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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 14 (2004) Nr. 1

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 14 (2004) Nr. 1

 

 

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

 

Titelvignette:

Wie der jung weiß kunig die münzmaisterey gelernt hat
Holzschnitt zum ‚Weißkunig‘, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 3034

Abb. nach
Kaiser Maximilians I. Weißkunig, in: Lichtdruck-Faksimiles nach Frühdrucken mit Hilfe der Max-Kade-Foundation Inc. New York für den Stuttgarter Galerieverein hg. von Heinrich Theodor Musper, 2 Bde., Stuttgart 1956, hier Bd. 2, Nr. 36

[s.u. Mäkeler, Hendrik: Art. "A. Institutionen / Münze", S. *-*]

 

Inhalt

 

Vorwort 7

Aus der Arbeit der Kommission 9

9. Symposium der Residenzen-Kommission 13

Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriff 17

Beispieltexte 17

Boecker, Heidelore: "A. Reise" 17

Boecker, Dagmar: "A. Fortbewegungsmittel / Kutschen" 25

Mäkeler, Hendrik: "A. Institutionen / Münze" 29

Koal, Valeska: "A. Unterhaltung und Zeitvertreib / Tanzen und Musizieren" 34

Paravicini, Werner: "A. Unterhaltung und Zeitvertreib / Drechseln 39

Kolloquiumsberichte 45

Das Wissen der Zeit. Konrad von Megenberg (1309-1374) und sein Werk,
von Gisela Drossbach, München 45

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen 49

Buchvorstellungen 87

Die Fürsten von Anhalt: Herrschaftssymbolik, dynastische Vernunft und
politische Konzepte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Tagungsband
des Kolloquiums am 5./6. Dezember 2002 auf Schloß Ballenstedt, hg. von
Werner Freitag und Michael Hecht in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband
Sachsen-Anhalt e.V., Halle (Saale) 2003 (Studien zur Landesgeschichte, 9),
von Stephan Selzer, Halle 87

Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter,
hg. von Ulrich Schwarz, Braunschweig 2003 (Quellen und Forschungen
zur Braunschweigischen Landesgeschichte, 40),
von Manuela Sissakis, Berlin 89

Wolf, Dieter: Melsungen. Eine Kleinstadt im Spätmittelalter. Topographie,
Verfassung. Wirtschafts- und Sozialstruktur, 3 Bde., Butzbach 2003,
von Daniel Höffker, Kiel 92

Neuerscheinungen 95

Hof und Theorie. Annäherungen an ein historisches Phänomen,
hg. von Reinhardt Butz, Jan Hirschbiegel und Dietmar Willoweit, Köln u.a. 2004
(Norm und Struktur, 22) 116

Die Arbeitsstelle Kiel 119

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2004), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Vorwort

 

Nun gibt es schon die ersten öffentlichen Reaktionen auf den ersten, erschienenen Teil des Handbuchs "Höfe und Residenzen im mittelalterlichen Reich". Heinz Thomas besprach ihn in der F.A.Z. vom 14. Januar 2004. Wie eigentlich stets registriert man, daß es einfacher ist, im schwer in der Hand liegenden Werk ein paar Stunden zu blättern, als jahrelang daran zu arbeiten. Dann wird dort gesucht, was sich dort gar nicht finden kann (Hauptstädte, oder Grabmäler in Kathedralen – nicht Residenzen) oder eine Definition wird vermißt (die dann natürlich hätte herb kritisiert werden müssen). "Bei der Kontrolle durch die Zentralredaktion wäre gelegentlich etwas mehr Strenge angebracht gewesen" – das werden wir uns zu Herzen nehmen. Ansonsten aber friedliche Töne: "Die meisten der [...] Mitarbeiter haben jedoch sorgfältig gearbeitet". Christian Hillen in H-Soz-u-Kult, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=4174, vom 18. Mai 2004 hat dagegen richtig bemerkt: "Das Residenzenhandbuch will [...] nicht alles und kann nicht alles". "Nützlichkeit und schnelle Verfügbarkeit" seien das Ziel gewesen, bei "angemessener wissenschaftlicher Gründlichkeit" – in der Tat. Auch Hillen hätte sich mehr Definition gewünscht und bemerkt, daß "die Artikel von unterschiedlicher Qualität" seien. Aber, immerhin, es seien "Kenner ihres Faches am Werk" gewesen. Vor allem aber hat Hillen die Originalität des Unternehmens erkannt: daß Dynastien, Personen, Höfe, Orte hier zusammengeführt werden, wie es noch nie der Fall war. Daß der wesentliche Beitrag benannt wird, darauf kommt es an, und dies tut übrigens auch Enno Bünz in seinem umfassenden Referat aller drei Teile unserer Bibliographie der europäischen Reiseberichte (s.u. S. *) – von der ich hoffe, daß sie doch noch fortgesetzt werden kann, wenn auch nicht von uns.

Nun, alles hat seinen Preis, auch die Zügigkeit, mit der wir unter großer Anstrengung die Arbeit am Handbuch derweil fortsetzen. Im vorliegenden Heft sind schon einige Beispielartikel aus Teil II: "Bilder und Begriffe" zu lesen. Das Konzept des Teils III mit der Typologie der Texte ist auf gutem Wege, so will mir scheinen. Die Kommission wird in ihrer Sitzung zu Halle im Herbst darüber abschließend beraten, das nächste Heft der MRK wird weitere Nachrichten dazu bringen. So bitte ich denn alle unsere Mitautoren und Korrespondenten, in ihrem Bemühen nicht nachzulassen und flink zur Feder zu greifen und zu schreiben, was zu schreiben ist (unter möglichst naher Beachtung der Vorgaben, z.B. was die chronologische Dreiteilung der Artikel für Teil II betrifft), damit wir den ungeduldigen Stiftungen dann sagen können: mission accomplie – hier ist das Manuskript, für das ihr soviel Geld bewilligt habt.

Halle: Das definitive Programm des nächsten Symposiums zum Thema "Der Hof und die Stadt", 25.-28. September 2004, das wir zu Ehren unserer französischen Gäste auch "La Cour et la Ville" nennen, ist in diesem Heft enthalten (s.u. S. *-*). Wer Lust zu Teilnahme und Diskussion hat, möge sich ja anmelden. Wie das geht, ist auf S. * noch einmal erläutert. Gerade die jungen Gelehrten sollen sich nicht scheuen – denn sie werden dort andere treffen, die zum Thema arbeiten, so daß man voneinander lernen kann. Und wo gibt es schon eine Tagung, die mit einer Exkursion beginnt?

Vorher aber findet der Historikertag in Kiel statt, und dort am 16. September 2004, ab 9 Uhr, die Sektion "Das Gehäuse der Macht" (s.u. S. * und *). Fast die gesamte deutschsprachige Residenzenforschung wird sich dort vorstellen, beileibe nicht nur die Residenzen-Kommission, sondern vorweg die Kollegenschaft in Wartburg, Rudolstadt und Wien; außerdem wird die Präsentation exotisch: ägyptische Pharaonen, altrömische Kaiser, japanische Fürsten werden auftreten. Wenn, wie ich hoffe, alle Leser dieser "Mitteilungen" herbeieilen, dann müssen wir ins Auditorium Maximum umziehen. Also: rendez-vous in Kiel. Übrigens geht es mit "Hof und Macht" ähnlich transkulturell schon im November auf Burg Scharfenberg weiter (s.u. S. *).

Wie überall ist nicht nur das Was wichtig, sondern auch das Wie. Ab Juni präsentiert sich die Residenzen-Kommission mit neuer Internetseite (s.u. S. *), die Dr. Jörg Wettlaufer mit besonderem Einsatz und Kenntnis reformiert hat. Schauen Sie herein und geben Sie Rückmeldung: das freut den Autor, der für alle Vorschläge und Wünsche offen ist.

Was ansonsten in diesem Heft an blühender Forschung mitgeteilt wird (auch der von uns veröffentlichten: der Band von Volker Hirsch über Basel ist erschienen, s.u. S. *, der "Fall des Günstlings" wird es pünktlich tun, s.u. S. *), läßt fast den Gedanken aufkommen, wir könnten uns auf das Altenteil zurückziehen. So quicklebendig ist das um 1990 noch so ruhige Feld geworden, daß es dem Start zu einem Marathonlauf gleicht. Aber lassen wir uns nicht täuschen. Die Aufgabe ist riesig und noch haben wir nicht einmal unser Nahziel erreicht: das Handbuch. Schon Georg Steinhausen (zu ihm jetzt Jürgen Herold im Archiv für Kulturgeschichte) träumte von den deutschen Hofordnungen und hatte dann viel Arbeit mit Kerns unvollständiger Edition. Da wartet noch einiges. Und manche deutsche Fürstendynastie gilt es recht eigentlich erst zu entdecken, so wie die Anhaltiner (s.u. S. *), oder es tauchen verstellte Rechnungsbände plötzlich auf und lassen die Vergangenheit (Wolfenbüttels) auferstehen, wenn auch in engen Grenzen (s.u. S. *). Clio hat die Eigenschaft, immer wieder durch den Jungbrunnen zu gehen – und uns dann verführerisch zuzulächeln. Doch kann man dieser Versuchung rückhaltlos nachgeben,

meint freundlich grüßend

Ihr

Werner Paravicini

 

Aus der Arbeit der Kommission

 

1. Handbuch

    • Dynastisch-topographischer Band

Von der insgesamt doch erfreulichen externen Resonanz war schon die Rede (s. Vorwort), von der internen noch nicht. Denn mehrere Autoren haben gegen die harsche Behandlung vernehmlich gemurrt, die ihnen – vorangekündigt – zuteil geworden war: kein Belegexemplar, keine gedruckten Sonderdrucke, nur die pdf- Sonderdrucke, die die Arbeitsstelle schließlich herstellte, damit wenigstens etwas gegeben werden konnte (wer noch keine hat, kann sich solche bei der Arbeitsstelle in Kiel bestellen). Bedenken Sie, liebe Autoren, daß wir an die 200 Freiexemplar hätten verteilen müssen, d.h. auch finanzieren. Das hätten wir nicht bezahlen können. Aber wir geloben insofern Besserung, als wir alles daransetzen werden, daß die bei weitem geringere Zahl der Autoren von Teil II ein Exemplar erhält; ob uns das gelingen wird, ist indes noch nicht sicher.

Von Teil I des Handbuchs wird demnächst (die Zustimmung des Thorbecke-Verlags vorausgesetzt) als substantielle Kostprobe ins Netz gestellt werden alles, was sich auf die drei großen Königsdynastien der Habsburger, Luxemburger, Wittelsbacher bezieht, mit Dreingabe eines Fürstbistums (Meißen), einer Reichsabtei (Elten) und der weltlichen Ritterorden der Johanniter und der Deutschherren, so daß dann alle Typen vertreten sind. Wir erhoffen uns davon kräftige Werbung für das Handbuch.

    • Bilder und Begriffe

Nach der Einwerbung von externen Autoren (bislang 74) für die knapp 60 Artikel mit ihren 160 Stichworten treffen inzwischen die ersten Texte bei der Redaktion des Handbuchs in der Arbeitsstelle Kiel ein. Den Autoren sei hier nochmals für ihre Bereitschaft gedankt, an dem gemeinsamen Projekt mitzuwirken. Hinsichtlich der Belegexemplare für die Autoren des zweiten Bandes stehen wir zur Zeit in Verhandlungen mit dem Thorbecke Verlag. Wir hoffen, hier zu einer befriedigenderen Lösung zu gelangen, als dies hinsichtlich des ersten Teils des Handbuchs aufgrund der großen Zahl der Autoren möglich war. Falls wie geplant alle Autoren die Beiträge zu den vorgesehenen Abgabeterminen liefern, steht einer Fertigstellung des Manuskripts bis zum Jahresende und anschließenden Drucklegung nichts im Wege. Da die Drittmittelförderung des Projekts zum Jahresende ausläuft, seien alle Autoren nochmals aufgefordert und gebeten, wenn irgend möglich die vereinbarten Termine nicht zu überschreiten. Einen aktuellen Überblick zu Planung und Stand des Projektes können Sie sich auf unserer Homepage unter der Rubrik "Handbuch" verschaffen.

Aufgrund der Modifizierung des Konzepts des zweiten Handbuchteils und der Nichtbewilligung einer DFG-finanzierten Stelle für diesen Teil fehlten bislang Beispielartikel nach dem revidierten Konzept, wie es in den MRK 12,2 (2002) bzw. in der Anlage zu diesem Konzept vorgestellt wurde. Diese sowie weitere Informationen für die Autoren finden Sie nun im vorliegenden Heft (s.u. S. *ff.). Den Autorinnen und Autoren der Artikel sei für die Bereitstellung ihrer Texte für diesen Zweck herzlich gedankt.

    • Textband

Abschließende Diskussion des Konzepts durch die Mitglieder der Residenzen-Kommission in Halle im September aus Anlaß der Kommissionssitzung. Erste Hinweise in den MRK 14,2.

2. Residenzenforschung

    • Volker Hirsch: Der Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478). Verwaltung und Kommunikation, Wirtschaftsführung und Konsum (Residenzenforschung, 16) ist Ende April, 349 Seiten stark, erschienen.
    • Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. 8. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Stadt Neuburg an der Donau, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, und dem Deutschen Historischen Institut Paris. Neuburg an der Donau, 21. bis 24. September 2002, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini (Residenzenforschung, 17): Die Erstkorrekturen sind im Mai verschickt worden und der Band wird zum 9. Symposium der Residenzen-Kommission in Halle vorliegen.
    • Andreas Bihrer: Der Konstanzer Bischofshof im 14. Jahrhundert. Herrschaftliche, soziale und kommunikative Aspekte (Residenzenforschung, 18) befindet sich in Vorbereitung zum Druck.
    • Für die Reihe vorgesehen ist Cornell Babendererde: Sterben, Tod und liturgisches Gedächtnis im weltlichen Reichsfürstenstand des Spätmittelalters.
    • Zur Edition der Hofordnungen von Jülich-Kleve-Berg siehe MRK 13,1 (2003) S. 119.

3. Symposien

    • Halle 2004: Der Hof und die Stadt / La Cour et la Ville, s.u. S. *.
    • 2006: Hof/Residenz und Finanzen

Tagungsort wird nicht Eutin, sondern wohl Gottorf/Schleswig sein. Erste Kontakte sind geknüpft worden.

4. Historikertag 2004

Die Sektion "Das Gehäuse der Macht. Der Raum der Herrschaft im interkulturellen Vergleich. Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit" wird auf dem 45. Historikertag in Kiel am Donnerstag, dem 16. September 2004, von 9 bis 13 Uhr stattfinden, siehe auch im Internet unter http://www.historikertag2004kiel.de/program.html.

Programm:

Werner Paravicini (Paris), Einführung; Rolf Gundlach (Mainz), "Horus im Palast": Legitimation, Gestalt und Wirkungsweise des politischen Zentrums im pharaonischen Ägypten; Natascha Sojc (Würzburg/München), Kaiserlicher Palast und hegemoniale Struktur: Das Herrschen auf dem Palatin in Rom (1.-3. Jh. n. Chr.); G. Ulrich Grossmann (Nürnberg/Bamberg), Macht und Repräsentation am Beispiel der Bischofsburg Trient; Peter-Michael Hahn (Potsdam)/Ulrich Schütte (Marburg), Das Residenzschloß im 17. und 18. Jahrhundert. Dynastisches Monument und Instrument fürstlicher Herrschaft; Grete Klingenstein (Wien/Graz), Macht, Raum, Majestät im Wien des 18. Jahrhunderts; Reinhard Zöllner (Erfurt), Burg, Tempel, Park: Herrschaftliche Architektur im frühneuzeitlichen Japan; Karl-Heinz Spiess (Greifswald), Zusammenfassung.

5. Internetseite der Residenzen-Kommission

Die Internetseite der Residenzen-Kommission, auf der seit Januar 1997 Informationen zur Arbeit der Arbeitsstelle Kiel und der Kommission in digitalem Format angeboten werden, wurde grundlegend in bezug auf Design und Benutzerführung erneuert. Aufgrund des Forschritts der Technik, der Veränderungen bei der Softwarebenutzung im Internet und des erweiterten Angebots an Informationen und Downloads war eine Überarbeitung der Seiten unumgänglich geworden.

Die Internetseite ist seit Juni 2004 nun in neuem Design und mit aktuellen Inhalten unter der gewohnten Adresse http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de zugänglich. Aufgrund der großen Datenmengen (vollständige HTML-Versionen der "Mitteilungen" sowie der Sonderhefte und der Forschungsdatenbank für das Projekt "Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich") konnte vor allem die Schriftdarstellung noch nicht auf allen Seiten vereinheitlicht werden. Dieser Mangel wird aber hoffentlich sukzessiv in den folgenden Monaten behoben werden können.

Neu ist die Möglichkeit zum Login in einen Benutzerbereich, in dem – nach verschiedenen Benutzergruppen unterteilt – spezielle Informationen und Texte verfügbar sind. Bislang können sich Mitarbeiter an unserem Handbuch (Teil 1 und 2) dort einloggen. Für die Mitarbeiter des zweiten Teils des Handbuchs besteht die Möglichkeit, Texte der anderen Autoren einzusehen und herunterzuladen, damit eine effektive Zusammenarbeit im Rahmen der systematisch angelegten Struktur des Handbuchs gewährleistet ist. Dazu wird im Juni noch eine gesonderte E-mail mit den entsprechenden Zugangsdaten an die Autorinnen und Autoren verschickt werden.

Über Anregungen, Hinweise und Kritik freut sich jederzeit der webmaster der Seite, dem Sie eine Nachricht über die Adresse: JWettlaufer@email.uni-kiel.de zukommen lassen können.

7. Nächste Sitzung

Montag, 26. September 2004 um 21 Uhr in Halle im Rahmen des nächsten Symposiums in den Räumen des Tagungshotels.

Werner Paravicini

9. Symposium der Residenzen-Kommission

veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, dem

dem Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem

Deutschen Historischen Institut Paris

Programm

Stand: 29. April 2004

Der Hof und die Stadt – La Cour et la Ville

Konfrontation, Koexistenz und Integration im Verhältnis von Hof und Stadt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Halle an der Saale, 25. bis 28. September 2004

 

Samstag, 25. September

15:30 Stadt- und residenzgeschichtlicher Rundgang durch Halle

Öffentlicher Abendvortrag (Bürgersaal)

18:00 Begrüßungen

18:30 Ulrich Schütte (Marburg), Militär, Hof und urbane Topographie. Albrecht Dürers Entwurf einer königlichen Stadt aus dem Jahre 1527

19:30 Empfang durch die Stadt, anschließend individuelles Abendessen

Sonntag, 26. September: Exkursion

8:30 Abfahrt Halle

Voraussichtliche Stationen: Merseburg, Bernburg und Quedlinburg mit gemeinsamem Mittagsmahl unterwegs

19:00 Ankunft Halle

Montag, 27. September (Alte Aula/Löwengebäude)

9:00 Begrüßung

9:15 Werner Paravicini (Paris), Einführung

9:30 Jörg Wettlaufer (Kiel), Zwischen Konflikt und Symbiose. Überregionale Aspekte der spannungsreichen Beziehung zwischen Hof und Stadt im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit

1. Nach dem Sieg: Stadt und Hof als Gewinner und Verlierer

10:00 Matthias Meinhardt (Halle), Chancengewinn durch Autonomieverlust? Sächsische und anhaltische Residenzstädte im Spannungsfeld zwischen fürstlichem Gestaltungswillen und politischer Selbstbestimmung

10:30 Michael Scholz (Potsdam), "... da zoge mein herre mit macht hinein ...". Die Stadt Halle nach der Unterwerfung durch den Erzbischof von Magdeburg 1478

11:00 Pause

11:30 Joachim Schneider (Würzburg), Nach dem Sieg des Bischofs: Soziale Verflechtungen der Würzburger Ratsfamilien mit dem bischöflichen Hof um 1500

12:00 Pierre Monnet (Paris), Le cas de Francfort: une ville "capitale" sans cour est-elle possible à la fin du Moyen Age?

12:30 Diskussion

13:30 individuelles Mittagessen

2. "Krieg der Zeichen"?
Die symbolische Besetzung des öffentlichen Raumes durch Stadt und Hof (1)

15:00 Arnd Reitemeier (Kiel), Hof und Pfarrkirche der Stadt

15:30 Renate Kohn (Wien), Stadtpfarrkirche und landesfürstlicher Dom. Der Interpretationsdualismus der Wiener Stephanskirche

16:00 Pause

16:30 Jörg Martin Merz (Augsburg), Öffentliche Denkmäler zwischen städtischer und höfischer Repräsentation

17:00 Patrick Boucheron (Paris), La cour, la ville, l’espace public. Guerre des signes et dispute des lieux dans le Milan du XVe siècle

17:30 Diskussion

21.00 Sitzung der Residenzen-Kommission

Dienstag, 28. September (Alte Aula)

2. "Krieg der Zeichen"?
Die symbolische Besetzung des öffentlichen Raumes durch Stadt und Hof (2)

9:00 Guido von Büren (Jülich), Der Ausbau Jülichs zu einer Residenzstadt des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg in der Mitte des 16. Jahrhunderts

9:30 Harriet Rudolph (Trier), Fürstenhof und Residenzstadt als Gastgeber. Die Kaiserbesuche von 1575 und 1617 in der kursächsischen Residenz Dresden (Kurzreferat)

9:45 Barbara Uppenkamp (Hamburg), Die Wolfenbütteler Ratswaage im Jahre 1602: Ein Streit um das Nützliche und das Schädliche, über Schönheit, Neuerung und Tradition (Kurzreferat)

10:00 Wolfgang Wüst und André Krischer (Erlangen/Köln), CEREMONIALIA AUGUSTANA ET COLONIENSES. Visualisierungen fürstlicher Herrschafts- und reichsstädtischer Autonomieansprüche in Augsburg und Köln

10:30 Diskussion

11:00 Pause

3. Stadtgesellschaft – Hofgesellschaft: Spannungen und Verflechtungen

11:30 Sybille Schröder (Berlin), Luxusgüter aus London. Die Stadt und ihr Einfluß auf die materielle Kultur am Hof Heinrichs II. von England

12:00 Andreas Sohn (Paris), Paris als Festung. Zu Architektur und Infrastruktur der französischen Hauptstadt im Hohen Mittelalter

12:30 Claude Gauvard (Paris), La ville de Paris et les cours royales et princières à la fin du Moyen Age: une source de conflits?

13:00 Diskussion

13:30 individuelles Mittagessen

15:00 Ulf Christian Ewert (Chemnitz), Fürstliche Standortpolitik und städtische Wirtschaftsförderung. Eine ökonomische Analyse des Verhältnisses von Hof und Stadt im vormodernen Europa

15:30 Christian Schneider (Heidelberg), Eliten des Hofes – Eliten der Stadt. Identitätsbewußtsein, Lebensweisen und Repräsentationsformen stadtbürgerlicher und höfischer Eliten im literarischen Leben Wiens zur Zeit Herzog Albrechts III. (1365-1395)

16:00 Pause

16:30 Christian Hesse (Bern), Städtisch-bürgerliche Eliten am Hof. Die Einbindung der Residenzstadt in die fürstliche Herrschaft

17:00 Marc von der Höh (Halle), Das Spiel der Ressourcen. Stadt und Hof in der Grafschaft Stolberg/Harz im 15. und 16. Jahrhundert

17:30 Diskussion

18:30 Andreas Ranft (Halle), Zusammenfassung

20:00 Gemeinsames Abendessen

Weitere aktuelle Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter der Adresse

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/sympos_halle.htm

 

 

Werner Paravicini, Paris – Andreas Ranft, Halle

 

 

 

Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

Bilder und Begriffe

Erläuterungen zu den Beispielartikeln

Aus den inzwischen eingegangenen Artikeln und Stichworten haben wir fünf Texte ausgewählt, die uns besonders geeignet erscheinen, Anlage und Konzept der geplanten Beiträge zu verdeutlichen. Das Stichwort "Tanzen und Musizieren" aus dem Artikel "Unterhaltung und Zeitvertreib" ist länger als die für Stichworte vorgesehenen 7500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und zeigt vier anstatt der vorgesehenen ein bis zwei Bilder. Dies ergibt sich aus dem Umstand, daß das Stichwort zwei eigenständige Begriffe behandelt, die zwar thematisch verwandt, aber nicht synonym sind. Für alle übrigen Stichworte und Artikel gilt weiterhin die vorgesehene Zeichenzahl von maximal 7500 bzw. 15 000 Zeichen. Bitte halten Sie diese Grenzen – so irgend möglich – ein.

Die im revidierten Konzept enthaltenen drei Zeitschichten (1200-1450 / 1450-1550 / 1550-1650) sind nur in den Stichworten A. Reise, A. Fortbewegungsmittel / Kutschen und A. Unterhaltung/Zeitvertreib / Drechseln sichtbar. Bitte fügen Sie, wenn möglich, ebenfalls solche Zwischenüberschriften bzw. Rubriken in Ihre Artikel ein, um die Zeitschichten deutlich zu markieren. Falls dies aus sachlichen Gründen nicht möglich oder sinnvoll ist, können diese aber auch ausgelassen werden.

Die Beispielartikel sind schon mit Abkürzungen versehen, wie Sie in der Druckfassung erscheinen werden. Wir möchten Sie aber bitten, diese Abkürzungen nicht selbst vorzunehmen, weil diese automatisch in Kiel während der redaktionellen Bearbeitung eingebracht werden. Es gilt die alte Rechtschreibung. Die Querverweise werden erst nach Eingang aller Artikel von der Redaktion eingetragen. Es wäre jedoch hilfreich, wenn Sie entsprechende Hinweise am Ende des Artikels geben würden (s.u. A. Unterhaltung/Zeitvertreib / Drechseln). Die Abbildungen sollten, sofern Sie diese in digitaler Form beilegen, nicht in die Textdateien eingefügt werden, da hier Qualitätsverluste entstehen können. Bitte legen Sie jedes Bild einzeln (als Datei) bei und benennen Sie es eindeutig, damit die Zuordnung zu Ihrem Artikel gewährleistet ist. Bitte geben Sie in jedem Fall die genaue Bildquelle an.

In der Redaktion hat sich die Benennung der Texte und Abbildungen nach dem Schema: (Ordnungsbuchstabe der drei Funktionsbereiche)_(Artikelname/Artikelwort)_(ggf. Stichwort).doc etc. bewährt. Für Abbildungen fügen Sie bitte einen weiteren Unterstrich mit _Abb1 _Abb2 etc. an (Beispiel: A_Fortbewegungsmittel_Kutschen_Abb1.tif ein).

 

BEISPIELARTIKEL

 

A. Reise

1200-1450

(lat.: expeditio Feldzug, Durchführung; ahdt.: risan aufstehen, sich erheben, aufbrechen zu krieger. Unternehmung; mhdt.: reise Aufbruch, Zug, Reise, Kriegs-, Heereszug)

Reiseherrschaft. Herrschaftsausübung erforderte Beratung, und dies bedeutete Präsenz. Den Kern des polit. Lebens machten die persönl. Verbundenheit unter den Machtträgern ersten Ranges und der persönl. Umgang miteinander aus. Königsherrschaft manifestierte sich seit den Karolingern traditionell im Reisekgtm., in der period. Präsenz zur persönl. Herrschaftsausübung, die Personengruppen von erhebl. Größenordnung permanent in Bewegung setzte oder hielt. Ebenso galt die Pflicht zur Repräsentation für all jene, die den Hof des Kg.s oder Ks.s aufsuchten. Der Hoftag gehörte zur elementaren Form der Ausübung ma. Reiseherrschaft. Das galt auch in kleinerem Maßstab im Rahmen jeder Adels-, Bischofs- oder Abtsherrschaft. Der Fs. war bei der Weihe einer Kirche zugegen, urkundete für eine Stadt oder einen auswärtigen Empfänger, schloß einen Vergleich, dotierte eine kirchl. Institution; Aufenthalte ergaben sich aus den jeweils vorwaltenden außenpolit. Konstellationen.

Der Kg. mußte auf seinen Zügen durch das Reich verpflegt und versorgt werden. Auch aus diesen Gründen zog er auf nicht exakt festgelegten Routen, aber durchaus nicht gänzl. regellos durch sein Reich. Pfalzen, einfachere Königshöfe, Bischofssitze und Königskl. waren die Stationen einer immerwährenden Herrschaftsreise. Die Dauer der Königsaufenthalte an bestimmten festen Punkten war verschieden lang. Oft währte sie nur wenige Tage. Ähnl. hielten es Äbte und Bf.e, die zudem in für sie wichtigen Orten und an den dahin führenden Wegen nicht selten eigene Höfe bauen ließen. Stiftungen von Bettelordenskl.n in der Mgft. Brandenburg dürften in der Mehrzahl der Fälle auf landesherrl. Initiativen zurückgehen. Die geograph. Verteilung der Kl. folgte einer langgezogenen W-O-Achse durch den gesamten mgfl. Herrschaftsbereich. Das legt die Vermutung nahe, daß sich die Mgf.en an den für ihre Reiseherrschaft bes. wichtigen Orten recht planmäßig feste Aufenthaltsorte eingerichtet haben. Sie verfügten somit nicht nur über eine Reihe fester Quartiere, sondern auch über ein Reservoir geeigneter Personen, die sowohl zur Erfüllung seelsorger. Aufgaben als auch zur Übernahme von Kanzleitätigkeiten und ebenfalls für repräsentative Zwecke herangezogen werden konnten.

Da man im MA seinen Rang und seine Stellung zeigte, erforderte die Reise eines Herrschaftsträgers eine seiner dignitas entspr. Begleitung. Die Größe des Gefolges war Indikator für den Rang einer Person. Der dabei betriebene Aufwand war ein Teil der Diplomatie. Auch ein "einfacher" Reichsbf. hatte auf ein standesgemäßes Auftreten zu achten, weniger dem Herrscher gegenüber als mit Blick auf seine Standesgenossen, die mit ihm und untereinander konkurrierten. Mehrere hundert Personen, in bes. Fällen mehrere Tausend, stellten ein beträchtl. Versorgungsproblem dar. Der Bedarf an Speisen und Getränken, an Futter für Reit- und Zugtiere überstieg oft die Liefermöglichkeiten eines einzelnen Hofes, auch wenn von diesem verwaltungsmäßig weitere Höfe abhängig waren. Die geradezu permanente Reisetätigkeit aller wichtigen Leute samt ihrer Begleitung erforderte Planung, Organisation und Kommunikation in beträchtl. Ausmaß. Die notwendige Vorbereitung hatte wiederum Mobilität zur Voraussetzung, denn es mußten Boten ausgesandt werden, die etwa die Aufenthaltsorte des Kg.s im voraus bekannt machten und zu den Hoftagen einluden.

Der Besuch des Kg.s oder Fs.en bedeutete aber auch Ehre und Freude. 1235 sollen Isabella von England bei ihrer Ankunft in Köln an die zehntausend Bürger aus der Stadt mit Blumen und Palmzweigen und in festl. Kleidern entgegen gezogen sein, und die Hauptstraßen der Stadt waren mannigfach geschmückt (Isabella mußte sechs Wochen in Köln auf die Begegnung mit ihrem Bräutigam, Ks. Friedrich II., warten, weil dieser durch den Aufstand seines Sohnes Heinrich aufgehalten wurde). Die Anstrengungen der Kölner Bürger bei der Ausrichtung des Einzugs mögen zugl. als Ausdruck der Freude über die für den Kölner Handel vorteilhafte Hinwendung des Ks.s zu England zu werten sein.

Begünstigt wurde das Reisen durch die Verpflichtung der christl. Bevölkerung auf das Gebot der Gastfreundschaft. Seit der Mitte des 13. Jh.s begannen sich zudem Formen einer kommerziellen Gastlichkeit auszubreiten und die älteren Arten der Beherbergung (aus Gastfreundschaft, in Kl.n und Hospizen, im Rahmen herrschaftl., also erzwungener Gastung) allmähl. zu verdrängen. Zwar griff man in Zeiten erhöhter Nachfrage, etwa im Falle eines Kaiserbesuchs oder wenn ein Konzil tagte, an kirchl. Festtagen oder bei Jahrmärkten, auf die private, also traditionelle Beherbergung zurück. Doch unter normalen Umständen bot das kommerziell organisierte Gastgewerbe eine ausreichende Anzahl an Unterkünften. Den Gästen zu Ehren wurden Feste und Tänze im Rathaus oder städt. Tanzhaus gegeben.

Während des 14. Jh.s fällt als Bereich des häufigsten Reisens, Nachrichtensendens und -empfangens und auch des Herrschaftshandelns die tatsächl. (zu Pferde) erlebbare und erlebte Region mit dem Radius mehrerer Tagesreisen auf. Innerhalb dieser hat man sich aufgrund eingeübter Lebenserfahrung mit relativ starker Intensität, d.h. auch mit den größten Erfolgsaussichten, bewegt. Um 1400 sind vierzehn Räume dieser Art (z.B. Westfalen) zu unterscheiden. Man zögerte, Verpflichtungen zu übernehmen, die weit über solche Regionen hin-auswiesen. Ks. Karl IV. (1346/47-78) aber reiste eifriger als seine Vorgänger und bildete zugl. mit mehr Nachdruck Residenzschwerpunkte aus als diese. 1356 verfügte er, daß seine Nachfolger in Frankfurt am Main gewählt werden, in Aachen gekrönt und in Nürnberg die erste große Reichsversammlung abhalten sollten. Sowohl die Krönungsreise Friedrichs III. von Graz nach Aachen im Sommer 1442 als auch die Fahrt des Ks.s nach Trier, um mit Karl dem Kühnen über ein Heiratsbündnis und die Erhebung des Hzm.s Burgund zu einem Kgr. zu verhandeln (1473), galt einem bestimmten örtl. und sachl. Ziel. Doch Friedrich machte Umwege und Abstecher, nahm Regierungshandlungen vor und machte bes. bei längeren Aufenthalten seine Herrschaft im Reich sichtbar. 22 Tage hielt sich Friedrich in Nürnberg auf, um die Reichsheiltümer, den Kronschatz, zu betrachten, den Hzg. von Sachsen als den Erzmarschall des Reiches zu treffen und Festgottesdienste zu feiern. In Frankfurt wurde er von den Kfs.en nach St. Bartholomäus geführt. Nach der Krönung in Aachen nahm er öffentl. das Krönungsmahl ein. Danach vergab er erstmals Lehen unter der Krone. In Speyer gedachte Friedrich seiner kgl. Vorfahren Rudolf und Albrecht, ließ sich deren Grabinschriften übersetzen und die eigenen Rechte an den Stuhlbrüderpfründen im Dom erklären. Friedrichs Reise nach Aachen diente der Inbesitznahme des Reiches.

Heidenfahrt. Ein Spezifikum früher Adelsreisen war der Heidenkampf an allen Fronten des damaligen Europa, von Karelien über Livland und Preußen, über Ungarn, Konstantinopel, Rhodos, Zypern bis nach Granada und Nordafrika. Die Ziele dieser ganz Europa umspannenden Kreuzzugsaktivität im 14. Jh. und Teilen des 15. Jh.s waren untereinander austauschbar und boten ständig Gelegenheit zum Heidenkampf. Das Gesetz der Heidenfahrt hieß devotio et militia, Kampf und Ablaß der Sünden.

Preußenreisen. Etwa ein Jh. lang, von 1320 bis 1420, war der Adel nicht nur aus dem Reich in allen seinen dt., böhm., niederländ. und roman. Teilen, sondern auch aus Frankreich, England und Schottland, sogar aus Italien und Spanien und, bis 1386, auch aus Polen nach Preußen gekommen, um mit dem Deutschen Orden gegen die "Heiden", hier die Litauer, zu kämpfen und dann in seine Heimat zurückzukehren. Drei bis vier Wochen dürften bei einer Winter-Razzia die Regel gewesen sein. Die sommerl. Schiffsreise konnte über drei Monate in Anspruch nehmen. Die längsten bekannten Preußenreisen dauerten ein ganzes Jahr und mehr.

Reisa, reze wurde in Preußen zum Fachausdruck für Fehde und Krieg (Heeresfolge, Heersteuer). Peter Suchenwirt, Herold des Wiener Hofes, beschreibt die ritterl. Fahrt Hzg. Albrechts III. von Österreich (1377) in ihrem idealen Verlauf: den Empfang durch den Hochmeister, die "Höfe" der Preußenfahrer, den Ehrentisch zu Königsberg, die Vorbereitung der reise, die Schiffahrt auf der Memel, den Zug durch das Niemandsland, Mord und Totschlag in Samaiten, Rossiene (Raseiniau) und Erogel (Ariogala). Wenig ritterl. wurde ein Hochzeitsfest überfallen; Albrecht und 73 andere Teilnehmer verdienten sich damit den Ritterschlag. Bei weitem nicht allen Preußenfahrern war es vergönnt, ihre Reise durch eine reise zu krönen. Siebenmal ritt der Hzg. von Geldern ins Ordensland, nur einmal hat er in Litauen tatsächl. kämpfen können.

Viele, darunter Fs.en, kamen nach Preußen, die oft schon lange Ritter waren, wie der Hzg. von Geldern vor der ersten seiner sieben Preußenreisen, andere aber, um die Ritterwürde dort zu erwerben, wie Bgf. Albrecht I. von Nürnberg. Mancher Fs. oder ein Mitglied seiner Familie reiste mehrfach, wie die Beispiele des Hauses Jülich (mind. 15 Reisen innerhalb dreier Generationen 1321-1400) zeigen. Die Winter 1328/29, 1336/37 und 1344/45 sind gekennzeichnet durch die Gegenwart Kg. Johanns von Böhmen; Kg. Johann soll 300 armigeri mitgebracht haben. Am Zug des Winters 1336/37 nahmen an Fs.en außerdem teil Johanns Sohn Karl (IV.), Mgf. von Mähren, Johanns Schwiegersohn, Hzg. Heinrich II. von Niederbayern, ein Pfgf. bei Rhein (?) und Hzg. Wenzel von Liegnitz; im Winter 1344-45: des Kg.s Sohn Karl, dazu sein Schwager, der Hzg. von Bourbon, mit ca. 300 Pferden. Mit weiteren insg. 200 Hochadligen mögen an die 3000 Pferde unterwegs gewesen sein. So große Ansammlungen hohen Adels in Preußen hat die zweite Hälfte des 14. Jh.s nicht aufzuweisen. Hzg. Albrecht III. von Österreich brachte 1377 fünf Gf.en und 50 Dienstmannen mit. Litauen wird nach 1386 christl. und tritt 1417 auf dem Konstanzer Konzil auf.

Pilgerfahrt. Der Heidenkampf verlor seine Schauplätze. Die kämpfer. Tat tritt in den Hintergrund. Die Kreuzzugsidee lebt weiter, aber sie verliert ihre Dominanz. Die Fahrt zu den Heiligtümern steht unter dem Zeichen des Ablasses. Nach Preußen war man mehrfach geritten; nach Santiago, Rom oder Jerusalem wallfahrtete man nur einmal oder höchstens zweimal in seinem Leben.

Nach dem Fall von Akkon 1291 verhängte der Papst vorübergehend ein Handelsembargo und ein Verbot von Jerusalemreisen. Nachdem aber um 1330 (zuerst bezeugt 1335) der Ritterschlag über dem Hl. Grab eingeführt worden war, aristokratisierte sich die Jerusalemfahrt. Auch Hochadlige ließen sich hier zum Ritter schlagen, so Kfs. Albrecht Achilles von Brandenburg 1435 von seinem ältesten Bruder Johann; Hzg. Friedrich von Österreich, der spätere Ks. Friedrich III., 1436 von herrn albrechten von Neiperg meines alters 21 jars. Fs.en brachen nach sorgfältigen Vorbereitungen mit großem Gefolge auf – Wettiner, Habsburger, bayer. und pfälz. Wittelsbacher, Zollern, Fs.en aus den Häusern Braunschweig, Hessen, Württemberg, Pommern, Mecklenburg, Kleve, Geldern, Anhalt und Schlesien. Im Hl. Land selbst hielten sich die Pilger in der Regel nur 14 Tage oder sogar weniger auf, davon gewöhnl. eine Woche in Jerusalem. Nach durchschnittl. sieben bis acht Monaten trafen sie zu Hause wieder ein.

1450-1550

Frankfurt am Main als Ort der röm. Königs- bzw. Kaiserwahlen, Aachen als Krönungsstadt behielten ihre Bedeutung. 1486 wurde Maximilian I. nach seiner Wahl in Frankfurt am Main gemäß dem Wortlaut der Goldenen Bulle (1356) in Aachen gekrönt; auch die beiden ersten Nachfolger Maximilians, Karl V. und dessen Bruder Ferdinand, wurden 1520 und 1531 in Aachen gekrönt. Zu den Reichsstädten, in denen traditionellerweise die Reichstage stattfanden, zählten Augsburg, Nürnberg, Speyer und Worms. Auf den Reichstagen waren der Ks. und die meisten Fs.en persönl. anwesend.

Maximilian I. (1493-1519) bildete mit mehr Nachdruck als seine Vorgänger Residenzenschwerpunkte aus. Dennoch reiste er eifriger als seine Vorgänger. Die niederländ. Städte Gent, Brügge und Mechelen rückten in den Mittelpunkt seiner Regierung und Herrschaft. Als Philipp der Schöne, Maximilians Sohn, im röm. Kgtm. und in den österr. Ländern 1486 bzw. 1493 nachfolgte, stieg Innsbruck zur wichtigsten Res. Maximilians im Rahmen der österr. Erbländer auf. Eine Reise zu Höfen führte gleichzeitig zu den städt. Zentren der besuchten Regionen, aber ein Hof auf Reisen fand oft nur in großen Städten Quartier. Als Philipp der Schöne 1503 mit seiner Ehefrau Johanna und großem Gefolge durch Süddeutschland nach Innsbruck und dann zurück in die Niederlande reiste, mußte sich der Zug vor kleinen Städten teilen, da die Unterkünfte nicht ausreichten.

1532 ist Wien Aufenthaltsort des ein Jahr zuvor zum röm. Kg. gewählten jüngeren Habsburgers Ferdinand. Nach Böhmen und Ungarn vereint er damit die dritte Königswürde auf sich. Wien stellt nur einen Stützpunkt für die zahlr. Reisen Ferdinands dar. Die nicht zu leugnende Reisetätigkeit beruht nicht ausschließl. auf der Erfüllung von röm.-kgl. oder ksl. Pflichten, sondern auf der Tatsache, daß Ferdinand den Anforderungen eines böhm. und ungar. Kgtm.s gerecht zu werden trachtet. In eben dem Maße, in dem er seine persönl. Teilnahme an monatelangen Reichstagsverhandlungen für notwendig erachtet, ist er als Kg. von Böhmen überzeugt, in Prag präsent sein zu müssen. Und dasselbe gilt für die Landtage in den Hauptstädten seiner österr. Erblande.

Wir erfahren in den Quellen viel über die Mühsal des Reisens. Jolantha von Lothringen mußte 1497 auf ihrer Brautfahrt nach Hessen-Kassel in der armseligen und zugigen Wohnung eines Hintersassen übernachten, weil die auf Einhaltung ihrer Ordensregel bedachten Mönche des eigentl. als Herberge vorgesehenen Zisterzienserkl.s Haina den überraschten Damen die Aufnahme verweigerten. Friedrich der Weise von Sachsen fand in (Ober- oder Nieder-) Lahnstein überhaupt kein Quartier und mußte in die Nacht hinein rheinabwärts noch nach Koblenz fahren.

Die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit in den Territorien war in den letzten Jahrzehnten des 15. Jh.s von der unmittelbaren Präsenz der Fs.en unabhängiger geworden. Der Fs. wurde bei Bedarf durch Boten informiert und konnte seinerseits den ihn begleitenden Kanzleischreiber mit der Verfertigung etwaiger Antwortschreiben betrauen. Wirtschaftl., religiöses, administratives, polit., dynast. Zentrum konnten getrennt voneinander bestehen und sind von den tatsächl. Aufenthaltsorten des Fs.en zu unterscheiden.

Dennoch blieb die persönl. Anwesenheit des Herrschers von den Zeitgenossen erwünscht. Residenzherrschaft, so zweckmäßig und angenehm sie schien, wurde nur bis zu einem gewissen Grade akzeptiert. Die Ständevertreter in der Mgft. Brandenburg z.B. forderten 1484 ein persönl., unmittelbares Regiment in den einzelnen Landschaften. Auf der Grundlage der vorhandenen Verwaltungsmechanismen und Kommunikationsmöglichkeiten und nicht zuletzt angesichts des Herrschaftsverständnisses von Herrschenden wie Beherrschten war eine Aufgabe der period. Reisetätigkeit undenkbar.

Alte Res.en blieben in der Regel als Verwaltungsmittelpunkte bestehen, deren Ausgliederung eine neue Beweglichkeit des Fs.en zu begründen vermochte. Zudem residierte nicht nur der Fs., auch seine Kinder und Verwandten residierten; sie hatten einen eigenen Hofstaat, eigene Gemächer in oder an der Hauptres. und vertraten den Fs.en bei komplexen Territorien in einzelnen Landesteilen. Die Person des Fs.en wurde durch sie gleichsam vervielfacht.

Auch die Pilgerfahrt wurde fortgeführt: Santiago und Jerusalem, weniger Rom gehörten zu den nahezu obligator. Stationen. V.a. in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s waren zahlr. Fs.en zur Pilgerfahrt ins Hl. Land unterwegs. Andere Reisende erhofften sich im Umfeld von Fs.en bes. Schutz oder eine Steigerung ihres Ansehens. Am stärksten schwoll 1476 die ohnehin große Gruppe von Hzg. Albrecht von Sachsen an: von 104 Personen auf über 230 Personen auf drei Schiffen. Die Reisegruppe des Kfs.en Friedrichs des Weise von Sachsen (1493) umfaßte ca. 100 Personen mit Zuwachs in Venedig auf 189 Personen.

Der Umfang der Reisegesellschaft, der Wunsch nach Komfort und die Notwendigkeit angemessener Repräsentation ließen manche Reise so kostspielig werden, daß bes. Steuern, Anleihen und Verpfändungen notwendig wurden. Das mitreisende Personal (Ärzte, Geistliche, Schreiber, Dolmetscher, Kammerdiener und Knechte, oft mehrere Köche samt Gehilfen, Mundschenken, Barbiere, Musiker und Narren) gewährleistete einen komfortablen Reisestil. Doch die Fs.en trugen diese Kosten nicht unbedingt allein. Die Reisekasse Hzg. Wilhelms III. von Sachsen etwa enthielt 1461 Beiträge, die von Mitreisenden eingezahlt worden waren. Hzg. Bogislaw X. von Pommern traf 1497/98 Vereinbarungen mit seinen Begleitern über eine gemeinsame Börse und über bestimmte Ausgaben, die er daraus für seine gefehrten, nicht aber für alle Mitreisenden übernehmen wollte.

Einige Fürstenreisen waren in Form einer Reise von Hof zu Hof durch Dtl. und Italien organisiert. Die Jerusalemreise fungierte schließl. als Pilgerfahrt und Hofreise zugl. Die Fahrt Hzg. Bogislaws X. von Pommern (1497/98) sollte ihn ursprgl. gar nicht nach Jerusalem führen; er war einem Aufgebot des Kg.s zum Italienzug gefolgt. Neben persönl. Begegnungen mit dem Kg. brachte ihn die Reise in Kontakt zu anderen Fs.en. Welch große Bedeutung einige Fs.en gerade diesen Reiseetappen zumaßen, läßt sich an ihren Reiseberichten ablesen. Die dem Pommernhzg. erwiesenen Ehrungen und Gunstbezeigungen durch Kg., Kg.in und Fs.en hat der Notar Martin Dalmar genau verbucht: Einladungen zur Jagd, zum Turnier, zur Schlittenpartie und zum Tanz mit der Kg.in, Übernahme der Kosten für die Unterbringung der Reisenden und ihrer Pferde, freye außrichtung und zahlr. Geschenke, deren Maß bzw. Wert präzise angegeben wird. Hinter den Schilderungen von Einzügen, Empfängen, Festmählern, Tanzverstanstaltungen und Turnieren tritt der Palästinaaufenthalt oftmals deutl. zurück.

Heidenkampf und Pilgerfahrt aber verschwinden nicht völlig. Die Aufzeichnungen Hzg. Christophs von Bayern (1493) belegen das. Auch Hzg. Bogislaw X. von Pommern (1497/98) ließ am St. Ottenstift Stettin ein Gemälde anbringen, das den Kampf der Pilger gegen die türk. Angreifer zeigte. Bogislaws Orator Johannes von Kitscher, ein sächs. Jurist und Humanist, den der Hzg. von der Reise aus Italien mitgebracht hatte, verfaßte am Hof eine Tragicocomoedia in lat. Sprache; das 1501 gedruckte Werk stilisiert den Hzg. zum Helden im Kampf gegen die Türken.

Pilgerfahrt und Heidenkampf waren erlaubt, erwünscht, mit Ablässen prämiert. Reines Streben nach ritterl. Ruhm (militia, honor, gloria) und die Neugier (curiositas) waren hingegen verpönt. Dennoch tritt jetzt auch die curiositas, die Neugier (das Reisen um des Reisens willen), die auf der Heidenfahrt kaum zu beobachten ist, deutl. hervor. Hzg. Albrecht von Sachsen nutzte 1476 die Reise, um in Venedig einige Bücher zu erwerben. Verzögerungen bei der Abfahrt und unvorhergesehen lange Landaufenthalte wurden zu Besichtigungen genutzt. Hzg. Wilhelm III. von Sachsen harpunierte 1461 bei schönem Wetter von Bord aus einen Delphin und unternahm während einer Windstille mit einigen Begleitern einen Inselausflug. Ein Vergleich von Pilgerberichten zeigt, daß den Sakralhandlungen an den Gnadenorten immer weniger und dafür den durchreisten Räumen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Pilgerberichte fungierten als Reiseführer mit prakt. Informationen sowie als Anleitung zu spirituellem Nachvollzug, als möglichst vollständige Dokumentation der heiligen Stätten und des mit ihrem Besuch erworbenen Ablasses wie auch als Erlebnisbericht; sie dienten der Repräsentation, der Erbauung und Unterhaltung. Hzg. Wilhelm III. von Sachsen (1461) und Kfs. Friedrich der Weise von Sachsen (1493) hatten unter ihren Reiseutensilien Papier und Tinte. Selbstgeschriebene Reiseberichte überliefert sind von Hzg. Friedrich von Österreich, dem späteren Ks. Friedrich III. (1436), von Hzg. Christoph von Bayern (1493) sowie vom Pfgf.en bei Rhein Otto Heinrich (1521). Hzg. Christoph hatte nach eigener Aussage ein weiteres Büchlein direkt als Pilgerführer für Fs.en angelegt.

1550-1650

Weiterhin war mit den Fs.en ein großes Gefolge von Personen aller Stände unterwegs, so 1587 bei der Inspektionsreise Hzg. Heinrich Julius’ von Braunschweig-Wolfenbüttel, der mehrere Herren vom Adel, drei Akademiker, Edelknaben, Trompeter, Furier, Barbier, Apotheker, Einspänner usw. mitnahm. Beim Einzug 1572 in Bremen hatte das Gefolge Ebf. Christophs aus 120, das Hzg. Franz’ I. von Sachsen-Lauenburg aus 100 Personen bestanden; Hzg. Franz hatte zuvor um angemessene Unterkunft gegen Bezahlung gebeten. Die Herren wurden durchweg an den Höfen sowie in privaten Wohnungen und kirchl. Gebäuden (Kl.n) einquartiert, während die Dienerschaft mit einem Strohlager in einfachen Bürgerhäusern, Scheunen, Ställen usw. Vorlieb zu nehmen hatte. Der Empfang in Res.en und in Städten wie z.B. Bremen erfolgte nach einem bestimmten Ritus, der einem Huldigungseinzug ähnelte: Einholung an der Landesgrenze, Ansprache, Spalier in der Stadt, Salutschießen, Trommelschlag, Gastgeschenke, Besichtigung der Sehenswürdigkeiten (belegt 1601 für Moritz von Hessen, 1611 für Otto von Hessen).

Die Pilgerfahrt büßte ihre Aura ein. Die Humanisten ironisierten sie, die Reformatoren griffen sie als den Inbegriff der "Werkheiligkeit" offen an, und auch die Gegenreformatoren haben sie nur halbherzig verteidigt. Um die Mitte des 16. Jh.s hatte die Pilgerfahrt als das maßgebl. Rechtfertigungsmodell für nichtutilitäre Reisen an Bedeutung verloren. Das weiter steigende Mobilitätsbedürfnis suchte sich eine andere Legitimation. Als solche bot der Humanismus die Idee der Bildung an. Als gemeineurop., die staatl. und kirchl. Strukturen übergreifende Bewegung brauchte der Humanismus individuelle Mobilität. Die peregrinatio academica, die aus dem MA vertraute Wanderung zu den Bildungsstätten, wurde ergänzt durch Besuche bei hervorragenden Männern (viri illustres) und durch eine Intensivierung der Briefwechsel. Sehensweise und Ziele änderten sich. Anstelle des Wissens über Heilige und Heiligtümer trat das Wissen von antiker Geschichte, Literatur und Kunst.

Q. Bericht über die Pilgerfahrt Herzogs Johann I. von Cleve nach dem heiligen Lande (1450-51), mitgeteilt von Woldemar Harless, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 35 (1900-01) S. 125-145. – Beschreibung Herzog Bugslaffen des 10. Peregrination nach dem Heyligen Lande. In welcher, wie in einem Diario, alle des H. B. Acten vnd Reisen von einem orth zuhm andern fleissig verzeichnet sind. Durch Martin Dalmar, Notar, welcher allewege mit dabey gewesen, in: Thomas Kantzow’s Chronik von Pommern in Niederdeutscher Mundart. Sammt einer Auswahl aus den übrigen ungedruckten Schriften desselben [...], hg. von Heinrich von Wilhelm Ludwig Böhmer, Stettin 1835 (ND 1973) S. 300-326. – Heyen, Franz-Josef: Kaiser Heinrichs Romfahrt. Die Bilderchronik von Kaiser Heinrich VII. und Kurfürst Balduin von Luxemburg 1308-1313, Boppard 1965/München 1978. – Hieronymus Weller, Gründliche und warhafftige beschreibung Der löblichen und Ritterlichen Reise und Meerfart in das heilige Land nach Hierusalem des Durchlauchtigsten und Hochgebornen Fürsten und Herrn/Herrn Albrechten/Hertzogen zu Sachssen, Leipzig 1586. – Eine Kaiserreise im Jahre 1473. Zeitgenössischer Bericht über Kaiser Friedrichs Reise aus dem östlichen in’s westliche Deutschland. 1473 März bis Dezember, hg. von Karl Schellhass, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Dritte Folge 4.(1893) S. 161-200. – Peter Suchenwirt, Werke, ed. Alois Primisser, Wien 1827. – Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters. Eine analytische Bibliographie, hg. von Werner Paravicini, Tl. 1: Deutsche Reiseberichte, bearb. von Christian Halm, Frankfurt am Main u. a. 1994. – Unvollständiges Tagebuch auf der Reise Kurfürst Friedrich des Weisen von Sachsen in die Niederlande zum Römischen König Maximilian I. 1494, mitgeteilt von Karl von Reitzenstein, in: Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und Altertumskunde 4 (1860) S. 127-137. – Thurnhofer, Franz: Die Romreise des Kurfürsten Ernst von Sachsen im Jahre 1480, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 42. (1921) S. 39-63.

L. Althoff, Gerd: Vom Zwang zur Mobilität und ihren Problemen, in: Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch, Amsterdam 1992 (Chloe. Beihefte zum Daphnis, 13), S. 91-111. – Moraw, Peter: Reisen im europäischen Spätmittelalter im Licht der neueren historischen Forschung, in: Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch, Amsterdam 1992 (Chloe. Beihefte zum Daphnis, 13), S. 113-139. – Nolte, Cordula: Erlebnis und Erinnerung. Fürstliche Pilgerfahrten nach Jerusalem im 15. Jahrhundert, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von Irene Erfen und Karl-Heinz Spiess, Stuttgart 1997, S. 65-92. – Ohler, Norbert: Reisen im Mittelalter, München u.a. 1986. – Paravicini, Werner: Die Preußenreisen des europäischen Adels, Bd. 1: Sigmaringen 1989, Bd. 2: Sigmaringen 1995 (Beihefte der Fancia 17/1 und 17/2). – Paravicini, Werner: Von der Heidenfahrt zur Kavalierstour. Über Motive und Formen adligen Reisens im späten Mittelalter, in: Wissensliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, Bd. 13, hg. von Horst Brunner und Norbert Richard Wolf, Wiesbaden 1993, S. 91-130. – Peyer, Hans Conrad: Von der Gastfreundschaft zum Gasthaus. Studien zur Gastlichkeit im Mittelalter, Hannover 1987 (Schriften der Monumenta Germaniae Historica, 31). – Reichert, Folker: Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart u.a. 2001. – Schimmelpfennig, Bernhard: Romreisen im Mittelalter, in: Reisen und Wallfahrten im Hohen Mittelalter, Göppingen 1999 (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, 18), S. 128-145. – Schwarzwälder, Herbert und Inge: Reisen und Reisende in Nordwestdeutschland. Beschreibungen, Tagebücher und Briefe, Itinerare und Kostenrechnungen, Bd. 1: bis 1620, Hildesheim 1987 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 35). – Spiess, Karl-Heinz: Unterwegs zu einem fremden Ehemann. Brautfahrt und Ehe in europäischen Fürstenhäusern des Spätmittelalters, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von Irene Erfen und Karl-Heinz Spiess, Stuttgart 1997 (Mittelalterzentrum Greifswald), S. 17-36. – Stagl, Justin: Ars Apodemica: Bildungsreise und Reisemethodik von 1560 bis 1600, in: Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch, Amsterdam 1992 (Chloe. Beihefte zum Daphnis, 13). – Streich, Brigitte: Zwischen Reiseherrschaft und Residenzbildung. Der wettinische Hof im späten Mittelalter, Köln u.a. 1989 (Mitteldeutsche Forschungen, 101). – Reisen in reale und mythische Ferne. Reiseliteratur in Mittelalter und Renaissance, hg. v. Peter Wunderli, Düsseldorf 1993.

Abb. 1: Reisewege Karls IV. (1331-78) in Deutschland, nach: Großer Historischer Weltatlas. Zweiter Teil: Mittelalter, hg. vom Bayerischen Schulbuch-Verlag, Red. Josef Engel, 2., überarb. Aufl., München 1979, München 1953, S. 67.

Abb. 2: Fürstenreise. 17. Jahrhundert. Kupferstich von P. Schenk, nach: Schwarzwälder 1987, S. 49.

Heidelore Boecker, Berlin

A. Fortbewegungsmittel / Kutschen

1200-1450

Reiten war Statussymbol und für den Adel von standesdefinierender Bedeutung. Personentransporte in Wagen waren nicht die Regel; nur Gebrechliche und Damen wurden gefahren. Aus dem Ackerwagen ging der Leiterwagen mit Plane hervor, der die Rolle eines einfachen Reisewagens übernahm. Planwagen mit verzierten, vermutl. gedrechselten Speichen sind in der Buchillustration, wie der "Weltchronik" des Rudolf von Ems (um 1250), abgebildet. Seit dem 13./14. Jh. gab es Sonderformen des Reisewagens, Kammer- oder Rüstwagen (für Hausrat, Mobiliar sowie Rüstzeug), Frauen- und Brautwagen (auch Kobelwagen gen.). Der Wagenkasten (Kobel) bestand aus einem festen Boden, auf dem sich ein mehrrippiges tonnenförmiges Gewölbe erhob, das mit textilen oder ledernen Planen ganz oder teilw. bedeckt war. Die Einstiegsöffnungen zur Kobel befanden sich an den Schmalseiten; erst seit der Mitte des 15. Jh.s stieg man an der Langseite ein. Links vor dem kutschersitzlosen Wagen lief das sog. Sattelpferd, von dem aus ein Reiter den Wagen lenkte. Ks. Heinrich VII. soll auf seiner Italienreise 1312/13 eine lange Wagenkolonne aus Kammer- und Kobelwagen für die Frauen des Zuges und zum Transport von Waffen, Zelten, Betten, Kanzlei- und Kücheneinrichtungen, Wandteppichen, Kleidern, Kissen, Decken und vermutl. sogar einen Kapellenwagen mit Altar mit sich geführt haben (vgl. Abb. 1).

Gegen Ende des MA nahm der gefahrene Personentransport zu. Festl. geschmückte Wagen wurden bei feierl. Ein- und Aufzügen, bei Hochzeiten und Begräbnissen eingesetzt, um den Glanz der Veranstaltungen zu heben.

1450-1550

Reiten als Fortbewegungsart verlor an Bedeutung. Aus dem Kobelwagen ging ein Wagentyp hervor, dessen Wagenkasten geschlossen oder halbgeschlossen gefahren wurde. Die Tonnenbügel waren am unteren Ende in einem Drehpunkt fächerartig zusammengefaßt, so daß die Tuch- oder Lederplanen zw. den Bügeln durch Aufrichten derselben gespannt werden konnten.

Die Kutsche, vermutl. eine ungar. Erfindung des 15./16. Jh.s, unterschied sich davon v.a. durch größere Hinterräder, die Aufhängung des rechteckigen Wagenkastens an Riemen (stoßmindernde Wirkung) und den Kutscherbock. Ihr Dach war zunächst auf einen Baldachin reduziert, der von vier Eckpfosten (mitunter zudem von Binnenpfosten) gestützt wurde; später sind auch die Seiten mit Stoff, der von Zierwerk, Holztafeln, Fenster- und Einstiegsöffnungen durchbrochen sein konnte, geschlossen worden.

Die bequemer werdende Ausstattung und prachtvollere Verzierung der Wagen deutete auf den Rang der Besitzer hin. Zudem konnten Wappen als Zeichen der Legitimation angebracht sein: Der reich vergoldete und mit roter Farbe abgesetzte Krönungswagen Ks. Karls V. (Aachen, 1520) war mit rotem Samt, goldenen Fransen und reichen Stickereien versehen. Der Ks. saß unter einem, von zwei marmorierten Säulen getragenen, roten Baldachin. Die Räder des Wagens liefen in Scheiben, die den ksl. Adler, auf Goldstoff mit schwarzer Seide gestickt, zeigten.

Vergoldungen und reiche Farben prägten das Bild der Wagen und Kutschen: Die Gemahlin des Kfs.en Joachim I. von Brandenburg fuhr 1509 zu einem Turnier in Ruppin in einem vergoldeten Wagen, begleitet von zwölf Damen ihres Gefolges in mit scharlachroten Stoffen ausgeschlagenen Wagen. Den Damen des bayer. Hofes zur Zeit Hzg.in Jakobäas (1522 vermählt mit Hzg. Wilhelm V.) standen ein vergoldeter Frauenkobel und drei Frauenzimmerwagen, von denen einer ebenfalls vergoldet war, zur Verfügung (vgl. Inventar der bayer. Hofkarossen, 1600). Über Hzg. Albrecht von Preußen, den seine Gemahlin auf Reisen gelegentl. begleitete, ist durch den Chronisten Michael Herzog aus Thorn überliefert, daß beide 1530 in einem mit goldenem Zierrat behangenen Wagen, dazu 300 Pferden und 36 anderen Wagen in Krakau einzogen.

Aus den Res.en sind neben prachtvoll repräsentativen aber auch eher prakt. zu nutzende Wagen bekannt: In der Hofordnung Hzg. Albrechts des Beherzten von Sachsen (ca. 1470-80) unterscheidet man neben einem hzgl. Wagen Kammer- und Küchenwagen. Für Hzg. Albrecht von Mecklenburg sollte jederzeit ein Kammerwagen mit vier Pferden und dem Wagenknecht bereitstehen; der Kaplan, ein Barbier und der Schneider sollten bei Reisen des Hofes gemeinsam auf einem Kammerwagen fahren (vgl. Hofordnung von 1524).

Bequemere Reisewagen kamen erst im 16. Jh. auf. Jetzt vollzog sich auch der Wandel vom alten Frauenkobel zum neuen, auch für Männer gesellschaftsfähigen Wagen. Die (ungar.) Kutschen, oft schwarz und mit (zum Teil ausladenden) Klappverdecken, dienten als zwei- und viersitzige Reisewagen. Auch Ks. Maximilian II. (reg. 1564-76) z.B. benutzte Wagen dieser Art für mehrere Städtereisen.

1550-1650

Die weite Verbreitung verdankten Wagen und Kutschen bei Hofe auch ihrer wachsenden Bequemlichkeit. Hzg. Julius von Braunschweig-Lüneburg versuchte, die weitere Verbreitung des Fahrens im Wagen unter seinen Lehensleuten und Rittern 1588 durch Verbot zu verhindern, weil es die männl. Tugend-, Redlich-, Tapfer-, Ehrbar- und Standhaftigkeit beeinträchtige; er befahl ihnen, zum Hofdienst nur zu Pferd zu erscheinen. Später bemühten sich auch andere regierende Fs.en, so Mgf. Johann Friedrich von Brandenburg (1607), dem Adel vom Kutschefahren abzuraten.

Trotz Interventionen gewann das Gefahrenwerden an Bedeutung. Eine standesgemäße Differenzierung erfolgte nun nicht mehr zw. getragen und geritten, sondern zw. getragen und gefahren: Auf einem Holzschnitt des 16. Jh.s z.B. ist ein schwerer Reisewagen abgebildet, den der sächs. Kfs. Johann Friedrich der Großmütige 1552 benutzt haben soll, nachdem er von – dem in einer Sänfte getragenen – Ks. Karl V. verabschiedet worden war.

Repräsentative Kutschen und Wagen verliehen ihrem Besitzer persönl. Ansehen und gesellschaftl. Prestige. So wurden Kutschen auch als Geschenk verehrt: Hzg. Albrecht von Preußen ließ 1562 durch seinen frz. Faktor dem Kg. und seiner Mutter, Katharina von Medici, elf Pferde und eine Kutsche übergeben, wofür sich die Beschenkten mit der Erteilung von Handelsprivilegien und einer reich verzierten Sänfte samt vier Mauleseln bedankten. 1592 ließ Kfs. Wilhelm V. eine sog. Kaiserkutsche, vermutl. eine Art Reisewagen, für seinen Bruder, Hzg. Ernst, Ebf. und Kfs. von Köln, anfertigen. Hzg. August d.J. von Braunschweig-Lüneburg bestellte im Mai 1615 einen Kutschwagen mit hängendem Wagenkasten als Weihnachtsgeschenk für seine Gemahlin. Er sollte sechsspännig gefahren werden und ausgestattet sein, wie es für Fs.en angebracht sei (z.B. wie der Brautwagen des Pfgf.en von Neuburg, 1613), außen mit schwarzem Leder, innen mit schwarzem Samt, die Eisenstangen möglichst versilbert. Er sollte sechs Personen Platz bieten und für breite und enge Gleise geeignet sein (was bezeugt, daß die Wagenspurbreite zw. den einzelnen Territorien nicht genormt war). Zur Ausstattung sollten zudem zwei Öllampen gehören, wie man sie an Kutschen- oder Betthimmel hänge.

Vermutl. gehörte nun das prunkvoll-elegante Gefährt zum feierl. Ereignis wie das kostbare Gewand: Zur repräsentativen Ausstattung großer Prunkwagen wurden neben Vergoldungen roter, blauer und häufig schwarzer, in Gold und Silber bestickter Samt oder widerstandsfähigeres, vermutl. gepunztes, in sich gemustertes Leder verwandt, um eine ähnl. Wirkung wie mit der textilen Bespannung zu erreichen.

Wappen schmückten, und sie legitimierten den Besitzer der Kutsche: An einem Brautwagen (2,47 m hoch, 4,92 m lang, 2,04 m breit) aus der Zeit um 1560 waren die Wappen von Braunschweig-Lüneburg und Dänemark angebracht worden, die von die vergoldeten Kipfen (Stützen der vorderen Radachse) bekrönenden Löwen gehalten werden. Der mit Beschlagwerk verzierte, vergoldete, teils polychrom gefaßte Sitzkasten wiederholte an der Schmalseite vorn das Wappen von Braunschweig-Lüneburg, hinten das von Dänemark. Vier schräggestellte Balustersäulchen, die den Sparrenhimmel tragen, und Zierbänder an den Dachrippen, die mit Ornamenten aus Pappmaché versehen sind, schmücken den Wagen zudem. Seitl. der Mitteltüren aufgesetzte Schnitzereien wirken wie Sichtblenden (Abb. 2). Diesen Wagen, den vermutl. Prinzessin Dorothea von Dänemark 1561 als ihren Brautwagen mitgebracht hatte, nutzte erneut ihre Tochter Margarethe von Braunschweig-Lüneburg zu ihrer Hochzeit, 1599, mit Hzg. Johann Casimir von Coburg-Gotha (reg. 1586-1633). Den 1586 in Sachsen entstandenen Brautwagen von Hzg. Casimirs erster Gemahlin, Prinzessin Anna von Sachsen, schmücken an den Kipfenpaaren aufgesetzte Löwen und eine mächtige Wappenkartusche.

Aber auch Anzahl und Farbe der vorgespannten Pferde scheinen standesdefinierende Symbolik angenommen zu haben: Eine Stichfolge über die Hochzeit des späteren Hzg.s Wilhelm V. mit Renata von Lothringen am bayer. Hof 1568, zeigt den von sechs Schimmelhengsten gezogenen Brautwagen, der ein Geschenk des Bräutigams war. Es handelte sich dabei um einen eher konservativen, hängenden Brautkobel, bei dem vier an den Kastenecken sitzende vergoldete Löwen Wappen hielten. Der Wagen war mit rotem, goldenem und mit Laubwerk-Goldstickerei verziertem Tuch verkleidet. Im tonnenförmigen rotsamtenen Himmel stand eine in Gold gestickte Sonne. Die roten Geschirre mit vergoldeten Spangen und die rotsamtenen Schabracken der Pferde erhöhten den Prunk des Gefährts. Dem Brautwagen folgten schwarzsamtene, zum Teil mit silbernen und goldenen Stücken verbrämte Wagen der Hofgesellschaft (der Zeitgenosse Heinrich Wirre hat diesen prachtvollen Aufzug, und die wohl zeitgenöss. Arbeit der Wagner, Holzschnitzer und anderer am Bau Beteiligter, in einem Gedicht gelobt).

Die mobile Ausstattung von Wagen und Kutschen konnte verschieden kostspielig sein: In der Münchener Res. wurden für Hzg. Maximilian I. kostbar ausgestattete Sesselkutschen (ab um 1600 als solche bezeichnet) als persönl. Leibwagen bereitgestellt, in die samtüberzogene, atlassene, bestickte, aber auch zusammenklappbare Sessel (wie sie z.B. auch 1635 in Wien angefertigt wurden) als Sitzmöbel hineingestellt wurden. Anderen Zierrat nennt die Hofordnung Hzg. Johann Friedrichs von Pommern, 1575: Die herrschaftl. Wagen mit Kummet, Schellen, Zäumen, Wagentüchern u.a. sollten gut gepflegt werden, damit sie nicht verstockten, nichts zerbräche oder gestohlen werde und sie allzeit reisebereit seien.

Die textile Ausstattung des Kutscheninneren war oft nicht fest installiert. Vermutl. war dann die ganze Staffierung auswechselbar, um das Gefährt dem Rang des Benutzers oder einem bestimmten Anlaß entspr. ausstatten zu können, so auch bei den sog. Kaiserkutschen, die als eigentl. Hofkutschen in der Regel für Beamte, Kammerherrn, Frauen und weniger hochrangige Gäste und Gesandte verwandt wurde, praktiziert wurden. Diese Kutschen bestanden aus einem großen gehängten Wagenkasten, dessen Wände mit strapazierfähigem Leder überzogen waren. Innen waren sie mit Sitz- und Lehnpolstern (keinen Sesseln) ausgestattet. Sie fanden v.a. bei Überlandfahrten Verwendung, wie z.B. bei der Einholung von Gesandten und Besuchern des Hofes. 1635 traf so z.B. der Mgf. von Baden in München ein, dem man, weil er auf dem Wasserweg angereist war, eine Kutsche entgegenschickte, um ihn in die Res. zu geleiten.

Die ersten Glasfenster besaß vermutl. auch der vergoldete und rotsamtene Brautwagen, den Maria Anna, eine in Graz geborene Ehzg.in, zu ihrer Hochzeit mit Kfs. Maximilian I. 1635 an den Münchner Hof mitbrachte.

Wagen und Kutschen dieser Zeit waren verschiedener Herkunft: Neben den durch Heirat mitgebrachten Brautkutschen kamen die durch Musterbücher und Reiseberichte bekannten z.B. ital. und anderen Wagentypen durch Kauf im Ausland in Gebrauch. So erstand Hzg. Friedrich I. von Württemberg über einen Gesandten 1595 eine engl. Kutsche in London. Am bayer. Hof standen um 1600 aber auch vier Kaiserkutschen aus einheim. Produktion (vgl. Inventar von 1603) zur Verfügung.

Für bes. Festaktivitäten bei Hofe konnten Wagen und Kutschen auch allegor. drapiert werden. Das höf. Fahrzeug wurde in seiner Fortbewegungsart dabei so verschleiert, daß der Gebrauch des ursprgl. nicht angemessenen Fortbewegungsmittels erst recht mögl. wurde. Diese renaissancetyp. Erinnerung an den antiken Triumphwagen erleichterte so zudem das Umsteigen vom Pferd auf die Kutsche. Antikisierend gestaltet war z.B. auch der Krönungswagen Ks. Maximilians I.

Auch wenn das Gefahrenwerden immer übl. wurde, ritt Ks. Ferdinand II. selbst 1622 unter einem vom Doppeladler bekrönten Baldachin zum Regensburger Kurfürstentag ein. Seine Gemahlin Eleonore dagegen folgte ihm allein in ihrer pavillonartigen Kutsche altmod. Typs, der drei weitere Kutschen für die Hofdamen folgten. Erst seit dem Friedenskongreß in Münster, 1648, erfuhr der Personenwagen die eigentl. Aufwertung zu einem Instrument polit.-diplomat. Funktion, bei dem die prunkvolle Dekoration ein Gradmesser fsl. Autorität war.

Q. Der Briefwechsel zwischen Philipp Hainhofer und Herzog August d.J. von Braunschweig-Lüneburg, bearb. von Ronald Gobiet, München 1984. – Deutsche Hofordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts, hg. von Arthur Kern. Erster Band: Brandenburg, Preußen, Pommern, Mecklenburg. 2. Bd.: Braunschweig, Anhalt, Sachsen, Hessen, Hanau, Baden, Württemberg, Pfalz, Bayern, Brandenburg-Ansbach, Berlin 1907 (Denkmäler der deutschen Kulturgeschichte, hg. von Georg Steinhausen. Zweite Abteilung: Ordnungen. Deutsche Hofordnungen, I und II). – Schwarzwälder, Herbert und Inge: Reisen und Reisende in Nordwestdeutschland. Beschreibungen, Tagebücher und Briefe, Itinerare und Kostenrechnungen, Bd. 1: Bis 1620, Hildesheim 1987.

L. Berns, Jörg Jochen: Die Herkunft des Automobils aus Himmelstrionfo und Höllenmaschine, Berlin 1996. – Krebs, Rudolf: Fünf Jahrtausende Radfahrzeuge. 2 Jahrtausende Straßenverkehr mit Wärmeenergie. Über 100 Jahre Automobile, Berlin u.a. 1994. – Tarr, László: Karren, Kutsche, Karosse, 2. erw. Aufl., Berlin 1978. – Schadendorf, Wulf: Zu Pferd, im Wagen, zu Fuß. Tausend Jahre Reisen, Passau 1959 (Bibliothek des germanischen Nationalmuseums Nürnberg zur deutschen Kunst- und Kulturgeschichte, 11). – Wackernagel, Rudolf: Zur Geschichte der Kutsche bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, in: Rad, Achse, Wagen. Fünftausend Jahre Kultur- und Technikgeschichte, hg. von Wilhelm Treue, Göttingen 1986, S. 197-235. – Wackernagel, Rudolf: Eine kurze Wagenbaugeschichte, in: Staats- und Galawagen der Wittelsbacher. Kutschen, Schlitten und Sänften aus dem Marstallmuseum Schloß Nymphenburg, Bd. 2: Staats- und Galawagen der Wittelsbacher, hg. von Rudolf Wackernagel, o.O. 2002, S. 9-44.

Abb. 1: Frauenzimmerwagen mit kobelförmigem Wagenaufbau, Südwestdeutsch um 1360, Zürich, Zentralbib-liothek, nach: Haupt, Herbert: Der Wagen im 14. Jahrhundert, in: Aus dem Leben gegriffen. Beiträge und Katalog zur Ausstellung, hg. von Mamoun Fansa, 2. verb. Aufl., Oldenburg 1995, S. 158.

Abb. 2: Prunkwagen der Prinzessin Dorothea von Dänemark, um 1560, Veste Coburg, Inv.-Nr. XII/3, nach: Kunstsammlungen der Veste Coburg. Ausgewählte Werke, 2. überarb. Aufl., Coburg 1978, S. 46.

Dagmar Boecker, Basel

 

A. Institutionen / Münze

Das Münzrecht zählte zu den Regalien, durch deren Bündelung mit weiteren Einzelrechten die Landesherrschaft während des 16. Jh.s entstand. Die Münzprägung war für die Herrschaftsfinanzierung durch den Schlagschatz von hoher Bedeutung. Neben der fiskal. Nutzung hatten die Münzherren an eigenen Prägungen aber auch wg. der massenhaften Verbreitung der Münzbilder als Mittel der Herrschaftsrepräsentation bes. Interesse.

Das Münzrecht konnte in der Karolingerzeit durch die Münzreformen Karls des Großen in kgl. Hand vereinigt werden. Mit den Reformen gelang auch die Durchsetzung des karoling. Pfundes (libra) als Gewichtseinheit, die in 12 solidi bzw. 240 denarii unterteilt wurde. Bei den beiden ersteren handelte es sich allerdings ausschließl. um Rechenwährungen. Bis zum 14. Jh. im Reichsgebiet sind ledigl. der Pfennig (denarius) und in geringerem Umfang dessen Halbwert (obolus) ausgeprägt worden. Das Münzrecht wurde im weiteren Verlauf bereits von Ludwig dem Frommen 833 (Kl. Corvey) und 834/45 (Ebm. Hamburg) erneut verliehen. Insg. 13 Verleihungen in karoling. stehen (inklusive Fälschungen) 80 in liudolfing. und über 65 in sal. Zeit gegenüber, die ganz überwiegend an geistl. Empfänger gingen. Nicht immer wurde das Prägerecht in der Praxis auch ausgeübt; andererseits sind Münzen von zahlr. Prägestätten bekannt, die über keine Privilegien verfügten. Es handelt sich dabei u.a. um Prägungen der Stammeshzg.e von Schwaben und Bayern, die offenbar ebenso wie der Kg. von Amts wg. das Münzrecht besaßen. Seit dem Ende des 10. Jh.s treten auch gfl. Prägungen auf, in größerer Anzahl allerdings nur in Niederlothringen und Sachsen. Unter den regionalen Pfennigmünzen, die auf diese Weise entstanden, entwickelte sich der Kölner Pfennig zur am weitesten verbreiteten Währung, deren herausragende Bedeutung im Reichsgebiet bis zum Sieg der Stadt über den Ebf. 1288 fortbestand. Trotz der weit entwickelten Regionalisierung des Münzwesens existierte bis zum Verzicht Friedrichs II. 1220 und 1232 in den Fürstenprivilegien zumindest theoret. das Recht des Kg.s, überall im Reich Münzstätten anlegen zu können. Im Mainzer Reichslandfrieden von 1235 sind dann aber auch Bestrebungen zur Begrenzung der Rechte der Rfs.en und der Anzahl ihrer Münzstätten im Reich erkennbar, indem Friedrich die Schließung derjenigen Prägestätten forderte, die nach dem Tod Ks. Heinrichs VI. errichtet worden waren. Die Einführung von Großsilber- und Goldmünzen bot seit dem 14. Jh. Gelegenheit sowohl zum Prägen repräsentativerer Münzen als auch zum erneuten Versuch des Kgtm.s, durch die Verleihung des Rechts zur Goldmünzenprägung die Kontrolle über das Münzwesen im Reich wiederzuerlangen. Die frz. Turnosengroschen, deren Prägebeginn in das Jahr 1266 dat., wurden in den westl. Gebieten des Reiches seit 1328 nachgeprägt. Im mitteldt. Raum erlangte der Prager Groschen, der seit 1300 ausgebracht wurde, schnell eine bedeutende Stellung. In Anlehnung an dessen Münzbild entstanden Meißner Groschen ab 1338/39 in Freiberg. 1340 erhielten die Städte Frankfurt und Lübeck das Recht, Gold auszumünzen, während Kurköln ebenfalls zu prägen begann, aber erst 1346 ein entspr. Privileg erhielt. Gleichzeitig erlangte auch der Trierer Kfs. die Erlaubnis zur Prägung von Goldgulden, die allerdings dahingehend eingeschränkt war, daß die Stücke im Namen des Kg.s auszubringen waren. Seit 1349 prägte ebenfalls das Ebm. Mainz Goldgulden, 1354 folgte die Pfgft. bei Rhein. In Böhmen wurden bereits seit 1325 Goldgulden nach Florentiner Vorbild geprägt, das Karl IV. um 1350 aufgab. Die Verleihung des Prägerechts für Goldmünzen an alle Kfs.en in der Goldenen Bulle von 1356 hatte mithin meist nur noch bestätigende Wirkung und war in gewisser Hinsicht überholt, da seit 1350 bzw. 1357 auch die Hzm.er Kleve und Jülich diese Münzen prägten. Seit 1386 wurde die Goldmünzenprägung im Reich von den rhein. Kfs.en dominiert, die den Versuch Kg. Sigismunds, ab 1418 in einigen Reichsstädten eine konkurrierende Reichsgoldprägung zu etablieren, durch gezielte Gegenmaßnahmen unterbinden konnten. Die Durchsetzung der territorialen Münzhoheit gelang im Reich zu unterschiedl. Zeitpunkten: Ebf. Balduin von Trier erreichte sie schon 1310, während das Bremer Erzstift sie zwar seit 1423 beanspruchte, jedoch erst 1497 erreichen konnte. Die Münzrechte der Rfs.en wurden oftmals durch die Münzaufsichtsrechte der Städte, im Falle der geistl. Rfs.en häufig auch der Domkapitel, bzw. eigene städt. Münzrechte eingeschränkt: Bereits 1111 räumte Ks. Heinrich V. den Speyerer Bürgern ein Mitspracherecht an der bfl. Münzprägung ein, und 1252 verhalf Albertus Magnus mit seinem Schiedsspruch der Stadt Köln im Streit mit dem Ebf. dazu, daß nur beim Amtsantritt eines neuen Ebf.s auch eine neue Münze geprägt werden durfte. Die Auseinandersetzungen mit den Städten führten dazu, daß der Münzgewinn im Verlauf des 14. Jh.s durch die Einführung von indirekten Steuern als herrscherl. Einkunftsquelle ersetzt wurde.

Mit der ersten Reichsmünzordnung von 1524 ging die Kontrolle des Münzwesens an die Reichskreise über. Die reichsweite Umsetzung dieser Ordnung ebenso wie der Reichsmünzordnungen von Augsburg 1551 und 1559 ließ jedoch zu wünschen übrig, da die rhein. Kfs.en ebensowenig auf ihren Goldgulden verzichten wollten wie Sachsen auf seine Talergepräge. Darüber hinaus wurde eine Einigung durch die unterschiedl. Interessen zum einen derjenigen Stände erschwert, die Edelmetall in eigenen Bergwerken gewinnen konnten, und zum anderen der Stände, die ihr Münzmetall auf dem Markt aufkaufen mußten. Schließl. verboten die Reichsmünzordnungen auch vielfach vergebl. die Verpachtung der Münzstätten an Unternehmer. Abrechnungen, die diese Praxis bezeugen, sind etwa für Regensburg zw. 1523 und 1572 aufgearbeitet. Erst 1566 bzw. 1570/71 konnte eine langfristigere Lösung abgeleitet werden, die freilich in den Wirren der Kipper- und Wipperzeit zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges vorübergehend unterging, offiziell aber bis zum Ende des Alten Reiches fortbestand. Der Westfälische Frieden brachte 1648 die endgültige Festlegung, daß sämtl. Fs.en und Stände des Reichs in ihren Regalien von niemandem beeinträchtigt werden können, also auch das Münzrecht uneingeschränkt nutzen dürfen sollten (I.P.O. Art. 8 § 1). Dies ging auch in die Staatsrechtstheorie ein: Samuel von Pufendorf stellte 1667 fest, daß den Ständen das Recht zustehe, Münzen zu prägen wie auch alles sonst für die Regierung eines Staates Notwendige zu tun (Kap. 5 § 28).

Das Münzpersonal konnte in großen Münzstätten sehr umfangreich. sein. Die einzelnen Tätigkeitsbereiche etwa in der Münzstätte Wien Mitte des 15. Jh.s waren daher stark differenziert. So gab es außer dem Münzmeister, der für die techn. Leitung und Verwaltung der Münzstätte zuständig war und zudem die Münzgerichtsbarkeit ausübte, noch den notarius monetae als Vertreter des Landesherrn. Die eigentl. Herstellung der Münzen wurde von Versuchern (Überprüfung des Feingehalts), Gießern (Einschmelzen des Münzmetalls), Zain- (Aushämmern der Metallstangen in Münzdicke), Schrot- (Ausschneiden der Schrötlinge) und Setzmeistern (Prägung) durchgeführt. Die Wiener Münzstätte mag Vorbild für die vereinfachte Darstellung im ‚Weißkunig‘ sein, die den jungen Maximilian bei deren Besuch zeigt (Abb. 1); Kenntnisse über das Geldwesen waren dem ‚Weißkunig‘ zufolge wichtiger Bestandteil der Bildung nicht nur eines Ks.s, da die Münzprägung zur Vermehrung von dessen Kammergut beitrage. In Wien ist darüber hinaus ein Phänomen feststellbar, das im übrigen für Bischofsstädte typ. ist: Die Existenz von Münzerhausgenossen, deren Herkunft aus der bfl. Ministerialität im 12./13. Jh. anzunehmen ist, und denen vom Münzherrn die Münztätigkeit übertragen war. Im Gegenzug mußten die Hausgenossen den Münzgewinn bereits vor der Ausprägung der Münzen vorfinanzieren. Durch solche zinslosen Kredite wurden Hausgenossen und Münzmeister oftmals Gläubiger des Prägeherrn, was sich in einer verbesserten Stellung bei Hofe äußern konnte. So läßt sich der Aufstieg in den Hof- und Verwaltungsdienst ebenso nachweisen wie die Ausstattung der Münzmeister mit Hofkleidung, etwa in Hessen seit 1494. Andererseits übte auch der Münzherr direkten Einfluß auf die personelle Besetzung des Münzmeisteramts und die Zusammensetzung der Hausgenossenschaften aus, wie bspw. 1339 Hzg. Heinrich XIV. auf die Regensburger Hausgenossen. Im Deutschordensgebiet wurden die Münzmeister seit dem ausgehenden 14. Jh. dem Hochmeister direkt unterstellt. Vor 1410 stand die Münze dem Hochmeister ähnl. wie die Treßlerkasse zur Verfügung, um mit deren Geld Waren einzukaufen, Gesandtschaften zu bezahlen und polit. Zwecke zu verfolgen. Entsprechend ist v.a. nach 1404 vielfach belegt, daß der Thorner Münzmeister Wein, Holz, Mühlsteine und Metalle zur Marienburg liefern ließ. Ähnl. erledigte der Freiberger Münzmeister und Wechsler Nickel Monhoubt ebenfalls die allg. Anschaffungen des sächs. Hofes. Trotz dieser oftmals engen Beziehungen zum Hof dürften Fälle wie der des Schwabacher Münzmeisters Hans Rosenberger († 1510), der seine Tochter mit dem Bamberger Kanzler verheiraten konnte, eher Ausnahme als Regel gewesen sein. Viel häufiger waren die Münzmeister Angehörige des Patriziats der Städte, deren Räten sie wiederholt angehörten und nicht selten auch einen Bürgermeister stellen konnten. Im Fall des Deutschen Ordens läßt sich allerdings erkennen, daß seit 1391 die Münzmeister unter den Ordensbrüdern rekrutiert wurden, während sie noch zuvor ausnahmslos den Stadtgemeinden angehört hatten. Die Stellung der Münzmeister zw. Stadt und Münzherrn brachte vielfach Probleme mit sich, z.B. im Fall der Münzmeister des Hochstifts Regensburg im 16. Jh., die zwar bfl. Herrschaft unterstanden, aber auch ihren stadtbürgerl. Pflichten nachkommen sollten, da sie in einem städt. Haus arbeiteten und wohnten. Daher überlegte man, die Münzstätte in den Bischofshof zu verlegen. Die häufige Lage der Münzstätten in direktem architekton. Zusammenhang mit den Res. en läßt sich so erklären.

Das Prägebild der Münzen wurde nicht selten durch den Prägeherrn persönl. festgelegt, wie dies u.a. Landgf. Wilhelm von Hessen 1506 für die Ausprägung von Goldgulden tat, die auf der Vorderseite die hl. Elisabeth, darum die Inschrift Deum solum adorabis, und auf der Rückseite das lgfl.e Wappen mit Inschrift Wilhelmus dei gratia landgravius Hassiae zeigen sollten (Regesten Hessen 2/1 Nr. 1666). Exemplar. wird an dieser Prägung die repräsentative Funktion der Münzen deutlich: Die Erinnerung an die Heilige aus dem eigenen Haus, das Wappen und der Name des Herrschers finden sich verbunden mit dem Hinweis auf das Herrschaftsverständnis (Gottesgnadentum) auf engstem Raum dargestellt (vgl. Abb. 2).

Die Münzprägung erfolgte bis in die Frühe Neuzeit hinein per Hand in Form der Hammerprägung mit Ober- und Unterstempel. Seit dem 13./14. Jh. wurden die Münzstempel zunehmend mit Hilfe von Punzen hergestellt. Ab dem 15. Jh. traten dann Patrizen für kleinere Münzstempel bei der wohlorganisierten Stempelproduktion des Rheinischen Münzvereins auf, für dessen Vertragspartner seit 1425 ein einziger Stempelschneider die Prägeeisen fertigte. Durch die Prägung von Silbermünzen als Wertäquivalent des Goldgulden, die mit den "großen Groschen" Hzg. Sigismunds von Tirol i.J. 1484 einsetzten und aufgrund des Durchmessers einen hohen Prägedruck erforderl. machten, wurden techn. Innovationen im Münzbetrieb notwendig. Um 1550 entwickelte der Augsburger Goldschmied Marx Schwab die Walzenprägung, bei der die Münzen zw. zwei mittels Wasserkraft angetriebenen Walzen geprägt wurden. Diese Erfindung erregte nicht nur am Hof Kg. Heinrichs II. von Frankreich Aufsehen, sondern ließ 1577 auch zwei venezian. Gesandte voller Bewunderung von der effektiven Münzstätte in Hall sprechen. 1615 konnte die Prägetechnik durch die Erfindung des Balanciers, einer Spindelpresse, nochmals verbessert werden. Obwohl die neue Münztechnik ein viel repräsentativeres Gepräge ermöglichte, wurde sie zunächst nur in der Medaillenprägung eingesetzt, da von Seiten der Münzangestellten etwa in Kremnitz energisch gegen die damit einhergehende Rationalisierung protestiert wurde.

Q. Hirsch, Johann Christoph: Des Teutschen Reichs Münz-Archiv, 8 Bde., Nürnberg 1756-1766 – Jesse, Wilhelm: Quellenbuch zur Münz- und Geldgeschichte des Mittelalters, Halle 1924 [ND Aalen 1983]. – Regesten der Landgrafen von Hessen, Bd. 2: Regesten der landgräflichen Kopiare, bearb. von Karl E. Demandt, Marburg 1990 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 6). – Pufendorf, Samuel von: Die Verfassung des Deutschen Reiches, hg. von Horst Denzer, Frankfurt am Main 1994 (Bibliothek des deutschen Staatsdenkens, 4). – Weinrich, Lorenz: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250, 2. Aufl., Darmstadt 2000 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 32). – Weinrich, Lorenz: Quellen zur Verfassungsgeschichte des Römisch-Deutschen Reiches im Spätmittelalter. 1250-1500, Darmstadt 1983 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 33). – Der Westfälische Friede. Ein Gedenkbuch zur 250jährigen Wiederkehr des Tages seines Abschlusses am 24. Oktober 1648, hg. von Friedrich Philippi, Münster 1898.

L. Berghaus, Peter: Die Münzpolitik der deutschen Städte im Mittelalter, in: Finances et comptabilité urbaines du XIIIe au XVIe siècle. Colloque International, Blankenberge 6-9 IX 1962), Brüssel 1964 (Pro Civitate. Collection Histoire, 7), S. 75-85 [ND in: Berghaus, Peter: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik, hg. von Gert Hatz, Peter Ilisch und Bernd Kluge, Osnabrück 1999, S. 281-295]. – Berghaus, Peter: Die Ausbreitung der Goldmünze und des Groschens in deutschen Landen zu Beginn des 14. Jahrhunderts, in: Numismatický Sborník 12 (1971/72) S. 211-237 [ND in: Berghaus, Peter: Denar – Sterling – Goldgulden. Ausgewählte Schriften zur Numismatik, hg. von Gert Hatz, Peter Ilisch und Bernd Kluge, Osnabrück 1999, S. 327-353]. – Christmann, Thomas: Das Bemühen von Kaiser und Reich um die Vereinheitlichung des Münzwesens. Zugleich ein Beitrag zum Rechtsetzungsverfahren im Heiligen Römischen Reich nach dem Westfälischen Frieden, Berlin 1988 (Schriften zur Rechtsgeschichte, 41). – Emmerig, Hubert: Die Regensburger Münzerhausgenossenschaft im 13. und 14. Jahrhundert, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 130 (1990) S. 7-170. – Emmerig, Hubert, Kozinowski, Otto: Die Münzen und Medaillen der Regensburger Bischöfe und des Domkapitels seit dem 16. Jahrhundert. Münzgeschichte und Variantenkatalog, Stuttgart 1998 (Süddeutsche Münzkataloge, 8). – Grundner, Michael: Die Münzstätte Wien im 15. Jahrhundert. Organisation und Verwaltung im Spiegel spätmittelalterlicher Handschriften, Diplomarbeit masch. Univ. Wien 2003. – Hess, Wolfgang: Die mittelalterliche Münztechnik, in: Europäische Technik im Mittelalter. Tradition und Innovation. Ein Handbuch, hg. von Uta Lindgren, Berlin 1996, S. 137-143. – Ilisch, Peter: Münzmeister in Deutschland 1400-1500, in: Later Medieval Mints. Organisation, Administration and Techniques. The Eigth Oxford Symposium on Coinage and Monetary History, hg. von Nicholas J. Mayhew und Peter Spufford, Oxford 1988 (British Archaeological Reports. International Series, 389), S. 159-201. – Ilisch, Peter: Imitations of gros tournois from north of the Alps, in: The Gros Tournois. Proceedings of the Fourteenth Oxford Symposium on Coinage and Monetary History, hg. von Nicholas J. Mayhew, Oxford 1997 (Royal Numismatic Society. Special Publication, 31), S. 105-117. – Jesse, Wilhelm: Die deutschen Münzer-Hausgenossen, in: Numismatische Zeitschrift 63 (1930) S. 47-92. – Jesse, Wilhelm: Probleme und Aufgaben der Münzmeisterforschung, in: Hamburger Beiträge zur Numismatik 9/10 (1955/56) S. 31-60. – Kluge, Bernd: Deutsche Münzgeschichte von der späten Karolingerzeit bis zum Ende der Salier (ca. 900 bis 1125), Sigmaringen 1991 (Römisch-Germanisches Zentralmuseum. Monographien, 29). – Kluge, Bernd: Umrisse der deutschen Münzgeschichte in ottonischer und salischer Zeit, in: Fernhandel und Geldwirtschaft. Beiträge zum deutschen Münzwesen in sächsischer und salischer Zeit. Ergebnisse des Dannenberg-Kolloquiums 1990, hg. von Bernd Kluge, Sigmaringen 1993 (Römisch-Germanisches Zentralmuseum. Monographien, 31 = Berliner Numismatische Forschungen. NF, 1), S. 1-16. – Löning, George A.: Das Münzrecht im Erzbistum Bremen, Weimar 1937 (Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit, 7:3). – Mäkeler, Hendrik: Nicolas Oresme und Gabriel Biel. Zur Geldtheorie im späten Mittelalter, in: Scripta Mercaturae 37 (2003) S. 56-94. – Tucci, Ugo: Die Mechanisierung der Münzprägung und die Münze von Venedig, in: Wirtschaftskräfte und Wirtschaftswege. Festschrift für Hermann Kellenbenz, hg. von Jürgen Schneider, Stuttgart 1978 (Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte, 4), hier Bd. 1: Mittelmeer und Kontinent, S. 709-729. – Volckart, Oliver: Die Münzpolitik im Ordensland und Herzogtum Preußen von 1370 bis 1550, Wiesbaden 1996 (Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien, 4). – Weisenstein, Karl: Das kurtrierische Münzwesen vom Beginn des 14. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Auch ein Beitrag zur Geschichte des Rheinischen Münzvereins, Koblenz 1995 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Historische Hilfswissenschaften, 3). – Weisenstein, Karl: Die Münzpolitik der Rheinischen Kurfürsten (Rheinischer Münzverein) unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse von Reich und Städten, in: Währungsunionen. Beiträge zur Geschichte überregionaler Münz- und Geldpolitik, hg. von Reiner Cunz, Regenstauf 2002 (Numismatische Studien, 15), S. 105-143.

Abb. 1: Der junge Maximilian beim Besuch einer Münzstätte. Im Vordergrund sind Schrot-, Zain- und Setzmeister zu sehen, im Hintergrund erklärt der Münzmeister anhand eines Rechnungsbuchs dem künftigen Kaiser die Verwaltung der Münzstätte. Holzschnitt zum ‚Weißkunig‘ mit der Bildunterschrift Wie der jung weiß kunig die münzmaisterey gelernt hat, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 3034. Abb. nach: Kaiser Maximilians I. Weißkunig, in Lichtdruck-Faksimiles nach Frühdrucken mit Hilfe der Max-Kade-Foundation Inc. New York für den Stuttgarter Galerieverein hg. von Heinrich Theodor Musper, 2 Bde., Stuttgart 1956, hier Bd. 2, Nr. 36.

 

Abb. 2: Landgraf Wilhelm II. von Hessen, Gulden 1507. Vs.: Die Wappen von Hessen (Mitte), Katzenelnbogen (oben), Diez (unten), Ziegenhain (links) und Nidda (rechts) ins Kreuz gestellt, Umschrift: WILL[helmus] D[ei] G[ratia] LAN[dgravius] HAS[siae]. Rs.: Gekrönte und verschleierte Hl. Elisabeth mit Nimbus trägt ein Kirchenmodell in ihrer Rechten, links davon ein Bettler, der die Hände zu der Heiligen erhoben hält, Umschrift: DEVM SOLV[m] ADORAB[is] 150Λ. Vgl. Hoffmeister, Jacob Christoph Carl: Historisch-kritische Beschreibung aller bis jetzt bekannt gewordenen hessischen Münzen, Medaillen und Marken in genealogisch-chronologischer Folge, 4 Bde., Kassel und Paris 1857 bzw. Hannover 1880, hier Bd. 4, S. 224, Nr. 5913. Dm. 2,3 cm; 3,24 g. Historisches Museum Frankfurt, Münzkabinett, Photo: Dr. Frank Berger.

Hendrik Mäkeler, Kiel

 

A. Unterhaltung und Zeitvertreib / Tanzen und Musizieren

Tanzen und Musizieren gehörten zu den beliebtesten Unterhaltungsformen der höf. Lebenswelt. Beiden Aktivitäten wurde heilsame, gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, und insbes. der Tanz stand im engen Bezug zu anderen ritterl. "Exercitiis" des Adels: der Jagd, der Reit- und Fechtkunst sowie der Ars Militaria.

In den Gruppentänzen des MA brachte die höf. Gesellschaft Lebensfreude, Kommunikationsbedürfnis, den Wunsch nach Gemeinschaft und gesellschaftl. Integration unter Gleichgesinnten zum Ausdruck. Dem entsprach der Reigen (reien, carole) in seinen vielfältigen Ausprägungen als Rund-, Stirn- oder Kettenreigen mit gekreuzter oder offener Handfassung. Meist übernahm ein vorsinger oder vortänzer die Führung, in dieser Funktion sind sogar Bf.e und Kg.e bezeugt. Das Fresko im Westpalas der Burg Runkelstein um 1390 (Abb. 1) zeigt einen Kettenreigen im Kontext eines höf. Festes im Freien: Unter Führung der ranghöchsten Dame fassen sich die Tanzenden an den Händen, die Bewegung erscheint hier, gemessen an der aufwendigen Gewandung und standesbewußten Haltung, als ein maßvolles Schreiten mit tiefer Handfassung, in gebührendem Abstand folgen zwei Lautenisten.

Zur Unterhaltung wirkten an den Höfen v.a. professionelle Spielleute und Tänzer (spilman/spilwip; ioculator; histrio), die als fahrende Leute oder als menestrels in festen Diensten ihre Künste darboten, welche auch Akrobatik, Zauberei, Tierdressur und schauspieler. Einlagen umfaßten. Davon zeugt neben der ma. Ikonographie die ep. höf. Dichtung (Wolfram von Eschenbach; Ruodlieb; Neidhart von Reuental). Die Anwesenheit von Spielleuten aus ganz Europa auf Reichstagen, Hofversammlungen, Hoffesten mit Banketten, Turnieren und speziell anläßl. von Hochzeiten wurde außerdem von den Chronisten meist am Rande vermerkt (Mainzer Hoftag 1184; Mainzer Reichstag 1235; Landshuter Hochzeit 1475; Wiener Doppelhochzeit 1515). Die Anzahl der fest angestellten Musiker schwankte je nach Größe, Ansehen und Mobilität des Hofes. Hzg. Albrecht IV. beschäftigte 1398 in Wien 16 Spielleute, Philipp der Gute von Burgund verfügte 1449 über zwölf menestrels, und selbst kleinere Höfe wie Weimar, Ansbach oder Brandenburg hatten Ende des 15. Jh.s sechs bis zehn Trompeter sowie weitere ioculatores in Diensten. Das verwendete Instrumentarium war äußerst vielseitig und reichte von einfachen Tanzmusiken, bestehend aus Einhandflöte und Trommel bzw. Trommel und Schwegel (Freydal, Maximilian I.) bis hin zu größeren Ensembles aus Posaunen, Trompeten und Pauken, die seit dem 15. Jh. häufig im Wechsel und Kontrast zu den stilleren "bas instruments", den Violen, Zugpfeifen, Harfen und Flöten, eingesetzt wurden.

Choreographien von Tänzen mit einem festen Schrittvokabular, die in ihrer Komplexität für ein höf. Publikum konzipiert waren, wurden von professionellen Magistern seit der Mitte des 15. Jh.s in Lehrbüchern und Traktaten aufgezeichnet. Der Schwerpunkt verlagerte sich dabei von den Gruppen- zu den Paartänzen, die mit Titeln wie "Triste plaisir", "La doulce amour"‚ "Amoroso"‚ "Gelosia" oder "Patienza" auf das Verhältnis der Geschlechter anspielen (Les basses danses de Marguerite d’Autriche; Ebreo, 1463; da Piacenza, um 1450; Cornazano, um 1455). Diese Individualisierung mit der Konzentration auf das Paar Mann-Frau schuf einen sittl. Verhaltenskodex und verlief parallel mit der Aufwertung des Tanzes zur "Ars Saltatoria", die fortan europaweit zum Kanon des höf. Erziehungs- und Bildungsideals gehörte. Die ikonograph. in das 15. Jh. verlegte Darstellung eines Hochzeitsfestes am Hofe Friedrichs I. Barbarossa (Abb. 2) stellt fünf Paare dar, die sich in einer prozessionsartigen Bassedanse vor dem Ks. und der Hofgesellschaft präsentieren. Das Alta-Ensemble aus zwei Schalmeien und Trompete befindet sich zwar auf dem Tanzboden, ist aber deutl. von den Ausführenden getrennt.

Mit der Entwicklung des Tanzens zu einer nach festen Regeln erlernbaren Kunst erfuhr der Beruf des Tanzmeisters (Magister corearum) in Europa eine enorme Aufwertung. Die frühesten Belege einer berufsmäßigen Ausübung dieser arte di ballare et danzare finden sich im 14./15. Jh. an den Höfen Italiens und Burgunds, aber auch in Nordspanien, Portugal und Böhmen (Ferrara; Mailand; Mantua; Florenz; Prag; Lissabon; Aragon). Auf der Hochzeit Maximilians I. mit Bianca Maria Sforza 1494 übte sich der Hof bereits im Tanzen alla lombarda, wobei die Braut in Ermangelung eines Lehrmeisters selbst die Unterrichtung übernahm. Seit dem 16. Jh. häufen sich die Hinweise auf meist ital. springer, später dann auch frz. maîtres de danse, die in vielfältigen Funktionen als Prinzenerzieher, Tanz-, Sprach-, Reit- und Fechtmeister an dt. Höfen wirkten (Luca Bonaldi unter Ferdinand I.; Francesco Bonaldi unter Maximilian II.; Francesco Legnano Milanese unter Karl V. und Philipp II.; Carlo Beccaria unter Rudolf II.). Da Tanzmeister und Musiker seit der Frühen Neuzeit ein offizielles Hofamt bekleideten, wurden sie auch zu den Reichstagen mitgeführt.

Dennoch sind die in der Regel weitgereisten Berufsmusiker und -tänzer mit ihrem in Lautentabulaturbüchern und Tanzsammlungen überlieferten internationalen Repertoire (Attaignant 1529; Gervaise 1550-1556; Susato 1551; Heckel 1556; Phalèse 1571; Paix 1583; Praetorius 1612) nicht die eigentl. Akteure des Hofgeschehens. Die musikalisch-tänzer. Ausstattung hing im wesentl. von der Vorbildung und den Präferenzen der Landesherren ab. Belege über künstler. Vorlieben von Fs.en – darunter Wenzel II. und Ks. Karl IV. als Schirmherren der Spielleute – verdichten sich an der Wende zur Frühen Neuzeit, als Tanz und Musik fest in die Verwaltungsstruktur des Hofes eingebunden wurden. In diese Zeit fällt auch der systemat. Aufbau bzw. die Reform der Hofkapellen, wobei sich der Schwerpunkt von den ursprgl. rein geistl. Aufgaben (Gestaltung des herrscherl. Gottesdienstes im Hoch- und SpätMA) hin zur weltl. Musikpraxis verlagerte. Lgf. Moritz von Hessen-Kassel, der Heinrich Schütz in Venedig ausbilden ließ, verfügte 1596 bereits über eine Hofkapelle mit 18 Instrumentalisten, einem Kapellmeister sowie zwölf Sängern. Moritz selbst trat als Komponist von Choralsätzen (Christl. Gesangbuch 1649), Psalmen Davids nach frz. Melodey und Reimen (1607) und Villanellen über Petrarca-Texte hervor. Eine bedeutende musikal. Tradition entwickelte sich am Hof der Wittelsbacher: Führte schon Albrecht III. von Bayern den Beinamen "Musicae artis Amato", wurden nach der Erhebung Münchens zur Hauptres. 1506 die Grundlagen für die bayer. Hofmusikkapelle gelegt. Albrecht V. setzte diese Tradition fort und holte 1556 den Flamen Orlando di Lasso nach München, unter dessen Leitung die Hofkapelle (1569: 61 Musiker, 18 Singknaben) ihr höchstes Ansehen in Europa erlangte.

Bes. beliebt waren an dt. Herrschaftssitzen der Frühen Neuzeit zwei Formen von Tanzvorführungen, bei denen Hofmusiker zum Einsatz kamen: die Fackeltänze und die Mummereien, welche schon im Freydal Maximilians I. ausführl. dargestellt werden. Dabei gibt es immer wieder Schilderungen, wie das strenge Zeremoniell durch Momente spontaner Aktionen unterlaufen werden konnte. Auf der Hochzeit Wilhelms V., Hzg. von Bayern, mit Renata von Lothringen 1568 stehlen sich lt. Festbericht zw. den streng nach Rangfolge ablaufenden Tänzen – in der farbigen Illustration der Szene haben sich die Paare gerade hintereinander eingeordnet – der Bräutigam sowie etliche der Fuerstenpersonen haimlich hinweg, um dem Brautpaar eine Mummerei mit stecken und gulden Laterlein nach Art der Patriarchen aufzuführen. Die überraschten Tänzer halten in der Bewegung inne, das Musikerensemble aus Pfeifen, Trommeln, Gamben und Lauten begleitet die Szene auf einer abgetrennten Balustrade (Abb. 3).

Neben den geselligen Momenten wurde mit zunehmender, auch räuml. Konzentration der Herrschaft die adlige Selbstdarstellung und Machtpräsentation wichtiger, erkennbar an der Virtuosität der neuen Tanzformen des 16. und 17. Jh.s, die mit ihrem ausgefeilten Schrittvokabular den Ausführenden hohe Körperbeherrschung abverlangten. Parallel entwickelten sich neue musikal.-theatral. Gattungen in Europa: das Ballett (erstes dt. Ballet: "Die Befreiung des Friedens", Hessen-Darmstadt 1600), das Rossballett (u.a. "La contesa dell’Aria e dell’Acqua" anläßl. der Hochzeit Leopolds I., Wien 1667), die Invention, das Singspiel und schließl. die Oper. Mit Ausnahme der Großform "Oper" agierten Adlige und Professionelle in diesen Aufführungen Seite an Seite, aber in ungleicher Gewichtung, waren doch die Hauptrollen stets den Standespersonen vorbehalten. So wird die Hochzeit Sophia Elisabeths von Anhalt-Dessau mit Hzg. Georg Rudolf von Schlesien-Liegnitz 1614 in Dessau mit prunkvollen Entrées, Turnieren (Ritterspielen) und Bällen gefeiert. Am 29. Okt. führen die Braut und die andern Fuerstlichen und Adelichen Frawenzimmer im großen Saal zu Dessau ein Ballett auf: Ein musizierendes Frauenkonsort, bestehend aus Lauten, Harfe, Gamben und Streichern, führt die gesungene Intrada an, es folgen Fackelträger und die fsl.en Tänzerinnen in geometr. Aufstellung (Abb. 4).

Das Ballett nimmt bis Ende des 18. Jh.s eine beherrschende Stellung innerhalb der höf. Unterhaltungsgattungen ein. Das Faschingsfest in der Wiener Res. 1636 bringt gleich sechs Ballette zur Aufführung, in denen u.a. neun adlige Damen als Mohrinnen verkleidet mit Windlichtern auftreten. Am Hof von Baden-Durlach sind es 1655 die Enkel Friedrichs von Baden-Hochberg (1594-1659), die in dem Ballet "Liebes Triumph" als Schäfer, Cupido und Liebesgötter agieren, während der frz. Tanzmeister ("M. Sainct Germain") und mehrere Pagen die Rollen der Soldaten, des verliebten Paares und des Nebenbuhlers übernehmen. Die im Kern europ. Hofkultur des MA und der Frühen Neuzeit führte auch hier zu neuen Formen kulturellen Transfers. Hzg. Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel verfaßte zw. 1656 und 1663 sechs Ballette und sieben Singspiele nach dem Modell des frz. Ballet de cour. Das aus der Ars Militaria stammende Roßballett am Wiener Hof ging in seinen Ursprüngen auf ital. und frz. Vorbilder zurück. Im Revel-Teil der Lord’s Masque, die am Hochzeitstag Friedrichs V. von der Pfalz und Elizabeth Stuarts 1613 in London aufgeführt wurde, waren die Anwesenden des Hofes samt Brautpaar als Masquers in die Handlung einbezogen. Die anschließenden Feierlichkeiten in Heidelberg brachten im Gegensatz zur strukturierten engl. Masque – jener Mischform aus Mummerei und Ballett – eine eher lockere Abfolge von Inventionen und Aufzügen unter Beteiligung in- und ausländ. Hofmusiker, wogegen sich die Stuttgarter Aufführung von "Der Getrewen Ritter Balleth" (1617) inhaltl. und formal stärker am engl. Vorbild orientierte.

Der Adel, der in den Schautänzen bevorzugt in den Rollen von Gestirnen, Göttern, Musen und Heroen auftrat, verkörperte damit Funktionen, welche ihm nach seinem Selbstverständnis im sozialen Gefüge allein zustanden. Die Handlung auf der höf. "Bühne" wurde zum Spiegelbild der ständ. Gesellschaft.

Q. Les basses danses de Marguerite d’Autriche = Das Tanzbüchlein der Margarete von Österreich. Faksimile-Ausgabe der Handschrift ms. 9085, Bibliothèque Royale Albert Ier, Bruxelles, hg. von Claudine Lemaire u.a., Graz 1988. - Antonio Cornazano, Libro dell’arte del danzare (um 1455), siehe: Mazzi, Carlo: Il libro dell’arte del danzare di Antonio Cornazano, in: La Bibliofilia. Rivista di storia des libro e di bibliografia 17 (1915) S. 1-30. - Guglielmo Ebreo, De pratica seu arte tripudii vulgare opusculum (1463), siehe: Guglielmo Ebreo of Pesaro. On the Practice or Art of Dancing, hg. und übers. von Barbara Sparti, New York 1993. – Freydal, Des Kaiser Maximilian I. Turniere und Mummereien, hg. von Quirin von Leitner, Wien 1880-82. – Tobias Hübner, Abbildung und Repraesentation Der Fürstlichen Auffzüge/ Ritter-Spiel/auch Ballet [...] So in des Durchleuchtigen/Hochgebornen Fürsten vnd Herren/Herren Johann Georgen/Fürsten zu Anhalt [...] Fürstlichem Hofflager zu Dessa/Bey des [...] Herrn Georg Rudolph, Hertzogen in Schlesien/zur Liegnitz und zum Brieg/Mit [...] Fraw Sophia Elisabeth, Hertzogin in Schlesien [...] Gebornen Fürstin zu Anhalt/[...] Hochzeitlichem Frewdenfest vnd Fürstlichem Beylager [...] gehalten worden [...], Leipzig: Grosse 1615. – Kleines Ballet, genant Liebes Triumph; Dem Herrn Friderichen Marggrafen zu Baden und Hochberg […] von Denen sämptlichen fürstlichen Eckelen dargestellet in Carolsburg den [6] Jenner deß 1655. Jahres, Straßburg: Spoor 1655. - Domenico da Piacenza, De arte saltandi et choreas ducendi (um 1450). Ms. Paris, Bibliothèque nationale, fonds it. 972, hg. von David Wilson, in: Sources for Early Dance, Series 1: Fifteenth-Century Italy, London 1988. - Johann Wagner, Kurtze doch gegründte beschreibung des [...] Herren Wilhalmen/Pfaltzgrauen bey Rhein [...] Und Frewlein Renata [...] Hochzeitlichen Ehren Fests [...] , München: Berg 1568. – Der Getrewen Ritter Balleth (1617), in: Georg Rudolf Weckherlin, Kurtze Beschreibung Deß zu Stutgarten bey den Fürstlichen Kindtauf vnd Hochzeit [...] gehaltenen Frewden-Fests/[…], Tübingen: Werlin 1618.

L. Bachfischer, Margit: Musikanten, Gaukler und Vaganten. Spielmannskunst im Mittelalter, Augsburg 1998. – Erdengötter. Fürst und Hofstaat in der Frühen Neuzeit im Spiegel von Marburger Bibliotheks- und Archivbeständen, Katalog, hg. von Jörg Jochen Berns, Marburg 1997. – Europäische Hofkultur im 16. und 17. Jahrhundert, hg. von August Buck, 3 Bde., Hamburg 1981. - Jung, Claudia: Studien zur Fest- und Tanzkultur im 16. und 17. Jahrhundert, Köln u.a. 2001. – Musik und Tanz zur Zeit Kaiser Maximilian I., hg. von Walter Salmen, Innsbruck 1992. – Reimer, Erich: Die Hofmusik in Deutschland, 1500-1800, Wilhelmshaven 1991. – Saftien, Volker: Ars Saltandi. Der europäische Gesellschaftstanz im Zeitalter der Renaissance und des Barock, Hildesheim 1994. – Salmen, Walter: Der Spielmann im Mittelalter, 2. Aufl., Innsbruck 1983. – Salmen, Walter: Der Tanzmeister, Hildesheim 1997. - Salmen, Walter: Tanz und Tanzen vom Mittelalter bis zur Renaissance, Hildesheim u.a.1999 (Terpsichore, 3). – Spectaculum Europaeum. Theatre and Spectacle in Europe. Histoire du Spectacle en Europe (1580-1750), hg. von Pierre Béhar und Helen Watanabe-o’kelly, Wiesbaden 1999. - Watanabe-O’Kelly, Helen, Simon, Anne: Festivals and ceremonies. A Bibliography of works relating to Court, Civic and Religious Festivals in Europe, 1500-1800, London u.a. 2000. – Winkler, Klaus: Heidelberger Ballette. Musik und Tanz am kurpfälzischen Hof von Elizabeth Stuart und Friedrich V., in: Musik in Baden-Württemberg 7 (2000) S. 11-23.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 1: Der Reigentanz, Tuniersaal, Schloss Runkelstein (Bozen / Südtirol). Alle Rechte vorbehalten © Stadt Bozen.

Abb. 2: Tanz anläßl. der Hochzeit von Lohengrin und Elsa – Miniatur in: Lohengrin und Friedrich von Schwaben, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 345, fol. 62r (um 1470).

Abb. 3: Tanz – Kolorierte Eisenradierung von Nicolaus Solis, in: Johann Wagner, Kurtze doch gegründte beschreibung [...], 1568, vor fol. 44r, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Gm 2o 131.

Abb. 4: Aufzug der Musikanten und Damenballett – Kupferstich von Andreas Bretschneider III., in: Hübner 1615, vor fol. 113r, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: 441.17 Hist. (2).

Valeska Koal, Paris

 

A. Unterhaltung und Zeitvertreib / Drechseln

Grundsätzl. sind aristokrat. Existenz und Handarbeit unvereinbar. Doch gibt es Ausnahmen: In einem fortgeschrittenen Stadium der Zeremonialisierung entsteht ein Bereich des Privaten, so daß Landleben (Schäferei) und Werken (Drechseln, Schlossern, Steinschneiden, Schneidern, auch Malen und Musizieren oder, für die Damen, Kochen und Heilmittelherstellung, vgl. Hermann 2003, S. 484), zumal mit kostbaren Materialien (v.a. Elfenbein, in Venedig, dann Amsterdam gekauft), zur Erholung und, als Mittel gegen Langeweile, zum Zeitvertreib werden kann, jedoch nicht ohne wiederum dem Prozeß der Repräsentation zu unterliegen. Zum anderen erweisen techn. Fertigkeiten und Tätigkeiten den Fs.en als den Herrn allen Wissens und, in Nachahmung Gottes (des ersten Drechslers, der Weltkugel,1589), als Schöpfer schlechthin. Stets galt aber das Gesetz des adligen, jedem pedant. Fachwissen fernen, dafür anmutigen Dilettantismus. Zwar war techn. Neuerung mit dieser fsl. Liebhaberei, die Lehrer und Hofdrechsler erforderte, durchaus vereinbar, zumal sie im 17.-18. Jh. im Hochadel geradezu verpflichtend war und weit bis ins 19. Jh. andauerte. Doch führte von dort kein Weg zur techn. Revolution des 19. Jh.s.

1200-1450

Vor dem Ausgang des 15. Jh.s sind Nachrichten über das Phänomen und damit wohl auch dieses selbst nicht nachzuweisen. Daß Kg. Chilperich († 584) bei Gregor von Tours († 594, Historiae VI 2, zu 581) aus Gold und Edelsteinen ein Tafelgerät fertigte (feci), heißt nicht, daß er es selber schuf. Handarbeit als Teil des Personenlobs bei Bischöfen und Äbten ist Zeichen asket. Haltung, oder bes. Kunstverstands wie bei Bf. Bernward von Hildesheim († 1022) oder Abt Wibald von Stablo († 1158). Eligius, der Heilige der Goldschmiede († 660), war ursprgl. wirklich einer. Wenn es in einem habsburg. Preisgedicht von 1683 (Müllner 1683) heißt, schon Kg. Rudolf I. († 1291) habe gedrechselt und es seien "vom Ihm gedrehte Sachen" noch vorhanden, und ähnl. von Hzg. Albrecht IV. von Österreich († 1404) behauptet, dann ist dies wenig glaubwürdig.

1450-1550

Im Zusammenhang mit der Aufwertung der Technik, die sich auch in herald. Devisen niederschlägt (Hobel, Bombarden, Kräne, Mühlräder, Armillarsphären) werden im späten MA gewisse Handarbeiten (so wie stets schon das Spinnen oder Sticken adliger Frauen) hoffähig, wobei das zunehmend programmierte Drehen an immer komplizierteren Werkzeugmaschinen als Ausdruck der "Mechanisierung des Weltbildes" und der Herrschaft über die Natur stets eine Sonderstellung einnahm. Das erste bislang bekannte Zeugnis für eine noch recht ungeordnete fsl. Werkstatt kommt aus dem W. Nach Aussage des zeitgenöss. fläm. Juristen Philipp Wielant hat Hzg. Philipp der Gute von Burgund († 1467) gegen Ende seines Lebens eine transportable Kammer (chambrette de plaisance) besessen, die ihm überall nachfolgte und in der er sich damit beschäftigte, Nadeln mit Löchern zu versehen, Holzschuhe herzustellen und zu benageln, zerbrochene Messer zu löten, gesprungenes Glas zu reparieren, et semblables passetemps. Sein Sohn, der ernste Karl der Kühne († 1477), machte sich darüber lustig und warf den ganzen Plunder nach seinem Regierungsantritt auf den Müll; wir wissen aber, daß er sich i.J.1469 pour son plaisir eine Miniaturmühle anfertigen ließ: Karl erstrebte Erfolg in großen, nicht in kleinen Dingen. Von Kunstkammererzeugnissen, von Erziehung durch Drehen, überhaupt von einer Drehbank ist noch nicht die Rede. Das "Mittelalterliche Hausbuch" von ca. 1480, durchaus der adligen Sphäre zuzurechnen, enthält bereits die Abbildung einer schlichten Ausführung (Abb. u.a. bei Maurice 1987, Nr. 4). Ks. Maximilian I. († 1519), der sich auch als Schmied und Schlosser versuchte, ließ sich1503 in der Innsbrucker Hofburg eine kleins dachstüblein mit kämmerlein zu unserm dräzeug einrichten, damit wir mit demselben dräzeug unser kurzweil haben mügen, auch 1505 ain drähpanngkh liefern. Wohl i.J. 1518 anläßl. einer Ständeversammlung der Erblande in Innsbruck erhielt er von Degen Fuchs von Fuchsberg d.J. aus bedeutender Tiroler Familie eine prunkvolle Drehbank verehrt, die vermutlich zu Sterzing 1500/1510 geschnitzt und mit Wappen verziert wurde. Heute auf Burg Kreuzenstein zu Leobendorf a.d. Donau aufbewahrt, ist sie die älteste original erhaltene überhaupt (Abb. 1). Kostbar ausgestattete Drehbänke und techn. Gerätschaften waren auch in der Folgezeit fsl. und ständ. Geschenke. In der ersten Hälfte des 16. Jh.s mehren sich die Nachrichten von fsl. Drehern. Hzg. Wilhelm IV. von Bayern († 1550) und Albrecht V. († 1579) hatten ihre Drechselwerkstatt in der Münchener Neuveste. Erhalten im Musée national de la Renaissance in Écouen bei Paris (bis 1854 in Dresden) ist die kostbar mit Intarsien und Ätzmalerei verzierte Drahtziehbank des Nürnbergers Leonard Danner (Abb. 2), die er 1565 für Kfs. August von Sachsen († 1586) anfertigte, der sich angelegentlich als Tischler, Drechsler in Elfenbein (135 Stück auf eigenem Tisch in seiner Kunstkammer) und Schlosser betätigte und dementsprechende Werkzeuge in Auftrag gab.

 

1550-1650

Die Mode des Drechseln nahm in der Folgezeit solche Ausmaße an, daß Kritik laut wurde: Die Fs.en hätten allein Zeit "das Pferd auf der Reitbahn herumzutreiben, zu schnitzeln, zu drechseln, zu malen, Alchimisterei und andere ihrem Stand ganz unangemessene Dinge zu treiben – und an die [humanist. Bildung vermittelnden] Schulen zu denken gar nicht Muße übrig behalten" (Caspar Dornau, 1620). Die Drechselei und die verwandte Automaten-Liebhaberei war dabei keine konfessionelle Eigenheit der protestant. Fs.en, wenngleich Luther 1527 in Nürnberg zu seinem Gebrauch der ars tornandi Drechselwerkzeug bestellt hatte (Maurice 1987, S. 143, Anm. 10). Die habsburg. Ks. setzen die bei Maximilian I. beobachtete Übung fort, hier wie anderswo mit Lehrmeistern, die oft aus Nürnberg kamen und im Hofamt angestellt waren. Ks. Rudolf II. († 1612), der 188 selbst gedrechselte Elfenbeingefäße in seiner Kunstkammer aufstellte, ließ sich 1599 vom sächs. Hofdrechseler Georg Wecker eine Drehstube auf der Burg in Prag einrichten; Georg war der Sohn des bayer. Hofdrechslers Hans Wecker, was auf den Austausch dieser Spezialisten unter den Höfen hinweist. Drechsler waren erwiesenermaßen auch Ks. Ferdinand III. († 1657) und Ks. Leopold I. († 1705). Die Fs.en verhielten sich nicht anders: im erwähnten Text von 1683 hieß es, alle gegenwärtigen sieben Kfs.en drechselten. Bes. die bayer. Wittelsbacher taten sich darin hervor. Von Kfs. Maximilian von Bayern († 1651) ist eine Reihe von datierten Arbeiten aus den Jahren 1608 und 1620 erhalten, so ein Elfenbeinleuchter mit der Inschrift: Ebur [Elfenbein] ars nobilitat, artem Auctor Maximilianus Bavariae Anno 1608 (Abb. 3). Von Kfs. Ferdinand Maria von Bayern ist eine selbstgedrechselte Deckelschale von 1655 erhalten, von Kfs. Max Emanuel († 1726) sogar die Drehbank. Kfs. Max III. Joseph ließ sich an der Drechselbank von Joh. Jacob Dorner d.Ä. i.J. 1765 malen (Schloß Nymphenburg, Abb. Maurice 1987, Nr. 27), auch ist eines seiner "Kunststücke" von 1770 auf uns gekommen (Abb. Maurice 1987, Nr. 101). Von Hzg. Johann Casimir von Sachsen-Coburg († 1633) gibt es noch einen Elfenbeinpokal, den er zusammen mit Johann Eisenberg oder dieser für ihn 1628 anfertigte und der als Geschenk nach Florenz kam (Abb. Maurice 1987, Nr. 72). Hzg. Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg (1633-1714) und seine beiden Brüder wurden ausgebildet vom Elfenbeindrechsler Tobias Treffler, 1648 berufen; dessen Sohn drechselte dann für die Großhzg.e der Toskana. Im Zweiten Weltkrieg verbrannt ist das Drechselkabinett der Lgf.en von Hessen zu Darmstadt von ca. 1700 (Abb. Maurice 1987, Nr. 12), erhalten blieb dagegen dasjenige des dän. Feldmarschalls Carl Gustav Wrangel in seinem Schloß Skokloster, wohin er 1664 Gerät und Werkzeug in Amsterdam bestellte (Abb. 4). Die kgl. Drechselkammer im Schloß Kronsberg nahe Helsingør wurde 1588 nach Kopenhagen gebracht, wo es fortan einen bes. Drechselraum im Schloß gab. Während in Schweden schon im Dreißigjährigen Krieg kgl. Drechselkammern bekannt sind, ist dgl. für die Herrscher von Preußen und Rußland erst um 1700 belegt. In Frankreich wissen wir dergleichen erst von Ludwig XV. und Ludwig XVI., dem 1780 I.T. Mercklein, Saxon, mécanicien du Garde Meuble de la Couronne, also einer der zahlreichen dt. Handwerker in Paris, eine Drechselbank fertigte (Abb. Maurice 1987, Nr. 32f.). Bis in die Gegenwart wirkt die Initiative des Gf.en Franz I. zu Erbach-Erbach (reg. 1775-1823), der auf seiner Grand Tour das Elfenbeindrehen lernte und 1783 nach Erbach verpflanzte, wo sich demzufolge das Zentrum der dt. Elfenbeinschnitzerei und das Deutsche Elfenbeinmuseum befinden. Aus England ist bis Ende des 18. Jh.s nur selten ein drehender Herrscher und keinerlei programmierte Drehbank bekannt. Im Land sich selbst regelnder Systeme gab es keinen Bedarf an Beispielen autoritärer Steuerung als herrscherl. Repräsentation.

Querverweise: ® A. Gesundheit / Apotheke ® A. Versorgungsgebäude / Küche ® A. Unterhaltung/Zeitvertreib / Tanzen und Musizieren ® B. Sammlungen

Q. Casparis Dornavii Ulysses Scholasticus, Hoc est, De erroribus, qui in scholis, quas appellant, trivialibus, admittuntur, Dissertatio duplex, Hannover 1620. – Comptes de l’Argentier de Charles le Téméraire, duc de Bourgogne, Bd. 2:1469, hg. von Anke Greve und Émilie Lebailly, Paris 2002, S. 443, § 1623. – Gregor von Tours, Zehn Bücher Geschichten. Auf Grund der Übersetzung W. Giesebrechts neubearbeitet von Rudolf Buchner, 2 Bde., 4., durchges. und ber. Aufl., Darmstadt 1970 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 2). – Müllner, Joachim: Poetischer Ehren-Ruhm-Schall [...] der Drechselkunst, Nürnberg 1683. – Wielant, Philippe: Recueil des antiquités de Flandres, hg. von Joseph Jean de Smet, in: Recueil des chroniques de Flandre, Bd. 4, Brüssel 1865, S. 57.

L. Eine umfassende Darstellung, zumal der Frühzeit fehlt. – Ausstellung Maximilian I., Innsbruck 1969 (Ausstellungskatalog), Nr. 592 und Abb. 129. – Distel, Theodor: Kunstgeschichtliche Notizen. Aus der Drehstube des Kurfürsten August, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte 8 (1887) S. 148-150, hier S. 148. – Fritsch, Julia: Trésors de la Renaissance au Château d‘Écouen, Paris 1997 (Dossiers de l‘art, 40), S. 83. – Hablot, Laurent: La devise, mise en signe du prince, mise en scène du pouvoir. Les devises et l’emblématique des princes en France et en Europe à la fin du Moyen Âge, unveröff. Diss. phil. Poitiers 2001, Bd. 2: Les devises des princes, S. 324. – Haenel, Erich: Die Drahtziehbank des Kurfürsten August im Musée de Cluny zu Paris, in: Mitteilungen aus den Sächsischen Kunstsammlungen 5 (1914) S. 31-43 (Abb.). – Hermann, Christofer: Art. "Rheinfels", in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, hg. von Werner Paravicini, bearb. von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Teilbd. 1: Dynastien und Höfe. Teilbd. 2: Residenzen, Stuttgart 2003 [Residenzenforschung, 15,I,1-2], hier Teilbd. 2, S. 483-485. – Maurice, Klaus: Der drechselnde Souverän. Materialien zu einer fürstlichen Maschinenkunst. [Synoptisch:] Sovereigns as Turners. Materials on a Machine Art by Princes, übers. von Dorothy Ann Schade. Zürich 1985 (Standardwerk: zahlr. Abb. und Texte). – Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg, Nürnberg 2002 (Ausstellungskatalog), S. 119-124 (Abb.), S. 467-468, Nr. 32 und 34 [Drahtziehbank des Leonhard Danner]. – Vanhoefen, Antje: Aus Liebe zur Kunst und Wissenschaft: Fürstliche Dilettanten, in: Thüringen, Land der Residenzen. Katalogband (im Druck). – Walcher-Molthein, Alfred: Die Drechselbank Kaiser Max des Ersten, in: Belvedere. Kunst und Kultur der Vergangenheit. Zeitschrift für Sammler und Kunstfreunde 7 (1925), S. 17-22 (Abb.).

Abb. 1: Drehbank Ks. Maximilians I., ca. 1518, Burg Kreuzenstein zu Leobendorf a.d. Donau, nach: Maurice 1987, Nr. 6, Photo: Peter Frieß, München.

Abb. 2: Drahtziehbank Kurf. Augusts von Sachsen, Leonhard Danner, Nürnberg 1565, Musée national de la Renaissance, Écouen, Quasi Centrum Europae 2002, S. 119, Abb. 18, nach: Photo Service Photographique de la Réunion des Musées Nationaux, Paris [für Internet].

Abb. 3: Elfenbeinleuchter Kurfürst Maximilians von Bayern mit der Inschrift: Ebur [Elfenbein] ars nobilitat, artem Auctor Maximilianus Bavariae Anno 1608, Bayerisches Nationalmuseum München, nach: Maurice 1987, Nr. 56, Photo: Museum.

Abb. 4: Drechselkabinett des Feldmarschalls Carl Gustav Wrangel in seinem Schloß Skokloster, Dänemark, ca. 1650, nach: Maurice 1987, Nr. 11, Photo Schloß Skokloster [Für Internet].

Werner Paravicini, Paris

Kolloquiumsberichte

 

Das Wissen der Zeit
Konrad von Megenberg (1309-1374) und sein Werk

Tagung des Projektforums Mittelalter der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit den Monumenta Germaniae Historica

München, 8. bis 10. Oktober 2003

Die Tagung des Projektforums Mittelalter und der Monumenta Germaniae Historica setzte sich zum Ziel, einen internationalen und interdisziplinären Kreis von Fachleuten zusammenzuführen, um den gegenwärtigen Kenntnisstand und die fachübergreifenden Perspektiven einer Erforschung des Werkes Konrads von Megenberg unter heute aktuellen Fragestellungen auszuloten und Impulse für die künftige Arbeit zu geben. Die Organisation lag in den Händen von Gisela Drossbach (München), Martin Kintzinger (Münster) und Claudia Märtl (München). Die in vier Sektionen zusammengefaßten Vorträge in den Räumen der Carl Friedrich von Siemens-Stiftung wurden von insgesamt über 60 Zuhörern und Zuhörerinnen besucht.

In seiner Begrüßungsansprache wies Rudolf Schieffer (München) auf die Bedeutung Konrads von Megenberg für die Publikationen der Monumenta Germaniae Historica hin: Konrad von Megenberg und Engelbert von Admont sind jene Autoren, deren Werke von den MGH bisher am umfangreichsten ediert wurden. Dennoch gebe es auch in Zukunft viel zu tun, denn trotz der großen Leistungen von Sabine Krüger wurde noch nicht einmal die Hälfte der Schriften des Megenbergers herausgegeben. Martin Kintzinger (Münster) ging in seinem Einführungsvortrag auf das Urteil der gegenwärtigen Mediävistik zu Konrad von Megenberg ein. Diese sehe in ihm nicht mehr einen traditionellen Spätscholastiker, sondern einen konzeptionell eigenständigen und insofern "modernen" Gelehrten. Er repräsentiere wie nur wenige andere das intellektuelle und soziale Milieu der "gens de savoir" (Jacques Verger) im Spätmittelalter. Auf dieser Grundthese aufbauend stellte Gisela Drossbach (München) einige Aspekte und Fragen des Tagungskonzeptes sowie die Leitlinien des Kolloquiums vor, nämlich den Umgang mit Konrads Werk und die Ordnung des Wissens.

Zur 1. Sektion "Vita und Universität": Ungeklärte Fragen wirft der wichtige Lebensabschnitt des Megenbergers in Paris auf. Welche Ausbildung erhielt er dort? Studierte er nur die Artes oder auch die Theologie? Erlangte er dort auch sein juristisches Wissen? Was lehrte er dort selbst? Darauf ging William Courtenay (Madison, USA), ein, wobei er sich auf Ergebnisse seiner zur Person Konrads neu aufgefundenen Quellen, die Pariser Universitätsmatrikel, berufen konnte und sein Augenmerk auch auf die Pfründenkarriere des Megenbergers richtete. Hingegen ergaben die Untersuchungen von Jacques Verger (Paris) zu Konrads Bild der Pariser Universität als domus scholastica, niedergelegt in dessen "Yconomica", überwiegend theoretische Reflexionen über die kirchliche Institution. Konrad schrieb als ein "homme d’expérience", dem als Opfer von Konflikten unter den Artisten der weitere Weg in die oberen Fakultären verschlossen blieb und der sich nun in einer ausgreifenden Konzeption mit der Verantwortung der Artisten-Magister beschäftigte. Weiterhin seine Vita betreffend interessierte Konrads Stellung in Regensburg, wo seine Hauptwerke entstanden. Wie erging es ihm im Domkapitel? Wie verhielt er sich gegenüber den Mendikanten? Wie arbeitete Konrad wissenschaftlich? Franz Fuchs (Würzburg) suchte Kornads Position in Regensburg zu erhellen, wobei er auch anhand einiger von der Forschung bislang nicht beachteter Archivalien, nämlich Urkunden des Domkapitels, neues Licht auf Konrads Biographie werfen konnte. Ging es nur um die Besorgung von Pfründen? Was kritisierte Konrad an Wilhelm von Ockham? Ging es um persönliche Aversionen? War Konrad ein Traditionalist, dem die via moderna nicht zusagte? Auf diese Fragen konzentrierte sich Jürgen Miethke (Heidelberg) mit seiner Untersuchung von Konrads Traktat "Contra Ockham". Miethkes Urteil war vernichtend: Konrads kirchenpolitische Position sei unzeitgemäß, weil "veraltet", und argumentiere an den aktuellen Fragen des Tages vorbei. Dieses Traktat sowie eine ganze Reihe seiner zahlreichen Schriften zeige, daß Konrad diese durch Widmungen an potentielle hohe Gönner für sein eigenes Fortkommen zu nutzen suchte ("Pfründenjäger"). Im folgenden Vortrag untersuchte Dagmar Gottschall (Lecce, Italien) Konrads Kompetenz als Naturphilosoph anhand seiner beiden Pestschriften, dem Kapitel über die Pest im "Buch von den natürlichen Dingen" (II, 33) in der Volkssprache und seinem scholastischen Pesttraktat "De mortalitate in Alamannia" in der Gelehrtensprache Latein. Darin vertrete Konrad eine rein naturwissenschaftliche Deutung, wonach die Ursache der Pest weder die strafende Hand Gottes noch die Krise der Zeit sei. Mit dieser Auffassung war Konrad seiner Zeit weit voraus.

Klärung bezüglich Konrads methodischer Vorgehensweise brachte die 2. Sektion: "Kirchenrecht und Kirchenstruktur". Hier erfuhren Konrads kleinere kirchenrechtliche Schriften, die in zwei bisher unveröffentlichten Handschriften bzw. einem Druck von 1906 vorliegen, erstmalig eine eingehende Untersuchung. Ludwig Schmugge (Zürich) stellte Konrads Werk über die Poenitentialkanones ("Canones poenitentiales") vor, Peter Landau (München) das Traktat über die Verwandtschaftsgrade im Eherecht ("De arboribus consanguinitatis et affinitatis") und Ilona Riedel-Spangenberger (Mainz) Konrads Schrift über die Grenzen der Pfarreien in Regensburg ("De limitibus parochiarum civitatis Ratisbonensis"). Daraus ging hervor, daß sich Konrad am Ende der Epoche der Klassischen Kanonistik als ein großartiger Kenner nicht nur des Kirchenrechts, sondern auch der Legistik erweist. Mit hervorragender Gelehrsamkeit wandte er souverän die nun allgemein verbindlichen Rechtsquellen an. Die Referenten zeigten ein großes Interesse an Konrads Erfassung und Methodik der Rezeption, vornehmlich des Dekretalenrechts und der Kommentare der maßgeblichen Dekretalisten. Trotz Differenzierungen und Nuancen in diesen Werken Konrads konnte doch nachgewiesen werden, daß diese weniger gelehrte Abhandlungen als vielmehr Rechtsgutachten von praktischem Nutzen darstellen. In der anschließenden Diskussion suchte man Lösungen zu den Fragen, welche Vorlagen Konrad wohl zur Hand gehabt haben könnte und ob er die dazu nötigen Kenntnisse bereits in Paris, in Wien und auch noch in Regensburg erworben habe. Die beiden weiteren Vorträge rundeten das Thema der Sektion durch die Sichtweise auf die kirchlichen Institutionen im Werk des Megenbergers ab. Stefan Weiss (Paris) analysierte die Struktur von Konrads Beschreibung des päpstlichen Hofes in der "Yconomica" im Vergleich zur zeitgenössischen Kurie in Avignon. Christopher Ocker (Berkeley, USA) versuchte, das Verhältnis zwischen Welt- und Ordensklerikern in Konrads unveröffentlichtem Traktat "Planctus ecclesiae" zu klären.

Zur 3. Sektion: "Naturkunde und Naturdeutung": Sein "Buch von den natürlichen Dingen" weckte auch germanistische Interessen, nicht nur in sprach- und kunstwissenschaftlicher Hinsicht, sondern vor allem auch im Hinblick auf das Naturverständnis des 14. Jahrhunderts und auf naturkundliche Kenntnisse in dieser Zeit. Viele Fragen ergaben sich zur damaligen Vorstellung vom Menschen, auch von entstellten Wesen. Warum schrieb Konrad beispielsweise über monstra? Was versteht er überhaupt unter Natur? Greift er auf Vorbilder zurück? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Marina Münkler (Berlin), Herfried Vögel (München) und Dietmar Peil (München). Dabei ging Herfried Vögel davon aus, daß die monstra den Schluß des Buches der Natur bilden, während die "Menschen" den Anfang darstellen. Aufgrund dieser auffälligen Verklammerung von Anfang und Schluß, versuchte Vögel Konrads Vorstellung von der Natur des Menschen, d.h. von der anthropologischen Disposition, darzustellen, wobei er weitere Konstellationen wie Mensch und Tier, Mikro- und Makrokosmos etc. einbezog.

In ihrem Abendvortrag beschäftigte sich Lieselotte Saurma-Jeltsch (Heidelberg) mit dem Verhältnis von Text und Bild in den Inkunabeln und frühen Drucken von Konrads "Buch von den natürlichen Dingen". Saurma-Jeltsch konnte herausstellen, daß nicht einmal bei den aus der Hagenauer Werkstatt des Diebold Lauber stammenden Exemplaren von Konrads "Buch von den natürlichen Dingen" die Illustrationen einem gemeinsamen Bildprogramm folgen. Dies bedeutet, daß die mit den Illustrationen vermittelten Informationen nur noch zum Teil im Dienste des Textes standen. In ihrer Erörterung der Ursachen hierfür machte Saurma-Jeltsch die künftig noch genauer zu untersuchenden Auftraggeber verantwortlich, nach deren spezifischen Wünschen ein jeweils unterschiedliches Bildprogramm in die frühen Drucke von Konrads "Buch von der Natur" aufgenommen wurde.

Hier erfolgte der Übergang zur 4. Sektion: "Rezeptionsgeschichte". Mit der bildlichen Rezeption des Werkes des Konrad von Megenberg beschäftigte sich auch Ulrike Spyra (Leipzig), die anhand ihrer Darstellung von Drucken von Konrads "Buch der Natur" aus dem 16. Jahrhundert die grundlegenden Thesen von Saurma-Jeltsch bestätigen konnte. Sodann folgten zwei Vorträge, die sich auf die von Konrad vorgenommene Rezeption des Aristoteles konzentrierten. Nach der Publikation von Konrads "Monastica" im Jahre 1992 erfuhr dieses Werk durch Helmut Walther (Jena) erstmalig eine tiefergreifende Untersuchung. Da der Megenberger auf die praktische Philosophie des Aristoteles nach dem peripathetischen Schema Ethik, Oekonomik und Politik zurückgriff, führte Walther zunächst die Rolle an, die die aristotelische Ethik überhaupt in der mittelalterlichen Sozialphilosophie – um den Begriff "politische Theorie" zu vermeiden – spielte. Damit konnte er die inhaltliche Neuorientierung in der praktischen Philosophie nachweisen, die durch die Rezeption des Aristoteles im 14. Jahrhundert aufgetreten war. Letztlich diskutierte Walther, ob Konrads Interpretation vom richtigen individualethischen Verhalten in dieser Zeit überhaupt noch als adäquat zu werten sei, insbesondere im Vergleich zu den zeitgenössischen italienischen Autoren. Im Kontext der Rezeptionsgeschichte brachte auch Pavel Blacek (Jena) Konrads aristotelisch geprägte, in der "Yconomica" niedergelegte Ehelehre zur Sprache. Als Beispiel für eine andere Form der Rezeption, nämlich die Rezeption von Konrads Werk durch spätere Autoren, zog Birgit Studt (Münster) erneut Konrads kirchenrechtliches Traktat über die Grenzen der Pfarrei Regensburg heran. Dieses Traktat stellt die am meisten rezipierte Schrift des Megenbergers dar. Bereits durch die Tatsache, daß man diese Schrift im Regensburg des 15. Jahrhunderts als eine Chronik des Megenbergers bezeichnete, konnte Studt auf den Funktionswandel von Konrads Traktat hinweisen. Karl Ubl (Tübingen) ging auf die Reichstheorie des Megenbergers sowie weiterer Autoren des 14. Jahrhunderts ein und warnte vor deren anachronistischer Aktualisierung in der modernen Forschung.

In seiner Schlußzusammenfassung kam Jan-Dirk Müller (München) in bezug auf Konrad von Megenberg und dessen Werk auf drei Punkte zu sprechen: 1. den Typus des "Wissenden"; 2. unterschiedliche Weisen des Zugangs zum Wissen der Zeit; 3. das Publikum, an das sich Konrads Wissen wendet. Konrad sei ein hochinteressanter Typus des clericus, der an der Pariser Universität begonnen hat, dann aber in seinem Werdegang letztlich ungewollterweise an ganz andere Orte kam, nämlich nach Wien und Regensburg, und damit in eine Vermittlerrolle gedrängt wurde. So sieht Müller in Konrad mehr den "Vermittler" von lateinischem und volkssprachlichem Wissen als den ausschließlich originellen Kopf. So könne Konrad beispielsweise hinsichtlich seines juristischen Wissens, in dem er keinen akademischen Grad erworben hat, nicht als "gelehrter Jurist" bezeichnet werden, eher sei er im weitesten Sinne als "Verwaltungsjurist" zu bezeichnen, da er sein umfangreiches Fachwissen für die praktische Anwendung eines Falles einsetze. Zukunftsträchtig ist auch Konrads Umgang mit dem Wissen, das er von der Peripherie bis zum Zentrum einem Ordnungsmuster unterwirft. Auch als Perfektionist und Ordnungsfanatiker ist Konrad mit keinem Zeitgenossen vergleichbar. Dabei zeigen beispielsweise Konrads naturwissenschaftliche Studien, daß herkömmliche Deutungsmuster noch als Rahmen notwendig sind, doch in nucleo bringt Konrad völlig neue, weil rational begründete Gedanken mit ein. Damit paßt Konrad auch nicht mehr in das Bild des "Intellektuellen" seiner Zeit, vielmehr wäre er als "homo universalis" zu bezeichnen – aber eben noch nicht im humanistischen Sinne. Hat Konrad ein Jahrhundert zu früh gelebt? Warum blieb eine unmittelbare Rezeption seines Werkes aus? Wahrscheinlich wäre ihm in einer sprachlichen Vermittlerrolle am Wiener Hof des 15. Jahrhunderts, an dem die Übersetzungsliteratur ein große Rolle spielte, mehr Erfolg beschieden gewesen.

Die Referate der Tagung werden als erweiterte Beiträge in einem Sammelband zugänglich gemacht, der als Beiheft zur Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte erscheinen wird.

Gisela Drossbach, München*

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

 

Auch online auf unserer homepage unter der Rubrik "Publikationen" oder unter

http://resikom.ADW-Goettingen.gwdg.de/kollanzeige.php3

 

Seminar

Court Studies

Chicago, 20. September 2003 bis 17. April 2004

Kontaktadresse: Society for Court Studies

History Department

University of Massachusetts Boston

100 Morrissey Boulevard

USA-Boston MA 02125

Tel: [USA] 61 72 87 68 60

E-mail: malcolm.smuts@umb.edu

Aus dem Programm:

Samstag, 20. September 2003

Jaeger, S., John of Salisbury on Dogs, Courtiers and other Monsters at the Court of Henri II of England.

Samstag, 22. November 2003

Starkey, D., Queen Elizabeth I and her Court.

Samstag, 16. Februar 2004

Young, M., A Sodomitical Court? King James and his Favorites.

Samstag, 21. Februar 2004

Murphy, J., "Mock Court": the Lord Lieutenant of Ireland and the Court of Dublin Castle, 1767-1922.

Samstag, 17. April 2004

McClure, E., Diplomacy and Absolutism in Seventeenth Century France.

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Kolloquium

Royautés imaginaires (Xlle-XVe siècles)

Paris, 26. bis 27. September 2003

Kontaktadresse: Colette Beaune et Henri Bresc

Université de Paris X-Nanterre

Département d’histoire

200, avenue de la République

F-92000 Nanterre

Tel: [F] 01 - 40 97 71 10

Entre les fondements philosophiques, juridiques, religieux et biologiques de la royauté il reste une place pour une argumentation libérée du critère espace-temps. Il est significatif que le mode de gouvernement royal, essentiellement centré sur l’incarnation du pouvoir, ait non seulement laissé se développer l’imaginaire royal, mais en soit sorti fortifié. Certains travaux manifestent depuis une vingtaine d’années la fécondité de l’étude de l’imaginaire comme source d’appréhension du réel. L’entrée de l’imaginaire en politique révèle l’absence de cloisonnement de la pensée des derniers siècles du Moyen Âge, car il est partie prenante de la mise en place de l’archétype royal et de ses représentations.

Faisant appel aux chercheurs historiens et littéraires de ce domaine, les axes de recherche de ces journées d’étude peuvent s’organiser en quatre directions principales:

1. Rois tutélaires et historiques. Dans l’ordre de l’imaginaire aussi, l’antériorité fonde l’autorité. Le prestige conféré aux personnages bibliques et historiques par cette position originelle leur donne valeur tout à la fois de modèles ou de protecteurs. Quel regard la fin du Moyen Age porte-t-elle sur ses propres temps héroїques et sur les monarques ennoblis par leur antiquité? La royauté ainsi reconstituée appartient-elle à un passé inexorablement révolu ou prétend-elle encore exercer sa fonction normative?

2. Royautés légendaires Les faits et gestes de ces rois et de ces reines remarquables sont apparus comme particulièrement dignes de mémoire. L’intérêt portera sur les mécanismes de transmission et de déformation de leur image. Légende dorée, légende noire, comment et pourquoi l’imaginaire se mêle-t-il au réel de ces royautés?

3. Rois fictifs et cachés. La figure royale est devenue un patrimoine commun, même dans les espaces qui rejettent apparemment le régime monarchique. Cette appropriation par toute une société dans sa diversité, se décline notamment selon des modalités ludiques ou pathologiques. Aucune tentative de structuration, même symbolique, ne peut faire l’économie de la puissance bienveillante d’un roi, fût-elle étroitement circonscrite par les bornes du temps, les règles du jeu, ou les limites de l’ego.

4. Royautés utopiques et imaginaires géographiques. Il s’agit d’exemples concrets, hors des limites du monde connu, de royautés idéales où les rapports humains sont réglés harmonieusement. Ces royautés sont celles de l’intangible et de l’irréalisable. Leurs horizons sont vastes, lointains ou même infinis. Comment interpréter ces mondes imaginaires?

Aus dem Programm:

Aladjidi, P. (Paris), Les modèles imaginaires de la charité royale à la fin du Moyen Âge; Allirot, A.-H. (Paris), La "male royne boiteuse" Jeanne II de Bourgogne; Aurell, M. (Poitiers), La reine Aliénor d’Aquitaine: genèse d’une légende noire; Beaune, C. (Paris), Les rois de la fève; Bohler, D. (Bordeaux), L’identité cachée des rois ou les voies de l’incognito dans le champ du romanesque du Moyen Âge tardif; Boureau, A. (Paris), Le prince des démons; Bozoky, E. (Poitiers), Les représentations d’Attila dans l’historiographie hongroise (XIIIe-XVe siècles); Boutet, B. (Paris), Entre réel et imaginaire: les figures royales et la réflexion historique dans le Roman de Rou de Wace et dans l’Historia regum Britanniae de Geoffroy de Monmouth; Bresc, H. (Paris), Les rois des iles Fortunées; Calvo, T. (Paris), Royauté et imaginaire: L’ombre portée de la Monarchie catholique sur l’Extrême-Orient (XVIe-XVIIIe siècles); Douchet, S. (Paris), Perceval et la royauté du Graal dans le roman du Moyen Age; Greene, V. (Harvard), L’image royale dans quelques manuscrits illustrés de romans arthuriens du cycle du Lancelot-Graal au XIIIe siècle; Lecuppre, G. (Paris), Continuité capétienne, monarchie universelle et martyre rédempteur: la royauté fantasmatique du Siennois Giannino Baglione (1316-1362); Scordia, L. (Rouen), Théopompe est-il un roi tutélaire de la royauté française? Duma, J. (Paris), Conclusions.

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Tagung

Le château au féminin

Rencontres d’archéologie et d’histoire en Périgord

Périgueux, 26. bis 28. September 2003

Kontaktadresse: Joëlle Chevé

11, avenue de Lattre de Tassigny

F-24000 Périgueux

Tel/Fax: [F] 05 - 53 35 37 27

E-mail: chevejoelle@wanadoo.fr

Le titre de ces dixièmes Rencontres d’Archéologie et d’Histoire en Périgord pourrait surprendre. Il est volontairement ainsi libellé pour tenter de définir les modalités particulières d’insertion des femmes dans l’espace matériel, fonctionnel et symbolique du château, au cours d’une histoire saisie selon des perspectives qui sont la marque originale et féconde de nos Rencontres: la longue durée, du haut Moyen Age à nos jours, et l’ensemble de l’espace européen. Après le constat d’une historiographie consacrée jusqu’ici au château "masculin", c’est-à-dire défini par sa vocation militaire et politique, il était plus que légitime de s’interroger sur la présence des femmes au château dans le temps et dans l’espace, sur leur identité, sur leur rôle, leurs fonctions spécifiques et leurs pouvoirs et sur les représentations qu’elles suscitent. Toutes les problématiques suggérées par un tel sujet ne sauraient être épuisées en quelques communications. Cependant, la richesse du programme proposé montre assez, outre la nouveauté des approches, la multiplicité des pistes qui s’ouvrent à la recherche. Malgré une plus grande rareté des sources les concernant, on peut d’ores et déjà affirmer la place centrale des femmes dans l’espace châtelain. Si elles inspirent bien souvent la conception, la construction, l’aménagement spatial et la décoration du château, elles sont, plus encore, au coeur de son organisation familiale et domestique, de la gestion économique des domaines et de leur défense parfois, les armes à la main, dans les périodes les plus troublées, sans oublier, malgré leur statut juridique inégal, leur rôle majeur dans leur conservation et leur transmission. Ce sont bien par les femmes que les châteaux de pierre deviennent chair et esprit et qu’ils rayonnent également sur le plan religieux, éducatif, caritatif et mondain. Ainsi le magnifique château de Jumilhac est-il nimbé de la légende de la pauvre fileuse emprisonnée par un mari jaloux. Derrière le contes de fées, qui constitue un indéniable argument de valorisation touristique, il y a la ténacité et la volonté d’une femme, la comtesse de La Tour du Pin-Chambly, née Chapelle de Jumilhac, qui a réussi, en dépit de tous les obstacles, à restaurer et ouvrir son château au public et à le transmettre à l’un de ses fils. On ne pouvait faire meilleur choix de visite pour conjuguer le château au féminin.

Aus dem Programm:

Freitag, 26. September

Regaldo, P., Bilan des opérations archéologiques réalisées à Bordeaux en 2003; Prodéo, F., Le site fossoyé de l’An Mil de Pineuilh; marin, A., La maison des Dames de la Foy à Périgueux; vinyoles, T., Présence des femmes dans les châteaux de frontière (Catalogne, XIe-XIIe siècles); diez jorge, E., L’Alhambra au féminin; mouillebouche, H., Le rôle des dames dans les maisons fortes de Bourgogne (XIIIe-XVIe siècles); bon, P., Brodée comme la collerette d’une dame de la Renaissance, la résidence princière de Mehun-sur-Yèvre; desaive, J.-P., Les femmes au manoir, beaucoup de place et peu de traces. Quelques exemples en Bourgogne sous l’Ancien Régime; nassiet, M., Les rôles féminins dans les manoirs de l’Ouest au XVIe siècle.

Samstag, 27. September

cocula, A.-M., Catherine, la soeur sacrifiée, gardienne du château familial; fouilleron, T., Entrées de princesses et politique au féminin à Monaco aux XVIIe et XVIIIe siècles; constant, J.-M., Les héroïnes baroques entre cour et château; baury, R., La place de la châtelaine dans le légendaire castral; bastl, B./schemper, I., Le rôle de la femme du seigneur dans la vie religieuse et sa représentation dans l’Autriche des XVIe-XVIIIe siècles; picco, D., De Saint-Cyr à la vie de château (fin XVIIe-XVIIIe siècles); dauchez, C., La conservation du patrimoine familial en Périgord pendant la Révolution.

Sonntag, 28. September

wiscart, J.-M., Sauvegarder, bâtir. L’exemple de quelques châtelaines de la France septentrionale, de la fin de l’Ancien Régime aux lendemains de la Grande Guerre; lenderova, M., Une solitude active: le destin des vieilles filles nobles au XIXe siècle à travers leurs journaux intimes; heuze, M., La châtelaine, un bijou utile et symbolique de la Renaissance au XIXe siècle; Contamine, P., Conclusions.

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Kolloquium

L’air de Cour au temps de Henry IV et de Louis XIII

Versailles, 9. bis 11. Oktober 2003

Kontaktadresse: Centre de Musique Baroque de Versailles

Hôtel des Menus-Plaisirs

22, avenue de Paris

B.P. 353

F-78003 Versailles Cedex

Tel: [F] 01 - 39 20 78 10 – Fax: 01 - 39 20 78 01

E-mail: accueil@cmbv.com

Placé sous la responsabilité scientifique de Georgie Durosoir, chercheur associé au CMBV et organisées par le Centre de Musique Baroque de Versailles, ce colloque s'est sont déroulé à la Bibliothèque municipale de Versailles du 9 au 11 octobre 2003, avec le soutien de la Ville de Versailles.

Ce colloque a été l’occasion de rassembler des contributions variées et hautement spécialisées, en vue d’un ouvrage qui sera publié aux éditions du CMBV. À l’approche historique et sociologique, à l’étude littéraire et musicologique, s’est ajoutée une réflexion approfondie sur la pratique musicale qui demeure une des préoccupations majeures du CMBV.

Aus dem Programm:

LE POUVOIR ET LA CREATION ARTISTIQUE

Dubost, J. F., Le goût pour la musique dans l’entourage de Marie de Médicis; Bayard, F., Les financiers et la musique dans la première moitié du XVIIe siècle; Ferretti, G. Pouvoir politique et production poétique autour de Richelieu.

DES LIEUX ET DES STYLES

Berrada, T., L’émergence du salon de musique en France au début du XVIIe siècle; Macé, S., L’air de cour et l’esthétique du style simple; Peureux, G. Nature et enjeux d’une réécriture de vers de ballet par Pierre Motin.

LE REPERTOIRE DANS SES TENDANCES ORIGINELLES

Dobbins, F., Les airs de Charles Tessier; His, I., Airs mesurés et airs de cour; Brooks, J., L’art et la manière : ornementation et notation dans les airs de cour à la fin de la Renaissance.

SOURCES MANUSCRITES DE L’AIR DE COUR: REEMPLOIS ET REECRITURES

Goy, F.-P., L’air de cour dans le répertoire soliste du luth et de la mandore; Guillo, L., Quand Callot et Le Blond illustrent les airs de Lambert et Moulinié: les recueils calligraphiés par Baudry van Horicke.

THEORIE QUE ME VEUX-TU?

Geay, G., Théorie et pratique du contrepoint; Psychoyou, M., Le statut de l’air de cour dans les traités contemporains; Demeilliez, M., La pratique de la basse continue dans l’air de cour.

L’AIR DE COUR ET LE THEATRE SOCIAL

Leconte, T. La "Comédie des chansons" et son répertoire d’airs de cour; Nestola, B., "Celesti concenti": remarques sur les sources littéraires des airs de cour en Italien; Desmet, M., Les métamorphoses du genre dans "La pieuse alouette"; Powell, J., L’air de cour et le théâtre de collège au XVIIe siècle.

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42. Arbeitstagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung

Stadtbilder der Neuzeit

Zürich, 14. bis 16. November 2003

Kontaktadresse: Prof. Dr. Bernd Roeck

Universität Zürich

Historisches Seminar

Karl-Schmid-Str. 4

CH-8006 Zürich

Tel: [CH] 0 16 - 34 38 61

E-mail: roeck@hist.unizh.ch

Internet: http://www.stadtgeschichtsforschung.de

Aus dem Programm:

Freitag, 14. November

Roeck, B. (Zürich), Stadtvedute und "historische Wirklichkeit".

Samstag, 15. November

SEKTION I: METHODISCHE FRAGEN EINER HISTORISCHEN STÄDTEIKONOGRAPHIE

Hoffmann, C. (Augsburg), Altbayern: Stadtentwicklung in stagnierendem Umfeld. Ikonographische Aspekte; Pätzold, S. (Pforzheim), Pforzheim – eine Stadt im Bild. Zu einigen Stadtansichten des 16. und 17. Jahrhunderts und ausgewählten methodischen Aspekten der Vedutenforschung; Marsch, A. (Hamburg), Der europäische Ansichtenzeichner Friedrich Bernhard Werner (1690-1776) und seine Ansichten von der Schweiz und Südwestdeutschland; Klesmann, B. (Zürich), Die Stadt in Flammen. Krieg und Zerstörung als Sujet frühneuzeitlicher Ansichten der Residenzstadt Bonn.

SEKTION II: PERSPEKTIVEN DER VEDUTENFORSCHUNG IN DER SCHWEIZ

Schmid, R. (Zürich), Stadtdarstellungen in den bebilderten Chroniken des schweizerischen und süddeutschen Raumes; Gerosa, P. G. (Straßburg/Lugano), L’immagine della città ticinese e le sue problematiche; Stercken, M. (Zürich), Inszenierung bürgerlichen Selbstverständnisses und städtischer Herrschaft im 16. Jahrhundert. Jos Murers Ansicht von Zürich.

SEKTION III: ASPEKTE DER MATERIALIKONOLOGIE

Sommer, D. (Marburg), "Amplas grandibus urbes sumptibus". Aspekte der bildlichen Repräsentation thüringischer Residenzstädte auf Gegenständen des höfischen Alltags und Zeremoniells; Allekotte, J. (Berlin), Die "civitates Italiae celeberrime" in der Belvedere-Loggia Innozenz’ VIII.

Sonntag, 16. November

SEKTION IV: STADTVEDUTEN ZWISCHEN ALTEUROPA UND MODERNER WELT: DER ÜBERGANG ZUR PHOTOGRAPHIE

Ritter, D. (München), Die Stadtvedute zwischen Malerei und Photographie; Arnscheidt, G. (Mannheim), Der Übergang der Stadtvedute zur photographischen Ansicht: das Beispiel Mannheim.

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Seminar

Court Studies

London, 17. November 2003 bis 16. Februar 2004

Kontaktadresse: Society for Court Studies

PO BOX 14057

GB-London, N51WF

Tel: [GB] 0 20 - 75 03 99 03 – Fax: [GB] 0 20 - 75 03 98 76

E-mail: admin@courtstudies.com

Aus dem Programm:

Montag. 17. November 2003

Shepherd, R., Courtly Confidence and Republican Anxiety: the politics of magnificence & fifteenth century Italian architecture.

Montag. 19. Januar 2004

Ridley, J., Deconstructing Tum Tum: becoming King Edward VII.

Montag. 16. Februar 2004

Thurley, S., Title, Function and Symbolism at Hampton Court Palaxe, 1400-1760.

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Konferenz

La nobiltà romana nel Medioevo

Rom, 20. bis 22. November 2003

Kontaktadresse: École française de Rome

Piazza Farnese, 67

I-00186 Rom

TEl: [I] 06 - 68 60 13 33, - 68 60 15 51 – Fax : [I] 06 - 687 48 34

Internet: http://www.ecole-francaise.it/fr/actualite.htm

L’historiographie des élites romaines aux XIIe-XIVe siècles s’est accrue ces dernières années d’une masse de travaux considérable. Le colloque en fera le bilan, sur des thèmes comme: la définition et la conscience de soi de la noblesse; l’influence de la papauté, de l’Empire et des royaumes sur le jeu social urbain; les liens entre élites laïques et ecclésiastiques; le rapport entre la domination en ville et l’exercice de pouvoirs dans le territoire; les modèles culturels, etc. Mais on comparera aussi le modèle romain avec d’autres réalités urbaines ou princières, en Italie et hors de la péninsule.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 20 November

Wickham, C. (Birmingham), Nobiltà romana e nobiltà italiana nell’alto medioevo, parallelismi e contrasti; Carocci, S. (Rom), Nobiltà romana e nobiltà italiana nel medioevo centrale, parallelismi e contrasti; Mineo, I. (Palermo), Nobiltà romana e nobiltà italiana nel basso medioevo, parallelismi e contrasti; Arnaldi, G. (Rom), Senato, aristocrazia e papato nell’alto medioevo; Augenti, A. (Bologna), I ceti preminenti nelle fonti archeologiche (secoli VIII-XII); Manacorda, D. (Siena), "Castra" e "burgi" nella Roma altomedievale; Delogu, P. (Rom)/Beolchini, V. (Rom), La nobiltà altomedievale romana in città e fuori: il caso di Tusculum; Lenzi, M. (Rom), Ceti dirigenti e organizzazione agraria nel Lazio (secoli IX-XI); Hubert, É. (Paris), Ceti aristocratici e spazio urbano (secoli X-XV); Allegrezza, F. (Rom), Strutture della parentela nell’aristocrazia romana (secoli XI-XV).

Freitag, 21 November

Carpegna Falconieri, T. di (Urbino), Strumenti di preminenza: benefici e carriere ecclesiastiche (secoli XII-XIV); Maleczek, W. (Wien), Aristocrazia romana e cardinalato (secoli XII-XV); Vendittelli, M. (Rom), Nobiltà e comune nei secoli XII-XIII; Caciorgna, M. T. (Rom), I ceti nobiliari romani e gli apparati ammi-nistrativi dello Stato della Chiesa; Rehberg, A. (Rom), "Cavallerotti" e "nobiles" nel tardo Duecento e nel Trecento; Martin, J.-M. (Paris), I sovrani normanni, svevi e angioini e l’identità nobiliare romana; Giovè‚ N. (Padua), L’epigrafia nobiliare; Gandolfo, F. C. (Rom), Il ritratto nobiliare di committenza nel medioevo romano; Romano, S. (Lausanne), La committenza dei Colonna; Pace, V. (Udine), Segni e insegne di nobiltà nell’arte romana del medioevo; Signorini, M. (Rom), Alfabetizzazione e cultura grafica.

Samstag, 22 November

Carbonetti, C. (Neapel), Documentazione scritta e preminenza sociale; Polica, S. (Rom), La crisi del XIV secolo; Morelli, R. (Rom), Economia urbana e ceti nobiliari nel tardo medioevo; Esch, A. (Rom), Nobiltà e comune nella prima metà del Quattrocento; Barone, G. (Rom), Nobiltà e chiesa nel XV secolo; Sanfilippo, I. L. (Rom), Le vie della nobilitazione: percorsi di ascesa sociale (1350-1450 circa); Miglio, M. (Rom), La cultura del nobile romano nel XIV e XV secolo; De Vincentiis, A. (Tuscia), I baroni romani nel XV secolo; Feci, S. (Neapel), La storiografia sulla nobiltà municipale del XV secolo; Ago, R. (Rom), Fra tardomedioevo e rinascimento, continuità e cesure nei ceti nobiliari romani.

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Konferenz

Cartographie et représentations des villes (VI)

L’image peinte de la ville: XVe-XVIIIe siècle

Italie – Europe

Rom, 1. bis 3. Dezember 2003

Kontaktadressen: École française de Rome

Piazza Farnese, 67

I-00186 Rom

Tel: [I] 06 - 68 60 12 44 – Fax: [I] 06 - 6 87 48 34

E-mail: secrmod@ecole-francaise.it

Internet: http://www.ecole-francaise.it

Académie de France à Rome

Viale Trinità dei Monti, 1

I-00186 Rom

Tel: [I] 06 - 6 76 11 – Fax: [I] 06 - 6 76 12 08

E-mail: storiadellarte@villamedici.it

Internet: http://www.villamedici.it

Montag, 1. Dezember

1. PORTRAIT DE VILLE ET REPRÉSENTATION POLITIQUE

Boiteux, M. (Paris), La ville et la fête: images croisées. Rome à l’époque moderne; Lurin, E. (Paris), Vues imaginaires, vues antiques (titre à préciser); Ribouillault, D. (Paris), L’image de la ville dans la décoration des palais de Rome et du Lazio au XVIe siècle.

2. L’ESPACE DE LA VILLE. VUES GÉNÉRALES: MODES DE REPRÉSENTATION PEINTE

Ghizzoni, M. (Bologna), La pianta prospettiva di Bologna in Vaticano; Koering, J. (Rom), Le décor de la sala di Manto au palais ducal de Mantoue: "de l’utilité des fortifications et des aménagements urbains"; Nuti, L. (Pisa), Le città di Palazzo Vecchio a Firenze.

Dienstag, 2. Dezember

3. PEINTURE/GRAVURE: PORTRAITS DE VILLE

Marin, B. (Rom), Naples dans la seconde moitié du XVIe siècle: fresques et gravures; Garms, J. (Wien),Vedute di Roma; Deicher, S. (Wismar), Caspar David Friedrich et sa vue de Greifswald.

4. ATELIERS: VISITE

Bonfait, O. (Rom), Un cycle de vues de villes: la Salle du domaine florentin de la Villa Médicis.

Mittwoch, 3. Dezember

Pinelli, A. (Pisa), La Galleria delle carte in Vaticano.

5. COMPARAISONS

Iuliano, M. (Neapel), Venezia ritrae Constantinopoli (1479-1520); Roelofs, P. (Amsterdam), Amsterdam represented. Context and Meaning in Seventeenth Century Dutch townscapes; Di Mauro, L. (Neapel), Aversa e Alessandro Farnese: un’inedita veduta a Capodimonte.

Organisateurs: Académie de France à Rome, École française de Rome, Archivio Storico Capitolino, CROMA Università di Roma Tre.

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Vortrag

Katrin Keller (Wien)

Der Wiener Hof in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Patronage, Klientel und Geschlechterverhältnisse

Mainz, 3. Dezember 2003

Kontaktadresse: Institut für Europäische Geschichte

Alte Universitätsstraße 19

D-55116 Mainz

Internet: http://www.inst-euro-history.uni-mainz.de

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Ausstellung

Porphyre

La pierre pourpre, des Ptolémées aux Bonaparte

Paris, bis 16. Februar 2004

Kontaktadresse: Musée du Louvre

F-75058 Paris Cedex 01

Tel: [F] 01 - 40 20 50 50 – Fax: [F] 01 - 40 20 54 42

E-Mail: info@louvre.fr

De l’époque hellénistique à la fin du XVIIIe siècle, le porphyre occupe une place à part parmi les matériaux destinés à l’architecture ou à la sculpture. Son extraordinaire dureté, qui en rend le travail très difficile, le monopole impérial de son exploitation et, surtout, la couleur pourpre dont il tire son nom lui confèrent un caractère précieux et symbolique remarquable.

Des statues colossales de la collection Borghèse à l’Aigle de Suger, cette exposition réunira également bustes et vases, permettant notamment de mieux comprendre l’histoire de ces œuvres, souvent difficiles à dater.

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Ausstellung

D’un coffre à l’autre

Saint-Julien-les-Villas, 10. Januar bis 29. Februar 2004

Kontaktadresse: Maison du Patrimoine

3ter, rue Jean-Jacques Rousseau

F-10800 Saint-Julien-les-Villas

Tel: [F] 03 - 25 82 59 45 – Fax: [F] 03 - 25 82 88 59

Après le Château du Grand Jardin à Joinville, la Maison du Patrimoine accueille la superbe exposition "D’un coffre à l’autre", occasion unique de dècouvrir un meuble qui accompagna la vie des Européens pendant plusieurs siècles et qui servit à de multiples usages. Une sélection de coffres contemporains montre de quelle manières les artisans contemporains ont revisité le thème.

Aus dem Programm:

Freitag, 9. Januar

Lechien, M., L’histoire du coffre.

Montag, 16. Februar

Roseau, C., Les coffres de mariage italiens.

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Tagung

Forschungsstand und Perspektiven der deutschen Mediävistik

Rom, 19. bis 20. Februar 2004

Kontaktadresse: Deutsches Historisches Institut Rom

Via Aurelia Antica 391

I-00165 Rom

Tel: [I] 06 - 66 04 92-1 – Fax: [I] 06 - 6 62 38 38

E-mail: webmaster@dhi-roma.it

Internet: http://www.dhi-roma.it

Aus dem Programm:

Donnerstag 19. Februar

Fried, J. (Frankfurt a.M.), Gedächtnis und Kritik. Menschliches Erinnerungsvermögen und historische Quellenkritik; Melville, G. (Dresden), Perspektiven der mittelalterlichen Ordensforschung im deutschsprachigen Raum.

Freitag, 20. Februar

Althoff, G. (Münster), Interdisziplinäre Öffnungen: Die deutsche Mittelalterforschung und der performative turn; Ranft, A. (Halle/Saale), Adel, Höfe, Residenzen im spätmittelalterlichen Reich; Schneidmüller, B. (Bamberg), Von der deutschen Verfassungsgeschichte zur Geschichte politischer Ordnungen und Identitäten im europäischen Mittelalter; Irsigler, F. (Trier), Wirtschaftsgeschichte und deutsche Mediävistik; Schieffer; R. (München), Die Erschließung der Quellen: Alte Probleme und neue Entwicklungen.

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Ausstellung

Gaben an die Residenz

Ethnographische Kostbarkeiten

Dresden, 26. Februar bis 31. Dezember 2004

Kontaktadresse: Museum für Völkerkunde Dresden

Japanisches Palais

Palaisplatz 11

D-01097 Dresden

Tel: [D] 03 51 - 8 14 48 41 – Fax: [D] 03 51 - 8 14 48 88

E-mail: info@mvd.smwk.sachsen

Jedes Geschenk fordert eine Gegengabe heraus. Das gilt auch für die Politik. Nutznießer einer Jahrhunderte langen Tradition von Geschenken an das Sächsische Herrscherhaus ist u.a. das Völkerkundemuseum Dresden. 1875 aus der Königlichen Kunstkammer heraus gegründet ist es seit 2004 Teil der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen. Die Ausstellung im Japanischen Palais zeigt die Weltläufigkeit Sachsens. Viele der teilweise sehr wertvollen Schenkungen von Südostasien bis Grönland, von Südamerika bis Afrika stammen von Fürsten oder Gesandten anderer Länder, von Sächsischen Forschern oder Diplomaten.

 

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Internationale Tagung

Außenpolitisches Handeln im 15. Jahrhundert: Akteure und Ziele

Wien, 4. und 5. März 2004

Kontaktadresse: Dr. Sonja Dünnebeil und Dr. Christine Ottner

Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Prinz-Eugen-Straße 8/1

Historisches Seminar

A-1040 Wien

Tel: [A] 0 15 - 15 81-72 21 oder -72 22 (Sekretariat 7240)

E-mail: sonja.duennebeil@oeaw.ac oder christine.ottner@oeaw.ac.at

Internet: http://www.oeaw.ac.at/gema/programm_RI_aussenpolitik.htm

Aus dem Programm:

Donnerstag, 4. März

Begrüssung und Einführung

Heinig, P.-J. (Mainz), Konjunkturen des Auswärtigen. "State formation" und internationale Beziehungen im 15. Jahrhundert; Wefers, S. (Jena), Handlungsträger, Aktionsfelder und Potenziale von Außenpolitik im Spätmittelalter; Schenk, G. J. (Essen), Friedrich III. in Besançon 1442 und in Metz 1473 oder: Von geglückten und gescheiterten Herrschertreffen mit dem Burgunderherzog; Ehm-Schnocks, P. (Münster), Struktur und Persönlichkeit: der Tag von Trier und die burgundischen Beziehungen zum Reich unter Karl dem Kühnen; Dünnebeil, S. (Wien), Handelsobjekt Erbtochter – Die Heiratsverhandlungen Österreichs über die Verehelichung Marias von Burgund mit Maximilian I.; Wiesflecker-Friedhuber, I. (Graz), Das Vertragswerk von Lyon – Blois – Hagenau (1503/05). Die Diplomatie Maximilians I. zwischen Frankreich, dem Papst, Spanien und Venedig.

Innen- oder Aussenpolitik?

Ottner, C. (Wien), Schnittstellen zwischen Innen- und Außenpolitik am Beispiel des Reichslandfriedens von 1467; Krüger, K. (Halle), Die Ehre der Stadt und die Ehre der Hanse; Jucker, M. (Zürich), Innen- oder Außenpolitik? Eidgenössisches Gesandtschaftswesen zur Zeit der Burgunderkriege am Beispiel Hans Waldmanns und Adrian von Bubenbergs; Niederhäuser, P. (Winterthur), "Damit si bei dem Haus Osterreich beleiben …". Eidgenössische Kleinstädte und ihre Beziehungen zu Habsburg.

Freitag, 5. März

Agieren und Präsentieren

Fritsch, S. (Wien), Zwischen Papst und König. Der Gesandte Leonello Chieregati (1484-1506) als Spielball päpstlicher Außenpolitik; Hollegger, M. (Graz), Das Gesandtschaftswesen in der Zeit Maximilians I.; Prietzel, M. (Berlin), Die burgundischen Diplomaten in den 1450er und 1460er Jahren; Selzer, S. (Halle), Politik der Erscheinung – Stoffe, Farben und Devisen in fürstlichen Außenbeziehungen. Das Beispiel der Wettiner um 1500; Wagendorfer, M. (Wien/Rom), Der Blick des Humanisten – Außenpolitik bei Aeneas Silvius Piccolomini.

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Kolloquium

Kloster und Bildung

Kloster Ebstorf, 17. bis 21. März 2004

Kontaktadresse: Dr. Jürgen Wilke

Max-Planck-Institut für Geschichte

Germania Sacra

Tel: [D] 05 51 - 4 95 61 15 – Fax: [D] 05 51 - 4 95 61 70

E-mail: wilke@mpi-g.gwdg.de

Kloster Ebstorf ist mit seinen zahlreichen Kunstschätzen, einer umfangreichen spätmittelalterlichen Handschriftenbibliothek, einer reichhaltigen archivalischen Überlieferung und nicht zuletzt durch seine Weltkarte eines der kulturhistorisch bedeutendsten Klöster der niedersächsischen Klosterlandschaft.

Im Rahmen des Kolloquiums sollen sowohl Aspekte der Ebstorfer Weltkarte als auch die regionale und überregionale mittelalterliche Kultur- und Bildungslandschaft, die sie hervorgebracht hat, thematisiert werden.

Aus dem Programm:

Vogtherr, T. (Osnabrück), Kloster Oldenstadt und seine Bibliothek; Binns, J. (New York), Gervase of Tilbury and his intellectual education he received during his life – reflected in his ways of thinking and the writers and books he used in the Otia imperialia; Rothmann, M. (Köln), Der regionale Blick in den Wundergeschichten der Otia imperialia des Gervasius von Tilbury; Strzelczyck, J. (Posen), Ut ab ipsis indignis accepi – zur Frage nach dem polnischen Gewährsmann des Gervasius von Tilbury; Kugler, H. (Erlangen), Die Ebstorfer Weltkrate ohne Gervasius von Tilbury; Mager, I. (Hamburg), Herzogin Elisabeth von Calenberg, die Einrichtung eines Klosterfonds und der Bildungsauftrag niedersächsischer Klöster seit der Reformation.

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Konferenz

Coronations

Past, Present and Future of the Coronation Ritual

London, 27. März 2004

Kontaktadresse: Society for Court Studies

PO BOX 14057

GB-London, N51WF

Tel: [GB] 0 20 - 75 03 99 03 – Fax: [GB] 0 20 - 75 03 98 76

E-mail: admin@courtstudies.com

Aus dem Programm:

Starkey, D., The Coronation: a peculiar history; Wortman, R., Myth and Ceremony in Russian Monarchy; Strong, R. , The English Coronation: a call for a wider perspective; Shaw, D., Scottish Coronation Ritual; Richards, J., The Coronation of Queen Elizabeth II.

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Ausstellung

Dresdner Medaillenkunst in Vergangenheit und Gegenwart

Dresden, bis 28. März 2004

Kontaktadresse: Münzkabinett

Albertinum

Brühlsche Terrasse

D-01067 Dresden

Tel: [D] 03 51 - 4 91 42 31 – Fax: [D] 03 51 - 4 91 42 33

E-mail: info@skd.smwk.sachsen.de

Erweiterung der ständigen Ausstellung des Münzkabinetts: Die Ausstellung bietet mit etwa 450 Objekten von 60 Künstlern einen Überblick über die mehr als vier Jahrhunderte umfassende Entwicklung der Medaillenkunst in Dresden. Die 1556 hier eingerichtete Münzstätte entwickelte sich, besonders in der Zeit des Barock, zu einem Zentrum der Medaillenprägung in Deutschland. Neben den Werken der bis Mitte des 20. Jahrhunderts an der Sächsischen Staatsmünze angestellten Graveure werden Gussmedaillen von Dresdner Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts präsentiert.

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Vortragsreihe

Bilder und andere nichtschriftliche Medien

Halle, 20. April bis 29. Juni 2004

Kontaktadresse: Prrof. Dr. Andreas Ranft, PD Dr. Klaus Krüger

Institut für Geschichte

Hoher Weg 4

06120 Halle

Tel: [D] 03 45 – 5 52 42 81 – Fax: [D] 03 45 – 5 52 71 01

E-mail: opel@geschichte.uni-halle.de

Internet: http://www.geschichte.uni-halle.de/ss04/koll1.htm

Aus dem Programm:

Dienstag, 27. April

Lentz, M. (Bielefeld), Konflikt, Ehre, Ordnung, Schmähbriefe und Schandbilder des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (ca. 1350-1600).

Dienstag, 4. Mai

Selzer, S. (Halle), Politik der Erscheinung. Stoffe, Farben und Devisen in fürstlichen Außenbeziehungen. Das Beispiel der Wettiner.

Dienstag, 11. Mai

Schenk, G. J. (Stuttgart), Zeremoniell als kulturelle Praxis: Methoden der Analyse und Interpretation am Beispiel spätmittelalterlicher präsentativer Akte.

Dienstag, 25. Mai

Schmid, W. (Trier), Wer betet für den toten Bischof? Zur Öffentlichkeit mittelalterlicher Kathedralen.

Dienstag, 1. Juni

Seggern, H. von (Kiel), Zur Geräuschkulisse spätmittelalterlicher Städte.

Dienstag, 8. Juni

Brand, H. (Groningen), Methodische Aspekte zum Verständnis von Bildung und anderen Medien im Rahmen von Kommunikation und Begegnung in Handel und Schiffahrt.

Dienstag, 15. Juni

Kocher, G. (Graz), Sichtbares Recht.

Dienstag, 22. Juni

Dormeier, H. (Kiel), Laienfrömmigkeit, Kunst und Wirtschaft in Lübeck um 1500. Die Stiftungen des Bankiers Godart Wiggeringk.

Dienstag, 29. Juni

Rader, O. B. (Berlin), Kostbare Knochen, verehrte Gräber. Funeralinszenierung als Medien zur Behauptung von Herrschaft.

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Vortragsreihe

Kulturgeschichte - Spätmittelalter und Frühe Neuzeit

Berlin, 20. April bis 13. Juli 2004

Kontaktadresse: Prof. Dr. Claudia Ulbrich

Dr. Michaela Hohkamp

Prof. Dr. Reimer Hansen

Friedrich-Meinecke-Institut

Koserstr. 20

D-14195 Berlin

Telefon: [D] 030 - 8 38-5 20 47 – Fax: [D] 030 - 8 38-5 65 66

E-mail: Ighreiz@zedat.fu-berlin.de

Aus dem Programm:

Dienstag, 20. April

Teuscher, S. (Los Angeles), Spätmittelalterliche Herrschaftspraktiken.

Dienstag, 6. Juli

Wandel, L. P (Madison), Das Tagebuch eines Zeremonialmeisters: Die Zusammenstellung von Ritualen am päpstlichen Hof.

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10. Workshop des Arbeitskreis "Höfe des Hauses Österreich"

Aktuelle Projekte

Wien, 21. April 2004

Kontaktadressen: DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wisssenschaften

Prinz-Eugen-Str. 8-10

A-1040 Wien

E-mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

HR Prof. Dr. Leopold Auer

Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Minoritenplatz 1

A-1010 Wien

E-mail: leopold.auer@oesta.gv.at

Aus dem Programm:

Bauer, V. (Wolfenbüttel), Hof- und Staatskalender als Personaldatenbanken; Keller, K./Sperl, A. (Wien), Der Wiener Hof und sein Klientel- und Patronagesystem; Freisleben, S./Denk, U. (Wien), Der Hofstaat Kaiser Leopolds I.; Rosenauer, A./Karner, H. (Wien), Baugeschichte der Wiener Hofburg; Kurzel-Runtscheiner, M./Döberl, M. (Wien), Die k.k. Hof-Wagenburg und der Wiener Wagenbau (1740-1918); Stampfer, U. (Innsbruck), Die Hofbibliothek Erzherzog Maximilians III.; Hausenblasová, J. (Prag), Der Hof Ferdinands I. und Anna Jagiellos und sein weiteres Umfeld in Prag; Buzek, V. (Budweis), Der Adel aus den böhmischen, österreichischen und ungarischen Ländern an den habsburgischen Höfen (1526-1619/1620); Godsey., W. jr (Wien), Hof, Kronland und Absolutismus: Die Stände Niederösterreichs 1700-1848; Schlachta, A. von (Innsbruck), Erbhuldigung und Stände in Tirol, 1665-1792; Sienell, S. (Wien), Regesten der Sitzungen der Geheimen Konferenz; Peper, I. (Graz/Wien), Konvertiten am Wiener Kaiserhof 1650-1750; Kulcsár, K. (Budapest), Herzog Albert von Sachsen-Teschen; Dahms, S./Malkiewicz, M. (Salzburg), Ballettkompositionen im Kontext der Wiener Klassik.

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36. Settimana

Bauen in Europa vor der Industriellen Revolution (13. bis 18. Jahrhundert)

Prato, 26. bis 30. April 2004

Kontaktadresse: Mario Bellandi

Il Datini

Via L. Muzzi 38

I-59100 Prato

Tel: [I] 05 74 - 60 41 87 – Fax: [I] 05 74 - 60 42 97

E-mail: datini@istitutodatini.it

Aus dem Programm:

Dienstag, 27. April

Gutièrrez Millán, M. E. (Salamanca), La Ciudad de Salamanca entre los siglos XIII y XV: una eficaz planificaciòn no escrita.

Mittwoch, 28. April

Chapelot, J. (Paris), Le financement public de la construction (taxation et église). France Moyen Age; Van Uytven, R. (Löwen), Palais ducaux, hôtels de ville et édifices religieux: organisation et financement des chantiers. Le cas du Brabant aus bas Moyen Âge.

Donnerstag, 29. April

Fouquet, G. (Kiel), Labour Management of Public Urban Building in the Late Middle Ages.

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Vortrag
anläßlich des 511. Geburtstags Alessandro Pasqualinis (
* 5. Mai 1493)

PD Dr. Eva-Marie Seng
Zwischen Utopie und Realität
Die "Idealstadt" Jülich als Ausdruck frühneuzeitlichen Ordnungsdenkens

Jülich, 28. 30. April 2004

Kontaktadresse: Museum Zitadelle Jülich

Postfach 1220

D-52411 Jülich

Tel: [D] 0 24 61 – 63-2 28 – Fax: [D] 0 24 61 – 63-3 54

E-mail: museum@juelich.de

Internet: http://www.juelich.de/museum/

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5. Kraichtaler Kolloquium

Grafen und Herren in Südwestdeutschland vom 12. bis ins 17. Jahrhundert

Kraichtal (Gochsheim), 7. bis 9. Mai 2004

Kontaktadresse: Dr. Kurt Andermann

Universität Freiburg

Historisches Seminar– Abteilung Landesgeschichte

Werderring 8

D-79085 Freiburg i.Br.

Tel: [D] 07 61 – 2 03-34 59 – Fax: [D] 07 61 – 2 03-91 88

E-mail: kurt.andermann@web.de

Aus dem Programm:

Freitag, 7. Mai

Bünz, E. (Leipzig), Adlige Unternehmer? Wirtschaftliche Aktivitäten von Grafen und Herren im späten Mittelalter; Niederhäuser, P. (Winterthur), Zwischen Konkurrenz, Partnerschaft und Unterordnung. Die Städtepolitik der Grafen und Herren im Spätmittelalter; Spiess, K.-H. (Greifswald), Zwischen König und Fürsten. Das politische Beziehungssystem südwestdeutscher Grafen und Herren im späten Mittelalter.

Samstag, 8. Mai

Carl, H. (Gießen), Einungen und Bünde. Zur politischen Formierung des Reichsgrafenstandes im 15. und 16. Jahrhundert; Joos, C. (Freiburg i.Br.), Herkunft als Selbstinszenierung. Zum genealogischen Selbstverständnis von Grafen und Herren; Zotz, T. (Freiburg i.Br.), Zur Bedeutung von Kirche und Klostervogtei für Grafen und Herren. Südwestdeutsche Beispiele aus dem Hoch- und Spätmittelalter; Dohna, J. Graf zu (Castell), Die oberdeutschen Grafen und die Reformation.

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Kolloquium

Images et modernité hellénistiques

Appropriation et représentation du monde d’Alexandre à César

Rom, 13. bis 15. Mai 2004

Kontaktadresse: École française de Rome

Piazza Navona, 62

I-00186 Rom

Tel: [I] 06 - 68 60 11 – Fax: [I] 06 - 687 48 34

Internet: http://www.ecole-francaise.it

Aus dem Programm:

Donnerstag, 13. Mai

ICONOGRAPHIE ET SOCIÉTÉ: FRONTIÈRES CULTURELLES ET COSMOPOLITISME

Siebert, G. (Straßburg), De la cité des images à une imagerie cosmopolite. Sur le décor figuré des bols hellénistiques à reliefs; Braccesi, L. (Padua), Lo spazio atlantico da Alessandro a Cesare; Trinquier, J. (Rom), La mosaïque Barberini de Palestrina et l’image de la faune éthiopienne dans l’Egypte lagide; Hairy, I. (Alexandria), Pharos, l’Egypte et Platon.

L’INTERPRÉTATION DE L'ESPACE ET DE L’HISTOIRE

Bammer, A. (Wien), L’architecture hellénistique en Asie mineure et ses concepts rétrospectifs et anticipants; Jacquemin, A. (Straßburg), Etoliens, Antigonides et Attalides: le recours au mythe et à l’histoire pour occuper l’espace delphique et affirmer son pouvoir; Kohl, M. (Lille), Sculpture – architecture – espace. Les grands ensembles des Attalides; Queyrel, F. (Paris), L’image en contexte: une nouvelle interprétation de la frise de la Gigantomachie du Grand Autel de Pergame; Strazzulla, M. J. (Foggia), L’uso delle immagini nell’edilizia pubblica dell’ellenismo a Roma e nel mondo italico.

Freitag, 14. Mai

L’IMAGE DU SOUVERAIN

Picard, O. (Paris), Les rois fondateurs: monnaie et politique; Guimier-Sorbets, A.-M. (Paris), L’image de Ptolémée devant Alexandrie; Coarelli, F. (Perugia), La nascita del culto dinastico ellenistico: il Dodekatheon di Delo; Iossif, P. (Lüttich), Scènes de genre et propagande royale: la lecture séleucide des peintures de Boscoreale; Hübner, G. (München), Zur statuarischen Selbstdarstellung der Attaliden: Bildformel oder Repräsentationsbild?; Meischner, J. (Berlin), Antiochos V und Antiochos VI. Legitimationshilfen an Bildnissen von Kinderkönigen; Rolley, C. (Dijon), Attributs et iconographie: un enfant royal à Agde? La polysémie de l’image: politique, religion, philosophie; Pralon, D. (Marseille), Représentation du pouvoir dans l’hymne à Zeus de Cléanthe.

Samstag, 15. Mai

Massa-Pairault, F.-H. (Paris), L’interprétation des frises du Grand Autel de Pergame et des stylopinakia de Cyzique; Zagdoun, M.-A. (Paris), La philosophie stoïcienne de l’art et son influence sur les formes artistiques; Prioux, E. (Paris), Entre critique littéraire et critique d’art: l’épigramme de Posidippe sur le portrait de Philitas de Cos (P. Mil. Vogl. VIII, 309); Sauron, G. (Paris), Actualité politique des Bacchantes d’Euripide à la fin de la période hellénistique.

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Tagung

Eine Monarchie der Höfe

Der vizekönigliche Hof als politischer Kommunikationsraum in der spanischen
Monarchie (16.-17. Jahrhundert)

Bielefeld, 13. bis 15. Mai 2004

Kontaktadresse: Dr. Christian Büschges

Fakultät für Geschichte, Philosophie und Theologie

Arbeitsbereich Iberische und Lateinamerikanische Geschichte

Universitätsstr.25

D-33615 Bielefeld

Tel: [D] 05 21-1 06 32 18

E-mail: christian.bueschges@uni-bielefeld.de

Internet: http://www.uni-bielefeld.de/geschichte/lateinamerika/monarchie

Die Herrschaft der Spanischen Habsburger erstreckte sich in der Frühen Neuzeit über drei Kontinente (Amerika, Europa und Asien) und umfaßte eine Vielzahl von Reichen und Provinzen. Angesichts der enormen Weite dieses Herrschaftsbereiches hatten die vom König ernannten Vizekönige die Aufgabe, in den ihnen unterstellten Reichen die Person des Monarchen zu repräsentieren und die Verwaltung zu leiten. Aus der Sicht der lokalen Notabeln war der Vizekönig zudem ein wichtiger Kontaktpunkt zwischen dem Reich und dem fernen Monarchen. Der vizekönigliche Hof war daher eine der zentralen politischen Arenen der Spanischen Monarchie, in denen soziale und politische Ansprüche ausgehandelt und repräsentiert wurden.

Während die Vizekönige bis um die Mitte des 16. Jahrhunderts über besonders umfassende Vollmachten und ein hohes Maß der Eigenverantwortlichkeit verfügten, wurde ihre Macht in der Folgezeit zugunsten verschiedener spezialisierter Behörden und Fachbeamten eingeschränkt. Bis zum frühen 17. Jahrhundert konzentrierten sich die politischen Kompetenzen der Vizekönige schließlich auf beratende, interpretierende, vermittelnde und ausführende Funktionen. Der Vizekönig agierte somit im Schnittpunkt verschiedener, am Königshof und in seinem Reich vertretener sozialer und politischer Interessen und Repräsentationen. Angesichts seiner fehlenden Souveränität war er bei der Umsetzung politischer Entscheidungen und des Zeremoniells grundsätzlich auf einen Ausgleich mit und zwischen den verschiedenen sozialen und politischen Akteuren angewiesen. Der vizekönigliche Hof erweist sich somit nicht nur als eine zentrale Arena des Politischen in der Spanischen Monarchie, sondern auch als besonders geeigneter Zugang zum Verständnis der komplexen politischen Struktur und Praxis der Monarchie insgesamt.

Die Tagung führt europäische und amerikanische Wissenschaftler zusammen, um die bislang vornehmlich rechts- und institutionengeschichtlich oder biographisch orientierten Untersuchungen zum Vizekönigtum in Richtung einer kultur- und politikgeschichtlich orientierten Erforschung des vizeköniglichen Hofes zu erweitern. Als Aspekte stehen im Vordergrund:

a) Der Hof als Ort der sozialen und politischen Repräsentation

Der Palast der Vizekönige bzw. Gouverneure als architektonisch, symbolisch und zeremoniell strukturierter politischer Raum.

Der Vizekönig bzw. Gouverneur als Repräsentant des Monarchen sowie seines eigenen Standes und Hauses. Symbole und Zeremoniell als spezifische Formen politischer Kommunikation am und im Umkreis des Hofes.

b) Der Hof als Ort des Aushandelns und Herstellens politischer Verbindlichkeiten.

Die Binnenstrukturen des Hofes als sozialer und politischer Raum (Institutionengefüge, Rechtsnormen und Traditionen).

Die sozialen und politischen Akteure am und im Umkreis des Hofes, ihre Anbindung an den Königshof in Madrid sowie die von den verschiedenen Akteuren benutzten Strategien, Semantiken und Medien der Kommunikation sozialer und politischer Geltungsansprüche.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 13. Mai

Büschges, C. (Bielefeld), The viceregal court as space of political communication in the Spanish monarchy (16th-17th centuries); Pietschmann, H. (Hamburg), Rey y Reinos. La monarquía hispánica de la unidad matrimonial a la unión dinástica, 1500 - ca. 1580; Rivero Rodriguez, M. (Madrid), El Gran Canciller Gattinara y los orígenes del virreinato en la Monarquía Hispana; García Bourrellier, R. (Pamplona), Un virreinato atípico: Navarra en el sistema político de los Austria; Vermeir, R. (Gent), Los hombres del conde-duque. Clientes de Olivares en la corte de Bruselas en el segundo cuarto del s. XVII; Álvarez-Ossorio Alvariño, A. (Madrid), La corte provincial de los gobernadores del Estado de Milán.

Freitag, 14. Mai 2004

Hernando Sánchez, C. (Madrid), La corte virreinal de Nápoles en la Monarquía de los Austrias: la evolución de la etiqueta y el ceremonial entre el siglo XVI y el XVII; Benigno, F. (Roma), Sólo Palermo es corte? la construcción del ceremonial virreinal en la Sicilia de los Austrias; Bazzano, N. (Palermo), Arquitecturas efimeras y poder duradero: el ceremonial de los virreyes de Sicilia (siglos XVI-XVII); Mínguez, V. (Castellón), Presencia simbólica del rey ausente. Imágenes de poder real en la corte virreinal de México; Rodríguez Moya, I. (Castellón), Efigies irreinales. Retratos políticos en las cortes americanas; Büschges, C. (Bielefeld), Ceremonial demarcations. The viceregal court as symbolic space of political representation and interaction in the Spa-nish monarchy; Canet Aparisi, T. (València), Conflictos de jurisdicción y precedencia en el virreinato de Valencia; Cañeque, A. (New York), Poder virreinal y conflictividad política en la Nueva España.

Samstag, 15. Mai 2004

Puente Brunke, J. de la (Lima), Los ministros de la audiencia y la corte virreinal limeña: entre alianzas y conflictos de intereses (siglo XVII); Latasa, P. (Pamplona), Patronato y clientelismo en la corte limeña del virrey marqués de Montesclaros (1607-1615); Locker, J. (Baltimore), Painting, Poetry, and Politics in the Viceregal Court of Naples: The Case of Artemisia Gentileschi; Zimmermann, K. (Berlin), Promotion of the Arts as Political Strategy – The Count of Monterrey in Naples.

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Journée d’études Moyen Age

Monnaie, fiscalité et finances au temps de Philippe Le Bel

Paris, 14. Mai 2004

Kontaktadresse: Comité pour l’histoire économique et financière de la France

2, rue Neuve Saint Pierre

F-75181 Paris cedex 04

Tel: [F] 01 58 28 98 18 – Fax: [F] 01 58 28 98 78

E-mail: comite-histoire@institut.minefi.gouv.fr

Aus dem Programm:

Freitag, 14. Mai

Lalou, E. (Paris), La place de l’Hôtel du roi dans le budget de l’état et l’économie du royaume.

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Ausstellung

Un cabinet, un roi, une ville
Een kunstkast voor Willem III

Namur, 15. Mai bis 10. Oktober 2004

Kontaktadresse: Jacques Toussaint

Musée des Arts anciens du Namurois

Hôtel Gaiffier d’Hestroy

24, rue de Fer

B-5000 Namur

Tel: [B] 81 - 22 00 65 – Fax: [B] 81 - 227 251

E-mail: jacques.toussaint@province.namur.be

Le Musée a le privilège de présenter en primeur lors de cette exposition un somptueux meuble d’apparat (scriban) appartenant à la Katholieke Universiteit Leuven en marqueterie d’ébène, écaille, cuivre jaune et rouge, étain et nacre, daté de vers 1695-1700 et attribué à l’atelier de Henri van Soest, ébéniste et marchand d’objets d’art anversois. Les armes de Namur disposées sur ce meuble constituent le lien entre le cabinet et notre ville à la fin du XVIIe siècle. L’exposition raconte, autour d’une oeuvre d’ébénisterie prestigieuse, les sièges de 1692 et 1695 et illustre l’histoire de la ville de Namur à la fin du XVIIe siècle.

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Kolloquium

Das Schloß "La Fontaine" von Peter Ernst von Mansfeld in Luxemburg

Luxemburg, 17. bis 18. Mai 2004

Kontaktadresse: Jean-Luc Mousset

Musée national d’histoire et d’Art

Marché-aux-Poissons

L-2345 Luxembourg

Tel: [L] 47 93 30 - 3 13 oder 47 93 30 - 2 13

E-mail: jean-luc.mousset@mnha.etat.lu

Peter Ernst von Mansfeld (1517-1604) war Gouverneur der Provinzen Luxemburg und Namur, für einige Zeit sogar Generalgouverneur der Niederlande und ein großer Liebhaber der Künste. Seit dem Jahr 1563 ließ er sich in Clausen, außerhalb der befestigten Stadt Luxemburg, eine bedeutende Schloßanlage errichten, der er den Namen "La Fontaine" gab. Leider überlebte sie ihren Bauherren nur kurze Zeit.

Die laufenden Grabungen und der 400. Todestag Mansfelds bieten den Anlaß, sich erstmals im Rahmen eines Kolloquiums mit dem Schloßbau dieses Renaissancefürsten zu beschäftigen.

Im Zentrum der Veranstaltung werden neben den Grabungsergebnissen, die von Matthias Paulke und Jean-Luc Mousset erläutert werden, neue Erkenntnisse zu wichtigen Aspekten stehen. Als Themen sind unter anderem die Stellung des Schlosses in der niederländischen Renaissancearchitektur (Krista de Jonge), die Wahl des Standortes und die Gartenanlage (Marc Schoellen), die Beschreibung des Schlosses von Jean-Guillaume Wiltheim (Othon Scholer) sowie die Beziehungen zwischen Peter Ernst von Mansfeld, Jacques I. Androuet du Cerceau und Hans Vredeman de Vries (Peter Fuhring) vorgesehen.

Das Kolloquium steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Krista De Jonge, Professorin an der Katholieke Universiteit, Leuven, und wird vom Musée national d’histoire et d’art, dem Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg und dem Service des Sites et Monuments Nationaux veranstaltet.

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Wissenschaftliche Tagung zur Vorbereitung der Landesausstellung Sachsen-Anhalt
"Das Heilige Römische Reich 962-1806. Das Mittelalter: Von Otto dem Großen bis Maximilian I."

Heilig-Römisch-Deutsch
Das Reich im mittelalterlichen Europa

Magdeburg, 19. bis 22. Mai 2004

Kontaktadresse: Dr. Matthias Puhle, Dr. Claus-Peter Hasse

Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Otto-von-Guericke-Str. 68-73

D-39104 Magdeburg

Tel: [D] 03 91 - 5 40-35 01 – Fax: [D] 03 91 - 5 40-35 10

E-mail: Cornelia.Laerm@museen.magdeburg.de

Internet: http://www.khm-magdeburg.de

Aus dem Programm:

Mittwoch, 19. Mai

Moraw, P. (Gießen), Das Reich im mittelalterlichen Europa: Bestehen, Handeln, Handlungsschwierigkeiten; Fillitz, H. (Wien), Die Reichsinsignien im Kontext der mittelalterlichen europäischen Krönungsinsignien; Borgolte, M. (Berlin), Die vielen Kulturen in den mittelalterlichen Kaiserreichen.

Öffentlicher Abendvortrag

Schneidmüller, B. (Heidelberg), Magdeburg und das geträumte Reich des Mittelalters.

Donnerstag, 20. Mai

Schieffer, R. (München), Konzepte des Kaisertums; Fögen, M. T. (Frankfurt am Main/Zürich), Römisches Recht und Rombilder im östlichen und westlichen Mittelalter; Bergmann, R. (Bamberg), Deutsche Sprache und römisches Imperium im Mittelalter; Müller, U. (Salzburg), Das mittelalterliche Reich in der deutschen Literatur; Ehlers, J. (Berlin), Imperium und Nationsbildung im europäischen Vergleich; Schwinges, R. C. (Bern), Das Reich im gelehrten Europa; Althoff, G. (Münster), Die Deutschen und ihr mittelalterliches Reich.

Freitag, 21. Mai

Moeglin, J.-M. (Paris), Der Blick von Westeuropa auf das mittelalterliche Reich; Gawlas, S. (Warschau), Der Blick von Polen auf das mittelalterliche Reich; Keller, H. (Münster), Der Blick von Italien auf das Imperium Romanum der Deutschen; Puhle, M. (Magdeburg), Die Hanse, Nordeuropa und das mittelalterliche Reich; Fouquet, G. (Kiel), Das Reich in den europäischen Wirtschaftsräumen des Mittelalters; Ranft, A. (Halle), Das Reich in den europäischen Adelslandschaften; Kintzinger, M. (Münster), Zeichen und Imaginationen des Reichs.

Samstag, 22. Mai

Niehr, K. (Marburg), Zeichen des mittelalterlichen Reichs? Speyer – Königslutter – Prag; Saurma, L. E. (Heidelberg), Das mittelalterliche Reich in der Reichsstadt; Weinfurter, S. (Heidelberg), Zusammenfassung.

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2. Sächsische Landesausstellung

Glaube und Macht
Sachsen im Europa der Reformationszeit

Torgau, Schloß Hartenfels, 24. Mai bis 10. Oktober 2004

Kontaktadresse: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

2. Sächsische Landesausstellung

Taschenberg 2

D-01067 Dresden

Tel. [D] 03 51 - 49 14-3 54 oder -7 92 – Fax: [D] 03 51 - 49 14-7 92

E-Mail: info@Landesausstellung.sachsen.de

Internet: http://www.landesausstellung.de

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Tagung

Rechtsverständnis und Handlungsstrategien im mittelalterlichen Konfliktaustrag

Bochum, 2. bis 5. Juni 2004

Kontaktadresse: PD Dr. Stefan Esders, Prof. Dr. Christine Reinle

Lehrstuhl für die Geschichte des Späteren Mittelalters

Tel: [D] 02 34 - 3 22 86 48 – Fax: [D] 02 34 - 3 21 40 65

E-Mail: mittelalter1@ruhr-uni-bochum.de

Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/mittelalter1

Aus dem Programm:

Freitag, 4. Juni

Krieger, K-F. (Mannheim)/Fuchs, F. (Würzburg), Konflikte und Konfliktbewältigung im spätmittelalterlichen Fürstenhaus. Die Auseinandersetzungen Herzog Albrechts IV. von Oberbayern (1465-1508) mit seinen Brüdern Christoph und Wolfgang.

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Internationales Kolloquium

Orte der Herrschaft

Göttingen, 3. bis 5. Juni 2004

Kontaktadresse: Dr. Caspar Ehlers

Hermann-Föge-Weg 11

D-37073 Göttingen

Tel: [D] 05 51 - 4 95 61 34 – Fax: [D] 05 51 - 4 95 61 70

E-mail: ehlers@mpi-g.gwdg.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 3. Juni

Ehlers, C. (Göttingen), Einführung; Untermann, M. (Heidelberg), Architekturelemente der Orte der Herrschaft; Ludowici, B. (Leipzig), Orte der Herrschaft als Gegenstand archäologischer Forschung; Burnouf, J. (Paris), Les estimateurs archéologiques de l’interprétation sociale de la notion d‘elite et la question des lieux centraux; Cormick, M. (Cambridge, Mass.), Two early medieval elites: Byzantium and the Franks in the Carolingian age.

Freitag, 4.Juni

SChweizer, S. (Göttingen), Kassel und Marburg im 13. und 14. Jahrhundert. Konkurrierende Residenzen; Carqué, B. (Göttingen), Orte und Zeichen der Herrschaften im spätmittelalterlichen Paris; Juwig, C. (Heidelberg), Rom als Imagination in der karolingischen Herrschaftspraxis; Sonnlecher, C. (Wien), Die Etablierung eines Netzknotens im Südosten des Frankenreiches. Salzburg im Licht karolingischer Raumstrategien und Landnutzungsinteressen; Barbier, J. (Paris), Places of power in Merovingian and/or Carolingian Gaul; Fray, J.-L. (Clermont-Ferrand), Genese eines Ortes der Herrschaft: Das Beispiel von Moulins (Dép. Allier, Mittelfr.); Vogel, B. (Erlangen), Heilige Ort der Herrschaft in der Hagiographie; Flachenecker, H. (Würzburg), Zentren der Kirche im Alten Reich; Falkowski, W. (Warschau), Centres and structures of power in late medieval Poland.

Sonnabend, 5. Juni

Nazarenko, A. (Moskau), Fürstliche Residenz und Hauptstadt in der Alten Rus; Boijcov, M. (Moskau), Orte der Herrschaft in der Rus; Pianowski, Z. (Krakau), Wawel Hill as a place of power in earlier medieval time (X-XII c.); Ryan, M. (London), Von Gerichtsort zum Herrschaftszentrum. Norditalienische Städte im hohen bzw. späten Mittelalter; O’Riain-Raedel, D. (Cork), Wie beim deutschen Kaiser – Krönungskirche und Sakraltopographie in Cashel (Irland); Hillen, C. (Bonn/Köln), Heinrich (VII.), der gehetzte König: Orte seiner Herrschaft in Zeiten des Konflikts.

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Journée d‘Étude

Autour de Jean Bullant

Tours, 10. Juni 2004

Kontaktadresse: Centre d’Études Supérieures de la Renaissance

Université François-Rabelais, Tours

59, rue Néricault Destouches

BP 1328

F-37013 Tours cedex 01

Tel: [F] 02 - 47 36 77 61 – Fax: [F] 02 - 47 36 77 62

E-mail: cesr@univ-tours.fr

Internet: http://www.cesr.univ-tours.fr

Erlande-Brandenburg, A. (Écouen), Jean Bullant à Ecouen; Allios, D. (Rennes), Jean Bullant à Chantilly: bilan des recherches archéologiques; Frommel, S. (Paris), Jean Bullant et Primatice; Fonkenell, G. (Tours), Les vestiges lapidaires des Tuileries et les travaux de Jean Bullant; Scaillierez, S. (Paris), L’autel de la chapelle du château d’Ecouen: Goujon et Rosso; Pauwels, Y. (Tours), La fortune de Jean Bullant.

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Call for papers

7. Tagung des Arbeitskreises "Policey/Polizei im vormodernen Europa"

Stadtherrschaft, Policey und die Ordnung einer urbanen Gesellschaft der Vormoderne

Stuttgart-Hohenheim, 10. Juni 2004

Kontaktadresse: Gerhard Sälter

Wilsnacker Straße 39

D-10559 Berlin

E-mail: G.Saelter@t-online.de

Die Produktion und Reproduktion von "Ordnung" in all ihren konkreten Ausformungen ist einer der zentralen Gegenstände von Policey, sei es durch Legislation, administrative Tätigkeit oder in der Rechtsprechung. "Ordnung" wird hierbei als diskursives und flexibles Geflecht von Normen unterschiedlicher Provenienz (informelle Übereinkunft, Brauch, Satzung, Gesetz) aufgefaßt und nicht als ein starres System gesellschaftlicher Beziehungen. Denn in den städtischen Gesellschaften der frühen Neuzeit waren verschiedene Akteure mit verschiedenen Interessen und unterschiedlichen Machtchancen an der Gestaltung und Aneignung von sozialer Ordnung beteiligt. Das macht sie zu einem interessanten Gegenstand auch der Forschung zur vormodernen Policey und Polizei. Auf der Tagung soll vor allem die sich während des Ancien Régime verändernde Rolle der verschiedenen Akteure (Krone bzw. Territorialherr und die zentrale Verwaltung, Ratsgremien, Patriziat und städtische Elite, lokale Notabeln und die Verwaltung von Stadtvierteln, lokale Gemeinschaften und Zünfte, Gerichte verschiedener Ebenen, verschiedene Gruppen der urbanen Bevölkerung) zum Gegenstand gemacht werden.

In einigen Städten besaß der kleine Rat eine weitgehende Gesetzgebungskompetenz, die allerdings zumeist in enger Konsultation mit verschiedensten Korporationen und sozialen Gruppen in der Stadt wahrgenommen wurde. In anderen Städten war es vor allem der Landesfürst oder die Krone, die für die normativen Vorgaben verantwortlich war. Unabhängig davon waren in den meisten Städten Notabeln, Korporationen und städtische oder territoriale Beamte an der Vermittlung und Ausgestaltung von Herrschaft und sozialer Ordnung beteiligt. Darüber hinaus wurden die in Gesetzen und Anordnungen formulierten Ordnungsinteressen der Herrschaft von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in der Stadt auf sehr verschiedene Weise angeeignet, indem sie bei der Umsetzung Einfluß auf die lokalen Beamten nahmen, Normen ignorierten oder bei Konflikten der Herrschaft gezielt Informationen zukommen ließen bzw. vorenthielten. Neben der Legislation sollte deshalb in den Beiträgen Aneignungsprozessen und informellen Ordnungsdiskursen und Ordnungspraktiken große Beachtung geschenkt werden.

In diesem gesellschaftlichen Feld aus Herrschaftsinteressen, normativen Vorgaben, Vermittlung und Aneignung entstand eine Ordnung, die im Alltag immer wieder reproduziert werden mußte und in der die sozialen und ökonomischen Beziehungen der Stadtbewohner untereinander und zur Herrschaft geregelt wurden. Nicht nur durch Normgebung, auch durch administrative Entscheidungen und die Kompetenz zur Konfliktregelung bildete Policey ein wesentliches Element in diesem durch Herrschaft und verschiedenen Interessen strukturierten sozialen Raum, der näher zu bestimmen wäre.

Zugrundegelegt wird hierbei ein Modell urbaner Entwicklung, das die Prozesse der Staatsbildung und der Zentralisierung politischer Kompetenzen berücksichtigt. Es wird davon auszugehen sein, daß die Ordnung in den Städten am Ende des Mittelalters einerseits eher autonom festgelegt wurde und daß sie andererseits mehr als in späteren Jahrhunderten auf breite Konsensbildung ausgerichtet war, wozu auch die auf der städtischen Miliz und den bewaffneten Bürgern beruhende Militärverfassung beitrug. Die städtische Obrigkeit und die sie dominierenden sozialen Gruppen beschränkten sich weitgehend darauf, ihren Status gegen konkurrierende Gruppen und Revolten zu verteidigen und ansonsten die in Korporationen und lokalen Gemeinschaften ausgeübte soziale Kontrolle zu unterstützen, indem die von ihnen besetzten oder eingesetzten Gerichte Devianz bestraften und Konfliktfälle entschieden. Soziale Ordnung wurde durch Machtverhältnisse strukturiert, in sozialen Beziehungen vermittelt und durchgesetzt, und durch Gerichte garantiert und überwacht.

In der späteren Phase geriet die Herrschaft in den meisten Städten, soweit sie nicht selbst das umliegende Territorium zu dominieren vermochten und souveränen Status erhielten, unter den zunehmenden Einfluß der entstehenden Staatsgebilde. Damit verbunden war ein Machtverlust der städtischen Eliten, die den Status autonomer Herrschaft verloren und deren Gerichtsgremien in einen Instanzenzug eingebunden wurden. Das hatte auch Auswirkungen auf die Art und Weise, in der sich die soziale Ordnung in den Städten etabliert hatte. Nicht nur die Normgebung wurde zunehmend von zentralen, stadtfernen Institutionen ausgeübt, auch das System sozialer Kontrolle veränderte sich, da die zentralisierte Herrschaft den städtischen wie den lokalen und korporativen Mechanismen gegenseitiger Überwachung und Konfliktbereinigung zunehmend mißtraute und die darin formierte Macht, die sie als Konkurrenz empfunden wurde, mißtrauisch überwachte. Gegen Ende der frühen Neuzeit neigten städtische Obrigkeiten eher dazu, soziales Verhalten aktiv zu überwachen, statt passiv auf Klagen zu warten, und sie installierten zu diesem Zweck immer größere Überwachungsapparate, aus denen sich später die Polizei und Teile der staatlichen Innenverwaltung entwickelten. Diese Veränderung markiert den Übergang von der Policey, einer auf dem Handeln vieler Instanzen beruhende Praxis städtischer Herrschaft, zur Polizei, einer zentral gelenkten obrigkeitlichen Behörde mit weitreichenden exekutiven Vollmachten.

Erwünscht sind Beiträge zu vier Themenkomplexen:

1. Akteure und Praxis der Policey

In diesem Themenfeld sollen die Akteure und Instanzen beleuchtet werden, die an der Ausübung von Herrschaft und der Reproduktion von sozialer Ordnung beteiligt waren. Hier stehen sich einerseits Akteure der politischen Zentrale (Krone oder Territorium) und Instanzen städtischer Herrschaft gegenüber, deren Verhältnis es zu beleuchten gilt. Andererseits ist deren Verhältnis zu Korporationen (Zünften, Gilden etc.) und lokalen Gemeinschaften (Nachbarschaften, Kirchengemeinden etc.), zu Bürgern und Einwohnern zu beleuchten. Welchen Einfluß besaßen diese auf verschiedenen Ebenen angesiedelten Akteure auf das Entstehen und die Tradierung von städtischer Ordnung? Außerdem sollte den Stadtvierteln und ihrer Rolle innerhalb der Stadt Aufmerksamkeit geschenkt werden.

2. Instanzen der Normsetzung

In diesem Themenbereich wird gefragt nach dem Entstehen städtischer Normen. Wie wurden obrigkeitliche Normen erlassen und wie wurden sie angeeignet? Welche informellen Prozesse der Normbildung gab es und welchen Einfluß hatten sie auf die soziale Ordnung in einer Stadt? Welche Akteure waren in welcher Weise an der Entstehung von Normen beteiligt? Welche Ordnungsdiskurse lassen sich im städtischen Kontext fassen und beschreiben? Wie wurden Konflikte zwischen unterschiedlichen Normengefügen (informelle Übereinkunft, Brauch, Satzung, Gesetz) beseitigt?

3. Formen der Verhaltenskontrolle

In diesem Bereich soll die Frage nach der Durch- und Umsetzung von Normen behandelt werden. Wer überwachte das Verhalten anderer mit welchem Interesse? Welche obrigkeitlichen Instanzen waren mit der Überwachung beteiligt und mit welcher Zielstellung? Welche informellen Strukturen bestanden im Alltag ? neben dem Ehrdiskurs ? zur Durchsetzung normgerechten Verhaltens, und auf welchen Interessen basierten sie? Wie verlief die Kooperation zwischen formalisierten und informellen Prozessen der Normdurchsetzung?

4. Entwicklungen, Konstellationen und Netzwerke der Macht

In diesem Themenkomplex soll es vor allem um die Veränderung urbaner Machtstrukturen im Prozeß der Zentralisierung gehen. Gab es Gewinner innerhalb der Stadt? Welche waren die Verlierer? Welchen Einfluß hatte die zunehmende Machtverlagerung politischer und gerichtlicher Kompetenzen hin zu zentralen Instanzen auf das Geflecht familiär und korporativ organisierter Machtbeziehungen? Welche Auswirkungen hatte der Machtverlust städtischer Eliten und lokaler Notabeln auf ihrer Fähigkeit, im Alltag Abhängige und Untergebene zu überwachen und diese soziale Kontrolle auch durchsetzungsfähig zu machen?

Einige Literaturhinweise werden auf der Internetseite des Arbeitskreises angeboten. Von Interessenten wird bis zum 1. Mai 2004 ein ein- bis zweiseitiges Exposé an die untenstehende Adresse oder einen der Organisatoren erbeten.

Bis zum 1. Juni sollte von den Beiträgern ein Papier ausgearbeitet und an die Tagungsteilnehmer (deren E-mail-Adressen beizeiten bekanntgegeben werden) versendet werden. Diese werden von den Teilnehmern im Vorfeld der Tagung gelesen. In der Diskussionsrunde selbst erhalten die Referenten Gelegenheit, ihre Thesen in einem maximal fünfminütigen Kurzreferat noch einmal als Impuls für die Diskussion zusammenzufassen.

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Internationales Kolloquium der
Deutschen Historischen Institute London und Paris
und der
Freien Universität Berlin

Luxus und Integration

Materielle Hofkultur Westeuropas vom 12. bis zum 18. Jahrhundert

Cumberland Lodge/Windsor, 1. bis 4. Juli 2004

Kontaktadresse: Dr. Karsten Plöger

Deutsches Historisches Institut London

17 Bloomsbury Square

GB-WC1A 2NJ London

Tel: [GB] 0 20 - 73 09-20 50 – Fax: [GB] 0 20 - 74 04-55 73

E-mail: ploeger@ghil.ac.uk

Internet: http://www.ghil.ac.uk/

Die Veranstaltung setzt sich zum Ziel, einen kulturgeschichtlichen Blick auf das Problem der Herrschaftsintegration zu werfen und den von den Zeitgenossen oft kritisierten, stets zunehmenden Aufwand bei Hofe in seiner Funktion (Verschwendung als Investition), vielleicht auch in seiner Dysfunktion (Verschwendung als Verschwendung) zu begreifen, dies sowohl innerhalb wie auch außerhalb des betreffenden Herrschaftsverbandes. Der Anfang wird mit Westeuropa gemacht, in der Hoffnung, daß später anderer Regionen in ähnlicher Weise befragt werden können. Die Bezeichnung des Kolloquiums lehnt sich an Werner Sombarts Luxus und Kapitalismus (1922) an: Damals wie heute geht es darum, vermeintlich Irrationales in seinen zuweilen unerwartet rationalen (und irrationalen) Folgen zu beobachten und zu analysieren.

Im lateinisch-christlichen Europa sind Akkulturation und Kulturtransfer durch Verbindung der Königs-, Fürsten- und Adelshöfe schon seit der ausgehenden Spätantike und in den entstehenden Barbarenreichen gefördert worden. Dabei sind im Laufe des Mittelalters und der Frühen Neuzeit weitreichende Wirkungen zu beobachten, sei es durch Gesandten- und Geschenkaustausch, durch Reisen, Heiratsverbindungen, Kunsterwerb, materielle Kompensation von Dienstleistungen jeder Art. Solche Formen des Austausches lassen sich auch unter einem sehr weit gefaßten Begriff von Patronage zusammenfassen. Dadurch werden kulturell bestimmte Herrschaftsstrategien deutlich und beschreibbar, die sowohl auf Außen- als auch auf Binnenwirkung angelegt waren: Hofkultur und Repräsentation dienten im wesentlichen der Integration von Herrschaft durch Verbandsbildung, d.h.

Zusammenführung von Vasallen- und Ministerialengruppen verschiedener Provenienz, Aufbau und Unterhalt eines Corps von Hofbediensteten, Entwicklung teilweise hochkomplexer Organisationsformen für tägliche Funktion und zeremoniell geregeltes Verhalten, Gesandten- und Botenwesen.

Die wissenschaftliche Bearbeitung der erwähnten Bereiche ist bisher recht uneinheitlich, und zwar sowohl im Hinblick auf die Gegenstände als auch hinsichtlich der zeitlichen Schwerpunkte, der Methoden und Fragestellungen.

Besonders in Deutschland, und hier wiederum für das 12. und 13. Jahrhundert, fehlt es noch an detailbezogenen Arbeiten, die mit umfassender Fragestellung und nach Möglichkeit interdisziplinär auf das Problem der Integration durch materielle Kultur gerichtet sind, in der Einzelanalyse aber quellennah und quellenerschließend vorgehen, um gesicherte Befunde für den synchronen und den diachronen Vergleich bereitzustellen. Aus dem Spätmittelalter und der Früheren Neuzeit wissen wir mehr, was feste und ephemere Bauten, Gagen und Pensionen, Kleidung und Schmuck, Tapisserien und Bilder, Bücher und Instrumente etc. angeht und die steigenden Aufwandsnormen der Präsenz bei Hofe. Doch auch hier fehlt noch der herrschaftssystematische Blick: Es muß eine gangbare Brücke zwischen Kunstgeschichte und Geschichte der Macht geschlagen werden.

Die Tagung wird deshalb eine erste Bestandsaufnahme suchen und möchte sich gleichzeitig als Einladung zu längerfristiger internationaler Zusammenarbeit bei der Erforschung materieller Kultur verstehen, wobei Herrschaft, Dienst und Kompensation, Konsum, Geschenkkultur und wechselseitige Wahrnehmung im Vordergrund stehen könnten, um sich der bisher weniger bekannten Ebene unterhalb der politisch-diplomatischen Beziehungen zu nähern.

Organisation: Das Kolloquium gliedert sich in 4 Sektionen mit je 6 Beiträgen im Umfang von maximal 25 000 Zeichen incl. Leerzeichen = ca. 30 Minuten Vortragszeit. Es sollen jedoch keine Einzelvorträge gehalten werden, sondern für jede Sektion wird ein Berichterstatter gebeten, über die Beiträge zusammenfassend vorzutragen. Stellungnahmen der Verfasser sollen nicht als direkte Antworten auf die Berichterstatter abgegeben werden, sondern als Voten im Rahmen der allgemeinen Diskussion. Jeder Teilnehmer bekommt vorab ein Programmheft, das außer einer Teilnehmerliste auch Zusammenfassungen aller Beträge enthält (für jeden Beitrag eine Seite, in englischer Sprache). Beitrags- und Diskussionssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.

Aus dem Programm:

EINLEITUNGSVORTRAG

Ehlers, J. (Berlin): Hofkultur – Probleme und Perspektiven.

I. Zwischen Dienst, Fest und Zeitvertreib

12./13. Jh.

Rösener, W. (Gießen), Hofämter und Hofkultur an Fürstenhöfen des Hochmittelalters.

14./15. Jh.

Ranft, A. (Halle), Turnier und Fest (fürstliche und niederadlige Höfe).

16. Jh.

Bues, A. (Warschau), Ie manque de couleurs & d’imagination pour y bien reüssir. The Integrative Power and Political Use of Festival in an Elective Monarchy: Poland-Lithuania in the 16th Century.

17. Jh.

Béguin, K. (Paris) [zugesagt].

18. Jh.

Wüst, W. (Erlangen), Luxus oder Sparzwang? Höfisches Leben im frühmodernen süddeutschen Kleinstaat. Ansbach-Bayreuth (Hohenzollern) und Augsburg-Dillingen (Bischöfe) im Vergleich.

Bericht

Moraw, P. (Gießen).

II. Zwischen Dotation, Salär, symbolischem und realem Kapital

12./13. Jh.

Lachaud, F. S. (Paris), The gift in the culture of the English court, 12th to 13th centuries.

14./15. Jh.

Ewert, U.-C. (Chemnitz)/Hirschbiegel, J. (Kiel), A waste of money? On the social function of luxury consumption.

17. Jh.

Bastl, B. (Wien), "Weder Fisch noch Fleisch" – wenn alle Gaben zwischen symbolischem und realem Kapital schwanken.

17./18. Jh.

Larsson, L. O. (Kiel), Porträts als Instrument im diplomatischen und familiär-dynastischen Umgang der Höfe untereinander, Schwerpunkt Schweden und Dänemark; Ottomeyer, H. (Berlin), Staatsgeschenke und ihr Bedeutungswandel in der Neuzeit.

Bericht

Melville, G. (Dresden).

III. Zwischen Ökonomie und Ehre

12./13. Jh.

Gillingham, J. (Brighton), Henry III’s motto: "Ke ne dune ke ne tine ne prent ke desire" (He who does not give what he has will not get what he wants).

14./15. Jh.

Weiss, S. (Paris), Luxus und Verschwendung am päpstlichen Hof in Avignon und der Ausbruch des Großen Abendländischen Schismas.

17. Jh.

Stollberg-Rilinger, B. (Münster), Zur moralischen Ökonomie des Schenkens bei Hofe.

18. Jh.

Horowski, L. (Berlin), Der Preis des Erfolgs. Die Hofchargen von Versailles zwischen Verschuldung und Patrimonialisierung (1661-1789).

Bericht

N.N.

IV. Herrschaftssysteme zwischen Erfolg und Misserfolg

12./13. Jh.

Ehlers, C. (Göttingen), Procedens in magna gloria cum quadrigis plurimis auro argentoque onustis. Reisekönigtum und materielle Hofkultur im 12./13. Jahrhundert.

14./15. Jh.

Spiess, K.-H. (Greifswald), Fürstliche Höfe im spätmittelalterlichen Reich zwischen Erfolg und Mißerfolg; Vale, M. (Oxford), Power and its representation in later medieval courts (14th-15th centuries).

16. Jh.

Le Roux, N. (Paris), Luxe et pouvoir en temps de crise: Dépenses et consommations à la cour des derniers Valois.

17. Jh.

Asch, R. (Freiburg), Höfische Politik, monarchische Selbstdarstellung und politische Kultur in England im 17. Jahrhundert.

17./18. Jh.

Duindam, J. (Utrecht), Honorary service, family networks, power systems at 17th- and 18th-century courts, especially Bourbon and Habsburg; Berg; M. (Warwick; angefragt).

Bericht

Reinhard, W. (Freiburg).

Zusammenfassung

Paravicini, W. (Paris).

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19. Treffen der École du Louvre

La création artistique en France autour de 1400

Paris/Dijon, 7. bis 10. Juli 2004

Kontaktadresse: L’École du Louvre

Palais du Louvre

Porte Jaujard, place du Carrousel

F-75038 Paris cedex 01

Tel: [F] 01 - 55 35 18 05 – Fax: [F] 01 - 55 35 18 15

E-mail: d.rochvoury@ecoledulouvre.fr

Aus dem Programm:

Mittwoch, 7. Juli

LA COMMANDE ARTISTIQUE: ART ET POLITIQUE

Paviot, J. (Paris), Le mécénat des princes de Valois; König, E. (Berlin), Le duc de Berry, collectionneur des manuscrits de ses ancêtres et inspirateur d’innovation; Gautier, M.-É. (Le Mans), Le tombeau du duc Louis II de Bourbon à Souvigny; Alexandre, A. (Auvergne), L’art au service de la politique: la pratique du don chez Louis d’Orléans; Crépin-Leblond, T. (Blois), Le mécénat et les collections de Valentine Visconti: une nouvelle approche des rapports franco-italiens.

MODES; EMBLÈMES; ÉCHANGES

Plagnieux, P. (Paris), Marcoussis ou le message politique et social de Jean de Montaigu; Fliegel, S. (Cleveland), The fashion for Automata at the Valois Court of France; Boespflug, F. (Straßburg), Le bleu, couleur liturgique? À propos des ornements dans Communion et martyre de saint Denis; Girault, P.-G. (Blois), Portraits et images du prince: l’exemple de Louis d’Orléans; Hablot, L. (Paris), La devise, un nouvel emblème pour les princes du XVe siècle; Hirschbiegel, J. (Kiel), Höfischer Geschenkverkehr zum neuen Jahr in Zeiten des Bürgerkriegs.

Donnerstag, 8. Juli

ARTISTES; ATELIERS; CHANTIERS

Cerquiglini-Toulet, J. (Paris), Christine de Pizan, acteur et témoin de la vie artistique de son temps; Meunier, F. (Paris), Les chantiers de l’architecture princière à Paris. De Charles V à Charles VI; Pillet, E. (Paris), Les vitraux de la chapelle du collège de Dormans-Beauvais; Raynaud, C. (Paris), Construction et maîtrise d’œuvre: le cas des chantiers du duc de Berry; Prochno, R. (Salzburg), Modèles et copies d’œuvres de Champmol; Boucherat, V. (Paris), La Vierge de la Chaux-des-Crotenay: un inédit de Claux de Werwe; Villela-Petit, I. (Paris), Propositions pour le peintre Jean d’Arbois; Bartz, G. (Berlin), Les Heures de Guy de Laval de la Collection Renate König.

Freitag, 9. Juli

QUESTIONS D’ICONOGRAPHIE

Russo, D. (Dijon), Iconographie vétéro-testamentaire à la cour de Bourgogne; Lindquist, S. (South Bend), Circumscribing the Sacred: Christ’s body at the Chartreuse of Champmol; Laguna-Chevillotte, A. (Dijon), Le Christ-Verbe: remarques sur la fortune du thème dans la statuaire mariale de la mouvance royale; Antoine, E. (Paris), La Vierge dans un jardin clos dans l’art parisien; Hedeman, A. (Chicago), Jean Lebègue et le manuscrit illustré de Salluste, Ms 54 de la Bibliothèque publique et universitaire de Genève; Beaune, C. (Paris), Synthèse et conclusion.

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Konferenz

International Medieval Congress 2004

Leeds, 12. bis 15. Juli 2004

Kontaktadressen: International Medieval Congress

Institute for Medieval Studies

Parkinson Building 1.03

University of Leeds

GB-Leeds LS2 9JT

Tel: [GB] 11 33 43 - 3 61 48 – Fax: 11 33 43 - 36 16

E-mail: IMC@leeds.ac.uk

Aus dem Programm:

SESSION 120: CLASHING CULTURES? GENDER AND COURTS IN THE LATER MIDDLE AGES

Goddard, R. (Nottingham), A Medieval Glass Ceiling?: Women and Business in Medieval England, 1350-1500; Mayer, J. (Birmingham), Re-Imagining Gendered Discourse as Deguileville’s Âme Stands Trial; Müller, M. (Birmingham): Women in a Male Sphere?: Gender and Authority in the Manorial Court.

SESSION 109: DOCUMENTING URBAN LIFE IN LATE MEDIEVAL ENGLAND

Rimmer, J. (York), The Decline of a Craft: Evidence from the Court Minutes of the Armourers’ Company of London, 1536-1541.

SESSION 219: DRAMA ON THE EDGE

Between Drama and Diplomacy: Debates between Love and Chastity in Scottish, French and English Courtly Drama, 1564-5.

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Ausstellung

Zwischen Kathedrale und Welt
1000 Jahre Domkapitel Merseburg

Merseburg, 10. August bis 14. November 2004

Kontaktadressen: Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz

Domplatz 16/17

D-06618 Naumburg

Tel: [D] 0 34 45 - 23 01-18 oder – 25 – Fax: [D] 0 34 45 - 23 01 20

E-mail: dr.kunde-domstift@netz24.de

wille-domstift@netz24.de

Kulturhistorisches Museum Schloß Merseburg

Domplatz 9

D-06217 Merseburg

Tel: [D] 0 34 61 - 40 13-18 oder -08 – Fax: [D] 0 34 61 - 40 11 55

Merseburg feiert im Jahr 2004 das 1000. Jubiläum der Wiederbegründung des Merseburger Bistums. Dies ist der Anlaß für die Präsentation einer einzigartigen kulturhistorischen Ausstellung, die die facettenreiche und wechselvolle Geschichte des Merseburger Domkapitels in seinem vielfältigen Beziehungsgeflecht zu den verschiedenen geistlichen und weltlichen Gewalten zum Inhalt hat. Zum ersten Mal werden der Öffentlichkeit Kostbarkeiten des Merseburger Domschatzes präsentiert, herausragende Exponate aus der Domstiftsbibliothek und dem Domstiftsarchiv, aus dem Kulturhistorischen Museum Schloß Merseburg sowie Leihgaben Merseburger Provenienz aus verschiedenen Sammlungen.

Eingebettet in das reizvolle Ensemble der Domfreiheit vereinigt die Ausstellung mit dem ehemaligen Bischofsschloß, dem Dom St. Laurentius und St. Johannes sowie dem Klausurbezirk die zentralen Handlungsräume des Merseburger Domkapitels. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören die berühmten Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jahrhundert, die zu den ältesten Schriftzeugnissen deutscher Sprache zählen. Von besonderem Wert sind neben weiteren mittelalterlichen Handschriften, Urkunden und frühen Drucken die Merseburger Bestände an mittelalterlichen liturgischen Textilien. Zu ihnen gehört u.a. ein Bischofsmantel aus dem 10./11. Jahrhundert, der vermutlich als Geschenk Heinrichs II. nach Merseburg gekommen ist.

Merseburg gehörte bis ins Spätmittelalter zu den bedeutendsten Aufenthaltssorten der Herrscher des ostfränkisch-deutschen Reiches. Immer wieder fanden sich die Könige in Merseburg ein, um Hoftage abzuhalten oder hohe Festtage mit prachtvollen Gottesdiensten zu feiern. Als alter Grenzort war Merseburg für die Ostpolitik Ottos I. (936-973) von großer Bedeutung. Vor der Entscheidungsschlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg schwor Otto der Große am 10. August 955 dem Tagesheiligen Laurentius, ein Bistum mit Sitz in Merseburg zu gründen, sollte er als Sieger aus der Schlacht hervorgehen. Sein Wunsch wurde erhört und im Jahre 968 konnte der Kaiser sein Gelübde einlösen. Doch wurde dieses Bistum bereits weniger als zwei Jahrzehnte später durch seinen Sohn und Nachfolger, Kaiser Otto II. (973-983), zugunsten der Nachbardiözesen aufgehoben. Erst im Jahre 1004 stellte König Heinrich II. (1002-1024) das Bistum Merseburg wieder her und stattete es mit wertvollen Schenkungen aus.

Die Wiederbegründung des Bistums hatte Bestand. So kann das Merseburger Domkapitel – seit 1930 Teil der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz – im Jahr 2004 auf eine ununterbrochene tausendjährige Geschichte zurückblicken. Innerhalb dieser langen Zeit hat sich der Charakter des Kapitels vielfach gewandelt: In früher Zeit bildeten adelige katholische Priester und Gelehrte die Gemeinschaft der Merseburger Domherren, später evangelische Geistliche und Juristen und in preußischer Zeit verdiente Staatsbeamte. Seit 1930 ist das Merseburger Domkapitel mit dem Naumburger Kapitel und dem des Kollegiatstifts Zeitz zu einem gemeinsamen Gremium von sieben ehrenamtlich tätigen Domherren aus unterschiedlichen Bereichen des öffentlichen Lebens zusammengefaßt. Dieses führt in ehrenamtlicher Arbeit die Geschäfte der Vereinigten Domstifter.

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45. Deutscher Historikertag des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Kommunikation und Raum

Kiel, 14. bis 17. September 2004

Kontaktadresse: PD Dr. Arnd Reitemeier

Organisationsbüro 45. Historikertag 2004 Kiel

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Historisches Seminar

Leibnizstrasse 8

D-24118 Kiel

Tel: [D] 04 31 – 8 80-40 38 – Fax: [D] 04 31 – 8 80-15 24

E-mail: organisation@historikertag2004kiel.de

Internet: http://www.historikertag2004kiel.de

Aus dem Programm:

Donnerstag,16. September

Das Gehäuse der Macht. Der Raum der Herrschaft im interkulturellen Vergleich. Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit – Leitung: W. Paravicini (Paris)

Paravicini, W. (Paris), Einführung; Gundlach, R. (Mainz), "Horus im Palast": Legitimation, Gestalt und Wirkungsweise des politischen Zentrums im pharaonischen Ägypten; Sojc, N. (Würzburg/München), Kaiserlicher Palast und hegemoniale Struktur: Das Herrschen auf dem Palatin in Rom (1.-3. Jh. n. Chr.); Grossmann, G. U. (Nürnberg/Bamberg), Macht und Repräsentation am Beispiel der Bischofsburg Trient; Hahn, P.-M. (Potsdam)/Schütte, U. (Marburg), Das Residenzschloß im 17. und 18. Jahrhundert. Dynastisches Monument und Instrument fürstlicher Herrschaft; Klingenstein, G. (Wien/Graz), Macht, Raum, Majestät im Wien des 18. Jahrhunderts; Zöllner, R. (Erfurt), Burg, Tempel, Park: Herrschaftliche Architektur im frühneuzeitlichen Japan; Spiess, K.-H. (Greifswald), Zusammenfassung.

Räume erfassen, besetzen, durchdringen. Zur Bedeutung der Kommunikation für die Herrschaft über Räume – Leitung: M. Prietzel (Berlin)

Slanicka, S. (Bielefeld), Aggression durch Herrschaftszeichen. Visuelle Außenpolitik unter Philipp dem Guten und Karl dem Kühnen von Burgund.

Freitag, 17. September

Fremde Herrscher im Ostseeraum (15.-18. Jahrhundert). Kolloquium im Rahmen des Doktorandenforums – Leitung: G. Zeilinger (Kiel), D. Höffker (Kiel)

Burkhardt, M. (Kopenhagen), Christian von Oldenburg: König von Dänemark, Norwegen und Schweden (1448-1481); Ziemlewska, A. (Torun), Sigismund Vasa: König von Polen (1587-1632); Höffker, D. (Kiel), Friedrich von Hessen-Kassel: König von Schweden (1720-1751); Piirimäe, P. (Cambridge), Zusammenfassung.

Konstruktion politischer Räume im Spätmittelalter – Leitung: C. Reinle (Bochum), M. Rothmann (Köln)

Rothmann, M. (Köln), Zwischen Diplomatik und Diplomatie – Städtische Briefbücher als serielle Schlüsselzeugnisse städtischer Kommunikation; Monnet, P. (Versailles/St. Quentin-en-Yvelines), Information und gutes Regieren in den deutschen spätmittelalterlichen Städten; Rogge, R. (Mainz), Zur Kommunikation von Herrschaftsansprüchen in den Konflikten um den englischen Königsthron im Spätmittelalter; Reinle, C. (Bochum), ‚Macht‘ durch Kommunikation? Zur Beurteilung und Beeinflussung des Herrschers durch hofnahe Eliten und durch den ‚gemeinen Mann‘; Sieber-Lehmann, C. (Basel), ‚Hie Schwitz Grund und Boden‘: Gab es ein ‚Schweizerland‘ im Spätmittelalter?

Nähe in der Ferne. Personale Verflechtung in den Außenbeziehungen der Frühen Neuzeit – Leitung: C. Windler (Freiburg i.Br.), H. v. Thiessen (Freiburg i.Br.)

Thiessen, H. v. (Freiburg i.Br.), Patronageressourcen in Außenbeziehungen: Spanien und der Kirchenstaat im Pontifikat Pauls V. (1605-1621); Bues, A. (Warschau), Patronage fremder Höfe und die Königswahlen in Polen-Litauen; Droste, H. (Kiel), Ein Diplomat zwischen Familieninteressen und Königsdienst: Johan Adler Salvius in Hamburg (1630-1650); Windler, C. (Freiburg i.Br.), "Ohne Geld keine Schweizer": Söldnerrekrutierung und Pensionen auf den eidgenössischen Patronagemärkten; Roll, C. (Konstanz), Residenten, Patrone, Klienten. Die Gesandten von Kaiser und Zar in den Netzwerken am jeweils anderen Hof um 1700; Reinhard, W. (Freiburg i.Br.), Kommentar.

Sprachen und Formen der Kommunikation in adligen Führungsschichten in der Frühen Neuzeit – Leitung: R. G. Asch (Freiburg i.Br.)

Asch, Ronald G. (Freiburg i.Br.), Einleitung; Cust, R. (Birmingham) The Language of Honour in Tudor and Stuart England; Wrede, M. (Gießen), Les loix de chevalerie donnèrent une forme à la noblesse ...: Code, Konzept und Konjunkturen des Rittertums in der französischen Monarchie des 17. Jahrhunderts; Wieland, C. (Freiburg i.Br.), Ein fremder Dialekt? Adlige Selbstbehauptung in der Sprache des Rechts; Walther, G. (Wuppertal), Gelehrte Bildung als Medium adliger Kommunikation.

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Kolloquium

Mittelalterliche Literatur und Kultur im Deutschordensstaat in Preußen
Leben und Nachleben

Marienburg, 23. bis 26. September 2004

Kiel, 14. bis 17. September 2004

Kontaktadresse: Prof. Dr. Sieglinde Hartmann

Myliusstraße 25

D-60323 Frankfurt/Main

Tel: [D] 0 69 - 72 66 61, - 17 25 92, - 17 26 95 –

Fax: [D] 0 69 - 17 44 16

E-mail: Wolkenstein.Gesellschaft@t-online.de

Internet: http://www.sbg.ac.at/ger/wolken.htm

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Symposium

Der Hof und die Stadt – La Cour et la Ville
Konfrontation, Koexistenz und Integration im Verhältnis von Hof und Stadt in
Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Halle an der Saale, 25. bis 28. September 2004

Siehe oben S. *-*.

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36. Jahrestagung des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e.V. in Münster

48. Réunion de la Commission internationale pour l’Histoire des villes

Bild und Wahrnehmung der Stadt

Münster, 22. bis 25. September 2004

Kontaktadresse: Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster

Königsstr. 46

D-48143 Münster

Tel: [D] 02 51 - 83 2-75 12 – Fax: [D] 02 51 - 8 32-75 35

E-mail: http://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte

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Internationale Konferenz

Princely Virtues in the Middle Ages, 1200-1500

Nijmegen, 8. bis 9. Oktober 2004

Kontaktadresse: Dr. Albrecht Diem

Afdeling Geschiedenis

Katholieke Universiteit Nijmegen

Postbus 9103

NL-6500 HD Nijmegen

Tel: [NL] 02 - 43 61 28 30 – Fax: [NL] 02 - 43 61 28 07

E-mail: a.diem@let.kun.nl

The Netherlands Organisation of Scientific Research (NWO) and the Catholic University of Nijmegen co-sponsor a research programme entitled "A Genealogy of Morals: The Cardinal Virtues in Medieval Discourse, 500-1500, directed by István Bejczy (see http://www.let.kun.nl/~I.Bejczy/). The programme aims at improving our understanding of Western moral consciousness through the study of the cardinal virtues in the normative discourse of medieval Christendom.

The conference seeks to reflect on Latin texts from the thirteenth to fifteenth centuries that defined, legitimized or criticized secular rule by using catalogues of virtues originating from ancient philosophy as well as Christian moral theology. We invite contributions discussing various aspects related to this theme, such as the relation between virtues of rulers and general moral precepts; the tension between "Secular" or philosophical perspectives on virtue and Christian moral thought; the use of moral virtues for political ends; etc. The proceedings of the conference will be considered for publication.

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Tagung

Der Rheinische Bund von 1254/56 in seinem historishen Kontext

Worms, 8. bis 9. Oktober 2004

Kontaktadresse: Dr. Gerold Bönnen

Stadtarchiv Worms

Hintere Judengasse 6

67547 Worms

Tel: 0 62 41 - 8 53-47 01 – Fax: 0 62 41 - 8 53-47 01

E-mail: gerold.boennen@worms.de

Aus dem Programm:

Freitag, 8. Oktober

Voltmer, E.,Voraussetzungen, Vorbilder und Triebfedern des städtisch-bündischen Handelns.

Ausgewählte Mitgliedsstädte des Bundes und ihre Lage um 1250 – Kurzvorträge

Dobras, W. (Mainz), Mainz; Bönnen, G. (Worms), Worms; Krieg, H. (Freiburg/Br.) Speyer; Groten, M. (Bonn), Köln; Kälble, M. (Jena), Straßburg und Basel; Rödel, V. (Karlsruhe), Oppenheim; Schmandt, M. (Bingen), Bingen.

Schulz, K., Zum Erscheinungsbild der Mittelrheinischen Städtelandschaft um die Mitte des 13. Jahrhunderts.

Samstag, 9. Oktober

Der regionale Adel und seine Bedeutung für den Städtebund

Schmieder, F. (Frankfurt/Gießen), Die Wetterau und ihre Städte im Rheinischen Bund; Schilp, T. (Dortmund), Die westfälischen Städte und der Rheinische Bund; Ehbrecht, W. (Münster), Formen regionaler Erinnerungen zwischen Rhein und Küste; Metz, B. (Straßburg), Das Elsass als Städtelandschaft im 13. Jahrhundert ; Kaufhold, M. (Heidelberg), Der rheinische Bund aus der Perspektive des Reiches und der Königsherrschaft; Schmitt, S. (Mainz), Zur Entwicklung der ländlichen Gemeinden im Mittelrheingebiet in der Zeit des Rheinischen Bundes.

Wirtschhaftliche Entwicklungstendenzen und Interessen

Ochs, H. (Mainz), Städtische Führungsgruppen in Mainz als Träger zwischenstädtischer Kontakte und Beziehungen; Kreutz, B. (Trier), Ziele und Funktionswesen des Bundes vor dem Hintergrund späterer Bünde und Bündnisse.

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Call for Papers

Höfische Lebenswelten in ehemaligen Fürstenschlössern und Sonderausstellungen

Präsentation und Vermittlung

Rudolstadt, 8. bis 10. Oktober 2004

Kontaktadressen: Dr. Lutz Unbehaun

Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

Schloßbezirk 1

D-07407 Rudolstadt

Tel: [D] 0 36 72 - 42 90 13 – Fax: [D] 0 36 72 - 42 90 90

Internet: http://www.rudolstaedter-arbeitskreis.de

Dr. Friedl Brunckhorst

Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessen

Schloß

D-61348 Bad Homburg

Der "Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur" plant eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema: Höfische Lebenswelten in ehemaligen Fürstenschlössern und Sonderausstellungen – Präsentation und Vermittlung.

Sachkultur aus ehemaligen Fürstenschlössern wird heute in drei musealen Einrichtungen vermittelt, in Museumsschlössern, in den Sammlungen von Museen und in Sonderausstellungen. Museumsschlösser mit ihrer historisch gewachsenen Innenausstattung besitzen vorrangig die Chance, vergangene Lebenswelten an Höfen oder Residenzen auf vielschichtige Weise erfahrbar zu machen. Neben Einzelkunstwerken – wie sie die Sammlungen, meist nach Gattungen sortiert, präsentieren – bieten Museumsschlösser aufgrund ihrer als Ensemble erhaltenen Ausstattung umfassendere Möglichkeiten, höfische Lebenswelten vorzustellen, denn nur hier können die Kunstwerke in ihrem ursprünglichen Kontext von Architektur, Raumfolgen und -ausstattung, für die sie geschaffen waren, gezeigt werden. Eine angemessene Präsentation und Vermittlung höfischer Lebenswelt in Schlössern birgt jedoch zahlreiche Probleme in sich: Wie ist mit dem Verlust von originalen Ausstattungsstücken umzugehen? Wie ist unter Berücksichtigung von Sicherheitsvorkehrungen und kreuzungsfreien Führungslinien der Besucherstrom zu lenken, ohne – wie so häufig – historische Funktionsabläufe auf den Kopf zu stellen? Wie und wo lassen sich die Zeichenkomplexe dem Zuschnitt heutiger Rezeptoren gemäß decodieren? Die Zeichenwelt, die ein Höfling des 18. Jahrhunderts wie selbstverständlich entziffern konnte, ist dem heutigen Besucher meist ein Rätsel. Frühneuzeitliche Residenzbildung und Hofkultur ist in den letzten Jahren verstärkt in den Blickpunkt historischer und kunsthistorischer Forschung an Universitäten und Instituten gerückt. Wie lassen sich die beachtlichen Forschungsergebnisse, etwa zum Zeremoniell, in museale Präsentation und Vermittlung einbinden? Denn nichts ist durch Sachkultur so schwer zu vermitteln wie das, was sich in den Köpfen abspielt(e) oder zum selbstverständlichen Verhaltenscodex gehörte. Wo klaffen, auch aus musealer Sicht, noch Forschungslücken? Die Tagung möchte nicht nur Ergebnisse, sondern auch Fragen und Probleme theoretischer Forschung und praktischer Museumsarbeit vor Ort an ausgewählten Museumsschlössern und Sonderausstellungen zu höfischer Kultur zur Diskussion stellen. Möglichkeiten einer Zusammenführung von Theorie und Praxis sollen ausgelotet werden. Geplant ist eine 3-tägige Konferenz in Rudolstadt mit Fachvorträgen und anschließender Diskussion. Die Vorträge sollen in einem Tagungsband im Rahmen der "Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur" publiziert werden.

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Internationales Symposium

Gesellschaft in den Ländern der Habsburgermonarchie und ihr Bild in den Quellen

Český Krumlov, 11. bis 14. Oktober 2004

Kontaktadresse: Prof. Dr. Václav Bůžek

Historický ústav

Jihočeské univerzité

Historisches Seminar

Jeronymova 10

CZ-371 15 Ceske Budejovice

Tel: [CZ] 03 87 - 77 30 68

E-mail: buzek@hu.jcu.cz

Internet: http://www.hu.jcu.cz

Das Historische Institut der Südböhmischen Universität in Budweis veranstaltet in der Zusammenarbeit mit dem Historischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik in Prag und der Stiftung des Krumauer Barock-Schloßtheaters das 5. Internationale wissenschaftliche Symposium.

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Internationales Kolloquium

Les Savoirs à la Cour
Culture, Science et Pouvoir au Service du Prince, Bas Moyen Age - Temps Modernes

Lausanne, 17. bis 19. November 2004

Kontaktadresse: Bureau d’histoire médiévale

BFSH 2

CH -1015 Lausanne-Dorigny

Tel: [CH] 2 16 92 29 34 – Fax: [CH] 2 16 92 29 35

E-mail: agostino.paravicini@hist.unil.ch

thalia.brero@hist.unil.ch

Comme les précédents (Les discours des corps, Les crises de l’alchimie, Le théâtre de la nature, Vue et vision, Le cadavre, Le monde animal, La chasse, Les juifs et les sciences, Les cinq sens, L’alchimie médicale, Le cœur, Le soleil et la lune, Le secret, La peau humaine), le colloque sur Les Savoirs à la cour fera le point de la recherche de très haut niveau sur une question centrale de la culture médiévale, dans différentes perspectives: d’histoire des théories scientifiques, des imaginaires scientifiques et littéraires, de la production d’images et de symboles.

Aus dem Programm:

Mittwoch, 17. November

Paravicini Bagliani, A. (Lausanne), En guise d’introduction: les hommes de science à la cour pontificale du XIIIe siècle; Pastoureau, M. (Paris), Les ménageries princières: du pouvoir au savoir (IXe-XVIe siècles); Williams, S. (Albuquerque), Public Stage and Private Sphere: The Court as a Venue for the Discussion, Display, and Demonstration of Science and Technology During the Later Middle Ages; Ricklin, T. (Neuchâtel), Les philosophes d’Alphonse le Sage: l’image du philosophe dans les oeuvres historiographiques de la cour alphonsine; Veronese, J. (Paris), De l’ordre du monde au désordre social: lecture des oeuvres "politiques" de Laurent Pignon (O.P.), confesseur et conseiller de la maison de Bourgogne (XVe siècle).

Donnerstag, 18. November

Anheim, E. (Rom), La Chambre du Cerf du Palais des Papes d’Avignon: une ‚idéologie naturaliste‘ à la cour de Clément VI (1342-1352)?; Bugnion (Lausanne), Le savoir de bois et de rivière; Crisciani, C. (Pavia), Alchimia, alchimisti e corti nel tardo medioevo; Boudet, J.-P. (Paris), Les horoscopes princiers dans l’Occident médiéval (XIIe-XVe siècle); Coco, A., Gualdo, R. (Viterbo), Cortesia e cavalleria. La tradizione ippiatrica in


volgare nelle corti italiane tra Trecento e Quattrocento; Gasser, G. (Pisa), Caccia e libro alla corte dell’imperatore Massimiliano I (1459-1519); Laurioux, B. (Paris), Savoirs gastronomiques à la cour des papes au XVe siècle; Segre, V. (Lausanne), La medicina e la cultura della corte nei Tacuina sanitatis illustrati.

Freitag, 19. November

Martorelli Vico, R. (Pisa), Embriologia e fisiognomica come saperi di corte: il De formatione e il De regimine principum di Egidio Romano; Jacquart, D. (Paris), Naissance d’une pédiatrie en milieu de cour à la fin du Moyen Age; Fioravanti, G. (Pisa), Un trattatello di eugenetica dedicato al figlio primogenito di Giacomo II d’Aragona, Nicoud, M. (Lyon), Les savoirs diététiques entre contraintes médicales et plaisirs aristocratiques; Zuccolin, G. (Salerno), Sapere medico e istruzioni etico-politiche: Michele Savonarola alla corte estense; Bacchelli, F. (Bologna), Antonio Musa Brasavolo e la corte di Ercole II d’Este; Bouloux, N. (Tours), Les savoirs géographiques dans les cours italiennes, XIVe-XVe siècles; Milanesi, M. (Pavia), Cartografia per un principe senza corte: Venezia nel Quattrocento; Stabile, G. (Rom), Galileo e il Principe.

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Konferenz

A Tale of Two Crowns

The Courts of England and France, 1066-1904

London, 19. bis 20. November 2004

Kontaktadresse: Society for Court Studies

55 Hamilton Park West

GB-London N5 1AE

Tel: [GB] 0 20 - 75 03 99 03 – Fax: [GB] 0 20 - 75 03 98 76

E-mail: admin@courtstudies.com

Internet: http://www.courtstudies.umb.edu

Aus dem Programm:

Freitag, 19. November

Starkey, D., Anglo-French relations – an overview.

FRANCE AND NORMAN ENGLAND

Bates, D. (London), The Norman Conquest in the context of Anglo-French Relations; Carpenter, D. (London), The Meetings of Henry IIII and Louis IX.

THE HUNDRED YEARS’ WAR

Gibbons, R. (Bristol), Isabelle de France and Richard II; Curry, A. (Reading), Henry VI’s coronation and Anglo-French relations, 1420-1432; Giry-Deloison, C. (Arras), Edward IV, Henry VII and France; Potter, D. (Canterbury), Politics and faction at the court of France from the late middle ages to the Renaissance: the development of a political culture 1300-1600.

RENAISSANCE FRANCE AND REFORMATION ENGLAND

Knecht, R. (Birmingham), The nobilities of France and England in the 16th century; Richardson, G. (Surrey), Francis I, Henry VIII and the English break with Rome; Michon, C. (Paris), Pomp and Circumstances: The courtly prelates of France and England, 1515-1547; Doran, S. (Oxford), Elizabeth I and Catherine de’ Medici.

Samstag, 20. November

STUART ENGLAND AND BOURBON FRANCE

Thurley, S., Henrietta Maria and England; Bienassis, L. (Arras), Richelieu and England, 1634-1642; Kmec, S. (Luxembourg), Playing the international card: The networks of noble women in Seventeenth-Century France and England; Keay, A.; Charles II and lessons learned in France.

THE SECOND HUNDRED YEARS WAR?

Claydon, T. (Bangor), William III and Louis XIV; Onnekink, D. (Edinburgh), The Earl of Portland’s embassy to France, 1698; Aston, N., (Leicester), Anglicans and Gallicans 1740-1800; Campbell-Orr, A. (Cambridge), Scandal, morality, intellect and virtue at Versailles and Windsor, 1760-1800; Campbell, P. (Brighton), Fleury, Horace Walpole and Anglo-French relations.

REVOLUTION, REACTION AND FRANCO-BRITISH ENTENTE

Mansel, P., From War to Peace: the Houses of Hannover and Bourbon 1783-1848; Waresquiel, E. de, Talleyrand and England (angefragt); Royle, T. (York), British Radicals and French Revolutions: 1789-1848; Price, M. (Bradford), Queen Victoria and Louis-Philippe.

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Dresdener Gespräche II zur Theorie des Hofes

Hof und Macht

Schloß Scharfenberg bei Dresden, 19. bis 21. November 2004

Kontaktadressen: Dr. Reinhardt Butz

TU Dresden

SFB 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit"/Teilprojekt C

Mommsenstr. 13

D-01062 Dresden

Tel: [D] 03 51 - 46 33 58 18

E-mail: reinhardt.butz@mailbox.tu-dresden.de

Dr. Jan Hirschbiegel

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission, Arbeitsstelle Kiel

C/o Historisches Seminar

Christian-Albrechts-Universität Kiel

Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel

Tel/Fax: [D] 04 31 – 8 80 14 84

E-mail: Hirschbiegel@email.uni-kiel.de

Aus dem Programm:

Freitag, 19. November

Der Begriff der Macht

Melville, G. (Dresden), Begrüßung; Rehberg, K.-S. (Dresden), Macht als soziologisches Phänomen; Hirschbiegel, J. (Kiel), Einführung – Hof als Herrschaftszentrum.

Samstag, 20. November

Die Formen der macht

Kaufhold, M. (Augsburg), Macht als Ausübung von Gewalt; Studt, B. (Münster), Dokumentation und Repräsentation von Macht; Hengerer, M. (Konstanz), Legitimation und Konservierung von Macht.

Aspekte der macht

Spiess, K.-H. (Greifswald), Die Ausübung politisch-sozialer Macht am Beispiel des deutschen Fürstenhofes.

Sonntag, 21. November

Conermann, S. (Bonn), Macht als administrativ-militärisches Phämonen an ausgewählten Beispielen der Ilkhane im 13. und 14. Jahrhundert; Ritz-Müller, U. (Kelsterbach), Festliche Inszenierung der Macht. Der Hof von Tenkodogo.

Paravicini, W. (Paris), Zusammenfassung.

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Call for Papers

Social Groups and Urban Territories from the Middle Ages until the 16th century

Brüssel, 2. bis 4. Dezember 2004

Kontaktadresse: Dr Chloé Deligne

Section d’Histoire (History Dept.)

Université Libre de Bruxelles

CP 175/01.

50 Av. F.D. Roosevelt

B-1050 Brüssel

Tel: [B] 26 - 50 38 07 – Fax: [B] 26 - 50 39 19

E-mail: cdeligne@ulb.ac.be

An International Conference organised within the perspective of the federal inter-university research network (PAI) on Urban Society in the Low Countries, from the Late Middle Ages until the 16th century.

Languages: French, English

Deadline for submissions: 300-word abstracts should be submitted by April 30th, 2004.

Board and travel expenses will be covered for guest speakers.

PRESENTATION

During the Middle Ages the notion of "social group" covers a variety of conceptions, ranging from whole sectors of the population enjoying a similar material status to family clans or vocational associations, as well as to the military or the religious communities, or even individual congregations.

Research in recent years has highlighted the difficulty of drawing clear dividing lines between different group memberships, which not infrequently overlap and interact with collective behaviour patterns. It also points to a lack of homogeneity between the different groups acting on the urban scene.

Historical research has been able to put to proper use concepts borrowed from other disciplines in the humanities, such as the notion of social network, thus to gain a better grasp of a complex reality. At the conference, the organizers will encourage recourse to, and implementation of, a manifold, open-ended definition of the social group.

By the same token, the notion of urban territory can also be understood at different levels and from different perspectives. There is of course the definition of urban territory as a finite space, possibly encapsulated within city walls, and subdivided into smaller enclosed units such as parishes or quarters. But there is also the territory in its wider sense, which stretches beyond the city walls, but which belongs to the area over which social groups in the city and without seek to wield control with a view to ensuring their survival, wealth or power. This hinterland constitutes a choice field for observation of the impact of urban social policies on area management and on the environment in general.

At a higher level, territory may be understood as the respective areas of influence of cities within a principality or state, which intermingle and are reorganized through the processes of conflict and regulation. These processes often focus around issues such as roads, bridges, canals, rivers, forests and fields ; and thus the people using these become important actors in interurban politics.

The conference to be organized at the Université Libre de Bruxelles within the framework of the inter-university research network (PAI) on on Urban Society in the Low Countries, from the Late Middle Ages until the 16th century and the research programme The Fate of Capitals and Normalization Processes will seek to explore the issues from both a sociological and a territorial perspective. Contributions allowing a comparison between the Low Countries and other geographical areas will be welcome.

The conference will focus on the following issues:

  • The diachronic evolution of the organization of urban territory
  • The modalities of occupation of the area by different social groups
  • The physical manifestations of the links between the city and the outside areas, and the consequences on space of urban development and interests

DEVELOPMENT OF THE CENTRAL ISSUES

a. Territorial organization from a diachronic perspective

The process of emergence of medieval cities is increasingly associated to the process whereby earlier nuclear units progressively tend to merge. What have been the factors leading to this increased homogeneity ? How permanent have they been over the centuries ?

Present-day historiography maintains the idea of a progressive reduction of private power giving way to the notion of public space. To what extent does this reflect an idealised vision of reality ? The case examples of Tournai, Brussels and Liège would rather point to the perennity of private and communal spaces in the cities of the Netherlands. This in turn raises the question of the parishes: how do the social spaces constituted by these superimpose themselves on the lineage-conditioned or communal spaces ?

Does the legal status of the inhabitants, whether members of the ruling clans and lineages, of the bourgeoisie or of the commoners, in any way determine or condition the spatial structure of the city ? In other terms, are there specific modes of occupation of the urban space ? Does one observe socially and legally homogeneous spaces ? What about the social mixity of the medieval twons ? Is anything known about the forces that affect the social evolution and the morphology of quarters ?

The relationship between social and spatial aspects is a fluctuating one, as the fate of family alliances may entail the appearance of territorial strongholds within the city or, on the other hand, shatter into small parts large units built over the years.

The appearance of long- or short-term "pariah" quarters whose growth or decline follows economic or moral circumstances illustrates another aspect of the constant mutation of urban space.

The increasing participation of representatives of given quarters in the political process, as witnessed in numerous cities, has been interpreted as the implementation of a stricter control structure across the whole of the territory. But on the other hand, quarters have also been instrumental in the creation and structuring of militias, which raises the question whether they, in turn, did not exert control over the Magistrature.

b. Occupation of the urban territory

The structure of the urban space will be conditioned by physical elements such as hydrography and relief. Workers’ quarters will develop by the riverside, while traders will settle in those areas where the river is equipped for the reception of goods. Centres of commercial and manufacturing activities appear at an early stage, and will affect the artificial shaping of waterways: the multiplication of river arms and skilful sharing of hydraulic resources are clear markers of urban development. The river banks and quaysides are coveted by groups with opposing interests. What are the results of this friction on the structure of the city ?

Why do certain towns offer clear patterns of functional organization, and others less so ? Can one identify recurrent patterns in spatial structuring, notably in the case of various crafts ? Is the opposition between uptown and downtown areas only the reflection of a social structure conditioned by the proximity to waterways ? Where and when do we witness an impact of a more symbolic structuring ? Which strategies do government and interest groups develop in order to wield control over the urban space ?

Ritualized movements (processions, parades and ommegangs) are expressions of control over a territory. Which role do they play in the structuring of space and in the hierarchical organization of urban areas ?

c. Beyond the city limits

The city is inconceivable without external relationships. The most obvious aspect of the city’s control over the outer space is the ownership of countryside real estate by citizens. But the scope of influence does not stop there. Urban groups confront each other, as well as non-urban groups, over the surrounding rural areas. The management of rural territories and access to their resources are crucially dependent on the urban policies of control and claims to monopoly.

The conquest of these outer spaces concerns not only the local authorities: the crown has its part to play in the process as well. The extension of urban influence is also affected via procedures like the granting of fiscal privileges, the allotment of jurisdictions, prerogatives in the management and exploitation of roads and waterways, or the building of relays in the guise of convents.

The development of ever wider zones of influence eventually gave rise to territorial competition between cities. The history both of the hinterlands and of city life is marked and conditioned by successive conflicts and negotiations; and as a result whole stretches of land have been shaped by these inter-city conflicts.

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Call for papers

11. Symposium des Mediävistenverbandes in Frankfurt an der Oder

Grenze und Grenzüberschreitung im Mittelalter

Frankfurt an der Oder, 14. bis 17. März 2005

Kontaktadresse: Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp

Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas

und regionale Kulturgeschichte

Postfach 17 86

15207 Frankfurt (Oder)

Tel: [D] 03 35 - 55 34-28 18 – Fax: [D] 03 35 - 55 34-28 40

E-Mail: Medvb-symp@euv-frankfurt-o.de

Frankfurt und Slubice an der Oder begrüßen ihre Gäste auf einer Grenze mitten in Europa. Die Oder, einer der großen, weitgehend ungezähmten Ströme des Kontinents, liefert mit seiner deutsch-polnischen Grenzbrücke die sehr konkrete Anschauung des Tagungsthemas: Grenze und Grenzüberschreitung stehen in enger Verbindung. Die Tagungsteilnehmer werden dies selbst wahrnehmen, weil die Tagung auf beiden Seiten der Oder stattfinden soll.

Der Mediävistenverband wird sich bei dem 11. Symposium mit seinem Thema – wie auch schon bei allen 10 vorangegangenen Symposien – interdisziplinär nähern. Der Gegenstand impliziert nicht nur räumlich-geographische, sondern auch soziale, kulturelle und intellektuelle Grenzen und Grenzüberschreitungen. Die Beiträge sollen zu einer fachübergreifenden Diskussion anregen und sich in die vier vorgeschlagenen Sektionen einfügen. Die folgenden Stichworte geben dazu lediglich Denkanstöße:

  1. Leben an Grenzen: Marken und Grenzen, natürliche Grenzen, Brücken und Wege, Grenzstreit.
  2. Grenzen der Gesellschaft: Transformationen, gesellschaftlichte Tabus und Zwänge, normative Grenzen.
  3. Grenzen der Kommunikation: Sprachgrenzen und Übersetzungen, Verstehen und Mißverstehen, Handel und Reisen, Wissenschaftstransfer.
  4. Grenzen des Wissens: Religion, Weltbild, Bildung und Wissensvermittlung, Vernunft und Erfahrung, Scientia und Sapientia, Technik.

Die Vorträge sind auf maximal 30 Minuten beschränkt. Die Vorschläge sind zusammen mit einem Abstrakt im Umfang bis zu einer Seite in Form einer MS-Word-Datei bis zum 31. März 2004 einzureichen.

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Call for Papers

Les villes capitales au Moyen Âge

Istanbul, Juni 2005

Kontaktadressen: Patrick Boucheron

222, rue Lafayette

F-75010 Paris

Société des Historiens Médiévistes de l’enseignement Supérieur Public

Bibliothèque Halphen – Escalier C

17, rue de la Sorbonne

F-75005 Paris

Internet: http://www.medievistes-shmes.net

Un comité scientifique a été constitué pour la préparation du congrès. Il se compose de Pierre Chuvin, directeur de l’IFEA, et de membres de la SHMESP dont les travaux ont porté sur des sujets en rapport avec celui du congrès, en Orient et en Occident: Françoise Micheau, Pierre Monnet, Patrick Boucheron, Michel Kaplan, Elizabeth Crouzet, Denis Menjot, Jean Kerhervé.

APPEL A COMMUNICATIONS - Le comité scientifique a défini quatre grands thèmes autour desquels le congrès allait s’organiser. Chacun de ces thèmes sera introduit par un rapport pour lequel on sollicitera un spécialiste du sujet, et comprendra deux ou trois communications.

Les propositions de communications doivent être envoyées A Patrick Boucheron (222, rue Lafayette; F-75010 Paris) avant le 15 février 2004, sous la forme d’un titre précis, accompagné de quelques lignes explicatives. Les propositions seront examinées par le comité scientifique avant le congrès de la Rochelle.

Ne seront retenues que les propositions centrées sur ce qui est spécifique aux capitales (et non pas aux grandes villes en général, ni aux capitales en-dehors de leur fonction de capitale): une communication sur Paris ne sera dans le sujet et ne pourra donc être retenue que si elle traite de Paris en tant que capitale.

On demande moins en fait des spécialistes de telle ou telle capitale que des chercheurs qui s’attachent A réaliser une étude originale sur Fun des thèmes proposés, A partir de leurs connaissances sur un pays, une région... ou de leurs travaux antérieurs sur ce thème lui-même, qu’ils adapter aux exigences du sujet.

Eu égard au lieu où se déroule le congrès, l’Orient byzantin et musulman (mais sans oublier le monde musulman d’Occident) et leurs rapports avec l’Occident doivent avoir une place privilégiée.

LES QUATRE THÈMES - On donne pour chaque thème quelques pistes proposées par le comité scientifique. L’inventaire des possibilités n’est ni systématique, ni exhaustif. On peut aussi penser a des communications a 2 ou 3 personnes, qui compareraient des espaces différents.

NB: l’ordre des thèmes n’est pas encore fixé sauf pour "capitales d’empire", qui paraît devoir être en tête.

1. Capitales d’empires. En Occident les empires, d’ailleurs peu nombreux (germanique, Plantagenêt ... ) n’ont pas de capitale fixe. En Orient, en revanche, existent des capitales d’empires: Bagdad, etc. Capitales; itinérantes: parallèle A tracer entre les déplacements des cours occidentales et celles des cours nomades d’Orient, timourides, etc. En Occident, l’Empire germanique: capitale itinérante et fonctions distribuées dans des villes; différentes (insignes, etc.). Thème des "mégapoles" méditerranéennes (villes d’exception du monde méditerranéen, notamment du monde musulman). Les villes universelles: Rome.

2. Modèles d’émergence, d’affirmation et de déclin de la capitale. Ex. Paris, Londres... Et symétriquement, modèles de crise, de déclin et de disparition des capitales: Bagdad, capitales turques déchues. La notion de modèle introduite dans le titre du thème implique que l’on ne se borne pas A des études monographiques sur la genèse / le déclin de telle ou telle capitale, mais que l’on en cherche les mécanismes et modalités, susceptibles de donner lieu A extrapolations et de nourrir la discussion. Mémoires de capitales: villes qui ont été capitales. Comment le souvenir de leur passé se perpétue-t-il? Dans la même thématique: transferts de capitales. Disputes autour du titre. Les États dont la capitale a mis longtemps A se fixer ou A émerger: principautés régionales (Bretagne, Bourgogne).

3. La société des capitales. Ceux qui vivent des fonctions de capitale. Comment l’identité collective des habitants se forme autour de la capitale. L’armée, fondamentale en Orient. L’attraction de la capitale: circulation des élites etc. Formes de sociabilité politique, urbanité, etc.

4. Marqueurs sociaux et symboliques des capitales. Marqueurs symboliques: couleurs, devise, blason, signes, etc. Marqueurs religieux (saint patron). Les disputes autour de la question de la primauté. Marqueurs sociaux. Le discours sur la capitale, les mots qui désignent la capitale. Avec les représentations du pouvoir qu’évoquent ces mots. Discours légitimant. Les mots pour dire la capitale correspondent a une représentation du monde. On peut aussi penser aux modalités de contrôle d’un espace a partir de la capitale, mais cela risque de déborder du sujet. Us sources de ces discours sur la capitale: voyageurs, géographes, etc. Le discours critique sur la capitale: inutile, parasite, etc. Quand apparaît-il? Mais ce sujet concerne aussi la cour et la grande ville en général: bien distinguer.

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Call for Papers

Cultural Change

Continuity and Change in Europe in the Fifteenth and Sixteenth Centuries

Groningen, 5. bis 8. Juli 2005

Kontaktadressen: Groningen Studies in Cultural Change

Faculty of Arts

University of Groningen

P.O. Box 716

NL-9700 Groningen

E-mail: ozsmed@let.rug.nl

Prof. Barbara I. Gusick

English and Humanities

Troy State University Dothan

P.O. Box 8368

Dothan

USA-AL 26304

E-mail: bgtsud@aol.com

Culture, in the sense understood in the humanities, results from the interaction between the minds of individuals or groups and the social context. The productions of culture are manifested in many various areas of life, e.g. in literature, art, religion, philosophy, social structures and the sciences. As the result of a creative process, culture inevitably implies cultural change, since each creation modifies the tradition which brought it forth. At the same time, changes in the social context alter the modalities of the possible cultural productions. Thus there is always a fundamental dialectic between determinism and innovation, between tradition and the individual talent, between the centrifugal forces of the personal imagination and the centripetal force of normative centralisation. Hence the study of culture necessarily entails the interrogation of both phenomena and the dynamics within which the phenomena (come to) exist.

To explore this interplay of change and continuity in the fifteenth and sixteenth centuries, an international conference will be held at the University of Groningen, the Netherlands. It will focus on three themes:

1. Cultural Change and the literary world, 2. Cultural Change and political authority, 3. Cultural Change and religion. The following distinguished scholars have agreed to be plenary speakers: Prof. Martin Gosman (Groningen), Prof. Berndt Hamm (Erlangen), Prof. Volker Honemann (Münster), Prof. Ulrich Müller (Salzburg), Prof. Barbara Sargent-Baur (Pittsburgh). Conference sponsors are the joint research programme ‚Studies in Cultural Change‘ of the Netherlands Research School for Medieval Studies and the Groningen Research School for the Study of the Humanities, and Fiftheenth-Century Studies.

If you wish to attend the conference or to receive further information, please contact the conference secretariat, preferably by e-mail. Proposals for papers and sessions should be sent to the conference secretariat at <ozsmed@let.rug.nl>. Proposals from USA and Canada should also be sent to Prof. Barbara I. Gusick at: <bgtsud@aol.com>. Please include your name, affiliation, a title and a short summary (15-20 lines). Deadline is 1 December 2004.

The conference fee is Euro 120 (Students Euro 50), non refundable. The fee includes registration, conference material, reception, coffee/tea. Meals and accommodation are not included.

The organisers of the conference are Prof. Edelgard DuBruck (Marygrove College) and Prof. Barbara I. Cusick (Troy State University Dothan), Prof. Martin Gosman and Prof. Arjo Vanderjagt (both of the University of Groningen). Practical support is given by the staff of the Groningen Research School for the Study of the Humanities and the Netherlands Research School for Medieval Studies: Martin de Ruiter, Marijke Wubbolts and Anne Bollmann.

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Call for Papers

Absolutismus in der Habsburgermonarchie?

Landesfürst und Stände 1648-1848

Wien, 22. Bis 25. Februar 2006

Kontaktadressen: gerhard.ammerer@sbg.ac.at

martin.scheutz@univie.ac.at

peter.urbanitsch@oeaw.ac.at

alfred.weiss@sbg.ac.at

Ausgehend vom ungenügenden Forschungsstand zum Thema "Landstände" in der Habsburgermonarchie der frühen Neuzeit sollen einerseits die vorhandenen Forschungsergebnisse zusammengefaßt werden, andererseits neue Fragestellungen initiiert und erste Resultate daraus resultierender archivalischer Forschung vorgelegt und diskutiert werden. Dabei soll das Augenmerk einerseits auf Längsschnitte, andererseits auf regionale Vergleiche gerichtete werden. Der geographische Raum umfaßt diejenigen Gebiete, die zwischen dem Ausgang des 30-jährigen Krieges und der Revolution von 1848 zum habsburgischen Staatsgebiet gehörten. Die Tagung versteht sich als "Auftaktveranstaltung" mit dem Ziel, weitere Projekte und Studien anzuregen. Dazu soll auch der kurz danach erscheinende Band der erzielten Ergebnisse dienen.

1) Landständische Verfassung

Vertretung der Stände im Landtag (Bänke), Rekrutierung, Erbhuldigung, Landtafel.

2) Organisation und Funktionsweise der Stände (länderspezifisch)

Sitzungseinladungen, Tagesordnungen, Sitzungsverlauf und Sitzungsorganisation, Abstimmungsmodus, Ausschuß/Verordnete, Landhäuser, Häufigkeit des Zusammentretens (ordenlich/außerordentlich) Verhandlungstechnik (Proposition, direkte/indirekte Verhandlungen mit dem Landesfürsten, Schriftverkehr und Protokollführung, Gerechtigkeitsvorstellungen und Verteilungslogiken.

3) Aufgabenbereiche der Stände

Stände und Finanzen (Steuer- und Kassensystem, Einhebungsagenden-/administration, Geldflüsse), Kriegsfinanzierung, Stände und Policey (Gesetzgebung der Stände, Mechanismen der Entscheidungsfindung, Zirkularität von Gesetzen Stände und Wohlfahrt/Medizin: Seuchen, Infektionen, Landschaftsapotheken, -ärzte, Stände und Religion: Überwindung der Gegenreformation, ständischer Protestantismus, rel. Spannungen innerhalb der Stände (Prälatenbank Herren/Ritter), Feier der Nationalheiligen, ständische Wallfahrt, Stände und Bildung: Landschaftsschulen und andere Schuleinrichtungen, Stände und weibliche Bildung? Vollzugsorgan des Regenten oder Widerpart? Offener und verdeckter Widerstand gegenüber dem Landesfürsten (Obstruismus), Beschwerden von Untertanen an die Stände, Supplikationen, Stände als Vermittlungsinstanz zwischen Bevölkerung und Regenten.

4) Die Stände als Grundherren

5) Ständische Repräsentation

Kunstförderung, öffentliche Aufträge, Druckwerke, Malerei, Skulpturen, Ausgestaltung der Erbhuldigungen, Inszenierung von Totengerüsten, Geburtstage des Landesfürsten, Feuerwerke und andere öffentliche Repräsentationsformen Rolle der Stände in Selbstzeugnissen von Ständemitgliedern, Selbst-/Fremdbild (Landesfürst, Reisende) der Stände Kommunikation und Öffentlichkeit Repräsentation und Symbolik: Stände und Öffentlichkeit (Prozessionen, Erbhuldigungen ...), Landhäuser, Wohnsitze der Ständemitglieder in der Stadt, Kritik/Pamphlete, Stände und Reisen (Kavalierstouren).

Frist für die Abgabe von Vorschlägen: 30. Juni 2004.

Eine Entscheidung betreffend die Annahme der Vorschläge wird spätestens im Oktober 2004 fallen, so daß genügend Zeit für intensive Vorbereitung bleibt. Referate in Deutsch/Englisch, Abgabe der Referate bis spätestens Ende April 2006.

Buchvorstellungen

 

Die Fürsten von Anhalt: Herrschaftssymbolik, dynastische Vernunft und politische Konzepte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Tagungsband des Kolloquiums am 5./6. Dezember 2002 auf Schloß Ballenstedt, hg. von Werner Freitag und Michael Hecht in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V., Halle (Saale) 2003 (Studien zur Landesgeschichte, 9) [Mitteldeutscher Verlag, 291 S., geb., zahlr. sw- und farb. Abb., graph. Darstellungen, 25 Euro].

Die Reichsfürsten waren ein verfassungsrechtlich klar abgegrenzter Stand mit gemeinsamen Vorrechten. Doch realgeschichtlich kennzeichnete sie eine tiefe Ungleichheit. Die thematischen Veröffentlichungen der Residenzen-Kommission haben dieses soziale, ökonomische und kulturelle Gefälle zwischen der reichsfürstlichen Elite und den Niederungen von gefürsteten Grafenhäusern eindringlich vor Augen geführt. Während man über die Spitze des Reichfürstenstandes, die königfähigen Dynastien der Habsburger, Luxemburger und Wittelsbacher, aber auch über besonders erfolgreich operierende Landesherren, die ihre Zielstrebigkeit mit einer Erhebung in den Reichsfürstenstand krönen konnten (Württemberg), noch relativ viel weiß, gilt dies für viele der kleinen Reichsfürsten nicht. Zu dieser Gruppe gehörten auch die Fürsten von Anhalt. Während die Fundamente ihrer wissenschaftlichen Erforschung, die vor und nach 1900 vor allem von Hermann Wäschke gelegt wurden, von durchgehend hoher Qualität sind, konnte und durfte die Geschichte dieser Fürstenfamilie in der DDR-Geschichtswissenschaft nicht zum Forschungsgegenstand gemacht werden. Abgesehen von der hochmittelalterlichen Geschichte der Askanier findet sich auch deshalb selbst in einer vergleichend arbeitenden spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Adels-, Hof- und Residenzenforschung die anhaltinische Dynastie nicht. Das Wort von Anhalt als einer terra incognita, von einem der Herausgeber in seiner Einleitung bemüht, ist daher nicht völlig unbegründet (Werner Freitag, Die Fürsten von Anhalt im Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Eine Einführung, S. 9-31).

Nicht zuletzt in der Tatsache, daß sich die neu etablierte sachsen-anhaltische Landesgeschichte dieser für das Bundesland Sachsen-Anhalt (mit)namengebenden Dynastie angenommen hat, liegt abgesehen vom wissenschaftlichen Nutzen der besondere Charme dieses Bandes. Geschehen ist dieser Neuanfang während einer Tagung im Dezember 2002 an einem wahrlich anhaltinischen Ort (Schloß Ballenstedt). Die Ergebnisse dieser Veranstaltung sind nunmehr zügig publiziert worden. Von den vierzehn Aufsätzen des Bandes behandeln dabei elf den Zeitraum vor 1650 und sind mithin für die Leser dieses Heftes von besonderem Interesse.

Der Fürstenrang der Anhaltiner war ein hochmittelalterliches Erbe aus den Teilungen im askanischen Hause. Der seit 1215 geführte Fürstentitel war allerdings ein Rang ohne Macht. Nicht nur fehlte es an einer gräflichen Vasallenschaft und an der Gerichtsgewalt über Grafen und Herren, sondern überhaupt an einem Land Anhalt. Der Fürstenrang haftete im Spätmittelalter an der Burgruine Anhalt im Selketal (Jan Brademann, Ursprungsort, Herrschaft und Territorium kleinerer Reichsfürsten: Burg und Fürstentum Anhalt bis ins 16. Jahrhundert, S. 56-79), während die knappe territoriale Ausstattung (Anwartschaften auf Brandenburg und Sachsen-Wittenberg ließen sich nicht realisieren) durch zahlreiche Teilungen in der fürstlichen Familie (zeitweilig bestanden drei anhaltinische Linien gleichzeitig) noch weiter zersplitterte. Diese Zersplitterung wirkte zurück bis auf die geistlichen Institutionen. Das askanische Hauskloster Ballenstedt, durch die Verschiebung des territorialen Schwerpunkts vom Harz an die Elbe geographisch an den Rand gerückt, wurde als Grablege und linienübergreifender Identitätsanker aufgegeben. Die Teillinien gründeten und unterstützen in Coswig, Dessau und Zerbst eigene Klöster und Stifte und wählten dort auch ihre Grablege (Ulrike Höroldt, Die Entwicklung der anhaltischen Stifts- und Klosterlandschaft bis 1400. Ein Überblick, S. 35-55). Für den Familienbestand zwingend erforderlich war es daher, daß man versuchte, jüngere Söhne abzuschichten und mit Positionen in der Reichskirche zu versorgen. Dies gelang zwar gegen die mächtige Konkurrenz von Wettinern und Brandenburgern im Nahbereich nicht immer, aber doch so gut, daß die Köthen-Dessauer Linie im Jahre 1508 ausstarb, weil drei Brüder geistlich geworden waren (Michael Thomas, Fürsten neuen Typs: Woldemar VI. (gest. 1508) und Magnus (gest. 1524) von Anhalt, S. 80-97).

Nicht nur durch diesen und weitere genealogische Zufälle (nach Teilung von 1546 schon 1570 Wiedervereinigung aller Teilfürstentümer, allerdings seit 1603 und bis 1863 erneut in zwei Linien geteilt) gelang den Fürsten von Anhalt im 16. Jahrhundert eine deutliche Stabilisierung ihrer Stellung. Die fürstliche Position konnte im sich verdichtenden Reich als unbestreitbar abgesichert werden, was sich am nunmehr wieder möglichen Konnubium mit fürstlichen Häusern zeigt, während zuvor in der Regel nur Ehen mit Mitgliedern von Grafen- und Herrenfamilien aus der Region geschlossen werden konnten. Die um 1500 deutlich werdenden Anstrengungen um eine verstärkte Repräsentation, die fürstlichen Maßstäben genügen sollte, ordnen sich gut in diesen Zusammenhang ein (Michael Hecht, Hofordnungen, Wappen und Geschichtsschreibung. Fürstliches Rangbewußtsein und dynastische Repräsentation in Anhalt im 15. und 16. Jahrhundert, S. 98-122). Demonstrierte Nähe zum Reich, fürstlicher Lebensstil und Orientierung an den mächtigen Dynastien im Nahbereich (bis 1547 dabei eher an den Wettinern als an den Brandenburgern) werden dabei auch in der architektonischen Repräsentation sichtbar. Die Schloßbauten in Bernburg, Dessau und Zerbst (Matthias Müller, Das Residenzschloß als Haupt des Fürsten. Zur Bedeutung von Corpus und Caput in frühneuzeitlichen Schlossbau der Anhaltiner, S. 123-143, und Karl-Heinz Bohrer, Die sechste Residenz. 74 Jahre Fürstensitz Harzgerode (1635-1709), S. 202-216) und das Bildprogramm ihrer Ausstattung (Irene Roch-Lemmer, Die Fürstenbildnisse am Wolfgangbau des anhaltischen Schlosses Bernburg, S. 144-159) zeigen dies recht deutlich. In anderer Perspektive werden die Rückwirkungen dieser Schloßanlagen auf den Stadtraum und seine Einwohnerschaft recht anschaulich am Beispiel von Dessau dargestellt (Frank Kreissler, Aspekte der Residenzbildung: Dessau im 16. Jahrhundert, S. 160-170).

Die schnelle Entscheidung der Anhaltiner für die Reformation verlief parallel zur Präferenz der lutherischen Nachbarn. Ungewöhnlich im mitteldeutschen Raum und zunächst in seinen Folgen unabsehbar war hingegen das Bekenntnis der Fürsten von Anhalt zum Calvinismus (hierzu der wiederabgedruckte Aufsatz von Georg Schmidt, Die Fürsten von Anhalt. Reformierte Konfessionalisierung und überkonfessionelle Einheitsbestrebungen, S. 173-186). Doch erwies sich diese Weichenstellung langfristig als überaus erfolgreich. Die durch diese Konfessionsentscheidung befestigte Verbindung mit dem Hause Nassau-Oranien ist noch heute als kulturelle Öffnung der Fürsten von Anhalt zum Westen erlebbar (Katharina Bechler, Schloß und Park Oranienbaum. Eine oranische "Filiation" in Anhalt, S. 217-234). Mit der nicht vorhersehbaren brandenburgischen Konfessionsentscheidung von 1613 eröffnete sich den Anhaltinern so zudem der Anschluß an eine werdende europäische Großmacht, und das war eine Chance, die sie zielstrebig und für das frühneuzeitliche Fürstentum Anhalt prägend wahrnahmen (Michael Rohrschneider, Möglichkeiten und Grenzen politischer Selbstbehauptung mindermächtiger Reichsstände im 17. Jahrhundert: Das politische Wirken Johann Georgs II. von Anhalt-Dessau, S. 187-202).

Der vorliegende Band präsentiert diese hier nur angedeuteten und weitere interessante Aspekte in ansprechender Form, zu der auch die farbige Ausstattung und die sinnvolle Beigabe von genealogischen Tafeln und Karten beitragen. Das Material lädt zum Weiterfragen und zum Vergleich etwa mit den Markgrafen von Baden ein.

Stephan Selzer, Halle*

Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter, hg. von Ulrich Schwarz, Braunschweig 2003 (Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Landesgeschichte, 40) [Appelhans, 396 S., geb., Ill., 22 Euro].

In unmittelbarer Nähe zu Braunschweig, einer der größten norddeutschen Städte im Mittelalter, entwickelte sich eine einfache Burg zur herzoglichen Hauptresidenz. Es war gerade der Gegensatz zur stolzen, aber nicht reichsfreien Stadt Braunschweig, der die welfischen Herzöge zum Ausbau der kleinen Siedlung vor der Burg Wolfenbüttel zur Residenzstadt veranlaßte. Unter Heinrich dem Friedfertigen, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1432-1473) wurde Wolfenbütel zur ständigen Residenz. Seine Blüte erreichte es im 16. und 17. Jahrhundert, als die Herzöge Schloß und Stadt planmäßig und offen konkurrierend zu Braunschweig erweiterten und ausbauten. Die Landeshistoriker neigten bisher dazu, die mittelalterliche Residenzwerdung nur als Vorgeschichte, nicht jedoch als Forschungsgegenstand von eigenem Interesse anzusehen.

So stößt der Sammelband "Auf dem Weg zur herzoglichen Residenz. Wolfenbüttel im Mittelalter" tatsächlich im landeshistorisch sonst gut durchforstetem Gebiet auf eine Forschungslücke. Da es angesichts der Residenzenforschung nicht an Fragestellungen gemangelt haben kann, fragt sich der Herausgeber, ob es womöglich an einer "dürftigen Quellenlage" liegt, daß Wolfenbüttel bisher "nur am Rande Interesse gefunden" hat (S. 7). Der vorliegende Band ist geeignet, den Gegenbeweis anzutreten. Es ist das erklärte Ziel des Herausgebers, zu weiterer Beschäftigung mit dem Thema anzuregen und dafür landesgeschichtliche Fakten und quellenkritische Informationen zu sichern.

Wenn ein Wolfenbütteler Archivdirektor Wissenschaftler zur Zusammenarbeit gewinnt, die allesamt auch persönliches Interesse an Wolfenbüttel als Forschungsgegenstand haben, dann ist mit leichter Kost nicht zu rechnen. Sachkundig und detailinteressiert – vor allem aber archiverfahren – erkunden die Autoren die mittelalterliche Zeitspanne für diese welfische Residenz. Als gefällige Lokalhistorie eignen sich diese Texte nicht. Zuweilen ist der Detailreichtum so weit getrieben, daß die siedlungsgeographischen Ausführungen nur Siedlungsgeographen, die genealogischen nur Genealogen und die prosopographischen nur Prosopographen begeistern können. Wer aber gerade nach diesem Spezialwissen sucht, der wird hier fündig.

Das zeigt sich schon in der Entstehungsgeschichte dieser Veröffentlichung. Sie beginnt mit Quellenfunden, die zu machen einem einfachen Archivbenutzer schwerlich gelingen dürften. Ulrich Schwarz, der Herausgeber, hat im Bestand der Lichtenberger Amtsrechnungen Rechnungen des Amtes Wolfenbüttel gefunden. Die Rechungsüberlieferung des Residenzamtes setzt mithin nicht erst im 16. Jahrhundert mit einigen Einzelstücken und Fragmenten ein, sondern bereits im 15. Jahrhundert, und nimmt man noch das Fragment dazu, das sich als Bucheinband erhalten hat, bereits im 14. Jahrhundert. Die Rechungen zeigen Wolfenbüttel als "vollentwickelte Residenz" (8). Schwarz legt diese Rechnungen nun vor, aus der Not eine Tugend machend, wie er schreibt. Da keine Rechnungsserien erhalten sind, wie z.B. für die Vogtei Celle, soll die vollständige Edition des Vorhandenen Licht in das Dunkel bringen.

Wie spröde aber diese Quellengattung ist, beweist die Edition gleichfalls. Sie kann daher auch entmutigen und vor einer Überbewertung der scheinbar klaren Faktensprache abhalten. Rechnungen bilden "die Wirklichkeit nur sehr selektiv ab, da nur das benannt wird, was Geld kostete oder einbrachte. Es fällt schwer, sich die Realitäten zu vergegenwärtigen, aus denen diese Buchungen erwachsen sind", so Schwarz (S. 285). Daß dennoch aus kargem Material Informationen gewonnen werden können, führt der Beitrag "Täglich Brot und Festgelage beim Wolfenbütteler Herzog im 15. Jahrhundert" von Gesine Schwarz vor. Sie fragt nach den Eßgewohnheiten am Herzogshof. Anhand der Zukäufe zur Hofhaltung im Vergleich der Jahre, Jahreszeiten und Anlässe, vor allem aber im Vergleich zu den Celler Vogteirechnungen gewinnt die Quelle unerwartet Aussagekraft. Wissenschaftliche Ehrlichkeit spricht aus den Einschränkungen, die dennoch gemacht werden. Schwarz thematisiert auch das, was nicht in der Quelle stehen kann: "Die Rechnungen des Amtmanns in Wolfenbüttel fielen um die Mitte des 15. Jahrhunderts so bescheiden aus, gerade weil sich die Tische unter Speisen bogen, die ganz überwiegend aus dem eigenen Vorwerk und Dörfern im nächsten Umkreis kamen" (S. 221).

Diesem ersten Beispiel, wie schwierig die Erhebung der Quellen und wie mühselig der Informationsgewinn daraus ist, folgen methodisch auch die anderen Beiträge. Der Band wirkt deshalb fast wie ein Lehrbuch, wie derartigen Widrigkeiten zu begegnen ist. Nahe an der Spekulation bewegt sich Wolfgang Meibeyer mit dem Beitrag "Was war in Wolfenbüttel, bevor die Herzöge kamen? Die Anfänge von Burg und Siedlung". Er schreibt über eine Zeit, die keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen hat und gewinnt seine Erkenntnisse aus siedlungshistorischem Wissen und Ortskenntnis. Ob die Anfänge der 1301 erstmals bezeugten Burg aufgrund des Namens der Longinus-Kapelle ins 10. Jahrhundert datiert werden können, wird sicher umstritten bleiben. Dichtgedrängte Fakten präsentiert dagegen Wolfgang Petke im Beitrag "Reichstruchseß Gunzelin von Wolfenbüttel († 1255) und die Ministerialen von Wolfenbüttel-Asseburg". Er kann auf das Asseburger Urkundenbuch zurückgreifen, das bereits zu Darstellungen der Geschichte dieser Dienstmannenfamilie angeregt hat. Petke unterzieht nun die Quellen einer neuen Sichtung. Auch diese scheinbar leicht zugänglichen Schriftzeugnisse sind schwer zu handhaben. Als Beispiel dafür mag die Begründung Petkes dienen, warum sich der Wolfenbüttler nicht im Jahr 1192 einer Fehde gegen Heinrich den Löwen angeschlossen haben kann, weil "es sich bei diesem Ekbert bereits um Ekberts (I.) Sohn Ekbert (II.) handeln muß, denn beteiligt war auch Ekberts (II.) Bruder Gunzelin, der spätere Truchseß Ottos IV. und Friedrichs II." (S. 59).

Gedruckte Quellen liegen auch Uwe Ohainski vor für seinen Beitrag "Von der herzoglichen Niederungsburg zum Herrschaftszentrum des Braunschweiger Landes – Wolfenbüttel von 1283 bis 1432". Dennoch bewegt sich der Aufsatz eher tastend im noch Unerforschten. "Ein klares Bild ergibt sich nicht", schreibt Ohainski am Schluß, "Vieles ist in Wolfenbüttel nachzuweisen, manches (bisher?) nicht" (S. 145). Es fehlen Arbeiten zur Amtsverfassung und zum Itinerar der Herzöge. Ohainski mutmaßt als Grund für die Strukturschwäche, die das mittelalterliche Wolfenbüttel dem Anschein nach hatte, die Nähe Braunschweigs. Die Stadt habe die Versorgung des Hofes mit nichtagrarischen Produkten sichergestellt und "als Ort höfischer Repräsentanz vor allem bei Turnieren oder anderen feierlichen Zeremonien" gedient (S. 145).

Schwieriges Terrain betritt Kerstin Rahn mit ihrem Beitrag "‚Zu Trost und Gewinn ... unserer und unserer Kinder Seele‘. Die Memorialgemeinschaft der Wolfenbütteler Marienbruderschaft im 15. Jahrhundert". Um aus den hier überlieferten Zeugnissen Informationen über die Residenzwerdung zu gewinnen, müssen sie gegen den Strich gelesen werden. Rahn nutzt das Registrum mortuorum fraternitatis beate Marie virginis prope Wulffelbutle zur personengeschichtlichen Auswertung des Marienkaland. Dagegen ist der Beitrag von Hans-Henning Grote, dem Leiter des Museums im Schloß Wolfenbüttel, anschaulich im wortwörtlichen Sinn. Er schreibt über "Die Baugeschichte der Burg Wolfenbüttel im Mittelalter und in der Renaissance". Bisher lagen nur die Arbeiten Friedrich Thönes zum 16. und 17. Jahrhundert vor. Grote beschreibt unter Verwendung Cranachs Bildes ‚Die Belagerung Wolfenbüttels 1542‘ den vorherige Zustand des Gebäudes. Nach der Zerstörung 1542 hatte Herzog Heinrich der Jüngere das Schloß stark verändert wiedererbauen lassen. Völlig unkenntlich wurde der mittelalterliche Kern schließlich durch die einheitliche Barockfassade im 18. Jahrhundert.

Die Geschichtsschreibung über die Stadt Wolfenbüttel stehe unter einem Unstern, meinte Thöne pessimistisch. Diesem Urteil schließt sich Dieter Lent an: "Trotz angestrengter Bemühungen seit Ende des 17. Jahrhunderts liegt bis heute keine wissenschaftlich einwandfreie oder mindestens heimatkundlich moderne Gesamtgeschichte dieser bekannten und einen Territorialnamen begründenden ehemaligen welfischen Residenzstadt vor" (S. 245). Die "angestrengten Bemühungen" bestanden aus einer Reihe von Werken, die letztlich nicht veröffentlich wurden und nun ihr Dasein als Manuskripte im Archiv fristen. Eines davon stammt von Johannes Reiske. Lent geht in seinem Beitrag "Johannes Reiske und die frühneuzeitlichen Anfänge der Historiographie zur mittelalterlichen Geschichte von Wolfenbüttel" nicht nur den Vorarbeiten Reiskes nach, er beschreibt auch, wie das unveröffentlichte Manuskript von anderen weiterverwendet wurde. Über die Inhalte des geplanten Werkes und den Gedankenaustausch darüber von Reiske mit Leibnitz schreibt Günter Scheel in seinem Beitrag "Leibniz und Reiske über Wolfenbüttel im Mittelalter. Ein gelehrter Briefwechsel vom Jahre 1687." Scheel ergänzt den bisher bekannten Briefwechsel durch einen neu aufgefundenen Brief Leibniz. Er war ihm aufgefallen "bei der Durchsicht der Allgemeinen Handschriften der Niedersächsischen Landesbibliothek, wo es Leibniz zusammen mit den Quellen zur Wolfenbütteler Stadtgeschichte abgelegt hat" (S. 271).

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, daß hier ein faktenreicher Sammelband entstanden ist, der als Nachschlagewerk für Fachleute dienen wird. Eine systematische Übersicht über den Prozeß der Residenzbildung will er erklärtermaßen nicht leisten. "Die Formulierung der Themen entsprach den jeweils unterschiedlichen Forschungsinteressen", schreibt der Herausgeber (S. 9). So wundert es nicht, daß sich bei der Konzentration auf das Detail Überschneidungen "trotz der auf Wolfenbüttel konzentrierten Gesamtthematik" (S. 9) kaum ergeben haben. Man könnte den Autoren durchaus Faktenverliebtheit vorwerfen, zumal sich außer Gesine Schwarz keiner der Autoren auf Vergleiche mit anderen Herrschaften einläßt. Doch ist dergleichen angesichts der Absicht dieser Veröffentlichung gar nicht fehl am Platz, ist sie doch als Grundlage und Anstoß weiterer Forschungen gedacht. Die Geschichtsschreibung Wolfenbüttels steht schließlich längst nicht mehr unter einem Unstern. Ein äußerst aktiver Geschichtsverein vor Ort, der eine der historischen Forschung aufgeschlossene Bank zu seinen Förderern zählen kann, läßt hoffen, daß weitere Arbeiten zur Geschichte der Wolfenbütteler Residenz ihren Weg zum Fachpublikum finden werden.

Erwähnte Literatur:

Thöne, Friedrich: Wolfenbüttel. Geist und Glanz einer alten Residenz, 2. Aufl., München 1968. – Thöne, Friedrich: Wolfenbüttel in der Spätrenaissance. Topographie und Baugeschichte unter den Herzögen Heinrich Julius und Friedrich Ulrich (1589-1634), in: Braunschweigisches Jahrbuch 35 (1954) S. 5-116.

Manuela Sissakis, Berlin*

Wolf, Dieter: Melsungen. Eine Kleinstadt im Spätmittelalter. Topographie, Verfassung, Wirtschafts- und Sozialstruktur, 3 Bde., Butzbach 2003 [Afra-Verlag, 920 S., geb., Zeichnungen, Abb., Tabellen, 10 Karten in Bd. 3, 100 Euro].

Die Dissertation von Dieter Wolf über die mittelalterliche Geschichte der nordhessischen Stadt Melsungen ist als umfangreiches dreibändiges Werk im bibliophilen Schuber erschienen. Den beiden darstellenden Bänden ist ein dritter Band mit umfassenden Registern und Abbbildungen beigegeben, denen unter anderem Wolfs zeichnerisches Talent zugute kommt.

Einleitend stellt Wolf als Ziel seiner Arbeit über Melsungen fest, "ein exemplarisches und umfassendes Bild zu gewinnen [und] ausgehend von den topographischen Grundlagen, die Verfassungsentwicklung sowie die Wirtschafts- und Sozialstruktur der Stadt in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit darzulegen und unter Einbeziehung aller verfügbaren Quellen und Methoden zu erforschen" (S. 11). Um darüber hinaus der selbstgestellten Forderung nach einer ganzheitlichen mikrohistorischen Perspektive zu genügen, nimmt sich Wolf auch Fragen siedlungskundlicher, archäologischer und baugeschichtlicher Natur an.

Die Quellenlage zur mittelalterlichen Geschichte Melsungens kann als relativ gut angesehen werden. Der Verfasser stützt sich in erster Linie auf rund 600 vor allem im Hessischen Staatsarchiv in Marburg überlieferte Urkunden und auf etwa 87 Rechnungsbände des landgräflichen Amtes Melsungen, die den Zeitraum von 1430 bis 1514 abdecken. Ergänzend werden zudem auch andere Quellen (z.B. Stadtansichten) extensiv einbezogen und die Ergebnisse benachbarter Wissenschaften berücksichtigt.

Die Monographie ist gegliedert in fünf thematische Blöcke zuzüglich der Einleitung, der Schlußbetrachtung und einem überaus umfangreichen Beilagenteil. Nicht zum eigentlichen Gegenstand der Arbeit gehören die wenigen Seiten über die neuzeitliche Geschichte Melsungens, die aber einer notwendigen Abrundung des Themas dienen.

Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt bildet die topograpische Entwicklung Melsungens. Die Bedeutung der mittelalterlichen Fernstraßen, vor allem der sogenannten "Nürnberger Staße" und des Sälzerweges für Melsungen kann Wolf vor allem für das 15. und 16. Jahrhundert durch zahlreiche Quellen belegen. Unklarer sind die politischen bzw. siedlungsgeschichtlichen Umstände der Gründung des landgräflichen burgus Melsungen, die ohne umfassende archäologische Untersuchungen wohl auch nicht geklärt werden können. Die Entwicklung des städtischen Siedlungsbildes reichert Wolf durch einen längeren Exkurs zu frühneuzeitlichen Stadtansichten und -plänen an, unter denen die eigenhändigen Zeichnungen des sich seit seiner Abdankung 1627 oft in Melsungen aufhaltenden Landgrafen Moritz eine besondere Stellung einnehmen. Bei der detaillierten Analyse der mittelalterlichen Gebäudesubstanz nimmt sich der Verfasser zunächst der für Melsungen besonders wichtigen öffentlichen bzw. herrschaftlichen Gebäude und Bauwerke, namentlich der Fuldabrücke, des Fuldawehrs, der Stadtmauer, des landgräflichen Schlosses, des Renthofes und der Pfarrkirche an. Eine Darstellung des Baubestandes innerhalb der Stadtmauern und der größeren Gebäude außerhalb der Stadtmauern, wie z.B. Hospital und Mühle, schließen diesen Themenschwerpunkt ab.

Die Gründung Melsungens und der sukzessive Ausbau zum landgräflichen Herrschaftsstützpunkt datiert Wolf auf das späte 12. Jahrhundert in direktem Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Landgrafen von Thüringen und den Mainzer Erzbischöfen um die Vormachtstellung in Niederhessen. Den ersten Einblick in die Verfassung der Stadt gewährt eine Urkunde aus dem Jahre 1267, die von den Schultheißen, den Schöffen und der Gemeinschaft der Bürger von Melsungen bestätigt wurde. Im Rahmen der Darstellung der städtischen Institutionen und Ämter stellt Wolf eine sozialgeschichtlich interessante Aufstellung der in Melsungen belegten Gerichtsverfahren zusammen. Mit gleicher Akribie bereitet er Daten zu den landgräflichen Aufenthalten in Melsungen auf, die das enge Verhältnis von Stadtherren und Stadtgemeinde dokumentieren. Die Einrichtung des landgräflichen Amtes Melsungen im Laufe des 13. Jahrhunderts ist vor allem vor dem Hintergrund der territorialen und verkehrstechnischen Organisation des Herrschaftsbreiches zu sehen.

Die Untersuchung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Melsungens im Mittelalter muß sich auf Grund der knappen Quellenbasis im Vergleich zu den vorhergehenden Kapiteln mit eher allgemeineren Aspekten begnügen. Gleichwohl kann Wolf die Bedeutung der Landwirtschaft für die Stadt Melsungen aufzeigen, auch wenn er die Bezeichnung "Ackerbürgerstadt" als zu unbestimmt und irreführend ablehnt. Breiten Raum nimmt die ausführliche Darstellung der in Melsungen nachweisbaren Handwerker, Händler und anderer Berufsgruppen ein, die durch Exkurse u.a. zu Schleifmühlen und Wirtshäusern sinnvoll ergänzt wird.

Im Anschluß hieran widmet sich Wolf der sozialen Schichtung der Melsunger Einwohnerschaft. Neben den Burgmannen, ortsansässigen Niederadligen, und den oft aus der örtlichen Bürgerschaft stammenden landgräflichen Beamten wird mit ausführlichen Belegen gezeigt, daß auch in der Kleinstadt Melsungen durchaus ein Patriziat zu erkennen ist, das freilich erheblich undeutlicher und weniger ausdifferenziert als in größeren Städten bleibt. Wolf verwendet eine Vielzahl von teilweise disparaten Kategorien (Titel bzw. Anrede der Schöffen und Ratsherren, Vermögensverhältnisse, Bürger als Stifter, studierende Bürger u.v.m.), um die Melsunger "Oberschicht" zu identifizieren. Über die restlichen Einwohner Melsungens sind auf Grund der Quellenlage kaum generelle Aussagen möglich. Wolf zeigt die Existenz einer "Mittel-" und einer "Unterschicht", ohne beide jedoch quantifizieren zu können.

Das abschließende inhaltliche Kapitel ist als vergleichende Synthese angelegt, in der die empirischen Ergebnisse der vorherigen Kapitel in Kontrastierung zu anderen hessischen Städten im Mittelalter interpretiert werden. Melsungen findet sich hier in der Regel im unteren Mittelfeld unter anderen hessischen Städten wieder. Verdienstvoll ist die detaillierte Gegenüberstellung der Melsunger Wirtschaftsstruktur zu anderen hessischen Kleinstädten.

Von besonderem Interesse für die Forschung ist der sehr umfangreiche Anhang, der auch für die Residenzenforschung einige wertvolle Aufstellungen (z.B. des landgräflichen Hofgesindes und landesherrlicher Amtsträger oder landgräflicher Aufenthalte in Melsungen) bietet. Streckenweise hat der Anhang wenn schon nicht den Charakter einer Quellenedition so doch einer umfassenden Quellenaufbereitung. In diesem Zusammenhang ist auch die Schlußbetrachtung von Interesse, die in 14 Einzelfragen aufgeteilt nicht nur eine zusammenhängende und vollständige Übersicht über die erarbeiteten Ergebnisse bietet, sondern durch die Art der gestellten Fragen neue Blickwinkel zuläßt. Auch wenn Wolf das Fazit zieht, trotz aller Belege und Details "nur einen Schatten der Wirklichkeit" (S. 527) bieten zu können, muß die vorliegende Dissertation als grundlegend und nutzbringend für die weitere Forschung zu hessischen Kleinstädten im besonderen und mittelalterlichen Kleinstädten im allgemeinen gelten. Die landes- und lokalgeschichtliche Forschung wird von Wolfs akribischer und umfangreicher Arbeit ohnehin sehr profitieren.

Daniel Höfker, Kiel*

Neuerscheinungen

 

Glänzend war ihr Adel. Der Hamburger Barockmaler Hans Hinrich Rundt am Hofe der Grafen zu Lippe, hg. von M. Salesch, Petersberg 2003 [Imhof, 192 S., geb., 63 sw- und 32 farb. Abb., 16,80 Euro].

Adel und Moderne. Deutschland im europäischen Vergleich im 19. und 20. Jahrhundert, hg. von E. Conze, und M. Wienfort, Köln 2004 [Böhlau, 400 S., Pb., 39,90 Euro].

Albrecht, U.: Der Renaissancebau des Celler Schlosses. Zur Genese des Zwerchhauses und zum Bildprogramm der Fassaden des 16. Jahrhunderts, Celle 2003 (Celler Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte, 32) [Stadt Celle, 56 S., kart., Ill., 9,80 Euro].

L’Architecture de la Renaissance en Normandie, hg. von B. Beck u.a., 2 Bde., Caen 2003 [Charles Corlet, 360 und 437 S., insg. 500 Abb., 89 Euro].

Bahn, B. W., Müller, C., SChmitt, R. und Tauché, B.: Freyburg an der Unstrut, Neuenburg 2004 (novum castrum. Schriftenreihe des Vereins zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V., 8).

Aus dem Inhalt:

Müller, C.: Die Städtepolitik der ludowingischen Landgrafen von Thüringen, S. 5-10; Müller, C.: Die Gründung der Stadt Freyburg an der Unstrut, S. 11-35; Bahn, B. W.: Freyburg an der Unstrut vor 1203 – Voraussetzungen einer Siedlung vor der Stadtgründung, S. 36-56; Tauché, B.: Zusammenfassender Bericht über die Kellerkartierungen in Freyburg an der Unstrut, S. 57-63; Schmitt, R.: Die hochmittelalterlichern Keller in Freyburg an der Unstrut und ihre Bedeutung für die Frühgeschichte der Stadt, S. 64-80.

Bauer, V.: Höfische Gesellschaft und höfische Öffentlichkeit im Alten Reich. Überlegungen zur Mediengeschichte des Fürstenhofes im 17. und 18. Jahrhundert, in: Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte 5 (2003) S. 29-69.

Behrmann, T.: Herrscher und Hansestädte. Studien zum diplomatischen Verkehr im Spätmittelalter, Hamburg 2004 (Greifswalder historische Studien, 6) [Kovač, 378 S., geb., 1 Abb., 98 Euro].

Bernabé, L. V. de, Eugenio, M. de: Heráldica gentilicia aragonesa, Saragossa 2002 [694 S.].

Bibliographie der vor 1750 erschienenen deutschen Gartenbücher, zusammengetragen von C. A. Wimmer unter Mitarb. von I. Lauterbach, hg. von der Bücherei des Deutschen Gartenbaues e.V., Nördlingen 2003 (Architectura recreationis, 6) [Uhl, 278 S., kart., zahlr. Ill.].

Bireley, R.: The Jesuits and the Thirty Years War. Kings, courts, and confessors, Cambridge u.a. 2003 [Cambridge Univ. Press, 312 S., geb., 10 Abb., 1 Karte, 47,50 £].

Blondy, A.: L’ordre de Malte au XVIII siècle. Des dernières splendeurs à la ruine, Paris 2002 [523 S.].

Böcker, H.: Regensburg. Stadtführer, 3. Aufl., Regensburg 2002 (Bayerische Geschichte) [Pustet, 90 S., Pb., 70 farb. Abb., 2 Stadtpl., 5,90 Euro].

Le bois dans le château de pierre au Moyen Âge. Actes du colloque de Lons-le-Saumier, 23-25 octobre 1997, hg. von J.-M. Poisson u.a., Besançon 2003 (Annales littéraires de l’Université de Franche-Comté, 743: Série Architecture, 2) [Presse Universitaire de Franche-Comté, 448 S., kart., zahlr. Ill., graph. Darst.].

Bordonove, G.: Les Valois. De François Ier à Henri III; 1515-1589, Paris 2003 [Pygmalion, 1005 S., brosch., 28 Euro].

Boucheron, P.: De l’urbanisme communal à l’urbanisme seigneurial. cités, territoires et édilité publique en Italie du Nord (XIIIe-XVe siècle), in: Pouvoir et Édilité. Les grands chantiers dans l’Italie communale et seigneuriale, hg. von É. Crouzet-Pavan, Rom 2003 (Collection de l’École Française de Rome, 302), S. 41-77.

Brakensiek, S.: Vom "Theatrum mundi" zum "Cabinet des Estampes". Das Sammeln von Druckgraphik in Deutschland 1565-1821, Hildesheim 2003 (Studien zur Kunstgeschichte, 150) [Olms, 640 S., Ln., 60 Abb., 88 Euro].

Bray, A.: The Friend, Chicago u.a. 2003 [University of Chicago Press, 392 S., Ill., 28 £].

Bujok, E.: Neue Welten in europäischen Sammlungen. Africana und Americana in Kunstkammern bis 1670, Berlin 2004 [Reimer, 280 S., Pb., 55 sw- und 8 farb. Abb., 58 Euro].

Bünz, E. : "am Rande der Zivilisation ...?" Residenz und Hof des Kurfürsten von Sachsen in Wittenberg zur Zeit Lucas Cranachs d.Ä., in: Die Reformation und die Künste, hg. von P. Freybe, Wittenberg 2003 (Wittenberger Sonntagsvorlesungen), S. 9-36.

Bünz, E.: Reiseberichte – Reisegruppen – Reisewege. Bemerkungen zu neuen analytischen Bibliographien "Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters" in: Würzburger Diözesan-Geschichtsblätter 65 (2003) S. 353-361.

Burg und Schloß Düsseldorf. Baugeschichte einer Residenz, hg. von H. Küffner und E. Spohr, Kleve 1999 (Jülicher Forschungen, 6) [B.O.S.S., 205 S., Pb., 305 Abb., 28 Euro].

Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Heft 12 (2003).

Aus dem Inhalt:

Herfurth, K.: Königshof und Kaufmannssiedlung – Zur Frühgeschichte der Stadt Calbe an der Saale, S. 7-14; Schmitt, R.: Zur Geschichte und Baugeschichte der Schönburg, Burgenlandkreis, S. 15-79; Rode, H.: Archäologische Untersuchungen auf dem Areal des ehemaligen Stadtschlosses in Potsdam, S. 80-118; Höhne, D.: Bemerkungen zur sogenannten Wehrhaftigkeit mittelalterlicher Dorfkirchen, S. 119-149; Schmitt, R.: Schloß Neuenburg bei Freyburg/Unstrut. Anmerkungen zur Baugeschichte der Vorburg, S. 150-177; Schmitt, R.: Sächsische und kursächsische Baumeister auf Schloß Neuenburg von der Mitte des 16. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, S. 178-207; Donath, M.: Bemerkungen zum Bautyp der Moritzburg in Halle/Saale, S. 208-237; Weinhauer, C.: Das alte Schloß in Gänsefurth, Ldkr. Aschersleben-Staßfurt, S. 238-290; Breuer, S.: Zur Geschichte von Schloß und Park Teutschenthal, Ldkr. Saalkreis, S. 291-327; Hildebrand, S.: Die imperiale Geste – eine Beobachtung im Umfeld Sachsen-Merseburger Schloßbauten, S. 328-331; Hildebrand, S.: Das ehemalige von Jena’sche Fräuleinstift in Halle/Saale – Beispiel eines Stadtpalais’ der Renaissance- und Barockzeit, S. 332-340.

Burkart, R.: Kommunikationswissenschaft, 4. Aufl., Wien 2002 [Böhlau , 608 S., kart., 42 Abb., 34,90 Euro].

Burke, P.: Augenzeugenschaft. Bilder als historische Quellen, Berlin 2003 [Wagenbach, 256 S., geb., 82 Abb., 28 Euro].

Un cabinet, un roi, une ville – Een kunstkast voor Willem III, hg. von J. Toussaint und A. Verbrugge, Namur 2004 (Monographies du Musée des Arts anciens du Namurois, 28) [Société archéologique de Namur, 144 S., 80 farb. und s/w-Abb., 25 Euro].

Château et divertissement. Actes des rencontres d’Archéologie et d’Histoire en Périgord les 27, 28 et 29 septembre 2002, hg. von A.-M. Cocula und M. Combet, Bordeaux 2003 [Ausonius, 257 S., 26 Abb., 30 Euro].

Chave, I.: Les châteaux de l’apanage d’Alençon (1350-1450); volonté politique, importations architecturales, économie de la construction, Alençon 2003 (Société Historique et Archéologique de l’Orne, 4).

Clothing Culture, 1350-1650, hg. von C. Richardson, Aldershot 2004 (History of Retailing and Consumption) [Ashgate, 200 S., geb., Ill., 45,60 £].

Collard, F.: Le crime de poison au Moyen Âge, Paris 2003 (Le noeud gordien) [Presses Universitaires de France, 303 S., kart., farb. Abb., 32 Euro].

Conrads, N.: Die Abdankung Kaiser Karls V. Abschiedsvorlesung gehalten am 23. Juli 2003 in der Universität Stuttgart, Stuttgart 2003 (Reden und Aufsätze, 65) [Univ.-Bibl. Stuttgart, 50 S., 5 Euro].

Córdova Miralles, A.- F. de: La corte de Isabel I. Ritos y ceremonias de una reina (1474-1504), Madrid 2002 [Dickinson, 460 S.].

Czech, V.: Legitimation und Repräsentation. Zum Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit, Berlin 2003 (Schriften zur Residenzkultur, 2) [Lukas, 463 S., geb., 44 sw- und 14 farb. Abb., 13 Tab., 70 Euro].

Dasler, C.: Funktionen und Erträge der Jagd im Hochmittelalter, unter besonderer Berücksichtigung der Pelztierjagd, in: Vierteljahrschrift für Wirtschafts- und Sozialgeschichte 91/1 (2004) S. 1-19.

Delorme, P.: Isabeau de Bavière. Épouse de Charles VI, mère de Charles VII, Paris 2003 (Histoire des reines de France, 6) [Pygmalion, 319 S., brosch., Ill., 19,50 Euro].

Demel, B.: Der Deutsche Orden im Spiegel seiner Besitzungen und Beziehungen in Europa, Frankfurt am Main u.a. 2004 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 961) [Peter Lang, 742 S., geb., 16 Abb., 91 Euro].

A Dialogue on the Law of Kingship among the Scots. A Critical Edition and Translation of George Buchanan’s De Iure Regni apud Scotos Dialogus, hg. von R. A. Mason und M. S. Smith, Aldershot 2004 [Ashgate, 306 S., geb., 2 sw-Abb., 82,13 Euro].

Didierjean, J., Wahlen, P.: De la demeure épiscopale à la préfecture de l’Yonne: l’ancien palais des évêques d’Auxerre et son quartier, Auxerre 1999 (Centre d’Études Médiévales d’Auxerre, 3) [Éditions de l’Armançon, 72 S.].

Diederichs, H., Springer, C.: Zur Postgeschichte der landesherrlichen Fahrpost im Herzogtum Sachsen-Weimar (einschließlich der Nebenlinien von Sachsen-Eisenach und Sachsen-Jena). Eine posthistorische Studie zum Zeitraum 1666 bis 1816 mit einem Exkurs zur "Fürstlich Sächsischen Gesamt-Post" der gothaischen Linien zwischen 1705 und 1807, 08, Köln 2003 (Postgeschichte und Altbriefkunde).

Dixon, A.: Women who ruled: Queens, Goddesses, Amazons in Renaissance and Baroque Art, London 2002 [Merell, 192 S., geb., 50 sw-Abb., 110 farb. Tafeln, 25 £].

Doucet, C.: Les académies équestres et l’éducation de la noblesse, in: Revue Historique 305 (2003) S. 817-836.

Droste, H.: Patronage in der Frühen Neuzeit – Institution und Kulturform, in: Zeitschrift für historische Forschung 30/4 (2003) S. 555-590.

Dubu, J.: Fortunes and Misfortunes of Racine the Courtier, in: The Court Historian 7,2 (2002) S. 111-133.

Duindam, J.: Rival Courts in Dynastic Europe: Vienna and Versailles 1550-1790, in: The Court Historian 7,2 (2002) S. 75-92.

Dumolyn, J.: Staatsvorming en vorstelijke ambtenaren in het graafschap Vlaanderen (1419-1477), Antwerpen 2003 (Studies in urban social, economic and political history of the Medieval and early modern Low Countries, 14) [Garant, 250 S. + CD].

Consilium. Teorie e pratiche del consigliare nella cultura medievale, hg. von C. Casagrande, C. Crisciani und S. Vecchio, Florenz 2004 (Micrologus’ Library, 10) [Sismel, 346 S., brosch., 52 Euro].

Elizabeth: the exhibition at the National Maritime Museum, hg. von S. Doran, London u.a. 2003 [Chatto and Windus, 287 S., zahlr. Ill.].

Elizabeth I. Always Her Own Free Woman, hg. von C. Levin, J. E. Carney und D. Barrett-Graves, Aldershot 2003 [Ashgate, 294 S., geb., 11 sw-Abb., 45 £].

The English Experience in France c.1450-1558. War, Diplomacy and Cultural Exchange, hg. von D. Grummitt, Aldershot 2002 [Ashgate, 238 S., geb., 42,50 £].

Erben, D.: Paris und Rom. Die staatlich gelenkten Kunstbeziehungen unter Ludwig XIV., Berlin 2004 (Studien aus dem Warburg-Haus, 9) [Akademie, 410 S., geb., 120 sw-Abb., 69,80Euro].

Erinnerungskultur im Bestattungsritual. Archäologisch-Historisches Forum, hg. von J. Jarnut und M. Wemhoff unter Mitarbeit von A. Nussser, Paderborn 2003 (MittelalterStudien, 3) [Wilhelm Fink Verlag, 246 S., geb., 13 sw-Abb., 32,90 Euro].

Erzbischof Paris Lodron (1619-1653), Staatsmann zwischen Krieg und Frieden (Ausstellungskatalog), hg. von P. Keller unter Mitarb. von J. Neuhardt, Salzburg 2003 (Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Ergänzungsband 20) [Dommuseum zu Salzburg, 259 S., kart., zahlr. Ill.].

L’Espace du Saint-Empire du Moyen Âge à l’époque moderne, hg. von C. Lebeau, Straßburg 2004 [Presses Universitaires de Strasbour, 280 S., Ill., 18 Euro].

Aus dem Inhalt:

Schmale, W.: Un paradis nommé Allemagne. Sébastian Münster ou lavisualisation géographique et idéalisée du Saint-Empire au XVIe siècle, S. 19ff.; Gantet, C.: La construction d’un espace étatique: perceptions et représentations des frontières extérieures du Saint-Empire au XVIIe siècle, S. 33ff.; Schnettger, M.: De vasallo non statu Imperii. Les fiefs impériaux en Italie à l’époque moderne, S. 51ff.; Pelus-Kaplan, M.-L.: L’espace hanséatique au début de l’époque moderne (XVIe-XVIIe siècle): entre Europe et Saint-Empire, S. 67ff.; Pfeiffer, F.: Le Roi de Germanie, les princes électeurs et les péages rhénans: développement, finalité et possibilité d’une politique spatiale à la fin du Moyen Âge, S. 85ff.; Monnet, P.: Principalis sedes orientalis regni. Francfort-sur-le-Main, un pôle central de l’Empire à la fin du Moyen Âge?, S. 97ff.; Schilling, L.: Police et construction de l’espace impérial, S. 115ff.; Hassler, E.: Construction, fractionnement et recomposition de l’espace impérial. Des réseaux impériaux et de la glorification du souverain Habsbourg dans les abbayes du Saint-Empire du premier XVIIIe siècle, S. 133ff.; Bauer, V.: Publicité des cours et almanachs d’État dans le Saint-Empire au XVIIIe siècle, S. 157ff.; Duhamelle, C.: Frontière, territoire, confession: l’exemple de l’Eichsfeld, S. 175ff.; Keller, K.: Entre famille et politique. Fonction et fonctionnement des réseaux relationnels des princesses allemandes au XVIe siècle, S. 193ff.; Ulbert, J.: Les Affaires étrangères françaises et la constitution du Saint-Empire. La création de la charge de jurisconsulte du roi pour le droit germanique et son premier détenteur Johann Konrad Pfeffel (1723), S. 215ff.; Beaurepaire, P.-Y.: Franc-maçonnerie et historei interculturelle de l’espace impérial: le laboratorie saxon au XVIIIe siècle, S. 225ff.; Radeff, A.: Le Saint-Empire et les Allemagnes. Voyageurs de la fin de l’Ancien Régime, S. 243ff.

Europa Triumphans. Court and Civic Festivals in Early Modern Europe, hg. von J.R. Mulryne u.a., 2 Bde., Aldershot 2004 [Ashgate, 1000 S., geb., 450 sw- und 18 farb. Abb., 150 £].

Europa und die Welt in der Geschichte. Festschrift für Dieter Berg zu seinem 60. Geburtstag, hg. von R. Averkorn, W. Eberhard, R. Haas und B. Schmies, Bochum 2004 [Dr. Dieter Winkler, 1200 S., geb., 30 grapg. Abb.89,50 Euro].

Aus dem Inhalt:

Schmidt, H.-J.: Mittelalterliche Konzepte zur Vermittlung von Wissen , Normen und Werten an Kinder und Jugendliche. Zur Analyse des Fürstenspiegels von Aegidius Romanus; Cruz Coelho, M. H. da: Les relations du Savoir et du Pouvoir dans le Portugal médiéval (XIVe et XVe siècles); Hlavácek, P.: "Ego Pragam intrare non possum, brevi tempore catuli mei intrabunt": Ein Beitrag zum böhmischen Itinerar des hl. Johannes Kapistran; Aschoff, H.-G.: Hildesheim und Osnabrück – Zwei geistliche Residenzen in Nordwestdeutschland während der Frühen Neuzeit; Averkorn, R.: Gewaltanwendung und Konfliktlösung. Studien zu politischen und familiären Auseinandersetzungen in dren iberischen Königshäusern im Hohen und Späten Mittelalter.

Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik, hg. von M. Maurer, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 128 S., brosch., 24,90 Euro].

Fichtner, P. S.: The Habsburg Monarchy 1490-1848. Attributes of empire, Basingstoke u.a. 2003 [Palgrave Macmillan, 222 S., kart.].

Fietze, K.: Im Gefolge Dianas. Frauen und höfische Jagd im Mittelalter (1200-1500), Köln u.a. 2003 (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 59) [Böhlau, 144 S., geb., 16 farb. und 16 sw-Abb., 29,90 Euro].

Fimpel, M.: Schloß Wolfsburg 1302-1945, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 75 (2003) S. 127-159.

Finanzen und Reich. Materielle Grundlagen fürstlicher Politik in den habsburgischen Ländern und im Heiligen Römischen Reich im 16. Jahrhundert, hg. von F. Edelmayer, M. Lanzinner und P. Rauscher, München 2003 (Veröffentlichungen des Institut für Österreichische Geschichtesforschung, 38) [Oldenbourg, 319 S., Pb., 49,80 Euro].

Die Fürsten von Anhalt: Herrschaftssymbolik, dynastische Vernunft und politische Konzepte in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Tagungsband des Kolloquiums am 5./6. Dezember 2002 auf Schloß Ballenstedt, hg. von Werner Freitag und Michael Hecht in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V., Halle (Saale) 2003 (Studien zur Landesgeschichte, 9) [Mitteldeutscher Verlag, 291 S., geb., zahlr. sw- und farb. Abb., graph. Darstellungen, 25 Euro].

Aus dem Inhalt:

Freitag, W.: Die Fürsten von Anhalt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. Eine Einführung, S. 9ff.; Höroldt, U.: Die Entwicklung der anhaltischen Stifts- und Klosterlandschaft bis 1400. Ein Überblick, S. 35ff.; Brademann, J.: Ursprungsort, Herrschaft und Territorium kleinerer Reichsfürsten: Burg und Fürstentum Anhalt bis ins 16. Jahrhudnert, S. 56ff.; Thomas, M.: Fürsten neuen Typs: Woldemar VI. (gest. 1508) und Magnus (gest. 1524) von Anhalt, S. 80ff.; Hecht, M.: Hofordnungen, Wappen und Geschichtsschreibung. Fürstliches Rangbewußtsein und dynastische Repräsentation in Anhalt im 15. und 16. Jahrhundert, S. 98ff.; Müller, M.: Das Residenzschloß als Haupt des Fürsten. Zur Bedeutung von Corpus und Caput im frühneuzeitlichen Schloßbau der Anhaltiner, S. 123ff.; Roch-Lemmer, I.: Die Fürstenbildnisse am Wolfgangbau des anhaltischen Schlosses Bernburg, S. 144ff.; Kreissler, F.: Aspekte der Residenzbildung: Dessau im 16. Jahrhundert, S. 160ff.; Schmidt, G.: Die Fürsten von Anhalt. Reformierte Konfessionalisierung und überkonfessionelle Einheitsbestrebungen, S. 173ff.; Rohrschneider, M.: Möglichkeiten und Grenzen politischer Selbstbehauptung mindermächtiger Reichsstände im 17. Jahrhundert: Das politische Wirken Johann Georgs II. von Anhalt-Dessau, S. 187ff.; Börner, K.-H.: Die sechste Residenz. 74 Jahre Fürstensitz Harzgerode (1635-1709), S. 202ff.; Bechler, K.: Schloß und Park Oranienbaum. Eien oranische "Filiation" in Anhalt, S. 217ff.; Sander, A.: Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit (1667-1793). Probleme und Chancen einer Beziehung auf Distanz, S. 235ff.; Sikora, M.: Eine Mißheirat im Hause Anhalt. Zur sozialen Praxis der ständischen gesellschaft in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, S. 248ff.; Hirsch, E.: Reformabsolutismus auf dem Prüfstand. Der "Friedensfürst" Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, S. 266ff. – Genealogische Tafeln, Karte: Anhalt um 1600.

Besprechung s.o. S. *.

Gersmann, G.: Von kleinen und großen Prinzen. Die Geschichte der Kindheit im WWW, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 54 (2003) S. 762f.

Gersmann, G.: Ferne Welten, fremde Welten. Materialien zur Geschichte des Reisens im Internet, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 55 (2004) S. 47-49.

Gesandtschafts- und Botenwesen im spätmittelalterlichen Europa. hg. von Schwinges, R. C. und Wriedt, K., Ostfildern 2003 (Vorträge und Forschungen, 60) [Thorbecke, 408. S., Ln., 1 sw- und 6 farb. Abb., 49 Euro]

Geschichte der Stadt Passau, hg. von E. Boshof u.a., 2. Aufl., Regensburg 2003 (Bayerische Geschichte) [Pustet, 680 S., Ln., 237 sw- und 74 farb. Abb., zahlr. Karten, 49,90 Euro].

Geschlechtergesellschaften, Zunft-Trinkstuben und Bruderschaften in spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Städten, hg. von G. Fouquet, M. Steinbrink und G. Zeilinger, Ostfildern 2003 [Thorbecke, 272 S., brosch., 12 Abb., 29 Euro].

Höfische Gesellschaft und Zivilisationsprozeß. Norbert Elias’ Werk in kulturwissenschaftlicher Perspektive, hg. von C. Opitz, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 256 S., geb., 10 sw-Abb., 29,90 Euro].

Gift to the Tsars 1500-1700. Treasures from the Kremlin, hg. von B. Shifmann und G. Walton, New York 2001 [Abrahams, 336 S., Pb., 50 sw-Abb., 260 farb. Tafeln].

Gleba, G.: Klosterleben im Mittelalter, Darmstadt 2004 [Primus, 240 S., geb., 86 sw-Abb., 29,90 Euro].

Gonzalez, E.: Un Prince en son Hôtel. Les serviteurs des ducs d’Orleans au XVe siècle, Paris 2004 [Publications de la Sorbonne, 393 S., brosch., Ill., + CD, 38 Euro].

Grabmayer, J.: Europa im späten Mittelalter 1250-1500. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 2004 [Primus, 224 S., geb., 70 Abb., 34,90 Euro].

Grassnick, U.: Ratgeber des Königs. Fürstenspiegel und Herrscherideal im spätmittelalterlichen England, Köln u.a. 2004 (Europäische Kulturstudien, 15) [Böhlau, 471 S., brosch., 59,90 Euro].

Gravett, C.: Atlas der Burgen. Burgen und Schlösser aus der ganzen Welt, Wien 2001 [Tosa, 172 S., geb., Ill., 7,95 Euro].

Guenée, B.: La folie de Charles VI roi Bien-Aimé, Paris 2004 [Perrin, 320 S., brosch., 21,85 Euro]

Günther, R.: Stadt-Kultur und frühe Hof-Kultur in der Renaissance, Essen 2003 [Klartext, 320 S., Pb. zahlr. Abb., 19,90 Euro].

Zwischen Habsburg und Burgund. Der Oberrhein als europäische Landschaft im 15. Jahrhundert, hg. von K. Krimm und R. Brüning, Ostfildern 2003 (Oberrheinische Studien, 21) [Thorbecke, 304 S., Ln., 20 Abb., 34 Euro].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Hagenbachs Hochzeit. Ritterlich-höfische Kultur zwischen Burgund und dem Reich im 15. Jahrhundert, S. 13-60; Saurma-Jeltsch, L. E.: Burgund als Quelle höfischen Prestiges und Hort avantgardistischer Kunstfertigkeit. Zur Entfaltung der "ars nova" am Oberrhein, S. 61-93; Speck, D.: Teutsch und Welsch. Vorderösterreichischer Adel, Regiment und Universität in ihren Beziehungen zu Frankreich und Burgund, S. 193-211.

Hanzl-Wachter, L.: Hofburg zu Innsbruck. Architektur, Möbel, Raumkunst. Repräsentatives Wohnen in den Kasiserappartements, Wien 2004 [Böhlau, 186 S., geb., 63 sw- und 97 farb. Abb., 39 Euro].

Hardt, M.: Gold und Herrschaft. Die Schätze europäischer Könige und Fürsten im ersten Jahrtausend, Berlin 2004 (Abhandlungen und Beiträge zur historischen Komparatistik, 6) [Akademie-Verlag, 369 S., geb., 64,90 Euro].

Hartung, W.: Die Spielleute. Fahrende Sänger des Mittelalters. Düsseldorf 2003 [Artemis & Winkler, 368 S., geb., zahlr. sw-Abb., 29,90 Euro].

Haudebourg, M.-T.: Vom Glück des Gartens. Kleine Geschichte der Paradiese auf Erden, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 168 S., geb., 100 farb. Abb., 24,90 Euro].

Heinrich Raspe – Landgraf von Thüringen und römischer König (1227-1247). Fürsten, König und Reich in spätstaufischer Zeit, hg. von M. Werner, 2. Aufl., Frankfurt am Main u.a. 2003 (Jenaer Beiträge zur Geschichte, 3) [Lang, 369 S., geb., 2 Karten, 49,80 Euro].

Heimann, H.-D.: Die Soester Fehde. Geschichte einer erstrittenen Stadtfreiheit, Soest 2003 [Westfälische Verlagsbuchhandlung].

Heinz, S., Rothbrust, B., Schmid, W.: Die Grabdenkmäler der Erzbischöfe von Trier, Köln und Mainz, Trier 2004 [Kliomedia, 280 S., geb., 100 sw-Abb., 70 Euro].

Hengerer, M.: Kaiserhof und Adel in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine Mikrogeschichte der Macht in der Vormoderne, Konstanz 2004 (Historische Kulturwissenschaft, 3) [UVK, 550 S., brosch., 49 Euro].

Herrmann, J.: Moritz von Sachsen (1521-1553). Landes-, Reichs- und Friedensfürst, Beucha 2003 [Sax-Verl., 264 S., geb., 50 sw-Abb., 24 Euro].

Hess, G.: Fundamente fürstlicher Tugend. Zum Stellenwert der Sentenz im Rahmen der voruniversitären Ausbildung Herzog Augusts d.J. von Braunschweig-Lüneburg (1579-1666), in: Sammeln, Ordnen, Veranschaulichen. Zur Wissenskompilatorik in der Frühen Neuzeit, , hg. von F. Büttner, M. Friedrich und H. Zedelmeier Münster 2003 (Pluralisierung & Autorität, 2), S. 131-173.

Heusch, C.: La caballería castellana en la baja edad media. Textos y contextos, Montpellier 2000 (Espagne médiévale et moderne, 1) [352 S.].

Hillen, C.: Der kölnische und der staufische Hof im 12. und 13. Jahrhundert, in: Geschichte in Köln. Zeitschrift für Stadt- und Regionalgeschichte 50 (2003) S. 37-54.

Hirsch, V.: Der Hof des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478). Verwaltung und Kommunikation, Wirtschaftsführung und Konsum. Ostfildern 2040 [Thorbecke, 349 S., Ln., 44 Euro].

Hof und Theorie. Annäherungen an ein historisches Phänomen, hg. von R. Butz, J. Hirschbiegel und D. Willoweit, Köln u.a. 2004 (Norm und Struktur, 22) [Böhlau, geb., 304 S., 39,90 Euro – siehe auch Werbeblatt S. *).

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Zum Geleit; Butz, R., Hirschbiegel, J.: Vorwort der Initiatoren; Butz, R., Dannenberg, L.-A.: Überlegungen zu Theoriebildungen des Hofes; Hirschbiegel, J.: Hof als soziales System. Der Beitrag der Systemtheorie nach Niklas Luhmann für eine Theorie des Hofes; Ewert, U. C.: Sozialer Tausch bei Hofe. Eine Skizze des Erklärungspotentials der Neuen Institutionenökonomik; Winterling, A.: "Hof". Versuch einer idealtypischen Bestimmung anhand der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte; Duindam, J.: Norbert Elias and the history of the court: old questions, new perspectives; Seggern, H. von: Die Theorie der "Zentralen Orte" von Walter Christaller und die Residenzbildung; Müller, R. A.: Die Oeconomia ist ein Monarchia. Der (deutsche) Fürstenhof der Frühmoderne als Objekt der Hausväter- und Regimentsliteratur; Willoweit, D.: Hofordnungen als Zeugnisse des Rechtsdenkens; Melville, G.: Agonale Spiele in kontingenten Welten. Vorbemerkungen zu einer Theorie des mittelalterlichen Hofes als symbolischer Ordnung; Vance, E.: Rhetoric and Social Mobility: Premodern Court Culture and the Question of "theory"; Gundlach, R.: Zu Strukturen und Aspekten pharaonischer Residenzen. – Personen- und Sachregister. Autoren.

Hofjuden und Landjuden. Jüdisches Leben in der Frühen Neuzeit, hg. von S. Hödl, P. Rauscher und B. Staudinger, Berlin 2003 [Philo, 230 S., kart., 19,80].

The Medieval Household in Christian Europe, c. 850-c. 1550. Managing Power, Wealth, and the Body, hg. von C. Beattie, A. Maslakovic and S. Rees Jones, Turnhout 2003 [Brepols, 486 S., geb., 80 Euro].

Jahrbuch Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 4 (2001/2002).

Aus dem Inhalt:

Kaiser, M.: Regierende Fürsten und Prinzen von Geblüt. Der Bruderzwist als dynastisches Strukturprinzip; Reiff, M.: Gut bayerisch und gut kölnisch. Die Wittelsbacher Brüder Karl Albrecht (Karl III.) und Clemens August im Kontext dynastischer Machtpolitik; Zielosko, K.: Prinz Heinrich als hofhaltender Nachgeborener. Selbstdarstellung und Funktionalisierung des Hoflebens an einem prinzlichen Hof ohne Herrschaft; Gröschel, S.-G.: Prinz Heinrich von Preußen und die Antike; Pečar, A.: Ein Prinz von Geblüt auf dem Abstellgleis. Prinz Heinrich als Politiker; Plassmann, M.: Die preußische Reichspolitik und der Frieden von Basel 1795; Ziebura, E.: "Die Politik ist Saches des Geistes aber la Roche Aymon die meines Herzens". Der politische Briefwechsel zwischen Prinz Heinrich und La Roche Aymon 1794-1802.

Howell, M, Prevenier, W.: Werkstatt des Historikers. Eine Einführung in die historischen Methoden, hg. von T. Kölzer, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 261 S., kart., 17,90 Euro].

Investitur und Krönungsrituale. Herrschaftseinsetzungen im kulturellen Vergleich, hg. von M. Steinicke und S. Weinfurter, Kökn u.a. 2004 [Böhlau, 504 S., geb., 20 sw-Abb., 54,90 Euro].

Jakob Frischlin, Drey schoene und lustige Buecher von der Hohenzollerischen Hochzeyt, unter Mitarb. von M. Mutz hg. von C. Bumiller, vollst. Neued. der Ausg. Augsburg 1599, Konstanz u.a. 2003 (Bibliotheca suevica, 5) [Ed. Isele, 312 S., Ln., 29 sw-Abb., 25 Euro].

Jankrift, K. P.: Das Mittelalter. 1000 Jahre in 12 Kapiteln, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 288 S., geb., 100 meist farb. Abb., 24,90 Euro].

Jansen, S. L.: The monstrous regiment of women: female rulers in early modern Europe, New York u.a. 2002 [Palgrave MacMillan, 311 S., geb., Tab., 40 £].

Jean de Mandeville in Europa. Tl. 1: Überlieferungsgeschichte, bearb. von E. Bremer, R. Herz unter Mitwirkung von A. Nusser, Paderborn 2004 (MittelalterStudien, 2) [Wilhelm Fink Verlag, 550 S., geb., 69 Euro].

Jendorff, A.: Verwandte, Teilhaber und Dienstleute. Herrschaftliche Funktionsträger im Erzstift Mainz 1514 bis 1647, Marburg 2003 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte, 18) [Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde, 398 S., geb., Ill., graph. Darst. + CD und 1 Kt., 59 Euro].

Jeschke, I.: Eine bemerkenswerte Frau: Anna von Polen, Gemahlin Herzog Bogislaws X. (etwa von 1476-1503), Lübeck 2003 (Stettiner Heft, 9) [Hasu Stettin, 63 S.]

Johann Beer: Schriftsteller, Komponist und Hofbeamter (1655-1700). Beiträge zum Internationalen Beer-Symposion in Weißenfels, Oktober 2000, hg. von F. van Ingen und H.-G. Roloff, Bern u.a. 2003 (Jahrbuch für Internationale Germanistik. A, 70) [Lang, 642 S., Pb., 17 sw-Abb., 100 Euro].

Kellner, B.: Ursprung und Kontinuität. Studien zum genealogischen Wissen des Mittelalters, München 2004 [Fink, 557 S., kart., 22 sw-Abb., 50 Euro].

King James VI and I. Selected Writings, hg. von N. Rhodes, J. Richards und J. Marshall, Aldershot 2003 [Ashgate, 428 S., geb., 49,50 £].

Klier, A.: Fixierte Natur. Naturabguß und Effigies im 16. Jahrhundert, Berlin 2004 [Reimer, 200 S.,brosch., 8 farb. und 57 sw-Abb., 49 Euro].

Kolsky, S.: Courts and Courtiers in Renaissance Northern Italy, Aldershot 2003 [Ashgate, 350 S., geb., 57,50 £].

Kruppa, N.: Burgen und Burgenpolitik der Grafen von Dassel, in: Burgenforschung in Südniedersachsen, hg. von P. Aufgebauer, Göttingen 2001, S. 143-155.

Kruppa, N.: Verhältnis zwischen Bischof und Domkapitel am Beispiel des Bistums Minden, in: Concilium medii aevi 6 (2003) S. 151-161.

Kunigunde – consors regni. Vortragsreihe zum tausenjährigen Jubiläum der Krönung Kunigundes in Paderborn (1001-2002), hg. von S. Dick, J. Jarnut und M. Wemhoff, Paderborn 2003 (MittelalterStudien, 5) [Wilhelm Fink Verlag, 104 S., kart., 29,90 Euro].

Die Landesordnung von 1516/1520. Landesherrliche Gesetzgebung im Herzogtum Bayern in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, bearb. von M. R. Franz, München 2003 (Bayerische Rechtsquellen, 5) [Beck, 153 S., geb., 30 Euro].

Langer, B.: Pracht und Zeremoniell. Die Möbel der Residenz München. Katalog zur Ausstellung in der Residenz München, München 2002 [Hirmer, 303 S., brosch., Ill., 39.90 Euro].

Laynesmith, J. L.: The Last Medieval Queens. English Queenship 1445-1503, Oxford 2004 [Oxford University Press, 294 S., geb., Ill., 30 £].

Die Lebenszeugnisse Oswalds von Wolkenstein. Edition und Kommentar. Bd. 3: 1428-1437, Nr. 178-276, hg. von A. Schwob unter Mitarb. von K. Kranich-Hofbauer und B. Spreitzer, kommentiert von U. M. Schwob, Wien 2004 [Böhlau, 428 S., geb., 39 Euro].

Leibetseder, M.: Die Kavalierstour. Adlige Erziehungsreisen im 17. und 18. Jahrhundert, Köln, 2004 [Böhlau, 280 S., geb., 34,90 Euro].

Levron, J.: Les inconnus de Versailles. Les coulisses de la Cour, nouv. ed., Paris 2003 [Perrin, 289 S., brosch., Ill., 19,50 Euro].

Liesen, P.: Architektur und Zeremoniell in den Schlössern Franz’ I., Diss. phil. Univ. Bonn 2001: http://www.kopfsprung.de/pdf/Di_liesen_35dr.pdf

Lindau, F.: Hannover – Der höfische Bereich Herrenhausen. Vom Umgang der Stadt mit den Baudenkmalen ihrer feudalen Epoche, München u.a. 2003 [Deutscher Kunstverlag, 336 S. geb., 140 farb. und 100 sw-Abb., 36 Euro].

Literatur – Geschichte – Literaturgeschichte. Beiträge zur mediävistischen Literaturwissenschaft. Festschrift für Volker Honemann zum 60. Geburtstag, hg. von N. Miedema und R. Suntrup, Frankfurt am Main u.a. 2003 [Lang, 949 S., brosch., 29 Abb., 5 Tab., 6 Graph., 89 Euro].

Aus dem Inhalt:

Miedema, N., Suntrup, R.: Einführung, S. 1ff.

I. SCHÖNE LITERATUR

Schützeichel, R.: Bülacher Liebesinschrift. Verhüllte Literatur aus dem siebten Jahrhundert, S. 27ff.; Hundsnurscher, F.: Sprechen und Sagen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit. Zum Wechsel der Inquit-Formel er sprach / er sagte, S. 31ff.; Finckh, R., Diehl, G.: Monialis nostra. Hrotsvit von Gandersheim als kulturelle Leitfigur in der Frühen Neuzeit, S. 53ff.; Schiewer, H.-J.: Ludwig, Otto, Heinrich und das Schneekind. Hofliteratur und Klerikerkultur im literarischen Frühmittelalter, S. 73ff.; Rolf, E., Roolfs, F. H.: Prätendierte Sprechakte in Hartmanns Erec, S. 89ff.; Gärtner, K.: Der Anfangsvers des Gregorius Hartmanns von Aue als Federprobe in der Trierer Handschrift von Konrads von Würzburg Silvester, S. 105ff.; Bok, V.: Zur Rezeption von Eigennamen der mittelhochdeutschen Hofepik in Böhmen und Mähren, S. 113ff.; Tomasek, T., Ishakova, A.: Die Hunnen im Nibelungenlied, S. 125ff.; Henkel, N.: Ein Nibelungen-Wandgemälde in Worms, S. 137ff.; Hagby, M.: Geschichte in der Dichtung. Überlegungen zur Rolle der Historizität des Helden im Rezeptionsprozeß des mittelhochdeutschen Eraclius, S. 149ff.; Schmidt-Wiegand, R.: Dichtung und Recht im Blickfeld von Literaturwissenschaft und Rechtsgeschichte. Zu Gottfried von Straßburg, Tristan (V. 15.728f.), S. 167ff.; Ranawake, S.: The Poet as National Icon. Walther von der Vogelweide and the German-Speaking People, S. 175ff.; Jones, M. H.: Cross and Crusade in Wolfram von Eschenbach’s Willehalm, S. 193ff.; Störmer-Caysa, U.: Der Gürtel des Fimbeus und die Chronologie. Versuch über die lineare Zeit in der Crône Heinrichs von dem Türlin, S. 209ff.; Hahn, I.: des herczen wille. Zum Selbstbezug der Person im Prosa-Lancelot, S. 225ff.; Goossens, J.: Zur Sprache der Lieder des brabantischen Herzogs Johan I. in der Manessischen Handschrift, S. 237ff.; Speckenbach, K.: Kosmologische Aspekte im Wilhelm von Österreich, S. 249ff.; MacDonald, A. A.: The Early Reception of German Literature in Scotland, S. 263ff.; Tervooren, H.: Was liest man in niederrheinischen Kleinstädten im 15. und 16. Jahrhundert?, S. 277ff.; Mertens, V.: Literatur oder Lebenswelt? Leufried, Lasarus & Co. Höfische und stadtbürgerliche Männer im Goldtfaden und im Nachbaurn-Roman, S. 295ff.; Achnitz, W.: Die poeten und alten historien hat er gewist. Die Bibliothek des Johann Werner von Zimmern als Paradigma der Literaturgeschichtsschreibung, S. 315ff.; Staehelin, M.: Johann Jakob Spreng (1699-1768) über Kuhreihen und Namengebung, S. 335ff.; Haller, B.: ‚Ausgesuchteste Bücher in allerhand Sprachen und von allen Arten der Gelehrsamkeit‘. Beobachtungen zum münsterschen Buchhändler Philipp Heinrich Perrenon (1734-1794), S. 351ff.; Zywietz, M.: Zum Begriff des ‚Humanismus‘ in der Musik, S. 369ff.

II. NICHT-LITERARISCHE TEXTE

A: GESCHICHTSSCHREIBUNG

Martels, Z. von: Between Pliny the Elder and ‚Altertumswissenschaft‘: The Style, Contents and Meaning of Solinus, S. 389ff.; Roth, G.: Meißner Recht in Leobschütz. Einige Beobachtungen zu den Handschriften Oppitz 305 und Oppitz 933, S. 403ff.; Vanderjagt, A.: ... et aujourd’hui je recommence un nouveau jeu: Philipp der Gute von Burgund zu IJsselstein, S. 413ff.; Veenstra, J. R.: Les fons d’aulcuns secrets de la theologie. Jean Tinctor’s Contre la Vauderie: Historical Facts and Literary Reflections of the Vauderie d’Arras, S. 429ff.; Johanek, P.: Und thet meinem herrn gar gross eer. Die rittersreis des Lev von Rožmital, S. 455ff.; Eisermann, F.: Vil grozer brefe sint angeslagen. Typographie und öffentliche Kommunikation im 15. Jahrhundert, S. 481ff.; Rautenberg, U.: Die Ökonomie des Buches und der Leser: Flächengliederung, Index und Titelblatt, S. 503ff.; Rüther, H.: Sprichwörter und sprichwortähnliche Texte als rezeptionslenkende Elemente in Nicolaus Thomans Weißenhorner Historie, S. 513ff.; Hüpper, D., Macha, J.: Vom sprachhistorischen Umgang mit Inschriften, S. 525ff.; Ostermann, M.: ‚Literarische‘ Verarbeitung historischer Realität – eine Fehde als publizistisches Ereignis, S. 551ff.; Prietzel, K.: Kaiserlob im eidgenössischen Basel, S. 569ff.; Ulmschneider, H.: Bůch der cronicken vnd seltzamen vnd unerhorlichen geschichten im loblichen hawss Bairn entsprungen nach absterben hertzog Georgen in Bairn. Des Ingoldstädter Stadtschreibers Andreas Zayner Chronik zum Landshuter Erbfolgekrieg 1504-1505 und ihre Fortsetzung bis 1509, S. 585ff.; Gosman, M.: Zentralismus als ein Friedensmodell in der Storia d’Italia des Francesco Guicciardini, S. 607ff.

B. GEISTLICHE TEXTE

Hamm, B.: Heiligkeit im Mittelalter. Theoretische Annäherung an ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben, S. 627ff.; Herbers, K.: Mobilität und Kommunikation in der Karolingerzeit – die Reliquienreisen der heiligen Chrysanthus und Daria, S. 647ff.; Spitz, H.-J.: Tilos von Kulm Von siben Ingesigeln. Bemerkungen zu den lateinischen Vorlagen, S. 661ff.; Splett, J.: Zur Wiedergabe von pharisaeus in der Alemannischen Evangelienübersetzung, S. 675ff.; Berteloot, A., Hlatky, J., Heth-Decorte, S.: Zweimal der Kindermord zu Betlehem: Redaktion oder Übersetzung?, S. 687ff.; Williams-Krapp, W.: Kultpropaganda für eine Mystikerin. Das Leben der Dorothea von Montau im Sendbrief des Nikolaus von Nürnberg, S. 711ff.; Rädle, F.: Johannes Gerson, De arte moriendi. Lateinisch ediert, kommentiert und deutsch übersetzt, S. 721ff.; Bollmann, A.: Weibliches Frömmigkeitsleben am Rande der Neuzeit. Volkssprachliche Schwesternbücher als Deutungsmuster sozialer und literarischer Kommunikation in den Frauengemeinschaften der Devotio moderna, S. 739ff.; Meier, C.: Figura ad oculum demonstrativa. Visuelle Symbolik und verbale Diskursivität nach Heymericus de Campo, S. 755ff.; Griese, S.: Heilige im Druck – Einblatt-Holzschnitte des 15. Jahrhunderts als Zeichen und Symbole, S. 783ff.; Peters, R.: Zur Sprache der Bordesholmer Marienklage, S. 809ff.; Küenzlen, F.: Cento und Kontrafaktur – Das Mariengebet Sebastian Brants nach den Worten des Apuleius, S. 825ff.; Meyer, H.: David poenitens als Exempelfigur des Jesuitentheaters, S. 841ff.

C: DIDAXE

Höfer, S.: Zur gesellschaftlichen Verordnung und Funktion der Gelehrten und des gelehrten Wissens im Welschen Gast des Thomasin von Zerklære, S. 865ff.; Bierschwale, H.: Verachtet mir die Meister nicht! Überlegungen zu den spätmittelalterlichen ‚Meistersprüchen‘, S. 879ff.; Temmen, M.: Der erste handschriftliche Textzeuge des Schachbuches Stephans von Dorpat – ein mittelniederdeutsches Fragment in Krakau, S. 895ff.; Plessow, O.: Jakob Mennel und der Didaxeverzicht in der Schachzabelliteratur am Übergang zur frühen Neuzeit, S. 917ff.

Lorenzetti, S.: Musica e identità nobiliare nell’Italia del Rinascimento. Educazione, Mentalità, Imagginario, Florenz 2003 (Historiae Musicae Cultores, 95) [Olschki, 324 S., 12 sw-Abb., 33 Euro].

Louis XII en Milanais. Guerre et politique, art et culture. Actes du 41e colloque international d’études humanistes hg. von J. Guillaume und P. Contamine, Paris 2003 [Champion, 392 S., Ill., 70 Euro].

Aus dem Inhalt:

Contamine, P.: Jean d’Auton, historien de Louis XII, S. 11ff.; Gilli, P.: Aspects de la domination française en Lombardie dans l’historiographie locale; Albonico, S.: Oratoria e letteratura a Milano nell’epoca di Luigi XII, S. 53ff.; Le Thiec, G.: De Milan à Constantinople: Louis XII et la croisade dans la culture politique du temps, S. 67ff.; Hamon, P.: Aspects administratifs de la présence française en Milanais sous Louis XII, S. 109ff.; Chevalier, B.: Le cardinal Guillaume Briçonnet et le parti du concile à Milan, S. 129ff.; Vissière, L.: Une amitié hasardeuse: Louis XII de la Trémoille et le marquis de Mantoue, S. 149ff.; Crouzet, D.: Mourir en Milanais, S. 173ff.; Schmidt, H.-J.: Les Suisses en Milanais: coopération et concurrence avec Louis XII, S. 189ff.; Hochner, N.: Le trône vacant du roi Louis XII, S. 227ff.; Giordano, L.: La celebrazione della vittoria, S. 245ff.; Jestaz, B:: Les rapports des Français avec l’art et les artistes lombards: quelques traces, S. 273ff.; Mulas, P. L.: Les manuscrits lombards enluminés offerts aux Français, S. 305ff.; Robertson, C.: The patronage of Gian Giacomo Trivulzio during the French domination of Milan, S. 323ff.; Binaghi Olivari, M. T.: Il castello di Voghera: le muse di Bramantino e Luigi di Ligny, S. 341ff.; Rovetta, A.: I Francesi a Milano: il punto di vista di Cesariano attraverso l’edizione vitruviana, S. 349ff.; Caraci Vela, M.: De Compère à Gaffurio: la musique à Milan à l’époque de la conquête française, S. 365ff.

Luh, J.: Kriegskunst in Europa (1650-1800), Köln u.a. 2004 [Böhlau, 312 S., Pb., 36 sw-Abb., 4 farb. Abb., 44, 90 Euro].

Macht des Wissens. Die Entstehung einer modernen Wissensgesellschaft, hg. von P. van Dülmen und S. Rauschenbach, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 650 S., geb., 300 sw- und 40 farb. Abb., 64,90].

Medieval mastery. Book illumination from Charlemagne to Charles the Bold, 800-1475 (Ausstellungskatalog), Löwen 2002 [Brepols, 343 S., kart., zahlr. Ill.].

Aus dem Inhalt:

Cardon, B.: Books at Court; Vanwijnsberghe, D.: At the Court as in the City: the miniature in the Burgundian netherlands in the fifteenth century.

Materializing Space at an Early Modern Prodigy House. The Cecils at Theobalds, 1564–1607, hg. von J. M. Sutton, Aldershot 2004 [Ashgate, 256 S., geb., 20 sw-Abb., 50 £].

Mediävistik im 21. Jahrhundert. Stand und Perspektiven der internationalen und interdisziplinären Mittelalterforschung, hg. von H.-W. Goetz und J. Jarnut, Paderborn 2003 (MittelalterStudien, 1) [Wilhelm Fink Verlag, 511 S., geb., 60 Euro].

Michel, S.: Die Magischen Gemmen. Zu Bildern und Zauberformeln auf geschnitteten Steinen der Antike und Neuzeit, Berlin 2004 (Studien aus dem Warburg-Haus, 7) [Akademie, 582 S., geb., 8 farb. und 109 sw-Abb., 128 Euro].

Das Mittelalter, hg. von A. Bühler, U. Dirlmeier, H. Ehrhardt u.a., Stuttgart 2004 [Theiss, 360 S., geb., 550 farb. Abb., 29,90 Euro].

Die frühneuzeitliche Monarchie und ihr Erbe. Festschrift für Heinz Duchhardt zum 60. Geburtstag, hg. von R. G. Asch, J. Arndt und M. Schnettger, Münster u.a. 2003 [Waxmann, 236 S., Pb., 39,80].

Monok, I.: Über die höfischen Bibliotheken des 16.-17. Jahrhunderts im Karpatenbecken, in: Acta Comeniana 15-16 (2002) S. 127-139.

Monumente der Weltkulturen. Burgen und Schlösser Europas von oben, Photos von Y. Arthus-Bertrand u.a., Stuttgart 2003 (Belser, 272 S., geb., 250 farb. Abb., 39,90 Euro].

Morgan, D.: The household retinue of Henry V and the "ethos" of English public life, in: Concepts and patterns of service in tghe later Middle Ages, hg. von A. Curry und E. Matthew, Woodbridge 2002 (The fifteenth century, 1), S. 65-79.

Müller, M.: Das Schloß als Bild des Fürsten. Herrschaftliche Metaphorik in der Residenzarchitektur des Alten Reiches (1470-1618), Göttingen 2003 (Historische Semantik, 6) [Vandenhoeck&Ruprecht, 544 S., kart., 264 Abb., 79 Euro].

Müller, R. A.: Der Fürstenhof in der Frühen Neuzeit, 2. Aufl., München 2004 [Enzyklopädie deutscher Geschichte, 33) [Oldenbourg, 134 S., kart., 19,80 Euro].

Müller-Lindenberg, R.: Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens, Köln u.a. 2004 (Europäische Komponistinnen, 2) [Böhlau, 250 S., geb., 20 sw, 24,90 Euro].

Munn, G.: Tiaras past and present, London 2002 [V&A Publications, 128 S., geb., 80 farb. Tafeln, 17,74 Euro].

Munn, G.: Tiaras. A history of splendour, London 2002 [Woodbridge, 436 S., 250 farb. Tafeln, geb., 170 sw-Abb., 45 £].

Musik der Macht – Macht der Musik. Die Musik an den sächsisch-albertinischen Herzogshöfen Weißenfels, Zeitz und Merseburg. Bericht über das Wissenschaftliche Symposium anläßlich der 4. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage in Weißenfels 2001, hg. von J. Riepen, Schneverdingen 2004 (Schriften zur Mitteldeutschen Musikgeschichte ; 8) [Verlag der Musikalienhandlung Karl Dieter Wagner, 124 S., Ill., 36 Euro].

Aus dem Inhalt:

Stollberg-Rilinger, B.: Hofzeremoniell als Zeichensystem. Zum Stand der Forschung, S. 11ff.; Henze-Döhring, S.: Der Stellenwert der Musik im höfischen Zeremoniell, S. 23ff.; Braun, W.: Die sächsischen Sekundogeniturfürstentümer und die geschichtete Regionalität ihrer Musik, S. 33ff.; Gundlach, K.-J.: Johann Philipp Kriegers Weißenfelser Aufführungsverzeichnis. Anmerkungen zur Kirchenmusik am Weißenfelser Hof zwischen 1684 und 1732, S. 46ff.; Fuchs, T.: Macht und Repräsentation am Hofe Augusts von Sachsen-Weißenfels und seiner Söhne. Überlegungen zur frühdeutschen Oper an ‚kleinen‘ Höfen, S. 57ff.; Steude, W.: Bausteine zu einer Geschichte der Sachsen-Merseburgischen Hofmusik (1653-1738), S. 73ff.; Ruf, W.: Musik am Zeitzer Hof, S. 102ff.; Hofmann, H.-G.: Die Theatralisierung des Krieges auf der Opernbühne in Kursachsen, S. 117ff.

Natur im Mittelalter. Konzeption, Erfahrungen, Wirkungen. Akten des 9. Symposiums des Mediävistenverbandes, hg. von P. Dilg, Berlin 2003 [Akademie-Verlag, 498 S., geb., 60 sw-Abb., 69,80 Euro].

Nicklas, T.: Das Haus Sachsen-Coburg, Europas späte Dynastie, Stuttgart 2003 [Kohlhammer, 240 S., kart., 4 sw-Karten, 17 Euro].

Nolte, C.: Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440-1530), Ostfildern 2004 (Mittelalter-Forschungen, 11) [Thorbecke, 456 S., geb., 3 Abb., 49 Euro].

Autour d’Olivier de La Marche. Rencontres de Chalon-sur-Saône (26 au 29 septembre 2002), hg. von J.-M. Cauchies, Neuchâtel 2003 (Publication du Centre Européen d’Études, 43) [Centre Européen d’Études Bourguignonnes (XIVe-XVIe siècle), 271 S., Ill.].

Aus dem Inhalt:

Dubois, H.: Chalon au temps d’Olivier de la Marche (1442-1477), S. 9-27; Emerson, C.: "Au commencement de mon eaige et du premier temps que je puis entrer en matière". L’unité du temps et de l’espace dans récit de la jeunesse d’Olivier, S. 45-53; Caron, M.-T.: Olivier de La Marche, Philippe de Ternant, ses protecteurs et ses amis, S. 55-77; Mévius, Baron E. de: Olivier de La Marche, les chroniqueurs et Jean sans Peur, S. 79-88; Paravicini, W.: La cour de Bourgogne selon Olivier de La Marche, S. 89-124; Viltart, F., Schnerb, B.: Olivier de La Marche et la garde du duc Charles de Bourgogne (1473-1477), S. 125-136; Groustra-Werdekker, A. H.: Olivier de La Marche, maître général de la monnaie bourguignonne pendant une période turbulente, S. 137-147; Cauchies, J.-M.: "Qui vous estes et le noble lieu dont vous estes yssu". Olivier, Philippe d’Autriche et la Bourgogne, S. 149-160; Paviot, J.: Le Chevalier délibéré d‘Olivier de La Marche dans la littérature morale (XVe-XVIe s.), S. 161-170; Sutch, S. S.: Notice sur la diffusion des manuscrits du Chevalier délibéré au XV siècle, S. 171-178; Legaré, A.-M.: Un exemplaire hainuyer du Chevalier délibéré aux armes de Lalaing, S. 179-198; Jongenelen, B.: Jan Pertcheval’s translation of Le chevalier délibéré: Den camp vander doot. Source, translation and public, S. 199-212; Sterchi, B.: Fortuna in Burgund. Die theoretische Debatte im burgundischen Schriftgut und ihre Applikation bei Olivier de La Marche, S. 213-240; Clouzot, M.: La musique dans le Banquet du Faisan d’après Olivier de La Marche, S. 414-255; Chauney-Bouillot, M.: Les recherches de l’abbé Charles Boullemier, bibliothécaire dijonnais (1725-1803), sur Olivier de La Marche, S. 257-266.

Ongay, N.: El Hostal de la Infanta Maria (1365-1366), in: Principe de Viana 54/228 (2003) S. 127-157.

Opll, F.: Wien im Bild historischer Karten. Die Entwicklung der Stadt bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, 2., erg. Aufl., Wien 2004 [Böhlau, 180 S., geb., 50 Tafeln, davon 21 farb., 65 Euro].

Osswald-Bargende, S.: Die Mätresse, der Fürst und die Macht: Christina Wilhelmina von Grävenitz und die höfische Gesellschaft, Frankfurt am Main 2000 [Campus, 336 S., kart., 20 Abb., 34,90 Euro].

Paravicini, W.: Note sur les manuscrits de Dom Merle sur l’histoire de Bourgogne conservés à Autun, in: Francia 30/1 (2003) S. 159-167.

Paroles sur l’Islam dans l’Occident médiéval. Actes du colloque du 9 mars 2001, hg. vom Centre d’histoire médiévale, Lyon 2002 (Cahiers du Centre d’histoire médiévale, 1-2002) [124 S.].

Partenheimer, L.: Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, 2. durchges. und um ein Ortsregister erg. Aufl., Köln u.a. 2001 [Böhlau, 433 S., Pb., 20 sw-Abb., 41 Euro].

Paviot, J.: Les ducs de Bourgogne, la croisade et l’Orient (fin XIVe siècle-XVe siècle), Paris 2003 [Presses de l’Université de Paris-Sorbonne, 394 S., Ill.].

Pfeifer, G.: Verwandtschaftskonstruktion und Selbstdarstellung durch Wappen in der frühen Neuzeit. Zur heraldischen Ausstattung des Ansitzes Rottenbuch (1588-1598), in: Der Ansitz Rottenbuch in Bozen-Gries, hg. von H. Stampfer, Bozen 2003 (Veröffentlichungen des Südtiroler Kulturinstitutes, 2), S. 21-57.

Phalip, B.: Auvergne, Bourbonnais gothiques. Le cadre civil, Paris 2003 [Picard, 264 S., Ln., 230 Abb., 45 Euro].

Philipp der Streitbare. Ein Fürst in der frühen Neuzeit, hg. von T. Appl, M. Berwing-Wittl und B. Lübbers, Regensburg 2003 [Pustet, 248 S., Pb., 8 Abb., 24,90 Euro].

Pippal, M.: Kunst des Mittelalters – Eine Einführung, Wien u.a. 2002 [Böhlau, 372 S., kart., 64 Abb., 24,90 Euro].

Gute Policey als Politik im 16. Jahrhundert. Die Entstehung der öffentlichen Ordnung in Oberdeutschland, hg. von P. Blickle, P. Kissling und H. Schmidt, Frankfurt/Main 2003 [Klostermann, 596 S., kart., 49 Euro].

Potvin, M., unter Mitarb. von P. Malgouyres: Porphyre, les secrets de la pierre pourpre, Paris 2003 [Edition Musée du Louvre, 24 S., 27 Abb., 8 Euro] – s. auch o. S. *.

Power, Violence and Mass Death in Pre-Modern and Modern Times, hg. von J. Canning, H. Lehmann und J. Winter, Aldershot 2004 [Ashgate, 231 S., geb., 47,50 £].

Prag : Wien. Zwei europäische Metropolen im Lauf der Jahrhunderte, hg. von E. Gamillscheg, Wien 2003 [Österreichische Nationalbibliothek, 304 S., farb. und sw-Abb., 68 Euro].

Princes and princely culture. 1450-1650, hg. von M. Gosman, Leiden 2003 (Brill’s studies in intellectual history, 118) [Brill Academic Publishers, 392 S., geb., Ill., 84 Euro].

Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, hg. von J. Pauser, M. Scheutz und T. Winkelbauer, Wien u.a. 2004 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Ergänzungsband 44) [Oldenbourg, 1134 S., Pb., 79,80 Euro].

1. INSTITUTIONEN

1.1. Hof und Zentralverwaltung

Duindam, J.: Im Herzen der zusammengesetzten Habsburgermonarchie: Quellen zu einer neuen Geschichte des Hofes, der Regierung und der höfischen Repräsentation, S. 21-32.

1.1.1 DER KAISERHOF

Hochedlinger, M.: Das k. k. "Geheime Hausarchiv", S. 33-44; Benz, S.: Die Wiener Hofbibliothek, S. 45-58; Noflatscher, H.: "Ordonnances de l’hôtel", Hofstaatsverzeichnisse, Hof- und Staatskalender, S. 59-75; Hengerer, M.: Die Zeremonialprotokolle und weitere Quellen zum Zeremoniell des Kaiserhofs im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv, S. 76-93; Niederkorn, J. P.: Die Berichte der päpstlichen Nuntien und der Gesandten Spaniens und Venedigs am kaiserlichen Hof aus dem 16. und 17. Jahrhundert, S. 94-107; Kulcsár, K.: Die Quellen zu den Hofreisen im Habsburg-Lothringischen Familienarchiv aus den Jahren 1766 bis 1788, S. 108-119.

1.1.2. DER GEHEIME RAT UND DIE GEHEIME KONFERENZ

Sienell, S.: Die Protokolle zentralstaatlicher politischer Ratskollegien (1527-1742/60), S. 120-127.

1.1.3. DIE HOFKAMMER

Hengerer , M.: Die Abrechnungsbücher des Hofzahlmeisters (1542-1714) und die Zahlamtsbücher (1542-1825) im Wiener Hofkammerarchiv, S. 128-143; Rauscher, P.: Quellen der obersten landesfürstlichen Finanzverwaltung in den habsburgischen Ländern (16. Jahrhundert), S. 144-152; Knoz, T.: Die Gedenkbücher der Kaiserlichen Hofkammer im 17. und 18. Jahrhundert, S. 153-162.

1.1.4. MILITÄRWESEN

Hochedlinger, M.: Quellen zum kaiserlichen bzw. k. k. Kriegswesen, S. 162-181; Pálffy, G.: Die Akten und Protokolle des Wiener Hofkriegsrats im 16. und 17. Jahrhundert, S. 182-195; Tantner, A.: Die Quellen der Konskription, S. 196-204.

1.2. LANDESFÜRSTLICHE REGIERUNGEN UND LANDESFÜRSTLICHE GESETZGEBUNG

Haidacher C.: Das Schriftgut der drei "oberösterreichischen Wesen", S. 205-215; Pauser, J.: Landesfürstliche Gesetzgebung (Policey-, Malefiz- und Landesordnungen), S. 216-256; Hofmann, G., Tschan, W.: "Bergordnungen" – eine exemplarische Quellenbeschreibung anhand der historischen Bergbauregion Tirol, S. 257-267; Sonnlechner, C.: Waldordnungen und ergänzende Quellen, S.268-277; Komlosy, A.: Das Paßwesen (1750-1857), S. 278-290; Pfeifer, G.: Wappenbriefe (unter besonderer Berücksichtigung der Tiroler Verhältnisse), S. 291-302.

1.3. DAS REICH UND DIE ERBLANDE

Fuchs, M.: Reichstag und Reichstagsakten am Beispiel der Augsburger Reichstages von 1530, S. 303-311; Härter, K.: Reichsgesetzgebung und Reichsrecht, S. 312-326; Staudinger, B: Die Reichshofratsakten als Quelle zur Geschichte der österreichischen und böhmischen Länder im 16. und 17. Jahrhundert, S. 327-336.

1.4. LANDSTÄNDE

Strohmeyer, A.: Archive, Registraturen und Bibliotheken der Stände: das Beispiel Oberösterreich, S. 337-350; Bahlcke, J.: Landtagsakten (unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie), S. 351-364; Hackl, B.: Die Gülteinlagen und die Theresianischen sowie Josephinischen Steuerfassionen in den österreichischen Ländern, S. 365-377.

1.5. GRUNDHERRSCHAFT UND STADTHERRSCHAFT, LÄNDLICHE UND STÄDTISCHE GEMEINDE

Knittler, H.: Herrschaft und Gemeinde im frühneuzeitlichen Österreich: Zur Quellenlage, S. 378-389.

1.5.1. NORM

Birr, C.: Weistümer und "Ländliche Rechtsquellen", S. 390-408; Winkelbauer, T.: Instruktionen für Herrschaftsbeamte und grundherrliche Ordnungen in den österreichischen und böhmischen Ländern, S. 409-426; Sperl, A.: Hausväterliteratur, S. 427-434.

1.5.2. PRAXIS

Herrschaftsschätzungen und Anschläge, S. 435-442; Just, T.: Grundherrschaftsprotokolle, S. 443-447; Beimrohr, W.: Die Tiroler Gerichts- und Verfachbücher, S. 448-456; Just, T.: Österreichische Rechnungen und Rechnungsbücher, S. 457-467; Bùžek, V.: Adelige und bürgerliche Nachlaßinventare des 16. und 17. Jahrhunderts in den böhmischen Ländern, S. 468-476; Král, P.: Heiratsverträge und Testamente in Böhmen im 16. und 17. Jahrhundert, S. 477-510; Pammer, M.: Testamente und Verlassenschaftsabhandlungen (18. Jahrhundert), S. 495-510; Štefanová, D.: Schöppenbücher, S. 511-515; Schöggl-Ernst, E.: Historische Bodendokumentation: Urbare, Landtafeln und Grundbücher, S. 516-529; Chocholáè, B.: Grundbücher in Böhmen und Mähren, S. 530-539; Landsteiner, E.: Zehentdaten und Zehentregister, S. 540-560; Scheutz, M.: Gerichtsakten, S. 561-571; Schennach, M. P.: Supplikationen, S.572; Eechura, J.: Quellen zu den böhmischen Bauernaufständen im Jahre 1680, S. 585-589; Scheutz, M., Weigl, H.: Ratsprotokolle österreichischer Städte, S. 590-610; Pühringer, A.: Die Rechnungen der Finanzverwaltung in den österreichischen Städten, S. 611-624; Keller, K.: Steuerverzeichnisse, S. 625-632; Steidl, A.: Wiener Zunftarchivalien vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, S. 633-639.

1.6. KIRCHEN UND KONFESSIONEN

Leeb, R.: Geschichte der Konfessionen im frühneuzeitlichen Österreich: Zur Quellenlage, S. 640-650; Weissensteiner, J.: Die "Passauer Protokolle" im Wiener Diözesanarchiv, S. 651-662; Heiss, G.: Die "Litterae Annuae" und die "Historiae" der Jesuiten, S. 663-674; Stögmann, A.: Kirchliche Visitationen und landesfürstliche "Reformationskommissionen" im 16. und 17. Jahrhundert am Beispiel von Niederösterreich, S. 675-685; Penz, H.: Die Prälatenarchive, S. 686-695; Weigl, A.: Quellen der Historischen Demographie, S. 696-706; Schneider, C.: Pfarrakten des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Wien, S. 707-713.

1.7. UNIVERSITÄT

Matschinegg, I.: Universitäre Massenquellen (Matrikel, Akten), S. 714-724.

2. GATTUNGEN

2.1. Selbstzeugnisse

Tersch, H.: Frühneuzeitliche Selbstzeugnisse, S. 727-740; Weiss, A. S.: Reiseberichte – der Blick auf Mittelstädte, S. 741-752; Studt, B.: Haus- und Familienbücher, S. 753-766; Mat’a, P.: Tagebücher, S. 767-780; Catalano, A.: Die Tagebücher und Tagzettel des Kardinals Ernst Adalbert von Harrach, S. 781-789; Pils, S. C.: Die "Tagzettel" der Gräfin Johanna Theresia von Harrach als Sonderform des Briefes, S. 790-795; Lebeau, C.: Die Tagebücher des Grafen Karl von Zinzendorf, S. 796-800.

2.2. BRIEFE

Bastl, B.: Formen und Gattungen frühneuzeitlicher Briefe, S. 801-812; Wallnig, T.: Gelehrtenkorrespondenzen und Gelehrtenbriefe, S. 813-827; Laferl, C. F.: Die Familienkorrespondenz Ferdinands I., S. 828-836; Mat’a, P., Sienell, S.: Die Privatkorrespondenzen Kaiser Leopolds I., S. 837-848; Edelmayer, F.: Gesandtschaftsberichte in der Frühen Neuzeit, S. 849-859.

2.3. FLUGSCHRIFTEN UND ZEITUNGEN

Oggolder, C., Vocelka, K.: Flugblätter, Flugschriften und periodische Zeitungen, S. 860-874; Schilling, M.: Die Fuggerzeitungen, S. 875-880.

2.4. GESCHICHTSSCHREIBUNG

Strohmeyer, A.: Höfische und ständische Geschichtsschreibung, S. 881-897; Reisner, S.: Die poetische Habsburger-Panegyrik in lateinischer Sprache als historische Quelle, S. 898-915; Eybl, F. M.: Leichenpredigten, S. 916; Tesch, H.: Stadtchroniken am Beispiel der "Eisenstadt" Steyr, S. 927-938.

3. BILDER UND DINGE

Hundsbichler, H.: Realienkunde der Frühen Neuzeit, S. 941-950; Fidler, P.: Über den Quellencharakter der frühneuzeitlichen Architektur, S. 952-970; Appuhn-Radtke, S.: Allegorie und Emblem, S. 971-1005; Polleross, F.: Das frühneuzeitliche Bildnis als Quelle, S. 1006-1030; Pfaffenbichler, M.: Historienbilder, S. 1031-1047; Andraschek-Holzer , R.: Topographische Ansichten Österreichs (in den Grenzen der Republik) 1500-1800, S. 1048-1059; Winkelbauer, T.: Landkarten, S. 1060-1094; Zajic, A. H.: Inschriften, S. 1095-1109.

Raak, C. van: Vorstelijk begraven en gedenken. Funeraire geschiedenis van het huis Oranje-Nassau, Bussum 2003 [Thoth, 109 S., Pb., Ill., 15,90 Euro].

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller, P.-J. Heinig und A. Niederstätter. Heft 18: Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Abscchriftensammlungen (1458-1463), bearb. von S. Dünnebeil und P. Herold, Wien 2004 [Böhlau, 308 S., geb., 55 Euro]. Heft 19: Die Urkunden und Briefe aus Archiven und Bibliotheken der Stadt Nürnberg, Tl. 2: 1450-1455, bearb. von D. Rübsamen, Wien 2004 [Böhlau, 300 S., brosch., 59 Euro].

Das Reich und Polen. Parallelen, Interaktionen und Formen der Akkulturation im hohen und späten Mittelalter, hg. von T. Wünsch, Ostfildern 2003 (Vorträge und Forschungen, 59) [Thorbecke, 504 S., Ln., 3 Abb., 56 Euro].

Aus dem Inhalt:

Kurtyka, J.: Hofämter, Landesämter, Staatsämter und ihre Hierarchien in Polen im mitteleuropäischen Vergleich (11.-15. Jh.), S. 129ff.

Das Reichskammergericht. Der Weg zu seiner Gründung und die ersten Jahrzehnte seines Wirkens (1451-1527), hg. von B. Diestelkamp, Köln u.a. 2003 (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im alten Reich, 45) [Böhlau, 289 S., geb., 39,90 Eur].

Reichspersonal. Funktionsträger für Kaiser und Reich, hg. von A. Baumann, P. Oestmann, S. Wendehorst u.a., Köln u.a. (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im alten Reich, 46) [Böhlau, 406 S., geb., 44,90 Euro].

Retour aux Sources. Textes, études et documents d’histoire médiévale offerts à Michel Parisse, hg. von S. Gougenheim, Paris 2004 [Picard, 1023 S., brosch., 85,50 Euro].

Aus dem Inhalt:

Chassel, J.-L.: De la diplomatique à la glyptique: notes sur l’usage des intailles sigillaires au Moyen Âge, S. 43ff.; Flammarion, H.: Le sceau du silence: Sigillographie et pratiques seigneuriales au XIIe siècle entre Marne et Meuse, S. 99; Ehlers, J.: Der Brief Heinrichs des Löwen an König Ludwig VII. von Frankreich, S. 239ff.; Gouguenheim, S.: La papauté a-t-elle voulu inféoder la Prusse? La Bulle de Riéti et ses aléas (3 août 1234-1er octobre 1243-1250), S. 265ff.; Maillefer, J.-M.: Le roi Valdemar Ier de Danemark (1157-1182), le schisme et l’entrevue avec Frédéric Barberousse à Saint Jean-de-Losne en 1162, S. 273ff.; Martin-Hisard, B., Martin, J.-M.: Lettre d’outre-mer à un archevêque d’Empire (début XIIIe siècle), S. 281ff.; Monnet, P.: "Bodeschap ghan": pouvoir et communication dans la ville de Göttingen à la fin du Moyen Âge, S. 293ff.; Müller, H.: Besançon, Burgund und das Reich: der Streit um die causa Bisuntina auf dem Baseler Konzil (1433-1435), S. 303ff.; Schneider, J.: À propos de la fin de la guerre dite "des amis" (Metz, 1231-1234), un document inédit, S. 349ff.; Zotz, T.: Symbole der Königsmacht und Spiegel gesellschaftlicher Interaktion: zur Rede vom Palatium in den Urkunden der Ottonen, S. 363ff.; Fray, J.-L.: Les comtes d'Auvergne, le Brabant et le Boulonnais au XIIIe siècle: de la Limagne à la Lotharingie, S. 405ff.; Giordanenco, G.: Privilèges du dauphin aux nobles de La Tour-du-Pin (1317), S. 419ff.; Girardot, A.: De l’incapacité d’anoblir (Lorraine occidentale, 1320), S. 429ff.; Rapp, F.: Comment finirent les "chevaliers brigands": trois exemples de châteaux alsaciens; Bubenicek, M.: Instruments de pouvoir ou objets de collection? Les joyaux de Yolande de Flandre, S. 457ff.; Genet, J.-P.: Lectrices anglaises à la fin du Moyen Âge, S. 497ff.; Goetz, H. W.: Ehe und Familie im frühen 11. Jahrhundert im Spiegel des "Hofrechts" des Bischofs Burchard von Worms, S. 507ff.; LeJan, R.: Emhilt de Milz et la charte de fondation de son monastère (784), S. 525ff.; Oexle, O. G.: Relind und Herrad von Hohenburg und die Entstehung des Hortus deliciarum, S. 551ff.; Bührer-Thierry, G.: Un évêque d’Empire face aux païens: Thietmar de Mersebourg et les Liutizes, S. 591ff.; Iogna-Prat, D.: Aux fondements de l’Église: naissance et développements du rituel de pose de la première pierre dans l’Occident latin (v. 960-v. 1300), S. 635ff.; Kammerer, O.: Saint Dominique entre au chapitre de Colmar, S.: 645ff.; Millet, H.: L’évêque de Maguelone au rendez-vous franco-allemand pour l’Union de l’Église: Metz, 24juin 1401, S. 689ff.; Lohrmann, D.: Lothringen, Paris und Aachen in einer naturkundlichen Enzyklopädie aus Metz (ca. 1245-1250), S. 787ff.; Paravicini, W.: Streit an der Sprachgrenze: aus dem Briefwechsel zwischen den Herren von Vinstingen und von Blâmont am Ende des 14. Jahrhunderts, S. 811ff.; Rädle, F.: Mord und Totschlag in Frankreich und Italien: von den Gefahren des Auslandstudiums in Lucas Geizkoflers De miseriis studiosorum declamatio (1576), S. 835ff.; Verger, J.: Thèmes majeurs, lieux communs et oublis dans le Tractatus de laudibus Parisius de Jean de Jandun (1323), S. 849ff.; Lemaitre, J.-L.: Les archives lorraines visitées par dom Jean Mabillon et dom Thierry Ruinart en 1696, S. 917ff.; Moeglin, J.-M.: Saint-Bavon de Gand et l’identité flamande à la fin du Moyen Âge, S. 927ff.; Morerod, J.-D.: La base textuelle d’un mythe historiographique: le Moyen Âge des humanistes italiens, S. 943ff.; Prévenier, W.: Les multiples vérités dans les discours sur les offenses criminelles envers les femmes dans les Pays-Bas méridionaux (XIVe et XVe siècles), S. 955ff.

Reuvekamp-Felber: T.: Volkssprache zwischen Stift und Hof. Hofgeistliche in Literatur und Gesellschaft des 12. und 13. Jahrhunderts, Köln u.a. 2003 (Kölner Germanistische Studien. NF, 4) [Böhlau, 414 S., geb., 44,90 Euro].

Ridolfo Capo Ferro, Italian rapier combat, hg. von J. Kirby, London 2004 [Greenhill Books, 160 S., 43 Tafeln, 36,50 Euro].

Rigaudière, A.: Penser et construire l’État dans la France du Moyen Âge (XIIIe-XVe siècle), Paris 2004 [Comité pour l’Histoire èconomique et financière de la France, 785 S., 40 Euro].

Röhl, S.: Der livre de Mandeville im 14. und 15. jahrhundert. Untersuchungen zur handschriftlichen Überlieferung der kontinentalfranzösischen Version, Paderborn 2003 (MittelalterStudien, 6) [Wilhelm Fink Verlag, 280 S., geb., 44,90 Euro].

Rösener, W.: Die Geschichte der Jagd, Düsseldorf 2004 [Artemis & Winkler, 448 S. geb., 25 sw-Abb., 8 Tafeln, 29,90 Euro].

Rulership in France, 15th-17th Centuries, hg. von R. E. Giesey, Aldershot 2004 (Variorum Cellected Studies Series) [Ashgate, 350 S., geb., 19 sw-Abb., 57,50 £].

Zu Sankt Jakob. Der älteste Pilgerführer nach Santiago de Compostella, hg. von K. Herbers und R. Plötz, Ostfildern 2004 [Thorbecke, 112 S., geb., 10 sw-Abb., 30 sw-Photos, 19,90 Euro].

Sauer, P.: Herzog Friedrich I. von Württemberg, 1557-1608. Reformer und Autokrat, Müchen 2003 [DVA, 352 S., geb., 34 sw-Abb., 24,90 Euro].

Sauter, A.: Fürstliche Herrschaftsrepräsentention. Die Habsburger im 14. Jahrhundert, Ostfildern 2003 (Mittelalterforschungen, 14) [Thorbecke, 380 S., geb., 4 sw-Abb., 65 Euro].

Schilling, H.: Die Stadt in der frühen Neuzeit, 2. Aufl., München 2004 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 24) [Oldenbourg, 149 S., Pb., 19,80 Euro].

Schmid, W.: Grab und Residenz Meisenheim am Glan im 16. Jahrhundert, in: Viatori per urbes castraque. Festschrift für Herwig Ebner zum 75. Geburtstag, hg. von H. Bräuer u.a., Graz 2003 (Schriftenreihe des Instituts für Geschichte, 14), S. 573-610.

Schneider, J.: Spätmittelalterlicher Deutscher Niederadel. Ein landschaftlicher Vergleich, Stuttgart 2003 (Monographien zur Geschichte des Mittelalters, 52) [Hiersemann, 630 S., Ln., Ill., 198 Euro].

Schreiber, H.: Preußen und Baltikum unter den Kreuzrittern. Die Geschichte des Deutschen Ordens, Gernsbach 2003 [Katz, 364 S., geb., 12 sw-Abb., 23 Euro].

Schumann, J.: Die andere Sonne. Kaiserbild und Medienstrategien im Zeitalter Leopolds I., Berlin 2003 (Colloquia Augustana, 17) [Akademie-Verlag, 585 S., geb., 48 sw-Abb., 74,80 Euro].

Seggern, H. von: Herrschermedien im Spätmittelalter. Studien zur Informationsübermittlung im burgundischen Staat unter Karl dem Kühnen, Ostfildern 2003 (Kieler Historische Studien, 41) [Thorbecke, 560 S., Ln., 48 Euro].

Seng, E.-M.: Stadt – Idee und Planung. Neue Ansätze im Städtebau des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2003 (Kunstwissenschaftliche Studien, 108) [Dt. Kunstverl., 320 S., Ln., 121 sw-Abb., 55 Euro].

Die Silberkammer der Landgrafen von Hessen-Kassel. Bestandskatalog der Goldschmiedearbeiten des 15. bis 18. Jahrhunderts in den Staatlichen Museen Kassel, hg. von R.-A. Schütte, Kassel 2003 [Staatliche Museen Kassel, 423 S., geb., 16 sw-und 279 farb. Abb., 55 Euro].

Sissakis, M.: Territoriale Rechnungslegung in der Frühen Neuzeit. Quellenkritische Anmerkungen anhand der Kammerrechnungen des 16. Jahrhunderts im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, in: Braunschweig-Wolfenbüttel in der Frühen Neuzeit. Neue historische Forschungen, hg. von C. Lippelt, Braunschweig 2003, (Quellen und Forschungen zur braunschweigischen Geschichte, 41), S. 93-108.

Stadt und Recht im Mittelalter. La ville et le droit au Moyen Age, hg. von P. Monnet, O. G. Oexle, Göttingen 2003 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 174) [Vandenhoeck & Ruprecht, 479 S., Ln., 66 Euro].

Stadt und Wehrbau im Mittelrheingebiet, hg. von M. Matheus, Stuttgart 2003 (Mainzer Vorträge, 7) [Steiner, 132 S., kart., 49 sw-Abb., 23 Euro].

Vielerlei Städte: der Stadtbegriff, hg. von P. Johanek, Köln u.a. 2004 (Städteforschung. Reihe A: Darstellungen, 61) [Böhlau, 180 S., kart., Ill., graph. Darst.].

Städtelandschaft – réseau urbain – urban network. Städte im regionalen Kontext in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, hg. von H. T. Gräf, und K. Keller, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 230 S., geb., 34,90 Euro].

Stanze segrete, Stanze scomparseSecret Rooms, Vanished Rooms. Frammenti di una residenza-museo, hg. von C. Giannini, Florenz 2003 (Collana Cultura e memoria, 28) [Olschki, 252 S., Ill., engl. und ital. Text, 27,50 Euro].

Steinwarder, W.: Romanische Kunst als politische Propaganda im Erzbistum Lund während der Waldemarzeit. Studien, besonders zum Bild der Heiligen Drei Könige, Frankfurt am Main u.a. 2003 (Beihefte der Mediaevistik, 3) [Lang, 220 S., Pb., zahlr. Abb., 39 Euro].

Stephenson, B.: The Power and Patronage of Marguerite de Navarre, Aldershot 2004 (Women and Gender in the Early Modern World) [Ashgate, 226 S., geb., 45 £].

Strothmann, J.: Antike Herrscher, Herrschaftszeichen und -begriffe in der Rezeption des Mittelalters. Zum Aussagewert politischer Antikerezeption für die Untersuchung von Herrschaftsideen mittelalterlicher Gesellschaften, in: Majestas 11 (2003) S. 3-30.

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Die öffentliche Tafel. Tafelzeremoniell in Europa 1300-1900, hg. von E. Peters, H. Ottomeyer und M. Völkel, Wolfratshausen 2002 [Edition Minerva, 275 S., 52 Euro].

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Theilemann, W. G.: Adel im grünen Rock. Adliges Jägertum, Großprivatwaldbesitz und die preußische Forstbeamtenschaft 1866-1914 (Elitenwandel in der Moderne, 5) [Akademie-Verlag, 593 S., geb., 59,80 Euro].

Thomas, J.: Corps violents. Corps soumis. Le policement des mœurs à la fin du Moyen Age, Paris 2003 (Histoire Identités Représentations) [Harmattan, 216 S., 18 Euro].

Tomas, N. R.: The Medici Women. Gender and Power in Renaissance Florence, Aldershot 2003 (Women and Gender in the Early Modern World) [Ashgate, 246 S., geb., 4 sw-Abb., 45 £].

Torgau – Stadt der Renaissance. Ein Architekturführer erschienen aus Anlaß der 2. Sächsischen Landesausstellung, hg. von T. von Stockhausen, Dresden 2003 [Sandstein, 188 S., brosch., 300 farb. Abb., 15 Euro].

Totenkultmund Wille zur Macht. Die unruhigen Begräbnisstätten der Päpste in St. Peter, hg. von H. Bredekamp und W. Reinhardt, Darmstadt 2004 [WBG, 255 S., geb., 44 sw-Abb., 39,90 Euro].

Le tournoi au Moyen Âge. Actes du Colloque des 25 et 26 janvier 2002, hg. von N. Gonthier, Paris 2003 [Broccard, 187 S., 18 Euro].

Traditionen – Visionen. 44. Deutscher Historikertag in Halle an der Saale vom 10. bis 13. September 2002, hg. von A. Ranft und M. Meumann, München 2003 [Oldenbourg, 262 S., Pb., 24,80 Euro].

Travels and Translations in the Sixteenth Century. Selected Papers from the Second International Conference of the Tudor Symposium (2000), hg. von M. Pincombe, Aldershot 2004 (Studies in European Cultural Transition) [Ashgate, 186 S., geb., 40 £].

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Ventzke, M.: Das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1775-1783, Köln u.a. 2004 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Kleine Reihe, 10) [Böhlau, 554 S., geb. 49,90 Euro].

Vernier, R.: The Flower of Chivalry. Bertrand du Guesclin and the Hundred Years War, London 2003 [Boydell & Brewer, 248 S., 30 £].].

Virgili, A.: Les jardins du palais ducal de Nancy de René II à Charles III (1476-1608), in: Lotharingia. Archives lorraines d’archéologie, d’art et d’histoire 11 (2003) S. 7-87.

Vogt, M.: Ein Pfälzer Bruderzwist. Zu Statusrivalität und Prestige in der Frühen Neuzeit, in: Majestas 11 (2003) S. 57-110.

Watson, A. G.: Medieval Manuscripts in Post-Medieval England, Aldershot 2004 (Collected studies series, 775) [Ashgate, 396 S., geb., 17 Tab., 59,50 £].

Weiss, S.: Rechnungswesen und Buchhaltung des Avignoneser Papsttums (1316-1378). Eine Quellenkunde, Hannover 2003 (Monumenta Germaniae Historica, 8: Hilfsmittel, 20) [Hahn, 352 S., geb., 30 Euro].

Das "weiblich Werck" in der Residenzstadt Altenburg 1672-1720. Gedichte und Briefe von Margaretha Susanna von Kuntsch und Frauen aus ihrem Umkreis. Mit einer Einleitung, Dokumenten, Biographien und Kommentar hg. von A. Cardus, Hildesheim 2004 [Olms, 470 S., geb., 10 Abb., 68 Euro].

Weller, T.: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert, Köln u.a. 2004 (Rheinisches Archiv, 149) [Böhlau, 1000 S., geb., 105 Euro].

Williams, P.: Philip II [the Second], Basigstoke 2001 [Palgrave, 302 S., kart.].

Winkelbauer, T.: Ständefreiheit und Fürstenmacht. Länder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter, 2 Bde., Wien 2003 [Ueberreuter, 624 und 568 S., Ln., jeweils 51,90 Euro].

Wolfzettel, F.: Reiseberichte und mythische Struktur. Romanistische Aufsätze 1983-2002, Stuttgart 2003 [Steiner, 492 S., kart., 80 Euro].

Women and Politics in Early Modern England, 1450-1700, hg. von J. Daybell, Aldershot 2004 [Ashgate, 284 S., geb., 6 sw-Abb., 45,00 £].

Word, Image, Number. Communication in the Middle Ages, hg. von J. J. Contreni und S. Casciani, Florenz 2002 (Micrologus’ Library, 8) [Sismel, 457 S., brosch., 35 farb. Tafeln, 65 Euro].

Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen, hg. von H-W. Böhme, R. Friedrich und B. Schock-Werner, Stuttgart 2004 [Reclam, 285 S., geb., 24 sw-Abb., 15,90 Euro].

Zimmermann, H.: Die Otia Imperialia des Gervasius von Tilbury, Praefatio und Decisio 1, 1-9. Einleitung, Text, Übersetzung und Kommentar, in: Mediaevistik 15 (2002) S. 51-183.

Das Zisterzienserkloster Dargun von Mecklenburg-Vorpommern, hg. von C. Kratzke, Petersberg 2004 [Imhof, 400 S., geb., 325 farb. Abb., 49,80 Euro].

Zivilisationsprozesse. Zu Erziehungsschriften der Vormoderne, hg. von R. Schnell, Köln u.a. 2004 [Böhlau, 368 S., brosch., 34,90 Euro].

Zunker, D.: Adel in Westfalen. Strukturen und Konzepte von Herrschaft (1106-1235), Husum 2003 (Historische Studien, 472) [Matthiesen, 458 S., geb., 1 Karte, 5 Stammtaf., 66 Euro].

 


Die Arbeitsstelle Kiel

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Jan Hirschbiegel
(Mitteilungen der Residenzen-Kommission, Residenzenforschung, Handbuch III: Textband)

Dr. Jörg Wettlaufer
(Symposien, Internetangebot, Handbuch II: Bilder und Begriffe)

Alexandra Kursawe

Karen Schleeh

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 04 31 - 8 80-14 84

 

 

E-mail: resikom@email.uni-kiel.de

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

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Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

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