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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

Jahrgang 14 (2004) Nr. 2


 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

 

Jahrgang 14 (2004) Nr. 2

 

 

Residenzen-Kommission

 

Arbeitsstelle Kiel


 

ISSN 0941-0937

 

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

 

Titelvignette:

Die Hofordnung Herzog Philipps des Guten von 1458
Arbeitsexemplar des Hofmeisterbüros, Verzeichnis der „Eschançonnerie“ (Mundschenkenamt) mit signierten Nachträgen aus den Jahren 1461-1467
Lille, ADN, B 3376, Nr. 113545, fol. 9r
Photographie: Sébastien Hamel
Siehe künftig:
Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund, Bd. 1: Philipp der Gute, hg. von Holger Kruse und Werner Paravicini, Ostfildern: Thorbecke 2004 (Instrumenta, 15), hier Nr. 20, §§ 185-206

 

 



Inhalt

 

 

Vorwort...................................................................................................................................... 7

Josef Fleckenstein 1919-2004..................................................................................................... 9

Neues Kommissionsmitglied: Andreas Ranft (mit Bibliographie)................................................... 11

Aus der Arbeit der Kommission................................................................................................. 15

20. Sitzung der Residenzen-Kommission am 27. September 2004.......................................... 15

Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Teil 3:
Textband............................................................................................................................... 18

Anmeldung zur Mitarbeit (Anmeldeformular)........................................................................... 22

Kolloquiumsberichte.................................................................................................................. 23

Der Hof und die Stadt – La Cour et la Ville
von Harm von Seggern, Kiel.................................................................................................. 23

Der Rittersaal der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz Iburg,
von Susanne Tauss, Osnabrück.............................................................................................. 32

Das Gehäuse der Macht,
von Jan Hirschbiegel, Kiel, und Werner Paravicini, Paris......................................................... 34

Places of Power, Orte der Herrschaft, Lieux du Pouvoir,
von Caspar Ehlers, Göttingen................................................................................................. 38

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen............................................................................................ 41

Buchvorstellungen...................................................................................................................... 77

Handbuch der Kulturwissenschaft, hg. von Friedrich Jaeger u.a., 3 Bde,
Stuttgart u.a. 2004,

von Jörg Wettlaufer, Kiel....................................................................................................... 77

Neuerscheinungen...................................................................................................................... 81

Sonstiges................................................................................................................................... 97

Jan Thorbecke Verlag: Reihe Residenzenforschung..................................................................... 99

Die Arbeitsstelle Kiel............................................................................................................... 101

 

 

*****

 

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 2005), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.


 

 


Vorwort

 

 

Ernst beginnt dieses Heft. So wie wir ehemals des Todes unseres Gründers Hans Patze gedacht haben (Heft 5, 1995, Nr. 2, S. 5-8) und seines Kollegen Hartmut Boockmann (Heft 8, 1998, Nr. 2, S. 5-8), so müssen wir nun des Kommissionsmitglieds Josef Fleckenstein gedenken, der am 4. November gestorben ist. Wir alle stehen unter dem Gesetz von Vergehen und Werden. Gleichzeitig wird die Aufnahme von Andreas Ranft in die Kommission angezeigt.

 

Noch sind für den zweiten Teil unseres Handbuches („Bilder und Begriffe“) nicht alle Manuskripte eingetroffen – und könnten Sie, lieber Leser, unsere vielen Mahn-, Bitt-, und sonstigen Schreiben lesen, Sie hätten eine schöne Sammlung zur Verfügung für ähnliche Gelegenheiten, von denen es immer zuviel gibt, aber seien wir nicht undankbar, manche lassen sich sogar noch am porteépée packen, es wird schon, Sie werden sehen – also die Manuskripte sind noch nicht alle eingetroffen, da präsentieren wir schon den Plan für den dritten und letzten Teil und bitte um Kritik und Mitarbeit (siehe unten S. 18). Wie soll dieser Teil eigentlich heißen? „Textband“ allein kann ja kaum mehr als ein Arbeitstitel sein, denn wir wollen doch bei der Zweigliedrigkeit bleiben: nach „Höfe und Dynastien“ und „Bilder und Begriffe“ nun – ja was? „Texte und Typen“ ist wohl mißverständlich, denn um diese Typen da an der Straßenecke geht es ja nicht. „Texttypen“ wäre nur einfach. „Typen von Texten“? Damit wir nicht einen hochbezahlten „Texter“ einstellen müssen, senden Sie uns bitte Ihre Vorschläge – aber nicht nur zum Titel, per favore, sondern auch zu unserer Liste, die wir indes knapp gehalten haben, damit der Band etwas weniger aufschwelle als seine Vorgänger. Und muten Sie noch einen dritten (und letzten) effort zu, raffen Sie sich auf, schreiben Sie sich ein, es gibt S. 22 sogar ein Formular, mit dem das ganz leicht geht, gleichsam von selbst. Denn wieder ist der Zeitplan eng, eine Funktion der zeitlich begrenzten Mäzenatenspende, hier der uns großartig unterstützenden Fritz Thyssen Stiftung: bis zum 30. Juni des nächsten Jahres muß die Arbeit verteilt sein, ein Jahr später, 30. Juni 2006 sollen alle Artikel vorliegen, Ende 2006 muß das Manuskript druckreif sein. Quod di bene vortant! Aber eigentlich geht es nicht um die Götter, sondern um Sie, werter Leser.

 

Ansonsten drängeln sich die Publikationen, Kolloquien und Ausstellungen wie die Karpfen bei der Fütterung im Teich. Wir haben stets gewußt und gewünscht, daß die Beschäftigung mit Hof und Residenz die notwendige Breite erhalte. So gibt es in diesem Heft nicht nur Berichte über unser eigenes Symposium in Halle (S. 23) und die von uns veranstaltete Sektion auf dem Kieler Historikertag (S. 34), sondern S. 38 auch über die umfassende Tagung im Max-Planck-Institut in Göttingen, die Caspar Ehlers veranstaltet hat, dem die dortige Pfalzenforschung anvertraut ist: Göttingen nimmt auf diesem Gebiet weiterhin zentralörtliche Funktionen wahr. Aber auch in Iburg ging es um Residenzen (S. 32). Zwei Bände unserer Reihe sind erschienen (Volker Hirsch über den Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen, unser Neuburger Symposium „Der Fall des Günstlings“, siehe S. 83), drei weitere sind in Druck und in Vorbereitung. Mit den Verantwortlichen des Tagungsortes Gottorf/Schleswig, wo es im Jahre 2006 um die „Hofwirtschaft“ gehen soll (worüber mehr im nächsten Heft), sind erfreuliche Gespräche geführt und Verabredungen getroffen worden, und im Hintergrund lockt schon Wien oder das idyllische Coburg – aber darauf müssen wir noch ein wenig warten, bis zum Jahre 2008, voraussichtlich.

 

Lehrreiche Lektüre einstweilen wünscht

Ihr

Werner Paravicini



Josef Fleckenstein

 

18. Februar 1919 - 4. November 2004

 

 

Nach langen Jahren des Leidens, gebeugt unter der Last des Alters, ist unser Kommissionsmitglied Prof. Dr. Josef Fleckenstein am 4. November 2004 gestorben – wenige Monate nur nach seiner Frau, die ihm unentbehrliche Stütze gewesen war. Nun ist das Haus in Nikolausberg über Göttingen verwaist, aber vier Söhne tragen den Namen in die Zukunft. Von Anbeginn an hat der Verstorbene der Residenzen-Kommission angehört, hat ihr von Seiten der Göttinger Akademie, deren Präsident er mehrfach gewesen ist, über die schwierige Zeit nach dem Ausfall des Gründers Hans Patze hinweggeholfen. Seit vielen Jahren konnte er nicht mehr an ihren Sitzungen und Symposien teilnehmen. Schon das Geburtstagsfest am 18. Februar 1999, als der Unterzeichnete ihm in der Alten Aula zu Göttingen den Festvortrag hielt und sein Schüler und Kommissionskollege Thomas Zotz die Laudatio, ist eine Abschiedsfeier gewesen.

 

Was bleibt? Die Erinnerung an einen großen Gelehrten, bedeutenden Organisator, charaktervollen Mann. Der Schüler Gerd Tellenbachs war in der Nachfolge von Hermann Heimpel (bei dem er noch in Leipzig studiert hatte, den er aber auch als einer der ersten seiner Haltung ab 1933 wegen in Frage stellte) von 1971 bis 1987 Direktor der Mittelalterabteilung des Max-Planck-Instituts für Geschichte in Göttingen. In dieser Zeit hat er die Forschungen über Adel und ritterlich-höfische Kultur erneuert: Die Kolloquien über „Herrschaft und Stand. Untersuchungen zur Sozialgeschichte im 13. Jahrhundert“ (erschienen 1977), „Das ritterliche Turnier im Mittelalter. Beiträge zu einer vergleichenden Formen- und Verhaltensgeschichte des Rittertums“ (1985) und „Curialitas. Studien zu Grundfragen der höfisch-ritterlichen Kultur“ (1990), dazu das Reichenau-Kolloquium über „Die geistlichen Ritterorden Europas“ (1980) sind wahre Meilensteine der Forschung gewesen; auch das ihm von seinem Schüler Werner Rösener gewidmete Kolloquium „Jagd und höfische Kultur im Mittelalter“ (1997) gehört noch in diese Reihe. Das bittere Alter kam jedoch so früh, daß Josef Fleckenstein die von ihm angekündigte große Darstellung des hochmittelalterlichen Rittertums nicht mehr schreiben konnte. Eine knappe Lesefassung, für das Spätmittelalter ergänzt von Thomas Zotz, erschien im Jahre 2002 unter dem Titel „Rittertum und ritterliche Welt“. Die einschlägigen Aufsätze „Vom Rittertum im Mittelalter. Perspektiven und Probleme“ (Bibliotheca eruditorum, 19) liegen seit 1997 gesammelt vor, darin nicht Enthaltenes findet sich, ebenfalls mit knappen Nachträgen, in der allgemeinen Aufsatzsammlung, die 1989 erschien: „Ordnungen und formende Kräfte des Mittelalters“. Die ihm gewidmete Festschrift „Institutionen, Kultur und Gesellschaft im Mittelalter“, 1984 herausgegeben von Lutz Fenske, Werner Rösener und Thomas Zotz, enthält nicht nur seine Bibliographie nach dem damaligen Stand, sondern bezeugt auch im Spiegel von Beiträgen der Schüler und Freunde seine anderen Interessen und Verdienste: Er war ein allgemeiner Historiker, kein enger Spezialist. Seine Beiträge zum „Gebhardt“ (1973) und seine Darstellung von „Grundlagen und Beginn der deutschen Geschichte“ (1974) zeigen es. Der Hof aber hat ihn von Anfang an beschäftigt. Über „Die Hofkapelle der deutschen Könige“ in karolingischer und ottonisch-salischer Zeit (2 Bände, 1959, 1966) ist er zur ritterlichen Kultur gekommen, und dahin wiederum hatte ihn seine Dissertation über „Die Bildungsreform Karls des Großen“ (1953) geführt.

 

Er hat in vielen Gremien mit seiner großen Erfahrung und Umsicht gewirkt. Nicht nur die Max-Planck-Gesellschaft und die Göttinger Akademie verdanken ihm viel. Der Konstanzer Arbeitskreis denkt gerne an seine Präsidentschaft zurück, in Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main ist der Universitätslehrer unvergessen, das Deutsche Historische Institut Paris erinnert sich des förderlichen Mitglieds in seinem wissenschaftlichen Beirat während der Jahre 1980 bis 1991.

 

Immer wieder schlägt die Stunde des Abschieds. Noch sehe ich ihn als neuen Professor durch die Halle der Freiburger Universität wehen, umgeben von Gefolge. Später begegnete ich dem bedächtigeren, fordernden Direktor im Hermann-Föge-Weg. Schließlich erlebte ich den nach Worten ringenden Jubilar. Auch dieser Moment war eine Lehrstunde jener Menschlichkeit, die ihn stets ausgezeichnet hat.

 

Werner Paravicini, Paris


Neues Kommissionsmitglied: Andreas Ranft

 

 

Die Residenzen-Kommission hat in ihrer 20. Sitzung zu Halle an der Saale am 27. September 2004 Herrn Prof. Dr. Andreas Ranft, Halle, zu ihrem neuen Mitglied gewählt; die Göttinger Akademie hat am 29. Oktober. 2004 die Berufung ausgesprochen; der Gewählte hat die Wahl angenommen. Damit ergänzt sich die Kommission um einen Gelehrten, der sowohl in der Stadtgeschichte als auch in der Adelsgeschichte zu Hause ist, Organisationstalent bewiesen hat, ein eigenes Residenzenprojekt auf den Weg brachte und außerdem in geeigneter Weise ein weiteres „neues“ Bundesland, nämlich Sachsen-Anhalt, repräsentiert, das damit Mecklenburg-Vorpommern in der Person von Herrn Spieß (Greifswald) an die Seite tritt – was aber nicht besagen will, daß die Herren etwa keine nationale und internationale Perspektive hätten.

 

Der Stadtgeschichte, hier dem Stadthaushalt von Lüneburg, war die Dissertation bei Hartmut Boockmann in Kiel gewidmet, die Habilitationsschrift ebendort den Adelsgesellschaften. Die Beschäftigung mit ihnen führte in die niederadlige Welt des späten Mittelalters und zu weiterführenden Vorträgen und Aufsätzen zu Turnier, Wappen, Hausbüchern und dergleichen bedeutenden Curiosa mehr, die die soziale Wirklichkeit und Imagination zu beleuchten im Stande sind. Der Ruf nach Halle aber hatte nicht nur den ehrenvollen Vorsitz der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt zur Folge, sondern auch die Entstehung einschlägiger Projekte: zu den mitteldeutschen Stadtbüchern, zu den mitteldeutschen Residenzen. Daneben wurde 2002 noch schnell der Deutsche Historikertag organisiert (mit einer eigenen, bereits veröffentlichten Sektion zur Stadtzerstörung) und 2004 mit der Residenzen-Kommission zügig das Symposium zum Thema „Der Hof und die Stadt“. Das hier nachfolgende Schriftenverzeichnis erlaubt, genauer zu zitieren und breitet Reichtum aus. Die Kommission aber freut sich über ihr neues Mitglied und heißt es herzlich willkommen.

 

Werner Paravicini, Paris

 

 

Schriftenverzeichnis Andreas Ranft

Stand: 25. November 2004

 

Monographien

 

Der Basishaushalt der Stadt Lüneburg in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Zur Struktur der städtischen Finanzen im späten Mittelalter, Göttingen 1987 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 84).

[zusammen mit Holger Kruse und Werner Paravicini] Ritterorden und Adelsgesellschaften im spätmittelalterlichen Deutschland. Ein systematisches Verzeichnis, Bern u.a. 1991 (Kieler Werkstücke, Reihe D: Beiträge zur europäischen Geschichte des Spätmittelalters, 1).

Adelsgesellschaften. Gruppenbildung und Genossenschaft im spätmittelalterlichen Reich, Sigmaringen 1994.

[hg. mit Markus Meumann] Traditionen – Visionen. 44. Deutscher Historikertag in Halle an der Saale 2002. Berichtsband, München 2003.

[hg. mit Stephan Selzer] Städte aus Trümmern. Akten der epochenübergreifenden gleichnamigen Sektion des 44. Historikertages in Halle, Berlin 2004.

[hg. mit Matthias Meinhardt] Städtische Sozialtopographie des Mittelalters aus historischer und archäologischer Sicht. Akten des gleichnamigen Hallischen Kolloquiums, Berlin
2004 (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 1) [im Druck].

 

Sammelbände

 

Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen und Anhalt.

Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts (im Auftrag der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt).

[zusammen mit Monika Neugebauer-Wölk] Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

[zusammen mit Klaus Krüger und Holger Kruse] Werner Paravicini, Menschen am Hof der Herzöge von Burgund. Gesammelte Aufsätze, Stuttgart 2002.

 

Aufsätze und Beiträge

 

Der Warleberger Hof: Adel in Kiel, in: Festgabe der Universität zur 750jahrfeier der Stadt Kiel, Neumünster 1992.

Stadt und Adel im späten Mittelalter. Ihr Verhältnis am Beispiel der Adelsgesellschaften, in: Die Kraichgauer Ritterschaft in der frühen Neuzeit, hg. von Stephan Rhein, Sigmaringen 1993 (Melanchthonschriften der Stadt Bretten, 3).

Turnieje drobnej Szlachty w Pozno sredniowiecznym Panstwie niemieckim, in: Schriften des Instituts für Archäologie und Ethnologie, Lodz 1993 (Polnische Akademie der Wissenschaften).

Die Turniere der Vier Lande: genossenschaftlicher Hof und Selbstbehauptung des niederen Adels, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 142 (1994).

Art. „Ritterbünde, -gesellschaften“, in: Lexikon des Mittelalters VII, 1995.

Feste des deutschen Adels am Ausgang des Mittelalters. Form und Funktion, in: Il Tempo libero. Economia e Società secc. XIII-XVIII, bearb. von Simonetta Cavaciocchi, Prato 1995 (Serie II – Atti delle „Settimane di Studi“ e altri Convegni 26, Istituto internazionale die Storia Economica F. Datini, Prato).

Reichsreform als Adelsreform?, in: Reform von Kirche und Reich zur Zeit der Konzilien von Konstanz (1414-1418) und Basel (1431-1449), hg. von Alexander Patschovsky, Konstanz 1995.

Lübeck um 1250: eine Stadt im „take off“. Wirtschaft, Gesellschaft, Verfassung und Politik einer expandierenden Stadt, in: Die europäische Stadt um 1250, hg. von Wilfried Hartmann, Regensburg 1995 (Schriftenreihe der Universität Regensburg, 23).

Städtisches Finanzgebahren und -management am Ende des Mittelalters anhand der Rechnungsbücher norddeutscher Städte. Ein Beitrag zur internationalen Tagung „Finances publiques et privées au bas moyen age“ der Universitäten Gent und Louvain-la-Neuve, in: Finances publiques et privées au bas moyen âge, hg. von Walter Prevenier und Marc Boone, Gent 1995.

Art. „Schwanenorden“, in: Lexikon des Mittelalters VII, 1995.

Einer von Adel. Zu adligem Selbstverständnis und Krisenbewußtsein im 15. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 263 (1996).

Ritterorden und Rittergesellschaften im Spätmittelalter. Zu Formen der Regulierung und Internationalisierung ritterlich-höfischen Lebens in Europa, in: Militia Sancti Sepulcri. Idea e istituzioni. Atti del colloquio internazionale, hg. von Kaspar Elm und Cosimo D. Fonseca, Vatican 1998.

Katharina von Bora, die Lutherin – eine Frau von Adel, in: Mönchshure und Morgenstern. Katharina von Bora, die Lutherin – im Urteil der Zeit, Wittenberg 1999 (Wittenberger Sonntagsvorlesungen). Wiederabdruck in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 50 (2002).

Die Besucherstruktur der spätmittelalterlichen Messen. Eine Problemskizze, in: Fiere e mercati nella integrazione delle economie europee secc. XIII-XVIII (Serie II – Atti delle „Settimane di Studi“ e altri Convegni 32, Istituto internazionale di Storia Economica F. Datini, Prato), Florenz 2001.

Mediävistik in Halle um 1900: Die Historiker Ernst Dümmler und Theodor Lindner, in: Halle und die Deutsche Geschichtswissenschaft um 1900. Beiträge des Kolloquiums „125 Jahre Historisches Seminar an der Universität Halle“ am 4./5. November 2000, hg. von Werner Freitag, Halle 2002 (Studien zur Landesgeschichte, 5).

Repräsentation dynamischer Strukturen in Stadtbuchquellen als Problem historisch-kritischer Editionsarbeit, in: Quellenvielfalt und editorische Methoden, hg. von Matthias Thumser und Janusz Tandecki, Torun 2003.

[zusammen mit Matthias Meinhardt] Das Verhältnis von Stadt und Residenz im mitteldeutschen Raum. Vorstellung eines Forschungsprojektes der Historischen Kommission für Sachsen- Anhalt, in: Sachsen und Anhalt 24 (2003).

Stadt und Katastrophe. Bericht zum Thema, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte, Heft 1 (2003).

Spätmittelalterlicher Hof und adliges Reisen, in: Das kommt mir Spanisch vor. Eigenes und Fremdes in den deutsch-spanischen Beziehungen des späten Mittelalters, hg. von Klaus Herbers und Nikolas Jaspert, Münster 2004 [im Druck].

Die Hofesreise im Spätmittelalter, in: Grand Tour. Adliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert, hg. von Werner Paravicini, Sigmaringen 2003 [im Druck].

Nobiltà, corti, residenze nell’Impero tardomedioevale, in: Stato della ricerca e prospettive della medievistica tedesca, hg. von Michael Matheus und Girolamo Aranaldi, Rom 2005 (Nuovi Studi Storici) [Manuskript abgeschlossen].

 

 

 

 



Aus der Arbeit der Kommission

 

 

Die 20. Sitzung der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen fand am 27. September 2004 in Halle an der Saale von 20:30 bis 0.30 Uhr statt. Hier sind die wesentlichen Feststellungen und Beschlüsse:

 

1.         Handbuch

1.1.      Dynastisch-topographischer Band

                        Rezensionen liegen vor von Heinz Thomas in der F.A.Z. vom 14. Januar 2004 und von Christian Hillen über H-Soz-u-Kult vom 16. April 2004 (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-2-116).

                        Online-Veröffentlichung: Im Konsens mit dem Verlag wurde entschieden, für eine Online-Veröffentlichung eine substantielle Auswahl der Artikel des Handbuches vorzusehen, die ca. 125 Artikel umfaßt. Im einzelnen sollen die Dynastien A. Habsburg, A. Luxemburg und A. Wittelsbach sowie die Hofartikel B.3. Meißen, B.4.2. Elten, B.5. Deutscher Orden und B.6. Johannitermeister mit sämtlichen Querverweisen online gestellt und durch Hypertext miteinander verbunden werden. Nach Vorliegen aller Bände des Handbuchs soll eine Veröffentlichung auf CD erfolgen. Dr. Wettlaufer informiert über die Nutzung eines durch ihn erstellten und über die Website der Residenzen-Kommission zugänglichen elektronischen Indexes, der es nunmehr ermöglicht, in allen Teilen des dynastisch-topographischen Handbuches nach jedweden Begriffen zu suchen. Angezeigt werden Band- und Seitenzahl gefundener Begriffe, die ein gezieltes Nachschlagen in der Druckversion ermöglichen, siehe im Internet unter der Adresse http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/hbindex.php

1.2.      Bilder und Begriffe

                        Letzter Abgabetermin war der 15. Oktober des Jahres. Sollte es nicht gelingen, durch Erinnerungen und Mahnungen alle externen Autoren bis zum Ende des Jahres zur Abgabe ihrer Artikel bewegen zu können, könnte der geplante Veröffentlichungstermin zum Oktober 2005 in Gefahr geraten. Die anwesenden Mitglieder der Residenzen-Kommission werden gebeten, vorliegende Texte zur Revision durchzusehen und übernehmen dies zu gleichen Teilen.

1.3.            Textband

Auf Empfehlung von Prof. Schubert wird beschlossen, dem geplanten Dachartikel zu „Schriftlichkeit und Mündlichkeit bei Hof“ zur institutionalisierten Kommunikation einen weiteren Dachartikel hinzuzufügen: „Formen pragmatischer Schriftlichkeit bei Hof“, der einen großen Teil der ursprünglich vorgesehenen Stichworte aufnehmen könnte, ohne daß diese Quellenarten jeweils einzeln behandelt werden müßten.

Die Struktur des Textbandes soll möglichst einfach, also alphabetisch angelegt sein.

Weitere Materialien siehe unten S. 18ff., insbes. die Liste der Stichworte des Textbandes.

 

2.         Residenzenforschung

2.1.      Volker Hirsch: Der Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478). Verwaltung und Kommunikation, Wirtschaftsführung und Konsum, Ostfildern 2004 (Residenzenforschung, 16) liegt vor.

2.2.      Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. 8. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neuburg an der Donau, 21.-24. September 2002, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini, Ostfildern 2004 (Residenzenforschung, 17) liegt vor.

2.3.      Andreas Bihrer: Der Konstanzer Bischofshof im 14. Jahrhundert. Herrschaftliche, soziale und kommunikative Aspekte (Residenzenforschung, 18) befindet sich im Satz.

2.4.      Cornell Babendererde: Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters (Residenzenforschung, 19). Die Autorin hat den Text inhaltlich überarbeitet und revidiert ihn derzeit formal. Danach wird das Manuskript dem Verlag zur Kalkulation vorgelegt.

            2.5.      Ingrid Kasten, Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg. An dem Projekt wird festgehalten.

            2.6.      Ellen Widder, Mittelalterliche deutsche Hofordnungen. Die Arbeit an der Edition hat auch durch die Aufnahme in die Lehre Fortschritte gemacht. Demnächst wird ein Drittmittelantrag gestellt.

2.7.      Hof und Theorie. Annäherungen an ein historisches Phänomen, hg. von Reinhardt Butz, Jan Hirschbiegel und Dietmar Willoweit, Köln u.a. 2004 (Norm und Struktur, 22). Der mit einem Druckkostenzuschuß in Höhe von 1000 Euro durch die Residenzen-Kommission geförderte Band liegt vor.

 

3.         MRK

Vors. referiert die Ergebnisse der Historikertagssektion der Residenzen-Kommission „Das Gehäuse der Macht“ (siehe den Tagungsbericht in H-Soz-u-Kult unter der Adresse http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=469 und unten S. 34). Die Vorträge der Sektion werden als Sonderheft 7 der MRK im Druck erscheinen.

 

4.         Symposien

3.1.      Halle 2004: „Hof und Stadt“ – siehe unten S. 23.

3.2.      Gottorf/Schleswig 23.-26. September 2006: „Hofwirtschaft“ – Vors. trägt die positiven Ergebnisse erster Besprechungen im Sommer des Jahres in Schleswig mit Prof. Guratzsch, Prof. von Carnap-Bornheim und Prof. Witt vor. Landesmuseum und Landesarchiv werden das Symposium gerne beherbergen. Programmentwurf und Aufruf sollen in den MRK 15,1 publiziert werden.

3.3.      2008 (Thema noch nicht festgelegt) – eine Wiener Forschergruppe um den Kunsthistoriker Prof. Rosenauer, die bereits zu Beginn des Jahres Kontakt zur Residenzen-Kommission/Prof.es Albrecht und Fouquet in Kiel aufgenommen hatte, hat durch den wiss. Mitarbeiter Dr. Karner, der zum Symposium nach Halle kam, den Vorschlag unterbreitet, ein Symposium in Wien abzuhalten. Prof. Moraw schlägt als größeres Thema „Vorbilder und Konkurrenz“ vor, das sich den hierarchisch gegliederten Strukturen der Residenzen und Residenzlandschaften widmete. Der Forschergruppe, die sich der Wiener Hofburg angenommen hat, wird Gelegenheit gegeben, sich in den MRK 15,1 vorzustellen.

3.4.      Beteiligung der Residenzen-Kommission an fremden Tagungen:

- Scharfenberg bei Dresden, 19.-21. November 2004: „Hof und Macht“ (Veranstalter: Butz, Hirschbiegel, Melville) – eine Beteiligung erfolgt durch Vors., der die Übernahme der Zusammenfassung zugesagt hat.

- Wien, 1.-4. Dezember 2004: Kolloquium der Hofforschungsgruppe der Akademie (Veranstalter: Klingenstein) – eine Beteiligung durch den Vors. mußte aus Zeitgründen abgesagt werden.

- Ziesar, 11.-12. November 2005: „Residenzbildung in geistlichen Territorien Nordostdeutschlands“ (Veranstalter: Heimann, Neitmann) – Vors. hat zugesagt, die Einleitung zu übernehmen. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Residenzen-Kommission organisiert.

- Villa Vigoni 2007: „Europäische Fürsten“ (Veranstalter: Spieß).

 

4.         Weitere Kommissionsmitglieder

Als weiteres Mitglied wurde gewählt Prof. Ranft/Halle, siehe oben S. 11.

 

5.         Verschiedenes

5.1.      Vors. gibt bekannt, daß der Begleitende Ausschuß der Residenzen-Kommission extern vor geraumer Zeit aufgelöst worden ist. Die Akademie(n) gehe(n) zu anderen Verfahren über. Im nächsten Jahr werde eine Evaluation der Arbeit der Kommission durch vier noch zu bestimmende Forscher erfolgen.

5.2.      Vors. teilt mit, daß das Bomann-Museum in Celle ein Residenz-Museum plant und um konzeptionelle Unterstützung durch die Residenzen-Kommission gebeten hat.

5.3.      Reiseberichte: Vors. teilt mit, daß er sich um eine Fortführung der Bibliographien durch die Historischen Auslandsinstitute bemüht.

5.4.      Termin der nächsten Sitzung: 10. Oktober 2005, 11:00 Uhr in den Räumen der Akademie in Göttingen.

 

Werner Paravicini, Paris

 


Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

Textband

 

 

I) Konzeptionelle Überlegungen

 

In dem 1995 von der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen auf ihrer 8. Sitzung beschlossenen Langzeitprogramm wurde als Zielvorstellung formuliert, „Grundlagen zu schaffen für die wissenschaftliche Beschäftigung mit den lange vernachlässigten Phänomenen der Höfe und Residenzen als neuen politischen, sozialen und kulturellen Zentren im Reich des späten Mittelalters, von 1200 bis 1600, unter Einschluß der beträchtlichen Wirkungen bis hin zur Gegenwart“. Zu diesem Zweck sollte „eine erste Synthese in Handbuchform vorgelegt werden“, der ein systematisches Handbuch in Einzelbeiträgen, ein Textbuch und ein Bildband folgen sollten[1].

 

Inzwischen ist als „erste Synthese“ der dynastisch-topographische Teil des Handbuches als Band 15/I,1-2 in der Reihe Residenzenforschung erschienen[2]. In zwei Bänden sind mit Hilfe von 200 Autoren aus dem In- und Ausland etwa 600 mit Quellen- und Literaturangaben versehene Artikel auf XXXIII + 915 + 721 S. versammelt. Ausgehend von den in der Zeit um 1500 herrschenden Dynastien sind alle geistlichen (Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte und Äbtissinnen, einzelne Pröpste) und weltlichen (Herzöge, herzogsgleiche Markgrafen, [Pfalz-, Land-] Grafen) Reichsfürsten(tümer) mit ihren Höfen und Residenzen unter Einschluß konkurrierender geistlicher und weltlicher Herrscher erfaßt. Zudem wird die Reihe der Höfe der im Reich herrschenden Könige von 1198 (Philipp von Schwaben) bis 1657 (Ferdinand III.) dargestellt.

 

Die Vorbereitungen für den zweiten Teil „Bilder und Begriffe“ – die zusammenfassende Umsetzung des geplanten systematischen Handbuches und des Bildbandes – sind abgeschlossen. Hier werden Architektur und Organisation von Hof und Residenz zum ersten Mal nach funktionalen Gesichtspunkten gegliedert systematisch erfaßt und dargestellt. Gedacht ist dabei sowohl an Illustrationen der im dynastisch-topographischen Handbuch verzeichneten fürstlichen Residenzen und Höfe als auch an nach chronologischen und funktionalen Gesichtspunkten gegliederte Darstellungen fürstlichen Herrschens und Wohnens im späten Mittelalter in Bild und Text[3].

 

Das Textbuch, das einschlägige schriftliche Quellen versammelt, wird sich den vorangegangenen Teilen des Handbuches in dreierlei Hinsicht anschließen: sachlich, was die zu behandelnden Gegenstände Hof und Residenz betrifft, räumlich, was den in den Blick zu nehmenden historischen Raum angeht, und zeitlich, was den zu behandelnden Zeitraum anbelangt[4].

Wie der dynastisch-topographische Teil des Handbuches Dynastien, Höfe und Residenzen in ihren Zusammenhängen vorstellt und der Teil „Bilder und Begriffe“ materielle Hinterlassenschaften wie oben ausgeführt beschreibend und erläuternd präsentiert, so soll auch der Textband einschlägige schriftliche Quellen nicht nur versammeln und kommentieren, sondern zugleich einen repräsentativen, aussagekräftigen und sinnvoll angeordneten Querschnitt zum Untersuchungsobjekt Hof und Residenz geben, „der der Forschung und der Lehre alle Typen der mit Hof und Residenz verbundenen Schriftlichkeit vorführt“[5]. So gesehen ist die Orientierung auf die Quellenarten selbst am sinnvollsten und nicht die Konzentration auf die in den Quellen dokumentierten Inhalte. Damit rückt die Typologie der Texte in den Mittelpunkt.

 

Eine erste Liste der zu behandelnden Quellenarten, die von den Autoren noch ergänzt werden kann und somit erst zum Zeitpunkt der Drucklegung endgültig sein wird, ist unten wiedergegeben. Eine solche Liste darf freilich nicht zu umfangreich werden, weil zu jedem Artikel Quellentexte mit Kommentar vorgesehen sind; auch müssen die einzelnen Artikel weiterführende Quellen- und Literaturhinweise enthalten (siehe unten die Angaben zu den Formalia).

 

Die einzelnen Autoren sollten sich auf gedruckt vorliegendes Material beschränken, sollen aber selbst entscheiden, welche Quellen ansonsten repräsentativ sind.

 

Einführende Beiträge sollen sich zu „Schriftlichkeit und Mündlichkeit“ und „Pragmatische Schriftlichkeit“ bei Hofe äußern. In diesen sind zum einen die institutionalisierte Kommunikation bei Hof zu behandeln, zum anderen sollen quellenkundlich-inhaltliche Einführungen gegeben werden[6], in denen auf die schriftliche Überlieferung eingegangen wird, die sich ganz konkret mit Hof bzw. Residenz befaßt. Folgende Stichworte sollen darin aufgenommen werden: Akten, Amtsbücher, Architekturtraktate, Autobiographien und Biographien, Briefe (Fürstenkorrespondenz), Empfehlungsschreiben/Atteste, Lehnbücher. In diesem Zusammenhang wird in einem allgemeinen und chronologischen Überblick die Entstehung und die Entwicklung der einzelnen Quellenarten in Kontinuität und Wandel zu behandeln sein.

 

Grundsätzlich sollte der dritte Teil eine einfache Struktur aufweisen. Ihr entspricht am ehesten die alphabetische Anordnung der Stichworte.

 

 

 

 

 

 

 

Liste der zu behandelnden Quellen = Titel der einzelnen Artikel:

 


Anschläge

Bestallungen (Dienerbücher)

Devisen und Embleme

(höfische) Dichtung, hier: Spruch, Lied, Roman, Gelegenheitsdichtung

Einladungszettel

Festberichte, -ordnungen. I. Lebenslauf, hier: Geburt, Hochzeit, Tod; II. Jahreslauf; III. Bes. Anlässe, hier: Entrée, Krönung etc.

Flugblätter

Fürstenspiegel

(„gemalte“) Genealogien

Gesandtschafts- und Reiseberichte

Geschichtsschreibung (Kloster, Stadt, Land und Hof)

Haushaltsbücher

Hofkalender und -staatslisten

Hof-, Hofkanzlei-, Hofratsordnungen

Hofzeremoniell/Leichenpredigten

Horoskope, Astrologie

Inschriften (Bau-, Stifter-, Gedenk-)

Inventare

Küchen- und Speisezettel/Futterzettel

Lobreden (Städte, Länder)

Memorial- und Bruderschaftsbücher/Ne-krologe

Musik (Kompositionen)

Quartier- und Fouragezettel

Rechnungen

Regimentsverträge

Risse und Pläne

Sachbücher, hier: Artillerie-, Fecht- und Ringbücher

Stammbücher

(Ordens-) Statuten

Testamente

Tischzuchten

Turnier

Wappenbücher


 


II) Formalia

 

Jeder Artikel besteht aus drei Teilen[7]:

a) Einführungs- und Begleittext mit einem Überblick, der Entstehung und Entwicklung der spezifischen Quellenart unter Berücksichtigung von Kontinuität und Wandel behandelt. Schwerpunkt der Darstellung ist in Anlehnung an die grundlegende Konzeption des Handbuches die Zeit um 1500 mit einem Rückblick bis etwa 1200 und einem Ausblick bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Eine sinnvolle Gliederung des einzelnen Artikeltextes hängt ab von der darzustellenden Quellenart und sollte den Autoren überlassen sein. Sinnvolle Gliederungen können sachlicher, zeitlicher oder räumlicher Natur sein. Von Umfangsvorgaben müssen wir mit Blick auf die unterschiedlichen Quellenarten absehen. Ein Artikel zu „Anschlägen“ wird sicher kürzer sein als ein Artikel zu „Rechnungen“. Auch wird auf der Grundlage notwendiger Feinabstimmungen zwischen einzelnen Autoren mit sinnvollen Querverweisen gearbeitet werden müssen, doch dies wird sich erst im Verlauf der Arbeit selbst ergeben und kann erst zu gegebener Zeit verabredet werden.

b) Beispielhafte Quelle[n] mit Kommentar[en].

c) Quellen- und Literaturangaben.

 

Die Texte werden von der Kieler Arbeitsstelle der Residenzen-Kommission redaktionell bearbeitet. Richtlinien zur Manuskriptgestaltung werden nach Anmeldung zugeschickt.

 

III) Zeitplan

 

Endgültige Verabschiedung des Konzepts mit Autorenvorschlägen bis Ende 2004.

Einwerbung von Autoren bis 30. Juni 2005.

Eingang der Artikel bis 30. Juni 2006.

Fertigstellung des Manuskripts bis Ende 2006.

 


Anmeldung

 

 

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission/Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Olshausenstraße 40

D-24098 Kiel

 

 

 

Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich
Textband

 

Die Erforschung königlicher und fürstlicher Residenzen, Höfe und Dynastien im spätmittel-alterlichen Reich ist ein Projekt der
Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

Bitte schicken Sie das ausgefüllte Anmeldeformular

bis zum 30. Juni 2005

an die oben angegebene Adresse

oder faxen Sie es unter der Nummer [D] 04 31 - 8 80-14 84

 

 

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Anmeldung zur Mitarbeit am Handbuch „Höfe und Residenzen im spätmittealterlichen Reich“
„Textband“

 

Name:____________________________Vorname:_______________Titel:________________

Institution:____________________________________________________________________

Straße:_______________________________________________________________________

Land:_________Postleitzahl:_____________Ort:_____________________________________

Tel.________________Fax__________________E-mail_______________________________

Ich bin bereit, bis 30. Juni 2006 einen Artikel nach den Vorgaben der Handreichung zu folgendem Thema zu schreiben:

_____________________________________________________________________________

_____________________________________________________________________________

[Eine Bestätigung erfolgt nach Abstimmung mit dem Herausgeber]

________________________________

(Unterschrift)


Kolloquiumsberichte

 

 

Der Hof und die Stadt – La Cour et la Ville

Konfrontation, Koexistenz und Integration im Verhältnis von Hof und Stadt

 

9. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
in Zusammenarbeit mit der
Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, dem
Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem
Deutschen Historischen Institut Paris

Halle an der Saale, 26. bis 28. September 2004

 

Mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen den Höfen und den Städten hatte das 9. Symposium der Residenzen-Kommission ein grundlegendes Thema zum Gegenstand, wie der Vorsitzende der Kommission Werner Paravicini (Paris) in seiner Einleitung hervorhob, denn ohne die Stadt sei eine Residenz schlechterdings nicht zu denken. Seit dem 15. Jahrhundert ist im Reich ein Erstarken der Fürsten feststellbar, die in zunehmendem Maße selbst größere Städte ihrer Macht unterwerfen konnten, nachdem im 13./14. Jahrhundert sich viele Städte dem stadtherrlichen Zugriff zu entziehen vermocht hatten. Problematisch bleibt aber die Erklärung dieses Phänomens, zumal die Städte ihre Autonomie zu wahren suchten. Der Rückgriff auf die Städte war in der Regel mit großen Konflikten verbunden, weswegen sich die Frage stellt, warum die Fürsten diese Auseinandersetzung auf sich nahmen und wie die Städte sich in der Folge verhielten.

Das Symposium gliederte sich in drei Sektionen. Die erste Sektion stand unter dem Titel „Nach dem Sieg: Stadt und Hof als Gewinner und Verlierer“. Die hier gehaltenen vier Vorträge verfolgten das Thema in erster Linie in ereignis- und verfassungsgeschichtlicher und sozio-ökonomischer Perspektive. Mit zehn Vorträgen folgte eine Doppelsektion, in der es um den „‚Krieg der Zeichen‘? Die symbolische Besetzung des öffentlichen Raumes durch Stadt und Hof“ ging, womit die kulturgeschichtlich angeregten Fragestellungen nach den Herrschaftszeichen, der Öffentlichkeit, der Repräsentation und Wahrnehmung der Herrschaft bzw. ihre dezidierte Ablehnung im Vordergrund standen; der Schwerpunkt der Diskussion lag folglich auf diesem Forschungsfeld. Die letzte Sektion, sechs Vorträge umfassend, galt dem Problem „Stadtgesellschaft – Hofgesellschaft: Spannungen und Verflechtungen“, wobei hier die rein historische Perspektive in interdisziplinärer Hinsicht erweitert und ökonomische und literarische Interpretationen vorgestellt wurden.

In einem historiographiegeschichtlich ausgerichteten Vortrag unter dem Titel „Überregionale Aspekte der spannungsreichen Beziehung zwischen Hof und Stadt im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ trug, stellte Jörg Wettlaufer (Kiel) fest, daß die Forschung trotz der jahrzehntelangen Bemühungen bisher keine Systematik zur Beschreibung des Hof-Stadt-Verhältnisses entwickelt hat, so daß ein vergleichender und typologisierender Ansatz erst noch aufzustellen bleibt. Ein Grund hierfür liegt in dem Umstand, daß nicht nur die Städte, sondern auch die Fürstentümer bisher vornehmlich in ihrer Individualität beschrieben wurden. Ein wichtiges Hilfsmittel für einen vergleichenden Ansatz bietet das jüngst von der Residenzen-Kommission veröffentlichte dynastisch-topographische Handbuch der Residenz-orte, das somit seinen besonderen Wert erweist.

Das ältere Vorurteil der sächsischen Landesgeschichte von dem ländlich-beschaulichen Charakter der Kleinstädte, aus denen einzig und allein die Residenz Dresden hervorstach, zu widerlegen, war das Anliegen von Matthias Meinhardt (Halle a.d. Saale), dessen Vortrag den Titel „Chancengewinn durch Autonomieverlust? Sächsische und anhaltische Residenzstädte im Spannungsfeld zwischen fürstlichem Gestaltungswillen und politischer Selbstbestimmung“ trug. Mit Hilfe einer Betrachtung der sozio-ökonomischen Entwicklung vom 15. bis zum 17. Jahrhundert der Städte Weimar, Wittenberg, Bernburg und Zerbst vermochte der Referent das bestehende Bild deutlich zu relativieren. Die Städte erlebten eine überdurchschnittliche Bevölkerungszunahme, die Ansiedlung von neuen Gewerben, vor allem für den gehobenen Bedarf des Hofes, führte zur Gründung von Zünften und Innungen. Dem gegenüber steht jedoch der Umstand, daß die Städte hinsichtlich ihrer rechtlichen Selbstbestimmung zurückgedrängt wurden. Die Fürsten zogen teilweise das Bauwesen an sich, setzten im Rahmen der Reformation ihr Patronat bei der städtischen Pfarrkirche durch und drangen auf Freiheit der Hofangehörigen von städtischen Steuern. Etwas überspitzt könnte man sagen, daß dem wirtschaftlichen Gewinn ein rechtlicher Verlust gegenüber stand.

Ausgehend von einem ereignisnahen Augenzeugenbericht konnte Michael Scholz (Potsdam) die Umstände und Folgen der Übername der Stadtherrschaft in Halle durch den Magdeburger Erzbischof im Jahr 1478 detailliert aufzeigen („… da zoge mein herre mit macht hinein … Die Stadt Halle nach der Unterwerfung durch den Erzbischof von Magdeburg“). Der tiefere Grund für den Griff des Erzbischofs nach der städtischen Macht bestand in dem Zugang zu den Einnahmemöglichkeiten, die die Salzquellen in der Stadt boten, deren Ausbeutung seit dem 13. Jahrhundert jedoch als Lehen ausgegeben war. Ohne Mitwirkung einer erzbischöflichen Partei innerhalb des Rates hätte diese Machtausweitung nicht funktioniert, ja dem Erzbischof wurde sogar von seinen Anhängern die Tore der Stadt geöffnet. Kurzfristig vermochte diese Partei die Geschicke der Stadt zu lenken und die Pfänner, die Patrizier, aus ihren Ämtern zu verdrängen, doch schon nach ungefähr fünf Jahren gelangten diese wieder in ihre alten Machtpositionen, ohne ihre innerstädtischen Gegner völlig zu eliminieren. Bis weit ins 16. Jahrhundert gab es immer wieder einzelne Parteigänger wie den städtischen Baumeister Gregor Ockel, die die erzbischöfliche Sache zu der ihren machten.

Die weiter westlich gelegene fränkische Metropole Würzburg war Gegenstand der Ausführungen von Joachim Schneider (Würzburg), der die „Soziale Verflechtung der Würzburger Ratsfamilien mit dem bischöflichen Hof um 1500“ untersuchte, was insofern nicht einfach war, als weder der bischöfliche Hof mit seinen Amtsträgern noch der städtische Rat bisher auf ihre personale Struktur hin befragt worden waren. Erst während der Regierungszeit des Bischofs Lorenz von Bibra wird die Überlieferung dichter und erlaubt genauere Aussagen in prosopographischer Hinsicht. Eine Besonderheit Würzburgs bildet dabei der Umstand, daß es in der Stadt nicht zu einer Ausbildung eines Patriziats kam, so daß der Bischof und das Domkapitel eine entscheidende Rolle bei der Besetzung des Rates spielten. Insgesamt handelte es sich bei Würzburg nicht um eine der großen prosperierenden Städte im Reich, auch wenn es einzelne vermögende Großkaufleute im Weinhandel gab, sondern die Stadt blieb eng in das regionale Machtsystem des Bischofs eingebunden.

Einen geradezu entgegen gesetzten Fall nahm sich Pierre Monnet (Versailles/Saint-Quentin-en-Yvelines) vor, der die Rolle Frankfurts am Main im Hinblick auf das Königtum untersuchte („Le cas de Francfort: Une ville ‚capitale‘ sans cour est-elle-possible à la fin du Moyen Age?“). Dabei verfolgte er in einem weit ausholenden Bogen die zentrale Funktion der Stadt in dezidierter Anlehnung an Walter Christallers Theorie von der spätkarolingischen Zeit bis ins 15. Jahrhundert. Die zentrale Funktion für das Königtum nahm neben der rein räumlichen Dimension, wie sie sich in der Wahl Frankfurts als Ort der Hof- und Fürstentage niederschlugen, weitere, ideelle Formen an, die sich in der Bestimmung Frankfurts als Ort der Königswahl manifestierte. Viel wichtiger noch waren daneben die bestehenden personellen und finanziellen Beziehungen zu den Höfen der Könige und des Adels im Süden des Reichs. Folglich hatte diese Stadt eine andere Funktion als Prag oder Wien im 14. und 15. Jahrhundert, Städte, die stärker durch die Anwesenheit des regierenden Königs und deren Höfe geprägt waren.

Als erstes referierte in der zweiten, kulturgeschichtlich ausgerichteten Sektion Arnd Reitemeier (Kiel) über das Thema „Hof und Pfarrkirche“ und ging dem bisher nicht systematisch und vergleichend untersuchten Verhältnis der Fürsten zu den Pfarrkirchen der Residenzstädte nach. Kann man überhaupt ein besonderes Engagement, ja gar eine regelrechte Identifikation der Fürsten mit ‚ihrer‘ Pfarrkirchen feststellen, oder war das Verhältnis eher von Konflikten belastet? Das waren die Fragen, die anhand der Rechnungsbücher der Kirchenfabriken, die aus insgesamt ca. 90 Städten des Reiches überliefert sind, zu beantworten versucht wurde. Neben Geldgeschenken, Stiftungen und Ausstattungsstücken für die Kirchen gibt es nur geringe Indizien für ein direktes Eingreifen in die kirchlichen Verhältnisse. Nur selten erhielten die Fürsten das Patronatsrecht, eher kam es im Laufe der Zeit zu einem indirekten Eingreifen dadurch, daß fürstliche Amtsträger Aufgaben in der Kirchenverwaltung übernahmen. Von größerer Bedeutung hingegen waren die Fälle, bei denen die Pfarrkirchen in Stiftskirchen umgewandelt wurden, wie es insbesondere am Beispiel Düsseldorf näher ausgeführt wurde. Insgesamt wurde das Verhältnis als relativ konfliktarm beschrieben.

Kunstgeschichtlich ausgerichtet war der Vortrag von Renate Kohn (Wien) über „Stadtpfarrkirche und landesfürstlicher Dom. Der Interpretationsdualismus der Wiener Stephanskirche“, bei der der Umbau der erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts fertiggestellten spätromanischen Basilika zum dreischiffigen gotischen Dom während des 14. Jahrhunderts im Mittelpunkt stand. Das Bauvorhaben befand sich eigentlich unter der Aufsicht der Stadt Wien, doch Herzog Rudolf IV., der 1358 in der Stadtpfarrkirche ein Kollegiatkapitel stiftete, griff in das Bauvorhaben ein und änderte Teile des Programms so, daß es sich als propagandistische Antwort auf die Ausgestaltung Prags durch Kaiser Karl IV. verstehen läßt. Im einzelnen ließ sich dies an der Darstellung von Rudolf und seiner Ehefrau Katharina, der ältesten Tochter Karls IV., als Stifterfiguren und an anderen künstlerischen Details zeigen.

Jörg Martin Merz (Augsburg) sprach über „Öffentliche Denkmäler zwischen städtischer und höfischer Repräsentation“ am Beispiel der Stadt Augsburg und der Fugger. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts übernahm die reiche Bankiersfamilie bei der Gestaltung in Stein gehauener Brunnen, die seit ungefähr 1500 vermehrt in den Städten aufgestellt wurden, Formelemente, wie sie bis dahin nur von fürstlichen Auftraggebern verwandt wurden. Im besonderen verwies der Referent dabei auf den Herkules- und den Merkurbrunnen in Augsburg, in denen sich eher die fürstlichen Ambitionen der Fugger widerspiegeln als die gemein-städtischen Vorstellungen, die sich zeittypisch eher in Justitia-Darstellungen geäußert hätten.

Mit dem Beispiel der Stadt Mailand unter den Herzögen aus der Familie Sforza wurde ein prominentes Beispiel außerhalb Deutschlands behandelt. Insbesondere spielte die Regierungszeit Galeazzo Maria Sforzas (1466-1476) eine große Rolle in den Betrachtungen Patrick Boucherons (Paris) über „La cour, la ville, l’espace public: Guerre des signes et dispute des lieux à Milan au XVe siècle“. Obwohl mit dem Umzug der Herzöge aus dem im Zentrum der Stadt gelegenen Palais de l’Arengo in die vor der Stadt befindliche Zitadelle Castello di Porte Giovia eine räumliche Veränderung festzustellen ist, ging es in dem Vortrag doch weniger um äußere topographische bzw. bauliche Veränderungen als vielmehr um die Bezeichnung und damit um die inhaltliche Belegung von Orten, insbesondere von Plätzen, die für die Herrschaft bzw. das kulturelle Gedächtnis der Stadtgemeinde von Bedeutung waren. Der Hof verließ die Stadt und wurde hinfort auch als solcher (corte) tituliert, das Gebäude wurde das Castello. Auch bei Kunstwerken wie Reiterstandbildern, selbst in den für das Castello nur geplanten von Leonardo da Vinci, oder Fresken von Giotto läßt sich eine nach außen auf die Stadt und nach innen auf den Hof gerichtete unterschiedliche Propaganda feststellen. Schmähende Inschriften belegen, daß Reiterstatuen auch als Mittel der Propaganda wahrgenommen wurden. Nicht zuletzt bei Prozessionen und öffentlichen Festen, überhaupt wichtigen Mitteln der Herrschaftsrepräsentation, griffen die Sforza ein, indem sie beispielsweise die Routen der Prozessionen so verlegten, daß der Zug durch die herzogliche Zwingburg zu gehen hatte, zumal die Herzöge die Verehrung des hl. Georg förderten, während die Stadtgemeinde wie früher dem hl. Ambrosius den Vorzug gaben.

Fortgesetzt wurde das Symposium am zweiten Tag mit dem Vortrag Guido von Bürens (Jülich), der „Den Ausbau Jülichs zu einer Residenzstadt des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg in der Mitte des 16. Jahrhunderts“ zum Gegenstand hatte. Leider ist die Stadt im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden, so daß man auf Rekonstruktionen der Residenzanlage angewiesen ist. Sie entsprach nach der Errichtung der Burg, die nach dem großen Stadtbrand des Jahres 1546 in Angriff genommen wurde, dem, so der Referent, Idealfall einer ‚Zitadelle vor kleiner Stadt‘. Schloß und Stadt wurden ab 1547 von einem italienischen Architekten nach Mustern der damals verbreiteten Idealstadt geplant und umgesetzt, wobei mehrere Zwingburgen im niederländisch-niederrheinischen Raum als direkte Vorbilder fungiert haben können. Bei dem Schloß selbst handelte es sich um keinen Zweckbau, sondern es diente vorrangig der Machtdemonstration. Die Herzöge wohnten in kleineren Gebäuden in der Stadt. Zentrale Funktion besaß das kleine Jülich bereits im 14. Jahrhundert, als die Grafen, später Herzöge von Jülich mehrfach den Ort aufsuchten. Auch für Versammlungen der Landstände diente Jülich. Bemerkenswert ist, daß die Anlage der Zitadelle bei dem Jülicher Rat Konrad von Heresbach auf scharfe Kritik stieß: Eine solche zöge Kriege und Belagerungen eher an als sie fernzuhalten, eine Einschätzung, die sich bei dem Jülich-klevischen Erbfolgekrieg 1610 bewahrheiten sollte, bei dem faktisch nur die Festung Jülich belagert wurde.

In einem Kurzreferat verglich Harriet Rudolph (Trier) die Kaiserbesuche in Dresden 1575 und 1617 im Hinblick auf das Agieren von „Fürstenhof und Residenzstadt als Gastgeber“, so der Titel ihres Vortrags, und arbeitete Unterschiede heraus, die die Entwicklung Dresdens verdeutlichen. Im Jahr 1617 wurde auch die Neustadt beim Einzug des Kaisers mitbedacht. Eine Ausweitung erfuhren beide Besuche dadurch, daß die Kurfürsten von Sachsen die Landstände einluden, während der Kaiser von weiteren Reichsfürsten begleitet wurde. Die Ordnung des Einzugs sowie die Festlegung der Folge – natürlich unter Beachtung des Rangs – war eine Angelegenheit des sächsischen Hofs, wobei die Stadt sich zwar präsentieren konnte, aber im Prinzip lediglich Spalier stand; Frauen und Angehörige der Unterschichten hatten von den Straßen fernzubleiben. Einen Unterschied gab es noch insofern, als der Einzug des Jahres 1617 im Zeichen des Reformationsjubiläums stand und die Kurfürsten ihr Land Sachsen gleichsam als Mutterland der Reformation darstellen wollten. Während des Einzugs spielte daher die Farbsymbolik eine große Rolle. Schwarz, Gelb und Weiß waren die vorherrschenden Farben, während ein Narr in Rot gekleidet war, was als Anspielung auf das Rot der Kardinäle verstanden werden konnte.

Ebenfalls in einem Kurzreferat schilderte Barbara Uppenkamp (Hamburg) ausgesprochen quellennah „Einen Streit über das Nützliche und das Schädliche, über Schönheit, Neuerung und Tradition“ am Beispiel der „Wolfenbütteler Ratswaage im Jahr 1602“, ein Vorgang, der vor dem Hintergrund des gezielten, jedoch nie vollendeten Ausbaus Wolfenbüttels zur Residenz unter Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg ab 1570 zu verstehen ist. Ein Teil Wolfenbüttels, die Heinrichstadt, verfügte über kein eigenes Rathaus, in Schenken mußte der Rat wechselndes Quartier nehmen. Erst 1602 erhielt der Rat die herzogliche Genehmigung, das am Stadtmarkt gelegene Wohn- und Wirtschaftshaus des Nikolaus Bauermeister zu kaufen und umzubauen. Über dieses Vorhaben kam es zum Streit zwischen dem Rat und dem Verkäufer, da der Rat auch den Abriß der Krambuden vorsah, die dem Nikolaus Bauermeister gehörten. Das Verfahren zog sich mehrere Jahre hin, ruhte dazwischen auch eine Zeitlang. Den angefertigten Gutachten in dieser Sache ist zu entnehmen, daß es strittige Vorstellungen darüber gab, wie die individuellen Bauwünsche mit den Maßgaben der Idealstadt zu vereinen waren, bei denen ein gleichmäßiger Stadtgrundriß mit abgeschlossenen Plätzen entstehen sollte. Gebaut wurde letztlich nie.

Die sich bereits im Spätmittelalter herausbildende reichsstädtische Zeremonie bei Schwörtagen, Herrschereinzügen usw. war Gegenstand des von Wolfgang Wüst (Erlangen) und André Krischer (Münster) gehaltenen Doppelreferats „Ceremonialia Augustana et Colonienses. Visualisierungen fürstlicher Herrschafts- und reichsstädtischer Autonomieansprüche in Augsburg und Köln“. Ausgehend von den überlieferten Zeremonial-, Protokoll- und Titulaturbüchern, die in größerem Umfang in beiden Städten überliefert sind, gelang es den Referenten, das sich in den Zeremonien niedergeschlagene symbolische Handeln in den Kontext der politischen Auseinandersetzungen einzuordnen, wie es beispielsweise beim sog. Ersten Einzug des Kölner Erzbischofs in die Stadt mit der Bestätigung der Privilegien, der Huldigung und der Inbesitznahme des Hochgerichts seit 1372 gepflogen wurde. Erst die Kenntnis des Formenschatzes des höfischen und diplomatischen Verkehrs erlaubt es, die verschiedenen Haltungen bezüglich der Freiheit des Standes der Reichsstädte zu erkennen, die für die ehemaligen Stadtherren noch während der gesamten frühen Neuzeit eine stete Provokation darstellten.

Anhand der „Luxusgüter aus London“ konnte Sybille Schröder (Berlin) dem Thema „Die Stadt und ihr Einfluß auf die materielle Kultur am Hof Heinrichs II. von England“ nachgehen. Quellengrundlage hierfür waren die Rechnungen über die Pacht des Sheriff-Amts von London beim Exchequer und die Pipe-Rolls, die die Kleidungsausgaben des königlichen Hofs wiedergeben. Merkwürdigerweise wurden zumindest teilweise hochwertige Textilien und andere Luxusgüter wie Schmuck oder Pelze nämlich nicht direkt vom Hof erworben, sondern von den Londoner Sheriffs, die hierbei relativ selbständig im Auftrag des Königs agierten. Dieses betraf nicht nur das Vorstrecken von Geldern für den Einkauf, sondern erstreckte sich auch auf die künstlerische, ja propagandistische Ausgestaltung der Waren. Insbesondere Edward Blund und Heinrich von Cornwall sind hier zu nennen, die aus der Schicht der Londoner Großkaufleute stammen und nicht nur dort familiär und geschäftlich eingebunden waren, sondern auch enge Beziehungen zum Königshof unterhielten. Letztere gingen sogar soweit, daß sie über den reinen Einkauf hinaus so etwas wie „Event-Manager“, so die Referentin, waren, die auch die Einzüge des Königs in die Stadt London organisierten.

Die Entstehung des Wehrsystems der Stadt Paris war Gegenstand des Vortrags von Andreas Sohn (Paris), der den Titel „Paris als Festung. Zu Architektur und Infrastruktur der französischen Hauptstadt im hohen Mittelalter“ trug. Der Referent konnte im einzelnen deutlich machen, daß der Ausbau der Befestigungsanlagen nicht stetig vonstatten ging, sondern jeweils durch besondere politische Umstände anlaßgebunden war. Bemerkenswert sind die Größe und der Umfang, den die Mauer der stets unter direkter königlicher Verwaltung stehenden Stadt Paris in der Regierungszeit Philipps II. August erhalten hatte: Insgesamt 70 Türme und 13 Tore umfaßte die Anlage, von denen sich heute noch 20 Stellen mit baulichen Resten erhalten haben. Ergänzt wurde die Anlage durch den Louvre, einer Flußfestung mit einem Donjon, einem Tierpark und einem Garten für die Haltung der Jagdhunde. Die Präsenz des Königs in der Stadt führte beispielsweise dazu, daß die Hauptverkehrsachsen durch den Bau einer neuen Großen Brücke in den direkten Kontrollbereich des Königs hinein verlegt wurde. Der König ließ sich durch einen Prévôt vertreten, der in dem Grand Châtelet, einer Burg inmitten der Stadt, die auch als Gefängnis diente, seinen Sitz hatte. Paris präsentierte sich im 13. Jahrhundert auch baulich als große königliche Festung mit mächtiger Ummauerung, die von einem königlichen Amtsträger beherrscht wurde.

‚Wenn da nicht die anderen Adligen wären‘, so muß man den folgenden Vortrag von Claude Gauvard (Paris) anschließen, die zeitlich zwar etwas später, nämlich für das ausgehende 14. und frühe 15. Jahrhundert, das Verhältnis zwischen den anderen fürstlichen Höfen, dem Königshof, dem königlichen Gericht und der Einwohnerschaft von Paris behandelte. „La ville de Paris et les cours royales et princières à la fin du Moyen Age“ lautete der Titel ihres Vortrags. Die Referentin stellte zunächst die besondere Struktur der Pariser Gerichtsverfassung dar, bei der der königliche Prévôt nicht nur Recht sprach, sondern zunächst einmal die Politik des Königs gegenüber der Stadtgemeinde durchzusetzen hatte. Daneben bestimmte jedoch der hohe Adel zu weiten Teilen das gesellschaftliche Leben. In Paris hatte er seine großen Stadthöfe. Zu den Adelshaushalten gehörten mehr oder minder große Klientelgruppen in der Stadtbevölkerung, ja die Adligen unterhielten Schlägertrupps, regelrechte Banden, die eigentlich für den Fall eines Konflikts mit einem anderen Adligen gebraucht wurden, sich jedoch verselbständigten und eine Aura der Rechtlosigkeit schufen, gegen die der Prévôt nur sehr schwer angehen konnte. Seit den 1390er Jahren ist eine Zunahme der Kriminalität in den Gerichtsbüchern festzustellen. Daran entzündete sich die Kritik der nicht-adligen Stadtgemeinde. Obwohl es enge Beziehungen zwischen den Adligen und den höheren bürgerlichen Schichten gab, existierten doch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Ehre nach ihrer Verletzung öffentlich wiederhergestellt werden konnte. Zunehmend erhoben die Bürger Forderungen bezüglich der Berücksichtigung ihrer Vorstellungen, was zusammen mit der weiter eskalierenden Gewalt dazu führte, daß der König 1437 die Stadt verließ und erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts wieder einzog.

Mit einem ganz anderen methodischen Instrumentarium näherte sich Ulf Christian Ewert (Chemnitz) dem Problem von „Fürstlicher Standortpolitik und städtischer Wirtschaftsförderung“, indem er nämlich „Eine ökonomische Analyse des Verhältnisses von Hof und Stadt im vormodernen Europa“, so der Untertitel seines Vortrags, vorstellte. Bei der Auswertung der Itinerare der vier burgundischen Herzöge von 1348 bis 1477 sei eine Wiederentdeckung der Städte als Aufenthaltsorte des Hofes zu erkennen. Insbesondere bei Herzog Philipp dem Guten lasse das Itinerar ein regelrechtes ‚Zur-Ruhe-Kommen‘ ab den 1430er Jahren feststellen. Das heißt jedoch nicht, daß die Reiseherrschaft abgeschafft sei, sondern tatsächlich handele es sich um so etwas wie eine Mischform von Residenz- und Reiseherrschaft. Gegenstand der Untersuchung war sodann die modellhafte Feststellung der gegenseitigen Interessen an einem Aufenthalt des Herzogs in einer Stadt. Während den Herzögen an einem Zugang zu den ökonomischen Ressourcen der Städte gelegen war, schätzten die Städte ihrerseits die gesteigerte Nachfrage auf dem städtischen Markt, die Nähe zur Entscheidungsfindung am Herzogshof und die mögliche Kontrolle des Herrschers. Im letzten Teil ging es dann um die Kosten-Nutzen-Abwägung beider Seiten in einem mathematischen, auf der Spieltheorie basierenden Modell der Standortentscheidung. Als Ergebnis läßt sich festhalten, daß die Stadtaufenthalte der Herzöge modern gesprochen „nachfrage-orientiert“ waren, d.h., daß die Herzöge aktiv nachfragten, aber auch mächtig genug waren, die Bedingungen des Spiels zu diktieren.

Um Aussagen über das Hof-Stadt-Verhältnis aus literarischen Texten gewinnen zu können, verglich Christian Schneider (Emsdetten) einen Autor, der von der Forschung der bürgerlichen Sphäre zugerechnet wird – Heinrich Teichner –, mit einem der höfischen Sphäre – Peter Suchenwirt –, die beide in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Wien wirkten. Der Vortrag trug den Titel „Eliten des Hofes – Eliten der Stadt. Höfische Verhaltenskonzepte und gesellschaftliche Identitätsbildung im Reflex der Literatur um Herzog Albrecht III. von Habsburg 1365-1395“. Ausgehend von einer an Sigmund Freud angelehnten Problematisierung der literarischen Imagination kritisierte der Referent die kultursoziologischen Theorien Norbert Elias’ und griff stattdessen auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann zurück, mit der die „Semantik der Oberschichtkommunikation“, die sich in literarischen Texten niedergeschlagen habe, besser erfaßt werden könne. Mittelalterliche Literatur gäbe mehr her, als die Soziologie (und die auf ihr basierende Sozialgeschichte der Literatur) bisher konstatiert habe. Zwischen den beiden untersuchten Autoren gab es einesteils Gemeinsamkeiten, anderenteils deutliche Unterschiede dabei, welche Werte und Tugenden einem Bürger oder einem Adligen zugeschrieben werden. Moralische Vorstellungen sind bei beiden Autoren kirchlich geprägt, z.T. gar standardisiert. Bemerkenswerterweise war der Begriff der Ehre bei Teichner nicht an einen Stand gebunden, während Suchenwirt in dieser Hinsicht bestimmter war, nämlich auf den Adel fokussiert. Zusammenfassend wurde der literarische Umgang mit der Wirklichkeit als eine Art Spiel beschrieben, womit das einleitend formulierte, an Freud angelehnte Modell der Kreativität und Phantasie der Autoren zur Sprache kam.

Prosopographisch und statistisch vergleichend war der Vortrag von Christian Hesse (Bern) ausgerichtet, der die personelle Verknüpfung von höheren Amtsträgern der Fürsten Bayerns, Sachsen, Württembergs und Hessens (jeweils in allen ihren Linien) mit den Oberschichten der Residenzstädte verglich („Städtisch-bürgerliche Eliten am Hof – Die Einbindung der Residenzstadt in die fürstliche Herrschaft“). Inhaltlich ergab sich eine Nähe zu dem bereits genannten Vortrag von Joachim Schneider über die geistliche Residenz Würzburg. Allerdings umriß Hesse einen anderen zeitlichen Horizont, indem er die für die Herausbildung der landesherrlichen Verwaltung entscheidenden Jahre 1450-1510 seiner Untersuchung zu Grunde legte. Insgesamt dienten die Residenzstädte so gut wie gar nicht als Personalreservoir für die Fürsten, allenfalls kleinere Amtsträger wie Schreiber, Heizer usw. rekrutierten sich aus den durchweg kleineren Städten, ja in Hessen (Marburg) dominierten sie dieses Feld sogar. Für die höheren Positionen am Hof wurden eher die wirtschaftlichen Eliten der Handelsstädte herangezogen, in Sachsen z.B. aus der Messestadt Leipzig. Bei den höchsten Stellen wie dem Kanzleramt war stets das Vertrauensverhältnis zum Fürsten entscheidend, die örtliche Herkunft spielte hierbei überhaupt keine Rolle. In Bayern-Landshut beispielsweise war das Kanzleramt über Generationen hinweg fest in Händen einer einzigen Familie, für Außenstehende gab es keine Möglichkeit, diese Stelle zu bekleiden. Gleichsam in einer Gegenprobe fragte der Referent zum Schluß nach der Herkunft der höheren Amtsträger und stellte dabei zunächst fest, daß es unterschiedliche Strategien des Zugangs zum Hof gab. Führend waren jedoch die Großkaufleute aus den Nicht-Residenz-Städten, die jedoch sehr wohl Haus- und Grundbesitz in den Residenzen erwarben.

Zum Abschluß der Tagung stellte Marc von der Höh (Halle a.d. Saale) mit dem auch heute noch sehr kleinen Stolberg einen Fall vor, der in mancher Hinsicht das genaue Gegenteil der großen Residenzen darstellte. Dennoch wies das höfisch-städtische Miteinander viele Gemeinsamkeiten mit dem gesellschaftlichen Leben der anderen Städte auf, so daß die die Residenzenforschung seit längerem beschäftigende Frage, ob man auch von gräflichen Residenzen sprechen könne oder sie nur den Fürsten bzw. Landesherrn zuschreiben solle, vom Referenten eindeutig in ersterem Sinne beantwortet wurde („Das Spiel der Ressourcen. Stadt und Hof in der Grafschaft Stolberg/Harz im 15. Jahrhundert“). Die Überlieferungslage der Quellen entspricht keineswegs der Kleinheit der Verhältnisse. Immerhin gibt es eine seit 1490 einsetzende Rechnungsüberlieferung des Hofes, auch vereinzelte Stadtrechnungen des 15. Jahrhunderts liegen vor, und so lassen sich doch viele Aussagen über die Hofhaltung und das Wirtschaftsleben gewinnen. Bei der Stadt selbst handelte es sich um eine Kleinstadt ohne Mauern, die sich gegen den Grafen also nicht abschirmen konnte. Abgesehen von der Anwesenheit des Grafen und dessen Hofes verfügte die Stadt über keine weitere ökonomische Mittelpunktsfunktion. Hochwertige Güter erwarb der Hof in der ungefähr eine Tagesreise entfernten Reichsstadt Nordhausen. Gräfliche Vasallen und Dienstleute hatten ihre Häuser und Wohnungen in der Stadt, besetzten auch Posten in der städtischen Verwaltung, und der gräfliche Kanzler war zeitweise der reichste Mann in der Stadt. Auswirkungen hatte die Anwesenheit vor allem für die Handwerkerschaft. Der Hof hingegen war nicht so ganz klein, ungefähr 100 Personen zählten nach Ausweis der Rechnungen zum gräflichen Haushalt. Auch für die anderen Harz-Grafen, mit denen die Stolberger enge Kontakte pflegten, war der kleine Ort durchaus von Bedeutung. Beispielsweise wurde 1456 in Stolberg ein Turnier abgehalten, das des benötigten Platzes wegen typischerweise in der Stadt und nicht auf der Burg stattfand.

In der Zusammenfassung konnte Andreas Ranft (Halle a.d. Saale) feststellen, daß es bei den Vorträgen einen deutlichen Schwerpunkt auf dem 15. Jahrhundert gab, wobei man jedoch beachten solle, daß das Phänomen der ambivalenten Hof-Stadt-Beziehungen weitaus älter ist. Insgesamt sei das Thema nur schwer auf einen Nenner zu bringen. Das gilt bereits für die Chronologie, da die Überlieferung in der Regel erst spät einsetzte. Mit Hof und Stadt waren zwei unterschiedliche bis gegensätzliche soziale Lebensformen zu untersuchen gewesen, die von einer Gleichzeitigkeit von Integration und Konflikt geprägt seien, wobei die Überlieferung zu den Konflikten (wiederum) reicher ist als die der friedlichen Normalfälle. Wichtig ist ferner die vergleichende Betrachtung. Während der Tagung kamen die hochmittelalterlichen Königsresidenzen und Großstädte Westeuropas (Paris, London), die spätmittelalterlichen Fürstenresidenzen Mitteleuropas, die den westlichen Großstädten hinsichtlich der Einwohnerzahl, wirtschaftlicher Bedeutung und in baulicher Ausgestaltung deutlich nachstanden (Dresden, Würzburg, Marburg u.v.a.m.), die von den Fürsten im Laufe des 16. Jahrhunderts künstlich installierten, wenn man sie so bezeichnen darf, Hauptstädtlein (Jülich, Wolfenbüttel) und schließlich die von dem gräflichen Hof völlig dominierten Minderstädte (Stolberg) zur Sprache. Zum Zwecke der Differenzierung darf, ja muß man Paris und Stolberg vergleichend betrachten.

Der Berichterstatter bittet zum Schluß um Nachsicht, wenn er einige Punkte anspricht, die während der Referate und der in der Regel lebhaften Diskussion, der, wie bei den vorangehenden Symposien auch, breiter Raum gewährt wurde, und die von manch Erkenntnis förderndem Spiel zwischen opponierenden Diskutanten und retournierenden Referenten geprägt war, aufgefallen sind. Oftmals wurde in den Beiträgen zwar betont, daß Hof und Stadt keine festen Einheiten, sondern von „Akteursgruppen“ – ein häufig gefallener Begriff – geprägt seien, doch wie diese Akteursgruppen aussahen, das erfuhr man nur gelegentlich. Die Bildung von Parteiungen kam nur im Referat von Michael Scholz über Halle a.d. Saale zur Sprache. Gewiß, in anderen Städten bzw. bei anderen Höfen mögen sie weniger einfach in den Quellen zu finden sein, aber auffällig war es doch, wie oft in den Vorträgen doch von „der Stadt“ und „dem Hof“ die Rede war. Manches Mal hätte man sich gleichsam die Gegenprobe gewünscht, um beispielsweise zu erfahren, ob wirklich alle oder nur einige Großkaufleute einer Stadt auf der Seite des Herrschers standen. Im Zusammenhang damit steht der Umstand, daß es eigentlich noch eine dritte Akteursgruppe gab, die nicht ins Licht trat, nämlich der Adel in der Stadt. Überaus deutlich wurde die Bedeutung des entweder im Gefolge des Fürsten oder gegen ihn stehenden Adels im Beitrag von Claude Gauvard bei der Schilderung der adligen Klientelgruppen in Paris. Gab es eigentlich neben dem fürstlichen noch weitere adlige Höfe in den Residenzstädten des Reichs? Nicht, daß dieses nicht gesehen worden wäre. Fast in allen Beiträgen gab es Hinweise darauf, daß diese Frage zu bejahen ist, doch systematisiert wurde dieser Sachverhalt nur in wenigen Fällen. Ferner stand die Verwendung von Zeichen im Mittelpunkt des Interesses, doch die heraldische Repräsentation wurde selten thematisiert. In Dresden, Harriet Rudolph wies in der Diskussion daraufhin, hat es beispielsweise einen Wechsel des Wappens am Stadttor gegeben, das städtische wurde entfernt und durch das landesherrliche ersetzt: Ein äußeres, öffentlich wahrnehmbares Zeichen des Verlusts der Autonomie und der neuen rechtlich-verfassungsmäßigen Qualität als landesherrlicher Stadt. Die Heraldik, vor Jahren noch belächelte Hilfswissenschaft, gewinnt für kulturgeschichtliche Fragestellungen der Zeichenverwendung, wie sie auf dem Symposium verfolgt wurden, große Aktualität.

 

Die Beiträge werden in einem Band der Reihe „Residenzenforschung“ publiziert, der im Jahr 2006 zur nächsten, in Gottorf/Schleswig zum Thema „Hofwirtschaft“ stattfindenden Tagung erscheinen soll.

 

Harm von Seggern, Kiel*


 

Der Rittersaal der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz Iburg

 

Bad Iburg, 7. bis 9. Oktober 2004

 

Neigte Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg zu einer Wittelsbachischen Überidentifikation und Selbstüberschätzung? Und wenn ja, wie paßt dies zusammen mit seiner Herkunft aus einer Seitenlinie des bayerischen Fürstenhauses? Fragen wie diese begleiteten vom 7. bis 9. Oktober die von über achtzig Teilnehmern und Referenten besuchte Tagung „Der Rittersaal der Iburg. Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg“ in Schloß Iburg (Bad Iburg).

Fazit: Der Rittersaal gibt nach wie vor viele Rätsel auf.

In thematischen Blöcken näherten sich Kunst- und Kulturwissenschaftler, Restauratoren und Denkmalpfleger, Residenzenforscher, Historiker und Theologen dem „Großen Saal“ der ehemaligen Residenz und seinem Erbauer Franz Wilhelm von Wartenberg (Bischof von 1628 bis 1661). So zeigte sich in den Vorträgen zu Restaurierung und Rekonstruktion (Peter Butt, Peter Königfeld, Erwin Uhrmacher), daß die faktischen und gedanklichen Grundlagen des heutigen Rittersaales im Rahmen mehrerer Restaurierungskampagnen der 1980er/90er Jahre zum Teil rekonstruiert werden mußten. Denn ein aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gerissenes Raum- und Bildprogramm der Vergangenheit, gepaart mit unzureichender Quellen- und Befundlage, macht zwangsläufig Kompromisse notwendig. So mußte das Gesicht des Jupiter im Deckenzentrum komplett ergänzt werden, nachdem über hundert Jahre lang ein Stützbalken die Figur durchschnitten hatte. Als noch wenig im kulturgeschichtlichen Denken verankert erwiesen sich in anregender Diskussion die gegenwärtigen Lichtverhältnisse im Rittersaal: Die Fenster, die ursprünglich zur Saalausstattung gehörten, dämpften das Licht in weitaus stärkerem Maße als dies heute der Fall ist. Dadurch war auch die gesamte Raumwirkung eine völlig andere, so daß beispielsweise das illusionistische Deckenbild noch deutlich an räumlicher Tiefe gewann. Einhellig wurde betont, daß dieses letzte Puzzlestück in der Restaurierung des Rittersaales noch immer fehlt – ein Appell, der nicht ungehört verklingen sollte.

Vorträge, die einzelnen Aspekten der Raumausstattung gewidmet waren (Bianca Grommel, Michael Feldkamp, Susanne Tauss), konnten zahlreiche bisherige Fehlurteile und -datierungen korrigieren – wie beispielsweise hinsichtlich des Kamins mit seinem aufwendigen Bildprogramm, der als Teil des ursprünglichen Bildprogramms nachgewiesen werden konnte. Gleichwohl bleiben hinsichtlich der Porträtgalerie der Bischöfe und bezüglich des Herkuleszyklus noch viele Fragen offen, die nur in eingehenden nächsten Arbeitsschritten beantwortet werden können. So blieben zunächst verschiedene Interpretationsweisen der von Wartenberg intendierten Hängung der Bilder über der Kredenz unvereinbar nebeneinander stehen; in diesem Zusammenhang wurde auch eine Edition sämtlicher Texte in den Porträts sowie in den Herkulesbildern angemahnt. Der Herkuleszyklus selbst eröffnete gleichfalls ein breites Spektrum an Deutungsangeboten – von der genealogischen Selbstüberhöhung Wartenbergs (Siegrid Westphal) bis hin zu jesuitisch beeinflußten Lesarten. In jedem dieser Fälle wartet also noch lohnende Forschungsarbeit.

Der Blick auf andere Residenzen der Zeit (Heiko Lass, Marianne Sammer, Gabriele Wimböck) gab wichtige Anstöße zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Vorbildern, Parallelen, aber auch Unterschieden. Insbesondere München als Vorbild ließ sich bezüglich des Bildprogramms an vielen Details erhärten, so die mögliche Verbindung zwischen dem thronenden Jupiter sowie dem Herkuleszyklus und heute verlorenen Raumausstattungen in der Münchner Residenz. Doch auch die Perspektive, die Ansätze zur Residenzbildung in Osnabrück vor und nach Wartenberg näher zu beleuchten, hat sich einmal mehr als lohnendes Forschungsfeld erwiesen, auf dem noch viel zu ackern bleibt.

Erhellend waren die Einblicke in die Struktur sowie die Lebenswirklichkeit von Hof und Residenz (Christian Hoffmann, Heiko Lass, Marianne Sammer, Susanne Tauss): Nur anhand von Vergleichsbeispielen können viele dieser Details geklärt werden. Als schriftliche Grundlage für die weitere Vertiefung bieten sich insbesondere die Hofordnung von 1651 sowie die umfangreichen Rechnungsbücher zum Um- und Ausbau unter Wartenberg (jeweils im Staatsarchiv Osnabrück) an – eine Überlieferung, die als Glücksfall bezeichnet werden kann, aber noch eingehend zu untersuchen ist. Denn welchen Quellenwert haben beispielsweise die Angaben zum Tafelzeremoniell, die der Hofordnung Wartenbergs zu entnehmen sind? Spiegeln sie tatsächlich den realen Alltag wider, oder beschreiben sie lediglich den Idealfall? Und schließlich: Was fand im sogenannten Großen Saal tatsächlich statt: Wurde der Raum nach seiner Fertigstellung (vor 1660) vorrangig auswärtigen Gästen gezeigt? Wurde er zugleich auch für Feierlichkeiten genutzt?

Überaus anregend wirkte in diesem Zusammenhang das am zweiten Tagungsabend veranstaltete Konzert mit dem Ensemble Bremer Ratsmusik unter der Leitung von Harry Hoffmann: Es brachte Kompositionen zu Gehör, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Fürstbischöfen auf der Iburg stehen. Lieder der Hofkomponisten Siegfried Otto Harnisch und Nikolaus Zangius, kombiniert mit Pavanen auf die ostfriesischen Städte (Louis de Moy) spiegelten die Zeit von Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel wider. Anschließend folgte virtuos musizierte italienische Musik, wie sie Franz Wilhelm von Wartenberg in Italien kennengelernt hatte: Es wurden brillante Violonsonaten von Antonio Bertali und Dario Castello (Anette Sichelschmidt, Violine) sowie zwei neu edierte Soloarien von Giacomo Carissimi (Ursula Fiedler, Sopran) musiziert.

Schließlich beleuchteten die archäologischen Befunde auf der Iburg (Schlüter) die lange Tradition der Anlage, die in permanenter baulicher Veränderung begriffen war. Die häufigen Um- und Neunutzungen bestimmen den Alltag der ehemaligen Residenz und des Klosters bis heute. Sie hatten augenfällig Auswirkungen auch auf den Rittersaal, der heute isoliert und seinem ursprünglichen Funktionszusammenhang entrissen im Baugefüge liegt. Der weiteren Forschung – doch auch der behutsamen weiteren Öffnung von Schloß und Kloster – bleibt es überlassen, diese Zusammenhänge nachvollziehbar und sichtbar zu machen.

Fazit von Hermann Queckenstedt, der die Abschlußdiskussion moderierte: „Wir haben am Beispiel Franz Wilhelms und seines Rittersaales wieder einmal gelernt, daß in der Osnabrücker Geschichtsschreibung – da sind alle hier vertretenen Disziplinen einbezogen – noch viele offene Fragen einer Beantwortung harren.“ Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, so Susanne Tauss vom Landschaftsverband, werde bereits mit der Publikation der Vorträge geleistet, die unmittelbar im Anschluß an die Tagung geplant ist. Sie bietet die Grundlage für die weiterhin lohnende Erforschung der Iburg und ihrer nun zunehmend in den Blick kommenden Geschichte – ganz im Sinne von Wilhelm Jänecke, der vor rund 100 Jahren zu den „Ersterforschern“ der Iburg gehörte: „Dank dem Zusammenwirken der verschiedenen Kräfte ist es gelungen, die Perle des Iburger Landes vom Staube der Jahrhunderte zu reinigen.“ Als Ziel – auch im übertragenen Sinne – formuliert, hat dies immer noch Gültigkeit.

 

Susanne Tauss, Osnabrück*


45. Historikertag „Kommunikation und Raum“ in Kiel, 14.-17. September 2004

 

Das Gehäuse der Macht
Der Raum der Herrschaft im interkulturellen Vergleich. Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit

 

Sektion der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Kiel, 16. September 2004

 

Die Sektion verfolgte zwei Ziele. Inhaltlich ging es um die Frage nach dem „Gehäuse der Macht“, ausgehend von der Grundüberzeugung, daß soziale Konfigurationen die äußeren Formen schaffen, und nicht umgekehrt. In Erweiterung des Blickes über Europa, das Mittelalter und die Frühe Neuzeit hinaus sollten zu diesem Zweck auch andere Räume, Zeiten und Kulturen befragt werden. Dafür konnten der Mainzer Ägyptologe Rolf Gundlach, die Archäologin Natascha Sojc (Rom) und der Japanologe und Ostasienhistoriker Reinhard Zöllner (Erfurt) gewonnen werden. Schließlich sollte die Residenzenforschung derjenigen deutschsprachigen Institutionen präsentiert werden, die darin hauptsächlich tätig sind. Dies taten neben Werner Paravicini für die Residenzen-Kommission der Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Ulrich G. Grossmann (Nürnberg) für die Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Eisenach und der Potsdamer Frühneuzeit-Adelsforscher und Hoftheoretiker Peter-Michael Hahn für den Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur in Rudolstadt. Die Obfrau der Historischen Kommission bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Grete Klingenstein (Wien), die den Arbeitskreis „Höfe des Hauses Österreich“ vertreten sollte, hatte ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen müssen.

In seinem Einleitungsreferat formulierte Werner Paravicini zwölf Fragen, auf die sich das Augenmerk vor allem richten sollte. (1) Sind überall da, wo Menschen über Menschen herrschen, die architektonischen Ausdrucksformen im engeren und weiteren Raum im wesentlichen die gleichen? Oder sind die Architekturen, weil Herrschaft eben nicht gleich Herrschaft ist, stets verschieden? Gänzlich oder immer nur in bedeutenden Teilen? Werden die stets gleichen Elemente nur je anders gemischt? Welche Typen der Macht entsprechen welchen Erscheinungsformen? Lassen sich die gleichen Grundelemente erkennen, auch wenn gar nicht von festen Orten, sondern in Zelten geherrscht wird oder vom Pferderücken? (2) Wenn der Bau, heute eben ein leeres Gehäuse, eine bestimmte Funktion in einem größeren zeremoniellen Ganzen besaß, welches wäre dieses Ganze, und welcher Art wäre dieser Teil? Welchen Grundbedarf erfüllt die Residenz: ist es einer, sind es mehrere? Läßt sich ein Kanon entwickeln? (3) Ist der Legitimationsbedarf der alleinige Schlüssel zum Verständnis der Formen? (4) Ist Herrschaft immer sakral legitimiert, bzw. wie verhalten sich Tempel und Palast, Burg und Kirche zueinander? Sind stets beide „heilige“ Orte? (5) Wie verhalten sich privat und öffentlich zueinander? Wird stets zwischen Innen und Außen, Privatem und Öffentlichem differenziert? (6) Ist Macht immer Pracht? Ist überall die Demonstration von Macht durch die Größe des Bauwerks und die Kostbarkeit der Materialien festzustellen? Oder spielt der Herr mehrere Rollen, z.B. diejenige des Gelehrten, was zum entsprechenden Raum führt, dem „studiólo“? (7) Gilt Tradition mehr als Innovation? Bzw. was wird demonstriert: Kontinuität und Alter oder neue Bedeutung und gegenwärtige Stärke? (8) Wird stets militärische Stärke demonstriert? Sind die Dicke der Mauern und die Höhe der Türme, die Stärke der Befestigungen und die Monumentalität der Tore allenthalben unentbehrlich? Oder gibt es umgekehrt Formen des Friedens, der unmilitärischen Spielkultur, der Offenheit und der Gastfreundlichkeit, wo das Raffinierte, das Fremde und das Seltene den Ton angeben? Oder sind die Dinge dann nur auseinandergetreten, so daß hier Frieden, dort Krieg herrscht, hier das Lusthaus steht und dort die Zitadelle? (9) Welche Rolle spielt dabei die Kommunikation mit den Untergebenen, Gleichrangigen, Übergeordneten? Sind Halle und Saal unentbehrlich? Wie steht es mit Nähe und Distanz, Sichtbarkeit und Entrückung? Bstimmt distanzierendes Zeremoniell den Bau oder einladende Offenheit? Wie notwendig und Gefährlich ist Distanz? Haben Stufen, Treppen, Tore, Throne immer dieselbe Funktion? (10) Ist die Residenz stets weiträumig gedacht, in Blick, Perspektive und Raum? Wandelt sich das Verhältnis zum Raum? Ist eine Residenz ohne Hof, Garten, Park, Wildgehege denkbar? Und wenn nicht, weshalb nicht? (11) Welche Teile sind funktional, welche symbolisch zu interpretieren? Welche wechseln vom einen zum anderen? Kann etwas verschwinden, und doch da sein und wirken? (12) Schließlich: kann der Baubefund etwas mitteilen, was den schriftlichen Quellen nicht zu entnehmen ist?

Rolf Gundlachs Beitrag über „Horus im Palast“ behandelte „Legitimation, Gestalt und Wirkungsweise des politischen Zentrums im pharaonischen Ägypten“. Eine Kernfrage dieses Vortrags war mit Blick auf das Thema der Sektion diejenige nach der Spiegelung des Königtums in seinen architektonischen Formen. Tatsächlich sei aber das Selbstverständnis des ägyptischen Königtums und seine Wirkungsweise unabhängig von der Bauausführung der Paläste gewesen, denn diese haben auf der Auffassung von der Einmaligkeit von Königtum und Ägypten und der Mittlerstellung eines einzigartigen Königs zwischen den Göttern und den Menschen beruht. Und diese Einzigartigkeit sei es gewesen, die baulich betont wurde. Mit Blick auf das europäische Mittelalter scheint hier die in Ägypten fehlende Konkurrenz der Höfe eine wichtige Rolle gespielt zu haben, so daß kein aus einer solchen Konkurrenzsituation gespeistes Legitimationsbedürfnis entstehen konnte, das seinen sichtbaren Ausdruck in entsprechenden Bauprogrammen gefunden hätte. Der ägyptische König habe in den Epochen des „eigentlichen“ Pharaonentums (bis ca. 1100 vor Chr.) seine Legitimation als Herrscher und die magischen Machtmittel seiner Amtsführung in den Tempeln erhalten, die wie die Paläste „heilige Orte“ waren. Allerdings seien die Tempel dem Palast und der Zentralverwaltung untergeordnet gewesen, denn die göttliche Autorität des König, die dieser als Amtsperson und nicht als Mensch besessen habe, sei symbolisiert worden durch den Sonnengott Horus, der den König zum Sonnengott auf Erden gemacht habe und ein zentrales Motiv der ägyptischen Königsideologie gewesen sei: Der König habe als Horus geherrscht und als Regent regiert. Palast, Tempel und Begräbnisanlagen seien mithin ebenso Ausdruck unterschiedlicher Aspekte pharaonischer Herrschaft gewesen wie die Unterscheidung des Pharaos in Herrscher, Regent und Mensch. Natascha Sojc stellte in ihrem Vortrag die archäologischen Befunde auf dem römischen mons palatinus vor, denn die Architekturen der Kaiser auf dem Palatin zeigen, so Sojc, wie die verschiedenen Herrscher von Augustus über Nero bis Domitian ihre jeweilige Kaiserrolle auch durch Gestaltung der Palaststrukturen zu konzipieren und zu festigen suchten. Sojc definierte den römischen Kaiserpalast der Zeit vom ersten bis zum dritten Jahrhundert nach Christus als „Hybrid aus Wohnraum und öffentlich-politischem Raum“, der in seinen architektonischen Formen die von Gundlach am Beispiel des ägyptischen Pharaonentums vorgeführte Aspekttrennung nicht mehr aufweist. Am Beispiel der Trienter Bischofsburg wies Ulrich G. Grossmann auf die entscheidende Rolle der topographischen Ausrichtung dieses Bauwerks hin. Einladung und Abwehr seien hier die wesentlichen Funktionen der Burg als Ausdruck landesherrlicher militärischer wie auch politischer und wirtschaftlicher Macht und Machtansprüche über die Stadt gewesen, wohingegen der Dom in nur scheinbarer Widersprüchlichkeit der Darstellung der religiösen Macht gedient habe. Die bischöfliche Burg erscheine dabei nach außen als abweisender Wehrbau, zeige aber zur Stadt eine offene Arkatur, so daß sich sowohl repräsentative als auch symbolische und wehrtechnische Aspekte erkennen lassen. Die Frage aber nach der Unterscheidung von Wehrhaftigkeit und Wohnlichkeit sei nach Großmann eine unangebrachte Projektion der Gegenwart auf die Adelsburg des Mittelalters. Das Residenzschloß des 17. und 18. Jahrhunderts als dynastisches Monument und Instrument fürstlicher Herrschaft war das Thema von Peter-Michael Hahn. Im Zentrum seiner Ausführungen stand das über alle territorialen und sprachlichen Grenzen hinweg europaweit verständliche Repertoire an Zeichen als spezifisch-höfische Form der Kommunikation dynastischer Herrschaft. Architektonische Ausdrucksformen von Herrschaft haben als die bekanntesten dieser Zeichen als notwendige Voraussetzung für die Entfaltung der zahlreichen anderen höfischen Zeichen (Sammlungen, Ahnengalerien, Bilder- und Deckenprogramme, Feste und Familienfeiern etc.) gedient. Und bemerkenswerterweise würden fürstliche Tagebücher und Briefwechsel – die zeitgenössische Perspektive – nach Hahn erkennen lassen, daß der äußere Schloßbau bei feierlichen Besuchen so gut wie keine Reaktion ausgelöst habe. So sei die zeichenhafte Kommunikation von fürstlicher Macht zwar auch eine Frage von Qualität (wie die Verwendung von Marmor als Baustoff) und Quantität (wie die Anzahl von Säulen und Fenstern) gewesen, viel aufmerksamer registriert worden sei aber nach den genannten Quellen die ständische Qualität der Hofgesellschaft, der Zustand der Gärten und Wasserspiele, die Anzahl der Salutschüsse, die Schönheit der Pferde usw. Denn der Residenzbau selbst sei als räumlich-situativer Kern fürstlicher Prachtentfaltung eine so selbstverständliche Größe gewesen. daß dieser nur dann besondere Aufmerksamkeit auslöste, wenn er sich durch besondere technische oder künstlerische Lösungen auszeichnete. Reinhard Zöllner schließlich behandelte „Burg, Tempel, Park: Herrschaftliche Architektur im frühneuzeitlichen Japan“. Der Referent führte am Beispiel Kyotos, Azuchis und Edos (des heutigen Tokio) vor, wie nach Abschluß des Aufbaus frühmoderner Landesherrschaften in Japan Anfang des 17. Jahrhunderts unter dem Einfluß verschiedener kultureller Einflüsse eine sich von europäischen Gegebenheiten ganz erheblich unterscheidende frühneuzeitliche Herrschaftsarchitektur entstand. In einer etwa 250 Jahre andauernden Phase des Friedens seien Residenzstädte „auf der grünen Wiese“ entstanden, die als „Gehäuse der Macht“ mit ihren zentralen Elementen Burg, Tempel und Park von nur noch symbolischer Funktion gewesen seien. Die herrschaftliche Burg sei nicht zum Palast geworden, habe ihren Charakter als Wehrbau nie verloren. Gleichwohl sei sie in ein System (ständisch geordneter) Wohn-, Arbeits- und Festgebiete integriert gewesen und zum dominierenden Bezugspunkt der frühmodernen japanischen Stadt geworden, ausgezeichnet durch Antichambre-Konstruktionen in tiefer Staffelung, die bis zum Unsichtbarwerden des Shogun geführt haben. Tempel und shintoistische Heiligtümer seien Schnittstellen der Begegnung zwischen Herrschern und Untertanen gewesen, wohingegen die aus China übernommene Kultur der innerstädtischen Parkanlagen die Verbindung zwischen herrschaftlich-städtischem Raum und beherrschter Natur übernommen habe. Letztlich habe aber das Verschwinden sämtlicher architektonischer Formen ein „heiliges Nichts“ entstehen lassen.

In seiner Zusammenfassung verengte Werner Paravicini den eingangs präsentierten Fragenkatalog zunächst auf das Problem des Übergangs von sozialem Raum zu materiellem Raum. Bei der Ausgestaltung des materiellen Raumes konnte festgestellt werden, daß Zeichenhaftigkeit und Formenreichtum zwar in allen Beispielen anzutreffen waren, aber nicht unbedingt parallele Funktionen aufwiesen. So sei die Dokumentation von Macht stets ähnlich, Macht selbst aber nicht zwangsläufig mit Pracht und Prachtentfaltung gleichzusetzen, wobei nicht nur der Residenzbau selbst, sondern auch seine Umgebung von zunehmend größerer Bedeutung gewesen seien. Herrschaftliches Ausgreifen in die Weite des Raumes sei freilich ein erst spät einsetzendes Phänomen. Auch schien die architektonische Demonstration militärischer Macht stets gegeben zu sein, Zeichen und Funktion traten aber im weiteren Verlauf überall auseinander. Und immer sei sowohl die Differenzierung von privaten und öffentlichen Bereichen und deren weitere Ausdifferenzierung als auch die Trennung von Festung, Kirche/Tempel und Grablege vorhanden. So sei als zentrales Element herrschaftlicher Bauprogramme die Beachtung von Distinktion, des Verhältnisses von Nähe zu Distanz wie auch der Einfluß konkurrierender Systeme zu beobachten. Besonderes Augenmerk sollte bei der Untersuchung herrschaftlicher Bauten der gegenseitigen Bedingtheit von Zentrum und Umgebung, von Tradition und Innovation gewidmet werden. Residenzbauten und ihre Ausgestaltung waren eben nicht nur ein Ergebnis der Ansiedelung und Verdichtung von Herrschaft, sondern ebenso der Kommunikation mit der engeren und weiteren Umwelt.

Der besondere Wert dieser Sektion lag in der interdisziplinären Orientierung, die auch den interkulturellen Vergleich und den Vergleich über geographische und epochale Grenzen hinaus möglich machte. Die Sektionsvorträge werden als Sonderheft 7 der Mitteilungen der Residenzen-Kommission im nächsten Jahr vorliegen.

 

Jan Hirschbiegel, Kiel, Werner Paravicini, Paris

 


Places of Power, Orte der Herrschaft, Lieux du Pouvoir

 

Tagung des Max-Planck-Instituts für Geschichte mit Unterstützung der
Mission Historique Française en Allemagne

Göttingen, 3. bis 5. Juni 2004

 

Ausgehend von einer Präsentation des Repertoriums der deutschen Königspfalzen bei Professor Michael McCormick an der Harvard University wurde ein Grundlagenpapier zu der Fragestellung nach den Orten der Herrschaft entwickelt und an alle Referenten und Moderatoren der vom Max-Planck-Institut für Geschichte mit Unterstützung der Mission Historique Française en Allemagne ausgerichteten Göttinger Tagung verschickt. Dieses Papier sollte die Eckpunkte der Überlegungen markieren. In seinem einleitendem Referat legte Caspar Ehlers darüberhinaus besonderes Gewicht auf die Begriffe „Herrschaft“, „Integration“ und „Stabilisierung“, denen grundlegende Beachtung bei der Erörterung der verschiedenen Ausprägungen von Orten der Herrschaft zuteil werden müsse.

Die Folge der knapp zwanzig Vorträge inklusive der Moderationen von Thomas Zotz, Otto Gerhard Oexle, Werner Paravicini, Helmut Flachenecker und Caspar Ehlers kann hier nicht referiert werden, zumal die Beiträge der Konferenz in den „Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte“ im kommenden Frühjahr vorgelegt werden sollen. Vielmehr werden sie – der Zusammenfassung und Schlußdiskussion folgend – unter drei Oberbegriffen, die in jedem der Referate eine Rolle spielten, subsumiert.

 

1.)    Herrschaft

Unter den Gesichtspunkten „Schreiben/Bauen/Darstellen – Sehen/Erklären/Lesen/ Wahrnehmen“ legten Matthias Untermann („Architekturelemente der Orte der Herrschaft") sowie Bernd Carqué („Orte und Zeichen der Herrschaft im spätmittelalterlichen Paris“) dar, daß nicht nur Versatzstücke aus Architektur oder Stadtplanung in neuer Komposition den Ort der Herrschaft zieren, sondern daß es auf das An-Erkennen solcher Symbolik ankommt, dem durchaus nachgeholfen werden muß, wenn beispielsweise der französische König Karl V. seinem kaiserlichen Gast, Karl IV., die Bedeutung von Paris anhand der Schätze und der Architektur erläuterte. Carsten Juwig („Die Macht der Imagination: Zur Bildhaftigkeit karolingischer Herrschaftsorte“) zeigte anhand der Aachener Pfalzkapelle und einiger Parallelbeispiele karolingerzeitlicher Baukunst und Malerei in Verbindung mit Quellentexten des 8. und 9. Jahrhunderts die Problematik des Sehens und Verstehens und erläuterte die Vorgehensweisen bei der Annäherung an einen Bau mit bildwissenschaftlichen Methoden. Inwieweit sich Orte der Herrschaft sprachlos über die Zeiten hin erhalten, war einer der Aspekte der Darlegungen von Babette Ludowici, die am Beispiel „vorgeschichtlicher Grabdenkmäler als Orte der Herrschaft im frühen Mittelalter“ die „ostfälischen Tumulusnekropolen“ und deren Nachbelegung ab dem 6. Jahrhundert durch eine in ihren Bräuchen ‚frankisierte‘ sächsisch-thüringische Oberschicht erläuterte.

Das Reden vom Ort der Herrschaft meint zugleich meist auch den Raum – und schließt die Peripherie mit ein, was methodische Konsequenzen für die Behandlung der Orte der Herrschaft mit sich bringt. Joëlle Burnouf („Les estimateurs archéologiques de l’interprétation sociale de la notion d’élite et la question des lieux centraux“) unterstrich anhand der Ergebnisse großräumig angelegter Grabungen in Frankreich, daß nicht Herrschaft, sondern nur Vermögen archäologisch nachzuweisen sei und das wiederum erst mittels der Abstufung innerhalb eines größeren Bezugsraumes. Die Analyse Christoph Sonnlechners („Die Etablierung eines Netzknotens im Südosten des Frankenreichs: Salzburg im Licht karolingischer Raumstrategien und Landnutzungsinteressen“) der Raumerschließung innerhalb der Diözese Salzburg während der Karolingerzeit hob die besondere Funktion der im Raum eingerichteten monastische Zellen als gleichsam kleines Subsystem der Herrschaft im übergeordneten Konzept der diözesanen Raumerfassung hervor. Ein Befund, der sich in gewisser Weise auch auf das frühmittelalterliche Sachsen im 9./10. Jahrhundert übertragen ließe. Josiane Barbier („Les lieux de pouvoir dans la Gaule franque“) zeigte die Entsprechung anhand der merowinger- und karolingerzeitlichen Pfalzen in der Ile-de-France und deren engerer Umgebung, wobei sie betonte, daß die palais royaux eine Erfindung des 6. Jahrhunderts seien. Zugleich fragte sie nach dem königlichen Monopol, diese zu benutzen. In jedem Falle würde, so Barbier, durch das System der Orte eine Grenze gebildet und somit Raum gewonnen.

Christian Hillens Untersuchung „Heinrich (VII.), der gehetzte König: Orte seiner Herrschaft in Zeiten des Konflikts“ beschrieb am Beispiel des Itinerars eines Königs in der Krise, daß im Grunde nur Raum aber keine Orte mehr zur Verfügung stehen, wenn Personal und Ressourcen knapp werden. Auf einen überraschenden Aspekt machte Bernhard Vogel („Heilige Orte der Herrschaft in der Hagiographie“) aufmerksam, der anhand von Heiligenviten beziehungsweise Mirakelberichten ebenfalls einen Raumbezug derjenigen Orte nachweisen konnte, die als Schauplätze von Wundern in den Texten namentliche Erwähnung fanden.

2.)   Organisieren

Wie werden Orte der Herrschaft organisiert? Zum einen durch Umgrenzen. Dies schließt materielle Möglichkeiten (wie sie etwa im Beitrag Untermanns erörtert wurden) ebenso ein, wie immaterielle. Zu den letzteren gehört sicherlich die Verbindung bestimmter öffentlicher Funktionen für die Herrschaftsausübung mit dem Ort. Daß diese jedoch einem Wandel unterworfen waren, der bis zur Dysfunktionalität führen konnte, zeigte Magnus Ryan („Vom Gerichtsort zum Herrschaftszentrum: Norditalienische Städte im hohen bzw. späten Mittelalter“) am Beispiel Mailands und der Visconti innerhalb des Stadtadels. Das Referat Helmut Flacheneckers („Zentren der Kirche in der Geschichtslandschaft Franken“) arbeitete anhand der Diözesen Eichstätt, Würzburg und Bamberg die Möglichkeiten einer tragfähigen Struktur heraus, die sich in anderen Fällen (etwa Büraburg und Erfurt) nicht hatte etablieren lassen. Die Rolle funktionaler Eliten bei derartigen Prozessen war ein Aspekt des Vortrages von Michael McCormick („From One Power Center to Another: Comparing Byzantine and Carolingian Ambassadors and their Respective Elites“). Das Schließen und Gestalten eigener Regionen durch den lokalen Adel und die daraus zu eröffnenden Möglichkeiten eines gleichsam direkten wie indirekten Aufstieges legte Jean-Luc Fray („Genese eines Ortes der Herrschaft: Das Beispiel von Moulins“) dar, als er den Weg der prominenten Herren von Bourbon zu Herzögen und den Platz ihres gewählten Vorortes Moulins gleichsam zwischen dem Hausmachtszentren und der Zentrale Paris schilderte.

3.)    Stabilisieren

Welche Möglichkeiten bieten sich, einen Ort zu etablieren und Herrschaft zu festigen? Soll er gehalten oder besser verlegt werden, ist die Bildung von unterstützenden Sub-Zentren (wie in den Beiträgen Sonnlechners und Nazarenkos, s.u., gezeigt) sinnvoll? Stefan Schweizer („Kassel und Marburg im 13. und 14. Jahrhundert: Konkurrierende Residenzen“) folgte am Beispiel der hessischen Landgrafen und ihrer Residenzorte Marburg und Kassel der Frage nach der sinnvollen Verlegung und der daraus erwachsenden dualistischen Funktionskonkurrenz. Wie in Frankreich (siehe den Beitrag von Josiane Barbier), so sind auch in Polen und der alten Rus die Residenzen zahlreich, da diesen Gesellschaften eine ortsfeste Herrschaftspraxis im Gegensatz zum Reisekönigtum recht früh eigen wird, was in erster Linie an der Verwaltung und der ‚Hofkultur‘ festzustellen ist, weniger an den Gewohnheiten des Fürsten selbst, der sich auch weiterhin in seinen Bereichen bewegt. In allen Systemen ist eine Hierarchie der Plätze zu beobachten, wie auch Zbigniew Pianowski („Wawel Hill as a Place of Power in Earlier Medieval Time“) anhand der Entwicklung des Wawels in Krakau darlegte, was vor dem Hintergrund des Referates von Wojciech Falkowski („Centres and Structures of Power in Late Medieval Poland“), der auf eine Art zweigeteilter Praxis in Polen hinwies, besonders deutlich wurde.

Um das Überleben der Orte der Herrschaft drehten sich auch die Beiträge von Fray und Flachenecker. Im auvergnatischen Fall war Flexibilität gefragt, bei den fränkischen Beispielen spielte die kirchenrechtliche Ortsfestigkeit und die Einbindung in die Reichskirche eine Rolle. Weitere Erfolgskriterien wären vor allem im Feld der Wirtschaft zu suchen, was vor allem in den Vorträgen von Burnouf, Ryan und Sonnlechner hervorgehoben wurde.

Mit der Formel „Erfolg haben – imitiert werden“ ließen sich zahlreiche Einzelaspekte vieler Vorträge zusammenfassen, die die Vorbildfunktion einzelner Orte verdeutlichten. Vor allem die Beiträge Michael McCormicks und Alexander Nazarenkos („Fürstliche Residenz und Hauptstadt in der Alten Rus“) zeigten die Bedeutung von Byzanz für die Entwicklung einer west- und osteuropäischen Residenzen- und Hofkultur. Dagmar Ó Riain-Raedel („‚Wie beim deutschen Kaiser‘: Krönungskirche und Sakraltopographie in Cashel“) untersuchte die Vorbildfunktion der Gebräuche bei Wahl und Krönung des römisch-deutschen Königs für die Gestaltung einer hochmittelalterlichen Kirche in Südirland.

Die tragende Rolle der Eliten spiegelte sich in allen Vorträgen in verschiedener. Ausprägung; so, wenn es um die Träger ging (Ludowici, McCormick, Burnouf, Fray, Nazarenko und Ryan), oder um die Indienstnahme des Religiösen durch Gruppen (Vogel). Thematisiert wurden Krisensymptome der Eliten (Hillen und in gewisser Weise auch Ryan) und auch die letztlich von diesen gestaltete Inszenierung mittels Architektur und Kunst (Untermann, Juwig, Schweizer, Carqué, ó Riain-Raedel und Pianowski) oder auch die durch Eliten bestimmte Raumorganisation (Flachenecker, Sonnlechner, Falkowski und Barbier).

4.)    Erforschen

Neben bereits existierenden Programmen, wie der „Transformation of the Roman World“ (4. bis 8. Jahrhundert), oder anderen Tagungen – es sei erinnert an jene französisch-polnischen der neunziger Jahre zu den „Lieux du Pouvoir au Moyen Âge et à l’Époque moderne“ – dürfte das mit der Göttinger Tagung des Jahres 2004 auf den Weg gebrachte, aus der Pfalzenforschung am Max-Planck-Institut für Geschichte hervorgegangene Projekt Bestand haben. Mit besonderer Freude sehen Organisator und Teilnehmer den folgenden Konferenzen und weiteren Kooperationen mit den anderen Vorhaben entgegen, denn viele Aspekte des eingangs erwähnten Papiers sind noch nicht behandelt und harren der Zuwendung. Das Göttinger Kolloquium ließ sich nur mit Unterstützung von Otto Gerhard Oexle, Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte, aus der Taufe heben, dem das Projekt und die Tagung mit ihren zahlreichen Diskutanten und Zuhörern dafür herzlich danken.

 

Caspar Ehlers, Göttingen*

 


Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

 

 

Auch online auf unserer homepage unter der Rubrik „Publikationen“ oder unter

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Ausstellung

Hofjagd

Berlin, 19. Februar bis 12. April 2004

 

Kontaktadresse:           Deutsches Historisches Museum Berlin

Unter den Linden 2

D-10117 Berlin

Tel. [D] 0 30 - 20 30 4-0 – Fax [D] 0 30 - 20 30 4-5 43

E-mail: webadmin@dhm.de

Internet: www.dhm.de

 

Das Deutsche Historische Museum stellt aus seinen Sammlungsbeständen Objekte aus der Zeit der Renaissance und dem Barock zum Thema der Jagd vor. Gemälde, Grafiken, Bücher, Dokumente und kostbare Waffen geben eine Vorstellung von der Prachtentfaltung der Jagden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, die wie höfische Feste zelebriert wurden. Die Hofjagd war geprägt vom Herrschaftsanspruch des Landesherren, ihr Ablauf bis in das kleinste Detail durchdacht und durch lange Traditionen vorgeschrieben.

Die Ausstellung ist hauptsächlich nach den Jagdarten gegliedert und liefert Beispiele für die Treib- und Hetzjagd, das eingestellte Jagen, die Vogel und Falkenjagd sowie die Parforcejagd. Bei der Auswahl stützt sich das DHM auf Objekte, die als alter Bestand der Zeughaussammlung bereits im 19. Jahrhundert verzeichnet waren, aber auch auf Erwerbungen aus jüngster Zeit. Die Sammlung umfaßt heute etwa 12.000 Waffen und Rüstungen. Darunter nehmen die zivilen Waffen nach Zahl und Vielfalt einen einmaligen kulturgeschichtlichen Rang ein. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Jagdwaffen, die mit einfachen Gebrauchswaffen für den Alltag, persönlichen Einzelstücken und kostbaren Prunkwaffen vertreten sind.

Zu sehen sind Waffen, die Kaiser Maximilian I., dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. oder Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz gehört haben. Viele Sammlungsgegenstände stammen aus süddeutschen Reichsstädten und wurden von den berühmtesten Meistern gefertigt. Vorlagen und Entwürfe stammen oftmals aus der Feder bedeutender Künstler, wie Albrecht Altdorfer, Virgil Solis oder Augustin Hirschvogel. Die Sammlung des DHM kann auf Jagdwaffen verweisen, die man als Meisterwerke der Handwerkskunst bezeichnen muss und die aufgrund ihrer technischen Präzision und geschmackvollen Gestaltung noch heute die Bewunderung des Betrachters hervorrufen. So haben die historischen Objekte ihre eigene Sprache und vermitteln als Sachzeugnisse eine Vorstellung vom Aufwand und von der Bedeutung der Jagd im gesellschaftlichen Leben vergangener Zeiten.

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Ausstellung

Paris 1400

Les arts sous Charles VI

Paris, 26. März bis 12. Juli 2004

 

Kontaktadresse:           Musée du Louvre

F-75058 Paris Cedex 01

Tel. [F] 01 - 40 20 50 50 – Fax [F] 01 - 40 20 54 52

E-mail: info@louvre.fr

Internet: www.louvre.fr

 

Le musée du Louvre présente, du 26 mars au 12 juillet 2004, une exposition consacrée à l’extraordinaire foisonnement artistique de Paris sous le règne de Charles VI (1380-1422).

Au tournant du XVe siècle, alors que la situation politique et économique de la France est de plus en plus difficile, Paris, la capitale du royaume de France, s’affirme comme principal centre de l’exceptionnel épanouissement culturel et artistique observé pendant cette période.

La présentation d’environ deux cent soixante-dix œuvres permet de découvrir les réalisations des artistes parisiens de cette période comme d’en apprécier les prouesses techniques et les qualités plastiques.

L’exposition „Paris 1400“ a pour ambition de proposer une vision aussi complète que possible de la création artistique parisienne alors à son apogée: manuscrits enluminés, panneaux peints, vitraux, tapisseries et broderies, architecture, sculptures de pierre, de marbre ou d’ivoire, pierres dures et orfèvrerie d’or ou d’argent. La peinture de manuscrits et les émaux sur or sont les productions emblématiques des recherches de préciosité et de raffinement. Les artistes travaillent pour une clientèle composée à la fois du couple royal et des princes, dont les rivalités politiques s’expriment aussi par la commande de fastueux objets d’art.

Quel lieu peut, mieux que le Louvre, résidence du roi, abri de sa „librairie“ et d’une partie de sa collection de joyaux, accueillir une telle exposition?

CHARLES VI ET ISABEAU DE BAVIÈRE

Le jeune roi hérite, en 1380, des vastes collections léguées par son père Charles V. Malgré la dispersion de ses collections au fil du règne, Charles VI joue néanmoins un rôle important dans le développement de l’art de son époque: comme tout „bon“ souverain, il offre de somptueux cadeaux à sa famille et son entourage. Le roi poursuit également les chantiers débutés par son père, notamment à Vincennes et il offre des croix ou calices à plusieurs édifices religieux.

Sa femme Isabeau de Bavière s’adresse aussi à un grand nombre d’artistes, auxquels elle commande peintures, orfèvrerie de table, bijoux et surtout vêtements somptueux à la mode de l’époque (comme des coiffures extravagantes, représentées dans les Œuvres de Christine de Pisan). Isabeau apprécie également beaucoup les livres, comme l’attestent ses dépenses pour des copies, enluminures, reliures, fermoirs ou marques-pages.

LOUIS DE GUYENNE

L’éducation du fils de Charles VI et Isabeau est imprégnée de l’héritage de son père, de son grand-père le roi Charles V, et des frères de ce dernier. A mesure que ses responsabilités politiques s’accroissent, Louis de Guyenne devient un commanditaire à part entière, prenant à son service un enlumineur, un peintre et un facteur d’orgues. Pour le roi et ses fidèles, le dauphin commande des broches d’or émaillées en forme d’épervier (sa devise), et des diamants taillés en fleur pour les dames.

JEAN, DUC DE BERRY

Oncle de Charles VI, Jean, duc de Berry (1340-1416), est l’un des plus important collectionneurs de son temps. Au cours de sa longue existence, il commande ou achète des objets aussi nombreux que divers: manuscrits, tapisseries, pièces d’orfèvrerie ou encore pierres précieuses. L’existence de ses prodigieuses collections nous est transmise par le biais d’inventaires, dont le plus ancien compte 1 317 objets. Le duc se fournit à Paris parfois directement chez les marchands et passe des commandes auprès des plus grands artistes de l’époque. Grand collectionneur de manuscrits, il les sélectionne pour la beauté des enluminures. A partir des années 1380, Jean de Berry endosse le rôle de mécène, découvreur de talents et pousse les artistes à créer de nouveaux types d’objets, notamment des bijoux et joyaux. Il contribue en cela au renouvellement de l’art de son temps.

PHILIPPE LE HARDI ET JEAN SANS PEUR

Le duc de Bourgogne, Philippe le Hardi, exerce une forte influence sur la politique du royaume pendant le règne de Charles VI que son fils, Jean sans Peur, cherche à maintenir. Les ducs de Bourgogne possèdent plusieurs résidences à Paris, parmi lesquelles l’hôtel d’Artois, dont il subsiste encore la Tour Jean sans Peur, un des seuls exemples d’architecture civile et militaire de l’époque a avoir survécu. Ils commandent tapisseries, peintures et manuscrits auprès des mêmes artistes sollicités par autres membres de la famille royale. De grands banquiers et marchands établis à Paris fournissent les ducs de Bourgogne en objets de luxe nécessaires à leur train de vie fastueux.

→ Katalog siehe unten S. 91.

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Ausstellung

Tulpomanie

Die Tulpe in der Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts

Dresden, 8. Mai bis 8. August 2004

 

Kontaktadresse:           Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Theaterplatz 1 (Zwinger)

D-01067 Dresden

Tel. [D] 03 51 - 49 14-6 22 – Fax [D] 03 51 - 49 14-6 16

E-mail: info@skd.smwk.sachsen.de

Internet: www.skd-dresden.de

 

Vom 8. Mai bis 8. August 2004 werden fast 200 Objekte aus 54 europäischen Museen, Privatsammlungen und aus dem Kunsthandel in den Räumen des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Bergpalais von Schloß Pillnitz präsentiert. Die Ausstellung umfaßt die Zeit von 1560 - 1700, in der die Tulpe in Europa eingeführt wurde und ihre erste große Blütezeit erlebte. Sie kam sowohl als Diplomatengeschenk oder Talisman aber auch aus botanischem Interesse aus der Türkei nach Europa und wurde bald ein begehrtes Sammelobjekt, ja entwickelte sich sogar zum Spekulationsobjekt.

Die frühesten botanischen Beschreibungen stammen aus Deutschland, wo die Tulpenzucht bereits um 1560 - also rund 30 Jahre früher als in den Niederlanden - ihren Anfang nahm. Diese Blume faszinierte Fürsten, Adel und Patrizier gleichermaßen. Zucht und Handel entwickelten sich rasch, wobei Holland in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf diesem Gebiet die Führung übernahm, während Deutschland, wie andere europäische Länder auch, unter dem Dreißigjährigen Krieg litt, dessen furchtbaren Folgen zur Zerstörung zahlreicher Gartenanlagen führte.

Unbeeindruckt von den gesellschaftlichen Verhältnissen dieser Zeit dokumentieren hochkarätige Pretiosen aus Silber, Elfenbein und Perlmutt, die Stillleben und Porträts, die kunstvoll intarsierten Kabinettschränke, die Stickereien, Spitzen und Samte die besondere Wertschätzung der Tulpe, die sowohl in den fürstlichen Kunstkammern als auch in bürgerlichen Haushalten gesammelt wurden. Auch in der sakralen Kunst wurde die Tulpe immer wieder thematisiert. Zeichnungen und Kupferstiche geben einen Einblick in die zeitgenössischen Möglichkeiten der wissenschaftlichen Dokumentation der unterschiedlichen Tulpenarten und ihre Verbreitung. Von der Faszination für die Tulpe, die zeitweise zu einem regelrechten Tulpenwahn führte, berichtet diese Ausstellung, die in den Räumen des Bergpalais einen idealen Ort gefunden hat.

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2. Thüringer Landesausstellung

Neu entdeckt

Thüringen, Land der Residenzen

Schloß Sondershausen, 15. Mai bis 3. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Dr. Konrad Scheurmann (Projektleiter)

Dr. Martin Salesch/Regina Pleyer (Sekretariat)

Postfach 1120

D-99701 Sondershausen

Tel. [D] 0 36 32 - 54 21 95

E-mail: info@neu-entdeckt.de

Internet: www.neu-entdeckt.de

 

Im unterhaltsamen Zeitraffer geht es durch ebenso spannende wie beeindruckende 400 Jahre Thüringer Landes- und Kulturgeschichte. Lassen Sie sich begeistern von dem, was in den Epochen zwischen der legendären Goldenen Staatskarosse der Sondershäuser Fürsten und den Erfindungen eines Carl Zeiss in Thüringen hervorgebracht sowie im internationalen Austausch ins Land geholt wurde. Informieren Sie sich über ein traditionsreiches Land der Wissenschaften, der Musik, der Literatur, der Malerei, der Architektur und des Reisens. Die über 30 Residenzstädte Thüringens rahmen mit eigenen Einzelvorhaben wie Ausstellungen, wissenschaftlichen Veranstaltungen oder Festwochen die Hauptausstellung in Sondershausen ein. In Sondershausen selbst, der traditionsreichen Musikstadt, liegt das Schwergewicht des Begleitprogramms selbstverständlich auf der Musik. Das hier seit 1637 zuerst als Hofkapelle ansässige Loh-Orchester bestreitet 2004 eine Reihe von Sonderkonzerten. Eine weitere Konzertreihe wird der Kirchenmusik gewidmet sein. Und auch die zeitgenössische Musik erhält gebührend Platz im Rahmenprogramm, thematisch jeweils anknüpfend an Aspekte der Ausstellung.

 

Aus dem Programm:

DYNASTIEN UND TERRITORIEN

Der mitteldeutsche Raum ist geprägt durch eine lange Phase kleinstaatlicher Herrschaftsstrukturen. In dem komplexen Gefüge kleiner und kleinster Grafschaften und Herzogtümer konnte sich kein dominanter Flächenstaat im Thüringer Raum herausbilden. Die Wettiner wären am ehesten dazu in der Lage gewesen. Doch mit der endgültigen Teilung der Wettinischen Lande im Jahre 1485 und dem Verlust der Kurwürde für die Ernestinische Linie nach dem Schmalkaldischen Krieg 1547 blieb für die Reußen, Henneberger und Schwarzburger genug Spielraum für eine eigenständige Herrschaft.

LANDESHERR UND KIRCHE

Ein wesentlicher Aspekt mitteldeutscher Landesherrschaft liegt in der Reformation und der Zuständigkeit des weltlichen Fürsten für die kirchlichen Angelegenheiten. Die Kirchenpolitik bildete einen Grundpfeiler für viele Landesordnungen. Zudem nutzten die Landesherrn die kulturellen Möglichkeiten der Kirche zur Darstellung und Vollendung der eigenen Macht. Die Platzierung und Ausgestaltung von Fürstenständen und fürstlichen Grabmälern sind dafür ein Beispiel. Das „persönliche Kirchenregiment“ der Landesherrn beeinflußte darüber hinaus auch ihre Stellung zu anderen Glaubensgemeinschaften.

WIRTSCHAFT UND SOZIALES

Eine Residenz ist nicht nur der ständige Wohn- und Regierungssitz des Landesherrn. Sie ist nicht nur Landesverwaltung und Repräsentation. Im Umfeld der Residenzen sind viele interessante wirtschaftliche und soziale Entwicklungen zu beobachten. Manche Landesherrn gründeten und privilegierten Manufakturen oder riefen innovative Kaufleute und Handwerker zu sich. Der enorme materielle Bedarf der Höfe beförderte die Ansiedlung verschiedenster Wirtschaftsunternehmen und Hoflieferanten. Zudem leisteten viele Landesherrn mit der Gründung von Schulen und sozialen Einrichtungen einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Ausgestaltung der Residenzstädte. Die gezielte Ansiedlung von Glaubensflüchtlingen in den einzelnen Herrschaften führte zu wirtschaftlichen Erfolgen.

REGENTEN UND REGIERUNGEN

Im 19. Jahrhundert wurde die Kleinstaatlichkeit im Thüringer Raum belächelt und als altmodisch und provinziell abgelehnt. Die Bedeutung der mitteldeutschen Staaten für die Entwicklung der Landesherrschaft übersah man dabei. Gerade in den kleinen Staaten konnten verschiedene Verfassungsmodelle und Staatsideen entworfen und realisiert werden. Ernst der Fromme schuf in Sachsen-Gotha eine vorbildliche Staatsordnung, die ganz auf den Landesherrn als zentrale Person ausgerichtet war. Der aufgeklärte Absolutismus stieß im mitteldeutschen Raum schon sehr früh auf Resonanz und im frühen 19. Jahrhundert entstand eine eindrucksvolle Vielfalt konstitutioneller Verfassungen.

SCHLÖSSER UND GÄRTEN

Die Regentschaft und die Stellung eines adligen Landesherrn mußten nicht nur politisch und gesellschaftlich organisiert werden, sondern auch baulich. In der Grundstruktur eines Residenzschlosses zeigt sich dessen Nutzung als Regierungssitz. Die Größe des Schlosses Friedenstein in Gotha ist dadurch bedingt, daß neben den Wohn- und Repräsentationsräumen des Landesherrn auch die gesamte landesherrliche Verwaltung untergebracht war. In der Abfolge der Portale, Treppen, Vorräume und Haupträume der Heidecksburg in Rudolstadt spiegelt sich das höfische Zeremoniell. Großen Wert legten die Landesherrn auch auf die Gestaltung von Gartenanlagen im Umfeld ihrer Schlösser, die für die höfischen Feste und Geselligkeiten aber auch zur Präsentation exotischer Pflanzen benötigt wurden.

KÜNSTLER UND GELEHRTE

Zum höfischen Leben einer Residenz gehörten verschiedene Künste, die zur Unterhaltung oder zur Darstellung des herrschaftlichen Standes unentbehrlich waren. Dazu wurden Künstler und Gelehrte für Gastauftritte und Einzelaufträge oder auf Dauer an den Hof gebunden. Die größte Förderung an den Höfen des mitteldeutschen Raumes erhielten Musik und Theater. Beide Künste gehörten zum festen Bestandteil der Festkultur. Unterhaltung und politische Diplomatie mußten dabei aufeinander eingestellt werden. Denn die Auswahl der Musik- und Theaterstücke sollte den Gast nicht nur unterhalten sondern auch über den hohen gesellschaftlichen Stand des Gastgebers informieren.

SAMMELN UND FORSCHEN

Die adligen Landesherrn im mitteldeutschen Raum waren nicht nur familiär überregional eingebunden. Sie holten sich Künstler und Gelehrte aus dem gesamten europäischen Raum und sammelten an ihren Höfen wertvolle Zeugnisse kultureller und naturwissenschaftlicher Phänomene. Die großen europäischen Geistesströmungen beeinflußten die Sammlungstätigkeit und die Förderung der Wissenschaften der Landesherrn im Thüringer Raum. Humanismus und Aufklärung, Klassizismus und Moderne spiegeln sich in den umfangreichen Kunstsammlungen, Naturalienkabinetten und Bibliotheken.

SCHLOSSMUSEUM SONDERSHAUSEN

Das Schloßmuseum Sondershausen birgt eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Schwarzburger Dynastie. In den historischen Räumen des Neuen Nordflügels befindet sich eine Ahnengalerie, die sich sehr gut eignet, um einzelne Themen der 2. Thüringer Landesausstellung noch einmal am Beispiel der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen zu erläutern. Das alte Adelsgeschlecht der Schwarzburger erlangte in der Mitte des 14. Jahrhunderts mit Günther XXI. eine größere Bedeutung im deutschen Reichs-Staat. Im 16. Jahrhundert stärkten mehrere glückliche Heiratsverbindungen die Stellung der Schwarzburger. Dies war von großer Bedeutung, da das Lehnsverhältnis der Schwarzburger zu den Wettinern ihre Eigenständigkeit immer wieder bedrohte. Nach der Fürstung der Schwarzburger wurde eine Annäherung an die Wettiner gesucht. Die volle Souveränität erlangten die Schwarzburger aber erst als Mitglieder des Rheinbundes bzw. des Deutschen Bundes nach 1807.

FREUDE UND TRAUER

Im 17. und 18. Jahrhundert waren Fest und Spiel ein grundlegender Bestandteil des höfischen Lebens. Sie ermöglichten dem adligen Landesherrn eine standesgemäße Selbstdarstellung und boten den Gästen eine Gelegenheit der Kommunikation. Dies änderte sich im 19. Jahrhundert, als sich die privaten Feste von den Staatsakten trennten und die adlige Familie nicht mehr mit ihren öffentlichen Aufgaben gleichgesetzt wurde. Die Trauerfeierlichkeiten für ein verstorbenes Mitglied der adligen Familie vollziehen sich aber noch heute nach traditionellen Mustern. Der Trauerzug verbindet die letzte Ehrung des Toten mit der Würdigung seines adligen Standes. Auch in der Jagd haben sich viele Elemente der höfischen Residenzkultur bis heute erhalten können.

Katalog siehe unten S. 95.

[Text: www.neu-entdeckt.de]

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Ausstellung

Pracht und Macht

Der Dresdner Hof um 1600

Hamburg, 10. Juni bis 26. September 2004

 

Kontaktadresse:           Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

D-20099 Hamburg

Tel. [D] 0 40 - 42 81 34-27 32 – Fax [D] 0 40 - 42 81 34-28 34

E-mail: service@mkg-hamburg.de

 

Aus den staatlichen Kunstsammlungen Dresdens: Grünes Gewölbe, Rüstkammer, Skulpturensammlung und Kunstgewerbemuseum.

Vom Glanz des Dresdner Hofes in der Renaissance berichten die Schätze aus dem weltberühmten Grünen Gewölbe und der Rüstkammer. Etwa 200 Kunstwerke vermitteln in einer einzigartigen Ausstellung das Bild einer der prachtvollsten deutschen Residenzen um 1600, die mit allen Höfen Europas engste Verbindungen pflegte. Allein hundert Leihgaben stammen aus dem Grünen Gewölbe und neunzig Exponate aus der Rüstkammer. Ergänzt wird die hochkarätige Auswahl noch durch zehn Werke aus der Skulpturensammlung und aus dem Kunstgewerbemuseum Schloß Pillnitz.

Aus den Sammlungen der sächsischen Kurfürsten präsentiert das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Meisterwerke aus diesen vier Museen, darunter kostbare Werke der Goldschmiedekunst aus dem Grünen Gewölbe, die in Augsburg, München, Leipzig oder Dresden geschaffen worden sind. Zu den herausragenden Stücken der Ausstellung zählen auch die Pokale aus exotischen Naturmaterialien wie Straußeneier, Kokosnüsse, Nautilusschalen und Seeschnecken. Hinzu kommen Prunkwaffen und Turnierharnische, Jagdgarnituren und Festkleider, die die Vielfalt des höfischen Lebens veranschaulichen. In den Jahren kultureller und wirtschaftlicher Blüte zwischen 1580 und 1620 wurde die von Kurfürst August begründete kursächsische Kunstkammer um bedeutende Meisterwerke bereichert. Deren Bestand und Charakter wurden durch das Sammlerinteresse und die Vorlieben von vier Kurfürsten, neben August Christian I. und II. sowie Johann Georg I. geprägt.

Katalog siehe unten S. 86.

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Ausstellung

Louis d’Orléans et Valentine Visconti

Mécénat et politique autour de 1400

Blois, 26. Juni bis 26. September 2004

 

Kontaktadresse:           Château de Blois

Tel. [F] 02 - 54 90 33 339 oder - 54 90 33 22

 

Cette exposition-dossier s’inscrit dans la saison consacrée, sous le titre « Les princes des fleurs de lis», au mécénat royal et princier en France autour de 1400, à travers les manifestations organisées au Louvre, à Chantilly, à Dijon et à Bourges.

En évoquant le rôle artistique d’un prince fastueux, qui rivalise dans l’art comme en politique avec le duc de Bourgogne, l’exposition de Blois évoque l’origine de la rencontre des Valois avec l’Italie, à travers la présentation de manuscrits enluminés, de documents et de témoins du rôle de bâtisseur (à Blois mais aussi à Pierrefonds, La Ferté-Milon ou Coucy) du duc d’Orléans (1372-1407).

En contrepoint, est évoquée l’image du couple qu’il formait avec Valentine Visconti, jusqu’à l’époque romantique représentée notamment par le tableau nouvellement restauré de Coupin de la Couperie, Valentine de Milan pleurant la mort de son époux (1822).

[Es wurde kein Katalog veröffentlicht]

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Ausstellung

La Sainte-Chapelle de Bourges

Une fondation disparue de Jean de Berry

Bourges, 27. Juni bis 31. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Musée de Berry

Hôtel Cujas 4

Rue des Arènes

F-1800 Bourges

Tel. [F] 02 - 48 57 81 15 – Fax [F] 02 - 48 70 41 92

 

Jean de Berry, le mécène pour qui les frères Limbourg ont décoré les Très Riches Heures, était aussi un prince bâtisseur. Dans sa ville de Bourges, il a fait construire un vaste palais, auprès duquel il fonda une Sainte-Chapelle, à l’imitation des Saintes-Chapelles de Paris et Vincennes.

Faire revivre ce monument, érigé entre 1391 et 1397, et détruit en 1756, sur ordre du roi, tel est le but de l’exposition organisée par la Ville de Bourges. Avec près de 90 oeuvres, sculptures, vitraux, objets d’art, manuscrits, ainsi que des documents et une maquette ancienne de la Sainte-Chapelle, l’exposition est une belle occasion de découvrir une facette peu connue du mécénat de Jean, duc de Berry et de redonner toute sa dimension, politique et artistique, à la Sainte-Chapelle de Bourges.

En allant dans la crypte de la cathédrale, où repose désormais le duc, sous un gisant de marbre blanc, entouré d’une partie des vitraux d’origine de la Sainte-Chapelle, ou en flânant dans la cathédrale et les rues de Bourges, le visiteur remettra ses pas dans ceux du duc de Berry et des artistes qu’il avait su attirer à Bourges : André Beauneveu, Jean de Cambrai, les frères Limbourg.

→ Katalog siehe unten S. 93.

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XLVIIe Colloque international d’études humanistes

Vie Solitaire, Vie Civile

L’Humanisme de Pétrarque à Alberti

Tours, 28. Juni bis 2. Juli 2004

 

Kontaktadresse:           Centre d’Études Supérieures de la Renaissance

Université François Rabelais

UMR 6576 du CNRS

59, rue Néricault-Destouches

BP 11328

F-37013 Tours Cedex 1

Tel. [F] 02 - 47 36 77 60 – Fax [F] 02 - 47 36 77 62

E-mail: cesr@univ-tours.fr

Internet: www.ces.univ-tours.fr

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 1. Juli

Ricci, M. T. (Rom), Les traités de Poggio Bracciolini (Contra hypocritas, De vera nobilitate, De avaritia).

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Vortrag

Lee Palmer Wandel (Madison)

Das Tagebuch eines Zeremonialmeisters
Die Zusammenstellung von Ritualien am päpstlichen Hof

Münster, 30. Juni 2004

 

Kontaktadresse:           Forschungsgruppe

Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Hüfferstr. 27

D-48149 Münster

Tel. [D] 02 51 - 8 33-19 73, -26 57 – Fax [D] 02 51 - 8 33-00 38

E-mail: kultbild@uni-muenster.de

Internet: www.uni-muenster.de/kultbild

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Ausstellung

De l’Italie à Chambord

La chevauchée des princes

Chambord, 7. Juli bis 7. November 2004

 

Kontaktadresse:           Centre des monuments nationaux

Château de Chambord

F-41250 Chambord

Tel. [F] 02 - 54 50 40 00

E-mail: joly@monum.fr

Internet: www.chambord.org

 

„La découverte de l’Italie eut infiniment plus d’effet sur le XVIème siècle que celle de l’Amérique“ (Michelet).

Des guerres d’Italie, les princes de France rapportent une nouvelle vision du monde qui va profondément bouleverser leur conception des arts, des lettres, de l’architecture et des sciences, dont le château de Chambord est le témoin le plus emblématique. La collection de François Ier, en partie reconstituée dans l’exposition avec des répliques anciennes, sera l’un des points forts. Composée de reproductions historiques de grands maîtres italiens (Léonard de Vinci, Le Titien, Raphaël…), elle prouve l’admiration de ce souverain pour la Renaissance italienne dans tous ses aspects, concrétisée ici par la construction de Chambord.

Dans le parcours des salles entourant le célèbre escalier à double révolution, l’exposition présente le temps des premiers contacts entre les rois de France et leur suite et ces terres d’Italie qu’ils envahirent, qu’ils aimèrent et qu’ils ne purent jamais oublier.

→ Katalog siehe unten S. 88. Siehe auch zum begleitenden Kolloquium S. 53.

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Ausstellung

Preußisch Grün

Vom königlichen Hofgärtner zum Gartendenkmalpfleger

Berlin, 18. Juli bis 17. Oktober2004

 

Kontaktadresse:           Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Postfach 60 14 62

D-14414 Potsdam

Tel. [D] 03 31 - 9 69 40 – Fax [D] 03 31 - 9 69 41 07

Internet: www.spsg.de

 

Die Potsdam-Berliner Park- und Gartenanlagen sind nach einem guten halben Jahrhundert wieder nahezu vollständig als Gesamtkunstwerk erlebbar. In der Ausstellung wird die Entstehung des Hofgärtnerwesens in Preußen bis zur heutigen Gartendenkmalpflege nachgezeichnet.

Ein Höhepunkt in der Ausstellung ist der virtuelle Spaziergang durch einen nicht mehr erhaltenen Garten, das „Italienische Kulturstück“ an den Römischen Bädern im Park Sanssouci.

→ Katalog siehe unten S. 92.

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Vortrag

Kerstin Merkel

Jenseits-Sicherung

Kardinal Albrecht von Brandenburg und seine Grabdenkmäler

Münster, 21. Juli 2004

 

Kontaktadresse:           Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Hüfferstr. 27

D-48149 Münster

Tel. [D] 02 51 - 8 33-19 73, -26 57 – Fax [D] 02 51 - 8 33 00 38

E-mail: kultbild@uni-muenster.de

Internet: www.uni-muenster.de/kultbild

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Ausstellung

Peter Paul Rubens

Barocke Leidenschaften

Braunschweig, 8. August bis 31. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Herzog Anton Ulrich-Museum

Kunstmuseum des Landes Niedersachsen

Museumstraße 1

D-38100 Braunschweig

Tel. [D] 05 31 - 1 22 50 – Fax [D] 05 31 - 12 25 24 08

E-mail: info@museum-braunschweig.de

Internet: www.museum-braunschweig.de

 

Bilder barocker Leidenschaften dominieren im Werk des Peter Paul Rubens (1577 - 1640). Wie kein anderer europäischer Künstler steht der große flämische Meister für sinnenfreudige und üppige Darstellungen. Die Schau nähert sich dem Thema der Leidenschaften differenzierter und fragt nach dem Ausdruck und der Wirkungsweise von Affekten in seiner Kunst. Etwa 30 hochkarätige Gemälde sowie Zeichnungen und Druckgraphik aus den bedeutendsten Museen und Sammlungen Europas werden vom 8. August bis 31. Oktober 2004 in Braunschweig zu sehen sein. Die Ausstellung ist der Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Herzog Anton Ulrich-Museums zu seinem 250jährigen Bestehen. Seit 1977 hat es keine umfassende Schau von Rubens-Gemälden gegeben. 2004 zeigen daher Museen in Lille und Antwerpen in Kooperation mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum ebenfalls umfangreiche Rubenspräsentationen.

Schon Quellen des 17. Jahrhunderts belegen Rubens’ kunsttheoretische Beschäftigung mit den „passioni“, menschlichen Affekten und Handlungsweisen. Dabei erweist sich dieses Interesse des Künstlers keineswegs als rein theoretisch: Rubens’ malerisches Œuvre bildet geradezu ein Panorama menschlicher Leidenschaften, geschaffen in einer von Kriegswirren, radikalen kulturellen Umbrüchen und persönlichen Schicksalsschlägen geprägten Lebenszeit. Daher liegt es nahe, die Thematik der Affekte und Leidenschaften, seit einigen Jahren ein Forschungsschwerpunkt der Geistes- und Kulturwissenschaften, gerade mit „Peter Paul Rubens – Barocke Leidenschaften“ nun erstmals in einer Ausstellung aufzugreifen. Das vielschichtige Werk des Flamen eignet sich in besonderer Weise, Erkenntnisse der neueren Barockforschung zur Affektthematik für die Fachwelt zu fokussieren und zugleich einem breiten Publikum derartige Aspekte seiner Kunst unmittelbar durch die Anschauung erlebbar zu machen.

In drei Werkensembles versammelt die Ausstellung Leidenschaftsdarstellungen, in denen Rubens den großen Gefühlen eindrucksvoll Gestalt gegeben hat. Sinnlich-amouröse Leidenschaften („Liebe, Rausch, Begierde“) finden dabei ebenso Berücksichtigung wie mit Aggression verbundene Affekte („Furcht, Zorn, Triumph“) und Gemütsbewegungen des Glaubens und der Religion („Glaube, Liebe, Hoffnung“). Daran anschließend führt die Ausstellung ins „Atelier der Leidenschaften“. Zeichnungen, Ölskizzen und andere Dokumente zum Arbeitsprozeß des Meisters demonstrieren hier die besonderen Arbeitsmittel, -methoden und -prinzipien, mit denen Rubens seine Malerei der Leidenschaften realisierte. Werke, durch die der Maler seine bedrängten Zeitgenossen zum Standhalten zu führen versuchte, runden die Ausstellung ab. Hier wird die bewegende und zur Affektbeherrschung anleitende Wirkung der Leidenschaftsmalerei selbst zum Thema. Die Unmittelbarkeit dieser Wirkung ist es, die über Epochengrenzen hinweg dem Werk des Peter Paul Rubens jene bleibende Aktualität verleiht, und für den Besucher der Braunschweiger Ausstellung im „Theater der Leidenschaften“ nochmals sinnlich erfahrbar wird.

→ Katalog siehe unten S. 93.

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Hessische Landesausstellung

Landgraf Philipp der Großmütige 1504-1567
Hessen im Zentrum der Reform

Marburg, 4. September bis 28. November 2004

 

Kontaktadresse:           Marburger Universitätsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Biegenstr. 11

D-35032 Marburg

E-mail: landgraf-philipp@staff.uni-marburg.de

Internet: www.uni-marburg.de/landgraf-philipp/ausstellung.html

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Leben und Taten Landgraf Philipps des Großmütigen, der Hessen im Strudel der europaweiten Umwälzungen des 16. Jahrhunderts zu einem Zentrum der Reform werden ließ. 1504 in Marburg geboren und 1567 in Kassel verstorben, galt Philipp in seiner Zeit mit seinem alle Grenzen überschreitenden Engagement für die protestantische Sache als einer der wichtigsten politischen Verbündeten Martin Luthers und damit als einer der gefährlichsten Feinde von Kaiser und Papst. Unter seiner Regierung erfuhr Hessen einen enormen Modernisierungsschub, der nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens veränderte und bis heute nachwirkt. Die Ausstellung veranschaulicht diese Mehrdimensionalität exemplarisch aus unterschiedlichsten Perspektiven der Zeitgenossen und Nachgeborenen. Zum ersten Mal seit Philipps Tod soll dabei auch ein spektakulärer Überblick über die seit der Teilung seines Erbes auf verschiedenste Museen, Bibliotheken, Archive, Kirchen und Privatsammlungen in aller Herren Länder verstreuten Originalzeugnisse aus seiner Regierungszeit gegeben werden.

Wichtigstes Schauobjekt ist das Marburger Landgrafenschloss, das als älteste Residenz Hessens den repräsentativen Rahmen für die Ausstellung bereit hält. Hier erblickte der bereits mit knapp 14 Jahren vom Kaiser mündig gesprochene Philipp als Sohn des Landgrafen Wilhelm II. und der Landgräfin Anna, geborener Herzogin von Mecklenburg am 13. November 1504 das Licht der Welt. Die Besucher der Ausstellung werden Philipps abenteuerlichem Lebenslauf innerhalb des Schlosses in Form eines Rundgangs durch den von seinen Vorfahren errichteten Fürstensaal, den Frauen- und Landgrafenbau, die Schlosskapelle und verschiedene andere architektonisch anspruchsvolle Räume folgen können.

[Text: www.uni-marburg.de/landgraf-philipp/ausstellung.html]

→ Katalog siehe unten S. 89.

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Symposium im Rahmen der zentralen Gedenkfeier zum 500. Geburtstag von
Landgraf Philipp dem Großmütigen

Landgraf Philipp der Großmütige prägt Hessen

Kassel, 18. September 2004

 

Kontaktadresse:           Dr. Hans-Jürgen Kahlfuß

Verein für hessische Geschichte und Landeskunde e.V.

c/o UB Kassel

Postfach

D-34111 Kassel

Tel. [D] 05 61 - 49 66 84 – Fax [D] 05 61 - 4 91 59 11

E-mail: gerald_bamberger@hotmail.com

Internet: www.vhghessen.de

 

Aus dem Programm:

Puppel P. (Kassel), Der junge Philipp von Hessen; Schneider, H. (Marburg), Philipp der Großmütige als evangelischer Christ; Breul, W. (Marburg), Integration und Ausgrenzung. Landgraf Philipps Haltung gegen Täufer und Juden; Wunder, H. (Kassel), Wie eine Henne und ihre Jungen? Landgraf Philipp und seine Untertanen; Buchholz, S. (Marburg), Landgraf Philipps Doppelehe: biographische, theologische und politische Aspekte; Jäckel, M. (Kassel), Memoria und Herrschaft. Das Grabmal für Landgraf Philipp und Landgräfin Christine in der Martinskirche zu Kassel.

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Colloque international

Jehan Wauquelin
De Mons à la cour de Bourgogne

Tours, 20. bis 22. September 2004

 

Kontaktadresse:           Centre d’Études Supérieures de la Renaissance

59, rue Néricault-Destouches

BP 1328

F-37013 Tours cedex

Tel. [F] 02 - 47 36 77 60 – Fax [F] 02 - 47 36 77 62

E-mail: cesr@univ-tours.fr

Internet: www.cesr.univ-tours.fr

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4. Interdisziplinäre Sommer-Akademie

Medien im Mittelalter

Formen – Funktionen – Entwicklungen

Düsseldorf, 20. bis 24. September 2004

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Wilhelm G. Busse

Mediävistenverband e.V.

Anglistisches Institut

Heinrich-Heine-Universität

Universitätsstr. 1/23.21

D-40225 Düsseldorf

E-mail: busse@phil-fak.uni-duesseldorf

 

Die Sommer-Akademie will einen fundierten Überblick über „Medien im Mittelalter“ geben. Dazu sind neun exemplarische Felder ausgewählt worden, die Redeanlässe für die zentralen Aspekte des Themas sein wollen:

1. Typologie von Medien im Mittelalter

2. Mediengeschichte/Medienwechsel

3. Einzeltypen 1: Bild

4. Einzeltypen 2: Schrift

5. Einzeltypen 3: Architektur

6. Einzeltypen 4: Musik

7. Medien und Herrschaft

8. Medien und Wissen

9. Die multimediale Inszenierung von Raum

 

Die jeweiligen Lehreinheiten sollen systematisches und historisches Wissen über die behandelten Gegenstände vermitteln. Das systematische Wissen gibt den Gegenständen eine generalisierte Struktur, die übertragbar und weithin anwendbar ist, das historische Wissen wird diese allgemeinen Strukturen mit den nötigen zeitlichen und regionalen Modifikationen anreichern. Systematik und historische Dimensionen ergänzen sich somit gegenseitig, eine Struktur wird immer am historischen Beispiel erläutert und überprüft.

Vormittags werden in jeweils zweistündigen Lehreinheiten die Arbeitsfelder in ihren Grundzügen abgesteckt; wo eine Vorbereitung der Themen möglich und nötig erscheint, wird nach Anmeldung Kursmaterial (Texte, Bilder, Tabellen o.ä.) mit beigegebenen Zielfragen versandt, die helfen sollen, Grundstrukturen der Lehrgegenstände zu erkennen und diese in der Diskussion zu erproben und zu modifizieren.

Nachmittags werden die grundlegenden Thesen des am Vormittag Gelernten in einer zweistündigen, moderierten Diskussion mit den Lehrenden gefestigt und sowohl ergänzt wie differenziert. Dabei werden die Brückenschläge zwischen den Lehrgegenständen ebenso beachtet wie die Tatsache, daß die ausgewählten Gegenstände kein vollständiges, wohl aber ein facettenreiches Bild über Medien im Mittelalter vermitteln.

Zur Betreuung sind für jeden Tag zusätzlich Tutoren eingesetzt, die helfen sollen, sowohl den Lehrstoff zu bewältigen als auch das generelle Lernziel des fundierten Überblicks zu erreichen.

 

Aus dem Programm:

Sonntag, 19. September

Informeller Empfang und Allgemeine Einführung.

Montag, 20. September

Busse, W.(Düsseldorf), Typologie von Medien im Mittelalter; Schaefer, U. (Dresden), Mediengeschichte/Medienwechsel.

Dienstag, 21. September

Tammen, S. (Gießen), Einzeltypen 1: Bild; Arlinghaus, F.-J. (Kassel), ), Einzeltypen 2: Schrift.

Mittwoch, 22. September

Brachmann, C. (Berlin), Einzeltypen 3: Architektur; Huck, O. (Jena), Einzeltypen 4: Musik.

Donnerstag, 23. September

Seggern, H. von (Kiel), Medien und Herrschaft; Studt, B. (Münster), Medien und Wissen.

Freitag, 24. September

Schedl, B. (Wien), Die multimediale Inszenierung von Raum, 1. Teil; Alle Lehrenden, Die multimediale Inszenierung von Raum, Teil II.

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Konferenzzyklus

Les Italiens de Fontainebleau

L’art et la manière

Paris, 27. September bis 25. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Musée du Louvre

F-75058 Paris

Cedex 01

Tel. [F] 01 - 40 20 50 50 – Fax [F] 01 - 40 20 54 52

E-mail: info@louvre.fr

Internet: www.louvre.fr

 

La réception et l’intégration en France de la manière italienne, dès l’installation de Rosso Fiorentino et de Francesco Primaticcio à Fontainebleau au début des années 1530, sur l’invitation de François Ier, éveille rivalités et émulation. Partie prenante de la définition d’une Renaissance française, toute une génération immigrée d’artistes, de penseurs, de poètes et de musiciens, trouve à la cour des Valois un terrain propice à la transposition et à l’évolution des modèles transalpins. Depuis les grands programmes de décors au faste spectaculaire des fêtes de cour, ce cycle de conférences parcourt les différents domaines de la création artistique où les „Italiens de Fontainebleau“ ont porté à une ambitieuse apogée la virtuosité de la technique et du style.

 

Aus dem Programm:

Montag, 27 September

Cordellier, D. (Paris), Primatice et la manière italienne en France.

Montag, 4. Oktober

Dubost, J.-F. (Paris), Les artistes italiens de la Renaissance française: contexte historique et migratoire.

Montag, 11. Oktober

McGowan, M. (Brighton), Les arts de la fête à Fontainebleau: de François Ier à Charles IX.

Zerner, H. (Harvard), Les Italiens et la peinture de chevalet en France, de François Ier à Henri II.

Montag, 25 Oktober

Sénéchal, P. (Amiens), Les sculpteurs italiens à la cour de France.

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Internationaler Kongreß

Ridderorden en Reformatie

keuzes, staatsvorming en de last van de traditie

Utrecht, 30. September bis 2. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Fryske Akademy Leeuwarden

Tel. [NL] 0 58 - 2 34 30 36 – Fax [NL] 0 58 - 2 13 14 09

E-mail: hmol@fa.knaw.nl

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Colloque international

Chasses princières dans l’Europe de la Renaissance

Chambord, 1. bis 2. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Raphaël Abrille

Conservateur adjoint

Musée de la Chasse et de la Nature

Hôtel de Guénégaud

60, rue des Archives

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 - 53 01 92 40 – Fax [F] 01 - 42 77 45 70

E-mail: r.abrille@chassenature.org

 

En complément de l’exposition de l’Italie à Chambord, François Ier [siehe oben S. 47]. La chevauchée des princes dont la Fondation de la Maison de la Chasse et de la Nature présente la section consacrée à la chasse, la Fondation rassemble parmi les meilleurs spécialistes internationaux de la Renaissance au cours de deux journées de colloque. Le vendredi 1er octobre, l’association vous propose de suivre, en plus du colloque, une visite privée de l’exposition sous la conduite de Claude d’Anthenaise, conservateur en chef du musée, et de participer à un exceptionnel dîner au château, en présence des intervenants du colloque.

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62. Arbeitstagung

Herrschaftsräume des Adels im Hochmittelalter

Bonn, 4. bis 5. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande der
Universität Bonn

Am Hofgarten 22

D-53113 Bonn

Tel. [D] 02 28 - 73 75 53 – Fax [D] 02 28 - 73 75 62

E-mail: igl@uni-bonn.de

Internet: www.igl.uni-bonn.de

 

Montag, den 4. Oktober

Groten, M. (Bonn), Begrüßung und Einführung; Hechberger, W. (Passau), Adel und Herrschaft. Überlegungen zu theoretischen Prämissen der Adelsforschung; Frankewitz, S. (Geldern), Adel und Territorialisierung in der Grafschaft Geldern im 13. Jahrhundert; Zotz, T. (Freiburg), Terra Ducis. Zur räumlichen Dimension der Herrschaft der Zähringer und andere Adelsfamilien des deutschen Südwestens im 12. und frühen 13. Jahrhundert; Holzfurtner, L. (München), Dynastische Herrschaftsbildung im hochmittelalterlichen Bayern. Grundlagen – Aufbau – Risiken; Schubert, E. (Göttingen), Gewalt, Missetat und Recht im Rahmen adeliger Herrschaftsbildung um 1200.

Dienstag, den 5. Oktober

Zunker, D. (Mainz), „Quoniam ergo vicinitas possessionum multiplicare solet utilitatem vectigalium“ – Herrschaftskonzepte im westfälischen Adel; Vones, L. (Köln), Eine Kriegsgesellschaft? Grundbedingungen der kastilisch-leonesischen Adelsherrschaft im Hochmittelalter; Rödel, V. (Karlsruhe), Pfalzgrafen, Grafen und Reichsministerialen am Mittelrhein; Weller, T. (Bonn), Die Heiratspolitik der Herzogshäuser Löwen-Brabant und Limburg im 12. und beginnenden 13. Jahrhundert.

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Tagung

Höfische Lebenswelten in ehemaligen Fürstenschlössern

Präsentation und Vermittlung

Rudolstadt, 8. bis 10. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Dr. Lutz Unbehaun

Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

Schloßbezirk 1

D-07407 Rudolstadt

Tel. [D] 0 36 72 - 42 90 13 – Fax [D] 0 36 72 - 42 90 90

E-mail: vczech@rz.uni-potsdam.de

 

Freitag, 8. Oktober

Rem, P. (Apeldoorn), „So ein Pech, Sie haben Ihre Majestät gerade verfehlt.“ Palais Het Loo, ein Museumspalast mit einem Hauch königlicher Präsenz; Sander, A. (Jever), Das Museum im Schloß – Baugeschichte und Ausstellungskonzepte im Schloß zu Jever.

Samstag, 9. Okotber

Glass, C. (Basel), Laubach – 500 Jahre Leben im Schloß; Weber, K. (Bad Homburg), Höfische Lebenswelten in ehemaligen Fürstenschlössern treffen auf das 21. Jahrhundert – Eine Polemik; Bogner, P. (Wien), Happ, J. (Frankfurt a.M.), Im Spannungsfeld zwischen Apoll und Herkules – Ein Museumskonzept für Kassel; Brunckhorst, F. (Bad Homburg), Museumsschlösser – Staub längst vergangener Zeiten oder Abenteuer des Sehens. Ein-Sichten in ein Repräsentationszentrum fürstlicher Macht: Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel; Unbehaun, L. (Rudolstadt), Die Präsentation von Hofkultur zu Zeiten der DDR am Beispiel der Festräume der Heidecksburg; Kramer, H. (Schwerin), Kostümierte Führungen/Veranstaltungen in den ehemaligen mecklenburgischen Residenzen; Sattlecker, F. (Wien), Kommunikationsstrategie des Schlosses Schönbrunn; Schwartz, S. (Waddesdon), Waddesdon Manor – Lustschloß und Museum, 1880-2004.

Sonntag 10. Oktober

Exkursion nach Gotha, Schloß Friedenstein (mit Privat-Pkw)

Museumsschlösser mit ihrer historisch gewachsenen Innenausstattung besitzen vorrangig die Chance, vergangene Lebenswelten an Höfen oder Residenzen auf vielschichtige Weise erfahrbar zu machen. Neben Einzelkunstwerken – wie sie die Sammlungen, meist nach Gattungen sortiert, präsentieren – bieten Museumsschlösser aufgrund ihrer als Ensemble erhaltenen Ausstattung umfassendere Möglichkeiten, höfische Lebenswelten vorzustellen, denn nur hier können die Kunstwerke in ihrem ursprünglichen Kontext von Architektur, Raumfolgen und -ausstattung, für die sie geschaffen waren, gezeigt werden.

Eine angemessene Präsentation und Vermittlung höfischer Lebenswelt in Schlössern birgt jedoch zahlreiche Probleme in sich: Wie ist mit dem Verlust von originalen Ausstattungsstücken umzugehen? Wie ist unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen und kreuzungsfreien Führungslinien der Besucherstrom zu lenken, ohne – wie so häufig – historische Funktionsabläufe auf den Kopf zu stellen? Wie und wo lassen sich die Zeichenkomplexe dem Zuschnitt heutiger Rezeptoren gemäß decodieren? Die Zeichenwelt, die ein Höfling des 18. Jahrhunderts wie selbstverständlich entziffern konnte, ist dem heutigen Besucher meist ein Rätsel.

Frühneuzeitliche Residenzbildung und Hofkultur ist in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt historischer und kunsthistorischer Forschung an Universitäten und Instituten gerückt. Wie lassen sich die beachtlichen Forschungsergebnisse, etwa zum Zeremoniell, in museale Präsentation und Vermittlung einbinden? Denn nichts ist durch Sachkultur so schwer zu vermitteln wie das, was sich in den Köpfen abspielt(e) oder zum selbstverständlichen Verhaltenscodex gehörte. Wo klaffen, auch aus musealer Sicht, noch Forschungslücken?

Die Tagung möchte nicht nur Ergebnisse, sondern auch Fragen und Probleme theoretischer Forschung und praktischer Museumsarbeit vor Ort zur Diskussion stellen. Möglichkeiten einer Zusammenführung von Theorie und Praxis sollen ausgelotet werden.

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2. Moritzburg-Tagung

„Ich armer sundiger mensch“

Heiligen- und Reliquienkult in der Zeitenwende Mitteldeutschlands

Halle, 8. bis 10. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Stiftung Moritzburg

Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

Friedemann-Bach-Platz 5

D-06108 Halle (Saale)

Fax. [D] 03 45 – 2 02 99 90

E-mail: poststelle@moritzburg.lsa-net.de

 

Kardinal Albrecht und sein Vorgänger Ernst von Wettin waren leidenschaftliche Reliquiensammler. Sie trugen ein beachtliches Konvolut zusammen, für die sie bei einheimischen und auswärtigen Goldschmieden prächtige Reliquiare fertigen ließen. Aufbewahrt wurde der kostbare Schatz ursprünglich in der Magdalenenkapelle der Moritzburg. Seine Verehrung war groß, in Heiltumszeigungen und Weisungen wurde er den Bürgern Halles präsentiert. Der damit verbundene Ablaßhandel rief den Widerstand Luthers auf den Plan. 1520 dokumentierte Kardinal Albrecht seine Sammlung in dem berühmten „Halleschen Heiltumsbuch“, das sich noch heute im Besitz der halleschen Marienbibliothek befindet. Nur wenige Reliquiare haben sich bis in die Gegenwart erhalten, einige wurden von Kardinal Albrecht selbst zur Begleichung seiner Schulden verkauft.

Von diesen Zusammenhängen ausgehend, beleuchtet die Tagung die Konfliktfelder, die der Heiligen- und Reliquienkult in der Reformationszeit in Mitteldeutschland hervorrief. Halle erlebte bis zum Rückzug Kardinal Albrechts, der 1541 nach Mainz ging, eine enorme Steigerung des Reliquienkultes, wohingegen in Wittenberg auf Anraten Luthers das Heiltum Friedrich des Weisen um 1520 bereits aufgegeben wurde. Befürworter wie Gegner des Kultes stellt die Tagung vor – so Georg der Bärtige mit Annaberg oder Degenhardt Pfeffinger und seine private Reliquiensammlung. Auch Luthers Reaktion auf das Aufblühen des Kultes mit alten und neuen Heiligen wird erörtert. Neben der kulturhistorischen Einordnung kommt die mittelalterliche Praxis ebenso zur Sprache wie medien- und sammlungsgeschichtliche Aspekte oder die Betrachtung aus liturgie- wie musikhistorischem Blickwinkel.

 

Aus dem Programm:

Freitag, 8. Oktober

Grußworte und Begrüßung

Tacke, A. (München/Trier), Einführung; Tripps, J. (Florenz), „Reliquien“ vom Halberstädter Drachen und seinen Artgenossen – Drachenprozessionen in Kunst und Kultur des Spätmittelalters.

Samstag, 9. Oktober

Fey, C. (Gießen), Beobachtungen zu Reliquienschätzen deutscher Fürsten im Spätmittelalter; Cordez, P. (Paris), Reliquien, Bilder, Ablässe: Die illustrierten Reliquienverzeichnisse im Heiligen Römischen Reich und ihre Entwicklung bis zur Reformation; Laube, S. (Berlin), Zwischen Sammelleidenschaft und politischem Geltungsdrang. Bemerkungen zu einer hybriden Sammlung Friedrichs des Weisen; Heiser, S. (Gießen), Andenken, Andachtspraxis und Medienstrategien – Das Wiener Heiltumsbuch von 1502 und seine Folgen für das Wittenberger Heiltumsbuch von 1509, Cárdenas, L. (Berlin), Albrecht von Brandenburg – fürstliche Repräsentation im Medium des Heiltumsdruckes, Bünz, E. (Leipzig), Die Reliquiensammlung des Degenhart Pfeffinger; Volkmar, C. (Leipzig), Zwischen landesherrlicher Förderung und persönlicher Distanz. Herzog Georg von Sachsen und das Annaberger Heiltum; Merkel, K. (Kassel/Nassenfels), Eine neue Wallfahrt für Aschaffenburg? Margarethe aus Halle im katholischen Exil; Hubach, H. (Heidelberg): Neue Studien zu Grünewalds „Beweinung Christi“ in Aschaffenburg.

Sonntag, 10. Oktober

Hamann, M. (Erfurt/Magdeburg): Die liturgische Verehrung des Hl. Mauritius in Halle als Patron am Neuen Stift; Miedema, N. (Münster): Rom in Halle. Sieben Altäre der Stiftskirche Kardinal Albrechts von Brandenburg als Stellvertreter für die Hauptkirchen Roms; Dietrichs, C. L. (Berlin), Heiltum als Ereignis. Die Heiltumsweisung in Halle; Schier, V. (Tempe, AZ; USA): Hören was nicht sichtbar ist. Akustische Komponenten im Rahmen von Heiltumsweisungen; Kühne, H. (Berlin): „die do lauffen hyn und her, zum heiligen Creutz zu Dorgaw und tzu Dresen ...“. Luthers Kritik an Heiligenkult und Wallfahrten im historischen Kontext Mitteldeutschlands.

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Ausstellung

L’Italie à la cour de France

Paris, 25. September 2004 bis 3. Januar 2005

 

Kontaktadresse:           Musée du Louvre

F-75058 Paris Cedex 01

Tel. [F] 01 - 40 20 50 50 – Fax [F] 01 - 40 20 54 52

Internet:            www.louvre.fr/francais/expos/primatice.htm

                        www.louvre.fr/francais/expos/rosso.htm

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5. Internationales wissenschaftliches Symposium

Gesellschaft in den Ländern der Habsburgermonarchie und ihr Bild in Quellen

Ceský Krumlov, 11. bis 14. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Václav Bužek

Dr. Pavel Král

Historický ústav/Historisches Institut

Jihoceské univerzité/Südböhmische Universität

Jeronymova 10

CZ-37115 České Budĕjovice

Tel. [CZ] 03 87 - 77 30 68

E-mail: buzek@hu.jcu.cz – kral@hu.jcu.cz

Internet: www.hu.jcu.cz

 

Aus dem Programm:

Montag 11. Oktober

DIE GESELLSCHAFT IN DEN LÄNDERN DER HABSBURGERMONARCHIE 1526-1740 IN DER HISTORIOGRAPHIE DES LETZTEN JAHRZEHNTS (THEORIE, METHODOLOGIE, QUELLEN)

Keller, K. (Wien), Die Gesellschaft der österreichischen Länder 1526-1740 in der Historiographie des letzten Jahrzehnts; Pálffy, G. (Budapest), Die Gesellschaft der ungarischen Länder 1526-1740 in der Historiographie des letzten Jahrzehnts; Kowalská, E. (Bratislava), Spolecnost Horních Uher 1526-1740 v historiografii posledního desetiletí/Die Gesellschaft Oberungarns 1526-1740 in der Historiographie des letzten Jahrzehnts; Bužek, V. (Ceské Budejovice), Spolecnost ceských zemí 1526-1740 v historiografii posledního desetiletí/Die Gesellschaft der böhmischen Länder 1526-1740 in der Historiographie des letzten Jahrzehnts.

Dienstag 12. Oktober

DIE HABSBURGERMONARCHIE – REFLEKTION DES „EIGENEN“ UND DES „FREMDEN“

Catalano, A. (Pisa/Florenz), Význam italské historiografie na formování ideálního obrazu habsburské monarchie – politická ideologie a moralizující sebereflexe (R. Montecuccoli, G. Gualdo Priorat, G. B. Comazzi)/Die Bedeutung der italienischen Historiographie für die Formierung des idealen Bildes der Habsburgermonarchie – politische Ideologie und moralisierende Selbstreflexion (R. Montecuccoli, G. Gualdo Priorat, G. B. Comazzi); Ryantová, M. (České Budĕjovice/Prag), Krajina zemí habsburské monarchie – „vlastní“ a „cizí“ ve svetle cestovních deníku a památníku/Die Landschaft der Länder der Habsburgermonarchie – das „Eigene“ und das „Fremde“ im Spiegel von Reisetagebüchern und Stammbüchern; Lenderová, M. (České Budĕjovice/Pardubice), Stereotyp strední Evropy v cestovních zprávách francouzských cestovatelu 17. a 18. století/Das Stereotyp Mitteleuropa in den Reisenachrichten französischer Reisender des 17. und 18. Jahrhunderts; Fidler, P. (Innsbruck), Symbole der Architektur als Quelle zur Erkenntnis der Mentalität der mitteleuropäischen Gesellschaft der frühen Neuzeit; Koller, A. (Rom), Mitteleuropa im Spiegel der Berichte der päpstlichen Nuntien und kurialen Instruktionen; Barbarics, Z. (Pécs), Handgeschriebene Zeitungen aus und über Mitteleuropa in der frühen Neuzeit; Tersch, H. (Wien), Jankov und die Folgen – Kriegserfahrung und Identitätsstiftung in den habsburgischen Ländern; Just, T. (Wien), Ein Söldner im böhmisch-österreichischen Grenzgebiet zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

DAS BILD DER HIERARCHIE UND LEGITIMISIERUNG DER MACHT – NORM, WIRKLICHKEIT, KONFLIKT

Hengerer, M. (Konstanz), Von der Ordnung des Mediums zur Ordnung des Sozialen? Zur Relevanz der Medialität des Schriftguts der kaiserlichen Finanzverwaltung; Vybiral, Z. (České Budĕjovice), Moc „institucionální“ a moc „symbolická“ – formy uplatnování politické moci ve stavovské monarchii/„Institutionelle“ und „symbolische“ Macht – Formen der Geltendmachung politischer Macht in der ständischen Monarchie; Janiš, D. (Brno), Moravská šlechta v pramenech zemského práva na prahu novoveku/Der mährische Adel in den Quellen des Landrechts zu Beginn der Neuzeit; Mikulec; J. (Prag), Obraz duchovní a svetské moci Tovaryšstva Ježíšova pri oslavách stoletého jubilea rádu v roce 1640/Das Bild der geistlichen und weltlichen Macht der Gesellschaft Jesu während der Feierlichkeiten des Jubiläums des Ordens im Jahre 1640; Hrdlicka, J. (České Budĕjovice), Život na sociálním švu – lidé, norma, konsens a konflikt/Das Leben an der sozialen Grenze – Menschen, Norm, Konsens und Konflikt; Grulich, J. (České Budĕjovice), Selský grunt a jeho obyvatelé mezi normou a skutecností/Der Bauernhof und seine Bewohner zwischen Norm und Wirklichkeit.

Mittwoch 13. Oktober

 (SELBST-)REFLEKTION UND (SELBST-)PRÄSENTATION DER IDENTITÄT: INDIVIDUUM, SOZIALE GRUPPEN UND GENDER

Madl, C. (Paris/Prag), Sebedefinice nové úrednické šlechty/Die Selbstdefinition des neuen Amtsadels; Kroupa, J. (Brno), Mezi memorií a studiolem/Zwischen Memoria und Studiolo; Král, P. (České Budĕjovice), Muž, žena a deti v prechodových rituálech rodinného života/Mann, Frau und Kinder in den Übergangsritualen des Familienlebens; Pils, S. (Wien), Gender/Spiel/Räume. Zur Konstruktion weiblicher und männlicher Rollen in der frühen Neuzeit; Cerman, I. (Prag), Sentimentalismus ve šlechtické korespondenci 18. století/Sentimentalismus in der Adelskorrespondenz des 18. Jahrhunderts; Durcanský, M. (Prag), Kolektivní pamet mest – narativní prameny mestské provenience/Das kollektive Gedächtnis der Städte – narrative Quellen städtischer Provenienz; Besichtigung des Schlosses und des Schloßtheaters.

DAS INDIVIDUUM IN PROZESSEN DER SOZIALDISZIPLINIERUNG, KRIMINALISIERUNG UND MARGINALISIERUNG

Asch, R. G. (Freiburg im Breisgau), Religiöse Selbstinszenierung zwischen Anpassung und Widerstand – Adel und Konfession im Zeitalter der Glaubenskriege; Scheutz, M. (Wien), Gute policey als Ordnungsprinzip der frühen Neuzeit in den österreichischen Erbländern; Elbel, M. (Olomouc), Sociální disciplinace a sebeprezentace reholního života/Sozialdisziplinierung und Selbstpräsentation durch das Ordensleben; Kubišta, A. (Tübingen), Náboženská polemika – málo využívaný pramen k dejinám konfesionalizace/Die religiöse Polemik – eine wenig benutzte Quelle für Geschichte der Konfessionalisierung; Tinková, D. (Prag), Kde zacíná „okraj“? Príspevek k otázce interpretací a konstrukcí marginality a marginalizace v historické vede/Wo beginnt „der Rand“? Ein Beitrag zur Frage der Interpretation und Konstruktion der Marginalität und Marginalisierung in der Geschichtswissenschaft; Jordánková, H. (Brno), Sulitková, L. (Prag), K otázkám kriminalizace a marginalizace mestského obyvatelstva predbelohorské doby (na príkladu královského mesta Brna)/Zu den Fragen der Kriminalisierung und Marginalisierung der städtischen Bevölkerung in der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berg (Beispiel die königliche Stadt Brünn).

Donnerstag 14. Oktober

ERFAHRUNGEN MIT QUELLENEDIERUNG – RUNDER TISCH

Zu Beginn werden die Ergebnisse der Bilanzstudie über den Stand der Edierung von Quellen zur frühneuzeitlichen Geschichte in der tschechischen historischen Wissenschaft vorgestellt, an der Doktoranden des Historischen Instituts der Südböhmischen Universität Václav Pražák, Rostislav Smíšek und Martin Zeman unter Leitung von Václav Bužek arbeiten.

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Tagung

Metropolen

Kulturelle, soziale, politische, ökonomische Deutungsansätze

Berlin, 13. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Thomas-Morus-Akademie Bensberg

Overather Straße 51-53

D-51429 Bergisch Gladbach

Tel. [D] 0 22 04 - 40 84 72 – Fax [D] 0 22 04 - 40 84 2

E-mail: akademie@tma-bensberg.d

Internet: www.tma-bensberg.de

 

Aus dem Programm:

Reif, H. (Berlin), Metropolen. Geschichte und Begriff.

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Internationales Kolloquium

Negociar en la Edad Media

Barcelona, 14. bis 16. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           E-mail: stephanepequignot@yahoo.fr

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 14. Oktober

Verdes Pijuan, P. (Barcelona), Negociación y fiscalidad a mediados del siglo XIV: las asambleas de 1365-1367; Corrao, P. (Palermo), Riflessione sulla contrattazione fra corte regia e sogetti sociali nella Sicilia di Alfonso il Magnanimo; Rodríguez, A. (Madrid), Reciprocidad política en Castilla y León en los siglos XII y XIII. Legitimidad y conceptos de la negociación entre la monarquía y la nobleza según las fuentes cronisticas.

Freitag, 15. Oktober

Autrand, F. (Paris), L’écrit et l’oral dans les négociations diplomatiques françaises XIVe-XVe siècles; Contamine, P. (Paris), Charles VII (1418-1461) et l’art de la négociation; Ferrer Mallol, M. T. (Barcelona), Negociacions per a una conquesta i rituals per a un canvi de sobirania. La conquesta del regne de Mùrcia per Jaume II; Offenstadt, N. (Paris), Emotion et négociation pendant la Guerre de Cent Ans – une approche pragmatique des rites de paix.

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Vorträge

Society for Court Studies

London, 18. Oktober 2004 bis 15. Juni 2005

 

Kontaktadresse:           Society for Court Studies

55 Hamilton Park West

GB-London, N 5 1 AE

E-mail: admin@courtstudies.com

 

Aus dem Programm:

18. Oktober

Lacey, R. (London), How „enlightened“ was George III? The King, the British Museum and the Enlightenment.

15 November

Marshall, P. (Nottingham), Settings for Secular Ceremony: The Role of the Norman and Angevin Donjon.

13. Dezember

Postle, M (London), „Poison in our sight“: Reynolds and the Court of George III.

24. Januar

Osborne, T. (Durham), What’s in a name? Ceremonial rivalry between the Grand Duchy of Tuscany and the Duchy of Savoy during the sixteenth century.

28. Februar

Howard, M. (Brighton), William, Lord Sandys of the Vine: A Tudor Courtier’s Goods.

25. April

Keay, A. (London), Charles II and the Chapel Royal.

23. Mai

Aston, N. (Leicester), Commentary from a Courtier: An Insider’s Perspective on the Last Years of George II, 1756-1770.

13. Juni

Finkel, C. (Istanbul), Holy Men at the Ottoman Court: A Dynasty in Search of Legitimization.

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Tagung

Kulturlandschaft Fürst-Pückler-Park

Der Branitzer Außenpark im Brennpunkt widerstreitender Interessen

Cottbus, 21. bis 22. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Dr. Axel Klausmeier

BTU Cottbus

Lehrstuhl Denkmalpflege

Postfach 10 13 44

D-03013 Cottbus

Tel. [D] 03 55 - 69 39 96 – Fax [D] 03 55 - 69 30 70

E-mail: axel.klausmeier@tu-cottbus.de

 

Der Lehrstuhl Denkmalpflege der BTU Cottbus lädt zur Tagung nach Cottbus ein. Die Tagung wird in Kooperation mit

- der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz,

- dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und

- dem Archäologischem Landesmuseum, Der Landeskonservator, durchgeführt.

Sie widmet sich der Kulturlandschaft des Branitzer Parks in Cottbus, vor allem dem vom Fürsten Pückler als wesentlichen Bestandteil des Parks konzipierten Außenpark, der heute kaum noch im öffentlichen Bewußtsein verankert ist. Während für den Inneren Park eine kontinuierliche Pflege gesichert scheint, sind die Konturen des Außenparks kaum noch erkennbar, denn ursprüngliche räumliche Strukturen sind durch Jahrzehnte währende Um- oder Fremdnutzung verändert oder überwachsen.

Es ist ausdrückliches Ziel der Veranstalter, am Beispiel des Außenparks grundsätzliche Probleme der Erhaltung von Kulturlandschaften zu diskutieren. Ebenso geht es nicht nur um die Vermittlung des beinahe verlorenen Ortes „Branitzer Außenpark“, sondern ferner sollen praktische Maßnahmen vorbereitet werden, um einen nachhaltigen Beitrag zur Wiedergewinnung dieses wertvollen Parkareals zu leisten.

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 21. Oktober

Fischer, H. (Hannover), Die Kunst der Beschreibung von Kulturlandschaften; Gunzelmann, T. (München), Der Begriff der Kulturlandschaft; Kowarik, I. (Berlin), Naturschutz und Ökologie in Kulturlandschaften; Eyink, H. (Berlin), Politische Strategien und planerischer Umgang mit Kulturlandschaften; Mohrmann, R. (Berlin), Landesplanerische Instrumente für die Brandenburgische Kulturlandschaft; Kuhn, R. (Großräschen), Kulturlandschaft Fürst-Pückler-Land; Strategien für die Zukunft.

Freitag, 22. Oktober

AUSGEWÄHLTE KULTURLANDSCHAFTEN UND DIE PROBLEME IHRER ERHALTUNG

Horn, G. (Potsdam), Die Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“, Brönner, W. (Mainz), Die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal; Weiss, T. (Wörlitz), Die Welterbestätte Dessau-Wörlitzer Kulturlandschaft; Rulewicz, J. (Warschau), Die Parklandschaft des Fürsten Pückler in Muskau/Leknica.

DER BRANITZER AUSSENPARK IM KONFLIKTFELD DER INTERESSEN

Klausmeier, A. (Cottbus), Die historische Entwicklung des Branitzer Außenparks; Pahl, A. (Branitz), Die aktuellen Probleme im Branitzer Außenpark; Tzschoppe, M. (Cottbus), Bestehende Planungsstrategien seitens der Stadt Cottbus für den Bereich des Branitzer Außenparks.

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Internationales Symposium

Zeremoniell und Raum in der frühen italienischen Malerei

Berlin, 21. bis 23. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin

Dr. Stefan Weppelmann

Tel. [D] 0 30 - 2 66 21 07 – Fax [D] 0 30 - 2 66 21 03

E-mail: s.weppelmann@smb.spk-berlin.de

 

Die wissenschaftliche Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und bündelt Ansätze der neueren Kunstwissenschaft, die sich mit der Rolle des Kunstwerks als Kultwerk befassen. Retabelformen, Bildfunktionen und -themen werden durch zahlreiche Parameter konditioniert, unter denen Zeremoniell und Raum besondere Relevanz zukommt. Diese Kategorien zu erforschen, ist Ziel der zweitägigen Veranstaltung. Führende Spezialisten aus Museen, Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten werden dazu an der Gemäldegalerie zusammen kommen und im Kontext der Berliner Sammlung neue Forschungen vorstellen.

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 21. Oktober

Boskovits, M. (Florenz), Wilhelm von Bode als Kunstkenner.

Freitag, 22. Oktober

Weppelmann, S. (Berlin), Zeremoniell und Raum in der frühen italienischen Malerei.

ZEREMONIELL UND RAUM ALS PARAMETER FÜR BILDFORMAT, BILDFUNKTION UND ÄSTHETISCHE ENTSCHEIDUNGEN

Schmidt, V. (Groningen), Movable panel paintings inside and outside the church building; Tripps, J. (Florenz), Retabel und Hülle. Studien zur Wandlungstechnik toskanischer Altarbilder in Spätgotik und Renaissance; Skaug, E., (Oslo), Colour and halo pattern in Florence and Siena in the Duecento and Trecento: pictorial aesthetics as liturgy in disguise? Freuler, G. (Zürich), Malerei und Buchmalerei in Venedig um 1400. Toskanische Vermittler und Künstler in der Produktion von Altarretabeln sowie liturgischer und hagiographischer Manuskripte.

ZEREMONIELL UND RAUM ALS SUJETS DER BILDLICHEN DARSTELLUNG

Bellosi, L. (Siena), Liturgy and ritual in Giotto’s fresco cycle in the upper church of S. Francis (Assisi); Santi, B. (Siena), Duccio’s creation of space in the narrative scenes of the Maestà-Altarpiece (Siena); Hueck, I (Florenz), Die Entwicklung des gotischen Messkelchs in Italien und seine Darstellungen in der Malerei; Kreytenberg, G. (Bochum), Die Darstellung des Tabernakels von Orsanmichele im „Specchio umano“ des Getreidehändlers Domenico Lenzi; Zitzlsperger, P. (Berlin), Mit Paramenten zur Heiligsprechung: Crivellis Berliner Schlüsselübergabe und die Liturgie im Bild.

Samstag, 23. Oktober

ZEREMONIELL UND RAUM ALS BILDER SOZIALER IDENTITÄT

Weppelmann, S. (Berlin), Mortem cotidie ante oculos habere – Giottos Dormitio Virginis und das Bildprogramm der Humiliaten in der Florentiner Ognissanti-Kirche; Gardner von Teuffel, C. (Coventry), Bildkult und Karmeliterorden: Die Madonna del Popolo in der Brancacci-Kapelle (Florenz); Kanter, L. (New York), The Blessed Gherard of Villamagna in Trecento Florence: Cult or Devotion? Solberg, G. (Florenz), Painting and Ceremony at San Pier Maggiore (Florence); Krüger, K. (Berlin), Öffentliche Bildprogramme im Trecento. Ikonographie – Zeremoniell – Repräsentation.

ZEREMONIELL UND RAUM IN ERINNERUNG UND VORSTELLUNG: TRADITION UND IMAGINATION VON KULTEN

Seiler, P. (Berlin), Cultura deorum. Tradiertes Wissen über heidnische Kulte in der spätmittelalterlichen Malerei Italiens; Bähr, I. (Florenz), Heiligengräber in der Toskana: Tafelbilder, Riten, Textquellen; Blass-Simmen, B. (Berlin), Die Predigt des Heiligen Bernhard von Siena (Venedig 1442/43). Jacopo Bellinis „Augenzeugenbericht“; Schmidt-Arcangeli, C. (Florenz), Von Alexandrien nach Venedig – Der Orient als imaginärer Schauplatz der venezianischen Malerei der Renaissance.

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4. Dortmunder Kolloquium zur Kunst, Kultur und Geschichte in der spätmittelalterlichen Stadt Zeit

Städtische Repräsentation

Dortmund, 21. bis 23. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Prof. Dr. Thomas Schilp

Stadtarchiv Dortmund

Tel. [D] 02 31 - 5 02 21 50

E-mail: tschilp@stadtdo.de

 

Prof. Dr. Barbara Welzel

Institut für Kunst und ihre Didaktik

Universität Dortmund

Tel. [D] 02 31 - 7 55 29 55

E-mail: barbara.welzel@uni-dortmund.de

 

Dr. Nils Büttner

Institut für Kunst und ihre Didaktik

Universität Dortmund:

Tel. [D] 02 31 - 7 55 29 66

E-mail: nils.buettner@uni-dortmund.de

 

Das 4. Dortmunder Kolloquium zur Kunst, Kultur und Geschichte in der spätmittelalterlichen Stadt ist dem Thema: „Städtische Repräsentation“ gewidmet. Das Kolloquium setzt die interdisziplinäre Erforschung und Diskussion der spätmittelalterlichen Stadtkultur Dortmunds fort. Mit dem nicht mehr erhaltenen Rathaus am Alten Markt und der Reinoldikirche werden zwei herausragende Orte der Repräsentation des mittelalterlichen Dortmund thematisiert, die in ihren Funktionen und Bedeutungen sowohl aus stadthistorischer als auch aus kunsthistorischer Perspektive analysiert werden. Den Kaiserbesuch Karls IV. im November des Jahres 1377 und im Januar 1378 den Besuch der Kaiserin Elisabeth hat Dortmund an beiden Orten genutzt, um sich selbst repräsentierend als Reichsstadt darzustellen. Hierbei fand auch die musikalische Umrahmung der „Großereignisse“ in den Quellen Erwähnung: Das städtische Musikleben wird auf der Tagung sowohl akustisch erleb- und nachvollziehbar als auch in stadthistorischen Dimensionen untersucht. Auch die Zeitvorstellungen des späten Mittelalters waren zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch die akustische Wahrnehmung bestimmt. Die wirtschaftliche und kulturelle Verflechtung der bedeutenden Handelsstadt Dortmund mit den Niederlanden läßt sich am Import herausragender Kunstwerke bis heute ablesen.

Im 19. Jahrhundert fand nicht nur in Dortmund eine Rückbesinnung auf das Mittelalter statt, die die Erforschung der Vergangenheit mit Interessen der eigenen Zeit verwob. Oft wurde dabei ein Gegenbild zur Industrialisierung entworfen. Die Tagung versucht schließlich auch, einen Beitrag zum Verständnis wie zu einer Verortung der Bedeutung von Kunst und Architektur des mittelalterlichen Dortmunds für die heutige Stadt zu leisten.

Ein besonderes Anliegen dieser Tagung ist es, einer interessierten Öffentlichkeit die spätmittelalterliche Kunst und Kultur Dortmunds auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Forschungen nahe zu bringen und verständlich zu machen sowie Wege zu eröffnen, sich mit den Zeugnissen der Vergangenheit auseinander zu setzen. Die Tagung ist daher für Interessierte geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Aus dem Programm:

Donnertag, 21. Oktober

Begrüßung; Stegemann, M. (Dortmund) Glocken, Pfeifen, Stimmen – Der Klang der spätmittelalterlichen Stadt.

Freitag, 22. Oktober

Büttner, N., Schilp, T., Welzel, B., Begrüßung und Einführung; Schilp, T. (Dortmund/Duisburg), Spielleute, Orgel, Scholarenchöre: Dortmunder Musikleben des Spätmittelalters; Büttner, N. (Dortmund), Dortmund und die Niederlande: Kulturtransfer als logistische Herausforderung; Meier, U. (Bielefeld), Das Dortmunder Rathaus in der politischen Kultur der Stadt; Ohm, M. (Heidelberg) Das Dortmunder Rathaus; Niehr, K. (Marburg), Sinnstiftendes Sehen. Mittelalterliche Kunst im 19. Jahrhundert; Welzel, B. (Dortmund), Mittelalterliche Kunst in Dortmund heute; Dohrn-van Rossum, G. (Chemnitz), Die Geschichte der Stunde. Zeitvorstellungen im Spätmittelalter.

Samstag, 23. Oktober

Lampen, A. (Münster), Der Adventus Kaiser Karls IV. 1377 in Dortmund: Herrscherrepräsentation und Selbstdarstellung der Bürgergemeinde; Franke, B. (Dortmund), Kaiser Karl IV. und Kaiserin Elisabeth in Dortmund 1377 und 1378 – Eine kunsthistorische Skizze zu Performanz und Ästhetik; Poeck, D. W. (Münster) Der Ratsstuhl; Zepp, J. (Köln/Dortmund), Die Stadtkirche St. Reinoldi als Handlungsraum des hl. Reinold und der Dortmunder Bürger.

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Tagung

Juden zwischen Kaiser, Landesfürst und lokaler Herrschaft

Gemeinsamkeiten und Differenzen jüdischen Lebens im Süden des Alten Reichs in Spätmittelalter und Früher Neuzeit (1350-1800)

Augsburg, 22. bis 24. Oktober 2004

 

Kontaktadresse:           Dr. Anke Sczesny

IEK

Universität Augsburg

Eichleitnerstr. 30

D-86159 Augsburg

Tel. [D] 08 21 - 5 98 58 43 – Fax [D] 08 21 - 5 98 58 50

E-mail: anke.sczesny@iek.uni-augsburg.de

Internet: www.uni-augsburg.de/institute/iek/

 

Aus dem Programm:

Freitag, 22. Oktober

SEKTION 1: QUELLEN ZUR JÜDISCHEN GESCHICHTE

Brugger, E./Wiedl, B. (St. Pölten), „... und ander frume leute genuch, paide christen und juden.“ Quellen zur christlich-jüdischen Interaktion im Spätmittelalter; Klein, B. (Duisburg), Obrigkeitliche und innerjüdische Quellen: ein untrennbares Miteinander; Wiesemann, F. (Düsseldorf), Der Wert der Quellenzeugnisse aus den Genisot für die historische Forschung.

SEKTION 2: KONTINUITÄT UND WANDEL JÜDISCHER SIEDLUNGSSCHWERPUNKTE

Fridrich, A. (Basel), Zur Entstehung von Landjudengemeinden im Nordwesten der heutigen schweizerischen Eidgenossenschaft (16.-18. Jahrhundert); Lang, S. (Tübingen), Die Judenpolitik des Herzogtums Württemberg und ihr Einfluß auf die jüdische Besiedlung Niederschwabens während der frühen Neuzeit; Rauscher, P. (St. Pölten), Feinde der Städte, Diener des Adels? Die Entwicklung jüdischer Siedlungen in Niederösterreich (16.-17. Jahrhundert).

GESPRÄCH 1: JÜDISCHE GESCHICHTE IM SÜDWESTEN DES ALTEN REICHES UND IN DEN HABSBURGISCHEN LÄNDERN: STAND UND PERSPEKTIVEN DER FORSCHUNG

Leitung: Kiessling, R. (Augsburg), Teilnehmer: Haverkamp, A. (Trier), Picard, J. (Basel), Rohrbacher, S. (Düsseldorf), Staudinger, B. (St. Pölten).

Samstag, 23. Oktober

SEKTION 3: MATERIELLE LEBENSGRUNDLAGEN UND SOZIALE DIFFERENZIERUNG

Keil, M. (St. Pölten), Der Name der Frauen. judinne in obrigkeitlichen Urkunden des deutschen Spätmittelalters; Peter, T. (Trier), Wirtschaftliche Tätigkeit und soziale Differenzierung der Znaimer Juden im Spiegel der Judenbücher.

SEKTION 4: DIE CHRISTLICHE UMWELT UND JUDEN: NORMATIVE VORAUSSETZUNGEN UND ALLTAG

Hüttenmeister, N. (Düsseldorf), Alltägliches Miteinander oder getrennte Gemeinden: das Leben im Dorf am Beispiel der pappenheimischen Herrschaften; Härter, K. (Frankfurt/Main), Juden in der Policeygesetzgebung südwestdeutscher Reichsstände: Schutz und Verrechtlichung – Ausgrenzung und Kriminalisierung; Mordstein, J. (Augsburg), Obrigkeitlicher Judenschutz: Judenschutzbriefe in der Grafschaft Oettingen.

SEKTION 5: INNERJÜDISCHE ORGANISATIONSFORMEN

Ries, R. (Düsseldorf), Kommunikation und Schtadlanut in der frühneuzeitlichen Judenschaft des Reiches; Staudinger, B. (St. Pölten), Die Wiener Gemeinde und die Entstehung der österreichischen Landjudenschaft (ein Vergleich mit Prag); Guggenheim, Y. (Jerusalem), Die Verwaltung von Wissen: Zur Jeschiwa in der Frühneuzeit.

GESPRÄCH 2: JÜDISCHE GESCHICHTE: MINDERHEITSGESCHICHTE OHNE MEHRHEIT?

Leitung: Ulbrich, C. (Berlin), Teilnehmer: Brenner, M. (München), Klein, B. (Duisburg), Holenstein, A. (Bern), Mentgen, G. (Trier), Winkelbauer, T. (Wien).

Sonntag, 24. Oktober 2004

SEKTION 6: GRENZEN UND MOBILITÄT

Buchberger, R. (St. Pölten), Das Leben im Grenzraum: Grenzräume zwischen Österreich, Ungarn und dem Osmanischen Reich – Die Grenze der Christenheit als Chance für Juden? Treue, W. (Düsseldorf), In die Jeschive und auf den Jahrmarkt: Jüdische Mobilität im Südwesten des Alten Reiches; Kaplan, D. (New York), Die Juden im Elsaß zwischen Reich und französischer Krone: Wahrnehmungen von Gemeinde.

GESPRÄCH 3: GEMEINSAMKEITEN UND DIFFERENZEN JÜDISCHEN LEBENS IM SÜDEN DES ALTEN REICHS IN SPÄTMITTELALTER UND FRÜHER NEUZEIT

Leitung: Haverkamp, A. (Trier); Teilnehmer: Keil, M. (St. Pölten), Kießling, R. (Augsburg), Rohrbacher, S. (Düsseldorf).

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Vortrag

Christiane Coester

Schön wie Venus, Mutig wie Mars

Anna d’Este, Herzogin von Guise und Nemours, 1531-1607

Berlin, 2. November 2004

 

Kontaktadresse:           Bärbel Ighreiz

Koserstraße 20

D-14195 Berlin

E-mail: ighreiz@zedat.fu-berlin.de

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Séminaire de recherche

Les ducs Valois de Bourgogne: leur cour, leurs hommes, leur espace

Hérauts de Bourgogne (II)

Paris, 2. November 2004 bis 14. Juni 2005

 

Kontaktadresse:           Deutsches Historisches Institut Paris

                                    Hôtel Duret de Chevry

                                    8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 - 42 71 56 16 – Fax [F] 01 - 42 71 56 43

 

Dienstag, 2. November

Paravicini, W. (Paris), Schnerb, B. (Lille), Introduction.

Dienstag, 30. November

Narbona, M. (Pamplona), Hérauts de Navarre.

Dienstag, 21. Dezember

Anrooij, W. van (Leiden), Heinrich von Heessel: Herald at the Imperial and the Burgundian Court.

Dienstag, 18. Januar

Melville, G. (Dresden), Couronnements de hérauts.

Dienstag, 15. Februar

Hablot, L. (Nantes), Le héraut, projection emblématique du prince: le cas bourguignon.

Dienstag, 15. März

Mérindol, C. de (Paris), Rois d’armes et poursuivants à la cour d’Anjou au temps du roi René.

Dienstag, 12. April

Jones, M. (Nottingham), Careers and Professionals Activities of Breton Heralds.

Dienstag,17. Mai

Paviot, J. (Paris), Le héraut Savoie.

Dienstag, 14. Juni

Hiltmann, T. (Paris), Les hérauts dans les écrous des hôtels de la cour de Bourgogne.

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12e journée d’étude du Réseau des Médiévistes belges de langue française

Le mécénat au Moyen Age

Brüssel, 19. November 2004

 

Kontaktadressen:          Benoît Beyer de Ryke

Institut Royal du Patrimoine Artistique

Parc du Cinquantenaire, 1

Salle de conférence 001

Rez-de-chaussée (face à l’accueil)

B-1000 Bruxelles

E-mail: benoit.beyer@ulb.ac.be

 

Eric Bousmar

Facultés Universitaires Saint-Louis

43, Boulevard du Jardin Botanique

B-1000 Bruxelles

E-mail: bousmar@fusl.ac.be

 

Aus dem Programm:

Nys, L. (Valenciennes), Les peintures murales de la Salle-le-Comte de Valenciennes, 1373-1377; Van Hoorebeeck, C. (Brüssel), Rolin, Hugonet et les autres: la commande de manuscrits de luxe chez les fonctionnaires des ducs de Bourgogne; Lecocq, I. (Brüssel), Donations et représentations des donateurs dans les vitraux monumentaux; Henrard, N. (Liège), Troubadours et mécénat; Denoël, S./Oger, C (Liège); Mécènes ou commanditaires ? La Principauté de Liège de Louis de Bourbon à Gérard de Groesbeeck (1456-1580).

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Kolloquium der Forschungsgruppe „Adel in den böhmischen Ländern 1749-1948“

Ausbildung im Adel

Die aufklärerische Herausforderung und die Folgen

Prag, 26. bis 27. November 2004

 

Kontaktadresse:           Ivo Cerman

Ústav ceskych dejin FFUK

Palachovo 2

CZ-Prag 1, 116 38

E-mail: ivo.cerman@email.cz

 

Im Prozeß der sozialen Modernisierung veränderte sich die Lage des Adels dramatisch. Um die Wandlungen und Reaktionen des Adels näher zu erleuchten, widmet sich die Forschungsgruppe unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen des Adels und untersucht die Wandlungen und Reaktionsmuster in Ausbildung, Beruf, im politischen Leben und in der Eigenwirtschaft. Die Ausbildung gehörte laut vielen Forschern zu den ersten Bereichen, in denen sich Abweichungen von dem erstarrten Habitus erkennen lassen. Wie veränderte sich das Bildungsverhalten des böhmisch-österreichischen Adels unter dem Einfluß der Aufklärung und Revolutionen? Es ist Absicht, auf diese Frage im ersten Kolloquium der Forschungsgruppe einzugehen. Der Auftritt eines neuen Menschenbildes und neuer Erziehungskonzepte nach Rousseau und den Philanthropen bedeutete zumindest theoretisch eine Herausforderung. Die Erziehungskonzepte von Franz Josef Graf von Kinsky oder Johann Nepomuk von Mittrowsky brachten die adeligen Umdeutungen zum Ausdruck. Der Staat versuchte seit den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts, die adelige Erziehung durch Aufbau von „Ritterakademien“ zu lenken. Das Theresianum in Wien und zahlreiche „adelige Schulen“ in Ungarn waren das Ergebnis dieser staatlichen Politik. Welche Bedeutung kann man diesen Bemühungen zuschreiben? Schließlich wurde der Ausbildungsprozeß im aufklärerischen Zeitalter als lebenslanges Lernen ausgelegt. Zahlreiche Adelige folgten diesem Diktum und ließen sich als Freunde der Wissenschaften feiern. War es ein Musterbeispiel der philosophischen Selbstverbesserung, oder Instrument der adeligen Repräsentation? Diese Fragen sollen in den Beiträgen dieses ersten Workshops diskutiert werden

 

Aus dem Programm:

Freitag, 26. November

IDEEN

Shek-Brnardic, T. (Zagreb-Budapest), Die Verbesserung der adeligen Privaterziehung in Prag: Patriotische Vorschläge vom Grafen Franz Josef von Kinský (1739-1805); Diewoková, T. (Paris-Pardubitz), La lecture rousseauiste dans les pays tschèques à la fin du 18e et au début du 19e siècle; Lenderová, M. (Pardubitz-Budweis), Instruction d´une fille noble: objectifs, réflections, autoréflections.

BILDUNGSSTÄTTEN

Matzerath, J. (Dresden), Was bildet den Adel? (Gruppentypische Ausbildungswege und Bindekräfte); Khavanova, O. (Budapest), Official Policies and Parental Strategies in Educating Hungarian Nobles under Maria Theresa; Cerman, I. (Tübingen), Habsburgischer Adel und Theresianum: Wissensvermittlung, Sozialisierung und Berufswege.

Samstag, 27. November

BILDUNGSPRAXIS

Kahuda, J. (Prag), Bildungsweg des Staatskanzlers Metternich; Budíková, A. (Budweis-Pardubitz), Erziehung der Söhne von Karl I. von Schwarzenberg.

ADELIGE GELEHRSAMKEIT

Madl, C. (Prag), La bibliothèque aristocratique comme bien de famille, source de savoirs et instrument de représentation; Bronisch, J. (Leipzig), Adel und Aufklärung: Die Korrespondenz Ernst Christoph Graf von Manteuffels mit Christian Wolff 1738-1748; Grecenková, M. (Prag), La correspondance entre Marie-Jean-Antoine de Condorcet et Joseph Nicholaus von Windischgräz; Rezník, M. (Chemnitz), Das romantische Wissenschafts- und Erkenntniskonzept von Georg von Buquoy.

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Journées d’études

Noblesse et États princiers en Italie et en France au XVe siècle

Aristocrazia signorile e Stati principeschi in Italia e in Francia nel Quattrocento

Rom, 26. bis 27. November 2004

 

Kontaktadresse:           École française de Rome

Piazza Navona, 62

I-00186 Rom

 

Aus dem Programm:

Freitag, 26. November

Gentile, M. (Mailand), Savy, P. (Rom), Introduction; Schnerb, B. (Lille), Noblesse et pouvoir princier dans les pays bourguignons au temps de Jean sans Peur (1404-1419); Arcangeli, L. (Mailand), Un lignaggio padano tra autonomia signorile e corte principesca: i Pallavicini; Cools, H. (Rom), Princes rebelles, nobles loyaux: l’opposition aristo-cratique à Maximilien d’Autriche dans les Pays-Bas bourguignons; Shaw, C. (Warwick University), The Roman Barons, between Nobles and Princes; Gentile, M. (Mailand), Parentele aristocratiche e costituzione materiale del ducato visconteo-sforzesco: aspetti e problemi; Rivière, C. (Paris), La noblesse, pilier de l’État princier. L’exemple du duché de Lorraine, entre Royaume et Empire; Savy, S. (Rom), Les feudataires et le contrôle territorial dans le duché de Milan à l’époque des Sforza; Castelnuovo, G. (Rom), Nobles des champs ou nobles de cour ? Princes et noblesse dans les chroniques savoyardes du XVe siècle

Samstag, 27. November

Marchandisse, A. (Lüttich), Noblesse et pouvoir épiscopal dans la principauté de Liège au XVe siècle; Bellabarba, M. (Trient), Potere vescovile e lignaggi nel Quattrocento trentino: configurazioni geografiche e politiche; Jones, J. (Nottingham), Dukes, Nobles and the Court in fifteenth century Brittany; Mattéoni, O. (Paris), Société contractuelle, pouvoir princier et domination territoriale: les alliances du duc Jean Ier de Bourbon avec la noblesse d’Auvergne (1413-1415); Barbero, B. (Università del Piemonte orientale), Entre consanguinité et dépendance. Le marquis de Saluces et ses vassaux; Dean, T. (University of Surrey Roehampton), Les ducs de Ferrare et leur noblesse: une étude de cas; Johans, E. (Université du Maine), Les Armagnacs et leurs nobles au début du XVe siècle.

Conclusions: Cauchies, J.-M. (Facultés universitaires Saint-Louis).

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Symposium

Kaiser, Hof und Reich in der Frühen Neuzeit

Wien, 1. bis 4. Dezember 2004

 

Kontaktadressen:          Univ.-Prof. Dr. Grete Walter-Klingenstein

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Dr. Ignaz Seipel-Platz 2

A-1010 Wien

Tel. [A] 01 51 58 10

 

DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Fleischmarkt 2

A-1010 Wien

Tel. [A] 15 15 81 - 73 14 oder - 73 25

E-mail: Jan.Paul.Niederkorn@oeaw.ac.at

 

Aus dem Programm:

Mittwoch, 1. Dezember

Duchhardt, H. (Mainz), Imperator in imperio suo? Der Kaiser und sein Reich in der Frühen Neuzeit.

Donnerstag, 2. Dezember

1. SEKTION: ZEICHEN UND SYMBOLE

Stollberg-Rilinger, B. (Münster), Verfassungsgeschichte als Symbolgeschichte. Die Investitur der Reichslehen in der Frühen Neuzeit; Gotthard, A. (Erlangen), Die Inszenierung des Reichssystems an Kollegial- und Wahltagen, Rudolph, H. (Trier), Und sollen Euer Kays. Maj. Thür und Thor offen stehen. Performative Elemente von Kaisertum und Reich bei kaiserlichen Einzügen unter Maximilian II.; Ortlieb, E. (Wien), Reichshofrat und Reichstage. Neue Aspekte der Begegnung von Hof und Reich.

2. SEKTION REISEN UND BEGEGNUNGEN

Conrads, N. (Stuttgart), Der Kaiserhof als Bezugsgröße des habsburgischen Schlesien; Roll, C. (Konstanz), Auswärtige Gesandte am Kaiserhof in der Zeit Leopolds I. und Karls VI. – Befunde und methodische Überlegungen; Schnettger, M. (Mainz), Zwischen Nähe und Distanz. Italienische Reichsvasallen und deren Untertanen am Kaiserhof; Verga, M. (Florenz), Hof und Räte Karls VI. Die Regierung eines neuen Imperiums in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Freitag, 3. Dezember

3. SEKTION: ARCHITEKTUR UND BILDENDE KUNST AM WIENER HOF UND IN SEINEM UMKREIS

Karner, H. (Wien), Die Wiener Hofburg unter Leopold I.: Residenzbau zwischen landesfürstlicher und kaiserlicher Repräsentation; Lorenz, H. (Wien), Die Wiener Hofburg im 18. Jahrhundert – Ideal und Wirklichkeit spätbarocker Herrschaftsarchitektur.

Führung in der Hofburg

Präsentation des Forschungsprojekts „Europäische Friedensverträge der Frühen Neuzeit“

4. SEKTION: INSTITUTIONEN UND KARRIEREN

MacHardy, K. (Waterloo), Hofkarriere als soziales und politisches Kapital: 1480-1620; Pečar, A. (Rostock), Reichsadel am Kaiserhof – Eine Partei für das Alte Reich? Bůžek, V. (Budweis)/Pálffy, G. (Budapest), Der Adel aus den böhmischen und ungarischen Ländern am Kaiserhof.

Samstag, 4. Dezember

5. SEKTION: INFORMATION UND KOMMUNIKATION

Keller, K. (Wien), Dresden-Prag-Wien. Fürstliche Korrespondenz in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts; Winkelbauer, T. (Wien), Postwesen und Staatsbildung in der Habsburgermonarchie (1620-1780); Schmidt, G. (Jena): Kaiser in einem freien Reich. Die mediale Aufbereitung eines scheinbaren Widerspruchs; Schumann, J. (Augsburg): Kaiserbild und Medienstrategien im Zeitalter Leopolds I.

6. SEKTION: KAISERHOF UND KONFESSION

Klueting, H. (Köln), Humilia se et impera. Frömmigkeit als Herrschaftsmittel bei Leopold I.; Haug-Moritz, G. (Graz), Protestantischer Föderalismus – der Kaiser und die konfessionelle Pluralität des frühneuzeitlichen Reiches, Schindling, A./Brendle, F. (Tübingen), Der Kaiser, die Reichskirche und die geistlichen Fürstenhöfe der Frühen Neuzeit; Quarthal, F. (Stuttgart), Die Bedeutung der kaiserlichen Wahlkommission für die Präsenz von Kaiser und Reich in der süddeutschen Reichskirche.

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Kolloquium

Le Portrait: la Representation de l’individu

Le Portrait du Moyen Âge a l’époque Contemporaine

Genf, 2. bis 3. Dezember 2004

 

 

Kontaktadresse:           Université de Fribourg

Séminaire d’archéologie paléochrétienne et byzantine

Université de Fribourg – Sciences de l’Antiquité

16, rue Pierre-Aeby

CH-1700 Fribourg

Tel. [CH] 26 - 3 00-79 20 oder -78 31 – Fax [CH] 26 - 3 00-97 14

E-mail: jean.wirth@lettres.unige.ch

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 2. Dezember

Paravicini Bagliani, A. (Lausanne), Boniface VIII et son auto-représentation; Dale, T. (Wisconsin), Le portrait comme image imprimée et le concept de l’individu à l’époque romane; Corbellari, A. (Lausanne), Portraits romanesques. Le problème de la ressemblance dans la littérature narrative du Moyen Age; Groebner, V. (Luzern), Kopf oder Zahl. Porträts, Identitätszeichen, Identifikation; Gamboni, D. (Genf), Portrait composé et représentation du collectif; Stoichita, V. (Freiburg), Le portrait de l’esclave. Ressemblance et rhétorique au XVIIème  siècle; Rigoli, J. (Freiburg); De la prosoposcopie: folie, littérature et peinture au XIXe siècle.

Freitag, 3. Dezember

Pastoureau, M. (Paris), Le portrait: un emblème parmi d’autres?; Wirth, J. (Genf), Le portrait médiéval du Christ; Gardner, J. (Warwick), Giotto’s portrait of Christ; SIVO, F. (Bari), Il ritratto della bella donna: parole e immagini di un canone; Constable, G. (Princeton), On beards as an aspect of self presentation in the Middle Ages; Nussbaum, V. (Freiburg), L'aura de Laura. Le paradoxe du portrait au cinéma.

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Konferenz

Paris

Images d’une Capitale du Moyen Âge

Paris, 9. Dezember 2004

 

Kontaktadresse:           Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 01 - 42 71 56 16 – Fax [F] 01 - 42 71 56 43

 

Deux jeunes chercheurs, à la fois historiens d’art et historiens, ont terminé leurs thèses consacrées au Paris du XIVe siècle, celui de Philippe le Beau, de Charles V – et de Victor Hugo.

Celle de M. Bernd Carqué,

chercheur au Max-Planck-Institut für Geschichte à Göttingen, a pour titre Stil und Erinnerung. Französische Hofkunst im Jahrhundert Karls V. und im Zeitalter ihrer Deutung [Style et mémoire. L’art de cour français au siècle de Charles V et à l’époque de son interprétation] et vient de paraître (Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2004, 648 S.),

celle de M. Wolfgang Brückle,

Maître-assistant à l’Université de Berne, s’appelle „Civitas terrena“. Französische Kunst 1270-1380 im Umkreis von Staatsrepräsentation und politischem Aristotelismus [L’art français de 1270 à 1380 entre représentation étatique et aristotélisme politique] et est sous presse (München, Deutscher Kunstverlag, 2004).

Nous leur donnons l’occasion de présenter les résultats de leurs travaux qui sont d’importance, car toutes les questions de la représentation politique, de l’existence d’un art parisien de cour (posées à nouveau par la récente exposition „ Charles VI“ après celle sur „Les rois maudits“), de la relation entre style de pensée et style de bâtir, du rapport entre image et réalité, le passé réel et le passé imaginaire et, bien sûr, de la naissance de la plus grande capitale du Moyen-Âge y sont traitées, et le grand XIXe apparaît de plus en plus comme le grand écran qui s’interpose entre nous et un Moyen Âge largement imaginaire.

Pour donner, par leurs commentaires, du relief à ces exposés, nous avons fait appel à deux spécialistes d’histoire urbaine: à M. Andreas Sohn, professeur à l’Université de Paris XIII qui termine un livre sur la naissance de Paris capitale, et M. Pierre Monnet, professeur à l’Université de Versailles Saint-Quentin en Yvelines, grand connaisseur de la représentation urbaine en Allemagne médiévale, ce qui promet d’utiles comparaisons.

La soirée sera présidée par le meilleur connaisseur du Paris flamboyant, M. Jean Favier, membre de l’Institut.

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Vortrag

Caroline zum Kolk

Katherina von Medici und ihr Hofstaat

Frankreich, 1533-1574

Berlin, 8. Februar 2005

 

Kontaktadresse:           Bärbel Ighreiz

Freie Universität Berlin

FB Geschichts- und Kulturwissenschaften

FMI

Koserstraße 20

D-14195 Berlin

E-mail: ighreiz@zedat.fu-berlin.de

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Workshop

Image-building en landsheerlijke networking in de Zuidelijke Nederlanden

Brüssel, 9. Februar 2005

 

Kontaktadresse:           Secretariaat Vlaamse Wergroep Mediëvistiek

Dr. Steven Vanderputten – Dr. Dries Tys

Vakgroep Middeleeuwse Geschiedenis

Blandijnberg 2

B-900 Gent

Tel. [B] 09 - 26 43 99 4 – Fax [B] 09- 26 44 18 2

E-mail: steven.vanderputten@ugent.be – dtys@vub.ac.be

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Studientag

Quellenedition und Historiographie

Die Edition als Spiegel der historiographischen Fragestellung und ihre Auswirkung auf das Quellenverständnis

Paris, 26. Februar 2005

 

Kontaktadresse:           Philippe Depreux

Die Mission Historique Française en Allemagne

Postfach 2833

D-37018 Göttingen

Tel.: [D] 05 51 - 5 52 13 – Fax: 05 51 - 4 64 55

E-mail: depreux@mhfa.mpg.de

Internet: www.mhfa.mpg.de/fr_vie.html

 

Im Rahmen der École de l’Érudition en Réseau veranstaltet die Mission historique française en Allemagne in Zusammenarbeit mit der École nationale des Chartes (Paris), dem Institut de Recherche et d’Histoire des Textes (IRHT, Paris und Orléans), dem Centre d’Études Supérieures de la Civilisation Médiévale (CESCM, Poitiers) und den Monumenta Germaniae Historica (München) zwei Studientage für Doktoranden unter dem Titel: „Der Historiker vor seinen Quellen: Möglichkeiten und Grenzen der Quelleneditionen / L’historien face à ses sources: Enjeux et limites des éditions de sources“. Es handelt sich um zwei voneinander unabhängige, aber sich ergänzende Veranstaltungen, deren Ziel es ist, die Erkenntnismöglichkeiten der Quelleneditionen unter Berücksichtigung des historiographischen Kontextes zu erfassen. Entgegen allem Anschein stellen die Editionen von Schriftquellen den Stand der historischen Forschung dar, aber sie sind nicht nur von ihr abhängig, sondern sie bedingen diese auch: Die neuen Editionen schon vorgelegter Texte gehen nicht immer und einzig auf die Entdeckung eines neuen Manuskriptes zurück, sondern sind (und manchmal ist dies der Hauptgrund) auf die Tatsache zurückzuführen, daß die vorliegenden Textausgaben nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen oder daß man die Quellen unter einem anderen Blickwinkel untersuchen möchte ­ ob es sich nun um die Originalfassung oder um diverse Kopien, die die Geschichte des Textes prägten, handelt. In dieser Hinsicht muß auch bedacht werden, welche juristische Bedeutung die Editionen während des Ancien Régime bestimmte oder welche politische Bedeutung sie für die Ausbildung nationaler Identitäten hatten.

Seit dem Beginn der neuzeitlichen, kritischen Quellenedition bis heute, wo die technischen Hilfsmittel neue Möglichkeiten der Herausgabe von Texten bieten, spiegeln die Editionen (egal ob es sich nun um eine Transkription oder um ein Faksimile handelt) die Forschungsschwerpunkte der Historiker und ihre Auffassung von einer historischen Quelle wider – so zum Beispiel einige, künstlich zusammengestellte Sammlungen wie die von den MGH herausgegebenen Constitutiones et acta publica imperatorum et regnum. Quelleneditionen können auch zur Definition einer neuen Quellengattung führen, beispielsweise die Capitula episcoporum vom gleichen Herausgeber.

Die Editionen zeigen also die Entwicklung der historischen Erkenntnis. Die Art, die Texte zu präsentieren, einen oder mehrere kritische Apparate zusammenzustellen, die Wahl der Größe bei der Erstellung eines Faksimiles, all diese Parameter zeigen die Erwartungen des zeitgenössischen Historikers, führen zu neuen Herangehensweisen an eine Quelle (und nicht nur an den Text) und zu neuen Fragestellungen.

Ganz unabhängig von ihrer Qualität können die Editionen das Original nicht ersetzen, die Stofflichkeit des Dokuments ist für den Historiker ein wichtiges Element der Beurteilung (wo diese fehlt, wie bei einigen Zusammenstellungen von formulae, kann es zu Fehlbeurteilungen kommen).

Inwiefern erlauben es neue Editionen die historische Schriftquelle nicht nur als Text sondern als Dokument zu erfassen? Die Tatsache, daß der Kontext einer Schriftquelle immer mehr Beachtung findet (davon zeugen die ausführlichen Einführungen, die im Detail die Kopialüberlieferung darlegen), führte zu Editionen, die von unschätzbarem Wert für die Arbeit des Historikers sind, die mit anderen Quellen und mit anderen Hilfsmitteln kombiniert genutzt werden können. Daher scheint es angebracht, nach einem Treffen über die Editionen als Abbild und als ein bestimmendes Element der Historiographie über die heutige Bedeutung der Herausgabe von Quellen nachzudenken und die Erfahrungen, die Erwartungen und die Ergebnisse einander gegenüberzustellen. Die Publikation der Beiträge zu diesen Studientagen ist nicht vorgesehen.

Diese Treffen wenden sich in erster Linie an junge Historiker, für die die Quellenedition ein zentraler oder zumindest wichtiger Teil ihrer Dissertation darstellt: Die Studientage eröffnen ihnen die Möglichkeit, Probleme, die sich ihnen im Rahmen ihrer Forschungen stellten, mit Spezialisten unterschiedlicher Fächer und Arbeitsmethoden zu diskutieren und so Erfahrungen und Erwartungen einander gegenüberzustellen. Darüber hinaus sind die Studientage auch für Doktoranden gedacht, die sich bei ihren Arbeiten im wesentlichen auf Editionen stützen und die sich kritisch mit der Dokumentation, die sie benutzen, auseinandersetzen wollen, um sie zukünftig im Wissen um die Problematik der Quellenedition zu verwenden. Außerdem sind die Studientage auch für Doktoranden interessant, die über die neuzeitliche bis zeitgenössische Historiographie und das Verhältnis der westlichen Gesellschaften zu ihrer Vergangenheit arbeiten.

Das erste Treffen findet am Samstag, dem 26. Februar 2005 in Paris unter dem Titel „Édition de sources et historiographie: les choix éditoriaux comme reflets du questionnement historiographique et leur impact sur l’appréhension des sources / Quellenedition und Historiographie: die Edition als Spiegel der historiographischen Fragestellung und ihre Auswirkung auf das Quellenverständnis“ statt. Dieser Tag ist einerseits der historischen Einordnung der verschiedenen Quelleneditionen gewidmet, auf die sich die aktuelle historische Forschung vorwiegend stützt, andererseits geht es um die Analyse der Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Quellengattungen, den Formen der Editionen, die sich daraus ergeben, und der Auswertung der Quellen durch Historiker oder andere Wissenschaftler. So könnte man der Frage nach den Eigenheiten mittelalterlicher und moderner Quellen oder der Edition von literarischen, philosophischen, liturgischen und diplomatischen Quellen nachgehen; man könnte darüber diskutieren, inwiefern diese Editionen den Anforderungen der Historiographie entsprechen oder neue Problemstellungen aufwerfen. Außerdem sollen die Überlegungen auch den großen Quelleneditionen des 19. und 20. Jahrhunderts gelten, um ihre Abhängigkeit von der damaligen Historiographie und die Auswirkung auf diese zu ermessen. Um den Blick nicht nur auf die Vergangenheit zu richten, wird selbstverständlich auch die heutige Typologie der Quellen thematisiert werden sowie ihre Folgen für die Auswertung geschichtlicher Dokumente.

Das zweite Treffen wird am Samstag, den 9. April 2005 in München stattfinden, das Thema lautet: „Les formes d’édition et leur exploitation par l’historien, entre tradition et innovation: quelques chantiers contemporains / Die Formen der Quellenedition und ihre Nutzung durch den Historiker, zwischen Tradition und Innovation: einige aktuelle Unternehmungen“. An diesem Studientag wird der Vergleich verschiedener Quelleneditionen im Mittelpunkt stehen (Quellen aus dem Mittelalter bis heute) und zwar nicht unter einem technischen Gesichtspunkt, sondern die Überlegungen sollen den Vorgaben und Auswirkungen einiger in Arbeit befindlichen oder kürzlich erschienenen Editionen gelten: Was waren die Gründe für die Entscheidungen der Herausgeber in Bezug auf die Publikationsform (Transkription oder Faksimile, Papier oder elektronisch), auf die Vorgehensweise, auf die Möglichkeiten der Auswertung? Welchen Anforderungen wollten die Herausgeber entsprechen, gleich ob es sich um diplomatische, juristische, liturgische oder narrative Quellen handelt? Kurz: welche Edition für welche Historiographie?

Das Bewerbungsformular kann im Internet unter der Adresse der MHFA abgerufen werden: www.mhfa.mpg.de. Bewerbungsschluß für die Teilnahme ist der 10. Dezember 2004

 

Aus dem Programm:

Depreux, P. (Göttingen), L’historiographie des entreprises éditoriales et l’élaboration de sources; Bertrand, P. (Orléans), Les cartulaires, des codices traditionum aux recueils factices (IXe-XXe s.); Fees, I. (Marburg), Die Regesta imperii; Heuser, P. A. (Bonn), Die Acta Pacis Westphalicae. Geschichte, Stand und Perspektiven.

MÉTHODES D’ÉDITION ET INTERROGATIONS DE L’HISTORIEN

Poirel, D. (Paris), L’édition des textes philosophiques et théologiques, des clercs médiévaux à l’historien contemporain; Mersiowsky, M. (München), Die Urkundeneditionen; Vieillard, F. (Paris), La prise en compte de la langue dans l’édition et l’exploitation des textes médiévaux.

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Tagung

Der Augsburger Religionsfriede 1555

Ein Epochenereignis und seine regionale Verankerung

Irsee, 3. bis 5. März 2005

 

Kontaktadressen:          Prof. Dr. Wolfgang Wüst

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte

Kochstrasse 4

D-91054 Erlangen

Tel.: [D] 09 13 - 18 52 23 67 – Fax [D] 09 13 - 18 52 61 81

E-mail: wgwuest@phil.uni-erlangen.de

 

Schwaben-Akademie Irsee

Klosterring 4

D-87660 Irsee

Tel.: [D] 0 83 41 - 9 06-6 61

 

Friedensforschung, Friedensfeste und Friedensmahnung sind keine Errungenschaften unserer Zeit, doch gebührt ihnen angesichts der 450jährigen Wiederkehr des Augsburger Religionsfriedens von 1555 in einem auch noch heute von Ausgrenzung und religiöser Intoleranz erschütterten Europa zu Beginn des dritten Jahrtausends ein besonderer Stellenwert, dem unsere Tagung Rechnung trägt. Wenn heute die christlichen Konfessionsrichtungen nicht mehr zur Disposition stehen, ist dies nicht zuletzt das bleibende Verdienst der Entwicklungen in der Mitte des 16. Jahrhunderts gewesen.

Der Augsburger Religionsfriede, benannt nach jenem Reichstag, den Ferdinand I. am 5. Februar 1555 in der oberdeutschen Reichsstadt eröffnet hatte, war ein epochales Ereignis. Er endete offiziell mit dem berühmten Beschluß (Reichsabschied) am 25. September, nach dem künftig kein Reichsstand wegen seiner Zugehörigkeit zum Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) benachteiligt werden sollte. Damit war zwischen dem alten und neuen Glauben ein unbefristeter Friede erklärt, zu dessen reichsrechtlicher Tragweite 1648 nur noch die Reformierten hinzukamen. Es waren allerdings nicht die Gläubigen selbst, sondern die territorialen Obrigkeiten, die sich künftig nach dem Prinzip cuius regio, eius religio frei für eine der beiden Konfessionsrichtungen entscheiden konnten. Die Zeitgenossen hatten sich mit der Entscheidung von „oben“ abzufinden, doch stand ihnen aus Glaubensgründen das allerdings gesellschaftlich tief schneidende Recht der Auswanderung (ius emigrandi) zu. Gleichzeitig schuf man mit dem neuen Modell der Parität in einigen Reichsstädten auch eine Zone, in der sich das alltägliche Neben- und Gegeneinander der beiden Glaubensformen bereits seit 1555 bewähren mußte. In den konfessionsgemischten Städten Augsburg, Biberach a.d. Riß, Ravensburg und Dinkelsbühl wurde auf der Grundlage des Status Quo die Gleichstellung beider Konfessionen festgeschrieben. Diskussionen um den rechten Glauben fanden aber nicht nur in diesen vier ausgewählten Städten statt, sondern ergriffen vor und nach 1555 ganz Schwaben und seine Nachbarregionen. Auch führten Zusatzbestimmungen in der sog. declaratio Ferdinandea, die im übrigen nicht Bestandteil des offiziellen Gesetzestextes waren, zu weiterer Konfessionsvermischung. Danach durften auch der landsäßige Adel, die Städte und selbst die Gemeinden unter der Herrschaft eines geistlichen Fürsten dann beim neuen Glauben bleiben, wenn sich dort das lutherische Bekenntnis bereits vor 1555 gefestigt hatte.

Die Tagung wird den bis heute noch immer nicht hinreichend erforschten regionalen Kontext der Jahrzehnte um den wegweisenden Religionsfrieden systematisch für Schwaben und – in Auswahl – auch für die Nachbarregionen offenlegen. Die von ausgewiesenen Experten dargebotenen Ergebnisse aus Stadt und Land werden zugleich auch dem Weltereignis 1555 zugeordnet, das interdisziplinär von Historikern, Theologen, Juristen, Volkskundlern und den Teilnehmern der offenen Tagung diskutiert und bewertet werden wird.

Die Ergebnisse dieses Kongresses werden noch 2005 als Sonderband der Zeitschrift des HV für Schwaben auf dem Buchmarkt präsentiert.

 

Aus dem Programm:

Donnerstag, 3. März

I. DER ÜBERREGIONALE BEZUG

Jehl, R. (Irsee)/Wüst, W. (Erlangen), Begrüßung; Gotthard, A. (Erlangen), Der Augsburger Religionsfriede, die Territorien und das Heilige Römische Reich deutscher Nationen; Quarthal, F. (Stuttgart), Das disparate westliche Schwaben. Konfessionelle Strukturen als Konsequenz reichsstädtischer Zersplitterung, unvollständiger Landeshoheit und territorialer Intoleranz; Hartmann, C. P. (Mainz), Der Augsburger Reichstag von 1555 – ein entscheidender Meilenstein für die Kompetenzerweiterung der Reichskreise; Weber, W. (Augsburg), Augsburger Konfessionsfriede und Öffentlichkeit. Reichsabschied als Kommunikationsgeschichte; Baier, H. (Nürnberg), Der Friede aus christlicher Sicht; Weitlauff, M. (München), Augsburger Religionsfriede, Reservatum ecclesiasticum und die Folgen für die Reichskirche.

Freitag, 4. März

II. DER REGIONALE BEZUG

II. 1. DIE UMSETZUNG DES RELIGIONSFRIEDENS IN OSTSCHWABEN UND DEN NACHBARREGIONEN

Gier, H. (Augsburg), Das Nebeneinander der Konfessionen nach 1555 im Spiegel von Reiseberichten aus bayerisch Schwaben; Schümann, N. (Erlangen), Die Debatte im Schwäbischen Kreiskonvent um den Konfessionsfrieden; Fassl, P. (Augsburg), Friede und religiöse Mentalitäten in Schwaben.

II. 2. DIE UMSETZUNG DES RELIGIONS­FRIEDENS IN REICHS- UND RESIDENZSTÄDTEN

SEKTION A

Specker, H. E. (Ulm), Die Reichsstadt Ulm; Wüst, W. (Erlangen), Die Reichsstadt Augsburg; Böck, F.-R. (Kempten), Die Reichsstadt Kempten; Hecker, H.-J. (München), Zum Vergleich: Die wittelsbachische Residenzstadt München.

SEKTION B

Sponsel, W. (Nördlingen), Die Reichsstadt Nördlingen; Stauder, H. (Lindau), Die Reichsstadt Lindau; Seuffert, O. (Donauwörth), Die Reichsstadt Schwäbisch Wörth/Donauwörth; Härter, K. (Frankfurt/Main), Frieden und Religion als Gegenstand guter Ordnung und Policey, Zu den Aus- und Nachwirkungen des Augsburger Religionsfriedens in der reichsständischen Policeygesetzgebung.

II. 3. DER RELIGIONSFRIEDE IN STIFTS- UND KLOSTERSTAATEN

SEKTION A

Wieland, G. (Friedrichshafen), Das Hochstift Konstanz; Immler, G. (München), Das Fürststift Kempten.

SEKTION B

Wüst, W. (Erlangen), Das Hochstift Augsburg; Fleischmann, P. (Augsburg), Schwäbische Reichsstifte; Naimer, E. (Augsburg), Die Augsburger Klöster.

Samstag, 5. März 2005

II. 4. DER RELIGIONSFRIEDE IN WELTLICHEN ADELSTERRITORIEN

SEKTION A

Niederstätter, A. (Bregenz), Vorarlberg; Kreuzer, G. (Ichenhausen), Die Markgrafschaft Burgau und Schertlin von Burtenbach; Breit, S. (München), Hohenaschau.

SEKTION B

Cramer-Fürtig, M. (Augsburg), Pfalz-Neuburg; Weber, A. O. (Erlangen), Zum Vergleich: Die fränkischen Hohenzollern; Ninness, R. (Philadelphia, USA), Reichsritterschaft.

III. REZEPTION UND NACHWIRKUNG DES RELIGIONSFRIEDENS

Römmelt, S. (Würzburg), Der Konfessionsfriede in der protestantischen und katholischen Memoria in der frühen Neuzeit; Hetzer, G. (München), Der Augsburger Religionsfriede in der Konfessionsdebatte des 19./20. Jahrhunderts in Bayern.

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Ausstellung

Krone und Schleier

Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern

Essen und Bonn, 19. März bis 3. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           Kunst- und Ausstellungshalleder Bundesrepublik Deutschland GmbH

Museumsmeile Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 4

D-53113 Bonn

Postfach 12 05 40

D-53047 Bonn

Tel. [D] 02 28 - 9 17 10

Internet: www.bundeskunsthalle.de

 

Siehe auch die nachfolgende Tagung vom 18. bis 22. Mai 2005.

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13. Tagung der Wartburg-Gesellschaft

Burgenbau im späten Mittelalter

Bozen, 14. bis 17. April 2005

 

 

Kontaktadresse:           Geschäftsstelle der Wartburg-Gesellschaft

c/o Wartburg-Stiftung

Auf der Wartburg

D-99817 Eisenach

Tel. [D] 0 36 91 - 25 00 – Fax [D] 0 36 91 - 20 33 42

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Tagung

Krone und Schleier

Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern

Essen und Bonn, 18. bis 22. Mai 2005

 

Kontaktadressen:          Prof. Dr. Hedwig Röckelein

Historisches Seminar der Georg-August-Universität Göttingen

Platz der Göttinger Sieben 5

D-37073 Göttingen

E-mail: hroecke@gwdg.de

 

Prof. Dr. Jeffrey Hamburger

Harvard University

Dept. of History of Art and Architecture

Sackler Museum

485 Broadway

USA-Cambridge MA 02138

E-mail: jhamburg@fas.harvard.edu

 

Internet: www.ruhrlandmuseum.de/frauenkloester/CFPdt.lang.pdf

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Call for Papers

International Medieval Congress Leeds

Youth and Age

Leeds, 11. bis 14. Juli 2005

 

Kontaktadresse:           International Medieval Congress 2005

Parkinson Building 1.03

University of Leeds

U.K.-Leeds, LS2 9JT

Tel. [UK] 11 33 43 - 36 14 – Fax [UK] 11 33 43 - 36 16

E-mail: imc@leeds.ac.uk

 

Since the 1960s, when Western treatment and perception of the stages of human life evolved dramatically due to a host of scientific, social and state-induced changes, the history of life-stages has captured the interest of medievalists. Debating the medieval life-cycle gives medievalists the opportunity to interrelate a wide range of basic topics, such as daily life, social structures and mental constructs.

The theme of Youth and Age at the IMC therefore addresses both the medieval sociological reality of the stages in human life, but also how these topics operated within the mental, conceptual and cultural world of medieval people.

After some forty years of study, it is now time to attempt a synthesis of what has been said and to draw a more nuanced, less pessimistic and less idealized, picture of medieval childhood, adolescence, youth, adulthood and old age. It is crucial that we think of these stages of life in relation to each other. It is also equally critical that we discuss these stages not so much through modern concepts but rather by examining variations in treatment and conception in diverse lands, different time-periods and within various religious or belief-systems. We need to bring new sources and new methodologies to bear on these questions.

Bringing together scholars from all disciplines, time-periods and geographic specialities, the Leeds IMC is the ideal setting in which to undertake such comparative analyses.

Possible sub-themes include:

Attempts (medieval and modern) to define and categorise the life-cycle and the stages of human life, Retirement and inheritance, Burial practices, Rites of passage: baptism, knighting, marriage and so forth, Concepts such as ‘Fountain of youth’, ‘Aetates mundi’, the ‘uetula’, Social status, hierarchical structures and the Ages, Demographic evidence, The Age of power, Fostering, service, apprenticeship, schooling and the transmission of knowledge through the generations, The Ages in law, Gender issues, femininity, masculinity and the Ages, The concepts of seniority, innovation and reformation, Medicine, physical anthropology and the Ages, Visual images of the Ages, Religious conversion: oblation, adolescent conversion, entrance ad succurrendum, Virginity, chastity and sexuality, Rendering the past and visualising the future.

Individual paper proposals, including abstracts, for IMC 2005 (11-14 July 2005) must be submitted to the IMC Administration by 31 August 2004. Proposals for full sessions of three 20 minute papers must be submitted by 30 September 2004.

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Kolloquium

Die Wandmalereien in der Bischofsresidenz Ziesar

Ziesar, 30. September bis 2. Oktober 2005

 

Kontaktadresse:           Museum Burg Ziesar

Mühlentor 15 A

D-14793 Ziesar

Tel. [D] 0 33 83 - 02 19 – Fax [D] 0 33 83 - 02 82

 

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Call for Papers

Voyages et voyageurs

130e congrès national des Sociétés historiques et scientifiques

La Rochelle, 2005

 

Kontaktadresse:           Secrétariat général du CTHS

1, rue Descartes

F-75005 Paris

Tel. [F] 01 55 55 97 64

Internet: www.cths.fr

 

Vorläufige Themen:

Les voyageurs dans l’Antiquité et au Moyen Âge; Les pèlerinage; Les infrastructures du voyage; Explorations et voyages scientifiques; Les voyages de formation; Le rôle des voyages dans la constitution des collections; L’organisation du voyage à l’époque contemporaine; Perception de l’altérité culturelle et religieuse; La notation de mobilité dans les sociétés préhistoriques, L’Antiquité vue par les voyageurs, Les ordres militaires et la mer; Partir pour résister; Circulation des hommes et des idées à l’époque révolutionnaire; Les voyageurs charentais et la redécouverte des Amériques au XIXe; Colloque franco-canadien; Les sources de l’histoire des voyages; Les routes maritimes, Plantes et animaux voyageurs; ècriture ethnographique et récits de voyage; Les mots voyageurs; Voyages imaginaires, voyages extraordinaire; Voyages d’artistes et artistes voyageurs.

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Ausstellung

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806

Von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters

Berlin und Magdeburg, 28. August bis 10. Dezember 2006

 

Kontaktadresse:           Organisationsbüro

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

Tel. [D] 03 91 - 53 54 80 – Fax [D] 03 91 - 5 35 48 24

E-mail: info@dasheiligereich.de

 

Zweihundert Jahre nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wird 2006 die gesamte Reichsgeschichte zum Thema einer kulturhistorischen Großausstellung. Um der überlieferten Vielfalt aus mehr als acht Jahrhunderten gerecht zu werden, wird sich die Ausstellung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation 962-1806“ in zwei Teile gliedern. Hierbei kooperieren das Kulturhistorische Museum Magdeburg und das Deutsche Historische Museum Berlin. Beide Museen erarbeiten gemeinsam eine übergreifende Konzeption.

Im Kulturhistorischen Museum Magdeburg wird vom 28. August bis 10. Dezember 2006 der erste Abschnitt der Ausstellung von Otto dem Großen bis zum Ausgang des Mittelalters zu sehen sein. Das Deutsche Historische Museum Berlin zeigt während der gleichen Laufzeit den neuzeitlichen Abschnitt der Reichsgeschichte bis 1806. Nach den großen Mittelalterausstellungen über die Karolinger in Paderborn 1999, Otto den Großen 2001 in Magdeburg und Heinrich II. 2002 in Bamberg wird damit erstmals die deutsche und europäische Entwicklung vom Mittelalter bis in die Neuzeit umfassend in zwei Teilen dargestellt.

 



Buchvorstellungen

 

 

Handbuch der Kulturwissenschaften, 3 Bde., Stuttgart u.a. 2004. Bd. 1: Grundlagen und Schlüsselbegriffe, hg. von Friedrich Jaeger und Burkhard Liebsch. Bd. 2: Paradigmen und Disziplinen, hg. von Friedrich Jaeger und Jürgen Straub. Bd. 3: Themen und Tendenzen, hg. von Friedrich Jaeger und Jörn Rüsen [Metzler, geb., Bd. 1: XIII + 538 S., Bd. 2: XIV + 694 S., Bd. 3: XIV. + 551 S., 179,85 Euro].

 

Ist Hof- und Residenzenforschung eine „Kulturwissenschaft“? Nicht allein um diese Frage zu beantworten ist es lohnenswert, das bei Metzler erschienene dreibändige Handbuch der Kulturwissenschaften vorzustellen, an dem über hundert Autorinnen und Autoren verschiedenster Disziplinen mitgewirkt haben: Ägyptologen, Philosophen, Literaturwissenschaftler, Soziologen, Historiker, Europäische und außereuropäische Ethnologen/Kulturanthropologen, Politikwissenschaftler, Pädagogen, Medien- und Kommunikationswissenschaftler, Kunsthistoriker, Theologen sowie Psychologen und Psychiater. Ohne fundierte theoretische Modelle und interdisziplinären Austausch kann keine Wissenschaft, auch nicht die Geschichtswissenschaft, auf Dauer bestehen. Daher ist es sehr zu begrüßen, daß eine inzwischen nicht mehr ganz neue, aber doch kräftige philosophische Strömung den Versuch unternommen hat, die kulturwissenschaftliche Forschung in Deutschland in der Form eines Handbuchs gebündelt vorzustellen.

Bei der geschilderten Bandbreite unterschiedlicher Disziplinen erstaunt es nicht, daß weder eine gemeinsame Definition des Begriffs Kulturwissenschaften noch eine systematische Darstellung von Ergebnissen angestrebt wurden. Vielmehr handelt es sich um den „Versuch einer interdisziplinären Bestandsaufnahme“[8], die nach Grundlagen und Schlüsselbegriffen (Bd. 1), Paradigmen und Disziplinen (Bd. 2) sowie Themen und Tendenzen (Bd. 3) geordnet ist. Die Bände besitzen zudem noch eine Binnengliederung, die vier bis zwölf Beiträge unter einer Überschrift vereint. Das gesamte Handbuch ist in 15 Kapitel unterteilt, deren Überschriften das breite thematische und interdisziplinäre Spektrum andeuten: Erfahrung, Sprache, Geltung, Identität, Geschichte, Kulturwissenschaften und Lebenspraxis, grundlegende wissenschaftliche Problemstellungen, handlungstheoretische Ansätze in den Kulturwissenschaften, die Kulturwissenschaften und das Paradigma der Sprache, kulturwissenschaftliche Methoden und Ansätze in den Disziplinen, Brennpunkte einer kulturwissenschaftlichen Interpretation von Kultur, Wirtschaft und Kapitalismus, Gesellschaft und kulturelle Vergesellschaftung sowie Politik und Recht. Den drei Bänden ist zudem jeweils ein identisches Vorwort sowie eine spezifische, auf die Thematik des Bandes zugeschnittene Einleitung vorangestellt. Den dritten Band beschließt ein Ausblick in die Zukunft der Kulturwissenschaften, der paradoxerweise die fehlende Definition von Kulturwissenschaften am ehesten zu kompensieren vermag. Auf Register wurde ganz verzichtet, am Ende jeden Bandes befindet sich aber ein Autorenverzeichnis. Ein Sachindex würde die Benutzung des Handbuchs sicher erleichtern, zumal die Beiträge kaum aufeinander abgestimmt wurden und daher wichtige übergreifende Themen an ganz verschiedenen Stellen des Handbuchs aufscheinen.

Was bietet das Handbuch inhaltlich? Es kann in dieser Buchvorstellung schon allein aus pragmatischen Gründen nicht darum gehen, alle Beiträge des Handbuchs anzuzeigen und in das Gesamtkonzept einzuordnen. Vielmehr möchte ich mich auf einzelne Aspekte beschränken, die mir bei Lektüre aufgefallen sind und die mir geeignet erscheinen, die oben gestellte Frage nach der Relevanz des Werkes für die Hof- und Residenzenforschung zu beantworten.

Zunächst einmal sei erklärt, daß mit „Kulturwissenschaften“ (der Plural ist beabsichtigt!) nicht, wie man vielleicht naiv vermuten könnte, eine Wissenschaftsdisziplin gemeint ist, die sich der Erforschung menschlicher Kultur(en) gewidmet hätte. „Kulturwissenschaften“ ist vielmehr ein Terminus, der sich allein aus der Abgrenzung zu anderen Wissenschaften, z.B. den Naturwissenschaften, erklärt. Auch den Sozialwissenschaften, das wird in dem schon genannten Ausblick von Jörn Rüsen (Bd. 3, S. 534) am Ende des dritten Bandes deutlich, stehen die Kulturwissenschaften kritisch gegenüber. „Kulturwissenschaften“ ist auch nicht einfach eine Fortführung der alten „Kulturgeschichte“, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ihre Blüte erlebte. Vielmehr hat bekanntlich ein sog. „cultural turn“ stattgefunden, der neue Perspektiven in denjenigen Disziplinen eröffnet hat, die sich nicht primär als klassische Sozial- und Naturwissenschaften verstehen und vor allem mit dem interpretierenden Verstehen von Texten beschäftigt sind. Konsens unter den Autoren, so formuliert es eine Rezensentin, herrsche wohl nur darüber, „daß der Terminus ‚Kulturwissenschaften‘ geeignet ist, die in kulturalistischem Sinne reformierten nichtnaturwissenschaftlichen Disziplinen zu bezeichnen, nicht jedoch darüber, worin die gemeinsamen Grundlagen einer zeitgemäßen kulturwissenschaftlichen Forschung bestehen.“[9] Einigkeit herrscht auch, so möchte man beifügen, in der außerordentlichen Bedeutung des Konzepts von „Pluralität“ für die Methode und auch die Ergebnisse von „Kulturwissenschaften“. Es ist dies ein Leitbegriff, der sich implizit und explizit durch das gesamte Handbuch zieht und auch in verwandten Begrifflichkeiten wie Diversität, Netzwerk, Interdisziplinarität immer wieder auftaucht. Pluralität in den Methoden, Diversität in den Diskursen, Vernetzung der Disziplinen unter dem Leitbegriff der „Kulturwissenschaften“ – dies sind drei Aspekte, die in vielen der Beiträge aufscheinen. Übrigens sind nur wenige der Artikel des Handbuchs von zwei oder mehreren Autoren verfaßt – ein merkwürdiges Paradoxon angesichts der Bedeutung der genannten Konzepte.

Den „Kulturwissenschaften“ geht es um Konzepte und Methoden, ohne daß sie sich selber auf solche festlegen möchten. Im ersten Band, der sich mit Grundlagen und Schlüsselbegriffen beschäftigt, widmet sich ein Kapitel der „Geschichte“. Die Autoren beschäftigen sich in sehr unterschiedlicher Art und Weise mit der Historizität von Kultur und versuchen „Sinnkonzepte oder -konstruktionen“ (vgl. die Arbeiten der Studiengruppe des Kulturwissenschaftlichen Instituts des Landes Nordrhein-Westfalen in Essen) in der europäischen und außereuropäischen Geschichte (darin eingeschlossen auch die Vor- und Frühgeschichte) zu ergründen. Themen in diesem Kapitel sind u.a. Typen des Zeitbewußtseins, das Verhältnis von Kultur und Geschichte, kulturelle Evolution und Epochenschwellen sowie kulturelle Komplexität in den ägyptischen und chinesischen Hochkulturen. Ebenso werden unter dieser Fragestellung die drei klassischen westeuropäischen Epochen Antike, Mittelalter und Neuzeit auf erinnerungskulturelle Funktionen und Sinnkonzepte hin untersucht. Probleme der Periodisierung und der Epochenschwellen werden dabei ebenso wie die Mittelalterrezeption der Neuzeit thematisiert. Im zweiten Band – Paradigmen und Disziplinen – findet man insbesondere den Artikel von Friedrich Jaeger zur Historischen Kulturwissenschaft, der eine Einordnung der Geschichtswissenschaft in die Kulturwissenschaften unternimmt und so zu einer Klärung der Begrifflichkeiten wesentlich beizutragen vermag. Jürgen Osterhammel beschreibt im selben Band die Methoden des Kulturvergleichs und ihrer Nutzbarmachung für den historischen Zivilisationsvergleich. Insgesamt werden dem Leser hilfreiche Verortungen von Fachdisziplinen im Gebäude der „Kulturwissenschaften“ geboten, die eine Selbst- und Fremdeinordnung wesentlich erleichtern. Der dritte Band, der Themen und Tendenzen gewidmet ist, erlaubt einen Blick auf aktuelle Forschungsdebatten – auch der kulturhistorisch orientierten Geschichtswissenschaften. Stellvertretend sei hier der Beitrag von Eva Labouvie erwähnt, der sich mit Leiblichkeit und Emotionalität und somit der Kulturwissenschaft des Körpers und der Gefühle beschäftigt. Weitere, für die Geschichtswissenschaften im engeren Sinne relevanten Themen, sind die Beiträge, die neuere philosophische und soziologische Strömungen aufnehmen und auf historische Themen anwenden, wie dies z.B. Egon Flaig mit Pierre Bourdieus Habitustheorie oder Christian Geulen mit dem Thema „Nationalismus als kulturwissenschaftliches Forschungsfeld“ vorführen.

 

Kehren wir zur Ausgangsfrage zurück. Ist die Hof- und Residenzenforschung Teil der „Kulturwissenschaften“ in dem Sinne des nunmehr vorliegenden Handbuchs? Bislang sind nur wenige Arbeiten erschienen, die im Kontext der Hof und Residenzenforschung die Nähe zu den „Kulturwissenschaften“ suchen[10]. Die Antwort kann daher zur Zeit nur „Nein“ lauten. Wenn es nun aber in der Adelsforschung bislang keinen „cultural turn“ gegeben hat, so gibt es gerade in der Hofforschung doch sehr wohl eine „cultural awareness“ und natürlich auch eine prinzipielle Offenheit gegenüber den oben erwähnten Theorien, die helfen, neue Forschungsfragen zu entwickeln und bekanntes Material aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Obwohl auch die Hof- und Residenzenforschung sich mit Definitionen schwer tut (wer vermag schon zu sagen, was genau Hof und Residenz sind?), so hat sie zur Zeit doch ein grundlegend anderes Verständnis der Methoden historischen Arbeitens und auch der Grundlagen der Interpretation von Ergebnissen historischer Forschung. Trotz dieses negativen Befundes ist das Handbuch der Kulturwissenschaften eine äußerst anregende Lektüre für alle diejenigen, die sich für das aktuelle Selbstverständnis dieser stark auf neuere philosophische Strömungen gestützte geistes- und sozialwissenschaftlichen „Metadisziplin“ interessieren. Entgegen aber der mehrfach im Handbuch beschworenen interdisziplinären Offenheit finden interessanterweise naturwissenschaftliche Annäherungen an das Phänomen „Kultur“ erneut keine Berücksichtigung. Diese Wissenschaftspolitik sollte auch einmal dekonstruiert werden – vielleicht würde man dann auch den merkwürdigen Plural der „Kulturwissenschaften“ wieder streichen müssen[11].

 

Jörg Wettlaufer, Kiel



Neuerscheinungen

 

 

Adel und Bürgertum in der Habsburgermonarchie, 18. bis 20. Jahrhundert. Hannes Stekl zum 60. Geburtag gewidmet von E. Bruckmüller, F. Eder und A. Schnöller, Wien 2004 (Sozial- und wirtschaftshistorische Studien, 31) [Oldenbourg, 312 S., pb., 49,80 Euro].

Alt, P.-A.: Der Tod der Königin. Frauenopfer und politische Souveränität im Trauerspiel des 17. Jahrhunderts, Berlin 2004 (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte, 30) [de Gruyter, 261 S., geb., 17 Abb., 98 Euro].

Álvarez López, F.: Arte mágica y hechicería medieval. Tres tratados de magia en la corte de Juan II, Valladolid 2002 [Diputación Provincial de Valladolid, 253 S., 9,38 Euro].

Ammerich, H.: Leben mit Schulden. Zur Finanzverwaltung Pfalz-Zweibrückens im 16. und 17. Jahrhundert, in: Kaiserslauterer Jahrbuch zur Pfälzischen Geschichte und Volkskunde 2/3 (2002/2003) S. 191-206.

Ammerich, H.: Die Pfalz-Zweibrückischen Witwenresidenzen Bergzabern und Meisenheim. Ihre Bedeutung für die städtische Entwicklung sowie für das wirtschaftliche und kulturelle Leben, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz 101 (2003) S. 159-171.

Bachmann, M.: Der barocke Wiederaufbau. Bauhistorische Untersuchungen in der Durlacher Altstadt, Mainz 2002 (Materialien zu Bauforschung und Baugeschichte, 12) [Zabern, 229 S., geb., 214 sw-Abb., 69,90 Euro].

Baletka, T.: Dvůr olomouckého biskupa Stanislava Thurza (1497-1540), jeho kancelář a správa biskupských statků, Prag 2004 (Sbornik archivních prací, 54) [236 S., kart., Ill.].

Baquero Moreno, H., Bennasar, B., López Garciá, J. M., Mainer, J. C.: Capitales y corte en la historia de España, Valladolid 2003 (Colección de bolsillo, 11) [Universidad de Valladolid. Secretariado de Publicaciones e Intercambio Editorial, 131 S., kart., 6 Euro].

Barberis, W.: Le armi del principe: la tradizione militare sabauda, Turin 2003 (Biblioteca di cultura storica ; 171) [Einaudi, 342 S.].

Die landesgeschichtliche Bedeutung der Königsberger Königskrönung von 1701, hg. von B. Jähnig, Marburg 2004 (Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, 18) [Elwert, 184 S., geb., 15 sw-, 1 farb. Abb., 19 Euro].

Beemelmans, S.: Muss und kann der Staat Schlösser, Burgen und Gärten noch finanzieren?, in: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen 11 (2003) S. 11-21.

Behringer, W.: Im Zeichen des Merkur. Reichspost und Kommunikationsrevolution in der Frühen Neuzeit, Göttingen 2003 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 189) [Vandenhoeck & Ruprecht, 861 S., Ln., 31 Abb., 9 Diagr., 18 Tab., 1 Karte, 114 Euro].

Bello León, J. M., Hernández Pérez, B.: Una embajada inglese a la corte de los Reyes Católicos y su descripción en el Diario de Roger Machado, in: En La España medieval 26 (2003).

Bischof und Bürger. Herrschaftsbeziehungen in den Kathedralstädten des Hoch- und Spätmittelalters, hg. von U. Grieme, N. Kruppa und S. Pätzold, Göttingen 2004 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 206; Studien zur Germania Sacra, 26) [Vandenhoeck & Ruprecht, 419 S., Ln, 13 Abb., 1 Faltkarte, 45 Euro].

Bünz, E.: Die mitteldeutsche Bildungslandschaft am Ausgang des Mittelalters, in: Die sächsichen Fürsten- und Landesschulen. Interaktion von lutherisch-humanistischem Erziehungsideal und Eliten-Bildung, hg. von J. Flöter und G. Wartenberg, Leipzig 2004 (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, 9), S. 39-71.

Capitales éphémères. Actes du colloques, Tours, 6-8 mars 2003, hg. von A. Ferdière, Tours 2004 (Revue archéologique du centre de la France. Supplément, 25) [FERACF, 500 S., kart., Ill.].

Carqué, B.: Stil und Erinnerung. Französische Hofkunst im Jahrhundert Karls V. und im Zeitalter ihrer Deutung, Göttingen 2004 (Diss. TU Berlin 2000) (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 192) [Vandenhoeck & Ruprecht, 638 S., Ln., 201 Abb., 98 Euro].

Chasse à courre, chasse de cour, fastes de la vénerie princière à Chantilly au temps des Condés et des Orléans. 1659-1910 (exposition 9 juin - 6 septembre 2004, Musée Condé, Chantilly; Musée de la Vénerie, Senlis; Musée de la Chasse et de la Nature, Paris), Tournai 2004 [366 S., Ill.].

Château Gaillard – Colloques internationaux de castellologie médiévale. Colloque de Maynooth – Irlande (2002), Turnhout 2004 (Château Gaillard, 21) [Brepols, 312 S., 42 Euro].

Aus dem Inhalt:

Curnow, P.: Arnold Taylor 1911-October 2002; Creighton, O. H.: „The Rich Man in his Castle, The Poor Man at His Gate“: Castle Bailevs and Settlement Patterns in Norman England; Donnelly, C. J.: Passage or Barrier? Communication between bawn and tower house in Late Medieval Ireland – the evidence from County Limerick; Higham, R. A.: The Development of a Timber Castle at Hen Domen, Montgomery (Powys, Wales), c. 1070-1270; Janssen, H.: Gemert Castle. The first occupation phase 1050-1150; Marshall, P.: Improving the image: the transformation of Bailey into Courtyard at the 12th-century Bishops’ castle at Newark, Notinghamshire; Ödman, A.: A short story about the Grevlunda motte in Scania, Sweden – former Denmark: from Bronze Age grave to viking castle; Olsen, R. A.: Johannes Bengedans finally found out; Speight, S.: Religion in the Bailey: Charters, Chapels and the Clergy; Uotila, K.: The changing roles of outer baileys in Finnish castles; Valor Piechotta, M.: Cote Castle: Landscape, territory ans settlement in a Medieval Andalusian fortification; Dehon, D.: Binche et ses chateaux; Demeter, S.: Le château de Coudenberg à Bruxelles „La residence des ducs de Brabant dont la basse-cour du châtelain“; De Meulemeester, J., Matthys, A.: Structures de basse-cour de quelques mottes castrales des anciens Pays-Bas méridionaux; Flambard Héricher, A.-M.: Fonctions et répartition de 1’espace dans la basse-cour d’une fortification de frontière: Bretoncelles (Orne), XIe-XVe siècle; Laleman, M.-C.: Témoins de basses-cours seigneuriales dans le tissu urbain d’une ville: 1’exemple de Gand (Gent, Flandre Orientale, Belgique); Le Maho, J.: Un grand château de terre et de bois aux environs de l’an Mil: l’enceinte fortifiée de Notre-Dame de Gravenchon (Haute-Normandie); Mignot, P., Dehon, D., Henrotay, D.: La basse-cour du château médiéval en Wallonie. Etat de la question archéologique; Renoux, A.: Les mutations morphologiques et fonctionnelles de la basse-cour du château des comtes de Champagne a Montfélix (Xe-XIIIe siècle); Biller, T.: Burgmannensitze in Burgen des deutschen Raumes; Durdik, T.: Die Vorburgen der böhmischen mittelalterlichen Burgen; Ettel, P.: Die Innenbebauung der Burg von Roßtal in karolingisch-ottonischer Zeit; Kramer, D., Toifl, L.: Eine Vorburg wird zur Festung. Die Entwicklung des Grazer Schloßberges; Wild, W.: Zwischen Vorburg und Stadt. Drei Beispiele aus dem Kanton Zürich, Schweiz; Reding, C.: Die Leenflue – Ein archäologisches Rückgrat; Kühtreiber, T.: Wirtschaft im Schatten der Burg. Zur Bedeutung herrschaftlicher Strukturen im unmittelbaren topographischen Kontext mittelalterlicher Burgen; Krenn, M.: Die Burganlage von Feinfeld in Niederösterreich; Butz, E.-M., Schmidt-Thomé, P., Zettler, A.: Medieval Castles in the Breisgau „Burgenbuch des mittelalterlichen Breisgaus“; Krause, G.: Nebenbauten der Duisburger Königspfalz des 10.-13. Jahrhunderts; Boscardin, M.-L.: Die archäologischen Forschungen auf Serravalle, Gemeinde Semione, Ticino (Schweiz); Meyer, W.: Vorburgen. Bemerkungen zur topographisch-baulichen und funktionellen Vielfalt sowie zur terminologischen Unschärfe; Friedrich, R.: Vorburgen Rheinischer Motten und Wasserburgen.

Clarke, G.: Roman Houses – Renaissance Palaces. Inventing Antiquity in Fifteenth Century Italy Cambrige 2003. [383 S., pb., 9 Farbtafeln sowie 178 Textabb., 118 Euro].

Costume et société dans l’Antiquité et le haut Moyen Age, hg. von F. Chausson, Paris 2003 (Textes, images et monuments de l’Antiquité au Moyen Age) [Picard, 168 S., Ill., graph. Darstellungen].

Clothing Culture, 1350-1650, hg. von C. Richardson, Aldershot 2004 [Ashgate, 290 S., 25 Abb., 78,25 Euro].

Consilium. Teorie e pratiche del consigliare nella cultura medievale, hg. von C. Casagrande, C. Crisciani und S. Vecchio, Florenz 2004 (Micrologus, 10) [SISMEL, 346 S., brosch., 52 Euro].

Da Vinha, M: Les Valets de chambre de Louis XIV, Paris 2004 [Perrin, 524 S., 24,50 Euro].

Dectot, X.: Les tombeaux des comtes de Champagne (1151-1284). Un manifeste politique, Paris 2004 (Bulletin monumental 162,1) [62 S., brosch., 32 Abb., 26 Euro].

Demurger, A.: Der letzte Templer. Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay, Müchen 2004 [Beck, 390 S., Ln., 8 Abb., 4 Karten, 24,90 Euro].

Dunbabin, J. H.: The household and entourage of Charles I of Anjou, King of the regno, 1266-85, in: Historical Research 77,197 (2004) S. 313-336.

Ehlers, C.: Königlöiche Pfalzen und Aufenthaltsorte im Rheinland bis 1250, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 68 (2004) S. 36-63.

Erhalt und Nutzung historischer Zitadellen. Ergebnisse einer internationalen Fachtagung vom 6.-9. Juni 2001, Berlin, Red. H. R. Neumann, Mainz 2002 [Zabern, 366 S., geb., 239 sw-Abb., 2 Tab., 65,50 Euro].

Gli Este a Ferrara. Una corte nel Rinascimento [il castello per la città; il camerino di alabastro; Castello di Ferrara, 14 marzo - 13 giugno 2004], hg. von J. Bentini, Cinisello Balsamo (Mailand) 2004 [Silvana, 463 S., Ill., 48 Euro].

Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. 8. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neuburg an der Donau, 21.-24. September 2002, hg. von J. Hirschbiegel und W. Paravicini, Stuttgart 2004 (Residenzenforschung, 17) [Thorbecke, 531 S., geb., 19 sw-Abb., 74 Euro] – siehe das Verlagsangebot S. 99.

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, S. 13-20.

I. Der Begriff von der Sache

Hirschbiegel J.: Zur theoretischen Konstruktion der Figur des Günstlings, S. 23-39; Rabeler, S.:Vertrauen und Gunst. Klientelismus am spätmittelalterlichen Hof, S. 41-63; Droste, H.:„Favoriten verursachen zu zeiten newerungen im ganzen stat, sonderlig wan die gnad lange beharret“. Ein Favoritendiskurs aus Schweden (1649), S. 65-76; Horowski, L.: Das Erbe des Favoriten. Minister, Mätressen und Günstlinge am Hof Ludwigs XIV., S. 77-125; Niederkorn, J. P.: Der Sturz des Großwesirs, S. 127-136.

II. Regieren mit Gruppen: Hofparteien

Contamine, P.: Charles VII, roi de France, et ses favoris: l’exemple de Pierre, sire de Giac († 1427), S. 139-162; Moraw, P.: König Wenzels (1378-1419) Hof, eine Günstlingswirtschaft?, S. 163-175; Schnerb, B.: „Familiarissimus domini ducis“. Une succession de favoris à la cour de Bourgogne au début du XVe siècle, S. 177-189; Reitemeier, A.: Günstlinge und ihre Wahrnehmung am englischen Hof des 14. Jahrhunderts, S. 191-207; Noflatscher, H.: Regiment aus der Kammer? Einflußreiche Kleingruppen am Hof Rudolfs II., S. 209-234; Cerman, I.: „Kabal“, „Parthey“, „Faction“ am Hofe Kaiser Leopolds I., S. 235-247.

III. Schon etwas sein, erst etwas werden: Günstlingsfälle

Lackner, C.: Aufstieg und Fall des Hans von Liechtenstein zu Nikolsburg im 14. Jahrhundert, S. 251-262; Herold, J.: Mattheo Sacchetti, genannt Antimachus. Das Schicksal eines Sekretärs in den Diensten der Markgrafen von Mantua 1475-1505, S. 263-285; Rucquoi, A.: Privauté, Fortune et politique: La chute d’Álvaro de Luna, S. 287-310; Olden-Jørgensen, S.: Im Vorfeld des Falles: Die Warnung des dänischen Königs Christians V. an Großkanzler Peter Griffenfeld 1675, S. 311-317; Stauber, R.: Neuburgs erster Staatsgefangener. Zu Karriere und Sturz des Wolfgang Kolberger, Kanzler des Herzogtums Bayern-Landshut, S. 319-328; Streich, B.: „... uf das des marschalks ... schrift und beger nicht veracht werden dorfft ...“ Der „Fall“ des Obermarschalls Hugold von Schleinitz († 1490), S. 329-364; Auge, O.: Holzinger, Enzlin, Oppenheimer. Günstlingsfälle am spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hof der Württemberger, S. 365-399; Wieland, C.: Lorenzino de’ Medici und Francesco Guicciardini. Zwei Günstlingstypen am Beginn der Medici-Monarchie, S. 401-414.

IV. Illegitime, Bilder, Künstler

Widder, E.: Konkubinen und Bastarde. Günstlinge oder Außenseiter an Höfen des Spätmittelalters?, S. 417-480; Châtelet, A.: Un tableau témoin de l’ambition d’un favori: Antoine de Croÿ et Hugo van der Goes, S. 481-487; Châtelet-Lange, L.: Benvenuto Cellini und „der gute König Franz“. Der Künstler als Günstling, S. 489-494; Ruby, S.: Die Mätresse als Günstling am französischen Hof des 16. Jahrhunderts: Zur Portraitkultur von Anne de Pisseleu und Diane de Poitiers, S. 495-513.

Asch, R. G.: Schlußbetrachtung: Höfische Gunst und höfische Günstlinge zwischen Mittelalter und Neuzeit – 18 Thesen, S. 515-531.

Feuerstein-Prasser, K.: Sophie von Hannover. „Wenn es die Frau Kurfürstin nicht gäbe ...“, Regensburg 2004 [Pustet, 264 S., geb., 22 Abb., Stammtafeln, 22 Euro].

Fichte, S.: „... zcu unsers slosses Stolpen nucz und not ...“. Quellenkundliche Untersuchung zu Burg Stolpen vom 14. bis 17. Jahrhundert, in: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen 11 (2003) S. 135-141.

Finances et financiers des princes et des villes à l’époque bourguignonne, hg. von J.-M. Cauchies, Turnhout 2004 (Burgundica, 8) [ergänzter ND aus den PCEEB] [Brepols, 131 S., kart., 41 Euro].

Français, J.: La nécropole des Ducs de Lorraine après la fin de l’indépendance lorraine, in: Pays lorraine 85 (2004) S. 91-98.

Frau und Bildnis 1600-1750. Barocke Repräsentationskultur an europäischen Fürstenhöfen, hg. von G. Baumbach und C. Bischoff, Kassel 2004 (Kasseler Semesterbücher. Studia Cassellana, 12) [kassel university press, 240 S., geb., zahlr. Abb, 34 Euro].

Aus dem Inhalt:

Baumbach, G., Bischoff, C.: Frau und Bildnis 1600-1750. Einleitung; Wunder, H.: Dynastie, Geschlecht, Herrschaft. Frauen des hohen Adels in der Frühen Neuzeit; Hinz, B.: „... reitet für Frankreich.“ Rubens’ Maria de Medici vor Jülich; Kemlein, S.: Frauen- und Männerbildnisse als Repräsentationen der sarmatischen Ideologie in der polnisch-litauischen Adelsrepublik; Trauth, N.: Orientalische Maskeraden im Porträt der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden (1675-1733); Fischer, C.: Musikalische Rollenporträts. Die Opern von Maria Antonia Walpurgis von Sachsen (1724-1780) im zeremoniellen Kontext; Talkenberger, H.: Selbstverständnis und bildliche Repräsentation bei Sophie von Hannover und Wilhelmine von Bayreuth; Meise, H.: „Porträtverkehr“. Das Porträt als Dispositiv bei Caspar Stieler, den Salonnières und Amaranthes; Wenzel, M.: „Ober die conterfeyen der schönsten von Engelland.“ Die Frauenporträtgalerien der Königinnen Sophie Charlotte und Sophie Dorothea von Preußen als Dokumente des Selbstverständnisses der hocharistokratischen Frau um 1700; Baumbach, G.: Die Schönheiten- und Ahnengalerie Johann Heinrich Tischbeins d. Ä. in Schloß Wilhelmsthal; Bischoff, C.: Die handarbeitende Fürstin – zur Entstehung eines Typs des höfischen Privatporträts; Trauth, N.: Das weibliche Adelsporträt der Frühen Neuzeit ( 16.-18. Jahrhundert) im europäischen Raum. Eine Auswahlbibliographie.

Frauenklöster im Rheinland und Westfalen (Ausstellungskatalog), hg. von H. Kier und M. Gechter, Regensburg 2004 [Schnell & Steiner, 224 S., pb., 28 sw-Abb., 147 farb. Abb., 14,90 Euro].

Fray, J.-L.: Du „principal siège“ à la concurrence. Cathédrales, villes épiscopales et structuration du réseau urbain au cours du Moyen Âge, in: Histoire Urbaine 7 (2003) S. 55-66.

Fray, J.-L.: L’histoire de l’art et l’histoire culturelle à la découverte de la dimension de l’espace. Quelques réflexions à partir d’exemples récents (France et Allemagne), in: Les échanges culturels au Moyen Âge 32 (2002) S. 303-312.

Fried, J.: In den Netzen der Wissensgesellschaft. Das Beispiel des mittelalterlichen Königs- und Fürstenhofes, in: Wissenskulturen. Beiträge zu einem forschungsstrategischen Konzept, hg. von J. Fried und T. Kailer, Berlin 2003, S. 141-193.

Friedrich, V.: Rokoko in der Residenz Würzburg. Studien zu Ornament und Dekoration des Rokoko in der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz zu Würzburg, München 2004 (Forschungen zur Kunst- und Kulturgeschichte, 9; Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 8: Quellen und Darstellungen zur fränkischen Kunstgeschichte, 15) [Bayerische Schösserverwaltung, 508 S., kart., 180 Abb., 53 Euro].

Fuhrmann, B.: Konrad von Weinsberg. Ein adliger Oikos zwischen Territorium und Reich, Stuttgart 2004 (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, 171) [Steiner Verlag, 388 S., kart., 64 Euro].

Fürstenhöfe und ihre Außenwelt. Aspekte gesellschaftlicher und kultureller Identität im deutschen Spätmittelalter, hg. von T. Zotz, Würzburg 2004 2004 (Identitäten und Alteritäten, 16) [Ergon, 381 S., kart., 38 Euro].

Aus dem Inhalt:

Zotz, T.: Herrschaftswechsel und Identität des Hofes im 12. und frühen 13. Jahrhundert, S. 1-20; Butz, R.: Identitätsverlust durch Neuorientierung. Zum Verhältnis des Petersklosters auf dem Lauterberg zur wettinischen Stifterfamilie im Spiegel des Chronicon Montis Sereni und der Genealogia Wettinensis, S. 21-50; Krieg, H.: Die Markgrafen von Baden und ihr Hof zwischen fürstlicher und niederadliger Außenwelt im 15. Jahrhundert, S. 51-84; Mertens, D.: Die Krisen des württembergischen Hofes im 15. und frühen 16. Jahrhundert, S. 85-113; Heinig, P.-J.: Der regionalisierte Herrscherhof. Kaiser Friedrich III. und das Reich in Fremd- und Selbstwahrnehmung, S. 115-130; Weber, K.: Eine Stadt und ihr Bischofshof. Straßburg im 13. Jahrhundert bis in die Zeit Bischof Konrads III. von Lichtenberg (1273-1299), S. 131-160; Kälble, M.: Bischöflicher Hof in Basel zwischen Stadt, Adel und Reich vom 12. bis zum 14. Jahrhundert, S. 161-200; Bihrer, A.: Ein Bürger als Bischof von Konstanz? Ulrich Pfefferhard (1345-1351), sein Hof und seine Stadt, S. 201-216; Fouquet, G.: Haushalt und Hof, Stift und Adel. Bischof und Domkapitel zu Speyer um 1400, S. 217-246; Honemann, V.: Der Wilde am Hof in der deutschen Literatur des hohen und späten Mittelalters, S. 247-266; Spiess, K.-H.: Fremdheit und Integration der ausländischen Ehefrau und ihres Gefolges bei internationalen Fürstenheiraten, S. 267-290; Paravicini, W.: Der Fremde am Hof. Nikolaus von Popplau auf Europareise 1483-1486, S. 291-337.

Fürstin und Fürst. Familienbeziehungen und Handlungsmöglichkeiten von hochadligen Frauen im Mittelalter, hg. von J. Rogge, Ostfildern 2004 (Mittelalter-Forschungen, 15) [Thorbecke, 304 S., geb., 4 Abb., 59 Euro].

Aus dem Inhalt:

Rogge, J.: Einleitung, S. 9ff..

Ehe, Alltag, Familie

Kleinjung, C.: Geistliche Töchter – abgeschoben oder unterstützt? Überlegungen zum Verhältnis hochadeliger Nonnen zu ihren Familien im 13. und 14. Jahrhundert, S. 21ff.; Nolte, C.: der leib der hochst schatz – Zu fürstlicher Körperlichkeit, Gesunderhaltung und Lebenssicherung (1450-1550). Familien- und alltagsgeschichtliche Perspektiven, S. 45ff.; Fendrich, I.: Die Beziehung von Fürstin und Fürst: zum hochadligen Ehealltag im 15. Jahrhundert, S. 93ff.; Asztalos, B.: Zum Alltagsleben adeliger Frauen in der Frühen Neuzeit in Ungarn, S. 139ff.

Herrschaft, Repräsentation, politische Konflikte

Elpers, B.: Während sie die Markgrafschaft leitete, erzog sie ihren kleinen Sohn. Mütterliche Regentschaften als Phänomen adeliger Herrschaftspraxis, S. 153ff.; Zunker, D.: Familie, Herrschaft, Reich: die Herforder Äbtissin Gertrud II. von der Lippe, S. 167ff.; Schmitt, S.: Die Herrschaft der geistlichen Fürstin. Handlungsmöglichkeiten von Äbtissinnen im Spätmittelalter, S. 187ff.; Schäfer, R.: Handlungsspielräume hochadeliger Regentinnen im Spätmittelalter, S. 203ff.; Rüther, A.: Königsmacher und Kammerfrau im weiblichen Blick. Der Kampf um die ungarische Krone (1439/40) in der Wahrnehmung von Helene Kottanner, S. 225ff.; Puppel, P.: Der Kampf um die vormundschaftliche Regentschaft zwischen Landgräfinwitwe Anna von Hessen und der hessischen Ritterschaft 1509/14-1518, S. 247ff.; Walsh, K.: Die Fürstin an der Zeitenwende zwischen Repräsentationsverpflichtung und politischer Verantwortung, S. 265ff.

Witwenschaft, Tod, Begräbnis

Birkmeyer, R.: Aspekte fürstlicher Witwenschaft im 15. Jahrhundert. Die Versorgung der Witwe im Spannungsfeld der Territorialpolitik am Beispiel der Margarethe von Savoyen (1420-1479), S. 283ff.; Babendererde, C.: Das Begängnis einer Fürstin als öffentliches Ereignis: zum Tod der Gräfin Margarete von Henneberg († 13. Februar 1509), S. 301ff.

Gaude-Ferragu, M.: Le cœur „couronné“: tombeaux et funérailles de cœur en France à la fin du Moyen Âge, in: Il cuore = The heart, Red. N. Blancardi u.a., Florenz 2003 (Micrologus, 11), S. 241-265.

Gaude-Ferragu, M.: Les dévotions princières à la fin du Moyen Âge: les testaments des ducs de Bourgogne et de leur famille (1386-1477), in: Revue du Nord 86,354 (2004) S. 7-24.

Geschlechtergesellschaften, Zunft-Trinkstuben und Bruderschaften in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten, hg. von G. Fouquet, M. Steinbrink und G. Zeilinger, Ostfildern 2003 (Stadt in der Geschichte, 30) [Thorbecke, 272 S., 23 sw-Abb., pb., 29 Euro].

In fürstlichem Glanz. Der Dresdner Hof um 1600 (Ausstellung 10. Juni 2004 - 26. September 2004, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; 26. Oktober 2004 - 30. Januar 2005, The Metropolitan Museum of Art New York; 1. März 2005 - 29. April 2005, Fondazione Memmo – Palazzo Ruspoli Rom), hg. von D. Syndram und A. Scherner, Mailand 2004 [Electa, 319 S., zahlr. Abb., 40 Euro].

Aus dem Inhalt:

ESSAYS

Syndram, D.: In fürstlichem Glanz. Eine Einführung, S. 17ff.; Vötsch, J.: Kursachsen im Reich und in Europa. Dynastie – Politik – Religion, S. 22ff.; Müller, J.: Giovanni Maria Nosseni und die Dresdner Kunst zwischen 1580 und 1620, S. 34ff.; Bäumel, J.: Feste und Jagd am Dresdner Hof, S. 46ff.; Syndram, D.: Von fürstlicher Lustbarkeit und höfischer Repräsentation. Die Kunstkammer und die Dresdner Sammlungen der Renaissance, S. 54ff.; Lewerken, H.-W.: Die Dresdner Rüstkammer im Neuen Stall, S. 70ff.; Koeppe, W.: Exotika und Kunstkammerstücke: Von „Schlangensteinen, irisierenden Seeschnecken und den Eiern des eisenfressenden Riesenvogels“, S. 80ff.; Heitmann, B.: Dem Fürsten zu Diensten. Formen und Schaustellung höfischen Prunksilbers, S. 90ff.

KATALOG

Fürstliche Sammler

Porträts, S. 100ff.; Repräsentation, S. 108ff.; Kleidung, S. 111ff. (Einleitung von J. Bäumel).

Höfisches Leben

Harnische, S. 120ff.; Waffen, S. 135ff. (Einleitungen von H. Schuckelt und H.-W. Lewerken).

Kunstkammer ‑ Schatzkammer

Fürstliches Werkzeug, S. 160ff. (Einleitung von J. Bäumel); Drechselkunst, Elfenbein – Serpentin, S. 176ff. (Einleitungen von J. Kappel); Goldschmiedekunst, S. 206ff. (Einleitung von U. Weinhold); Kunstimporte, Bergkristall – Bronzen, S. 250ff. (Einleitungen von J. Kappel und A. Scherner); Prunkvolle Ordnung, S. 282ff. (Einleitung von D. Syndram).

Goldsmith, J. L.: Lordship in France 500-1500, New Xork u.a. 2003 [Peter Lang, 529 S., geb., 95,20 Euro].

Gottorp: et fyrstehof i 1600-talet, red. M. Skougaard, Kopenhagen 2002 [Gyldendal, 160 S., kart., Ill.].

Grathoff, S.: Mainzer Erzbischofsburgen. Erwerb und Funktion von Burgherrschaft am Beispiel der Mainzer Erzbischöfe im Hoch- und Spätmittelalter vom 12. bis Ende des 14. Jahrhunderts, Stuttgart 2004 (Geschichtliche Landeskunde, 58) [Steiner Verlag, 500 S., geb., 70 Euro].

Groebner, V.: Der Schein der Person. Steckbrief, Ausweis und Kontrolle im Mittelalter, München 2004 [Beck, 192 S., geb., 22,90 Euro].

Gründungsmythen – Genealogien – Memorialzeichen. Beiträge zur institutionellen Konstruktion von Kontinuität, hg. von G. Melville und K.-S. Rehberg, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 300 S., geb., 5 Abb., 39,90 Euro].

Haemers, J.: De Gentse opstand 1449-1453. De strijd tussen rivaliserende netwerken om het stedelijke kapitaal, Kortrijk-Heule 2004 (Anciens Pays et Sssemblées d’États, 105) [UGA, 503 S., kart., 78 Euro].

Hajós, B.: Die Statuen im Schloßpark Schönbrunn, Wien 2004 (M MD. Eine Publikationsreihe der Museen des Mobiliendepots, 18) [Böhlau, 160 S., 47 sw- und 53 farb. Abb., 19,90 Euro].

Hardt, M.: Gold und Herrschaft. Die Schätze europäischer Könige und Fürsten im ersten Jahrtausend, Berlin 2004 (Europa im Mittelalter. Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik, 6) [Akademieverlag, 370 S., geb., 20 Abb., 64,80 Euro].

Hartland, B.: The household knights of Edward I in Ireland, in: Historical Research 77 (2004) S. 161-177.

Hechberger, W.: Adel, Ministerialität und Rittertum im Mittelalter, München 2004 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 72) [Oldenbourg, 168 S., Pb., 19,80 Euro].

Heck, L.: Wallerfanger Blau – azzuro fino della Magna – im ‚Palais des Papes‘ in Avignon, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 50/51 (2002/03) S. 77-86.

Heinrich Schickhardt, Voyage en Italie. Reiß in Italien (novembre 1599 - mai 1600), commenté par A. Bouvard, Montbéliard 2002 [Société d’Émulation de Montbéliard, 408 S., farb. und sw-Abb., 4 Karten, topograph. und onomast. Index, 30 Euro].

Henwood, P.: Les collections du trésor royal sous le règne de Charles VI (1380-1422). L’inventaire de 1400. Avant-propos de Bernard Guenée, Paris 2004 (Collection CTHS – Histoire, 18) [Comité des travaux historiques et scientifiques, 506 S., 32 Euro].

Herrmann, H.-W.: Zur Baugestalt der Burg Saarbrücken um die Mitte des 15. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 50/51 (2002/03) S. 87-102.

Herrschaft in der Frühen Neuzeit. Umrisse eines dynamisch-kommunikativen Prozesses, hg. von Markus Meumann und Ralf Pröve, Münster 2004 (Herrschaft und Soziale Systeme in der Frühen Neuzeit, 2) [Lit, 256 S., Pb., 25,90 Euro].

Die Herrscher Sachsens. Markgrafen, Kurfürsten, Könige 1089-1918, hg. von F.-L. Kroll, München 2004 [Beck, 320 S., geb., 20 Abb., 24,90 Euro].

Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund, Bd. 1: Philipp der Gute, hg. von H. Kruse und W. Paravicini, Ostfildern 2004 (Instrumenta, 15) [Thorbecke, 512 Seiten, Pappband, Fadenheftung, 64,- Euro].

Holtz, S.: Bildung und Herrschaft. Zur Verwissenschaftlichung politischer Führungsschichten im 17. Jahrhundert, Leinfelden-Echterdingen 2002 (Schriften zur südwestdeutschen Landesksunde, 32) [DRW-Verlag, 526 S., Ill., graph. Darstellungen, 74 Euro].

Horowski, L.: ‚Such a Great Advantage for my Son’: Office-holding and Career Mechanisms at the Court of France, 1661 to 1789, in: The Court Historian 8,2 (2003) S. 125-175.

Hours, B.: Louis XV et sa cour: le roi, l’etiquette et le courtisan; essai historique, Paris 2002 (Le nœud gordien) [Presses Univ. de France, 302 S., graph. Darst.].

The Medieval Household in Christian Europe, c. 850-c. 1550. Managing Power, Wealth and the Body, hg. von C. Beattie, A. Maslakovic und S. R. Jones, Turnhout 2003 (International medieval research, 12) [Brepols, 486 S., Abb., graph. Darstellungen, 83,20 Euro].

De l’Italie à Chambord, François Ier: la chevauchée des princes français [édité à l’occasion de l’exposition De l’Italie à Chambord, la Chevauchée des Princes, présentée au Château de Chambord du 7 juillet au 7 octobre 2004], hg. von C. Arminjon u.a., Paris 2004 [Maison de la Chasse et de la Nature, 167 S., zahlr. Ill.].

Der Innsbrucker Hof. Tagung des Arbeitskreises „Höfe des Hauses Österreich“ am 6. und 7. Juni 2002 in der Claudiana in Innsbruck, hg. von H. Noflatscher und J. P. Niederkorn, Wien 2004 (Archiv fürösterreichische Geschichte, 138) [Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 416 S., 16 S. farb. Bildteil, 39 Euro].

250 Jahre Museum. Von den fürstlichen Sammlungen zum Museum der Aufklärung. Ausstellung in der Burg Dankwarderode vom 29. April bis zum 22. August 2004, red. A. Walz und M. Wenzel, München 2004 [Hirmer-Verlag, 320 S., 29,80 Euro].

Jendorff, A.: Verwandte, Teilhaber und Dienstleute. Herrschaftliche Funktionsträger im Erzstift Mainz 1514 bis 1647, Marburg 2003 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte, 28).

Zwischen Kathedrale und Welt. 1000 Jahre Domkapitel Merseburg (Ausstellungskatalog), hg. von K. Heise, H. Kunde und H. Wittmann. Gesamtred. U. John, Petersberg 2004 (Schriftenreihe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, 1) [Michael Imhof Verlag, 366 S., geb. 49,90 Euro].

Kaufhold, M.: Wendepunkte des Mittelalters. Von der Kaiserkrönung Karls des Großen bis zur Entdeckung Amerikas, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 240 S., geb., zahlr. farb. Abb., 24,90 Euro].

Keene, D.: Metropolitan comparisons: London as a city-state in: Historical Research 77 (2004), S. 459-480.

Keller, A.: Machtpolitik im Mittelalter – Das Schisma von 1130 und Lothar III. Fakten und Forschungsaspekte, Hamburg 2004 (Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters, 19) [Verlag Dr. Kovač, 84 S., kart., 58 Euro].

Keller, K.: Kommunikationsraum Altes Reich. Zur Funktionalität der Korrespondentennetze von Fürstinnen im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift für historische Forschung 31,2 (2004) S. 205-230.

Die Deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, hg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte. Red. C. Ehlers, L. Fenske, T. Zotz. Bd. 3,1: Baden-Württemberg 1: Adelberg – Reichenau, bearb. von H. Maurer, Göttingen 2004 [Vandenhoeck & Ruprecht, 576 S., Ln., 80, teilw. farb. Abb., 13 Tafeln, 84 Euro].

Das ägyptische Königtum im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenpolitik im 2. Jahrtausend v. Chr., hg. von R. Gundlach und A. Klug, Wiesbaden2004 (Königtum, Staat und Gesellschaft früher Hochkulturen, 1).

Aus dem Inhalt:

Gundlach, R.: Hof, Zentrum, Peripherie im Ägypten des 2. Jahrtausends v.Chr., S. 21-34; Reiche, C.: Zur Anwendung von Netzwerkkonzept, Strukturtheorie und Semiotik bei der Erforschung von Gesellschaft und Kultur Ägyptens im inner- und interkulturellen Kontaktraum, S. 35-69; Raedler, C.: Die Wesire Ramses’ II. – Netzwerke der Macht, S. 277-416.

Lackner, C.: Vom Herzogtum zum Erzherzogtum Österreich, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichte 112 (2004) S. 290-305.

Landwehr, A., Stockhorst, S.: Einführung in die Europäische Kulturgeschichte, Paderborn u.a. 2004 [Schöningh, 420 S., kart., zahlr. Abb., 19,90 Euro].

Landgraf Philipp der Großmütige 1504-1567. Hessen im Zentrum der Reform. Ausstellungskatalog, hg. von U. Braasch-Schwersmann, H. Schneider und W. E. Winterhager, Neusdtadt an der Aisch 2004 [Schmidt, 320 S., geb., 58 Farbtafeln, 7 farb. Karten, zahlr. sw-Abb., 32 Euro].

Lebenselixier. Theater, Budenzauber, Freilichtspektakel im Alten Reich, Bd. 1: Das Rechnungswesen über öffentliche Vergnügungen in Hamburg und Leipzig (mit einem Anhang zu Braunschweig). Quellen und Kommentare, hg. von B. Rudin in Verb. mit H. Flechsig und L. Rebehn, Reichenbach im Vogtland 2004 (Schriften des Neuberin-Museums, 13) [Neuberin-Museum Reichenbach, 408 S., 54 Abb., 60 Euro].

Lecuppre-Desjardin, E.: La ville des cérémonies. Essai sur la communication politique dans les anciens Pays-Bas bourguignons, Turnhout 2004 (Diss. Univ. Paris IV 2002) (Studies in European urban history, 4) [Brepols, 407 S., kart., 7 sw-Abb., 12 farb. Abb., 63 Euro].

Lecuppre-Desjardin, E.: Parcours festifs et enjeux de pouvoirs dans les villes des anciens Pays-Bas bourguignons au XVe siècle, in: Histoire urbain 9 (2004) S. 29-45.

Le Goff, J.: Auf der Suche nach dem Mittelalter. Ein Gespräch, München 2004 [Beck, 176 S., 14,90 Euro].

Leiner, R., Schmuckl, S.: Eine virtuelle 3D-Rekonstruktion des einstigen Heidelberger Schloßgartens (Hortus Palatinus), in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 151 (2003) S. 175-198.

Levy, A., Clark, K.: The Amber Room, London 2003 [Atlantic Books, 386 S., 26,50 Euro].

Lewis, B. R.: Monarchy: the history of an idea, Stroud 2003 [Sutton Publishing, 200 S., Ill., 20 £].

Marguerite de York et son temps. Rencontres de Malines (25 au 27 septembres 2003), hg. von J.-M. Cauchies, Neuchâtel 2004 (Publication du Centre Européen d’Études Bourguignonnes, 44).

Aus dem Inhalt:

Daly, K.: French pretensions to Valois Burgundy: history and polemic in the fifteenth and early sixteenth centuries, S. 9ff.; De Win, P.: „Danse macabre“ autour du squelette de Marguerite d’York: repose-t-il toujours a Malines? S. 23ff; Blondel, S.: La première et joyeuse entrée de Marguerite d’York a Douai, S. 31ff.; Richard, J.: Le douaire de Marguerite d’York au duché de Bourgogne, S. 43ff; Clauzel-Delannoy, I.: Marguerite d’York et le pays boulonnais au temps du Téméraire, S. 49ff.; Bousmar, E.: Marguerite d’York et les putains de Mons, entre charité dévôte et offensive moralisatrice (1481-1485). Autour d’une fondation de Repenties, S. 81ff., De Jonge, K.: L’architecture de cour à l’époque de Marguerite d’York: nouvelles tendances, S. 103ff.; Pearson, A. G.: Gendered subject, gendered spectator: Mary Magdalen in the gaze of Margaret of York, S. 113ff.; Cassagnes-Brouquet, S.: Edouard, Richard et Marguerite: les princes de Ia maison d’York et les artistes flamands en Angleterre, S. 137ff.; Visser-Fuchs, L.: Edward IV’s grants of privileges to people and places in the Low Countries, 1472-1478, S. 151ff.; Jongenelen, B.: Vanden ‚X‘ esels, Mechelen and Burgundian literature; S. 169ff.; Wijsman, H.: Femmes, livres et éducation dans la dynastic burgondohabsbourgeoise. Trois Marguerites à la loupe, S. 181ff.

Märtl, C.: Von Mäusen und Elefanten. Tiere am Papsthof im 15. Jahrhundert, in: Deutsches Archiv 60 (2004) S. 183-199.

Marwitz,U.: Staatsräson und Landesdefension. Untersuchungen zum Kriegswesen des Herzogtums Preußen 1640-1655, Boppard am Rhein 1984 (Militärgeschichtliche Studien, 31) [Boldt, 232 S., kart., 24,80 Euro].

Maulnes – archéologie d’un château de la renaissance, hg. von M. Chatenet und F. Henrion. Einl. von J.-P. Halévy, Paris 2004 [Picard, 288 S., brosch., 320 Abb., 55 Euro].

Meinhardt, M., Ranft, A.: Das Verhältnis von Stadt und Residenz im mitteldeutschen Raum. Vorstellung eines Forschungsprojektes der Historischen Kommission für Sachsen und Anhalt 24 (2002/03) S. 391-405.

Melville, G.: Der geteilte Franziskus. Beobachtungen zum institutionellen Umgang mit Charisma, in: Kunst, Macht und Institution. Studien zur Philosophischen Anthropologie, soziologischen Theorie und Kultursoziologie der Moderne. Festschrift für Karl-Siegbert Rehberg, hg. von J. Fischer und H. Joas, Frankfurt u.a. 2003, S. 347-363.

Mikuda-Hüttel, B.: Vom „Hausmann“ zum Hausheiligen des Wiener Hofes. Zur Ikonographie des hl. Joseph im 17. und 18. Jahrhundert, Marburg 1997 (Bau- und Kunstdenkmäler im östlichen Mitteleuropa, 4) [Herder Institut, 292 S., kart., 59 Abb., 49 Euro].

Monnet, P.: Villes d’Allemagne au Moyen Age, Paris 2004 (Les médiévistes françaises, 4) [Picard, 256 S., 34 Euro].

Morscher, L., Grossmann, G. U.: Das goldene Dachl in Innsbruck, mit einem Beitrag von A. Grebe zum Bildprogramm, Regensburg 2004 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 18) [Schnell & Steiner, 48 S., geheftet, 5 sw- und 53 farb.Abb., 1 Grundriß, 6,50 Euro].

Morsel, J.: L’aristocratie médiévale. Ve-XVe siècle, Paris 2004 [Armand Colin, 365 S., kart., Ill., graph. Darstellungen].

Müller, J.: Arcana Imperii ou l’hermétisme dans l’art à la cour de Rodolphe II: le cas de Hans von Aachen, in: Journal de la Renaissance 2 (2004) S. 223-234.

Mythen Europas – Schlüsselfiguren der Imagination, hg. von I. Milfull und M. Neumann, Bd. 2: Mittelalter, Regensburg 2004 [Pustet, 256 S., geb., 21 Abb., 26,90 Euro].

Neumann, H.: Festungsbau-Kunst und -Technik. Deutsche Wehrbauarchitektur vom XV. bis XX. Jahrhundert, mit einer Bibliographie deutschsprachiger Publikationen über Festungsforschung und Festungsnutzung, Eftstadt 2004 [area, 440 S., geb., 12,95 Euro].

Nijsten, Gerard: In the shadow of Burgundy: the court of Guelders in the late Middle Ages, translated by Tania Guest, Cambridge u.a. 2004 (Cambridge studies in medieval life and thought. Fourth series, 58) [Cambridge University Press, 470 S., kart., Ill., 65 £].

Opus Tessellatum. Modi und Grenzgänge der Kunstwissenschaft. Festschrift für Peter Cornelius Claussen, hg. von K. Corsepius, Hildesheim u.a. 2004 (Studien zur Kunstgeschichte, 157) [Olms, 485 S., zahlr. Ill., 88 Euro].

Aus dem Inhalt:

Belting, H.: Der Blick durch das Fenster. Die Aneignung der Welt im Blick; Biermann, H.: Zwei Medaillen zu Ehren Federicos da Montefeltro; Bennert, U.: Repräsentation der Königsmacht in Paris im 14. Jahrhundert; Corsepius, K.: Der Da-gobertthron in Saint-Denis als profane Reliquie.

Panzer, M. A.: Don Juan de Austria. Karriere eines Bastards, Regensburg 2004 [Pustet, 216 S., geb., 45 Abb., 22 Euro].

Paravicini, W.: Tiere aus dem Norden, in: Deutsches Archiv 59,2 (2003) S. 559-591.

Paravicini, W.: Vom sozialen zum realen Raum: Hof und Residenz in Alteuropa (Vortrag der öffentlichen Sitzung am 12. Dezember 2003), in: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2003, S. 128-145.

Paris 1400. Les arts sous Charles VI, Paris, Musée du Louvre, 22 mars - 12 juillet 2004, red. Elisabeth Taburet-Delahaye, Paris 2004.

Passage Frankreich – Sachsen. Kulturgeschichte einer Beziehung 1700 bis 2000. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung des Zentrums für Höhere Studien der Universität Leipzig ... und der Staatlichen Schlösser, Gärten und Burgen Sachsens mit Schloß Moritzburg, Red. A. Hollwedel, J. Ludwig und K. Middell, Halle/Saale 2004 (Veröffentlichungen der Sächsischen Archivverwaltung. Reihe C: Ausstellungskataloge, 2) [Mitteldeutscher Verlag, 272 S., gerb., 25 Euro].

Patronage and Power: the early Cecils, hg. von P. Croft, New Haven u.a. 2002 (Yale Studies in British Art, 8) [ Yale University Press, 308 S., 12 farb. und 80 sw-Abb., Notenbeispiele, 40 £].

Pätzold, S.: Schriftlichkeit und Herrschaftspraxis. Zur Verwaltung des Erzstifts Magdeburg im 14. Jahrhundert, in: Sachsen und Anhalt 24 (2002/03) S. 153-187.

Pausch, O, mit einem Beitrag von A. Haidinger: Imperator – Kaiser – Cyesar. Die dreisprachigen Vokabulare für Ladislaus Postumus und Maximilian I., Wien 2004 (Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 231; Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen. Reihe IV: Monographien, 3) [Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 352 S., brosch., 28 Farb- und sw-Tafeln, 110 Euro].

Paviot, J.: Les cartes et leur utilisation à la fin di Moyen Âge. L’exemple des principautés bourguignonnes et angévines, in: Itineraria 2 (2003) S. 201-228.

Pflüger, C.: Kommissare und Korrespondenzen. Politische Kommunikation im Alten Reich (1552-1558), Köln 2004 (Norm und Struktur, 24) [Böhlau, 352 S., geb., 39,90 Euro].

Polleross, F.: „Pro decore Majestatis“ Zur Repräsentation Kaiser Leopolds I. in Architektur, Bildender und Angewandter Kunst, in: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien 4-5 (2005) S. 190-295.

Preußisch Grün. Hofgärtner in Brandenburg-Preußen [AusstellungPreußisch Grün – Vom Königlichen Hofgärtner zum Gartendenkmalpfleger“, ß Glienicke, Berlin, vom 18. Juli bis 17. Okt. 2004], Textred. S. Dümpelmann, Leipzig 2004 [Henschel, 377 S., geb., zahlr. Ill., 29,90 Euro].

Prietzel, M.: Das Heilige Römische Reich im Spätmittelalter, Darmstadt 2004 [WBG, 155 S., kart., 9,90].

Queenship in Europe, 1660-1815. The Role of the Consort, hg. von C. Campbell Orr, Cambridge 2004 [Cambridge UP, 462 S., Hb., 15 Tafeln, 1 Karte, 28 Abb., 60 £].

Rábade Obradó, M. P.: Religiosidad y memoria política: las constituciones de la capilla de Pedro I en Santo Domingo el Real de Madrid (1464), in: En La España medieval 26 (2003).

Rauscher, P.: Zwischen Ständen und Gläubigern. Die kaiserlichen Finanzen unter Ferdinand I. und Maximilian II., München u.a. 2004 [Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 41) [Oldenbourg, 480 S., Pb., 49,80 Euro].

Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347). Nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von Peter Acht. Die Urkunden aus den Archiven und Bibliotheken Ober- und Niederbayerns, bearb. von M. Menzel, Köln u.a. 2004 (Regesta Imperii, VII, 1, 7) [Böhlau, 373 S., Pb., 69,90 Euro].

Registros de la Casa de Francia. Luis I el Hutín 1309. Serie I: Comptos Reales. Registros, Bd. VIII, hg. von J. Carrasco unter Mitarb. von P. Tamburri und Í. Mugueta, Pamplona 2002 (Corpus documental para la historia del reino de Navarra, Secc. 2: Documentación administrativa, 1: Acta vectigalia regni Navarrae, Ser. 1: Comptos reales. Registros, Tl. 7 und 8) [Publ. del Gobierno de Navarra, Tl. 7: 921 S., kart., Faks.Tl. 8: 932 S., kart., Faks.].

Das Reich und seine Territorialstaaten im 17. und 18. Jahrhundert. Aspekte des Mit-, Neben- und Gegeneinander, Münster 2004 (Historia profana et ecclesiastica, 10) [Lit, 248 S., geb., Abb., 24,90 Euro].

Reichold, K.: Der Himmelsstürmer. Ottheinrich von Pfalz-Neuburg (1502-1559), Regensburg 2004 [Pustet, 224 S., geb., 32 Abb., 24,90 Euro].

Reitz, M.: Das Leben auf der Burg. Alltag, Fehden und Turniere, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 208 S., geb., 60 farb. Abb., 24,90 Euro].

Représentation et identité en Italie et en Europe (XVe-XIXe siècle), in: Mélanges de l’École française de Rome 115,1 (2003) S. 7-344.

Aus dem Inhalt:

Delille, G., Matthews-Grieco, S. F.: Introduction, S. 7-11; Miller, M.: Architecture, representation, and presence: Alessandro de’ Medici’s new façade for the archiepiscopal palace of Florence (1581-1584), S. 13-28; Alvarez Gonzáles, M.: Pageantry and the projection of status: the triumphal entries of Catherine of Austria (1585) and Christine of France (1620) in Turin, S. 29-50; Edelstein, B.: The Camera Verde: a public center for the duchess of Florence in the Palazzo Vecchio, S. 51-87; Beer, M.: Rappresentare se stessi nella letteratura italiana della prima metà del Cinquecento: appunti sulle poetesse, S. 89-106; Stevens, K. M.: Sibling rivalry: honor, ambition, and identity in the printing trade in early modern Milan, S. 107-122; Labrot, G.: Du clan a l’individu: le témoignage des tombeaux aristocratiques napolitains (XVIe-XVIIIe siècle), S. 123-143; Alliegro, E. V.: Il flautista magico: i musicanti di strada tra identità debole e rappresentazioni contraddittorie (secc. XVIII-XIX), S. 145-182; Savelli, A.: Sentire i confini, costruire i confini: le contrade di Siena tra fine XVII a inizio XVIII secolo, S. 183-210; Luzzi, S.: Immigrati tedeschi a Trento tra identità „etnica“ e auto-rappresentazione (secc. XV-XVII), S. 211-226; Broggio, P.: La questione dell’identità missionaria nei gesuiti spagnoli del XVII secolo, S. 227-261; Duni, M.: Esorcisti o stregoni?: identità professionale del clero e Inquisizione a Modena nel primo Cinquecento, S. 263-285; Fragnito, G.: Censura ecclesiastica e identità spirituale e culturale femminile, S. 287-313; Tippelskirch, X. von: Lettrici e lettori sospetti davanti al Tribunale dell’Inquisizione nella Venezia post-tridentina, S. 315-344.

Reuther, S.: Der Um- und Neubau des Schlosses Rochlitz von 1375 bis 1400. Parallelen zum Baugeschehen auf Burg Mildenstein/Leisnig, in: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen 11 (2003) S. 112-119.

Peter Paul Rubens. Barocke Leidenschaften. Austellung im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, 8. August bis 31. Oktober 2004, Red. N. Büttner u.a., München 2004 [Hirmer, 352 S., pb., zahlr. Ill., 34,90 Euro].

Ruiz García, E.: Aspectos representativos en el ceremonial de unas exequias reales (a. 1504-1516), in: En La España medieval 26 (2003).

La Sainte-Chapelle de Bourges: une fondation disparue de Jean de France, duc de Berry (exposition, Bourges, Musée du Berry, 26 juin 2004 - 31 octobre 2004), hg. von B. de Chancel-Bardelot und C. Raynaud, Paris 2004 [Somogy, Éd. d’Art, 222 S., kart., zahlr. Ill.].

Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, hg. von W. Rogasch, München 2004 [Prestel, 264 S., geb., 40 sw und 210 frab. Abb., 1 Karte, 39,95 Euro].

Schipmann, J. L.: Politische Kommunikation der Hanse (1550-1621), Köln u.a. 2004 [Böhlau, 352 S., brosch., 37,90 Euro].

Das Berliner Schloß. The History of the Berlin Palace. Die Geschichte des Berliner Schlosses, Berlin 2004 [Mann, 48 S., geb., 44 Abb., 14,80 Euro].

Schmidt, B.: Herrschergesetz und Kirchenrecht. Die Collectio LIII titulorum – Studien und Edition, Hamburg 2004 (Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters, 21) [Verlag Dr. Kovač, 146 S., kart., 65 Euro].

Schraut, S.: Das Haus Schönborn – Eine Familienbiographie. Katholischer Reichsadel 1640-1840, Paderborn 2004 [Schöningh, 432 S., geb., 48,00 Euro].

Schröder, S.: Höfisches Leben und Alltag am Landgrafenhof von Thüringen zur Zeit der heiligen Elisabeth, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 57 (2003) S. 9-42.

Schultz, U.: Madame de Pompadour. Oder die Liebe an der Macht, München 2004 [Beck, 299 S., Ln., 13 Abb., 24,90 Euro].

Schütte, B.: König Konrad III. und der deutsche Reichsepiskopat, Hamburg 2004 (Studien zur Geschichtsforschung des Mittelalters, 20) [Verlag Dr. Kovač, 119 S., kart., 58 Euro].

Scott, V.: Ariosto’s Orlando Furioso: Performance at the Valois and Bourbon Courts, in: The Court Historian 8,2 (2003) S. 177-187.

Sidwell, K.: Aeneas Silvius Piccolominis De curialium miseriis and Peter of Blois, in: Pius II, „El più expeditivo pontifice“: selected studies on Aeneas Silvius Piccolomini (1405-1464), hg. von Z. R. W. M. von Martels und A. Vanderjagt, Leiden 2003 (Brill’s studies in intellectual history ; 117).

Somerset, A.: The affair of the poisons: murder, infanticide and satanism at the court of Louis XIV, London 2003 [Weidenfeld & Nicolson, 377 S., Ill.].

Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte, hg. von Matthias Meinhardt und Andreas Ranft, Berlin 2004 (Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 1) [Akademieverlag, 340 S., geb., 70 Abb., 1 Falttaf., 74,80 Euro].

Spyra, U.: Das ‚Buch der Natur‘ des Konrad von Megenberg. Die illustrierten Handschriften und Inkunabeln, Köln u.a. 2004 (Pictura et Poesis, 19) [Böhlau, 488 S., geb., 113 sw-Abb. auf 40 Tafeln, 64,90 Euro].

Geistliche Staaten im Nordwesten des Alten Reiches. Forschungen zum Problem frühmoderner Staatlichkeit, hg. von B. Braun, F. Göttmann und M. Ströhmer, Köln 2004 (Paderborner Beiträge zur Geschichte, 13) [SH-Verlag, 360 S., kart., 22 Euro].

Stand und Repräsentation. Kultur- und Sozialgeschichte des hannoverschen Adels vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, hg. von S. Lesemann und A. von Stieglitz, Bielefeld 2004 (Hannoversche Schriften zur Regional- und Landesgeschichte, 17) [Verlag für Regionalgeschichte, 221 S., geb., 31 sw-Abb., 19 Euro].

Sterchi, B.: Hugues de Lannoy, auteur de l’Enseignement de vraie noblesse, de l’Instruction d’un jeune prince et des Enseignements paternels, in: Le Moyen Age 110,1 (2004) S. 79-117.

Sterchi, B.: Über den Umgang mit Lob und Tadel. Normative Adelsliteratur und politische Kommunikation im burgundischen Hofadel, 1430-1506, Turnhout 2004 [Brepols, Hb., 770 S., 25 farb. Abb., 70 Euro].

La Suisse occidentale et l’Empire. Actes du Colloque de Neuchâtel des 25-27 avril 2002, hg. von J.-D. Morerod, D. Tappy, C. Thévenaz Modestin und F. Vannotti, Lausanne 2004 (Mémoires et documents publiés par la Société d’histoire de la Suisse romande, IV,7) [Société d’histoire de la Suisse romande, 467 S.].

Aus dem Inhalt:

Parisse, M.: Questions d’un historien francophone devant l’histoire de l’Empire médiéval, S. 5ff.

SECTION I: L’Empire DANS LE CONTEXTE SUISSE ET ROMAND

Maissen, T.: Qui ou quoi sinon l’Empire? Sources de légitimité en Suisse occidentale aux temps modernes, S. 17ff.; Braun, B.: La Conféderation et l’Empire a l’époque de Maximilien 1er et de Charles Quint, S. 37ff.; Marquardt, B.: Staatswerdungs- und Peripherisierungsprozesse im Südwesten des Römisch-Deutschen Reiches (1495 bis 1806). Überlegungen zum langsamen Auseinanderleben von Kern-Reich und Eidgenossenschaft, S. 57ff.; Bartolini, L.: Liberté de conscience dans le vocabulaire français: une genèse romande (1530-1560), S. 105ff.; Jorio, M.: Le nexus imperii – la Confédération et l’Empire après la paix de Westphalie (1648), S. 123ff.

SECTION II: LES PRINCIPAUTÉS ROMANDES ET L’EMPIRE

Morerod, J.-D.: Comment fonder une principauté d’Empire? Les signes manifestes du pouvoir comtal à Neuchâtel, S. 137ff.; Santschi, C.: Genève et l’Empire, S. 165ff.; Turchetti, M.: Genève à la veille de la Réforme, ou comment échapper aux convoitises de la Savoie et à la juridiction de l’Empire, S. 187ff.; Thévenaz Modestin, C.: „L’évêque de Genève est-il soumis à l’Empire?“ L’argumentation du juriste Jean Bagnyon (1487), S. 201ff.; Valazza Tricarico, M.-A.: Lausanne, ville imperiale?, S. 227ff.; Barré, N.: Blarer de Wartensee et ses sujets de Porrentruy. L’idéal de pouvoir d’un prince-évêque de Bâle à la fin du XVIe siècle, S. 241ff.

SECTION III: LES EXPÉRIENCES VOISINES

Galland, B.: La place de l’Empire dans la politique de la Maison de Savoie au XIIIe et au XIVe siècle, S. 267ff.; Pibiri, E.: „En ambassarie devers le roi des Romains“. Les émissaires du duc Amédée VIII vers l’empereur Sigismond, S. 289ff.; Koller-Weiss, K.: Comment devient-on prince d’Empire? L’exemple peu étudie de Louis de Chalon-Arlay, S. 311ff.

SECTION IV: DROIT, JUSTICE ET INSTITUTIONS

Tribolet, M. de: Imaginaire juridique médieval et conscience de l’Empire: les homines regales en pays neuchatelois, S. 331ff.; Poudret, J.-F.: Le Comte Amédée VI de Savoie, juge ou vicaire impérial dans les trois évêchés romands?, S. 341ff.; Bühler, T.: L’appartenance a l’Empire a-t-elle influence le droit de la Principauté de Bâle (XIIe-XVIe siècle)?, S. 359ff.; Léchot, P.-O.: La Caroline et le „crime contre nature“ dans l’ancien Evêché de Bâle sous l’Ancien Régime. Une contribution a l’histoire des mentalités dans le Jura, S. 379ff.; Tappy, D.: Princes et villes romands à la Diète impériale (XIVe-XVIe siècle), S. 401ff.; Killias, M.: La systématique des infractions contre la proprieté: un héritage de la législation du Saint Empire? Quelques interrogations sur les origines des définitions du vol en droit continental par rapport au droit anglais, S. 425ff.

Tappy, D.: Conclusion. Durch das wite kuengrich von Arlat ... und alle Welsche lant niht ein sloss ist das on mittel zu sinem gebot stande. Réflexions sur le sens de l’appartenance à l’Empire dans une région périphérique, S. 435ff.

Syndram, D.: Schatzkunst der Renaissance und des Barock: Das Grüne Gewölbe zu Dresden, München 2004 [Deutscher Kunstverlag, 147 S., zahlr. Ill., 24,80 Euro].

Technik in der Frühen Neuzeit. Schrittmacher der europäischen Moderne, hg. von G. Engel und N. C. Karafyllis, Frankfurt am Main 2004 (Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit, 8) [Klostermann, 248 S., kart., 32 Euro].

Thietje, G.: Der Eutiner Schloßgarten – Gestalt, Geschichte und Bedeutung im Wandel der Jahrhunderte, 2., verb. und erw. Aufl., Neumünster 2003 (Studien zur schleswig-holsteinischen Kunstgeschichte, 17) [Wachholtz, 286 S., kart. Ill., 24,60 Euro].

Neu entdeckt. Thüringen, Land der Residenzen. Katalog-Handbuch zur 2. Thüringer Landesausstellung, Schloß Sondershausen, 15.5.-3.10.2004, hg. von K. Scheurmann und F. Jördis, 3 Bde., Sondershausen 2004 [Philipp von Zabern, 1500 S., geb., 1225 meist farb. Abb., 69 Euro].

Tscherpel, G.: The Importance of Being Noble. Genealogie im Alltag des englischen Hochadelsa in Mittelalter und Früher Neuzeit, Husum 2004 (Historische Studien, 480) [Matthiesen, 336 S., geb., zahlr. Abb., 51 Euro].

Grand Tour. Adeliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert, hg. von R. Babel und W. Paravicini Ostfildern 2004 (Beihefte der Francia, 60) [Thorbecke, 648 S., Ln., 43 Abb., 79 Euro].

La vie de château. Actes du colloque „Architecture, fonctions et représentations des châteaux et des palais du Moyen Age à nos jours“ du 13 au 15 mai 1996, hg. von F.-X. Cuche, Straßburg 1998 [Presses Universitaires de Strasbourg, 288 S., brosch., 16 S. mit sw-Abb., 15,24 Euro].

Vigarello, G.: Histoire de la beauté. Le corps et l’art d’embellir, de la Renaissance, Paris 2004 (L’univers historique) [Editions Seuil, 352 S., 16 Tafeln, 21 Euro].

Villepin, P. de: L’Ordre de Saint-Hubert de Lorraine et du Barrois (1416-1852); entre chevalerie et vénerie, Paris 1999 [Guénégaud, 255 S., brosch., Ill., 28,25 Euro].

Vötsch, J.: Zwischen Kursachsen, Preußen und dem Kaiser: Das Reichsstift Quedlinburg zu Beginn 18. Jahrhunderts, in: Sachsen und Anhalt 24 (2002/03) S. 295-316.

Walther, G.: Fürsten, Höfe und Naturwissenschaften in derFrühen Neuzeit. Versuch einer Systematik, in: Scientiae et Artes. Die Vermittlung alten und neuen Wissens in Literatur, Kunst und Musik, Wiesbaden 2004, S. 143-159.

Wasser im Barock, hg. von der Frontinus-Gesellschaft e.V., Mainz 2004 (Geschichte der Wasserversorgung, 6) [Zabern, 178 S., geb., 129 farb. und 77 sw-Abb., 45 Euro].

Weinfurter, S.: Das Jahrhundert der Salier 1024-1125, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 224 S., geb., zahlr. farb. Abb., 24,90 Euro].

Widder, E.: Art. „Hofordnungen“, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Bd. 11, Lfg. 3, Berlin u.a. 2002, Sp. 685-689.

Witthöft, C.: Ritual und Text. Formen symbolischer Kommunikation in Historiographie und Literatur des Spätmittelalters, Darmstadt 2004 (Symbolische Kommunikation der Vormoderne) [WBG, 381 S., Fadenheftung, 49,90 Euro].

Wüst, W.: Die „gute Policey“ im Reichskreis, Bd. 3: Die „gute Policey“ im Bayrischen Reichskreis und in der Oberpfalz, Berlin 2004 [Akademieverlag, 870 S., geb., 5 Abb., 84,80 Euro].

Wüst, W.: Die politischen Kräfte am Übergang zur Neuzeit und ihre Fixierung im spätmittelalterlichen Franken, in: Franken im Mittelalter. Francia orientalis, Franconia, Land zu Franken: Raum und Geschichte, hg. von J. Merz und R. Schuh, München 2004, S. 121-147.

Zajic, A.: „Zu ewiger gedächtnis aufgericht“. Grabdenkmäler als Quelle für Memoria und Repräsentation von Adel und Bürgertum im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Das Beispiel Niederösterreichs, Wien u.a. 2004 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 45) [Oldenbourg, 404 S., pb., 48,80 Euro].

Zimmermann, R.: Evangelisch-katholische Fürstenfreundschaft. Korrespondenzen zwischen den Kurfürsten von Sachsen und den Herzögen von Bayern von 1513-1586, Frankfurt am Main u.a. 2004 (Friedensauer Schriftenreihe. Reihe A: Theologie, 6) [Peter Lang, 181 S., kart., 5 Abb., 39 Euro].

Zotz, T.: Ludwig der Fromme oder Ludwig der Gnädige? Zur Herrschertugend der pietas im frühen und hohen Mittelalter, in: Nova de veteribus. Mittel- und neulateinische Studien für Paul Gerhard Schmidt, hg. von A. Bihrer und E. Stein, München u.a. 2004, S. 180-192.

 


Sonstiges

 

 

Der französische Kulturminister Jean-Jacques Aillagon hat mit der Gesamtrestaurierung des Schlosses von Versailles ein Projekt angekündigt, das bis 2017 dauern und rund 390 Millionen Euro kosten wird. Die Residenz wird zum ersten Mal in ihrer Geschichte umfassend erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten wird ein Forschungszentrum über höfisches Leben im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert entstehen

[F.A.Z. vom 10. November 2003].

 

Mit dem European Garden Heritage Network (EGHN) hat sich ein teilweise von der Europäischen Union getragenes Projekt etabliert, das das Bewußtsein für das gartenkulturelle Erbe in Nordwesteuropa stärken und die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet intensivieren soll. Beteiligt sind neun Partner in England, Frankreich und Nordrhein-Westfalen unter Leitung der Stiftung Schloß Dyck. Siehe im Internet unter der Adresse

www.nweurope.org/page/projet.php?p=31&id=522#3

 

Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz

Als neues Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums wurde die „Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz“ am 19. September 2004 anläßlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Landshut eröffnet. Mit etwa 750 beispielhaften Objekten soll dieses Museum auf rund 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine Vorstellung vom Kunstsinn und der Sammelleidenschaft der Wittelsbacher Herzöge vermitteln.

Die Auswahl der Objekte und die Ausstattung der „Kunst- und Wunderkammer“ in den Räumen des Damenstocks der Burg Trausnitz orientiert sich an den Vorstellungen, die zu den herzoglich bayerischen Kunstkammern in München und Landshut überliefert sind. In Anlehnung an diese Vorbilder sind die Säle vier verschiedenen Themen gewidmet: Zu den „Artificialia“ zählen kostbare Bronzen und Gemälde, aber z.B. auch miniaturhafte beschnitzte Pflaumenkerne. Als „Naturalia“ werden ausgestopfte Tiere, außergewöhnliche Gehörne, Muscheln und Mineralien gezeigt. Im Saal der „Exotica“ ist Kunsthandwerk aus Korallen, Perlmutt und Elfenbein zu sehen, während als „Scientifica“ wissenschaftliche Instrumente den Willen zur rationalen Erfassung der Welt um 1600 belegen.

Herzog Albrecht V. (1528-79) hatte die Münchner Kunstkammer begründet, in der er Objekte aus den Bereichen Kunst und Wissenschaft sowie kuriose und exotische Kostbarkeiten zusammentrug. Sein Sohn Wilhelm richtete auf der Burg Trausnitz die „Junge Kunstkammer“ ein. Wie das älteste erhaltene Inventar belegt, umfaßte die schon damals berühmte Münchner Sammlung im Jahr 1598 rund 6000 Objekte. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts verloren die bayerischen Fürsten das Interesse an der Kunstkammer. Die Bestände wurden nach und nach in Spezialsammlungen aufgeteilt und bilden bis heute den Grundstock verschiedener bayerischer Museen.

Das neue Museum auf der Burg Trausnitz spiegelt anhand herausragender Kunstwerke der Renaissance das Wesen der Kunstkammer im Allgemeinen, aber auch den speziellen Charakter der einstigen Wittelsbacher Kunstkammer wider. Zugleich wird dem Besucher die Prachtentfaltung des höfischen Lebens unter Erbprinz Wilhelm vor Augen geführt, der Künstler aus ganz Europa um sich scharte und auf der Burg Trausnitz glanzvolle Feste feierte.

Kontaktadresse:           Burg Trausnitz 168

                                    84036 Landshut

                                    Tel. [D] 08 71 - 9 24 11-0

                                    Internet: www.bayerisches-nationalmuseum.de/



RESIDENZENFORSCHUNG

Herausgegeben von der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Neuerscheinungen 2004

 

 

 

 

 

 

Volker Hirsch
Der Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478)
Verwaltung und Kommunikation, Wirtschaftsführung und Konsum

Residenzenforschung, Bd. 16

 

Auf der Grundlage einer systematischen Erfassung der Rechnungsüberlieferung zeichnet der Verfasser ein klares Bild vom Leben und Arbeiten an einem kleineren geistlichen Fürstenhof des späten Mittelalters. Dabei werden Zustände und Verhältnisse ebenso beleuchtet wie die Aufgaben der den Hof bildenden Personen. Aus einer Vielzahl von aus den Quellen erhobenen Sachdetails schöpfend, aber ohne der Materialfülle zu erliegen, gibt die exemplarische Arbeit Gelegenheit, verbreitete Pauschalurteile über das Spätmittelalter und die Lebensweisen seines Adels zu überprüfen.

 

349 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ISBN 3-7995-4516-6, Preis [D] 44.00

 

 

Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini (Hg.)
Der Fall des Günstlings – Hofparteien in Europa vom
13. bis zum 17. Jahrhundert

Residenzenforschung, Bd. 17

 

Der „Fall des Günstlings“ hat eine Doppelbedeutung und meint einerseits den Fall als Vorkommnis und andererseits den Fall als Sturz. Was wie eine Fehlentwicklung, wie ein Versagen der Institution aussieht, ist deren Funktionieren selbst, so will es scheinen: Wenn jeder Günstling früher oder später fällt, sagt dies etwas über die Struktur von Herrschaft und Gesellschaft in der alteuropäischen Monarchie aus. Und wenn man die Gründe erkannt hat, weshalb es den Günstling gegeben hat und geben mußte. Eingerahmt werden die Beiträge von einem einführenden Problemaufriß und einer weiterführenden Zusammenfassung.

 

531 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ISBN 3-7995-4517-4, Preis Euro [D] 74.00

 

 

 

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JAN THORBECKE VERLAG

 

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Thorbecke-Reihe: RESIDENZENFORSCHUNG

 

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         ISBN               Autor / Titel                                                         Band                Preis (€)   Ersch.-Jahr  Stück

3-7995-4501-8

Johanek: Residenzenfrage

1

29,65

1990

 

3-7995-4503-4

Jäschke: Nichkönigliche Residenzen

2

48,06

1990

 

3-7995-4502-6

Amann: Residenzstadt Passau

3

55,22

1992

 

3-7995-4504-2

Kerber: Herrschaftsmittelpunkte

4

60,33

1995

 

3-7995-4505-0

Paravicini: Alltag bei Hofe

5

42,95

1995

 

3-7995-4506-9

Paravicini: Zeremoniell und Raum

6

57,26

1997

 

3-7995-4507-7

Scholz: Magdeburg, Halle

7

63,40

1998

 

3-7995-4508-5

Kolb: Heidelberg

8

39,88

1999

 

3-7995-4509-3

Mersiowsky: Rechnungslegung

9

85,90

2000

 

3-7995-4511-5

Hirschbiegel/Paravicini: Das Frauenzimmer

11

65,45

 

2000

 

3-7995-4512-3

Chatelet-Lange: Catharinenburg

12

49,08

2000

 

3-7995-4513-1

Paravicini/Wettlaufer: Erziehung und Bildung

13

49,00

 

2002

 

3-7995-4514-X

Nolte/Spieß/Werlich: Principes

14

49,00

2002

 

3-7995-4515-8

Paravicini: Höfe und Residenzen I

15/1

160,00

2003

 

3-7995-4516-6

Hirsch: Johannes von Venningen

16

44,00

2004

 

3-7995-4517-4

Hirschbiegel/Paravicini: Der Fall des Günstlings

17

74,00

 

2004

 

 

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    (siehe unter
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Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

 

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung, Handbuch III: Textband)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, HandbuchII: Bilder und Begriffe)

 

Karen Schleeh

Stefan Tomasek

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

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Prof. Dr. Werner Paravicini

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[1]     Siehe Mitteilungen der Residenzen-Kommission (MRK) 5,1 (1995) S. 8-10.

[2]     Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Teilbd. 1: Dynastien und Höfe, Teilbd. 2: Residenzen, Ostfildern 2003 (Residenzenforschung, 15/I, 1-2).

[3]     Siehe MRK 12,2 (2002) S. 12.

[4]     Siehe die entsprechenden Ausführungen in den einschlägigen Projektvorstellungen: Materialien zum Werk: Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, zusammengestellt von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Kiel 1999 (MRK, Sonderheft 3); Hirschbiegel, Jan: Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein Projekt der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, in: Burgenbau im 13. Jahrhundert, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verbindung mit dem Germanischen Nationalmuseum, Red.: G. Ulrich Grossmann, München u.a. 2002 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 7), S. 73-82, und Ders. unter demselben Titel, in: Jahrbuch der historischen Forschung 2001. Berichtsjahr 2001, hg. von der Arbeitsgemeinschaft außeruniversitärer historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland, München 2002, S. 15-23; Ders., Wettlaufer, Jörg: Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe, in: MRK 12,1 (2002) S. 12-18, sowie Dies.: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Teil 2: Das revidierte Konzept – Bilder und Begriffe, in: MRK 12,2 (2002) S. 12-22.

[5]     So Werner Paravicini im Vorwort zu dem dynastisch-topographischen Teil des Handbuches (wie Anm. 2), S. XV.

[6]     Vgl. bspw. Neitmann, Klaus: Was ist eine Residenz? Methodische Überlegungen zur Erforschung der spätmittelalterlichen Residenzbildung, in: Vorträge und Forschungen zur Residenzenfrage, hg. von Peter Johanek, Sigmaringen 1990 (Residenzenforschung, 1), S. 11-43, hier S. 12-18.

[7]     Vgl.: Altbayern vom Frühmittelalter bis 1800, bearb. von Karl-Ludwig Ay, 3 Bde., München 1974-92 (Dokumente zur Geschichte von Staat und Geschichtlichkeit in Bayern I/1-3); English historical documents, hg. von David Charles Douglas, London 1953ff., und neuerdings: Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, hg. von Josef Pauser, Martin Scheutz und Thomas Winkelbauer, Wien 2004 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband, 44).

*    Dr. Harm von Seggern, Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Olshausenstraße 40, D-24098 Kiel.

*    Dr. Susanne Taus, Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., Iburger Straße 225, D-49082 Osnabrück.

*    Dr. Caspar Ehlers, Max-Planck-Institut für Geschichte, Repertorium der deutschen Königspfalzen, Hermann-Foege-Weg 11, D-37073 Göttingen.

*    Wir nennen auch Kolloquien, Tagungen, Jubiläen, die bereits stattgefunden haben, uns aber erst verspätet zur Kenntnis gelangten, damit Interessierte zumindest über die angegebenen Kontaktadressen auch im Nachhinein noch Näheres erfahren können.

[8]     Jaeger, Friedrich, Liebsch, Burkhard: Einführung, Bd. 1, S. XIII.

[9]     Tschopp, Silvia Serena: Kulturwissenschaft(en) für Insider [Rezension über: Friedrich Jaeger u.a. (Hg.): Handbuch der Kulturwissenschaften. Gesamtwerk in 3 Bänden. Stuttgart: J. B. Metzler 2004], in: IASLonline [04.11.2004], URL: <http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Tschopp3476019608_809.html>, Datum des Zugriffs: 16.11.2004. Absatz [2].

[10]     Vgl. z.B. Kellermann, Karina: Königliche Hoheit. Leibliche Herrscherrepräsentanz in der deutschen Literatur des Mittelalters aus kulturwissenschaftlicher Sicht, in: Mediävistik als Kulturwissenschaft?, hg. von Hans-Werner Goetz, Berlin 2000 (Das Mittelalter, 5,1), S. 123-139, oder Dies.: Die körperliche Inszenierung des Königs. Ein mittelalterliches Kulturmuster, in: KulturPoetik. Zeitschrift für kulturgeschichtliche Literaturwissenschaft 1,2 (2001) S. 159-181.

[11]     Trotz der immer wieder in den Beiträgen auftauchenden Abgrenzung zu den Naturwissenschaften wäre es hilfreich gewesen, auch deren Perspektive auf das Phänomen menschlicher Kulturbildung im Handbuch zu berücksichtigen, etwa in der Perspektive von: Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Kulturwissenschaft: Einheit – Gegensatz – Komplementarität?, hg. von Otto Gerhard Oexle, Göttingen 1998 (Göttinger Gespräche zur Geschichtswissenschaft, 6). Es fehlen, soweit dies ohne Indizes ermittelt werden konnte, ganz grundlegende Ansätze des naturwissenschaftlichen Blickes auf die Kultur, obwohl der angebliche Gegensatz von Kultur und Natur im Handbuch immer wieder thematisiert wird. Vgl. z.B. die Arbeiten Verbeek, Bernhard: Organismische Evolution und kulturelle Geschichte: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Verflechtungen, in: Ethik und Sozialwissenschaften 9 (1998) S. 269-280, 349-360, und Voland, Eckart: Natur oder Kultur? Eine Jahrhundertdebatte entspannt sich, in: Kultur – Ein interdisziplinäres Kolloquium zur Begrifflichkeit, Halle (Saale), 18. bis 21. Februar 1999, hg. von Siegfrid Frölich, Halle 2000, S. 41-53. Immer noch grundlegend ist der leider wenig bekannte von Peter Weingart u.a. herausgegebene Sammelband „Human by Nature: Between Biology and the Social Sciences“, Mahwah (NJ) 1997. Dies erstaunt um so mehr, als das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen eine Reihe von Projekten verfolgt, die durchaus den Dialog zwischen Natur- und Kulturwissenschaften suchen.

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