rat richteten und mit der
Hinrichtung der Rädelsführer endeten. Im Januar 1422 mußten 20 Weberknechte,
die in Kreuznach Unruhen erregt hatten und ins Gefängnis gelegt worden waren,
bei Freilassung gegenüber dem Kfs.en Ludwig und dem Gf.en Johann (den
Stadtherren) Urfehde schwören; der Hintergrund dieser Unruhen wird nicht
deutlich. Die Männer stammten u.a. aus Friedberg, Gelnhausen, Kaiserslautern,
Nürnberg und Trier.
Innerhalb des Stadtgebietes lagen die Wohnhäuser der
Burgmannen, denen für den Eigenbedarf die zollfreie Lebensmitteleinfuhr
zustand. Aus diesem Grund wurden die Burg-lehen nach einem Heimfall auch noch
zu einem Zeitpunkt neu verliehen, als ihr ursprüngl. – milit. – Zweck schon
längst nicht mehr bestand. Inhaber wurden nunmehr Beamte der Lan-desherren, die
allein aus wirtschaftl. Gründen daran interessant waren. Aus der frühen Neu-zeit
sind gelegentlich Klagen überliefert, daß diese „Burgmannen“ die abgabenfrei
einge-führten Lebensmittel unzulässigerweise an Dritte verkauften; ähnliche
Fälle dürfte es auch im MA schon gegeben haben.
III. Der Bg. waren zahlreiche Burglehen zugeordnet. Zu
deren Zubehör gehörte in der Regel ein in der Stadt gelegenes Burgmannenhaus.
Einige dieser Häuser sind bis heute erhalten, allerdings immer wieder umgebaut
und den sich wandelnden Erfordernissen angepaßt worden. In gewisser Weise zur
Ausstattung der Res. gehören die mit Mitteln der Gf.en er-baute Pfarrkirche und
die Kirche des Karmeliterkl.s mit dem darin erhaltenen Grabdenkmal des Junggf.en
Walram (gest. 1382).
Zu Architekten, Baumeistern, Künstlern (Ausstattung) sind
keine Nachrichten erhalten geblieben.
Mit dem Bau der Bg. ist kurz vor 1205 begonnen worden.
Sie wurde 1689 gesprengt; erhalten sind lediglich Reste eines Eckturms und
eines sich anschließenden Wohngebäudes. Die Stadtbefestigung wird erstmals
1247, dann in der Freiheitsurk. von 1248 erwähnt.
Mangels erhaltener mittelalterlicher Bausubstanz sind
keine Aussagen zur sachlichen Beschreibung und zu den funktionalen Aspekten von
Architektur und Ausstattung der Residenz möglich.
→ A. Sponheim, Gf.en von – B. Sponheim, Gft. von
Q. Siehe auch die Angaben zu den Art.n A. Sponheim,
Gf.en von und B. Sponheim, Gft. von
L. Bad Kreuznach von der Stadterhebung bis zur
Gegenwart, hg. von der Stadtverwaltung Bad Kreuznach, Bad Kreuznach 1990
(Beiträge zur Geschichte der Stadt Bad Kreuznach, 1). – Engelbert, Günther: Die sponheimischen Freiheitsurkunden vom
13.-15. Jahrhundert, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 32 (1968) S. 220-273. –
Ewald, Wilhelm: Die Siegel der
rheinischen Städte und Gerichte, Bonn 1931 (Rheinische Siegel, 3; Publikationen
der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde, 27) (ND Düsseldorf 1993). – Feld, Rudolf: Das Städtewesen des
Hunsrück-Nahe-Raumes im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit. Untersuchungen
zu einer Städtelandschaft, Trier 1972. – Fey,
Carola: Die Begräbnisse der Grafen von Sponheim, Mainz 2003 (Quellen und
Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 107). – Geib, Karl: Geschichte der Stadt
Kreuznach, Bad Kreuznach 1940. – Grote,
Hermann: Die Münzen der Grafen von Spanheim, in: Ders., Münzstudien Bd. 7, Leipzig 1871, S. 483-487. – Heinzelmann, Josef: Der Weg nach
Trigorium. Grenzen, Straßen und Herrschaft zwischen Untermosel und Mittelrhein
im Frühmittelalter, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 21 (1995) S.
9-132. – Deutsches Städtebuch, 4,3: Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland, hg.
von Erich Keyser, Stuttgart 1964. – König,
Bernd, u.a.: Das Wahrzeichen Kastellauns – Seine Burg, Kastellaun 1994
(Kastellaun in der Geschichte, 3). – Leonhard,
Otto: Geschichte der Stadt Castellaun. Ein Beitrag zur deutschen Wirtschafts-
und Rechtsgeschichte von 1300 bis 1800, Würzburg 1921. – Mötsch, Johannes: Das Hochstift Speyer
und der Verlust des Lehens Kreuznach an die Grafen von Sponheim, in: Mitteilungen
des Historischen Vereins der Pfalz 86 (1988) S. 59-77. – Mötsch, Johannes: Ein Lehen des
Hochstifts Worms auf dem Hunsrück: Kastellaun und Bell, in: Jahrbuch für
westdeutsche Landesgeschichte 14 (1988) S. 28-35. – Mötsch, Johannes: Die Lehnsleute der Grafen von Sponheim und
ihre Kreuznacher Burglehen, in: Landeskundliche Vierteljahrsblätter 36 (1990)
S. 181-186. – Nolden, Reiner:
Besitzungen und Einkünfte des Aachener Marienstifts, Aachen 1981(Sonderdruck a.d.
Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 86/87, 1979/80). – Pauly, Ferdinand: Siedlung und
Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier. Bd. 1: Das Landkapitel Kaimt-Zell,
Bonn 1957 (Rheinisches Archiv, 49). – Traben-Trarbach. Geschichte einer
Doppelstadt, hg. von der Stadt Traben-Trarbach, Red. Dietmar Flach und Günther Böse, Traben-Trarbach 1984. – Vogt, Werner: Untersuchungen zur
Geschichte der Stadt Kreuznach und der benachbarten Territorien im frühen und
hohen Mittelalter, Düsseldorf 1955. – Ziwes,
Franz-Josef: Studien zur Geschichte der Juden im mittleren Rheingebiet während
des hohen und späten Muttelalters, Hannover 1995 (Forschungen zur Geschichte
der Juden. A, 1).
Johannes Mötsch,
Meiningen
Höfe und Residenzen im
spätmittelalterlichen Reich
Grafen und Herren
Die Erforschung von
Residenzen, Höfen und Dynastien im spätmittelalterlichen Reich ist ein Projekt
der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, für das
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht werden, nun für den oben vorgestellten
Handbuchteil „Grafen und Herren“
Bitte schicken Sie
das ausgefüllte Anmeldeformular
bis zum 31. Dezember
2006
an die oben
angegebene Adresse
oder faxen Sie es
unter der Nummer +49 (0)4 31 - 8 80-14 84
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Anmeldung zur Mitarbeit am Handbuch „Höfe und
Residenzen im spätmittelalterlichen Reich“
„Grafen und Herren“
Name:____________________________Vorname:_______________Titel:________________
Institution:____________________________________________________________________
Straße:_______________________________________________________________________
Land:_________Postleitzahl:_____________Ort:_____________________________________
Tel._____________________Fax_________________Email____________________________
Ich bin bereit, bis 31. Dezember
2007 einen Artikel nach den Vorgaben der Handreichung zu folgenden
Artikelstichworten zu schreiben:
_____________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________
[Eine Bestätigung erfolgt
nach Abstimmung mit dem Herausgeber]
______________ ________________________________
(Datum, Unterschrift)
10.
Symposium der Residenzen-Kommission
veranstaltet in Zusammenarbeit mit den
Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloß Gottorf, dem Landesarchiv
Schleswig-Holstein, Schleswig, dem Historischen Seminar der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Deutschen Historischen Institut
Paris
Programm
Stand: 21. April 2006
Hofwirtschaft
Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in
Spätmittelalter und Früher Neuzeit
Gottorf/Schleswig, 23.-26. September 2006
Samstag, 23. September
14:00-17:00 Werkstattgespräch (Schloß Gottorf)
14:00 Matthias
Steinbrink (München), Adelige Ökonomie in der Frühen Neuzeit
zwischen Idealbild und Realität.
14:15 Nicola
Nortmeyer/Volker Ohlenschläger (Tübingen), Spätmittelalter- liche
Hofwirtschaft im Spiegel von Hofordnungen – Die Beispiele Kurpfalz (1474)
und Kurbrandenburg (1470).
14:30 Jürgen
Jablinski (Bielefeld), Herrschaft auf Pump – Die Finanzen der Grafen
von Ravensberg im 16. Jahrhundert [1535-1556]. Datenbankeinsatz in der
historischen Forschung.
14:45 Diskussion
15:30 Pause
15:45 Jochen
Ebert (Kassel), Die Versorgung des Hofs aus den Domänen – am Beispiel
der Lgft. Hessen-Kassel in der Frühen Neuzeit.
16:00 Martin
Knoll (Regensburg), Fürstliche Jagd und Hofwirtschaft im 18. Jahrhundert:
Wie (un-) wirtschaftlich war die Jagd höfischer Eliten?
16:15 Andrea
Brill (München), Hofhaltung und Ausgaben am Hof von Kraft Ernst Fürst
von Oettingen-Wallerstein (reg. 1773-1802).
Öffentlicher Abendvortrag (Schloß
Gottorf)
18:00 Begrüßungen
18:30 Arnold
Esch (Rom), Die römische Kurie in der Frührenaissance: Der Hof als
Antriebskraft und meßbarer Faktor der Wirtschaft.
20:00 Empfang
Sonntag, 24. September: Exkursion
Ganztägig 9:00-18:00 Uhr,
voraussichtliche Ziele: Glücksburg, Gravenstein, Sonderburg,
Augustenburg
Montag, 25. September (Prinzenpalais/Landesarchiv)
9:00 Begrüßungen
9:15 Werner Paravicini (Paris),
Unökonomisch? Die Wirtschaft der Höfe in Alteu- ropa.
I. Ist Verschwendung eine
Notwendigkeit?
9:30 Torsten
Fried (Schwerin), Das Geld und der Fürst in der politischen Theorie des
Mittelalters.
10:00 Stephan
Selzer (Halle), Fürstliche Ansprüche an der Peripherie des höfischen
Europas. Die Hofhaltung des Hochmeisters Friedrich von Sachsen in Preußen
(1498-1507).
10:30 Klaus Neitmann
(Potsdam), Was kostete ein erzbischöfliches Hoflager im 16. Jahrhundert? Aufbau
und Unterhaltung der Residenz des erzbischöflich rigischen Koadjutors Wilhelm
von Brandenburg, 1529-1539.
11:00 Jean-François Lassalmonie (Paris), Le prince a-t-il besoin d’une Cour? Le cas de Louis XI, roi de France
(1461-1483).
11:30 Diskussion
12:00 Freies
Mittagessen
II. Wie ist der Hof ökonomisch organisiert?
14:00 Ulf
Christian Ewert (Chemnitz), Der Fürstenhof als Unternehmung: Eine
betriebswirtschaftliche Perspektive.
14:30 Mark
Mersiowsky (München), Finanzverwaltung und Finanzkontrolle am Hofe.
15:00 Mark Hengerer
(Konstanz), aigentlich ein hautbuech über dz universum. Die kaiserliche
Hofbuchhaltung zwischen Zahlungsverwaltung und Staatsgestaltung (16. bis frühes
18. Jahrhundert).
15:30 Diskussion
16:00 Pause
16:30 Harriet
von Natzmer (Lüneburg), Reformen am Hofe Joachims II. Kurfürsten zu
Brandenburg (1535-1571).
17:00 Uwe
Schirmer (Leipzig), Hofhaltung und Hofwirtschaft der Kurfürsten von
Sachsen (1486-1547).
17:30 Walter Ziegler
(München), Hof- und Staatshaushalt am Beispiel des Herzogtums Niederbayern.
17:30 Diskussion
18:30 Freies Abendessen
20:30 Sitzung der
Residenzen-Kommission (Hotel Waldschlößchen)
Dienstag, 26. September (Prinzenpalais/Landesarchiv)
III. Woher kommt das Geld?
9:00 Werner
Rösener (Gießen), Die wirtschaftlichen Ressourcen der Fürstenhöfe: Die
schwindende Bedeutung der Einnahmen aus den Domänen.
9:30 Lydwine Scordia (Paris), Le roi doit vivre du sien dans
le royaume de France de la fin du Moyen Âge: idéal et réalités.
10:00 Bernd Fuhrmann
(Siegen), Kreditfinanziertes Wirtschaften – Das Beispiel des Konrad von
Weinsberg.
10:30 Diskussion
11:00 Pause
11:30 Josef
Hrdlicka (Budweis), Kommunikation durch Geldgeben: Zur Rolle des Kredits
am südböhmischen Adelshof der Frühen Neuzeit (1550-1600).
12:00 Detlev
Kraack (Plön/Berlin), Der Aufstieg der Rantzaus von regionalen
Geldgebern zu Financiers der europäischen Politik. Adel und Königtum an der
Wende zur Neuzeit im Spiegel von Schuldbuch, Verschreibung und Kredit.
12:30 Peter Rauscher
(Wien), Die Finanzierung des Kaiserhofs von Ferdinand I. bis zum
Regierungsbeginn Karls VI. (1558-1714).
13:00 Diskussion
13:30 Freies Mittagessen
IV. Wohin geht
das Geld?
15:30 Elisabeth Lalou (Rouen), Vie quotidienne et temps de fête. Les
dépenses de la cour de Philippe le Bel.
16:00 Carola
Fey (Gießen), Die fürstliche Wallfahrt im Spätmittelalter zwischen
Aufwand und Ertrag.
16:30 Gabriel Zeilinger,
Herrenspeise und Hofversorgung – Der Heidelberger Hof um 1500 als
Haushaltsbetrieb.
17:00 Diskussion
17:30 Enno Bünz (Leipzig), Zusammenfassung.
20:00 Gemeinsames
Abendessen
Weitere aktuelle Informationen
finden Sie unter der Adresse
http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/sympos_gottorf.htm
Werner Paravicini, Paris
Daß der folgende Text den
Herausgeber der MRK besonders interessiert, ist unschwer zu verstehen: er
schlägt dem voyageur de Prusse die Brücke zwischen Paris und Marienburg
im fernen Ostpreußen. Ihn in eine dem deutschen Leser verständliche Form zu
bringen, war allerdings nicht ganz einfach, ist vielleicht auch nicht allerorts
geglückt. Der Inhalt aber ist interessant: Auch wenn noch vieles Hypothese
bleibt, ergibt sich doch die Möglichkeit, daß der Marienburger Hochmeisterplast
am Ende des 14. Jahrhunderts die modernste Fürsten-residenz Europas war. Das
ist immerhin eine These. Sie ist erstmals am 19. Mai 2005 im Deutschen Histori-schen
Institut in Paris auf einem „Atelier“ über europäische Aspekte des Deutschen
Ordens vorgetragen worden. Ansonsten ist zu verweisen auf einen Band mit dem
Titel: „Mittelalterliche Literatur und Kultur im Deutsch-ordensstaat in
Preußen: Leben und Nachleben“, der auf ein Kolloquium zurückgeht, das im
September 2004 in der Marienburg stattfand und, von Jarosłav Wenta und Sieglinde Hartmann herausgeben, noch in diesem
Jahre erscheinen wird. Dort wird dann noch mehr zu lesen sein über den Weg „Von
der ritterlichen zur höfi-schen Kultur“, den der Deutsche Orden in Preußen
gegangen ist. W.P.
Der Hochmeisterpalast des Deutschen Ordens
in der Marienburg (Malbork) und die französische Architektur
Der Hochmeisterpalast, ein stolzes, beeindruckendes
Gebäude am Ufer des Flusses Nogat und im westlichen Bebauungszug der
Marienburger Anlage, wurde, wie Forschungen feststellten,
in zwei Etappen errichtet. Ein vor die Mauerlinie vorgeschobener Risalit in
Gestalt eines vierstöckigen, repräsentativen Wohnturmes (Donjon) entstand in
den Jahren 1380-1393. Diese Turmstruktur ist
am Fuß der Umfassungsmauer an dem rechteckigen Gebäude der ersten Residenz aus
den Jahren 1320-1340 errichtet worden.

Marienburg,
Hochmeisterpalast von Südwesten, nach einem Gemälde von
Domenico Quaglio 1834
Nationalmuseum Danzig/Gdańsk, Repr. Lech
Okoński
In einer zweiten Bauphase wurde 1393-1399 vom Hof aus, auf
der anderen, höher gelegenen Seite, ein zweigeschossiger Trakt mit Kanzlei,
zeremonieller Funktion und mit einer Paradetreppe auf das Hauptgeschoß angebaut.
Beide Bauteile verband ein System von Treppen, Gängen und Galerien quer durch
das erste Gebäude, welches so zuerst von zwei Seiten durchbrochen, dann
erheblich umgebaut wurde. Dank der Zusammenfassung der drei Gebäude zu einem
Baublock entstand eine Baustruktur von ungewöhnlicher Geräumigkeit, verbunden
in drei Geschossen und allmählich von Stock zu Stock in Richtung Westen nach
unten absteigend. Diesen quergelagerten großen Baukörper krönte ein Wehrgang
mit prächtigen Erkern auf den Ecken der Feldseite. Für die in ihrer Art
konstruktiv und funktional singuläre architektonische Konzeption fanden
raffinierte Formen weltlicher Herkunft (rechteckige Fenster- und Türöffnungen)
Verwendung, ergänzt durch eine reiche Ausstattung mit Wandmalereien und
dekorativen Farbfassungen.
Die Funktion des Hauptgeschosses umfaßte Wohnräume
(Kemenate) und Empfangssäle, angeordnet nach den Erfordernissen des Hofzeremoniells
und des ordenstypischen Kanzlei-Rituals. Die Anordnung stellte
einen damals im westlichen Europa verbreiteten Standard dar, der sich
zusammensetzte aus Räumen repräsentativer Bestimmung und dem Appartement des Machthabers.

Marienburg,
Hochmeisterpalast, Querschnitt des Donjons und Detaildokumentation nach Frick, Friedrich: Schloß Marienburg in
Preußen (nach seinen vorzüglichen äußern und innern Ansichten dargestellt),
Berlin 1799 – Repr. Lech
Okoński
Der monumentale und feierliche Charakter der Architektur
sowie des Versorgungsaufwands entsprach dem Status eines Fürstensitzes.
Die tiefer gelegenen Geschosse wurden von der ordensstaatlichen Verwaltung genutzt;
die Form der langen Diele sowie der Säle und Kammern und der auf dem Niveau des
Hofs gelegenen Räume wies auf repräsentative Funktionen hin.
Der erste Monograph der Architektur des Marienburger
Palastes, der Königsberger Kunsthistoriker Karl-Heinz Clasen, erkannte 1924,
daß „[…] die entwicklungsgeschichtliche Bedeutung des westlichen
Hochmeisterpalastes darin [liegt], daß hier zum ersten und einzigen Male
zusammengefaßt wurde, was sich im Ordenslande und in Frankreich an Einzelheiten
des befestigten Saalbaus herausgebildet hatte.“
Clasen konzentrierte sich auf die typischen Motive der Architektur wie die Zweiturmkomposition
in der Ansicht von der Nogat-Seite mit dem typischen Motiv des eckigen, wehrhaften
plateau auf der Krone der Mauer, auf die Kragsteine und auf die
Arkadenstruktur der Umgangswände. Doch nach einer mehr oder weniger genauen
Betrachtung der Beispiele französischer Residenz-Architektur, nicht nur
derjenigen aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ist das Ergebnis nicht
eindeutig: „Trotz aller überraschender Zusammenhänge mit mehreren französischen
Gebäuden ähnlicher Bestimmung, die wie in Sens und Poitiers an grundsätzlich
verwandte Parallelbildungen denken lassen, besteht doch nirgends die
Möglichkeit, von einer Gleichheit der Formen oder von einer direkten Abhängigkeit
des Hochmeisterpalastes zu sprechen.“ In einer ähnlich
allgemeinen Schlußfolgerung beschreibt der Autor die Gewölbe in dem Sinne, daß
er einerseits auf ihre englische Abstammung hinweist, andererseits den Reichtum
der heimischen Formen und die Kraft ihrer Wirkung betont. Endlich, weit
entfernt von einer erschöpfenden Behandlung des Themas, konzentriert er seine
Aufmerksamkeit auf den „französischen dekorativen Schmuck“ der architektonischen
Details, auf die Formensprache der Fenster und auf die Kragsteine der Eckerker.
Trotz der erklärten französischen Bezüge schließt
Clasen, offen für die Suggestionen der Historiker, auch den Einfluß der rheinischen
Gotik nicht aus. Dies würde, besonders hinsichtlich der zweiten Bauetappe, für
Nikolaus Fellenstein aus Koblenz sprechen, Baumeister im Dienst des Ordens, der
in Marienburg von 1399 an tätig war. In der neueren
Forschung wurde ein nationales Motiv unterstützt, wonach entweder das formale Muster
der Architektur der niederrheinischen Gotik vom Ende des 12. Jahrhunderts und
der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aufschiene oder gar überhaupt kein
architektonisches Milieu zugrundeliege. Ohne auf typologisch-chronologische
Diskrepanzen zu achten, wurde die einseitige Sicht in den Untersuchungen zu den
Werkstätten fortgesetzt oder aber es wurden schlichtweg Thesen zur Ableitung
der Architekturformen einfach abgelehnt.
Die genannten Forschungsrichtungen erfuhren allerdings
in letzter Zeit einer Veränderung. Durch die Wiederaufnahme der
Werkstätten-Problematik erfolgte vor allem eine Verschiebung in der Betrachtung
der Herleitung der architektonischen Formen des Palastes im Vergleich mit der
preußischen Baukunst, der diese Formen fremd waren. Der angedeuteten Tradition
folgend wird dabei auf sichtbare französische Einflüsse hingewiesen.
Ein erster Versuch, den Gegenstand im Rahmen interdisziplinärer Forschungen mit
Blick auf den zeremoniellen Charakter der Residenzarchitektur zu behandeln, der
auf den konservatorischen Interpretationen von 1920 basierte,
wurde im

Marienburg,
Hochmeisterpalast, Rekonstruktions-Grundriß des Hauptgeschosses, aktualisiert
nach den Forschungsergebnissen von 1998 an der Ostseite: A – Paradetreppe
(Konzeption), B – Niedrige und Hohe Diele, C – Antichambre, D – Winterremter, E
– Sommerremter, F – Wohnbereich mit Kapelle; 1 – ca. 1380-1399, 2 – Gewölbe,
19. - 20. Jahrhundert
Zeichnung Verf.
Verlauf der jüngsten Restaurierung seit 1982 unternommen.
Ziel war die ikonographische Entschlüsselung der räumlichen Struktur des
Palastes.
Bei der Untersuchung der Marienburg mußte die formale
Analyse der Residenzarchitektur die Entwicklungsphasen des höfischen
Zeremoniells in Europa und spezifisch ordensritterliche Rituale
berücksichtigen, so zum Beispiel den „Ehrentisch“.
Eine erstrangige Bedeutung hat ohne Zweifel die Arkadenstruktur der vorhandenen
Umfassungsmauer, wie aus den von Clasen untersuchten formal-genetischen Fragen
hervorgeht. Die Antwort wurde mit der Problematik ihrer Zweiflächigkeit
verbunden oder mit der Reduktion der Mauermasse erklärt. Die Forschungsrichtung
wurde allerdings nicht begrenzt, sondern blieb offen.
Es ist methodisch geboten, die höfischen Kulturzentren
des 14. Jahrhunderts in Europa näher zu betrachten, mit denen sich der Ablauf des
Zeremoniells in einer Residenz verknüpfen läßt. Dazu gehören, die
Satelliten-Filialen ausgenommen, der französische königliche Hof, die Höfe der
burgundischen Fürsten sowie die päpstliche Kurie in Avignon. Die allgemeine
Tendenz, wie sie an der Wende des 14. zum 15. Jahrhundert zu beobachten ist,
sei die nach Uwe Albrecht vollzogene „[…] Vereinigung von Wohnturm und Saalgeschosshaus,
von tour und salle.“ Dieser Prozess hatte
zwei Phasen. Zuerst, am Ende des 14. Jahrhunderts, „erinnern vor allem die
hochragende äußere Gestalt vieler Beispiele, die vergleichsweise mächtige
Mauerstärke und die Relikte der Senkrechtverteidigung wie Wehrgang und
Maschikulis noch sehr deutlich an den Wohnturm alter Prägung.“ Dann werden zu Beginn
des 15. Jahrhunderts „vom Saalgeschoßhaus […] der ebenerdige Zugang, die Mehrräumigkeit
der einzelnen Geschosse, die größeren Fenster und die komplette Bedachung
anstelle der offenen Wehrplatte übernommen.“ Das Ergebnis war ein festes Haus,
ein geräumiges Gebäude, relativ hoch, dessen „Wehrfähigkeit sich allerdings auf
Vorkehrungen beschränkt, die wohl einen räuberischen Handstreich, nicht aber
einen ernsthaften militärischen Angriff abwenden können.“
Es folgte schrittweise eine „Emanzipation“ oder sogar ein gesonderter Verlauf
der Eingangstreppe, was – nach Albrecht – „ein spezifisch französisches
Phänomen“ gewesen sei. Eingefügt zunächst in
der Dicke der Mauer, belegten später die Treppen einen Eckturm und nahmen
schließlich ihren Platz im Zentrum des Baukörpers ein, vor der Fassade an der
Hofseite.
*
Den Ausgangspunkt der beobachteten Veränderungen stellte
der königliche Donjon Karls V. in Vincennes bei Paris dar (Baubeginn 1361).
Seine Struktur, noch stark in der Tradition des 13. Jahrhunderts stehend, wurde
am Anfang völlig der Verteidigungsfunktion untergeordnet.
Nur die wichtigsten Räume waren quadratisch und lagen ungeteilt im Bereich der
Geschosse, miteinander verbunden durch schmale Spindeltreppen, versehen mit
seitlichen, in der Mehrheit heizbaren in den Ecktürmchen eingesetzten
zusätzlichen Räumen.


Vincennes, Donjon,
Grundriß des zweiten Obergeschosses G
(Equipe de recherche sur le château de Vincennes et la banlieue Est)
und Schnitte
Nach Albrecht,
Uwe: Der Adelssitz im Mittelalter, München u.a. 1995, S. 87, Abb. 92
Aber gleich nach dem Bauende, in den 70er Jahren des 14.
Jahrhunderts, folgte in Vincennes eine markante Abänderung – in eines der
Türmchen wurde eine breite Paradetreppe eingesetzt (escalier d'honneur),
die bequem den königlichen Audienzsaal im ersten Obergeschoß mit dem
Schlafzimmer im darüberliegenden zweiten Obergeschoß verband.
Zu Wohnzwecken (Speisesaal) wurden die außen an der Mauer der
Verteidigungsterrasse gelegenen Räume umgestaltet. Trotzdem baute man bald ein
großes sanitäres Bleilot an, das für den Wohnkomfort des ganzen Turmes ausschlaggebend
war.
Das Modell von Vincennes verbreitete sich in die von
den Auswirkungen des Hundertjährigen Krieges erfaßten Gebiete
Zentralfrankreichs und in die südlichen Landesteile, besonders in die Provinzen
Poitou, Berry, Auvergne und Rouergue. Sallette und chambre
(Audienzsäle und Kemenate), die noch im dritten Viertel des 14. Jahrhunderts
übereinanderliegend auftraten, waren am Ende des Jahrhunderts auf einer Ebene
zu finden, verbunden mit einer gemeinsamen Paradetreppe durch die Vorzimmer (anti-chambres),
als Bestandteile des Appartements. Ein Beispiel der
Residenz des neuen Typs war der Donjon in Chevenon an der Loire, errichtet (vor
1384) durch niemand anderen als den capitaine des château et tours de
Vincennes selbst.
Eine für Frankreich im letzten Viertel des 14.
Jahrhunderts charakteristische Form und Organisation des Raums des
umgestalteten Typs der Herrenresidenz ist deutlich in der Architektur des
Marienburger Palastes wiederzufinden. Vor allem die Form des Donjons, von
Clasen unter struktureller Betrachtung zu Unrecht nicht erörtert, sowie die
repräsentations-funktionellen Elemente eines Wohnappartements weisen auf die
progressiven Merkmale hin, die geradezu musterhaft das Hofzeremoniell
unterstützten. Die architektonische Fassung des festlichen Begrüßungswegs, der
auf dem Niveau des Hauptgeschosses von der Paradetreppe her durch anti-chambre
und Große Diele mit Wäschestelle unter der Heroldsempore über dem Saalportal in
die zwei Empfangssäle (Remter) führte, erreicht das Niveau zeitgenössischer
französischer Beispiele. Die Einbeziehung der
Kanzleifunktion in den Bereich der repräsentativen Palastarchitektur hatte bei
der Bildung eines neuen Residenztyps sogar in Frankreich nicht ihresgleichen.
In Marienburg hat sich eine funktionelle und räumliche
Verbindung zwischen den beiden Gebäuden vom Typus donjon und corps-de-logis
nicht ausschließlich, wie in Frankreich, im Zusammenhang des Turms vollzogen.
Der Marienburger donjon blieb, trotz seiner baulichen Autonomie, nicht selbständig
bestehen, sondern wurde in das Saalgebäude aufgenommen. Dadurch ergab sich eine
einzigartige Möglichkeit zum Ausbau des Appartements im Bereich des
Hauptgeschosses, wie auch aller anderen Geschosse, zu einem strukturell
differenzierten Residenzbau, einem donjon-logis. Für diese Lösung fand
sich keine Analogie in der Pariser Region und in den zentralen französischen
Provinzen.
Anläßlich des festlichen Besuchs Kaiser Karls IV. in
Paris im Jahre 1378 waren die Wohn- und Repräsentationsfunktionen dort aufgeteilt
worden. Einerseits gab es den Palais de la Cité, mit der Grande
Salle, vorgeschaltet ein herrlicher escalier d’honneur und die
Kemenaten des vor 1375 umgebauten westlichen Flügels (eine Arkadenfassade),
andererseits den Donjon in Vincennes, wo der König den Kaiser im großen
Empfangssaal im ersten Obergeschoß aufgenommen hat.
Einzig der königliche Louvre könnte in dieser Gruppe Platz finden, hinsichtlich
der Pracht des Eingangs, mit der grandiosen Spindeltreppe, der grande vis,
die zu den Audienzräumen geleitete. Den Weg in die Appartements begleiteten
skulptierte Figuren der Repräsentanten der Herrscherfamilie, die entlang dem
Treppenlauf aufgestellt waren.

Marienburg,
Hochmeisterpalast, Eingangssystem mit einer Rekonstruktion der Standposition des
Hauptportals (nach Verfasser), in der Inventarisationszeichnung der Hoffassade
von 1909: 1 – zu die Empfangs- und Wohnräume (Hauptgeschoß), 2 – zum
Tressleramt (Erdgeschoß), 3 – zur Küche (Erdgeschoß), 4 – zu den beiden unteren
Donjon-Geschossen
Photo Verf.
Im Fall der Marienburg ist wenig über die Form der Treppe bekannt,
die aus dem Hof auf der Hauptgeschoß führte. Wenige Angaben kann man
der Analyse der Schriftquellen entnehmen – kaum etwas über Lage und Zahl der 19
Stufen. Maßgebend für die
typologischen Erwägungen ist erstens die Außenform des Gebäudes, analysiert
durch Clasen, bestehend aus den so genannten Wandarkaden mit einem Wehrgang auf
der Mauerkrone; zweitens die Reduktionsweise der Mauermasse. Ein Aufmaß-Modul
und die Form der Arkaden waren zweifellos durch den Donjon nach der Westseite
bestimmt. Clasen nennt hier als Beispiele die vergleichbare Wandkonstruktion
des Papstpalastes in Avignon aus dem zweiten und dritten Viertel des 14.
Jahrhunderts sowie zahlreiche, auch nichtfranzösische Wehrkirchen. Er weist
nach, daß nicht das Marienburger Konventhaus, sondern der Wohnturm des
Hochmeisterpalastes den „Avignon-Typ“ der Arkadenwand repräsentierte.

Marienburg,
Westseite (Donjon) des Hochmeisterpalastes, anhängte Wehrgang
Photo Verf.
Im Hochmeisterpalast wurde, wie in Avignon, eine Reduktion
der mächtigen (dicken) Wand auf den erwünschten Abschnitten durchgeführt, die
den Fensterachsen entsprachen, indem man ein ähnliches System der passiven Verteidigung
auf der Mauerkrone einführte. Die großen Prachtfenster des Palastes wurden mit
den Wurfschächten der Maschikulis in den Arkadenbögen gesichert. Diese selbst legen
die Gewölbeansätze auf die Achsen der wulstigen Abschnitte der Wände und durch
sie wird die Druckkraft der Gewölbe auf die Strebepfeiler übertragen.
Die Frage Gottfried Kerschers nach der Herkunft dieses
Konstruktionstyps ihn zum Dom und Bischofspalast in Albi und in das
südwestliche Europa geführt, in Gebiete arabischer Einflüsse, nach Spanien und
weiter nach Sizilien. Aber die Stilistik der
Gebäude im genannten Bereich stützt kaum die Schlußfolgerungen des Autors. Die
Fassaden der Paläste Palermos aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts (La
Cuba, La Zisa) entsprechen mehr einer orientalisch-flachen Dekoration, die auf
einer glatten „normannischen“ Wand aufliegt, als dem Beginn der Tendenz zur
Demonstration von Stärke. Das System von Maschikuli-Pfeilern basiert zwar auf
gotischer Form (Reduktion der dicken Mauer, mehrstufige Strebepfeiler, große
Fenster), hatte aber eine Genese aus ebenso starken sozialen Wurzeln. Die
Nutzungsmerkmale sind viel mehr mit der Entstehung der Wehrkirchen in der Zeit
der Katharerkriege auf dem Gebiet des Languedoc in der ersten Hälfte des 13.
Jahrhunderts verbunden (ein Beispiel dafür ist Albi), als mit einem dauerhaften
Reduktions-Prozeß der Mauermasse. Die Wehrgänge, angebracht auf den Strebebögen
der Kirchen auf der Höhe des Dachrands, waren eine einfache und sichere Weise der
Verteidigung des Gebäudes. Ein gutes Beispiel für eine solche Lösung war die
provenzalische Kirche les-Saintes-Maries-de-la-Mer, von Clasen als Analogie zur
Wandstruktur der Marienburg angeführt. Ihre Befestigung
erfolgte sekundär im 14. Jahrhundert in der Zeit der Bedrohung durch die marodierenden
Banden der compagnons (Söldner), die Südfrankreich in den Friedensphasen
des Hundertjährigen Krieges plünderten. Eine solche Weise der
Befestigung von Kirchen, oft in der Literatur angeführt, ist bereits aus dem Gebiet
Siebenbürgens bekannt.
In südfranzösischen Residenzen war ein Element wichtig.
Sowohl im Bischofspalast von Albi als auch im päpstlichen Palast von Avignon,
in den beiden mehrflügeligen, funktionell ausgebauten Residenzen, befand sich
der Donjon als abgesondertes Gebäude, als privater Wohn- und Wehrturm,
traditionell vertikal strukturiert. Trotzdem war er funktionell mit der
Residenz verbunden und im Zusammenhang mit dieser, wie in Marienburg, unselbständig.
In Marienburg entschied über die Stilistik der ganzen Struktur des Typs donjon-logis
die Arkadenkonstruktion der Wand. Der offene Wehrgang auf der Mauerkrone,
nominell ein Verteidigungselement, ging in ein dekorativ-martialisches Motiv
über in einen hochgelegenen, nicht befestigten, der freien Treppe vorgelagerten,
repräsentativ offenen Saaltrakt.
Ein charakteristisches Motiv für die Reduktion der
Wandstärke und den Ersatz der Mauermasse durch einen einzelnen oder doppelten
schlanken Pfeiler war sowohl der nordfranzösischen Residenz fremd wie auch den
monumentalen Bauten in Avignon. Seine Verwendung für die Reduzierung der
Mauermasse folgte offensichtlich den Prinzipien der Kathedralgotik.

Avignon,
Papstpalast, Donjon Benedikts XII. (Tour des Anges)
Photo Verf.
In Frankreich wurde dies Prinzip in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts allgemein angewandt und in der ersten Hälfte des 13.
Jahrhunderts, vor allem in den Innenräumen der Kirchen.
Von dort erfolgte der Übergang in die Residenzarchitektur, sichtbar u.a. an dem
von Clasen zitierten erzbischöflichen Palast in Sens von 1235-1240.
Das Beispiel von Sens ist von
Bedeutung, aber nicht in der Verbindung mit der Ästhetik der Fassade, worauf
Clasen verweist, sondern durch den Typus der Wandkonstruktion des großen Synoden-Saals.
Die Reduktionsweise der Mauerdicke ist dort ähnlich, obwohl nicht direkt
vergleichbar mit der Marienburger Großen Diele, und entschied hier ebenfalls
über die künstlerisch-architektonische Beschaffenheit des Werks.

Saumur,
Ostflügel der Burg mit Gang-Laube von der Hofseite
Photo Verf.
Trotz der baulichen Konvergenz ist es schwer, diese
Ausführungen miteinander zu verbinden, weil zwischen dem Bau des einen und des
anderen Gebäudes, was Clasen zu übersehen scheint, ein Jahrhundert betrug.
Dieses Motiv aus der Zeit der Expansion der Kathedralbaukunst war im 14.
Jahrhundert nicht so kreativ wie in der klassischen Gotik.
Ein Beispiel dafür ist eine ähnliche formale Lösung aus den 80er Jahren des 14.
Jahrhunderts in der Burg Saumur an der Loire. Sie galt nicht der Reduktion der
Wand, sondern der Unterstützung zweier Geschosse des Verbindungsganges, der der
Konstruktion des Wohnflügels vorgelagert ist.
Der Donjon (Tour Maubergeon) der fürstlichen Residenz in
Poitiers, errichtet in derselben Zeit (1395) wie die Marienburg, wird von
Clasen als erstes Gebäude angeführt, das mit der Residenzentwicklung sowie der
Entwicklung von Wehr- und Wohnturm verknüpft war. In seiner Struktur ist es,
trotz der reichen Ausstattung, konservativer, als wir auf den ersten Blick vermuten.

Poitiers,
Fürstliche Residenz, Großer Saal und Donjon (Tour Maubergeon)
Photo Verf.
Dank einer Vergrößerung des Saalraums durch Verdoppelung
des quadratischen Plans (Gewölbe auf drei Pfeilern) wurde eine beeindruckende Raumwirkung
erreicht, aber die traditionelle Lage der übereinander angeordneten Räume blieb
bestehen. Das ganze Gebäude wurde als Saal-Turm-Konstruktion gebildet, als eine
Art rechteckige Version der „klassischen“ Form von Vincennes. Ein Symbol
öffentlicher Machtdemonstration ist in dem noch im 12. Jahrhundert errichteten
Großen Saal bestehen geblieben. Dank des parallel zum Donjon vollendeten Umbaus
verfolgte man dort den Effekt eines monumentalen, gerichtlichen Proszenium.
Die Architektur des Marienburger donjon-logis,
des Appartements, dessen Elemente alle auf dem Plan des Hauptgeschosses lagen,
ging – deutlicher als in Poitiers – in Richtung raffinierter Umständlichkeit
hinsichtlich Funktionalität und Wohnkomfort. Angesichts mangelnder Beispiele
lokaler preußischer Tradition gehört das Marienburger Palastgebäude – vor dem
Hintergrund der französischen Beispiele – trotz der offenen Werkstatt-Frage
zur Avantgarde bauarchitektonischer Leistungen in der weltlichen Kunst Europas.
Im Vergleich mit den anderen Burgenbauten in Preußen war die Architektur des
Palastes eindeutig höfisch und entsprach dem Selbstverständnis eines Fürsten.
In der Entwicklungsgeschichte der westeuropäischen Fürsten-Residenzen können wir
in der Marienburg den Import höfisch-zeremonieller Raumkonzeptionen sehen, zu
komplexem architektonischem Ausdruck gebracht und ausgeführt von örtlichen
Fachkräften.
Kazimierz Pospieszny,
Malbork
Residenzen und Verwaltungszentren in den
Ländern der Böhmischen Krone im 14. bis 17. Jahrhundert
Publikations- und Kolloquiumsbericht
Die Arbeitsgruppe für Erforschung der Geschichte der
Kronländer des Böhmischen Staates unter Leitung von Lenka Bobková, Professorin
am Institut für böhmische Geschichte der Karlsuniversität Prag, hat sich Ende
März 2006 mit zwei nicht zu unterschätzenden Teilergebnissen ihrer
Forschungsvorhaben zu Wort gemeldet. Bei Gelegenheit des dritten
internationalen Kolloquiums unter dem oben angeführten Titel, das in Prag vom
29. bis 31. März 2006 stattfand (Korunní země v dějinách
Českého státu III. – Rezidence a správní sídla v zemích České
koruny ve 14.-17. století) wurde der Protokollband zum zweiten Kolloquium präsentiert.
Beide seien hier kurz besprochen, da sie breiteres Echo verdienen. Folgender
Bericht soll eine freie Fortsetzung der „Ährenlese“ sein, die der Referent in
den MRK 13,2 (2003) S. 100ff. brachte, und ist zugleich ein erfreuliches
Zeugnis für die systematische Pflege der Residenzenforschung in der
Tschechischen Republik.
Zunächst zum Protokollband des zweiten Kolloquiums, das
im Jahre 2004 stattfand, das unter dem Titel „Kronländer in der Geschichte des
Böhmischen Staates“, präzisiert durch den Untertitel „Gemeinsames und
Unterschiedliches. Die Böhmische Krone im Leben und Bewußtsein ihrer Bewohner
im 14. bis 16. Jahrhundert“ (Korunní země v dějinách
Českého státu II. – Společné a rozdílné. Česká koruna
v životě a vědomí jejích obyvatel ve 14.-16. století, Praha 2005
[550 S.]), publiziert wurde. Es ist zwar nicht möglich, alle 24 Beiträge zu würdigen,
doch sollen diese wenigstens bibliographisch erfaßt werden, da ihre Titel
sämtlich signifikant sind. Was die sechzehn tschechisch- und vier
polnischsprachigen Texte betrifft, so werden hier allerdings nur die
deutschsprachigen (rsp. englischsprachigen) Titel geboten, wie bei den vier
deutschsprachigen Beiträgen auch, wobei freilich die angegebenen Seitenzahlen
den jeweiligen Umfang nennen.
Wenn man von zwei Diskussionsbeiträgen absieht, geht es
um folgende Hauptthemen: I – König, Landstände und Verwaltung, II – Bildung und
Kultur, III – Konfessionen. Am stärksten ist der erste Themenbereich vertreten:
Tomasz Jaworski, Die Böhmische
Krone im Leben und Bewußtsein der Bewohner des schlesisch-lausitzischen
Grenzgebiets im XIV.-XVII. Jahrhundert, S. 9-23; Dagmara Adamska, Böhmische Ritter am
Schweidnitzer Hofe. Ein Beitrag zur politischen Kultur der böhmischen
Hauptleute im Fürstentum Schweidnitz-Jauer, S. 25-36; Martin Čapský, Landesherr, Land und
sakrale Legitimisierung der Herrschersmacht im spätmittelalterlichen Gebiet von
Troppau [d.h. Herzogtum Troppau], S. 37-56; Iwona Pietrzyk, Die Kanzlei und Schriftstücke des Hauptmanns von
Glatz Johann II. [von Troppau-Ratibor], S. 57-68 (mit Siegelaufnahme); Ondřej
Felcman, Die Herren von Podiebrad
– ein in allen Kronländern wirkendes Adelsgeschlecht. Die Territorialexpansion
der Herren von Podiebrad und ihre Widerspiegelung im Stammeswappen, S. 69-79; František
Musil, Die Interpretation der
Geschichte des Gebietes von Glatz [d.h. des Glatzer Landes] als Widerspiegelung
der machtpolitischen Verhältnisse in Mitteleuropa, S. 81-95; Antonín Kalous, Matthias Corvinus and the
Moravian Royal Towns, S. 97-127; Dana Malá-Dvořáčková, Die Brandenburger
in Böhmen und die Gefangenschaft von Václav II. (Die böhmisch-brandenburgischen
Beziehungen im 13. Jahrhundert), S. 129-158 (mit 1 Abb.); Lenka Bobková, Die Markgrafschaft Brandenburg
in den Händen der Luxemburger, S. 159-190 (mit 4 Abb.); Luděk Březina, Die Niederlausitzer
Landvogtei unter Albrecht Schlick in den Jahren 1540-1555; S. 191-222, Daniel Fickenscher, Die Beziehungen der
Obelausitzer Stände zu Prag, dem politischen Zentrum der Böhmischen Krone
1526-1618, S. 223-250; Marek Starý,
Die Aufnahme der mährischen und schlesischen Adeligen in den Herrenstand des
Königreichs Böhmen im 16. und am Anfang des 17. Jahrhunderts, S. 251-288 (mit einer
Übersicht der aufgenommenen Sippen im Anhang); Jan Kilián, Der Kampf um die deutsche Expedition in der
Böhmischen Hofkanzlei 1611-1616, S. 289-306; Antoni Barciak, Böhmische Herrscher in der Interpretation des
Verfassers der Chronik der polnischen Fürsten, S. 309-317; Marie Bláhová, Zwischen Böhmen und Polen.
Bemerkungen zur Frage des historischen Bewußtseins schlesischer Intellektuellen
im Spätmittelalter, S. 319-332; Richard Němec,
Oybin – Mons imperialis? Architektur als Mittel der Repräsentation der
politischen Macht, S. 333-373 (mit 6 Abb.); Kai Wenzel, Die Meister aus Görlitz und Zittau. Künstlerische
Verbindungen zwischen Böhmen und der Oberlausitz im 16. und frühen 17.
Jahrhundert, S. 375-406 (mit einem Quellenanhang und 9 Abb.); Jana Wojtucka, Ein unerfüllter Traum. Zum
Versuch der Gründung des studium generale am Anfang des 16. Jahrhunderts
in Breslau, S. 407-420; Petr Hlaváček,
Prope Sudetos montes. Grenzgebiete von Böhmen, Sachsen, Niederschlesien
und der Oberlausitz als eine Kulturregion (1420-1620), S. 423-434 (mit 4 Abb.);
Jan Zdichynec, Sindt beyde von
Ostritz armer Leudt Kinder .... [Die Besatzung der Frauenklöster in der
Oberlausitz im 16. und 17. Jahrhundert], S. 435-474 (mit Verzeichnissen von
entsprechenden Würdenträgern bzw. Würdenträgerinnen); Frank Metasch, Erinnerungskultur und
Identitätsstiftung. Die „Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden“ im 19.
Jahrhundert, S. 475-496; Milan Svoboda,
Was ist die „Heimat“? Zum Patriotismus des Adels im Grenzgebiet von Böhmen und
der Oberlausitz im 16. und 17. Jahrhundert, S. 497-514; Jiří Jurok, [Böhmische Krone im Jahre 1348
und Böhmische Konföderation im Jahre 1619. Ein Vergleich], S. 517-541 (ohne
Zusammenfassung); Matthias Herrmann,
Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz e.V. Tradition
und Innovation, S. 542-547.
Wenn man zum dritten Symposium, das im
Clam-Gallas-Palais stattfand, übergeht, so ist zunächst zu konstatieren, daß die
33 Vorträge den Schwerpunkt auf Residenzen und Verwaltungszentren legten, so
daß ein relativ buntes Panorama präsentiert wurde. 17 tschechischen
Vortragenden gesellten sich sechs deutsche und acht polnische Redner. Nur eine
Minderheit der Referenten steuerte jedoch algemeinere Uberlegungen bei, die meisten
behandelten Spezialthemen. Innerhalb der ersten Gruppe widmete sich Lenka Bobková den Residenzen und
Verwaltungszentren in den Nebenländern im allgemeinen, Marie Bláhová dem Phänomen des Zusammenhangs
von Residenz und Propaganda, Kai Wenzel
dem Bild des abwesenden Königs, Petr Vorel
den Münzprägungen in den Residenzen der frühen Neuzeit, Miroslav Šmied den zwei geistlichen von Säulen
Karls staatsrechtlicher Konzeption, dem Heiligen Wenzel und Karl dem Großen, Ivan
Hlaváček dem Phänomen des Hofes
auf Reisen, schhließlich Vojtěch Černý
den Herrscheraufenthalten in den Nebenländern am Ende des Mittelalters. Der
Abschlußvortrag von Jiří Fajt
galt der Vorstellung der breit angelegten und wirklich einmaligen auf der
Prager Burg präsentierten Ausstellung über die Kunst der Luxemburger (ein wenig
irreführend als „Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden“ bezeichnet, da ihr Rahmen
die ganze Luxemburgerzeit als ein Kontinuum darzustellen versucht). Fajts
anschließende Führung durch diese Kunstblüte (mit vielen ausländischen Leihgaben,
darunter auch aus den USA) gehörte zum Gipfel des Kolloquiums.
Die detaillierten analytischen Beiträge behandelten zahlreiche
Residenzen und Quasiresidenzen, Residenzstädte und Verwaltungsmittelpunkte sowohl
der weltlichen als auch der geistlichen Würdenträger, meist auch fokussiert auf
konkrete Probleme (Baulichkeiten, Huldigungsreisen o.ä.) in den Nebenländern.
So defilieren vor unseren Augen sowohl Bautzen (Lars Dannenberg), Görlitz (Siegfried Hoche und Marius Winzeler),
Lübben (Klaus Neitmann) und Zittau (Milan Svoboda) wie auch Sohrau (Źory)
(Tomasz Jaworski), Neisse (Ewa Wółkiewicz), Olmütz (Tomáš Baletka), Breslau (Antoni Barciak, Romuald Kaczmarek, Mlada Holá, Jana Hubková), Troppau (Jana Konvičná,
Martin Čapský, Dagmara Adamska), Öls (Dominik Nowakowski), Troppau-Ratibor (Iwona Pietrzyk), die in Luxemburg sich befindenden
Residenzen des Stiefbruders Karls IV. Wenzel von Luxemburg (Jana Fantysová-Matějková) sowie luxemburgische Verwaltungszentren in
der Oberpfalz (Zdeněk Žalud),
daneben aber auch auch Prag in der Interpretation von Magister Pavel Žídek kurz
nach Mitte des 15. Jahrhunderts (Petr Hlaváček).
Äußerst lebhafte Diskussionen zu den meisten Vorträgen
haben gezeigt, daß sich das besprochene Thema als sehr tragfähig erwies und daß
es geeignet war, Impulse zur weiteren Forschung zu geben.
Als gewisses Postskriptum kann beigefügt werden, daß
neben der schon erwähnten Burgausstellung noch zwei weitere begleitende
Ausstellungen zum Thema veranstaltet wurden, nämlich diejenige des Archivs der
Hauptstadt Prag in Zusammenarbeit mit dem Prager Stadtmuseum über Prager Städte
in der Luxemburgerzeit, wo sich die schriftlichen Denkmale mit den
Kunstartefakten sinnvoll ergänzen, und diejenige des Nationalarchivs der
Tschechischen Republik über die urkundliche Dokumentation desselben Zeitalters
(alle drei mit reich bebilderten Katalogen, die jedoch auch wegen ihrer Texte
lesenswert sind).
Ivan Hlaváček, Prag
Kolloquien,
Ausstellungen, Jubiläen*
Siehe auch online auf unserer homepage unter der Rubrik „Veranstaltungskalender“
bzw. unter
http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php
Ausstellung
Das Zuckerbankett der Jülicher Hochzeit
Jülich, 5. April bis 23. Juli 2006
Kontaktadresse: Museum
Zitadelle Jülich
Tel: [D] 02 46 1 - 93 76 80
E-Mail: museum@juelich.de/museum
Internet: www.zitadellenfest-juelich.de
*****
Konferenz
La cuisine au Moyen Âge
Paris, 5. April bis 5. November 2006
Kontaktadresse: Tour
Jean sans Peur
20 rue Etienne Marcel
F-75002 Paris
Tel: [F] 01 40 26 20 28
Internet: www.tourjeansanspeur.com
Aus dem Programm:
Mittwoch, 26. April
Alexandre-Bidon,
D., Vaisselle et ustensiles de cuisine: une archéologie du goût.
Mittwoch, 10. Mai
Schnerb, B., L’office de la cuisine à la Cour de Bourgogne.
Mittwoch, 7. Juni
Laurioux,
B., La table des papes au XVe siècle.
Mittwoch, 28. Juni
REDON, O., La cuisine médiévale d'après l'étude des
recettes.
Mittwoch, 11. Oktober
PITTE, J.-R., Une géographie du goût à travers les
âges.
*****
Ausstellung
Adel im Wandel
200 Jahre Mediatisierung in Oberschwaben
Sigmaringen, 13. Mai bis 29. Oktober 2006
Kontaktadresse: Staatsarchiv
Sigmaringen
Karlstraße 3
und Landeshaus
Antonstraße 11
D-72488 Sigmaringen
Tel. [D] 07 57 1 – 101-564 – Fax [D] 07 57 1 – 101-552
E-Mail: info@adelimwandel.de
Internet: adelimwandel.de
*****
Congress
International Medieval Congress
Leeds, 10. bis 13. Juli 2006
Kontaktadresse: International
Medieval Congress 2005, Axel E. W. Müller
University of Leeds
Parkinson Building 1.03
UK-Leeds, LS2 9JT
Tel. [UK] 11 -
33 43-36 14 – Fax [UK] 11 - 33 43-36 16
E-Mail: imc@leeds.ac.uk
Internet:
www.leeds.ac.uk/imi/imc/imc.htm
Emotions are
internal psychic processes, but they are performed and visualised through
external somatic gestures and facial expressions so that they can become part
of a larger system of signs that convey crucial information regarding social
and moral status, states of mind, intentions and reactions. The prominence of
emotional gestures in medieval texts, treatises, and images, in both grand
political settings as well as intimate relationships, shows that medieval
observers were acutely aware of the meanings they conveyed. Medieval observers
were cued to emotional expressions because these expressions had public
meanings. Emotional gestures formed part of the common civilization of gesture
in medieval Europe, even as expectations varied widely from one community to
the next.
The Leeds IMC is
an ideal venue for bringing together the fruits of recent scholarship on
emotion and gesture in medieval Europe.
Themes:
Emotion and speech acts (words as gestures)
Emotional communities
Emotions encoded in gesture and body language in
the visual arts
Emotions and emotional expression in scholastic
thought and moral treatises
Emotions theory and medieval studies
Music and emotions
The gendering of emotional expression in word or
image
The meaning of somatic displays in literature
and chronicles
The place of emotional gesture in law
The publicity of emotion
*****
Ausstellung
Heiliges Römisches Reich Deutscher
Nation 962-1806
Von Otto dem Großen bis zum Ausgang
des Mittelalters
Berlin und Magdeburg, 28. August
bis 10. Dezember 2006
Kontaktadresse: Organisationsbüro
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Tel. [D] 03 91 - 53 54 80
– Fax [D] 0 39 - 15 35 48 24
E-Mail:
info@dasheiligereich.de
Zweihundert Jahre nach dem
Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird 2006 die gesamte
Reichsgeschichte zum Thema einer kulturhistorischen Großausstellung. Um der
überlieferten Vielfalt aus mehr als acht Jahrhunderten gerecht zu werden, wird
sich die Ausstellung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806“ in
zwei Teile gliedern. Hierbei kooperieren das Kulturhistorische Museum Magdeburg
und das Deutsche Historische Museum Berlin. Beide Museen erarbeiten gemeinsam
eine übergreifende Konzeption.
Im Kulturhistorischen Museum Magdeburg wird vom 28. August
bis 10. Dezember 2006 der erste Abschnitt der Ausstellung von Otto dem Großen
bis zum Ausgang des Mittelalters zu sehen sein. Das Deutsche Historische Museum
Berlin zeigt während der gleichen Laufzeit den neuzeitlichen Abschnitt der
Reichsgeschichte bis 1806. Nach den großen Mittelalterausstellungen über die
Karolinger in Paderborn 1999, Otto den Großen 2001 in Magdeburg und Heinrich
II. 2002 in Bamberg wird damit erstmals die deutsche und europäische Entwicklung
vom Mittelalter bis in die Neuzeit umfassend in zwei Teilen dargestellt.
*****
Konferenz
Urban Europe in
comparative perspective
Stockholm, 30. August bis 2.
September 2006
Kontaktadresse: Dr.
L. Sicking
University of
Leiden
Department of
History
Doelensteeg 16
NL-2300 Leiden
Tel. [NL] 0 71
- 5 27 27 17
E-Mail:
l.h.j.sicking@let.leidenuniv.nl
Internet: www.eauh.org
www.stedengeschiedenis.nl
The chairpersons of this session wish to gather
a range of specialists on ports and port history that may explain the
continuity and change in ports during the Middle Ages and Early Modern period.
The goal of this session is to discuss the development of ports as border
cities in comparative perspective. Comarative history and interdisciplinary
approaches will be the basis to determine the reason why ports enjoyed
long-term autonomy as far as urbanisation preceded the consolidation of
European states.
*****
Ausstellung
Der Kardinal Albrecht von Brandenburg
Renaissancefürst und Mäzen
Halle, 9. September bis 26. November 2006
Kontaktadresse: Stiftung
Moritzburg
Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
Friedemann-Bach-Platz 5
D-06108 Halle
Tel. [D] 03 45 - 21 25 90 – Fax [D] 03 45 - 20 29
99 0
E-Mail: poststelle@moritzburg.Isa-net.de
Internet: www.moritzburg.sachsen-anhalt.de
*****
Sommerakademie
Adel und Moderne in Mittel- und
Osteuropa
Perspektiven historischer
Adelsforschung
Marburg, 10. bis 19. September 2006
Kontaktadressen: Prof.
Dr. Eckart Conze
Philipps-Universität
Marburg
Institut für Neuere
Geschichte
Wilhelm-Röpke-Straße 6c
D-35032 Marburg
Tel. [D] 06 42 1- 28 24
61 1
E-Mail:
conze@staff.uni-marburg.de
Dr. Heidi Hein
Herder-Institut e.V.
Gisonenweg 5-7
D-35037 Marburg
Tel. [D] 0 64 21 - 1 84-1
10
E-Mail:
heinh@staff.uni-marburg.de
1. Thema und Anliegen
Die Geschichte des Adels
erfreut sich seit einigen Jahren überall in Europa in Wissenschaft und
Öffentlichkeit eines wachsenden Interesses. War Adelsforschung über lange Zeit,
wenn überhaupt, Thema von Mediävisten und Frühneuzeithistorikern gewesen, so
wenden sich mittlerweile auch Historiker des 19. und sogar des 20. Jahrhunderts
adelshistorischen Fragen zu. Bei dem Versuch, dieses gestiegene Interesse zu
erklären, stoßen wir auf verschiedene Ursachen. Das große Interesse am Adel
hängt, erstens, zusammen mit der im Zuge des gesellschaftlichen und politischen
Wandels in Deutschland, Ostmitteleuropa und Osteuropa nach 1989/90 wieder neu
gestellten Frage nach der Rekrutierung, der Zusammensetzung sowie den
Handlungsbedingungen und -mustern von Eliten. Adelsgeschichte ist in diesem
Sinne Elitengeschichte, auch wenn Adel nicht grundsätzlich als Elite zu
begreifen ist. Zweitens: Die Phänomene, Strukturen und Mechanismen unserer
medialen Gesellschaft, in der Sichtbarkeit, Erkennbarkeit und unterschiedliche
Formen von Distinktion eine zentrale Rolle spielen, haben den Blick von Sozial-
und Kulturwissenschaftlern auf den Adel gelenkt, und zwar nicht nur auf den
Adel der Gegenwart, sondern auch auf den historischen Adel als einen
ungeschlagenen „Meister der Sichtbarkeit“ (H. Reif). Zwar
fiel diese soziale Schicht rein quantitativ in den meisten europäischen
Gesellschaften kaum ins Gewicht; um 1900 machte sie beispielsweise ein Promille
der deutschen Bevölkerung aus, während sie in anderen Gesellschaften,
insbesondere in Polen und Ungarn, größere Bevölkerungsanteile umfaßte. Doch
bildete der Adel eine äußerst distinkte Sozialformation, die noch dazu bis weit
in das 20. Jahrhundert hinein in Gesellschaft, Politik und Kultur unbestritten
eine führende Rolle gespielt hat und deren Ringen um die Bewahrung einer
privilegierten soziopolitischen Stellung und einer exklusiven Identität für die
historische Entwicklung auch im 20. Jahrhundert von zentraler Bedeutung gewesen
ist. Drittens schließlich gibt es eine genuin europäische Dimension von Adel
und Adelsgeschichte, die in den letzten Jahren deutlicher in das Bewußtsein von
Wissenschaft und Öffentlichkeit getreten ist. Dies erklärt sich nicht zuletzt
aus dem wachsenden Interesse an den Grundstrukturen und Grundbeständen
europäischer Geschichte und Kultur jenseits nationaler Eigenwege sowie nach der
Überwindung der Ost-West-Spaltung Europas und damit letztlich aus dem Bemühen
um eine Definition „Europas“. Das Gesicht Europas ist bis heute von der
jahrhundertelangen Herrschaft des Adels geprägt. Deren Wirkungen, nicht zuletzt
im Sinne kultureller Hegemonie, gehören zum gesamteuropäischen Erbe.
Aus diesen Impulsen speist
sich auch die Sommerakademie des Herder-Instituts, die zum einen eine
europäische Perspektive eröffnen und die zum anderen den gesamten Zeitraum vom
18. Jahrhundert bis Ende des 20. Jahrhunderts in den Blick nehmen wird.
Projekte, die über den engeren zeitlichen Rahmen der Sommerakademie
hinausgehen, die aber für deren Fragestellung nicht zuletzt theoretisch oder
methodisch relevant und interessant sind, werden nicht grundsätzlich
ausgeschlossen. Im Zentrum der Akademie steht die Frage, der man sich in
unterschiedlichen Konkretisierungen annähern wird, wie der Adel in Mittel- und
Osteuropa beziehungsweise in den jeweiligen Gesellschaften mit den politischen,
gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Herausforderungen der Moderne
umgegangen ist. Das umgreift, ganz allgemein gesprochen, die Auseinandersetzung
des Adels mit Teilprozessen von Modernisierung (Säkularisierung,
Industrialisierung, Liberalisierung, Pluralisierung, Individualisierung,
Parlamentarisierung, Nationalisierung, Ideologisierung etc.). So richtet sich
das Interesse der Akademie letztlich nicht nur auf den Adel selbst. Es richtet
sich in unterschiedlichen Annäherungen auf den Ort des Adels innerhalb der ihn
umgebenden Gesellschaften, aber auch, gleichsam adelshistorisch vermittelt, auf
Gesellschaften insgesamt in ihrem geschichtlichen Wandel. Nicht zuletzt durch
einen vergleichenden Ansatz (der einzelnen Projekte und der Akademie
insgesamt), der nicht auf Mittel- und Osteuropa beschränkt bleiben, sondern
westeuropäische Entwicklungen systematisch einbeziehen soll, gewinnt die
Akademie ihre gesamteuropäische Dimension.
Solche Fragestellungen
möchte die Sommerakademie aufgreifen und einer Gruppe von jüngeren Historikern
beziehungsweise auch historisch orientierten Sozial- oder
Kulturwissenschaftlern, die sich im Rahmen ihrer laufenden akademischen
Qualifikationsarbeiten selbst mit Fragen der Adelsgeschichte beschäftigen, die
Gelegenheit geben, diese Thematik in intensiver gemeinsamer Arbeit gerade auch
durch Theorie- und Methodenreflexion zu vertiefen. Dabei wird – dem
Arbeitsbereich des Herder-Instituts entsprechend – ein Schwerpunkt auf dem Adel
Mittel- und Osteuropas im 19./20. Jahrhundert liegen. Angesichts der
erwünschten komparativen Perspektive der Akademie sind jedoch darüber hinaus
auch Teilnehmer mit westeuropäischen Projekten ausdrücklich eingeladen. Denn
nicht zuletzt ist es ein wichtiges Ziel der Sommerakademie, in der Arbeit an
einem zentralen und grundlegenden Thema der europäischen Geschichtswissenschaft
Wissenschaftler (Teilnehmer und Referenten) aus West- und Ost(mittel)europa
zusammenzuführen.
Die Sommerakademie soll
Kursarbeit an theoretischen Texten sowie an Quellen, die Vorstellung und
Diskussion eigener Projekte sowie Impulsvorträge thematisch ausgewiesener
Wissenschaftler, die in jüngerer Zeit beispielhafte und herausragende Arbeiten
zur Adelsgeschichte oder theoretisch und methodisch weiterführende Beiträge
verfaßt haben, umfassen. Gerade hieraus ergibt sich die Chance zu Gesprächen
und zum vertieften Austausch über die vielen Dimensionen – theoretisch,
methodisch, gegenstandsbezogen – historischer Adelsforschung.
2. Leitung
Die Sommerakademie wird
gemeinsam von Prof. Dr. Eckart Conze und Dr. Heidi Hein geleitet. Eckart Conze
ist Ordinarius für Neuere Geschichte (19./20. Jahrhundert) an der
Philipps-Universität Marburg. Er gilt als einer der führenden deutschen
Adelshistoriker und ist insbesondere mit einer Reihe von Arbeiten zur
Geschichte des Adels im 20. Jahrhundert hervorgetreten. Neben der Adels- und
Elitengeschichte gilt sein Interesse der Geschichte der internationalen
Beziehungen und der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Heidi Hein ist
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Herder-Institut e.V. in Marburg. Ihr
Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte Ostmitteleuropas im 19. und 20.
Jahrhundert, wobei sie sich vor allem mit kulturwissenschaftlichen Aspekten und
Fragen der Nationalismus beschäftigt.
3. Referenten
(Impulsreferate) der Sommerakademie
Monika Weinfort (Berlin) – angefragt
Sirje Kivimäe (Tallinn) – angefragt
Stephan Malinowski (Berlin) – angefragt
Karina Urbach (London) – angefragt
Lubos Velek (Prag) – angefragt
Patrick Wagner (Freiburg) – angefragt
5. Vorgesehene Sektionen
(Leitung Prof. Dr. Eckart Conze/Dr. Heidi Hein)
- Adel und Herrschaft
- Adel in der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen
Modernisierung
- Adlige Lebensformen und Adelskultur
- Adel und Demokratisierung
- Adel und Ideologie
*****
International Colloquium
De Bono Communi
The Discourse and
Practice of the Common Good in the European City (13th-16th c.)
Gent, 15. bis 16. September 2006
Kontaktadresse: Dr.
Anne-Laure Van Bruaene
Department of
Early Modern History, Universiteit Gent
Blandijnberg 2
B-9000 Gent
Tel. [B] 32 - 92 64-39 97
– Fax [B] 32 - 92 64-41 75
E-Mail:
Annelaure.Vanbruaene@Ugent.be
Aus dem
Programm:
Freitag, 15.
September
Session
I: The Common Good in the Urban World, between Theory and Representation
Todeschini, G., Participer au Bien Commun. La notion franciscaine d’appartenance à la civitas; Corbellini, S., Striving for the ‚Common Good‘ and the education of the citizen: evidence from Italy
and the Low Countries (13th-14th c.); Billen, C., Dire le Bien Commun dans
l’espace public. Textes gravés et textes éphémères sur les édifices de la ville
dans les Pays-Bas méridionaux au bas Moyen Âge; Blockmans, W., Stein,
R., Whose community? The origin and development of the concept of Bonum Commune
in Flanders, Brabant, Holland and Utrecht (11th-14th c.).
Session
II: In the Name of the Common Good, a „jeu de mots“?
Dumlony, J., Lecuppre-Desjardin, E., Le Bien Commun en Flandre médiévale: la lutte
discursive entre princes et sujets; Boucheron,
P., Politisation et dépolitisation d’un lieu commun. Remarques sur la notion de
Bien Commun dans les villes d’Italie centro-septentrionales entre commune et
seigneurie; Naegle, G., Armes à
double tranchant? Bien Commun et chose publique dans les villes francaises au
Moyen Age; Van Bruaene, A.-L., A virgin for all
causes? The Virgin of Ghent as communal symbol in late medieval and early
modern Ghent.
Samstag, 16.
September
Session
III: Governing the City in the Name of the Common Good
Isenmann, E., The notion
of Common Good (‚Gemeiner Nutzen‘), the concept of politics (‚Policey‘) and
practical policies in late medieval and early modern German cities; Monnet, P., Bien Commun et bon
gouvernement: le traité politique de Johann von Soest sur la manière de bien
diriger une ville (1495); Prevenier,
W., Utilitas communis in the Low Countries (13th-15th
c.): from social mobilisation to legitimation of power; Van Dixhoorn,
A., Discussing and negotiating the Common Good in early modern Antwerp (ca.
1580-1620).
Session
IV: The Urban Pracice of the Common Good
Rigaudière, A., De la fiscalité pour le Bien Commun au
financement des biens communs dans les villes du Midi français (XIIIe-XVe
s.); Zorzi, A., „Bien Commun“ et
conflits politiques dans l’Italie communale; Rosser,
G., For whose good? Vows and actions in the English medieval guilds; Prak, M., The Common Good and the city
in early modern Holland.
*****
46. Deutschen Historikertag
Adelsbilder von der Antike bis zur
Gegenwart
Konstanz, 20. September 2006
Kontaktadresse: Dr.
Armin Müller
Organisationsbüro
Historikertag
Universität Konstanz
Fach D 10
D-78457 Konstanz
Tel. [D] 0 75 31 - 88 29
07 – Fax [D] 0 75 31 - 88 51 94
E-Mail:
historikertag@uni-konstanz.de
Internet:
www.historikertag.de
Aus dem Programm:
Scholz, P., Süssmann,
J. (Frankfurt am Main), Öffentliche Bilder des Adels von der Antike bis zur
Gegenwart - Ein exemplarischer Vergleich; Scholz,
P. (Frankfurt am Main), Vom kouros zum togatus. Öffentliche Bildnisse
griechischer Aristokraten und römischer Senatoren; Selzer, S. (Halle-Wittenberg), Adlige, Gruppen, Bilder.
Spätmittelalterliches Selbstverständnis in zeichenhafter Verankerung in Zeit
und Gemeinschaft; Süssmann, J.
(Frankfurt am Main), Vom Ritter gegen Tod und Teufel über den Glaubensstreiter
zum Kavalier. Zum Wandel der Adelsbilder in der Frühen Neuzeit; Fahrmeir, A. (Köln), Zwischen
Bronzestatue und Aktionskunst. Bildhafte Inszenierungen adeliger Lebenswelten
im 19. und 20. Jahrhundert; Demel,
W. (München), Resümee zur Sektion.
*****
46. Deutschen Historikertag
Habilitandenforum
Konstanz, 20. September 2006
Kontaktadresse: Dr.
Armin Müller
Organisationsbüro
Historikertag
Universität Konstanz
Fach D 10
D-78457 Konstanz
Tel. [D] 0 75 31 - 88 29
07 – Fax [D] 0 75 31 - 88 51 94
E-Mail: historikertag@uni-konstanz.de
Internet:
www.historikertag.de
Aus dem Programm:
Schalenberg, M. (Zürich), Europäische Metropolen und deutsche
Kapitalen: Codierungen und Referenzierungen im öffentlichen Raum deutscher
Residenzstädte, 1740-1848.
*****
Tagung
Paraître et Apparences en Europe occidentale du Moyen Âge à
nos jours (3)
Espaces et innovation
Lille, 21. bis 23 September 2006
Kontaktadresse: Isabelle Paresys
Université de Lille 3
BP 149
F-59653 Villeneuve d’Ascq cedex
E-Mail:
isabelle.paresys@univ-lille3.fr
Internet:
http://crheno.recherche.univ-lille3.fr/pageACI-Paraitre.html
Le programme „Paraître et Apparences
en Europe occidentale du Moyen Age à nos jours“ a pour objectif d’ériger en
objets historiques ces formes de communication non verbales, inhérentes à la
relation entre individus et au jeu multiforme des interactions sociales.
Le paraître et les apparences
participent à la présentation/exhibition publique de soi, soumise à ce titre à
la perception de l’autre, et dessinant par là – même le moi social. Afin de
bien délimiter l’objet d’étude, le paraître a été défini dans ce programme
comme le système résultant du travail des apparences. Celles-ci sont entendues
comme l’ensemble des signes corporels et matériels perceptibles par les sens,
particulièrement par celui de la vue, sens privilégié de la modernité.
De par leur nature, le paraître et
les apparences sont un objet d’étude hybride, situé au carrefour de nombreuses
disciplines des sciences humaines et sociales: sémiologie, psychologie sociale,
anthropologie, sociologie, histoire de l’art, littérature, philosophie,
économie … Dans le cadre de ce programme, les chercheurs venus de ces
disciplines sont appelés à croiser leurs regards avec ceux des historiens, afin
d’enrichir mutuellement leurs champs de recherche, d’échanger leurs outillages
conceptuels et de confronter leurs méthodes d’analyse.
Un des objectifs du programme est de
tenter d’appréhender le paraître et les apparences comme un ensemble cohérent,
voire un système, alors que ces dernières sont multiformes tant dans leurs
manifestations matérielles, leurs modes de production que dans leurs modalités
de diffusion dans la société et dans l’espace géographique. Jusqu’à présent le
paraître et les apparences n’étaient généralement abordés que par le biais
d’une de leurs expressions.
Paraître et apparences, dans une
perspective spatial:
Dans le cadre de sa session de
travail 2006, le programme de recherche incite les chercheurs travaillant sur
différentes formes du paraître et des apparences, dont toutes sont loin d’avoir
été explorées, de reconsidérer celles-ci dans une perspective spatiale.
Géographie de l’innovation et des échanges en matière
de paraître et d’apparences:
Il s’agit d’attirer l’attention des chercheurs sur
l’existence d’une géographie de l’innovation, propre à l’Europe occidentale en
matière de paraître et d’apparences. Il s’agit de distinguer, au cours de
l’histoire, l’émergence de pôles plus „inventifs“, plus prestigieux, plus
rayonnants aussi en la matière, en y étudiant les conditions favorables à ces
évolutions différentielles.
Ces pôles s’incarnent dans l’espace à différentes
échelles: à celle des villes notamment ou de métropoles politiques et
culturelles, ou encore à l’intérieur des limites territoriales d’un État. Cette géographie de l’innovation est mouvante dans l’histoire, un
espace dominant laissant la place à un autre, quelques décennies ou siècles
plus tard. Elle peut aussi mobiliser parallèlement plusieurs zones créatrices
influentes, parfois en concurrence. On le constate par exemple dans la première
partie du 16e siècle (quand rivalisent les modes françaises,
allemandes et italiennes), comme aujourd’hui, dans le domaine des modes
vestimentaires.
L’innovation en matière de paraître
et d’apparences ne se conçoit pas sans échanges au sein même de l’espace
européen occidental, comme avec sa partie orientale ou encore avec d’autres
continents. La nature de ces échanges, les vecteurs de leur diffusion ainsi que
les modalités de leur réception font partie intégrante du programme.
Micro espaces du paraître et des
apparences:
Si les apparences sont le produit
d’un corps paré ou vêtu, animé par les gestes (et la parole), perceptible par
l’odorat, selon des modalités d’hygiène variables selon les époques, le
paraître ne se réduit pas pour autant aux apparences corporelles considérées en
elles-mêmes.
Il se manifeste également au regard
d’autrui et se met en scène dans différents cadres matériels et spatiaux,
allant de l’espace public (la rue, le café, les jardins, les parcs, les grands
boulevards ...) aux espaces privés et à l’habitat domestique (salles de bal,
salles à manger, salons de réception, bureaux, boudoirs, etc.), en passant par
le théâtre, la cour, l’opéra, la promenade, les tribunaux, soit autant de lieux
qui manifestent à leur manière l’existence d’une topographie codifiée
(domestique vs. publique; intérieure vs. extérieure …) et d’une géographie
urbaine, soumise, elle aussi, aux diverses exigences du paraître. L’une comme
l’autre ayant varié considérablement entre le XIIIe et le XXe
siècle par exemple, entre les cours de la Renaissance et celles du XIXe
siècle, les cafés de Maupassant et les „promenades au bois“ des héroïnes
proustiennes !
La ville est certes l’espace
privilégié de la mise en scène des apparences. Il est important pour cela de
s’y attarder. Néanmoins les campagnes présentent elles aussi des espaces dans
lesquels le paraître et les apparences entrent en action, selon une topographie
et des modalités à comparer avec celles des villes.
Paraître, apparences et espaces:
Enfin, il s’agit de déterminer quels
liens unissent les signes et les codes du paraître et des apparences et les
espaces dans lesquels ils s’activent, à leurs différentes échelles. Car
l’espace a une incidence sur le paraître et les apparences, sur la présentation
de soi. Suivant le sens que l’on donne à l’espace dans lequel on évolue, on ne
se vêtira pas ou l’on ne tiendra pas son corps de la même manière, par exemple,
selon que l’on est dans une cour princière ou une taverne, une salle de classe,
un studio de télévision ou un tribunal.
Inversement, l’importance du
paraître et la mise en scène des apparences humaines peuvent déterminer
l’espace, aménagé, orné voire remodelé en fonction de leurs exigences et des
codes qui se sont construits: espace domestique, espace urbain, espaces
institutionnels tels les églises, les mairies, les salles de réception, etc. On
peut aussi transgresser les codes établis, volontairement ou non, en présentant
(on peut l’imaginer) un défilé haute-couture dans une église ou dans une usine
désaffectée.
Enfin, les apparences peuvent servir
d’identificateurs d’un espace géographique. C’est le cas, par exemple, des
apparences vestimentaires dans les recueils d’habits de la Renaissance puis
plus tard dans les livres d’histoires du costume, ou encore celui des costumes
folkloriques que se plaisent à reproduire les cartes postales.
Ce n’est donc pas tant l’espace en tant que tel qu’il s’agit
d’appréhender dans ce programme, mais le rapport que l’homme entretient avec
celui-ci dans son paraître et ses apparences.
*****
Internationale Konferenz
Reframing the Danish Renaissance
Problems and Prospects in a European
Perspective
Kopenhagen, 28. September bis 1. Oktober 2006
Kontaktadresse: Hugo Johannsen
National Museum of Denmark
DK-1220 Kopenhagen
E-Mail: hugo.johannsen@natmus.dk
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Tagung
Celle und die Residenzen im Heiligen Römischen Reich
deutscher Nation
Hof und Medien im Spannungsfeld von dynastischer Tradition und politischer Innovation
zwischen 1648 und 1714
Residenzschloß Celle, 6. bis 8. Oktober 2006
Kontaktadresse: Dr. Heiko Laß
Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur e.V.
Thüringisches Landesmuseum Heidecksburg
Schloßbezirk 1
D-07407 Rudolstadt
E-Mail: heiko.lass@gmx.de
In der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg waren
Hofkultur und Selbstverständnis der Fürsten im Alten Reich durch ein in dieser
Intensität vorher nicht gekanntes Spannungsverhältnis zwischen Tradition und
Innovation geprägt. Dieses läßt sich in nahezu allen Bereichen der
Residenzkultur beobachten. Es dürfte in den Statusveränderungen der
Landesfürsten 1648 begründet liegen. Zur dynastisch-fürstlichen Tradition kamen
jetzt Anforderungen an die neuen Souveräne, die zu Problemen führten, die nach
neuen Lösungen verlangten. Zu denken wäre hier an nun notwendige Veränderungen
im Zeremoniell, in der Architektur der landesherrlichen Schlösser und nicht
zuletzt in der landesherrlichen Verwaltung. Doch auch im Bereich von Musik,
Literatur und Mode können einschneidende neue Impulse festgestellt werden. Mit
aller Vorsicht kann zudem konstatiert werden, daß die deutschen Landesherren
sich aufgrund der gewandelten Anforderungen immer seltener an italienischen und
dafür stärker an französischen Vorbildern orientierten. Ebenso erscheint es
sehr wahrscheinlich, daß sich der Gegensatz in der Hofkultur zwischen
Protestanten und Katholiken immer mehr verwischte und der Gegensatz zwischen
Landesherren und übrigem Adel auch in den kulturellen Äußerungen immer größer
und nun eigens betont wurde.
Seinen Beginn fand dieser Prozeß der Neubestimmung
mit dem Westfälischen Frieden, der die Souveränität der deutschen Fürsten
begründet. Ein Wettbewerb wurde in Bewegung gesetzt, der von den Kurfürsten
über die Fürsten im Laufe der Zeit auch Grafen und Herren erfaßte. Am Beginn
der Entwicklung stand das dynastische Herkommen im Vordergrund, am Ende der
Entwicklung die tatsächliche Macht des Staates. Höfischer Aufwand bestimmte
nicht mehr die außenpolitische Stellung, sondern manifestierte nur noch den
dynastischen Rang. Vor dem Hintergrund fallweiser realer Machtverluste wurde es
nun immer wichtiger, das Ansehen der Dynastie zu wahren. Ein vorläufiger
Abschluß war kurz nach 1700 erreicht. Das Gefüge innerhalb des Reiches war nun
austariert und hatte für nahezu 50 Jahre Bestand. Die Entwicklungen hatten sich
soweit verfestigt, daß es zu einer Kodifizierung kam. Beispielhaft kann hier
das Zeremonialwesen genannt werden.
Gefragt werden soll auf der Tagung nach Beispielen
für die Modernisierung und Erneuerung in der Tradition einer Dynastie. Ebenso wichtig
ist aber auch der bewußte Rückgriff auf Traditionen. Diese darf nicht als
Anachronismus mißverstanden werden, sondern als unabdingbare Anknüpfung an
Herkommen und Rang. Beides manifestiert sich in der Gestaltung des höfischen
Raums.
Unter diesem ist nicht nur das Schloß zu verstehen,
sondern auch die Residenzstadt und das gesamte Territorium. Wie werden
Architekturen wie etwa Jagdschlösser und Amtshäuser, aber auch Brückenbauten
oder Meilensteine medial zu Vermittlung herrschaftslegitimierender Botschaften
eingesetzt? Wie wandelt sich die Nutzung des Raumes? Es ist eine These der
Tagungsveranstalter, daß gerade das Territorium des jetzt souveränen Fürsten
eine neue Qualität erhält und von einer punktuellen Zeichensetzung zu einer
flächenhaften Vernetzung übergegangen wird.
Natürlich ist nicht nur die Architektur als Medium zu
verstehen. Literatur und Musik, Singspiel, Ballett und Theater, Jagd und Fest
kommen ebenfalls eine tragende Rolle in der Welt der höfischen Zeichen zu.
Besondere Berücksichtigung finden sollen darüber hinaus auch solche
Ausdrucksformen der höfischen Kultur, die als Medien der Selbstinszenierung der
höfischen Gesellschaft relativ flexibel auf aktuelle Bedürfnisse und
Erwartungen reagieren können. Dazu gehören das höfische Fest als Ganzes wie
auch einzelne seiner Bestandteile, insbesondere die Formen des Theaters und
Musiktheaters, Festbeschreibungen u.a. Gerade die Texte können als Orte sich
überschneidender Diskurse gelesen werden, an welchen sich die Codes der
höfischen Gesellschaft und ihr Umbau beobachten lassen. Auch hier soll es nicht
ausschließlich um den Wandel, sondern ebenso um die Anforderungen durch die
höfische Welt und die Funktion, die im Dienste der Dynastie erfüllt werden
sollte gehen. Der Aspekt des Kulturtransfers erhält dabei eine hohe Bedeutung.
Doch darf sich die Antwort hier nicht in der Suche nach Vorbildern erschöpfen.
Vielmehr geht es um die Wirkung, die durch den Import des Neuen oder die
Verschmelzung von Neu und Alt erreicht werden soll.
Als Tagungsort wurde die Residenzstadt Celle gewählt,
da sich hier viele dieser Vorgänge exemplarisch aufzeigen lassen. Celle ist
eine der ältesten und traditionsreichsten Residenzstädte Niedersachsens und des
Alten Reichs überhaupt. Hier steht zudem das älteste, heute noch erhaltene
Residenzschloß der Welfen. Es war von 1433 bis 1705 ständige herzogliche
Residenz. Immer wieder umgebaut und modernen Erfordernissen angepaßt, ist es
nicht nur eine steingewordene Chronik höfischer Kultur, sondern auch eine
vorzügliche Quelle für die sich immer wieder dynamisch wandelnde Evolution
dynastischer Selbstdarstellung.
Das heute noch erhaltene Residenz-Ensemble von Schloß,
Stadt und fürstlicher Grablege geht in weiten Teilen auf die Zeit um 1700
zurück, als Herzog Georg Wilhelm (1624-1705) und seine Gemahlin Eléonore d’Olbreuse
(1639-1722) den Bau erneuern, modernisieren und ausbauen ließen. Viele der
Räume wie etwa die Paradeappartements sind in der wandfesten Ausstattung
unverändert erhalten. Mit der Neuausstattung des Residenzschlosses und der
Einrichtung neuer Appartements in Celle um 1700 wurden die aktuellen
Entwicklungen des Zeremoniells in eine architektonische Form gefaßt.
Bezeichnenderweise wurde bei diesem Wandel die
Tradition bewußt sichtbar erhalten. Dies offenbart sich in den Resten des
mittelalterlichen Wohnturms, der „Gotischen Halle“, der Schloßkapelle des 15.
und 16. Jahrhunderts mit unverändert erhaltener frühprotestantischer
Ausstatttung, dem Renaissancefestsaal und der stadtseitigen Fassade des 16.
Jahrhunderts. Somit ist das Celler Schloß zugleich exemplarisches Beispiel für
die Modernisierung und Erneuerung in der Tradition eines Ortes.
Auch die Stadt ist in ihrer Struktur weitgehend
unverändert und damit eine vorzügliche Quelle. In der Stadtkirche – dem Schloß
direkt gegenüber gelegen – hat sich mit Epitaphien, Gruft und Prunksärgen zudem
die Grablege der Celler Linie erhalten. Darüber hinaus legen Gärten und
Neustädte Zeugnis vom Gestaltungswillen des Hofes auch außerhalb des engeren
Schloßareals ab.
Herzog Georg Wilhelm hatte ausgedehnte Reisen nach
Frankreich und Italien unternommen. Die meisten der von ihm engagierten
Künstler stammten aus Italien. Seine Gemahlin Eléonore d’Olbreuse war eine
Hugenottin aus dem Poitou und zog zahlreiche Hugenotten an den Celler Hof und
in die Residenzstadt. Damit ist Celle ein hervorragendes Beispiel für die
Internationalität der damaligen Hofkultur und den Kulturtransfer. Gerade
Theater und Ballett erhielten in Celle eine wichtige Rolle.
Im Mittelpunkt der Tagung sollen die Veränderungen in
der Hofkultur der 2. Hälfte des 17. und am Begin des 18. Jahrhunderts stehen.
Dies soll sowohl am Beispiel Celles wie auch anderer Residenzen untersucht
werden. Wie drücken sich Status und Tradition in Residenz und Territorium, in
bildender und darstellender Kunst aus? Spiegeln sich Innovation und Tradition
in der Architektur des Hofes wider? Spiegeln sich Qualität und Status der
Dynastie innerhalb des Reiches in der Qualität ihrer Residenzschlösser wider?
Wurde auf sie in dynastischen Verbindungen, Hausverträgen oder Glaubensfragen
Bezug genommen?
Als
Folie ist aber auch das Land der Stände zu berücksichtigen. Denn das
Territorium und die Dynastie waren nicht deckungsgleich, ein deutscher
Landesherr herrschte nicht absolut. Wie also artikulierte sich der landständige
Adel im Gegensatz zur oder in Anlehnung an die Landesherrschaft? Verfügten die
Landstände kollektiv über eigene Bauten und wie waren diese gestaltet? Nutzten
sie weitere Medien? Und nicht zuletzt: Wie gingen sie mit der neuen Souveränität
der Fürsten um, die den Abstand zum übrigen Adel weiter vergrößerte?
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London Seminars 2006-2007
London, 23. Oktober 2006 bis 11. Juni 2007
Kontaktadresse: The
Society for Court Studies
The Georgian Group
6 Fitzroy Square
GB-London W1T 5DX
Internet: www.courtstudies.org
Aus dem Programm:
Montag, 23 Oktober
Clunas, C, „As a Hedge and a Fence ...“: Kingly Courts of Ming China
(1368-1644).
Montag, 20 November
Saul, N., Politics and Luxury: The Court of King Richard II.
Montag, 18. Dezember
Raeymaekers, D., A Princely Court in Brussels: The Court and Household of the
Archdukes Albert and Isabella (1598-1621).
Montag, 22. Januar
Little, P., Music at the Court of King Oliver.
Montag, 19. Februar
Archer, I., The Material Culture of Royal Ceremonial in the Sixteenth
Century.
Montag, 19. März
Murray, I., „Our Slv Acropolis:“ Architecture and Governance at the Prague
Castle, 1918-1938.
Montag, 14. Mai
Skidmore, C., At The Court of the Protector: The Material World of Edward
Seymour, Duke of Somerset.
Montag, 11. Juni
Hollingsworth, M., Electing the Court: Ceremony and Discomfort in
Sixteenth-Century Papal Conclaves.
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Konferenz
Gärten und Parks als Lebens- und Erlebnisraum
Sozialgeschichtliche Aspekte der Gartenkunst in Früher Neuzeit
und Moderne
Düsseldorf, 25. bis 27. Februar 2007
Kontaktadresse: Jun. Prof. Dr. Stefan
Schweizer
Seminar für Kunstgeschichte
Heinrich-Heine-Universität
Universitätsstraße 1
D-40225 Düsseldorf
Tel: [D] 02 11 - 8 11 45 11 81 20 80 – Fax: [D] 02
11 - 8 11 27 01
Internet: www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/kunst
Das Thema des Kolloquiums widmet sich einem
wiederholt als Forschungsdesiderat anerkannten Aspekt der
Gartenkunstgeschichte, einer fächerübergreifenden Verknüpfung von
kunstgeschichtlichen und sozialgeschicht-lichen Fragestellungen zur Gartenkunst
in der Frühen Neuzeit und Moderne. Im Mittelpunkt steht die Diskus-sion um die
sozialen Dimensionen gartenkünstlerischer Anlagen. Dies schließt den Blick auf
den Garten als Lebens- und Erlebnisraum, als Ort von Geselligkeit und
Alltagskultur ebenso ein, wie Fragen nach Gärten als Orten sozialer sowie
politischer Kommunikation und Repräsentation.
Soziale Aneignungspraktiken für Gärten und später
öffentliche Parks wurden beständig reflektiert: Seit Johann Peschel (1597) und
Joseph Furttenbach d. Ä. (1628/1640) differenzieren Künstler ihre
Gartenentwürfe nach der sozialen Stellung von Auftraggebern. König Ludwig XIV.
verfaßte eine Beschreibung des Gartens in Versailles (1689), in der königliche
Verhaltenskonventionen zur verbindlichen Handlungs- und Wahrnehmungspraxis
erklärt wurden. Der Kieler Philosoph und Gartentheoretiker Christian Cay
Laurenz Hirschfeld empfahl am Ende des 18. Jahrhunderts ein volkspädagogisches
Programm für Landschaftsgärten. Diese ‚Volksgärten‘, wie sie auch Friedrich
Ludwig Sckell (1818) diskutierte, verdankten sich teilweise
sozialdisziplinatorischen Motiven, ehe sie sich funktionsgeschichtlich zum
Ursprung moderner Vergnügungsparks entwickelten. Frederick Law Olmstedt entwarf
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ‚Erholungs- und Geselligkeitstypen‘
wie ‚exertive‘, ‚gregarious‘ und ‚neighborly recreation‘, an denen er seine
Gestaltungskonzepte ausrichtete.
Diese wenigen Beispiele sollen lediglich den
Facettenreichtum der Themenstellung verdeutlichen, die man exemplarisch unter
folgenden Fragestellungen analysieren könnte: Wie privat oder wie öffentlich
waren Gärten? In welcher Weise bildeten sie soziale Hierarchien ab oder
unterliefen diese? Wie steuerten ikonographische Programme, Skulpturen und
Architektur das Erleben von Parks und Gärten? Welche normativen Ansprüche
äußerten sich in den Schriften zur Gartenkunsttheorie? Wie spiegeln sich
Verhaltenskonventionen in visuellen und literarischen Darstellungen von Gärten
wider?
Die Fragen mögen als Anregung dafür dienen,
gartenkunstgeschichtliche Forschung als ein interdisziplinäres Untersuchungsfeld
wahrzunehmen.
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Tagung
Adel und Umwelt
Horizonte, Erfahrungen und Wahrnehmungen adeliger Existenz in
der Frühen Neuzeit
Börstel, 8. bis 10. März 2007
Kontaktadresse: Dr. Heike Düselder
Olga Sommerfeld M.A.
Universität Osnabrück
FB 2 Geschichte der Frühen Neuzeit
Neuer Graben 19/21
D-49069 Osnabrück
Tel. [D] 05 41 - 96 94 90 5 – Fax. 95 41 - 96 94 89
8
E-Mail: projektadel.museumsdorf@ewetel.net
Den Lebensformen des Adels in den Städten und auf dem
Lande, seiner politischen Rolle und sozialen Bedeutung sowie den Insignien
seiner Kultur ist in den neueren Studien zur Frühen Neuzeit umfassend Rechnung
getragen worden. Die Welt des Adels hat durch die vielfältigen Bemühungen der
Forschung, diesen Stand und seine Lebensweise zu erklären, etwas von ihrer
Fremdheit verloren. Dabei ist nicht nur die unübersehbare Präsenz des Adels als
„Meister der Sichtbarkeit“ (H. Reif) evident geworden,
sondern auch sein politischer Einfluss und seine gesellschaftliche Relevanz in
Räumen und Kulturlandschaften. Der Adel spielte in der Frühen Neuzeit für seine
Umwelt eine maßgebliche Rolle, denn das Adelshaus war Mittelpunkt,
wirtschaftliches und kulturelles Zentrum seines Herrschaftsgebietes. Mit der
geplanten Konferenz möchten wir das Verhältnis des Adels zu seiner Umwelt, der
naturräumlichen wie der sozialen, in den Blick nehmen.
Mit dem Begriff der Umwelt als erkenntnisleitender
Kategorie kann die Mehrdimensionalität adeligen Wirkens und Handelns erfasst
und zu einem ganzheitlichen Gefüge verknüpft werden. Damit ist eine Synthese
von sozial- und kulturgeschichtlichen Perspektiven und den Fragen und Methoden
der Umweltgeschichte angestrebt, die sich den Wechselwirkungen zwischen Mensch und
Natur und dem Umgang mit wichtigen Ressourcen wie Wasser, Boden und Wald, die
im Kontext von Macht und Herrschaftsausübung einen wichtigen Stellenwert
einnahmen, widmet.
Mit dem Fokus auf der natürlichen und sozialen Umwelt
sollen einerseits die engen Verflechtungen der adeligen Lebensweise mit seiner
natürlichen Umgebung und die Ambivalenzen, die in diesem Zusammenhang zutage
treten, beleuchtet werden. Andererseits können die wechselseitigen Beziehungen
des Adels zu den Menschen, die ihn umgeben, untersucht werden. Im Sinne von
Alfred Schütz, der in seiner Einleitung in die verstehende Soziologie
grundlegende Erklärungsansätze zur Strukturanalyse der Sozialwelt und Umwelt
gibt, umfaßt die soziale Umwelt die räumliche und zeitliche Koexistenz von
Personen, die dadurch in einer Beziehung stehen. Dieser Ansatz ist auch für die
Erforschung der adeligen Lebenswelten relevant. Die Beziehungen des Adels in
seiner sozialen Umwelt waren häufig durch räumliche Nähe und soziale Distanz
geprägt und bildeten vielfach ein Spannungsverhältnis. Dieses wies auf der
Seite des Adels sowohl autoritäre als auch paternalistische Handlungsmuster und
auf der Seite seiner Untergebenen passiv-fügsame ebenso wie eigenmächtige
Verhaltensweisen auf. Die bisherigen Forschungen, die die Beziehungen zwischen
Herrschaft und Untertanen thematisierten, basieren zum überwiegenden Teil auf
konflikttheoretischen Ansätzen. Der weitgehend konfliktfreie Alltag zwischen
Adeligen und den ihnen untergebenen Bewohnern in der ländlichen Welt ist bislang
nur unzureichend erforscht worden. Und nicht nur das
Herrscher-Untertanen-Verhältnis prägte die soziale Umwelt des Adels, sondern
auch das allgemeine Gesellschaftsleben sowohl in seiner unmittelbaren Umgebung
als auch im ganzen Europa. Einerseits lebte der Adel in einem Familienverband
mit allen dazugehörigen Verwandten und Freunden, in dem ein reger
Informationsaustausch stattfand und für den die Generationen- und
Geschlechterbeziehungen eine konstituierende Bedeutung hatten. Andererseits
nahmen die Adeligen aktiv am Gesellschaftsleben der Zeit teil. Sie
korrespondierten mit bedeutenden Persönlichkeiten, reisten weit über die
Grenzen ihres Landes hinaus und beteiligten sich an aktuellen Diskussionen.
Darüber hinaus bewegte sich der Adel in der Natur,
lebte mit ihr und von ihr und herrschte über ihre Ressourcen. Von jeher
zeichnete ihn ein besonderes Verhältnis zu seiner natürlichen Umwelt aus. Es
bestand zunächst in dem Besitz von Land und einer weitgehenden Verfügungsgewalt
über alles, was auf diesem eigentümlichen Besitz vorhanden war: Menschen,
Tiere, aber auch die Ressourcen der Natur wie Holz, Wasser, Ernteerträge. Die
Felder, Wiesen, Äcker und Wälder waren häufig Schauplätze von
Auseinandersetzungen zwischen Grundherrn und Bauern um Nutzungsrechte und
-ansprüche und Orte, an denen Herrschaftsverhältnisse in Zweifel gestellt und
bestätigt wurden. Während der Adel einen Eigentumsanspruch an der Natur mit
überkommenen Herrschaftsrechten legitimierte, leiteten die Bauern ihre
Ansprüche aus der Nutzung und Bearbeitung des Landes ab. In diesem Kontext der
Herrschaftsauffassung ist auch die besondere Affinität des Adels zur Natur und
sein Interesse an den Entwicklungen der Gartenarchitektur im 17. und 18.
Jahrhundert, die Anlage von Barock- oder später Landschaftsgärten, zu
interpretieren. Seinem herrschaftlichen Selbstverständnis entsprach eben auch
die Beherrschung der Natur, die in der Gestaltung und Nutzbarmachung der
natürlichen Ressourcen ihren sichtbaren Ausdruck fand.
Auf der Grundlage obiger Überlegungen möchten wir auf
der Tagung folgenden Fragen nachgehen, die sich 1.) dem Adel in seiner sozialen
Umwelt und 2.) in seiner natürlichen Umwelt widmen. Angestrebt wird eine
Synthese dieser beiden Betrachtungsebenen der Umwelt und die Zusammenstellung
der vielfältigen und divergierenden Umwelterfahrungen des Adels zu einem
ganzheitlichen Gefüge.
1. Der Adel in seiner sozialen Umwelt
- In welchem Netzwerk von sozialen Beziehungen bewegte sich
der Adel und welche Kommunika-tionsstrukturen lassen sich in den unterschiedlichen
Beziehungen, zum Beispiel zwischen Grundherrn und bäuerlichen Untertanen oder
zwischen Adeligen und ihren Bediensteten, erkennen? Wo und in welchen Formen
fand das Spannungsverhältnis von räumlicher Nähe und sozialer Distanz seinen
Ausdruck?
- Wie sah der Alltag im Adelshaus aus? Welche Normen und
Verhaltensmuster prägten das Verhältnis zwischen Generationen und
Geschlechtern? Wie zeigte sich das Adelshaus als gesellschaftlicher Treffpunkt
und Schnittpunkt von Personen, Ideen und Informationen?
- Mit welchem politischen Selbstverständnis agierte der
Adel in seiner sozialen Umwelt? Welches kulturelle Kapital brachte er hier ein,
um seinem politischen Selbstverständnis und den damit verbundenen Ansprüchen
nachzukommen?
2. Der Adel in seiner natürlichen Umwelt
- Welches Herrschaftsverständnis des Adels kommt in seinem
Umgang mit der Natur und den Ressourcen der Natur zum Tragen? Die
Grundherrschaft bzw. der Landbesitz bildete die wesentliche Existenzgrundlage
des landsässigen Adels. Was tat er, um diese Ressourcen zu erhalten, zu
pflegen, auszubauen und auszu-schöpfen?
- Sind die adeligen Gartenanlagen, in denen die Natur
gebändigt wird, das Spiegelbild seiner Auffassung von einer universalen höheren
Ordnung? Zeigt sich hier ein „selbst gesponnenes Bedeutungsgewebe“ (C. Geertz),
das von bestimmten Interessen geleitet wird?
- Inwiefern steht die Ausübung der adeligen Privilegien wie
beispielsweise Jagd und Fischfang im Zusammenhang mit dem adeligen
Herrschaftsverständnis und seiner Haltung gegenüber der Natur?
Die
Tagung soll als Arbeitstagung der Vorstellung und Diskussion von neuen Ansätzen
zur Erforschung des adeligen Lebens und seiner Kultur dienen. Wichtig ist uns
der interdisziplinäre Dialog: Es sollen sowohl Arbeitsvorhaben aus der
Kulturgeschichte, der Sozialgeschichte, Politikgeschichte, Rechtsgeschichte
(Eigentumsbegriff), der Volkskunde/Ethnologie und ausdrücklich auch aus der
Historischen Geographie, der Umweltgeschichte, der Ökologischen Anthropologie
und weiteren Fachdisziplinen vorgestellt werden, sofern sie den Adel als soziale
Gruppe berücksichtigen.
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12. Symposion des Mediävistenverbandes
Verwandtschaft, Freundschaft, Bruderschaft …
Soziale Lebens- und Kommunikationsformen im Mittelalter
Trier, 19. bis 22. März 2007
Kontaktadresse: Prof. Dr. Gerhard Krieger
Lehrstuhl für Philosophie I
Theologische Fakultät Trier
D-54296 Trier
E-Mail: mvb-symp@uni-trier.de
Leitender Gesichtspunkt der Tagung ist die Frage nach
der Dynamik und der Bedeutung sozialer Lebens- und Kommunikationsformen, für
die beispielhaft Verwandtschaft, Freundschaft und Bruderschaft, aber auch
Herrschaft stehen.
Zugleich sollen derartige soziale
Beziehungsgeflechte, ihre Deutung und Kritik in ihrem wechselseitigen
Verhältnis in den Blick genommen werden. Unter dem Aspekt der Kommunikation
geht es nicht nur um Mitteilungen in mündlicher und schriftlicher Form, sondern
darüber hinaus auch um körperliche, visuelle. affektive, symbolische u.ä.
Artikulationen, Darstellungen und Erscheinungen.
Der Mediävistenverband wird sich beim 12. Symposion
seinem Thema wiederum interdisziplinär widmen. Die Beiträge sollen zu einer
fächerübergreifenden Diskussion motivieren und sich in die vier vorgeschlagenen
Sektionen einfügen. Die folgenden Stichworte verstehen sich dazu als Denkanstöße
und Anregungen. Dementsprechend können durchaus Themen behandelt werden, die
über die angeführten Aspekte hinausgehen. Vorschläge insbesondere für die
interdisziplinäre Panelbildungen sind willkommen.
1. Soziale Lebens- und Kommunikationsformen im Zusammenhang
mit
- persönlichen Beziehungen („Der fremde Freund“)
- ökonomischen Aspekten („Die Familie als Wirtschaftsfaktor“)
- naturalen Gesichtspunkten („Natur und Sexualität“)
- dem Verhältnis zur Transzendenz („Basiselemente sozialer
Beziehung jenseits religiöser Differenzen“)
2. Praxis und soziale Lebens- und
Kommunikationsformen
- Typen, Formen, Medien, Zeiten und Räume
- Ge- und Mißlingen, Erfolg und Mißerfolg, Scheitern und
Tragik
- Kriterien und Normen
- Fehlen und Verweigerung („Schweigen“)
3. Deutung und Kritik sozialer Lebens- und
Kommunikationsformen
- im Religiösen
- in Visualisierungen
- in Sprache, Literatur und Musik
- Wissenschaft und Philosophie
- in Politik, Recht und Wirtschaft
4. Herrschaft und soziale Lebens- und
Kommunikationsformen
- Herrschaft und Dienst
- Herrschaft und Genossenschaft
- Veränderung von Herrschaft durch soziale Lebens- und
Kommunikationsformen, vice versa
- „Herrschaftsfreie“ Lebens- und Kommunikationsformen
- Deutung und Kritik des Verhältnisses von Herrschaft und
sozialen Lebens- und Kommunikationsformen
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Internationaler Kongress der Universitäten Genf und Lausanne
Mythen am Hof, Mythen für den Hof
Lausanne-Dorigny, 29. Juli bis 4. August 2007
Kontaktadresse: Barbara Wahlen
Faculté des Lettres
Section de Francais
CH-15 Lausanne-Dorigny
Tel: [CH] 21 69 22 95 8
E-Mail: icls2007@unil.ch
Internet: www.unil.ch/icls2007
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Call for papers
Le beau dans la ville, approche diachronique
Paris, 23. bis 24 November 2007
Kontaktadresse: CEHVI
E-Mail: cehvi@hinv-tours.fr
Internet:
www.leeds.ac.uk/imi/imc/imc.htm
Le CEHVI se propose d’organiser un colloque consacré
à la place du „Beau“ dans la ville, dans les villes, sur une longue période
chronologique qui pourrait s’étendre du Moyen Âge à la période contemporaine et
dans un espace géographique qui n’est, a priori, pas délimité de façon
contraignante. Il va de soi que la priorité sera donnée, lors
de la sélection des contributions, à celles qui permettent de constituer des
ateliers, ou parties d’ateliers, cohérentes. De même ne sera-t-on pas non plus
trop directif en ce qui concerne la définition du „Beau“ le recours à la
substantivation permettra d’aborder les questions de définition du „Beau urbain“,
du rapport métaphysique entre Beauté et Urbanité (au sens de : „ce qui fonde la
ville“). Qu’est-ce qu’une „belle“ ville ? Vaste question, à laquelle les
réponses des philosophes, plasticiens, architectes, urbanistes …, apportées au
cours des périodes successives, peuvent être analysées aussi bien de façon
individuelle, en soulignant l’originalité de tel ou tel auteur aujourd’hui
méconnu, ou, peut-être, de façon collective, en recherchant variants et
invariants socio-culturels …
On peut évoquer quelques grandes
directions de réflexion, bien évidemment non limitatives:
les
variations du rapport au Beau en fonction des époques; également en fonction
des échelles d’application („beau monument“, „beau quartier“, „belle ville“ …)
à quel
moment, dans la genèse de l’urbain, se situe la réflexion esthétique? Se
fait-elle a priori, ou a posteriori? Quid de la pertinence réelle des modèles
souvent évoqués, telles les villes du Nouveau Monde, ou outre-mer, pré-pensées,
où le Beau est directement intégré au projet urbain (et participe d’une
intention sociale, ou ethnique), par opposition des villes „anciennes“ où le
Beau se rajoute au projet urbain, pour le modifier, en rectifier les erreurs?
la
conservation et la patrimonialisation du beau, du réemploi de l’architecture
antique au Moyen Âge aux colonnes de Buren dans le Palais Royal dans les années
1980
les
modalités de la „mise en esthétique“, la place des différents acteurs
(pouvoirs, institutions, individus ; marché[s], État[s]; rapports entre
esthétique et fonctionnalisme
les usages
du Beau dans la ville: usages privés, voire cachés, et publics ; usages sociaux
l’esthétique
du projet d’urbanisme, en tant qu’instrument de conviction des habitants
la place
des producteurs de Beau dans la ville ; les „consommateurs“ du Beau
les
rapports entre le Beau et l’identité urbaine …
Les propositions de communication,
accompagnées d’un résumé de 300 mots maximum, sont à adresser, avant le 30
novembre 2006, au secrétariat du CEHVI (cehvi@hinv-tours.fr) ou à Philippe
Chassaigne, Professeur d’histoire contemporaine et Directeur du CEHVI
(philchassaigne@hotmail.com/philchassaigne@aol.com.
Buchvorstellungen
Das Sichtbare und das Unsichtbare der Macht.
Institutionelle Prozesse in Antike, Mittelalter und Neuzeit, hg. von Gert Melville, Köln u.a. 2005 [Böhlau, VIII
+ 422 S., geb., 70 sw-Abb., 57,90 Euro].
Wenn es sicherlich auch nicht zu den Kernaufgaben der
Residenzen- und Hofforschung gehört, die soziologischen Kategorien der
Herrschaft und der Macht zu definieren – sie sozusagen auf den Begriff zu
bringen –, so ist es doch evident, daß dieses Forschungsfeld in zentraler Weise
von dem berührt wird, was mit diesen Kategorien beschrieben wird. Herrschaft
als „Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen
Gehorsam zu finden“ und Macht als „Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung
den eigenen Willen auch gegen Widerstand durchzusetzen“ verweisen – in den
einschlägigen Begriffsdefinitionen Max Webers – im Kern auf das Wesen der
sozialen Beziehung, welche zwischen Fürst und Herrschaftsunterworfenen bestand.
Der Herrschaftsanspruch des Fürsten erstreckte sich auf eine, im einzelnen
vielleicht nicht mehr überschaubare, aber doch dem Prinzip nach angebbare
Gruppe von Individuen, und seine Macht oder „Ohnmacht“ bemaß sich
selbstverständlich auch darin, diesen Anspruch im Zweifel mitunter gegen Widerstand
der solchermaßen Beherrschten zur Geltung zu bringen, oder dies eben gerade
nicht tun zu können. Den fürstlichen Herrschaftsanspruch zu betonen und
durchzusetzen war immer auch die Funktion von Machtsymbolik und
Herrschaftsritualen, Regeln und Codes, die als institutionalisierter Teil der
Machtressource neben die personengebundenen Voraussetzungen der Macht,
Autorität und Charisma, traten. Szenerie der Entfaltung dieser Herrschafts- und
Machtbeziehungen, gleichsam ihr physisch-geographischer wie sozialer Ort, waren
in der Regel die fürstliche Residenz und der Fürstenhof.
Im Hinblick auf diesen, an dieser Stelle lediglich
schemenhaft skizzierten Mechanismus der fürstlichen Herrschaftsausübung in der
Vormoderne, ist das im folgenden kurz vorzustellende Buch von sehr großem
Interesse für die Residenzen- und Hofforschung, beschäftigt es sich doch in
ganz grundlegender Weise mit den verschiedenen Aspekten des Phänomens der
Macht. Der von Gert Melville im Auftrag des Dresdner Sonderforschungsbereichs
537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ herausgegebene Sammelband hat die
Sichtbarkeit, aber auch die Unsichtbarkeit von Macht zum Gegenstand.
Insbesondere die institutionelle Macht wird dabei in den Mittelpunkt der
Betrachtungen gestellt, tritt sie doch als strukturelle Komponente der Macht
meist neben die im Weberschen Sinne zu verstehende, eher individuell zuzuordnende
Durchsetzungsmacht. Den thematischen Schwerpunkt in dieser Weise gesetzt zu
haben, beruht auf der Erkenntnis, daß insbesondere die Frage nach der
institutionellen Macht die verschiedenen Teilprojekte des Dresdner
Sonderforschungsbereichs verbindet, und somit sind die im Band versammelten
Beiträge das Ergebnis des gemeinsamen, an dieser übergreifenden konzeptionellen
Leitlinie ausgerichteten Gesprächs. In seinem kurzen Vorwort führt der
Herausgeber dem Leser sehr präzise die behandelte Problemkonstellation vor
Augen: Machtanspruch und Geltungsbehauptung sind immer durch zwei, zwar
parallel auftretende, aber sich dennoch häufig gegenläufig verhaltende
Tendenzen gekennzeichnet. Damit ein Herrschaftsanspruch auch in reale Macht
umgemünzt werden kann, muß er nach außen hin, vor allem den Beherrschten
gegenüber, sichtbar gemacht werden, etwa mittels der Verwendung bestimmter
Herrschaftssymbole. Zugleich steigern jedoch das Unsichtbarmachen von
möglicherweise den eigenen Machtanspruch delegitimierenden Elementen oder das
Versteckthalten von konkreten Entscheidungsregeln ganz erheblich die Machtbasis
des Herrschenden. Eben dieses Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und
Unsichtbarkeit der Macht spiegelt sich, bezogen auf den spätmittelalterlichen
und frühneuzeitlichen Fürsten, in der Beobachtung, daß dieser trotz allen
Verpflichtungen, die er gegenüber den von ihm beherrschten Individuen
eingegangen war, insofern für die seiner Herrschaft Unterworfenen nicht vollkommen
ausrechenbar blieb, weil er im konkreten Fall sich dennoch das letzte Wort vorbehielt.
Der Band enthält insgesamt 16 Einzelbeiträge, die
wiederum in drei Rubriken derart gestaffelt worden sind, daß mit ihnen jeweils
einzelne Aspekte des Themenaufrisses gesondert hervorgehoben werden können. In
der ersten Rubrik „Institutionen der Macht: Religion – Politik – Recht“ sind
jene Beiträge versammelt, die sich zuallererst mit der institutionellen Komponente
der Macht beschäftigen. Hier wird versucht, für verschiedene Themenfelder
sichtbare und unsichtbare Merkmale der Macht herauszuarbeiten, und es wird
gezeigt, welche Funktion Institutionalisierung innerhalb des Prozesses der
Machtausübung hat und wie beide Seiten der Macht – die sichtbare und die
unsichtbare – einander ergänzen, sich aber auch widersprechen können. Dies läßt
sich etwa festmachen am Beispiel der Kirche als einer Institution im Christentum,
die durch das Nebeneinander des Glaubens als wesentlicher, aber weniger
sichtbarer Macht, und der Amtskirche als deutlich sichtbarer institutioneller
Macht gekennzeichnet ist (Klaus Tanner).
Beide Machtkomponenten lassen sich auch in der klösterlichen Lebenswelt des
Mittelalters auffinden, in der die postulierte, aber nicht sichtbare Allmacht
Gottes der Sichtbarmachung durch die regelgebundene, institutionelle
Ausgestaltung des Klosterslebens bedurfte (Gert Melville). Ebenso wird gezeigt, daß bis in die heutige Zeit
Konfession als prägendes, und damit machtvoll wirkendes Element bei der
Konstruktion historischer Erinnerungen wirksam ist (Winfried Müller). Gleichfalls in diese Sparte
der Gestaltung institutioneller Macht fallen die Untersuchungsgegenstände
zweier politikwissenschaftlicher Studien. Die Macht des Parlaments in
parlamentarischen Demokratien begründet sich nicht nur aus konstitutionell
festgelegten formalen Regeln, der sichtbaren, transitiven Macht, sondern immer auch
aus informellen Übereinkünften und eingespielten Abläufen in der Parlamentsarbeit,
der eigentlich unsichtbaren, intransitiven Macht (Werner J. Patzelt). Die Autorität des deutschen
Bundesverfassungsgerichts schließlich beruht vor allem darin, daß es sich
bewußt unpolitisch gibt, und somit die eigentliche Quelle seiner Macht seine
Zurückhaltung – seine „Unsichtbarkeit“ im tagespolitischen Geschäft – ist (Hans
Vorländer).
Die der zweiten Rubrik „Räume der Macht: Foren –
Ordnungen – Ikonographien“ zugeordneten Beiträge sind vor allem auf die Orte
gerichtet, an denen sich institutionelle Macht manifestiert. Dies etwa konnte
der Marktplatz einer italienischen Stadt (Novara) im späten Mittelalter sein,
über dessen Ausgestaltung und Nutzung Stadtpatriziat und Zünfte in Widerstreit
gerieten, die beide jeweils andere Vorstellungen darüber hatten, welche Ordnung
an diesem Ort repräsentiert werden sollte (Giancarlo Andenna). Ebenso jedoch war dies auch das frühneuzeitliche
städtische Wirtshaus (in Köln) als Ort des Gelages als einem
institutionalisierten Gemeinschaftserlebnis, welches als sichtbare Macht zwar
ordnungsstiftende Funktion hatte, mit dem es aber dennoch nicht immer gelang,
die unterhalb dieser Ordnung schwelende, unsichtbare Macht sozialer Konflikte
einzudämmen und den offenen Ausbruch dieser Spannungen zu verhindern (Gerd Schwerhoff), oder aber die
frühneuzeitliche Residenzstadt (Dresden) als eine Bühne für die bewußt geplante
und sichtbare Inszenierung der fürstlichen Macht (Barbara Marx). Der filmische Topos der
Machtzentrale veranschaulicht schließlich, wie sich unsichtbare, zumindest nur
schwer faßbare strukturelle und nicht an einen konkreten Ort gebundene Macht
durch die fiktionale Konstruktion eines Ortes, an dem die Machtbefugnisse in
der Hand einer Person zusammenlaufen und somit individuell zugeordnet werden,
sichtbar gemacht werden (Hans-Georg Lippert).
In den Beiträgen der dritten Rubrik „Diskurse der
Macht: Medien – Mechanismen – Akteure“ wird darnach gefragt, wie über Macht im
übertragenen Sinne gesprochen wird und es werden verschiedene Mechanismen
thematisiert, die Machtansprüche und tatsächliche Macht für die Beherrschten
erfahrbar machen. Ersteres läßt sich im Begriff der auctoritas (Maurizio
Bettini) greifen, der in seiner
ursprünglichen römisch-antiken Wortbedeutung sehr eng mit der Vorstellung des
Zuwachses und des Mehrens zusammenhing, genauso jedoch auch im Konflikt
zwischen dem älteren, mittelalterlichen Prinzip der Abstammung als Machtbasis
und dem vermeintlich moderneren, kommerziell gepägten Prinzip des Wohlstands,
ein Gegensatz, der den im frühen 16. Jahrhundert entstandenen Fortunatus-Roman
beherrscht (Beate Kellner). Von
der Invisibilität der Macht wird in zwei Aufsätzen gehandelt, in denen
Strategien untersucht werden, mit denen während des frühen römischen Prinzipats
offensichtliche Macht zu verschleiern versucht wurde (Fritz-Heiner Mutschler, Martin Jehne). Das gleichzeitige Sichtbar- und
Unsichtbarmachen von Macht wird am Beispiel der Funktion untersucht, welche der
Kunst in der DDR zugedacht war, die Vorstellungen der Mächtigen über den
konsensualen Charakter der sozialistischen Gesellschaftsordnung darzustellen
und damit die tatsächlichen Machtverhältnisse zu verschleiern (Karl-Siegbert Rehberg). In der Übernahme der
englischen Volkssprache in die Dokumente der königlichen Administration und der
Zünfte im frühen 15. Jahrhundert deutet sich schließlich beispielhaft an, wie
sich die Formulierung von Machtansprüchen an sich verändernde
(Sprach)Realitäten anzupassen versucht haben könnte, mit Ziel, sichtbar und
verstehbar zu bleiben, und damit vermutlich selbst wiederum die Kontruktion einer
gemeinsamen Identität weiter beförderte (Ursula Schaeffer). Handlungstheoretische Überlegungen zum Begriff
der Macht und der Sicht der Akteure auf sie schließen den Band ab (Gerhard Schönrich).
Abschließend darf folgendes festgehalten werden: Das im
Band beleuchtete Spannungsfeld zwischen individuell zuordenbarer
Durchsetzungsmacht und struktureller Macht einerseits und zwischen sichtbarer
und unsichtbarer Macht andererseits ist nicht nur von unmittelbarer Relevanz für
die Residenzen- und Hofforschung, eben jene Forschung kann auch in ganz besonderem
Maße von der kategorisierenden Leistung dieses Bandes profitieren. Auch wenn
die meisten seiner Beiträge gerade nicht Fürstenhof und Fürstenresidenz der
Vormoderne zum Gegenstand haben, so handeln sich doch allesamt im übertragenen
Sinne von einem höfischen Thema, dem der Macht und der Machtrepräsentation. Es
zeigt sich mit dem Band daher einmal mehr, daß die systematisierende,
disziplinen- und epochenübergreifende Beschäftigung mit grundlegenden sozialen
Konfigurationen ein nicht nur willkommener, sondern auch äußerst fruchtbarer
Ansatz zu einem tieferen Verständnis zunächst als epochenspezifisch verstandener
historischer Problemstellungen ist. Umso mehr ist der Rezensent guter Hoffnung,
daß dieses lesenswerte Buch eine möglichst breite Resonanz auch im Kreise der
Residenz- und Hofforschung finden wird.
Ulf Christian Ewert, Chemnitz
Macht und
Memoria. Begräbniskultur europäischer Oberschichten in
der Frühen Neuzeit, hg. von Mark Hengerer,
Köln u.a. 2005 [Böhlau, IX+525 S., brosch., 116 sw-Abb., 59,90 Euro].
Das vorliegende Werk präsentiert die Ergebnisse einer
Tagung, die unter dem Titel „Macht. Medien. Memoria. Integration und Bestattung
europäischer Oberschichten zwischen politischem und medialem Wandel
(1500-1800)“ im Jahr 2003 in Konstanz stattfand. Veran-staltet wurde die Tagung
vom Teilprojekt C1 „Politische und soziale Integration am Wiener Hof (17. und
18. Jahrhundert) des Konstanzer Sonderforschungsbereichs 485 „Norm und Symbol.
Die kulturelle Dimension sozialer und politischer Integration“. Zusammen mit
zwei nachträglich eingeworbenen Beiträgen vereinigt der Band internationale
Perspektiven auf die frühneuzeitliche Bestattungskultur von Autoren aus
mehreren europäischen Ländern.
In seiner Einleitung gibt Mark Hengerer eine vorzügliche
Strukturierung und Erläuterung dieser Perspektiven. Er weist darauf hin, daß in
der Geschichtswissenschaft bislang vornehmlich die Mediävistik der Untersuchung
des umfassenden Bereichs der Memoria und dabei dem Zusammenhang von Memoria und
politischer Macht besondere Aufmerksamkeit geschenkt habe. Während sich die
Mittelalterforschung mittlerweile neben der herrscherlichen Memoria auch auf
breiter Basis anderen sozialen Gruppen zugewandt hat, lag das Interesse der
Frühneuzeitforschung bislang vor allem auf der monarchischen Memoria.
Der vorliegende Band macht es sich zur Aufgabe, die
Memoria jener Personengruppen, die an der Machtausübung frühmoderner
Herrschaftszusammenhänge bestimmenden Anteil hatten, zu untersuchen. Ziel der
Beiträge ist es, die jeweils spezifisch ausgeformten Symbole und Praktiken der
Memoria dieser Personengruppen im Hinblick auf ein vertieftes Verständnis der
politischen Kultur der Frühen Neuzeit aufzuschließen und in ihrem Wandel zu
erfassen. Dies soll vor dem Hintergrund der Diskussion der Frühneuzeitforschung
um die seit einiger Zeit stärker gewichtete Rolle führender sozialer Gruppen in
der Erfassung von Herrschaftszusammenhängen, besonders auch in der politischen
Kultur der Stadt, geschehen. Zentral sind darum die Fragen nach der sozialen
und politischen Integration sowie deren symbolischen Dimensionen. Die
Konzentration des Werkes auf die Sepulkralkultur als bedeutenden Bereich der
Memoria berücksichtigt die dem Thema geschuldete Interdisziplinarität des
Herangehens, indem vor allem die Perspektiven der Epigraphik und der
Kunstgeschichte herangezogen werden. So wird die Identifikation von
Indikatoren, die im Bereich der Memoria auf soziale und politische Integration
ausgerichtet sind, in einer breiten Analyse von Medien der Memoria, die Texte,
Bilder, Orte und letztlich die Einbettung des Grabdenkmals in die jeweilige
memoriale Gesamtkonfiguration umfaßt, angestrebt. Dabei bietet die europäische
Perspektive die Möglichkeit der vergleichenden Betrachtung.
Die dreiteilige Gliederung des Bandes versammelt im
ersten, mit „Statusdifferenz und Bestattungskultur“ überschriebenen Teil
Beiträge, die die vielfältigen Ausdrucksformen der Sepulkralkultur in
vornehmlich republikanisch bzw. aristokratisch strukturierten kleineren
Gemeinwesen analysieren und dabei vor allem Statusdifferenzen betrachten.
Prägnant an den Anfang gestellt ist der Beitrag von
Renate Kohn „Zwischen
standesgemäßem Repräsentationsbedürfnis und Sorge um das Seelenheil. Die
Entwicklung des frühneuzeitlichen Grabdenkmals“. Grundlegend für den gesamten
Band werden hier zunächst die verschiedenen Typen von Denkmälern des
Totengedächtnisses definiert und deren unterschiedliche, sich ergänzende
Funktionen für die Memoria verdeutlicht. Es schließt sich eine Analyse der
verschiedenen medialen Elemente von Totengedächtnismälern an, die im Hinblick
auf den Ausdruck sozialer Identität wirksam werden konnten. So kamen dem
Standort des Denkmals, dem Typus und der Ausführung, der bildlichen und
inschriftlichen Gestaltung Bedeutung als Indikatoren der sozialen
Differenzierung zu. Für die konkrete Untersuchung wurde die Grabmalform des
Epitaphs ausgewählt, da dieses, so die Autorin, als an der Wand angebrachtes,
vom Grab unabhängiges und durch die Vielfalt seiner Gestaltungsmöglichkeiten
ausgezeichnetes Totengedächtnismal am besten zum gezielten Transport von
Botschaften geeignet erscheine. Am Beispiel des von Kohn im Rahmen der
österreichischen Inschriftenkommission erschlossenen Materials der Stadt Wien
wird sodann gezeigt, welcher Ausdrucks- bzw. Darstellungsmöglichkeiten sich die
Auftraggeber der Denkmäler bedienten, welche als objektive Indikatoren der
sozialen Einordnung und als Spiegel subjektiven Selbstverständnisses faßbar
sind. So stellen im Inschriftentext die Nennung des Standes, Berufsangaben und
Wappen vergleichsweise verläßliche Hinweise für die soziale Einordnung des
Verstorbenen dar, während etwa Größe und Ausstattung der Denkmäler nicht als
ausschließliche Kriterien für soziale Differenzierung heranzuziehen sind. Die
statistische Auswertung der in den Inschriften verwendeten Epitheta als
Anzeichen für unauffällige Abweichungen von den gesellschaftlichen Normen
erlaubt nach Kohn konkrete Aussagen. So lassen bestimmte, auf Herrenstand und
Klerus beschränkte Beiworte auf deren relativ starke ständische Abgrenzung
schließen, während die gemeinsame Verwendung von bestimmten Epitheta bei
Ritterstand und Bürgertum auf die weniger scharfen Abgrenzungen zwischen diesen
Gesellschaftsgruppen hindeuten. Insgesamt zeigt die Autorin, daß kaum an
einzelnen Merkmalen, vielmehr aus dem Zusammenspiel aller informationstragenden
Elemente eines Denkmals Aussagen zu sozialen und individuellen
Positionsbestimmungen möglich sind. – Gudrun Andersson
widmet sich in ihrem Aufsatz „Der Tod als Statusbekräftigung. Epitaphien und
Gräber einer schwedischen Stadtelite 1650-1770“ der konkreten Untersuchung der
Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit im schwedischen Arboga als dem wichtigsten
öffentlichen Gebäude der Stadt. In aufwendig gestalteten, den Kirchenraum
dominierenden Epitaphien sowie in zusätzlichen, mit den Namen der Stifter
versehenen Schenkungen von Leuchtern und Meßgewändern präsentierte die
städtische Elite ihren Status. Dagegen waren die Gräber im Kirchenboden
schlicht gestaltet, wobei allerdings der Bestattung im Chor ein höheres
Prestige zukam. Erfaßt wird auch die Dimension des Wandels der Begräbnissitten
im Verlauf des 18. Jahrhunderts, als der Friedhof zum neuen adäquaten Begräbnisort
der städtischen Eliten wurde und dort neue, schlichtere Grabmalformen die
Statusrepräsentation übernahmen. – Stefanie Knöll
verdeutlicht in ihrem Beitrag „Geistesadel. Grabmonumente für Professoren in
Oxford, Leiden und Tübingen im 17. Jahrhundert“, wie Grabmäler dieser
speziellen sozialen Gruppe im Streben nach der am Adel orientierten
Herausbildung und Darstellung einer exklusiven akademischen Gruppenidentität
Bedeutung erlangten. Gregor Rohmann
zeigt in seinem Aufsatz „Joachim Moller gründet ein Geschlecht.
Erinnerungsräume im Hamburg des 16. und 17. Jahrhunderts“ das Spannungsfeld
auf, in dem sich ein vornehmer Kaufmann und Ratsherr des 16. Jahrhunderts in
der als offene Kaufmannsoligarchie charakterisierten Hamburger
Gesellschaftsordnung in seiner Memoria zugleich in horizontaler Einbindung in
das Honoratiorentum und in einer in die Zukunft gerichteten geburtsständisch
begründeten Eliteposition zu verorten suchte. – Uwe Dörk befaßt sich unter dem Titel „Der Tod der Oberschichten.
Zur Entwicklung der Funeral- und Sepulkralkultur in Ulm und Bern in der Frühen
Neuzeit“ mit den Merkmalen der sogenannten ehrenhaften Bestattung. Er
analysiert die hierfür in Patrizierstädten in Frage kommenden Personengruppen,
die komplexen Bedeutungen der performativen Akte der Beisetzungen sowie die
Grabmonumente und ihre Funktionen. Der Autor beobachtet den Wandel sepulkraler
Kultur als Individualisierung und Pluralisierung der Formen, die schon seit dem
frühen 18. Jahrhundert zum Verschwinden der Überhöhung städtischer Eliten im
ausgeprägten Zeremoniell führten. – Helmut Maurer
befaßt sich in seinem Beitrag „Zwischen Selbständigkeit und politischer
Integration. Begräbniskultur und Residenzbildung im hohen Adel des deutschen
Südwestens am Beispiel der Grafen von Zimmern“ mit einer Adelsgrablege.
Ausgehend von der Einrichtung der Pfarrkirche in Meßkirch als Grablege der
Herren von Zimmern im späten 14. Jahrhundert betrachtet er die Entwicklung
dieses Familienbegräbnisses im Kontext des Aufstiegs der Dynastie, die 1538 als
zentrales familiengeschichtliches Ereignis die Erhebung in den Grafenstand
erfuhr. Der Autor wertet die beiden in Meßkirch erhaltenen monumentalen
Bronzeepitaphien zweier Grafen von Zimmern aus der zweiten Hälfte des 16.
Jahrhunderts im Zusammenhang der zahlreichen gestalterischen Bemühungen, die im
Rahmen der Residenzgründung der Repräsentation des adeligen Standes des
Zimmerschen Geschlechts dienten. – Olaf Mörke
vergleicht in seinem Aufsatz „Die Annäherung im Tod. Begräbnisse für fürstliche
Statthalter und bürgerliche Militärs in der niederländischen Republik des 17.
Jahrhunderts“ die Begräbnisse zweier hochrangiger Führungspersonen aus
unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. Für beide stellte der Bereich des
Militärischen das gemeinsame zentrale Element der Repräsentationsgestaltung
ihrer Beisetzungen dar.
Unter dem Titel „Zwischen Zentrum und Peripherie.
Grablegen in europäischen Monarchien“ wendet sich der zweite Teil des Bandes
monarchischen Gemeinwesen und ihren zentralen und dezentralen Orientierungspunkten
für die Memoria zu.
In einem der beiden Beiträge zum Kirchenstaat fragt
Martin Papenheim unter dem Titel
„Caput Mundi – Caput Mortuorum. Rom als Stadt der Toten in der Neuzeit“ nach
der Selbstdarstellung von Personen und Familien in der mit wechselnden
Leitfiguren verbundenen Wahlmonarchie. – Arne Karsten
betrachtet unter der Frage „Die Gleichschaltung der Eminenzen? Venezianische
Kardinalsgrabmäler im Rom des 17. und 18. Jahrhunderts“ Kardinalsbegräbnisse
als Bestattungen von Personen, die aus einem anderen Staat kommend,
Leitungsfunktionen im Kirchenstaat übernommen hatten. – Ronald G. Asch analysiert in seinem Beitrag
„Begräbniskultur zwischen Hauptstadt und Provinz. Englische Begräbnisse und
Grabstätten im Umkreis des Hofes (ca. 1550 bis 1660)“ die komplexen Aspekte,
die im Spannungsfeld zwischen einem exponierten hauptstädtischen Begräbnis und
der kontinuitäts- und damit legitimitätsbetonten Bestattung am heimischen
Landsitz für Statussicherung und Repräsentation des Adels von Belang waren. – Régis
Bertrand wendet sich mit
„Grabmäler des französischen Adels im Ancien Régime. Rechtlicher Status,
soziale und politische Bedeutung“ einem offenbar wenig erschlossenen Bereich
der Forschung zu, der nicht zuletzt wegen des Verlustes der Mehrzahl der frühneuzeitlichen
Adelsgrabstätten in Frankreich problematisch ist. Es wird konstatiert, daß
aufwendige Grabdenkmäler offenbar häufig nach den Kriterien der Verdienste der
Verstorbenen für den Staat errichtet wurden und daß diese im Hinblick auf den
Dienst für den König mit einer Vorbildfunktion verbunden waren. Diese
Beobachtung läßt den Autor darauf schließen, daß die Stellung des Adels in
Frankreich von einer deutlichen Unterordnung unter den Souverän gekennzeichnet
war. – Unter dem Titel „Herrschaftsstäbe, Adelskreise und des Königs Rock. Vom
Bestattungsverhalten der brandenburgischen Nobilität im 18. Jahrhundert“ geht
Ewald Frie der Frage nach, warum
es im Vergleich zu den für Wien skizzierten Befunden in den Kirchen Berlins
nicht zu einer höfisch-aristokratisch geprägten Ordnung sepulkraler
Repräsentation des brandenburgischen Adels kam. In der Analyse tritt der Adel
weniger als Teilhaber an der monarchischen Regierung, sondern vielmehr als
militärischer Dienstleister für den König hervor, der mit seinen Begräbnissen
regional verhaftet und im Zentrum Berlin nur durch einzelne Vertreter präsent
war.
Der dritte Teil des Bandes behandelt „Das Beispiel der
Habsburgermonarchie“ und fragt für die verschiedenen Territorien nach dem
Verhältnis von sozialer und politischer Integration und Sepulkralkultur.
Zuerst stellt Andreas Zajic
in seinem Beitrag „Zwischen Zentrum und Peripherie. Memoria und politische
Integration des niederösterreichischen Adels in Spätmittelalter und Früher
Neuzeit“ die Entwicklung der adeligen Bestattung im Kernland Niederösterreich
dar und behandelt dabei die vielfältigen Elemente der Repräsentation besonders
in Wappen und Inschriften. – Ingeborg Schemper-Sparholz
untersucht aus kunsthistorischer Perspektive in einem individualisierten Ansatz
Einzelbeispiele von Grabmalstiftungen und fragt nach dem konkreten und situativ
gebundenen Zustandekommen der einzelnen Denkmäler. Sie kann ergänzend zur
symbolischen Dimension des Politischen Bedeutungszusammenhänge verdeutlichen,
wie etwa die wichtige Rolle der Frau, die häufig als Auftraggeberin
entscheidend nicht nur für die Errichtung ihres eigenen Grabdenkmals war. Zudem
lassen sich unter diesem Ansatz Fragen nach der Einbettung des Grabdenkmals in
eine umfassendere mediale Konfiguration, etwa für den Grad der Öffentlichkeit
eines Denkmals behandeln. Daß dieses nicht nur durch den Ort seiner
Aufstellung, sondern auch mittels graphischer Reproduktionen, detaillierter
Beschreibungen und im Medium der Medaille publik gemacht wurde, kann die
Autorin an prägnanten Beispielen darstellen. – „Adelsgräber im Wien des 18.
Jahrhunderts. Beobachtungen zu einer Archäologie des adeligen Gedächtnisses“
lautet der Titel des Beitrags von Mark Hengerer.
Vor dem Hintergrund der in zahlreichen Kirchen Wiens seit dem 17. Jahrhundert
kontinuitätsgeprägten adeligen Memorialkultur wendet sich der Autor einem
bislang kaum beachteten Aspekt zu. Er betrachtet unter dem Begriff der
Heterochronie für das 18. Jahrhundert die zu bestimmten Zeitpunkten gegebene
Altersstruktur der Grabdenkmäler in einer Kirche und verbindet diese, von der
Situation in den Kirchen ausgehende Analyse mit dem Kontext vor allem
genealogischer und historiographischer Zeugnisse. Deutlich wird der allgemeine
Rückgang der Grabmalsetzung im 18. Jahrhundert innerhalb der Stadtmauern Wiens.
Ebenso zeigt sich, daß soziale Heterogenität und Heterochronie des
Grabmalbestandes sowie die Hofnähe der Kirchen wichtige Faktoren für die Wahl
der Bestattungsorte des hohen Adels waren. Dieser distanzierte sich von den
Begräbnissen des niederen Adels und zog trotz Heterochronie die unmittelbare
Nähe des Hofes vor. – Für Böhmen behandelt Pavel Král „Tod, Begräbnisse und Gräber. Funeralrituale des
böhmischen Adels als Mittel der Repräsentation und des Andenkens“. Der Autor
zeigt, daß die performativen Akte der Beisetzung und die Formen ihrer
Dokumentation in Beschreibungen der Begräbnisse und in Leichenpredigten einen
gewichtigen Anteil am Konzept der Memoria des böhmischen Adels hatten. Die Wahl
der Grabstätten war von der Familientradition und der konfessionellen Eignung
der Grabstätte bestimmt. Ausgeprägtes adeliges, auf Böhmen gerichtetes
Selbstbewußtsein zeigte sich in der vorrangigen Wahl der Begräbnisorte, die eng
mit dem eigenen Dominium verbunden waren, während einzelne Träger von hohen
Ämtern in der Identifikation mit dem Königtum ihr Begräbnis im Veitsdom in Prag
erhielten. – In seiner Untersuchung zum mährischen Adel „Grablegen und
Grabkapellen des mährischen Adels von der Renaissance bis zum Barock. Thesen
zur Problematik“ kann Tomáš Knoz
entsprechende Beobachtungen zur Wahl der Begräbnisorte anführen. Deutlich wird
für die Entwicklung der sepulkralen Kultur in Mähren auch die Hervorhebung
fürstlicher Begräbnisse in der Errichtung großer Familiengrüfte, die in
beträchtlichem Maß von der Familiengruft der Habsburger in Wien beeinflußt
waren. – Géza Pálffy erläutert in
seinem Aufsatz „Die adelige Funeralkultur und Typen von Grabdenkmälern im
Königreich Ungarn im 16. und 17. Jahrhundert“ für den ungarischen Adel ein den
böhmischen und mährischen Verhältnissen vergleichbares Verhalten bezüglich der
Bevorzugung von traditionsgeprägten Begräbnisorten, die mit dem Familienbesitz
verbunden waren. Aufsteiger innerhalb der ungarischen politischen Elite wandten
sich dagegen häufig den politischen Zentren wie Preßburg zu und errichteten
ihre Begräbnisse im dortigen Dom St. Martin. Der Autor kann allerdings auch
verdeutlichen, daß die allgemeinen Tendenzen keine ausnahmslos geltenden Normen
bedeuteten, wenn er Beispiele für betont schlichte Begräbnisse anführt, die
hochadelige Amtsträger auch gegen die Wünsche ihrer Familien wählten. Die
Ausprägung vielfältiger Formen des Begräbnisses im 16. und 17. Jahrhundert
spiegelt auch die Ausformung verschiedener Grabmaltypen. So stellte im 16. Jahrhundert
das monumentale Wanddenkmal mit der Ganzfigur des Verstorbenen den
repräsentativsten, vor allem für Magnaten und hohe Würdenträger errichteten
Grabmaltyp dar. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts traten gegenüber den
repräsentativen Formen die schlichteren barocken Epitaphien als bevorzugte
Totengedächtnismäler in den Vordergrund.
Der vorliegende Sammelband wird mit den genannten
Beiträgen seinem Ziel, der Untersuchung der Memoria von Gruppen, die an der
frühmodernen Herrschaftsausübung Anteil hatten, in umfassender Weise gerecht.
Irritierend wirkt darum der Obertitel des Werkes, der mit dem Begriff der Macht
auf eine nicht im Vordergrund stehende thematische Gewichtung hindeutet.
Memoria und Medialität stellen sich vielmehr als die zentralen Begriffe dar.
Ebenso erschiene es angemessener, den problematischen Begriff der Oberschichten
durch den der Eliten zu ersetzen. Desiderate, auf die mehrere Beiträge des
Bandes hinweisen, hebt Mark Hengerer in seiner Einleitung hervor, wenn er auf
die Bereiche Recht und Religion sowie das Spannungsverhältnis von Individuum
und Familie hinweist. Dieses Verhältnis kam in Familiengrablegen auf ganz
unterschiedliche Art zum Ausdruck, die von der Hervorhebung einzelner
prominenter Familienmitglieder bis zu ungekennzeichneten Grabstätten in einem
Verband reichten und verschiedene Formen genealogischer Visualisierung annehmen
konnten. Von besonderem Interesse scheint die Anregung des Herausgebers, die
dynamischen Elemente im Wandel der Bestattungskultur stärker in den Blick zu
nehmen. Nicht nur für die hierbei angeführte Frage nach der Vernichtung älterer
Grabdenkmäler und damit nach der temporalen Struktur von Grablegen hätte die
archäologische Dimension des Forschungsgebietes betont werden können. Die
Untersuchungen zeigen, daß die frühneuzeitliche Begräbniskultur im europäischen
Bereich ein in seinen Differenzierungen doch einheitliches Ensemble
symbolischer Formen darstellte, in dem „die Erinnerung an Personen immer neu im
individuellen, familiären und politischen Bezugsrahmen“ (S. 6) abzustimmen war.
Der Einfluß der geistlichen Institutionen, die die Begräbnisse aufnahmen, hätte
hier stärker berücksichtigt werden können. Als vorzüglich ist zu werten, daß
die Mehrzahl der Beiträge einen aussagekräftigen Abbildungsteil bieten. In der
Gesamtsicht seien hier unter den vielfältigen Erkenntnissen des vorliegenden
Werkes besonders die Analyse der bedeutungsstiftenden performativen Elemente
der Beisetzungen und die Ergebnisse der Untersuchungen der komplexen Aspekte
zur Wahl der Begräbnisorte hervorgehoben. In seinen vielfältigen vergleichenden
Dimensionen und seiner interdisziplinären Anlage stellt der Band ein
hervorragendes Beispiel dar für neue Wege moderner kulturgeschichtlicher Forschung.
Carola Fey, Gießen
In fürstlichem Glanz. Der Dresdner Hof
um 1600, hg. von Dirk Syndram und
Antje Scherner, Mailand 2004
[Electa, Paperback, 319 S., zahlreiche Farbabb., 40 Euro].
Der Katalog „In fürstlichem Glanz. Der Dresdner Hof um
1600“ begleitete eine Gemeinschaftsausstellung des Grünen Gewölbes, des
Kunstgewerbemuseums, der Rüstkammer und der Skulpturensammlung, die unter dem
Titel „Pracht und Macht. Der Dresdner Hof um 1600“ vom 10. Juni bis 26.
September 2004 in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen war.
Anschließend wurde die Ausstellung im Metropolitan Museum of Art in New York
(26.10.2004-16.1.2005) und in der Fondazione Memmo im Palazzo Ruspoli in Rom
(1.3.-29.4.2005) gezeigt. In diesem Kontext erschienen neben der deutschen eine
englische sowie eine italienische Ausgabe des Ausstellungskataloges.
Die Sonderausstellung wurde möglich durch den Umzug der
Dauerausstellung des Grünen Gewölbes, die bis Januar 2004 im Albertinum
untergebracht war, an ihren historischen Standort im Dresdner Schloß. Ein Teil
des Schatzkammerbestandes ist seit September 2004 im Neuen Grünen Gewölbe zu
sehen. Der Hauptbestand wird ab Herbst 2006 in den rekonstruierten Räumen des
Historischen Grünen Gewölbes, das von August dem Starken 1723-1729 als barockes
Gesamtkunstwerk geschaffen worden war, zu bewundern sein. Die Bezeichnung
„Grünes Gewölbe“ soll seit 1572 archivalisch belegt sein, als Kurfürst August
die Schatzkammer in einem mit grün bemalten Stukkaturen ausgestatteten Raum
untergebracht und für ein ausgewähltes Publikum zugänglich gemacht hatte.
Die Basis der Ausstellung „Pracht und Macht“ bildeten
vorrangig Objekte, die von den sächsischen Kurfürsten in den Jahren 1580 bis
1620 erworben worden waren. Zu dieser Zeit gehörte das Kurfürstentum Sachsen zu
den führenden Mächten Europas und stand an der Spitze der protestantischen
Fraktion im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Die reich vorhandenen
Bodenschätze und die damit verbundene verarbeitende Industrie hatten dem Land
zu einer Wirtschaftsblüte verholfen. Es wurden vor allem Silber und Edelsteine
gefördert.
Die Prosperität spiegelte sich in einer subtilen
Hofkultur und einem ausgeprägten Mäzenatentum der verschiedenen Künste. Erwähnt
sei die Einrichtung der Hofkapelle, die Musiker von internationalem Rang
vereinte. Das ökonomische Potential wurde strategisch genutzt, indem es in
politische Macht umgewandelt wurde. Die Kunst diente als instrumentum regni
und wurde zur Herrschaftslegitimierung und -stabilisierung eingesetzt. Seit der
Übertragung der Kurwürde auf die albertinische Linie der Wettiner 1547 bemühten
sich die Kurfürsten stets um Rechtfertigung. Bereits Moritz von Sachsen hatte
begonnen, die politischen Ansprüche in Kunstwerken zu visualisieren, wozu der
Aus- und Umbau des Dresdner Schlosses zu einer Residenz im Renaissancestil
zählt. Sein Bruder August erweiterte dieses Konzept zu einem System der
Staatsrepräsentation und dynastischen Selbstinszenierung, in dessen Mittelpunkt
das Sammlungswesen stand. Zu den ehrgeizigsten Projekten zählt das 1562
vollendete Moritzgrabmal im Freiberger Dom, das Analogien zu kaiserlichen
Repräsentationsformen aufweist. Die Früchte der konsequent durchgeführten und
staatlich kontrollierten Kunstpolitik waren in der Dresdner Kunst- und
Rüstkammer zu bewundern, wo sie Ehrengästen vorgeführt wurden. Die
kurfürstlichen Sammlungen gehörten zu den erlesensten in Europa. Sie standen in
Konkurrenz, aber auch in unmittelbarem Austausch mit den Kollektionen Kaiser
Rudolfs II. und Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Einen Eindruck dieses
„fürstlichen Glanzes“ vermittelt der vorliegende Ausstellungsband, der sich in
einen Aufsatz- und einen Katalogteil untergliedert.
Zur Einleitung wird ein Überblick [Jochen Vötsch] geboten über die
historisch-politische Lage Kursachsens von der Leipziger Teilung 1485, die eine
ernestinische und eine albertinische Linie der Wettiner begründete, bis zu den
Anfangsjahren des Dreißigjährigen Krieges, der in die Regierungszeit Johann
Georgs I. fiel. Nach den zahlreichen militärischen Unternehmungen unter
Kurfürst Moritz setzte mit der 33 Jahre währenden Herrschaft seines Bruders und
Nachfolgers August eine Zeit der Friedenswahrung und Konsolidierung ein. Die
Person Kurfürst Augusts wird besonders hervorgehoben, da er die verschiedenen
Sammlungen als Repräsentationsstrategie konzipierte und zugleich verfügte, daß
sie als Regalien zum unveräußerlichen Besitz des Hauses Wettin gehören sollten.
Auf die Bibliotheksgründung im Jahr 1556 folgte ab 1560 die Einrichtung der
Kunstkammer und der systematische Aufbau einer Prunkwaffensammlung. Die
Dresdner Kunstkammer war somit nach der Wiener die zweitälteste im Reich.
August kommt das besondere Verdienst zu, den von Moritz
initiierten Kulturtransfer fortzuführen und auszubauen. Er beschäftigte
zahlreiche italienische Künstler am kursächsischen Hof. In diesem Kontext sind
insbesondere die Brüder Tola, die bereits 1550 auf Wunsch von Moritz gekommen
waren, und Giovanni Maria Nosseni zu nennen. Nosseni [Jürgen Müller] folgte 1575 einem Ruf Augusts,
der zunächst einen Steinschneider gesucht hatte, aber letztlich einen
Hofkünstler mit umfassenden Kenntnissen und Fähigkeiten – d.h. ein
Universalgenie im Sinne des Renaissanceideals – brauchte, um den Dresdner Hof
auf internationales Niveau anheben zu können. Laut Bestallungsurkunde gehörten
zu den Aufgaben Nossenis u.a. die Bildhauerei, Malerei, Portraitkunst,
Architekturplanung sowie Konzeption und Organisation von Festen. Nosseni blieb
bis zu seinem Tod 1620 in kursächsischem Dienst, so daß er die vier Kurfürsten
begleitete, deren Regierungszeiten in die von der Ausstellung behandelte
Kernzeit 1580-1620 fallen. Im Gegensatz zu den Wechselfällen auf politischer
Ebene sorgte Nosseni für eine Kontinuität im künstlerischen Bereich. Als
Kunstintendant richtete er die Hochzeitsfeierlichkeiten für Christian I. und
dessen Sohn Johann Georg I. sowie zahlreiche Turniere, Maskeraden und Aufzüge
mit großem Erfolg aus. Seine Vertrautheit mit poetischen und mythologischen
Schriften zeigte sich in der allegorischen Ausgestaltung der Feste. Nosseni
zeichnete verantwortlich für fast 50 Inventionen, die dazu beitrugen, den
Dresdner Hof konkurrenzfähig zu machen. Sein Talent als Architekt konnte er
unter Beweis stellen, als Christian I. an die Macht kam. Der neue Kurfürst
überließ die Politik seinem Kanzler, Nicolaus Crell, und engagierte sich als
ehrgeiziger Kunstförderer, der den Anschluß an die katholischen
Herrscherhäuser, insbesondere die Habsburger, suchte und frühabsolutistische
Repräsentationsformen ausbildete. Christian I. trat in einen
künstlerisch-kulturellen Dialog mit den führenden Höfen Europas und konnte
somit bedeutende Werke für die Dresdner Kunstkammer erwerben. Als besonders
vorteilhaft erwies sich das freundschaftliche Verhältnis zum Großherzog der
Toskana, Francesco I. de’ Medici, der ihm zum Regierungsantritt drei
Kleinbronzen Giambolognas, dem renommiertesten Bildhauer seiner Zeit, schenkte
und einen Schüler des Hofkünstlers, Carlo di Cesare, zur Ausstattung diverser
Bauvorhaben auslieh. Ziel Christians I. war, Dresden zu einer wahren Residenz
auszubauen, die den Vergleich mit anderen Machtzentren nicht zu scheuen
brauchte. Er initiierte ein umfangreiches Bauprogramm, das neben der
Erweiterung der Stadtbefestigung etliche Repräsentationsbauten wie z.B. den
Langen Gang, das Portal des Kleinen Schloßhofes, das Pirnaische Tor, das
Lusthaus auf der Neuen Bastei und die Grablege der Wettiner im Freiberger Dom
umfaßte. An den letztgenannten Projekten war Nosseni maßgeblich beteiligt und
rekurrierte auf florentinisches Formenrepertoire. Die Fortifikationsmaßnahmen
standen ebenfalls unter italienischer Leitung. Hier war der Festungsingenieur
Rocco di Linar federführend. Bereits für die erste Phase des Schloßausbaus –
unter Kurfürst Moritz begonnen und von August fortgesetzt – waren Künstler und
Handwerker aus Italien gerufen worden, die in das Stadtbild Stilelemente der
Renaissance integrierten. Die italienische Präsenz in Dresden – die italianità
– veranlaßte 1577 den venezianischen Gesandten, Giovanni Dolfin, zur Prägung
der Bezeichnung altera Florentia. Damit war der Mythos als Elbflorenz
geboren und wurde künftig sorgsam gepflegt.
Christian II. führte die Repräsentationsstrategien zur magnificentia
principis fort. Seine Liebe zur Prachtentfaltung fand sowohl Ausdruck in
kostbaren und virtuosen Stücken, die er für die kursächsische Kunst- und
Rüstkammer erwarb, als auch in zahlreichen Festen, Turnieren und Jagden [Jutta Bäumel], die am Dresdner Hof
veranstaltet wurden. Das Prunkkleid, das Johann Georg I. zum Regierungsantritt,
trug, besticht nicht nur durch die der kostbaren Gold- und Seidenstickerei
immanenten Materialikonologie, sondern vor allem durch die augenfällige
Herrschaftsikonographie. Auf dem Mantel sind die Elblandschaft sowie die
Stadtansichten von Dresden und Meißen dargestellt, wobei die Residenz mit allen
Repräsentationsbauten vertreten ist. Die politische Aussage ist eindeutig: der
Fürst als Träger des Mantels bildet das Zentrum des Reiches, und
Herrschaftsgebiet und Volk, die ihn umhüllen, erfüllen eine dienende Funktion.
Eine Allusion auf die Rolle des Herrschers als vicarius Dei ist
intendiert.
Die höfische Festkultur bot eine willkommene
Gelegenheit zur Repräsentation des Fürsten und der Dynastie sowie zur
Inszenierung innen-, außen- und religionspolitischer Aussagen. Schloß und Stadt
wurden zur Bühne für frühneuzeitliche Multimediaspektakel, die über Tage,
zuweilen auch Wochen, hinweg die verschiedensten Divertissements aufboten. Das
Standardprogramm umfaßte neben Lustbarkeiten wie Tanz, Theater, Konzerten,
Schauessen, Maskeraden, Ritterspielen, Feuerwerken etc. auch Punkte, die auf
eine Visualisierung des ökonomischen und militärischen Potentials zielten, wie
Besuche der Kunst- und Rüstkammer, des Marstalls und Zeughauses. Die geladenen
Ehrengäste – verwandte und befreundete Fürsten, Diplomaten etc. – waren
integraler Bestandteil des Ereignisses, sowohl als Teilnehmer als auch als
Publikum. Ihnen kam die wichtige Funktion eines Multiplikators zu, indem sie
als Augenzeugen an andere Höfe Bericht erstatteten und somit die implizierten
politischen Botschaften vermittelten. Ergänzt wurde dieses Kommunikationssystem
durch die vielfältigen Festbeschreibungen, die in mehreren Sprachen gedruckt
und mit Illustrationen versehen eine weiträumige Distribution erfuhren.
Festberichte galten zudem als beliebtes Fürstengeschenk, da sie den Gastgeber
glorifizierten und als ars memoriae fungierten.
Der Gedanke an die Nachwelt und die ewige Memoria des
Fürstenhauses wirkte auch formgebend auf die Einrichtung von Kunst- und
Rüstkammer. Unter Kurfürst August hatte die Dresdner Kunstkammer [Dirk Syndram] eher einer technologischen
Wunderkammer geglichen, die nun von den drei folgenden Generationen gemäß der
Empfehlungen Gabriel Kaltemarckts auf internationales Niveau angehoben wurde.
Kaltemarckt hatte 1587 die Schrift Bedenken wie eine Kunst-Cammer
aufzurichten seyn möchte herausgeben, in der er als Ziel die Etablierung
innerhalb der ästhetischen Elite der europäischen Fürstenhöfe formuliert. Der
kompetitive Charakter des Sammelns und seine Funktion als politisches Medium werden
klar herausgestellt. Kaltemarckt setzt den Akzent auf den Erwerb von
hochrangigen Bildwerken, die den Primat an Scientifica ablösen sollen. Zu
diesem Zeitpunkt waren in der Dresdner Sammlung nur wenige Gemälde und
Holzschnitte vertreten, die zudem fast ausschließlich von deutschen Künstlern
stammten. Eine protestantische Reserviertheit gegenüber dem Bildwerk war nicht
zu verkennen, die durch eine verstärkte Sammeltätigkeit im
wissenschaftlich-technischen Bereich kompensiert wurde. Kurfürst Augusts Vorliebe
für Technologie belegt das Kunstkammerinventar von 1587, in dem sich von
insgesamt 9586 eingetragenen Exponaten 7353 auf Werkzeuge beziehen. In Auftrag
gegebene Werkzeuge wiesen Ornamente sowie Initialen, Wappen und Inschriften
auf, um dem Anspruch dynastischer Repräsentation zu genügen. Weitere 422
Objekte stellten wissenschaftlich-mathematische Instrumente und Uhren, die
August vornehmlich aus Augsburg und Nürnberg kommen ließ. Sein besonderes
Interesse erstreckte sich auch auf Instrumente aus Medizin, Vermessungswesen,
Astronomie und Astrologie. Demnach betrug der Anteil an Werkzeugen und wissenschaftlichen
Instrumenten 80% am Gesamtbestand. Der Sammlungsschwerpunkt reflektierte die
Führungsposition Sachsens bei der Erz- und Metallförderung sowie die
Verbreitung industrieller Produktionsweisen. Zugleich entsprach er einer
Repräsentationsstrategie, denn die Erfassung von Raum und Zeit symbolisiert die
Beherrschung der Welt. In allen Räumen der Kunstkammer waren
technisch-wissenschaftliche Exponate zu besichtigen, die sich in räumlicher
Nähe der Werke befanden, zu deren Herstellung sie dienten, und mit Fachbüchern
der jeweiligen Disziplin ergänzt wurden. Einzigartig war das Privileg, das am
Hof tätigen Künstlern und Wissenschaftlern gestattete, Gerätschaften
auszuleihen und zu benutzen. Aufgrund der didaktisch orientierten Präsentation
und des technologischen Fokus erwies sich die Dresdner Sammlung als äußerst
innovativ und avancierte zum Vorläufer eines wissenschaftlich-technischen
Museums.
Unmittelbar an die Kunstkammer schloß sich die
Drechselwerkstatt an, in der der Kurfürst auch selbst tätig war. Das Drechseln
galt als beliebter Zeitvertreib unter Fürsten, da aufgrund einer Interpretation
der Welt als erstem Kugelwerk auf den göttlichen Schöpfungsprozeß angespielt
und somit der Fürst in die direkte Nachfolge eines demiurgischen Gottes
gestellt wurde. Des weiteren vereinen sich in den Elfenbeinarbeiten technische
Innovation und künstlerische Virtuosität. Diese beiden Aspekte ergänzt um einen
Überraschungseffekt wiesen Automaten auf. Aufgrund ihres Spielcharakters
dienten sie dem Divertissement der Gäste. Christian II. erwarb 1610 einen
Tischautomaten mit dem Motiv Diana auf dem Rücken eines Kentauren.
Sobald das Gerät in Bewegung gesetzt wurde, schoß der Kentaur einen Pfeil ab.
Der Gast, in dessen Richtung der Pfeil flog, mußte einen Trinkspruch ausbringen
und seinen Becher leeren.
Einen traditionellen Programmpunkt des Festwesens
bildeten Turniere [Heinz-Werner Lewerken].
Da es zu den Aufgaben des Gastgebers gehörte, für die Gäste Turnierausrüstungen
bereitzustellen, war bei Hofe ein Mindestbestand an Rüstungen und Waffen
erforderlich. Zudem erfuhren Waffen und Rüstungen zunehmend eine gesteigerte
Wertschätzung als eigenständiges Sammelobjekt und Statussymbol. Georg der
Bärtige hatte im Dresdner Schloß eine Harnischkammer begründet, die Leib-,
Turnier- und Prunkwaffen verwahrte und damit den ältesten Bestand des
albertinischen Sammlungswesens bildete. Da Waffen ein hervorragendes Medium der
Herrschaftsrepräsentation waren, gehörte ihre Besichtigung zum Rundgang für
Ehrengäste. Im Rahmen der Umbauarbeiten ab 1548 wurde die Harnischkammer in den
Hausmannsturm verlegt, wo sie fortan auch symbolträchtige Objekte beherbergte,
wie z.B. das Kurschwert von 1547, das die Übertragung der Kurwürde auf die
Albertiner besiegelte. Vorteilhaft für das am Dresdner Hof stark ausgeprägte
Turnier- und Festwesen war, daß die Teilnehmer sich zunächst im Hausmannsturm
ausrüsten und dann über eine Rampe unmittelbar in den Schloßhof einziehen
konnten.
Auch in diesem Bereich übernahm der kursächsische Hof
eine Vorreiterrolle. August vollzog erste Schritte zu einer musealen
Präsentation, indem er den Bestand ab 1561 regelmäßig inventarisieren ließ und
besonders prächtige Exponate auf Holzpferden ausstellte. Der Kurfürst gab
zahlreiche Prunkharnische und -waffen zur Bereicherung seiner Sammlung in
Auftrag, für deren Herstellung er Plattner, Rüstmeister, Büchsenmeister sowie
Gold- und Messerschmiede an den Hof holte. Als Christian I. die Regierung
übernahm, war der Bestand auf das Zehnfache angewachsen und erforderte neue
Räumlichkeiten. Von 1586-1588 wurde der Neue Stall errichtet, der zur
Unterbringung von Marstall und Rüstkammer konzipiert war. Zu den Höhepunkten
der Sammlung gehörten der vergoldete Prunkharnisch, den Herzog Carl Emanuel von
Savoyen an Christian I. 1588 als Geschenk übersandt hatte, und der von Eliseus
Libaerts 1563-1564 geschaffene Prunkharnisch für Mann und Roß, der im Auftrag
des schwedischen Königs Erik XIV. entstand und als unübertroffenes Meisterwerk
der Plattnerkunst gilt. Christian II. erwarb die Garnitur 1606 und mußte die
enorme Summe von 8800 Gulden in Raten abbezahlen. Mit dem Umzug in das
Stallgebäude erfolgte eine grobe Strukturierung der Exponate, und es wurden
zwei thematisch bestimmte Räume eingerichtet, nämlich Kurkammer und Ungarische
Kammer. Die Ungarische Kammer beherbergte orientalische Waffen, die als
Beutestücke, Geschenke oder durch Ankäufe in die Sammlung gelangt waren. Die
kostbare Ausstattung und aufwendige Verarbeitung osmanischer Waffen sprachen
die fürstliche Neigung zur Prachtentfaltung an und machten sie zu einem
begehrten Geschenkobjekt. Christian I. erhielt umfangreiche Geschenksendungen
mit orientalischen Waffen von den Höfen in Mantua, Florenz und Turin. Seine
Söhne Christian II. und Johann Georg I. wurden von den Habsburgern großzügig
bedacht, um sich für militärischen Beistand zu bedanken bzw. der politischen
Unterstützung durch Kursachsen zu versichern.
Am kursächsischen Hof waren Kombinationswaffen
besonders beliebt, da sie technische Raffinesse mit handwerklicher
Kunstfertigkeit und Erfindungsreichtum verbanden, wie z. B. der 1593 von
Balthasar Hacker angefertigte Streithammer mit versenkbarer Stoßklinge. Er war
reich dekoriert und nicht zum praktischen Gebrauch, sondern als kuriose
Prunkwaffe konzipiert, deren Schlagkopf vier Werkzeuge vereinte. Die in der
Kurkammer verwahrten Kurschwerter bildeten den Fokus reichspolitischer
Repräsentation und Herrschaftslegitimierung. Außerdem waren dort
edelsteinbesetzte Prunkwaffen- und Jagdgarnituren ausgestellt, die vorrangig
Christian II. in Auftrag gegeben hatte. 1610 hatte er in Prag eine Garnitur im
orientalischen Stil bestellt und ließ auf der Schabracke den eigenen Namen und
die Titel mit Rubinen einlegen. Von den kostbaren Jagdwaffengarnituren war eine
mit 351 Türkisen und eine andere mit 193 Smaragden besetzt.
Die sächsischen Kurfürsten nahmen hohe Verschuldungen
in Kauf, um im Reigen der europäischen Potentaten mittanzen zu können, wobei
sie sich stets am Habitus der Habsburger orientierten. Bereits Moritz hatte die
kaiserliche Herrschaftsikonographie zur Grundlage genommen, um sie zu
überformen und das Bild des Hercules Saxonicus zu schaffen. Seit August
standen die Kurfürsten in besten Beziehungen zu den Habsburgen und erwiesen
sich – ungeachtet der konfessionellen Differenz – loyal auf politischer und
militärischer Ebene. Die Stabilität des freundschaftlichen Verhältnisses wurde
durch einen intensiven Geschenkeaustausch zwischen beiden Herrscherhäusern und
zahlreiche gegenseitige Besuche bezeugt. Zu den ikonographisch
aussagekräftigsten Geschenken gehört die Bronzebüste Christians II., die Rudolf
II. 1603 von Adriaen de Vries als Pendant zu seiner eigenen anfertigen ließ.
Auf der Büste des Kaisers sind Omnipotentia und Merkur dargestellt,
wohingegen sich auf der des Kurfürsten Pax und Concordia die
Hände reichen. Es handelt sich um ein diplomatisches Geschenk, das einerseits
die Verbundenheit mit dem Wettiner zum Ausdruck bringt, aber andererseits das
kursächsische Machtstreben deutlich in seine Grenzen verweist.
Ausstellung und Katalog konzentrieren sich auf typische
Kunstkammerobjekte, die nicht nur wertvoll, sondern zugleich auch virtuos,
kurios und rar sind, wie Gold- und Silberschmiedearbeiten – oft in Verbindung
mit Straußeneiern oder Nautilusschnecken –, Elfenbein- und Serpentinwerke,
Kleinbronzen, Prunkkleider, Prunkrüstungen und -waffen, Uhren und Automaten.
Bedeutende Medien genealogischer Repräsentation wie Gemälde, Medaillen oder
Bücher finden keine Berücksichtigung.
Am Beispiel Dresdens läßt sich besonders deutlich die
zunehmende Ästhetisierung der höfischen Welt verfolgen, die die Ausbildung
frühabsolutistischer Formen begleitet. Die Politik der sächsischen Kurfürsten
war seit der Übertragung der Kurwürde auf die albertinische Linie bestimmt
durch ein starkes Legitimationsbedürfnis sowie das Bestreben nach einem
Ausgleich zwischen der gesuchten Loyalität zum Kaiserhaus und der Wahrung der
Führungsrolle unter den protestantischen Fürsten. Um den diversen Ansprüchen in
der Selbstdarstellung entsprechen zu können, war ein komplexes System an
Repräsentationsstrategien erforderlich, das sich am Status des Dresdner Hofes
um 1600 ablesen läßt. Die formulierten Ziele einer Glorifizierung von Fürst und
Dynastie sowie der Herrschaftslegitimierung und Memoria wurden erfolgreich
visualisiert mittels der Repräsentationsarchitektur, der Kunst- und Rüstkammer
und des Festwesens. Die Kunstpatronage befriedigte nicht nur vordergründig ein
Prestigebedürfnis, sondern bildete ein unverzichtbares instrumentum regni.
Der Ausstellungskatalog
bietet einen sehr guten Überblick über die Grundtendenzen, die das
kursächsische Sammlungswesen um 1600 prägten und rückt zu Recht das lange Zeit
leicht verächtlich betrachtete Kunsthandwerk in den Blickpunkt. Die
hervorgegangenen Farbabbildungen bringen die kostbaren Materialien und die
reichhaltigen Dekorationen gut zur Geltung, wobei Detailaufnahmen die
künstlerische Virtuosität anschaulich machen. Stellenweise ergeben sich
inhaltliche Redundanzen aufgrund von Überschneidungen in den einzelnen
Beiträgen, die eventuell aus der Annahme resultieren, daß ein
Ausstellungskatalog nicht vollständig, sondern eher punktuell gelesen wird. Wer
an einer vertiefenden Lektüre zur kulturpolitischen und künstlerischen
Entwicklung des Dresdner Hofes interessiert ist, dem seien folgende Titel
empfohlen:
Elbflorenz. Italienische Präsenz in Dresden 16.-19.
Jahrhundert, hg. von Barbara Marx,
Amsterdam, Dresden 2000.
Eine gute Figur machen. Kostüm und Fest am Dresdner Hof, hg.
von Claudia Schnitzer und Petra Hölscher, Amsterdam, Dresden 2000.
Kunst und Repräsentation am Dresdner Hof, hg. von Barbara Marx, München, Berlin 2005.
Watanabe-O’Kelly,
Helen: Court Culture in Dresden. From Renaissance to
Baroque, Basingstoke, New York 2002.
Evelyn Korsch, Venedig
Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit, hg. von Susanne Pils und Jan Paul Niederkorn,
Innsbruck u.a. 2005 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Geschichte, 44) [Studien-Verlag,
271 S., kart., Ill., € 27,90].
Obwohl im programmatischen Entwurf für eine deutsche
Residenzenforschung, den Hans Patze und Gerhard Streich 1982 vorstellten,
durchaus bedacht, lagen die Beziehungen
zwischen Stadt und Residenz lange nicht im Fokus der Forschung. Dies hat sich
in den letzten Jahren merklich zu wandeln begonnen. Immer häufiger trägt man
der Tatsache Rechnung, daß Residenzbildung und Hofhaltung auch einen Ort hatten
und dieser in Spätmittelalter und Früher Neuzeit meist in oder nahe bei Städten
zu finden war, woraus sich ein facettenreiches Neben-, In- und Gegeneinander
zweier unterschiedlich fundierter und strukturierter Systeme ergab. So ist Ende
2001 an der Universität in Halle ein Forschungsprojekt eingerichtet worden, das
sich mit diesem Themenfeld befaßt, wobei hier der an Residenzen reiche
mitteldeutsche Raum im Zentrum des Interesses steht.
Und die Residenzen-Kommission hat 2004 der Thematik mit geweitetem
geographischen Horizont ihr 9. Symposium gewidmet.
In diesen Forschungskontext fügt sich nun auch der hier
anzuzeigende Band, der neben einer knappen Einleitung und einem
Autorenverzeichnis insgesamt neun Beiträge umfaßt. Auf eine Synthese der
Ergebnisse am Ende des Bandes und ein hilfreiches Register hat man leider – wie
allzu oft bei Sammelbänden – verzichtet. Das Buch geht auf den achten Workshop
des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“ zurück, der im März 2003 in
Wien abgehalten wurde. Unter der leitenden Frage, ob die Residenzstadt als ein
‚zweigeteilter Ort‘ zu begreifen ist, stehen die Beziehungen zwischen der Stadt
Wien und dem Hof im 17. und 18. Jahrhundert im Blickpunkt, wenngleich einige
Beiträge zeitlich und geographisch über diesen Rahmen hinausgreifen.
Dies gilt sogleich für die ersten beiden, unter die
Sektionsüberschrift „Hof und Stadt – die Stadt als Residenz“ gestellten Texte.
Jörg Wettlaufers Beitrag „Höfe
und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich“ lotet Nutzungsmöglichkeiten des
den Lesern dieser Zeitschrift gut bekannten Residenzenhandbuches aus, indem er
die Handbuchartikel nach Aussagen über die Beziehungen zwischen Stadt und
Stadtherrn befragt. Beachtlich ist trotz ebenfalls zu beobachtender friedlicher
Koexistenz und für beide Seiten nutzbringender Kooperationen die Zahl
dokumentierter Spannungen, wobei vor allem das besonders hohe Konfliktpotential
in geistlichen Residenzstädten auffällt. Daß sich Stadt und Hof im Übergang vom
Mittelalter zur Neuzeit häufig als eigenständige Sphären gegenüberstanden, wird
in diesen Konflikten überaus deutlich; die große Zahl von Residenzen, in denen
Stadt und Stadtherr miteinender rangen, wird man zweifellos treffend als
‚zweigeteilte Orte‘ beschreiben können. Ein anderes Bild entwirft hingegen
Holger Th. Gräf. Anhand der
kleinen hessischen Residenzen Arolsen und Butzbach geht er der Frage nach, ob
Stadt und Schloß nicht als ein „Gehäuse“ zu begreifen sind, „in dem sich im
Laufe der Frühneuzeit eine spezifische adelig-bürgerliche Mischkultur
entwickelte, deren kultur- und gesellschaftsgeschichtliche Konsequenzen bis in
das 19. und 20. Jahrhundert reichen“ (S. 29). Für seine beiden Fallbeispiele
kann Gräf dies durchaus glaubhaft machen, wenngleich der Argumentation zuweilen
ein breiteres sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Fundament dienlich gewesen
wäre. Der Beitrag lädt zu weiteren Fragen ein: Wie sieht es mit der
beobachteten starken Verschränkung von Stadt und Hof aus, wenn man diese nicht
schon allein aus der geringen Größe und Bedeutung der gewählten Fallbeispiele
hinreichend erklären kann? Ist die in der Forschung meist betonte Eigenständigkeit
der Bereiche in Residenzstädten von größerer topographischer, sozialer,
wirtschaftlicher und kultureller Komplexität gleichermaßen in Zweifel zu
ziehen?
Schon die weiteren Beiträge des Bandes, die sich auf
die Wiener Verhältnisse konzentrieren, sprechen eher dagegen. Sie lassen kaum
Zweifel daran aufkommen, daß man hier von (mindestens) zwei eigenständigen
Sphären sprechen kann, wenn es auch zwischen ihnen intensiven Austausch,
Verzahnungen und zuweilen geradezu Abhängigkeiten gab. Solche werden vor allem
im Beitrag von Andreas Weigl
deutlich, der zu Beginn der zweiten Sektion „Hof-Wirtschaft – Das Werden einer
Metropole“ nach der „Bedeutung des Wiener Hofes für die städtische Ökonomie in
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts“ fragt. Er gelangt dabei – anders als Małecki
in seiner Untersuchung über Krakau – zu dem Schluß, daß die
Rolle des Hofes außerordentlich hoch zu veranschlagen ist, und dies nicht nur
für den vergleichsweise kleinen Kreis von Bediensteten und Handwerkern des
Hofes oder lediglich für die Sektoren Bauwesen, Nahrungsmittel- und
Textilproduktion. Vielmehr schreibt er der Hofökonomie insbesondere durch die
Hebung des Massenkonsums eine starke Ausstrahlungskraft zu, die sogar über die
Stadtwirtschaft Wiens hinausreichte. Als wesentliche Effekte expandierender
Hofhaltung benennt Weigl die Erhöhung der Abgabenquote, eine forcierte
Einbindung großer Bevölkerungsteile in Marktmechanismen und die Weckung neuer
Konsumbedürfnisse, ferner unterstreicht er die Rolle des Hofes als Arbeitgeber.
Allerdings basieren seine Resultate zu einem erheblichen Teil auf längeren
Ketten von Annahmen und recht groben Schätzungen. Hier wünscht man sich
zuweilen die Stabilisierung der Ergebnisse durch ein festeres Datenfundament.
Den in der historischen Realität vermutlich eher geringen Unterschied zwischen
Hofhandwerk und hofbefreitem Handwerk erläutert ein kurzer Beitrag von Herbert Haupt, bevor Peter Rauscher darauf hinweist, daß man
angesichts des Wiener Judenghettos (1625-1670) nicht nur von einem zwei-,
sondern treffender von einem dreigeteiltem Ort zu sprechen hat. Dabei geht es
ihm jedoch weniger um eine Strukturanalyse der drei „Entitäten Juden – Hof –
Stadt“ (S. 91), sondern um die Folgen von Interessenlagen und Handlungen
einflußreicher Gruppen und Individuen auf die Lebensbedingungen der Wiener
Juden. Deutlich wird in diesem Beitrag, daß die Juden von den
Entscheidungsträgern der Stadt – wie andere vom Hof privilegierte Gruppen – als
Teil des grundsätzlichen Interessenkonfliktes zwischen Hof und Stadt betrachtet
und bekämpft wurden, und dies zuweilen sogar zum Schaden der Stadt.
Stützen schon die Beiträge zu
wirtschaftsgeschichtlichen Aspekten eher die Deutung der Residenzstadt als
eines ‚zweigeteilten Ortes‘, gilt dies noch mehr für die Beiträge der dritten
Sektion „Die Stadt als Bühne“. Harald Tersch
untersucht unter dem Titel „Zwei Bilder einer Stadt“ die Darstellung Wiens in
der Reiseliteratur aus der Zeit um 1700. Deutlich wird die Trennung von
Hofstatt und Stadt Wien, das Nebeneinander zweier Raumbilder, manifestiert in
jeweils eigenen Beschreibungsmodi. Diese werden mit der Zeit veränderten
Gegebenheiten angepaßt, jedoch ohne daß der Dualismus von Stadt und Hofstatt
aufgelöst würde. Mit dem Alltag der Gesandten in Wien um 1700 befaßt sich Rouven
Pons, der diese
Bevölkerungsgruppe nicht nur als Bindeglied zwischen Wien und den delegierenden
Territorien, sondern auch zwischen Stadt- und Hofgesellschaft interpretiert.
Dem Bereich der Geschichte symbolischer Kommunikation ist der Beitrag „Der
vermenschte Heiland“ von Martin Scheutz
zuzuordnen, in dem Armenspeisung und Gründonnerstags-Fußwaschung am Wiener
Kaiserhof untersucht werden. Kaiser und Kaiserin folgten hier dem Vorbild
Christi und verstanden es so, sich durch inszenierte Erniedrigung zu erhöhen.
Für das Zeremoniell wurden vor allem Bedürftige aus Wien ausgewählt, die
kaiserliche Mildtätigkeit kann daher als Geste an die Residenzstadt gedeutet
werden. Allerdings wären Scheutz’ Ausführungen auch ohne jenen Vorspann zur
Theologie und Geschichte der Fußwaschung hinreichend verständlich und
symbolgeschichtlich kontextualisierbar gewesen, in dem ein langer Bogen von den
biblischen Grundlagen über mittelalterliche und frühneuzeitliche Praktiken bis
hin zu Joseph Beuys’ Protestveranstaltungen an der Düsseldorfer Kunstakademie
geschlagen wird.
Etwas einsam steht der kurze Beitrag von Thomas Just über „Bettler: Residenz und Armut“
unter der Sektionsüberschrift „Die Stadt und ihre Ränder“ da. Gleichwohl bildet
die hier vorgeführte fehlende Zahlungsmoral des Hofes gegenüber den Wiener
Armenstiftungen einen überaus aufschlußreichen Kontrast zu den mit viel Aufwand
realisierten rituellen Armenspeisungen und Gründonnerstags-Fußwaschungen, die
der vorstehende Beitrag schildert.
Die im Titel aufgeworfene Frage, ob die Residenzstadt
als ‚zweigeteilter Ort‘ zu beschreiben ist, sieht man nach Lektüre des Bandes
für das frühneuzeitliche Wien mit einem Ja beantwortet, und auch Jörg Wettlaufers
Beobachtungen auf Grundlage einer großen Zahl von Fallbeispielen im alten Reich
läßt in den Konfliktkonfigurationen eher die Eigenständigkeit der Sphären
erkennen. Gleichwohl rät Gräfs Beitrag zur Vorsicht: Zumindest für die
erhebliche Zahl kleiner Residenzen des 17. und 18. Jahrhunderts ist erst noch
im Einzelfall zu prüfen, inwieweit man das Deutungsschema des ‚zweigeteilten
Ortes‘ auf diese übertragen kann. Weiteren Aufschluß wird man vielleicht schon
gewinnen können, wenn diesem Buch demnächst der Sammelband zum 9. Symposium der
Residenzen-Kommission an die Seite gestellt wird.
Matthias Meinhardt, Halle (Saale)
Nolte, Cordula:
Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und
Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der
Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440–1530), Ostfildern 2005 (Mittelalter-Forschungen,
11) [Jan Thorbecke Verlag, 472 S., geb., 49 Euro].
Die im 15. und frühen 16. Jahrhundert entstandenen
Familienbriefe der Markgrafen von Brandenburg sind bislang noch nie Gegenstand
einer umfassenden, monographischen Untersuchung gewesen. Dies ist zweifellos
erstaunlich, denn daß es sich dabei im Hinblick auf Qualität wie Quantität um
ein außergewöhnliches Quellenkorpus handelt, ist seit langem bekannt. Zwar
haben Korrespondenzen gerade in jüngerer Zeit die verstärkte Aufmerksamkeit der
mediävistischen Forschung gefunden, und insbesondere der Briefwechsel des
Markgrafen und Kurfürsten Albrecht Achilles (gest. 1486) ist bereits des
öfteren in unterschiedlichen Zusammenhängen herangezogen worden, doch es sei
wiederholt: Eine umfassende Auswertung fehlte bislang.
So hat sich Cordula Nolte, mittlerweile
Lehrstuhlinhaberin in Bremen, mit ihrer 2002 an der Universität Greifswald
eingereichten und nunmehr im Druck vorgelegten Habilitationsschrift einem
wahren Forschungsdesiderat zugewandt. Die Autorin, die schon
in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe kleinerer Beiträge zum Thema
publiziert hat, will am Beispiel der brandenburgischen Markgrafen „die
fürstliche Familie als soziale Gruppe in den Blick […] nehmen“ (S. 14). Es geht
ihr darum, „wie die Angehörigen fürstlicher Familien im Übergang vom
Mittelalter zur Frühneuzeit ihre Beziehungen untereinander – innerhalb der
Familie, Dynastie, Verwandtschaft – gestalteten“. Das „Beziehungshandeln dieser
Gruppe“ sieht sie als „Teil fürstlicher Politik und Herrschaftspraxis“ (S. 13).
Im Sinne der Verflechtungsanalyse Wolfgang Reinhards, die hier qualitativ zu
verstehen ist, will sich die Autorin auf „zentrale Stränge“ des familiären und
verwandtschaftlichen „Gesamtnetzes“ konzentrieren und dabei dem „regierenden
Familienoberhaupt“ als der „zentralen Figur des Systems“ und des „Beziehungs-
und Kommunikationsnetzes“ besondere Aufmerksamkeit schenken (S. 17).
Ausdrücklich knüpft sie an die Historische Familienforschung, an die
Historische Anthropologie und an die Frauen- und Geschlechtergeschichte an, die
bekanntlich vielfach miteinander verwoben sind, ebenso an die Kommunikations-
und Briefforschung sowie die Hof- und Residenzenforschung. Sie ordnet sich
damit auch in die jüngeren Arbeiten zu hochadligen Familien im späten
Mittelalter ein – erinnert sei allein an die einschlägigen Monographien von
Karl-Heinz Spieß und Jörg Rogge. Gerade letzterer hat
sich am Beispiel der Wettiner teilweise mit ähnlichen Fragen beschäftigt.
Der Untersuchungszeitraum beginnt mit dem Tod
Friedrichs I. (VI.) im Jahre 1440, der als Burggraf von Nürnberg erstmals die
brandenburgische Kurwürde erlangte. Die Arbeit endet im wesentlichen um 1530
mit dem Tod Markgraf Casimirs (1527) und dem Übergang der Herrschaft in den
fränkischen Gebieten auf dessen Bruder Georg (gest. 1545), beide Urenkel
Friedrichs I. Da sich die personen- und dynastiegeschichtliche
Betrachtungsweise nur schwer in ein zeitliches Korsett zwängen läßt, fügt die
Autorin immer wieder auch zeitliche Vor- und Rückgriffe ein. Sie berücksichtigt
im übrigen die gesamte hohenzollersche Dynastie, beschränkt sich also nicht –
wie es der Untertitel des Buches („[…] von Brandenburg-Ansbach“) möglicherweise
suggerieren könnte – auf Franken, sondern richtet den Blick auch auf die Mark Brandenburg.
Gerade der Vergleich zwischen den beiden weit voneinander entfernten und in
mancher Hinsicht unterschiedlich strukturierten Herrschaftskomplexen klingt an
mehreren Stellen der Untersuchung an. Ebenso spielt auch die Aufspaltung in
verschiedene dynastische Linien eine Rolle, die sich – gewissermaßen ex post
betrachtet – in der Generation der Söhne des Markgrafen Albrecht Achilles
vollzog: Zwischen der fränkischen Linie mit den Markgrafen Friedrich d.Ä.,
Casimir und Georg, der brandenburgischen Linie mit den Kurfürsten Johann und
Joachim I. und der preußischen Linie mit dem Hochmeister (ab 1525 Herzog)
Albrecht ist im endenden 15. und frühen 16. Jahrhundert ein Wechselspiel von
partikularen und gesamtfamiliären Interessen zu beobachten. Andere Dynastien –
zum Beispiel die Herzöge von Sachsen, die Grafen von Württemberg und die Grafen
von Henneberg-Schleusingen – finden im Rahmen des Konnubiums Berücksichtigung
und werden auch sonst punktuell zum Vergleich herangezogen.
Cordula Nolte hat die hohenzollersche
Familienkorrespondenz umfassend gesichtet, was bereits an sich eine
beachtenswerte Leistung darstellt. Gerade die komplexe und nicht leicht
überschaubare Editions- und Überlieferungssituation hat die Bearbeitung in der
Vergangenheit immer wieder erschwert: Zwar liegen zahlreiche Briefe gedruckt
vor, doch sind sie auf eine Vielzahl qualitativ sehr unterschiedlicher
Editionen verteilt. Zusätzlich hat die Autorin die nicht geringe ungedruckte
Überlieferung erschlossen, die vor allem in Berlin, Nürnberg und Bamberg,
daneben zum Beispiel auch in Stuttgart, Meiningen und Dresden zu finden ist.
Den Korrespondenzen treten viele weitere Quellen zur Seite: Urkunden und
Verträge, Hofordnungen, Inventare usw.
Den Gang ihrer Untersuchung hat Cordula Nolte in vier Kapitel
gegliedert, die grob mit den Begriffen Familie und Dynastie (S. 41–147), Hof
und Haushalt (S. 149–199), Raum (S. 201–312) sowie Kommunikation (S. 313–373)
zu umreißen sind. Am Anfang stehen die Rahmenbedingungen: die politische Rolle
der Markgrafen im Reich, die „Familienordnung“, die Stellung des einzelnen im
verwandtschaftlichen Gefüge sowie die „Doppelherrschaft“ in Franken und in der
Mark Brandenburg. Den Schwerpunkt dieses ersten Teils bilden Ausführungen zur
„dynastischen Politik“ der Hohenzollern, also zur Herrschaftsnachfolge, zum
Konnubium und zur Versorgung von Nachkommen mittels geistlicher Pfründen.
Der zweite Hauptabschnitt thematisiert zum einen Höfe
und Residenzen im Vergleich zwischen Franken und der Mark, wobei die Autorin an
die Arbeiten von Reinhard Seyboth, Karl-Heinz Ahrens u.a. anschließt: Der
„Nutzung eines ganzen Netzes von Höfen“ (S. 157) im Süden stand im Nordosten
die sich bereits unter Kurfürst Friedrich II. (resign. 1470, gest. 1471)
verfestigende Residenzfunktion Berlins gegenüber. Zum anderen geht es um die
fürstlichen Haushalte als „Organisationsformen und Konstellationen des
familialen Zusammenlebens“ (S. 167), d.h. um die Leitung des Haushalts,
ökonomische Aspekte, Versorgungspflichten und ‑ansprüche und schließlich
die Vernetzung fürstlicher Haushalte durch die Delegierung von
Erziehungsaufgaben an räumlich entfernt lebende Verwandte, was nicht nur Söhne,
sondern auch Töchter betraf.
Unter der Überschrift „Raumbezüge und
Sozialtopographie“ wendet sich Cordula Nolte sodann den sozialen und
architektonischen Bezügen des höfischen Raumes und ihrer gegenseitigen
Verschränkung zu. In der ersten Hälfte geht sie auf bauliche Strukturen und
Wohnverhältnisse der Residenzen ein und widmet sich ausführlich dem
„Frauenzimmer“ in der doppelten Bedeutung der Frauenwohnräume und der
personellen Umgebung der Fürstin. Die zweite Hälfte des Kapitels beschäftigt
sich mit Grenzen und Übergängen zwischen Innen und Außen, zwischen höfischer
Integration und Distanzierung, zwischen Öffentlichkeit und Nichtöffentlichkeit
am Hof. Besonderes Gewicht erhalten zwei Fallstudien über die Gefangensetzung
Markgräfin Barbaras (gest. 1515), einer Tochter des Albrecht Achilles, durch
ihre Brüder ab 1493 sowie über die Entmachtung Markgraf Friedrichs d.Ä. (gest.
1536) durch seine Söhne im Jahre 1515 und seine bis 1528 währende Inhaftierung.
An Hand dieser Konflikte, die zeitweilig zur räumlichen und sozialen Isolierung
der betroffenen Familienmitglieder auf der oberfränkischen Plassenburg führten,
werden vor allem Verständigung und Fraktionsbildung innerhalb der Familie
dargestellt.
Der vierte Teil geht schließlich den Formen der
Kommunikation nach und analysiert die überlieferte hohenzollersche
Korrespondenz auf sprachlicher Ebene. Behandelt wird einerseits das Verhältnis
von Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Andererseits geht es um den Ausdruck
emotional geprägter Haltungen und Reaktionen, wie zum Beispiel Aggressionen,
Bitten, Zuneigung, Trauer und Trost.
Abschließend faßt Cordula Nolte die Ergebnisse ihrer Überlegungen
zusammen (S. 375–389). Sie arbeitet dabei noch einmal drei Elemente heraus, die
das Handeln des einzelnen wie der Gruppe der fürstlichen Familie vielfach
bestimmt hätten: das Streben nach bzw. die Abwehr von sozialer, ökonomischer
und politischer Partizipation, die Rangordnung sowie das Wechselspiel von Nähe
und Distanz.
Cordula Nolte hat eine gelungene, interessante,
wichtige Arbeit vorgelegt, die zweifellos eine intensive Rezeption seitens der
Adels- und Hofforschung erfahren wird. Ihr um die Begriffe „Familie“, „Hof“ und
„Herrschaft“ kreisendes Konzept, das die personengeschichtliche Mikroebene mit
sozialen und politischen Strukturen verbindet, erweist sich als geeignet, um
die inner- und zwischendynastischen Beziehungen und die Formen fürstlicher
Soziabilität zu interpretieren. Zudem wirkt die Darstellung auf weite Strecken
sehr anschaulich.
Nicht das geringste Verdienst der Arbeit wäre es,
weitere Fragen anzuregen. Wenn Cordula Nolte beispielsweise das Frauenzimmer
als „Personengruppe“ beschreibt, die „in einem Verhältnis besonderer Nähe nicht
nur zur Fürstin persönlich, sondern zur fürstlichen Familie, ja zur ganzen
Dynastie stand“ (S. 246), so ist damit auch das generelle Thema der höfischen
Nähe zum Fürsten angesprochen, das für männliche Hofangehörige ebenso zu
analysieren wäre. Überhaupt sind die personellen Verflechtungen an den
markgräflichen Höfen noch keineswegs vollständig erforscht. Und schließlich ist
die Aufforderung Cordula Noltes zu unterstreichen, auch die Beziehungsgeflechte
anderer Dynastien zu untersuchen, um „die Landschaft von fürstlichen Familien,
Dynastien und Höfen im Detail und in ihrer Diversität zu kartographieren“ (S.
388 f.). Das vorgestellte Buch leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Sven Rabeler, Kiel
Neuerscheinungen
Adams, T.: Medieval mothers and their children. The case of Isabeau of
Bavaria, in: Childhood in the middle ages and the renaissance. The
results of a paradigm shift in the history of mentality, hg. von A. Classen, Berlin u.a. 2005.
Ahl, I.: Humanistische Politik zwischen
Reformation und Gegenreformation. Der Fürsten-spiegel des Jakob Omphalius,
Stuttgart 2004 (Frankfurt Historische Abhandlungen, 44) [Franz Steiner Verlag,
349 S., geb., 65 Euro].
Akasoy, A.: A Baghdad court in Constantinople/Istanbul, in: Das
Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung 10,2 (2005) S.
136-147.
Alexandre-Bidon, D.:
Une archéologie du goût. Céramique et consommation – Moyen
Âge-Temps modernes, Paris 2005 [Picard, 304 S., brosch., 103 sw-Abb., 24 farb. Abb.,
55 Euro].
„Alle Erinnerung ist Gegenwart“. Die Hohenzollerngruft
und ihre Sarkophage. Geschichte – Bedeutung – Erhaltung, hg. vom Dom zu Berlin
und dem Landesdenkmalamt Berlin, Berlin 2005 [Deutscher Kunstverlag, 252 S., geb.,
200 sw-Abb., 40 farb. Abb., 25 Euro].
Architecture and the Politics of Gender in
Early Modern Europe, hg. von H. Hills, Aldershot 2003 [Ashgate, 232 S.,
kart., zahlr. Abb., 49,50£].
Arndt, S.: Humanistische
Bildung und Adel. Die Löwensteinische Stipendiatenstiftung aus dem Jahr 1536,
in: Zeitschrift des Vereins für hessische Landesgeschichte 110 (2005) S. 63-82.
Asch, R. G.:
Religiöse Selbstinszenierung im Zeitalter der Glaubenskriege. Adel und
Konfession in Westeuropa, in: Historisches Jahrbuch 125 (2005) S. 67-100.
Der Augsburger Religionsfriede 1555. Ein Epochenereignis
und seine regionale Verankerung, hg. von W.
Wüst, G. Kreuzer und N. Schümann, Augsburg 2005 (Zeitschrift
des Historischen Vereins für Schwaben (ZHVS), 98) [Wißner-Verlag, 416 S., geb.,
46 Abb., 25 Euro].
Babendererde, C.:
Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen
Reichsfürsten des Spätmittelalters, Ostfildern 2006 (Residenzenforschung, 19)
[Thorbecke, 304 S., Ln., 44 Euro] – Bestellformular unten S. 129.
Baldassare Pistorini, Kurz gefaßte Beschreibung des
Palastes, Sitzes der Erlauchtesten Fürsten von Bayern. Descrittione
compendiosa del Palagio sede de’ Serenissimi di Baviera hg. und komm. von L. Longo-Endres, dt. Übers. von J. Zimmer, München 2006 (Quellen zur
Neueren Geschichte Bayerns. IV: Reiseberichte, 2) [Kommission für Bayerische
Landesgeschichte, 45+199 S., 5 Abb., 1 Beilage, 24 Euro].
Baldzuhn, M.:
‚Cato‘ bei Hofe. Transformation eines Schultextes in den Händen adeliger Laien,
in: Archiv für Kulturgeschichte 87 (2005) S. 315-349.
Beltrán, V.: La
corte de babel. Lenguas, poética y política en la Espaňa del siglo XIII,
Madrid 2005 (Biblioteca románica hispánica, 2: Estudios y ensayos, 143) [Gredos,
341 S., 18 Euro].
Berger, E.:
Historische Gärten Österreichs. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis
um 1930, Bd. 1: Niederösterreich, Burgenland, Bd. 2: Oberösterreich, Salzburg,
Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol, Bd. 3: Wien, Wien u.a. 2002, 2003, 2004
[Böhlau, Ln., Bd. 1: 747 S., 660 sw-Abb., 89 Euro; Bd. 2: 750 S., 800 sw-Abb.,
89 Euro; Bd. 3: 569 S., 411 sw-Abb., 89 Euro].
Berger, J.:
Europäische Aufklärung und höfische Sozialisation. Prinzenerziehung in Gotha
und Weimar, in: Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Ein Herrscher im
Zeitalter der Aufklärung, hg. von W. Greiling,
A. Klinger und C. Köhler, Köln u.a. 2005, S. 201-226.
Berger, J.:
„Herr“scherin auf Abruf. Handlungsspielräume einer kleinstaatlichen Regentin am
Ende des Alten Reiches, in: Handlungsspielräume von Frauen um 1800, hg.
von J. Frindte und S. Westphal, Heidelberg 2005, S. 293-310.
Berger, J.:
Kaiser, Hof und Reich in der frühen Neuzeit. Neue Forschungsergebnisse und
Perspektiven, in: Majestas 13 (2005) S. 209-223.
Bergholz, T.: Kein
ander Spiel als Trommen und Pfeifen. Der Zusammenhang zwischen Militär- und
Hochzeitsmusik anhand zweier Mandate der Markgrafen Georg Friedrich und Ernst
von Baden aus den Jahren 1597 und 1606, in: Zeitschrift für die Geschichte des
Oberrheins 152 (2004) S. 235-244.
Bernini in Paris. Das Tagebuch des Paul Fréart de
Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis am Hof Ludwig XIV., hg. von
P. Schneider und P. Zitzlsperger, Berlin 2006 [Akademie
Verlag, 500 S., geb., 80 Abb., 49,80 Euro].
Die Beziehungen Herzog Albrechts von Preußen zu Städten,
Bürgertum und Adel im westlichen Preußen (1525-1554). Regesten aus dem
Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von U. Benninghoven, Köln u.a. 2005
(Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Unterreihe:
Herzog Albrecht von Preußen und Livland, 48,1-2) [Böhlau, 1700 S., geb., 218
Euro].
Bihrer, A.: Zur
Verfassungs- und Sozialgeschichte der Stadt Konstanz in der Mitte des 14.
Jahrhunderts, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153 (2005) S.
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Biller, T. u.a.:
Le château de Fleckenstein, Regensburg 2003 (Burgen, Schlösser und Wehr-bauten
in Mitteleuropa) [Schnell&Steiner, 64 S., geheft., 5 sw-Abb., 54 farb.
Abb., 6,50 Euro].
Bini, M., Bertocci, S.: Castelli
di pietre. Aspetti formali et materiali dei castelli crociati nell’area di
Petra in Transgiordania, Florenz 2004 [Polistampa, 240 S., geb., 24 Euro].
Blanning, T. C.
W.: Das Alte Europa 1660-1789. Kultur der Macht und Macht der Kultur, übers.
von M. Carbe, München 2006
[Oxford University Press/Lizenzausgabe Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 516
S., Fadenheftung, geb., 1 sw-Abb., 5 Tab., 29,90 Euro].
Blécon, J.; Fontainebleau 1538-1542. Nouvelles données sur la Grande
basse-cour, in: Bulletin Monumental 163,3 (2005) S.211ff.
Blockmans, W.:
Von der Stratifikation zur Gestalt. Der Paradigmenwechsel in der
Stadtgeschichte der Niederlande, in: Stadt und Region. Internationale
Forschungen und Perspektiven. Kolloquium für Peter Johanek, hg. von H. Duchhardt und W. Reininghaus, Köln 2005, S.1-11.
Blockmans, W.: The stages of new political regimes: the transformation of
capital cities, in: European Review 13 (2005) S. 33-45.
Bojcov, M. A.: Wie der Kaiser seine Krone aus den Füßen des
Papstes empfing, in: Zeitschrift für historische Forschung 32 (2005) S.
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Borkowska, U.: Marital Contracts
of the House of Jagiellon, in: Majestas 13 (2005) S. 75-93.
Bornemann, M., Soltys, B.: Torhäuser öffnen Türen,
Ludwigsburg 2005 [Wasmuth Verlag, 96 S., kart., 84 meist farb. Abb., 14,90
Euro].
Brandstätter, K.:
Der Hof unterwegs. Zum Aufenthalt Friedrichs IV. von Österreich in Wiener
Neustadt 1412/1413, in: Tirol – Österreich – Italien. Festschrift für
Josef Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter
und J. Hörmann, Insbruck 2005, S.
109-140.
Brebeck, W. E.:
Die Wewelsburg. Geschichte und Bauwerk im Überblick, München 2006 [Deutscher
Kunstverlag, 96 S., brosch., 17 sw-Abb., 27 farb. Abb., 7 Euro].
Breckling, F.:
Autobiographie. Ein frühneuzeitliches Ego-Dokument im Spannungsfeld von
Spiritualität, redikalem Pietismus und Theosophie, Tübingen 2005 (Frühe
Neuzeit, 109) [Niemeyer, 170 S., Ln., 44 Euro].
Brinkman, H.: De
Grammont à Bruges. Le „vénérable gentilhomme“ Jan van Hulst,
poète, chanteur et intermédiaire culturel, in: Publication du Centre européen
d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 129-141.
Brunel, G.: Images du pouvoir royal. Les chartes décorées des Archives
nationales XIIIe-XVe siècle, Paris 2005 [Somogy, 256 S., brosch.,
162 Abb., 30 Euro].
Buc, P.: L’ambiguité du livre. Prince, pouvoir et peuple dans les
commentaires de la bible au Moyen Âge, 2. Aufl., Paris 2006 (Théologie historique, 95) [Beauchesne, 427 S., brosch., 43,45
Euro].
Buchholzer-Rémy,
L.: Une ville en ses réseaux: Nuremberg à la fin du Moyen Âge, Paris 2006
[Belin, 384 S., 29 Euro].
Bünz, E.: „...
mehr Grüße, als Pfaffen in Würzburg leben ...“ Klerus und geistliche
Institutionen im Spätmittelalter, in: Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter 67
(2005) S. 25-62.
Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. I. Nördlicher
Teil. Halbband L-Z, hg. von A. Zettler
und T. Zotz, Ostfildern 2006
(Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in
Südwestdeutschland, 15) [Thorbecke, 336 S., Ln., zahlr. Abb., 69 Euro].
Büschel, H.: Der
Kult um deutsche Monarchen 1770-1830, Göttingen 2006 (Veröffentlichungen des
Max-Planck-Instituts für Geschichte, 220) [Vandenhoeck & Ruprecht, 488 S., Ln.,
7 Abb., 69 Euro].
Bussmann, B.: Die
Historisierung der Herrscherbilder (ca. 1000-1200), Köln u.a. 2006 (Europäische
Geschichtsdarstellungen, 13) [Böhlau, 416 S., geb., 58 sw-Abb., 54,90 Euro].
Cadre de vie et manières d’habiter (XIIe-XVIe
siècle). Colloque de la Société d’Archéologie Médiévale, Texte
zusammengest. von D. Alexandre-Bidon,
F. Piponnier und J.-M. Poisson, Caen 2006 [Brepols, 336 S.,
42,40 Euro].
Aus dem Inhalt:
Poklewski-Koziell,
T.: Le création du bourg de Dabrowno-Gilgenburg (XIVe siècle). La plantification d’un nouvel espace humain; Chapelot, O., Rieth,
B.: Dénomination et réparation des espaces. Les résidences des comtes d’Artois
en Île-de-France (fin XIIIe-1ère moitié du XIVe siècle);
Bon, P.: Un écrin de dentelle et
de couleur. La notion d’ensemble décoratif: la résidence
princière de Mehun-sur-Yèvre.
Le Château et la Nature. Actes des Rencontres d’Archéologie et d’Histoire en Périgord les
24, 25 et 26 Septembre 2004, hg. von A.-M. Cocula
und M. Combet, Pessac 2005 (Scripta varia, 11) [Ausonius, 372 S., kart., 30 Euro].
Le château ‚La Fontaine‘ de Pierre-Ernest de Mansfeld à
Luxembourg. Actes du colloque du 17 au 18 mai 2004 au Musée international
d’histoire et d’art Luxembourg, Luxembourg 2004 (Hémecht, 56,4).
Mousset,
J.-L.: En guise d’introduction. Historique et enjeux
de la recherche sur le château de Pierre Ernest de Mansfeld, S. 375ff.; Janssens, G.: Le comte Pierre-Ernest de
Mansfeld, loyal serviteur de Charles Quint et de Philippe II et la guerre aux
Pays-Bas. Une esquisse biographique, S. 379ff.; Schoellen, M.: Le parc à gibier et les jardins „La Fontaine“
à Clausen. Genèse et mise en scène d’un topos, S. 389; Paulke, M.: Die Entwicklung der Mansfeldanlage in den letzten
zweihundert Jahren anhand historischer Abbildungen und Pläne, S. 403ff.; Borggrefe, H.: Ouvertüre der
mitteleuropäischen Renaissancearchitektur und des lutherischen Bilderstreites.
Die Grafen von Mansfeld im 16. Jahrhundert, S. 413ff.; De Jonge,
K.: La place du château de Mansfeld dans la Renaissance des anciens Pays-Bas,
S. 433ff.; Scholer, O.: Architecture
imaginaire ou architecture de rêve au château de Mansfeld d’après
Jean-Guillaume Wiltheim (La marque de Hans Vredeman de Vries), S. 451ff.; Martens, P.: Pierre-Ernest de Mansfeld
et les ingénieurs et architectes militaires, S. 475ff.; Demeter, S.: L’hôtel de Mansfeld à Bruxelles. Etat de la question avant étude archéologique,
S. 497ff.
Christout, M.-F.: Le Ballet de Cour de Louis XIV. 1643-1672, überarb. Ausgab.,
Paris 2005 [Picard, 324 S., brosch., 59 Abb., 38 Euro].
Clerq, W. de, Mortier, S., Pype, P.: La ville neuve de Middleburg en Flandre et son
château, in: Château Gaillard 22 (2006).
Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei
in Schleswig-Holstein, Bd. 1: Hansestadt Lübeck, Sankt Annen-Museum, hg.
von U. Albrecht, Kiel 2005
[Verlag Ludwig, 664 S., geb., 337 sw-Abb., 464 farb. Abb., 49 Euro].
Coups d’État à la fin du Moyen Âge? Aux fondements du
pouvoir politique en Europe occidentale, hg. von F. Forond, J.-P. Genet,
J. Manuel und N. Soria, Madrid 2005 (Collection de la
Casa de Velázquez, 91) [Casa de Velázquez, 644 S., brosch., 40 Euro].
Czövek, Z.: A Source of the History of Hungarian
Royal Treasure from 1521, in: Majestas 13 (2005), S. 95-116.
Damen, M.: The Nerve Centre of Political Networks? The Burgundian Court and
the Integration of Holland and Zeeland into the Burgundian State, 1425-1477,
in: The Court as a Stage. England and the Low Countries in the Later Middle
Ages, hg. von S. Gunn und A. Janse, Woodbridge 2006, S. 70-84.
Dasler, C.: Strukturmerkmale des hochmittelalterlichen Reiches im
Spiegel der Wildbannverleihungen, in: Mitteilungen des Instituts für
Österreichische Geschichtsforschung 113 (2005) S. 330-348.
Dauer, H.:
Schloßbaukunst des Barock von Anhalt-Zerbst, Köln 2001 [Böhlau, 382 S., geb., 193
teils farb. Abb., 19,95 Euro].
Debatten über die Legitimation von Herrschaft.
Politische Sprachen in der Frühen Neuzeit, hg. von L. Schorn-Schütte und S. Tode,
Berlin 2006 (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel, 19) [Akademie Verlag,
200 S., geb., 49,80 Euro].
Demandt, A.:
Sieben Siegel. Essays zur Kulturgeschichte, Köln u.a. 2005 (Historica Minora,
3) [Böhlau, 337 S., geb., 34,90 Euro].
Demel, W.: Die
Spezifika des europäischen Adels. Erste Überlegungen zu einem
globalhistorischen Thema, in: Selbstverständnis – Selbstdarstellung – Selbstbehauptung,
München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Demel
[17.03.2006].
Dirlmeier, U., Fuhrmann,
B.: Räumliche Aspekte sozialer Ungleichheit in der spätmittelalterlichen
Stadt, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 92,4 (2005)
S. 424-439.
Dopsch, H.:
Kaiser Sigmund und König Albrecht II. Zwei Herrscher des Spätmittelalters auf
gotischen Flügelaltären in Tirol, in: Tirol – Österreich – Italien.
Festschrift für Josef Ried-mann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann, Insbruck 2005, S. 183-200.
Dorgerloh, H., Scherf, M.: Preußische Residenzen. Königliche Schlösser und Gärten in
Berlin und Brandenburg, München u.a. 2005 [Deutscher Kunstverlag, 160 S.,
brosch., 10 sw-Abb., 207 farb. Abb., 24,90 Euro].
Draskóczy, I.: Die Besitztümer der ungarischen
Königinnen im 15. Jahrhundert und Diósgyör, in: Majestas 13 (2005) S. 65-74.
Droste, H.: Im
Dienst der Krone. Schwedische Diplomaten im 17. Jahrhundert, Bd. 2, Münster
2006 [Lit Verlag, 432 S., brosch., 39,90 Euro].
Duindam, J.: Vienna and Versailles. Materials for further fomparison
and some conclusions, in: Selbstverständnis – Selbstdarstellung –
Selbstbehauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Duindam
[17.03.2006].
Düselder, H., Sommerfeld, O.: Adel an der Peripherie? Kultur und Herrschaft des niederen
Adels in Nordwestdeutschland. Bericht über ein Forschungs- und
Ausstellungsprojekt der Universität Osnabrück und des Niedersächsischen
Freilichtmuseums Museumsdorf Cloppenburg, in: Selbstverständnis –
Selbstdarstellung – Selbstbehauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Dueselder
[17.03.2006].
Emich, B.: Territoriale Integration in der Frühen
Neuzeit. Ferrara und der Kirchenstaat, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 1178 S., geb., 3
sw-Abb., 99,90 Euro].
Emich, B., Reinhardt, N., Thiessen, H. von: Stand und Perspektiven der
Patronageforschung. Zugleich eine Antwort auf Heiko Droste, in: Zeitschrift für
historische Forschung 32 (2005) S. 233-265.
Ergebene Diener ihrer Herren? Herrschaftsvermittlung im
alten Europa, hg. von S. Brakensiek
und H. Wunder, Köln u.a. 2005
[Böhlau, 321 S., geb., 4 sw-Abb., 44,90 Euro].
Erkens, F.-R.:
Gebildete Höflinge und ungebildeter König. Gedanken über den Hof Konrads II.,
in: Bayerische Geschichte. Landesgeschichte in Bayern. Festschrift für
Alois Schmid zum 60. Geburtstag, 2 Bde., hg. von R. Ackermann und H. Rumschittel.
Red.: S. Deutinger, München
2005 (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, 68,1-2), hier Bd. 1, S.
305-335.
Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Ein Herrscher im
Zeitalter der Aufklärung, hg. von W.
Greiling, A. Klinger und
C. Köhler, Köln u.a. 2005
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe,
15) [Böhlau, 421 S., geb., 27 sw-Abb., 44,90 Euro].
Europa im späten Mittelalter, hg. von R. C. Schwinges, C. Hesse und P. Moraw,
München 2006 (Historische Zeitschrift, Beiheft 40). [Oldenbourg, 622 S., kart.,
31 sw-Abb., 79,80 Euro].
Aus dem Inhalt:
Moraw,
P.: Europa im späten Mittelalter. Einige Grundlagen und Grundfragen, S. 3ff.; Oschema, P.: Europa in der
mediävistischen Forschung – eine Skizze, S. 11ff.; Contamine, P.: La royauté française à la fin du Moyen Âge.
Modèles, pratiques et circonstances, 35ff.: Rubin,
M.: Religiöse Symbole und politische Kulturen im spätmittelalterlichen England,
S. 51ff.; Isenmann, E.: König
oder Monarch? Aspekte der Regierung und Verfassung des römisch-deutschen Reichs
um die Mitte des 15. Jahrhunderts, S. 71ff.: Herbers,
K.: Peripherie oder Zentrum? Spanien zwischen Europa und Afrika, S. 99ff.; Riis, T.: Skandinavien im
Spätmittelalter. Zwei Königreiche und eine halbe Republik, S. 125ff.; Schimmelpfennig, B.: Der Kirchenstaat
im späten Mittelalter; S. 145ff.; Chittolini,
G.: Gli stati cittadini italiani, S. 153ff.; Schwinges,
R. C.: Bern, die Eidgenossen und Europa im späten Mittelalter, S. 167ff.; Härtel, R.: Politik – Politische
Geographie, Monarchien, Alternativen. Zusammenfassung und Kommentar, S. 191ff.;
Stein, R.: Stände und Staat in
den Niederlanden, S. 205ff.; Gawlas,
S.: Polen – eine Ständegesellschaft an der Peripherie des lateinischen Europa,
S. 237ff.; Hesse, C.:
Elitenbildung in den Fürstentümern des spätmittelalterlichen Reiches, S.
263ff.; Richard, O.: Die städtischen Eliten im Spätmittelalter, S. 291ff.; Naegle, G.: Im Dienst von König und
Königreich? Französische „officiers“ im Spätmittelalter, S. 313ff.; Schmieder, F.: Städte im
spätmittelalterlichen Reich als Ort und Motor gesellschaftlichen Wandels. Alte
Gruppen – neue Gruppen – verschiedene Gruppen, S. 339ff.; Gilomen, H.-J.: Wirtschaftliche Eliten
im spätmittelalterlichen Reich, S. 357ff.; Haverkamp,
A.: Gesellschaft – Stände, Eliten, Gruppen. Zusammenfassung und Kommentar, S.
385ff.; Paravicini, W.: Gab es
eine einheitliche Adelskultur Europas im späten Mittelalter?, S. 401ff.; Spiess, K.-H.: Europa heiratet.
Kommunikation und Kulturtransfer im Kontext europäischer Königsheiraten des
Spätmittelalters, S. 435ff.; Fouquet,
G.: „Kaufleute auf Reisen“. Sprachliche Verständigung im Europa des 14. und 15.
Jahrhunderts, S. 465ff.; Landolt,
O.: Mobilität und Verkehr im europäischen Spätmittelalter. Mit besonderer
Berücksichtigung der Verkehrspolitik innerhalb der Eidgenossenschaft, S.
489ff.; Baeriswyl, A.: Innovation
und Mobilität im Spiegel der materiellen Kultur – archäologische Funde und
historische Fragestellung. Ein Versuch, S. 511ff.; Kurmann, P.: „Stararchitekten“ des 14. und 15. Jahrhunderts
im europäischen Kontext, S. 539ff.; Verger,
J.: Les études, facteur de mobilité sociale en Europe à la fin du Moyen Âge?,
S. 559ff.; Marchal, G. P.: Europäische
Kulturen – Mobilität, Kunst- und Bildungstransfer. Zusammenfassung und
Kommentar, S. 569ff.; Schieffer,
R.: Wachstumsphasen des lateinischen Europa 800-1200, S. 591ff.; Duchhardt, H.: Das Vermächtnis des
Spätmittelalters an die Frühe Neuzeit. Aspekte und Schlaglichter, S. 605ff.
Fietze, K.: Im
Gefolge Dianas. Frauen und höfische Jagd im Mittelalter (1200-1500), Köln u.a.
2005 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 59) [Böhlau, 176 S., geb., 16
sw-Abb., 14 farb. Abb., 29,90 Euro].
Florian, C.: Graf
Eberhard der Milde von Württemberg (1392-1417). Frieden und Bündnisse als
Mittel der Politik, Ostfildern 2006 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte,
6) [Thorbecke, 352 S., geb., 1 Grafik, 1 Karte, zahlr. Tab., 24,90 Euro].
Neue Forschungen zum frühen Burgenbau, hg. von der Wartburg-Gesellschaft
zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verbindung mit dem Germanischen
Nationalmuseum. Red. H.-H. Häffner,
München 2006 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 9) [Deutscher Kunstverlag,
274 S., geb., 208 sw-Abb., 1 farb. Abb, 4 Farbtafeln, 48 Euro].
Fössel, A.: The Queen’s Wealth in the Middle
Ages, in: Majestas 13 (2005), S. 23-45.
France. Bayern. Bayern und Frankreich. Wege und
Begegnungen. 1000 Jahre bayerisch-französische Beziehungen, Waakirchen 2006 [Oreos
Verlag, 480 S., geb., 380 farb. Abb., 48 Euro].
Fremde Herrscher. Elitentransfer und politische
Integration im Ostseeraum (15.-18. Jahrhundert), hg. von D. Höffker und G. Zeilinger, Frankfurt am Main u.a. 2006 (Kieler Werkstücke.
Reihe G: Beiträge zur Frühen Neuzeit, 3) [Peter Lang, 130 S., kart., 27,50 Euro].
Aus dem Inhalt:
Höffker,
D., Zeilinger, G.: Fremde
Herrscher im Ostseeraum (15.-18. Jahrhundert). Eine Einleitung, S. 11-19; Zeilinger, G.: Als wir nach
schickung des allmechtigen gotes in diese vnsere reiche gekomen sein.
Herrschaft und Hof Christophs von Bayern in Skandinavien (1440-1448), S. 21-42;
Burkhardt, M.: Zwischen Räten und
Reichen – Christian von Oldenburg auf dem Weg zu den Thronen der Kalmarer
Union, S. 43-69; Ziemlewska, A.:
Katholischer Vasa und schwedischer Jagiellone – Sigismund III. (1566-1632) auf
dem polnischen Thron, S. 71-81; Höffker,
D.: Erbprinz und Wahlkönig. Friedrich von Hessen-Kassel als schwedischer König
1720-1751, S. 83-111; Piirimäe,
P.: Foreign rulers in the Baltic area, c. 1400-1720. Some general observations,
S. 129-127.
Frie, E.: Adel um
1800. Oben bleiben?, in: Selbstverständnis – Selbstdarstellung – Selbstbe-hauptung,
München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Frie
[17.03.2006].
In fürstlichem Glanz. Der Dresdner Hof um 1600, hg. von
Dirk Syndram und Antje Scherner, Mailand 2004 [Electa, 319 S.,
kart., zahlr. Farbabb., 40 Euro] – Besprechung oben S. 94.
Garnier, C.: ‚Wer
meinen Herren ehrt, den ehre ich billig auch‘. Symbolische Kommuni-kationsformen
bei Gesandtenempfängen am Moskauer Hof im 16. und 17. Jahrhundert, in: Jahrbuch
für Kommunikationsgeschichte 7 (2005) S. 27-51.
Gautschi, A., Suter, H.: Vom Jagen, Trinken und
Regieren. Reminiszenzen aus dem Leben des Kurfürsten Johann Sigismund von
Brandenburg, nach alten Briefen zitiert, Limburg 2005 [C. A. Starke Verlag, 750
S., geb., zahlr. Abb., 24,50 Euro].
Gelungene Anpassung? Adelige Antworten auf
gesellschaftliche Wandlungsvorgänge vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hg. von H.
Carl und S. Lorenz, Ostfildern 2005 (Schriften zur
südwestdeutschen Landeskunde, 53) [Thorbecke, 208 S., geb., 1 Abb., 34,90
Euro].
Germain, R:
Chartes de franchises et fortifications au duché de Bourbon, Gannat 2006
[Gannat Édition, 602 S., geb., 49 Euro].
Ghermani, N.: Construire le corps du prince. Représentations
symboliques et pratiques politiques dans l’Allemagne du XVIe siècle,
in: Bulletin d’Information de la Mission Historique Française en Allemagne 41
(2005) S. 237-243.
Ghermani, N.: Une difficile
représentation? Les portraits de princes calvinistes dans l’Empire allemand à
la fin du XVIe siècle, in: Revue Historique 635
(2005), S. 561-591.
Giesey, R. E.: Rulership in France, 15th-17th
Centuries, Aldershot 2004 [Ashgate, 350 S., geb., 19 sw-Abb., 57,50 £].
Glatzel, K., Hellwig, B., Schmitt, R.: Schloß Neuenburg, Freyburg-Unstrut, München
2005 (DKV-Kunstführer, 516) [Deutscher Kunstverlag, 47 S., geheftet, 2 sw-Abb.,
20 farb. Abb., 2,50 Euro].
Gorter-Van
Royen, L.: Les Habsbourg et l’héritage musical
bourguignon, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes 45
(2005) S. 39-53.
Göse, F.:
Rittergut – Garnision – Residenz. Studien zur Sozialstruktur und politischen
Wirksamkeit des brandenburgischen Adels 1648-1763, Berlin 2005 [Berliner Wissen-schafts-Verlag,
560 S., kart., 68 Euro].
Grijp, L. P.: La
chanson néerlandaise dans la tradition bourguignonne. Problèmes de
reconstruction dans le chansonnier de Maestricht (1554), in: Publication du
Centre européen d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 237-245.
Grillmeyer, S.:
Habsburgs Diener in Post und Politik. Das „Haus“ Thurn und Taxis zwischen 1745
und 1867, Mainz 2005 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische
Geschichte Mainz. Abt. für Universalgeschichte, 194) [Philipp von Zabern, 562
S., geb., 13 sw-Abb., 55,50 Euro].
Grossmann, G. U.:
Burgen in Europa, Darmstadt 2005 [Schnell&Steiner, Lizenzausgabe
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 288 S., Fadenheftung, zahlr. farb. Abb.,
49,90 Euro].
Grote, H.-H.:
Schloß Wolfenbüttel. Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg,
Braunschweig 2005 [Appelhans, 256 S., geb., 212 teils farb. Abb.,
24,80 Euro].
Guillaume, J.: Le château de Bonnivet. Entre Blois et Chambord: le chaînon
manquant de la première Renaissance, Paris 2005 [Picard, 160 S., 245 teils
farb. Abb., 38 Euro].
Haag, N.:
Gescheiterte Gegenreformation. Adelige Herrschaft – bäuerlicher Widerstand –
fürstliche Klientel (Heinsheim 1603/04), in: Zeitschrift für die Geschichte des
Oberrheins 153 (2005) S. 379ff.
Hahn, S.: Fulda –
„Zur Zierde der Stadt“. Bauten und Bauaufgaben im 18. Jahrhundert, Petersberg
2006 [Imhof, 200 S., geb., 235 teils farb. Abb., 19,95 Euro].
Hassmann, E.: Von
Katterburg zu Schönbrunn: die Geschichte Schönbrunns bis Kaiser Leopold I.,
Wien 2004 [Böhlau, 662 S., geb., 156 sw-Abb, 24 farb. Abb., 69 Euro].
Hattenhauer, H.:
„Unxerunt Salomonem“ – Kaiserkrönung Napoleons I. am 2. Dezember 1804, in: Recht
– Kultur – Finanzen. Festschrift für Reinhard Mußgnug zum 70. Geburtstag am
26. Oktober 2005, hg. von K. Grupp
u.a., Heidelberg 2005, S. 629-652.
Haye, T.: Die
Armagnaken, das Elsaß, der Heidelberger Hof und die Apathie des Reiches – eine
unbekannte Lateinische Invektive des Jahres 1444, in: Zeitschrift für die Geschichte
des Oberrheins 153 (2005) S. 241-274.
Heilig – Römisch – Deutsch. Das Reich im
mittelalterlichen Europa, hg. von B. Schneid-müller
und S. Weinfurter, Dresden 2006
[Sandstein, 467 S., geb., 40 Euro].
Aus dem Inhalt:
Schneidmüller,
B., Weinfurter, S.: Vorwort, S.
7-9; Schneidmüller, B.: Magdeburg
und das geträumte Reich des Mittelalters, S. 10-43; Schieffer, R.: Konzepte des Kaisertums, S. 44-56; Fögen, M. T.: Römisches Recht und
Rombilder im östlichen und westlichen Mittelalter; Borgolte, M.: Die vielen Kulturen in den mittelalterlichen
Kaiserreichen, S. 84-100; Ehlers,
J.: Imperium und Nationsbildung im europäischen Vergleich, S. 101-108; Althoff, G.: Die Deutschen und ihr
mittelalterliches Reich, S. 119-132; Fillitz,
H.: Die Reichskleinodien – Ein Versuch zur Erklärung ihrer Entstehung und
Entwicklung, S. 133-161; Bergmann,
R.: Deutsche Sprache und römisches Recht im Mittelalter, S, 162-184; Müller, U.: Das mittelalterliche Reich
in der deutschen Literatur des Mittelalters, S. 185-226; Schwinges, R. C.: Das Reich im
gelehrten Europa. Ein Essay aus personengeschichtlicher Perspektive, S.
227-250; Moeglin, J.-M.: Der
Blick von Frankreich auf das mittelalterliche Reich, S. 251-265; Gawlas, S.: Der Blick von Polen auf das
mittelalterliche Reich, S. 266-285; Keller,
H.: Das Blick von Italien auf das „römische“ Imperium und seine „deutschen“
Kaiser, S. 286-307; Puhle, M.:
Die Hanse, Nordeuropa und das mittelalterliche Reich, S. 308-322; Fouquet, G.: Das Reich in den
europäischen Wirtschaftsräumen des Mittelalters, S. 323-341; Kintzinger, M.: Zeichen und
Imaginationen des Reichs, S. 345-371; Niehr,
K.: Zeichen des mittelalterlichen Reichs? Speyer – Königslutter – Prag, S.
372-398; Saurma-Jeltsch, L. E.: Das mittelalterliche
Reich in der Reichsstadt, S. 399-439; Moraw,
P.: Das Reich im mittelalterlichen Europa, S. 440-450; Weinfurter, S.: Vorstellungen und Wirklichkeiten vom Reich
des Mittelalters. Gedanken und Resümee, S. 451-474.
Heiss, U., Kranz, A.,
Metzger, C.: Landsitze Augsburger Patrizier, München 2006 [Deutscher
Kunstverlag, 208 S., geb., 50 sw-Abb., 150 farb. Abb., 49,90 Euro].
Hensler, I.:
Ritter und Sarrazin. Zur Beziehung von Fremd und Eigen in der
hochmittelalterlichen Tradition der „Chansons de geste“, Köln u.a. 2006
(Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 62) [Böhlau, 472 S., geb., 59,90
Euro].
Herbers, K., Neuhaus, H.: Das Heilige Römische
Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte (843-1806), Köln u.a. 2005
[Böhlau, 343 S., geb., 38 farb. Abb., 34,90 Euro].
Herrmann, D.: Der
Zerbster Schloßgarten und seine Gebäude. Die Entwicklung eines bedeutenden
Barockensembles um das Residenzschloß, in: Burgen und Schlösser in
Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 298-347.
Herrschaftspraxis und soziale Ordnungen im
Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Gedenkschrift für Ernst Schubert,
hg. von P. Aufgebauer und C. van
den Heuvel, unter Mitarb. von B.
Bei der Wieden, S. Graf und G. Streich, Hannover 2006 [Hahnsche Buchhandlung, 592 S., geb., 35
Euro].
Heusinger, S.
von: Scharf(f)enbergs welfischer Stammbaum (1582-1589), in: Braunschweigisches
Jahrbuch für Landesgeschichte 86 (2005) S. 171-177.
Histoire du Corps, hg. von A. Corbin, J.-J. Courtine
und G. Vigarello, Bd. 1: De la
Renaissance aux Lumières, Bd. 2: De la Révolution à la Grande Guerre, Bd. 3:
Les mutations du regard. Le XXe siècle, Paris 2005, 2006 [Seuil,
geb., Bd. 1: 573 S., 40 Euro, Bd. 2: 442 S., 35 Euro, Bd. 3: 522 S., 39 Euro].
Hlaváček,
I.: Italiener am luxemburgischen Hof unter Karl IV. (nach dem Ausweis
urkundlicher Zeugenreihen), in: Tirol – Österreich – Italien.
Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann, Insbruck 2005, S. 347-358.
Höfler, J.: Der
Palazzo Ducale in Urbino unter den Montefeltro (1376-1508). Neue Forschungen
zur Bau- und Ausstattungsgeschichte, Regensburg 2004 [Schnell & Steiner,
349 S., geb., 32 Abb., 36 Tafeln, 59 Euro].
Hofkultur in Frankreich und Europa im Spätmittelalter.
La culture de cour en France et en Europe à la Fin du Moyen Âge, hg. von C. Freigang und J.-C. Schmitt, unter Mitarb. von C. Blondeau, A.-F. Köllermann, L. Steens-Vauxion und S. Witt, Berlin 2006 [Akademie Verlag, 451 S.,
geb., 134 sw-Abb. und 14 farb. Abb., 49,80
Euro].
Aus dem Inhalt:
Paravicini,
W.: Hören und Sehen – der Hofkultur zum Geleit, S. 1-3; Freigang, C., Schmitt,
J.-C.: Einleitung, S. 7-25; Clouzot,
M.: Le fou, l’homme sauvage et le prince à la cour de France et de Bourgogne
aux XIVe et XVe siècles, S. 29-50; Steens-Vauxion, L.: La musique dans la
mise en scène du pouvoir en Angleterre à la fin du moyen âge: peut-on
réellement parler d’influence bourguignonne?, S. 51-64; Buettner, B.: Le don en représentation
(résumé de communication), S. 65-71; Eichberger,
D.: Illustrierte Festzüge für das Haus Habsburg-Burgund: Idee und Wirklichkeit,
S. 73-98; Legaré, A.-M.:
Charlotte de Savoie (v. 1442-1483) „aimoit fort la lecture et les livres ...“,
S. 101-121; Hofmann, M.: Jean
Poyer im Spektrum seiner Auftraggeber, S. 123-138; Witt, S.: Le Lobby Polinois – Stiftungen und Skulpturen der
Sluter-Nachfolge in der Franche-Comté, S. 139-160; Kurmann-Schwarz, B.: Vitraux commandités par la Cour. Le vitrail et les autres arts: ressemblances et dissemblances, S.
161-182; Blondeau, C.: Imiter le
Prince? La diffusion des Faits et Gestes d’Alexandre de Vasque de Lucène
à la cour de Bourgogne, S. 185-208; Freigang,
C.: Fantasie et Ymaginacion: Selbstreflexion von Höfischkeit am provençalischen
Hof unter Réne I., S. 209-243; Straub,
K.: Les Douze Dames de Rhétorique – Ein höfisches [sic!] Traktat über die
Rhetorik, S. 245-261; Mühlethaler,
J.-C.: Culture de clerc et réalité curiale: le séjour d’honneur d’Octovien de
Saint-Gelais ou les failles de l’idéal, S. 263-286; Schlicht, M.: Un ‚scandale‘ architectural vers 1300 –
L’intervention de Philippe le Bel dans les choix formels de l’architecture de
Saint-Louis de Poissy, S. 289-325; Leistenschneider,
E.: Die Grabkapellen des 14. Jahrhunderts im Querhaus von Saint-Denis, S.
327-347; Fehrmann, A.: Das
Grabmalskonzept am Hof Heinrichs V. und Heinrichs VI. von England und der
englische Anspruch auf den französischen Thron, S. 349-373; Köllermann, A.-F.: „Toutes ces chôses
la (...) on les voit bien peintes et enluminées“. Die Dynastie der Montfort im
Missale der Nanteser Karmeliter (Garrett Ms. 40 der Universitätsbibliothek zu
Princeton), S. 375-402; Brach-mann,
C.: Le songe du Pastourel de Jean du Prier: une chronique allégorisée au
service de la mémoire lorraine de la bataille de Nancy (5 Janvier 1477), S.
403-430;
Holland, A., Schnurbus,
M.: Das Berliner Schloß. The History of the Berlin
Palace. Die Geschichte des Berliner Schlosses, Berlin 2004 [Mann Verlag,
48 S., brosch., 46 Duplex-Abb., 12,80 Euro].
Hye, F.-H.:
Wappen in Tirol – Zeugen der Geschichte. Handbuch der Tiroler Heraldik,
Innsbruck 2004 (Schlern-Schriften, 321) [Wagner, 512 S., geb., 665 Abb., 54
Euro].
Hye, F.-H.:
Kaiser Friedrichs III. und seiner Braut Eleonora von Portugal Begrüßungsdenkmal
in Siena (1452), in: Tirol – Österreich – Italien. Festschrift für Josef
Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter
und J. Hörmann, Insbruck 2005, S.
373-380.
Frommhagen, U.:
Schlösser und Herrenhäuser in der Altmark, in: Burgen und Schlösser in
Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 215-252.
Hersche, P.: Muße
und Verschwendung. Europäische Gesellschaft und Kultur im Barockzeitalter, 2 Bde.,
Freiburg 2006 [Herder Verlag, 1250 S., brosch., 78 Euro].
Holzfurtner, L.:
Die Wittelsbacher. Staat und Dynastie in acht Jahrhunderten, Stuttgart u.a.
2005 [Kohlhammer, 487 S., geb., 26 Euro].
In Europa zu Hause. Niederländer in München um 1600 (Ausstellungskatalog),
München 2005/2006 [Hirmer, 454 S., kart., 169 sw-Abb., 84 farb. Abb., 34,50
Euro].
Institutionelle Macht. Genese – Verstetigung – Verlust,
hg. von A. Brodocz, C. O.
Mayer, R. Pfeilschifter
und B. Weber, Köln u.a. 2005
[Böhlau, 500 S., geb., 27 sw-Abb., 64,90 Euro].
Investitur- und Krönungsrituale. Herrschaftseinsetzungen
im kulturellen Vergleich, hg. von M.
Steinicke und S. Weinfurter,
Köln u.a. 2005 [Böhlau, 496 S., geb., 20 sw-Abb., 6 farb. Abb., 54,90 Euro].
Isabella la Católica, queen of Castile:
critical essays, hg. von D. A. Boruchoff, New York 2003 [Palgrave
Macmillan, 320 S., geb., graph. Darst., 47,50 £]
Johannsen, R.:
Von Borneo nach Rom. Sanssouci und die Residenzprojekte Friedrich Wilhelms IV.
von Preußen 1815-1848, Kiel 2005 [Verlag Ludwig, 400 S., brosch., Fadenheftung,
150 sw-Abb., 39,90 Euro].
Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden. Kunst und Repräsentation
des Hauses Luxemburg 1347-1437, hg. von J. Fajt
unter Mitarb. von M. Hörsch und
A. Langer, Berlin 2006 [Deutscher
Kunstverlag, 640 S., Ln., 687 meist farb. Abb., 64 Euro].
Keller, K.:
Frauen in der höfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts: Amtsinhaber und
Netzwerke am Wiener Hof, in: Selbstverständnis – Selbstdarstellung –
Selbstbehauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Keller
[17.03.2006].
Kernbauer, A.:
Die Einbindung der Städte in den frühabsolutistischen Habsburgerstaat. Zur
staatsrechtstheoretischen Grundlegung eines fürstlichen Handlungsmusters, in:
Archiv für Kulturgeschichte 87 (2005) S.351-371.
Klaniczay, G.: Holy rulers and blessed princesses. Dynastic cults in medieval
central Europe, Cambridge 2002 [Cambridge University Press, 490 S., geb., 65 £].
Kleidung und Repräsentation in Antike und Mittelalter,
hg. von A. Köb und P. Riedel, München 2005 (Mittelalter Studien
des Instituts zur interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines
Nachwirkens, 7) [Wilhelm Fink, 139 S., kart., 22 sw-Abb., 14 Farbtafeln, 29,90
Euro].
Aus dem Inhalt:
Leutzsch,
M.: Grundbedürfnis und Statussymbol: Kleidung im Neuen Testament, S. 9ff.; Javier, A.: Dress control in Late
Antiquity: Codex Theodosianus 14.10.1-4, S. 33ff.; Ripoll, G.: Los tejidos en la arquitectura de la antigüedad
tardía. Una primera aproximación a su uso y función, S. 45ff.; Hartmann, G.: „Ein alter Mann in einem
Kleid aus Fellen.“ Der christliche Wundertäter der Spätantike und sein Kostüm,
S. 63ff.; Sporbeck, G.: Der
Bischofsornat in Bestattungen des Mittelalters. Grabornamente und Textilien des
11. Jahrhunderts Kölner Provenienz, S. 71ff.; Vogtherr,
T.: Bischofsstäbe und Abtstäbe im frühen und hohen Mittelalter, S. 83ff.; Jucker, M.: Kleidung und Körper:
Wahrnehmung symbolischer Ordnung im spätmittelalterlichen Gesandtschaftswesen,
S. 91ff.; Nusser, A.: Zu
spätmittelalterlichen Autorenbildern am Beispiel der Überlieferung von Jean de
Mandevilles ‚Reisen‘ in Europa, S. 95ff.
Kohler, M., Rainer, Y.,
Fandrey, C.: Kloster und Schloß Bebenhausen, München 2005 [Deutscher
Kunstverlag, 72 S., brosch., 3 sw-Abb., 78 farb. Abb., 5 Euro].
Koldau, L. M.:
Frauen – Musik – Kultur. Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen
Neuzeit, Köln 2005 [Böhlau, 1189 S., geb., 1 sw-Abb., 3 farb. Abb., 110 Euro].
Kollbach, C.:
Karoline Luise von Baden-Durlach als Mutter ihrer kranken Kinder: Medizinische
Praktiken als Teil der Prinzenerziehung in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts, in: Selbstverständnis – Selbstdarstellung – Selbstbehauptung,
München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.zeitenblicke.de/2005/3/Kollbach
[17.03.2006].
Kontinuität und Zäsur. Ernst von Wettin und Albrecht von
Brandenburg, hg. von A. Tacke,
Göttingen 2005 (Schriftenreihe der Stiftung Moritzburg. Kunstmuseum des Landes
Sachsen-Anhalt, 1) [Wallstein, 415 S., geb., 100 Abb., 32 Euro].
Koopmans, J.:
Poètes et polyphonistes: monde de Molinet, in: Publication du
Centre européen d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 73-80.
Krauskopf, C.:
Nur edle Dinge? Untersuchungen zur Sachkultur des Adels im 13. und 14.
Jahrhundert, in: Château Gaillard 22 (2006).
Kulturtransfer und Hofgesellschaft im Mittelalter. Wissenskultur
am sizilianischen und kastilianischen Hof im 13. Jahrhundert, hg. von G. Grebner und J. Fried, Berlin 2006 (Wissenskultur und gesellschaftlicher
Wandel, 15) [Akademie Verlag, 390 S., geb., 25 sw-Abb. und 12 farb. Abb., 69,80
Euro].
Kunst und Repräsentation am Dresdner Hof, hg. von B. Marx, Berlin 2005 [Deutscher
Kunstverlag, 360 S., geb., 76 sw-Abb., 25 farb. Abb., 51 Euro].
Die Künste und das Schloß in der frühen Neuzeit,. hg.
von L. Unbehaun unter Mitarb. von
A. Beyer und U. Schütte, München u.a. 1998 [Deutscher
Kunstverlag, 207 S., geb., 88 Abb., 19,95 Euro].
Küppers-Braun, U.:
Anmerkungen zum Selbstverständnis des hohen Adels – Katholische Hochadelsstifte
als genossenschaftliche Kontrollinstanzen für Ebenbürtigkeit und Mißheirat, in:
Selbstverständnis – Selbstdarstellung – Selbstbehauptung, München 2005
(Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Kueppersbraun
[17.03.2006].
Küssner, M., Schunke,
T.: Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Oberburg Giebichenstein,
Stadt Halle (Saale), in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005) S.
39-74.
Land und Meer. Kultureller Austausch zwischen Westeuropa
und dem Ostseeraum in der Frühen Neuzeit hg. von M. Krieger, und M. North,
Köln 2004 [Böhlau, 269 S., brosch., 20 sw-Abb, 34,90 Euro].
Metzger, C., Heiss, U., Kranz, A.: Landsitze Augsburger Patrizier, München u.a. 2005
[Deutscher Kunstverlag, 208 S., geb., 200 teils farb. Abb., 49,90 Euro].
Lassiwe, B.: Drei
Adelige im Norden. Zum Aufenthalt von Friedrich von Lochen, Gebhard von Bortfeld
und Hasso von Wedel am Hof des dänischen Königs Waldemars IV., in: Jahrbuch für
brandenburgische Landesgeschichte 56 (2005) S. 47-88.
Laurioux, B.: A la table du pape, in: L’Histoire 308 (2006) S. 62-65.
Lauts, J., Herzner, I. L.: Federico da Montefeltro,
Herzog von Urbino. Kriegsherr, Friedensfürst und Förderer der Künste, Berlin
2001 [Deutscher Kunstverlag, 454 S., Ln., 44 sw-Abb., 16 farb. Abb., 39,90 Euro].
Laynesmith, J. L.: The Last
Medieval Queens: English Queenship 1445-1503, Oxford 2004 [Oxford University
Press, 294 S., kart., 35 £].
Lecœur, D.:
Daniel Dumonstier. 1574-1648, Paris 2006 [Arthena, 256 S., Ln., 403 teils farb.
Abb., 77 Euro].
Lecuppre, G.: L’imposture politique au Moyen Âge. La seconde vie des rois,
Paris 2005 [Presses Univ. de France, 405 S., brosch., 30 Euro].
Leguai, A.: Les ducs de
Bourbon, le Bourbonnais et le royaume de France à la fin du Moyen âge: Recueil
d’articles, 1961-1996, Molulins 2005 [Espace repro, 250 S., brosch., 20
Euro].
Lemaire, C.:
Approche textuelle du rondeau L’homme armé et du motet Anthoni usque
limina d’Antoine Busnoys. Analyse codicologique du manuscript Bibliothèque
royale de Belgique, KBR 5557, in: Publication du Centre européen d’études
bourguignonnes 45 (2005) S. 165-189.
Lemmer, M.: Die
mittelalterliche Burg als umkämpfter Ort, in: Burgen und Schlösser in
Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 8-38.
Le Pogam, P.-Y.:
De la „cité de dieu“ au „palais du pape“: Les résidences pontificales dans la
seconde moitié du XIIIe siècle (1254-1304), Paris 2005 [Picard, 813
S., geb., 160 Euro].
Lermer, A.: Der
gotische „Dogenpalast“ in Venedig. Baugeschichte und Skulpturenprogramm des
Palatium Communis Venetiarum, München 2005 (Kunstwissenschaftliche Studien,
121) [Deutscher Kunstverlag, 408 S., brosch., 181 sw-Abb., 8 farb. Abb., 75,90 Euro].
Le Roy
Ladurie, E.: L’Europe de Thomas Platter. France,
Angleterre, Pays-Bas 1599-1600 (Le siècle des Platter, 3), Paris 2006 [Fayard,
636 S., geb., 28 Euro].
Lett, D., Mattéoni, O.:
Princes et princesses à la fin du Moyen Âge, in: Médiévales 48 (2005) S. 5-13.
Les lieux de pouvoir au Moyen Âge en Normandie et sur ses
marges, hg. von A.-M. Flambard
Héricher, Caen 2006 [Brepols, 245
S., brosch., 31,80 Euro].
Aus dem Inhalt:
Chave,
I.: Les châteaux neufs de l’apanage d’Alençon (1350-1415): matérialisation du
pouvoir d’une famille princière; Johans,
E.: Les résidences aristocratiques du Rouergue et des Cévennes à la fin du
Moyen Âge.
Lindau, F.:
Hannover – Der höfische Bereich Herrenhausen, Berlin 2003 [Deutscher
Kunstverlag, 336 S., geb., 33 sw-Abb., 223 farb.-Abb., 36 Euro].
Loades, D.: Intrigue and Treason: The Tudor Court, 1547-1558, Harlow 2004
[Pearson Education, 326 S., geb., 19,99£].
Loos, I. de: Les chansons du manuscript de Gruuthuse: notation musicale,
pratique d’exécution et problèmes d’édition, in: Publication du Centre européen
d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 143-163.
Lupold von Bebenburg, De iuribus regni et imperii.
Über die Rechte von Kaiser und Reich, hg. von
J. Miethke, übers. von A. Sauter, München 2005 (Bibliothek des
deutschen Staatsdenkens, 14) [C. H. Beck, 336 S., Ln., 44,90 Euro].
„Die Macht des Königs“. Herrschaft in Europa vom
Frühmittelalter bis in die Neuzeit, hg. von B. Jussen, München 2005 [C. H. Beck, 478 S., geb., 22 Abb., 38
Euro].
Macht und Memoria. Begräbniskultur europäischer
Oberschichten in der Frühen Neuzeit, hg. von Mark Hengerer, Köln u.a. 2005 [Böhlau, IX+525 S., brosch., 116
sw-Abb., 59,90 Euro] – Besprechung oben S. 89.
Mareel, S.: Les poètes de la prix. Festivals littéraires et fêtes de paix
dans les anciens Pays-Bas, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes
45 (2005) S. 93-103.
Mayer, H. E.:
Drei oberrheinische Kreuzfahrer des 13. Jahrhunderts. Berthold von Nimburg
(Vater und Sohn) und Werner von Egisheim, in: Zeitschrift für die Geschichte
des Oberrheins 153 (2005) S. 43-60.
Mazohl-Wallnig,
B.: Eine Kaiserbraut reist durch Tirol. Isabella von Parma auf dem Weg nach
Wien. Nach einer Denkschrift aus dem Tiroler Landesarchiv, in: Tirol –
Österreich – Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag,
hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann, Insbruck 2005, S. 455-468.
The Mediation of Symbol in Late Medieval and Early Modern
Times – Medien der Symbolik in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von
R. Suntrup und J. R. Veenstra, Frankfurt a. Main u.a. 2001
(Medieval to Early Modern Culture. Kultureller Wandel vom Mittelalter zur
Frühen Neuzeit, 5) [Peter Lang, 312 S., kart., 51,50 Euro].
Meinhardt, M.:
Dresden im Wandel. Raum und Bevölkerung der Stadt im Residenzbildungsprozeß des
15. und 16. Jahrhunderts, Berlin 2006 (Hallische Beiträge zur Geschichte des
Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 3) [Akademie Verlag, 416 S., geb., 35
farb. Abb., 59,80 Euro].
Mock, M. L.: Das
Schloß in Calbe an der Saale. Baugeschichte und Baugestalt einer
erzbischöflichen Nebenresidenz, in: Burgen und Schlösser in Sachsen 14 (2005)
S. 186-206.
Morsel, J.: La construction sociale des identités dans
l’aristocratie franconienne aux XIVe et XVe siècles:
Individuation ou identification?, in: L'Individu au Moyen Âge.
Individuation et individualization avant la modernité, hg. von B. M. Bedos-Rezak und D. Iogna-Prat, Paris 2005, S. 279-321.
Morsel, J.:
Verwandtschaft oder Herrschaft. Zur Einordnung der sozialen Strukturen im
späten Mittelalter. Bemerkungen zu Jörg Rogge: Herrschaftsweitergabe,
Konfliktregelung und Familienorganisation im fürstlichen Hochadel, in: Neues
Archiv für Sächsische Geschichte 76 (2005) S. 245-252.
La mort du souverain, Texte zusammengestellt von B. Boissavit-Camus, F. Chausson und H. Inglebert, Paris 2003 [Picard, 192 S., 28 Euro].
Negociar en la Edad Media/Négocier au Moyen Âge. Actas del coloquio celebrado en Barcelona los dias 12, 13 y 14
Octubre del 2004, hg. von M. T. Ferrer
Mallol, J.-M. Moeglin, S. Pequignot und M. Sanchez Martinez, Barcelona 2005
(Anejos del Anuario de Estudios Medievales, 61). [CSIC, 594 S., 41 Euro].
Neitmann, K.:
Landesgeschichtsforschung im Exil. Die „Geschichte Thüringens“ von Hans Patze
und Walter Schlesinger, in: Im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik.
150 Jahre Landesgeschichtsforschung in Thüringen, hg. von M. Werner (Veröffentlichungen der
Historischen Kommission für Thüringen, 13) S. 235-274.
Neue Forschungen zum Burgenbau. Vom
frühmittelalterlichen Burgenbau bis ins 11. Jahrhundert, hg. von der
Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern, München 2006
(Forschungen zu Burgen und Schlössern, 9) [Deutscher Kunstverlag, 260 S., geb.,
180 sw-Abb., 45 Euro].
Neugebauer, W.:
Konfessionelle Klientelpolitik im 17. Jahrhundert. Das Beispiel der
Reichsgrafen von Sayn-Wittgenstein, in: Selbstverständnis –
Selbstdarstellung – Selbstbe-hauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/
Neugebauer [17.03.2006].
Neuheuser, H. P.:
Profane Rituale und Ritualität. Tendenzen der fächerübergreifenden Forschung
und der kulturhistorischen Ansätze in den Einzeldisziplinen, in: Archiv für
Kulturgeschichte 87 (2005) S. 427-453.
Noflatscher, H.:
Monarchische Willkür? Zum Sturz des Wolf Rumpf und Paul Sixt Trautson am Hof
Kaiser Rudolfs II (1600), in: Tirol – Österreich – Italien. Festschrift
für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann,
Insbruck 2005, S. 493-516.
Nolte, Cordula:
Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und
Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von
Brandenburg-Ansbach (1440–1530), Ostfildern 2005 (Mittelalter-Forschungen, 11)
[Jan Thorbecke Verlag, 472 S., geb., 49 Euro] – Besprechung oben S. 103.
Normative Zentrierung – Normative Centering, hg.
von R. Suntrup und J. R. Veenstra, Frankfurt a. Main u.a. 2002
(Medieval to Early Modern Culture. Kultureller Wandel vom Mittelalter zur
Frühen Neuzeit, 2) [Peter Lang, 314 S., brosch., 12 Abb., 51,50 Euro].
O’Conor, K.: Deerparks and castles in later Medieval Ireland, in: Château
Gaillard 22 (2006).
Olivier, M.: Le
prince et l’histoire dans le comté de Holstein, au miroir du Chronicon
Holtzatiae auctore presbytero bremensi, in: Mediévales 48 (2005) S. 99-122.
Oosterman, J.: „Si mes paroles avaient le son des cordes de vielle“. Les
rhétoriqueurs considèrent le langage comme le comble de la musique, in:
Publication du Centre européen d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 81-91.
Oschema, K.:
Freundschaft und Nähe im spätmittelalterlichen Burgund. Studien zum
Spannungsfeld von Emotion und Institution, Köln u.a. 2006 (Norm und Struktur,
26) [Böhlau, 720 S., geb., 32 sw-Abb., 64,90 Euro].
Ottmar, J.:
Reinhard von Neuneck, Ritter zu Glatt (1474-1551): Fürstendiener, Reisender und
Wallfahrer, Hauptmann, Kriegsrat und Bauherr, Filderstadt 2005
[Markstein-Verlag, 400 S., geb., 29,90 Euro].
Oy-Marra, E.:
Profane Repräsentationskunst in Rom von Clemens VIII. Aldobrandini bis
Alexander VII. Chigi, Berlin 2005 [Deutscher Kunstverlag, 386 S., Ln., 245
sw-Abb., 88 Euro].
Paravicini
Bagliani, A.: Le Chiavi e la Tiara. Immagini e
simboli del papato medievale, Rom 2005 (La corte dei papi, 3) [Viella, 154 S., brosch.,
22 Euro].
Parzer, S.: Die
Burgenpolitik der Pfalzgrafen bei Rhein, in: Zeitschrift für die Geschichte des
Oberrheins 153 (2005) S. 221-240.
Peter, L.: „dass
das Decorum Unseres Hofstaates bey inheimisch- und auswärthigen nicht
verächtlich gemacht werdten möge“ Der Hof der Fürstäbte und Fürstbischöfe
von Fulda im 18. Jahrhundert, in Fuldaer Geschichtsblätter 81 (2005) S. 35-84.
Pizzinini, M.:
Die älteste Ansicht von Bruneck im Pustertal 1498, in: Tirol – Österreich –
Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann, Insbruck 2005, S. 533-542.
Polleross, F.:
„Dieses neue Rom, ein Wohn-Sitz Römischer Kayser“. Zur historischen
Legitimation des habsburgischen ‚Kaiserstils‘, in: Barock als Aufgabe,
hg. von A. Kreul, Wiesbaden 2005,
S. 9-38.
Pomp, power, and politics. Essays on
german and scandinavian court culture and their contexts, hg. von R. M. Wade, Amsterdam u.a. 2004 (Daphnis, 32)
[Rodopi, 378 S., kart., Ill., 80 Euro].
Aus dem Inhalt:
Larsson, L. O.: Rhetoric and Authenticity in
the Portraits of King Christian IV of Denmark, S. 13ff.; Mitchell, B.: Notes for a History of
the Printed Festival Book in Renaissance Italy, S. 41ff.; Casey, P. F.: Court Performance in
Berlin of the Sixteenth Century: Georg Pondo’s Christmas Play of 1589, S.
57ff.; Browning, B. W.: Heinrich
Julius von Braunschweig’s 1590 Welcoming Celebration for Princess Elisabeth of
Denmark, S. 73ff.; Schade, R. E.:
Court Festival Culture During the Reign of Duke Friedrich of Württemberg
(1593-1608), S. 83ff.; Nieder,
H.: The Kassel Baptism of 1596. Festivals and Politics at the Court of
Landgrave Moritz of Hessen-Kassel, S. 119ff.; Bepler,
J.: Practical Perspectives on the Court and Role of Princes: Georg Engelhard
von Loehneyss’ Aulico Politica 1622-24 and Christian IV of Denmark’s
Königlicher Wecker 1620, S. 137ff.; Wade,
M. R.: Publication, Pageantry, Patronage: Georg Engelhard Loehneyss’ Della
Cavalleria (1609; 1624) and his Tournament Pageant for King Christian IV of
Denmark (1603), S. 165ff.; Skovgaard-Petersen,
K.: „... By the direction of the most noble and distinguished Christen Friis.“
The influence of chancellor Christen Friis (1581-1639) on the Histories of
Denmark by Johannes Pontanus (1581-1639) and Johannes Meursius (1579-1639), S.
199ff.; McMullen, D. M.: Venuskränzlein:
Late-Renaissance Courtly Poetry and Music for a Goddess, S. 231ff.; Snickare, M.: Splendor and piety:
The Entry of Ulrika Eleonora into Stockholm 1680, S. 249ff.; Smart, S.: Johann von Besser and the
Coronation of Friedrich I., King in Prussia, in 1701, S. 263ff.; Hahn, R.: Pontus und Sidonia in
der Berner Fassung, S. 289ff.
Pönitz, C.: Der
Herzog zieht um – oder wie man einen fürstlichen Haushalt auflöst. Ein Zeitzer
Schloßinventar von 1717/18, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14
(2005) S. 348-362.
Puppel, P.: Der
junge Philipp von Hessen, in: Zeitschrift des Vereins für hessische
Landesgeschichte 110 (2005) S. 49-62.
Raemy, D. de
u.a.: Châteaux, donjons et grandes tours dans les États de Savoie (1230-1330).
Un modèle: le château d’Yverdon. Bd. 1.: Le Moyen Âge: genèse et création, Bd.
2.: Époques moderne et contemporaine, transformations, adaptions, Lausanne 2004
(Cahiers d’archéologie romande, 98, 99) [Association pour la restauration du
château d’Yverdon-les-Bains, geb., insg. 865 S. und 1097 Abb., zusammen 120
Euro].
Ragnard, I.: Les
Chansons d’Étrennes aux XIVe siècles, in: Publication du Centre
européen d’études bourguignonnes 45 (2005) S. 105-127.
Rahn, T.:
Festbeschreibung. Funktion und Topik einer Textsorte am Beispiel der
Beschreibung höfischer Hochzeiten (1568-1794), Tübingen 2005 (Frühe Neuzeit,
108) [Niemeyer, 308 S., Ln., 25 Abb., 78 Euro].
Regesten des Archivs der Grafen von Henneberg-Römhild,
hg. von J. Mötsch, Köln u.a. 2006
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe, 13)
[Böhlau, 2 Teilbde.: Textbd.: 1296 S., Registerbd.: 200 S., geb., 99,90 Euro].
Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven
und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller, P.-J. Heinig
und A. Niederstätter. Heft 21:
Die Urkunden und Briefe aus den schlesischen Archiven und Bibliotheken der
Republik Polen (mit Nachträgen zum Heft Sachsen), bearb. von E. Holtz, Wien u.a. 2006 [Böhlau, 110 S.,
brosch., 23 Euro].
Reinhardt, V.:
Der unheimliche Papst. Alexander VI. Borgia 1431-1503, München 2005 [C. H.
Beck, 277 S., Ln., 12 Abb., 1 Stammbaum, 1 Karte, 24,90 Euro].
Residenz- und Bürgerstadt Neuburg an der Donau. Quellen
zur Einwohnerschaft und Sozialstruktur am Beginn des 17. Jahrhunderts, hg. von
M. Kocher, F. Kramer und M. Nadler, München 2005 (Materialien
zur Bayerischen Landesgeschichte, 19) [Bayerische Akademie der Wissenschaften,
152 S., geb., 35 Abb., 9 Euro].
Richter, S.:
Hofdame – ein Beruf für Frauenzimmer? Betätigungsfelder adeliger Damen am
Beispiel des kurpfälzischen Hofes im 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für die Geschichte
des Oberrheins 153 (2005) S. 441-480.
Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen
Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg, hg. von S. Tauss, Osnabrück 2006 [Universitätsverlag Osnabrück, 290 S., kart.,
zahlr., teils farb. Abb., 38,90 Euro].
Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit, hg. von
J. Laudage und Y. Leiverkus, Köln u.a. 2006 (Europäische
Geschichtsdarstellungen, 12) [Böhlau, 256 S., geb., 10 sw-Abb., 29,90 Euro].
Aus dem Inhalt:
Laudage,
J.: Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit. Eine Einführung, S. 11ff.; Görich, K.: Die „Ehre des Reichs“
(honor imperii). Überlegungen zu einem Forschungsproblem, S. 36ff.; Laudage, J.: Der Hof Friedrich
Barbarossas. Eine Skizze, S. 75ff.; Kölzer,
T.: Der Königshof im normannisch-staufischen Königreich Sizilien,
S. 93ff.; Rösener, W.: Die
ritterlich-höfische Kultur des Hochmittelalters und ihre wirtschaftlichen
Grundlagen, S. 111-135; Ullrich,
J.: Iste sunt curie ... Randnotizen zum Tafelgüterverzeichnis, S.
136ff.; Plassmann, A.: Höfische
Kultur in Frankreich. Die Sicht von außen, S. 146ff.; Haupt, B.: Der höfische Ritter in der mittelhochdeutschen
Literatur, S. 170ff.; Leiverkus,
Y.: Das äußere Erscheinungsbild des staufischen Ritters, S. 193ff.; Keupp, J. U.: Verhöflichte Krieger?
Überlegungen zum ‚Prozeß der Zivilisation‘ am stauferzeitlichen Hof; Lubich, G.: „Tugendadel“. Überlegungen
zur Verortung, Entwicklung und Entstehung ethischer Herrschaftsnormen der
Stauferzeit, S. 247ff.; Laudage,
J.: Rittertum und Rationalismus. Friedrich Barbarossa als Feldherr, S. 291ff., Zotz, T.: Rittertum und höfische Kultur
der Stauferzeit. Bilanz der Tagung, S. 315ff.
Rödel, V.:
Pfalzgraf Friedrich der Siegreiche und Klara Tott. Eine nicht ebenbürtige Ehe
mit Nachwirkungen, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 152 (2004)
S. 97-144.
Rogge, J.: Die
Wettiner. Aufstieg einer Dynastie im Mittelalter, Stuttgart 2005 [Thorbecke,
271 S., geb., 24,90 Euro].
Rogge, J.: Die
deutschen Könige im Mittelalter – Wahl und Krönung, Darmstadt 2006
[Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 160 S., brosch., 9,90 Euro].
Rosseaux, U.:
Freiräume. Unterhaltung, Vergnügen und Erholung in Dresden (1694-1830), Köln
u.a. 2006 (Norm und Struktur, 27) [Böhlau, 432 S., geb., 44,90 Euro].
Royautés imaginaires (XIIe-XVIe
siècles). Actes du colloque organisé par le Centre
de Recherche d’Histoire sociale et culturelle de l’université de Paris
X-Nanterre (16-17 septembre 2003), hg. von A.-H. Allirot, D. Lecuppre
und L. Scordia, Turnhout 2005 [Brepols,
227 S., 49 Euro].
Rüffer, M.: Das
Schloß in Wörlitz. Ein fürstliches Landhaus im Spannungsfeld zwischen
Absolutismus und Aufklärung, München 2005 (Forschungen zum Gartenreich
Dessau-Wörlitz) [Deutscher Kunstverlag, 384 S., brosch., 125 sw-Abb., 45 Farbtaf.,
48 Euro].
Rüpke, J.: Zeit
und Fest, München 2006 [C. H. Beck, 256 S., geb., 19 Abb., 22,90 Euro].
Ruppel, S.:
Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts,
Köln u.a. 2006 [Böhlau, 12 sw-Abb., geb., 320 S., 42,90 Euro].
Säckl, J.:
Fürsten und Schloß Neuenburg im Barock, in: Mitteilungen des Vereins zur
Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. 6 (2005) S. 19-33.
Säckl, J.: Drei
Inventare des Residenzschlosses Merseburg aus den Jahren 1731/32 – Einblicke in
Residenz und Hofhaltung einer albertinischen Nebenlinie in Merseburg an der
Saale, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 363-407.
Säckl, J.:
Beispiele fürstlichen Traditionsdenkens auf Schloß Neuenburg, in: Burgen und
Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 408-427.
Scheibelreiter,
G.: Heraldik, Wien u.a. 2006 (Oldenbourg
Historische Hilfswissenschaften, 1) [R. Oldenbourg Verlag, 280
sw-Abb., kart., 92 farb. Abb., 28,90 Euro].
Schmidt, G.:
Kulturbedeutung, Musenhof und „Land der Residenzen“. Wie erzählt man die
frühneuzeitliche Geschichte Thüringens?, in: Im Spannungsfeld von
Wissenschaft und Politik. 150 Jahre Landesgeschichtsforschung in Thüringen,
hg. von M. Werner
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, 13) S. 343-376.
Schmitt, R.: Burg
Querfurt, München 2005 (DKV-Kunstführer, 436) [Deutscher Kunstverlag, 31 S.,
geheftet, 17 farb. Abb., 2 Euro].
Schmitt, R.: Die
Doppelkapelle in Landsberg (Saalkreis) zwischen 1819 und 1861: Erhaltung oder
„stylgemäße Restauration“?, in: Von Schinkel bis van de Velde.
Architektur- und kunstgeschichtliche Beiträge vom Klassizismus bis zum
Jugendstil. Festschrift für Dieter Dolgner zum 65. Geburtstag, hg. von A. Dolgner, L. Helten und G. Voss,
Halle 2005, S. 255-270.
Schmitt, R.: 500
Jahre Ersterwähnung eines Amtsgefängnisses auf der Neuenburg, in: Mitteilungen
des Vereins zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. 5 (2004) S. 7-10.
Schmitt, R.: Zur
Geschichte und Baugeschichte der Rudelsburg, Burgenlandkreis, in: Burgen und
Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 75-153.
Schmitt, R.: Die
Kirche des ehemaligen Benediktinerklosters Hillersleben bei Magdeburg, in:
Jahresschrift der Museen des Ohrekreises – Haldensleben und Wolmirstedt – 12
(2005) S. 39-57.
Schmitt, R.: Die
Konradsburg Ermsleben, München 1997 (Große Baudenkmäler, 442) [Janos Stekovics
Verlag, 31 S., geheftet, 26 farb. Abb., 1,80 Euro].
Schmitt, R.:
Schloß Neuenburg bei Freyburg (Unstrut) – Dreihundert Jahre „Schloßhotel“
(1704-2004), in: Mitteilungen des Vereins zur Rettung und Erhaltung der
Neuenburg e.V. 6 (2005) S. 7-15.
Schmitt, R.: Zwei
Abbruchanträge für Schloß Neuenburg aus den Jahren 1793 und 1833, in:
Mitteilungen des Vereins zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. 6 (2005)
S. 16-19.
Schneidmüller,
B.: Die Kaiser des Mittelalters. Von Karl dem Großen bis Maximilian I., München
2006 [C. H. Beck, 128 S., brosch., 7,90 Euro].
Schnerb, B.: Musique, jeux et „apertises“ à la cour de Jean sans Peur, duc
de Bourgogne, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes 45
(2005) S. 7-21.
Schober, G.: Schlösser
im Fünfseenland. Bayerische Adelssitze rund um den Starnberger See und den
Ammersee, Waakirchen 2005 [Oreos, 352 S., 503 Abb., 78 Euro].
Scholz, G.:
Tanzfeste der Könige. Die englische Court Masque im Spiegel der europäischen
Kulturgeschichte, Wien 2005 [Böhlau, 224 S., geb., 33 sw-Abb., 7 Notenbsp.,
29,90 Euro]
Schraut, S.: Das
Haus Schönborn. Eine Familienbiographie. Katholischer Reichsadel 1640-1840,
Paderborn 2005 [Ferdinand Schöningh, 451 S., geb., 31 Abb., 58 Euro].
Schubert, E.:
Fürstliche Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter, 2. Aufl., München 2006
(Enzyklopädie deutscher Geschichte, 35) [Oldenbourg, 138 S., brosch., 19,80
Euro].
Schuppen, S. von:
Historische atlas van Den Haag. Van Hofvijver tot Hoftoren, Amsterdam 2006
[Uitgeverij Boom, 80 S., 29,50 Euro].
Schwarze-Neuss, E.:
Schloßbau im Barockzeitalter. Eine Sozialgeschichte der Herrschaftsbauten in
Mitteldeutschland von der Mitte des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Tl.
1: Die Schlösser der Fürsten, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14
(2005) S. 253-297.
Scordia, L: ‚Le
roi doit vivre du sien‘. La Théorie de l’impôt en France (XIIIe-XVe
siècles), Paris 2005 (Collection des Études Augustiniennes. Série Moyen Âge et
Temps Modernes, 40) [Brepols, 539 S., 56 Euro].
Il segreto, Florenz 2006 (Micrologus.
Natura, scienze e società medievali, 14) [SISMEL – Edizioni del Galluzzo, 552 S., brosch., 60 Euro].
Aus dem Inhalt:
Moos,
P. von: Le Secret de la prédestination; Vecchio, S.: Segreti e bugie. I peccata occulta; Faes de Mottoni, B.: „Et audivit arcana verba, quae non licet homini loqui“. Arcani, segreti e misteri nella teologia all’inizio del ’200: Roberto
Grossatesta, Guglielmo D’Auxerre, Rolando di
Cremona; Suarez-Nani, T.: Il parlare degli angeli: un segreto di Pulcinella?; Boudet J.-P.: Julien Véronèse, Le Secret dans la magie rituelle médiévale; Weill-Parot, N.: Encadrement ou dévoilement. L’occulte et le secret dans la nature chez Albert le Grand et
Roger Bacon; Williams, S. J.: Esotericism,
Marvels, and the Medieval Aristotle; Crisciani, C.: Tra Dio, intelletto ed
esperienza: aspetti del Segreto nell’Alchimia
latina (secoli XIII-XIV); Eamon, W.: The ‚Secrets
of Nature‘ and the Moral Economy of Early Modern
Science; Santi, F.: Per una storia degli specchi magici; Artifoni, E.: Segreti e amicizie nell’educazione
civile dell’età dei comuni; Jucker
M.: Secrets and
Politics: Methodological and Communicational Aspects of Late Medieval Diplomacy;
Paravicini Bagliani, A.: Bonifacio VIII e il Segreto; Segre, V.: La tradizione
iconografica dei Secreta salernitana; Jacquart D.:
Du genre des „Secrets“
dans la médecine médiévale; Chiffoleau, J.: „Ecclesia de occultis non
iudicat“? L’Eglise,
le secret, l’occulte du XIIe au XVe
siècle; Stabile, G.: Segreto del libro e Segreto delle arti tra Medio Evo e
Rinascimento.
Self-Fashioning – Personen(selbst)darstellung,
hg. von R. Suntrup und J. R. Veenstra Frankfurt a. Main u.a. 2003
(Medieval to Early Modern Culture. Kultureller Wandel vom Mittelalter zur Frühen
Neuzeit, 3) [Peter Lang, 319 S., kart., 51,50 Euro].
Senatore, F., Storti, F.: Spazi
e tempi della guerra nel Mezzogiorno aragonese. L’itinerario militare di re Ferrante (1458-1465), Salerno
2002 (Iter Campaniene, 10) [Carlone, 284 S., 11 Euro].
Serrano, C. O.:
Beatriz de Portugal. La pugna dinástica Avis-Trastamara, A Coruña 2005 [Marcial Pons, 590 S., geb., 40
Euro].
Das Sichtbare und das Unsichtbare der Macht.
Institutionelle Prozesse in Antike, Mittelalter und Neuzeit, hg. von G. Melville, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 422
S., geb., 70 sw-Abb., 57,90 Euro] – Besprechung oben S. 87.
Sigismundus Rex et Imperator. Kunst und Kultur zur Zeit
Sigismunds von Luxemburg (1387-1437), hg. von I. Takács, Mainz 2006 [Philipp von Zabern, 751 S., geb., 113
sw-Abb., 846 farb. Abb., 49,90 Euro].
Sikora, M.:
Ungleiche Verbindlichkeiten. Gestaltungsspielräume standesverschiedener
Partnerschaften im deutschen Hochadel der Frühen Neuzeit, in: Selbstverständnis
– Selbstdarstellung – Selbstbehauptung, München 2005 (Zeitenblicke, 4,3): http://www.dipp.zeitenblicke.de/2005/3/Sikora
[17.03.2006].
Smart, S. C.: „So
gehts hinein zur Sternenbahn“: Das emblematische Programm eines 1694 am
Wolfenbütteler Hof gehaltenen Festessens, in: Die Domänen des Emblems.
Außerliterarische Anwendungen der Emblematik, hg. von G. F. Strasser und M. R. Wade, Wiesbaden 2004 (Wolfenbütteler
Arbeiten zur Barockforschung, 39), S. 79-95.
La società dei principi nell’Europa moderna
(secoli XVI-XVII). Die Gesellschaft der
Fürsten im Europa der Neuzeit (16.-17. Jahrhundert). Atti della XLIV settimana
di studio Trento, 17.-21 settembre 2001, hg. von C. Dipper und M. Rosa,
Bologna 2005 [Il Mulino, 384 S., kart., 25 Euro].
Aus dem Inhalt:
Rosa,
M.: Premessa, S. 7ff; Bély, L.:
La società dei principi, S. 13ff.; Stauber,
R.: Esibizione del potere e propaganda dinastica dei Wittelsbach e degli
Asburgo intorno al 1500, S. 45ff.; Göse,
F.: Formazzione dello Stato e potere dei principi. Il principe
elemore Gioacchino II del Brandeburgo, Giovanni margravio di Küstrin e lo Stato
territoriale del Brandeburgo nel XVI secolo, S. 91ff.; Fasano Guarini,
E.: Principi e territori in Italia. Il caso toscano tra Cinque- e Secento,
S. 127ff.; Barbero, A.: I
soldati del principe. Guerra, Stato e società nel Piemonte sabaudo (1450-1580),
S. 169ff.; Preto, P.: Venezzia
osserva la società dei principi: gli ambasciatori veneti di fronte a Spagna e
Francia, S. 207ff.; Herrsche, P.:
Il principe ecclesiastico nell’età del Barocco, S. 221ff.; Quaglioni, D.: Un breviario politico
per i principi. La „Synopsis“ di Johann Angelius Werdenhagen (1635 e 1645), S.
247ff.; Walsh, K.: La principessa
in epoca premoderna: il suo ruolo e il suo campo d’azione, S. 263ff.; Contini, A.: Spazi femminili e
costruzione di un identità dinastica. Il caso di Leonora di Toledo duchessa di
Firenze, S. 295ff.; Friedeburg,
R. von: Religiosità e concezione del ruolo istituzionale. Filippo d’Assia e
Maurizio di Assia-Kassel, S. 321ff.; Oberli,
M.: Il „teatro del mondo“. Il mecenatismo ostentativo come manifestazione della
dignità principesca nella Roma barocca, S. 341ff.
Il sogno di Pio II e il viaggio da Roma a Mantava. Atti del Convegno internazionale, Mantava 13-15 aprile
2000, hg. von A. Calzona, F. P. Fiore, A. Tenenti und C. Vasoli,
Florenz 2003 (Ingenium, 5) [Olschki, 600 S., brosch., zahlr. Abb., 59 Euro].
Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller
Städte. Beiträge eines Workshops am Institut für Geschichte der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am 27. und 28. Januar 2000, hg. von M. Meinhardt und A. Ranft, Berlin 2005 (Hallische Beiträge zur Geschichte des
Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 1) [Akademie Verlag, 321 S., geb., 70
Abb., 74,80 Euro].
Aus dem Inhalt:
Meinhardt,
M., Ranft, A.: Zur Einführung; Ellermeyer, J.: Zur Sozialstruktur
spätmittelalterlicher Städte. Ein Rückblick auf Ansätze, Erfolge und Probleme
der Forschung in Deutschland, S. 17ff.; Kroll,
S.: Aufgaben und Perspektiven der Forschung zur Sozialstruktur
frühneuzeitlicher Städte, S. 35ff.; Meinhardt,
M.: Stadtgesellschaft und Residenzbildung. Aspekte der quantitativen
Entwicklung und sozialen Struktur Dresdens im Residenzbildungsprozeß des 15.
und 16. Jahrhunderts, S. 49ff.; Heiermann,
C.: Die Spitze der Sozialstruktur: Organisation städtischer Eliten im Bodenseeraum
des späten Mittelalters, S. 77ff.; Selzer,
S.: Geheimer Schoß und sichtbare Statussymbole – Konsum als Zeichen sozialer
Zuordnung in spätmittelalterlichen Städten des Hanseraums, S. 89ff.; Denecke, D.: Soziale Strukturen im
städtischen Raum: Entwicklung und Stand der sozialtopographischen
Stadtgeschichtsforschung, S. 123ff.; Hammel-Kiesow, R.: Die Entstehung des sozial-räumlichen
Gefüges der mittelalterlichen Großstadt Lübeck. Grund und Boden, Baubestand und
gesellschaftlichen Struktur, S. 139ff., Steenweg,
H.: Probleme und Möglichkeiten bei der Erforschung mittelalterlicher
Sozialstrukturen in Städten: Das Beispiel Göttingen um 1400, S. 205ff.; Igel, K.: Zur Sozialtopographie
Greifswalds um 1400. Der Greifswalder liber hereditatum (1351-1452), S.
227ff.; Lücke, M.: Versuch einer
Vermögenstopographie für die Stadt Wittenberg in der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts, S. 247ff.; Kühlborn,
M.: Aspekte zum archäologischen Nachweis verschiedener sozialer Gruppen des
Mittel-alters und der Frühen Neuzeit. Stadtarchäologie in Lüneburg, S. 263ff.; Ranft, A.: Schlußwort, S. 283ff.
Spiess, K.-H.: European Royal Marriages in the Late Middle Ages. Marriage
Treaties, Questions of Income, Cultural Transfer, in: Majestas 13 (2005)
S.7-21.
Splendeurs de la cour de Saxe. Dresde à Versailles (Ausstellungskatalog), hg. von T. W. Gaethgens, B. Saule und D. Syndram,
Paris 2006 [Éditions de la Réunion des musées nationaux, 304 S., brosch., 304
farb. Abb., 49 Euro].
Aus dem Inhalt:
Saule,
B., Syndram, D.: Introduction, S.
21ff.; Stürmer, M.: La saxe au
temps de Versailles, S. 24ff.; Gaehtgens,
T. W.: Auguste le Fort, patron des arts, S. 34ff.; Saule, B.: Trois princes de saxe à la cour de Louis XIV, S.
44ff.; Syndram, D.: Le monument
d’un roi collectionneur la voûte verte d’Auguste le Fort, S. 56ff.; Spenlé, V.: Les Acquisitions de Raymond
Leplat à Paris, S. 70ff.; Pietsch,
U.: La porcelaine du roi, S. 80ff.; Goes,
A. von der: Le grand appartement de la résidence, S. 90ff.; Schnitzer, C.: Les fêtes d’Auguste le
Fort, S. 96ff.; Salmon, X.: Une
femme sous influence Marie-Josèphe de saxe et les arts à Versailles, S. 108ff.;
Espagne, M.: La culture française
à dresde, S. 120ff.; Marx, B.:
Dresde, une ville œuvre d’art, S. 128ff.
Staatsbildung als kultureller Prozeß. Strukturwandel und
Legitimation von Herrschaft in der Frühen Neuzeit, hg. von R. G. Asch und D. Freist, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 442 S., geb., 54,90 Euro].
Stachel, P.:
Identität. Genese, Inflation und Probleme eines für die zeitgenössischen
Sozial- und Kulturwissenschaften zentralen Begriffs, in: Archiv für
Kulturgeschichte 87 (2005) S. 395-425.
Stadt, Kanzlei und Kultur im Übergang zur Frühen Neuzeit
– City Culture and Urban Chanceries in an Era of Change, hg. von R. Suntrup und J. R. Veenstra, Frankfurt a. Main u.a. 2004
(Medieval to Early Modern Culture. Kultureller Wandel vom Mittelalter zur
Frühen Neuzeit, 4) [Peter Lang, zahlr. Abb., brosch., 199 S., 35 Euro].
Städtebilder der Neuzeit. Die europäische Stadtansicht
von den Anfängen bis zum Photo, hg. von H.-P. Becht
und B. Roeck, Ostfildern 2006
(Stadt in der Geschichte, 32) [Thorbecke, 368 S., brosch., zahlr. teils farb.
Abb., 39 Euro].
Stahl, A.: Calbe
an der Saale. Auf den Spuren einer verschwundenen Nebenresidenz der Erzbischöfe
und Administratoren des Erzstifts Magdeburg, in: Burgen und Schlösser in
Sachsen-Anhalt 14 (2005) S. 154-185.
Stauber, R.:
Kultur – Raum – Politik. Italiens Bild von sich selbst in der Renaissance, in:
Archiv für Kulturgeschichte 87 (2005) S. 285-314.
Stefanovic, P. S.:
Der Eid des Adels gegenüber dem Herrscher im mittelalterlichen Rußland, in:
Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 53 (2005) S. 497-505.
Strong, R.: Coronation. A History of Kingship & the British Monarchy,
New York 2005 [Harper Collins, 556 S., geb., zahlr. meist farb. Abb., 25£].
Szende, L.:
Mitherrscherin oder einfache Königinmutter? Elisabeth von Lokietek in Ungarn
(1320-1380), in: Majestas 13 (2005) S. 47-63.
Taddei, E.:
Barbara von Österreich-d’Este. Ergänzungen zum Leben einer Habsburgerin in
Ferrara, in: Tirol – Österreich – Italien. Festschrift für Josef
Riedmann zum 65. Geburtstag, hg. von K. Brandstätter
und J. Hörmann, Insbruck 2005, S.
629-640.
Titze, M.: Die Wittenberger Burg im Licht neuer
bauarchäologischer Erkenntnisse, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 14 (2005)
S. 207-214.
Thieffry, S.: La Chapelle musicale aux Pays-Bas sous Charles Quint:
stabilité et engagement personnel, in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes
45 (2005) S. 55-72.
Tod und Trauer. Beerdigungs- und Trauerriten in Nordeuropa,
hg. von T. Fischer und T. Riis, Kiel 2005 [Verlag Ludwig, 372
S., Fadenheftung., 55 sw-Abb., 39,90 Euro].
Tradition and Innovation in an Era of Change –
Tradition und Innovation im Übergang zur Frühen Neuzeit, hg. von R. Suntrup und J. R. Veenstra, Frankfurt a. Main u.a. 2001
(Medieval to Early Modern Culture. Kultureller Wandel vom Mittelalter zur
Frühen Neuzeit, 1) [Peter Lang, 282 S., kart., 45,50 Euro].
Traductions françaises des Otia imperialia de Gervais de
Tilbury par Jean d’Antioche et Jean de Vignay, édition de la troisième
partie par D. Gerner et C.
Pignatelli, Genf 2006
(Publications romanes et françaises, 237) [Droz, 600 S., 100 Euro].
Ullrich, U. B.:
Der Kaiser im giardin dell’impero, Berlin 2006 (Humboldt-Schriften zur Kunst-
und Bildgeschichte) [Mann, 150 Abb., geb., 68 Euro].
Untertanen, Herrschaft und Staat in Böhmen und im „Alten
Reich“: sozialgeschichtliche Strukturen, hg. von M. Cerman u.a., München 2005 (Veröffentlichungen des Collegium
Carolinum, 99) [Oldenburg, 369 S., geb., 39,80 Euro].
Uppenkamp, B.:
Das Pentagon von Wolfenbüttel. Der Ausbau der welfischen Residenz 1568-1626
zwischen Ideal und Wirklichkeit, Hannover 2005 [Verlag Hahnsche Buchhandlung,
396 S., geb., 62 Abb., 39 Euro].
Verbij-Schillings, J.: Autour de Frank van Borselen (ca. 1395-1471): la culture
musicale à la cour de La Haye à l’epoque de Philippe le Bon et Charles le
Téméraire (1425-1477), in: Publication du Centre européen d’études bourguignonnes
45 (2005) S. 23-38.
Das Vermächtnis Kaiser Karls V. Die politischen
Testamente, eingel., übers. und komment. von A. Kohnle, Darmstadt 2005 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft,
141 S., kart., 5 Abb., 3 Karten, 6 Stammtaf., 19,90 Euro].
Visser-Fuchs, L.: Le conte dont on chante: Burgundian popular ballads and
courtly poems on the Earl of Warwick, in: Publication du Centre européen d’études
bourguignonnes 45 (2005) S.191-235.
Vogelsänger, S.: Warum reiste Michael Praetorius im Jahre 1612 mit der
Wolfenbütteler Hofkapelle nach Prag ?, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte
86 (2005) S. 167-169.
Waldman, L. A.: Baccio Bandinelli and Art at the Medici Court. A corpus of
early modern sources, Philadelphia 2004 (Memoirs of the American Philosophical
Society, 251) [American Philosophical Society, 935 S., 27 sw-Abb., 60 Euro].
Weber, J.:
Straßburg 1605: Die Geburt der Zeitung, in: Jahrbuch für
Kommunikationsgeschichte 7 (2005) S. 3ff.
Weniger, M.: Sittow, Morros, Juan de Flandes. Drei
Maler aus dem Norden am Hof Isabellas von Kastilien, Kiel 2005 [Verlag Ludwig,
576 S., Festeinband, 160 sw-Abb., 59 Euro].
Werner, M.:
Thüringen im Mittelalter. Ergebnisse – Aufgaben – Perspektiven, in: Im
Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. 150 Jahre
Landesgeschichtsforschung in Thüringen, hg. von M. Werner, Köln u.a. 2005, S. 275-341.
Wieland, C.:
Fürsten, Freunde, Diplomaten. Die römisch-florentinischen Beziehungen unter
Paul V. (1605-1621), Köln u.a. 2004 (Norm und Struktur, 20) [Böhlau, 566 S.,
geb., 54,90 Euro].
Wiese, W., Stober, K.:
Schloß Heidelberg. Führer Staatlicher Schlösser und Gärten Baden-Württemberg,
München 2005 [Deutscher Kunstverlag, 96 S., brosch., 120 meist farb. Abb., 5
Euro].
Wiesflecker, H.:
Neue Beiträge zu Balthasar Sprengers Meerfahrt nach „Groß-India“, in: Tirol
– Österreich – Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag,
hg. von K. Brandstätter und J. Hörmann, Insbruck 2005, S.647-660.
Wijsman, H.: Patterns in Patronage: Distinction and Imitation in the
Patronage of Painted Art by Burgundian Courtiers in the Fifteenth an Early
Sixteenth Centuries, in: The Court as a Stage. England and the Low
Countries in the later Middle Ages, hg. von S. Gunn und A. Janse,
Woodbridge u.a. 2006, S. 53-69.
Wiltsche, H. A.:
„... wie es eigentlich geworden ist“. Ein wissenschaftsphilosophischer
Blick auf den Methodenstreit um Karl Lamprechts Kulturgeschichte, in: Archiv
für Kulturgeschichte 87 (2005) S. 251-284.
Windler, C.:
Diplomatie als Erfahrung fremder politischer Kulturen. Gesandte von Monarchen
in den eidgenössischen Orten (16. und 17. Jahrhundert), in: Geschichte und
Gesellschaft 32,1 (2006) S. 5-44.
Wittmann, H.: Im
Schatten der Landgrafen. Studien zur adeligen Herrschaftsbildung im
spätmittelalterlichen Thüringen, Köln u.a. 2006 (Veröffentlichungen der
Historischen Kommission für Thüringen, 17) [Böhlau, 576 S., geb., 59,90 Euro].
Wolf, S.: Die Doppelregierung Kaiser Friedrichs
III. und König Maximilians (1486-1493), Köln u.a. 2005 (Forschungen zur Kaiser-
und Papstgeschichte des Mittelalters, 25) [Böhlau, 676 S., geb., 5 sw-Abb.,
74,90 Euro].
Woman of Distinction. Margaret of York and Margaret of Austria, hg. von D. Eichberger, Turnhout 2005 [Brepols, 367 S., geb., 65,90 Euro].
Wunder – Wallfahrt – Widersacher. Die Wilsnackfahrt, hg.
von H. Kühne und A.-K.Ziesak,
Regensburg 2005 [Friedrich Pustet, 216 S., geb., 38 sw-Abb., 16 farb. Abb.,
24,90 Euro].
Zotz, T.:
Königskrone und Fürstenhut. Das gotische Kreuz aus St. Trudpert und die
Habsburger im 13. Jahrhundert, in: Zeitschrift für die Geschichte des
Oberrheins 153 (2005) S. 15-42.
Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit,
hg. von Susanne Pils und Jan Paul
Niederkorn, Innsbruck u.a. 2005
(Forschungen und Beiträge zur Wiener Geschichte, 44) [Studien-Verlag, 271 S.,
kart., Ill., 27,90 Euro] – Besprechung oben S. 100.
Zwierlein, C.:
Normativität und Empirie. Denkrahmen der Präzedenz zwischen Königen auf dem
Basler Konzil, am päpstlichen Hof (1564) und in der entstehenden
Politikwissenschaft (bis 1648), in: Historisches Jahrbuch 125 (2005) S.
101-132.
Werbeblatt Rückseite
Die Arbeitsstelle Kiel
Prof. Dr. Werner
Paravicini
Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung, Handbuch III: Hof
und Schrift, Handbuch IV: Grafen und Herren)
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(Symposien, Internetangebot, Handbuch IV: Grafen und Herren)
Silke Meier
Rudolph-Philipp Sohn
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Wissenschaften zu Göttingen
Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel
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Adresse im Internet: www.dhi-paris.fr
(Hg.)
Geschichte Niedersachsens, begr. von Hans Patze,
Bd. 2, Tl. 1: Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15.
Jahrhundert, Hannover 1997, XVIII+1378 S., hier S. 1-904; dazu S. 905-1038 (mit
Heinrich Schmidt), Geschichte
Ostfrieslands im Mittelalter. – Siehe auch seine Beiträge zur Niedersächsischen
Geschichte, hg. von Ulrich Hucker,
Ernst Schubert und Bernd Weisbrod, Göttingen 1997. – Unter
seinen zahlreichen landesgeschichtlichen Beiträgen sei noch erwähnt: Ernst der
Bekenner als Landesherr, in: Herzog Ernst der Bekenner und seine Zeit. Beiträge
zur Geschichte des ersten protestantischen Herzogs von Braunschweig-Lüneburg
anläßlich der 500jährigen Wiederkehr seines Geburtstages in Uelzen im Jahre
1497, hg. von Hans-Jürgen Vogtherr,
Uelzen 1998 (Uelzener Beiträge, 14), S. 25-62.
Wissenschaftliche
Unabhängigkeit und gesellschaftliche Verantwortung: Der Wandel von Leitbildern
in der Geschichte der Akademie, in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu
Göttingen (2000) S. 71-124.
Vgl.
seine Einführung in die Grundprobleme der deutschen Geschichte des
Spätmittelalters, Darmstadt 1992, VI+328 S.; bibliographisch aktualisierte
Neuauflage unter dem Titel: Einführung in die deutsche Ge-schichte des
Spätmittelalters, Darmstadt 1998.
Herrschaftspraxis
und soziale Ordnungen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Ernst Schubert
zum Gedenken, hg. von Peter Aufgebauer
und Christine van den Heuvel,
unter Mitarbeit von Brage Bei der Wieden,
Sabine Graf und Gerhard Streich, Hannover 2006
(Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen,
232), hier S. 571-574 ein Verzeichnis der bei ihm angefertigten Dissertationen
und S. 575-591 das Schriftenverzeichnis.
Die
Schlacht bei Langensalza, in: Hannovers Übergang vom Königreich zur preußischen
Provinz 1866. Beiträge zu einer Tagung am 2. November 1991 in Göttingen, hg. von
Rainer Sabbelleck, Hannover 1995 (Schriftenreihe
des Landschaftsverbandes Südniedersachsen, 1), S. 101-123. – Siehe auch:
Verdeckte Opposition in der Provinz Hannover: Der Kampf der „Welfen“ um die
regionale Identität während des Kaiserreichs, in: Blätter für deutsche
Landesgeschichte 134 (1998) S. 211-272.
Die
Landstände des Hochstifts Würzburg, Würzburg 1967 (Veröffentlichungen der
Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 9: Darstellungen aus der
fränkischen Geschichte, 22), 213 S. – Zur fränkischen Landesgeschichte hat
Ernst Schubert zahlreiche Aufsätze veröffentlicht und Beiträge zu den
Fränkischen Lebensbildern verfaßt (Rudolf von Scherenberg, Julius Echter von
Mespelbrunn, Albrecht Achilles von Brandenburg, Berthold VII. von Henneberg,
Ulrich von Hutten), auch zur Neuen Deutschen Biographie (Peter Knorr, Reuß)
oder zu vielen Stichworten im Lexikon des Mittelalters.
Arme
Leute, Bettler und Gauner im Franken des 18. Jahrhunderts, Neustadt a.d. Aisch
1983 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte. Reihe 9:
Darstellungen aus der fränkischen Geschichte, 26), 486 S. (2. Aufl. 1990,
502 S.). – Gauner, Dirnen und Gelichter in deutschen Städten des Mittel-alters,
in: Mentalität und Alltag im Spätmittelalter, hg. von Cord Meckseper und Elisabeth Schraut, Göttingen 1985 (2. Aufl.
1991), S. 97-128. – Mobilität ohne Chance: Die Ausgrenzung des fahrenden Volkes,
in: Ständische Gesellschaft und soziale Mobilität, hg. von Winfried Schulze, München 1988 (Schriften des
Historischen Kollegs. Kolloquien, 12), S. 113-164. – Soziale Randgruppen
und Bevölkerungsentwicklung im Mittelalter, in: Saeculum 39 (1988)
S. 294-339. – Die verbotene Existenz der Zigeuner, in: Die Legende vom
Ritualmord. Zur Geschichte der Blutbeschuldigung gegen Juden, hg. von Rainer Erb, Berlin 1993 (Zentrum für
Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Dokumente, Texte,
Materialien, 6), S. 179-200. – Der Betrügerische Bettler im Mittelalter und in
der frühen Neuzeit, in: Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag, hg.
von Peter Aufgebauer u.a.,
Bielefeld 1998 (Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte, 1), S. 71-107. –
Spätmittelalter – die Rahmenbedingungen des Lebens kleiner Leute, in: Althoff, Gerd, Goetz, Hans-Werner, Schubert,
Ernst: Menschen im Schatten der Kathedrale. Neuigkeiten aus dem Mittelalter,
Darmstadt 1998, S. 229-350. – Der „starke Bettler“. Das erste Opfer sozialer
Typisierung um 1500, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 48 (2000) S.
869-893. – „Hausarme Leute“, „starke Bettler“: Einschränkungen und Umformungen
des Almosengedankens um 1400 und um 1500, in: Armut im Mittelalter, hg. von
Otto Gerhard Oexle, Ostfildern
2004 (Vorträge und Forschungen, 58), S. 283-347.
Fahrendes
Volk im Mittelalter, Bielefeld (und auch Darmstadt) 1995, 497 S. – Das
Interesse an Vaganten und Spielleuten, in: Mediävistik im 21. Jahrhundert, hg.
von Hans-Werner Goetz und Jörg Jarnut, München 2003 (MittelalterStudien
des Instituts zur Interdisziplinären Erforschung des Mittelalters und seines
Nachwirkens, Paderborn, 1), S. 409-426.
Der
Fremde in den niedersächsischen Städten des Mittelalters, in: Niedersächsisches
Jahrbuch für Landesgeschichte 69 (1997) S. 1-44. – Fremde und Erfahrungen des
Fremden im mittelalterlichen und frühneu-zeitlichen Deutschland, in: Angeworben
– eingewandert – abgeschoben. Ein anderer Blick auf die
Einwande-rungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland, hg von Katja Dominik u.a., Münster 1999, S. 56-82. –
L’Étranger et les expériences de l’étranger dans l’Allemagne médiévale et
moderne. La maison (Haus) et l’étranger (Fremde) au Moyen Âge: une
introduction, in: L’Étranger au Moyen Âge. XXXe congrès de la
Société des Historiens Médiévistes de l’Enseignement Supérieur Public (Göttingen,
juin 1999), Paris 2000 (Publications de la Sorbonne. Série
Histoire ancienne et médiévale, 61), S. 191-215.
Daily Life, Consumption and Material Culture, in: Germany. A
New Social and Economic History, Bd. 2: 1630-1800, hg. von Sheilagh Ogilvie, London 1996, S. 350-376. –
Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebens-umfeld und menschliches
Miteinander, Darmstadt 2002, 423 S. – Der Alltag im spätmittelalterlichen
Göttingen, in: 1050 Jahre Göttingen. Streiflichter auf die Göttinger
Stadtgeschichte, hg. von Klaus Grubmüller,
Göttingen 2004, S. 32-47.
Das
Schauspiel in der spätmittelalterlichen Stadt, in: Stadt und Theater, hg. von
Bernhard Kirchgässner und
Hans-Peter Becht, Stuttgart 1999
(Südwestdeutscher Areitskreis für Stadtgeschichtsforschung, 35; Stadt und
Geschichte, 25), S. 19-70.
Der
Wald: wirtschaftliche Grundlage der spätmittelalterlichen Stadt, in: Mensch und
Umwelt im Mittelalter, hg. von Bernd Herrmann,
Stuttgart 1986 (3. Aufl. 1987, danach im Taschenbuch), S. 257-274. – (Hg., mit
Bernd Herrmann) Von der Angst zur
Ausbeutung. Umwelterfahrung zwischen Mittelalter und Neuzeit, Frankfurt a.M.
1994, 185 S., darin: Scheu vor der Natur – Ausbeutung der Natur. Formen und
Wandlungen des Umweltbewußtseins im Mittelalter, S. 13-58.
Fress-
und Sauffgrewel? Was man im Mittelalter aß und trank, Darmstadt 2005, 61 S. –
Essen und Trinken im Mittelalter, Darmstadt 2006, ca. 368 S. (im Druck).
König
und Reich. Studien zur spätmittelalterlichen deutschen Verfassungsgeschichte,
Göttingen 1979 (Veröffentlichungen des
Max-Planck-Instituts für Geschichte, 63), 419 S. – Siehe auch: Die Stellung der
Kur-fürsten in der spätmittelalterlichen Reichsverfassung, in: Jahrbuch für
westdeutsche Landesgeschichte 1 (1975) S. 97-128. – Königswahl und Königtum im
spätmittelalterlichen Reich, in: Zeitschrift für historische Forschung 4 (1977)
S. 257-338. – Franken als königsnahe Landschaft unter Karl IV., in: Blätter für
deutsche Landesgeschichte 114 (1978) S. 865-890. – Das Königsland: zu Konzeptionen
des römischen Königtums nach dem Interregnum, in: Jahrbuch für fränkische
Landesforschung 39 (1979) S. 23-40. – Kurfürsten und Wahl-königtum. Die Wahlen
von 1308, 1314 und 1346 und der Kurverein von Rhens, in: Balduin von Luxemburg,
hg. von Franz-Josef Heyen, Mainz
1985 (Lebendiges Rheinland-Pfalz, 22,3), S. 103-117. – Probleme der
Königs-herrschaft im spätmittelalterlichen Reich. Das Beispiel Ruprechts von
der Pfalz, in: Das spätmittelalterliche Königtum im europäischen Vergleich, hg.
von Reinhard Schneider,
Sigmaringen 1987 (Vorträge und Forschungen, 32), S. 135-184. - Die deutsche
Königswahl zur Zeit Johanns von Böhmen, in: Johann der Blinde, Graf von
Luxemburg, König von Böhmen Tagungsband der 9es Journées
Lotharingiennes, 22.-26. Oktober 1997, Centre Universitaire de Luxembourg, hg.
von Michel Pauly, Luxemburg 1997 (Publications
de la Section Historique de l’Institut G.-D. de Luxembourg, 115; Publications
du CLUDEM, 14), S. 135-166. – Der Mainzer Kurfürst als Erzkanzler im
Spätmittelalter, in: Der Mainzer Kurfürst als Reichserzkanzler. Funktionen,
Aktivi-täten, Ansprüche und Bedeutung des zweiten Mannes im alten Reich, hg.
von Peter Claus Hartmann,
Stuttgart 1997 (Geschichtliche Landeskunde, 45), S. 77-97.
Fürstliche
Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter, München 1996 (Enzyklopädie
deutscher Geschichte, 35), IX+141 S. (2. Aufl. 2006, 138 S.). Vgl. Die
Umformung spätmittelalterlicher Fürstenherrschaft im 16. Jahrhundert, in:
Rheinische Vierteljahrsblätter 63 (1999) S. 204-263. – Vom Gebot zur
Landesordnung. Der Wandel fürstlicher Herrschaft vom 15. zum 16. Jahrhundert,
in: Die deutsche Reformation zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg.
von Thomas A. Brady, München 2001
(Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien, 50), S. 19-61. – Die
Harzgrafen im ausgehenden Mittelalter, in: Hochadelige Herrschaft im
mitteldeutschen Raum (1200 bis 1600). Formen – Legitimation – Repräsentation,
hg. von Jörg Rogge und Uwe Schirmer, Stuttgart 2003 (Quellen und
Forschungen zur sächsischen Geschichte, 23), S. 13-115.
Königsabsetzung
im Mittelalter. Eine Studie zum Werden der Reichsverfassung, Göttingen 2005 (Abhandlungen
der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philologisch-Historische Klasse.
Folge 3, 267), 613 S. – Zuvor schon: Die Absetzung König Adolfs von Nassau, in:
Studien zur Geschichte des Mittelalters. Jürgen Petersohn zum 65. Geburtstag, hg.
von Matthias Thumser u.a.,
Stuttgart 2000, S. 271-301.
Die
Quaternionen. Entstehung, Sinngehalt und Folgen einer spätmittelalterlichen
Deutung der Reichsverfassung, in: Zeitschrift für historische Forschung 20
(1993) S. 1-63.
Der
Zweikampf. Ein mittelalterliches Ordal und seine Vergegenwärtigung bei Heinrich
von Kleist, in: Kleist-Jahrbuch (1988/1989) S. 280-304.
Mittelalterliche
Geschichte: Geschlechter- und Sozialgeschichte. Dialog zwischen Claudia Opitz
und Ernst Schubert, in: Zweierlei Welten? Feministische Wissenschaftlerinnen im
Dialog mit der männlichen Wissen-schaft, hg. von Helgard Kramer, Frankfurt a.M. 1992, S. 123-140.
Die
Geschichte der Habilitation, in: 250 Jahre Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg, Festschrift, hg. von Henning Kössler, Erlangen 1993 (Erlanger Forschungen. Sonderreihe,
4), S. 115-151.
Von
der Interzonengrenze zur Zonengrenze. Die Erfahrung der entstehenden Teilung
Deutschlands im Raum Duderstadt 1945-1949, in: Grenzland. Beiträge zur
Geschichte der deutsch-deutschen Grenze, hg. von Bernd Weisbrod, Hannover 1993 (Veröffentlichungen der Historischen
Kommission für Niedersachsen und Bremen, 38; Quellen und Untersuchungen zur
Geschichte Niedersachsens nach 1945, 9), S. 70-87.
Das
seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts vermehrte Bauuntersuchungsinteresse der
Forscher (bes. von Ludwig Häbler, dem Berater der Schloßbauverwaltung seit
1815) aufnehmend hat Konrad Steinbrecht, der spätere Marienburger Konservator,
eine treffende Bemerkung des preußischen Provinzialkonservators Ferdinand von
Quast (Quast, Ferdinand von:
Beitrage zur Geschichte der Baukunst in Preussen, Tl. 3: Schloß Marienburg, in:
Neue Preußische Provinzial-Blätter 11 [1851] S. 8-15) rund einhundert Jahre
später zum Ausgangspunkt der Palastgeschichte gemacht, siehe Steinbrecht, Konrad: I. Der
Hochmeisterpalast, in: Geschäftsbericht des Vorstandes des Vereins für die Herstellung
und Ausschmückung der Marienburg für die Zeit vom 1. Oktober 1916 bis zum 1.
Juli 1920, Danzig 1920, S. 7-16. Seine Ergebnisse wurden in jüngerer Zeit von Karl
Heinz Clasen und Bernhard Schmid
bestätigt, siehe Clasen, Karl Heinz: Der Hochmeisterpalast der Marienburg.
Königsberg Pr. 1924, sowie: Die Marienburg. Ihre Baugeschichte, dargestellt von
Bernhard Schmid, Schloßbaumeister
der Marienburg, aus dem Nachlaß hg., erg. und mit Abb. versehen von Karl Hauke, Würzburg 1955 (Deutsche Baukunst
im Osten, 1), hier S. 47-62. Die Methode der Bauforschung, dann aber doch
nur für Erklärungen in den Einzelheiten verwendet, wurde erst wieder von der polnischen
Denkmalpflege (PP PKZ Gdańsk/Danzig) angewendet, siehe Kąsinowski, Antoni: Wyniki
badań architektonicznych (Ergebnisse der Bauforschungen), Ms. masch. im
Archiv des Schloßmuseums zu Malbork/Marienburg 1963, und erst in den 80er und 90er
Jahren des 20. Jahrhunderts um neue Motive und Hypothesen erweitert, vgl. Kilarski, Maciej: Die
ikonographischen und baulichen Wandlungen der Marienburg im 19. und in den
ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, in: Deutscher Orden 1190-1990, hg. von
Udo Arnold, Lüneburg 1997 (Tagungsberichte
der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, 11),
hier S. 186; Pospieszny, Kazimierz:
Der Hochmeisterpalast der Marienburg. Forschungen zum Ostteil des
Hauptgeschosses, in: Burgen kirchlicher Bauherren, hg. von der Wartburg-Gesellschaft
zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verbindung mit dem Germanischen
Nationalmuseum, München u.a. 2001 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 6), S.
71-94; Jesionowski, Bernard: Uwagi
na temat ostatnich badań we wsch. części głównej kondygnacji
Pałacu Wielkich Mistrzów w Malborku (Anmerkungen zum Thema der letzten
Forschungen am Hauptgeschoß der Ostseite des Hochmeisterpalastes zu Marienburg),
in: Praeterita Posteritati. Studia z historii sztuki i kultury ofiarowane
Maciejowi Kilarskiemu (Studien der Kunst- und Kulturgeschichte, gewidmet Maciej
Kilarski], Malbork 2001, S. 179-197.
Zur
Datierung aufgrund der Schriftquellen vgl. Schmid,
Marienburg (wie Anm. 1) S. 53-55.
Die
architektonische Abfolge wurde im Lauf der Bauforschungen 1994-1998 nachgewiesen,
vgl. Pospieszny, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 1) passim.
Pospieszny, Kazimierz: Gotycki wystrój
malarski głównego piętra Pałacu Wielkich Mistrzów w Malborku w
świetle ostatnich odkryć (Die gotische Malausschmückung auf dem
Hauptgeschoß des Hochmeisterpalastes zu Marienburg im Licht der letzten
Entdeckungen), in: Acta Universitatis Nicolai Copernici 17 (1991) S. 231-247.
Zur
Definition von Residenz im Zusammenhang mit dem Zeremoniell siehe Paravicini, Werner: Zeremoniell und
Raum, in: Zeremoniell und Raum, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1997 (Residenzenforschung, 6) S. 11-
36. Historisch gehört an den Anfang der Residenz-Entwicklung des neuen Typs der
Vatikan von ca. 1300. Danach, vor der Mitte des 14. Jahrhunderts, ist das Zentrum
aller Umwandlungen einschließlich der Kurie nach Avignon übergegangen. Dort folgte
die normative Betrachtung der Formen des „byzantinisch-päpstlichen” Zeremoniells
einer Differenzierung in der Architektur und in der Hierarchisierung der
Wohnräume, vgl. Żuchowski, Tadeusz
J.: Vatikan – Avignon – Marienburg. Die Genese der funktionalen Anordnung der
Marienburger Hochmeisterresidenz, in: Burgen kirchlicher Bauherren (wie Anm. 1)
S. 29-36; Kerscher, Gottfried: Architektur
als Repräsentation. Spätmittelalterliche Palastbaukunst zwischen Pracht und
zeremonieller Voraussetzung. Avignon – Mallorca – Kirchenstaat, Berlin 2000,
passim., siehe die Buchvorstellung von Uwe
Albrecht, in: Mitteilungen der Residenzen-Komission 13,1 (2003) S. 87f.,
hier S. 87: „Bauformen und Zeremoniell bedingten sich gegenseitig, wobei
letzteres in Verbindung mit Hofordnungen und den Regeln der Etikette nicht selten
für Architektur konstitutiv war.“
Albrecht, Uwe: Der Adelssitz im
Mittelalter, München u.a. 1995, S. 88.
Ohne
die päpstlichen Residenzen zu übersehen, war in der Bauzeit der Marienburg das
funktionale Schema des Louvre Karls V (1364-1380) Modell der neuen
Herrschaftsrepräsentation, siehe Whiteley,
Mary: Royal and Ducal Palastes in France in the Fourteenth and Fifteenth
Centuries. Interior, ceremony and function, in: Architecture
et vie sociale. L’organisation intérieure des grandes demeures à la fin du
Moyen Âge et à la Renaissance. Actes du colloque tenu à Tours du 6 au 10
juin 1988, hg. von Jean Guillaume,
Paris 1994, S. 47-63.
Jähnig, Bernhard: Organisation und
Sachkultur der Deutschordensresidenz Marienburg, in: Vorträge und Forschungen
zur Residenzenfrage, hg. von Peter Johanek,
Sigmaringen 1990 (Residenzenforschung, 1), S. 45-75.
Clasen, Hochmeisterpalast (wie Anm. 1)
S. 73.
Ebd.,
S. 93ff. Clasen war im Gegensatz zu den beiden Konservatoren der Marienburg aus
der Zeit vor 1945, Konrad Steinbrecht und Bernhard Schmid, skeptisch gegenüber der
Verwendung Fellensteins im Palastbau, was die heterogenen Formen der
Architektur bestätigen.
Eine
solche Haltung bezog sich in beiden Fällen auf Vorurteile, was die Forscher in
eine Sackgasse führte, vgl. Anzelewsky,
Fedja: Der Hochmeisterpalast der Marienburg, in: Burgen und Schlösser 11
(1985), S. 65-73; Herrmann,
Christofer: Die mittelalterliche Architektur im Gebiet der ehemaligen preußischen
Bistümer (Kulm, Pomesanien, Ermland und Samland). Untersuchungen zur Frage der
Kunstlandschaft und -geographie, Olsztyn 2003, S. 367-368.
Chrzanowski, Tadeusz, Kornecki, Marian: Pomorze Wschodnie (Ostpommern),
in: Architektura gotycka w Polsce, Bd. 1, Warszawa 1995 (Dzieje sztuki polskiej, 2,3,2), S. 105-106.
Siehe Kerscher,
Architektur (wie Anm. 5) S. 213, Anm. 20, vgl. Żuchowski, Tadeusz J.:
Pałac papieski na Watykanie od końca V do początku XVI wieku
(Der Papstpalast im Vatikan von Ende des 5. Jahrhunderts bis Anfang des
16. Jahrhunderts), Poznań 1999, S. 111, 127, der die Marienburger
Residenz, v.a. in sozialer Hinsicht, mit dem Vatikan und Avignon vergleicht,
siehe auch Żuchowski,
Vatikan (wie Anm. 5) S. 34-35.
Pospieszny, Hochmeisterpalast (wie Anm.
1) pass.
Paravicini, Werner: Die Preußenreisen
des europäischen Adels, Tl. 1, Sigmaringen 1989 (Beihefte der Francia, 17), S. 270.
Der ordensritterliche Grund des Hochmeister-Hofzeremoniells scheint
offensichtlich, siehe Żuchowski,
Vatikan (wie Anm. 5) S. 31-34, doch die Quellen zeichnen ein widersprüchliches
Bild des weltlich-höfischen Verhaltens und der Sitten, die am Hof des
Hochmeisters eingeführt wurden, z.B. der Vorfall 1408 mit einem Affen in der
Palastkapelle, erwähnt bei Boockmann,
Hartmut: Die Bautätigkeit des Deutschen Ordens anhand des Tresslerbuchs, in: Sztuka
w kregu zakonu krzyzackiego w Prusach i Inflantach (Die Kunst um den deutschen
Orden in Preußen und Livland), Toruń 1995 (Studia Borussico-Baltica Torunensia
historiae artium, 2), S. 137-138.
Albrecht, Adelssitz (wie Anm. 6) S. 87.
Über
die „Rückkehr zum bewohnten Donjon” Albrecht,
Uwe: Von der Burg zum Schloß. Französische Schloßbaukunst im Spätmittelalter,
Worms 1986, S. 33-40.
Chapelot, Jean:
Le Château de Vincennes: une residence royale au Moyen âge, Paris 1994.
Albrecht, Adelssitz (wie Anm. 6) S. 88.
Albrecht, Burg (wie Anm. 20) S. 34-63. Um
die Wende vom dritten zum letzten Viertel des 14. Jahrhunderts ist der Außentreppe
als „repräsentativer“ Faktor eine entscheidende Rolle für die Qualität des Zeremoniells
zugekommen, siehe Whiteley, Mary:
Deux escaliers royaux du XIVe siècle: les „grands degrés“ du palais
de la Cité et la „grande vis“ du Louvre, in: Bulletin Monumental 147 (1989) S.
133-154; Paravicini, Zeremoniell (wie
Anm. 5) S. 24.
Albrecht, Burg (wie Anm. 20) S. 37, 46.
Während
der archäologischen Ausgrabungen 1980 im Hof, vor der Palastfassade, wurde ein
präzis abgedrücktes Negativ eines parallel zur Fassade gelegenen Pfeilers
gefunden, siehe Pawłowski, Antoni:
Osada ludności oksywskiej na dziedzińcu Zamku Średniego w
Malborku (Eine Siedlung des Oksywska-Stammes am Hof des Mittelschlosses zu
Marienburg), in: Pomorania Antiqua 14 (1990) S. 163-183, das zusammen mit den
Ergebnissen der Bauforschungen 1994-1998 eine recht genaue Lokalisierung der Außentreppe
ermöglichte, vgl. Pospieszny, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 1) S. 79-85.
Diese
bauarchitektonischen Daten, aus dem Umbau der Vasa-Zeit um 1600, kann man in
der polnischen, königlichen Revision des Marienburger Schlosses von 1565
finden, vgl. Pospieszny, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 1) S. 84.
Clasen, Hochmeisterpalast (wie Anm. 1)
S. 72-73.
Kerscher, Architektur (wie Anm. 5) S.
210-216.
Diese
und die anderen Wehrkirchen in der Gegend sind dort in das 12. Jahrhundert zu
datieren, siehe Clasen, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 1) S. 63, 65. Weiter hat der Autor das Verteidigungssystem an den
Strebepfeilern als „typisch kirchliche Wehrkunst“ (S. 69) beschrieben, welches
aber – entscheidend für den Palast zu Marienburg – in Avignon 1336-1376
verwendet wurde.
Anschaulich
zum Thema der „freien compagnons“ Tuchman,
Barbara W.: Odległe zwierciadło, czyli rozlicznymi plagami
nękane XIV stulecie, Katowice 1993 (engl. Orig. A Distant Mirror.
The Calamitous 14th Century, London 1980), S. 162-165, die die kaum
zu überwindende Ratlosigkeit der mittelalterlichen Herrscher gegenüber diesem
Phänomen zeigt. Sogar die Päpste fürchteten sich in ihrem Festungs-Palast zu Avignon.
Siehe jetzt Fowler,
Kenneth: Medieval Mercenaries, Bd. 1: The Great Companies, Oxford 2001.
Das
Thema, das auch Clasen, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 1) S. 71-72, behandelt, erfordert eine gesonderte Betrachtung und weitere
Studien.
Kimpel, Dieter, Suckale, Robert: Die gotische Architektur in Frankreich
1130-1270, München 1985, S. 196.
Der
Beispiel Sens zeigt, daß die Doppelflächigkeit der Wand (mit dem optischen Effekt
von Leichtigkeit und Durchscheinbarkeit) im Fall der gotischen Räume durch Abschneiden
der schmalen Strebepfeiler erfolgte (mit Bündeldiensten, manchmal mit gemeinsamem
Kapitelband), die nach innen eingezogen sind, also eine Art Umgang bewirkten.
In Wirklichkeit war dies eine Reduktion der dicken Mauern romanischer Herkunft.
Das Motiv der angehängten Wände verwandte man vom zweiten Viertel des 12. bis in
die Mitte des 13. Jahrhunderts in zahlreichen kirchlichen Fassaden mit Säulchen-Galerien,
von der Lombardei bis in das Rheingebiet, siehe Kimpel, Suckale,
Architektur (wie Anm. 33) S. 369ff.
In
der Spätgotik benutzte man dieses Motiv allerdings in der reduzierten Form post-parlerischer
Architektur in den Städten, siehe Helten,
Leonhard: Kathedralen für Bürger, Utrecht 1994, S. 119-121.
Die
zweigeschossige Konstruktion des Verbindungsganges entlang den Wohnflügeln –
die in Analogie zur Nordseite des Turm-Risalits in der Marienburg besteht – scheint
typologisch wichtiger zu sein als die Art ihrer Unterstützung, siehe Albrecht, Adelssitz (wie Anm. 6) S.
127-129. Die Art der Anhängung der Konstruktion wurde in der Architektur für
Arkadenlauben wie schmale Umgänge verwendet und hatte in Westeuropa eine lange
Tradition, so u.a. der zweigeschossige Kreuzgang des Bonner Münsters von der Mitte
des 12. Jahrhunderts, siehe Lehfeldt,
Paul: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Düsseldorf 1886, S. 75; für
manche war dies der entscheidende Beleg für die Herkunft des Marienburger
Baumeisters, vgl. Anzelewsky, Hochmeisterpalast
(wie Anm. 12) S. 73.
„Halb
Burg, halb Schloß, …“, Albrecht,
Burg (wie Anm. 20) S. 57-58.
Zu
einem der entscheidenden Merkmale der ordens-preußischen Architektur zählt man
den mit einer Ziegelmauer (Backstein) komponierten Kalkstein von Gotland, einschließlich
der von dort importierten, architektonischen Details – vor allem die
Pfeiler-Basen und die Kapitelle (Granit-Schäfte aus Livland?). Der in
zahlreichen monumentalen Bauten im südlichen Ostseeraum, von Lübeck über
Heilsberg/Lidzbark Warmiński bis Kokenhusen/Koknese (Lettland) seit Mitte
des 14. Jahrhunderts benutzte Naturstein (im Gegensatz zu dem vor Ort gefertigten
Kunststein) wurde in der Bauplastik des Marienburger Risalits (Donjon) und in
der Portal-Umrahmung des Haupteinganges verwendet. Das erforderte die
Beschäftigung einer erfahrenen Steinmetzwerkstatt, siehe Jurkowlaniec, Tadeusz: Gotycka
rzeźba architektoniczna w Prusach (Die gotische Bauskulptur in Preußen),
Wrocław 1989, passim, bes. S. 181-182. Innerhalb des West-Risalits, vor
allem in den beiden Remtern im Hauptgeschoß, wurden in der Zeit der
Restaurierung 1990-91 35 Steinmetzzeichen gefunden.
Das
Problem erfordert gesonderte Forschungen. In der Literatur ist die Rede von
zahlreichen französischen, burgundischen, rheinischen, englischen und
böhmischen Werkstatteinflüssen, vgl. Chrzanowski,
Kornecki, Pomorze (wie Anm. 13)
S. 105-106; Torbus, Tomasz: Die
Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, München 1998 (Schriften des
Bundesinstituts für Ostdeutsche Kultur und Geschichte, 11), S. 271-283.
Prof.
Dr. Ivan Hlaváček, Lehrstuhl für historische Hilfswissenschaften und
Archivistik der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität Prag, Nám. Jana
Palacha 2, CZ-116 38 Praha.
* Wir
nennen künftig nur noch Kolloquien, Tagungen, Jubiläen, Ausstellungen, die ab
Erscheinen der aktuellen Mitteilungen noch stattfinden oder künftig stattfinden
werden, siehe ansonsten unsere Internetseite unter der oben angegebenen
Adresse.
Dr.
Ulf Christian Ewert, Philosophische Fakultät, Fachgebiet Geschichte, Technische
Universität Chemnitz, D-09107 Chemnitz.
Dr.
Carola Fey, Justus-Liebig-Universität Gießen, Historisches Institut,
Mittelalterliche Geschichte, Otto-Behaghel-Straße 10C, D-35394 Gießen.
Evelyn Korsch, Castello 3334, I-30122
Venezia.
Patze, Hans; Streich, Gerhard: Die landesherrlichen Residenzen im spätmittelalterlichen
Deutschen Reich, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 118 (1982) S.
205-220, hier bes. S. 216ff.
Siehe
hierzu Meinhardt, Matthias; Ranft, Andreas: Das Verhältnis von
Stadt und Residenz im mitteldeutschen Raum. Vorstellung eines
Forschungsprojektes der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, in: Sachsen
und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt 24
(2002/2003) S. 391-405, sowie die kurze Projektanzeige in den MRK 12/1
(2002) S. 53f. Eine aktualisierte Projektdarstellung und ein Verzeichnis der
bislang vorgelegten Publikationen wird demnächst auf der Homepage des Instituts
für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
(http://www.geschichte.uni-halle.de) abgerufen werden können.
Siehe
hierzu den Bericht von Harm von Seggern
in den MRK 14/2 (2004) S. 23-31. Die Publikation der Tagung wird gegenwärtig
vorbereitet.
Małecki, Jan M.: Königliche
Residenz und Stadt: Der Einfluß des Hofes auf das Wirtschaftsleben Krakaus im
16. Jahrhundert, in: Krakau, Prag und Wien. Funktionen von Metropolen im
frühmodernen Staat, hg. von Marina Dmitrieva
und Karen Lambrecht, Stuttgart
2000 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 10), S.
93-101.
Dr.
Matthias Meinhardt, Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg, D-06099 Halle (Saale).
Eine
einführende Projektskizze Cordula Noltes erschien in den MRK 8/2 (1998), S.
59-64.
Spiess, Karl-Heinz: Familie und
Verwandtschaft im deutschen Hochadel des Spätmittelalters. 13. bis Anfang des
16. Jahrhunderts, Stuttgart 1993 (Vierteljahrschrift für Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte, Beihefte, 111). – Rogge,
Jörg: Herrschaftsweitergabe, Konfliktregelung und Familienorganisation im
fürstlichen Hochadel. Das Beispiel der Wettiner von der Mitte des 13. bis zum
Beginn des 16. Jahrhunderts, Stuttgart 2002 (Monographien zur Geschichte des
Mittelalters, 49).
Dr.
Sven Rabeler, Historisches Seminar der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstr. 40, D-24098 Kiel
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