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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 15 (2005) Nr. 1


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

der

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

 

Jahrgang 15 (2005) Nr. 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

 

Titelvignette:

Schloß Gottorf von Norden. Kupferstich, 1749

Aus: Thurah, Lauritz: Den Danske Vitruvius [...], Tl. 2, Kopenhagen 1749, Tafel 146

 



Inhalt

 

 

Vorwort...................................................................................................................................... 7

Aus der Arbeit der Kommission................................................................................................... 9

10. Symposium der Residenzen-Kommission: Aufruf zur Anmeldung und Themenabriß................ 13

Die Arbeit der anderen............................................................................................................... 19

Die Wiener Hofburg. Bau- und Funktionsgeschichte,
von Artur Rosenauer und Herbert Karner, Wien..................................................................... 19

Der Hof Konrads III. (1138-1152),
von Wolfram Ziegler, Wien.................................................................................................... 26

Kolloquiumsberichte.................................................................................................................. 31

Luxury and Integration. Material Court Culture in Western Europe.
Twelfth to Eighteenth Centuries,
Windsor, 1. bis 4. Juli 2004,
von Karsten Plöger, London.................................................................................................. 31

Hof und Macht. Dresdener Gespräche zur Theorie des Hofes,
Scharfenberg, 19. bis 21. November 2004,
von Oliver Auge, Greifswald.................................................................................................. 37

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen............................................................................................ 43

Buchvorstellungen...................................................................................................................... 71

Gründungsmythen – Genealogien – Memorialzeichen. Beiträge zur institutionellen
Konstruktion von Kontinuität, hg. von Gert Melville und Karl-Siegbert Rehberg,
Köln u.a. 2004,
von Ulf Christian Ewert, Chemnitz.......................................................................................... 71

Schröder, Sybille: Macht und Gabe. Materielle Kultur am Hof Heinrichs II.
von England
, Husum 2004 (Historische Studien, 481),
von Jan Hirschbiegel, Kiel...................................................................................................... 74

Neuerscheinungen...................................................................................................................... 77

Sonstiges................................................................................................................................. 101

Die Arbeitsstelle Kiel............................................................................................................... 103

 

*****

 

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2005), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.


 

 


Vorwort

 

 

Zusammengenommen mit dem Sonderheft Nr. 7 zum Thema „Das Gehäuse der Macht“, das aus der „Residenzen-Sektion“ des Kieler Historikertags hervorgegangen ist, erhält der geschätzte Leser (immer noch kostenlos!) eine recht intensive Packung Hof und Theorie Kiel-Dresdener Art („institutionelle Konstruktion von Kontinuität“), angerichtet jedoch mit allerlei Zutaten sehr konkret-praktischer Art in Gestalt von Geschenken vieler Form und Substanz. „Luxus und Integration“, „Hof und Macht“, „Macht und Gabe“, das sind die Stichworte, denen er in diesem Heft begegnen wird. Daneben stehen aber Auseinandersetzungen mit so großartig-stummen Bauten wie der Wiener Hofburg oder mit den Leuten um Konrad III., also Itinerarforschung und Prosopographie, die weiter und noch lange unersetzliche Instrumente der Erkenntnis bleiben werden. Vielleicht haben wir ja wieder einmal die Nase vorn, wenn wir jetzt von all jenen „Erfindungen“ und „Konstruktionen“ vorübergehend Abstand nehmen und für unser 10. Symposium im September 2006 das Thema „Hofwirtschaft“ wählen und „einen ökonomischen Blick auf Hof und Residenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit“ werfen. Wir können nicht immer von symbolischem oder sozialem Kapital reden und uns um die harte, säckeschwere Münze von viel Silber und wenig Gold nicht kümmern. Für diese harte Arbeit haben wir aber einen besonders schönen Ort ausgewählt, weit oben im Norden, schon gar nicht mehr im Reich („Finis Romani Imperii“ ist auf der Eider-Brücke in Rendsburg zu lesen), also Gottorf auf seiner bastionierten Insel vor der Domstadt Schleswig an der Schlei, mit adligem St. Johannisstift und malerischem Fischerholm. Im Schloß werden wir tagen, als Gast der Landesmuseen, und im Prinzenpalais, vom Landesarchiv eingeladen. Und natürlich wird es eine Exkursion geben zur Schlösserlandschaft diesseits und jenseits der Landesgrenze. Das Nähere ist unten S. 13ff. beschrieben. Lassen sie sich aufrufen, melden Sie sich alsbald zum Vortrag an, bis zum 1. September. Wieder wollen wir Doktoranden und Habilitanden eine besondere Chance geben und mit einem Dutzend Reisestipendien den Jüngeren die Teilnahme ermöglichen. Daß wir nicht jedes Angebot werden unterbringen können, liegt derweil auf der Hand.

 

Aber es reift nicht nur das nächste Symposium. Der zweite Teil unseres Handbuchs, betitelt „Bilder und Begriffe“ ist gerade an den Verlag gegangen – ob Sie sich vorstellen können, werter Leser, was das für eine Arbeit war, dieses Hantieren mit gestreßten Autoren im Rückstand und mit Hunderten von mehr oder minder guten Bildern? Aber irgendwie schaffen Jörg Wettlaufer und Jan Hirschbiegel es immer, das selbstgesetzte bzw. von den hochherzigen und gleichwohl strengen Geldgebern auferlegte Ziel rechtzeitig zu erreichen, und dies auch noch ohne Niederung der Qualitätsstandards. Wenn Sie dieses Heft in den Händen halten, ist bereits für den dritten Teil: „Typen von Texten“ die Einwerbung von Autoren abgeschlossen und die Uhr tickt aufmunternd auch für ihn.

 

Die Tatsache, daß alle Akademieunternehmen nun durch eine externe Evaluierung gehen müssen, so daß wir am 11. März 2005 hohen Begehungsbesuch in Kiel erhielten (siehe unten S. 10), hat uns dazu beflügelt, über jenen 3. Teil hinauszuplanen und unseren Besuchern darzulegen, daß ein vierter Teil über „Grafen und Herrn“ sinnvoll sei, neben der Arbeit an der Bibliographie, Verzeichnung und Edition der deutschen Hofordnungen der frühen Neuzeit – die mittelalterlichen werden in Zusammenarbeit mit uns von Frau Widder zum Druck gebracht. Das eine wie das andere wird seine Zeit brauchen, ist aber in guter Planung. Ob die Gutachter sich unsere Auffassung angeschlossen haben, hoffen wir, wissen es aber noch nicht.

 

Jedenfalls, an Arbeit fehlt es nicht, und sie schreckt uns nicht, an sich nicht und noch weniger in Erwartung schöner Herbsttage (im Jahre 2006) auf Schloß Gottorf, wo gerade der Barockgarten höchst real (re)konstruiert wird, während der begehbare Globus durch alle Zeitungen rollt.

 

Es freut sich mit Ihnen über die guten Aussichten

 

Ihr

zuversichtlicher

Werner Paravicini


Aus der Arbeit der Kommission

 

 

1.         Handbuch

1.1.      Dynastisch-topographischer Band

Der erste Teil unseres Werks hat sich derart verkauft, daß der Absatz recht genau den Erwartungen des Verlages entspricht. Wir können also getrost weitermachen. Inzwischen liegen weitere Rezensionen vor: Kurt Andermann, Karlsruhe, in: Historische Zeitschrift 279 (2004) S. 733-735; Winfried Irgang, Marburg, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 53 (2004) S. 270f.; Matthias Krüger, Berlin, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 53,3 (2005) S. 270f.; Christof Römer, Braunschweig, in: Mitteldeutsches Jahrbuch 12 (2005) S. 340-343.

1.2.      Bilder und Begriffe

In der Endphase des Projekts im Jahre 2004 bzw. Frühjahr 2005 konnten die letzten, noch ausstehenden Artikel des Handbuchs von den externen Mitarbeitern eingebracht und redaktionell überarbeitet werden. Leider kam es bei einigen Autoren bei der Abgabe der Beiträge immer wieder zu Verzögerungen, so daß die Fertigstellung des Manuskripts, die für Ende 2004 geplant war, auf den April bzw. Mai 2005 verschoben werden mußte. Insgesamt umfaßt der nun vorliegende zweite Teil des Handbuchs 60 Artikel und 114 Stichworte zu wichtigen Bereichen des adeligen Lebens und Wohnens im Spätmittelalter. Den Textbeiträgen sind ca. 440 Bilder, davon ca. 140 Farb- und 300 sw-Abbildungen zugeordnet. Die Beiträge wurden von 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfaßt. Druckfahnen der Artikel und Stichworte stehen seit Juni 2005 zum Download als PDF-Datei auf der Internetseite der Residenzen-Kommission zur Verfügung. Die Autorinnen und Autoren wurden jeweils durch eine E-Mail benachrichtigt. Bitte informieren Sie die Arbeitsstelle Kiel, falls sich Ihre Adresse geändert hat oder ändern sollte. Der zweite Teil des Handbuchs soll im Oktober 2005 in zwei Teilbänden erscheinen.

1.3.            Textband

Angefragt wurden zu zwei Dachartikeln und 26 Artikeln (ohne zugeordnete Unterartikel und Stichworte) 43 Personen, von denen ihre Mitarbeit bislang (31. Mai) 26 zugesagt haben. Der Eingang der Beiträge wird bis Mitte 2006 erwartet, die Einreichung zum Druck ist für Ende 2006 geplant.

 

2.         Residenzenforschung

2.1.      Andreas Bihrer: Der Konstanzer Bischofshof im 14. Jahrhundert. Herrschaftliche, soziale und kommunikative Aspekte (Residenzenforschung, 18) befindet sich im Druck.

2.2.      Cornell Babendererde: Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters (Residenzenforschung, 19) befindet sich in Vorbereitung zum Druck.

2.3.      Der Hof und die Stadt. Konfrontation, Koexistenz und Integration im Verhältnis von Hof und Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 9. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, dem Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Deutschen Historischen Institut Paris, Halle an der Saale, 25.-28. September 2004, hg. von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, 20) befindet sich in Vorbereitung zum Druck.

2.4.      Ingrid Kasten, Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg: die Arbeit macht Fortschritte, die Endredaktion wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

2.5.      Ellen Widder, Mittelalterliche deutsche Hofordnungen: Der geplante Drittmittelantrag zur Beförderung des Projekts durch die Einstellung einer Mitarbeiterin wird demnächst eingereicht.

 

3.         MRK

15,1 liegt hiermit vor.

Gleichzeitig ausgeliefert wurde mit Sonderheft 7 die Veröffentlichung der Beiträge der Sektion der Residenzen-Kommission auf dem Historikertag 2004 zu Kiel: Das Gehäuse der Macht. Der Raum der Herrschaft im interkulturellen Vergleich Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, hg. von Werner Paravicini, Kiel 2005.

 

4.         Symposien

4.1.      Gottorf/Schleswig 23.-26. September 2006: Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 10. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Zusammenarbeit mit den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloß Gottorf, dem Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, dem Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Deutschen Historischen Institut Paris, siehe unten S. 13ff.

4.2.      Für das 11. Symposium im Jahre 2008 sind bislang weder das Thema („Die Konkurrenz der Höfe“, „Religiöse Praxis“?) noch der Ort festgelegt. Eingeladen sind wir sowohl nach Coburg (Prof. Melville, Dresden) als auch nach Wien in die Hofburg (zu den Arbeiten der dortigen Kollegen siehe unten S. 19ff.).

4.3.      Die Kommission übernimmt die Mitveranstalterschaft der Tagung „Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nordostdeutschlands“, die, von der Brandenburgischen Historischen Kommission in Verbindung mit dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv und dem Museum für brandenburgischen Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters ausgerichtet, am 18.-20. Dezember 2005 in der ehemaligen brandenburgischen Bischofsresidenz Ziesar stattfinden wird – zum Programm siehe unten S. 68. Der Vorsitzende hält das Einführungsreferat: „Topographie oder Soziographie? Residenz, Hof und Herrschaft in der neueren Forschung“. Zu diesem Thema wird er auch am 10. Oktober in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Tags darauf im Bomann-Museum in Celle sprechen.

 

5.         Verschiedenes

5.1.      Auch die Residenzen-Kommission mußte sich einer Evaluation unterziehen. Am 11. März erhielt die Kieler Arbeitsstelle den Besuch der Kollegen Peter-Michael Hahn (Potsdam), Wilhelm Janssen (Düsseldorf), Ulrich Schütte (Marburg) sowie von Gustav Adolf Lehmann als Vertreter der Göttinger Akademie und von Michael Wagner als Vertreter des Kieler Kultusministeriums. Wir hatten ihnen zuvor ein ausführliches Dossier über die vergangene, gegenwärtige und künftige Arbeit der Kommission vorgelegt. Das Ergebnis dieser Begehung liegt noch nicht vor.

5.2.      Um die Fortsetzung der Bibliographie der europäischen Reiseberichte bemüht sich der Vors. weiterhin, zwar noch ohne greifbaren Erfolg, aber doch mit Bemühenszusagen verschiedener Kollegen in den europäischen deutschen Auslandsinstituten und anderswo.

5.3.      Termin der nächsten Kommissions-Sitzung: weiterhin am 10. Oktober 2005, 11:00 Uhr in den Räumen der Akademie in Göttingen.

 

Werner Paravicini, Paris



10. Symposium der Residenzen-Kommission

 

veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Schloß Gottorf, dem Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, dem Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Deutschen Historischen Institut Paris

 

 

Aufruf zur Anmeldung und Themenabriss

 

 

Hofwirtschaft

Ein ökonomischer Blick auf Hof und Residenz in
Spätmittelalter und Früher Neuzeit

 

Gottorf/Schleswig, 23.-26. September 2006

 

 

Stets haben wir gesagt, daß der Hof und mit ihm die Residenz aufs Ganze gesehen das wichtigste Zentrum politischen Handelns in Alteuropa gewesen ist. Wir haben ihn weiterhin als soziales Zentrum beschrieben, wir könnten ihn auch als religiöses auffassen. Wie aber steht es mit seiner Qualität als Zentrum der Verteilung, des Konsums, gar der Produktion, als Anbieter und Nachfrager, kurz: mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung? Bei aller Freude an dem schönen Schein der kulturellen Selbstdarstellung und dem Reichtum inszenierter Legitimation darf nicht aus dem Auge verloren werden, daß all dies Unsummen kostete, daß Pracht bezahlt werden mußte, Dienst belohnt werden wollte, Macht durch Interesse gelenkt wurde. Lange Zeit war der Blick vom Glanz der ökonomischen Macht der Städte geblendet, so daß fast verborgen blieb, wie die Fürsten (bzw. der Staat) sie dennoch einrahmten, von ihnen profitierten, sie schließlich zurückdrängten und überwanden.

 

Zunächst war der Hof ein Haushalt mit stets wachsender Dienerschaft, zu Pferde und zu Fuß, zu der sich allerlei Uneingeladenes gesellte. Was kostete ein solcher Haushalt, wieviel im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben? Wenn der fürstliche Alltag zum alltäglichen Fest werden sollte, wie groß waren die Aufwendungen? Wenn der Krieg unzweifelhaft das meiste verschlang, wieviel erforderte die Hofhaltung? Wenn der Rang standesgemäße Ausstattung an Bauten, Mobiliar, Geschenken, Kleidung verlangte, wie hoch schlug dies zu Buche? Dem exponentiellen Wachstum an Leuten und Kosten mußte entgegengewirkt werden. Das geschah allenthalben und war selten erfolgreich. Ein beharrlicher, geradezu unüberwindlicher Druck, aus der herrscherlichen Position selbst und der sozialen Erwartung hervorgehend, stand dem entgegen: Herrschen heißt Geben. Im Kern ist der Hof der Ort des Unökonomischen (im modernen Sinne) und kann es doch nicht sein. Diese Spannung gilt es in den Blick zu nehmen.

 

Offensichtlich war der Hof in seiner Residenz als Haushalt, Regierung, Verwaltung ein Umschlagplatz riesiger Summen. Kann man diesen Vorgang näher beschreiben, vielleicht gar beziffern? War er nicht, was dem nachrevolutionären Beobachter ein verwerfliches Spiel egoistischer, genußsüchtiger Verschwendung schien, eher ein Motor der Wirtschaft? „Liebe, Luxus und Kapitalismus“ nannte Werner Sombarth sein berühmtes Buch, und über den Zusammenhang von Luxus und (sozialer) Integration durch die Höfe fand bereits eine Tagung statt, veranstaltet von den Deutschen Historischen Instituten in London und Paris und der Freien Universität Berlin, höfisch genug in Cumberland Lodge im Windsor Great Park, vom 1. bis 4. Juli 2004 (die Akten werden zum Druck vorbereitet; einen Bericht siehe unten S. 31ff.).

 

Finanzen sind, das weiß jeder, der seine Steuererklärung fertigt, komplizierte Materien. Der Fürst brauchte dafür Fachleute, sehr früh schon und je länger, je mehr. Mehr noch: er brauchte Kredit, denn ohne diesen wären schon die Fürsten des 14. Jahrhunderts handlungsunfähig geworden. Jeder „Diener“ war potentiell Gläubiger des Fürsten, aber es gab darüber hinaus auch hier die Fachleute: Juden, Lombarden, dann erst die Einheimischen. Wer von Hofwirtschaft reden will, muß auch von diesen Fachleuten sprechen. Der Haushalt, der Hof, schließlich Hunderte, ja Tausende von Menschen umfassend, mußte geregelt werden, zumal in seinen Lieferungen und Finanzen. Wir haben bereits i.J. 1996 von Hofordnungen gehandelt (Residenzenforschung, Bd.10), aber jetzt muß der Fluß der materiellen Güter genauer betrachtet werden. Nicht zu vergessen: Fließet viel Geld ist Veruntreuung nicht weit – das können wir gerade wieder einmal in der Tageszeitung lesen –, nur daß die Beamten heute nicht auch Kreditgeber sind, unentbehrlich und deshalb so schwer zu entlassen und zu bestrafen.

 

Bei alledem darf nicht übersehen werden, daß Ökonomie („Hausordnung“) im weiteren Sinne verstanden werden muß: Es wurde dort mit verschiedenen Kapitalien getauscht und gehandelt: nicht nur mit Gold und Silber, sondern mit Ehrzuweisungen, guten Heiraten, Länderschenkungen, Ämtern, Pensionen. Und doch bin ich der Meinung, daß sie schließlich alle konvertierbar waren: in handgreifliche Lieferungen und zunehmend in Geld.

 

Erstaunlicherweise ist das Thema meines Wissens erst ein einziges Mal explizit Gegenstand einer Tagung gewesen: 1998 war ihm eine Sektion des Internationalen Wirtschaftshistorikerkongresses gewidmet gewesen. Selbst das umsichtige Datini-Institut in Prato hat sich diese Herausforderung bislang entgehen lassen. So wollen wir in aller Bescheidenheit daran gehen und sehen, wie weit wir kommen. Es folgt ein möglicher Abriß der geplanten Tagung. Ob sie das wird, was wir uns davon versprechen, hängt von Ihnen ab, werter Leser: melden Sie sich mit einer Skizze Ihres möglichen Beitrags als Referent für die Tagung an. Wir werden dann daraus das endgültige Programm zimmern, jetzt schon um Nachsicht dafür bittend, daß wir zwar gerne viele Angebote haben möchten, nicht jedoch über hinreichend Platz dafür verfügen, um jede Offerte auch honorieren zu können.

 

 

Die Anmeldefrist endet am 1. September 2005

 

Anmeldungsadresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission – Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Was den äußeren Rahmen der Veranstaltung betrifft, so werden wir diesmal in den äußersten Norden Deutschlands gehen, wie es sich gehört wiederum in eine Residenz, diesmal der Grafen von Holstein und Herzöge von Schleswig, und werden im Schloß Gottorf (Landesmuseum) und im Prinzenpalais (Landesarchiv) tagen, unterstützt auch von der Christian-Albrechts Universität zu Kiel und dem Deutschen Historischen Institut Paris. Daß diesmal der Blick nach Frankreich und Italien durch die Betrachtung skandinavischer und baltischer Verhältnisse ergänzt werden soll, liegt auf der Hand. Eröffnet wird das Symposium wieder durch einen feierlichen Abendvortrag mit Empfang und mit einer Sonntagsexkursion weit durch das Land im dänisch-deutschen Grenzraum. Wer jemals dort war, weiß von der Schönheit jener Gegend an Schlei und Ostsee.

 

 

Hier noch eine knappe bibliographische Handreichung, zu der Jan Hirschbiegel und Gabriel Zeilinger Wesentliches beigetragen haben:

 

Adel und Zahl. Studien zum adligen Rechnen und Haushalten in Spätmittelalter und früher Neuzeit, hg. von Harm von Seggern und Gerhard Fouquet, Ubstadt-Weiher 2000 (Pforzheimer Gespräche zur Sozial-, Wirtschafts- und Stadtgeschichte, 1).

Andresen, Ludwig: Studien und Quellen zur Geschichte der Verwaltung und Wirtschaft in Gottorf von 1544-1659, 1. Tl.: Studien, 2. Tl.: Quellen, Kiel 1928 (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, 14, 15).

Bauer, Volker: Hofökonomie. Der Diskurs über den Fürstenhof in Zeremonialwissenschaft, Hausväterliteratur und Kameralismus, Wien 1997 (Frühneuzeitstudien. N.F., 1).

Bourdieu, Pierre: Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, in: Soziale Ungleichheiten, hg. von Reinhard Kreckel, Göttingen 1983 (Soziale Welt. Sonderband, 2), S. 183-198.

La cour comme institution économique, hg. von Maurice Aymard und Marzio A. Romani, Paris 1998 (Douzième Congrès international d’histoire économique, Séville-Madrid, 24-28 août 1998, [Section] A 3).

Dirlmeier, Ulf, Fouquet, Gerhard: Bischof Johannes von Venningen (1458-1478) auf Reisen. Aufwand und Konsum als Merkmale adliger Lebensführung, in: Symbole des Alltags – Alltag der Symbole. Festschrift für Harry Kühnel zum 65. Geburtstag, hg. von Gertrud Blaschitz, Helmut Hundsbichler, Gerhard Jaritz und Elisabeth Vavra, Graz 1992, S. 113-145.

Droege, Georg: Verfassung und Wirtschaft in Kurköln unter Dietrich von Moers (1414-1463), Bonn 1957 (Rheinisches Archiv, 50).

Droege, Georg: Die finanziellen Grundlagen des Territorialstaates in West- und Ostdeutschland an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 53 (1966) S. 145-161.

Drossbach, Gisela: Die „Yconomica“ des Konrad von Megenberg. Das „Haus“ als Norm für politische und soziale Strukturen, Köln 1997 (Norm und Struktur, 6).

Ewert, Ulf Christian, Hilsenitz, Sven Erik: Lediglich ein Finanzdokument? Eine organisationstheoretische Betrachtung der burgundischen Hofordnung des Jahres 1433, in: Ordnungsformen des Hofes. Ergebnisse eines Forschungskolloquiums der Studienstiftung des deutschen Volkes, hg. von Ulf Christian Ewert und Stephan Selzer, Kiel 1997 (Mitteilungen der Residenzen-Kommission. Sonderheft 2), S. 20-33.

Fouquet, Gerhard, Dirlmeier, Ulf: weger wer, ich het sie behaltten – Alltäglicher Konsum und persönliche Beziehungen in der Hofhaltung des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478), in: Alltag bei Hofe. 3. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1995 (Residenzenforschung, 5), S. 171-196.

Fouquet, Gerhard: Haushalt und Hof, Stift und Adel. Bischof und Domkapitel zu Speyer um 1400, in: Fürstenhöfe und ihre Außenwelt. Aspekte gesellschaftlicher und kultureller Identität im deutschen Spätmittelalter, hg. von Thomas Zotz, Würzburg 2004 (Identitäten und Alteritäten, 16), S. 217-246.

Fuhrmann, Bernd, Weissen, Kurt: Einblicke in die Herrschaftspraxis eines Fürsten im 15. Jahrhundert. Das persönliche Notizheft des Basler Bischofs Friedrich zu Rhein, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 145 (1997) S. 159-201.

Hartmann, Peter Claus: Monarch, Hofgesellschaft und höfische Ökonomie. Wirtschaft und Gesellschaft in neuzeitlichen Residenzen, in: Residenzen. Aspekte hauptstädtischer Zentralität von der frühen Neuzeit bis zum Ende der Monarchie, hg. von Kurt Andermann, Sigmaringen 1992 (Oberrheinische Studien, 10), S. 73-82.

Hirsch, Volker: Der Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478). Verwaltung und Kommunikation, Wirtschaftsführung und Konsum, Ostfildern 2004 (Residenzenforschung, 16).

Höfe und Hofordnungen 1200-1600. 5. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, hg. von Holger Kruse und Werner Paravicini, Sigmaringen 1999 (Residenzenforschung, 10).

Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund. Bd. 1: Herzog Philipp der Gute 1407-1467, hg. von Holger Kruse und Werner Paravicini, Ostfildern 2005 (Instrumenta, 15).

Kraschewski, Hans-Joachim: Wirtschaftspolitik im deutschen Territorialstaat des 16. Jahrhunderts. Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1528-1589), Köln u.a. 1978 (Neue Wirtschaftsgeschichte, 15).

Kurzel-Runtscheiner, Monika: Glanzvolles Elend. Die Inventare der Herzogin Jacobe von Jülich-Kleve-Berg (1588-1597) und die Bedeutung von Luxusgütern für die höfische Frau des 16. Jahrhunderts, Wien u.a. 1993.

Luxus und Integration. Materielle Hofkultur in Westeuropa vom 12. bis zum 18. Jahrhundert, internationale Tagung, Cumberland Lodge, 1.-4. Juli 2004, hg. von Karsten Plöger, Oxford University Press (im Druck, in englischer Sprache).

Militzer, Klaus: Die Versorgung des kurkölnischen Hofes, in: Alltag bei Hofe. 3. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 1995 (Residenzenforschung, 5), S. 41-64.

Mitterauer, Michael: Das Problem der zentralen Orte als sozial- und wirtschaftshistorische Forschungsaufgabe, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 58 (1971) S. 433-467.

Moraw, Peter: Königtum und bürgerliche Geldwirtschaft um 1400, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 55 (1969) S. 289-328.

Sombarth, Werner: Liebe, Luxus und Kapitalismus, 2. Aufl., Berlin 1922 (und öfter).

Ventzke, Markus: Hofökonomie und Mäzenatentum. Der Hof im Geflecht der weimarischen Staatsfinanzen zur Zeit der Regierungsübernahme Herzog Carl Augusts, in: Der „Musenhof“ Anna Amalias. Geselligkeit, Mäzenatentum und Kunstliebhaberei im klassischen Weimar, hg. von Joachim Berger, Köln u.a. 2001, S. 19-52.

Spufford, Peter: Handel, Macht und Reichtum. Kaufleute im Mittelalter, Darmstadt 2004 (Orig. engl. London 2002), hier Kap. 2, S. 45-104: „Höfe und Verbraucher“.

Veblen, Thorstein: Theorie der feinen Leute. Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen. Aus dem Amerikan. von Susanne Heintz und Peter von Haselberg, Frankfurt am Main 1987.

Weiss, Stefan: Die Versorgung des päpstlichen Hofes in Avignon mit Lebensmitteln (1316-1378). Studien zur Sozial-und Wirtschaftsgeschichte des mittelalterlichen Hofes, Berlin 2002.

Witter, Katharina: Verschwendung und Sparksamkeit: Die Finanzverwaltung am Hof, in: Neu entdeckt. Thüringen, Land der Residenzen 1485-1918. 2. Thüringer Landesausstellung, Schloß Sondershausen, 15. Mai-3. Oktober 2004. Essays, Mainz 2004, Katalog, Bd. 1, S. 348-356.

 

Paris, am 10. Februar 2005                                                                               Werner Paravicini

 

 

Vorläufiges Programm

 

 

I

Ist Verschwendung eine Notwendigkeit?

 

Sinnlose Verschwendung: das böse Bild vom reichen Hof

 

Notwendige Ausgaben? Kategorien des demonstrativen Konsums

 

Tauschhandel? Der Hof als Wirtschaftsraum von Ehre, Dienst und Gut

 

Wie teuer? Absolute Kosten

 

Welcher Anteil? Relative Kosten

 

 

II

Wie ist der Hof ökonomisch organisiert?

 

Eine eigene Verwaltung? Hofwirtschaft als autonomer Bereich

 

Geld oder Naturalien? Die Monetarisierung bei Hofe

 

Gesicherte Versorgung? Hoflogistik als Problem

 

Sparversuche? Gelingen und Scheitern von Reformen

 

Der betrogene Fürst? Veruntreuung und illegale Profite bei Hofe

 

 

III

Woher kommt das Geld?

 

Wer zahlt? Die schwindende Bedeutung der Domäne

 

Wer zahlt? Die neuen Steuern

 

Wer zahlt? Kredit und Kreditgeber

 

Kontrolle? Ausgabefreudige Fürsten, sorgenvolle Räte, sparsame Stände

 

 

IV

Wohin geht das Geld?

 

Bauten

Versorgung und täglicher Aufwand (Lebensmittel, Wein)

Kleidung

Pferde und Transportmittel

Waffen

Gehälter und Geschenke

Unterhaltung

Feste

Tapisserien

Schatzstücke

Stiftungen

Armeen

 

 

V

Der Hof, ein Verteilerzentrum?

 

Vom Wert der Anwesenheit: Das wirtschaftliche Gewicht des Hofes vor Ort

 

Spitze eines Eisbergs? Der Arbeitgeber Hof

 

Produktion oder Konsumtion? Der Hof als ökonomischer Motor

 

Angebot und Nachfrage? Lieferanten und Hofkaufleute

 

Wer profitiert am meisten? Massenwaren und Luxusprodukte

 

Umverteilung? Investitionen von Höflingen außerhalb des Hofes

 


Die Arbeit der anderen

 

 

Die Wiener Hofburg. Bau- und Funktionsgeschichte

Projektvorstellung

 

Die Wiener Hofburg – ein Forschungsdesiderat

Die Wiener Hofburg stellt, wie die jüngst erschienene Ausgabe des „Dehio“ (Dehio-Handbuch Wien. I. Bezirk – Innere Stadt, bearb. von Günther Buchinger u.a., Wien 2003, S. 384) formuliert, „den größten Profanbau-Komplex Europas und eine der weltweit bedeutendsten Palastanlagen“ dar. Als Sitz der österreichischen (Erz-)Herzöge seit vermutlich etwa 1275, der ungarischen und böhmischen Könige seit 1526, der deutschen Könige und der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von 1542 [1438/39] bis 1806 sowie der österreichischen Kaiser von 1804 bis 1918 war die Hofburg eines der wichtigsten Machtzentren Europas.

Es ist vielleicht auffälligstes Charakteristikum der Hofburg, daß ihre bauliche Gestalt nie zu einer regelmäßigen Gesamtform gelangte, obwohl immer wieder, vor allem im 18. und 19. Jahrhundert, aufwendige Planungen mit diesem Ziel entwickelt wurden. Bis heute stellt die Residenz ein disparates Konglomerat von unterschiedlichen Baukörpern dar. Zum Kernbau des 13. Jahrhunderts („Schweizerhof“) fügten sich im 16. Jahrhundert mit der „Stallburg“ und der „Amalienburg“ zwei weitere freistehende Residenzbauten; mit dem „Leopoldinischen Trakt“ (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts) wurde erstmals der Versuch unternommen, die bis dahin freistehenden Bauten miteinander zu verbinden. Im 18. Jahrhundert erfolgte vornehmlich unter Kaiser Karl VI. (1711-1740) eine prunkvolle Erweiterung des Komplexes durch den „Reichskanzleitrakt“, rudimentär – weil nicht vollendet – durch den „Michaelertrakt“, außerdem durch die Reitschule, den „Redoutentrakt“, die Hofbibliothek und die Hofstallungen außerhalb der Stadtmauern, am Rand des Glacis. Unter Kaiser Franz I. entstanden im frühen 19. Jahrhundert mit dem Zeremoniensaal im Montoyer-Trakt, dem Theseustempel und dem Äußeren Burgtor Bauten, die als Zimelien des österreichischen Klassizismus gelten. Die große Wiener Stadterweiterung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich schuf den Platz für das immense Bauvolumen der Neuen Burg als Teil des von Semper und Hasenauer projektierten „Kaiserforums“.

Dieser baulichen Dichte und Komplexität widerspricht in auffallender Weise die mangelnde Würdigung der Residenz durch die Kunstwissenschaften. Ein der Hofburg gewidmeter Band der „Österreichischen Kunsttopographie“ (Moriz Dreger) aus dem Jahr 1914, die Publikation Alphons Lhotskys zur Neuen Burg von 1941, mehrere Aufsätze von Harry Kühnel, Dissertation und Aufsätze von Christian Benedik sowie ein Sonderheft der „Österreichischen Zeitschrift für Kunst- und Denkmalpflege“ von 1997 (mit Beiträgen etwa von Hellmut Lorenz, Wilhelm Georg Rizzi oder Mario Schwarz) – als relevanteste bibliographische Angaben – signalisieren die bisher quantitativ unzulängliche Beschäftigung mit der Geschichte der Wiener Hofburg.

 

Ort, Struktur und Finanzierung

Die von Univ.-Prof. Dr. Artur Rosenauer geleitete „Kommission für Kunstgeschichte“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, in einem mehrjährigen Großprojekt die Wiener Hofburg auf umfassende Weise (Planungs- und Baugeschichte, Architektur und Gartenanlagen, bildnerische Ausstattung und Einrichtung) zu untersuchen.

Zur strukturellen Bewältigung des Unternehmens wurde das sich über sieben Jahrhunderte erstreckende Baugeschehen an der Hofburg vier Zeitabschnitten zugeordnet, die in entsprechenden Projektgruppen von jeweils 3-5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untersucht werden. Die Abschnittsgrenzen haben provisorischen Charakter und dienen lediglich arbeitstechnischer Vereinfachung; sie wurden aus sinnstiftenden Herrschaftsintervallen und aus präg-nanten Entwicklungsschnitten in der Geschichte der Residenz gewonnen: Zeitraum 13. bis 15. Jahrhundert (Leitung: Mario Schwarz) – Zeitraum 1533-1705 (Leitung: Renate Holzschuh, Herbert Karner) – Zeitraum 1705-1835 (Leitung: Hellmut Lorenz) – Zeitraum 1835-1918 (Leitung: Werner Telesko).

Die vier Projekte sind beim „Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung“ (FWF) eingereicht, drei davon (1533-1705, 1705-1835, 1835-1918) sind mittlerweile (Stand: Mai 2005) bewilligt worden.

Nach gegenwärtigem Stand der Diskussion ist eine etwa sechsjährige Arbeitszeit zu veranschlagen; die Ergebnisse sollen in einer voraussichtlich dreibändigen Publikation der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

 

Ziel und Methodik

Alle vier Gruppen sind in der Kommission für Kunstgeschichte der ÖAW angesiedelt; ihre permanente Kommunikation untereinander wird die gemeinsame Behandlung von Nahtstellen und Überlappungen, vor allem aber die Verbindlichkeit bestimmter methodischer Grundkonstanten sicherstellen. Dies ist notwendig, weil sich innerhalb der Gruppen die methodischen Zugänge auf Grund der Quellenlage und auf Grund der Dichte der Baumonumente stark voneinander unterscheiden. Der Zugang zur mittelalterlichen Burganlage, der stark auf ein bauarchäologisches Instrumentarium angewiesen ist, wird notwendig ein anderer sein als der zur Hofburg des 18. oder 19. Jahrhunderts.

Trotz des individuellen, im folgenden Punkt zu erläuternden Zuschnitts der einzelnen Gruppen ist für alle in einem ersten Schritt eine sichere Quellenbasis zu erarbeiten:

1.) Aufarbeitung der Schriftquellen mittels Überprüfung aller Regesteneditionen und bereits publizierter Quellenzitate an den Originaldokumenten, und vor allem durch Erschließung von neuen, bislang unberücksichtigten Quellenbereichen (Adelsarchive, Reise- und Stadtbeschreibungen, Zeremonialprotokolle etc.).

2.) Der größte, spezifisch kunsthistorische Wissenszuwachs ist durch die bereits angesprochene ungeheure Erweiterung des Bestandes an Bildquellen, vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, zu erwarten. Denn in diversen Wiener, aber auch ausländischen Archiven und Sammlungen (vorrangig Staatsarchiv, Albertina, Archiv der Burghauptmannschaft) lagern grob geschätzt 8 000 Pläne und Architekturzeichnungen zur Hofburg. Als Vorleistung für das Projekt hat die Kommission für Kunstgeschichte bereits vor einem Jahr begonnen, diese Pläne zu digitalisieren. Voraussichtlich Ende 2005 stehen allen Projektmitarbeitern sämtliche Pläne digital zur Verfügung. An der Entwicklung einer benutzerfreundlichen Datenbank wird derzeit gearbeitet.

 

Die vier Projektgruppen

13.-15. Jahrhundert

Über den Zeitpunkt der Entstehung der mittelalterlichen Hofburg gibt es in der Forschung zwei unterschiedliche Auffassungen, denen zufolge der Kernbau, der sich im Bereich des „Schweizerhofes“ substantiell erhalten hat, eine Gründung der (1246 zu Ende gehenden) Babenbergerzeit bzw. des Ottokar Přemysl (Herzog von Österreich seit 1251, gest. 1278) darstellt. Stilgeschichtliche Argumente, aber auch der staufische viertürmige Kastelltypus, wie ihn der Kaiser Friedrich II. gerade in den 20er und 30er Jahren des 13. Jahrhunderts forciert hatte, scheinen heute doch eine babenbergische Gründung nahe zu legen.

Durch punktuelle Untersuchungen nach der Methodik der architekturgeschichtlichen Bauforschung wie Mauerwerksanalysen (gezielt gesetzte Sondagen und begrenzte Freilegungen) ist zu überprüfen, in welchem Ausmaß Bausubstanzen der mittelalterlichen Kastellburg im heutigen Baubestand erhalten geblieben sind. Die Resultate sind unter Heranziehung sämtlicher bildlicher Quellen und historischer Pläne auszuwerten und zu interpretieren. Zentraler Aspekt ist die Beurteilung des Erscheinungs- und Funktionsbildes der Wiener Hofburg als Herzogs-, Königs-, und schließlich Kaiserresidenz. Die Kastellburg, verteidigungstechnisch nach den Gesichtspunkten des 13. Jahrhunderts als Stadtburg unmittelbar an der Stadtmauer errichtet, behielt, abgesehen von inneren Um- und Ausbauten, mehr als 250 Jahre lang ihren verhältnismäßig bescheidenen Gesamtumfang. Kenntnis über die Raumfunktionen und den Baubestand der Burg besitzen wir durch den Teilungsvertrag von 1458, in dem die Aufteilung der Nutzung der Burg zwischen Friedrich III. und seinen Brüdern Herzog Albrecht VI. und Herzog Sigmund von Tirol festgelegt worden ist. Daraus erschließen sich Wohnverhältnisse, die sich nur schwer mit dem höchsten Herrscheramt des Abendlandes und dem damit verbundenen Repräsentationsanspruch in Beziehung setzen lassen.

Zur Rekonstruktion des spätmittelalterlichen Residenz-Verständnisses ist es unerläßlich, die im 14. Jahrhundert einsetzende rege Stiftungs- und Bautätigkeit in unmittelbarer Nähe und in engem Zusammenhang mit der Burg zu thematisieren: 1324/27 Verlegung des vorstädtischen Augustiner Eremitenklosters unmittelbar neben die Burg mit Neubau der Kirche; vor 1337 Bau der Georgskapelle als Versammlungsort der Societas Templois, einem Laienorden unter dem Patronat des hl. Georg; wiederholte herzogliche Bestiftungen der der Burg benachbarten Michaelerkirche. Unter Friedrich III. schließlich wurde die sogenannte „Öde Kirche“ auf dem Areal der im 16. Jahrhundert erbauten Stallburg errichtet; Teile des Fundamentes konnten jüngst bei Grabungen freigelegt werden.

In der Summe scheint für das Selbstverständnis der Regenten des 14. und 15. Jahrhunderts ein auf sakralen Stiftungen liegender Schwerpunkt höchst charakteristisch, während der Aufwand für die Baulichkeiten der Hofburg und die damit verbundenen Wohn- und Repräsentationsbedürfnisse vergleichsweise bescheiden blieben.

 

Zeitraum 1533-1705

Die Untersuchung umfaßt etwa 170 Jahre (von 1533, dem Jahr der Verlegung des Hofes von Prag nach Wien unter Ferdinand I. bis zum Tod Kaiser Leopolds I. 1705) und damit die Regierungszeiten von insgesamt sieben Kaisern aus dem Haus Habsburg. Sie setzt mit der Erweiterung der mittelalterlichen Kastellburg ein und endet mit der mittlerweile baulich wie topographisch beträchtlich ausgeweiteten Anlage, die in der Folge die Ausgangslage für die imperiale Ausgestaltung der Hofburg im 18. Jahrhundert bildet. Die detaillierten Darstellungen der Hofburg auf Wiener Stadtplänen des 16. und 17. Jahrhunderts führen die Entwicklung und Ausdehnung klar vor Augen, die die Hofburg in diesem Zeitabschnitt erfahren hat. Mit dem Schweizertor, der Stallburg, der Amalienburg und dem Leopoldinischen Trakt entstehen Schlüsselbauten der Residenzanlage und zugleich Hauptwerke der Renaissance und des Frühbarock in Österreich. Zusätzlich war das Residenzareal mit einer Reihe weiterer Bauten bestückt, die heute nicht mehr existieren und zum Teil auch nicht mehr eindeutig lokalisiert werden können: Ballhäuser, Theaterhäuser, Galerie, Badehaus, Reithalle mit Rosstummelplatz, Hofspital, Hofkanzleien und Bibliothek.

Die schon angesprochene Grundlagenforschung wird eine detaillierte Dokumentation der Planungs- und Baugeschichte sowie eine Erstellung der relativen Bauabfolge mit graphischer Darstellung auf Bauphasenplänen unter Heranziehung sämtlicher verfügbarer bildlicher Quellen (Architekturzeichnungen, Pläne, Ansichten, Stadtpläne, Projektpläne, Fotos) liefern. Unersetzlich für eine möglichst objektive Baugeschichtsschreibung ist auch die Berücksichtigung aller Erkenntnisse der diversen Restaurierungen.

Erst auf dieser Basis können eine Reihe von interdisziplinär angelegten Fragestellungen entwickelt werden, etwa nach der Funktion der Hofburg innerhalb der städtebaulichen Entwicklung, weiters nach ihrem Bezug zur Fortifikation in einer Zeit sich radikal verändernder Wehrstrategien. Zu analysieren ist ferner das stil- und typengeschichtliche Verhältnis der Hofburg als „Hauptresidenz“ zu den anderen habsburgischen Residenzen von Wiener Neustadt bis Madrid, aber auch den anderen großen europäischen Residenzen (München, Dresden, Krakau, Salzburg etc.).

Unter der Prämisse, daß die Hofburg Zentrum der habsburgischen Politik und Selbstdarstellung gewesen war, wird die Funktion und die Bedeutung der Architektur nachhaltig zu untersuchen sein. Hierzu zwei Hinweise: Die Literatur hat als eine den Ausbau der Hofburg im 18. Jahrhundert begleitende Konstante die absichtsvolle architektonische Traditionspflege festgehalten. Ist diese These vom konservierenden Umgang mit dem Überlieferten als Grundhaltung der kaiserlichen Auftraggeber und damit als Zeichen des dynastischen Traditionsbewusstseins der Habsburger auch für das 16. und 17. Jahrhundert von Gültigkeit? Wenn ja, dann ist diese baukonservative Haltung vor allem auch in Gegenüberstellung zu den innovativen kunstpolitischen Ambitionen von Ludwig XIV., dem großen Gegenspieler von Leopold I. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, zu untersuchen.

Unterschiedliche Funktionen (Versorgung, Verwaltung, Wohnung, Regierung, Repräsentation) und viele Landes- wie Reichsämter waren in der Hofburg untergebracht. Daraus resultiert die Frage, inwiefern diese vielschichtigen und vernetzten Funktionalitätsanforderungen Niederschlag auf das bauliche Konzept und seine Ausführung genommen haben.

 

Zeitraum 1705-1835

Der zeitliche Rahmen des Projektes spannt sich vom Regierungsantritt Kaiser Joseph I. (1705) bis zum Tod von Kaiser Franz II. (I.) (1835) und umfasst verschiedene Phasen der künstlerischen Entwicklung von Barock, Rokoko und Klassizismus, die im Residenzareal der Hofburg einen unterschiedlich intensiven Niederschlag gefunden haben. Während die Bearbeitung des „Baubooms“ der Zeit Karls VI. (Fischer von Erlach Vater und Sohn, J. L. von Hildebrandt) bereits auf einer gesicherten Forschungslage aufbauen kann, gilt es, für die Jahrzehnte nach 1740 zumeist Grundlagenarbeit zu leisten: Dies gilt für die groß angelegten, aber nie in Angriff genommenen Gesamtplanungen (Jean-Nicolas Jadot, Balthasar Neumann, Nicoló Pacassi) ebenso wie für die punktuellen Erneuerungen, die peu à peu realisiert worden sind. Ebenfalls bisher kaum bearbeitet wurden die Bauplanungen am Beginn des 19. Jahrhunderts (Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, Joseph Amann, Louis von Remy), die auf den Neubau des Zeremoniensaales (Louis Montoyer, 1804) bzw. die Sprengung der Burgbastei (1809) reagieren.

Charakteristisch für den Zeitraum von 1705 bis 1835 sind umfangreiche, aber unrealisierte Gesamtplanungen der Hofburg; dieses Phänomen, das auf die Verregelmäßigung des seit dem 13. Jahrhundert stetig gewachsenen Gebäudekonglomerats zielte, tritt erstmals in der Geschichte der Hofburg im frühen 18. Jahrhundert auf und ist im Rahmen der gesamteuropäischen Entwicklungen der Residenzarchitektur, aber auch im Zusammenhang von Idealplanungen in architekturtheoretischen Stichwerken (P. Decker 1711, L. Ch. Sturm 1718) zu sehen. Überregionale Ausblicke und Vergleiche mit bedeutenden Schloßprojekten und -bau-ten wie Paris, Stockholm, Berlin und Dresden werden im Rahmen der Forschungsarbeit eine wesentliche Rolle spielen.

Der Großteil der tatsächlich durchgeführten baulichen Veränderungen an der Hofburg stand in keinem Zusammenhang mit den eben erwähnten Gesamtplanungen, sondern wirkte einer architektonischen Verregelmäßigung vielfach sogar entgegen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, daß nahezu alle von Karl VI. errichteten Bauten (Stallungen, Bibliothek, Reichskanzlei, Reitschule) nicht unmittelbar dem residentiell-repräsentativen Wohnen des Herrschers, sondern der „stellvertretenden Repräsentation“ dienten. So wurde der Saal der Hofbibliothek formal wie inhaltlich zur bedeutendsten und repräsentativsten Raumschöpfung des Barock im Residenzbereich – während der Neubau von Stätten der „direkten“ Repräsentation (Festsaal, Treppenhaus, Kapelle) immer wieder aufgeschoben wurde oder gänzlich unterblieb.

In dem bislang noch kaum bearbeiteten Bereich der Innenausstattung wird sich die Arbeit des Projektes im Stadium der Grundlagenforschung bewegen und die materielle Basis für spätere weiterführende Studien bereitstellen. Für die Periode bis 1740 sind nur wenige originale Entwürfe bekannt, verläßliche Bildquellen sind spärlich und im Original haben sich nur Reste von Raumausstattungen dieser Zeit erhalten. Besser – in Quellenlage wie Erhaltung – ist die Situation für das mariatheresianisch-josephinische Zeitalter, das innerhalb der Hofburg vor allem in der Innenausstattung Spuren hinterlassen hat. Diese Räume wurden zwar im Laufe des 19. Jahrhunderts renoviert und ihre Einrichtung ergänzt, ein Teil der originalen Ausstattung blieb jedoch erhalten.

 

Zeitraum 1835-1918

Der letzte und wohl umfangreichste Abschnitt umfasst die Regentschaft der Kaiser Ferdinand I., Franz Josef und Karl bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918.

Durch Studium bisher unbekannten Planmaterials (Staatsarchiv, Carl Hasenauer-Archiv in der Albertina und diverse Privatsammlungen) und wegen ihrer Fülle bisher nicht berücksichtigter Planbestände wird eine aktualisierte Dokumentation der Planungs- und Baugeschichte der historistischen Burgerweiterung anvisiert. Augenmerk soll dabei auch dem Planungs-, Zeichnungs- und Ausführungsprozeß zwischen Gottfried Semper und Carl Hasenauer geschenkt werden, um die Stellung Hasenauers deutlicher als bisher darzustellen.

Geklärt werden soll vor allem, warum nach 1894 das Konzept des „Kaiserforums“ bzw. der Innenausstattung nicht mehr konsequent weiterverfolgt, sondern ständigen Modifikationen unterworfen wurde: Waren gewandelte Vorstellungen staatlich-dynastischer Repräsentation ausschlaggebend, konnten die tatsächlichen Bedürfnisse des Hofs mit Sempers Ideen nicht in Einklang gebracht werden? Dazu gehört die Klärung des Einflusses der Hofbehörden und prominenter Persönlichkeiten wie Erzherzog Franz Ferdinand, verbunden mit der Frage nach der in jenen Jahren einsetzenden Interpretation der Hofburg als historisches Objekt und „Denkmal“.

Die geplanten und realisierten Erweiterungen der Wiener Hofburg unter Kaiser Franz Joseph sind in ihrem Umfang europaweit das letzte Experimentierfeld höfischen Bauens und können als „Summe“ dessen gesehen werden, was im 19. Jahrhundert unter dem Begriff „Residenz“ verstanden wurde. Von großer Relevanz ist weiters die urbanistische Dimension der historistischen Erweiterung, stand letztere doch in ursächlichem Zusammenhang mit Planung und Bau der Wiener Ringstraße.

Dem zeitweise parallel und unter günstigeren Voraussetzungen vonstatten gehenden Burgbau in Buda (M. Ybl, A. Hauszmann) als auch den Planungen für Prag (Hradschin) und Krakau (Wawel) sind ebenso Aufmerksamkeit zu schenken wie den Vorhaben in europäischen Großstädten wie Paris, London, Berlin, München und Dresden als auch in kleineren Fürstentümern (Schwerin). Einen Schwerpunkt bildet dabei die stilistische und motivische Analyse der Verbindung von Residenz und Museum mit ihrer langen Tradition (Vatikan, Louvre) und den unmittelbareren Vorgängern in Berlin (Altes Museum) oder St. Petersburg (Neue Eremitage) und die Frage nach der Stellung der Kulturinstitutionen zur Residenz im Wiener „Kaiserforum“. Denn gerade die architektonische und symbolische Verschränkung von Hofburg und Hofmuseen dient  der architektonischen Fortsetzung und der ideellen Überhöhung des kaiserlichen Palastes. Auch den „enzyklopädischen“ Fassadenprogrammen von Kunst- und Naturhistorischem Museum kommt (wie auch den unvollendet gebliebenen Ausstattungskonzepten der „Neuen Burg“) eine essentielle Schlüsselfunktion im Kontext des monarchischen Selbstverständnisses zu. Anhand der Quellen und der erhaltenen Gipsmodelle wird dieses Phänomen einer genauen Untersuchung unterzogen werden.

Die Idee des „Kaiserforums“ wird bestimmt von der Foren-Architektur der römischen Antike, von Fassaden- und Detaillösungen des Cinquecento und der europäischen Barockarchitektur. Semper und Hasenauer scheinen so auch mittels konkreter stilistischer Bezüge das Konzept einer „idealen“ Residenz des 19. Jahrhunderts angestrebt zu haben, das weitgehend unabhängig von lokalen Traditionslinien entwickelt wurde. Frühere Projekte zum Ausbau der Hofburg hatten eine explizit „österreichische“ Variante der Barockarchitektur (Fischer von Erlach) zum Vorbild genommen, und nach dem Tod Hasenauers traten diese lokalen, nun auch verstärkt patriotisch konnotierten Stiltendenzen wiederum in den Vordergrund. Die Aufwertung des österreichischen Barock zum neuen „Nationalstil“ durch Albert Ilg 1880, die Planungen  von Friedrich Ohmann ab 1899 und die Staatspräsentation durch Thronfolger Franz Ferdinand sind Symptome dieser Entwicklung, deren Untersuchung – auch im Vergleich mit Parallelen in anderen Residenzen (Buda, Burg; Berlin, Stadtschloß) – noch weitgehend aussteht.

 

Resümee

In Zusammenschau der vier in Teilen notwendigerweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten konzipierten Projektteile lassen sich folgende übergreifende Schwerpunkte ausmachen:

1- Aufgrund der schon am Beginn der Arbeit absehbaren immensen Erweiterung des Quellenbestandes wird eine umfassende, das gegenwärtige Wissen über die Wiener Residenz weit übersteigende materielle Forschungsgrundlage geschaffen werden.

2- Auf dieser Basis wird es möglich sein, eine differenzierte Planungs-, Bau- und Ausstattungsgeschichte zu verfassen. Daran ist eng der Versuch gebunden, das komplexe Raumgefüge bzw. die Kommunikation der unterschiedlichen Funktionsbereiche der Residenz in ihren historischen Entwicklungen zu entschlüsseln. Die zu erwartenden Ergebnisse versprechen einen beträchtlichen Erkenntnisgewinn über die bauliche Auflösung der komplizierten Funktionsverschränkungen innerhalb der neuzeitlichen (Kai-ser-)Residenz. Wichtige Voraussetzung für das Gelingen ist der intensive Dialog mit der Denkmalpflege, der durch die Zusammensetzung des Mitarbeiterteams auch gesichert ist.

3- Der dritte Schwerpunkt läßt sich unter dem Aspekt der Ikonologie zusammenfassen. Die Residenz ist als Bauwerk staatlicher, monarchischer und dynastischer Repräsentation dazu prädestiniert, Macht- und Herrschaftsstrategien – gelegentlich sehr direkt, oft aber auch versteckt – zu visualisieren. Die Freilegung dieser Strategien und ihre Umsetzung in gebaute Architektur und nicht realisierte Planungen sind zum historischen Verständnis eines politisch so befrachteten Komplexes, wie ihn die Hofburg darstellt, unerläßlich.

4- Gemeinsam ist allen schließlich der überregionale Ausblick. Die Analyse und Bewertung des Einflusses des europäischen Residenzbaus auf die Wiener Planungen und Bauhandlungen wie auch umgekehrt deren Impulse auf die internationale Residenzlandschaft ist eines der Anliegen. Hierfür ist die enge Kooperation mit der internationalen Residenzforschung unumgänglich.

 

Artur Rosenauer/Herbert Karner, Wien*

 


Der Hof Konrads III. (1138-1152)

(Ergebnisse eines Dissertationsprojektes)

 

König Konrad III. hat früh das Interesse der Geschichtswissenschaft geweckt[1]. Nach den Arbeiten Friedrich Hausmanns, der in seiner Habilitationsschrift vor allem die Kanzlei Konrads erforschte und damit die Basis für die Herausgabe von dessen Diplomen schuf, stand einer neueren Beurteilung des ersten Staufers nichts im Weg[2]. Eine breitere Analyse der Grundlagen der Herrschaft Konrads steht allerdings noch aus. Auf wen konnte sich der erste Stauferkönig stützen, um seine politischen Vorstellungen umzusetzen? Wer war an der Konzeption dieser Vorstellungen beteiligt? In der hier vorgestellten Dissertation wurde diesen Fragen nachgegangen, um über die Erforschung der personellen Zusammensetzung des Königshofes Rückschlüsse auf die Basis von Konrads Herrschaft zu gewinnen[3]. So wurde der Hof als soziales Netzwerk betrachtet und der Frage nachgegangen, welche der dort versammelten Akteure in besonders gutem Verhältnis zum König standen, also seine Parteigänger, oder sogar Vertrauten waren. Weiters wurden königsnahe Landschaften gesucht, die Konrad nicht nur häufig aufsuchte[4], sondern deren politische Eliten überdurchschnittliches Engagement im Reichsdienst zeigten.

Die Arbeit wurde daher wie folgt konzipiert: Im ersten Teil der Arbeit wurde die Gesamtheit der Personen, die öfter als dreimal in der Umgebung des Herrschers genannt werden, behandelt. In Art einer prosopographischen Studie wurde diesen Personen jeweils ein Kapitel gewidmet, in dem neben allgemeinen biographischen Angaben deren Verhältnis zu Konrads Vorgängern und vor allem zu diesem selbst besprochen wurde. Neben direkten Nachrichten aus historiographischen Quellen wurden dazu vor allem die Königsurkunden, deren Rechtsinhalt unter diesem Aspekt analysiert wurde, herangezogen. Die Königs- und Privaturkunden stellten auch die wichtigste Quelle zur Ermittlung des Präsenzprofils der behandelten Personen bei Hof dar. Von Bedeutung sind dabei neben der Häufigkeit des Erscheinens bei Hof, der Ort des Zusammentreffens (regional oder überregional), etwaige Eigeninteressen, die das Erscheinen bei Hof motivierten, die Übernahme von Gesandtschaften sowie die Teilnahme an militärischen Unternehmungen des Königs. Aus dieser Personengruppe wurden diejenigen Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Herzöge, Pfalzgrafen, Markgrafen, Grafen, Edelfreie und Reichsministeriale ermittelt, die zur näheren Umgebung des Königs gehörten. In einem zweiten Teil der Arbeit wurden diese Ergebnisse in Relation zu weiteren Herrschaftsträgern der politischen Großlandschaften des Regnum Theutonicum und des Regnum Arelatense gesetzt[5]. Es wurden dabei die jeweils bedeutendsten Herren der einzelnen Landschaften, die im ersten Teil der Arbeit aufgrund zu geringer Präsenz bei Hof nicht berücksichtigt wurden, in Bezug auf deren Verhältnis zum König analysiert und in die Ergebnisse des ersten Teils der Arbeit eingebettet. So konnte nicht nur die Binnenstruktur der Personengruppen der einzelnen Landschaften besser beleuchtet werden, sondern auch, wie erwähnt, die regionalen Herrschaftsschwerpunkte Konrads III. erfasst werden[6].

Kurz zu den Ergebnissen: Im ersten Teil der Arbeit fanden nach den geschilderten Kriterien 141 Personen Aufnahme. Davon waren 51 geistlichen und 90 weltlichen Standes. Von den 51 Geistlichen waren 9 Erzbischöfe, 31 Bischöfe, 5 Äbte, sowie 6 Mitglieder von Kanzlei und Kapelle Konrads. Die Gruppe der 90 Personen weltlichen Standes setzte sich wie folgt zusammen: 10 Herzöge, 11 Pfalz-, Mark- oder Landgrafen, 53 Grafen und Edelfreie, 11 Reichsministeriale, 2 Ministerialen des Würzburger Hochstifts sowie Königin Gertrud und ihre Söhne Heinrich (VI.) und Friedrich von Rothenburg. Die Bischöfe, sowie die Grafen und Edelfreien bildeten somit in Bezug auf die Präsenzdichte die zwei wichtigsten Gruppen bei Hof. Es zeigte sich zudem, daß Vertreter des Episkopats in den historiographischen Quellen bevorzugt genannt werden, Grafen und Edelfreie hingegen fast nur in den Diplomen Erwähnung fanden. Man kann daher vermuten, daß letztere noch häufiger bei Hof gewesen sein werden, was sich allerdings nicht nachweisen läßt. Umso erstaunlicher ist, daß unter den Grafen und Edelfreien fast genauso viele Personen zehnmal oder öfter bei Hof waren wie unter den Bischöfen. Von Bedeutung sind auch die relativ häufigen Nennungen von Reichsministerialen und auch der beiden bischöflichen Ministerialen. Denn am Hof von Konrads Vorgänger ist kein Ministeriale öfter als dreimal belegt[7]. Dies ist zwar sicherlich zu  einem Gutteil auf einen Wandel in der Praxis der Erstellung der Zeugenreihen der Königsdiplome zurückzuführen. Dieser ist aber eben nur Ausdruck der wachsenden Bedeutung der Reichsministerialität unter Konrad III., der diese ja verstärkt im Rahmen seiner Reichsgutpolitik heranzog[8].

Aus der Gruppe der oben genannten 141 Personen stechen 50 Personen deutlich hervor. Sie erschienen mindestens zehnmal am Hof Konrads III.[9] Bei fast allen diesen Personen geht mit der großen Präsenzdichte bei Hof verstärktes überregionales Erscheinen an diesem einher. Zudem beteiligten sich mehr als die Hälfte davon an mindestens einer der militärischen Unternehmungen des Staufers. Von den genannten 50 Personen konnten wiederum 9 als wahrscheinliche Vertraute Konrads III. ermittelt werden, wobei aufgrund deren Lebensdaten eine gewisse Fluktuation in diesem Kreis festzustellen ist[10]. Eine Institutionalisierung des Rates ließ sich zudem nicht beobachten.

Eine Analyse der Herkunft der 50 am häufigsten bei Konrad anzutreffenden Personen ergab nun folgenden Befund: 36% der Personen kamen aus Franken, davon 28% aus Ostfranken, das damit offenbar der Kernraum des von Konrads Hof erfaßten Einzugsgebiets war. Es folgen der niederrheinisch-lothringische Raum (20%), Schwaben (16%), Bayern (12%), Sachsen (10%), Thüringen (4%) und Böhmen (2%).

Dieses Ergebnis wird auch durch den zweiten Teil der Arbeit bestätigt, in welchem die einzelnen politischen Landschaften und deren Herrschaftsträger auf ihr Verhältnis zum Königtum Konrads hin untersucht wurden und teilweise auch diejenigen Herren, die dem Hof fernblieben oder opponierten, behandelt wurden. Konrads Herrschaft fand im Hinblick auf die Hofpräsenz der politischen Eliten demnach vor allem in Franken, Schwaben sowie in Ober- und Niederlothringen starken Rückhalt. Auch Bayern und Thüringer waren im Reichsdienst engagiert. Österreich, Kärnten, die Steiermark und Tirol und auch Böhmen waren hingegen periphere Regionen des Reiches, deren politische Akteure nur vereinzelt, vor allem wenn der König in relativer Nähe Hof hielt, im Reichsdienst nachzuweisen sind[11]. In Burgund versuchte der König durchaus, seinen Einfluß zu stärken. Diesen Bemühungen war allerdings kein nachhaltiger Erfolg vergönnt[12]. Erst Barbarossa wurde hier wieder verstärkt aktiv. In Sachsen konnte Konrad zwar trotz der welfischen Opposition im Episkopat vielfach Unterstützung finden. Den Bemühungen seinen Einfluß in Sachsen zu stärken, zu denen etwa seine Verfügungen bezüglich Goslar[13], die Einsetzung seines Vertrauten Abt Wibald in Corvey[14] und die Stärkung Hermanns von Winzenburg im Hildesheimer Sprengel gehörten[15], steht allerdings der Befund gegenüber, daß die sächsischen Eliten seinem Königtum doch eher mit Ablehnung begegneten.

Insgesamt zeigte sich das Bild einer stabilen Herrschaft des ersten Stauferkönigs mit den oben genannten regionalen Kernräumen. Offenbar war es Konrad, nachdem die Fürsten auf den Hofversammlungen im Frühjahr 1138 mit Ausnahme Heinrichs des Stolzen seiner Wahl beigetreten waren und gehuldigt hatten[16], gelungen, seine Herrschaft trotz der einsetzenden Opposition Heinrichs des Stolzen, Welfs VI. und später Heinrichs des Löwen zu konsolidieren.

 

Wolfram Ziegler, Wien*

 



Kolloquiumsberichte

 

 

Luxury and Integration
Material Court
Culture in Western Europe
Twelfth to Eighteenth Centuries

 

International conference held by the German Historical Institute London in co-operation with the German Historical Institute Paris and the Free University of Berlin, with additional sponsorship by the Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung

Cumberland Lodge, Windsor, 1-4 July 2004

 

The aim of this conference was to examine the integration of power from a cultural historical perspective and to understand pomp at court – often criticized by contemporary observers – in terms of its function (prodigality as investment) and dysfunction (prodigality as waste) both inside and outside the particular political and social unit under consideration. The event took its title from Werner Sombart’s Luxus und Kapitalismus (2nd edn., 1922); our common intention was to revisit the seemingly irrational with an eye to its sometimes unexpectedly rational consequences.

In Latin Christian Europe, the links that existed between royal, princely, and aristocratic courts furthered acculturation and cultural transfer from the end of late Antiquity onwards. For the medieval and early modern periods far-reaching effects can be observed, whether attributable to the exchange of envoys and gifts, travel, marital links, the acquisition of art, or to material compensation for services of all kinds (one term under which such forms of exchange may be subsumed is ‚patronage‘ in its widest sense). It thus becomes possible to observe and describe culturally determined power strategies calculated to have an impact on the interior structure of the group in question as well as on its environment: court culture and the representation of wealth and power were essentially a means of achieving political integration through social integration.

Research on these areas has hitherto been somewhat heterogeneous in regard to both the particular subjects and periods under investigation, and the methods applied. We still lack comprehensive, interdisciplinary studies which explore the problem of integration through material culture in detail and analyse the extant sources closely enough to arrive at findings that can serve as the basis for synchronic and diachronic comparisons. With regard to the roles of permanent and ephemeral buildings, wages and pensions, clothing and jewellery, tapestries and pictures, books and instruments etc., and the ever increasing need for expenditure felt by those present at court, we know more about the late medieval and early modern periods. Nevertheless, what has been missing so far even here is a perspective which allows us to deal with all these isolated aspects in the wider context of how power systems were maintained. In other words, it remains necessary to bridge the gap between the history of art and the history of power.

The aim of the conference was to ‚take stock‘ regarding these questions and to encourage future co-operation in research on material culture, with ‚power‘, ‚service and compensation‘, ‚consumption‘, ‚gift culture‘, and ‚the perception of the other‘ as themes of special interest. It is hoped that in the long run this will allow us to focus more on the lesser known level below that of political and diplomatic relations.

An innovative format was chosen for this conference (to good effect, as was commonly felt). It was divided into four sessions comprising between four and six speakers each. Instead of speakers presenting their papers themselves, however, the respective section chairs summarized and presented their findings. The speakers were then given an opportunity to clarify their positions both in direct response to these summaries and in the course of the ensuing general discussion (only in the first session was it necessary to revert to the traditional format because of the chair’s last-minute cancellation). To give participants the opportunity to prepare for the discussions, all papers were made available through the GHIL’s website before the conference.

In his introductory lecture, ‚Hofkultur – Probleme und Perspektiven‘, Joachim Ehlers (Berlin) gave an overview of the state of knowledge about the position of the court in the political, social, cultural, and economic structure of the High Middle Ages. He emphasized the practical significance of the deliberate creation of a courtly milieu, identified shortcomings in previous research, and indicated directions that future research might take. The first session, ‚Communal Action: Between Service, Feast, and Leisure‘, looked not only at how the elevated courtly way of life was organized, but also at how it was experienced. In his paper on ‚Hofämter und Hofkultur an Fürstenhöfen des Hochmittelalters‘ Werner Rösener (Gießen) discussed the development and functionalization of court culture at a number of specific princely courts in the Holy Roman Empire during the twelfth and thirteenth centuries, concentrating in particular on court offices and court festivals. In the High Middle Ages, he summed up, this cultural form was concentrated on the person of the ruler and served primarily as a vehicle for his self-presentation and to increase his prestige among the circle of his social equals. In addition, the princely court and its cultural forms, which were shaped by the culture of the knights, served to bring together vassals and ministeriales from different areas. The increased integration and centralization of rule to which this contributed compensated for the decentralized power structures of the High Middle Ages. Court offices served two main purposes: they could meet the practical needs of the court administration, or they could have representative functions. For a long time, the royal court provided the model for court organization and knightly cultural forms at the German princely courts of the High Middle Ages. By contrast, the Polish-Lithuanian elective monarchy, established in 1572, had only moderate financial resources and did not allow for a strong central power. Under these conditions, the election and coronation ceremonies at the beginning of each new reign, as well as the ceremonies surrounding the burial of the previous ruler, were of crucial importance and integrated the whole of society, as Almut Bues (Warsaw) emphasized in her paper, entitled ‚Le manque de couleurs & d’imagination pour y bien reüssir. The Integrative Power and Political Use of Festival in an Elective Monarchy: Poland-Lithuania in the Sixteenth Century‘. The keeping of these ancient dynastic traditions served to give Poland-Lithuania’s elective monarchy the fiction of legitimacy, continuity, and stability.

In her paper ‚Les cours hors la cour: les manifestations du luxe aristocratique dans le royaume de Louis XIV‘, Katia Béguin (Paris) expressly opposed the ‚Versaillo-centrism‘ which dominates French research on the court. She spoke about the residences of the high aristocracy that surrounded the royal court like satellites in the second half of the seventeenth century. These did not, she suggested, represent mere fall-back positions for a politically emasculated aristocracy. Although their presumed advantages over Versailles were celebrated, along with the wealth, taste, and creativity of the lord of the manor, with the assistance of a festive culture that was specific to these aristocratic seats, they did not express political opposition to the monarch. Rather, these were deliberate attempts to enhance the prestige of one’s own residence in the eyes of a foreign and domestic public, in open competition with one’s social equals. Wolfgang Wüst (Erlangen-Nuremberg), however, speaking on ‚Luxus oder Sparzwang? Höfisches Leben im frühmodernen süddeutschen Kleinstaat: Ansbach-Bayreuth (Hohenzollern) und Augsburg-Dillingen (Bischöfe) im Vergleich‘, cast doubt on the notion that a luxurious lifestyle, enormous material expenditure, and the performance of complicated ceremonial were the only things furthering civilization. He put up for discussion the idea that a lack of luxury might sometimes have produced integrative incentives. At the smaller and middling courts a shortage of resources and the associated pressures to be thrifty could reduce the social barriers between the court in the narrow sense – those who had free access to the ruler – and the court in the wider sense. Scholars so far, he suggested, have not taken enough account of improvisation at court which encouraged communication, or of co-operation between the residence, town, and country which conserved resources.

Forms of payment used within and between courts were the subject of the second session: ‚Between Dotation, Salary, Symbolic and Real Capital.‘ The virtue of generosity (largesse) was the thematic core of Frédérique Lachau’s (Paris) paper on ‚The Gift in the Culture of the Court, with Special Reference to England and France, Twelfth to Thirteenth Centuries‘. Chronicles and courtly romances, but also the files produced by the English royal court administration provide insights into how this specifically courtly behavioural norm was translated into practice. Lachaud discussed the leitmotivs in the contemporary normative discourse about gift-giving as social practice, demonstrated that they derived from the philosophical literature of Antiquity and the religious-didactic literature of the High Middle Ages, and emphasized, in conclusion, that courtly-secular writers and clerical authors held strongly contrasting views of the essence and the limits of largesse. In their paper entitled ‚A Waste of Money? On the Social Function of Luxury Consumption‘, Ulf-Christian Ewert (Chemnitz) and Jan Hirschbiegel (Kiel) showed that the production of luxury, ostentatious consumption, and gift-giving at the late medieval court should be considered as profitable investments which allowed princes to establish and maintain a balanced social system of personal relationships enabling them to exert power. Furthermore, they argued that although efficient in maintaining the social order at court, luxury consumption was, in a sense, a rational but presumably non-efficient strategy with respect to competition for status and prestige. In her paper on ‚„Weder Fisch noch Fleisch“ – wenn alle Gaben zwischen symbolischem und realem Kapital schwanken‘, Beatrix Bastl (Vienna) looked at the qualities of the specifically aristocratic belief system, and at the associated accumulation of symbolic and real capital. Attempts were made in the early modern period to create a balance between the economic power of the various aristocratic families through marriage contracts and wills in particular. Exclusively aesthetic or craft-based criteria alone cannot do justice to the state-sponsored art of the modern and Baroque periods, as Hans Ottomeyer (Berlin) pointed out in his paper, ‚Bernstein und Politik – Staatsgeschenke des preußischen Hofes bis 1713‘. In it he looked at the use of objects of art as diplomatic gifts in Prussia’s contacts with Russia, Austria, Denmark, and France in the sixteenth and seventeenth centuries. Amber was the most suitable material for a state gift intended to signal legitimate territorial claims. Only the Prussian monarch could own amber, and in legal terms it was directly linked with his sovereignty.

Anyone who wanted to achieve anything within the court system and initiated material transactions for this purpose had to find a balance between what was necessary and what was possible. One extreme consisted of all the normative expectations of the ‚public‘, in particular, the ‚selective, qualified public consisting of the men of power, without whom no prince could achieve anything‘ (Werner Paravicini). The other extreme consisted of the available material and cultural resources. In the third session, ‚Expenditure: Between Economics and Honour‘, luxury and its intended effect were examined from the point of view of practical good sense. Traditionally, there has been more interest in the income of English kings of the twelfth and early thirteenth centuries than in their expenditure. In ‚The Kings of England and their Neighbours in the Twelfth and Early Thirteenth Centuries‘, John Gillingham (Brighton) looked at the Crown’s expenditure between the Norman Conquest and the early 1220s, with special emphasis on the second half of this period. In conclusion, he pointed out that while the English administrative files contain much information about royal expenditure, they reveal little about the tensions between economy and honour. Whether a ruler used his money wisely or wasted it was a matter of opinion, and a topic for contemporary comment. The maintenance of a lavish court alone was no guarantee of political success. In his paper on ‚Luxus und Verschwendung am päpstlichen Hof in Avignon und der Ausbruch des Großen Abendländischen Schismas‘, Stefan Weiß (Augs-burg/Paris) looked at the background to the 1378 schism in terms of the politics of finance (or rather, luxury). Weiß’s main argument was that Curial luxury had a destabilizing impact in the crisis of 1378. The schism was not primarily the outcome of a fundamental conflict about the Church constitution or about the Pope as an individual. Rather, Weiß argued, it arose out of financial quarrels about whether, and to what extent, the income of popes as well as cardinals should be used to support a luxurious lifestyle. Futhermore, Weiß established that at one level luxury could, in fact, be a force for integration. Their lavish income and luxurious lifestyle allowed members of the Curia and cardinals to enjoy relatively the best administration, justice, and diplomacy of their times. By contrast, luxury had a negative impact at the level of Catholic Christianity to the extent that the legitimacy of the Curia was increasingly undermined.

Whereas in the papers by Gillingham and Weiß the ruler himself was in the foreground, Barbara Stollberg-Rilinger’s (Münster) contribution on the seventeenth and eighteenth centuries, ‚Zur moralischen Ökonomie des Schenkens bei Hofe‘, concentrated more on structures and reciprocal relationships. She looked at handbooks of ceremonial, advice given to envoys, and court diaries to see how contemporaries classified gifts at court, what distinctions were made, what different effects were ascribed to the various types of gift, what values, rules, and behavioural norms were explicitly or implicitly associated with them, and finally, whether significant changes can be detected in the period under investigation. In her paper she distinguished between two types of gift-giving relationship: the exchange of gifts between the prince and his court, and gift-giving in diplomatic relations between courts. In his paper, ‚Der Preis des Erfolgs: Die Hofchargen von Versailles zwischen Verschuldung und Patrimonialisierung (1661-1789)‘, Leonhard Horowski (Berlin) looked at the material preconditions for the acquisition of court offices under the ancien régime. As in the preceding paper, structures were the main subject of investigation, and Horowski used specific case studies to illustrate them. Unlike the two contributions on the Middle Ages in this session, the examples used by Horowski related not to the ruler as an individual, but to particular aristocratic office-holders at court. Horowski looked especially at the specific features of the Versailles system, which differed from that of other countries and other periods in its system of proprietary office-holding and with regard to the relatively small number of court offices which, however, required a permanent presence and were appointments for life. This also reveals a tendency towards the patrimonial treatment of court offices, regarded almost as family property, with the result that the main roles in the system of court politics were always taken by the same few families.

Did luxury at court in fact make a successful contribution to integrating systems of rule? This was the main question addressed in the fourth and final session, ‚Results: Power Systems between Success and Failure‘. Caspar Ehlers (Göttingen) looked at the significance of material court culture for Germany’s peripatetic kingship in the High Middle Ages in his paper: ‚Procedens in magna gloria cum quadrigis plurimis auro argentoque onustis: Reisekönigtum und materielle Hofkultur im 12./13. Jahrhundert.‘ Dividing his paper into three parts devoted respectively to spaces for action (e.g. mobility v. immobility), the quality of actions (e.g. public v. private), and material court culture (e.g. moveable v. immoveable), Ehlers examined the conditions governing the development of material court culture and thus the chances of integration by means of courtly luxury. He established that the ‚immaterial side of the material‘ was more important for a peripatetic kingship than for settled rulers, that the respective host had a strong influence, and, finally, that the role of the Church in the development of court culture should not be underestimated. In his contribution on ‚Fürstliche Höfe im spätmittelalterlichen Reich zwischen Erfolg und Mißerfolg‘, Karl-Heinz Spieß (Greifswald) was able to establish, despite a dearth of sources and previous research, that gift-giving among princes (e.g. wedding clothes, silver dishes, portraits) enhanced the closed nature of their group, whereas aristocratic courtiers were as a rule paid in money and clothing. For the latter group, the social capital gained by being granted a mark of princely favour, such as inclusion in the local Order of Chivalry, or by physical proximity to the prince, was more important. The maintenance of the family line and the social ‚quality‘ of those assembled at court ranked above material luxury in the princes’ hierarchy of values. The princes were such a closed social group that material poverty always resulted in only a relative loss of significance that could be compensated for politically. Material court culture as a medium of integration was thus of limited importance.

Malcolm Vale (Oxford), who included the Iberian as well as the English Middle Ages in his presentation on ‚Power and its Representation in later Medieval Courts, Fourteenth to Fifteenth Centuries‘, argued that there was a continuity between the medieval and the early modern princely court. He thus clearly disagreed with such classics of the cultural history of the court as Burckhardt, Huizinga, Elias, and Maravall. On the basis of detailed discussions of court music, music performed at mealtimes at court, and table manners he demonstrated how civilized the demands of courtly society were as early as in the thirteenth and fourteenth centuries. Thus he argued that the distinction between medieval household and Renaissance court was both artificial and inappropriate. The origins of the civilizing role of the court, he suggested, were already to be found among the Carolingians and Ottonians. However, Vale constantly referred to that fact that codes were drawn up not least because courts were anything but ‚civilized‘; they were also the setting for brutal violence. Nicolas Le Roux (Paris), speaking on ‚Luxe et pouvoir en temps de crise: Dépenses et consommations à la cour des derniers Valois‘, explained that Henry III of France in particular tried to use courtly luxury as an instrument to strengthen the power of the Crown. As an exemplary microcosm, the court was intended to provide the framework for royal self-representation and the king, by repressing aristocratic patronage-brokering, was to appear as the sole source of all grace. To keep a brilliant court included providing lavish hospitality and gifts for the representatives of foreign powers, as well as holding court festivals designed to maintain a close connection between Crown and aristocracy.

Ronald Asch (Freiburg), speaking on ‚Höfische Politik, monarchische Selbstdarstellung und politische Kultur in England im 17. Jahrhundert‘, concluded that in early modern England courtly extravagance had no noticeable success; from the start it was doubtful whether the English court at that time could be regarded as an instrument of political integration or even merely of monarchical self-representation. It was not really worth maintaining an extensive royal household when there was a shortage of money, Asch argued, because the English aristocracy was never politically, socially, and culturally as dependent on the royal court as was the case elsewhere. Luxury had an integrative effect only through cultural investment in works of art, ceremonies, spectacles, and festivals. Asch then investigated its deliberate development for a particular purpose under Elisabeth I, James I, Charles I, and Charles II. Jeroen Duindam’s (Utrecht) findings on size, ceremonial and everyday life, and power relations at the early modern courts of Versailles and Vienna suggested a negative answer to the question posed at the outset about the politically integrative effect of pomp at court. In his paper on ‚Honorary Service, Family Networks, Power Systems at Seventeenthand Eighteenth-Century Courts, especially Bourbon and Habsburg‘, Duindam deconstructed a number of approaches and arguments in the older research on the court. Just as courts were not gilded cages for the aristocracy, monarchs were not always in a position to use ceremonial for political manipulation. Aristocrats were attracted to the court because court offices conferred prestige and chances for material gain. Duindam also queried the argument that a shift from personal to bureaucratic rule took place in the eighteenth century. Among other things, he pointed out, the system of factions and favourites continued to exist. Duindam’s comparison of the courts of Vienna and Versailles concentrated on five points: high household offices, honorary offices, pensions, access to court life, and literary and artistic self-representations of the court. In his report on this session, Wolfgang Reinhard (Freiburg) pointed out that on the basis of these four papers, courtly luxury could be seen as having only modest, partial success as a medium of integration; it served the self-representation of the ruler and helped to ensure that the élites shared in the ‚fruits of power‘. The limited integrative function of courtly luxury consisted more in maintaining a state of integration than in creating one. Reinhard suggested that any latent or unintended effects of courtly luxury also need to be investigated.

In his conclusion, Werner Paravicini (Paris) reminded us of the question originally addressed by the conference and of the terminology and procedures used for the purpose. The findings, which differed considerably according to time and place, were presented in the context of twelve problem areas. Finally, suggestions for future research were made, from the problems posed by the sources to the difficulties of understanding princely power.

The intention is to publish the conference proceedings.

 

Karsten Plöger, London*

 


 

Hof und Macht

Dresdener Gespräche II zur Theorie des Hofes

 

Scharfenberg, 19. bis 21. November 2004

 

„Es müsse doch möglich sein …, zumindest einmal wenigstens einige derjenigen an einem Tisch zu vereinen und miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich mit der Theorie und den Theoretikern des Hofes beschäftigt haben, um gemeinsam die verschiedenen Erklärungsmodelle zu diskutieren und so dieses ‚unfaßliche Phänomen‘, gleichwohl die ‚wichtigste politische Institution Alteuropas‘, ein wenig besser zu verstehen.“ So hebt das Vorwort zu dem 2004 erschienenen Sammelband „Hof und Theorie – Annäherungen an ein historisches Phänomen“ an, welches seine Initiatoren Dr. Reinhardt Butz (TU Dresden) und Dr. Jan Hirschbiegel (Residenzen-Kommission, Arbeitsstelle Kiel) verfaßten. In dem von den beiden gerade Genannten gemeinsam mit Prof. Dr. Dietmar Willoweit (Würzburg) herausgegebenen Sammelband gelangten die Referate des ersten Dresdener Gesprächs zur Theorie des Hofs zum Abdruck.

Auf ein Ereignis, wie es dieses Gespräch eines war, geht oftmals bewährte Tradition zurück: So fand nun unter der erneuten Ägide des Dresdener SFB 537, vertreten durch seinen Sprecher Prof. Dr. Gert Melville, und unter der schon bewährten Leitung von Butz und Hirschbiegel vom 19. bis 21. November 2004 für einen handverlesenen Kreis von insgesamt zwölf Kennerinnen und Kennern der Materie „Hof“ die zweite Fortsetzung der Gesprächs auf Schloß Scharfenberg bei Meißen statt. Das Gesprächsthema bildete diesmal das Begriffspaar „Hof und Macht“. Durchaus absichtlich war von den Veranstaltern der malerisch zurückgezogene Tagungsort gewählt wie die kleine (im übrigen auch durch die begrenzte Logistik vor Ort vorgeschriebene) Teilnehmerzahl ausgesucht worden. Beides sollte die gewünschte „intime“ Gesprächsatmosphäre, fern vom institutionalisierten Betrieb großer Tagungen, erzeugen und so in besonderer Weise der Konzentration auf die bzw. bei den Diskussionen, eben der Genese und dem ertragbringenden Fortlauf des Gesprächs dienen. Den gleichen Zweck verfolgten die Verantwortlichen auch mit der vorab geschehenen Zusendung der Thesen jedes Redebeitrags an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesprächs, so daß ihnen bereits vor dem eigentlichen Gesprächsbeginn ein vertiefter Einblick in die Problematik des Arbeitsthemas und seine thesenhafte Zuspitzung möglich und ein hohes Diskussionsniveau gleich von vornherein gewährleistet war. Die stets einen ungewöhnlich breiten Zeitraum einnehmenden, angeregten und weiterführenden Diskussionen, die sich an die Einzelreferate anschlossen, können hier nicht eigens, sondern nur im Rahmen der am Berichtsende wiederzugebenden Zusammenfassung des Kolloquiums wiedergegeben werden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Sprecher des berührten Dresdener SFB Melville setzte unter der Moderation desselben am Freitagnachmittag das Gespräch mit seiner ersten Sektion ein, welche sich mit dem „Begriff der Macht“ befaßte. Als erster erläuterte Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg, TU Dresden, sein Thesenpapier zu „Macht als soziologischem Phänomen“. Höfe seien Machtorte, wie er in einem ersten Schritt ausführte, Räume von Machtverdichtungen und Machterzeugung zugleich, „da Macht nicht nur eine sozusagen gespeicherte und in sozialem Handeln nur jeweils realisierte ‚Ressource‘ ist, sondern vor allem eine durch Zusammenhandeln und Präsenzerlebnisse erst hervorgerufene Kraftquelle“. Zweitens sei Macht ein Zentralbegriff aller Gesellschaftstheorien wie auch der akademischen Soziologie. Für Max Weber etwa sei Herrschaft eine institutionelle Machtverstetigung. Der Begriff der Herrschaft sei bei ihm mit der Legitimation, d.h. mit dem Glauben an die berechtigte Geltung, ebenso unlöslich verbunden wie der Machtbegriff mit dem faktischen Durchsetzungserfolg. Im gewissen Gegensatz zu diesem voluntaristischen Machtbegriff stünden Struktur- und Systemtheorien der Macht, welche darin nicht als Ressource personaler Durchsetzung, vielmehr als Resultat einer systemisch entfaltenden Wirkungsdynamik verstanden werde. Niklas Luhmann habe Macht als entscheidungsorientierte Kommunikationsform behandelt, die allgegenwärtig sei. Michel Foucault und Pierre Bourdieu hätten weiterhin unterstrichen, daß Mächtigen keineswegs nur „Ohnmächtige“ gegenüberstünden, daß es also nicht nur eine einseitige Kräfteverteilung gebe. Vielmehr handle es sich um ein Relationsverhältnis, in welchem Macht ein Effekt der sozialen Beziehung und aller sie bedingenden Akteure und Aktionen sei. Geschichte erscheine folglich stets auch als Dynamik von Machtprozessen und –konflikten. Drittens zeigte Rehberg auf, daß typologisch verschiedene Machtformen und –dimensionen unterschieden werden können: Es gehe um Machtgrundlagen, Machtprozesse, Machtmodalitäten, Machttransfer und –resultate sowie Machtkritik. Im vierten und letzten Teil seiner Ausführungen sprach Rehberg schließlich von der Machtsteigerung durch Machtverdeckung. Die Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen (TAIM) gehe nämlich davon aus, daß in jeder Institution Macht in einer ganz besonderen Weise auf dem Zusammenspiel von Darstellung und Verheimlichung beruhe.

An Rehbergs Ausführungen schloß sich der als weitere Einführung gedachte Gesprächsbeitrag von Hirschbiegel zu „Hof als Herrschaftszentrum“ an, der nochmals die Fragestellungen dieses gesamten Gesprächs ins Gedächtnis rief und erläuterte. Zu fragen sei mit Blick auf die drei Determinanten Zeit – Ort – soziale Gruppe nicht nur nach Macht an sich, sondern auch danach, wie Macht sich bilde und äußere, sich erhalte und gegebenenfalls reformiert und ausgeübt werde. Postuliert werde dabei, daß sich der idealtypisch gedachte Hof als Zentrum der Macht, personifiziert durch eine zentrale Mittelpunktsfigur, sprich durch den Herrscher als Inhaber der Macht, zur Erlangung, Konservierung, Dokumentation und Ausübung von Macht als Machtmittel eines Gewaltmonopols und administrativer und finanzieller Potentiale bediene und über alle politischen, sozialen, materiellen und kulturellen Chancen und Ressourcen verfüge und entscheide, abgesichert durch sakrale, rechtliche und ideelle Momente. Wichtig seien die Stichworte Integration, Partizipation, Delegation sowie Gehorsam. „Die Frage nach höfischer Herrschaft ist … nicht nur eine Frage nach ‚Hof und Herrschaft‘ in politischer Hinsicht, die sich strukturanalytisch beantworten ließe, sondern eine Frage, die einerseits auf die sichtbare und (sinnlich) erfahrbare Seite von Macht zielt, andererseits von einem Verständnis von Hof als rechtsabhängiges und raumorientiertes Handlungs- und Kommunikationssystem ausgeht, das selbstredend nicht statisch ist, sondern dem Wandel unterworfen.“

Am Beginn der zweiten Sektion zum Themenbereich „Die Formen der Macht“ – diesmal wie dann auch die dritte von Butz und Hirschbiegel gemeinsam moderiert – stand am Samstagmorgen das Referat von Prof. Dr. Martin Kaufhold (Universität Augsburg), in dem es generell um „Herrschaftliche Gewalt im Mittelalter“ ging. Ziel seiner Ausführungen war es, die Entwicklung der zentralen Herrschaftsstrukturen in den großen politischen und geistlichen Herrschaftseinheiten des mittelalterlichen Europa zu erklären. Dazu sprach Kaufhold zunächst von der „christlichen“ Herrschaft, die von einer zunehmenden Hierarchisierung politischer, geistlicher und sozialer Ordnungen im abendländischen Europa seit dem 12. Jahrhundert geprägt gewesen sei. Konstant blieb die Rolle des Herrschers als Garanten des Rechts. Freilich habe sich die Rolle und das Verständnis des Rechts seit dem 12. Jahrhundert erkennbar verändert. Die historische Entwicklung habe auf der einen Seite zur Herrschaftsausweitung geführt, wie das Beispiel Frankreich zeige. Andererseits sei es wie im Imperium und im „Angevine Empire“ zur Herrschaftskonzentration auf Teilbereiche gekommen. Kaufholds Bilanz lautete: „Die Spannung von hierarchisierendem königlichen Herrschaftsanspruch, ständischen Rechten und städtischer Wirtschaftskraft ließ im Europa des späteren Mittelalters Königtümer mit sehr unterschiedlichen Herrschaftsordnungen entstehen. Die schwächste politische Integration erzielte dabei das Reich …“

Auf Kaufhold folgte PD Dr. Birgit Studt (Universitäten Münster und Bonn), die ihre Thesen zu „Dokumentaion und Repräsentation von Macht“ darlegte. Auf lange Sicht, so Studt, sei der Geschichtsschreibung wohl die wichtigste Rolle im Gesamtensemble der Medien politischer Kommunikation im Umkreis königlicher und fürstlicher Höfe zugekommen, um Herrschaftstitel zu dokumentieren sowie deren Inanspruchnahme und Ausübung zu repräsentieren. Die historische Legitimation königlicher und fürstlicher Macht habe auf dem Vorstellungskomplex von Herkommen und Dynastie basiert. Darstellungsziel der höfischen Geschichtsschreibung sei es gewesen, dem Herrscher ein möglichst altes Herkommen zu verschaffen, das durch Aufzeigen einer ununterbrochenen Sukzession oder genealogischen Kontinuität bis zu ihren Ursprüngen verfolgt und historisch begründet worden sei. Sie habe dazu die historischen Traditionen der Dynastie verwertet und sie nach den Interessen der regierenden Fürsten neu gestaltet. Hofhistoriographen hätten ein Geschichtsbild entworfen, das die Vorstellung einer gemeinsamen Vergangenheit des Landes mit der dort regierenden Dynastie artikuliert und an gemeinsame kulturelle und gesellschaftliche Leitvorstellungen appelliert habe. Nicht zu vergessen seien neben den reinen Hofhistoriographen aber auch Wappendichter, Herolde und heraldisch ausgewiesene Kunsthandwerker, die komplizierte historische und genealogische Zusammenhänge mittels einfacher Formen vermitteln halfen.

Den letzten und schon nachmittäglichen Teil der zweiten Sektion bildeten dann die Thesen von Dr. Mark Hengerer (Universität Konstanz) „zur Differenz von Interaktion und Organisation“. Unter Interaktion verstand Hengerer in bezug auf „Hof“ Kommunikation unter Anwesenden, da der Hof ein Phänomen sei, das von der gleichzeitigen Anwesenheit einer Vielzahl von Personen an einem Ort gekennzeichnet sei und diese Anwesenheit Gelegenheit zu Kommunikation unter Anwesenden geboten habe. Für Organisation gebe es indes der Systemtheorie zufolge vor allem zwei Charakteristika: Mitglieder und Regeln für den Inhalt der Mitgliedschaft. Doch sei Organisation im Kontext des Hofes auch als aufeinander bezogene Menge der Kommunikation, hier in der speziellen Form der Entscheidungskommunikation, zu deuten. Eine solche Auffassung eröffne die Möglichkeit, Interaktion in Organisation von sonstigen Interaktionen zu unterscheiden. Diese Erkenntis bezog Hengerer im folgenden auf die spezifische Frage nach Hof und Macht. Macht wollte er im Sinne Luhmanns als ein Kommunikationsmedium verstanden wissen, daß die Wahrscheinlichkeit erhöhe, daß mitgeteilte Erwartungen an Verhaltensweisen eines anderen von diesem auch erfüllt würden, wobei sie sich üblicherweise in wenigstens zwei Formen realisiere: in der expliziten Drohung und dem Gehorsam sowie in antizipiertem Gehorsam, der ohne kommunizierte Drohung auskomme. Was dabei nach Einverständnis der Unterlegenen aussehe, müsse nicht wirklich von Konsens getragen sein. Aufbauend auf diesem theoretischen Gedankengebäude leitete Hengerer nun zahlreiche Hypothesen und Forschungsfragen ab, die sich auf die Steigerung der Machtmittel, die Antizipation von Gehorsam, die Interaktionen des Hofes und den Hof als Organisation bezogen.

Prof. Dr. Scott Waugh (University of California, Los Angeles) eröffnete danach mit seinen Gedanken zu „Ideology and Power at the Medieval Court“ die dritte Sektion, in der es speziell um „Aspekte der Macht“ ging. Durch die höfische Kulturproduktion, die in Form von Texten, Bildern, Schnitzereien, Skulpturen oder Bauwerken um das Jahr 1000 sprunghaft zugenommen habe, habe sich der Hof eine eindeutige Ideologie geschaffen, die ganz zentral für die Aufrechterhaltung höfischer Macht gewesen sei. Es sei darum gegangen, das Ansehen des Fürsten zu vermehren, den Hof in eine kohärente Gesellschaft zu integrieren und diesen zugleich auf Distanz zu halten von der ihn umgebenden Gesellschaft. Im 12. Jahrhundert sei es das Hauptproblem der Fürsten gewesen, ihre Herrschaft über einen bestimmten Raum zu konsolidieren und ihre Macht gegenüber Anhängern und Untertanen durchzusetzen. In diesem Prozeß sei die höfische Ideologie zum entscheidenden Hilfsmittel geworden, welche die bei Hof vorhandenen Auffassungen von Herrschaft, Kriegswesen, Christentum und klassischer Gelehrsamkeit zu einer Einheit verschmolzen habe. Insbesondere sei ein Bild vom „guten Herrscher“ erzeugt worden, das mit den christlichen Idealen von guter Herrschaft deckungsgleich gewesen sei, aber auch weltliche Aspekte von Tapferkeit, Herrschaft und Lehenspflicht aufgenommen habe. Dieses Bild sei für die Entwicklung des Königtums außerordentlich wichtig gewesen, denn es habe eine Alternative zum Konstrukt der während des Investiturstreits so stark in der Kritik stehenden sakralen Königsherrschaft geboten. Doch nicht nur für den Fürsten, sondern für alle Mitglieder seines Hofs hätten die gleichen Wertemuster und Verhaltensregeln gegolten. Sie hätten die Distanz zwischen den Höflingen und der übrigen Gesellschaft vergrößert.

Den letzten samstäglichen Gesprächsbeitrag lieferte Dr. Ute Ritz-Müller (Kelsterbach): „Festliche Inszenierung der Macht. Der Hof von Tenkodogo“. Der Naba (König) von Tenkodogo gehöre zu den einflußreichsten „Chefs“ der ehemals französischen Kolonie Obervolta, welche seit 1983 den Namen Burkina Faso trägt. Seine Vorrangstellung werde durch vielseitige Kriterien der Machtlegitimation begründet. Darunter sei der Rückgriff auf Elemente aus dem Fundus der prestigeträchtigen Mosi-Tradition zu nennen, ebenso die Tatsache, daß die Residenz des Nabas von Tenkodogo den Mittelpunkt seines Reiches bilde. Architektur und Topographie der Residenz samt Etikette und Festlichkeiten bei Hof würden die Phasen des Geschichtsverlaufs im herrscherlichen Sinne abbilden. Untentbehrliche Legitimationskriterien seien der Kontinuitätserweis bzw. die Kontinuitätsfiktion, der Verwandtschaftscode, die höfische Etikette, die Ritualisierung der Geschichte, die Suggestion von Authentizität, die Rückbindung an vorkoloniale Zeiten. Das eigentlich auf die französischen Kolonialherren zurückgehende Königsamt werde so zu einem legitimen Amt aus grauer Vorzeit stilisiert, das Heilsgarantie verheiße. Der Herrscher verdanke seine Position nicht seiner individuellen Persönlichkeit, sondern seinem Amt, das auf Sakralität beruhe.

Am Sonntagmorgen beschloß Prof. Dr. Stephan Conermann (Universität Bonn) die Sektion mit seinem Diskussionspapier „zum Herrscherwechsel als höfische Machtprobe am Beispiel der Mamlukenherrschaft“. Ägypten und Syrien wurden seinen Ausführungen gemäß zwischen 1250 und 1517 von einer durchweg turkstämmigen Elite freigelassener Militärsklaven, eben den Mamluken, regiert, welche sich durch ein selbst auferlegtes Gebot ständig zu regenieren suchte: Mamluk werden konnte nur ein außerhalb des islamischen Herrschaftsbereichs als Nichtmuslim frei geborener, dann versklavter, als Sklave nach Ägypten verbrachter, zum Islam konvertierter, in die Freiheit entlassener und schließlich ritterlich ausgebildeter Türke. Nur wer diese Bedingungen erfüllt habe, sei Mitglied der herrschenden Schicht mit all ihren politischen, militärischen und wirtschaftlichen Privilegien geworden. So sei ein Modell einer „one-generation-military-aristocracy“ entstanden, das durch seine Simplizität einerseits durchaus stabilitätsfördernd gewesen sei, sich andererseits aber durch seinen Entwurf, die eigenen Nachkommen grundsätzlich von der Macht auszuschließen, auf Dauer nicht als hundertprozentig praktikabel erwiesen habe. Das System zur Erlangung und Sicherung der höchsten Macht sei im Mamlukenreich äußerst komplex gewesen. Durch meritokratische und oligarchische Mechanismen sei sichergestellt worden, daß nur derjenige Anspruch auf Herrschaft habe anmelden können, der auch in der Lage gewesen sei, diesen durchzusetzen. Dem eigentlichen Hof sei bei der Herrschaftsweitergabe keine besondere Rolle zugefallen, denn er habe sich jeweils geradezu aufgelöst, um sich dann nach dem Herrschaftsantritt des Nachfolgers neu zu formieren.

Am Schluß des Gesprächs stand die angesichts der Vielschichtigkeit der Diskussionsbeiträge hilfreiche wie nötige Zusammenfassung, die Prof. Dr. Werner Paravicini (DHI Paris/Vorsitzender der Residenzen-Kommission) unter dem Leitthema „Macht bei/über den/durch den Hof“ besorgte. Macht, so resümierte er, sei ein zentraler Inhalt des Themas Hof. Die Gesprächsbeiträge hätten zunächst wieder einmal die Frage aufgeworfen, was denn überhaupt der Hof sei. Hof sei als Institution und Organisation erschienen und als Kommunikationszentrum begegnet. Dann sei die zweite zentrale Frage des Kolloquiums gewesen: Was ist Macht und Herrschaft? Paravicini deutete Macht als 1. Zwang, 2. Aneignung knapper materieller Güter und 3. Kultur. In den Diskussionen um den Begriff der Macht sei der Konnex von Herrschaft und Genossenschaft berührt worden. Desweiteren sei mehrfach die Frage gestellt worden, wie Macht erworben, verteidigt und auch verloren werde. Ein weiteres Problem, das in den Diskussionen eine wesentliche Rolle gespielt habe, sei die Steuerung der Konkurrenz gewesen. Auch um die Frage, was am Hof verteilt werde, sei es gegangen. Als Antworten seien die Teilhabe am herrscherlichen Leben und der Gewinn bzw. die Sicherung sozialen, realen und symbolischen Kapitals gegeben worden. Der Hof habe sich als ein System eines asymetrischen Gabentauschs erwiesen. Einen weiteren wichtigen Aspekt der Diskussionen faßte Paravicini dann unter den Stichworten „Ritual, Zeremoniell und symbolisches Handeln“ zusammen. Nachdem er dann noch auf „Machtresultate“ und den „Hof als Machtgenerator“ verwiesen hatte, stellte er zum Ende seines Resümees noch „bleibende Fragen“: Welche Ursachen lassen sich für die relative Stabilität des Hofs namhaft machen? Wie steht es um die Chronologie der Höfe? Und was läßt sich zum Verhältnis von Hof und Person sagen?

Die – den Verfasser dieses Berichts persönlich sehr beeindruckende – intensive Gesprächsatmosphäre und die daraus gewonnenen fruchtbaren Arbeitsergebnisse und Anregungen für eine weitergehende Beschäftigung mit den zahlreichen aufgeworfenen Fragen bestärkten die Veranstalter Butz und Hirschbiegel darin, die Beiträge möglichst zeitnah in einem neuerlichen Sammelband herauszugeben und noch ein weiteres Mal das gemeinsame „höfische“ Gespräch zu suchen. Thema dieser dritten Fortsetzung der Dresdener Gespräche zur Theorie des Hofs sollen dann „Informelle Strukturen bei Hof“ sein. Man – „man“ meint hier die Hofforschung insgesamt und natürlich insbesondere die betreffenden Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer – darf auf Verlauf und Ergebnisse jetzt schon gespannt sein und sich darüber freuen, daß es nicht nur, wie im eingangs zitierten Vorwort gewünscht, einmal, sondern dann schon zum dritten Mal möglich sein wird, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einem Tisch zu vereinen und miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich mit der Theorie und den Theoretikern des Hofes beschäftigt haben.

 

Oliver Auge, Greifswald*

 



Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

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Colloque

Les princes d’Anjou

Angers, 29. September bis 2. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Académie des sciences, belles-lettres et des arts d’Angers

Hôtel de livois

6, rue Émile Bordier

F-49100 Angers

Tel./Fax [F] 02 41 69 58 31

 

Aus dem Programm:

Contamine, P. (Paris), La maison de France et la maison d’Anjou au temps de Charles VII et de la reine Yolande de Sicile.

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Journée gastronomique

La cuisine au Moyen Âge

Châteaudun, 23. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Au château

Place Jean-de-Dunois

F-28200 Châteaudun

Tel. [F] 02 37 94 02 92

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Rencontres de la Société des amis de Jean-Louis Flandrin

De Honesta Voluptate

Paris, 17. Dezember 2004 bis 17. Juni 2005

 

Kontaktadresse:           Maison des Sciences de l’Homme

54, boulevard Raspail

F-75006 Paris

E-Mail: amisdejlflandrin@club-internet.fr

 

Aus dem Programm:

Freitag, 17. Dezember

Barriere, M., Slowfood France: actualités de l’Arche du Goût.

 

 

Freitag, 7. Januar

Desbuissons, F., M. Courbet, ou comment le réalisme prit corps; Boudier, V., Rendre la peinture vivante. Réflexions autour de l’anatomie et de la boucherie en art. Bologne, fin XVIe siècle.

Freitag, 21. Januar

Samanci, Ö., Le sucre et les mets sucrés dans la cuisine ottomane; Abé, Y., Les Français et le riz: consommation et culture. Une histoire oubliée.

Freitag, 4. Februar

Nolde, D., L’assimilation de l’autre: alimentation et contact culturel dans „l’Amérique de Théodore de Bry“; Prosperi, L., La nourriture de la différence: l’enjeu de la „reproduction“ humaine.

Freitag, 18. Februar

Plouvier, L., Regards nouveaux sur la cuisine provençale de bas Moyen Âge: le témoignage des livres de cuisine.

Freitag, 11. März

Beaugé, B., Technique ou produit, faut-il choisir? Question sur une évolution récente de la cuisine française; Assouly, O., Les nourritures divines.

Freitag, 25. März

Nourrisson, D., La culture du boire; Tsikounas, M., L’alcoolisme fait sa pub; que fait l’État?

Freitag, 8. April

Leplatre, O., L’éros des cerises à partir d’un épisode des Confessions de J.-J. Rousseau; Herrscher, E., Alimentation du nourrisson: us et coutumes.

Freitag, 22. April

Fink, B., Écrire la cuisine à l’âge des Lumières: passage en revue de quelques auteurs; Lehmann, G., Les menus dans les livres de cuisine du 18e siècle en Angleterre.

Freitag, 13. Mai

Mardam Bey, F., Unité et diversité de la cuisine Syrienne traditionelle; Oubahli, M., Une histoire de pâte ou l’extraordinaire voyage en Europe d’un plat d’origine Nord-Africaine au Moyen Âge et à l’Époque Moderne (al-cuscus).

Freitag, 27. Mai

Kosta-Théfaine, J.-F., Une géographie de la gourmandise: les poésies d’Eustache Deschamps; Badet, M., D’une iconographie à l’autre. Rapt, repas de noces et pique-nique pour l’Enlèvement d’Hippodamie de Piero di Cosimo.

Freitag, 3. Juni

Ehlert, T., Tour d’horizon et caractéristiques des manuscrits culinaires allemands et de leur recettes.

Freitag, 10. Juni

Clavel, B., L’alimentation monastique au XVIIe siècle dans le Nord de la France à travers les sources archéozoologiques; Ravoire, F., L’apport de la vaisselle en terre cuite à la connaissance des manières de consommer dans les monstères du Nord de la France au XVIIe siècle.

Freitag, 17. Juni

This, H., Gastronomie moléculaire à la croisée, notamment, des méthodes physico-chimiques et historiques.

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Vortrag

Jirí Pesek(Prag)
Prag und Wien
Zwei Residenzstädte des 16. Jahrhunderts

Wien, 18. Januar 2005

 

Kontaktadresse:           Tschechisches Zentrum Wien

Herrengasse 17

A-1010 Wien

Tel. [A] 01 - 5 35 23 60 – Fax [A] 01 - 5 35 23 60-14

E-Mail: ccwien@czech.cz

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Seminario

Gobernar en Castilla durante la Edad Media
El papel de las mujeres

Madrid, 19. bis 19. Januar 2005

 

Kontaktadresse:           Casa de Vel

C/ de Paul Guinard, 3

Ciudad Universitaria

E-28040 Madrid

Tel. [E] 91 - 4 55-15 80 – Fax [E] 91 - 4 55-15 97

Internet: www.casadevelazquez.org

 

Aus dem Programm:

Montag, 17. Januar

Klinka, E. (Littoral), Le pouvoir au féminin dans la Castille médiévale: une deuxième voie?; Alfonso, I. (Madrid), La justicia de las reinas medievales; Garcia, C. (Poitiers), Le pouvoir d’une reine. L’autorité d’Urraca dans les Crónicas anónimas de Sahagún; Martin, G. (Paris), Berenguela de Castilla (1214-1246); Ruiz-Gálvez, E. (Caen), Espejo de reinas: Berenguela de Castilla en las crónicas fernandinas; Mencé-Caster, C. (Guyana), De l’amour et du pouvoir politique féminin dans la Première chronique générale; Fournès, G. (Bordeaux), Didon dans la General estoria d’Alphonse X: un exemple de reine ou reine exemplaire?

Dienstag, 18. Januar

Jular, C. (Madrid), Mujeres y gobierno en la Castilla del siglo XIV; Estepa, C. (Madrid), Doña Juana Núñez y el señorío de los Lara; Hernández, F. (Ottawa), Dos reinas de Castilla a principios del siglo XIV: María de Molina y María de Portugal; Amran, R. (Amiens), Aproximación a la confrontación jurídico-económica entre María de Molina y las aljamas castellanas, según las crónicas de Sancho IV y Fernando IV; Rochwert, P. (Paris), Femmes au pouvoir, pouvoir des femmes: l’image de Marie de Molina dans la Chronique de Castille; Gómez Redondo, F. (Alcalá), Doña María de Molina: el primer modelo de ficcíon narrativa castellana; Heusch, C. (Montpellier), Reine en la sombra. Doña Leonmor de Guzman como figuras política en la historiografía castellana; Jardin, J.-P. (Paris), D’Aliénor de Guzman à Isabelle la Catholique. Le rôle politique des femmes dans la dynastie trastamare.

Mittwoch, 19. Januar

Nieto Soria, J. M. (Madrid), Ser reina: un sujeto de reflexión en el entorno intelectual de Isabel la Católica; Carrasco Manchado, A. I. (Madrid), Isabel la Católica y las ceremonias de la monarquía: fuentes historiográficas; Carriazo Rubio, J. L. (Huelva), Isabel la Católica y el marqués de Cádiz: la cortesía en la representación historiográfica del poder; Pilar Rábade Obradó, M. del (Madrid), La imagen de Isabel I de Castilla en la Crónica incompleta de los Reyes Católicos.

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Journée d’études

La mort des papes
Continuité du pouvoir et pratiques discursives

Rom, 7. Februar 2005

 

Kontaktadresse:           École française de Rome

Piazza Farnese, 67

I-00186 Roma

Tel. [I] 06 68 60 12 48

E-Mail: secrmod@ecole-francaise.it

 

 

 

Aus dem Programm:

Marin, B. (Rom), Ouverture; Villard, R. (Rom), Introduction; Grévin, B. (Rom), Mort et vacance papale dans la rhétorique politique des XIIIe-XIVe siècles: invention et diffusion d’une phraséologie; Anheim, E. (Rom), D’un pape à l’autre: Jean de Cardaillac et le fantasme de l’adoption pontificale au milieu du XIVe siècle; De Vincentiis, A. (Viterbo), Successioni papali nel XV secolo: pratiche, strategie, discorsi; Niccoli, O. (Trient), La morte raccontata di Alessandro VI; Villard, R. (Rom), „Vivendo more, morendo vive“: l’introuvable mort pontificale au XVIe siècle; Boiteux, M. (Paris), Funérailles pontificales: aventures du corps et triomphes posthumes; Yannou, H. (Nanterre), La mort en direct. La mort es papes et les médias au XXe siècle.

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Tagung

Alltag auf Burgen im Mittelalter

Passau, 25. bis 27. Februar 2005

 

Kontaktadresse:           Europäisches Burgeninstitut

Schloßstr. 5

D-56338 Braubach

Tel. [D] 02 62 7 - 97 41 56 – Fax [D] 02 62 7 - 97 03 94

E-Mail: ebi.sekretariat@deutsche-burgen.org

 

Aus dem Programm:

Freitag, 25. Februar

Methodische Zugänge zur Alltagsforschung auf Burgen

Krauskopf, C., Das Alltagsleben auf Burgen im Spiegel archäologischer und schriftlicher Zeugnisse; Friedrich, R., Der Alltag auf Burgen aus archäologischer Sicht; Friedhoff, J., Burginventare als Quelle zur Ausstattung und zum Alltag auf Wehr- und Wohnbauten; Volk, O., Der Alltag auf Burgen im Spiegel mittelalterlicher Rechnungsüberlieferung.

Festvortrag

Vavra, E., Viele Burgen – viele Alltage?

Samstag, 26. Februar

Soziale Gruppen auf Burgen

Meyer, W., Vom Hohen Adel zum Gesinde: Das Leben auf Burgen des Mittelalters aus unterschiedlicher sozialer Perspektive; Butz, E.-M., Warten auf den Prinz? – Die Erforschung weiblicher Lebenswelten auf der mittelalterlichen Burg.

Wohnen auf Burgen im mittelalter

Uhl, S., Möglichkeiten zur Rekonstruktion des baulichen Rahmens des Burgenalltags; Möller, R., Mobiliar auf Burgen im Mittelalter; Feld, I., Zur Frage der Beheizung auf Burgen; Liessem, U., Wappendarstellungen u.a. Wandgestaltungen in Burgen; Losse, M., „... kein eintzig Gemach, Kuchen, Stuben (...) vom Regen frei und drucken ...“ – Der Bauunterhalt auf Burgen im Mittelalter; Friedrich, W., Hygiene auf einer mittelalterlichen Burg zwischen Ideal und Wirklichkeit.

öffentlichkeit und privatleben auf Burgen im mittelalter

Tauber, J., Die Burg als Schauplatz von Festen; Bitterli, T., Befunde zur Schreibkultur: „Wer konnte lesen und schreiben“; Boscardin, M.-L., Freizeit und Muße auf mittelalterlichen Burgen.

Sonntag, 27. Februar

versorgung und wirtschaftliche infrastruktur

Kühtreiber, T., Die Ernährung auf Burgen im Mittelalter und ihre wirtschaftlichen Grundlagen; Doll, M., Archäozoologische Wissen(s)-Lücken zu Tieren auf mittelalterlichen Burgen im Mittelalter; Durdík, T., Most, Wein und Bier auf Burgen; Zeune, J., Schatzkammern auf Burgen; Herdick, M., Herrschaftssitz und gewerbliche Produktion – die Netzwerkperspektive; Geibig, A., Die Bedeutung der Waffen im Alltagsleben auf Burgen.

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Journées d’études

Le prince au miroir de la littérature politique de l’Antiquité à nos jours

Rouen, 9. und 10. März 2005

 

Kontaktadresse:           GRHIS

Faculté des Lettres – Université de Rouen

Rue Lavoisier

F-76821 Mont-Saint-Aignan cedex

Tel. [F] 02 35 14 61 48 – Fax [F] 02 35 14 8 0 67

E-Mail: florence.lepouze@univ-rouen.fr

 

Aus dem Programm:

Mittwoch, 9. März

Flambard Héricher, A.-M. (Rouen), Ouverture; Boutet, D. (Paris), Introduction; Auvray-Assayas, C. (Rouen), Le prince du De clementia de Sénèque et la philosophie du Songe de Scipion; Thelamon, F. (Rouen), Constantin, ‚l’empereur cher à Dieu‘, selon Eusèbe de Césarée dans la Vita constantini; Zarini, V. (Paris), Le miroir des princes dans la poésie panégyrique de la latinité tardive; Dubreuqu, A. (Lyon), Loi divine et lois humaines dans les miroirs carolingiens; Barrau, J. (Paris), Le Policratus de Jean de Salisbury, miroir du prince, miroir de la cour? Uns esquisse de bilan historiographique; Lachaud, F. (Paris), Giraud de Barri: le Liber de principis instructione; Kempshall, M. (Oxford), Politique et réthorique dans le De regimine principum de Gilles de Rome; Peneau, C. (Paris), Um styrilsi konunga ok höfthinga, un miroir inspiré de Gilles de Rome dans la Suède de la première moitié du XIVe siècle.

Beaune, C. (Paris), Les femmes et la parole publique: l’exemple de Jeanne d’Arc;

Donnerstag, 10. März

Lalou, E. (Paris), Le Roman Fauvel ou le miroir déformant; Naegle, G. (Gießen), À la recherche d’une parenté difficile: miroirs des princes et écrits de réforme (France médiévale et Empire); Boudet, J.-P. (Orléans), ‚Pour commencer bonne maniere degouverner ledit royaume‘. Un miroir du prince du XVe siècle: l’Avis à Yolande d’Aragon; Scordia, L. (Rouen), Louis XI au miroir du Livre des trois Aages de Pierre Choisnet; Cottret, M. (Paris), Le miroir du prince: le dépérissement d’un genre au XVIIIe siècle; Fiala, D. (Rouen), Le prince au miroir de la musique politique des XIVe et XVe siècles; Barral-Baron, M. (Paris), Un excercice herméneutique pour fonder un prince? L’institution du prince chrétien d’Érasme; Senellart, M. (Lyon), Mélancolie et politique dans le Miroir du prince de Wolfang Seidel (1547); Sibour, C.-A. (Rouen), Les princes contemporains et l’auto-pédagogie après 1945; Genet, J.-P. (Paris), Conclusions.

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11. Symposium des Mediävistenverbandes

Grenze und Grenzüberschreitung im Mittelalter

Frankfurt (Oder), 14. bis 17. März 2005

 

Kontaktadresse:           Monika Cyran c/o Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp

Professur für mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte

Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Postfach 1786

D-15207 Frankfurt (Oder).

E-Mail: medvb-symp@euv-frankfurt-o.de

Internet: http://www.mediaevistenverband.de/grenze05/

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Wissenschaftliches Gespräch

Die Formierung des Reichshofrats unter Karl V. und Ferdinand I.

Wien, 16. und 17. März 2005

 

Kontaktadresse:           em. Univ.-Prof. Dr. iur. DDr. h.c. Werner Ogris

Obmann der Kommission für Rechtsgeschichte Österreichs

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Dr. Ignaz-Seipel-Platz 2

A-1010 Wien

Tel. [A] 01 - 5 15 81-24 46 – Fax [A] 01 - 5 15 81-24 00

E-Mail: werner.ogris@oeaw.ac.at

Internet: http://www.univie.ac.at/rechtsgeschichte/reichshofrat/

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Ausstellung

Luxembourg – Siège des Pouvoirs
Réalités et Représentations urbaines

Luxemburg, bis 20. März 2005

 

Kontaktadresse:           Musée d’Histoire de la ville de Luxembourg

14, rue du Saint-Esprit

L-2090 Luxembourg

Tel. [L] 03 25 - 47 96 45 00 – Fax [L] 03 25 - 47 17 07

E-Mail: musee@musee-hist.lu

Internet: www.musee-hist.lu

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Vortrag

Suzan Folkerts (Groningen)
Vrome leken en ambivalente geestelijken
Visies op religieus leiderschap in dertiende-eeuwse heiligenlevens

Antwerpen, 25. März 2005

 

Kontaktadresse:           Ingrid De Ruyte

Ruusbroecgenootschap

Universiteit Antwerpen

Prinsstraat 13

B-2000 Antwerpen

Tel. [B] 03 - 2 20 42 84 – Fax [B] 03 - 2 20 44 20

E-Mail: ingrid.deruyte@ua.ac.be

Internet: www.ua.ac.be/ruusbroec

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Symposium

Castle building around the world

Leiden, 31. März bis 1. April 2005

 

Kontaktadresse:           Elizabeth den Hartog

                                    Architecture Department

Art History Institute

University of Leiden

Postbox 9515

NL-2300 RA Leiden

E-Mail: elizabethdenhartog@tiscali.nl

 

Aus dem Programm:

Janssen, H. J., Definition, terminology and functions of European castles; Kon, R., Definition, terminology and functions of Islamic castles; Aarts, B., The motte and bailey castle; Gulick, W. van, Japanese castles; Voogt, A. de, Castles in Oman; Roose, E., Gondar castle, Ethiopia; Kat, H. de, Fort Zeelandia in Taiwan; Gewald, J. B., 19th Century castles in the Kalahari Desert; Borking, S., The Disney castle; Hartog, E. den, The fortified aspects of religious buildings and the sacred aspects of castles; Paskaleva-Hooiveld, E., Cherven Castle in Bulgaria; Innemee, K., Byzantine forts in Egypt turned into monasteries; Landewé, W., The Castle of love; Roding, J., Stately homes in Denmark and the castle tradition.

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Interdisziplinäre Tagung

Mittelalterliche Fürstenhöfe und ihre Erinnerungskulturen

Gießen, 31. März bis 1. April 2005

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Werner Rösener

                                    Justus-Liebig-Universität Gießen

Historisches Institut – Mittelalterliche Geschichte

Otto-Behaghel-Str. 10 C

D-35394 Gießen

Tel. [D] 06 41 - 9 92 81 30

E-Mail: Elke.Klaus@geschichte.uni-giessen.de

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 31. März

Rösener, W. (Gießen), Mittelalterliche Fürstenhöfe: Vorbilder, Hofmodelle und Herrschaftspraxis; Hirsch, V. (Marburg), Geistliche Fürstenhöfe und ihre Erinnerungskulturen im Spätmittelalter: der Baseler Bischofshof; Moning, M. (Gießen), Der gelebte Traum von Ritterlichkeit: Zeitbezüge eines vergessenen Preisliedes auf Ludwig IV.; Krieb, Steffen (Gießen), Zwischen Dienst und Fest. Das Bild des Fürstenhofes in Familienchroniken des Niederadels im späten Mittelalter; Kersken, Norbert (Marburg), Auf dem Weg zum Hofhistoriographen. Historiker im Umfeld spätmittelalterlicher Fürstenhöfe; Fey, Carola (Gießen), Bild und Kult als Medien der Erinnerung in der Sakralkultur spätmittelalterlicher Fürstenhöfe.

Freitag, 1. April

Spiess, Karl-Heinz (Greifswald), Materielle Hofkultur und ihre Erinnerungsfunktion im Spätmittelalter; Franke, Birgit (Dortmund), Tapisserien als Medium für das fürstliche Bildgedächtnis; Müller, Matthias (Greifswald), Der historische Ort und das mythologische Bild. Historienmalerei und Schloßbaukunst als visuelle Medien reichsfürstlicher Erinnerungskultur; Streich, Brigitte (Wiesbaden), Sepultus in Wymaria. Grablegen und Begräbnisrituale der Kurfürsten und Herzöge von Sachsen.

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Journée d’études

Alimentation de cour, alimentation à la cour
Sources et problèmes
(du Moyen Âge à l’Époque contemporaine)

Paris, 9. April 2005

 

Kontaktadresse:           Bruno Laurioux

6, rue de la Croix

F-84000 Avignon

Tel. [F] 04 90 85 95 51

E-Mail: sbruno.laurioux@wanadoo.fr

 

Aus dem Programm:

Haut et plein Moyen âge: les sources narratives

Gautier, A. (Lille), La cour des rois des Anglais au XIe siècle: l’évolution des pratiques festives; Bortzmeyer, É. (Oslo), L’alimentation à la cour de Norvège entre l’an 1000 et 1300.

XIVe et XVe siècles: les comptabilites de cour

Laurioux, B. (Avignon), Inroduction; Moirez, P. (Paris), Les comptes de bouche des rois de France; Morel, Y. (Paris), Les écrous des ducs de Bourgogne; Laurioux, B. (Avignon), Les comptes de menues dépenses du pape Paul I.

Au XIXe siècle: les menus

Scholliers, P. (Brüssel), Invités à la cour de Bruxelles, 1860-1880.

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Vortrag

Étienne Anheim (Rom)
L’economia della committenza pitturale e il papato nel Trecento

Rom, 18. April 2005

 

Kontaktadresse:           Circolo medievistico romano

École française de Rome

Piazza Farnese, 67

I-00186 Roma

Tel. [I] 06 68 60 12 48

E-Mail: serma@ecole-francaise.it

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Colloque international

Entre la ville, la noblesse et l’Etat:
Philippe de Clèves (1456-1528), homme politique et bibliophile

Brüssel, 22. April 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Hanno Wijsman

UL

Faculteit Letteren

Postbus 9515

NL-2300 RA Leiden

Tel. [NL] 0 71 - 5 27-27 08 – Fax [NL] 02 62 7 - 97 03 94

E-Mail: h.w.wijsman@let.leidenuniv.nl

 

Aus dem Programm:

Philippe de Clèves, un homme politique entre ville, noblesse et etat

Cauchies, J.-M. (Brüssel), Introduction: Philippe de Clèves et son temps; Haemers, J. (Gent), Sicking, L. (Leiden), Entre la ville et l’Etat: Philippe de Clèves et Guillaume d’Orange, deux nobles au cœur de temps troublé; Sicking, L. (Leiden), Philip of Cleves, author of „L’instruction de toutes manières de guerroyer“; Olivier, É. (Paris), La vie matérielle et artistique de Philippe de Clèves dans les villes des Pays-Bas.

Culture: noblesse oblige?

Korteweg, A. (Den Haag), La bibliothèque de Philippe de Clèves: introduction; Wijsman, H. (Leiden), Politique et bibliophilie pendant la révolte des villes flamandes des années 1482-92: relations entre les bibliothèques de Philippe de Clèves, Louis de Gruuthuse et la Librairie de Bourgogne; De Coene, K. (Löwen), The winnow and the sifted past. From the emblem to the library and back again; Van Hoorebeeck, C. (Brüssel), Une comparaison de la bibliothèque de Philippe de Clèves avec celle des fontionnaires bourguignons; Blockmans, W. (Gent), Conclusions et discussions: Philippe de Clèves: la ville, la noblesse et l’Etat?

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Vortragsreihe

Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein

Karlsruhe, ab 22. April 2005

 

Kontaktadresse:           Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein

Nördl. Hildapromenade

D-76133 Karlsruhe

E-Mail: krimm@generallandesarchiv.de

 

Aus dem Programm:

Freitag, 22. April

Bihrer, A. (Freiburg i.Br.), Gruppen am Konstanzer Bischofshof im 13. und 14. Jahrhundert.

Freitag, 3 Juni

Steinbrink, M. (München), Ulrich Meltinger aus Basel; Mäkeler, H. (Kiel), Peter Drach aus Speyer.

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Vortrag

Heiner Borggrefe (Lemgo)
Die Grafen von Mansfeld und die
Anfänge der mitteleuropäischen Renaissancearchitektur

Jülich, 27. April 2005

 

Kontaktadresse:           Stadtgeschichtliches Museum

Museumsbüro

Altes Rathaus

Am Markt 1

D-52428 Jülich

E-Mail: museum@juelich.de

Internet: www.juelich.de/museum

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Tagung

Bereit zum Konflikt
Strategien und Medien der Konflikterzeugung und Konfliktbewältigung im
europäischen Mittelalter

Greifswald, 28. bis 30. April 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Oliver Auge

Historisches Institut

Etnst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Domstr. 9a

D-17487 Greifswald

Tel. [D] 0 38 34 - 86 33 14 – Fax [D] 0 38 34 - 86 33 05

E-Mail: auge@uni-greifswald.de

Internet: www.uni-greifswald.de/~mazentr/

 

 

 

Aus dem Programm:

Freitag, 29. April

Auge, O. (Greifswald), Das Beispiel der pommerschen Greifendynastie; Michalsky, T. (Berlin), Repräsentation und Hegemonie: Die Grabmäler der Anjou in Neapel als Denkmäler politischer Konfliktbildung.

Samstag, 30. April

Kintzinger, M. (Münster), Kontakt und Konflikt. Herausforderungen der Diplomatie im Spätmittelalter; Müller, M. (Greifswald), Bilder als Waffen nach der Schlacht: Die Degradierung Kurfürst Johann Friedrichs von Sachsen und die Fortsetzung des Schmalkaldischen Krieges in der katholischen und protestantischen Bildpropaganda.

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Journée d’études

Édilité et commande artistique de la papauté en France et en Italie
à la fin du Moyen Âge

Rom, 4. Mai 2005

 

Kontaktadresse:           École française de Rome

Grazio Perrino

Secrétariat des études médiévales

Piazza Farnese, 67

I-00186 Roma

Tel. [I] 06 68 60 12 48

E-Mail: serma@ecole-francaise.it

 

Aus dem Programm:

Le Palais des papes d’Avignon en perspectives

Dautrey, P. (Paris), Les comptes de construction du Palais des papes et les pratiques comptables princières; Bernardi, P. (Rom), Dillmann, P. (Paris), Les renforts métalliques du Palais des papes: étude d’un matériau de construction méconnu de l’architecture gothique; Anheim, É. (Rom), La technique des fresques du Palais des papes et l’héritage italien (Rom, Assisi); Theis, V. (Marne-la-Vallée), Le Palais et les palais: Avignon et les résidences pontificales du Comtat Venaissin; Vingtain, D. (Avignon), Réception et mutations d’un monument médiéval: les restaurations du Palais des papes (XIXe-XXe siècle).

La papauté et la commande artistique (XIIIe-XVe siècle): expériences françaises et italiennes

Table ronde: I. Aït (Rom), M. T. Gigliozzi (Rom), A. Manfredi (Vatikanstadt), F. Manzari (Chieti), A. Tomei (Chieti), M. Vaquero Pineiro (Rom).

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Vortrag

Otto Weber (Forchheim)
Die Herren von Egloffstein – Ein reichritterschaftliches Adelsgeschlecht

Ansbach, 7. Mai 2005

 

Kontaktadresse:           Historischer Verein für Mittelfranken

Geschäftsstelle

Reitbahn 5 (Staatliche Bibliothek)

D-91522 Ansbach

E-Mail: info@historischer-verein-mittelfranken.de

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Ausstellung

Mittelalterliche Metropole, preußische Festung, Landeshauptstadt
Magdeburg 1200

Die Geschichte der Stadt von 805 bis 2005

Magdeburg, 8. Mai bis 4. September 2005

 

Kontaktadresse:           Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Otto-von-Guericke-Str. 68-73

D-39104 Magdeburg

Tel. [D] 03 91 - 5 35 48 14 – Fax. [D] 03 91 - 5 35 48 24

E-mail: info@magdeburg1200.de

Internet: www.magdeburg1200.de

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Vortrag

Gabriel Zeilinger (Kiel)
Der will den Adel retten
Markgraf Albrecht Achilles und der süddeutsche Städtekrieg 1449/50

Ansbach, 12. Mai 2005

 

Kontaktadresse:           Historischer Verein für Mittelfranken

Geschäftsstelle

Reitbahn 5 (Staatliche Bibliothek)

D-91522 Ansbach

E-Mail: info@historischer-verein-mittelfranken.de

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Ausstellung

Le dessin florentin sous les derniers Médicis (1620-1720)

Paris, 12. Mai bis 15. August 2005

 

Kontaktadresse:           Musée du Louvre

F-75058 Paris

Cedex 01

Tel. [F] 01 - 40 20 50 50 – Fax [F] 01 - 40 20 54 52

E-mail: info@louvre.fr

Internet: www.louvre.fr

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Atelier

Aspects européens de l’Ordre Teutonique au Moyen Âge II

Paris, 19. Mai 2005

 

Kontaktadresse:           Deutsches Historisches Institut Paris

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 42 71 56 15 – Fax [F] 01 44 54 24 15

Internet: www.dhi-paris.fr

 

 

Aus dem Programm:

Gouguenheim, S. (Paris), Un nouvel État: L’Ordre Teutonique, le pape et l’empereur au début du XIIIe siècle; Mentzel-Reuters, A. (München), L’Ordre Teutonique et les livres: les armes spirituelles d’un ordre religieux de chevalerie; Pospieszny, K. (Malbork/Torún), Le palais de Grand-Maître de l’Ordre Teutonique à Malbork/Marienburg et l’architecture européenne Dt.?

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Tagung

Freundschaft oder „amitié“?
Ein politisch-soziales Konzept der Vormoderne im zwischensprachlichen Vergleich
(15.-17. Jahrhundert)

Bern, 20. bis 21. Mai 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Klaus Oschema

                                    Universität Bern

Historisches Institut

Länggasstr. 49

CH-3000 Bern

Tel. [CH] 0 31 - 6 31 80 96

E-Mail: klaus.oschema@hist.unibe.ch

 

Das Konzept der Freundschaft nimmt in der jüngeren mediävistischen Forschung einen wichtigen Platz ein. Angesiedelt zwischen emotionaler, politischer und spiritueller Bindung, scheint es geeignet, einen dritten Pol zwischen herrschaftlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen bereitzustellen, der grundlegend ist für unser Verständnis vormoderner Staatlichkeit und Soziabilität.

Während bislang vor allem die früh- und hochmittelalterlichen Verhältnisse im Zentrum des Interesses standen, sollte in diesem Kolloquium der Blick auf Wandel und Kontinuitäten an der Epochenschwelle von Mittelalter zu früher Neuzeit gerichtet werden. Besonderes Interesse galt dabei der steigenden Bedeutung der Volkssprachen im Rahmen der Konzeptbildung, die mit der vergleichenden Konfrontation der frankophonen und germanophonen Verhältnisse in den Blick genommen wurden. Die entstehende Eidgenossenschaft kann hier schließlich als „Laboratorium“ dienen, in dem beide Sprachgemeinschaften einen Konsens finden mußten.

Aus dem Programm:

Freitag, 20. Mai

Eickels, K. van (Saarbrücken), Freundschaft im spätmittelalterlichen Europa: Traditionen, Befunde und Perspektiven; Iseli, A. (Bern), Freundschaft als konstitutives Element in der Theorie des frühmodernen Staates – eine Spurensuche; Offenstadt, N. (Paris), L’amitié à la fin du Moyen âge (France).

Samstag, 21. Mai

Foa, J. (Lyon), Les usages de l’amitié: serments d’obéissance et pactes d’amitié entre protestants et catholiques au début des guerres de Religion; Garnier, C. (Münster), Politik und Freundschaft im spätmittelalterlichen Reich; Oschema, K. (Bern), Die unmögliche Neutralität: Freundschaft als Grundlage der Politik im spätmittelalterlichen Frankreich; Jucker, M. (Münster), „Und willst du nicht mein Bruder sein, so ...“: Freundschaft als politisches Medium in der Eidgenossenschaft am Ende des Mittelalters; Würgler, A. (Bern), „Freunde“, „amis“ und „amici“ in der Eidgenossenschaft der Frühen Neuzeit.

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Ausstellung

Arthur Haseloff und Martin Wackernagel
Mit Maultier und Kamera durch Unteritalien

Forschungen zur Kunst im Südreich der Hohenstaufen (1905-1915)

Kiel, 25. Mai bis 14. Juli 2005

 

 

 

Kontaktadresse:           Dr. Klára Erdei, Ph.D.

Universitätsbibliothek

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Leibnizstr. 9

D-24118 Kiel

Tel. [D] 04 31 - 8 80-27 23 – Fax [D] 04 31 - 8 80-15 96

E-Mail: erdei@ub.uni-kiel.de

Internet: www.uni-kiel.de/ub/aktuelles/ausstellungen/haseloff/index.html

 

Katalog siehe unten S. 77.

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XXXVI Congrès de la Société des Historiens médiévistes de l’Enseignement supérieur public

Les villes capitales

Istanbul, 1. bis 6. Juni 2005

 

Kontaktadresse:           Société des Historiens médiévistes de l’Enseignement supérieur public

Bibliothèque Halphen

17, rue de la Sorbonne

F-75005 Paris

Tel. [F] 01 42 71 56 15 – Fax [F] 01 44 54 24 15

E-Mail: shmesp@free.fr

Internet: www.medievistes-shmes.net

 

Aus dem Programm:

Capitales d’empires

Sot, M., Aix-la-Chapelle au miroir de Constantinople; Lerou, S., Quand l’empereur Manuel Ie reçoit en sa capitale; Giros, C., Les relations entre Constantinople et les grands monstères impériaux de province, entre le Xe et le XIVe siècle; Sidéris, G., Une société de ville-capitale: les eunuques dans la Constantinople byzantine (IVe-XIIe siècle); Necipoglu, N., La circulation des personnes entre Constantinople et l’Empire Ottoman.

Formes d’émergence, d’affirmation et de déclin des capitales

Granier, T., Rois, princes et ducs italiens dans leurs capitales d’après la poésie des VIIIe-Xe siècles; Gilli, P., Construction des États régionaux italiens et affirmation d’une identité régionale: les cas contrastés de Florence et Milan (fin XIVe-milieu XVe siècle); Faugeron, F., De la commune à la capitale de Stato di Terra: l’impact de la constitution de l’État de Terre Ferme vénetien sur le ravitaillement de la Dominante (XVe siècle); Kafesçioglu, Ç., La reconstruction d’une capitale: Istanbul dans la seconde moitié du XVe siècle; Bove, B., Alliance ou défiance? Les ambiguïtés de la politique des Capétiens envers leur capitale; Genet, J.-P., Londres ets-celle une capitale?

Marqueurs sociaux et symboliques des capitales

Depreux, P., Sedes regnis: enjeux politiques et symboliques de la désignation des lieux de pouvoir comme sedes regni en Occident, des Mérovingiens aux Capétiens et aux Hohenstaufen; Coumert, M., La mémoire de Troie au haut Moyen Âge, d’Orose à Benoît de Sainte-Maure; Delobette, L., Oublier Constantinople? L’Éloge de Nicée par Théodore II Lascaris; Loiseau, J., Les demeures de l’empire. Aristocratie d’office, palais urbains et espace politiques au Caire (XIVe-XVe siècle); Hubert, É., L’Antiquité légitimante: les prétentions politiques de Rome au Moyen Âge; Montaubin, P., De l’An Mil à la Renaissance: de qui donc Rome fut-elle la capitale?

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Tagung

Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit

Düsseldorf, 2. bis 3. Juni 2005

 

 

Kontaktadresse:           Univ.-Prof. Dr. Johannes Laudage

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Historisches Seminar I

Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

Universitätsstraße 1

D-40225 Düsseldorf

Tel. [D] 02 11 - 81-1 29 38

E-Mail: laudage@phil-fak.uni-duesseldorf.de

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 2. Juni

Laudage, J. (Düsseldorf), Der Hof Friedrich Barbarossas – eine Einführung; Plassmann, A. (Bonn), Höfische Kultur in Frankreich – die Sicht von außen; Kölzer, T. (Bonn), Der Königshof im normannisch-staufischen Königreich Sizilien; Rösener, W. (Gießen), Die Fürstenhöfe der Stauferzeit und ihre wirtschaftlichen Grundlagen.

Freitag, 3. Juni

Laudage, J. (Düsseldorf), Rittertum und Rationalismus – Friedrich Barbarossa als Feldherr; Keupp, J. U. (München), Verhöflichte Krieger? Zur Frage von Hofkultur und Affektregulierung in staufischer Zeit; Lubich, G. (Köln/Düsseldorf), Rittertum und Tugendadel; Haupt, B. (Düsseldorf), Der höfische Ritter in der mittelhochdeutschen Literatur; Görich, K. (München), Honor Imperii – eine Idee zur Instrumentalisierung der Fürsten; Zotz, T. (Freiburg), Rittertum und höfische Kultur der Stauferzeit – Versuch einer Bilanz.

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Bayerische Landesausstellung

Von Kaisers Gnaden

500 Jahre Pfalz-Neuburg

Schloß Neuburg an der Donau, 3. Juni bis 16. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Michael Henker

Haus der Bayerischen Geschichte

Postfach 101751

D-86007 Augsburg

Tel. [D] 08 21 - 32 95-0 – Fax [D] 08 21 - 32 95-2 20

E-Mail: poststelle@hdbg.bayern.de

Internet: www.hdbg.de/pfalz/Neuburg_Ausstellung.htm

 

Am 30. Juli 1505 entstand ein neues Fürstentum: Pfalz-Neuburg. Es umfasste Gebiete, die zu den heutigen Regierungsbezirken Schwaben, Oberbayern, Mittelfranken und Oberpfalz gehören. Der König und spätere Kaiser Maximilian I. ordnete das Herrschaftsgebiet der Wittelsbacher neu und schuf mit Pfalz-Neuburg ein Staatsgebilde, das bis 1806 bestehen bleiben sollte. Die Erinnerung an diesen Akt nimmt das Haus der Bayerischen Geschichte zum Anlaß der Landesausstellung 2005 mit dem Titel „Von Kaisers Gnaden! 500 Jahre Fürstentum Pfalz-Neuburg“, die vom 3. Juni bis 16. Oktober 2005 im Schloß der ehemaligen Residenzstadt Neuburg an der Donau zu sehen sein wird.

Noch heute künden Schloß und Stadt Neuburg von der ruhmreichen Vergangenheit des 1505 gegründeten Fürstentums. Die neu renovierten Räume des Neuburger Residenzschlosses bilden einen authentischen Rahmen für die Ausstellung. Diese erinnert an die Blütezeit Neuburgs mit den hervorragendsten Leistungen von Künstlern, Kunsthandwerkern, Musikern, Technikern und Wissenschaftlern, die für den ersten Landesherrn, den Pfalzgrafen Ottheinrich, tätig waren. Sie führt dazu prachtvolle Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Museen zusammen. Die Ausstellung fügt die Gründung des Fürstentums Pfalz-Neuburg in eine Darstellung der bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Erbteilungen der bayerischen Herzöge ein und schildert den verheerenden Landshuter Erbfolgekrieg, der durch das Eingreifen von König Maximilian I. entschieden wurde. In den Mittelpunkt sind die Wittelsbacher Brüder Ottheinrich und Philipp gestellt, unter denen Neuburg zu einer der glanzvollsten Residenzen Europas wurde. In einem Ausblick zeigt sie die weitere Entwicklung des Fürstentums und seines Fürstenhauses.

Katalog siehe unten S. 86.

[Text: www.hdbg.de/pfalz/seiten/Neuburg_DieAusstellung.htm]

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Congrès international

Sigismond de Luxembourg, roi de Hongrie et empereur 1387-1437

Luxemburg, 8. bis 10. Juni 2005

 

Kontaktadressen:          François Reinert

Musée national d’histoire et d’art

Marché-aux-Poissons

L-2345 Luxembourg

Tel. [L] 03 52 - 47 93 30-2 17 – Fax [L] 03 52 - 47 93 30-2 71

E-Mail: francois.reinert@mnha.etat.lu

 

Michel Pauly

Université du Luxembourg

162 a, avenue de la Faïencerie

L-1511 Luxembourg

E-Mail: michel.pauly@uni.lu

Internet: www.mnha.public.lu/actualite/agenda/2005/06/congres_sigis mond/ index.html

 

Der wissenschaftliche Kongreß findet im Vorfeld der ungarisch-luxemburgischen Ausstellung SIGISMUNDUS REX ET IMPERATOR. 1387-1437 statt, die in Budapest eröffnet wird (15. März-18. Juni 2006) und anschließend nach Luxemburg kommt (13. Juli-15. Oktober 2006). Die Herrschaft Sigismunds von Luxemburg, König von Ungarn (1387), König (1410/11) und Kaiser (1433) des Heiligen Römischen Reiches war von bedeutenden historischen und intellektuellen Umwälzungen geprägt. Wissenschaftler, die zu einem Großteil aus dem osteuropäischen Raum stammen, werden sich mit weniger bekannten Aspekten der Persönlichkeit und des Wirkens von Sigismund sowie des Kunstschaffens seiner Zeit auseinander setzen. Der Kongreß ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Vorträge werden auf Französisch, Deutsch oder Englisch gehalten und simultan übersetzt.

Aus dem Programm:

Mittwoch, 8. Juni

Kaminsky, H. (Miami), Introduction: Europe around 1400.

Wefers, S. (Jena), Sigismund und das Maß an Staatlichkeit; Irsigler, F. (Trier), Die wirtschaftliche Bedeutung Ungarns für Westeuropa im Spätmittelalter; Contamine, P. (Paris), Les rapports France-Bourgogne-Hongrie à la fin du XIVe jusqu’au premier tiers du 15e siècle; Kintzinger, M. (Münster), Hausmachtpolitik oder internationale Politik? Die Diplomatie Sigismunds in Europa; Barany, A. (Debrecen), Anglo-Luxemburgian relations during the reign of Emperor Sigismund; Peporte, P. (Luxemburg), Emperor Sigismund and the land of his forefathers; Recht, R. (Paris), L'art en Europe au temps de Sigismond: quelques perspectives.

Donnerstag, 9. Juni

Bak, J. (Budapest), Sigismund and the Ottoman Advance; Polivka, M. (Prag), Sigismund von Luxemburg – Kampf um die böhmische Krone und gegen die Hussiten; Studt, B. (Münster), Zwischen Kurfürsten, Kurie und Konzil. Die Hussitenpolitik König Sigismunds; Benesovska, K. (Prag), La production artistique en Bohême à l’époque des frères Wenceslas IV et Sigismond de Luxembourg (1378-1437); Schmidt, H.-J. (Freiburg, Schweiz), Sigismund und das Baseler Konzil; Somaini, F. (Lecce), Relations complexes entre Sigismond et les Visconti, Ducs de Milan; Karbic, D. (Zagreb), The role of Dalmatia in the relations between Sigismund, the Neapolitan Angevins and the Venetian Republic; Jenni, U. (Wien), Orientalische Motive bei Pisanello und die Porträts von Kaiser Sigismund; Buran, D. (Bratislava), Frescoes in Southern Tyrol and Sigismund of Luxemburg; Marosi, E. (Budapest), Fünfzig Jahre Herrschaft Sigismunds in der Kunstgeschichte.

Freitag, 10. Juni

Szende, K. (Budapest), Between Hatred and Affection: Towns and Sigismund in Hungary and in the Empire; Untermann, M. (Heidelberg), Stadtentwicklung in Deutschland und Böhmen um 1400; Süttö, S. (Miskolc), Der Weg Sigismunds zum ungarischen Thron und das Schicksal der Erbin und der Erbschaft König Ludwigs des Grossen; Fössel, A. (Bayreuth), Barbara von Cilli. Gemahlin Sigismunds, ungarische und römisch-deutsche Königin; Johanek, P. (Münster), Eberhard Windeck und Kaiser Sigismund; Galambos, E. (Budapest), Some technical observation of the altarpiece of Thomas de Coloswar; Zsolt-Stakacs, B. (Piliscsaba), Saints of the knights - knights of the saints. Patterns of patronage in the court of Sigismund; Höfler, J. (Ljubljana), Die Grafen und Fürsten von Cilli als Mäzene und Förderer der Kunst; Takács, I. (Budapest), The project of the exhibition. Art and Culture at the time of Emperor Sigismund.

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Internationales Symposion

Die drei Kulturen in Europa zwischen Mittelalter und Neuzeit
Transkulturalität in der Ausgrenzung

Wien, 8. bis 11. Juni 2005

 

Kontaktadresse:           Univ.Prof. Mag. Dr. Hartmut Krones

Rennweg 8

A-1030 Wien

E-Mail: krones@mdw.ac.at

 

Nach Symposien in Valladolid 1999 und Erlangen-Nürnberg 2002, die den Wechselbeziehungen zwischen den spanischen Königreichen und dem Heiligen Römischen Reich im Mittelalter gewidmet waren, beschäftigt sich das dritte Treffen in Wien vom 8. bis 11. Juni 2005 mit einem monographischen Thema. Gefragt wird nach den Beziehungen zwischen der – in alphabethischer Reihenfolge – christlichen, islamischen und jüdischen Kultur in den spanischen Königreichen sowie im zentralen und östlichen Europa im ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit. Nun ist für den spanischen Bereich in letzter Zeit das Konzept eines Zusammenlebens der drei Kulturen im Mittelalter als nicht der Realität entsprechend angezweifelt und der Begriff Koexistenz als angemessener angesehen worden. Das Thema des Symposions gibt somit zu Überlegungen Anlaß, die von großer Aktualität sind, wenn man die gegenwärtige Suche nach Lösungen für das Zusammenleben verschiedener Kulturen bedenkt. Ein Blick zurück zur Zeitenwende um 1500, in eine Epoche des Umbruchs, könnte somit nicht zuletzt heutige Probleme verständlicher machen.

Im Vordergrund der Tagung werden nach einem historischen Einblick vor allem die Bereiche Gesellschaft und Kultur stehen: Auf der Iberischen Halbinsel kam es im Verlauf des Mittelalters trotz der von kriegerischen Auseinandersetzung dominierten wechselvollen Herrschaftsentwicklung sowohl zu regem Kulturaustausch als auch zur Übernahme von Lebens- und Kunstformen. Ende des 14. Jahrhunderts verschlechterten sich im Zuge zunehmender Radikalisierung allerdings in den christlichen spanischen Königreichen die Lebensbedingungen der andersgläubigen Minoritäten, die, 1492 beginnend mit der jüdischen Bevölkerung, von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden. Die Reste der in Kastilien und Aragón verbliebenen Morisken mußten dann zu Beginn des 17. Jahrhunderts Spanien verlassen. Ein großer Teil der Vertriebenen fand im Osmanischen Reich Aufnahme, wo sie gemaß ihren Lebens- und Kulturformen, in denen sich ihre Identität manifestierte, leben konnten. Somit fand ein erzwungener Kulturtransfer statt, durch den die sephardische Kultur in den östlichen Teil Europas gelangte. Die sephardischen Juden wurden als steuerpflichtige Minorität im Osmanischen Reich inkorporiert und waren wie die Christen eine Religionsgemeinschaft mit dem Recht auf freie Religionsausübung. Über den Balkan, der durch Jahrhunderte Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, Grenzzone zwischen Christentum und Islam sowie Zankapfel zweier Großmächte war (nämlich des in Entstehung begriffenen habsburgischen Großreiches und der expandierenden Hohen Pforte, und zwar vor allem im Kampf um das Königreich Ungarn nach 1526), gelangten sie bis in das Herrschaftsgebiet der österreichischen Habsburger, wo ihnen vom Landesfürsten die Niederlassung gestattet werden konnte.

So fand das Aufeinandertreffen der drei Kulturen nun in der Spanien entgegengesetzten Himmelsrichtung unter anderen Vorzeichen seine Fortsetzung; beide Bereiche gestatten aber einen Vergleich, da ähnliche Phänomene auftreten. Die Kultur des Kriegsgegners erregte im christlichen Bereich Interesse, wie dies die Sammlungen der Fürsten reflektieren, in denen türkische Waffen und Objekte Eingang fanden – teils als Beutestücke, teils als Geschenke oder Ankäufe bis hin zu exotischen Pflanzen und Tieren, die durch Diplomaten mitgebracht wurden. Zum anderen ist auf die entscheidende Rolle der Sepharden als Bewahrer ihrer Kultur, die sich auf der Iberischen Halbinsel geformt hatte, und als Kulturvermittler hinzuweisen. Sie zeichneten sich durch einen hohen Bildungsstand aus und hatten aus ihrer alten Heimat ihre Traditionen, Lebensformen und Sitten, ihre Gelehrsamkeit, Kultur, Sprache und Literatur ebenso wie ihre handwerklichen Kenntnisse mitgenommen, wie zum Beispiel die von den Mauren übernommenen Kunstformen des Mudejar, die in den Synagogenbau Eingang fanden. So ist festgestellt worden, daß durch die Niederlassung der Sepharden das geistige und kulturelle Niveau der bereits ansässigen Judengemeinden eine Anhebung erfuhr und daß sich die Einwanderer jenen gegenüber sogar geistig überlegen fühlten.

In den Referaten des Symposions werden folgende Themenbereiche berührt: Geschichte, Gesellschaft, Alltag, Lebensformen und Lebensgewohnheiten, die Rolle der Frau, die Ausprägungen in Musik und Literatur, die bildliche Wiedergabe der drei Kulturen, die Kunstformen und ihre Übernahme, Kunsthandwerk, materielle Kultur, Sammlungsgeschichte und schließlich die Analyse der zeitgenössischen bildlichen und schriftlichen Quellen, insbesondere auch aus den Bereichen von Musik und Literatur.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 9. Juni

Völker, A. (Wien), Orientalische Teppiche und Textilien: „nur“ Teil des kaiserlichen Haushalts; Rudolf, K. (Wien), Sammlungen als Spiegel interkultureller Beziehungen.

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Workshop

Adel in den böhmischen Ländern 1749-1948

Prag, 30. Juni bis 1. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Ivi Cerman

                                    Institut für Geschichte Tschechiens

Palachovo 2

CZ-Prag 1

E-Mail: ivo.cerman@email.cz

Internet: ucd.ff.cuni.cz

 

Der Workshop „Adel und Wirtschaft“ schließt an das Kolloquium über die Ausbildung im Adel an. Unser Ziel ist es diesmal, die Veränderungen im adeligen Wirtschaften ins Visier zu nehmen. Wir fokussieren uns auf die Rolle der Adeligen als Obrigkeiten und Herren auf dem Land. Dabei interessieren uns die Veränderungen vor und nach der Auflösung von Herrschaften und die Anpassung an neue soziale Verhältnisse im 19. Jahrhundert. Die Themenstellung schließt natürlich nicht aus, dass der Adel auch in anderen, neuen Gebieten tätig werden konnte. Die Überlappungen zwischen der Rolle des Herrn und der Rolle des Staatsdieners oder Unternehmers gehören zu den spannendsten Fragen. In dieser Hinsicht schließen wir direkt an das vorige Kolloquium an.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 30. Juni

Cerman, I., Velek, L. (Prag), Das Konzept des Workshops.

Grundherrschaften im 18. Jahrhundert – Krise oder Konjunktur?

Valenta, A. (Königgratz), Finanzlage der adeligen Gutsbesitzer in Böhmen 1750-1800; Pražák, V. (Budweis), Finanzwirtschaft der Grafen von Czernin aus der Perspektive ihres Hauptkassierers; Maur, E. (Prag), Agrarrevolution auf dem adeligen Grundbesitz?

Neue Einkommensquellen – neue Lebensweise?

Štefanová, D. (Wien), Gutsherren als Bankunternehmer der Aufklärung. Eine Fallstudie zur Wiener octroyirten Kommerzial-, Leih- und Wechselbank 1787-1830; Krejčík, T. (Troppau), Bemerkungen zur „Refeudalisierung“ der Eliten im 19. Jahrhundert; Smutný, B. (Brünn), Das adelige Manufakturwesen im 18. Jahrhundert (erscheint nur im Tagungsband).

 

 

 

Von der Grundherrschaft zum Grossgrundbesitz (nach 1848)

Hlavačka, M. (Prag), Modernisierung des Großgrundbesitzes von Georg von Lobkowitz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; Raptis, K. (Athen), Großgrundbesitz, Fideikommiss und hochadeliges Vermögen im frühen 20. Jahrhundert: die Harrach.

Freitag, 1. Juli

Chmelík, O. (Žitenice), Der Thun-Hohensteinsche Großgrundbesitz Tetschen 1918-1946; Toensmeyer, T. (Berlin/Mainz), Adel als ländlicher Arbeitgeber. Ein böhmisch-englischer Vergleich; Lelková, S. (Olmütz), Paradise Lost. A Farm of Prince Schwarzenberg in Africa.

Adelige Güter in den Nachbarländern

Vári, A. (Miskolc), Die Typen des ungarischen Großgrundbesitzes, ihre wirtschaftliche Entwicklung und soziale Auswirkung 1780-1848; Marburg, S. (Dresden), Der Bund fürs Leben: Ressourcentransfer durch Heiraten am Beispiel der Albertiner-Hochzeiten zwischen 1850 und 1865; Müller, T. (Dresden), Adel und Rittergutsbesitz im sächsischen Vogtland (1763-1945).

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Konferenz

Hof und Patronage

Paris, 30. Juni bis 2. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Julian Führer

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Historisches Institut

Fürstengraben 13

D-07743 Jena

Tel. [D] 0 36 41 - 94 44 24

E-Mail: julifue@gmx.de

Internet: www.ims-paris.org

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 30. Juni

Brown, E. A. R. (New York), Springes to Catch Scholars: Patrons, Authors, and Artists in late.

Patronage and the Court

Field, S. L. (Vermont), Reflecting the Royal Soul: Blanche of Castile and the Speculum anime; Clark, A. V. (New Orleans), Music for Louis d’Anjou; Brenner, E. (Cambridge), Elite Charitable Patronage in twelfth- and thirteenth-century Rouen.

Court Culture: Agency, Representation, Reception

Mayer-Martin, D. (Southern Methodist University), Royne celestre: Gautier de Coinci, Ministre at His Lady’s Court; Sadler, D. L. (Agnes Scott College), The Past Perfect of Saint Louis in the Future Imperfect of Philip the Bold; Gurevitch, D. (Bar-Ilan University), The Architecture of the Court and the Lord’s Authority.

Fleck, C. A. (Washington University St. Louis), Courtly Life Beyond Paris. Art and Court Identity in Papal Avignon; Pollack-Lagushenko, T. (Wright State University), The Political and Cultural Role of the Armagnac Household during the late Middle Ages; Brown, M. (University of California, Berkeley), Les Leys d’amors de Toulouse, dépaysement de la poésie courtoise.

Freitag, 1. Juli

Medieval Paris

Davis, M. T. (Mount Holyoke College), When the City was in its Flower: the Description of Paris by Guillebert de Mets; Kosta-Théfaine, J.-F. (Centre d’Etude des Textes Médievaux-Rennes), Le poète et la ville de Paris: autour de quelques poèmes d’Eustache Deschamps; Holladay, J. A. (University of Texas, Austin), The Court as Physical Setting: the Genealogical Cycle of Philip IV in the Palace at Paris; Hamilton, T. C. (Sweet Briar College), La Royne de France est a Paris venue: Queen and City as Created by Marie de Brabant and Adenet le Roi.

 

 

Samstag, 2. Juli

The University and Intellectual Life in Medieval Paris

Rudolph, C. (University of California, Riverside), Old Theology, New Theology, and the Cosmos in Hugh of Saint Victor’s The Mystic Ark; Fasolini, D. (Tulane University), Solere Divum Thomam amare divisiones; Scotum contra, uniones diligere: John Duns Scotus in Paris; Duhamel, P. (IRHT), L’activité intellectuelle universitaire à Paris: l’exemple de la musique.

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Séminaire d’histoire de l’art vénetien

Le gothique international entre la France et l’Italie du Nord

Paris, Dijon, Verona, Venedig, 4. bis 14. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           École du Louvre

Potre Jaujard. Place du Carrousel

F-75038 Paris cedex 01

Tel. [F] 01 55 35 19 12 – Fax [F] 01 55 35 19 10

E-Mail: international@ecoledulouvre.fr

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 7. Juli – Dijon

Russo, D. (Dijon), Iconographie princière et vie de cour entre la France et l’Italie, autour des années 1400; Jugie, S. (Dijon), L’art à la cour de Bourgogne.

Freitag, 8. Juli – Verona

Marini, P. (Castelvecchio), Vérone et le gothique international; Franco, T. (Verona), La peinture et la sculpture.

Montag, 11. Juli – Venedig

Ortalli, G. (Venedig), La Sérénissime, la Terre ferme et le Duché de Milan; Zuliani, F. (Padua), Venise et le gothique international: architecture et sculpture.

Dienstag, 12. Juli – Venedig

De Marchi, A. (Udine), Gentile da Fabriano et Venise; Gheroldi, V. (Bologna), La réception des techniques du gothiques tardif à Venise.

Mittwoch, 13. Juli – Venedig

Canova, G. M. (Padua), L’illustration de livres à Venise: 1400-1450; Franco, T. (Verona), Persistance du gothique tardif à Venise: l’exemple de Giambono.

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Tagung

König, Fürsten und Reich

Mannheim, 14. bis 16. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Jörg Schwarz

Universität Mannheim

Historisches Institut

Schloß

D-68131 Mannheim

Tel. [D] 06 21 – 1 81-22 48, -22 49, -22 54

E-Mail: jschwarz@rumms.uni-mannheim.de

 

Die Tagung bezieht ihre Relevanz durch einen multiperspektivischen Blick auf den zentralen verfassungsrechtlichen Gegenstand der Geschichte des römisch-deutschen Reiches im Spätmittelalter, den Wirkungsverbund von König, Fürsten und Reich. Die Frage, in welchem Verhältnis sich die Faktoren dieses Wirkungsverbundes in ihren Handlungen, Interessen und Spielräumen zueinander befanden, steht im Mittelpunkt der Tagung.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 14. Juli

Königtum am Oberrhein

Zotz, T. (Freiburg i.Br.), „...gleicherweis als ob wir geginwortig weren und euch daz mit unserm munde selbir hiezzen.“ Rahmenbedingungen und Frequenz königlicher Gegenwart am Oberrhein im 15. Jahrhundert; Reinle, C. (Gießen), Geheimwissenschaften an deutschen Fürstenhöfen, insbesondere bei Friedrich III. und Friedrich dem Siegreichen; Fuchs, F. (Würzburg), Die antikaiserliche Propaganda Friedrichs des Siegreichen; Moeglin, J.-M. (Paris), Französische Ausdehnungspolitik am Ende des Mittelalters – Mythos oder Wirklichkeit?

Öffentlicher Abendvortrag

Krieger, K.-F. (Mannheim), „...unser herre der keiser was vast frolich und treybe guten schertz und botte mir allefortt die handt.“ Kaiser Friedrich III. im Umgang mit seinen Untertanen.

Freitag, 15. Juli

Königtum und Rat

Märtl, C. (München), Bartholomeo Vitelleschi, ein italienischer Rat Kaiser Friedrichs III.; Müller, H. (Frankfurt am Main), Burgundica auf den Versammlungen im Reich des 15. Jahrhunderts; Schwarz, J. (Mannheim), „...nicht eine beliebige Stadt, sondern Augsburg.“ Johann Waldner, Rat Kaiser Friedrichs III. und Maximilians I., und die Reichsstadt Augsburg; Mertens, D. (Freiburg i.Br.), Elsässer als Räte Maximilians I.

Königtum, römische Kurie und geistliche Fürsten

Petersohn, J. (Würzburg), „...quod sanctitas sua in auxilium brachii secularis maiestati sue firmiter adhereat“. Friedrichs III. Pläne eines Hilfsbündnisses mit Papst Sixtus IV. zur Sicherung der Königsrechte im deutschen Reich; Rando, R. (Pavia), Trient im Reich: Böhmischer Adler und ‚böhmische‘ Bischöfe im 14. und 15. Jahrhundert; Dopsch, H. (Salzburg), Salzburger Erzbischöfe im Kampf um ihre Eigenbistümer; Tremp, E. (St. Gallen), Fürstabt Ulrich Rösch von St. Gallen (1463-1491) zwischen Eidgenossen und Reich.

Samstag, 16. Juli

Königtum und Lehnswesen

Andermann, K. (Freiburg i.Br.), Die fränkischen Grafen und das Reich im späten Mittelalter; Heinig, P.-J. (Mainz), Reich und Adel in der Epoche Kaiser Friedrichs III.; Hlavacek, I. (Prag), Georg von Podiebrad im Reich und böhmische Lehen extra curtem; Isenmann, E. (Köln), Das Lehnrecht in Konsilien deutscher und italienischer Juristen des 15. Jahrhunderts.

Vollrath, H. (Bochum) Zusammenfassung.

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Conference

Prosopography: Approaches & Applications

Oxford, 15. bis 18. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Prosopography Centre

Modern History Research Unit

Block 11-2, Radcliffe Infirmary

UK-Oxford OX2 6HE

E-Mail: prosop@history.oxford.ac.uk

Internet: users.ox.ac.uk/~prosop/conference/conf.htm

Aus dem Programm:

Samstag, 16. Juli

Dimitrova, M. (Sofia), A Vizierial Household Model from the 16th Century Ottoman Empire: A Prosopo-graphical Approach to Ottoman Patronage System; Sluijter, R. (Oxford), The Repertory of office-holders in the Netherlands, 1428-1861.

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Congrès international

XXIst International Arthurian Conference

Utrecht, 24. bis 31. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Frank Brandsma

Barbarakruid 24

NL-4102 KX Culemborg

E-Mail: arthur2005@let.uu.nl

Internet: www.let.uu.nl/alw/ARTHUR

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Royal Collection Studies

Royal Collection and Patronage in Britain

Magdeburg, 4. bis 13. September 2005

 

Kontaktadresse:           Mrs.Tricia Hill

The Attingham Trust

10 King Edward’s Grove

UK-Teddington TW11 9LU

Tel./Fax [UK] 0 20 - 89 43-52 95

E-mail: attinghamtrust@btinternet.com

Internet: www.attinghamtrust.org/pages/royalcollection.html

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Kolloquium

Liturgie und Zeremoniell am Papsthof der Renaissance

Universität Münster, 19.-21. September 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Jörg Bölling – Philipp Stenzig 

Graduiertenkolleg „Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter“

Universität Münster                              

Pferdegasse 3

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Vorläufiges Programm:

Montag, 19. September

Staubach, N. (Münster): ‚Sic transit gloria mundi‘ – Einführung in das Tagungsthema; Bölling, J. (Münster), Quid sit caerimonia. Zur Grundlegung des modernen Zeremoniellbegriffs am Papsthof der Renaissance; Grafinger, C. (Rom/Vatikan), Zeremonialhandschriften in Inventaren der Vatikanischen Bibliothek. Provenienz – Katalogisierung – Ausleihpraxis; Gussone, N. (Münster), Das Kreuz des Papstes; Schimmelpfennig, B. (Berlin), Die Papstkrönung im späten Mittelalter. Mit einem Ausblick auf die Inauguration Benedikts XVI.

Dienstag, 20. September

Paravicini Bagliani, A. (Lausanne), Von der Liturgie zum politischen Zeremoniell: die päpstliche Exkommunikation (processus generalis); Stenzig, P. (Münster), Das Botschafterzeremoniell im Consistorium publicum; Hack, A. T. (Regensburg), Pius II. und der Empfang des hl. Andreas 1462 in Rom; Bouyé, E. (Aurillac), Heraldische Panegyrik am Papsthof der Renaissance; Sudmann, St. (Stuttgart), Superioritätsanspruch, Rom-Imitatio und Reformansätze in der Behördenorganisation des Basler Konzils; Dendorfer, J. (München), Im Wettstreit um die Nachfolge der Apostel. Das Problem der Präeminenz von Kardinälen oder Bischöfen in der Traktatliteratur des 15. Jahrhunderts; Minnich, N. H. SJ (Washington, DC), The Ceremonies of the Fifth Lateran Council; Beyer, H. (Münster), Die Hirten, die Dichter und die Borgia. Marcellino Verardis ‚Ecloga‘.

 

Mittwoch, 21. September

Glowotz, D. (Münster), Die ‚musikalische‘ Konfrontation der Ost- und Westkirche auf dem Konzil von Ferrara-Florenz (1438-39); Heidrich, J. (Münster), Vokalpolyphonie im Kontext der Papstkapelle; Sherr, R. (Northampton/USA), When the Papal Choir Really Mattered: Liturgy and Decorum in the Apostolic Palace in the late 16th Century; Bettels, C. (Tübingen), Das Papsttum in weltlichen Kompositionen der Renaissance; Pöpper, T. (Hamburg), Papstaltar und Papstgrabmal. Zur Liturgie in San Giovanni in Laterano; Quednau, R. (Münster), Maiestas Pontificia. Zu Formen ihrer Inszenierung und Verbildlichung im Lichte des Papstzeremoniells; Rohlmann, M. (Rom), Zur Entwicklung des päpstlichen Zeremoniellbildes in der Renaissance.

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Kolloquium zur europäischen Adelsgeschichte im Rahmen des SFB 434 „Erinnerungskulturen“

Zwischen Schande und Ehre
Erinnerungsbrüche und die Kontinuität des Hauses

Legitimationsmuster, Traditionsverständnis und Standeskultur des europäischen Adels in der Frühen Neuzeit

Mainz, 4. bis 6. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Horst Carl/Dr. Martin Wrede

Justus-Liebig-Universität Gießen

Historisches Institut, Neuzeit II

Otto-Behaghel-Straße 10, C1

D- 35394 Gießen

Tel. [D] 06 41 - 99-2 81 90

E-Mail: horst.carl@geschichte.uni-giessen.de

 

Aus dem Programm:

Dienstag, 4. Oktober

Carl, H., Wrede, M. (Gießen), Begrüßung und Einführung.

Verräter, Verlierer und andere „Schwarze Schafe“

Bellany; A. (Rutgers), „The Enigma of the World“. Memorializing the Duke of Buckingham in the Aftermath of Assassination, c. 1628-1640; Babel, B. (Paris), Der Balafré. Traditionsgeber und „Schwarzes Schaf“ im Hause Guise; Béguin, K. (Paris), La trahison glorieuse: une transfiguration artistique de la mémoire de la fronde condéenne à la fin du XVIIe siècle; Mauerer, E. (München), Die „Egoniden“ zwischen Frankreich und dem Kaiser. Zum Umgang mit abweichendem politischen Verhalten im Haus Fürstenberg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; Arndt, J. (Münster), Max Emanuel, Kurfürst von Bayern oder Graf von Wittelsbach? Exil und Ächtung eines Barockfürsten in der bayerischen Historiographie; Kusber, J. (Mainz), Die Razumowskij und ihre Gegner am zarischen Hof der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; Sikora, M. (Münster), Über den Umgang mit Ungleichheit. Bewältigungsstrategien für Mesalliancen im deutschen Hochadel der Frühen Neuzeit; Wenzel, M. (Stendal), Bastarde und Mätressen – „Illegitime“ Herkunft und „illegitimer“ sozialer Aufstieg im Spiegel von weiblichen Porträtgalerien der Frühen Neuzeit.

Öffentlicher Abendvortrag

Conze, E. (Marburg), Von Verrätern und Helden. Zur Wahrnehmung politischer Aktivität im deutschen Adel des 19. und 20. Jahrhunderts.

Mittwoch, 5. Oktober

Sektion: Brüche, Krisen, Katastrophen: Konfession und Politik

Heal, F. (Oxford), The Faith of our Forefathers? Elite Families and the Memory of Religious Identity in Early Modern England; Bourquin, L. (Le Mans), La mémoire des guerres de religion dans la noblesse française: entre exaltation et refoulement; Westphal, S. (Osnabrück), Nach dem Verlust der Kurwürde: Die Ausbildung konfessioneller Identität anstelle politischer Macht bei den Ernestinern; Bömelburg, H.-J. (Lüneburg), Adlige Erinnerung und dynastische Sprachen in einer Wahlmonarchie: Der polnisch-litauische Adel 1572-1698; Barnard, T. (Oxford), Between Stuarts and Hanoverians. Honour and Dishonour in the Careers of the First and Second Dukes of Ormonde; Bůzek, V. (Budweis), Die Selbstreflexion des Adels in Böhmen nach 1620; Pelzer, E. (Mannheim), Zwischen Habsburg und Bourbon. Der elsässische Adel nach dem Übergang an Frankreich 1648; Oberländer, E. (Mainz), Autonomie und Zarentreue. Die estländischen und livländischen Ritterschaften nach dem Übergang an Rußland 1710/21; Germa-Romann, H. (Montpellier), De „point d’honneur“ à point d’honneur. Le duel en France au 17e siècle; Frie, E. (Essen), Epochenjahr 1806 – Adel und Staatskrise in Preußen; Brelot, C. (Lyon), La recomposition de la mémoire familiale et collective de la noblesse française relative à la Révolution Française.

Donnerstag, 6. Oktober

finir sa maison: Adelshäuser sterben aus

Wrede, M. (Gießen), „voir ma maison tomber en quenouille …“. Das Ende des Hauses Croy-Arschot und das Haus Arenberg; Král, P. (Budweis), Extinctions of Czech Noble Families in the 16th and 17th Centuries; Wieland, C. (Freiburg): Das Ende des Hauses Medici; Le Roux, N. (Paris), La mort d’un roi, la fin d’une dynastie? – La disparition d’Henri III en 1589; Duchhardt, H. (Mainz), Von Habsburg zu Habsburg(-Lothringen).

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Tagung

Stadt und Öffentlichkeit in Mittelalter und Früher Neuzeit

München, 14. bis 15. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           PD Dr. Stephan Albrecht

                                    Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Meiserstr. 10

D-80333 München

Tel. [D] 0 89 - 28 92 75 62

E-Mail: Steph_albrecht@web.de

 

Der Gegensatz zwischen einem repräsentativen Zentrum und einer ästhetisch untergeordneten Peripherie prägt maßgeblich das Bild unserer modernen Städte. Diese besondere Wertschätzung der Stadtmitte ist keineswegs selbstverständlich, sie beruht vielmehr auf einer bewussten Gestaltung durch die Obrigkeit, deren Ursprünge und Veränderungen im Mittelpunkt der Tagung stehen werden.

Eine interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe aus Kunsthistorikern, Historikern und Archäologen geht von der Grundthese aus, dass sich verändernde Bedingungen der politischen Öffentlichkeit unmittelbar auf die Stadtstruktur auswirken. Sie wird vor allem der Frage nachgehen, welche Folgen das Privileg zur Erzeugung von Öffentlichkeit auf die Schaffung, Nutzung und Gestaltung von Stadtzentren im Mittelalter und der Frühen Neuzeit hatte.

Aus dem Programm:

Freitag, 14. Oktober

Albrecht, S. (Tübingen/München), Begrüßung und Einführung.

Öffentliche Orte in der Stadt

Wanke, H. (Stuttgart), Zum Zusammenhang zwischen öffentlichem Raum, Verfassung und Beurkundung.; Widder, E. (Tübingen), Der Herrscher in der Stadt. Überlegungen zu Handlungsräumen und Handlungsorten Heinrichs VII. und Karls IV.; Schmid, W. (Trier), Wer betet für den toten Bischof – Zur Öffentlichkeit der Kathedrale in der mittelalterlichen Stadt.

Öffentlichkeit und Stadtplanung

Untermann, M. (Heidelberg), Plätze und Straßen: Beobachtungen zur Organisation und Repräsentation von Öffentlichkeit in der mittelalterlichen Stadt; Trier, M. (Köln), Das mittelalterliche Köln im Lichte neuer archäologischer Ausgrabungsergebnisse; Behrer, C. (Regensburg), Platz und Obrigkeit im mittelalterlichen München; Tönnesmann, A. (Zürich), Abendvortrag: Idealstadt und Öffentlichkeit

Sonnabend, 15. Oktober

Veränderte Öffentlichkeit – öffentliche Veränderung

Hubert, H. (Freiburg), Stadtgestaltung – Stadtverwüstung: Architektur in Bologna im Spannungsfeld von kommunaler Autonomie und Fremdherrschaft; Albrecht, S. (Tübingen/München), Öffentlichkeit zwischen Bischof und Rat im mittelalterlichen Straßburg; Bönnen, G. (Worms), Stadt und Öffentlichkeit am Beispiel mittelrheinischer Bischofsstädte im späten Mittelalter.

 

 

Figurale Ausstattung öffentlicher Plätze

Fürst, U. (München), Der Skulpturenzyklus des Giovanni Pisano in Siena und sein Stellenwert in der Öffentlichkeit des Domplatzes; Gramaccini, N. (Bern), Statuen auf mittelalterlichen Plätzen in Italien.

Städtische Öffentlichkeit in der Staatstheorie

Brückle, W. (Bern), Öffentliche Ansprüche an die Kunst: Stadtbaukunst als Ausweis guter Herrschaft; Hipp, H. (Hamburg), Die Gestaltung öffentlicher Orte und Raumbeziehungen im Licht politischer Theorien um 1600.

Architektur und öffentliches Zeremoniell

Mersiowski, M. (Tübingen/München), Wege zur Öffentlichkeit. Kommunikation und Medien in der spätmittelalterlichen Stadt; Horsch, N. (Köln), Die Nordflanke des mittelalterlichen Lateranspalastes als Bühne des Papstes; Igel, K. (Osnabrück), Zur Präsenz des Rates im Stadtbild des spätmittelalterlichen Osnabrücks.

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Colloque international

Eustache Deschamps à la cour de Charles VI
Erudition et polémique

Vertus, 21. bis 23. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           Mme Miren Lacassagne

                                    Université de Reims Champagne-Ardenne

UFR des Lettres et Sciences Humaines

Département de Lettres Modernes

57, rue Pierre Taittinger

F-51096 Reims cedex

Tel. [F] 03 26 91 36 97

E-Mail: miren.lacassagne@uni-reims.fr

 

En 1405 meurt Eustache Deschamps.

Témoin essentiel de l’évolution du lyrisme médiéval, il rend compte de la scission de la composition musicale et du texte dans l’Art de dictier (1392). Ce texte fondateur de la tradition des arts poétiques français expose une pratique plus qu’il ne la théorise car la rupture esthétique s’est déjà accomplie. Elle est avérée à la fin du XIVe siècle, et elle a ouvert la voie de la poésie à un nouveau type d’auteurs. Aussi, tout en cherchant à fixer des usages, Deschamps révèle-t-il la vie des lettres de son temps.

Toutefois, le discours magistral qui se donne à entendre dans cet écrit définit une posture poétique originale propre à son auteur, renouant avec celle de l’orateur antique dont il caractérise le discours, le poète se qualifiant lui-même par ailleurs de „prince de haute éloquence“. Resitué dans le champ politique, sur une scène publique où il n’est plus tant question de débat amoureux que des affaires du royaume, Deschamps n’en oublie pas l’héritage de Guillaume de Machaut. Il s’inscrit dans son sillage en servant épisodiquement la muse courtoise, produisant en cela une poésie amoureuse émaillée de citations du maître, et même son Art de dictier réactualise l’intention didactique du Prologue des oeuvres de celui-ci.

Mais le registre qui singularise le poète de Vertus, attaché à la maison des princes et membre de l’administration royale, s’apparente aux responsabilités qui le placent à côté du pouvoir et aux dissipations des princes qu’il accompagne en „roi des fumeux“. Vituperatio et laudatio constituent donc les discours alternatifs tenus sur un microcosme curial dont Deschamps est l’initié, souvent le censeur, et toujours le scrutateur polémiste.

Le deuxième colloque de Vertus se propose de renouveler l’approche interdisciplinaire, littéraire et historique, de cette oeuvre foisonnante et contrastée qu’avaient initiée les travaux présentés en 2002 et dont les Actes sont en cours de publication aux Presses Universitaires de Paris-Sorbonne.

Nous souhaiterions:

1) explorer les liens de Deschamps avec la translatio studii de son temps, le renouvellement poétique, sous Charles VI, de ce fonds érudit qui nourrit la réflexion des intellectuels de la cour de Charles V;

2) replacer les textes du poète parmi ceux de ses pairs (Froissart, Grandson, Chaucer, Gower, etc.) qui se saisissent du discours poétique à des fins politiques ou qui, comme lui, diversifient les thèmes en introduisant des sujets exclus jusqu’alors de la lyrique courtoise;

3) étudier le milieu politique et curial dans lequel le poète a vécu sous l’angle historique, prosopographique ou généalogique;

4) évaluer la postérité de Deschamps grâce, par exemple, à l’examen codicologique des manuscrits, au recensement de ses éditions et à l’étude de leur diffusion;

5) opérer des recoupements entre le témoignage littéraire et l’histoire de l’art, l’histoire urbaine, l’histoire des paysages et l’archéologie (notamment sous l’angle iconographique).

2005 marque les six cents ans de la disparition du poète. Ce colloque, dont nous avons à cœur la dimension commémorative, a pour ambition d’initier un élargissement des thèmes d’étude autour de cette oeuvre importante fortement marquée par l’érudition et la polémique.

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Internationale Tagung

Mikroarchitektur im Mittelalter
Ein gattungsübergreifendes Phänomen zwischen Realität und Imagination

Nürnber, 27. bis 29. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Christine Kratzke

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig

Luppenstr. 1B

D-04177 Leipzig

Tel. [D] 03 41 - 9 73 55 94

E-Mail: kratzke@rz.uni-leipzig.de

 

Donnerstag, 27. Oktober

EINFÜHRUNG – Was ist Mikroarchitektur?

Albrecht, U. (Kiel), Kratzke, C. (Leipzig), Einführung: Was ist Mikroarchitektur? Definitionsansätze und Bandbreite der Erscheinungsformen (Arbeitstitel).

ARTES MECHANICAE – Voraussetzungen für die Herstellung von Mikroarchi-tektur im Mittelalter

Helten, L. (Halle/Saale), „Ad libidum“. Homolog-hierarchische Strukturen im mittelalterlichen Maßwerk (Arbeitstitel); Wetter, E. (Leipzig), Handwerkliche Bedingtheit der Erscheinungsform von Mikroarchitektur in der Goldschmiedekunst (Arbeitstitel); Braun-Baltzer, I. (Fribourg, CH), „… Ou quel lieu seront trois piliers, …“: Spätgotische Turmmonstranzen und ihr Verhältnis zur Makroarchitektur; Mariaux, P. A. (Neuchâtel), A collection of architectural scale models in Jean de Berry’s Très Riches Heures; Fehrmann, A. (Marburg), Mikroarchitektur oder Makroskulptur? Formen und Rezeption englischer Chantry Chapels des 15. Jahrhunderts (Arbeitstitel).

IMITATIO – Mikroarchitektur als Spezialform „sui generis“

Kurmann, P. (Fribourg, CH), Zur Frage nach Architekturmodellen im 13. Jahrhundert; Röder, B. (Trier), Kleinarchitektur als Schlüssel zum Verständnis gebauter Architektur. Der Marienbaldachin des Bamberger Domes, die Baldachine am Nordquerhaus der Reimser Kathedrale und die Bamberger Westtürme; Schurr, M. C. (Fribourg, CH), Symbolhafter Verweis oder Experimentierfeld des Architekten? – Die Skulpturenbaldachine im Langhaus des Freiburger Münsters; Blattmacher, A. (Barcelona), Grabmäler als mikroarchitektonisches Gehäuse. Die Königsgrabmäler im Zisterzienserkloster Santes Creus; Walczak, M. (Krakau), Per testudinem adornatum. Die königlichen Baldachingrabmale im mittelalterlichen Polen.

Freitag, 28. Oktober

ADORATIO – Mikroarchitektur als Verkörperung des Numinosen

Bernet, C. (Halle/Saale), Das Himmlische Jerusalem im Mittelalter: mikrohistorische Idealvorstellung und utopischer Umsetzungsversuch; Keshman, A. (Jerusalem), The image of Jerusalem in Medieval Reliquaries (or: The image of the Holy Sepulchre Church in Medieval Reliquaries); Toussaint, G. (Hamburg), Reliquiare als Mikroarchitektur: Architekturmodell, Behausung und himmlisches Jerusalem (Arbeitstitel); Haug, H. (Florenz), Das Grabmal des Pisaner Erzbischofs Simone Saltarelli. Heiligengrab und Heiliges Grab; Käppel, H. (Bamberg), Der Hochaltar des Kastulusmünsters in Moosburg b. Landshut als überdimensionierte Hostienmonstranz (Arbeitstitel).

 

 

REPRESENTATIO – Mikroarchitektur als Symbol und Attribut

Späth, M. (Gießen), Ein- und Ausblicke. Mikroarchitektur als Handlungsraum in englischen Konventssiegeln des Spätmittelalters; Dilba, C. (Bonn), Die Eleanor Crosses: Applizierter Dekor oder sinnstiftende Form?; Timmermann, A. (Ann Arbor, Mich.), The pinnacle and the pillory: Late medieval microarchitecture and criminal punishment.

Abendvortrag

Herweg, M. (Würzburg), Der Kosmos als Kunst-Raum: Ein persisch-sassanidischer Palast als literarisch-ikonographisches Motiv im deutschen Mittelalter.

Samstag, 29. Oktober

Kratzke, C. (Leipzig), Mikroarchitektur als Herrschaftsrepräsentation am Beispiel von Burg- und Schlossmodellen des Spätmittelalters; Grmolenská, M. (Brünn), Architekturdarstellung am Tympanon von Předklášteří bei Tischnowitz im Kontext der bildhauerischen ikonischen Attributskirchen im ostmitteleuropäischen Gebiet. Zur Frage der Bearbeitung und Datierung.

NARRATIO – Mikroarchitektur als poetische und bildkünstlerische Kategorie sowie ihre örtliche, räumliche und zeitliche Dimension

Schröder, J. (Hamburg), Beschreibungsmodi von Mikro- und Makroarchitektur in den mittelalterlichen Schriftquellen; Belghaus, V. (Essen), Stiftersignatur und Gründungslegende: Formen und Funktionen des Zitierens am mittelalterlichen Reliquiar; Theis, L. (Wien), Mikroarchitektur in Byzanz, Georgien und Armenien (Arbeitstitel); Fernández González, E., Cavero, M. A. (Léon, E), Microarchitectures in the depictions of the Seven Churches of Asia in the apocalyptic iconographic cycles of Medieval Spain.

ORNAMENTUM ET SIGNUM – Mikroarchitektur als Ornament und Zeichen

Galván Freile, F., Moráis Morán, J. A. (Léon), Microarchitectures in the Spanish plastic arts around 1200 and their relationships with monumental architecture; Bräm, A. (Freiburg i.Br.), Architektur in der gotischen Buchmalerei Frankreichs 1200-1380; Grebe, A. (Fürth), Mikroarchitektur und Möbel (Arbeitstitel); Schellenberger, S. (Dresden), Mikro- und Makroformen der sogenannten Tulpenkanzel, dem „kunstreiche[n] und hohe[n] Predigtstuhl“ im Freiberger Dom (Arbeitstitel).

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Tagung
des Brandenburgischen Landeshauptarchivs und der
Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Verbindung mit der
Brandenburgischen Historischen Kommission und dem
Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters

Spätmittelalterliche Residenzbildung in geistlichen Territorien Mittel- und Nordostdeutschlands

Ziesar, 18. bis 20. Dezember 2005

 

Kontaktadresse:           Dr. Klaus Neitmann

                                    Brandenburgisches Landeshauptarchiv

Zum Windmühlenberg

D-14469 Potsdam

Tel. [D] 03 31 - 56 74-2 11– Fax [D] 03 31 - 56 74-2 12

E-Mail: KlausNeitmann@blha.brandenburg.de

 

Aus dem Programm (Stand: 1. Juni 2005):

Sonntag, 18. Dezember

Paravicini, W. (Paris), Topographie oder Soziographie? Residenz, Hof und Herrschaft in der Forschung; Neitmann, K. (Potsdam), Die Auswahl von Residenzorten. Methodische Bemerkungen zur spätmittelalterlichen geistlichen Residenzbildung.

Montag, 19. Dezember

Bünz, E. (Leipzig), Ein Erzbischof und viele Residenzen. Probleme und Entwicklung der Residenzbildung im Erzstift Mainz; Andermann, K. (Karlsruhe), Das schwierige Verhältnis zur Kathedralstadt. Ausweichresidenzen südwestdeutscher Bischöfe im späten Mittelalter; Scholz, M. (Potsdam), Der Hof ohne Fürst. Zum Hoflager der Räte des Erzstifts Magdeburg zur Zeit Kardinal Albrechts von Brandenburg; Mock, M. L. (Berlin), „Himmelbetten, Silbergeschirr und goldene Teppiche“. Die ursprüngliche Ausstattung der Moritzburg in Halle und des Schloßbaues in Wolmirstedt; Bergstedt, C. (Potsdam), Vorgeschichte und Voraussetzungen der bischöflich-brandenburgischen Residenzbildung: Ziesar vom 10. bis ins frühe 14. Jahrhundert; Olk, D. von (Berlin), Ergebnisse der Bauforschung in der Burg Ziesar; Sitte, W. (Dresden), Die Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts in Palas und Kapelle der Burg Ziesar; Heimann, H.-D. (Potsdam), Zwischen Pfaffenkeller und Paradiesgarten. Präsentation und Perspektive des Museums Bischofsresidenz Ziesar.

Führung durch die ehem. Bischöfliche Residenz Ziesar und das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters.

Dienstag, 20. Dezember

Gahlbeck, C. (Berlin), Der Wiedereinzug der Bischöfe in Lebus im Jahr 1354 – ein Wendepunkt in der Geschichte der Bischofsresidenz an der Oder; Meinhardt, M. (Halle), Die Residenzen der Bischöfe von Merseburg und Naumburg; Volkmar, C. (Leipzig), Fluchtburgen wider die Landsässigkeit? Die Residenzbildung der Meißner Bischöfe im Kontext der Herrschaftskonkurrenz mit den Wettinern; Donath, M. (Berlin), Wohnung, Verwaltungssitz, Herrschaftszeichen. Die Schlösser der Bischöfe von Meißen als Symbole bischöflicher Landesherrschaft; Jarzebowsky, M. (Berlin), Castrum nostrum und curia distincta. Überlegungen zur Residenzbildung der Bischöfe in Preußen.

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Call for Papers

III. Moritzburg-Tagung

„... wir wollen der Liebe Raum geben“
Konkubinate geistlicher und weltlicher Fürsten um 1500/erste Hälfte 16. Jh.

Halle/Saale, 31. März bis 2. April 2006

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke

Kunstgeschichte, FB III

Universität Trier

D-54286 Trier

Tel. [D] 06 51 - 2 01-24 34 oder -21 32 bzw. -21 82 – Fax -38 50

E-mail: tacke@uni-trier.de

 

Die III. Moritzburg-Tagung der Stiftung Moritzburg in Halle/Saale, Landesmuseum Sachsen-Anhalt, behandelt unter dem Haupttitel „... wir wollen der Liebe Raum geben“ Konkubinate geistlicher und weltlicher Fürsten um 1500/erste Hälfte 16. Jh., vornehmlich des mitteldeutschen Raums. Anlaß ist eine Kardinal Albrecht von Brandenburg-Ausstellung im Herbst/Winter 2006 am selben Ort. Bei der Gelegenheit werden Kunstwerke zu sehen sein, mit denen Albrecht die Weibermacht-Thematik aufgriff. Der Bogen soll hin zu den Wettinern sowie zur Problematik in der Reformationszeit (Priesterehe) und der Rezeptionsgeschichte geschlagen werden. Aufgefordert sind alle Fachrichtungen, insbesondere ihr wiss. Nachwuchs.

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Anfrage bzw. Vorschlag (mit Kurzexposé) an Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke unter obiger Adresse.

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Call for Papers

International Medieval Congress Leeds

Emotion and Gesture

Leeds, 10. bis 13. Juli 2006

 

Kontaktadresse:           International Medieval Congress 2005

Axel E. W. Müller

Parkinson Building 1.03

University of Leeds

UK-Leeds, LS2 9JT

Tel. [UK] 11 33 43 - 36 14 – Fax [UK] 11 33 43 - 36 16

E-Mail: imc@leeds.ac.uk

Internet: www.leeds.ac.uk/imi/imc/imc.htm

 

Emotions are internal psychic processes, but they are performed and visualised through external somatic gestures and facial expressions so that they can become part of a larger system of signs that convey crucial information regarding social and moral status, states of mind, intentions and reactions. The prominence of emotional gestures in medieval texts, treatises, and images, in both grand political settings as well as intimate relationships, shows that medieval observers were acutely aware of the meanings they conveyed. Medieval observers were cued to emotional expressions because these expressions had public meanings. Emotional gestures formed part of the common civilization of gesture in medieval Europe, even as expectations varied widely from one community to the next.

The Leeds IMC is an ideal venue for bringing together the fruits of recent scholarship on emotion and gesture in medieval Europe. We invite papers that focus attention on emotion as sign and gesture.

Possible aspects of this theme include:

Emotion and speech acts (words as gestures)

Emotional communities

Emotions encoded in gesture and body language in the visual arts

Emotions and emotional expression in scholastic thought and moral treatises

Emotions theory and medieval studies

Music and emotions

The gendering of emotional expression in word or image

The meaning of somatic displays in literature and chronicles

The place of emotional gesture in law

The publicity of emotion

The IMC seeks to provide an interdisciplinary forum for the discussion of all aspects of Medieval Studies. At the IMC 2006, sessions and papers on the special thematic strand of “Emotion and Gesture” are particularly encouraged. However, as in previous years, papers and sessions on all aspects of Medieval Studies are most welcome.

Proposal Forms can be completed online or obtained from the address below.

Proposals for Papers must be submitted by 31 August 2005 and proposals for Sessions by 30 September 2005.

[Text: http://www.leeds.ac.uk/imi/imc/imc2006/imc2006.htm]

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Buchvorstellungen

 

 

Gründungsmythen – Genealogien – Memorialzeichen. Beiträge zur institutionellen Konstruktion von Kontinuität, hg. von Gert Melville und Karl-Siegbert Rehberg, Köln u.a. 2004 [Böhlau, geb., X + 300 S., 5 sw-Abb., 39,90 Euro].

 

Gegenstand des hier überblicksartig zu besprechenden Sammelbandes sind Mechanismen, mit deren Hilfe kollektive Identität konstruiert und perpetuiert werden kann. Die Aufsatzsammlung geht zurück auf eine vom Sonderforschungsbereich 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ (Dresden) ausgerichtete gemeinsame Dresdener Tagung aus dem Jahre 2002 mit Vertretern der Sonderforschungsbereiche 434 „Erinnerungskulturen“ (Giessen), 437 „Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit“ (Tübingen) und 541 „Identitäten und Alteritäten. Die Funktion von Alterität für die Konstitution und Konstruktion von Identität“ (Freiburg). Da sich die drei zuletzt genannten bei der Tagung vertretenen Sonderforschungsbereiche zunächst einmal vor allem mit dem Thema der kollektiven Identität beschäftigen, ist es äußerst begrüßenswert, daß sich ein reger Austausch der verschiedenen Blickwinkel auf dieses Themenfeld ergeben hat, und daß Ergebnisse dieses Gedankenaustausches nunmehr in Form dieses Bandes zugänglich gemacht werden. Darüberhinaus ist der vorgelegte Band überaus interessant, weil das Themenfeld der Schaffung und Aufrechterhaltung kollektiver Identität mit dem der Institution und Institutionalisierung, also dem Schwerpunkt des Dresdener Sonderforschungsbereiches verknüpft wird. Auf die zentralen Verbindungen zwischen Institutionen einerseits und den Spielarten, mittels Institutionalisierung kollektive Identitäten zu schaffen und zu unterstützen, stellt der Band mit großer thematischer Vielfalt und in einer sehr gelungenen Weise in insgesamt 14 Beiträgen ab.

Institutionen, Institutionalität und kollektive Identität sind eng miteinander verbunden und bedingen sich wechselseitig. Auf der einen Seite sind Institutionen Douglass C. North zufolge die Verbindung einer Gesellschaft mit ihrer eigenen Vergangenheit, werden doch in Gepflogenheiten, Regeln und Arrangements – all dies läßt sich im weitesten Sinne unter dem Institutionenbegriff subsumieren – Erfahrungen früherer Generationen offenbar. Häufig lassen sich überdies die konkreten Formen, in denen Institutionen einer Zeitepoche ausgestaltet werden, nur mittels der historischen Analyse ihres Entstehungsprozesses und seiner Kontextfaktoren verstehen. Das bedeutet in letzter Konsequenz, daß mittels Institutionen kollektive Identität geschaffen und eine Brücke zur Vergangenheit geschlagen wird, einerlei, ob dies nun bewußt oder unbewußt geschieht, oder ob an frühere Erfahrungen angeknüpft wird oder man sich von ihnen eher absetzen möchte. Auf der anderen Seite ist kollektive Identität eine unabdingbare Voraussetzung für die Entstehung und das Bestehen von Institutionen. Nur wenn die Mitglieder einer Gemeinschaft über ein Minimum gemeinsamer Orientierung verfügen, werden institutionelle Regelungen einerseits geschaffen und andererseits auch akzeptiert werden.

Somit existieren also eigentlich zwei Ebenen der Verbindung zwischen Institutionen und kollektiver Identität: Auf der ersten Ebene wäre die Notwendigkeit anzusiedeln, die in bereits bestehenden Institutionen unter Umständen nur vage zum Ausdruck kommende, gleichwohl aber latent vorhandene kollektive Identität zu formulieren – oder besser: „zu konstruieren“, wie man dies in Anlehnung an Michel Foucault auch zu bezeichen sich angewöhnt hat – und sie zu unterstützen und dauerhaft aufrecht, sie im Gedächtnis der Mitglieder einer Gemeinschaft präsent zu halten. Dies geschieht z.B. typischerweise durch Mythen. Auf der zweiten Ebene sind dann die Konsequenzen dieser Notwendigkeit zu finden, nämlich daß das Bestreben, kollektive Identitäten zu konstruieren, selbst wiederum institutionelle Regelungen nach sich zieht – Rituale etwa – und somit ein Vorgang der Institutionalisierung ist.

Identitätsstiftung geschieht mittels Schöpfung von Kontinuitäts- bzw. Diskontinuitätsvorstellungen. Bekanntermaßen läßt sich Jan Assmann zufolge eine Typologie der Funktionsweise von Mythen konstruieren – Assmann nennt dies Mythomotorik –, die auf der in einem Mythos jeweils zum Ausdruck gebrachten Devianzerfahrung einer Gemeinschaft gegründet ist. In der Terminologie Assmanns werden fundierende, kontrapräsentische und revolutionäre Mythen unterschieden. Fundierende Funktion hat ein Mythos dann, wenn Gegenwart und Vergangenheit als übereinstimmend angesehen werden und der Mythos die Gegenwart als immerfort wiederkehrende Vergangenheit erklärt. Demgegenüber liegen kontrapräsentischen und revolutionären Mythen Brüche unterschiedlich starken Ausmaßes zwischen der Wahrnehmung der Gegenwart und der Wahrnehmung der Vergangenheit zugrunde. Die Devianz-erfahrung zur Vergangenheit tritt also beim fundierenden Mythos beginnend über den kontapräsentischen bis hin zum revolutionären Mythos immer deutlicher zu Tage. Karl-Siegbert Rehberg arbeitet in seinem den Band einleitenden Beitrag in Anlehnung an die Assmannsche Typologie verschiedene Leitmotive und Konstruktionseigenschaften von Mythen heraus, die die an der Devianzerfahrung orientierte Klassifizierung von Mythen konkretisieren: Fundierende Wirkung wird erzielt durch Kontinuitätsvorstellungen, die gleichsam Ausdruck scheinbar gewachsener Selbstverständlichkeiten sind, ebenso aber auch unter Zuhilfenahme des Denkmodells der Überzeitlichkeit, in dem die Gegenwart mythologisch an einen fernen Uranfang gekoppelt wird, wobei meist das Dazwischenliegende übersprungen und einfach ausgeblendet wird. Mythen können außerdem fundierend wirken, indem in ihnen die Zielgerichtheit der Institutionen einer Gemeinschaft begründet, eine sozusagen kollektiv-biographische Teleologie behauptet wird. Sie können demgegenüber allerdings auch kontrapräsentisch angelegt sein, dadurch daß mit ihnen die eigene Geschichte als Verfall früheren Glanzes oder gar vorgezeichneter Untergang dargestellt wird, dem dann gegebenenfalls in revolutionärer Absicht eine neue Zeitordnung entgegengestellt wird, welche das bis dahin Geschehene als bloße Vorgeschichte erscheinen läßt. In der Folge geschichtlicher Umbrüche werden in legitimatorischer Absicht kollektive Identitäten durch bewußte Aneignung eines geschichtlichen Erbes geschaffen. Dies geschieht wiederum in fundierender oder kontrapräsentischer Weise, je nachdem wie dieses Erbe zugeschnitten wird. Schließlich wird auf der Ebene der institutionellen Historisierungsformen die Genealogie genannt, die es ermöglicht, Individual- und Kollektivebene miteinander zu verknüpfen, etwa indem das situative Charisma eines Gründungsakteurs im nichtalltäglichen Gründungsmoment durch Konstruktion eines Abstammungsverhältnisses aktueller Handelnder zu diesem Gründungsakteur zu veralltäglichen versucht wird.

Die verschiedenen Aspekte der einleitenden Überlegungen Karl-Siegbert Rehbergs werden in weiteren 13, drei Rubriken zugeordneten Beiträgen anhand von Fallstudien exemplifiziert. In der ersten Rubrik („Mythen“) werden einzelne Mythen bzw. Mythenkomplexe in ihrer Konstruktions- und Wirkungsweise vorgestellt. Dabei geht es um Marathon und Troja als fundierende Mythen (Hans Joachim Gehrke), um die Bedeutung des genealogischen Prinzips im Mittelalter und den literarischen Versuch, Kontinuität durch Genealogien zu schaffen, am Beispiel des Eneasromans Heinrich von Veldeckes (Beate Kellner), um die zunehmende globale Wirkung eines Nationalmythos, dem Jeanne d’Arc-Mythos (Dietmar Rieger), um die kollektive Erinnerung an Kriegserfahrungen in Jubiläumsfeiern im Rußland des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (Konstantin Tsimbaev) sowie in der Ukraine und in Polen während des frühen 20. Jahrhunderts (Christoph Mick). In der zweiten Rubrik („Geschichtspolitik und Selbsttraditionalisierung“) werden Beispiele der Institutionalisierung von Eigengeschichten und für das kollektive Selbstverständnis konstitutiven Elementen diskutiert. Hierzu gehören der Niederschlag, den die Mexikanische Revolution in Literatur und Bildender Kunst gefunden hat (Walter Bruno Berg), die Schwierigkeiten von kenianischer Politik und Geschichtswissenschaft, nach der Unabhängigkeit ein von der Kolonialzeit unabhängiges und über die Stammesgrenzen hinweg wirkendes gemeinsames Nationalbewußtsein zu schaffen (Hartmut Bergenthum und Winfried Speitkamp), die Elemente der Konstruktion scheinbarer parlamentarischer Kontinuität des aus der Versammlung der Montanunion entstandenen Europäischen Parlaments (Werner J. Patzelt) sowie allgemeine Überlegungen zum Konstruktionsprinzip von Verfassungsgeschichten (Hans Vorländer). Der dritten Rubrik („Diskursive Zeitordnungen“) sind jene Beiträge des Bandes zugeordnet, die die Konstruktion von kollektiver Identität im Diskurs zum Gegenstand haben. Die Fallbeispiele behandeln den Diskurs zwischen den Verfechtern der Antike und der italienischen Renaissance als Leitbild von Kunst und Wissenschaft und den Verfechtern des neuen Akademiesystems im Frankreich des 17. Jahrhunderts (Christoph Oliver Mayer), der Versuch, durch museale Präsentation eine evolutorische Entwicklung und damit eine Zeitordnung der Kunst zu schaffen (Wolfgang Brückner), die Konstruktionsprinzipien der Eigengeschichte von Zweierbeziehungen (Karl Lenz und Maja S. Maier) und schließlich das Prinzip der Entzeitlichung, das Utopien als nur vorgestellten Ordnungen und Institutionen als realen Ordnungen gleichermaßen zugrundeliegt, und welches unter anderem in der Institutionalisierung von Zeitutopien im Bildungsroman des 18. Jahrhunderts zum Ausdruck kommt (Wilhelm Voßkamp). Gemeinsam ist allen Beiträgen – dies folgt aus der Konzeption des Themas –, daß sie einer wenn nicht unmittelbar intentionalen, so doch zumindest funktionalen Interpretation von Mythen, Eigengeschichten und Zeitordnungen verpflichtet sind. Damit wird – Karl-Siegbert Rehberg bringt es am Ende seines einleitenden Beitrages auf den Punkt – der Gegenstand der Untersuchung, dessen Eigenschaft es eigentlich ist, enthistorisierend zu wirken, in seinem jeweiligen historischen Kontext betrachtet wiederum historisiert.

Bei dieser sehr knappen, nur kursorischen Schilderung des Inhalts der Einzelbeiträge muß es der Verfasser dieser Zeilen bewenden lassen. Zum einen, da er sich angesichts des im Band thematisch und fachlich weit gespannten Bogens in den allermeisten Fallbeispielen schlichtweg kein fachliches Urteil anmaßen kann. Zum anderen – und dies ist der bei weitem wichtigere Grund –, weil das Ziel der Besprechung darin bestand, das Gesamtkonzept der Aufsatzsammlung und somit das die Einzelbeiträge verbindende Element, die Konstruktionsprinzipien kollektiver Identität und ihre Institutionalisierung, hervorzuheben. Es ist die Stärke des Bandes, an Fallbeispielen ganz unterschiedlicher Epochen und von ganz verschiedenen fachwissenschaftlichen Ausgangspunkten aus, deutlich zu machen, daß das Prinzip, kollektive Identität zu erschaffen sehr universell anwendbar ist. Mittels dieser universellen Verwendbarkeit wird nicht nur der Weg für sinnvolle historische Vergleiche bereitet, Autoren und Herausgebern ist mit diesem Band außerdem ein überaus lesenswerter praktischer Versuch gelungen, die Kultur- und Sozialwissenschaften paradigmatisch und methologisch zumindest ein Stück weit wieder zu einen.

 

Ulf Christian Ewert, Chemnitz*


Schröder, Sybille: Macht und Gabe. Materielle Kultur am Hof Heinrichs II. von England, Husum 2004 (Historische Studien, 481) [Matthiesen, geb., 336 S., 16 Abb., 51 Euro].

 

Die Autorin fragt nach dem „komplexen Zusammenhang zwischen Prachtentfaltung und Herrschaft, der in seinem jeweiligen Wirkungszusammenhang differenziert zu betrachten sei“ (S. 13). Diesen Zusammenhang möchte sie exemplarisch anhand der Funktion der materiellen Kultur für die Herrschaftsrepräsentation des englischen Königs Heinrich II. behandeln. Daß die Autorin gleich eingangs betont, daß die Rolle des Hofes dabei besonders zu berücksichtigen sei, erstaunt, denn wo anders als am Hof, dem Zentrum der Herrschaft, in dessen Mitte der Herrscher steht, entfaltete sich denn herrschaftliche, höfische Pracht, zumal auf dieser königlichen, fürstlichen Ebene? Und tatsächlich sind es Bereiche der Sachkultur des angevinischen Hofes und der mit diesem verbundenen höfischen Welt der Zeit, die im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. Ausdrücklich ausgeklammert werden Gegenstände der Herrschaftsrepräsentation, die sakralen Bereichen zuzuordnen sind und ebendort von funktionaler Bedeutung für die entsprechenden Rituale und Zeremonien sind. So konzentriert sich die Studie auf Grundlage einer insbesondere durch die pipe rolls – der Rechnungslegung des exchequer – günstigen Überlieferungssituation (ergänzt durch literarische, historiographische und hagiographische Texte) auf die „profanen Gegenstände“ – beschränkt auf einige beispielhaft ausgewählte mobile Objekte wie Wild, Wein, cervisia, Textilien und Prachtzelte – und deren Zeichenhaftigkeit, wobei der Gabe die Rolle der materiellen Herrschaftsrepräsentation zugewiesen wird, die auch andernorts sichtbar ist [nebenbei bemerkt: unschwer zu entschlüsseln ist die Sigle „PR“, das Auffinden der entsprechenden Edition im Quellen- und Literaturverzeichnis hingegen erfordert wenigstens vom unbefangenen Leser einigen Scharfsinn]. Zugrunde gelegt wird zwar richtig, aber kaum problematisiert ein Verständnis von Hof als Herrschafts- und Kommunikationszentrum, „das durch seine räumliche Instabilität und seinen personalen Wandel geprägt war“ (S. 22). Überhaupt umfaßt die einleitende Beschäftigung mit der Begrifflichkeit nur knappe drei Seiten (S. 21-23) und widmet sich theoretisch weitgehend unreflektiert neben dem Phänomen des Hofes, dem Zeichencharakter der Sachkultur und dem Gabentausch v.a. Repräsentation und Legitimation von Herrschaft. Allerdings finden sich einige Überlegungen in den Eingangsabschnitten von Kapitel 2 (über die „Bedeutung materieller Kultur für die Herrschaftsrepräsentation“, S. 27-29), 3 (zu „Besitz, Herrschaft und Freigebigkeit“, S. 57-60) und 4 (über „Gaben am eigenen Hof; Patronage, Belohnung und Bezahlung“, S. 78-80). Eine Auseinandersetzung mit dem im Titel angekündigten Verhältnis von Macht und Gabe findet leider nur implizit statt. – Wer aber jemals mit seriellen Quellen gearbeitet hat, ob ediert oder als Archivalien vorliegend, weiß, wieviel Fleiß, Mühe und Zeit, Kraft und Selbstdisziplin, aber auch Geschick vonnöten ist, um das Material zu sichten, zu ordnen und Ausgewähltes sinnvoll in die Darstellung einzubringen. Es ist der Autorin, die ihr Handwerk versteht, trefflich gelungen, diesen Aufgaben unter Konzentration auf die Fragestellung gerecht zu werden. Die in schöner Symmetrie aufgebaute Arbeit, eine im Sommersemester 2003 an der Freien Universität Berlin eingereichte Dissertation, ist ohne Berücksichtigung von Einleitung und Schluß in acht eng an den Quellen orientierte Kapitel gegliedert, die zwei großen Teilen zugeordnet sind. Mit Ausnahme der Kapitel 4 und 5 finden sich kapitelweise Zusammenfassungen; einige Exkurse illustrieren ausgewählte Abschnitte. Der erste Teil thematisiert mit den Kapiteln 2, 3, 4 und 5 „Übergreifende Aspekte: Materielle Kultur und Herrschaft unter Heinrich II. von England“ (S. 25-140), der zweite liefert mit den Kapiteln 6, 7, 8 und 9 „Exemplarische Studien zu ausgewählten Bereichen der materiellen Kultur“ (S. 141-278). Wie die Autorin selbst schreibt, soll der erste Teil dazu dienen, nicht nur „das Verhältnis zwischen Herrschaft, Repräsentation und materieller Kultur unter Heinrich II. unter verschiedenen Aspekten“ zu behandeln, sondern auch „überblicksartige Darstellungen“ zu geben (S. 15). So widmet sich Kapitel 2 unter der Überschrift „Der Körper des Herrschers und die Dinge: Materielle Kultur und persönliche Herrschaftsrepräsentation bei Heinrich II. von England“ (S. 27-56) der Bedeutung der Präsenz des Herrschers. Mit der herrscherlichen Kleidung und der königlichen Jagd werden zwei Aspekte herausgegriffen. Schröder stellt fest, daß unter Bezug auf die Vorbildhaftigkeit Karls des Großen vor allem die Funktionalität der Bekleidung, weniger die Prächtigkeit hervorgehoben wird, und dies ganz im Gegensatz zu Heinrichs Kanzler Thomas Becket und seinem Sohn Richard (I.), wofür die Autorin die sinnvolle Umschreibung der „delegierten Repräsentation“ findet. Die Jagd unterstreiche ebenso wie die Forstpolitik Heinrichs die Effizienz der durch ihn ausgeübten Herrschaft: mobil, aktiv, präsent, militärisch und körperlich leistungsfähig. Kapitel 3: „Christentum, Besitz, Freigebigkeit und Herrschaft: Anforderungen an den König und ‚fromme Gaben‘“ (S. 57-76) versteht sich als Skizze, steht bei Schröder doch wie einleitend beschrieben die dem sakralen Bereich zuzuordnende Sachkultur nicht im Zentrum der Untersuchung. Sie kontrastiert Heinrichs Zuwendungen, die sie als ziel- und bedarfsorientiert definiert, mit dem zeitgenössischen Anforderungsprofil an einen Herrscher, was Großzügigkeit, Freigebigkeit und angemessenes Schenken betrifft. Das Urteil der Quellen ist allerdings uneinheitlich und Heinrich wird sowohl als freigebig als auch als unangemessen schenkend dargestellt. Sinn macht dieses Kapitel wegen des Folgekapitels, das sich mit den „Gaben Heinrichs II. an weltliche Herrscher und Höfe“ beschäftigt (S. 77-103). Nach einführenden Bemerkungen behandeln drei Abschnitte die „Gaben am eigenen Hof; Patronage, Belohnung und Bezahlung“, die „Geschenke an andere Höfe“ (Sachsen und Bayern, Friedrich I. Barbarossa, Flandern, Sizilien, Konstantinopel, Iberische Halbinsel, Skandinavien, Schottland, Irland, aber auch die Kurie) und die Rolle der „Geschenke im Rahmen der Sachkultur“. Das Spektrum der Gaben, die Heinrich verteilte bzw. verteilen ließ, weicht kaum ab von dem aus späteren Jahrhunderten und an anderen Orten bekannten Gepflogenheiten: Edelmetalle in Form von goldenen und silbernen Gefäßen und Münzen, liturgisches Gerät, Geld, Edelsteine, Stoffe, Pelze, Tiere (Pferde, Hunde, Beizvögel, Rehe und Hirsche), Bier und Wein, des weiteren Prachtzelte und Rüstungen sowie militärische Ausrüstungsgegenstände. Waffen, Menschen, Pflanzen scheinen auch hier keine Verwendung im Gabentausch gefunden zu haben. Gelegenheiten waren die Versorgung des Hofes (Bekleidung und Nahrungsmittel), der diplomatische Verkehr, die Etablierung dynastischer Verbindungen und Feste. Schön wäre es gewesen, wenn quasi als Gegenprobe Geschenke bekannt wären, die Heinrich erhalten hat. Das letzte Kapitel des ersten Teils stellt einschließlich der Bedeutung Londons für die materielle höfische Kultur „Finanzierung, Organisation und Infrastruktur der materiellen Kultur am Hof Heinrichs II.“ (S. 103-140) vor. Die den zweiten Teil der Arbeit bestimmenden Kapitel befassen sich mit Rotwild, Rehen und Damwild (S. 143-173), Wein und cervisia (S. 174-204), Textilien (S. 205-243) sowie Prachtzelten (S. 244-278) und vertiefen damit die schon im ersten Teil eingeführten Bereiche der Sachkultur und deren Bedeutung für die Herrschaftsrepräsentation Heinrichs II.: „Einzelstudien, die jeweils die Leitfrage untersuchen, indem sie von einer Gruppe von Gegenständen ausgehen“ (S. 15). Die Auswahl orientiert sich an der Überlieferung und der Wahrnehmung dieser Gegenstände an anderen Höfen (S. 16). Kapitel 6 beschäftigt sich nicht allein mit dem Wild, sondern auch mit der Forstpolitik Heinrichs II. So haben Wildgeschenke wie beispielsweise an Philipp II. August oder an den Grafen von Flandern nicht nur die Funktion gehabt, „auf die zivilisatorischen, finanziellen, materiellen und infrastrukturellen Kapazitäten des Absenders, sondern auch auch auf dessen Machtstellung in seinem Herrschaftsbereich“ (S. 172) zu verweisen. Gleichzeitig habe, so Schröder, auf diese Weise aber auch die Repräsentation der logistischen Fähigkeiten gelingen können, eine erfolgreiche Forstpolitik vorgeführt und auf die entwickelte Kultur der englischen Wildparks verwiesen werden können. Bei der Distribution von Wein (Kapitel 7), der importiert werden mußte, sieht die Autorin in der Unterschiedlichkeit in der Zumessung von Wein an die Angehörigen des Hofes eine ausgeprägte sozialstratifikatorische Symptomatik. Darüberhinaus habe sich der Weinkonsum am Hof Heinrichs aber nur im Rahmen der Gastfreundschaft entfaltet und Wein fand keine Verwendung als Geschenk – ganz im Gegensatz zum französischen Hof –, wohingegen das im Herrschaftsbereich selbst hergestellte Bier auch in den außerhöfischen Geschenkverkehr gelangte. Zudem habe hier eine „ethnische Stereotypisierung“ obwaltet, die den Konsum von Wein den Franzosen zuschrieb, denjenigen von Bier den Engländern. Umfangreich ist der Bereich der Textilien (Kapitel 8). Hier behandelt Schröder nicht nur die einzelnen Stoffqualitäten und deren Verwendung als Kleidungsstücke, Bezüge, Hand- und Altartücher, Decken, Wandteppichen und Tischdecken, sondern gibt neben kostümgeschichtlichen Ausführungen auch einen allgemeinen Überblick über „Prestige und Stellenwert der Textilien im Hochmittelalter“ (S. 207-210). Besonderes Augenmerk gilt der Ausstattung verschiedener Personengruppen am Hof (S. 224-239) (Haushalt, königliche Familie, Boten, Mathilde von Sachsen, Töchter des Königs von Frankreich, Gefangene am Hof). Textilien waren ganz besonders geeignet als Mittel der Distinktion und Integration, zur ostentativen Repräsentation und als Träger des Kulturtransfers. Als besonderes Textil werden Prachtzelte in einem eigenen, dem letzten Kapitel behandelt. Sie dienten der Abgrenzung und Markierung herrschaftlichen Raumes, waren vielerorts einsetzbar (als Requisit der Reiseherrschaft, bei der Jagd, auf dem Feldzug, zu festlichen Anlässen), konnten geschmückt und ausgestattet werden. Überliefert ist das Geschenk eines Prachtzeltes an Friedrich I. Barbarossa (S. 271-278). – Die vorgeführte Materialität deute nicht nur auf eine funktionierende Infrastruktur und kenntnisreiches Personal in der Beschaffung und im Transport, sondern auch auf ein hohes zivilisatorisches Niveau, wie die Autorin abschließend bemerkt. Dabei habe sich die Prachtentfaltung Heinrichs allerdings in Grenzen gehalten und sei nicht von außerordentlichem Zuschnitt gewesen. Vielmehr seien die Ausprägungen der am Hof Heinrichs II. vorherrschenden materiellen Kultur in starker Abhängigkeit von seiner (körperlichen) Präsenz und Persönlichkeit zu sehen, der die Sachkultur nutzte, um Legitimation und Effizienz seiner Herrschaft Ausdruck zu verleihen. – Beschlossen wird der Band von einem Orts-, Personen- und Sachregister. Angemerkt sei lediglich, daß ein Katalog der überlieferten Gegenstände dieser wichtigen Arbeit zur höfischen Sachkultur weiteren Wert verliehen hätte.

 

Jan Hirschbiegel,Kiel

 


Neuerscheinungen

 

 

Ádám, M.: The Versailles system and central Europe, Aldershot 2004 (Variorum collected studies series, 762) [Ashgate, 404 S., geb., 59,50 £].

Albrecht, S.: Mittelalterliche Rathäuser in Deutschland, Darmstadt 2004 [WBG, 300 S., geb., 215 sw-Abb., 49,90 Euro].

Albrecht, S.: Das Grabmal als Politikum. Die mittelalterlichen Herrschergrabmäler in der Kathedrale von Rouen, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 31 (2004) S. 83-103.

Albi de la Cuesta, J., Alonso Juanola, V., Martínez-Cardós Ruiz, J. L., Ruiz Bremón, M., Stampa, L.: La guardia real en su historia, Madrid 2004 [Fundación Wellington, 280 S., zahlr. farb. Abb., 1 CD-Rom, 100 Euro].

Amici, J. C. d’: Charles Quin maître du monde: entre mythe et réalité, Caen 2004 [Presses Universitaires de Caen, 290 S., Ill.].

Annas, G.: Hoftag – Gemeiner Tag – Reichstag. Studien zur strukturellen Entwicklung deutscher Reichsversammlungen des späten Mittelalters (1349-1471), 2 Bde., Göttingen 2004 (Schriftenreihe der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 68) [Vandenhoeck & Ruprecht, Bd. 1: 443 S., Bd. 2: 673 S., kart., CD-Rom: Verzeichnis d. Besucher deutscher Reichsversammlungen des späten Mittelalters (1349 bis 1471), 176 Euro].

Gli archivi della Santa Sede e il mondo asburgico nella prima età moderna, hg. von M. Sanfilippo, A. Koller, G. Pizzorusso, Viterbo 2004 (Biblioteca, 1) [Ed. Sette città, 361 S., 18 Euro].

Arnulf, A.: Architektur- und Kunstbeschreibungen von der Antike bis zum 16. Jahrhundert, München u.a. 2004 [Deutscher Kunstverlag, 632 S., Ln., 62 sw-Abb., 78 Euro].

Art, cérémonial et liturgie au moyen âge. Actes du colloque de 3e Cycle Romand de Lettres, Lausanne-Fribourg, 24-25 mars, 14-15 avril, 12-13 mai 2000, hg. von N. Bock, P. Kurmann, S. Romano und J.-M. Spieser, Rom 2002 (Études lausannoises d’histoire de l’art, 1) [Viella, 614 S., brosch., 306 sw-Abb., 90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bock, N.: L’Ordre du Saint-Esprit au Droit Désir. Enluminure, cérémonial et idéologie monarchique au XIVe siècle; Freigang, C.: Chapelles latérales privées. Origines, fonctions, financement: le cas de Notre-Dame de Paris; Monciatti, A.: Il palazzo apostolico Vaticano alla fine del medioevo: sil sistema delle cappelle prima e dopo il soggiorno della curia ad Avignone; Kerscher, G.: Roma nova – Virtuelles Rom. Die Palastkapellen in Avignon und das Zeremoniell der Päpste.

Arte y diplomacia de la Monarquía Hispaníca en el siglo XVII, hg. von J. L. Colomer, Madrid 2003 [Villaverde, 484 S., Hardcover, Ill., graph. Darst., 54 Euro].

Arthur Haseloff und Martin Wackernagel – Mit Maultier und Kamera durch Unteritalien. Forschungen zur Kunst im Südreich der Hohenstaufen (1905-1915), hg. von U. Albrecht, Kiel 2005 [Ludwig, 160 S., geb., 130 sw-Abb., 20 Euro].

Asche, M.: Krise und Untergang der alten Reichskirche in den geistlichen Territorien Norddeutschlands. Formen und Verlaufstypen eines Umbruches, in: Historisches Jahrbuch 124 (2004) S. 179-259.

Auge, O.: Fürst an der Zeitenwende. Herzog Magnus II. von Mecklenburg (1441-1503), in: Mecklenburgische Jahrbücher 119 (2004) S. 7-40.

Autrand, F. u.a.: La France et les arts en 1400: les princes des fleurs des lis (Ausstellungskatalog), hg. von S. Laporte, Paris 2004 [Réunion des Musées Nationaux, 127 S., 68 farb., 13 sw-Abb., 18 Euro].

Bak, J. M.: Legitimization of Rulership in Three Narratives from Twelth-Century Central Europe, in: Majestas 12 (2004) S. 43-60.

Ein „höchst stattliches Bauwerk“. Die Moritzburg in der hallischen Stadtgeschichte 1503-2003, hg. von M. Rockmann, Halle 2004 (Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte, 5) [Mitteldeutscher Verlag, 192 S., geb., Ill., 16 Euro].

Benevenuto Cellini, Traktate über die Goldschmiedekunst und die Bildhauerei. Auf der Grundlage der Übersetzung von R. und M. Fröhlich als Werkstattbuch kommentiert und hg. von E. Brepohl, Köln 2005 [Böhlau, 248 S., geb., 28 sw- und 11 farb. Abb., Subskriptionspreis bis 31.1.2006 39,90 Euro, danach 49,90 Euro].

Berger, J.: Festarbeit, Tafelloge, Zeremonial. Freimaurerei und höfische Gesellschaft, in: Majestas 12 (2004) S. 129-160.

Bertelli, S.: The King’s body. Sacred rituals of power in medieval and early modern Europe, übers. von R. B. Litchfield, University Park 2003 [Pennsylvania State University Press, XVIII + 302 S., Hardback, kart., Ill., 30,50 £].

Die Beziehung Herzog Albrechts von Preußen zu Städten, Bürgertum und Adel im westlichen Preußen (1525-1554). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von U. Benninghoven, Köln 2005 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 48,1-2) [Böhlau, 1700 S., geb., 218 Euro].

Bischoff, B.: Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen). Aus dem Nachlaß hg. von B. Ebersperger, Tl. 2: Laon – Paderborn, Wiesbaden 2004 (Veröffentlichungen der Kommission für die Herausgabe der mittelalterlichen Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz) [Harrassowitz, XXIII + 451 S., Ln., 149 Euro].

Black, N. B.: Medieval Narratives of Accused Queens, Gainesville 2003 [University Press of Florida, 261 S., Hardback, 43 sw-Abb., 43,50 £].

Bloh, U.: Ausgerenkte Ordnung. Vier Prosaepen aus dem Umkreis der Gräfin Elisabeth von Nassau-Saarbrücken: ‚Herzog Herpin‘, ‚Loher und Maller‘, ‚Huge Scheppel‘, ‚Königin Sibille‘, Tübingen 2002 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 119) [Max Niemeyer, X + 474 S., Ln., 32 S. mit 30 Abb., 58 Euro].

Bodart, D.: Verbreitung und Zensierung der königlichen Porträts des 16. und 17. Jahrhunderts, in: Vorträge aus dem Warburg-Haus 8 (2004).

Le boire et le manger au XVIe siècle. Actes du XIe colloque du Puy-en-Velay, hg. von M. Viallon-Schoneveld, Saint-Étienne 2004 [Publ. de l’Univ. de Saint-Étienne, 286 S., Ill.].

Aus dem Inhalt:

Viallon-Schoneveld, M.: Introduction, S. 7ff.; Dubois, C.-G.: À table au  XVIIe siècle: les mets et les mots de la table, S. 11ff.; Margolin, J.-C.: Vagabondage culinaire et métaphores gastronomiques à travers la France du XVIe siècle, S. 31ff.; Bots, W.: Montaigne, du boire et du manger, S. 47ff.; Souza Filho, J. a de: La civilisation à la française vue d’un point de vue culinaire: le cas Montaigne, S. 55ff.; Campana, C.: Cristoforo di Messisbugo ou de la noblesse de la cuisine, S. 75ff.; Hébert, B.: De l’art de mal se tenir à table: Le Grobianus de Friedrich Dedekind revu et corrigé par Caspar Scheidt, S. 89ff.; Framond, M. de: À la table d’un marchand bourgeois du Puy, S. 103ff.; Argod-Dutard, F.: Cuvée lexicale dans les vignes du XVIIe siècle, S. 151ff.; Arrivé, N.: Le vin en France au XVIe siècle. Aspects du vin: production, usages et pratiques culinaires, S. 173ff.; Laspéras, J.-M.: La saine table en Espagne au Siècle d’or, S. 195ff.; Dorangeon, S.: Festins shakespeariens insolites ou interrompus, S. 211ff.; Neiva, S.: Les mets et les mœurs: la représentation satirique des repas courtisans au Portugal, S. 225ff.; Vanasse, C.: Le jeûne dans les débats confessionnels au XVle siècle, S. 237ff.; Viallon-Schoneveld, M.: Véronèse: noces et banquets, S. 253ff; Ambrosini, D.: Les honneurs sucrés de Venise, S. 267ff.

Botzenhart, C.: „Ein Schattenkönig ohne Macht will ich nicht sein.“ Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern, München 2003 (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 142) [Beck, 234 S., geb., 22 Euro].

Bouyer, C.: La grande mademoiselle. La tumultueuse cousine de Louis XIV.], Paris 2003 [Pygmalion, 334 S., graph. Darst.].

Brown, J., Elliott, J. H.: A palace for a king. The Buen Retiro and the Court of Philip IV, rev. and expanded ed., New Haven u.a. 2003 [Yale Univ. Press, X + 303 S., 100 sw- und 75 farb. Abb., 40 £].

Bünz, E.: Burgenforschung als Aufgabe der Landesgeschichte, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 67 (2004) S. 35-45.

Büren, G. von: „Schön und stattlich“. Überlegungen zur Neuanlage einer Residenz in der Stadt Jülich durch Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg im 16. Jahrhundert, in: Jülicher Geschichtsblätter 69/70/71 (2001-2003) S. 319-333.

Büren, G. von, Kupka, A.: Schloß und Zitadelle Jülich, Regensburg 2005 [Schnell & Steiner, 48 S., geheftet, 80 meist farb. Abb., 6,50 Euro].

Burg und Herrschaft. Die Neuenburg und die Landgrafschaft Thüringen im hohen Mittelalter. Beiträge zur Ausstellung, hg. vom Museum Schloß Neuenburg und dem Verein zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V., Red. S. Ansorg und J. Peukert, Freyburg/Unstrut 2004 [KOCMOC.net, 208 S.].

Aus dem Inhalt:

Glatzel, K.: Die Familie der Ludowinger, S. 10-28; Schmitt, R.: Zur Baugeschichte der Neuenburg I, S. 30-89; Peukert, J., Jülich, T.: Zeugnisse herschaftlicher Repräsentation, S. 90-121; Schmitt, R.: Zur Baugeschichte der Neuenburg II, S. 122-146; Glatzel, K.: Elisabeth-Rapport, S. 148-169.

Burger, D.: Die Cadolzburg. Dynastenburg der Hohenzollern und markgräflicher Amtssitz, Nürnberg 2005 (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 24; Forschungen zu Burgen und Schlössern. Sonderband, 1) [Germanisches Nationalmuseum, 216 S., zahlr. Ill., graph. Darst., 29,90 Euro].

Buske, N.: Dokumentation erhalten gebliebener Denkmale und Zeugnisse der pommerschen Herzöge. Aus der Arbeit der Historischen Kommission für Pommern, in: Baltische Studien N.F. 90 (2004) S. 77-86.

ByzantiumFaith and Power (1261-1557), hg. von H. C. Evans, New Haven u.a. [Yale Univ. Press, XXII + 658 S., 150 sw- und 450 farb. Abb., 54 £].

Cauchies, J.-M.: „!No tyenen más voluntad de yr a Españque de yr al infierno!“ Los consejeros „flamencos“ de Felipe el Hermoso y del joven Carlos V frente a la herencia española, in: La Monarquía de la naciones. Patria, nación y natualeza el la Monarqía de España, hg. von A. Álvarez-Ossorio Alvariño und B. J. Garciá Garciá, Madrid 2005, S. 121-130.

Ceremoniales, Ritos y Representación del Poder. III Coloquio Internacional del Grupo Europeo de Investigación Histórica Religión, Poder y Monarquía, Castelló de la Plana – Vinaròs (España), 10, 11 y 12 de noviembre 2003, hg. von H.-D. Heimann, S. Knippschild und V. Mínguez, Castellón 2004 (Collecció Humanitats, 15) [Publicacions de l’Universitat Jaume I, 368 S., 20 Euro].

Chalmin-Sirot, É.: Lieux de résidence de la petite aristocratie en territoire genevois du XIIe au XVIe siècle, in: Archéologie médiévale 33 (2003) S. 115ff.

Le château au féminin. Actes des Rencontres d’Archéologie et d’Histoire en Périgord les 26, 27 et 28 septembre 2003, hg. von A.-M. Cocula und M. Combet, Pessac 2004 (Scripta varia, 8) [Ausonius, 286 S., 64 Abb., 30 Euro].

Château et guerre. Actes des Rencontres d’Archéologie et d’Histoire en Périgord les 25, 26 et 27 septembre 1998, hg. von M. Combet und R. Hérin, Pessac 2004 (Scripta varia, 9) [Ausonius, 254 S., 69 Abb., 30 Euro].

The Church of Santa Maria Donna Regina. Art, Iconography and Patronage in Fourteenth-Century Naples, hg. von J. Elliott und C. Warr, Aldershot 2004 [Ashgate, 272 S., geb., 83 Abb., 55 £].

Construire, reconstruire, aménager le château en Normandie. Actes du 38e Congrès organisé par la Fédération des Sociétés Historiques et Archéologiques de Normandie (Domfront, 16-19 octobre 2003), Caen 2004 (Congrès des Sociétés historiques et archéologiques de Normandie, 9) [Annales de Normandie, 368 S., kart., Ill., 40 Euro].

Claerr-Stamm, Gabrielle: Pierre de Hagenbach: le destin tragique d’un chevalier sundgauvien au service de Charles le Téméraire, Altkirch 2004 [Société d’Histoire du Sundgau].

Cordes, A.: Das Reichskammergericht (1495-1806), siehe: http://www.zeitenblicke.de/2004/ 03/cordes/index.html

The Lancastrian Court (Harlaxton Symposium 2001), hg. von J. Stratford, Donington 2003 [Tyas, XII + 271 S., 65 Tafeln, 49,50 £].

Byzantine Court Culture from 829 to 1204, hg. von H. Maguire, Washington 2004 [Dumbarton Oaks Research Libr. and Coll., X + 264 S., Pb., Ill. graph. Darst., 43,29 Euro].

The Court Reconvenes: courtly literatur across the disciplines, hg. von B. K. Altmann und C. W. Carroll, Woodbridge 2003 [D. S. Brewer, 384 S., 50 £].

Dapper, M. M. C.: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Eine baugeschichtlich interessante Entdeckung in Tilleda, Landkreis Sangerhausen, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 90-100.

Dauer, H.: Anmerkungen zur Biographie des Baumeisters Johann Christoph Schütze (1687-1765) oder alternative Ausstattungsmöglichkeiten in Zerbster Schlössern bzw. in Weißenfels, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 306-316.

Decker, K.-P.: „Hohe Schule“ oder „Frauenzimmer“? – Die Aufstockung der Büdinger Schloßkapelle und die Heirat des Grafen Wolfgang zu Ysenburg-Büdingen im Jahre 1561, in: Büdinger Geschichtsblätter 18 (2004-05) S. 55-100.

Dendorfer, J.: Adelige Gruppenbildung und Königsherrschaft. Die Grafen von Sulzbach und ihr Beziehungsgeflecht im 12. Jahrhudnert, Kallmünz 2004 (Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte, 23) [Michael Laßleben, 463 S., geb., 32 Euro].

Diemer, D.: Hubert Gerhard und Carlo di Cesare del Palagio. Bronzeplastiker der Spätrenaissance, 2 Bde., Berlin 2004 [Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Bd. 1: 422 S., 288 Abb., Bd. 2: Dokumente Kataloge, Tafeln, 232 S., 64 Farbtafeln mit 65 Abb. und 248 Tafeln mit 364 Abb., Ln., 248 Euro].

Dollinger, H.: Ein Blick auf die höfische Bild- und Wohnkultur Ballenstedts zur Zeit Herzogin Friederikes, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 13 (2004).

„Das kommt mir spanisch vor“ – Eigenes und Fremdes in den deutsch-spanischen Beziehungen des späten Mittelalters, hg. von K. Herbers und N. Jaspert, Münster 2004 (Geschichte und Kultur der Ibersichen Welt, 1) [LIT, IV + 734 S., Pb., Ill., Notenbeisp., 69,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Herbers, K.: „Das kommt mir spanisch vor“. Zum Spanienbild von Reisenden aus Nürnberg und dem Reich an der Schwelle zur Neuzeit, S. 1-30; Jaspert, N.: Eigenes und Fremdes im Spätmittelalter: Die deutsch-spanische Perspektive, S. 31-62.

A. Dynastisch-politische Verflechtungen

Estepa Díez, C.: Política matrimonial en el siglo XV: El Ducado de Borgoña, los Reinos Ibéricos y el Imperio, S. 65-85; Prietzel, M.: Imitation, Inspriration und Desinteresse. Die Auseinandersetzung Maximilians I. mit den politischen Traditionen Burgunds, S. 87-106; Rudolf, K.: Monarchie oder Imperium? Von den Katholischen Königen zur Casa de Austria, S. 107-131.

B. Adel, Ritter und Söldner im grenzüberschreitenden Konflikt

Raurell, A. M.: Relaciones europeas de las Órdenes Militares Hispánicas durante el siglo XIV, S. 135-184; Selzer, S.: Die Iberische Halbinsel und Italien als Ziel bewaffneter Mobilität deutschsprachiger Edelleute im 14. Jahrhundert. Eine Skizze, S. 185-210; Salicrú i Lluch, R.: Caballeros cristianos en el Occidente europeo e islámico, S. 217-289; Ranft, A.: Adlige Identitätsbestimmung: Adelsorden und Adelsgesellschaften, S. 291-311.

C. Kulturelle und wissenschaftliche Interaktionen

Heim, D.: Die Suche nach Geld, Freiheit und Ansehen – Künstlermigration nach Kastilien im 15. Jahrhundert, S. 315-338; Vones, L.: Spanische Reisende im Reich, S. 339-357; Krones, H.: Die Hofkapellen Maximilians I. und die Trauermotetten zu Todesfällen in der kaiserlichen Familie, S. 359-382; Trnek, H.: Schatzkunst und höfische Geschenke – Kontinuitäten im künstlerischen Austausch, S. 383-408.

D. Kirchliche Kommunikation im internationalen System

Felten, F.: Verhandlungen an der Kurie im frühen 14. Jahrhundert. Spielregeln der Kommunikation in konfliktgeladenen Beziehungsnetzen, S. 411-474; Segl, P.: Spanische „Know-how“ für Ketzerbekämpfer im Heiligen Römischen Reich, S. 475-491; Grohe, J.: Spanien und die großen Konzilien von Konstanz und Basel, S. 493-509; Walther, H. G.: Recht und Rechtsschulen in Deutschland und Spanien: Voraussetzungen und Folgen der Großen Reformkonzilien im 15. Jahrhundert, S. 511-530; Martínez Sopena, P.: Reforma de los claustros y sociedad en la España de la baja edad media, S. 531-564.

E. Abschottung und Integration in Wirtschaft und Technik

Diago, M.: Las comunidades de mercaderes y artesanos extranjeros en las ciudades españolas y alemanas bajomedievales. Análasis comparativo, S. 567-592; Valdeón Baruque, J.: La Mesta y el comercio de lana, S. 593-606; Rothmann, M.: Märkte und Messen als wirtschaftliche und kulturelle Begegnungsstätten, S. 607-629; Guilleré, C.: Genève et Lyon comme cités de contact dans les relations économiques entre la Péninsule ibérique et le Saint-Empire (début XIVe siècle-début XVIe siècle), S. 631-642; Fonseca, L. A. da: Globalização antes da globalização? A expansão europeia no século XV. O caso português, S. 643-684.

Herbers, K., Jaspert, N.: Das römisch-deutsche Reich und die Iberische Halbinsel im Zeichen der Fremdwahrnehmung – Ergebnisse und Perspektiven, S. 685-705.

Ernesti, J.: Ferdinand von Fürstenberg (1626-1683). Geistiges Profil eines barocken Fürstbischofs, Paderborn 2004 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, 51) [Bonifatius, 442 S., geb., 29,80 Euro].

Family and dynasty in late medieval England (Harlaxton Symposium 1997), hg. von R. und S. Eales, Donington 2003 [Tyas, X + 237 S., 46 Tafeln, 35 £].

Felder, E.: Die Personennamen auf den merowingischen Münzen der Bibliothèque nationale de France, München 2003 (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl. Abhandlungen. NF, 122) [Beck, 703 S., geb., 140 Euro].

Fickler, J. B.: Das Inventar der Münchner herzoglichen Kunstkammer von 1598. Editionsband. Transkription der Inventarhandschrift cgm 2133, hg. von P. Diemer, München 2004 (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl. Abhandlungen. NF, 125) [Beck, 319 S., kart., 41 Abb., 90 Euro].

Folger, R.: Generaciones y semblanzas. Memory and Genealogy in Medieval Iberian Historiography, Tübingen 2003 (Romanica Monacensia, 68) [Narr, 234 S., kart., graph. Darst., 55 Euro].

Edel und frei – Franken im Mittelalter. Landesausstellung 2004 Forchheim, 11.05.-24.10.2004 (Katalog), hg. von Wolfgang Jahn, Darmstadt 2004 [WBG, 352 S., kart., zahlr. Ill., 18 Euro].

Franken im Mittelalter. Francia orientalis, Franconia, Land zu Franken: Raum und Geschichte, hg. von J. Merz und R. Schuh, München 2004 (Hefte zur bayerischen Landesgeschichte, 3) [BeckX + 326 S., kart., 18 Euro].

Franz, E. G.: Landgraf Philipp der Großmütige: Fürst, Staat und Kirche im Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 109 (2004) S. 1-12.

Franz, M. R.: Die Landesordnung von 1516/1520. Landesherrliche Gesetzgebung im Herzogtum Bayern in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, München 2003 (Bayerische Rechtsquellen, 5) [Beck, XIX + 132 S., geb., 30 Euro].

Freund, S.: Von den Agilolfingern zu den Karolingern. Bayerns Bischöfe zwischen Kirchenorganisation, Reichsintegration und Karolingischer Reform (700-847) (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 144) [Beck, XLVIII + 429 S., geb., 35 Euro].

Friedhoff, J.: Burg Adolfseck. Eine spätmittelalterliche Burggründung der Grafen von Nassau-Idstein, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 23-35.

Friedrich, Anna C.: Herrschaft, Konflikt, Kommunikation. Zur Ausgestaltung herrschaftlicher Praxis in der fürstbischöflichen Stadt Laufen in der Frühen Neuzeit, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 54 (2003) S. 241-255.

Friedrich, W.: Neue mittelalterliche Fliesenfunde in nordhessischen Schlössern. Teil 2, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 119-120.

Frignet, G.: Rouvres: la ch^tellenie et le château au temps des deux premiers ducs Valois de Bourgogne (vers 1360-vers 1420), Thèse Paris Sorbonne 2005.

Fühner, J. A.: Die Kirchen- und die antireformatorische Religionspolitik Kaiser Karls V. in den siebzehn Provinzen der Niederlande 1515-1555, Leiden u.a. 2004 (Brill’s series in church history, 23).[Brill, VIII + 414 S.].

Funck, M.: Feudales Kriegertum und militärische Professionalität. Der Adel im preußisch-deutschen Offizierskorps 1860-1935, Berlin 2005 (Elitenwandel in der Moderne, 6) [Akademie Verlag, 600 S., geb., 59,80 Euro].

Königliche Gewalt – Gewalt gegen Könige. Macht und Mord im spätmittelalterlichen Europa, hg. von M. Kintzinger und J. Rogge, Berlin 2004 (Zeitschrift für historische Forschung. Beihefte, 33) [Duncker & Humblot, VI + 143 S., brosch., 36 Euro].

Aus dem Inhalt:

Kintzinger, M., Rogge, J.: Einleitung, S. 1ff.; Rogge, J.: Attentate und Schlachten. Beobachtungen zum Verhältnis von Königtum und Gewalt im deutschen Reich während des 13. und 14. Jahrhunderts, S. 7ff.; Allmand, C.: Opposition to royal power in England in the Late middle ages, S. 51ff.; Kintzinger, M.: Maleficium et veneficium. Gewalt und Gefahr für den Fürsten im französischen Spätmittelalter, S. 71ff.; Eberhard, W.: Gewalt gegen den König im spätmittelalterlichen Böhmen. Adeliger Widerstand und der Ausbau der Herrschaftspartizipation, S. 101ff.; Melville, G.: Ein Exkurs über die Präsenz der Gewalt im Mittelalter. Zugleich eine Zusammenfassung, S. 119ff.

Giagnacovo, M.: Una tavola privilegiata: i consumi alimentari di un’azienda toscana attiva in Avignone alla fine del Trecento attraverso la documentazione contabile, in: Food & History 2,1 (2004).

Giersch, P., Schmid, W.: Rheinland – Heiliges Land. Pilgerreisen und Kulturkontakte im Mittelalter, Trier 2004 (Armarium Trevirense, 1) [Porta-Alba-Verlag, X + 308 S., 49 Abb., 29,80 Euro].].

Grand Tour. Adeliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Akten der internationalen Kolloquien in der Villa Vigoni 1999 und im Deutschen Historischen Institut Paris 2000, hg. von R. Babel und W. Paravicini, Ostfildern 2004 (Beihefte der Francia, 60) [Thorbecke, 648 S., Ln., 43 Abb., 79 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Vom Erkenntniswert der Adelsreise: Einleitung, S. 11ff.

Eine alte Praxis oder ein neues Phänomen: adelige Mobilität vor der Grand Tour

Ehlers, J.: Grand tour avant la lettre. Schichtenspezifische Mobilität im Früh- und Hochmittelalter, S. 23ff.; Spiess, K.-H.: Reisen deutscher Fürsten und Grafen im Spätmittelalter, S. 33ff.; Pánek, J., Polívka, M.: Die böhmischen Adelsreisen und ihr Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit, S. 53ff.

Alte Ziele, neue Ziele: Heidenkampf, Pilgerfahrt, Höfe, Universitäten, Badeorte, Stätten der Antike

Zahnd, U. M.: Von der Heiliglandfahrt zur Hofesreise. Formen und Funktionen adeliger und patrizischer Bildungsreisen im spätmittelalterlichen Bern, S. 73ff.; Ranft, A.: Die Hofesreise im Spätmittelaletr, S. 89ff.; Wiedmann, G.: Der Nürnberger Kaufmann Nikolaus Muffel in Rom (1452), S. 105ff.; Esch. A.: Antiken-Wahrnehmung in Reiseberichten des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, S. 115ff.; Walther, G.: Antike als Reiseziel? Klassische Orte und Objekte auf dem Grand Tour zwischen Humanismus und Aufklärung, S. 129ff.

Plandende Voraussicht, sichtbare Ehre, bleibende Erinnerung: Schriftstücke und Realien der Adelsreise

Kraack, D.: Vom Ritzen, Kratzen, Hängen und Hinsehen. Zum Selbstverständnis der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Reisenden auf dem Weg von der Heidenfahrt zur Kavalierstour, S. 145ff.; Tripps, J.: Pilgerfahrten als kreative Impulse für die Goldschmiedekunst der Spätgotik: Stiftungen von Pilger- und Reiseandenken durch Adels und Stadtpatriziat in Kirchenschätze, S. 173ff.; Bepler, J.: Travelling and posterity: the archive, the library and the cabinet, S. 191ff.; Seta, C. de: Il Grand Tour e il fascino dell’Italaia, S. 205ff.

Reisen als Erziehung und Reisen als Zustand: von der vornehmen Abwesenheit über die Bildungsreise zum Tourismus

Heiss, G.: Bildungs- und Reiseziele österreichischer Adeliger in der Frühen Neuzeit, S. 217ff.; Boutier, J.: Le Grand Tour des gentilshommes et les académies d’éducation pour la noblesse: France et Italie, XVIe-XVIIIe siècle, S. 237ff.; Grams-Cornides, E.: Hofmeister auf Grand Tour, S. 255ff.; Péricard-Méa, D.: La noblesse en pèlerinage à Compostelle (XIVe-XVe siècle), S. 275ff.

Herkunftsländer und Zielländer: Chronologie und Geographie der Teilnahme

Herbers, K.: Die ‚ganze‘ Hispania: der Nürnberger Hieronymus Münzer unterwegs – seine Ziele und Wahrnehmung auf der Iberischen Halbinsel (1494-1495), S. 293ff.; Bömelburg, H.-J.: Adelige Mobilität und Grand Tour im polnischen und litauischen Adel (15500-1700), S. 309ff.; Bender, E.: Die Bedeutung der Niederlande als Reiseziel der Landgrafen von Hessen (1567-1800), S. 341ff.; Faber, E.; Grams-Cornides, E.: Die ‚Entdeckung‘ Siziliens zwischen Kreuzfahrt, Kommerzreise und Grand Tour. Zinzendorf versus Riedese, S. 341ff.

Wirkungen: ein Netz von Bekanntschaften

Schwinges, R. C.: Die Universitätals sozialer Ort des Adels im deutschen Spätmittelalter, S. 357ff.; Marx, B.: Die Italienreise Herzog Johann Georgs von Sachsen (1601-1602) und der Besuch von Cosimo III. de’Medici (1668) in Dresden. Zur Kausalität von Grand Tour und Kulturtransfer. Mit einer Dokumentation von Kristina Popova (Anhang I), Barbara Marx (Anhang II-IV) und Juliane Lacroix (Anhang V-VI), S. 373ff.; Keller, K.: Von der Nützlichkeit des Reisens. Bemerkungen zu Erscheinungsbild und Konsequenzen der Kavalierstour am Beispiel kursächsischer Befunde, S. 429ff.; Weidner, M.: Vom ‚Landjunker‘ zum ‚Cavalier du monde‘: Standeserziehung, kultureller Wandel und Strukturen adeligen Daseins beim stiftsfähigen Adel des Fürstbistum Münster im 17. und 18. Jahrhundert, S. 455ff.; Leibetseder, M.: Attici Vettern in Paris. Pietismus, Jansenismus und das Netz von Bekanntschaften auf der Kavalierstour, S. 469ff.; Kurras, L.: Vita peregrination. Bildungsbuch und Stammbuch, S. 485ff.

Wirkungen: Importe und Exporte in Lebensform, Kunst und Wissenschaft

Tönnesmann, A.: Reisen und Bauen. Mobilität und kulturelle Aneignung in der Architektur der Renaissance, S. 499ff.; Rees, J.: Wahrnehmen in fremden Orten, was zu Hause Vortheil bringen und nachgeahmet werden könne. Europareisen und Kulturtransfer adeliger Eliten im Alten Reich 1750-1800, S. 513ff.; Blanning, T. C. W.: The Grand Tour and the reception of neo-classicism in Great Britain in the eighteenth century, S. 541ff.

Die Grenzen des Modells und das Ende der Exklusivität: konfessionelle, staatliche, nationale Differenzen und die bürgerliche Konkurrenz

Stannek, A.: Konfessionalisierung des ‚Giro d’Italia‘? Protestanten im Italien des 17. Jahrhunderts, S. 555ff.; Fosi, I.: Conversions de voyageurs protestants dans la Rome baroque, S. 569ff.; Nolde, D.: Vom Umgang mit Fremdheit: Begegnungen zwischen Reisenden und Gastgebern im 17. Jahrhundert, S. 579ff.; Conrads, N.: Das Incognito. Standesreisen ohne Konventionen, S. 591ff.; Frijhoff, W.: Éducation, savoir, compétence: les transformations du Grand Tour dans les Provinces-Unies à l’époque moderne, S. 609ff.; Grosser, T.: Bürgerliche Welt und Adelsreise: Nachahmung und Kritik, S. 637ff.

Paravicini, W.: Der Grand Tour in der europäischen Geschichte: Zusammenfassung, S. 657ff.

Gründungsmythen – Genealogien – Memorialzeichen. Beiträge zur institutionellen Konstruktion von Kontinuität, hg. von Gert Melville und Karl-Siegbert Rehberg, Köln u.a. 2004 [Böhlau, geb., X + 300 S., 5 sw-Abb., 39,90 Euro] – siehe oben S. 71ff.

Guerra Medici, M. T.: Donne di governo nell’Europa moderna, Rom 2005 (Ius nostrum, 32) [Viella, 324 S., brosch., 32 Euro].

Hartmann, G.: Illa sacra et amara reisa. Der Itinerarius terre sancte von Wilhelm Tzewers (1477/78), in: Itineraria 2 (2003) S. 229-251.

Hartmann, G.: Wilhelm Tzewers, Itinerarius terre sancte. Einleitung, Edition, Kommentar und Übersetzung, Wiesbaden 2004 (Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins, 33) [Harrassowitz, 455 S., 74 Euro].

Hassmann, E.: Von Katterburg zu Schönbrunn. Die Geschichte Schönbrunns bis Kaiser Leopold I., Wien 2004 [Böhlau, 662 S., geb., 24 farb., 156 sw-Abb., 69 Euro].

Heimann, H.-D.: Andacht beherrschen. Fürstliche Frömmigkeit und höfische Repräsentation Kurfürst Friedrichs II. von Brandenburg, in: Ceremoniales, Ritos y Representación del Poder. III Coloquio Internacional del Grupo Europeo de Investigación Histórica Religión, Poder y Monarquía, Castelló de la Plana – Vinaròs (España), 10, 11 y 12 de noviembre 2003, hg. von H.-D. Heimann, S. Knippschild und V. Mínguez, Castellón 2004 (Collecció Humanitats, 15), S. 181-203.

Herbers, K., Neuhaus, H.: Das Heilige Römische Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte (843-1806), Köln 2005 [Böhlau, 400 S., geb., 250 sw-Abb., 34,90 Euro bis 31.12.2005, danach 44,90 Euro].

Herrschaft und Stände in ausgewählten Territorien Norddeutschlands vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, hg. von E. Opitz, Bochum 2001 (Kolloquium, 13) [Winkler, 190 S., kart., 6 sw-Abb., 19,45 Euro].

Herzog Albrecht von Preußen und Livland (1551-1557). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, bearb. von S. Hartmann, Köln u.a. 2005 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, 57) [Böhlau, 640 S., geb., 69,90 Euro].

Hildebrand, S.: Zur Baugeschichte und Rekonstruktion der Komturei Bergen, Bördekreis, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 222-228.

Histoire de la diplomatie française, hg. von D. de Villepin, Paris 2005 [Perrin, geb., 1050 S., 38 Tafeln, 39,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Autrand, F., Contamine, P.: Naissance de la France: Naissance de sa diplomatie, S. 41-158.

Hof, Geschlecht, Kultur. Luise von Anhalt-Dessau (1750-1811) und die Fürstinnen ihrre Zeit, hg. von C. Zelle u.a., Göttingen 2004 (Das achtzehnte Jahrhundert – Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts, 28,2) [Wallstein, 128 S., brosch., 17 Euro].

Hofmann, W.: Die Sarkophage der Herzöge von Pommern-Wolgast in der Gruft der Pfarrkirche St. Petri zu Wolgast. Beschreibung der Sarkophage unter vorwiegend handwerklichen und technischen Aspekten, in: Baltische Studien N.F. 90 (2004) S. 53-76.

Hollingsworth, M.: The Cardinal’s hat: money, ambition and housekeeping in a Renaissance court, London 2004 [Profile Books, 308 S., kart., Ill., graph. Darst., 8,99 £].

Homenatge e la prof. Dra. M. Josepa Arnall i Juan, Barcelona 2003-04 (Acta historica et archaeologica mediaevalia, 25) [Universidad de Barcelona: Facultad de Geografía e Historia/Instituto de Historia Medieval/Departamento de Historia Medieval, 1117 S., 30 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bertran i Roigé, P.: L’almoina pontifícia d’Avinyó. Els seu inicis (1316-1324) en temps de Joan XXII; Ferrer i Mallol, M. T.: La cort de la reina Elionor de Xipre a Catalunya.

Horn, C.: Der aufgeführte Staat. Zur Theatralität höfischer Repräsentation unter Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen, Tübingen 2004 (Theatralität, 8) [Francke, 228 S., kart., 12 sw-Abb., graph. Darst., 39,90 Euro].

Houben, H.: Hundert Jahre deutsche Kastellforschung in Süditalien, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 84 (2004) S. 103-136.

Hunt for paradise. Court arts of Safavid Iran 1501-1576 (Ausstellungskatalog), hg. von J. Thompson u.a., Mailand 2003 (Skira, 340 S., kart., zahlr. Abb.).

Profane Imagery in Marginal Arts of the Middle Ages, hg. von E. C. Block, J. Fellows und M. Jones, Turnhout 2004 (Profane arts of the Middle Ages, 1) [Brepols, 250 S., Pb.].

Imago urbis. L’immagine della città nella storia d’Italia. Atti del convegno internazionale, Bologna, 5-7 settembre 2001, hg. von F. Bocchi und R. Smurra, Rom 2003 [Viella, VIII + 630 S., brosch., 137 Abb., 60 Euro].

Isabel la Católica. La magnificencia de un reinado. Quinto centenario de Isabel la Católica, 1504-2004 (Ausstellungskatalog), hg. von F. Checa Cremades, Madrid 2004 [Sociedad Estatal de Conmemoraciones Culturales, 542 S., zahlr. Ill., 40 Euro].

Isabel la Católica, Queen of Castile. Critical essays, hg. von D. A. Boruchoff, New York u.a. 2003 [Palgrave Macmillan, X + 8 + 312 S., kart., Ill., 35 £].

Israel, U.: Der Papst und die Urkunde an der Wand. Innozenz III. (1198-1216) in Subiaco, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 84 (2004) S. 69-102.

Jablonowski, U.: Die Krise der Herrschaft in Anhalt um 1500, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 13 (2004).

Jäckel, D.: Der Herrscher als Löwe. Ursprung und Gebrauch eines politischen Symbols im Früh- und Hochmittelalter, Köln 2005 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 60) [Böhlau, 352 S., geb., 25 sw-Abb. auf 16 Tafeln, 44,90 Euro].

Jahn, R. G.: Wie der Jungherzog von Jülich dem König von Frankreich trotzte, in: Jülicher Geschichtsblätter 69/70/71 (2001-2003) S. 113-120.

Jaitner, K.: Der Hof Clemens’ VIII. (1592-1605). Eine Prosopographie, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 84 (2004) S. 137-331.

Jeanne d’Albret et sa cour. Actes du colloque international de Pau 17-19 mai 2001, hg. von E. Berriot-Salvadore, P. Chareyre und C. Martin-Ulrich, Paris 2004 (Colloques, congrès et conférences sur la Renaissance, 44) [Champion, 544 S., geb., Ill., Notenbeispiele, 52 Euro].

Jhering, M.: Hofleben in Ostfriesland. Die Fürstenresidenz Aurich im Jahre 1728, Hannover 2005 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen, 223) [Hahn, 168 S., 4 Karten, 16 z.T. farb. Abb., 25 Euro].

Kaiser Arnolf. Das ostfränkische Reich am Ende des 9. Jahrhunderts. Regensburger Kolloquium 9.-11.12.1999, hg. von F. Fuchs und P. Schmid, München 2002 (Beihefte zur Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Reihe B, 19) [Beck, X + 438 S., geb., 6 Abb., 4 Notenbeispiele, 14 Tafeln, 32 Euro].

Von Kaisers Gnaden. 500 Jahre Pfalz-Neuburg, hg. von S. Bäumler, E. Brockhoff und M. Henker (Ausstellungskatalog), Augsburg 2005 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, 50) [Haus der Bayerischen Geschichte, 400 S., Pb., zahlr. Ill., 18 Euro].

Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, begonnen von H. Frühmorgen-Voss †, fortgef. von N. H. Ott zus. mit U. Bodemann und G. Fischer-Heetfeld, München 1986ff., Bd. 3, Lfg. 5: Chroniken, München 2003, S. 321-520 [Beck, 32 S. mit Abb. 164ff., 16 Farbtafeln, geh., 49,50 Euro].

Kay, S.: Courtly Contradictions. The Emergence of the Literary Object in the Twelfth Century, Stanford 2001 [Stanford University Press, X + 380 S., Hb., 40,50 £].

Keller, K.: Hofdamen. Amtsträgerinnen im Wiener Hofstaat des 17. Jahrhunderts, Wien 2005 [Böhlau, 280 S., geb., 32 sw- und 32 S. farb. Abb., 29,90 Euro].

Kersuzan, A.: Défendre la Bresse et le Bugey. Les châteaux savoyards dans la guerre contre le Dauphiné (1282-1355), Lyon 2004 (Collection d’histoire et d’archéologie médiévales, 14) [Presses universitaires de Lyon, 434 S., 33 Euro].

Kessinger, R.: Ansätze zur Baugeschichte des Hohentwoil. Herzoglicher Wohnsitz, Kloster, Burg, Festung und Ruine,in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 37-50..

Keupp, J.: Macht und Mode. Politische Interaktion im Zeichen der Kleidung, in: Archiv für Kulturgeschichte 86,2 (2004) S. 251-281.

Monotheistic Kingship. The Medieval Variants, hg. von A. Al-Azmeh und J. M. Bak, Budapest 2005 (Medievalia, 7; Studies in the Humanities, 3) [Central European University Press, 288 S., Pb., 39,95 Euro].

Klapisch-Zuber, C.: Stammbäume. Eine illustrierte Geschichte der Ahnenkunde, München 2004 [Knesebeck, 216 S., geb., 100 farb. Abb., 39,90 Euro].

Kliemann, J.: Gemalte Geschichte. Freskenzyklen in italienischen Residenzen vom 15. bis zum 17. Jahrhundert, München 2005 (Römische Forschungen der Bibliotheca Hertziana, 27) [Hirmer, 480 S., Ln., 379 Abb., davon 32 farb. Abb., 155 Euro].

Knecht, R. J.: The Valois. Kings of France 1328-1589, London u.a. 22004 [Hambledon and London, XII+276 S., Ill.].

Kohlrausch, M.: Der Monarch im Skandal. Die Logik der Massenmedien und die Transformation der wilheminischen Monarchie, Berlin 2005 (Elitenwandel in der Moderne, 7) [Akademie Verlag, 500 S., geb., 59,80 Euro].

Kohn, R.: Die Inschrift als Medium landesfürstlicher Selbstdarstellung, in: Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz im Mittelalter, hg. von W. Pohl und P. Herold, Wien 2002 (Denkschriften. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl., 306; Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, 5), S. 295-319 (mit 18 Abb.).

Koller, A.: Le relazione tra Roma e la corte imperiale agli inizi del regno di Rodolfo II. La fine della nunziatura di Delfino e l’intermezzo Portia, in: Gli archivi della Santa Sede e il mondo asburgico nella prima età moderna, hg. von M. Sanfilippo, A. Koller, G. Pizzorusso, Viterbo 2004 (Biblioteca, 1), S. 147-171.

Koller, H.: Stadt und Staat. Das Hauptstadtproblem unter Kaiser Friedrich III., in: Stadtarchiv und Stadtgeschichte. Forschungen und Innovationen. Festschrift für Fritz Mayrhofer zur Vollendung seines 60. Lebensjahres, Linz 2004, S. 719-737.

Konventionalität und Konversation. Burgdorfer Colloquium 2001, hg. von E. C. Lutz, J. Thali und R. Wetzel, Tübingen 2005 (Literatur und Wandmalerei, 2) [Niemeyer, VII + 580 S., Ln., 16 Farbtafeln, 135 sw-Abb., 86 Euro].

Aus dem Inhalt:

März, C.: Liedkorrespondenzen. Zu Guillaumes de Machaut „Voir Dit“ und einigen deutschen Liedern; Lieb, L., Strohschneider, P.: Zur Konventionalität der Minnerede. Eine Skizze am Beispiel von des Elenden Knaben ‚Minnegericht‘; Meier, H.-R.: Dekorationssysteme profaner Raumausstattungen im ausgehenden Mittelalter.

Korf, W.: Die Burgen in Aschersleben, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 81-89.

Die Korrespondenz Hans Fuggers von 1566 bis 1594. Bd. 1: Regesten der Kopierbücher aus dem Fuggerarchiv 1566-1573, bearb. von C. Karnehm unter Mitarb. von M. Gräfin von Preysing, München 2003 [Beck, XXXVIII + 549 S., geb.]. Bd. 2,1: Regesten der Kopierbücher aus dem Fuggerarchiv 1574-1581, bearb. von C. Karnehm; Bd. 2,2: Regesten der Kopierbücher aus dem Fuggerarchiv 1582-1594, bearb. von C. Karnehm, München 2003 (Quellen zur Neueren Geschichte Bayerns. III: Privatkorrespondenzen, 1-2,2) [Beck, 1739 S., geb., 30 Abb. – Bde. 1, 2,1 und 2,2 zus. 72 Euro].

Krause, H.-J.: Die Schloßkapelle in Torgau, in: Glaube & Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. 2. Sächsische Landesausstellung, Torgau, Schloß Hartenfels. Aufsätze, hg. von H. Marx und C. Hollberg, Dresden 2004, S. 175-188.

Krieger, K. F.: König, Reich und Reichsreform im Spätmittelalter, 2., durchges. Aufl., München 2005 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 14) [Oldenbourg, XII + 159 S., Pb., 19,80 Euro].

Kunst und ihre Betrachter in der Frühen Neuzeit. Ansichten – Standpunkte – Perspektiven, hg. von S. Schütze, Berlin u.a. 2005 [Reimer, 440 S., brosch., 120 sw-Abb., 38 Euro].

Die Länder der böhmischen Krone und ihre Nachbarn zur Zeit der Jagiellonenkönige (1471-1526), hg. von E. Wetter, Ostfildern 2004 (Studia Jagiellonica Lipsiensia, 2) [Thorbecke, 464 S., geb., zahlr. Abb., 74 Euro].

Aus dem Inhalt:

Zur Historiographischen Problematik

Fajt, J.:Das Zeitalter der Jagiellonen in den Ländern der Böhmischen Krone und die tschechische Historiographie, S. 15ff.; Lorenz, H.: Spätgotik und Renaissance in Mitteleuropa – ein ‚Stil zwischen den Stilen‘?, S. 31ff.; Wetter, E.: Weite Wege siebenbürgischen Silbers der Jagiellonenzeit und seine Rezeption, S. 49ff.

HÖfische Repräsentation

Labuda, A. S.: Die architektonische Gestalt der Trinitäts- und der Heiligkreuzkapelle an der Krakauer Kathedrale im Kontext der königlichen Residenz auf dem Wawel, S. 69ff.; Bischoff, F.: Benedikt Ried: Forschungsstand und Forschungsproblematik, S. 85ff.; Saliger, A.: Die Bedeutung der Wiener Dombauhütte für das Frühwerk des Benedikt Ried, S. 99ff.; Borkowska, U.: Gothic-Renaissance Royal Residences in Poland, S. 105ff.; Probst, M.: Die spätgotische Retabel der Burgkapelle zu Pürglitz als Stiftung Wladislaws II.: Ein Modellfall des künstlerischen Austauschs in Europa um 1500?, S. 115ff.; Studničková, M.: Die Kuttenberger Gradualien, S. 125ff.; Pánek, J.: Der böhmische Adel zwischen Jagiellonen und Habsburgern, S. 143ff.; Všetečková, Z.: Weltgerichtsdarstellungen in der spätgotischen Wandmalerei Südböhmens, S. 151ff.; Maráz, K.: Die Adelssiegel in Mähren in den Jahren 1471-1526: Eine statistische Analyse, S. 163ff.; Fajt, J.: Der Meister von Okoličné und die künstlerische Repräsentation der Familie Zápolya: Zum Begriff der Hofmalerei in Oberungarn unter den Jagiellonen, S. 173ff.; Papp, S.: Die Stilbeziehungen der Burgkapelle in Siklós (Südungarn), S. 197ff.

Städtisches Selbstverständnis

Kaczmarek-Patralska, K.: Zu den Schlingrippengwölben Wendel Roskopfs im Kontext der Architektur um 1500 im Königreich Böhmen und in seinen Nachbarländern, S. 211ff.; German, K.: Die spätgotische Pfarrkirche in Birthälm in Siebenbürgen. Überlegungen zur Bauchronologie, S. 225ff.; Végh, J.: DieApostelfiguren im Gesprenge des Leutschauer Hochaltars: Ein Fall des ‚Historismus‘?, S. 235ff.

Geistlichkeit und Ordenskultur

Royt, J.: Die utraquistische Ikonographie der Jagiellonenzeit, S. 243ff.; Machilek, F.: Johannes Štávka von Hodenitz und die Reform der mährischen Augustiner-Chorherren um 1500, S. 251ff.; Hlaváček, P.: ‚Lingua contra linguam, nacio contra nacionem‘. Der Nationalpartikularismus unter den böhmischen Franziskaner-Observanten im ausgehenden Mittelalter, S. 261ff.; Bischoff, F.: Zur Frage nach der Verbreitung der sächsischen Zellengewölbe: Der Nachfolgekreis um Arnold von Westfalen und die Region Nordböhmen, S. 269ff. Madej-Anderson, A.: Katharina von Siena, Heinrich Seuse, Martin Schongauer und die Bilder der Observanzbewegung in der polnischen Dominikanerprovinz, S. 285ff.; Buran, D.: Zu den künstlerischen Beziehungen zwischen Wien und Preßburg im späten 15. Jahrhundert am Beispiel der illuminierten Handschriften der Preßburger Kapitelsbibliothek, S. 307ff.

Internationale Verflechtungen

Czyeżwski, K., Walczak, M.: Late Gothic Architecture in the Region of Lesser Poland and Its Central-European Connections. Selected Issues, S. 325ff.; Ágota Pataki, Z.: Wechselwirkung zwischen Humanismus und Kunst am Beispiel des Motivs der schlafenden Quellnymphe, S. 341ff.; Ottová, M.: Die skulpturale Ausstattung der Hofburgkapelle in Wien und ihre Beziehung zur Bildhauerei der 70er Jahre des 15. Jahrhunderts in Mitteleuropa, S. 351ff.; Suckale, R.: Der Maler Johannes Siebenbürger (um 1440-1483) als Vermittler Nürnberger Kunst nach Ostmitteleuropa, S. 363ff.; Vignjević, T.: The Master of the Krainburg Altarpiece and Painting in Central Europe in circa 1500, S. 385ff. Mikuž, J.: ‚La Circoncision en musique‘ in the Church of St. Primož near Kamnik, S. 393ff.; Gyalókay, Z.: Der Hauptaltar in der Jakobskirche zu Leutschau und der Hauptaltar der Schwabacher Stadtkirche. Zur Herkunftsproblematik der Kunst des Bildschnitzers Paul von Leutschau, S. 403ff.; Kropáček, J.: Zum Werk des Monogrammisten IP in Böhmen, S. 415ff.; Schultes, L.: Polen und Österreich im 15. Jahrhundert – Facetten einer künstlerischen Beziehung, S. 421ff.

Spätmittelalterliches Landesbewußtsein in Deutschland, hg. von M. Werner, Ostfildern 2005 (Vorträge und Forschungen, 61) [Thorbecke, 416 S., Ln., 64 Euro].

Lass, H.: Die Jagdburg im späten Mittelalter. Erste Annäherungen an eine herrschaftliche Bauaufgabe, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 5-21.

Lass, H.: Zwischen Luther und Goethe. Die Wartburg in der Frühen Neuzeit – ein dynastisches Museum der Ernestiner, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 111-118.

Le Pogam, P.-Y.: Les maîtres d’œuvre au service de la papauté dans la seconde moitié du XIIIe siècle, Rom, Paris 2004 [Boccard, 201 S., 28 Euro].

Leahy, W.: Elizabethan triumphal processions, Aldershot u.a. 2005 [Ashgate, 171 S.., Hb., Ill., 40 £].

Lechtermann, C.: Berührt werden. Narrative Strategien der Präsenz in der höfischen Literatur um 1200, Berlin 2005 (Philologische Studien und Quellen, 191) [Erich Schmidt, 250 S., 34,80 Euro].

Lemmer, M.: Burgen, Burgherren und mittelalterliche Literatur, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 7-30.

Lermer, A.: Der gotische Dogenpalast in Venedig. Baugeschichte und Skulpturenprogramm des „Palatium Comunis Veneciarum“, München 2005 (Kunstwissenschaftliche Studien, 121) [Deutscher Kunstverlag, 400 S., Pb., 7 farb., 181 sw-Abb., 75,90 Euro].

Letters, Orders and Musters of Bertrand du Guesclin 1357-1380, hg. von M. Jones, Woodbridge 2004 [Boydell Press, LIII + 415 S., 1 sw-Abb.].

El libro del limosnero de Isabel la Católico. Transcripción, estudio y edición, hg. von E. Benito Ruano, Madrid 2004 [Ministerio de Trabajo y Asuntos Sociales, Subdirección General de Publicaciones, 167 S., 12 Euro].

Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, begr. von W. Stammler, fortgef. von L. Langosch, 2., völlig neu bearb. Aufl. unter Mitarb. zahlr. Fachgelehrter hg. von K. Ruh (ab Bd. 9: B. Wachinger) zus. mit G. Keil, W. Schröder, B. Wachinger (ab Bd. 9: K. Ruh), F. J. Worstbrock. Red. C. Stöllinger-Löser, Berlin u.a. 1977ff., ab Bd. 8 als Veröffentlichung der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters, Bd. 11: Nachtragsband, Lfg. 4: Mandeville, Jean de – Prunner, Erhard, München 2003, Sp. 961-1280 [Beck, geh., 54 Euro].

Losse, M.: „Keck und fest, mit senkrechten Mauertürmchen [...] wie eine Krone“. Anmerkungen zur Geschichte und Bedeutung der Nürburg in der Hocheifel, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 77-98.

Ludwig, T.: Die Urkunden der Bischöfe von Meißen. Diplomatische Untersuchungen zum 10.-13. Jahrhundert, Köln 2005 (Beihefte zum Archiv für Diplomatik, 10) [Böhlau, 328 S., geb., 30 sw-Abb. auf 16 Tafeln, 54,90 Euro].

Institutionalisierte Macht. Genese – Verstetigung – Verlust, hg. von A. Brodocz, C. O. Mayer, R. Pfeilschifter und B. Weber, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 480 S., geb., 59,90 Euro].

Macht und Memoria. Begräbniskultur europäischer Oberschichten in der Frühen Neuzeit, hg. von M. Hengerer, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 384 S., brosch., zahlr. sw-Abb., 49,90 Euro].

La Maison du Moyen Age, Angoulême 2004 [Société archéologique et historique de la Charente, 272 S., zahlr. Abb., 22 Euro].

Mansel, P.: From Constantinopel to Cairo: Ottoman inaugurations and their successors, in: The Court Historian 9,1 (2004) S. 33-39.

Marchal, G. P.: Die Welt der Kanoniker. Das Institut des weltlichen Kollegiatstifts unter historisch-anthropologischer Sicht, in: Die Stiftskirche in Südwestdeutschland. Aufgaben und Perspektiven der Forschung. Erste wissenschaftliche Fachtagung zum Stiftsprojekt des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen (17.-19. März 2000, Weingarten), hg. von S. Lorenz und O. Auge, Leinfelden-Echterdingen 2003 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 35), S. 73-84.

Marciak, D.: La place du prince: perspective et pouvoir dans le théâtre de cour des Médicis, Florence (1539-1600), Paris 2005 (Études et essais sur la Renaissance, 50) [Champion, 70 Euro].

Marie de Médicis: un gouvernement par les arts (Ausstellungskatalog), hg. von P. Bassani Pacht, Paris u.a. 2003 [Somogy, 263 S., zahlr. Ill., 39 Euro].

Against marriage. The correspondence of la Grande Mademoiselle Anne Marie Louise Henriette de Montpensier, hg. und ins Engl. übers. von J. DeJean, Chicago u.a. 2002 [University of Chicago Press, XXIX + 86 S., Pb., 8,50 £].

Martin-Ulrich, C.: La persona de la princesse au XVIe siècle: personnage littéraire et personnage politique, Paris 2004 (Etudes et essais sur la Renaissance, 49) [Champion, 624 S., geb., 98 Euro].

McClanan, A. L.: Representations of Early Byzantine Empresses: Image and Empire, New York u.a. 2002 [Palgrave Macmillan, 288 S., 40 £].

Le médiéviste et la monographie familiale: sources, méthodes et problématiques, hg. von M. Aurell, Turnhout 2004 [Brepols, 310 S., Ill., graph. Darst].

Mediterraneum. El esplendor del Mediterráneo medieval s. XIII-XV (Ausstellungskatalog), hg. von J. Alemany und X. Barral i Altet, Madrid 2004 [Lunwerg, 611 S., Ill., 59,50 Euro].

Aus dem Inhalt:

Valenzano, G.: Los palacios del poder sobre los caminos del Mediterráneo; Durán Duelt, D.: El viaje de Santa Catalina del Monte Sinaí; Gargiulo, M.: Peregrinos en Roma: imágenes urbanas de los años de los primeros jubileos.

Meine, S.: Pausen für Isabella. Musik und Otium am Renaissancehof, in: Tacet. Non tacet. Zur Rhetorik des Schweigens. Festschrift für Peter Becker zum 70. Geburtstag, hg. von C. Seither in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Hannover, Saarbrücken 2004, S. 84-90.

Meine, S.: Isabella d’Este Gonzaga. Grundseite im Internet-Projekt MuGi (Musik und Gender im Internet). Online-Publikation, siehe http://mugi.hfmt-hamburg.de

Meinhardt, M.: Die Residenzbildung in Halle in der Residenzenlandschaft Mitteldeutschlands. Beobachtungen zum Verhältnis zwischen Stadt und Stadtherr  im 15. und 16. Jahrhundert, in: Ein „höchst stattliches Bauwerk“. Die Moritzburg in der hallischen Stadtgeschichte 1503-2003, hg. von M. Rockmann, Halle 2004 (Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte, 5), S. 19-42.

Mentzel-Reuters, A.: Die Goldene Krone. Entwicklungslinien mittelalterlicher Herrschaftssymbolik, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 60,1 (2004) S. 3-51.

Mers, N.: Courts, Courtiers and Culture in Tudor England, in: Historical Journal 46,3 (2003) S. 702-722.

Merz, J.: Fürstliche Herrschaft um 1500. Franken und Schwaben im Vergleich, in: Historisches Jahrbuch 124 (2004) S. 363-377.

Meyer, J.: L’Éducation des princes en Europe du XVe au XIXe siècle, Paris 2004 [Perrin, 282 S., Ill., graph. Darstellungen, 21 Euro].

Monarquía y corte en la España moderna, hg. von C. Gómez-Centurión, Madrid 2003 (Cuadernos de Historia Moderna. Anejos, 2)[Servicio de Publicaciones, Universidad Complutense, 343 S.].

Monnet, P.: L’histoire des villes médiévales en Allemagne: un état de la recherche, in: Histoire urbaine 11 (2004) S. 131-172.

Mulcahy, R.: Philip II of Spain, Patron of the Arts, Dublin 2004 [Four Courts Press, 240 S., 65 Euro].

Müller, M.: Herrschermedium und Freundschaftsbeweis. Der hohenzollerische Briefwechsel im 15. Jahrhundert, in: Medialität im Mittelalter, hg. von K. Kellermann, Berlin 2005 (Das Mittelalter, 9,1), S. 44-54.

Murder and Monarchy: regicide in European history, 1300-1800, hg. von F. von Friedeburg, New York u.a. 2004 [Palgrave Macmillan, 307 S., 45 £].

Nadler, M.: Neuburg an der Donau. Das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen, Kallmünz 2004 (Historischer Atlas von Bayern. Tl. Schwaben. Reihe I, 16) [Michael Laßleben, XLIV + 458 S., geb., 12 Skizzen, 15 Abb., 3 Kartenbeilagen, 35 Euro].

Nelson, J.: Carolingian Coronation Rituals: a model for Europe?, in: The Court Historian 9,1 (2004) S. 1-13.

Nolan, K.: Capetian Women, New York u.a. 2004 [Palgrave Macmillan, IX + 302 S., Ill., 32,50 £].

Nonne, Königin und Kurtisane. Wissen, Bildung und Gelehrsamkeit von Frauen in der Frühen Neuzeit, hg. von M. Hohkamp, Königstein im Taunus 2004 [Helmer, 248 S., kart., Ill., 26,95 Euro].

Norton, G. G.: The Budapest Habsburg Coronation of 1916, in: The Court Historian 9,1 (2004) S. 61-68.

Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz im Mittelalter, hg. von W. Pohl und P. Herold, Wien 2002 (Denkschriften. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl., 306; Forschungen zur Geschichte des Mittelalters, 5) [Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 472 S., brosch., Ill., 45,70 Euro].

Oggins, R. S.: The Kings and their Hawks. Falconry in Medieval England, New Haven u.a. 2004 [Yale University Press, XVI + 267 S., 15 Abb., 39,52 Euro].

Neues zur Orgelspiellehre des 15. Jahrhunderts, hg. von T. Göllner, München 2003 (Veröffentlichungen der Musikhistorischen Kommission, 17) [Beck, VIII + 91 S., geh., 12,50 Euro].

Ortlieb, E., Senn, M.: Die Formierung des Reichshofrats unter Karl V. und Ferdinand I. (1519-1564), siehe: http://www.zeitenblicke.historicum.net/2004/03/ortlieb2/index.html

Ortlieb, E., Westphal, S.: Höchstgerichtsbarkeit im Alten Reich – Einführung, siehe: http://www.zeitenblicke.de/2004/03/ortlieb/index.html

Il Palazzo del Quirinale. Prefazione di Carlo Azeglio Ciampi, Presidente della Repubblica, hg. von L. Godart, W. Veltroni und B. Vespa, Rom, Paris 2004 (I grandi Palazzi della storia, 1).

Palmer, K. N.: Ceremonial barges on the river Thames: a history of the barges of the City of London livery companies and of the Crown, London 1997 [Unicorn, VII +184 S., zahlr. Ill., 75 Euro].

Panagl, V.: Lateinische Huldigungsmotetten für Angehörige des Hauses Habsburg. Vertonte Gelegenheitsdichtung im Rahmen neulateinischer Herrscherpanegyrik, Frankfurt am Main u.a. 2004 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 15: Klassische Sprachen und Literaturen, 92) [Peter Lang, 462 S., kart., zahlr. Notenbeispiele, 74,50 Euro].

Päpste, Pilger, Pönitentiarie. Festschrift für Ludwig Schmugge zum 65. Geburtstag, hg. von A. Meyer, C. Rendtel und M. Wittmer-Butsch u.a., Tübingen 2004 [Niemeyer, XIV + 582 S., kart., Ill., graph. Darst., 142 Euro].

Aus dem Inhalt:

Schwarz, B.: Im Auftrag des Papstes – Die päpstlichen Kursoren von ca. 1200 bis ca. 1470; Miethke, J.: Die Eheaffäre der Margarete „Maultasch“, Gräfin von Tirol (1341/1342) – Ein Beispiel hochadliger Familienpolitik im Spätmittelalter; Zutshi, P.: Inextricabilis curie labyrintbus ‑ The Presentation of Petitions to the Pope in the Chancery and the Penitentiary during the Fourteenth and First Half of the Fifteenth Century; Haren, M.: Montaillou and Drogheda ‑ A medieval twinning; Müller, W. P.: The Price of Papal Pardon – New Fifteenth-Century Evidence; Hesse, C.: Illegitime in der Verwaltung – Nichtehelich geborene Amtsträger in Fürstentümern des spätmittelalterlichen Reiches, S. 499-514; Salonen, K.: The Decisions of Pope Pius II in the Penitentiary Registers; Ostinelli, P.: L’offerta della grazia – Dispense e assoluzioni concesse da vescovi e inviati in Lombardia nel XV secolo.

Parures d’or et de pourpre: le mobilier à la cour des Valois (Ausstellungskatalog), hg. von T. Crépin-Leblond u.a., Paris 2002 [Somogy, 141 S., zahlr. Ill., 28 Euro].

Paul, M.: Wohntürme und Turmbauten im Stadtgebiet von Magdeburg. Bauhistorische Untersuchung, Ergebnisbericht und historische Einordnung, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 151-221.

Pezold, U. von: Adelige Standesherrschaft im Vormärz. Die Tagebücher Carl Graf von Giechs (1795-1863), Kallmünz 2003 (Materialien zur bayerischen Landesgeschichte, 17) [Michael Laßleben, 242 S., geb., 24 Euro].

Phillips, K. M.: The invisible man: body and ritual in a fifteenth-century noble household, in: Journal of Medieval History 31,2 (2005) S. 143-162.

Pitts, V. J.: La Grande Mademoiselle at the Court of France (1627-1693), Baltimore u.a. 2000 [Johns Hopkins Univ. Pr., XIV + 367 S., Ill., 47 £].

Plöger, K.: England and the Avignon popes: the practice of diplomacy in late medieval Europe, London 2005 [Legenda, XIV +304 S. Ill., 45,50 £].

Polci, B.: High life : the elite residence from Constantine to Charlemagne, London 2002 [Duckworth, 256 S., Ill., 73,40 Euro].

Prescott, W. H.: Historia del reinado de los Reyes Católicos: don Fernando y doña Isabel, 4 Bde., Faksimile der Aufl. Madrid 1845-46, Madrid 2004 [1618 S., Faks., 120 Euro].

Puppel, P.: Die Regentin. Vormundschaftliche Herrschaft in Hessen 1500-1700, Frankfurt u.a. 2004 (Geschichte und Geschlechter, 43) [Campus, 407 S., 45 Euro].

Queenship and Political Power Medieval and Early Modern Spain, hg. von T. Earenfight, Burlington 2005 [Ashgate, 228 S., Hb., 12 sw-Abb., 45 £].

Rathjen, J.: Schleswig im Spätmittelalter 1250-1544, unter Mitw. von H. W. Schwarz, Husum 2005 [Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 192 S., Ln., 66 teils farb. Abb., zahlr. Tab., 19,95 Euro].

Virtuelle Räume. Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter. Akten des 10. Symposiums des Mediävistenverbandes. Krems, 24.-26. März 2003. Im Auftr. d. Mediävistenverb. hg. von E. Vavra, Berlin 2005 [Akademie-Verlag, X + 386 S., geb., 72 Abb., 59,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Kocher, G.: Herrschaftsgrenzen und Grenzen der Herrschaft, S. 1ff.; Jucker, M.: Kommunikation schafft Räume: Die spätmittelalterliche Eidgenossenschaft als imaginierter und realer Ort, S. 13ff.; Zettler, A.: Der Himmel auf Erden ... Raumkonzepte des St. Galler Klosterplans, S. 35ff.; Schwarz, M. V.: Kathedralen verstehen. (St. Veit in Prag als räumlich organisiertes Medienensemble), S. 47ff.; Schlechtweg-Jahn, R.: Virtueller Raum und höfische Literatur am Beispiel des Tristan, S. 69ff.; Kern-Stähler, A.: Die Suche nach dem privaten Raum im englischen Spätmittelalter: Literatur und Lebenswirklichkeit, S. 87ff.; Kundert, U.: Gefühl und Wissen im virtuellen Raum. Dynamische Konfigurationen in Minnesang und Enzyklopädik des 13. Jahrhundert, S. 109ff.; Pochat, G.: Virtuelle Raumdarstellung und frühmittelalterliche lkonik, S. 135ff.; Kwastek, K.: Raum im Bild – Traum im Raum. Gemalte Räume und gemalte Träume in der italienischen Malerei des Tre- und Quattrocento, S. 149ff.; Lechtermann, C.: Körper-Räume. Die Choreographie höfischer Körper als Mittel der Raumgestaltung, S. 173ff.; Baier, S.: Heimliche Bettgeschichten. Intime Räume in Gottfrieds Tristan, S. 189ff.; Brinker-von der Heyde, C.: Zwischenräume: Zur Konstruktion und Funktion des handlungslosen Raums, S. 203ff.; Schenk, G. J.: Heiltümer und geraubter Himmel. Virtuelle Räume bei spätmittelalterlichen Herrschereinzügen im Reich, S. 215ff.; Dünnebeil, S.: Innen und Außen. Die Feste des Ordens vom Goldenen Vlies unter den Herzögen von Burgund, S. 239ff.; Neuheuser, H. P.: Mundum consecrare. Die Kirchweihliturgie als Spiegel der mittelalterlichen Raumwahrnehmung und Weltaneignung, S. 259ff.; Fehrmann, A.: Quasi castrum pulcherimum: Englische spätmittelalterliche Festarchitektur im Spiegel ihrer zeitgenössischen Inszenierung und Beschreibung, S. 281ff.; Lutter, C.: Klausur zwischen realen Begrenzungen und spirituellen Entwürfen. Handlungsspielräume und Identifikationsmodelle der Admonter Nonnen im 12. Jahrhundert, S. 305ff.; Kellermann, K.: Der Blick aus dem Fenster. Visuelle Âventiuren in den Außenraum, S. 325ff.; Gronbart, M.: Der byzantinische Brief und der Raum, S. 343ff.; Garzaniti, M.: Das Bild der Welt und die Suche nach dem irdischen Paradies in der Rus’, S. 357ff.; Kann, C.: Locus continet virtualiter totum argumentum. Zur Lehre der dialektischen Örter im Mittelalter, S. 373ff.

Reichert, F.: Die Reise des Pfalzgrafen Ottheinrich zum Heiligen Land 1521, Regensburg 2005 [Pustet, 256 S., Hardcover, 20 Abb., 24,90 Euro]..

Reichold, K.: Palaces that changed the world, transl. from the German by J. W. Gabriel, hg. von K. Haderer, München u.a. 2003 [Prestel, 126 S., zahlr. Ill., 19,95 £].

Repertorium Fontium Historiae Medii Aevi. Istituto Storico Italiano per il medio evo, Bd. 10, 1-2: Fontes Rh-Ry, Rom 2004 [Istituto Storico Italiano per il Medio Evo, 247 S., 51,65 Euro].

Reputation and Representation in Fifteenth-Century Europe, hg. von D. L. Biggs, S. D. Michalove und A. C. Reeves, Leiden u.a. 2004 (The Northern world, 8) [Brill, VI + 357 S., 35 sw- und farb. Abb., 110,24 Euro].

Riedmatten, A. de: Humbert le Bâtard. Un prince aux marches de la Savoie (1377-1443), Lausanne 2004 (Cahiers lausannois d’histoire médiévale, 35) [Univ. de Lausanne, Sect. d’Histoire, Fac. des Lettres, 595 S., kart., Ill., graph. Darst., 32 Euro].

Rilavorazione dell’antico nel Medioevo, hg. von M. D’Onofrio, Rom 2003 [Viella, 160 S., brosch., 156 sw-Abb., 35 Euro].

Roch-Lemmer, I.: Die „Mansfeldische Chronica“ des Cyrakius Spangenberg als baugeschichtliche Quelle für Burgen und Schlösser des Mansfelder Landes, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 133-150.

Rodríguez, A.: History and Topography for the Legitimization of Royalty in Three Castilian Chronicles, in: Majestas 12 (2004) S. 61-82.

Roeck, B., Tönnesmann, A.: Die Nase Italiens. Federico da Montefeltro, Herzog von Urbino, Berlin 2005 [Wagenbach, 240 S., geb., 50 Abb., 24,50 Euro].

Rogge, J.: Die Wettiner. Aufstieg einer mittelalterlichen Dynastie, Ostfildern 2005 [Thorbecke, 256 S., geb., 24,95 Euro].

Rom und das Reich vor der Reformation, hg. von N. Staubach, Frankfurt am Main u.a. 2004 (Tradition – Reform – Innovation, 7) [Peter Lang, 390 S., brosch., zahlr. Abb. und Tab., 56 Euro].

Römer, T. S.: Der Landgraf im Spagat? Die hessische Landesteilung 1567 und die Testamente Philipps des Großmütigen, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 109 (2004) S. 31-49.

Rügge, N.: Der gräflich lippische Hof um 1700, in: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 72 (2003) S. 19-33.

Saint-John de Crèvecœr, Voyage aux grandes salines tyroliennes de Reichenhall (1808), bearb. von A. Kuhk und B. Chevignard, München 2003 (Quellen zur Neueren Geschichte Bayerns. IV: Reiseberichte, 1) [Beck, XXXIII + 191 S., geb., 7 Abb., 22 Euro].

Die Säkularisation in Bayern 1803. Kulturbruch oder Modernisierung?, hg. von A. Schmid, München 2003, (Beihefte zur Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Reihe B, 23) [Beck, XIV + 398 S., geb., 22 Euro].

Schaupp, M.: Die Landstände in den zollerischen Fürstentümern Ansbach und Kulmbach im 16. Jahrhundert, Kallmünz 2004 (Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte, 21) [Michael Laßleben, 499 S., geb., 36 Euro].

Scheepers, R.: Zwei unbekannte Verlobungen Landgraf Philipps des Großmütigen? Landgräfin Annas Heiratspolitik, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 109 (2004) S. 13-29.

Scheibelreiter, G.: Heraldik, München 2005 [Oldenbourg, 192 S., Pb., zahlr. Ill., zahlr. Übungsbeisp. zur Beschreibung von Wappen 29,80 Euro].

Schieffer, R.: Neues von der Kaiserkrönung Karls des Großen, München 2004 (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl. Sitzungsberichte, 2) [Beck, 25 S., geh., 5 Euro].

Schmitt, R.: Zur Baugeschichte der Doppelkapelle in Landsberg, Saalkreis, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 54-80.

Schmitt, R.: Quellen zur Baugeschichte von Schloß Rammelburg, Landkreis Mansfelder Land, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 101-132.

Schmitt, R.: Schloß Neuenburg bei Freyburg/Unstrut. Archivalische Quellen zur Geschichte und Baugeschichte von 1700-1815, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 229-305.

Schneider, J.: Die Wetterauer Ganerbenverbände im Zusammenhang landschaftlicher Adelseinungen und Hoforden. Zu einer vergleichenden Landesgeschichte des Reiches im späten Mittelalter, in: Zeitschrift für historische Forschung 31,4 (2004) S. 529-577.

Schreiber, R.: „ein galeria nach meinem humor“ – Erzherzog Leopold Wilhelm, Wien 2004 (Schriftenreihe des Kunsthistorischen Museums, 8) [Kunsthistorisches Museum Wien, 198 S., 49,90 Euro].

Schriften im Umkreis mitteleuropäischer Universitäten um 1400. Lateinische und volkssprachige Texte aus Prag, Wien und Heidelberg: Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Wechselbeziehungen, hg. von F. P. Knapp, J. Miethke und M. Niesner, Leiden u.a. 2004 (Education and Society in the Middle ages and Renaissance, 20) [Brill, XXIX+310 S., 91 Euro].

Aus dem Inhalt:

Wagner, W. E.: Princeps litteratus aut illitteratus? Sprachfertigkeiten regierender Fürsten um 1400 zwischen realen Anforderungssituationen und pädagogischem Humanismus, S. 141ff.; Roth, C.: Lateinische und deutsche Predigten im Umfeld von Universität und Hof in Heidelberg um 1420, S. 197ff.

Schröder, Sybille: Macht und Gabe. Materielle Kultur am Hof Heinrichs II. von England, Husum 2004 (Historische Studien, 481) [Matthiesen, geb., 336 S., 16 Abb., 51 Euro] – siehe oben S. 74ff.

Schwarze-Neuss, E.: Schloßbau im Industriezeitalter in Mitteldeutschland, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 317-351.

Sellert, W.: Der Reichshofrat: Begriff, Quellen und Erschließung, Forschung, institutionelle Rahmenbedingungen und die wichtigste Literatur, siehe: http://www.zeitenblicke.de/ 2004/03/sellert/index.html

Senna, A.: Le salon des royaumes du palais du Buen Retiro (Madrid), théâtre de gloires passées, in: Cahiers du Centre d’études d’histoire de la défense 23 (2004) S. 133-148.

Sexuality and Culture in Medieval and Renaissance Europe, hg. von A. Barnes und P. Soergel, New York 2005 (Studies in Medieval and Renaissance History. Third series, 2) [AMS, geb., 89,50 $].

Shaw, D.: Scotland’s Place in Britain’s Coronation Tradition, in: The Court Historian 9,1 (2004) S. 41-60.

Sieber, A.: (Un)erwünschte Effekte. Mediengebrauch, Synergie und Störung im höfischen Roman, in: Medialität im Mittelalter, hg. von K. Kellermann, Berlin 2005 (Das Mittelalter, 9,1), S. 55-61.

Simon, E.: Die Anfänge des weltlichen deutschen Schauspiels 1370-1530: Untersuchung und Dokumentation, Tübingen 2003 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 124) [Max Niemeyer, 492 S., Ln., 11 S. mit 15 sw-Abb., 58 Euro].

Sleiderink, R.: De stem van de meester. De hertogen van Brabant en hun rol in het literaire leven (1106-1430), Amsterdam 2003 (Nederlandse literatuur en cultuur in de Middeleeuwen, 25) [Prometeus, 250 S., 19,95 Euro].

Smith, H.: The Court in England, 1714-1760: A Declinig Political Institution?, in: History 90,1 (2005) S. 23-41.

Smith, V. D.: Arts of possession. The Middle English household imaginary, Minneapolis u.a. 2003 (Medieval cultures, 33) [Univ. of Minnesota Press, XVIII + 318 S., Ill., Pb., 48,51 Euro].

Smuts, R. M.: The Structure of the Court and the Roles of the Artists and Poet under Charles I, in: The Court Historian 9,2 (2004) S. 103-117.

Sohn, A.: Residenzentwicklung und Hauptstadtbildung im hochmittelalterlichen Frankreich. Zur Genese von Paris als Metropole, in: Entstehung und Entwicklung von Metropolen. 4. Symposium der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Stadtkulturforschung I.A.S., Bonn, 20.-23. Juni 1996, hg. von M. Jansen und B. Roeck, Aachen 2002 (Veröffentlichungen der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Stadtkulturforschung I.A.S., 4), S. 47-56.

Sohn, A.: La Commission du Vieux Paris de son origine à l’aube du XXIe siècle. Recherche en histoire urbaine et préservation du patrimoine dans la capitale, in: Mélanges d’histoire de Paris à la mémoire de Michel Fleury, Paris 2004, S. 211-240.

Sohn, A.: Jean Becquet (1917-2003): Ein benediktinisches Gelehrtenleben im Dienst der Geschichtsforschung und der Revue Mabillon, in: Francia 31,1 (2004) S. 217-231.

Sohn, A.: Mittler zwischen Papsttum und Orden: Zu den Generalprokuratoren in Rom, in: Rom und das Reich vor der Reformation, hg. von N. Staubach, Frankfurt am Main 2004 (Tradition – Reform – Innovation. Studien zur Modernität des Mittelalters, 7), S. 71-90.

Sommer, M.: Politische Morde. Vom Altertum bis zur Gegenwart, Darmstadt 2004 [WBG, 288 S., geb., 24,90 Euro].

Spiteri, S. C.: The Medieval Walls of Mdina, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 69-76.

Stadt und Region. Internationale Forschungen und Perspektiven. Kolloquium für Peter Johanek, hg. von H. Duchhardt und E. Reinsinghaus, Köln 2005 (Städtefroschung. Reihe A: Darstellungen, 65) [Böhlau, 140 S., geb., 22,90 Euro].

Staat und Verwaltung in Bayern. Festschrift für Wilhelm Volkert zum 75. Geburtstag, hg. von A. Schmid und K. Ackermann, München 2003 (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 139) [Beck, 795 S., geb., 1 Abb., 42 Euro].

Geistliche Staaten in Oberdeutschland im Rahmen der Reichsverfassung. Kultur – Verfassung – Wirtschaft – Gesellschaft. Ansätze zu einer Neubewertung, hg. von W. Wüst. Red. A. O. Weber, Epfendorf 2002 (Oberschwaben: Geschichte und Kultur, 10) [Bibliotheca-Academica, 464 S., geb., Ill., 39 Euro].

Staatsbildung als kultureller Prozeß. Strukturwandel und Legitimation von Herrschaft in der Frühen Neuzeit, hg. von R. G. Asch und D. Freist, Köln u.a. 2005 [Böhlau, 440 S., geb., 54,90 Euro].

Steguweit, W.: Raimund Faltz. Medailleur des Barock, Berlin 2004 (Berliner Numismatische Forschungen. NF, 9) [Gebr. Mann, 192 S., geb., 315 Abb., davon 25 farb., 68 Euro].

Sterchi, B: Über den Umgang mit Lob und Tadel. Normative Adelsliteratur und Politische Kommunikation im burgundischen Hofadel 1430-1506, Turnhout 2005 [Brepols, 771 S., Ill., 74,20 Euro].

Stollberg-Rilinger, B.: Symbolische Kommunikation in der Vormoderne. Begriffe – Themen – Forschungsperspektiven, in: Zeitschrift für historische Forschung 31,4 (2004) S. 489-527.

Streetz, M.: Das Renaissanceschloß Hannoversch Münden in den Inventaren des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Fallstudie zur Auswertung schriftlicher Quellen und ihrer Verbindung mit Ergebnissen der Bauforschung, Bd. 1: Text, Bd. 2: Anhänge, Nachweise, Abbildungen, Frankfurt am Main u.a. 2004 [Peter Lang, 1011 S., 2 Tle. im Schuber, zahlr. Abb., 4 Faltblätter, 125 Euro].

Struve, T.: Das mittelalterliche Kaisertum als Gestaltungselement des werdenden Europa. Grenzen und Perspektiven, in: Majestas 12 (2004) S. 5-42.

Studium und Kavalierstour der fränkischen Reichsritter Christoph Ernst und Ludwig Reinhold Fuchs von Bimbach 1681 bis 1686. Briefe und Dokumente, hg. und eingel. von V. Rössner, Neustadt/Aisch 2003 [Degener, 300 S., 19,80 Euro].

Suárez, L.: Fernando el Católico, Barcelona 2004 [Ariel, 475 S., 24,90 Euro].

Tables royales et festins de cour en Europe 1661-1789. Actes du colloque international, Palais des Congrès, Versailles, 25-26 février 1994, hg. von C. Arminjon u.a., Paris 2005 (Rencontres de l’Ecole du Louvre, 13) [Documentation Française u.a., 423 S., geb., Ill., graph. Darst., 55 Euro].

Tabri, E. A.: Political culture in the early Northern Renaissance. The court of Charles the Bold, duke of Burgundy (1467-1477), Lewiston 2004 (Renaissance studies, 7) [Mellen Press, XII+212 S., 69,95 £].

The Texture of Society. Medieval Women in the Southern Low Countries, hg. von E. E. Kittell und M. A. Suydam, New York u.a. 2004 (The new Middle Ages) [Palgrave Macmillan, XXV + 247 S., kart., Ill., 54,60 Euro].

Thiele, A.: Zur Topographie Halles als Residenzstadt im 17. Jahrhundert. Kontinuitäten und Brüche rund um „Freiheit“ und Fürstental, in: Ein „höchst stattliches Bauwerk“. Die Moritzburg in der hallischen Stadtgeschichte 1503-2003, hg. von M. Rockmann, Halle 2004 (Forschungen zur hallischen Stadtgeschichte, 5), S. 121-147.

Neu entdeckt. Thüringen, Land der Residenzen. Katalog-Handbuch zur 2. Thüringer Landesausstellung, Schloß Sondershausen, 15.5.-3.10.2004, hg. von K. Scheurmann und F. Jördis, 3 Bde.: Essays, Katalog 1, Katalog 2, Mainz 2004 [Philipp von Zabern, 1500 S., geb., 1225 meist farb. Abb., 69 Euro].

Aus dem Inhalt:

Essays

Prolog

Paravicini, W.: Vom Wert der Residenzenforschung, S. 8ff.; Werner, M.: Perspektiven einer thüringischen Landesgeschichte im Europa der Regionen, S. 13ff.; Streich, B.: Die Anfänge der Residenzbildung in Thüringen, S. 27ff.; Schmidt, G.: Thüringen – ein Land derResidenzen?, S. 43ff.; Jacobsen, R.: Die Blütezeit der Residenzkultur im 17. und 18. Jahrhundert, S. 52ff.; John, J.: Thüringenbilder – alte Klischees, neu entdeckt?, S. 65ff.

Herrschaft im Thüringer Raum, S. 83ff.

Künste und Wissenschaft, S. 183ff.

Das 19. Jahrhundert: Konstruktion und Rückbesinnung, S. 391ff.

Die Abankung der Fürsten und das Ende der Residenzen, S. 523ff.

Ausblick, S. 573ff.

katalog 1

Prolog: Schloß und Schloßpark Sondershausen, S. 16ff.

Kap. 1:   Dynastien und ihre Territorien, S. 38ff.

Kap. 2:   Adelsstand und Familie, S. 94ff.

Kap. 3:   Thüringen und das Reich, S. 118ff.

Kap. 4:   Landesherr und Kirche, S. 160ff.

Kap. 5:   Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft der Residenzstädte, S. 226ff.

Kap. 6:   Regent und Regierung, S. 330ff.

Kap. 7:   Fürstliches Bauen, S. 386ff.

Katalog 2

Kap. 8:   Künste und Künstler am Hof, S. 6ff.

Kap. 9:   Von der fürstlichen Sammlung zum Museum, S. 70ff.

Kap. 10: Festkultur am Hof, S. 244ff.

Kap. 11: Zwischen den Revolutionen 1789/1918 – das 19. Jahrhundert, S. 324ff.

Kap. 12: Militärgeschichte, S. 422ff.

Ausblick, S. 462ff.

Thurley, S.: Hampton Court: a social and architectural history, New Haven u.a. 2003 [Yale University Press, IX + 450 S.., kart., zahlr. Ill., 35 £].

Die Traditionen des Augustiner-Chorherrenstifts Baumburg an der Alz, bearb. von M. J. Walko, München 2004 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte, 44, 1) [Beck, 492 S., geb., 4 Tafeln, 35 Euro].

Le trésor au Moyen Âge. Questions et perspectives de recherche. Der Schatz im Mittelalter. Fragestellungen und Forschungsperspektiven, Neuchâtel 2005 [Université de Neuchâtel, 144 S., 12 Abb., 20 Euro].

Aus dem Inhalt:

Burkart, L.: Schatz und Schatzbildung. Reflexionen zu disziplinärem Interesse und interdisziplinärem Zugang; Mariaux, P. A.: Trésor et collection. Le sort des curiosités naturelles dans les trésors d’église autour de 1200; Cordez, P.: Les usages du trésor des grâces. L’économie idéelle et matérielle des indulgence au Moyen Âge; Potin, Y.: Le roi trésorier. Identité, légitimité et fonction des trésors du roi (France, XIIIe-XIVe siècle).

Les trésors des Médicis: la Florence des Médicis; une ville et une cour d’Europe (Ausstellungskatalog), hg. von C. Acidini Luchinat und M. Scalini, Red. L. Minunno, Paris 2004 [Somogy, 224 S., zahlr. Ill., 30,40 Euro].

Twyman, S.: Papal Ceremonial in Rome in the Twelfth Century, Woodbridge u.a. 2002 (Subsidia, 4) [Boydell, XII + 251 S., kart., graph. Darst., 40 £].

Untertanen, Herrschaft und Staat in Böhmen und im „Alten Reich“. Sozialgeschichtliche Strukturen, hg. von M. Cerman und R. Luft, München 2005 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum, 99) [Oldenbourg, VIII + 380 S., geb., 39,80 Euro].

Uomo e spazio nell’alto medioevo, 2 Bde., Spoleto 2003 (Settimane di studio del Centro Italiano di Studi sull’Alto Medioevo, 50 ) [Centro, kart., XIII + 1117 S., 145 Euro].

Aus dem Inhalt:

Yarza Luaces, J.: La geografia dell’aldilà; Montanari, M.: La foresta come spazio economico e culturale; Rösener, W.: Königshof und Herrschaftsraum: Norm und Praxis der Hof- und Reichsverwaltung im Karolingerreich; Esch, A.: Homo viator: L’esperienza di spazio e distanza.

Die Urbare Abt Hermanns von Niederaltaich, bearb. von J. Klose, 2 Bde., München 2003 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte, 43, 1/2) [Beck, Teilbd. 1: 550 S., Teilbd. 2: 551 S., geb., 8 Tafeln, 49 Euro].

Urrisk-Obertynski, R. M.: Die k.u.k. Leibgarden am österreichisch-ungarischen Hof 1518-1918, Gnas 2004 [Weishaupt, 304 S., geb., 550 größtenteils farb. Abb., 61,80 Euro].

Vistière, L.: Un plan de château français au début du XVIe siècle, in: Bulletin monumental 162 (2004) S. 197-202.

Wagener, O.: Burg Kerpen in der Eifel, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 51-67.

Wagner, V.: Archive am chinesischen Kaiserhof. Geheime Arsenal im Dienst dynastischer Erinnerungspolitik, in: Archivalische Zeitschrift 86 (2004) S. 9-90.

Walsh, R. J.: Charles the Bold and Italy (1467-1477). Politics and Personnel, Liverpool 2005 [Liverpool University Press, XXXIV +478 S., Kart., Ill., 72,50 £].

Künstlerische Wechselwirkungen in Mitteleuropa, hg. von J. Fajt und M. Hörsch, Ostfildern 2005 (Studia Jagiellonica Lipsiensia, 1) [Thorbecke, 480 S., geb., zahlr. Abb., 74 Euro].

Weiss, S.: Claudia de’Medici. Eine italienische Prinzessin als Landesfürstin von Tirol (1604-1648), Innsbruck u.a. 2004 [Tyrolia, 304 S., Ill., 39,80 Euro].

Weissberger, B. F.: Isabel Rules. Constructing Queenship, Wielding Power, Minneapolis u.a. 2004 [Univ. of Minnesota Press, XXVII + 326 S., Ill., 27,30 Euro].

Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven, hg. von D. R. Bauer und M. Becher, München 2003, (Beihefte zur Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Reihe B, 24) [Beck, VI + 472 S., geb., 32 Euro].

Die Welt der Rituale. Von der Antike bis in die Neuzeit, hg. von S. Weinfurter, C. Ambos, S. Hotz und G. Schwedler, Darmstadt 2005 [WBG, 288 S., geb., 15 sw-Abb., 29,90 Euro].

Wieland, C.: Reichskammergericht und Adel, siehe: http://www.zeitenblicke.historicum. net/2004/03/wieland/index.html

Willoweit, D.: Standesungleiche Ehen des regierenden hohen Adels in der neuzeitlichen deutschen Rechtsgeschichte, München 2004 (Bayerische Akademie der Wissenschaften. Phil.-hist. Kl. Sitzungsberichte, 5) [Beck, 197 S., geh., 19,50 Euro].

Winter J. M. van: Festive Meals in the Late Middle Ages. An Essay on Alimentation as a Means of Communication, in: Food & History 1,1 (2003).

Wittmann, H.: Zum Stand der Pfalzenforschung in Sachsen-Anhalt, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 31-53.

Wittmann, H.: Im Schatten der Landgrafen. Studien zur adeligen Herrschaftsbildung im spätmittelalterlichen Thüringen, Köln 2005 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 17) [Böhlau, 576 S., geb., 59,90 Euro].

Wolf, S.: Erfurt im 13. Jahrhundert. Städtische Gesellschaft zwischen Mainzer Erzbischof, Adel und Reich, Köln u.a. 2005 (Städteforschung. Reihe A, 67) [Böhlau, 376 S., geb., 1 farb. Faltkarte, 39,90 Euro].

Wolf, S.: Die Doppelregierung Kaiser Friedrichs III. und König Maximilians (1486-1493). Grundlagen und Probleme habsburgischer Reichsherrschaft am Ende des Mittelalters, Köln 2005 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, 25) [Böhlau, 650 S., geb., 74,90 Euro].

Capetian Women, hg. von K. Nolan, New York u.a. 2004 (The New Middle Ages) [Palgrave Macmillan, 302 S., Ill., 32,50 £].

The World of Emperor Charles V. Proceedings of the colloquium, Amsterdam, 4-6 October 2000, hg. von W. Blockmans und N. Mout, Amsterdam 2004 (Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen. Verhandelingen. Afd. Letterkunde. Nieuwe Reeks, 188) [Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences, VII + 364 S., Ill., 60 $].

Aus dem Inhalt:

Blockmans, W., Mout, N.: The Harvest of a Celebration: What more do we need to know about Charles V after the year 2000?, S.1ff.

The Centre of the Empire

Rodríguez-Salgado, M.: Obeying the Ten Commandments: the First War between Charles V and Francis I, 1520-1529, S. 15ff.; Tracy, J. D.: War Finance and Fiscal Devolution in Charles V’s Realms, S. 69ff.; Marzahl, P.: Communication and Control in the Political System of Emperor Charles V. The First Regency of Empress Isabella, S. 83ff.; Millán, J. M.: Corrientes Espirituales y Facciones Políticas en el Servicio del Emperadof Carlos V, S.97ff.

Integration of the Regions

Muto, G.: A Court without a King. Naples as Capital City in the First Half of the 16th Century, S. 129ff.; Chittolim, G.: Notes sur la politique fiscale de Charles Quint dans le duché de Milan: le ‚nuovo catasto‘ et les rapports entre ville et campagne, S. 143ff.; Pacini, A.: Genoa and Charles V, S. 161ff.; Aerts, E.: Économie, monnaie et société dans les Pays-Bas méridionaux de Charles Quint, S. 201ff.; Goosens, A.: Mourir pour sa foi an temps des réformes dans les Pays-Bas méridionaux, S. 227ff. Sahin-Tóth, P.: A Difficult Apprenticeship. The Integration of Hungary into the Habsburg Monarchy in the 16th Century, S. 247ff.

Constructing the Imperial Image

Becker, U.: Das Bildnis des Kaisers. Zur Entstehung des ganzfigurigen Herrscherporträts, S. 267ff.; Ullrich, U. B.: Karl V. und der Triumph von Bologna: San Petronio als Erinnerungsstätte der Kaiserkrönung von 1530 – ein gescheitertes Projekt, S. 293ff.; Fuchs, M.: Die vielen Gesichter eines Kaisers. Zur Rezeption Karls V. in deutscher Epik und Dramatik, S. 311ff.; Alvar, A.: Spanish Empire Commemorations, S. 337ff.

Wortman, R.: The Russian Coronation: rite and representation, in: The Court Historian 9,1 (2004) S. 15-32.

Yarza Luaces, J.: La nobleza ante el rey: los grandes linajes castellanos y el arte en el siglo XV, Madrid 2003 [Ediciones el Viso, 343 S., 235 Abb., 113 Euro].

Zapperi, R.: Annibale Carracci als Hofmaler des Kardinals Odoarde Farnese, in: Vorträge aus dem Warburg-Haus 7 (2003).

Zeune, J.: Schmachtenberg bei Zeil am Main. Eine hussitenzeitliche Kastellburg, in: Marburger Correspondenzblatt zur Burgenforschung 4 (2003/2004) S. 99-110.

Die Zeit Wenzels (1397-1400), bearb. von U. Rödel, Köln u.a. 2004 (Quellen und Forschungen zur Höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Sonderreihe: Urkundenregesten zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts, 14) [Böhlau, LXVIII + 384 S., geb., 74,90 Euro].

Zivilisationsprozesse. Zu Erziehungsschriften der Vormoderne, hg. von R. Schnell, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 368 S., brosch., 34,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Schnell, R.: Einleitung, S. 3ff.; Schnell, R.: Kritische Überlegungen zur Zivilisationstheorie von Norbert Elias, S. 21ff.; Schnell, R.: Mittelalterliche Tischzuchten als Zeugnisse für Elias’ Zivilisationstheorie?, S. 85ff.; Henkel, N.: Tischzucht und Kinderlehre um 1500. Eine unbekannte deutsche Übersetzung von ‚De facetia mensae‘ des Giovanni Sulpizio Verolano (Johannes Sulpitius Verulanus), S. 153ff.; Ruhe, D.: Erziehung als dialogische Kunst. Die ensenhamens von Garin lo Brun und Arnaut Guilhem de Marsan, S. 169ff.; Schreiner, K.: Bildung als Norm adliger Lebensführung. Zur Wirkungsgeschichte eines Zivlisationsprozesses, untersucht am Beispiel von ‚De eruditione filiorum nobilium‘ des Vinzenz von Beauvais, S. 199ff.; Wunder, H.: Geschlechtsspezifische Erziehung in der Frühen Neuzeit, S. 239ff.; Puff, H.: Lernpraxis und Zivilisationsprozeß in der Frühen Neuzeit, S. 255ff.; Kühlmann, W.: Literarisierung und Zivilisierung. Anmerkungen zur Kulturanthropologie und zu ‚De Civilitate morum puerilium‘ (1530) des Erasmus von Rotterdam, S. 277ff.; Albrecht, C.: Sozialscham, Gruppenzugehörigkeit und Literatur in den französischen Salons des 17. Jahrhunderts, S. 295ff.; Schnell, R.: Macht im Dunkeln. Welchen Einfluß hatten Ehefrauen auf ihre Männer? Geschlechterkonstrukte in Mittelalter und Früher Neuzeit, S. 309ff.

 


Sonstiges

 

 

Tijdschrift Stadsgeschiedenis

Begin 2006 gaat een nieuw tijdschrift van start: Stadsgeschiedenis.

Recente maatschappelijke en historiografische ontwikkelingen hebben ervoor gezorgd dat de geschiedenis van stad, stedelijkheid en thema’s die typisch zijn voor stedelijke samenlevingen, hoog op de agenda staan. De laatste jaren dringen deze ontwikkelingen ook door in het onderwijs en de belangrijke onderzoeksinstellingen. De start van het NWO-programma „Urbanisatie en stadscultuur“ in Nederland en de introductie van vakken en afstudeerrichtingen Stadsgeschiedenis in Vlaanderen, getuigen van deze trend. Met het nieuwe tijdschrift krijgt het groeiend aantal op steden gerichte onderzoekers in Nederland en Vlaanderen nu ook een noodzakelijk wetenschappelijk platform.

Het tijdschrift wil graag vorm geven aan een brede niche voor onderzoek naar en reflectie over stedelijke samenlevingen. De stad wordt daarbij niet opgevat als de toevallige scène waarop bepaalde fenomenen zich afspelen. Een stad is een ruimte waarin heel eigen, contextgebonden ontwikkelingen plaatsvinden. Die ontwikkelingen worden voor een groot deel gegenereerd door de interactie tussen maatschappelijke processen en een stedelijke ruimte, interactie waaruit de specifieke (mentale) structuren ontstaan die we met het begrip ‚stedelijkheid‘ vatten. De stedelijke ruimte zal in het tijdschrift dus een actief onderdeel zijn van het verklaringspatroon van menselijk gedrag.

Interdisciplinariteit wordt een voortdurend aandachtspunt. We kiezen uitdrukkelijk voor een kruisbestuiving van (stads)geschiedenis met disciplines als sociologie, geografie, planologie, archeologie, letterkunde, architectuurgeschiedenis, literatuurgeschiedenis, kunstgeschiedenis, en ga zo maar door. Die ambitie komt duidelijk naar voor uit de samenstelling van de redactie, waarin naast historici ook kunsthistorici, sociale geografen, letterkundigen, archeologen, stedebouwkundigen, architectuurhistorici en sociologen actief betrokken zijn.

Er wordt gefocust op Noordwest Europa, vooral van de Middeleeuwen af. Bijdragen die buiten dit geografische en chronologische kader vallen, kunnen worden opgenomen als de relevantie ervan het strikte onderwerp overstijgt.

 

·        Het tijdschrift is een initiatief van het Centrum voor Cultuur- en Stadsgeschiedenis van de vakgroep Geschiedenis aan de Universiteit Antwerpen.

·        Het zal worden uitgegeven door Uitgeverij Verloren, Hilversum.

·        Het tijdschrift zal twee maal per jaar verschijnen, het eerste nummer begin 2006.

·        Opgenomen stukken dienen in principe Nederlandstalig te zijn (met Engelse en Franse abstracts).

·        Ingezonden artikels mogen maximaal 8000 woorden bevatten.

·        Het gaat om een peer-reviewed-tijdschrift, waarbij alle bijdragen anoniem worden beoordeeld.

·        De bijdragen worden twee jaar na publicatie integraal op het internet raadpleegbaar via „Open Archives“.

·        Bijdragen dienen in een WORD-bestand te worden gestuurd naar Bert De Munck.

·        Richtlijnen voor auteurs kunnen op hetzelfde adres worden aangevraagd.

 

De redactie bestaat uit de volgende leden:

Prof. dr. Claire Billen (Historica, Université Libre de Bruxelles), Prof. dr. Bruno Blondé (Historicus, Universiteit Antwerpen [UA]), Prof. dr. Marc Boone (Historicus, Universiteit Gent [UGent]), Prof. dr. Bert de Munck (Historicus, UA; coördinator), Prof. dr. Sophie de Schaepdrijver (Historica, Pennsylvania State University), Prof. dr. Reindert Falkenburg (Kunsthistoricus, Universiteit Leiden), Drs. Jan Hein Furnée (Historicus, Universiteit Utrecht), Prof. dr. Pim Kooij (Historicus RUGroningen en Wageningen Universiteit), Dr. Clé Lesger (Historicus, Universiteit van Amsterdam [UvA]), Prof. dr. Henk Meert (Sociale en Economische Geografie, KULeuven) , Prof. dr. Herman Pleij (Historische Nederlandse Letterkunde, UvA), Prof. dr. Marcel Smets (Architectuur, Stedenbouw en Ruimtelijke Ordening, KULeuven), Prof. dr. Hugo Soly (Historicus, Vrije Universiteit Brussel), Prof. dr. Peter Stabel (Historicus, UA), Prof. dr. Frans Theuws (Archeoloog, UvA), Prof. dr. Em. Ed Taverne (Architectuurgeschiedenis en urbanisatie, RUGroningen), Prof. dr. Pieter Uyttenhove (Architectuur en stedenbouw, UGent), Prof. dr. Paul van de Laar (Stadsgeschiedenis, Erasmus Universiteit Rotterdam), Prof. dr. Jan Vranken (Sociologie en sociaal beleid, UA), Dr. Michiel Wagenaar (Sociale stadsgeografie, UvA).

 

Kontakt:          Bert de Munck

                        Universiteit AntwerpenDept. Geschiedenis

Stadscampus

S.D.125

                        Grote Kauwenberg 18 

                        B-2000 Antwerpen

                        E-Mail: bert.demunck@ua.ac.be

 

*

 

Eine Adressliste flämischer Mediävisten wird angeboten durch:

                        www.medievistik.nl

 

 

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung, Handbuch III: Textband)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch II: Bilder und Begriffe)

 

Silke Meier

Rudolph-Philipp Sohn

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

 

(postalisch:) Olshausenstr. 40

 

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

 

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84

 

 

 

E-Mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

 

*****

Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 - 42 71 56 16 – Fax [F] 01 - 42 71 56 43

 

E-Mail: direktor@dhi-paris.fr

 

Adresse im Internet: www.dhi-paris.fr



*       Kommission für Kunstgeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften, A-1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 – Obmann: Univ.-Prof. Dr. Artur Rosenauer – Koordination: Dr. Herbert Karner.

[1]       Vgl. etwa die Werke von Jaffé, Philipp: Geschichte des Deutschen Reiches unter Conrad dem Dritten, Hannover 1845 und Giesebrecht, Wilhelm von: Geschichte der deutschen Kaiserzeit 4. Staufer und Welfen, 2. Aufl., Braunschweig 1877, S. 169-363. Maßgeblich bleibt nach wie vor Bernhardi, Wilhelm: Konrad III., Leipzig 1883 (Jahrbücher der deutschen Geschichte). Dem Charakter eines Arbeitsberichtes entsprechend werden hier nur die notwendigsten Literaturangaben angeführt. Zu Konrad sei aber auf Schimmelpfennig, Bernhard: Könige und Fürsten, Kaiser und Papst nach dem Wormser Konkordat, München 1996 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 37), S. 127, und künftig das Literaturverzeichnis bei Böhmer, Johann Friedrich: Regesta Imperii IV. Erste Abteilung: Die Regesten des Kaiserreiches unter Lothar III. und Konrad III. 2. Tl.: Konrad III. 1138 (1093/94)-1152, neubearb. von Jan Paul Niederkorn unter Mitarbeit von Karel Hruza (in Vorbereitung) verwiesen.

[2]       Hausmann, Friedrich: Reichskanzlei und Hofkapelle unter Heinrich V. und Konrad III., Stuttgart 1956 (Schriften der MGH, 14); Ders.: Die Anfänge des staufischen Zeitalters unter Konrad III., in: Probleme des 12. Jahrhunderts, hg. von Theodor Mayer, Konstanz-Stuttgart 1968 (Vorträge und Forschungen, 12), S. 53-78; Monumenta Germaniae Historica. Diplomata regum et imperatorum germaniae 9. Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich, hg. von Friedrich Hausmann, Wien u.a. 1969.

[3]       Die Dissertation (Ziegler, Wolfram: Hof und Herrschaft. Studien zum Königtum Konrads III. [1138-1152], 2 Bde., Diss. Wien 2004) wurde von Peter Csendes und Klaus Lohrmann betreut. Gefördert wurde die Arbeit seitens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durch die Vergabe eines Doktorandenstipendiums. Der Königshof als zentrale Institution hochmittelalterlicher Herrschaft war auch Forschungsgegenstand anderer Arbeiten. Zu nennen sind (in Auswahl): Seltmann, Ingeborg: Heinrich VI. Herrschaftspraxis und Umgebung, Erlangen 1983 (Erlanger Studien, 43); Petke, Wolfgang: Kanzlei, Kapelle und königliche Kurie unter Lothar III. (1125-1137), Köln u.a. 1985 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J.F. Böhmer, Regesta Imperii, 5); Plassmann, Alheydis: Die Struktur des Hofes unter Friedrich I. Barbarossa nach den deutschen Zeugen seiner Urkunden, Hannover 1998 (MGH. Studien und Texte, 20); Hillen, Christian: Curia Regis. Untersuchungen zur Hofstruktur Heinrichs (VII.) 1120-1235 nach den Zeugen seiner Urkunden, Frankfurt am Main u.a. 1999 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 837); Hermann, Oliver: Lothar III. und sein Wirkungsbereich. Räumliche Bezüge königlichen Handelns im hochmittelalterlichen Reich (1125-1137), Bochum 2000 (Europa in der Geschichte. Schriften zur Entwicklung des modernen Europa, 5); Schütte, Bernd: König Philipp von Schwaben. Itinerar-Urkundenvergabe-Hof, Hannover 2002 (Schriften der MGH, 51); Kölzer, Theo: Der Hof Friedrich Barbarossas, hg. von Stefan Weinfurter, Stuttgart 2002 (Mittelalter-Forschungen, 9), S. 220-236.

[4]       Konrads Itinerar erforschte Niederkorn, Jan Paul: Das Itinerar Konrads III., Wien 1980 (Hausarbeit am Institut für Österreichische Geschichtsforschung).

[5]       Aus dem italischen Reichsteil erschien, wohl auch bedingt durch den Umstand, daß Konrad in seiner regulären Regierungszeit keinen Italienzug unternahm, niemand öfter als dreimal bei Hof. Deshalb beschränkt sich die Darstellung auch im zweiten Teil der Arbeit sinnvoller Weise auf die genannten Reichsteile.

[6]       Da die Arbeit deskriptiv orientiert ist, wurde aus arbeitsökonomischen Gründen bei der Behandlung der politischen Akteure der einzelnen Regionen im zweiten Teil der Studie keine Vollständigkeit angestrebt.

[7]       Vgl. Petke, Kanzlei (wie Anm. 3) S. 265.

[8]       Vgl. Bosl, Karl: Die Reichsministerialität der Salier und Staufer. Ein Beitrag zur Geschichte des hochmittelalterlichen deutschen Volkes, Staates und Reiches,  Stuttgart 1950-1951 (Schriften der MGH, 10,1), S. 121.

[9]       Erzbischof Arnold II. von Köln, Kanzler, Erzbischof Albero von Trier, Erzbischof Arnold I. von Köln, Bischof Embricho von Würzburg, Bischof Burchard II. von Worms, Bischof Otto von Freising, Bischof Anselm von Havelberg, Bischof Ortlieb von Basel, Bischof Heinrich von Regensburg, Bischof Hermann von Konstanz, Bischof Werner von Münster, Bischof Eberhard von Bamberg, Bischof Siegfried von Speyer, Bischof Siegfried von Würzburg, Bischof Gunther von Speyer, Bischof Heinrich II. Zdik von Olmütz, Abt Wibald von Stablo und Corvey, Abt Adam von Ebrach, Abt Heinrich I. von Hersfeld, die vier Notare der Kanzlei Heribert, Albert, Arnold A (Altmann?) sowie Heinrich von Wiesenbach, Arnold von Selehofen, Herzog Friedrich II. von Schwaben, Albrecht der Bär, Herzog von Sachsen, Herzog Heinrich Jasomirgott von Bayern, Herzog Friedrich III. von Schwaben, Herzog Konrad von Zähringen, Markgraf Hermann III. von Baden, Pfalzgraf Hermann von Stahleck, Graf Gebhard von Sulzbach, Pfalzgraf Otto I. von Bayern, Markgraf Konrad I. von Meißen und der Niederlausitz, Landgraf Ludwig II. von Thüringen, Graf Ulrich IV. von Lenzburg, Burggraf Gottfried von Nürnberg, Burggraf Poppo von Würzburg, Graf Sizzo III. von Käfernburg, Graf Berthold von Henneberg, Graf Hermann II. von Winzenburg, Graf Adolf II. von Berg, Graf Otto von Rheineck, Graf Hermann I. von Kuyk, Markward II. von Grumbach, Walter von Lobenhausen, Tibert von Spielberg, Konrad Prîs, Arnold von Rothenburg, Tibert von Lindach.

[10]     Es handelt sich dabei um Kanzler Arnold von Wied, Bischof Embricho von Würzburg, Bischof Burchard II. von Worms, Bischof Otto von Freising, Bischof Anselm von Havelberg, Abt Wibald von Stablo und Corvey, Herzog Friedrich II. von Schwaben, Albrecht der Bär und Herzog Heinrich Jasomirgott von Bayern.

[11]     Ziegler, Hof (wie Anm. 3) S. 594ff., 603ff. und 631ff.

[12]     Ebd.,S. 628-630.

[13]     Vgl. etwa Monumenta Germaniae Historica. Diplomata regum et imperatorum Germaniae 9 (wie Anm. 2) Nr. 118 für das Domstift Goslar. Zudem dürfte Konrad seinem gleichnamigen babenbergischen Halbbruder dessen Stellung als Archidiakon in Goslar verschafft haben, siehe Heinemann, Wolfgang: Das Bistum Hildesheim im Kräftespiel der Reichs- und Territorialpolitik vornehmlich des 12. Jahrhunderts, Hildesheim 1968 (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, 72), S. 170, und Goetting, Hans: Das Bistum Hildesheim 3. Die Hildesheimer Bischöfe von 815 bis 1221 (1227), Berlin u.a. 1984 (Germania Sacra. NF, 20; Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz), S. 355.

[14]     S. Jakobi, Franz-Josef: Wibald von Stablo und Corvey (1098-1158). Benediktinischer Abt in der frühen Stauferzeit, Münster 1979 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, 10; Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung, 5), S. 69ff.

[15]     Goetting, Bistum (wie Anm. 13) S. 363.

[16]     Zur Wahl Konrads siehe Schmidt, Ulrich: Königswahl und Thronfolge im 12. Jahrhundert, Köln u.a. 1987 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J.F. Böhmer, Regesta Imperii, 7), S. 81-85; Vones-Liebenstein, Ursula: Neue Aspekte zur Wahl Konrads III. (1138). Dietwin von Santa Rufina, Albero von Trier, Arnold von Köln, in: Köln. Stadt und Bistum in Kirche und Reich des Mittelalters. FS für Odilo Engels zum 65. Geburtstag, hg. von Hanna Vollrath und Stefan Weinfurter, Köln u.a. 1993 (Kölner Historische Abhandlungen, 39), S. 323-348; Pauler, Roland: War König Konrads III. Wahl irregulär?, in: DA 52 (1996) S. 135-159; Lubich, Gerhard: Beobachtungen zur Wahl Konrads III. und ihrem Umfeld, in: Historisches Jahrbuch 117/2 (1997) S. 311-339.

*       Mag. Dr. Wolfram Ziegler, Paulinengasse 6, A-1180 Wien.

*       Dr. Karsten Plöger, Deutsches Historisches Institut London, 17 Bloomsbury Square, GB-London WC1A 2NJ.

*       Dr. Oliver Auge, Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Domstr. 9a, D-17487 Greifswald.

*       Wir nennen auch Kolloquien, Tagungen, Jubiläen, die bereits stattgefunden haben, uns aber erst verspätet zur Kenntnis gelangten, damit Interessierte zumindest über die angegebenen Kontaktadressen auch im Nachhinein noch Näheres erfahren können.

*       Dipl.-Kfm. Dr. phil. Ulf Christian Ewert, TU Chemnitz, Philosophische Fakultät. Fachgebiet Geschichte/Geschichte des Mittelalters, Reichenhainer Str. 39, D-09126 Chemnitz.

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