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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

Jahrgang 12 (2002) Nr. 1

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 12 (2002) Nr. 1

 

 

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette: Belagerung Neuburgs durch Kaiser Karl V. 1546 im Schmalkaldischen Krieg.
Aquarellierte Federzeichnung. Heimatmuseum Neuburg a.d. Donau, Inv. Nr. G 205

 

 

Inhalt

 

Vorwort *

Aus der Arbeit der Kommission *

Der Fall des Günstlings *

Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Bilder und Begriffe,
von Jan Hirschbiegel, Jörg Wettlaufer, Kiel *

Die Arbeit der anderen *

Die Wiener Hofgesellschaft während der Regierungszeit Kaiser Leopolds I.
(1657-1705). Eine Projektvorschau,
von Sigrid Freisleben, Elisabeth Hilscher, Christine Ottner, Sefan Sienell, Wien *

Europäische Heiratspolitik (1648-1914).
Legitimation, Strategien, Repräsentationen,
von Daniel Schönpflug, Berlin *

Der Hof des Deutschordens-Hochmeisters in Preußen unter Friedrich von Sachsen
und Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1498-1525).
Organisation – Ämterwesen – höfischer Alltag,
von Ulrike Petzold, Gleiwitz *

Stadt und Residenz im mitteldeutschen Raum,
von Matthias Meinhardt, Halle *

Kolloquiumsberichte *

Hof und Theorie. Gesprächskreis zur Theorie des Hofs,
Dresden, 15.-17. November 2001
von Harm von Seggern, Kiel *

Burgenrenaissance im 19. und 20. Jahrhundert,
Eisenach, 11.-14. April 2002
von Christine Kratzke, Leipzig *

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen *

Buchvorstellungen *

Metropolen und Kulturtransfer im 15./16. Jahrhundert. Prag – Krakau – Danzig – Wien, hg. von Andrea Langer und Georg Michels, Stuttgart 2001 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 12)
von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Bildnis, Fürst und Territorium, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt, bearb. von Andreas Beyer unter Mitarb. von Ulrich Schütte und Lutz Unbehaun, München, Berlin 2000 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 2),
von Jörg Matthies, Kiel *

 

Neuerscheinungen *

Sonstiges *

Die Arbeitsstelle Kiel *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2002), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Vorwort

 

Jedes zweite Jahr steigt mit den Frühjahrsheft die Temperatur der freudigen Erwartung: Im Herbst findet dann das Symposium statt. Es ist wieder soweit: Das 8. steht bevor, in Neuburg an der Donau, 21.-24. September. Die Universität Eichstätt und die Stadt Neuburg haben mit daran gearbeitet, das Treffen würdig und inhaltsreich zu gestalten, das wie stets an schönem Ort stattfindet (fast so idyllisch wie auf unserem Umschlag dieses Heftes dargestellt liegt Neuburg immer noch über dem Fluß), im Schloß, mit festlicher Eröffnung, Exkursion zu besonders gut erhaltenen Residenzorten und Burgen, gefolgt von den Vorträgen und Diskussionen, die wohl kaum langweilig werden dürften, geht es doch um den "Fall des Günstlings". Das Programm steht auf S. *-*. Schreiben Sie sich ein.

Kommen Sie.

Vielleicht wird "Neuburg" noch schöner, als Celle, Dresden, Sigmaringen, Potsdam, Ansbach es gewesen sind – oder ist eine Steigerung nicht mehr möglich? Diese Frage wollen wir uns erst stellen, wenn alles vorbei ist.

Derweil kam die Arbeit am Handbuch der "Fürstlichen Höfe und Residenzen" gut voran. Wir sind recht zuversichtlich, daß der Manuskriptabschluß bis zum Jahresende geschafft werden kann – vorausgesetzt, diejenigen Mitarbeiter, die, aus welchen Gründen auch immer, zu schwarzen Schafen geworden sind, waschen sich alsbald den Pelz und stehen strahlend weiß da. Mit anderen Worten:

Senden Sie Ihre ausstehenden Beiträge so schnell wie möglich ein.

Mit unserem Drängen wollen wir nicht nur an und für sich Wort halten. Wir haben es auch einer Stiftung gegeben, die, eventuell, bereit ist, die Arbeit am folgenden Bildband zu finanzieren. Arbeitsbeginn: 1. Januar 2003. Viele von uns sind nicht nur Antragsteller, sondern auch Gutachter. Was würden wir schreiben, wenn da gleichsam Wechselreiterei betrieben würde, Altes mit neuem Geld betrieben? Nein, das dürfen die schwarzen Schafe der wackeren Redaktion nicht antun. Ich sehe schon, wie sich die Wolle aufhellt.

Hinsichtlich des künftigen Bildbandes enthält dieses Heft bereits ein Vorprogramm. Je näher wir der Sache treten, desto deutlicher wird allerdings, daß die Bilder nicht von den Begriffen zu trennen sind und daß der zweite Teil vielleicht eher "Bilder und Begriffe" heißen sollte, Teil 2 (Bilder) und Teil 3 (Begriffe) zusammengeführt werden müssen, während die Texte weiterhin einen eigenen Teil bilden können. Am 15. Juli wird hierzu ein Workshop zum Band Bilder/Begriffe in Kiel stattfinden. Das unten mitgeteilte Konzept ist noch vorläufig und soll weiter verbessert werden; die definitive Version wird im nächsten Heft stehen. Aber jetzt schon bitten wir darum:

Melden Sie sich zur Mitarbeit an und üben Sie förderliche Kritik.

Damit genug ans Portepee gepackt. Sie dürfen auch einfach lesen, z.B. den Beitrag von Matthias Meinhardt, Halle, der bereits das Thema des 9. Symposiums behandelt. Darüber hinaus wird viel über die Arbeit der anderen geboten (z.B. der aktiven Wiener Kollegen), über stattgehabte Kolloquien (auch ausführlich! "Hof und Theorie" z.B.), Neuerscheinungen und anderes, was des Hof- und Residenzenforschers Herz begehrt. Denn bei allem Ernst und allem Engagement: Schön wird die wissenschaftliche Arbeit erst durch die Freude, die wir an ihr haben.

In alter Verbundenheit grüßt Sie, lieber Leser,

Ihr

Werner Paravicini

Aus der Arbeit der Kommission

 

Der Fall des Günstlings

Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert

8. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

in Zusammenarbeit mit der Stadt Neuburg a.d. Donau, der Katholischen Universität Eichstätt
und dem Deutschen Historischen Institut Paris

Neuburg a.d. Donau, 21.-24. September 2002

Vorläufiges Tagungsprogramm

(Stand: Juni 2002)

 

Samstag, 21. September 2002

Stadtbesichtigung (Uhrzeit ist noch festzulegen)

Öffentlicher Abendvortrag (Schloß, Nordflügel)

18:00 Begrüßung

18:30 Prof. Dr. Ferdinand Kramer (Eichstätt), Neuburg und seine Residenz in Politik und Kultur bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges

19:30 Empfang durch die Stadt und freies Abendessen

Sonntag, 22. September 2002

Exkursion

Harburg – Eichstätt – Hirschberg (bischöfliches Jagdschloß) – Ingolstadt

Montag, 23. September 2002 (Schloß, Nordflügel)

9:00 Begrüßung

1. Der Begriff von der Sache

9:15 Prof. Dr. Werner Paravicini (Paris), Einführung

9:30 Dr. Jan Hirschbiegel (Kiel), Der Günstling im späten Mittelalter als theoretische Konstruktion

10:00 Sven Rabeler, M.A. (Kiel), Vertrauen und Gunst. Klientelismus am spätmittelalterlichen Hof

10:30 Pause

11:00 Prof. Dr. R. A. Müller (Eichstätt), Fürstenspiegel über Günstlinge und Hofparteien

11:30 DDr. Jan Paul Niederkorn (Wien), Der Sturz des Großwesirs

12:00 Diskussion

13:00 freies Mittagessen

2. Regieren mit Gruppen: Hofparteien

15:00 Prof. Dr. Philippe Contamine, membre de l‘Institut (Paris), Le règne de Charles VII: être disgrâcié

15:30 Prof. Dr. Peter Moraw (Gießen), König Wenzels Hof, eine Günstlingswirtschaft?

16:00 Prof. Dr. Bertrand Schnerb (Lille), La succession des favoris à la cour de Bourgogne, env. 1400-1430

16:30 Pause

17:00 Dr. Arnd Reitemeier (Kiel), Bevorzugte Gruppen und ihre Wahrnehmung am englischen Hof des Spätmittelalters (AT)

17:30 Prof. Dr. Heinz Noflatscher (Innsbruck), Einflußreiche Kleingruppen an den Höfen Maximilians I. und Rudolf II. Ein Vergleich.

18:00 Ivo Cerman, M.A. (Prag), Partey, Faction, Kabal am Hofe Kaiser Leopolds I., 1669-1674 (Mitteilung)

18:15 Diskussion

Freies Abendessen

[21:00 Sitzung der Residenzen-Kommission]

Dienstag, 24. September 2002

3. Schon etwas sein, erst etwas werden: Günstlingsfälle

9:00 PD Dr. Christian Lackner (Wien), Aufstieg und Fall des Hans von Liechtenstein zu Nikolsburg im 14. Jahrhundert

9:30 Prof. Dr. Adeline Rucquoy (Paris), Le cas-type d‘Alvaro de Luna (Castille, XVe siècle)

10:00 PD Dr. Reinhard Stauber (München), Neuburgs erster Staatsgefangener. Zu Karriere und Sturz des Wolfgang Kolberger, Kanzler des Herzogtums Bayern Landshut 1489-1502 (Mitteilung)

10:15 Pause

10:45 Dr. Oliver Auge (Greifswald), Holtzinger, Entzlin und Jud Süß – Günstlingsfälle am spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hof der Württemberger

11:15 Dr. Christian Wieland (Bielefeld), Lorenzino de Medici und Francesco Guicciardini: Zwei Günstlingstypen am Beginn der Medici-Monarchie

11:45 Diskussion

13:00 Freies Mittagessen

4. Sonderfälle: Illegitime, Bilder, Künstler

15:00 Prof. Dr. Ellen Widder (Tübingen), Illegitime bei Hofe

15:30 Prof. Dr. Albert Châtelet (Straßburg), Portraits de favoris à la fin du XVe siècle (AT)

16:00 Dr. Liliane Châtelet-Lange (Mundolsheim), Benvenuto Cellini und Franz I.: der Künstler als Günstling (Mitteilung)

16:15 Pause

16:45 Dr. Sigrid Ruby (Gießen), Anne de Pisseleu und Diane de Poitiers. Die Mätresse als Günstling am französischen Hof des 16. Jahrhunderts

17:15 Diskussion

17:45 Prof. Dr. Ronald G. Asch (Osnabrück), Zusammenfassung

20:00 Gemeinsames Abendessen

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter der Adresse:

http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/sympos.htm#Neuburg

Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich
Bilder und Begriffe

Wie im Vorwort schon angekündigt, folgt nun das Konzept zum 2. Teil des Handbuches "Fürstliche Höfe und Residenzen". Geplant war zunächst ein reiner Bildband. Aber er sollte kein Nachtrag zum ersten Teil werden, kein nach Orten alphabetisch geordnetes Bilderbuch. Beim Nachdenken darüber, wie das Material aber anders und sinnvoller zu ordnen sei, schälte sich schnell eine thematische Anlage heraus. Und je mehr über diese sinniert wurde und über Text und Bild, wurde deutlich, daß schon jetzt die Anstrengung zu unternehmen ist, die wir uns erst später zumuten wollten, denn thematische Ordnung heißt Ordnung nach Begriffen, ja Ordnung der Begriffe. Da stehen wir nun. Der folgende, von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer im Gespräch mit der Kommission erarbeitete Text ist vorläufig, lädt zu Kritik und Diskussion ein. Ein Workshop, das am 15. Juli am Lehrstuhl von Prof. Gerhard Fouquet in Kiel stattfindet, wird ihn ergänzen und verbessern. Dasselbe sollen aber Ihre Beobachtungen, Korrekturen, Ergänzungen, Vorschläge tun, die wir uns dringlich erhoffen. Das Ergebnis wird dann in den MRK 12,2 (2002) gegen Ende des Jahres zu lesen sein. Und dann geht es vermutlich auch gleich los, mit Teil 2, nachdem Teil 1 fristgemäß abgeschlossen ist. Wir werden uns desto schwungvoller daran machen, je mehr versprochene Beiträge infolge der gegenwärtigen Veröffentlichung des Planes und des damit verbundenen Aufrufs wir schon verzeichnen können. So wie wir den ersten Teil geschafft haben (werden), so auch den zweiten, in gemeinsamer Anstrengung, deren Resultat sich als Pionierwerk auch international wird sehen lassen können.

Werner Paravicini

Konzeption

Der geplante Bildband soll Architektur und Organisation von Hof und Residenz zum ersten Mal nach funktionalen Gesichtspunkten gegliedert systematisch erfassen und darstellen. Es ist dabei sowohl an Illustrationen der im dynastisch-topographischen Handbuch erfaßten fürstlichen Residenzen und Höfe als auch an nach chronologischen und funktionalen Gesichtspunkten gegliederte Darstellungen fürstlichen Herrschens und Wohnens im späten Mittelalter gedacht.

Der Bildband dient als Grundlage einer besseren und erweiterten Erkenntnis des fürstlichen Hofes in seiner Funktion als Herrschaftsmittelpunkt und Herrschaftsmittel und dokumentiert die Darstellung von Macht in Architektur und städtebaulicher Gestaltung fürstlicher Residenzen anhand von Bilddokumenten und kurzen, beschreibenden Texten. Mit Hilfe einschlägig relevanter Abbildungen sollen Residenzbildung und Herrschaftsentfaltung veranschaulicht und somit auch die systematischen Artikel des dynastisch-topographischen Handbuchs der fürstlichen Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich ergänzend illustriert werden. Die Konzeption lehnt sich an das im dynastisch-topographischen Handbuch erfolgreich angewandte Prinzip der Betrachtung von Hof und Residenz als einander bedingende und beeinflussende Gebilde an. Als "Gehäuse der Macht" lassen sich die architektonischen und auch geographischen Besonderheiten der Residenzen/Residenzorte und der ggf. zugehörigen Residenzstädte unter dem Aspekt ihrer funktionalen Bedeutung für die Ausübung und die Organisation von Herrschaft, damit einhergehend aber auch für die Lebensverhältnisse am Hof betrachten. Der Bildband soll daher diese beiden Aspekte fürstlicher Herrschafts- und Wohnsitze besonders beleuchten. Bei aller Konzentration auf den sich verfestigenden immobilen Charakter von Herrschaft in dem zu beobachtenden Zeitraum soll aber auch die nach wie vor vorhandene mobile Seite der Herrschaftsausübung (bspw. in Form der sog. ephemeren Architektur oder der mobilen Ausstattung) berücksichtigt werden.

Da zur Herrschaftsausübung zwar der fürstliche Adelssitz als Residenz im engeren Sinne gehörte, der Hof aber die Basis der Macht und die Organisationszentrale von Herrschaft war, und die Angehörigen des Hofes, vom Herrscher bis zu den Bediensteten von zum Teil entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der Residenzen waren, sollen daher im künftigen Bildband möglichst auch die tragenden sozialen Kräfte mit Blick auf ihre spezifischen Funktionen bildlich dargestellt werden.

Bislang ist vorhandenes Bildmaterial unter dem Aspekt der Funktion von Architektur und Inventar für den Fürst und seinen Hof noch nie zusammengestellt worden. Zwar existieren einzelne Werke, die Bildmaterial, wie es für den geplanten Bildband vorgesehen ist, gesammelt und präsentiert haben (vgl. etwa Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1: Bauformen und Entwicklung. Bd. 2: Geschichte und Burgenlandschaften, hg. von der Deutschen Burgenvereinigung durch Horst W. Boehme, Busso von der Dollen, Dieter Kerber u.a., Stuttgart 1998, oder Völkel, Michaela: Das Bild vom Schloss. Darstellung und Selbstdarstellung deutscher Höfe, München u.a. 2001 [Kunstwissenschaftliche Studien, 92]), doch handelt es sich dabei um Arbeiten, die sich nur einem der beiden genannten Aspekte widmen – zumeist der Burg/dem Schloß/der Residenz, seltener dem Hof und seiner Funktion für den Herrscher (siehe hier bspw. Europas Fürstenhöfe. Herrscher, Politiker und Mäzene 1400-1800, hg. von Arthur Geoffrey Dickens, ins Deutsche übertragen von Uta und Gerald Szyskowitz, Graz u.a. 1978 [engl. Originaltitel: The Courts of Europe, London 1977]) oder einen anderen Zeitraum behandeln. Am deutlichsten tritt die von uns vorgesehene neue Konzeption in den Arbeiten von Stephan Hoppe und Uwe Albrecht hervor (Hoppe, Stephan: Die funktionale und räumliche Struktur des frühen Schloßbaus in Mitteldeutschland. Untersucht an Beispielen landesherrlicher Bauten der Zeit zwischen 1470 und 1570, Köln 1996 [Diss. Univ. Köln 1996] [Veröffentlichung der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität Köln, 62]; Albrecht, Uwe: Der Adelssitz im Mittelalter. Studien zum Verhältnis von Architektur und Lebensform in Nord- und Westeuropa, München u.a. 1995).

Ebenso wie eine zusammenfassende Synthese zur Geschichte des Hofes und der Residenzen im spätmittelalterlichen Reich also bislang fehlt, ist auch keine illustrierte Darstellung dieses Komplexes verfügbar. Zwar ist Bildmaterial grundsätzlich in den Landestopographien, -aufnahmen und -inventaren vorhanden, die indes zu einem großen Teil vom Anfang des letzten Jahrhunderts stammen, aber nicht in einer exemplarischen Zusammenschau, die geeignet wäre, Entwicklungslinien anhand von Bildbeispielen zu verdeutlichen und Zusammenhänge aufzuzeigen.

Bezugspunkt des Bildbandes bleibt, wie bei dem dynastisch-topographischen Teil des Handbuchs fürstlicher Höfe und Residenzen, die verfassungsgeschichtliche Realität des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation um 1500. Ausgehend von den in dieser Zeit herrschenden Dynastien sollen wiederum alle reichsunmittelbaren geistlichen und weltlichen Reichsfürsten(tümer) mit ihren Höfen und Residenzen unter Einschluß konkurrierender geistlicher und weltlicher Herrscher Berücksichtigung für die Sammlung des Bildmaterials finden. Ausgangspunkt bleibt die Reichsmatrikel von 1521. Deshalb ist auch teilweise derselbe Mitarbeiterkreis angesprochen, der die Artikel für den dynastisch-topographischen Band verfaßt hat.

Der Bearbeitungszeitraum und der geographische Raum sind an demjenigen des dynastisch-topographischen Bandes orientiert. Im Unterschied zum dynastisch-topographischen Band werden die vorgesehenen Artikel chronologisch angeordnet, und zwar in drei Phasen: von 1200 bis 1450, 1450 bis 1550 und von 1550 bis 1650. Diese Zäsuren richten sich nach den in der Baugeschichte zu beobachtenden Veränderungen, die die Entwicklung von der Burg zum Schloß markieren.

Die chronologisch-funktionale Darstellung soll sich an einer Liste von Stichworten orientieren, die anhand geeigneten Bildmaterials lediglich exemplarisch veranschaulicht und ggf. unter weiteren Fragestellungen behandelt werden, die im Hintergrund mitlaufen (bspw. diejenigen nach geographisch unterschiedlichen oder zeitlich phasenverschobenen Entwicklungen). Grundlage der Anordnung der Artikel und des Bildmaterials in einem nachgeordneten funktionalen Raster soll folgende Gliederung sein:

I. Vom Reisen zum Residieren (1200 bis 1450) [einführender Artikel, ca. 10 S.]

II. Von der Burg zum Schloß (1450 bis 1550) [einführender Artikel, ca. 10 S.]

III. Von der Residenz zur Hauptstadt (1550 bis 1650) [einführender Artikel, ca. 10 S.]

Unterhalb dieser Zeitschichten stehen sechs funktionale Aspekte, unter denen, wiederum nach einem jeweils einleitenden Artikel, die jeweils passenden Stichworte in Artikelform (in Form kurzer Texte zu den Abbildungen) behandelt werden:

  • Versorgung: das tägliche Leben organisieren [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Apotheker
  • Appartement (Stuben-, Doppel-)
  • Arkaden (-gang)
  • Astronomie / Astrologie
  • Außenanlagen
  • Außengänge und Loggien
  • Backhaus
  • Bad
  • Ballspielplätze
  • Bauhütte
  • Beichtväter
  • Bodenbeläge
  • Brauhaus
  • Burg (-hof, -palas, -kapelle, Vor-)
  • Chambre (anti-chambre)
  • Corps de Logis
  • Dach (-umgänge)
  • Donjon
  • Erzieher
  • Eßsaal
  • Fortbewegungsmittel
  • Frauen
  • Frauen- und Männerräume
  • Fruchthaus
  • Garten
  • Halle
  • Heizung
  • Hofanlage (offen/geschlossen)
  • Hofdamen
  • Hofgeistlichkeit
  • Hofjuden
  • Hofstube
  • Jagd und Jagdwesen
  • Kammer (Speise-)
  • Kapelle (Doppel-)
  • Kapläne
  • Kemenate
  • Kinder
  • Kirchen
  • Knöpfe/Turmstuben
  • Küche
  • Leibärzte
  • Loggia
  • Männer
  • Mätressen
  • Möbel (Stuhl, Tisch)
  • Mühle
  • Pavillon (Eck-)
  • Raum-, Zimmerfolge
  • Reise (-utensilien, -mobiliar, -gepäck, mobiler Haurat)
  • Saal (Empfangs-, Eß-, -bau, -geschoßhaus)
  • Salzhaus
  • Schloß (-hof, -kapelle)
  • Schule
  • Tafelstuben
  • Teppich
  • Toilette
  • Turm (Wohn-, Treppen-, Tor-, Kabinett-)
  • Unterhaltung/Zeitvertreib
  • Versorgungsgebäude und -einrichtungen
  • Vorwerke
  • Wasserversorgung
  • Wildpark
  • Wirtschaftshof
  • Wirtschaftsräume (auch Pferdeställe, Scheunen etc.)
  • Wohnräume
  • Zelte

  • Sicherheit: den Fürsten und den Zugang zu ihm schützen [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Festung
  • Garde
  • Haus- und Wachdienste
  • Hofgerichtsbarkeit
  • Militär am Hof
  • Türhüter
  • Wehr- und Befestigungsanlagen der Residenz (Zusammenhang mit den Anlagen des Residenzortes, der Stadtmauer)
  • Wehrtechnik
  • Zeughaus/Waffenkammer

 

  • Repräsentation: die Konkurrenten beeindrucken [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Architektonische Verzahnung von Stadt und Residenz
  • Bibliotheken
  • Bildhauerei
  • Blickregie, Wegregie, Stillagen
  • Denkmäler
  • Eßsaal
  • Exotisches
  • Fasanerie
  • Fassade
  • Flügelanlage (Ein-, Zwei-, Drei-,Vier-)
  • Galerie
  • Garderobe
  • Garten und Gartenhäuser (mit Springbrunnen, Basquetten, Gartenarchitektur)
  • Gelehrte, Hofgelehrte
  • Hof / Platz
  • Hofnarren
  • Kammer (Schatz-, Silber-, Kunst, Jagd-, Raritäten-)
  • Kleidung
  • Plätze
  • Portale
  • Rennbahn
  • Repräsentationsarchitektur
  • Repräsentationsräume
  • Sammlungen
  • Schmuck, Juwelen
  • Stiftung
  • Tanzhaus
  • Tapisserie
  • Tiere, Menagerie
  • Torbogen
  • Treppe (Wendel-, Ehren-, Loggien-, -anlage, Erschließungssysteme)
  • Zwerge und Riesen

  • Legitimation: die Herrschaft sichtbar begründen [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Ehrendienste
  • Entrée (festliche, triumphale)
  • Genealogie
  • Geschirr und Besteck
  • Goldschmiedearbeit
  • Grab (-legen, -plastik etc.)
  • Herolde
  • Herrschaftsantiquitäten: der große alte Turm, weltliche Reliquien, geistliche Reliquien, Waffen, Fahnen, Beutestücke,
  • Hofämter
  • Hofzeremoniell
  • Inschriften
  • Insignien
  • Kamine
  • Künstler (andere)
  • Literatur
  • Maler(ei)
  • Musik(er)
  • Regierungsräume
  • Wappen und Embleme

  • Integration und Kommunikation: die Eliten einbinden [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Bankett
  • Feste, Feiern, Feierlichkeiten
  • Fremde, Gäste
  • Geschenk
  • Günstling
  • Oper
  • Ordensstiftungen
  • Tafelsitten
  • Tanz
  • Theater
  • Tischgesellschaft
  • Turniere, Turnierplatz

  • Administration: Regieren und Verwalten. [einführender Artikel, ca. 3 S.]
  • Archiv
  • Hofbeamte
  • Hofverwaltung (Regierung, Verwaltung, Justiz, Finanzen etc.)
  • Justiz
  • Kanzlei
  • Münze
  • Räte
  • Rechenstube
  • Verwaltung (Personen)

Formale Anlage der Artikel

Alle Artikel erscheinen in deutscher Sprache, anderssprachige Texte werden übersetzt.

Die redaktionelle Überarbeitung der Texte (Formatierung etc.) erfolgt durch die Kieler Arbeitsstelle. Wir bitten um sparsamsten Gebrauch von Formatierungszuweisungen. Unterschiedliche Formatvorlagen für einzelne Textteile sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Der Text des einzelnen Artikels soll bei der Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission in Form eines vollständigen Ausdrucks und einer Datei auf Diskette (3,5 Zoll) mit DOS/Windows-kompatibler Formatierung unter Angabe des verwendeten Textverarbeitungsprogramms abgeliefert werden. Ausdruck und Datei müssen dabei identisch sein. Alternativ kann die Datei auch als "attached document" per Email geschickt werden
(resikom@email.uni-kiel.de mit dem Eintrag "Bildband" in dem Feld "Subject"). Nur Dokumente, die mit gängigen Textverarbeitungen erstellt wurden, können weiterverarbeitet werden. Bitte benutzen Sie die Dateiformate MS Word (Version 8 oder 9) für Windows oder alternativ das Rich-Text-Format (RTF), das von den meisten Textverarbeitungsprogrammen als Speicheroption angeboten wird.

Bilder

Im geplanten Bildband werden voraussichtlich nur s/w-Abbildungen abgedruckt werden können. Die Vorlage kann jedoch natürlich farbig sein. Bei einer Veröffentlichung im Internet können Abbildungen dann auch farbig wiedergegeben werden. Nur ausnahmsweise können auch Archivalien abgebildet werden.

Nicht die Art der Abb. sollte entscheidend sein (Photo, Gemälde, Stich, Skizze etc.), sondern das, was abgebildet wird.

Als Bildunterschrift ist ein knapper Text mit Quellennachweis vorgesehen.

Abbildungen und Legendenentwürfe sollen in der Regel von den Autoren zur Verfügung gestellt werden. Bitte schicken Sie die Abbildung in Form von Abzügen in den Größen 13 x 18 cm oder 10 x 15 cm zu. Die Abbildungen können auch als gescannte Vorlagen in den gängigen Graphikformaten (tiff, bmp oder jpg [niedrige Kompression!]) in einem Zip-Archiv zugeschickt werden. Bei technischen Fragen setzen Sie sich bitte auf jeden Fall mit der Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission in Verbindung.

Texte, Abkürzungen, Anführung von Quellen und Literatur im laufenden Text, Quellen- und Literaturangaben

  • Formale Gestaltung der Texte entsprechend der Formatanweisungen für den dynastisch-topographischen Band, außer daß bei der Nennung von Autorennamen erst der Familien-, dann der Vorname steht, ersterer stets in der Formatierung Kapitälchen (nicht GROSSBUCHSTABEN), Vornamen sind ausgeschrieben (Beispiel: Paravicini, Werner).
  • Bitte markieren Sie die Plazierung der Bilder im Text (Beispiel: [hier Abb. 1]).

Umfang

Der Textteil der Artikel soll jeweils max. ein bis zwei Seiten umfassen (3.500 bis 7.500 Anschlagszahlen inkl. Leerzeichen bei einer Schriftgröße von 12 Punkten, einfachem Zeilenabstand und Rändern von jeweils 2,54 cm zu jeder Seite. Die Zahl der eingesendeten Abbildungen ist nicht begrenzt, jedoch kann nur eine Auswahl für den Druck berücksichtigt werden (siehe auch unten zur digitalen Bildaufbereitung).

Digitale Aufbereitung

In Entsprechung zur Datenbank, die im Zusammenhang mit der Erstellung des dynastisch-topographischen Handbuchs aufgebaut worden ist, sollen Bilder, die nicht in die Auswahl der für den Druck vorgesehenen Abbildungen kommen, im Internet im Kontext der entsprechenden Artikel des dynastisch-topographischen Teils des Handbuches veröffentlicht werden. Hierdurch werden die Bilder einerseits in einen illustrativen Zusammenhang mit den Artikeln des dynastisch-topographischen Handbuchs gebracht, andererseits wird das gesammelte Material, das aus Gründen des Umfangs und der Kosten nicht gedruckt werden kann, der Öffentlichkeit im Rahmen der Forschungsdatenbank zur Verfügung gestellt.

Der Zeitplan erstreckt sich über insgesamt zweieinhalb Jahre, wobei zur Zeit die Konzeption des Bildbandes im Vordergrund steht. Wir rufen die bisherigen Mitarbeiter des dynastisch-topographischen Handbuchs auf, bereits jetzt Abbildungen zu sammeln und erbitten zugleich auch kritische Anregungen, Kommentare und Kritik zu dem Konzept des geplanten Bildbandes. Jedoch werden erst die MRK 12,2 (2002) neben der abgeschlossenen Konzeption eine endgültige Artikelliste sowie ein Anmeldeformular für den Bildband enthalten.

Jan Hirschbiegel/Jörg Wettlaufer

 

Ausgewählte Veröffentlichungen

Albrecht, Uwe: Der Adelssitz im Mittelalter. Studien zum Verhältnis von Architektur und Lebensform in Nord- und Westeuropa, München, Berlin 1995.

Braunfels, Wolfgang: Die Kunst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Bd. 1: Die weltlichen Fürstentümer. Unter Mitarbeit von Eckart Bergmann, Christine Hoh-Slodczyk, Ernst Wolfgang Huber, Ingrid Kessler-Wetzig, Klaus Kratzsch, München 1979. Bd. 2: Die geistlichen Fürstentümer. Unter Mitarbeit von Eckart Bergmann, Christine Hoh-Slodczyk, Ernst Wolfgang Huber, Ingrid Kessler-Wetzig, Klaus Kratzsch, München 1980.

Von der Burg zum Schloss: landesherrlicher und adeliger Profanbau in Thüringen im 15. und 16. Jahrhundert, hg. von Heiko Lass, Bucha bei Jena 2001 (Palmbaum-Texte, 10).

Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1: Bauformen und Entwicklung. Bd. 2: Geschichte und Burgenlandschaften, hg. von der Deutschen Burgenvereinigung durch Horst W. Boehme, Busso von der Dollen, Dieter Kerber u.a., Stuttgart 1998.

Burgen und Schlösser der Schweiz, Basel 1929ff.

Châteaux et manoirs de France, Paris 1934ff.

Heck, Kilian: Grabmonumente und soziale Raumbildung. Dietrich von Fürstenberg und die Grabdenkmale des Domkapitels im Paderborner Dom, in: Bildnis, Fürst und Territorium, hg. von Andreas Beyer und Lutz Unbehaun, München 2000 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 2), S. 141-153.

Heck, Kilian: Genealogie als Argument. Der Beitrag dynastischer Denkmale zur politischen Raumbildung der Neuzeit, München u.a. 2001.

Himmelein, Volker: Die Selbstdarstellung von Dynastie und Staat in ihren Bauten. Architektur und Kunst in den Residenzen Südwestdeutschlands, in: Residenzen. Aspekte hauptstädtischer Zentralität von der frühen Neuzeit bis zum Ende der Monarchie, hg. von Kurt Andermann, Sigmaringen 1992 (Oberrheinische Studien, 10), S. 47-58.

Hirschbiegel, Jan: Der Hof als soziales System, in: Mitteilungen der Residenzen-Kommission 3,1 (1993) S. 11-25.

Hoppe, Stephan: Die funktionale und räumliche Struktur des frühen Schloßbaus in Mitteldeutschland. Untersucht an Beispielen landesherrlicher Bauten der Zeit zwischen 1470 und 1570, Köln 1996 (Diss. Univ. Köln 1996) (Veröffentlichung der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität Köln, 62).

Merten, Klaus: Zur Entwicklungsgeschichte des deutschen Burgen- und Schloßbaus, in: Burgen und Schlösser in Deutschland, hg. von Klaus Merten unter Mitarbeit von Uwe Albrecht, Hans-Joachim Giersberg, Irene Markowitz, Michael Petzet. Aufnahmen Paolo Marton, München 1996, S. 24-38.

Müller, Matthias: Das Schloß als Bild des Fürsten. Studien zur herrschaftlichen Metaphorik in der Residenzenarchitektur des Alten Reichs (1470-1618) unter besonderer Berücksichtigung Mitteldeutschlands (zgl. Habil.-Schr. Univ. Greifswald 2001, in Vorbereitung zum Druck).

Müller, Matthias: Das Schloß als Abbild von Dynastie und Staatlichkeit. Residenzenbau und Territorienbildung im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit in Sachsen. Zur Vorbildlichkeit reichsdeutscher und französischer Bautraditionen für die Wettiner, in: Burgen kirchlicher Bauherren, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verb. mit dem Germanischen Nationalmuseum, München 2001 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 6) (im Druck).

Paravicini, Werner: Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters, München 1994, 2. unv. Auflage 1998 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 32).

Pleticha, Heinrich: Reich und Territorien vom Ausgang der Staufer bis heute, in: Burgen und Schlösser in Deutschland, hg. von Klaus Merten unter Mitarbeit von Uwe Albrecht, Hans-Joachim Giersberg, Irene Markowitz, Michael Petzet. Aufnahmen Paolo Marton, München 1996, S. 9-23.

Schilling, Heinz: Aufbruch und Krise. Deutschland 1517-1648, Berlin 1988 (Siedler Deutsche Geschichte, 5).

Das Schloß und seine Ausstattung. Zum Zeichenwert höfischer Innenräume, hg. von Peter-Michael Hahn und Ulrich Schütte (Rudolstädter Beiträge zur Residenzkultur, 3) (im Druck).

Völkel, Michaela: Das Bild vom Schloss. Darstellung und Selbstdarstellung deutscher Höfe, München u.a. 2001 (Kunstwissenschafliche Studien, 92).

Zeune, Joachim: Burgen – Symbole der Macht. Ein neues Bild der mittelalterlichen Burg, Regensburg 1997.

 

Beispielartikel

Raum- und Zimmerfolgen (1450-1550)

von Stephan Hoppe

Die Albrechtsburg in Meißen ist zur Zeit das älteste Beispiel für den im 15. Jh. einsetzenden Prozeß der zunehmenden Ausdifferenzierung des Raumprogramms eines mitteleurop. Residenzschlosses, das in seiner Gesamtstruktur fast vollständig rekonstruierbar ist.

Große Bereiche des ersten Obergeschosses werden durch zwei Säle eingenommen. Beide sind großzügig auf mehreren Seiten befenstert, zweischiffig angelegt und wie die übrigen Räume des Geschosses gewölbt. Der zentral gelegene Saal, auf den der Hauptaufgang des Großen Treppenturms führt, war der fallweise zu nutzende große Festsaal des Schlosses. Er war nicht heizbar und erfüllte im Alltagsleben die Funktion eines Kommunikationsbereichs zw. den umgebenden Treppen und Räumen, zu denen auch ein Kapellenraum gehört. Im Gegensatz dazu war der Nordsaal die durch einen ehemals an der Nordostecke plazierten großen Kachelofen geheizte Hofstube, in der sich zweimal tägl. der gesamte männl. Hofstaat unter Einschluß der Fs.en zu den Hauptmahlzeiten versammeln sollte (vgl. z.B. die Hofstuben in Neuburg a.d. Donau 1537 oder in Güstrow 1558). Zwischen beiden Saalräumen liegt über der Verbindungstür eine Musikantenempore, die je nach Bedarf beide Räume bedienen konnte.

Um diese beiden Großräume gruppieren sich drei voneinander unabhängige Appartements als Wohn- und Amtsbereiche, die jeweils aus einer ofenbeheizten Stube als Hauptraum und einer oder mehreren nachgeordneten Kammern als Schlaf- und Aufbewahrungsräume gebildet werden (vgl. auch die noch erlebbaren Appartements des 16. Jh.s in Neuburg a.d. Donau [1534], Güstrow [1558], Augustusburg [1568] oder Schmalkalden [1585]). Architekton. am aufwendigsten ist dabei das Appartement gestaltet, das sich im NO an die Hofstube anschließt. Seine Stube und die darüberliegende, durch eine Mauertreppe direkt zu erreichende unbeheizte Schlafkammer nehmen den um 45 Grad aus der Hautgebäudeflucht herausgedrehten Baukörper ein, der sich turmartig mit drei freistehenden Seiten über dem Elbtal erhebt. Über den aufwendigen und kostspieligen Substruktionen der Untergeschosse hat der Architekt hier Räume geschaffen, die einen weitreichenden Ausblick nach drei Seiten ermöglichen.

Der baul. inszenierte Überschaublick an sich war damals bereits europaweit im Schloßbau geschätzt. Allerdings unterscheidet sich der mehransichtige "Fächerblick" in Meißen grundlegend von den damals in Frankreich oder Italien übl. Blickführungen, wo die opt. Bezugnahme zur Umgebung fast immer in der Figur eines gerichteten Einheitsbildes formuliert wurde. Es besteht aber eine erstaunl. Parallele zwischen der Schöpfung des spätgot. Baumeisters in Meißen und der damals Humanisten wieder allg. zugängl. literar. Beschreibung des Speisezimmers der kaiserzeitl.-antiken Villa Laurentinum, wo der jüngere Plinius (61-113) den dreiseitig aufgefächerten Ausblick auf das Meer preist. In der Folgezeit sollten solche Raumbildungen u.a. in Wittenberg, Torgau (siehe dort), Neuburg a.d. Donau (siehe dort) oder Heidelberg (siehe dort) zu einem Charakteristikum des aufwendigen mitteleurop. Schloßbaus werden.

Wahrscheinl. war das große dreiseitig befensterte NO-Appartement der Albrechtsburg ursprgl.für hochrangige Gäste vorgesehen; im Laufe des 16. Jh.s zogen sich dorthin jedoch die Fs.en während der Hauptmahlzeiten zu einer Separattafel zurück (die älteste nachweisbare, eigens als solche konzipierte Tafelstube wurde 1533 im Torgauer Schloß eingerichtet; siehe dort). Zur Erbauungszeit war die Absonderung von der Gesamtmahlzeit nur für die weibl. Mitglieder des Hofes, das sogenannte Frauenzimmer, übl. Für sie hat der Baumeister ebenfalls einen Raum mit drei Fensterfronten entworfen, allerdings im zweiten Obergeschoß, wo dieser Personenkreis etwas vom Hoftreiben abgesondert war (vgl. die Frauenzimmertafelstube im Güstrower Schloß).

Im zweiten Obergeschoß war neben der Frauenzimmertafelstube und zwei kleineren weiteren Appartements auf der Südseite das dreiräumige Appartement des Kfs.en als Zentrum zw. Elb- und Hoffront eingerichtet. Zusätzl. zur zweiseitig befensterten Stube als Hauptempfangsraum und der nachgeordneten, intimeren Schlafkammer sollte dem Kfs.en eine kleine Nebenstube auf der Talseite zur Verfügung stehen. Als typolog. Vorbilder für einen solchen Rückzugsraum kommen die estudes oder cabinets in frz. Schlössern in Frage, es spricht aber auch nichts dagegen, die Meißener Neuerung von den seit Petrarca (1304-1374) von ital. Humanisten propagierten studioli abzuleiten. Ein berühmtes Beispiel ist zw. 1472 und 1476 im Herzogspalast zu Urbino eingerichtet worden. Der kleine Raum der kfsl. Wohnung in Meißen ist architekton. zu einem regelrechten Schaustück gestaltet und gewährt in verschiedene Richtungen aufgefächerte Ausblicke über das Elbtal. In seiner vom unruhigen Treiben des Schloßhofs abgewandten Lage entspricht er genau den Ratschlägen, die der einflußreiche Renaissancetheoretiker Leon Battista Alberti (1404-72) für die Anlage solcher Räume formuliert hat.

Der Grundriß des zweiten Obergeschoß wiederholt sich in wesentl. Aspekten im darüberliegenden Geschoß der Lukarnenzone. Hier sollte u. a. das Appartement des Mitregenten Herzog Albrecht liegen.

Abb. 1: Albrechtsburg, EG

 

Abb. 2: Albrechtsburg, 1. OG

 

Abb. 3: Albrechtsburg, 2. OG

 

Abb. 4: Albrechtsburg, 3. OG

Ein Beispiel für die Entwicklung von Raumfolgen im fsl. Schloßbau in der Mitte des 16. Jh.s ist das Schloß zu Güstrow.

Das Erdgeschoß der beiden Flügel ist vollständig gewölbt und mit Stuckierungen aus der ersten Bauzeit versehen. Den Hauptteil des Südflügels nimmt die große Hofstube (heute etwas verunklärend Jagdsaal genannt) als zweischiffiger, über antikisierenden Säulen dorischer Ordnung kreuzgratgewölbter Saalraum ein. Hier war der alltägl. Versammlungs- und Aufenthaltsort der Hofgesellschaft, und obwohl die soziale Rolle der traditionellen zwei gemeinsamen Hofmahlzeiten seit der zweiten Hälfte des 16. Jh.s immer mehr an Bedeutung verlor, ist die Raumdecke doch mit einer repräsentativen, wahrscheinl. nach Vorlagen von Serlio entworfenen geometr. Stuckierung geschmückt.

Nach W schließen sich mehrere kleinere Gewölberäume an, die phantasievolle, in der alten Farbigkeit restaurierte Stuckdecken besitzen. In der musealen Ausstellung ist hier eine der ursprgl., reich mit Holzeinlegearbeiten geschmückten Türblätter des Schlosses zu betrachten, die daran erinnert, daß die heutigen Raumeindrücke nur noch ein Abglanz ehemaliger Pracht darstellen. Wozu allerdings diese aufwendig ausgestalteten Erdgeschoßräume ursprgl. gedient haben, läßt sich heute nicht nachweisen; ähnl. ebenerdige Stuckräume der Zeit sind noch in der Landshuter Stadtresidenz und im Dresdener Schloß (Preziosensaal des Grünen Gewölbes) erhalten.

Im ersten Obergeschoß läßt sich jedoch das alte Funktionsschema vollständig rekonstruieren. Von S nach N nahm dabei der Grad der "Öffentlichkeit" über mehrere Stufen hin ab. Über den Haupttreppenturm des Südflügels, die Hofloggia und einen ursprgl. allseitig rustizierten, damit symbol. noch dem Außenraum zugeordneten Vorraum erreicht man den Großen Festsaal. Auf seine Funktion deutet noch die Musikantenempore in der Höhe der Westwand hin. Wahrscheinl. wurde der unter der Decke umlaufende Hirschfries in bemalter Stucktechnik in den 1570er Jahren von Christoph Parr gefertigt; etwas später entstand der ergänzende Wappenfries. Ursprgl. war die Saaldecke in hohem Anspruch stützenlos ausgeführt; infolge von Bauschäden mußte aber bereits um 1600 ein Unterzugsbalken mit zwei Säulen eingezogen werden.

Heute endet der Südflügel im O unvermittelt in der Achse des Hauptreppenturmes; wäre seine Verlängerung ausgeführt worden, so wären dort, gleichfalls am Garten gelegen, wahrscheinl. Wohnungen für hochrangige Gäste eingerichtet worden. Einer hochrangigen Gruppe von Höflingen und Gästen zugängl. war auch die fsl. Tafelstube an der entgegengesetzten Südwestecke (heute etwas verkleinert), in der der Hzg. nach seinem Auszug aus der Hofstube in der Regel die beiden tägl. Hauptmahlzeiten zeremoniell inszeniert einnahm (vgl. z.B. die frühen separaten Tafelstuben in den Schlössern von Torgau und Neuburg a.d. Donau).

Im Anschluß an diesen Eckraum erstreckte sich nach N das aus drei Räumen bestehende Appartement des Hzg.s. Zunächst war aus der Tafelstube und von dem rustizierten Vorraum die große Stube als Hauptwohnraum und persönl. Repräsentationsbereich zugängl., der sich nach N die intimere und nur in Ausnahmefällen Gästen zugängl. Schlafkammer mit dem fsl. Himmelbett anschloß. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Frankreich wurde in Deutschland nicht im Schlafzimmer Audienz abgehalten; hierhin wurde aber z.B. die Toilettenanlage verbannt. In der Stube sind noch die 1563 bei Christoph Parr in Auftrag gegebene Stuckdecke, ein Teil des alten Fußbodens aus farbig glasierten Tonfliesen sowie etwas jüngere Stuckparteien erhalten geblieben. In der Nische rechts von der Eingangstür ist ein reichverzierter Hinterladerofen zu ergänzen. Zwei private kleine Wendeltreppen verbanden die Wohnung des Hzg.s mit den Erdgeschoßräumen und der darüberliegenden Wohnung der Hzg.in. Die beiden Haupträume des Appartements wurden ergänzt durch eine Garderobe bzw. Hinterkammer, die den feldseitigen Teil des Bereiches über dem Torweg einnahm.

An dieser Stelle ist die ursprgl. Bausituation heute verunklärt; ursprgl. führte hier eine (heute vollständig verschwundene) mittelgroße innenliegende Wendeltreppe vom Hof herauf auf einen hofseitigen Vorraum, der den inoffiziellen Hinterausgang des hzgl. Appartements aufnahm und gleichzeitig den Vorderzugang zu dem nach N anschließenden Appartement der Kammerjunker abgab. Auch diese Wohnung, von mehreren hochrangigen Höflingen bewohnt, war als Raumfolge aus Stube, Schlafkammer und einer Hinterkammer organisiert.

Im zweiten Obergeschoß des Westflügels wiederholte sich das Raumschema für die Hzg.in und für ihr persönl. Gefolge, das sogenannte "Frauenzimmer": An der Südwestecke lag die Frauenzimmertafelstube, es folgten nach N die Wohnräume der Hzg.in und anschließend das Appartement des Frauenzimmers. Ledigl. die Funktion des oberen Saals im Südflügel ist heute unbekannt: Vielleicht war er ein weiterer Bereich des Frauenzimmers oder aber diente wie z.B. die englischen Galerien der Zeit als zurückgezogener Ort für körperl. Betätigung der Schloßherrschaft. Im Dach waren neben untergeordneten Funktionsräumen weitere Rückzugsräume plaziert, von den jener architekton. aufwendige Ovalraum auf dem Haupttreppenturm noch erhalten ist.

Abb. 5 Abb. 6

Abb. 7

L. Hoppe, Stephan: Die funktionale und räumliche Struktur des frühen Schloßbaus in Mitteldeutschland. Untersucht an beispielen landesherrlicher Bauten der Zeit zwischen 1470 und 1570, Köln 1996 (Diss. Univ. Köln 1996) (Veröffentlichung der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität Köln, 62). – Hoppe, Stephan: Die ursprüngliche Raumorganisation des Güstrower Schlosses und ihr Verhältnis zum mitteldeutschen Schloßbau. Zugleich Beobachtungen zum "Historismus" und zur "Erinnerungskultur" im 16. Jahrhundert. In: Forschungen zu Burgen und Schlössern Bd. 5. Burgen und frühe Schlösser in Thüringen und seinen Nachbarländern. München, Berlin 2000, S. 129-148.

Genealogie (1550-1650)

von Kilian Heck

Die Demonstration dynast. Verbindungen war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation eine unabdingbare Voraussetzung für die korrelierenden Zusammenhänge von Politik und Religion – und dies gerade zu einer Zeit, die von einem ausgeprägten Sinn für ständ.-protokollar. Etikette, für zeremonielle Formen und visuelle Symbole bestimmt war. Die weite Verbreitung der genealog. Denkform in der vormodernen europ. Gesellschaft macht überhaupt erst verständlich, wie das Modell der Genealogie als polit. und kulturelle Ordnungsform wirken konnte und wie darüber hinaus eine an Genealogie sich orientierende Sachkultur entstehen konnte.

Genealogie bedingt eine "das Individuum erhaltende und zugleich dessen Individualität unterdrückende Qualität" (Klaus Heinrich). Genealog. Denken demonstriert somit gleichermaßen Anciennität wie Qualifikation einer Gruppe oder eines ihrer Mitglieder, besitzt aber auch die Fähigkeit, Identitäten epochenübergreifend zu erfassen. Genealogie und ihre geschickte mediale Umsetzung etwa an dynast. Grabmonumenten bot die Möglichkeit, die in der Frühen Neuzeit nicht mehr selbstverständl. Erblegitimität manifest zu machen, indem sie als System rationalisiert und verifiziert wurde. Die Wappen werden in diesem Zusammenhang von so zentraler Bedeutung, weil sie mit der verkürzenden und zur Chiffre reduzierten Zurschaustellung des herald. Zeichens Familie und familiäre Erbfolge abstrakt vermitteln und figurieren. Ein Beispiel dafür ist das Grabmonument für den Gf.en Ernst II. († 1531) von Mansfeld in der Andreaskirche in Eisleben. Es zeigt die kniende Figur des betenden Gf.en im Halbrelief, umgeben von den sechzehn Wappen seiner Vorfahren, die in diesem Fall bis zur Ururgroßelterngeneration des Probanden reichen (Abb.1).

Die dynast. Hausgeschichte konnte durch unabhängig voneinander arbeitende Theologen erforscht werden, wie etwa durch Cyriacus Spangenberg für die Grafen von Henneberg, aber auch durch leitende Staatsbeamte, so bspw. den hessen-darmstädt. Kanzler Anton Wolff von Todenwarth. Ohne Einschränkung können genealog. Forschungen deshalb zu den verbreitetsten Wissenschaftsformen vom späten 15. bis zum 17. Jh. gerechnet werden. Innerhalb der fortlaufenden Spezialisierungen frühneuzeitl. Wissenschaft, der Staatenkunde oder der Geographie etwa, trug Genealogie als Teil dieser "empirievermittelnden Disziplinen" (Wolfgang Weber) zur Konzentration der Historie auf Politik wie auf Herrschaft, auf polit.-pragmat. Geschichte bei. Es war deshalb von großer Bedeutung, daß neben den Grabmonumenten auch andere Orte und Gegenstände, die mit der dynast. Herrschaft eng verbunden waren, mit Wappen ausgestattet wurden.

Ein Beispiel dafür ist der zwischen 1569 und 1571 im Südflügel des Güstrower Schlosses entstandene Festsaal. Der Bauherr war Herzog Ulrich zu Mecklenburg († 1603). Das genealog. Konzept des Wappenprogramms des Festsaals stammt von David Chyträus, seit 1551 Professor der Theologie in Rostock, zugleich aber auch Historiker, Berater und auswärtiger Vertreter seines Landesherrn Hzg. Ulrich. Am oberen Rand der Seitenwände des Saals sind sechzehn plast. hervortretende Wappen mit Namenskartuschen angebracht, die wie der Rehfries über alle vier Saalwände herumlaufen. Es handelt es sich um die sechzehn Ahnen der vierten Vorfahrengeneration von Hzg. Ulrich (Abb.2).

(Abb. 2)

In dem nur wenige hundert Meter vom Schloß entfernten Güstrower Dom findet sich das Grabmonument von Hzg. Ulrich und seinen Gemahlinnen Elisabeth von Dänemark († 1586) und Anna von Pommern-Wolgast († 1626). Das Denkmal gehört zu den genealog. aufwendigsten Grabmonumenten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und im nordeurop. Kulturraum überhaupt. Es wurde zwischen 1575 und 1599 von Philipp Brandin († 1594) sowie von Claus Midow und Bernt Berninger aufgeführt. Auch hier finden sich für Ulrich wie für jede seiner Ehefrauen eine Genealogie in Form einer Ahnentafel, die jeweils die Vorfahren bis in die fünfte Vorfahrengeneration ermittelt (Abb.3).

Die raummarkierende und raumerschließende Funktion dynast. Genealogien wird an keinem anderen Medium so anschaulich wie bei Landkarten. Die sogenannte Lubinsche Karte entstand zwischen 1611 und 1617/18 im Auftrag von Hzg. Philipp II. von Pommern, einem Neffen von Ulrich zu Mecklenburg-Güstrow (Abb. 4).

(Abb. 4)

Die Karte mißt 125 x 221 cm und zeigt an ihrem Rand zunächst ein vollständig umlaufendes Rahmenband mit den Veduten und Grundrissen von 49 der wichtigsten Städte, Klöster und Schlösser des Hzm.s Pommern. Danach folgt ein vergleichsweise schmaler Streifen, auf dem 354 Wappen aller pommerschen Adelsfamilien dichtgedrängt aneinanderreiht sind. An der rechten Seite befinden sich Medaillons mit den Brustbildern der zum Zeitpunkt des Stichs lebenden männl. Mitglieder der Herzogshauses. In die Mitte gerückt erscheint schließl. der Stammbaum der Pommernhzg.e aus dem Hause der Greifen mit insgesamt 157 kleinen Medaillons aller Mitglieder dieser Dynastie, die je gelebt haben. Insbesondere der Stammbaum der pommerschen Hzg.e wirkt durch seine Zentrierung als Klammer und integratives Zentrum zw. den beiden Landesteilen von Vor- und Hinterpommern. Sieben Schrifttafeln im unteren Teil der Karte enthalten einen Abriß zur Geschichte und zur Wirtschaft des Landes.

Die Lubinsche Karte zeigt, daß Genealogien, die sich in Wappen manifestieren, zu Markierungen von personaler Identität werden. Sie tragen dazu bei, die aus dem MA überkommene Personalherrschaft der Dynastie auf die seit dem 15. Jh. zunehmend entwickelten räuml. Einheiten der Territorien zu übertragen. Otto Brunner geht davon aus, daß "Flächenherrschaft" ein Charakteristikum des modernen Staates, ma. Herrschaft hingegen durch den "Personenverband" gekennzeichnet sei. In diesem Sinne strukturieren die Wappen in ihrer Funktion als Grenzmarke die neuzeitl. Räume und setzen damit insgesamt eine "Verräumlichung des Historischen" (Stefan Germer) in Gang.

Daß Staat und Herrschaft erst über den "organismushaften Charakter", über den "kollektiven Körper" (Hermann Hipp) vermittelbar sind, gehört zu den Grundlagen frühneuzeitl. Politik. Genealogie differenziert sich von den anderen frühneuzeitl. Gliederungsunternehmen nur insofern, als hier der Versuch unternommen wird, die im engsten und unmittelbarsten Sinn phys. Erblegitimität bezeugende Lehre von der Verbindung und Erzeugung der Körper in einem abbreviativen Prozeß auf die symbol. Formen der Wappen zu übertragen.

L. Heck, Kilian: Genealogie als Monument und Argument. Der Beitrag dynastischer Wappen zur politischen Raumbildung der Neuzeit, München, Berlin 2002 (Kunstwissenschaftliche Studien, Bd. 98).

Grabmonumente (1550-1650)

von Kilian Heck

Steinerne Grabdenkmale gehören im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vom 15. bis zum 17. Jahrhundert die ohne Zweifel zu den wichtigsten Monumenten dynastischer Erinnerungskultur. Es lassen sich mehrere Gattungen von Grabmonumenten unterscheiden, von denen das Tischgrab, das Epitaph und das Figurenwanddenkmal die wichtigsten sind. Die Forschungen zum Epitaph, der gängigen Bezeichnung auch für fürstliche Grabmonumente, beziehen sich zumeist auf die mittelalterlichen Anfänge dieses Typus. Für die nachreformatorischen Grabdenkmale ist eine funktionale Trennung von Grabmal und Epitaph, wie sie dort getroffen wird, jedoch nicht grundsätzlich sinnvoll.

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurden die Fürsten zunächst noch häufig vor dem Monument in Einzelgräbern im Fußboden beigesetzt und diese Grabstellen durch Platten markiert, so etwa bei Philipp dem Großmütigen in Kassel (+1567) (Abb. 1). In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde dann mit der Anlegung von Gruftgewölben in der Regel unterhalb der Chöre begonnen. Die Grüfte, die die Särge aller Mitglieder eines Hauses aufnehmen konnten, setzten sich bis zum 17. Jahrhundert bei den Fürstenhäusern als Bestattungsform allgemein durch. Zumindest für die im 16. Jahrhundert aufgeführten Grabmonumente lassen sich daher verbindliche Bezüge zwischen Gruft und Monument herstellen. Die Gruft wurde in der Regel als Kellergewölbe direkt unterhalb der oberirdischen Denkmale angelegt, obwohl auch andere Stellen des Chores dazu Platz geboten hätten. Das dynastische Monument des Chorraumes diente demnach als ein die Grabstelle markierendes Zeichen.

Die mehrstöckigen Figurenwanddenkmale gehören zu einem im 16. und 17. Jahrhundert bei hochgestellten Persönlichkeiten in ganz Europa verbreiteten Typus, wie ihn etwa das Grabdenkmal für Pfalzgraf Wolfgang zu Zweibrücken (+1569) und seine Frau Anna von Hessen von 1575 in Meisenheim beschreibt (Abb. 2). Diese Gattung löste bereits zu Beginn der Frühen Neuzeit Tischgrab und Tumba ab, welche seit dem späten 16. Jahrhundert nur noch selten Verwendung fanden, so bei den Tischgräbern für König Friedrich I. von Dänemark im Schleswiger Dom von 1551 bis 1555 (Abb. 3) oder Wilhelm V. von Bayern und Renata von Lothringen in der Münchner Michaelskirche (Abb. 4). Mehrstöckige Grabmonumente gehören zu einem im 16. und 17. Jahrhundert bei hochgestellten Persönlichkeiten in ganz Europa verbreiteten Typus. Das vertikale höhenorientierte Grab zeichnet sich besonders durch Gigantismus und Pathos aus. Mit einer Höhe von durchschnittlich 9 bis 12 Metern überragen diese Werke die meisten anderen Gegenstände des Kircheninnenraums erheblich. Auch die architektonische Ausstattung der Grabdenkmäler spiegelt die soziale Vorrangstellung des Regenten wider. Sie wird bei allen nachreformatorischen Grabdenkmalen unter anderem durch eine mehr oder weniger deutliche Triumphbogenarchitektur umgesetzt, auch die Wahl der angemessenen Säulenordnung gehört hierzu. Die Statue des Herrschers, der fast immer geharnischt dargestellt ist, figuriert etwas vom zeitgenössischen Herrscherideal, vom Heros, der das Territorium als Heerführer im Krieg und bei den Lutheranern gleichzeitig als Oberhaupt der Landeskirche zu vertreten hatte.

Die Fülle der Inschriftentafeln sollte insbesondere bei den lutherischen Grabdenkmalen im Sinne der Worttheologie die Authentizität etwa der biographischen oder theologischen Überlieferung garantieren. Luther wünschte ausdrücklich, an den Bildern Sprüche und Bibelzitate anzubringen, da nur das Wort die Botschaft zutreffend zu kanalisieren vermochte. Entsprechend mißtrauisch blieb man gegenüber den mythologischen und allegorischen Beigaben, die sich bei den hier untersuchten Beispielen auf die Kardinaltugenden (beim Mann häufig Fortitudo und Justitia, bei der Frau Caritas und Fides), den Tod sowie nicht selten auf Putti beschränkten. Auch auf alt- und neutestamentliche Themen wie Moses oder die Apostel wurde gerne zurückgegriffen.

Aus den zumeist abseitig auf dem Land gelegenen sakralen Orten der Hausklöster wurden die Grablegen seit dem 15. Jahrhundert verstärkt in die neu formierten Residenzstädte verlagert. Die dynastische Grablege befand sich in den meisten Fällen bei deutschen Residenzstädten des 16. und 17. Jahrhunderts nunmehr in der wichtigsten Pfarr- oder auch Kathedralkirche, in der Regel aber nicht in der Kapelle des Stadtschlosses. Hier steht die sozialständische Gliederung des Kirchenraums in unmittelbarem Zusammenhang mit den sakralen Herrschaftsräumen des Hofes. Die örtliche Bevölkerung als Untertanenverband wurde bewußt in den Wirkungskreis der fürstlichen Repräsentation einbezogen, die vor allem über die Grabmonumente evoziert werden sollte. Auch die Toten übernahmen diese soziale Hierarchievorgabe, denn die wichtigsten Hofbeamten und Theologen fanden, wie etwa in der Darmstädter Stadtkirche, ihre Grablege oft in der gleichen Kirche wie ihr Landesherr, allerdings in räumlich voneinander getrennten Grüften (Abb. 5).

Die Grabdenkmale der Dynastien wurden in der Regel innerhalb des Chorbereichs positioniert, oft sogar im Chorscheitel anstelle des ehemaligen Hauptaltars. Es ist daher nicht zu weit gegriffen, wenn man solche Chöre mir Grabmonumenten als einen Schwerpunkt der Stadt bezeichnet, als eine Art bewußt eingebautes Senklot, das den in der Ausdifferenzierung befindlichen Residenzort ideell fundamentiert. Erst so wird es möglich, die Stadt für extensionale Strukturierungen vorzubereiten, die dann in den folgenden Jahrhunderten auch das Gebiet jenseits der Stadtmauer, das Territorium erfassen werden. Die Wichtigkeit der dynastischen Grablege auch noch im 16. und 17. Jahrhundert ist deshalb plausibel, weil die fürstliche Expansion, der infrastrukturelle Landesausbau und die stets angestrebte Erweiterung des eigenen Territoriums nur dadurch geleistet werden konnte, weil umgekehrt ein stillgestelltes und zugleich hochwürdiges, ein als ein Monument formuliertes Zentrum vorhanden war. Die dynastischen Monumente in den Chören wurden bevorzugt an der Nordseite ausgeführt. Grund für diese Positionierung mögen die besseren Lichtverhältnisse dieser Seite gewesen sein, aber auch andere Faktoren sind denkbar: Die lutherische Kanzel wurde in diesen Kirchen wegen der eingespielten Blick- beziehungsweise Leserichtung von links nach rechts häufig im Übergangsbereich der Chorsüdseite zum Seitenschiff angebracht. Die Grabmonumente nahmen innerhalb des Kirchenraums damit eine Position ein, die die ihnen eingestellten Statuen zu 'Zuhörern' der Predigt und gleichzeitig - und diese Ausrichtung bestand nahezu immer - zu Teilnehmern der Abendmahlsfeier am Altar werden ließen.

Auch katholische Fürsten ließen sich häufig genau an dieser Stelle ihre Denkmale errichten. Das Grabmonument des Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg (+1618) im Paderborner Dom ist dafür ein gutes Beispiel (Abb. 6). Kurt Bauch macht mit Bezug auf katholische Beispiele diese Position der "Ewigen Anbetung", in welcher die Figuren verharren, geradezu abhängig von ihrem auf die Eucharistie ausgerichteten Blick. Ein wechselseitiges Bezugssystem zwischen Gemeinde, Obrigkeit und Gott wurde auf diese Weise evoziert. Auch bei der Belegung der lutherischen Kirche galt somit das Prinzip der gemeinsamen sozialen Folie: wurde das Epitaph eines adligen Militärs oder eines Bürgers im Langhaus dem Grabmonument des hochadligen Landesherrn im Chor gegenübergestellt, so konnte sich erst auf dieser Grundlage die sozialständische Differenzierung innerhalb des gemeinsamen Kirchenraums voll entwickeln.

Die Chöre der 'Herrschaftskirchen' zwischen 1550 und 1650 waren von einer sakralen und zunehmend auch politisch-landesherrlichen Sphäre geprägt, die gerade an diesen für die Residenzstadt und darüber hinaus für das ganze Herrschaftsgebiet zentralen Orten identitätsstiftend war. Die "Gegenwart der Toten", wie es Otto Gerhard Oexle griffig formuliert hat, war dabei die eine, die historische Instanz, mit der sich fürstliche Landesherrschaft legitimieren konnte. In der leibhaftigen Präsenz der hochadligen Leichname wie auch in den dynastischen Wappen war die Dynastie als politischer und als rechtlicher Verband, weit über die persönliche Memoria des Bestatteten hinaus, jederzeit erkennbar.

L. Heck, Kilian: Grabmonumente und soziale Raumbildung. Dietrich von Fürstenberg und die Grabdenkmale des Domkapitels im Paderborner Dom, in: Bildnis, Fürst und Territorium, hg. von Andreas Beyer und Lutz Unbehaun, München 2000 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur II), S. 141-153. – Heck, Kilian: Genealogie als Monument und Argument. Der Beitrag dynastischer Wappen zur politischen Raumbildung der Neuzeit, München, Berlin 2002 (Kunstwissenschaftliche Studien, Bd. 98).

Die Arbeit der anderen

 

Die Wiener Hofgesellschaft während der Regierungszeit Kaiser Leopolds I. (1657-1705)
Eine Projektvorschau

Dieser Beitrag basiert auf dem Antrag für das gleichnamige Projekt, das durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziert wird (Projekt-Nr. P-15209)*. Unter der Leitung von Leopold Auer, Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs (HHStA, Wien), sind Sigrid Freisleben und Johann Werfring seit dem 1. Dezember 2001 für die Dauer von drei Jahren als Mitarbeiter angestellt, um die Wiener Hofstaate der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in prosopographisch-kollektivbiographischer Hinsicht zu erfassen und zu analysieren.

Die Projektidee entstand durch die langjährige Beschäftigung Stefan Sienells mit Kaiser Leopold I. und der Geheimen Konferenz. Er wurde im Zuge seiner Arbeiten auf die eklatanten Forschungslücken hinsichtlich dieses Kaisers und seiner Zeit aufmerksam. Die Erforschung des Fürstenhofes ist zwar seit längerem Gegenstand allgemeinen wissenschaftlichen Interesses, doch zeigen die einzelnen Arbeiten unterschiedliche Schwerpunktsetzungen. So konzentriert sich die internationale Forschung hauptsächlich auf den französischen Hof und hier natürlich auf die Regierungszeit Ludwigs XIV. Andere europäische Höfe wurden in wesentlich geringerem Ausmaß untersucht – auch der Kaiserhof in Wien, der bedauerlicherweise im Ausland größeres Interesse erfährt als im eigenen Land, wie an der Literatur deutlich wird. Die diskursive Behandlung zeigt jedoch zunehmend nicht nur thematische, sondern auch zeitliche Forschungslücken.

Die Forschungslage

In Österreich waren Hof und Residenz bislang Gegenstand politischer Studien und kunstwissenschaftlicher Untersuchungen, da die Epoche des Barock prägend für Theater, Kunst/Architektur und Musik wirkte. Weniger theoretisch-hypothetisch als quellenbezogen-positivistisch sind die Forschungsarbeiten, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die kunstwissenschaftlichen Fächer vorgelegt wurden, jedoch nur Teile des Hofes erfaßten. Darüber hinaus wurde die symbolische Bedeutung des kaiserlichen Hofes als Ort der Repräsentation untersucht, dokumentiert durch höfisches Zeremoniell sowie die architektonische und künstlerische Ausgestaltung von Palästen, Klöstern und Kirchen. Sozialgeschichtliche Untersuchungen blieben vor allem auf die politischen Eliten, d.h. auf die höchsten Würdenträger und damit die (Hoch-)Aristokratie beschränkt, was der tatsächlich sozial sehr heterogenen Schichtung des Hofes nicht entsprach.

Mit dem Hof als Wirtschaftsfaktor, als Firma, beschäftigte sich Volker Bauer; seine Typologie von "zeremoniellem Hof", "hausväterlichem Hof", "geselligem Hof" und "Musenhof" hat auch für den Habsburgerhof des Barock Gültigkeit, doch kann die Gewichtung und Entwicklung der einzelnen Bereiche mangels entsprechender Nachschlagewerke und Quelleneditionen nicht schlüssig nachgewiesen werden und muß daher zwangsläufig hypothetisch bleiben. Durch eine breit angelegte Analyse der höfischen Gesellschaftsstruktur unter Leopold I. soll nun ein gesicherter Nachweis erbracht werden, um die immer wieder angesprochene exzeptionelle Stellung des Wiener Hofes zu überprüfen und damit der überfälligen Diskussion in diesem – typologischen – Zusammenhang den Boden zu ebnen.

Darüber hinaus haben sich die Ansprüche der Geschichtswissenschaften seither grundlegend verändert. Neue Fragestellungen – auch innerhalb des internationalen Forschungskontextes – drängen nach Antworten: Kulturtransfer, die Rolle der Frauen, internationale Verflechtungen, Patronage und Klientelsystem etc. sind Bereiche, mit denen sich die moderne Historiographie konfrontiert sieht. Erst jüngere Arbeiten wie jene von Stefan Sienell über die Geheime Konferenz oder von Jeroen Duindam gehen über die bloß politisch motivierte Forschung hinaus auch auf die personellen und verwandtschaftlichen Verbindungen zwischen den Hofmitgliedern ein, geben also erste Hinweise auf Klientel- und Patronagesysteme.

Die Fragen

Diese Arbeiten, die sich mit der politischen sowie symbolischen und nur ansatzweise mit der sozialen Bedeutung des Hofes auseinandersetzen, zeigen recht deutlich, daß besonders der Hofstaat und die Hofbediensteten in ihrer Gesamtheit – bestehend aus hohem und niederem Adel, bürgerlichen Professionisten, einfachem Kanzleipersonal sowie Handwerkern – von der Historiographie bis dato weder in Summe erfaßt, noch in der Komplexität ihrer Interaktionen erforscht sind. In dieser Hinsicht mangelt es an detaillierten Gesamtverzeichnissen von Inhabern der zahlreichen Hofämter mit ihren Lebensdaten und den Stationen ihrer Karrieren sowie an gesicherten Informationen über deren Funktion bei Hof. Desgleichen fehlen Untersuchungen dazu, welche Aufgaben diese Funktionen umfaßten. Hofstaatsverzeichnisse, Instruktionen und Hofzahlamtsbücher geben darüber Auskunft, wer rein verwaltungstechnisch zum Hof gehörte – aus der Sicht des Hofes. Ansuchen an die einzelnen Ämter des Hofes, Totenbeschauprotokolle sowie Tauf- und Trauungsmatriken spiegeln hingegen das Zugehörigkeitsgefühl von Personen wider, die auf unterschiedliche Art an den Hof und das Hofleben gebunden waren (vom Aristokraten bis hin zum Stallburschen). Wenngleich ab 1700 ein "Hinausfluten" des Hofes in die Stadt, ein Sich-Öffnen, zu bemerken ist, so zeigen die genannten Matriken in der Auswahl der Paten bzw. Trauzeugen, daß der Hof eine "familia" bildete, und zwar die "familia" des Herrschers (Duindam). Diese Quellen gewähren folglich einen guten Einblick in das stark vernetzte Patronage- und Klientelsystem des Wiener Hofes. Während dem Adel durch Geburt und Stand eine Zugehörigkeit zum Hof gleichsam in die Wiege gelegt war, mußten sich Bürgerliche um dieses "Dazugehören-Dürfen" bemühen, sich zur rechten Zeit an den richtigen "Patronagemakler" wenden, um das "Adels-Prädikat" "Hof-…" zu erlangen. Welche Ämter jedoch als Schlüsselstellen wirkten, wer wann welchen Einfluß besaß, soll das Projekt auf der Basis eines Gesamt-Hofstaatsverzeichnisses für die Zeit Leopolds I. ausarbeiten.

Der Zeitraum der Regierungszeit Kaiser Leopolds I. (1657-1705) von fast einem halben Jahrhundert fand in seiner Gesamtheit bislang kaum Beachtung. Die lange Amtsdauer, die große Aktenfülle und die zahlreichen Veränderungen im politischen, aber auch sozialen Gefüge in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lassen ihn als einen der bemerkenswertesten, jedoch recht einseitig erforschten Herrscher der Habsburger auf dem Römisch-Deutschen Kaiserthron erscheinen. Nicht zuletzt in Hinblick auf die kürzlich neu belebte Diskussion um den Begriff "Absolutismus" muß dem Kaiserhof im allgemeinen mehr Gewicht in der Forschung zukommen –- und jenem Leopolds I. im besonderen. In seiner Regierungszeit kam es nicht nur zur "Veröffentlichung" des Hofes, die sich im Druck der Amtskalender bzw. Hofstaatsverzeichnisse (1701) und der Gründung des "Wiennerischen Diariums" (1703), einer offiziösen Zeitung mit regelmäßigen Hofberichten, manifestierte. Darüber hinaus entstand durch die Entwicklung der modernen Bürokratie, deren Träger Juristen und Wirtschaftsfachleute waren, eine neue Hof-Struktur, und durch die neuen bürgerlichen "Quereinsteiger" gab es jetzt auch andere Formen höfischer Curricula. Der Hofstaat wuchs in der Regierungszeit Leopolds I. von circa 600 auf fast 2.000 Personen an, und es entstanden neue Hofämter.

Mehrere Fragestellungen liegen daher auf der Hand, blieben aber bislang mangels entsprechender Grundlagenforschungen nur teilweise beantwortet wie z.B.: Welche Bereiche des Hofes wurden besonders ausgebaut? Gab es Sparten, in denen Personal eingespart wurde? Wo lagen die Akzente in den unterschiedlichen Phasen der langen Regierung dieses Kaisers? Wie entwickelten sich die Hofämter, welche blieben Ehrenämter, welche wurden Berufsbeamten überantwortet? In welchen Sektionen des Hofstaates ist Kontinuität festzustellen, in welchen zeigten sich Brüche? Wie wirkte sich das auf die Verteilung der sozialen Gruppen aus? Wie änderte sich die "nationale" Zusammensetzung des Hofes? Gab es Hof-Familien, wenn ja, in welchen Positionen? Können Gruppenbildungen und Seilschaften herausgefiltert werden (Patronage- und Klientel-Problematik)? Änderte sich die Definition von Hofstaat und Hofzugehörigkeit, wenn ja, in welcher Weise – von seiten des Hofes, von seiten der sich zum Hof zählenden Personen? Das hier vorgestellte Projekt fragt nun erstmals nach der komplexen Personenstruktur des Habsburgerhofes, wodurch für einen repräsentativen Zeitraum von rund fünfzig Jahren alle Angehörigen des Hofstaates, also auch Nicht-Adelige, prosopographisch-kollektivbiographisch erfaßt und bearbeitet werden.

Um das gesamte Gefüge des Hofes betrachten zu können, müssen neben dem Hofstaat des Kaisers auch die Hofstaate der verwitweten Kaiserin Eleonore Gonzaga (1630-1686), der dritten Frau Kaiser Ferdinands III., der drei Ehefrauen Leopolds I. – Margarita Maria Teresa (1651-1673), Claudia Felicitas (1653-1676) und Eleonore Magdalena von Pfalz-Neuburg (1655-1720) – sowie die Hofstaate der Erzherzöge Josef (I.; 1678-1711) und Karl (VI.; 1685-1740) berücksichtigt und nach den gleichen Kriterien wie jener des Kaisers systematisch erschlossen werden. Erst die Gesamtschau ermöglicht eine definitive Analyse von Bezugssystemen bzw. hierarchischen Strukturen aller sozialer Gruppen bei Hof, und nur durch eine solche können Karrieresprünge bzw. Versetzungen (sowohl die soziale Leiter hinauf als auch hinunter) festgehalten und hinterfragt werden.

Die Quellen

Ausgangspunkt des Projektes sind handschriftliche und gedruckte Hofstaatsverzeichnisse, aus denen sich der finanzielle Aufwand des Hofes und die Funktion einzelner Ämter ablesen lassen. Die anhand der zeitgenössischen Aufzeichnungen herausgefilterte Gliederung liefert damit einen ersten Überblick über den zahlenmäßigen Umfang und den institutionellen Aufbau der Hofgesellschaft. Weiters wird aus den Hofstaatsverzeichnissen das quantitative Verhältnis Adel – Bürgertum abschätzbar. Daneben soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit der Hof tatsächlich Adelsgesellschaft war oder "Firma" – bis hinunter zum geringsten Dienstnehmer –, die durchaus nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt wurde und funktionierte.

In einem ersten Arbeitsschritt sind zunächst alle Amtsinhaber, soweit möglich, namentlich zu erfassen, wobei man mit insgesamt rund 4.000 bis 4.500 Namen kalkulieren muß. Der dadurch gewonnene Personenstock wird in der Folge durch prosopographische Daten aus einem genau festgelegten Quellenbestand näher beschrieben, wodurch sich im Idealfall auch Angaben über regionale und soziale Herkunft der Hofangehörigen feststellen lassen können, die wiederum die "Internationalität" des Kaiserhofes und Wechselbeziehungen zwischen den jeweiligen Hofangehörigen verdeutlichen.

Die institutionellen Strukturen des Hofes sind durch Instruktionen zu beschreiben. Für eine nicht geringe Anzahl von Angehörigen des Hofstaates wissen wir kaum, worin deren Aufgaben bestanden. Handelte es sich um ein reines Ehrenamt, das nur zum Tragen des Titels berechtigte? Oder wurde eine konkrete Tätigkeit ausgeübt? Und wenn ja, woraus bestand diese Tätigkeit? Wer war der nächste Vorgesetzte bzw. wem gegenüber war der Amtsträger weisungsberechtigt? In welchem dienstlichen Verhältnis standen die Bediensteten zueinander? Anhand der Instruktionen, die jedoch nicht leicht zugänglich sind, da sie je nach Verantwortlichkeiten zu unterschiedlichen Archivfonds gehören, soll versucht werden, das Funktionieren des Hofes nachzuvollziehen. Auf diesem Wege ist auch eine Trennungslinie zwischen Höflingen und Beamten/Angestellten herauszuarbeiten, die nur festgestellt werden kann, wenn sie von beiden Seiten betrachtet wird. Allerdings ist diese "Grenze" nicht überzubewerten: Sowohl Höflinge als auch Bedienstete machten die Gesamtheit der höfischen Gesellschaft aus, die in unserem Forschungsinteresse steht.

Eine weitere wichtige zu analysierende Quelle sind die Hofzahlamtsbücher im Hofkammerarchiv. Aus den jährlich angelegten Verzeichnissen der kaiserlichen Finanzgebarung lassen sich nicht nur Karriereabläufe erstellen und Wirtschaftsstrukturen ermitteln. Es wird einerseits das Verhältnis bezahlter Hofangestellter und Beamter sowie unbezahlter Amtsträger deutlich. Andererseits kann man auch abschätzen, inwieweit ein Amtsinhaber von seiner Position leben konnte oder bereits über eine finanzielle Absicherung verfügen mußte, um sich eine solche Stellung "leisten" zu können bzw. um überhaupt ein Amt übertragen zu bekommen. Hinweise auf Hofämter als Prestigefunktionen für die Amtsinhaber aus der Aristokratie wie auch für niedrigere Hofchargen ergeben sich dadurch automatisch: Nutzten die bürgerlichen Professionisten ihre Hofanstellung (privat-)wirtschaftlich als "k.k." Geschäftsinhaber? Wovon lebte ein Heizer der Kanzlei des Hofkriegsrates? Von jenen 75 Gulden, die er pro Jahr für seine Tätigkeit bei Hof verdiente? Der bei Hof betriebene finanzielle Aufwand gibt darüber hinaus Aufschluß über die Wichtigkeit der einzelnen Ämter, welche Hofämter wann wie nachbesetzt, personalmäßig verstärkt oder sogar gestrichen wurden bzw. wer wann wieviel bezahlt bekam oder ehrenamtlich fungierte. Jedoch finden in den Hofzahlamtsbüchern nicht alle Institutionen des Hofes Berücksichtigung, da einzelne nicht über die Hofkammer abgerechnet wurden wie z.B. die österreichische Hofkanzlei. Grundsätzlich ist außerdem mit Schwierigkeiten zu rechnen, was die Erfassung der Träger von Ehrentiteln betrifft wie die Kämmerer oder – in der späteren Regierungsphase Leopolds – die (Titular-) Geheimen Räte.

Als wesentliche Grundlage für biographische Informationen sind die umfangreichen Akten der Hofämter im Haus-, Hof- und Staatsarchiv heranzuziehen, die auch niedere Hofchargen inkludieren. Dazu zählen an exponierter Stelle die Testamente, die darüber hinaus als ideale Quellen für das Klientel- und Patronagesystem anzusehen sind. Ergänzende biographische Hinweise bieten außerdem die Adelsakten im Allgemeinen Verwaltungsarchiv. Grundsätzlich werden darin "nur" geadelte Personen erfaßt, also lediglich ein Teil jener Angehörigen des Hofstaates, die im Mittelpunkt unserer Untersuchung stehen werden. Die Adelsakten beinhalten jedoch in der Rechtfertigung für die Erhebung in den Adelsstand oftmals interessante biographische Hintergrundinformationen, die sonst nicht erreichbar sind. Gerade die Betrachtung jener unter Leopold I. in den Adelsstand erhobenen Personen soll Aufschlüsse über die Karrieremöglichkeiten am Kaiserhof geben.

Darüber hinaus sind die Totenbeschauprotokolle im Wiener Stadt- und Landesarchiv zu nennen, aus deren Angaben sich das Geburtsjahr einer Person errechnen läßt. Zudem können Amtsträger gefunden werden, die sich unter Umständen nicht namentlich aus den Hofstaatsverzeichnissen eruieren lassen. Einen ähnlichen Quellenwert besitzen die Matriken von St. Stephan und St. Michael. Hier sollen die Trauungsmatriken gesichtet werden, um Informationen zu Fragen betreffend Patronage und Klientel zu erhalten.

Und schließlich ist die Arbeit von Paul Harrer zu nennen, die Aufschluß gibt, wer wann welches Haus im damaligen Wien (heute: Innere Stadt, erster Wiener Gemeindebezirk) besessen bzw. bewohnt hat und die damit wertvolle Hinweise auf die Hofquartierspflicht liefert. In diesem Zusammenhang sind auch die Hofquartierbücher im Hofkammerarchiv zu nennen bzw. die dazugehörigen Protokollbände. Anhand dieser Quelle ließe sich besonders deutlich die enge Verflechtung zwischen Stadt und Hof herausarbeiten. Eine Auswertung dieser Bestände liegt jedoch nicht im vorrangigen Interesse des Projektes und ist nur optional vorgesehen.

Die Ziele und die Perspektiven

Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung bieten in der Folge einen Ausblick auf die Fülle neuer Forschungsschwerpunkte nicht nur für die Sozialgeschichte (z.B. hinsichtlich der Entstehung des Bürgertums als neuer Gesellschaftsschicht). Sie ermöglichen zudem Detailstudien zu verschiedensten Teildisziplinen, so zur Geschichte der Wissenschaften (z.B. der Medizin und Rechtswissenschaften), der Künste und der Kultur (wie zur bildenden Kunst, Architektur, Musik und Theater), der Erziehung (darunter auch zur Entwicklung und Handhabung des Zeremoniells), zur Mentalitäts-, Wirtschafts- und Politikgeschichte.

In diesem Zusammenhang sind auch Fragen zum Hof als Integrationsinstrument klärbar und inwieweit politische Überlegungen bei der Besetzung von Hofämtern ausschlaggebend waren. So können u.a. die Ursachen für die deutliche Zunahme von Honorarstellen (Kammerherren) unter Leopold I. näher beleuchtet werden, vor allem da diese Positionen keine Dauerstellen waren, sondern "rotierende Ämter". Durch die Hofstaatsverzeichnisse wird evident, wann welche Adeligen aus welchen Landesteilen bzw. Ländern an den Wiener Kaiserhof gezogen wurden, und welchen Stellenwert politische Motive dabei hatten. Einerseits sollten einzelne Personen für ihre Loyalität dem Herrscher gegenüber belohnt (z.B. im Zuge des Magnatenaufstandes in Ungarn), andererseits auch die unterschiedlichen Territorien enger zusammengeschlossen und an Wien als Zentrum des Habsburgerreiches gebunden werden. Denn der Nationalstaat war im 17. Jahrhundert noch Utopie, speziell für die habsburgischen Länder, die von den Habsburgern unter verschiedenen Titeln – Erzherzog, König, Kaiser – mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten regiert und verwaltet wurden. Dies spiegelt sich auch in den in Wien etablierten bzw. etablierenden Institutionen (Behörden zur Verwaltung von Reichsangelegenheiten, Österreichische bzw. Böhmische Hofkanzlei etc.) wider.

Durch das Projekt können außerdem erstmals konkrete Untersuchungen zu Fragen durchgeführt werden, die sich aus der Rezeption der Theorien von Norbert Elias durch die jüngere Hofforschung ergaben wie zum Machtverhältnis Herrscher – Adel bzw. Untertanen generell, zur tatsächlichen Relevanz von Patronage und Klientel, zu Bemühungen der Herrscher, Ehrenämter und Verwaltungspositionen des Hofes zu trennen (wie es Ferdinand I. erstmals durch seine Hofordnungen versuchte) oder zur Entwicklung und Handhabung des Zeremoniells. So verweist Duindam auf die "Funktion" und "Bedeutung" höfischen Zeremoniells als Machtinstrument des Herrschers, wobei jedoch das religiöse Element als Spezifikum des kaiserlichen Hofes – im Gegensatz zum französischen Hof – und die hierarchische Konzeption der Gesellschaft als maßgeblich für das Hofleben bisher zu wenig Berücksichtigung fanden und stärker hinterfragt werden müssen. Er kritisiert damit die Übernahme des Elias’schen Modells für den Hof Ludwigs XIV. durch Hubert Christian Ehalt. der das Zeremoniell als Instrument des Herrschers – als listigen Manipulators – zur Kontrolle seiner Untertanen ungeachtet der sozio-politischen Unterschiede zu Frankreich auf den kaiserlichen Hof übertrug. Aber auch Duindam mußte aufgrund fehlender Grundlagenforschung auf die Einbeziehung ungedruckter Quellen verzichten.

Eine Analyse der Hofstaatsverzeichnisse gibt Aufschluß, ob der Kaiser als alles überragender und regierender Faktor bei Hof seine gewaltige Überlegenheit gegenüber dem Adel tatsächlich durch ständige, willkürliche Veränderungen des Hofgefüges demonstrierte, wie Ehalt zu erkennen glaubt. Dieser vernachlässigt dabei jedoch die teilweise Abgeschlossenheit des Kaiserhofes gegenüber der Öffentlichkeit und die Trennung in einen öffentlichen und privaten Bereich des Herrschers und seiner Familie – ein weiterer Unterschied zum französischen Hof –, was sich gleichermaßen an den baulichen Gegebenheiten der Habsburgerresidenzen erkennen läßt. Zu diesem Punkt stellte bereits Duindam die Frage, ob unter solchen Bedingungen soziale Kontakte der Adeligen untereinander überhaupt am Hof des Kaisers entstehen konnten oder sich diese eher auf die Adelssitze der jeweiligen Güter bzw. die Adelspalais in der Residenzstadt konzentrierten. Auch die Handhabung von Beziehungsstrategien und damit von Patronage und Klientel, denen Ehalt kaum Bedeutung beimaß, die aber Duindam für den Kaiserhof doch betont und durch das Aufstiegsprofil von Familien (wie der Eggenberg) erläutert, kann durch das Projektvorhaben hinterfragt werden. Durch die Hofstaatsverzeichnisse lassen sich Rang und Karrieremuster der jeweiligen Personen feststellen, und es wird nachvollziehbar, wie sehr diese von Abstammung und Eheverbindungen abhängig waren. Die Entscheidung, wer welches Amt bekam, dokumentiert soziale Veränderungen innerhalb der Hofgesellschaft, die sich auf die zunehmende "Verstaatlichung" und Entwicklung der Bürokratie gründen, und markiert die jeweilige Position des alten feudalen (Hoch-)Adels und des an Bedeutung gewinnenden Hofbeamtentums. Letzteres rekrutierte sich hauptsächlich aus Bürgerlichen, die sukzessive durch Nobilitierungen gesellschaftlich privilegiert wurden und als niederer Adel eine neue Gesellschaftsschicht bildeten.

Durch das Projekt sollen jedoch nicht nur die Motive und Interessen in den habsburgischen Erbländern weiter erforscht werden. Auch der Einfluß des Wiener Hofes im Heiligen Römischen Reich kann unter diesen Aspekten neu beleuchtet werden. Dabei ist die Stellung des Kaisers als Patron der Reichskirche (gerade nach 1648) stärker zu berücksichtigen und zu überprüfen, welche Auswirkungen die Alternative des Kaiserhofes zum Hof des jeweiligen Landesfürsten auf die Rolle Wiens als politisches und kulturelles Zentrum hatte. Außerdem kann durch die Untersuchung des gesamten Hofstaates auch die Bedeutung der Höfe weiterer Familienmitglieder, so z.B. des Hofstaates der dritten Ehefrau Leopolds I., von Eleonore Magdalena von Pfalz-Neuburg, hinsichtlich der Kontakte zu deutschen Fürsten ins rechte Licht gerückt werden.

Der kaiserliche Hofstaat gliederte sich grundsätzlich in die Verantwortungsbereiche der vier obersten Hofämter – Obersthofmeisteramt, Obersthofmarschallamt, Oberstkämmereramt und Oberststallmeisteramt –, deren Inhabern die Gesamtheit der Bediensteten bei Hof unterstand. Neben den obersten Hofämtern müssen noch die Ratskollegien und Behörden mitberücksichtigt werden, und zwar die Geheime Konferenz, der Geheime Rat, der Hofkammerrat mit -kanzlei, der Hofkriegsrat mit -kanzlei, die Reichshofkanzlei (deutsche und lateinische Expedition), die Österreichische Hofkanzlei (niederösterreichische, innerösterreichische und oberösterreichische Abteilung), die Böhmische Hofkanzlei, die Siebenbürgische Hofkanzlei und die Ungarische Hofkanzlei. Auch die Niederösterreichische Buchhalterei, das Niederösterreichische Regiment und das Niederösterreichische Landmarschallische Gericht gehörten – obgleich vorwiegend landesfürstliche Einrichtungen – auf Grund ihres Sitzes in Wien zur kaiserlichen Hofgesellschaft. Die Schnittstelle zwischen den obersten Hofämtern und den bürokratischen Institutionen – die Trennung der Kompetenzen ist unklar – markiert die Unterscheidung eines engeren von einem weiteren Hofstaat. Die Ergebnisse des Projektes werden hierüber Aufschluß geben. Die Miteinbeziehung dieser Institutionen ist pragmatisch zu sehen. Sie dient der Vollständigkeit und ist notwendig, um deren Stellung innerhalb der Hofgesellschaft beurteilen zu können.

Die prosopographische Quantifizierung des Wiener Hofes über ein halbes Jahrhundert ermöglicht, nicht nur Entwicklungen und Tendenzen innerhalb desselben aufzuzeigen und zu hinterfragen, sondern macht Vergleiche mit anderen Höfen überhaupt erst sinnvoll und erschließt neue Forschungsthemen sowie Forschungsmöglichkeiten. Das Projektvorhaben mit genau definierten, vereinheitlichten Bearbeitungskriterien und systematisierter Aufnahme der Hofstaatsverzeichnisse erlaubt gleichzeitig eine exakte Einschätzung der Personenanzahl sowie eine genaue Zuordnung der Amtsinhaber zu den einzelnen Höfen der Mitglieder der kaiserlichen Familie.

Um das Projektziel zu erreichen, kann die vorhandene, meist überalterte Fachliteratur bestenfalls als erste Orientierungshilfe dienen. Der wichtigste und ausschlaggebende Teil der Projektarbeit sind komplexe Archivstudien, zumal wesentliche Bereiche des Hofes überhaupt erstmalig Gegenstand einer Untersuchung werden. Scheinbar banale Fragen nach den Aufgaben und Pflichten eines Hofkammerrates, eines Kammermusikus’ oder eines Oberstsilberkämmerers, die Stationen der Laufbahn eines Sekretärs oder des Präsidenten des Hofkriegsrates werden in diesem Zusammenhang auf fundierter archivalischer Grundlage beantwortet werden können.

Der zeitliche Rahmen des Untersuchungsgegenstandes erstreckt sich praktisch über die gesamte Lebenszeit Kaiser Leopolds I. (1640-1705), da er bereits im Alter von vier Jahren mit Johann Weikard von Auersperg seinen ersten Ajo erhielt. Um die für das projektierte Thema relevanten Fragen – vor allem zu strukturellen und personellen Kontinuitäten bzw. Brüchen sowie Beziehungsgeflechten und Karrieremustern (s.o.) – erschöpfend zu beantworten, kann es nötig werden, die Untersuchungen fallweise über den projektierten Zeitraum auszuweiten, da der Hofstaat von Leopolds dritter Frau, die ihren Gatten bis 1720 überlebte, und der seiner Söhne ja weiterbestanden. Hinsichtlich der Angehörigen der Hofstaate Ferdinands II. und Ferdinands III. ist auf die zu erwartenden Synergie-Effekte mit dem seit November 2000 laufenden Projekt "Der Wiener Hof und sein Klientel- und Patronagesystem" zu verweisen. Dieses von Beatrix Bastl, Gernot Heiss, Katrin Keller und Alexander Sperl (Universität Wien) bearbeitete Projekt untersucht den adeligen Kreis um die Herrscher Ferdinand II. und Ferdinand III. sowie das Beziehungsgeflecht des österreichischen und europäischen Adels in biographischer Hinsicht.

Der innovative Ansatz des Leopold-Projektes besteht in der durchgehenden Auswertung des Quellenmaterials nach einer vorgegebenen Systematik, wobei die bislang auf Grund fehlender Quellenuntersuchungen unbeantwortbaren Fragen der Höfe-Forschung den Ausgangspunkt bildeten. Die Projektergebnisse sollen Material für neue Forschungen bieten und innovative Denkansätze fördern. Durch die prosopographische Darstellung der Hofgesellschaft sollen auch deren Struktur und Entwicklung über ein halbes Jahrhundert transparent (bzw. transparenter als bisher) werden sowie die komplexen Beziehungen innerhalb und zwischen den einzelnen sozialen Gruppen hervortreten. Die Darstellung des Hofstaates als Netzwerk einzelner miteinander in reger Interaktion stehender Gruppen ergibt sich dadurch automatisch.

Für die politische Geschichte werden sich neue Informationen ergeben, da sich die Untersuchung der Machtverhältnisse am Hof nicht nur am politischen Willen der Elite orientieren wird, sondern die Entstehung und Auswirkungen politischer Entscheidungen bis in die unteren Ränge verfolgt werden sollen. Dadurch können Kontinuitäten und Brüche sowohl in der sozialen Zusammensetzung der einzelnen sozialen Gruppen bei Hof aufgezeigt werden, die sich auf dem Weg zur Staatsbildung sowie der Ausformung und Vervollkommnung der Bürokratie ergeben, als auch im Prozeß der Konsensbildung, die zu politischen Entscheidungen führte. In diesem Zusammenhang sind zudem Erkenntnisse über die vielfältigen Repräsentationsformen der Herrschaft zu erwarten.

Die Zielsetzungen gehen also in zwei Richtungen: Erstens sollen nach Abschluß des Projektes durch die Auswertung auch der Instruktionen grundlegende Materialien und Ergebnisse zur Entwicklung der Hofbürokratie und der Ämter vorliegen; zweitens wird eine Gesamtdarstellung des leopoldinischen Hofes im Sinne prosopographischer Kollektivbiographien angestrebt.

Sigrid Freisleben, Elisabeth Hilscher, Christine Ottner, Stefan Sienell, Wien*

Europäische Heiratspolitik (1648-1914)
Legitimation, Strategien, Repräsentationen

(Habilitationsprojekt)

Die Geschichte der Staaten, Dynastien und großen Männer befaßte sich ausgiebig mit der Heiratspolitik, und "Tu felix Austria nube" dürfte nach wie vor eines der bekanntesten lateinischen Zitate sein. Doch der massive Angriff auf die Themen und Methoden der klassischen Politikgeschichte hat bewirkt, daß das Arbeitsgebiet verwaiste – so wie auch der vollständige Wortlaut des auf Maximilian I. bezogenen Hexameters weithin vergessen ist: "Bella gerant alii, tu felix Austria nube/Nam que Mars aliis, dat tibi regna Venus".

In jüngerer Zeit wird jedoch, angestoßen von Historikern wie Johannes Burkhard, Paul Schröder oder Johannes Paulmann, die Geschichte der Außenpolitik und Diplomatie wiederentdeckt. Die so entstehende Strukturgeschichte der internationalen Beziehungen intendiert indes keineswegs ein historiographisches roll back, sondern vielmehr ein durch die Einbeziehung der sozial- und kulturgeschichtlichen Dimension vertieftes Verständnis derselben. Das Projekt erwächst aus der Überzeugung, daß für eine europäische und Welt-Geschichte, die Vergleich, Transfer und Transnationalität auf ihre Fahnen schreibt, eine umfassende Kenntnis der Außenpolitik grundlegend ist.

Heiratspolitik ist in verschiedener Hinsicht ein vielversprechendes Arbeitsfeld für eine erweiterte Geschichte der Außenpolitik. Erstens ist sie ein gutes Beispiel dafür, wie stark Außenpolitik an soziale Praktiken und verwandtschaftliche Netzwerke gebunden war. Zweitens zeigt sie, wie sehr internationale Politik eines – durch die aufwendigen symbolischen Inszenierungen der Hochzeitsfeste gegebenen – kulturellen Rahmens bedurfte. Drittens kann man insbesondere durch das Studium der Feiern lernen, daß Diplomatie keineswegs nur in Kabinetten und Hinterzimmern, sondern auch unter den – teils außerordentlich kritischen – Augen der Öffentlichkeit stattfand.

Ansätze zu einer Erforschung der Heiratspolitik gibt es allemal – auch über die schon genannten Studien zur Außenpolitik hinaus. Zum einen hat die Adelsgeschichte Schlaglichter auf die verwandtschaftlichen Praktiken gesellschaftlicher Eliten geworfen. Heinz Reif, Walter Demel, Rüdiger von Treskow und Silke Lesemann untersuchten Regeln und Strategien einzelner Adelsgruppen bei der Verheiratung und legten Abschnitte adeliger Verwandtschaftsnetze frei. Zum anderen gibt es eine Reihe von kulturgeschichtlichen Arbeiten über Hochzeitsfeste. Retha Warnicke, Karl Vocelka, Abby Zanger und Carmen Ziwes haben Stichproben aus einem außerordentlich reichen Material entnommen und diese vor allem in dreierlei Hinsicht interpretiert: erstens, inspiriert von der historischen Festforschung im Sinne Ernst Kantorowiczs, als aufwendige Inszenierung herrscherlicher Macht und Weltanschauung; zweitens als Abbildung von Geschlechterverhältnissen; drittens – dies gilt vor allem für Studien über Hochzeiten seit dem späten 18. Jahrhundert – als Prüfstein für das Verhältnis zwischen dem Monarchen und dem Bürgertum, bzw. zwischen repräsentativer und bürgerlicher Öffentlichkeit.

Trotz der vielfältigen Vorarbeiten bleiben viele Fragen offen: Wie reflektierten die Zeitgenossen das Verhältnis von Verwandtschaft und großer Politik? Welche rechtlichen, politischen, sozialen oder ethischen Rahmenbedingungen bestimmten die Handlungsspielräume der Heiratspolitik? Für welche politischen Ziele und Strategien wurden Heiraten als das geeignete Mittel angesehen? Wie wurde in der Praxis durch Heirat zwischenstaatliche Politik gemacht? Welche Kriterien bestimmten die Partnerwahl? Welche Erfolge der Heiratspolitik können erklären, warum sie bis ins 19. Jahrhundert bedeutsam blieb? Welche politischen Funktionen hatten die aufwendigen Inszenierungen anläßlich der Hochzeitsfeste? Welche Rolle spielte die Öffentlichkeit bei den Heiraten der Fürsten? Diese Fragen sollen durch einen dreifachen Zugriff auf das Thema beantwortet werden:

Legitimität

Von Interesse sind zunächst die – z.B. in Fürstenspiegeln, politisch-theoretischen Texten, Literatur und Publizistik – festgehaltenen Stellungnahmen zur Heiratspolitik. Sie erlauben es, die im Untersuchungszeitraum geführten Debatten über die Legitimität der Heiratspolitik nachzuvollziehen. In den Diskussionen um die Heiratspolitik sollen verschiedene Linien verfolgt werden: Es läßt sich nachweisen, daß schon Erasmus von Rotterdam die Vorstellung, durch Verwandtentausch könne gute Politik gemacht, ja Frieden gestiftet werden, heftig kritisierte. Die Legitimität der Heirat als politischem Mittel wurde also zunächst wegen ihrer mangelnden Effizienz in Frage gestellt. Mit der zunehmenden Emanzipation des Staates von der Herrscherfamilie und der damit einhergehenden Versachlichung der Politik geriet die Heiratspolitik auch wegen ihrer von Familienschicksalen abhängigen, unberechenbaren Folgen in die Kritik. Daraus erklären sich um das Jahr 1700 einsetzende rechtliche Veränderungen, welche die Möglichkeit "ein Königreich als Mitgift" zu erheiraten, stark einschränkten. In den Debatten des 19. Jahrhunderts ist vor allem die Frage interessant, wie die nationalen und demokratischen Bewegungen die übernationale und von Parlamenten weitgehend unabhängige Heiratspolitik kommentierten. Geriet diese in dem Maße in die Kritik, in dem sich die Bevölkerung von der Monarchie abwandte?

Rahmenbedingungen und Strategien

In einem zweiten Schritt werden die Möglichkeiten, Grenzen und Ziele der Heiratspraxis ausgewählter Dynastien in den Blick genommen. Dazu müssen zunächst Quellen herangezogen werden, aus denen die Rahmenbedingungen der Heiratspolitik hervorgehen. Dies sind vor allem die Quellen zum internationalen Fürstenrecht. Darüber hinaus müssen auch die Akten der Heiratsverhandlungen studiert werden und darin insbesondere die Quellen, welche die Suche nach einer "guten Partie", die Kriterien der Partnerwahl, die Anbahnung einer Ehe und die Verhandlungen über den Ehevertrag dokumentieren. Die dort formulierten Ziele müssen auch im Kontext weitergesteckter außenpolitischer Strategien analysiert werden.

Weiterhin ist es nötig, das Heiratsgeschehen innerhalb des dynastischen Europa im Ganzen in den Blick zu nehmen. Um eine empirische Basis zu schaffen, sollen die Hochzeiten zwischen den großen europäischen Monarchien vom 17. bis zum 19. Jahrhundert möglichst vollständig in einer Datenbank erfaßt werden. Solches Datenmaterial erlaubt es nicht nur, den Strukturwandel des europäischen Hochzeits- und Familiennetzes zu erforschen, sondern auch Vermutungen über die politische Relevanz von Heiratskreisen anzustellen.

Repräsentationen

Es ist zu untersuchen, welche politischen Aussagen die Festinszenierungen transportierten. Durch Zeremoniell und Ikonographie der Feste wurden Beziehungen zwischen Personen, Dynastien und Staaten dargestellt. Gleichzeitig ist es interessant, in welcher Weise auf diesen Festen Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, Einheit oder Frieden inszeniert wurden. Wurde die entstehende oder bekräftigte Bindung in eine Weltanschauung eingebettet? Wurde die Verbindung durch eine höhere ideelle, politische oder geographische Ordnung (Christenheit, Reich, Europa, Nation) legitimiert? Wer war in diese ein- und wer aus ihr ausgeschlossen? In diesem Zusammenhang soll auch die Inszenierung des Geschlechterverhältnisses in den Blick genommen werden; insbesondere ist zu analysieren, in welcher Art und Weise sich Geschlechterverhältnisse und außenpolitische Beziehungen überlagerten.

Die erste Fallstudie soll die Hohenzollerndynastie in der Zeit vom Westfälischen Frieden bis zum Ersten Weltkrieg behandeln; es werden zunächst exemplarisch die Heiraten der Thronfolger und alle Heiraten mit anderen europäischen Großmächten untersucht. Ein nicht unbedeutender Teil der hier in Frage kommenden Quellen finden sich im Geheimen Preußischen Staatsarchiv. Dort lagern Dokumente des diplomatischen Verkehrs vor der Hochzeit, Heiratsverträge, und Beschreibungen der Festakte. Akten von der jeweils angeheirateten Familie müssen hinzugezogen werden. Darüber hinaus müssen andere Quellen wie Fürstenspiegel, Rechtstexte, Juristen- und Beraterliteratur, aber auch anläßlich der Hochzeiten entstandene Drucksachen, Gemälde, Theaterstücke und andere Kunstgegenstände in den Blick genommen werden. Auch außerhöfische Reaktionen auf Hochzeiten, vor allem in Zeitungen und Flugblättern, sind als Quelle heranzuziehen. Neben den Hohenzollern sollen im weiteren Verlauf des Projektes andere europäische Dynastien vergleichend herangezogen werden.

Daniel Schönpflug, Berlin*

Der Hof des Deutschordens-Hochmeisters in Preußen
unter Friedrich von Sachsen und Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1498-1525)
Organisation – Ämterwesen – höfischer Alltag

(Magisterarbeit Univ. Marburg 2001)

"Am Hofe der beiden letzten Hochmeister in Preußen trafen sich Diplomaten, Gelehrte, Künstler, Musiker. Turniere fanden statt ..." – so charakterisiert Kurt Forstreuter das Leben in Königsberg, der Residenz des Deutschen Ordens in Ostpreußen, in den letzten knapp drei Jahrzehnten vor dessen Säkularisierung. Die vom Autor in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellten geistigen, politischen und kulturellen Wandlungen des Deutschordensstaates vollzogen sich in einem Zeitraum, der allgemein als Epoche der Fürsthochmeister bezeichnet wird. Friedrich von Sachsen und Albrecht von Brandenburg-Ansbach wurden als Abkömmlinge machtvoller und angesehener reichsfürstlicher Häuser in das Amt des Hochmeisters, des Oberhaupts des Deutschen Ordens, gewählt. Ihre Herrschaft unterschied sich in mehrfacher Hinsicht von der ihrer Vorgänger. Die Bestimmungen des 2. Thorner Friedens von 1466 als Ergebnis der militärischen Niederlage der Ordensritter während des 13jährigen Krieges ordneten den westpreußischen Landesteil als autonomes Gebiet unter die polnische Krone. Für den sogen. Restordensstaat, das spätere Ostpreußen, wurde vonseiten des amtierenden Hochmeisters ein Huldigungs- und Treueeid verlangt, den Friedrich und auch sein Nachfolger Albrecht konsequent verweigerten.

Auch innenpolitisch beschritten die Fürsthochmeister neue Wege. Ein Jahr nach dem Herrschaftsantritt Hochmeister Friedrichs wurde am Königsberger Hof die erste Hofordnung erlassen, der weitere Verordnungen dieser Art folgten. Die Hofordnung von 1499 ist schriftlicher Ausfluß und signifikantes Zeichen des regulierenden und gestaltenden Eingriffs Friedrichs von Sachsen in das Leben der Ordenszentrale. Sie bildet den Ausgangspunkt der Darstellung und legt den Rahmen fest für die der Untersuchung zugrundegelegten Quellen: Herangezogen wurden Hofordnungen und hofordnungsähnliche Quellengattungen, nämlich Instruktionen und Personenverzeichnisse, die ein gemeinsames Merkmal vereint – sie ermöglichen dem Betrachter die Sicht auf den Hof in seiner personellen Gesamtheit, als Komplex von Ämtern und Beziehungen. Als die hochmeisterliche Hofhaltung regulierende Anordnungen unterscheiden sie sich in Aufbau und Intention jedoch grundlegend voneinander. Die nach dem zeitgenössischen Sprachgebrauch als Hofordnungen bezeichneten Schriftstücke instruieren ausschließlich wichtige hohe und mittlere Amtsträger und keinesfalls die Mitglieder des gesamten Hofstaates. Die Instruktionen dagegen betreffen nur ein Amt – das des Hauskomturs. Seine vielfältigen Kompetenzen werden jedoch so breit aufgefächert und teilweise detailliert ausgeführt, daß hier der Aussagewert der umfassender konzipierten Hofordnungen sogar übertroffen wird. Die Verzeichnisse der bei Hofe zu speisenden und zu kleidenden Personen dagegen sind reine Aufzählungen ohne Instruktionen. Jedoch lassen gerade sie am meisten den Blick auch auf untere Schichten des Hofes und somit auf den gesamten Haushalt zu.

Dieses Spektrum an höfischen Verordnungen entspricht der Kategorisierung, die Brigitte Kasten an dieser Quellengattung vorgenommen hat. Zum modernen Terminus "Hofordnung" gehören nicht nur umfassende Regelungen des Hofhalts, sondern auch die sog. Teilordnungen zu einzelnen Ämtern sowie Listen zur Versorgung der Hofmitglieder (Gehalt, Hofspeise, Kleidung, Fütterung der Pferde). Ihr normativer Charakter limitiert auch ihren Erkenntniswert, was die Umsetzung der Festlegungen in der historischen Wirklichkeit anbelangt. Immerhin dokumentieren sich jedoch auf diese Weise Intentionen und Vorstellungswelt der Verfasser und fürstlichen Auftraggeber.

Der Forschung zum Deutschen Orden sind diese höfischen Verordnungen und ihre Bedeutung nicht verborgen geblieben, sie wurden jedoch hauptsächlich vor dem Hintergrund der späteren Säkularisierung Ostpreußens betrachtet. Die Umwandlung des Ordensstaates in ein weltliches Herzogtum erschien so als zwingende Folge der Tendenzen und Entwicklungen, die schon vor 1525 eine Verweltlichung in Politik und Verwaltung der Ordensleitung und in der Lebensführung der Ordensbrüder überhaupt zeitigten. Die Herrschaft der Fürsthochmeister gilt als Periode des Übergangs, in der sich künftige Strukturen ankündigten. Für die hochmeisterliche Residenz in Königsberg wurde dies belegt mit dem personellen Ausbau des Hofstaates, dem fürstlichen Niveau des Hoflebens und nicht zuletzt mit den unter beiden Hochmeistern dominierenden weltlichen Ratgebern, die den Einfluss der Ordensritter zurückdrängten.

Fragestellung und Aufbau der Untersuchung bewegten sich vor dem Hintergrund dieser in aller Kürze vermittelten Forschungsmeinung. Bei der Betrachtung des Hofes der hochmeisterlichen Residenz standen daher drei Themenkreise im Mittelpunkt: 1) die personelle Struktur, die Kompetenzen der einzelnen Hofbeamten und -diener sowie die Problematik der Hierarchien und Interdependenzen innerhalb des Gefüges "Hof"; 2) der höfische Alltag sowie Hofkultur und Zeremoniell; 3) der Hof als Ort von Politik und Verwaltung, als Zentrum der Herrschaftsausübung.

Das Vorhaben steht in bewußtem Gegensatz zur älteren Forschungsliteratur, die sich vornehmlich mit den politischen Vorgängen – den Anstrengungen der Ordensführung, die Bestimmungen des 2. Thorner Vertrags zu revidieren und ihren Beziehungen zu Polen, Papst, Kaiser und Reich vor dem Hintergrund der europäischen Mächtekonstellation allgemein – auseinandergesetzt hat. Historische Werke mit einem universalen Anspruch, wie z.B. die mehrbändige Abhandlung Johannes Voigts über die Geschichte des Deutschen Ordens, bieten eine Fülle an Materialien und wertvollen Detailinformationen zu den inneren Verhältnissen, die jedoch nicht in größere historische Zusammenhänge gestellt und explizit ausgewertet wurden. Das historische Erkenntnisinteresse war zudem nach dem 2. Weltkrieg noch wesentlich durch den revisionistischen Gedanken, eine Geschichte ehemals deutscher Reichsgebiete zu schreiben, motiviert und bewirkte die Konzentration auf den außenpolitischen Existenzkampf, die Reduzierung auf den Interessengegensatz zwischen Polen und dem als deutschen Reichsteil verstandenen Ordensstaat. Dagegen haben sich neuere Ansätze von Ideologien weitgehend befreit und sehen den Deutschen Orden als lohnendes und vergleichsweise wenig aufgearbeitetes Forschungsobjekt.

Das Vorhaben will primär nicht den Umwandlungsprozeß des Ordensstaates in ein weltliches Fürstentum erklären, sondern bezweckt mit einem sozialgeschichtlichen Ansatz die Darstellung von Strukturen und die Zusammenfügung von Fakten zu einem Bild – zu einer "Innenansicht" des Königsberger Hofes. Die Fokussierung auf soziale Strukturen kann dem Begriff ‚Residenzherrschaft‘, wie er als Gesamtheit von Erscheinungen der spätmittelalterlichen Herrschaftspraxis definiert wird, nur begrenzt gerecht werden. Königsberg als Hauptsitz des Hochmeisters, Ordenshaupthaus und einziges größeres wirtschaftlich-kulturelles Zentrum des verkleinerten Ordensstaates nach 1466 bildet hier lediglich den lokalen Bezugspunkt der Untersuchung. Die Problematik der Nebenresidenzen, der Landesumzüge und vor allem der langjährigen Aufenthalte beider Hochmeister im Reich muß berücksichtigt, kann aber im Rahmen dieser Arbeit nicht ausführlich behandelt werden.

Im folgenden möchte ich einige Kostproben von den Innenansichten des Königsberger Hofes geben.

Das Amt des Hofmarschalls war unter beiden Fürsthochmeistern nachweislich besetzt. Die Instruktion für den Hauskomtur als dem Vorsteher des Königsberger Konvents gibt ebenso Aufschluß über die Kompetenzen des Hofmarschalls unter Hochmeister Albrecht, da sich beide Ämter ergänzen bzw. zum Teil überlagern. Interessanterweise wird der Hofmarschall in vielen Angelegenheiten über den Hauskomtur gesetzt, dieser hatte ihn in dessen Abwesenheit zu vertreten: Szo auch vnser hoffmarschalgk nicht anheimischs, sol er vff kuchen vnd keller lauts des Marschlagk bevellig acht gebenn vnd dye teglich rechnung besitzen vnd abwartt[en], bas dye selbigs beschlossen vnd beschriben, des gleichen vff dye hoff ordenung wach straff vnd burgkfriedt lauts Marschlagks Artikel. Wesentliche Momente sind hier die Aufsicht über das Hofgesinde, über Küche und Keller und die Kontrolle über deren Vorräte und den täglichen Verbrauch. Der Marschall scheint überhaupt die gesamte Haushaltung rechnungsmäßig überwacht zu haben. Er strafte die Wachleute, wenn sie ihren Dienst nicht ordnungsgemäß versahen, und besaß die disziplinarische Gewalt über das Hofgesinde. Gemäß diesen Festlegungen sind die Kompetenzen von Marschall und Hauskomtur zu trennen: Der Hauskomtur stand dem Konvent der Ordensbrüder vor und nahm außerdem Aufgaben innerhalb der Verwaltung der Komturei Königsberg wahr. Der Marschall dagegen bewegte sich ausschließlich im engeren Rahmen des Hofes, hier verkörperte er Haupt und letzte Instanz.

Die Quellen vermitteln den Eindruck, daß vor allem in der Zeit Markgraf Albrechts eine Trennung von Konvent und hochmeisterlichem Haushalt bestand. Diese auch für die ehemalige Marienburger Residenz bewiesene Zweigleisigkeit läßt sich jedoch etwa anhand der Strukturen innerhalb der zentralen Finanzverwaltung nicht endgültig nachvollziehen. Bei der Unterscheidung eines engeren und weiteren Hofes muss als Besonderheit der Deutschordensresidenz noch ein dritter Personenkreis zumindest berücksichtigt werden: die Ritter- und Priesterbrüder (unter ihnen die Lokalbeamten) sowie das mittlere und untere Konventspersonal – die Mitglieder des Haupthauses unter der Aufsicht des Hauskomturs. Trotzdem darf der sich um den Hochmeister gruppierende Hofstaat nicht als weltliches Pendant zum Konventshaushalt verstanden werden, da sich beide Personenkreise überschneiden.

Zurück zum Hofmarschall. Bei dem Vergleich mit der Ämterstruktur unter Friedrich von Sachsen ergibt sich eine terminologische Schwierigkeit. Die Hofordnung von 1499 instruiert nach dem Hauskomtur und anderen zentralen Ämtern den sog. Hofrichter, dessen Pflichten ebenfalls die Kontrolle über Gesinde, Küche und Keller beinhalteten. Eine Besonderheit ist die Aufsicht über die hochmeisterliche Tafel: Das er awff vnser Essen vleissig achtung habe vnnd das sich nymants zw tische setzet denn der in Hoff gehoret [...]. Die Vermutung, dass es sich hier um den Vorgänger des Hofmarschalls handelt, liegt nahe. Interessanterweise existierte dieses Amt auch schon vor dem Amtsantritt Herzog Friedrichs und bildet insofern kein Novum am Hof der Ordenshochmeister. Johannes Voigt hat uns in seiner mehrbändigen "Geschichte Preussens" die Information geliefert, dass der Landesritter und Hofrichter Friedrich Lewald den Hochmeister Johann von Tiefen auf dem Heereszug gegen die Türken begleitete.

Die Einrichtung von Hofämtern – für Johann von Tiefen sind außerdem ein Truchseß, ein persönlicher Vorschneider an der Tafel und ein hochmeisterlicher Leibarzt bezeugt – sowie die Heranziehung von Landes- und Reichsadligen in den Dienst bei Hofe (ohne daß diese in den Orden eintraten) führen zu einer entscheidenden Erkenntnis: Bestimmte höfische Strukturen, die schon vor 1498 existierten, wurden von den Fürsthochmeistern lediglich weitergeführt. Insofern ist die Zäsur von 1498, wie sie auch dieser Abhandlung zugrunde liegt, weiterhin zu diskutieren und wird nach einer eingehenderen Untersuchung der inneren Verhältnisse des Restordensstaates nach 1466 erneut zu prüfen sein. Solange nicht geklärt ist, was Hochmeister Friedrich bei seinem Einzug in den Königsberger Hof vorfand und was er neu schuf, kann die Einschätzung seiner höfischen Politik auch nicht den historischen Gegebenheiten gerecht werden.

Die Hofgesindeordnung Markgraf Albrechts instruiert mehrere als Truchsessen bezeichnete Hofadlige, den Schenken und den Kämmerer. Mit dem schon erwähnten Hofmarschall vervollkommnet sich die Vierzahl der klassischen Erbhofämter, auf deren Besetzung nicht nur Hochmeister Albrecht, sondern – mit kleinen Abwandlungen – auch seine Vorgänger Wert legten.

Die Truchsessen zählten also zum Hofgesinde, zu den Hofbedienten vff meins g. hern leip zw wartten. Die aus dem Tafeldienst erwachsenden Aufgaben werden minutiös aufgelistet und einzelnen Edelleuten zugeteilt. Zwei dieser Hofadligen hatten vor dem Tisch des g. herrn zustehen und ihm zu servieren, ferner die subalternen Diener zu beaufsichtigen. Zwei weitere Personen sollten das Essen bringen, aber nicht vorsetzen, denn das oblag wieder einem weiteren Paar Bedienter. Ähnliche Festlegungen liest man für die Getränke. Noch genauere Bestimmungen finden sich im sog. Anhang der Gesindeordnung als Ergänzung oder spätere Änderung: Partein als derjenige, der das Essen trägt, sollte es auch vom koch wol Credentz [...] nhemen. Pock, der zuvor nicht genannt wird, hatte das Essen vorzusetzen. Falckenhain fungierte als Vorschneider. Beim Trinken wurde nach ähnlichem Muster unterteilt, hier verrichteten drei Tischdiener jeweils das Empfangen der Getränke vom Kellerknecht, das Tragen und das Vorsetzen. Bei allen Anweisungen folgt im Anschluss die Begründung: domit S. f. G. nichts schedlichs zw gefugt werde.

Diese recht stattliche Anzahl von genauestens instruierten und zudem adligen Hofdienern geht über das Moment der Hygiene und der leiblichen Sicherheit des Herrn eindeutig hinaus und ist signifikant für die Betonung der fürstlichen Vorrangstellung innerhalb des höfischen Umfelds. Die Vorschriften zu einer angemessenen, repräsentativen und auf Distinktion bedachten Bedienung des Hochmeisters fallen in den Bereich des höfischen Zeremoniells. Andere Bereiche wie die des Kämmerers lassen keinen so detaillierten Einblick zu. Die Fürstentafel ist der Ort, an dem sich zuerst so etwas wie ein zeremonielles Verfahren, eine Verhaltensregulierung feststellen läßt. Damit hält die Ordensresidenz dem Vergleich mit anderen Residenzen im Reich stand, auch hier fallen die Anfänge des Hofzeremoniells, das Aufstellen von Bedienungsvorschriften und die Herausbildung von Tafeletiketten in das beginnende 16. Jahrhundert.

Erwähnung verdienen noch die Vorschriften so S. f. g. bad[en] wollen, die sich jedoch einer eindeutigen Interpretation entziehen. Offensichtlich sollten mehrere Personen, die dem Fürsten im Bade zur Hand gingen, vorher selbst baden. Ein Bube musste sich sogar in die wanen s[e]tzen [...] dorin Sein f. g. bad[en] wollen. Hatte er die Wassertemperatur zu prüfen? Abgesehen von dieser Regelung dürfte es sich hier insgesamt um Vorsichtsmaßnahmen angesichts der drohenden Ansteckung mit Syphilis und somit weniger um zeremonielle Akte handeln.

Über das Leben der Ordensbrüder im Konventshaus erfährt der Leser weder etwas in der Hofgesindeordnung noch in den Listen der Personen, die Winterhofkleidung erhielten. Die in ihrer Ausführlichkeit ungewöhnliche Instruktion für den Hauskomtur offenbart hier jedoch wichtige Detailinformationen und zeigt, daß man sich der Gebote in den Ordenstatuten und dem Ideal einer monastisch-ritterlichen Lebensform durchaus bewusst war. Immer wieder wird betont, die Dinge nach Alter loblicher gewonheit zu verrichten, da mith nach ordenung vnsers ordens auch procedirt vnnd gehandelt werde.

Diese alte und gute Ordnung wurde nach Ansicht der preußischen Stände innerhalb der Ordensregierung nicht mehr gewahrt. So heißt es in den Beschwerden und Klageschriften, die Adel und Städte im Jahr 1520 angesichts der Kriegsnot im Lande beim Hochmeister vorbrachten: [...] und das s. g. mehe der werltliche leute rat (hinder lande und stete, auch der herrn des ordens, welche gar abgeslagen) gefolget, die den iren eigenen nucz mehe den des landes beste gesucht [...]. In einer Ständeversammlung ist die Rede von den auslendischen rete[n], [...] von denen wir armen e. f. g. undersaszen unser recht haben must kouffen? Nue sie ire beutel haben gefullet, sein zu dem lande auszgerissen [...].

Die Stoßrichtung dieser Beschuldigungen geht ganz offensichtlich gegen Dietrich von Schönberg, den einflussreichen Ratgeber Hochmeister Albrechts und eine der schillerndsten Figuren am Königsberger Hof. Er war wohl aufgrund seiner diplomatischen Erfahrungen und auch persönlicher Beziehungen in den Dienst für den Orden gelangt, denn er kann keine der Qualifikationen vorweisen, auf denen andere Räte der Fürsthochmeister ihren Einfluss begründeten, weder die Mitgliedschaft im Orden, noch eine akademische Schulung oder die Abstammung aus einer der mächtigen Adelsfamilien des Landes oder des Reiches. 1520 wird Schönberg für die mißglückten Kriegsunternehmungen gegen Polen verantwortlich gemacht, da er auf den Ständeversammlungen vor 1520 durch sein geschicktes Agieren Steuerbewilligungen erreicht und somit die Finanzierung des geplanten Krieges ermöglicht hatte. Schon während des Krieges weilte er nicht mehr in Preußen und wurde 1521 durch die Stände des Landes verwiesen.

Die punktuelle Betrachtung der politischen Ereignisse im Frühjahr 1520 zeigt, dass die Vertreter der Stände oder auch nur einzelne Landesadlige vergleichsweise wenig Einfluss auf die Geschicke des Landes hatten. Sie mussten, um überhaupt an das Ohr des Fürsten zu gelangen, auf die Vermittlung des Hofmarschalls Dietrich von Schlieben, "der mehr Güter in Preußen besitze als ein anderer", zurückgreifen. Interessanterweise richteten sich ihre Klagen nicht gegen den Orden als korporativen Landesherrn, sondern gegen die weltlichen, landfremden Räte, die ihre Position und ihre Macht allein auf ihre wie auch immer geartete persönliche Beziehung zum Hochmeister gründeten. Wer außer Dietrich von Schönberg war hier wohl noch gemeint?

Der Bericht über den Antrag der Stände vor dem Hochmeister am 9. Mai 1520 nennt die dabei anwesenden weltlichen Räte – es waren der Hofmarschall von Schlieben als Landesritter, die Marschälle der Ordensherren reichsfürstlicher Abstammung Erich von Braunschweig und Wilhelm von Brandenburg-Ansbach, Georg Klingenbeck und Balczer, ein heuptman. Ihr tatsächlicher Einfluss gegenüber den ebenfalls anwesenden Ordensrittern, nämlich dem alten Großkomtur Simon von Drahe, den beiden jungen Reichsfürsten selbst und dem Spittler Georg Truchseß, ist schwer abzuwägen, da die Wahrnehmung der außerhalb des Hofes stehenden Ständevertreter nicht unbedingt mit den tatsächlichen Verhältnissen übereinstimmen muß.

Hochmeister Albrecht hat sich seine Berater nach verschiedenen, aber politisch durchaus relevanten Maßstäben ausgesucht. Dietrich von Schlieben war ein (wenn auch der einzige) Vertreter des preußischen Landesadels, Schönberg und Klingenbeck fungierten als auf dem diplomatischen Parkett Europas gewandte Vertreter seiner Interessen, Herzog Erich und Markgraf Wilhelm verkörperten neben Albrecht selbst das reichsfürstliche Element und damit einen wesentlichen Faktor des außenpolitischen Programms der Ordenspolitik. Sie sind, wenn auch nicht nach althergebrachtem Muster (Durchlaufen mehrerer Ordensämter) dem Orden beigetreten und vertraten neben dem Großkomtur und einigen anderen den Orden als korporativen Landesherrn. Über welches Maß an Einfluss und Macht auf die hochmeisterlichen Entscheidungen die Einzelnen verfügten, ist in diesem Rahmen nicht meßbar. Jedoch läßt sich die erstrangige Position genau dieser Personengruppe auch aus den Bekleidungsordnungen ersehen, in denen sie – im Unterschied zu den anderen Hofmitgliedern – einzeln und mit einer relativ hohen Anzahl an Gefolge ausgeführt werden. Die traditionellen Rats- und Entscheidungsgremien neben dem Hochmeister, der Rat der Großgebietiger und das alljährliche Generalkapitel, hatten offenbar keine tragende Bedeutung mehr.

Ein guter Teil der Ratgeber rekrutierte sich also tatsächlich aus Landfremden, nämlich den Gefolgsleuten und Vertrauten, die die Fürsthochmeister aus dem Reich bzw. von ihren heimatlichen Höfen mitbrachten. Sie wurden mit einer entsprechenden Versorgung ausgestattet und teilweise in die oberen Ränge der Ämterhierarchie des Ordens eingegliedert. Die These der Dominanz der weltlichen Hochmeister-Ratgeber und ihrer entscheidenden Rolle als Verkünder und Wegbereiter des säkularen Umsturzes läßt sich aber insgesamt nicht überzeugend vertreten. In Bezug auf Herkunft und Qualifikation ist der hochmeisterliche Rat als sehr heterogene Gruppe einzuschätzen, innerhalb derer nur wenige weltlichen Standes waren. Als wichtiger und neuartiger Personenkreis erscheinen die von Friedrich und Albrecht in ihren heimatlichen Stammlanden bzw. während ihrer Reichsaufenthalte in Dienst genommenen Gelehrten geistlichen und weltlichen Standes. Eben jene Landfremdheit band sie ausschließlich an den Landesherrn und seinen Hof und garantierte diesem eine sachverständige und uneigennützige Wahrnehmung der Regierungsgeschäfte. Hier schufen die Hochmeister ein Gegengewicht zu den politischen Kräften des Landes und regierten im Zeichen des Ausbaus der Landesherrschaft, wie es ebenso für die geistlichen Territorien des Reiches feststellbar ist.

Die von Kurt Forstreuter angesprochenen Diplomaten, Gelehrten, Künstler und Musiker, die das politische und kulturelle Leben der Ordensresidenz bestimmten, gelten als wichtige Gradmesser für die allgemeineuropäische Verfürstlichung des spätmittelalterlichen Hofes. Das Eindringen bürgerlicher gelehrter Räte in den Hofdienst entsprang einer politischen Notwendigkeit – der Suche nach Auswegen in einer bedrängten äußeren Lage des Restordensstaates, die sich immer mehr verschärfte und für Hochmeister Albrecht zur existenzbedrohenden Frage wurde. Das schriftliche Festlegen zeremonieller Akte, die Abhaltung von höfischen Vergnügungen und aufwendig organisierten Festen, die Festanstellung eines Hofmalers etwa sind nicht nur Ausdruck einer verfeinerten adligen Lebensform, sondern auch im Sinne einer herrscherlichen Machtdemonstration nach außen zu deuten. Diese Intention war natürlich bedingt durch die fürstliche Abstammung der Hochmeister, aber auch durch die politischen Prämissen dieser letzten drei Jahrzehnte des preußischen Ordenszweiges. Mit der Anhebung der Ordensinteressen auf das europäische Parkett erhielt die prachtvolle Hofhaltung eine Funktion – die Repräsentation von hochmeisterlicher Würde und fürstlichem Rang gegenüber gleichrangigen Mächten.

Gleichwohl muß die Einschätzung Forstreuters in ihrem Aussagewert eingeschränkt werden. Der Königsberger Hof wurde nicht kontinuierlich und zielgerichtet ausgebaut. Die für diese These in der Forschungsliteratur genannten Anzeichen, etwa das Turnier von 1518 oder das Anwachsen des Hofstaates auf über 400 Personen, waren nur zeitweilige Phänomene, die sich nicht für die gesamte Periode der Fürsthochmeister nachweisen lassen. Friedrich von Sachsen und Albrecht von Brandenburg-Ansbach haben sich in den Jahren nach ihrer Ankunft in Preußen der zielgerichteten Regulierung ihrer Hofhaltung gewidmet, was die der Untersuchung zugrunde gelegten Quellen beweisen, die zum größten Teil in diesen Jahren entstanden sind. Doch schon die aus der Zwangslage erwachsenen langen auswärtigen Aufenthalten beider Hochmeister sowie im Falle Albrechts auch seine finanzielle Mittellosigkeit zerrissen den Hofstaat und verhinderten dessen stringenten Ausbau.

Da im Rahmen dieses kleinen Forschungsberichts nicht alle Details aufgerollt werden können, soll das bisher vermittelte Bild durch weitere wichtige Ergebnisse der Untersuchung ergänzt werden.

Die auf den Hochmeister hin orientierte Hofhaltung steht außerhalb der durch die Statuten festgelegten Ordensverfassung, jedoch nicht im Widerspruch zur längerfristigen historischen Entwicklung der Ordenskorporation. Die Verfürstlichung des Lebens am Hochmeistersitz ist für die Zeit um 1400 hervorragend belegt, sie lebte 100 Jahre später unter veränderten Vorzeichen wieder auf.

Die Kompetenzen und Zuständigkeiten der einzelnen Haus- und Hofämter werden in den Hofordnungen und Instruktionen nicht erschöpfend dargestellt, sondern nur in bestimmten Einzelheiten und Details angesprochen. Das Auswahlprinzip richtete sich dabei nach der allgemeinen, übergreifenden Intention des jeweiligen Schriftstückes. Diese lag hauptsächlich, vor allem im Falle der Personenverzeichnisse, in der Straffung des Finanzwesens, der Schaffung eines Haushaltes, in dem die Ausgaben nachvollziehbar, kontrollierbar und begrenzbar gemacht werden sollten, und nicht zuletzt auch in Erwägungen der Kostenersparnis. Trotzdem wurde deutlich, daß die Verantwortlichkeiten einzelner Ämter sich zwar in Form grober Ressorts darstellen, aber oft nicht klar voneinander abgrenzen ließen und zudem über den engeren Bereich, den die jeweilige Amtsbezeichnung impliziert, hinausgingen. Es existierte, zumindest im Falle der Räte und zentralen Amtsträger, keine Trennung zwischen hof- und landesverwaltenden Aufgaben. Selbst einige der in die untere Verwaltungsebene gehörenden Königsberger Lokalbeamten wurden wiederholt und, wie es scheint, routinemäßig in verschiedenen diplomatischen Geschäften eingesetzt. Hier drängt sich der Verdacht auf, daß die Inhaber lediglich mit Titel und Einkünften versehen wurden, jedoch ihre tatsächliche Stellung bei Hofe durch das persönliche Verhältnis zum Hochmeister bzw. durch bestimmte Qualifikationen geprägt wurde. Demgegenüber traten die während eines Aufstiegs innerhalb der Ämterhierarchie des Deutschordens erworbenen Fähigkeiten in den Hintergrund. Die beiden Fürsthochmeister konnten eine solche Laufbahn selbst nicht vorweisen, ihre Personalpolitik ist jedoch nicht als Abwendung vom Orden zu verstehen, sondern insgesamt mit dem Begriff des ‚persönlichen Regiments‘ zu charakterisieren. Dies ist das Gesetz bei der Auswahl der engeren Ratgeber und sogar auf der Ebene der Lokalverwaltung des Königsberger Konventshauses. Die in den verschiedenen Anweisungen vorgenommenen Anbindungen der Verwalter an höhere Ämter bzw. Vorgesetzte erwähnen auffällig häufig den Fürsten selbst. Mit seinem Rat und seinem Wissen war zu handeln, bei Schwierigkeiten und Problemen vor allem finanzieller Art war er zu verständigen. Dieser Herrschaftsstil tritt vor allem bei Hochmeister Friedrich deutlich zutage, der sich dadurch den Einblick und den Eingriff auch in untere Verwaltungsebenen sicherte und mit einer im direkten Sinne des Wortes zu verstehenden Unmittelbarkeit regierte.

Der vor diesem Hintergrund anzunehmende geringe Grad der Institutionalisierung der Verwaltungsvorgänge der Ordenszentrale relativiert sich durch die Schaffung behördenmäßiger Strukturen wie des Quatembergerichts oder – innerhalb des Finanzwesens – der Anlage von Rechnungsbüchern. Besonders die Kanzlei zeigt ein relativ weit fortgeschrittenes Stadium der Ausbildung. Mit diesen Ansätzen eines zentralen und sachlich gegliederten Ämterwesens gingen die Fürsthochmeister teilweise über die herkömmlichen Organisationsstrukturen des Ordens hinaus. Die strukturellen Neuerungen zielten jedoch vor allem auf die Stärkung des landesherrlichen Regiments und dessen Zentralisierung und Ausrichtung auf die Person des Fürsten. Dieser von Ingrid Matison beschriebene "absolutistische Grundzug" ist nicht als weltliches Herrschaftsmuster oder säkulare Tendenz zu charakterisieren, sondern entspricht einer allgemeinen verfassungsmäßigen Entwicklung auch der geistlichen Territorien.

Ulrike Petzold*

Stadt und Residenz im mitteldeutschen Raum

Ein Projekt der

Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt

Charakteristisches Merkmal der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte des mitteldeutschen Raumes ist die große Vielfalt seines Herrschaftsgefüges. Folge dieser herrschaftsrechtlichen und dynastischen Zerklüftung war die Ausbildung eines besonders dichten Netzes von Residenzen, deren Typenspektrum weit reicht. Finden lassen sich Haupt- wie Nebenresidenzen, Orte mit langer Tradition als Herrschaftszentrum, aber auch solche, für die diese Funktion nur kurze Episode blieb, Residenzen geistlicher Fürsten reihen sich neben die weltlicher Herren, solche großer Territorien neben die kleinerer Fürstentümer und Herrschaften.

Von der modernen Residenzenforschung sind die mitteldeutschen Residenzen trotz ihrer Bedeutung und großen Zahl lange wenig beachtet worden. Erst in jüngerer Zeit hat sich dies für einzelne Themen und Residenzen zu ändern begonnen. Insbesondere dem Verhältnis von Stadt und Residenz ist bislang kaum Aufmerksamkeit geschenkt worden, obwohl fast allen mitteldeutschen Residenzen gemeinsam ist, daß sie in oder nahe bei Städten entstanden sind, also offenbar zwischen beiden eine enge Verbindung bestanden hat. Besonders desolat ist der Forschungsstand für die Zeit vor dem 17. Jahrhundert. Ähnlich wie ehedem Peter Moraw mit Recht in Frage stellte, ob man Residenzenforschung ohne gründliche Untersuchung des Hofes überhaupt sinnvoll betreiben kann, wird man angesichts des engen Zusammenhangs von Stadt und Residenz auch in Zweifel ziehen dürfen, ob man das Residenzphänomen hinreichend erhellen kann, wenn man die urbanen Aspekte des Forschungsfeldes außer acht läßt.

An dieser Stelle setzt ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel "Stadt und Residenz. Residenzbildung und Interdependenzen zwischen Stadt, Hof und Residenz vom 14. bis zum 17. Jahrhundert im mitteldeutschen Raum" an. Durchgeführt wird es als Forschungsprojekt der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt und der Professur für mittelalterliche Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seinen Sitz hat es am Institut für Geschichte dieser Universität. Die Projektleitung obliegt dem Vorsitzenden der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Andreas Ranft. Derzeit ist ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des Projektes beschäftigt, zur Jahresmitte 2002 sollen eine weitere Mitarbeiterin oder ein weiterer Mitarbeiter sowie eine studentische Hilfskraft folgen. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des "Hochschul- und Wissenschaftsprogramms (HWP)", mit dem gezielt Forschungsstrukturen in den neuen Ländern und Berlin gefördert werden. Die Finanzierung des Projektes bis Ende 2003 ist zugesagt, eine Fortführung bis 2006 in Aussicht gestellt.

Arbeitsschwerpunkt sind zunächst Residenzstädte auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts, deren Erforschung bislang besonders lückenhaft und damit vordringlich ist. Dieser geographische Schwerpunkt bedeutet jedoch nicht, daß andere Teile Mitteldeutschlands gänzlich aus dem Blickfeld geraten würden. Drei Fragen sind forschungsleitend. Zunächst einmal wird grundsätzlich nach urbanen Bedingungen für Residenzbildung gefragt, die den engen Zusammenhang von Stadt und Residenz erklären können. Darüber hinaus sollen die konkreten, meist situationsbedingten Motive für die Residenzbildung an den jeweiligen Orten erhellt und miteinander verglichen werden, denn nur selten ist eine Standortwahl hinreichend aus allgemeinen Bedürfnissen oder Notwendigkeiten der Fürsten und ihrer Höfe zu erklären. Lassen sich für Mitteldeutschland bestimmte Muster, typische Konstellationen oder auch Besonderheiten gegenüber anderen Regionen erkennen? Die Leitfrage mit der größten Komplexität ist die nach den Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Residenz. Hier wird danach gefragt, wie sich das Aufeinandertreffen der ursprünglich separaten Systeme Stadt und Hof auswirkt. Untersucht werden also Veränderungen und Kontinuitäten von sozialen, ökonomischen, politisch-administrativen und kulturellen Strukturen und Prozessen. Aus dem Vergleich der Bedingungen und Motive für Residenzbildung und den unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen Stadt und Residenz wird möglicherweise auch die Basis für eine fundierte Typologie der Residenzstädte des mitteldeutschen Raumes erwachsen. Denn bislang spricht man hier − wie meist auch sonst in der Forschung − von der urbanen Sonderform der Residenzstadt trotz unterschiedlichster Erscheinungsformen noch sehr undifferenziert.

Matthias Meinhardt, Halle*

Kontaktadressen:

Prof. Dr. Andreas Ranft (Projektleiter) Matthias Meinhardt (Projektmitarbeiter)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Institut für Geschichte Institut für Geschichte

D-06099 Halle (Saale) D-06099 Halle (Saale)

ranft@geschichte.uni-halle.de meinhardt@geschichte.uni-halle.de.

Kolloquiumsberichte

 

 

Hof und Theorie
Gesprächskreis zur Theorie des Hofs
veranstaltet vom Sonderforschungsbereich 537 "Institutionalität und Geschichtlichkeit", Teilprojekt C/Prof. Dr. Gert Melville, und der Residenzen-Kommission
Dresden, 15.-17. November 2001

Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine letztlich befriedigende Definition des Phänomens Hof konnte auf der kleinen Tagung "Hof und Theorie", die im November letzten Jahres in Dresden stattfand, nicht gewonnen werden, ja am Rande vernahm man sogar die Warnung, daß ein Thema in wissenschaftlicher Hinsicht tot sei, wenn es erst einmal definiert sei. Doch davon ist man noch weit entfernt: Wiewohl bei wichtigen Aspekten, die während des interdisziplinären Arbeitsgesprächs zur Sprache kamen, ein Konsens erzielt werden konnte, so gab es doch auch durchaus uneinheitliche Meinungen, die, so der Eindruck des Berichterstatters, in der Regel eher im unterschiedlich eingeschätzten Erklärungspotential der verschiedenen Theorien denn in dem durch die Quellen überlieferten Hofleben lagen.

Den umsichtigen Organisatoren Dr. Reinhardt Butz, Assistent am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte an der Technischen Universität Dresden, und Dr. Jan Hirschbiegel, wiss. Mitarbeiter der Kieler Arbeitsstelle der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, war es gelungen, für die verschieden ausgerichteten und in ihren Fragestellungen auch auseinandergehenden Ansätze kompetente Referenten zu finden und an einen Tisch – im wahrsten Sinn des Wortes: in eine große Runde – zu bitten.

Einigkeit herrschte weitgehend bei der Vorstellung des Hofes als eines aus Herrscher und Umgebung bestehenden Personenverbandes, der Differenzierung in einen engeren und weiteren Hof, der Verknüpfung mit den verschiedenen Ausprägungen von Herrschaft und Macht, Landesverwaltung usw., und der mehrmals in den Diskussionen auftauchenden Vorstellung des Hofes von einer Art Zwiebel, bei der der persönliche Kreis um den Herrn institutionalisiert wird, sich verselbständigt und von einem neuen Kreis abgelöst wird, wobei festgehalten werden muß, daß hierbei die frühneuzeitliche Entwicklung im Reich als Vorbild wirkte. Überdies ist der Hof beileibe nicht auf traditionale Gesellschaften oder Europa beschränkt.

Im einzelnen gab es neun Referate, bei denen jeweils verschiedene Höfe bzw. Quellengruppen im Zentrum der Überlegungen standen.

Den Auftakt bildete die linguistisch-diskursanalytische Untersuchung von Eugen Vance (Seattle) der Werke Chrétien de Troyes, Andreas Capellanus (vor allem sein Werk "De amore") und anderer Autoren, die am Hofe oder in sozialer Nähe zum Hof der Grafen von Champagne wirkten und gleichsam die kohärente literarische Gruppe der "École de Champagne" bildeten. Diese Textgruppe ist von besonderer Bedeutung für die Herausbildung der Hofkultur, da sie im weiteren Verlauf in West- und Mitteleuropa übernommen und verändert wurde und im übertragenen Sinn so etwas wie Maßstäbe setzte. Die zentrale Frage war, wie sich in diesen Werken das Leben am Hof mit seinen verschiedenen Gruppen wiederfand und in welchen sprachlich-literarischen Formen dieses ausgedrückt wurde. Die Texte sind Fiktion, sie arbeiten mit sprachlichen Metaphern, bilden zwar eine Realität ab, doch darf man nicht auf die Realität, die Sprachpragmatik, zurückschließen; die literarischen Werke, so die Antwort auf eine Frage, seien als eigenständige, ideelle Kraft zu werten, die eine große Bedeutung für die Sozialisation des Adels gehabt habe.

Ebenfalls die Hofliteratur nahm Rainer A. Müller (Eichstätt) in den Blick, in dem er vier verschiedene Gattungen der Frühen Neuzeit auf ihr zeitgenössisches Theorieangebot für den Hof befragte: 1. Fürstenspiegel, 2. Hausväterliteratur, 3. Regimentstraktate und schließlich 4. Hofmannsliteratur; der Referent konzentrierte sich dabei auf die am weitest verbreiteten Werke. Bei einer Interpretation, so Müller, sei darauf zu achten, daß die Autoren der Fürstenspiegel in der Regel aus der Innenperspektive des Hofes schrieben und offene Kritik vermieden; falls einmal wirklich Mißstände angesprochen werden sollten, wich man in allgemeine Floskeln aus. Mehr oder minder spielte der Hof in allen literarischen Gattungen eine besondere Rolle, die Erziehung am Hof galt allen Autoren als Leitbild, ebenso erscheinen Hofordnungen an vielen Stellen, der Hof wurde nie von der Landesverwaltung losgelöst betrachtet. Die Gattungsdefinitionen sind bereits zeitgenössisch, auch lassen sich die Werke in den Hofbibliotheken nachweisen, in den Einleitungen und Zitaten nennen sich die Autoren gegenseitig.

In einem dezidiert sozialgeschichtlich und Epochen vergleichenden Beitrag entwickelte Aloys Winterling (Bielefeld) einen seinem Anspruch nach universalen Hofbegriff, der auf die persönliche Anwesenheit beim Herrscher und die Interaktion mit dem Herrscher abhebt. Methodisch begründeter Gegenstand war der Vergleich – vor Jahren als historische Methode noch keineswegs allgemein anerkannt – des Hofs des Kölner Kurfürsten in der Frühen Neuzeit mit dem Kaiserhof der römischen Antike. Grund für die Anwesenheit bei Hofe war stets die Attraktivität des Herrn, der seinen ihm zugewandten Leuten Gunst in vielerlei Formen vermitteln konnte: Legitimation, Macht, Reichtum oder Ehre. In der Diskussion entstand in der Folge immer wieder die Frage, wie die Bindung an den Herrscher zustande kam und bestenfalls über einen längeren Zeitraum Bestand hielt.

Genau an diesem Punkt setzte das Referat von Ulf Christian Ewert (München) an, der das Problem der Gunstverteilung mit dem Instrumentarium der Neuen Institutionenökonomik der Wirtschaftstheorie beschrieb. Dieser Ansatz beschäftigt sich nicht ausschließlich mit rein ökonomischen Vorgängen, sondern letztlich mit allen Erscheinungen des menschlichen Lebens; der Hof wird zum Markt, der Herrscher zum Anbieter, der Höfling zum Nachfrager, das getauschte Gut ist die Gunst des Herrn, die sich als knappes Gut verstehen läßt, welches der Herr verleihen kann, wenn der Höfling im Gegenzug bereit ist, die Sache des Herrn zur eigenen zu machen bzw. einen wie auch immer gearteten Preis zu zahlen. Bis hierher wäre es nur eine Übersetzung bekannter Phänomene in eine andere Sprache. Doch der Ansatz geht weiter. Auf Grund zahlreicher, logisch abgeleiteter Annahmen, von denen hier nur die Transaktionskosten herausgegriffen seien (der Zugang zum Markt ist für beide Seite mit Aufwand verbunden, beide Seiten haben Interesse daran, diese Kosten zu senken) läßt sich mit Hilfe der Spieltheorie das Handeln der Marktteilnehmer vorhersagen; Höfe seien demnach Institutionen zur Senkung von Transaktions- und Informationskosten oder, in der Sprache der Historiker und etwas verkürzt, unbewußt geschaffen worden, hätten sich dann aber weiter entwickelt, weil sie in einer institutionellen Konkurrenz zueinander gestanden haben.

Die sich anschließende Diskussion war nicht kurz, kann allerdings nicht im einzelnen dargestellt werden. Ein wichtiger Einwand bestand beispielsweise darin, daß die Neue Institutionenökonomik letztlich auf alles, zumindest auf alle Institutionen, anwendbar sei und damit in der Konsequenz nichts mehr erkläre.

Gegenstand des Vortrags von Jan Hirschbiegel (Kiel) war der Ertrag, den die Systemtheorie von Luhmann für die Hofforschung bieten kann. Ausgangspunkt für ihn ist der spätrömische Hof der Kaiserzeit. "Hof" wird dabei als soziales System gesehen, das aus Systemelementen verschiedener Ordnungen besteht, die in einem gewissen Verhältnis zueinander stehen bzw. miteinander kommunizieren. Wie alle Systeme, so dient auch der Hof der Reduktion komplexer Umweltverhältnisse (was allerdings aus der Sicht des Fürsten formuliert ist), und verfolgt das Ziel, den eigenen Bestand zu erhalten. Aufgabe des Hofes sei es, als "Institution dauerhaft Orientierungs- und Verhaltenssicherheit auch gegenüber Dritten zu bieten". In der Diskussion schälte sich heraus, daß das Schwierige am Hof nicht das Zentrum, sondern die Grenzen beispielsweise zwischen dem engeren und weiteren Hof seien; so sei auch die Grenze zwischen der Umwelt und dem Hof nicht definiert.

Der Inhalt des Referats von Jeroen Duindam (Utrecht) läßt sich am besten etwas bildhaft kurz wiedergeben: Duindam entkleidete den Mythos Elias. Elias habe das Bild vom frühmodernen Hof verzerrt, die Entmachtung des Adels fand nicht statt, auch stimme das Bild vom Goldenen Käfig nicht, und schließlich komme das Phänomen der Hofparteiungen, die es in Versailles sehr wohl gegeben habe, bei Elias nicht vor. Duindam ging noch einen Schritt weiter: Versailles sei kein Modell, kein Vorbild für andere Höfe. Insbesondere nach dem Sieg über die Türken vor Wien 1683 blickte der europäische Adel nach Wien zum Kaiserhof. Diese Feststellung steht der alten These, daß die deutschen Fürsten zuvörderst nach Versailles geblickt hätten, diametral gegenüber. Bei einem Vergleich beider Höfe werde aber deutlich, daß das Zeremoniell in Wien wesentlich stärker ausgeprägt war als in Versailles, die Verkettung des französischen Königs geringer als des Kaisers; auch solle man lieber von Integration als von Domestizierung des Adels sprechen.

Dietmar Willoweit (Würzburg) skizzierte vor dem Hintergrund des Ordnungsbegriffs, der in der Rechtsgeschichte in den letzten 20 Jahren intensiv diskutiert wurde, den normativen Charakter der Hofordnungen des 15. und 16. Jahrhunderts und warnte ausdrücklich vor einem modernisierenden Verständnis: Den Ordnungen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit ist allgemein keine Rechtssetzung, sondern eine Fixierung von schon bestehenden Rechtsgewohnheiten zu eigen. Von daher griffen moderne Interpretationsversuche (Sozialdiszplinierung) oft zu kurz, da diesen Texten erst im Nachhinein eine Autorität zuerkannt wurde.

Einen interkulturell vergleichenden Blick warf Rolf Gundlach (Mainz) auf die Hofkultur des alten Ägypten, wobei sich sofort das Problem einstellte, ob man die Verhältnisse bei den Pharaonen mit der an mitteleuropäischen Höfen entwickelten Terminologie wiedergeben kann: Haben Kanzler und Hofmeister in beiden Kulturkreisen dieselben Aufgaben? Parallelen aber sind unverkennbar, auch wenn es große Unterschiede in der Herrschaft, vor allem der Legitimierung der Herrschaft gab: Ähnlichkeiten stellen sich bei der Beschreibung der Residenzbildung, des Haushalts des Königs, der Organisation des Zeremoniells ein.

Einem Einzelproblem ging zum Schluß Harm von Seggern (Kiel) nach, nämlich der langsamen Residenzbildung, die er mit der Standorttheorie der Sozial- und Wirtschaftsgeographie zu beschreiben suchte. Dreh- und Angelpunkt war hierbei die von Walter Christaller entwickelte Theorie der zentralen Orte, die für den weiten ökonomischen Bereich des Dienstleistungssektors als Standorttheorie dient. Um die Theorie jedoch anwenden zu können, versuchte er am Beispiel der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, das Wesen der Landesherrschaft als Dienstleistung umzudeuten, bei der sich untergeordnete Herrschaftsträger mit ihren Problemen an den Herzog wandten. In der Konsequenz können und müssen selbst die Haltestellen eines jeden ambulanten Gewerbes als zentrale Orte angesprochen werden. In der Diskussion stellte sich allerdings heraus, das Zentralität als alleiniger Begriff nicht zur Erklärung von räumlichen Strukturen ausreicht: Zentralität in sakraler Hinsicht sieht anders aus als diejenige in ökonomischer Hinsicht, die Residenzbildung ist eine Strukturveränderung im Verhältnis zwischen den Fürsten einerseits und dem Adel bzw. den Herrschaftsträgern andererseits.

In seiner Zusammenfassung hob Gert Melville (Dresden) auf die Frage ab, wie man zu einer Theorie des Hofs gelangen könne, und wies als Antwort auf vier Wege (hier stark vereinfacht): 1. Man nehme eine Theorie und probe die Anwendung, 2. man untersuche zeitgenössische normative Vorgaben, 3. man erkläre Einzelphänomene zu Idealtypen (die es ja in der Realität nie gibt), und 4. man führe einen interkulturellen Vergleich durch. Als Fazit bleibt, daß auch in Zukunft das Phänomen des Hofes erklärungs- und damit theoriebedürftig bleibt. Durchgängig aber erschien der Hof als "duales System": Höfe waren sowohl gesatztes als auch selbstregulierendes System, waren von Offenheit und Geschlossenheit gekennzeichnet, waren personales und zugleich transpersonales Gefüge, waren praktisches Regierungsinstrument und Symbol der Macht.

Der Berichterstatter bekennt freimütig, daß die zahlreichen offengebliebenen Fragen in Kürze darzustellen sein Vermögen übersteigt. Interessant wäre es gewiß einmal, einen ausgewählten und besonders gut überlieferten Hof mit Hilfe der verschiedenen Theorien zu befragen, um gleichsam einen Vergleich der Erkenntnismöglichkeiten, einen Vergleich der Theorien zu unternehmen, was von der Konzeption her etwas anderes bedeutete als die bisher durchgeführten interdisziplinären Untersuchungen aus Familien-, Politik-, Verwaltungs-, Rechts-, Literatur-, Musik- und Kunstgeschichte.

Anregend und beflügelnd war die Tagung allemal, auf die Publikation der Beiträge in der Reihe "Norm und Struktur" darf man gespannt sein.

Harm von Seggern, Kiel*

Burgenrenaissance im 19. und 20. Jahrhundert

10. Jahrestagung der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern e.V. in Zusammenarbeit mit der Wartburg-Stiftung Eisenach e.V.,
Wartburg in Eisenach, 11. bis 14. April 2002

Die 1992 gegründete Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern e.V. veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Wartburg-Stiftung Eisenach e.V. auf der für beide Vereine namengebenden Burg in Eisenach eine Jubiläumstagung zu ihrem zehnjährigen Bestehen, an der etwa 80 Personen teilnahmen. Die Tätigkeit der Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren erwies sich als außerordentlich fruchtbringend, wovon einerseits die jährlich stattfindenden und stets international besetzten Fachtagungen, andererseits die inzwischen auf sieben Bände angewachsene Reihe der Jahrbücher "Forschungen zu Burgen und Schlössern" zeugen, deren Publikation im Verlag des Germanischen Nationalmuseums in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kunstverlag realisiert wird. Daneben ist die Herausgabe der jungen bereits neun Bände zählenden Reihe "Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa" seit 1999 zu nennen.

Mit dem Thema "Burgenrenaissance im 19. und 20 Jahrhundert" wurde in diesem Jahr der Fokus auf ein Forschungsfeld gelenkt, das sich nicht nur durch den Historismus und baulichen Stileklektizismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts auszeichnet, sondern das im Rahmen dieser Veranstaltung erwartungsgemäß zahlreiche z.T. unvermutete Rückbezüge auf das Mittelalter sowie die frühe Neuzeit zutage treten ließ, darüber hinaus aber auch einen aktuellen Zeitbezug barg. Ferner erwies es sich – trotz zahlreicher Studien der vergangenen Jahrzehnte zur Geschichte, Architektur und Bildkunst des 19. Jahrhunderts – für den Bereich der Burgenforschung als von teilweise großen Desideraten behaftet, was besonders entsprechende Forschungen zum 20. Jahrhundert betrifft. So bot sich den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Disziplinen und Fachrichtungen (hauptsächlich solcher aus der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte, Kunstgeschichte und Bauforschung) hierzu ein interessantes Spektrum an neuen Beiträgen. Daneben fanden die Vorstandssitzung der Gesellschaft, die jährliche Mitgliederversammlung sowie ein festlicher Abendempfang zum zehnjährigen Bestehen statt.

In insgesamt 25 Vorträgen wurden vier große Themenkomplexe abgehandelt, wobei eingangs – als übliche Hommage an die gastgebende Region – in der ersten Sektion "Region Thüringen" neue Forschungen zu den Burgen des Landes vorgestellt wurden. Diese wurde mit einer fundierten Einführung von Gerd Strickhausen (Marburg) eröffnet, der unter dem Titel "Zum Burgenbau des 14. Jahrhunderts in Thüringen" referierte. Dort nahm man gerade im 14. Jahrhundert zahlreiche Burgneugründungen und -ausbauten vor, wobei in der ersten Jahrhunderthälfte schwere Auseinandersetzungen zwischen den einheimischen Adelsgeschlechtern (darunter die mächtigsten Dynasten, die Grafen von Schwarzburg) und dem wettinischen Landgrafen Friedrich II. stattfanden, die in der Thüringer Grafenfehde von 1342-45 gipfelten und als Motivation für diese Bautätigkeiten unbestritten seien. Dieser Konflikt manifestiere sich gerade auch an dem systematisch ausgebauten Burgennetz mit seinen militärtechnisch modernen Burgenbauten, an denen auch eine einheitliche Formenspache abzulesen sei, so die Schlußfolgerungen. In den anschließenden Referaten boten detaillierte Einzelanalysen einen Einblick in Studien über mehrere von der Forschung lange Zeit vernachlässigte Burgen. Die als "außerordenlich groß" bezeichnete "Burg Ranis", deren älteste Bausubstanz wohl aus der Zeit um 1200 stammt, wurde von G. Ulrich Großmann (Nürnberg) vorgestellt. Ihre Bausubstanz erwies sich bei der baugeschichtlichen Analyse als weitaus differenzierter als bislang bekannt war. So konnten für diverse Bauabschnitte und -teile neue Datierungsansätze vorgelegt werden, die Nutzung der romanischen Bauteile bei späteren Umbauten wurde neu ermittelt und die Bedeutung des Bauwerks in spätgotischer Zeit sowie um 1580 und um 1650 fand Beachtung. Daneben stand bei dem Referat "Zur Geschichte der Burg Gleichen" aus der bekannten und seit dem 18. Jahrhundert vielfach abgebildeten Burgengruppe der sogenannten "Drei Gleichen" die wohl "geschichtlich und bauhistorisch facettenreichste" der drei Wehranlagen im Blickfeld von Udo Hopf (Gotha). Er konnte gerade die frühe Baugeschichte dieser Anlage aus einen völlig neuen Blickwinkel betrachten, da nicht nur eine ältere unter dem romanischen Wohnbau verlaufende Ringmauer aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, sondern auch eine für die Zeit seltene Filterzisterne aus demselben Jahrhundert ermittelt werden konnte. Am Wohnbau selbst wurden vier Bauphasen aus dem 12./13. Jahrhundert unterschieden. Daneben standen Aussagen zur Nutzung der Burg in der Neuzeit und Hintergründe ihrer Ruinierung. Die daraufhin präsentierten Studien "Zur Baugeschichte der Sachsenburgen an der Thüringer Pforte" beim Wächterberg von Thomas Bienert (Erfurt) befaßten sich u.a. mit der Frage nach der kontinuierlichen Befestigung des entsprechenden Berggeländes. Dieses wurde seit der Hallstattzeit genutzt und besaß eine seit dem 6. Jahrhundert bestehende und strategisch bedeutende Burganlage mit fränkischer Besatzung. Für die Zeit bis zum 13. Jahrhundert liegen jedoch keine historischen Nachrichten vor. Die Gleichsetzung der beiden rezenten Burgen sei eventuell auf eine noch aus der Zeit vor 1250 errichtete Gesamtanlage zurückzuführen. Dabei konnte die Übereinstimmung mit einer 1247 genannten "Saxinburg" plausibel gemacht werden, wobei die später als obere und untere Burg bezeichneten Teile der Anlage als eine Burg aufzufassen seien, da erst für das 14. Jahrhundert separate Nennungen und die besitzrechtliche Teilung der Anlage nachgewiesen werden können. Wie eng einzelne aus verschiedenen Stilepochen stammende Bauteile miteinander verzahnt sind und erst durch eine differenzierte bauforscherische Analyse entflochten werden können, zeigten die zwei weiteren Vorträge. "Des Bücherspeichers Kern – der Vorgängerbau der Anna-Amalia-Bibliothek zu Weimar" fand das Interesse von Elmar Altwasser (Marburg). Den Nukleus der in den 1760er Jahren entstandenen Bibliothek, nämlich den ab 1560 errichtete und 1573 als "neues Lusthaus" bezeichnete Vorgängerbau, das Schloß Herzog Johann Wilhelms, wußte der Referent in bewährter bauforscherischer Manier detailreich und gekonnt herauszuschälen. Dabei traten einerseits Einflüsse von Bauten in Frankreich zutage, andererseits erwiesen sich solche der Prager Renaissance und des einheimischen Schloßbaus als vorbildhaft. So sei dieser Bau kein Residenzschloß, sondern ein Bau mit eher privatem Charakter und ein für seine Zeit völlig avanciertes und singuläres Gebäude. Demgegenüber stellte sich der anschließend von Jörg Möser (Dresden) vorgestellte Bau als eindeutig seiner mittelalterlichen Bausubstanz verhaftet heraus. Das "Schloß Weesenstein – zur frühneuzeitlichen Erweiterung der mittelalterlichen Burg" betitelte Referat bot bauforscherische Einsichten über die Geschichte der Anlage, die im Mittelalter auf dem Gebiet der Burggrafschaft Dohna situiert war und bis circa 1402 zum Besitz der Burggrafen zu zählen ist, bevor sie 1406 an die Familie von Bünau, anschließend 1772 an die Freiherren von Uckermann und 1830 an die Familie des sächsischen Königs fiel. Wichtig waren dabei Erkenntnisse zu den funktionalen Verbindungen der vorderen und hinteren Vorburgbereiche, die nun nicht mehr frühneuzeitlichen Erweiterungen zugerechnet werden können; auch für den klassizistischen "Wintergarten" von 1775 wurden Vorgängerbauten und Erschließungswege lokalisiert.

Neben diesen Vorträgen bot die am dritten Tagungstag veranstaltete Exkursion zu den mittelalterlichen Burgruinen bzw. neuzeitlichen Schlössern in Thal, Winterstein, Waltershausen und Ohrdruf sowie zum Zisterzienserkloster Georgenthal, die von Udo Hopf und Gerd Strickhausen vorbereitet worden waren, eine Vorstellung von interessanten Fallbeispielen der thüringischen Architekturlandschaft. Es lag auf der Hand, daß dabei auch exemplarisch einige im 19. Jahrhundert wiederentdeckte Burgen besucht wurden. Die Adaption dieser Vorbilder und ihre Umformung im Hinblick auf neue architektonische Strukturen und bauliche Details sowie komplette architektonische Neuschöpfungen bei den Schlössern zeigten sich besonders beim Besuch des Ohrdrufer Schlosses.

Der Festvortrag von Ernst Badstübner (Berlin) mit dem Titel "Romantik und Historismus. Frühe Denkmalpflege in Deutschland und die Wartburg" am Abend des ersten Tagungstages versprach sowohl stilistische und formgeschichtliche Aspekte der Architektur im 19. Jahrhundert zu thematisieren sowie die Wartburg im Kontext der frühen Denkmalpflege aus kunsthistorischer Sicht zu beleuchten. Der Referent ging aber weit über diesen disziplinären Rahmen hinaus, indem er den Entstehungs- und Nutzungskontext der Burg sowie den Funktionswandel politisch-kritisch hinterfragte und einen Bezug auch zu unserer Zeit herzustellen wußte. Er wies darüber hinaus auch auf Historismen, die sich seit den 1930er bis in die 1950er Jahre beispielsweise an Bauten in Deutschland und auch der Sowjetunion zeigen, hin. Die Verselbständigung von Mythen und die Relevanz eines bis heute geschichtsprägenden Bild- und Formenspektrums wurde dabei deutlich. Gerade diese Aspekte waren es, die auch in den folgenden Sektionen die Bedeutung von kunst- und bauhistorischen Studien zum Burgen- und Schloßbau des 19. und 20. Jahrhunderts im interdisziplinären Kontext deutlich werden ließen.

Geradezu ein Paradebeispiel für das Thema der zweiten Sektion "Neue Forschungen zur Wartburg im Historismus" lieferte natürlich der Tagungsort selber, die Wartburg, deren Besichtigung in den Veranstaltungsrahmen selbstverständlich einbeschlossen war. Diese war bereits 1756 als "Denkmal des Altertums" bezeichnet worden und stand spätestens nach dem Wartburgfest der deutschen Burschenschaft 1817 im Blickfeld der Öffentlichkeit und auch der Denkmalpflege. Die seit 1838 erfolgenden Wiederherstellungsarbeiten waren geprägt von der Tätigkeit dreier Personen, nämlich des Erbgroßherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach (Besitzer und Bauherr), des planausführenden Architekten und des Kommandanten der Wartburg. Deren Verhältnis zueinander wurde von Grit Jacobs (Eisenach) unter dem Titel "Carl Alexander, Hugo von Ritgen und Bernhard von Arnswald. Zum Verhältnis von Bauherr, Architekt und Kommandant" anschaulich beleuchtet. Die unter diesem "Dreigestirn" auf der Burg durchgeführten Baumaßnahmen sind im Kontext der in zeitgenössischer Manier durchgeführten zeichnerischen "Dokumentation" des Baues, der Grabungen auf der Burg sowie der Entwürfe für die Restaurierung bzw. Umgestaltung und den verworfenen Alternativentwürfen von Ferdinand von Quast (1846 und 1848) zu sehen. Ein wichtiger Aspekt, auf den auch in den späteren Referaten und Diskussionen leider nicht näher eingegangen wurde, ist der von Arnswald und von Ritgen hinsichtlich der Bauerhaltung, -wiederherstellung und -gestaltung verwendete Begriff der "größtmöglichen Wahrheit", der Parallelen zu vergleichbaren Äußerungen in der englischen Architekturtheorie der Zeit (August W. N. Pugin und John Ruskin) birgt. Der in etwa 50 Jahre beanspruchenden Umgestaltung der mittelalterlichen Wartburg im 19. Jahrhundert widmete sich Jutta Krauß (Eisenach) in ihrem Referat "Die Wartburgwiederherstellung im Kontext der sächsisch-weimarischen Denkmalpflege". Die Restaurierung der Abteikirche Tahlbürgel und die Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens bildeten neben der Wartburg zwei weitere Schwerpunkte der denkmalpflegerischen Tätigkeit im Land. Das herzogliche "Geschenk an die Nation", die Wartburg, habe aber bereits damals zum Vergleich mit anderen zeitgenössischen Projekten herausgefordert. Auch die Bedeutung der bis heute beliebten und vielfach besuchten Gaststätte auf dem Burgberg, die 1912 in der Nachfolge eines bereits Ende der 1850er Jahre neben der Kernburg entstanden Gasthauses (das in der Tradition wohl auf ein bereits im Spätmittelalter erwähntes Brauhaus nebst Schänke zurückging) wurde in diesem Zusammenhang herausgestellt. An diese Ausführungen schloß sich das "Bau- und Rückbau. Zur Entrestaurierung der Wartburg in den 1950er Jahren" betitelte Referat von Günther Suchardt (Eisenach) fast nahtlos an. Diese Phase der Wartburggeschichte sei von einer "Reromanisierung" oder "Purifizierungswelle" gezeichnet gewesen, die einen einmaligen Vorgang in der deutschen Denkmalpflege darstelle, so der Referent. Ausschlaggebend war dabei die Tätigkeit von Sigfried Asche, dem damaligen Leiter der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen Berlin, der im Auftrag der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten (der Vorläuferin des DDR-Kulturministeriums) im Februar 1952 zunächst ein Gutachten über die Burg erstellte. Auf dessen Grundlage wurde im Juni 1952 eine Denkmalpflegetagung einberufen, Asche als künftiger Direktor auf der Wartburg avisiert und die Bildung eines neuen Stiftungsausschusses angekündigt. Trotz häufiger Bürgerproteste in den darauffolgenden Jahren kam es anschließend zu einschneidenden "Rückbauprozessen" auf der Wartburg. Diese seinen das Resultat der Tätigkeit von Asche, der auf die Burg berufen worden war und zum Vorsitzenden einer (von ihm selbst vorgeschlagenen und als wissenschaftlicher Beitrat zusammentretenden) Kommission sowie des Stiftungsausschusses ernannt worden war, und der damit einhergehenden Machkonzentrierung. Allerdings habe dieser wohl aufgrund der Änderungen in der Kulturpolitik der SED, die sich in einer neuen Satzung manifestiert hätten, Bilanz gezogen und sei im Herbst 1960 geflohen. Diese personellen Verflechtungen, die sich durch die Darlegung der Verhältnisse in der jüngeren Vergangenheit der Wartburg abzeichnen sowie die offensichtlich politisch und ideologischen begründeten Handlungsweisen und der theoretische Überbau (Stichwort: nationaler Kulturdenkmalbegriff in der DDR) machten deutlich, wie wichtig die Analyse der Bauvorgänge an historischen Denkmälern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts generell ist. Der nachfolgende Beitrag von Stefanie Lieb (Köln) machte jedoch deutlich, daß der Gedanke der Purifizierung auch schon im 19. Jahrhundert – natürlich unter gänzlich differenten politischen und gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen – eine außerordentliche Bedeutung für die Wartburg besaß. In ihren Ausführungen zum Thema "Der Rezeptionsprozeß romanischer Formen bei der ‚Wiederherstellung‘ der Wartburg im 19. Jahrhundert" konnte sie dieses u.a. anhand von bislang unerkannten Fundstücken aus dem ortseigenen Lapidarium zeigen. Von Bedeutung sind hierfür die von Hugo von Ritgen rekonstruierten und z.T. neu erfundenen "romanischen" Kapitelle, Kämpfer, Basen und Konsolen, die einen Großteil des Bestandes ausmachen, sowie die Formenrezeption mittelalterlicher Vorbilder aus der Region, die angewandten Übertragungsmethoden und -techniken. Daß dabei keinesfalls ein "absolut reiner Stil" zur Ausführung gekommen sei, wurde ebenfalls betont.

Gänzliche andere Aspekte bot die "Burgenforschung und Denkmalpflege des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts (‚Theorie‘)" betitelte dritte Sektion, in der in fünf Beiträgen ganz unterschiedliche Aspekte dieses Bereichs beleuchtet wurden. Zu Beginn widmete sich Rudolf Knappe (Kassel) der Biographie eines der wichtigsten Persönlichkeiten der Burgenforschung in Hessen. Der Vortragstitel "Georg Landau (1807-1865) – sein Leben und Wirken" ließ eingangs nicht die Bedeutung dieses Archivars und Historikers erahnen, der 1834 Mitgründer des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde und 1852 eines Gesamtvereins der damaligen Geschichts- und Altertumsvereine sowie auch Mitglied des Gelehrtenausschusses des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg war. Neben seiner Leidenschaft für Burgen widmete er sich auch im Kontext seiner landeskundlichen Forschungen wüst gefallenen Orten und gilt als ein Begründer der deutschen Hausforschung. Allein schon dieser Beitrag machte – wie einige später noch folgende Referate – deutlich, daß auch zukünftig die Biographien einzelner Forscher und Forscherinnen stärker ins Blickfeld rücken sollten. Gänzlich andere Aspekte beleuchtete an diese Ausführungen anschließend Jürgen Krüger (Karlsruhe) in seinem Beitrag "Zwischen Idol und Ideologie. Die Burg im 20. Jahrhundert". Ausgehend von spektakulären Fallbeispielen von Burgenbauten und -umbauten im 19. Jahrhundert machte er deutlich, inwieweit der Umgang mit diesen Wehrbauten (z.B. durch Umnutzung) das Bild der Burg geprägt hat und das "Phänomen Burg" heute zu beurteilen ist. Wichtige verschiedenen Zeitstufen (um 1900, nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie das 21. Jahrhundert) zugeordnete Stichworte hierzu waren im Rahmen der politischen Geschichte die "Entideologisierung" und "Neuideologisierung", Geschichts- und Traditionserfindung sowie aus bau- und kunsthistorischer Sicht der denkmalpflegerische Umgang mit Burgen (Wiederaufbau, Umnutzung und touristische Erschließung als Erlebnisort für Geschichte) und der neue populäre "Mittelalterkult". Die Bedeutung der z.T. rein fiktiven und ins Phantastische abdriftenden Einzelbeispiele bei der Rekonstruktion des mittelalterlichen Lebens auf der Burg als populäre Attraktionen in der jüngsten Zeit (z.B. Mittelalterfeste, Tunierspiele oder Gothic-Festivals), die das heutige Bild vom Mittelalter in der Öffentlichkeit stark beeinflussen, dürfe dabei nicht unterschätzt werden, so auch die Meinung anderer Teilnehmer. Es läge gerade hierin, wie auch in Diskussionen hervorgehoben wurde, sowohl eine Chance der Erforschung von Burgen, Festungen und Schlössern durch den wissenschaftlichen Nachwuchs, aber auch die Gefahr einer neuen ideologischen Verbrämung und/oder auch der unreflektierten Verherrlichung eines vermeintlich hauptsächlich martialischen Zeitalters in der breiteren Öffentlichkeit. Demgegenüber stellten fachlich motivierte Ansätze in der experimentellen "Archäologie" oder durch korrekte Re-enactments in Deutschland bislang die Ausnahme dar. Auf eine entsprechende wissenschaftliche Herangehensweise im Ausland (z.B. durch die Royal Armouires in Leeds sowie die Gesellschaften DeReMilitari und AVISTA) kann hier verwiesen werden. Um so wichtiger erschienen in diesem Licht auch die Ausführungen von Dankwart Leistikow (Dormagen) über die Wurzeln der Burgenforschung unter der Überschrift "Von der ‚Geschichte der Militärarchitektur‘ zur Burgenforschung. Festpunkte der Burgenkunde in Baden im 19. Jahrhundert", die sowohl auf Voraussetzungen in historischen, genealogischen und militär-technischen Studien basierten. Erfaßt und bearbeitet wurden in Baden dabei hauptsächlich Bauwerke von militärisch-strategischer Bedeutung, wobei ein Ausgangspunkt der Stammsitz des Herrscherhauses, nämlich die Burg Hohenbaden, war. Deutlich wurde – ähnlich wie bei den Ausführungen von Rudolf Knappe –, wie Lebensläufe und persönliche Vorlieben einzelner Forscher ihre thematische Ausrichtung im Fach beeinflußten, ein Feld, daß gerade in der Burgenkunde noch eingehender zu bearbeiten wäre. Deutlich wurden auch partielle Defizite in der Berücksichtigung der Entwicklung der Waffengattungen im Mittelalter in der kontinentaleuropäischen Burgenforschung, die zukünftig durch eine Arbeitsgruppe geschlossen werden sollen. Die letzten Beiträge dieses Blocks beschäftigten sich mit zwei unterschiedlichen Themen. "Aspekte des Denkmalstreits um das Heidelberger Schloß" wurden von Sigrid Gensichen (Dossenheim) u.a. anhand von unveröffentlichten und qualitativ hoch einzuschätzenden Bauaufnahmen kritisch beleuchtet. Über das Für und Wider des Auf- oder Ausbaus der Schloßruine ließ sich ein Streit mit einem publizistischen Höhepunkt um 1900 konstatieren. Es wurde bei der Aufrollung der Abläufe deutlich, wie wichtig die Analyse historischer denkmalpflegerischer Ansätze im Hinblick auf die Theorie der Denkmalpflege ist. Dagegen erweiterte der nachfolgende Beitrag den Blick erneut um die europäische Dimension des Phänomens Historismus. Tatiána Petrasová (Prag) stellte ihre Forschungen zum Thema "Schloß Hlubocká/Frauenberg – zur Rezeption eines englischen Castle gothic" vor. Hierbei wurden für dieses Schloß die Wurzeln im viktorianischen England ausgemacht. Es deuteten sich dabei nicht nur architekturhistorische Verbindungslinien, sondern auch bedeutende personelle Kontakte an, deren europäische Dimensionen auch anhand der Beiträge in der folgenden Sektion näher beleuchtet werden konnten.

Die nur allgemein und bescheiden "Burgenbau in Europa (‚Praxis‘)" betitelte vierte Sektion knüpfte auf verschiedenen Ebenen an die vorhergehenden Blöcke an. Einzelbauten wurden vorgestellt, andere Referate erschlossen neue Aspekte, indem einerseits die gewichtige Bedeutung der Bauherrn herausgefiltert wurde und andererseits gesellschaftliche Beziehungsgeflechte offengelegt werden konnten. So gelang es Elisabeth Castellani Zahir (Freiburg i. Ue.) in ihrem aufschlußreichen Beitrag mit dem Titel "Frust und Lust – der Adel als Bauherr. Networks in der europäischen Burgenrenaissance um 1900", anhand des Beispiels des Grafen Hans von Wilczek (1837-1922) und seines Umfeldes die entsprechende Rolle des Adels in seinem europäischen Beziehungsnetz herauszustellen. Deutlich wurde auch der Ursprung der "Burgenrenaissance" des 19. und 20. Jahrhundert in der Konkurrenzsituation zwischen altem Adel und Bürgertum, die die Referentin kurz umriß (Stichwort "Neo-Feudalismus"). Diese lasse sich auch an der Wirkung zahlreicher repräsentativ oder martialisch gestalteter Bauten der einen sowie der anderen Partei aufzeigen. Von Bedeutung sei auch die Ausprägung von Scheinwelten oder – nach Norbert Elias – einer mimetischen Welt gewesen. Die Signifikanz der Ausbildung eines persönlichen Netzwerkes eines Bauherrn, das geographische, soziale und politische Grenzen durchbrechen konnte, wurde dabei ebenfalls deutlich. Letzeres zeigte zugleich die enge Verknüpfung von privaten und öffentlichen Beziehungen, was die Referentin anhand eines eingängigen Relationsdiagrammes darlegte. Tomasz Torbus (Breslau und Leipzig) referierte über Das Schloß "Kamenz in Schlesien. Ein (fast) vergessenes Meisterwerk von Friedrich Schinkel", das zwischen 1838 und 1873 für die Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau nach Entwürfen des Berliner Architekten von seinem Berufskollegen Ferdinand Martius in Kamenz erbaut wurde. Dieser Bau trage aufgrund der Verwendung von vorbildhaften mittelalterlichen Architekturformen aus dem Deutschordensland Preußen (z.B. Farbwechsel im Backsteinverband), England und Italien gleichsam ein "stilistisches Kostüm", dessen eklektizistischer Charakter auch zahlreichen anderen zeitgenössischen Bauwerken eigen sei. Es folgte der Beitrag von Petr Chotìbor (Prag) über die "Neogotischen Umbauten auf der Prager Burg". Interessanterweise konzentrierten sich die neugotischen Bauvorhaben auf dem Hradschin nicht auf die Kernsubstanz des Mauerwerks von profan genutzten Baukörpern, wie Paläste oder Türme, sondern auf die kirchlichen Bauwerke der Prager Burg, den Veitsdom und die Residenzhäuser des Metropolitankapitels. Unter Josef Mocker, dem zweiten Dombaumeister der Neuzeit und zugleich berühmtesten Neogotiker Böhmens, wurden diese Vorhaben durchgeführt. Während er bei der Gestaltung bzw. Vollendung der Westfassade des Domes sowohl auf Vorlagen bedeutender europäischer Kathedralen sowie des Veitsdomes zurückgriff, entstanden für die anderen Bauten vollständige Neuentwürfe. Als bedeutend für die Geschichte der Restaurierungen wurde ferner auch die Innenausstattung der Gebäude hervorgehoben. Elsmar Alshut (Gelsenkirchen) bot danach interessante Einsichten in die gänzlich anders gelagerte Thematik "Burgennutzung, ‚Fabrikburgen‘ und Neo-Feudalarchitektur des neuen Industrieadels im Ruhrgebiet", indem er verschiedene Beispiele für die Architektur im Zeitalter der dort von der Kohle- und Eisengewinnung geprägten Industrialisierung präsentierte. Die Frage, inwieweit sich die Übernahme älterer Burgen und Schlösser oder die Initiierung und Finanzierung des Burgenneubaus im ausgehenden 19. und des frühen 20. Jahrhunderts durch bürgerliches Klientel anhand der sogenannten "Fabrikburgen" des Neuadels am Niederrhein manifestierte, konnte anhand aussagekräftiger Beispiele geklärt werden. Genannt werden können diesbezüglich die sogenannten "Malakowtürme", die einfache Fördergerüste ablösten und deren Gestalt und Dekor Donjoncharakter besitzen, wobei deren Umgebung als ein stetig wachsender "Fabrikburgenkomplex" bezeichnet wurde. Als weitere Beispiele wurden die Schlösser Styrum nahe Mülheim und Landsberg, die von August Thyssen umgestaltet wurden, sowie die 1872/73 entstandene Villa Hügel von Alfred Krupp in Essen mit ihrem weitläufigen Park über dem Baldenysee analysiert. Durch diese Maßnahmen, die z.T. einen vermeintlich "fürstlichen" Anspruch der Bauherren offenlegten, wurden einschneidende Eingriffe in die Kulturlandschaft vorgenommen, deren Bedeutung für unser heutiges Landschaftsbild nicht unterschätzt werden dürfe. Diskussionen während der Tagung in kleinerem Kreis zeigten, daß generell die Erforschung der kulturlandschaftlichen Entwicklung einer Region über mehrere Jahrhunderte hinweg Perspektive und Ziel zukünftiger Forschungen sein sollten; entsprechende Vorlagen dafür liefern beispielsweise angelsächsische Studien zum "landscape development" oder solche aus der Geographie. Bei der Reflexion über die Beiträge von Elisabeth Castellani Zahir und Elmar Alshut wurde auch deutlich, daß die Bedeutung der Termini Bauherr, Baumeister und Architekt spätestens seit dem 19. Jahrhundert – im deutlichen Gegensatz zum Mittelalter (z.B. "architectus", "magister operis") und zur frühen Neuzeit (z.B. "bawmeister") – eindeutig begrifflich belegt waren, d.h. die Aufgabenfelder einzelner Personen bei der Bauplanung, -ausführung und -organisation eindeutig voneinander abgegrenzt waren. Die Einflußnahme des Bauherren auf Entwurf und Baugeschehen konnte aber dennoch immens sein.

Am letzten Veranstaltungstag wurde der Blick eingangs noch einmal auf aktuelle Forschungsprojekte gelenkt. Daniel Burger (Neuendettelsau) berichtete vom Stand der Entwicklung des musealen Konzeptes für das geplante Deutsche Burgenmuseum Cadolzburg. Es wurde bereits ein Raumprogramm entwickelt, in dem eine überregionale Darstellung des Burgenbaus vom Früh- bis zum Spätmittelalter und die gesellschaftlichen, historischen und kulturellen Grundlagen und Beziehungen ihren Platz finden sollen, was angesichts der zur Verfügung stehenden historischen Bausubstanz als "Herausforderung" bezeichnet wurde. Thomas Biller (Berlin) lieferte ferner einen Arbeitsbericht über "Das Thema "Burgen" in der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin", d.h. der Einrichtung der Mittelalterabteilung in der Dauerausstellung im Berliner Zeughaus. Das Konzept sieht vor, die architektonische Entwicklung der Burgen anhand von vier Modellen aus der Zeit um 1000, um 1200, um 1300 und um 1530 aufzuzeigen, darüber hinaus sollen 200 ausgewählte Burgen an einer Computer-Station abgerufen werden können. Ein weiteres Modell soll die Burg und deren Bestandteile im Kontext einer burgbezogenen Herrschaft in sozialem, ökonomischen und politischen Zusammenhang zeigen. In diesen Ausführungen spiegelte sich auch die breite Meinung der Teilnehmenden wider, daß in einer multi- und/oder interdisziplinären Herangehensweise an das Thema neben der nach wie vor unabdingbaren Bauforschung die Zukunft der Erforschung von Burgen und Schlössern liegen würde.

Die übrigen Beiträge dieser letzten Sektion widmeten sich drei weiteren Einzelbeispielen von Burgen, die im 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert restauriert wurden. Monique Fuchs (Haut-Koenigsbourg) präsentierte den Vortrag "Heilige, Helden und Ritter: gezielte Auswahl der mittelalterlichen Bilderwelt auf der Hohkönigsburg". Ihre Analyse der Darstellung von profanen und sakralen Themen in Schnitzereien, auf Glasgemälden und Fahnen sowie an Wänden oder Türen vor allem im Kaisersaal der Burg, der Galerie des Innenhofes sowie der Goldenen Kammer im Bergfried ergaben, daß ein Vorbild die Camera d’Oro von Schloß Torrechiara in Italien war und die kaiserliche Familie durch die Darstellungen gewürdigt werden sollte. Gefolgt wurden ihre Ausführungen von dem Bericht "Schloß Ripaille in der Haute-Savoie beim Genfersee" von Louis Necker (Genf/Ripaille). Dieses Château in der Gemeinde Thonon wird heute zu privaten und musealen Zwecken genutzt. Der Wiederaufbau des spätmittelalterlichen Gebäudes zwischen 1892 und 1908 durch den Industriellen und Kunstsammler Frédéric Engel-Gros stand in direkten Beziehungen zur zeitgenössischen Kunstszene im Elsaß sowie zu Architekten und Kunsthandwerkern aus dieser Region, aus Genf, Zürich, Wien und Karlsruhe sowie zum Arts-and-crafts-Movement in England. Auch hier zeigte sich wieder die europäische Dimension, die bei diesem Beispiel zu einer "Synergie von Burgenrenaissance, Heimatstil und Reformbewegung" geführt habe. "Die Residenz des ‚Dichter-Fürsten‘ Joseph Victor (von) Scheffel: Das Scheffelschlößle (1878-1879) bei Radolfzell am Bodensee" war Thema von Michael Losse (Marburg und Singen). Dieser private Wohnsitz auf der Halbinsel Mettau erwies sich als Anzeiger für den gesellschaftlichen Werdegang des Dichters Scheffel (1826-1886), dessen Aufstieg vom Bürger in den erblichen Adelsstand im Jahr 1876 ausschlaggebend für die Standortwahl und Gestaltung des "Schlößle" war. Im Kontext seiner Nobilitierung erwarb von Scheffel 1976 das Gut Mettnau und ließ nach Entwürfen von Karl von Groszheim das dortige Rebgutpächterhaus 1878/79 im Stil der Neorenaissance zum Schloß mit Reminiszenzen an die Burgenarchitektur ausbauen. Auch die exponierte Lage des Gebäudes in der Landschaft mit Ausblick auf zahlreiche Burgen und Schlösser der Umgebung zeigt, so daß nicht nur der private Landschaftsgenuß, sondern auch die öffentliche Selbstdarstellung für den Bauherrn von Bedeutung war. Wie bei den Ausführungen in einigen vorhergehenden Referaten wurde die Bedeutung des bürgerlichen Mäzenatentums und die Einflußnahme der Bauherren auf die architektonische Gestaltung ihrer "Sitze" deutlich. In die Region auch der Forschungsgeschichte zurück führte das Publikum anschließend der letzte Tagungsbeitrag von Moritz Flury-Rova (Trogen) unter dem plakativen Titel "Schwedisches Geld und Wissen für ein Schweizer Schloß: die Restaurierung des Schlosses Hallwyl im Aargau 1904-1916". Der Referent legte die Restaurierungs- und Rekonstruktionsgeschichte sowie den Ablauf und die Methoden der archäologischen Untersuchungen dieses Schlosses klar dar. Das Bemerkenswerte dieser zwischen 1904 und 1916 durchgeführten Maßnahmen ist vor allem der Einsatz der damals in Schweden lebenden Mäzenin, der Millionärin Wilhelmina von Hallwyl. Diese suchte einerseits ihren Adelstitel zu legitimieren, andererseits besaß sie ein starkes persönliches Interesse am Stammsitz ihres schweizerischen Gatten. Die Restaurierung erfolgte unter neuen denkmalpflegerischen Prämissen, während noch 30 Jahre zuvor ihr Schwager das Gebäude nach ganz anderen Grundsätzen in neogotischem Stil hatte zum Stammsitz ausbauen lassen. Sie dagegen führte es rigoros auf den Zustand vor 1860 zurück. Das Baugeschehen, die Grabungen und die Forschung vor Ort durch schwedische Wissenschaftler sowie die Auswertung und Katalogisierung der Funde und Befunde in Schweden können einerseits mit Bezug auf die Schweiz als eine Pionierleistung der dortigen Burgenforschung, andererseits als ein Beispiel für den Weitblick und die Initiative einer Frau in der Forschungsförderung im 19. Jahrhundert gewertet werden.

Als Fazit der Tagung ist zu konstatieren, daß sich die Erforschung der Wiederentdeckung, Restaurierung und Nutzung von Burgen und Schlössern sowie deren Um- oder Neubau im Kontext ihres Funktionswandels im 19. und 20. Jahrhunderts als ein wichtiges und – gerade in Bezug auf das unlängst vergangene Jahrhundert – noch lange nicht ausgeschöpftes Forschungsfeld erweist. Zu dessen weiterer Schließung setzte die Veranstaltung der Wartburg-Gesellschaft e.V. einen markanten Wegweiser. Anknüpfungspunkte wären beispielsweise Fragestellungen zum Thema Denkmalpflege, wie solche nach einer Bausubstanz schonenden Sicherung und Restaurierung oder nach dem Sinn oder Unsinn bzw. der Funktion von Wiederaufbauten, die bereits im 19. Jahrhundert die Gemüter erhitzten und auf breiterer Ebene erneut bedacht werden sollten (hierzu kann auf den Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche oder den Streit um das Berliner Schloß verwiesen werden). Ferner könnte – neben der stets unabdingbaren Bauforschung – die Analyse der Funktion alter und neuer Burgen und Schlössern im 19. und 20. Jahrhundert als Repräsentations- und Identifikationsobjekte von Teilen der Gesellschaft weitere Erkenntnisse zutage fördern. Die Bedeutung und Relevanz solcher Ansätze für die heutige Zeit ergibt sich u.a. aus der Selbstverortung der Mediävistik und Frühneuzeitkunde der verschiedenen Disziplinen in der heutigen Gesellschaft, ihren Aufgaben und Arbeitsfeldern sowie ihrer Verantwortung gegenüber einem breiteren Publikum, wie Diskussionen während der Veranstaltung auf der Wartburg klar werden ließen. Daß die Rezeption des Mittelalters und der frühen Neuzeit im 19. Jahrhundert sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Bedeutung war, lag für das Fachpublikum klar auf der Hand, daß aber auch die Wurzeln der anschließenden Rezeption und die der heutigen Zeit weitaus tiefer in der Vergangenheit liegen als allgemein bekannt, hat die Jubliläumstagung der Wartburg-Gesellschaft, deren Beiträge in bewährter Manier veröffentlicht werden sollen, eindeutig gezeigt.

Christine Kratzke*

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

Arbeitsgespräch

Barock als Aufgabe
Fischer von Erlach, der Norden und die zeitgenössische Kunst

Wolfenbüttel, 12. bis 14. September 2001

Kontaktadresse: Meinrad von Engelberg

Universität Augsburg

Lehrstuhl für Kunstgeschichte

Universitätsstraße 10

D-86139 Augsburg

Tel. [D] 08 21 - 5 98-56 67 – [D] 08 21 - 5 98-56 63

E-Mail: Meinrad.vonEngelberg@phil.uni-augsburg.de

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Kolloquium

Frauen in der Stadt

Friesach, 12. bis 16. September 2001

Kontaktadresse: Dr. Fritz Mayrhofer

Österreichischer Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung

Postfach 320

A-4010 Linz

Tel. [A] 07 32 - 78 10-64 – Fax [A] 07 32 - 78 10-6 44

E-Mail: friedrich.mayrhofer@mag.linz.at

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Konferenz

English Politeness: Conduct, Social Rank and Moral Virtue, c. 1400-c. 1900

London, 24. September 2001

Kontaktadresse: Royal Historical Society

University College London

Gower Street

GB-London, WC1E 6BT

Aus dem Programm:

Carter, P. (Oxford), Politeness Exposed: Character and the Sentimental Gentleman; Cohen, M. (London), Masculinity and the End of Politeness.

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Tagung

Histoire Medievale et Christianisme

Orléans, 28. bis 30. September 2001

Kontaktadresse: Irmine Martin

c/o IRHT

3B avenue de la Recherche scientifique

F-45071 Orléans cedex 2

Tel. [F] 02 - 38 25 78 53 – Fax [F] 02 - 38 25 76 30

E-mail: martin@cnrs-orleans.fr

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Tagung

Die preußische Krönung von 1701 im deutschen und europäischen Kontext

Wustrau, 30. September bis 3. Oktober 2001

Kontaktadresse: Univ.-Prof. Dr. Bernd Sösemann

c/o Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin

Koserstraße 20

D-14195 Berlin

Fax [D] 0 30 – 77 62-2 13

E-Mail: soeseman@zedat.fu-berlin.de

Internet: http://www.fu-berlin.de/akip

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Ringvorlesung

"Mittelalter-Forum"

Münster, Wintersemester 2001/02

Kontaktadresse: Dr. Thomas Lentes

Forschungsgruppe "Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum"

Hüfferstr. 27

D-48149 Münster

Tel. [D] 02 51 - 83-3 19 73 oder -3 26 57 – Fax [D] 02 51 - 83-3 00 38

E-Mail: kultbild@uni-muenster.de

Internet: http://www.uni-muenster.de/kultbild

Aus dem Programm:

21. November 2001

Fuchs, F. (Regensburg), Der württembergische Hof im Spiegel mantuanischer Gesandtschaftsberichte (1474/75).

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Tagung

Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert

Insel Reichenau, 2. bis 5. Oktober 2001

Kontaktadresse: Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte e.V.

Benediktinerplatz 5

D-78467 Konstanz

Tel./Fax [D] 0 75 31 – 6 17 43

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Ausstellung

Jeu des rois, roi des jeux
Le jeu de paume en France

Fontainebleau, 3. Oktober 2001 bis 7. Januar 2002

Kontaktadresse: Musée du château de Fontainebleau

F-77300 Fontainebleau

Tel. [F] 01 - 60 71 50 60 – Fax [F] 01 - 60 71 50 71

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Internationale Tagung

Wissen an Höfen und Universitäten
Rezeption, Transformation, Innovation

Frankfurt am Main, 5./6. Oktober 2001

Kontaktadresse: Prof. Dr. Johannes Fried

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

SFB/FK 435 "Wissenskultur" – Geschäftsstelle

Grüneburgplatz 1

D-60629 Frankfurt am Main

Fax [D] 0 69 - 79 83 24 40

E-Mail: wissenskultur@em.uni-frankfurt.de

Aus dem Programm:

Reichert, F. (Heidelberg), Geographisches Wissen im Umkreis Friedrichs II.; Ricklin, T. (Freiburg i.Ü.), De honore Aristotelis apud principes. Bemerkungen zur Rolle des Aristoteles in der höfischen Gesellschaft des 13. Jahrhunderts; Grebner; G. (Frankfurt a. M.), Übersetzung, Glossierung und Kompilation als Zugänge zum naturwissenschaftlichen Wissen am staufischen Hof; Paravicini Bagliani, A. (Lausanne), Der päpstliche Hof und die Naturwissenschaften im 13. Jahrhundert.

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Tagung

Geistliche Staaten in Schwaben im Rahmen der Reichsverfassung

Kloster Irsee, 11. bis 13. Oktober 2001

Kontaktadresse: Dr. Irene Pill-Rademacher

Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur

Kreisarchiv Ravensburg

Postfach 1940

D-88189 Ravensburg

Tel. [D] 07 51 - 85-4 90 – Fax [D] 07 51 - 85-6 16

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Ausstellung

Jouets de princes (1770-1870)

Rueil-Malmaison, 17. Oktober 2001 bis 28. Januar 2002

Kontaktadresse: Musée des châteaux de Malmaison et de Bois-Préau

Avenue du Château

F-92500 Rueil-Malmaison

Tel. [F] 01 - 41 29 05 55 – Fax [F] 01 - 41 29 05 56

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Kolloquium

Entrer en ville

Orléans, 26. bis 27. Oktober 2001

Kontaktadresse: Alexandre Borrell

Secrétariat de l’Institut des Sciences humaines

Faculté des Lettres

Université d’Orléans

10, rue de Tours

F-45072 Orléans Cedex 2

Tel. [F] 02 - 38 49 47 01 – Fax [D] 02 - 38 49 47 11

E-Mail: Institut.Sciences.Humaines@univ-orleans.fr

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Tagung

Das alte und das neue Europa
Zu Grundfragen von Austauschprozessen zwischen den europäischen Großregionen in Mittelalter und Früher Neuzeit

Warschau, 26. bis 28. Oktober 2001

 

Kontaktadresse: Deutsches Historisches Institut Warschau

Niemiecki Instytut Historyczny w Warszawie

Palac Kultury i Nauki (17. Stock)

Plac Defilad 1, skr. 33

PL-00-901 Warszawa

Tel. [Pl] 0 22 - 6 56-71 81, -71 82, -71 83 – Fax [Pl] 0 22 - 6 93 70 06

Internet: http://www.dhi.waw.pl/veran_08.html

Aus dem Programm:

ERÖFFNUNG

Prof. Klaus Ziemer, Direktor des DHI Warschau – Prof. Werner Paravicini, Direktor des DHI Paris – Dr. Marc Löwener, wiss. Mitarbeiter des DHI Warschau

SEKTION I: HISTORISCHE RAUMBEGRIFFE

Gautier-Dalché; P. (Paris), Représentations géographiques de l’Europe (en particulier septentrionale, centrale et orientale) au Moyen Âge; Wessely, A. (Budapest), Die drei historischen Regionen Europas.

SEKTION II: DER KULTURBEGRIFF

Wünsch, T: (Konstanz), Der Kulturbegriff; Wyczański, A. (Warschau), Korreferat.

SEKTION III: ERKLÄRUNGSMODELL I: KULTURGEFÄLLE IN EUROPA

Samsonsowicz; H. (Warschau), Kulturgefälle in Europa.

SEKTION IV: ERKLÄRUNGSMODELL II: MODERNISIERUNG IN EUROPA

Nolte, H.-H. (Hannover), Modernisierung: das Konzept und Europa in der Frühen Neuzeit; Gawlas, S. (Warschau), Modernisierung als analytisches Problem aus polnischer Perspektive.

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Ausstellung

Bildung der Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha vor 175 Jahren

Coburg, 2. November 2001 bis 25. Januar 2002

Kontaktadresse: Staatsarchiv Coburg

Herrngasse 11

D-96450 Coburg

Tel. [D] 0 95 61 - 9 28 33 – Fax [D] 0 95 61 - 9 40 17

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Seminar

Savoirs et pouvoirs dans la Péninsule ibérique au Moyen Age

Paris, 5. November 2001 bis 18. März 2002

Kontaktadresse: Adeline Rucquoi

Centre de Recherches Historiques

54, boulevard Raspail

F-75270 Paris Cedex 06

Tel. [F] 01 - 49 54 24 42 – Fax 01 - 49 54 23 99

E-Mail: crh@msh-paris.fr

Le séminaire hebdomadaire portera sur l’histoire culturelle de la Péninsule ibérique, du XIIe au XVe siècle, et sera consacré à l’écriture de l’histoire au cours des XIIe et XIIIe siècles.

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Ausstellung

Pietas Prussica. Politik und Frömmigkeit in Preußen 1525 bis 1701

Emden, 17. November 2001 bis 2. Januar 2002

Kontaktadresse: Henning P. Jürgens

Johannes a Lasco Bibliothek

Kirchstraße 22

D-26721 Emden

Tel. [D] 0 49 21 - 91 50 19

E-Mail: juergens@jalb.de

Internet: http://www.jalb.de

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Tagung

Der Weg zur Urkunde – Der Weg der Urkunde

Wien, 22./23. November 2001

Kontaktadresse: Dr. Karel Hruza

Arbeitsgruppe Regesta Imperii

c/o Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

Fleischmarkt 20/22

A-1010 Wien

Tel. [A] 51 - 2 91 84-46– Fax: [A] 51 - 3 38 51

E-Mail: Karel.Hruza@oeaw.ac.at

Internet: http://www.oeaw.ac.at/gema/event.htm

Aus dem Programm:

EINLEITUNG

Herold, P. (Wien), Wege der Urkunden – Wege der Forschung.

I. DER WEG ZUR URKUNDE: KONZEPT, FORMULAR UND AUSSTELLER

Hruza, K. (Wien), Die vorweggenommene Wirkung: Skandalträchtige Urkunden Wenzels IV. von 1385; Herold, P. (Wien), Das Ringen um den Text. Die Lehensurkunden Friedrichs III. von 1446/47 für Herzog Philipp von Burgund: Genese, Wirkungsweise und Scheitern von Urkundentexten; Kunde, H. (Jena): Die Kanzlei der Naumburger Bischöfe im 12. Jahrhundert; Wihoda, M. (Brno): Das Formular von Opava; Lackner,

C. (Wien), Zwei nicht alltägliche Stücke aus der herzoglich-österreichischen Kanzlei; Dünnebeil, S. (Wien), Wo war der Aussteller? Burgundische Urkunden mit Verfasser und ohne Aussteller.

II. DER WEG ZUR URKUNDE: FÄLSCHUNGEN

Köhler, A.-K. (Leipzig), Die Mönche von Toberlu – Zur gefälschten Gründung des Zisterzienserklosters Dobrilugk; Römer, J. (Lichtenfels), Der älteste Schweizer Bundesbrief – Paläographische Untersuchungen zum Fälschungsverdacht.

III. DER WEG DER URKUNDE

Hildbrand, T. (Zürich), Zwischen Text und Pergament. Aussagebenen mittellaterlicher Urkunden; Brun, P. (Zürich): Die Urkunde im Spannungsfeld von "Recht" und "Symbol"; Egger, C. (Wien), Litterae clausae – cedulae inter clusae; Hrdina, J. (Praha), Wenn zwei sich etwas zu sagen haben. Briefkommunikation im hussitischen Böhmen; Scharer, A. (Wien), Angelsächsische Urkunden des Frühmittelalters; Beihammer, A. (Wien), Formen schriftlicher Kommunikation zwischen byzantinischer Kaiserkanzlei und muslimischen Destinatären. Versuch einer Typologie; Seggern, H. von (Kiel), Die Publikation von Münzordonnanzen in Holland (15. Jahrhundert).

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Internationales Kolloquium

Las cortes de España y de Francia en el siglo XVII

Les Cours d`Espagne et de France au XVIIe siècle

Madrid, 26. bis 28. November 2001

Kontaktadresse: Ciudad Universitaria

Casa de Velázquez

C/ de Paul Guinard

E-28040 Madrid

Tel. [E] 0 91 - 4 55-15 80 – Fax [E] 0 91 - 4 55-15 97

Internet: http://www.casadevelazquez.org

Aus dem Programm:

Barrios, F., Gómez Centurión, C. (Madrid), La Casa del Rey en la segunda metad del siglo XVII: estructura administrativa y aspectos financieros; Le Roux, N. (Paris), La Maison du roi en France: institution sociale et outil politique; Lisón Tolosana, C.(Madrid), Referencia y autorreferencia en el ritual cortesano barroco: Felipe IV y el Conde Duque; Bély, L. (Paris), Louis XIV et le cérémonial de la Cour; Ma Perceval, J. (Barcelona), Jaque a la reina: las princesas francesas en la corte de Madrid, de la extranjera a la enemiga; Cosandey, F. (Nantes), Reine de France; héritière espagnole; Filippini, O. (Pisa), El confesor del rey: Juan de Santo Tomás (O. P.), confesor de Felipe IV; Bennassar, B. (Toulouse), Don Juan d’Autriche et Don Juan José d’Autriche: deux grandes carrières de bâtards royaux chez les Habsbourg d`Espagne; Bois, J.-P. (Nantes), Le roi, l’armée et la Cour en France au XVIIe siècle; Domínguez Nafría, J. C. (San Pablo-CEU), El gobierno de la guerra en el siglo XVII; Maqueda, C. (Madrid), Los extranjeros en la corte española; Dubost, J.-F. (Caen), La Cour de France face aux étrangers au XVIIe siècle; Valladares, R. (Madrid), Absolutismo desinformado. Los enviados del Rey Católico ante la Corte Cristianísima; Marías, F. (Madrid), El retrato del rey en España; Mérot, A. (Paris), Mises en scène de portrait royal au XVIIe siècle; Michel, C. (Paris), La place de la peinture dans la décoration des Maisons royales françaises au XVIIe siècle; Michel, P. (Bordaux), Les collections royales françaises: modèles et fonctions; Flor, F. R. de la (Salamanca), Emblemática y síntesis político – teológica del mundo para minorías cortesanas; Hildesheimer, F. (Paris), Entre droit et théologie: l’absolutisme à la française; Vilar, J. (Marne-La Vallée), Escribas desnortados para reyes borrones: la historiografía inmediata de los "Austrias menores"; Grell, C. (Versailles), L’Histoire au service d’ambitions hégémoniques; Bury, E. (Versailles), Louis XIV et les lettres: les ambiguïtés d’un mécénat royal.

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Kolloquium

Zum 1000. Todestag Kaiser Ottos III.

München, 24. Januar 2002

Kontaktadresse: Dr. Hubertus Seibert

Ludwig-Maximilians-Universität

Historisches Seminar

Abteilung für Mittelalterliche Geschichte

Schellingstraße 12

D-80799 München

Tel. [D] 0 89 - 21 80 54 48 – Fax [D] 0 89 - 21 80 56 71

Aus dem Programm:

Schieffer, R. (München),Vor 1000 Jahren: Tod und Begräbnis Ottos III.; Körntgen, L. (Tübingen) Repräsentation und Fürbitte. Otto III. in seinen Bildern; Kluge, B. (Berlin), König der Pfennige. Geld und Münze im Europa Ottos III.; Görich, K. (München), "Verschiedene denken Verschiedenes". Otto III. im Urteil der Historiker.

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Vortrag

Alessandro Catalano (Rom) und Petr Mata (Prag)

"non potei piu tenere, ma bisogno che lasciassi correre l'urina nelle braghe"
[Ich konnte es nicht mehr aufhalten, deshalb mußte ich den Harn in die Hose fliessen lassen]

Welche Bedeutung kann für heutige historische Sozialwissenschaft ein Kardinalstagebuch aus dem 17. Jahrhundert haben?

Wien, 30. Januar 2002

Kontaktadresse: Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Pfeilgasse 29/4

A-1080 Wien

Tel./Fax. [A] 01 - 4 02 47 68

Internet: http://www.univie.ac.at/Neuzeit/index_.htm

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Tagung

Verwandtschaft und Freundschaft
Zur Unterscheidung und Relevanz zweier Beziehungssysteme

Bielefeld, 8. bis 10. Februar 2002

Kontaktadresse: PD Dr. Peter Schuster

Universität Bielefeld

Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie

Postfach 100131

D-33501 Bielefeld

E-Mail: Peter.Schuster@Geschichte.Uni-Bielefeld.de

Aus dem Programm:

Silver, A. (New York), "Pure Gifts" in Ideology and Theory: The Case of Friendship; Lubich, G. (Köln), Ist Verwandtschaft vergänglich? Semantiken von propinquitas ("Verwandtschaft") am Beispiel des Iringliedes bei Widukind von Corvey; Schuster, P. (Bielefeld), Familie und Verwandtschaft im spätmittelalterlichen Adel.

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11. Schweizerische HistorikerInnentagung
für Frauen-, Männer-, und Geschlechtergeschichte der Universität Zürich

Erfahrung: Alles nur Diskurs?

Zürich, 15./16. Februar 2002

Kontaktadresse: Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich

Rämistraße 64

CH-8001 Zürich

E-Mail: histag.2002@swissonline.ch

Internet: http://www.unizh.ch/~histag

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Kolloquium

Herrschaft der Zeichen?

Münster, 21. bis 23. Februar 2002

Kontaktadresse: Graduiertenkolleg "Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter"

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Bispinghof 18

D-48143 Münster

Tel. [D] 02 51 - 8 32 83 75 – Fax [D] 02 51 - 8 32 20 71

E-Mail: symbol@uni-muenster.de

Internet:

http://www.uni-muenster.de/GeschichtePhilosophie/Geschichte/Grad/

Programm: http://www.uni-muenster.de/GeschichtePhilosophie/Geschichte/Grad/Programmheft_20Monitor.pdf

 

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Tagung

6. Münchner Bohemisten-Treffen

München, 1. März 2002

Kontaktadresse: Robert Luft

Collegium Carolinum, Forschungsstelle für die böhmischen Länder

Hochstraße 8

D-81669 München

Tel. [D] 089-4 48 83 93 – Fax [D] 089-48 61 96

E-Mail: robert.luft@extern.lrz-muenchen.de

Internet: http://www.collegium-carolinum.de

Aus dem Programm:

Wäntig, W. (Chemnitz/Dresden), Konfession und Migration in der Frühen Neuzeit. Exulanten im böhmisch-sächsischen Grenzraum des 17. Jahrhunderts; Enneper, A. (Prag), Die Darstellung des adeligen Denkens und Handelns der letzten Rosenberger in der neulateinischen böhmischen Literatur (1551-1611): eine interdisziplinär-komparatistische Studie; Höhne, S. (Weimar), Koubová, V. (Prag), Sterbliche-Unsterbliche. Konzept einer Kulturgeschichte der böhmischen Länder.

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Ausstellung

Le calife, le prince et le potier.
Faïences à reflets métalliques dans l’Espagne musulmane
et chrétienne (XIIe-XVIIIe siècles)

Lyon, 2. März bis 22. Mai 2002

Kontaktadresse: Musée des Beaux-Arts de Lyon

20, place des Terreaux

F-69001 Lyon

Tel. [F] 04 - 72 10 17 40 – Fax [F] 04 - 78 28 12 45

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Ausstellung

La Almoneda del siglo. Relaciones artísticas entre España y Gran Bretaña, 1604-1655

[Der Verkauf des Jahrhunderts: Künstlerische Beziehungen zwischen Spanien und Großbritannien, 1604 bis 1655]

Madrid, 14. März bis 2. Juni 2002

Kontaktadresse: Museo del Prado – Edificio Villanueva

P° del Prado s/n.

E-28014 Madrid

Tel. [E] 91-330-28 00 oder 91-330-29 00 – Fax [F] 91-330-28 56

E-Mail: museo.nacional@prado.mcu.es

Internet: http://www.museoprado.mcu.es

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Tagung

Fürstin und Fürst

Rollenverständnis, Handlungsspielräume und Konfliktverhalten in den
Geschlechterbeziehungen des hohen und fürstlichen Adels im Mittelalter und am Beginn der Frühen Neuzeit in europäischer Perspektive

Mainz, 20. bis 23. März 2002

Kontaktadresse: Dr. phil. habil. Jörg Rogge

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Historisches Seminar Abt. II

Saarstraße 21

D-55099 Mainz

Tel. [D] 0 61 31 - 3 92 24 33 oder - 3 92 27 75

E-Mail: rogge@mail.uni-kiel.de

Aus dem Programm:

Kleinjung, C. (Mainz), Abgeschoben oder unterstützt? Zum Verhältnis von hochadeligen Nonnen zu ihren Familien im Hoch- und Spätmittelalter; Nolte, C. (Greifswald/Wuppertal), Fürstliches Eheleben aus körpergeschichtlicher Sicht; Asztalos, B. (Budapest), Das Alltagsleben adeliger Frauen in der frühen Neuzeit in Ungarn; Elpers, B. (Frankfurt), Mütterliche Regentschaften in den östlichen Reichsfürstentümern des hochmittelalterlichen deutschen Reiches; Schmitt, S. (Mainz), Die Herrschaft der geistlichen Fürstin; Zunker, D. (München), Familie, Herrschaft, Reich: die Herforder Äbtissin Gertrud von der Lippe; Schäfer, R. (Mainz), Hochadelige Frauen als Regentinnen. Handlungsspielräume zwischen repräsentativen Funktionen und Herrschaftsgestaltung; Melville, G. (Dresden), Die Obsequien der Anne de Bretagne; Langer, A. (Leipzig), Die Frauen der Jagiellonen als Repräsentantinnen höfischer Kunst und Kultur; Rüther, A. (Gießen), Königsmacherin und Kammerfrau im weiblichen Blick. Der Kampf um die ungarische Krone (1439/40) in der Wahrnehmung Helene Kottanners; Puppel, P. (Kassel), Landgräfin Anna von Hessen (1509/14-1518). Der Kampf um die vormundschaftliche Regentschaft zwischen der Landgräfinwitwe und der hessischen Ritterschaft; Walsh, K. (Salzburg), Die Fürstin an der Zeitwende zwischen Repräsentationspflicht und politischer Verantwortung; Birkmeyer, R. (Stuttgart), Aspekte fürstlicher Witwenschaft im 15. Jahrhundert. Die Versorgung der Witwe im Spannungsfeld der Territorialpolitik; Babendererde, C. (Greifswald/Münster), Das Begräbnis einer Fürstin als öffentliches Ereignis: zum Tod der Gräfin Margarete von Henneberg 1509; Ranft, A. (Halle), Ein Fürstinnenspiegel des 19. Jahrhunderts. Eine historiographische Betrachtung.

[Programm: http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~medvb/Downloads/FlyerMainz.pdf]

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Workshop

The Court as a stage

Leiden, 22. bis 23. März 2002

Kontaktadresse: Dr. M. J. M. Damen

Universiteit Leiden

Faculteit der Letteren, Opleiding Geschiedenis

Doelensteeg 16

Postbus 9515

NL-2300 RA Leiden

Tel. [NL] 0 71 - 5 27 27 16 – Fax [NL] 0 71 - 5 27 26 52

M.J.M.Damen@let.leidenuniv.nl

Aus dem Programm:

Grumitt, D. (Oxford), Nobles, Courts and War in England, 1477-1559; Cools, H. (Leiden), Nobles, Courts and War in the Netherlands, 1477-1559; Janse, A. (Leiden), Tournaments in Medieval Holland; Damen, M. J. M. (Leiden), Noble networks at the Courts of John and Jaqueline of Bavaria; Greve, A. (Paris), The Court of the Dukes of Burgundy: Reflecting upon Results of Traditional Publications and Computer based Research; Vanderjagt, A. (Groningen), The Princely Culture of the Valois Dukes of Burgundy; Wijsman, H. (Leiden), Burgundian Courtiers as Patrons of Illuminated Manuscripts and Panel Painting (15th and early 16th century); Wormald, J. (Oxford), Nobles, Courts and Peace in Scotland.

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Konferenz

Architecture and History

Sheffield, 5. bis 7. April 2002

Kontaktadresse: Royal Historical Society

University College London

Gower Street

GB-London WC1E 6BT

Aus dem Programm:

McKean, C. (Dundee), Castles or Country Seats: a Case of Wishful Thinking; Howard, D. (Cambridge), Venetian Mercantile Culture and the Crusaders; Cooper, N., Room Uses at Hardwick Hall, 1592-1959; Sawyer, S. (New York), Delusions of National Grandeur: Architecture and History at the Palace of Westminster, 1794-1834; Langley, H. (Oxford), Architectural History and Political Biography in the late 19th and early 20th centuries.

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Ausstellung

Herzog Ernst der Fromme
anläßlich des 400. Geburtstages

Schloßmusum Gotha, bis 7. April 2002

 

Kontaktadresse: Schloßmuseum Gotha

Schloß Friedenstein

D-99867 Gotha

Internet: http://www.gotha.de

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Vortragsreihe "Geschichte am Mittwoch"

Sabine Hoedl (Wien) und Barbara Staudinger (Wien)

Juden als Randgruppe der frühneuzeitlichen Gesellschaft?
Überlegungen zur Stellung der Wiener Juden zwischen Hofjudentum und Ghetto

Wien, 10. April 2002

Kontaktadresse: Universität Wien

Institut für Geschichte

Dr.-Karl-Lueger-Ring 1

A-1010 Wien

Tel. [A] 01 - 42 77-4 08 01 – Fax [A] 01 - 42 77-94 08

E-Mail: geschichte@univie.ac.at

Internet: http://www.univie.ac.at/Geschichte

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Kolloquium

Papauté, offices et charges publiques (XIVe-XVIIe siécle)
II – carrières et destins

Papsttum, Ämter und Behörden (14.-17. Jh.)
II – Karrieren und Schicksale

Rom, 11. bis 13. April 2002

Kontaktadresse: Huguette Giblin

École française de Rome

Piazza Farnese, 67

I-00186 Roma

Tel. [I] 06 - 68 60 12 48 – Fax [I] 06 - 68 60 15 11

E-Mail: secrma@ecole-francaise.it

Internet: http://www.ecole-francaise.it

Aus dem Programm:

SERVIR LE PAPE

Laurioux, B. (Paris ), De Jean de Bockenheim à Bartolomeo Scappi: cuisiner pour le pape entre le XVe et le XVIe siècle; Anheim, É. (Versailles), Naissance et définition d’un office: le magister capellae au XIVe siècle; Roth, A. (Vatikanstadt), Burocrati baciati dalle muse, o musicisti baciati dai burocrati? Cantores capellani capelle pape: curiali tra servizio divino e apparato burocratico; Quattrocchi, A. (Rom), Latino Giovenale diplomatico umanista e familiare di Paolo III.

SERVIR LA PAPAUTÉ

Schulz, K. (Berlin), Fremde (Kunst-)Handwerker,Gewerbegruppen und Bedienstete an der päpstlichen Kurie; Schwarz, B. (Berlin), Die päpstlichen Läufer, durch drei Jahrhunderte (13. bis Ende 15. Jh.); Schuchard, C. (Berlin), Bemerkungen zu den Rota-Notaren des 15. und frühen 16. Jahrhunderts; Giordano, S. (Rom), Governatori dello Stato Pontificio durante il pontificato di Paolo V; Schwedt, H. H. (Limburg), "Uomo di libro ma non di negozio". Erudizione e politica alla Curia pontificia: le congregazioni dell’Inquisizione e dell’Indice.

FILIÈRES ET STRATÉGIES

Jugie, P. (Paris), Cardinaux et chancelleries pendant la papauté d’Avignon: une voie royale vers les honneurs?; Ait, I., Vaquero, M. (Rom), Alla corte dei Borgia: carriere e strategie di potere nello Stato della Chiesa alle soglie del Rinascimento; Koller, A. (Rom), Alcune osservazioni su i nunzii al servizio dei papi e della Santa Sede dal 1559 al 1655; Emich, B. (Freiburg), Die Karriere des Staatssekretärs und das Schicksal der Nepoten; Reinhardt, N. (Paris), Bolognesi a Roma – romani a Bologna: strategie e scelte fra centro e periferie; Pizzorusso, G. (Rom), Dagli affari missionari ai rapporti di Curia. Le carriere dei segretari di Propaganda Fide nel XVII secolo.

CARRIÈRES ET MILIEUX

Brüdermann, S. (Rom), Il Repertorium Germanicum come fonte per la ricerca sulle carriere; Genequand, P. (Genf), Structure administrative et carrières à la cour de Clément VII; Butaud, G. (Nizza), Du séjour temporaire à l’installation locale: itinéraires d’officiers pontificaux étrangers en Comtat Venaissin, 1350-1450; Uginet, F.-C. (Rom), Un clerc de la Chambre apostolique, vice-camérier de Martin V: Benedetto Guidalotti; Giannini, M. C. (Università di Teramo), I tesorieri generali della Camera apostolica e le loro carriere tra XVI e XVII secolo; Boris, F. (Bologna), "Carte politiche": la carriera di Angelo Ranuzzi (1626-1689) nei documenti dell’archivio familiare.

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Kolloquium

Aktuelle Forschungsprobleme des Mittelalters und der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen
Landesgeschichte

Neue Forschungen zur Stadtgeschichte

Sommersemester 2002

Kontaktadresse: Prof. Dr. Andreas Ranft – Prof. Dr. Werner Freitag

Institut für Geschichte

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften

Kröllwitzer Straße 44

D-06120 Halle (Saale)

E-Mail: ranft@geschichte.uni-halle.de

E-Mail: freitag@geschichte.uni-halle.de

Internet: http://www.geschichte.uni-halle.de/frameset.html

Programm:

16. April 2002 Rosseaux, U. (Dresden), Stadt im Übergang. Dresden zwischen 1694 und 1830.

23. April 2002 Hellmuth, T. (Linz), Zur Transformation österreichischer Salzstädte (1750-1850).

30. April 2002 Freitag, W. (Halle), Salzstädte im Erzstift Magdeburg (14.-18. Jhd.).

7. Mai 2002 Zaunstöck, H. (Halle), Kommunikation und Denunziation. Die hallischen Studentenorden im 18. Jahrhundert.

14. Mai 2002 Hoeh, M. von der (Köln), Pisa im Hochmittelalter. Zu einer historischen Semiotik städtischer Erinnerungskulturen.

21. Mai 2002 Kaufmann, T. (Göttingen), Magdeburgs "Herrgotts Kanzlei" und die Krise des Interims.

28. Mai 2002 Boehringer, L. (Köln), Von eigener Hände Arbeit? Zu den Lebensgrundlagen Kölner Beginen im 13. und 14. Jahrhundert

4. Juni 2002 Westphal, S. (Jena), Festkultur und Identitätsstiftung am Beispiel der Reichsstadt Nordhausen nach dem Siebenjährigen Krieg.

11. Juni 2002 Meier, U. (Bielefeld), Macht und Herrschaft in der spätmittelalterlichen Stadt.

18. Juni 2002 Fouquet, G. (Kiel), Hauptstädte im Mittelalter (13.-16. Jh.)?

25. Juni 2002 Huschner, W. (Berlin), Civitas und Sedes archiepiscopalis von Magdeburg im 10. Jahrhundert.

2. Juli 2002 Rössner, R. (Oldenburg): Korporationsbildung in der Hanse. Zum Einfluß von Familie und Freundschaft auf die Entstehung von Kaufmannsgemeinschaften.

9. Juli 2002 Poeck, D. (Münster), Ratswahl: Zu Ritual und Zeremoniell.

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Tagung

Ernährung und Medizin

Stuttgart, 25. bis 27. April 2002

Kontaktadresse: Dr. Sylvelyn Hähner

Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Straußweg 17

D-70184 Stuttgart

Tel. [D] 07 11 - 46 08-41 69 – Fax [D] 07 11 - 46 08-41 81

E-Mail: sylvelyn.haehner@igm-bosch.de

Aus dem Programm:

Kramarczyk, A. (Chemnitz), Gesunde Ernährung als Tafelthema bei Kaiser Ferdinand I. In den Notizen des Leibarztes Johannes Neefe.

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Vortrag

Petra Luniaczková
Der Adel aus den böhmischen Ländern und der Wiener Hof Karls VI. 1711-1740
Kontaktgelegenheiten und Kommunikationswege

Wien, 8. Mai 2002

Kontaktadresse: Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Pfeilgasse 29/4

A-1080 Wien

Tel./Fax. [A] 01 - 4 02 47 68

Internet: http://www.univie.ac.at/Neuzeit/index_.htm

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Internationales Kolloquium

La commande artistique en France au XVe siècle
Artistes es mécènes, de Charles VI à Louis XII

Universität Lausanne

Lausanne, 16.-18. Mai 2002

Kontaktadressen: Dr. Andreas Bräm

Université de Lausanne

Faculté des Lettres, Section d’histoire de l’art

BFSH 2

CH-1015 Lausanne

Tel. [CH] 0 21-6 26 25 54

E-Mail: andreas.braem@freesurf.ch

Dr. Pierre Alain Mariaux

Université de Neuchâtel

Institut d’histoire de l’art

2, Espace Louis-Agassiz

CH-2000 Neuchâtel

Tel. [CH] 0 21-6 01 31 29

E-Mail: warmundus@yahoo.com

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Aktuelle Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte und Landesgeschichte

4. Mediaevistisches Nachwuchsgespräch

Jena, 17. bis 18. Mai 2002

Kontaktadresse: Dr. Stefan Tebruck

Historisches Institut

Lehrstühle für Mittelalterliche Geschichte und Thüringische Landesgeschichte

Fürstengraben 13

D-07743 Jena

E-Mail: g5stte@uni-jena.de

Internet: http://www.uni-jena.de/philosophie/histinst/

Aus dem Programm:

Meinhardt, M. (Halle), Stadtgesellschaft und Residenzbildung. Dresden im 15. und 16. Jahrhundert.

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Internationales Kolloquium

Zeichen, Rituale, Werte
Symbolische Kommunikation vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution

Münster, 22. bis 25. Mai 2002

Kontaktadresse: Sekretariat des SFB 496

Universität Münster

Salzstraße 41

D-48143 Münster

Tel. [D] 02 51 - 83-2 79 13 oder -2 79 12 – Fax [D] 02 51 - 83-2 79 11

E-Mail: SFB496.Kolloquium@uni-muenster.de

Internet: http://www.uni-muenster.de/SFB496

Aus dem Programm:

Mittwoch, 22. Mai 2002

Rehberg, K.S. (Dresden), Präsenzmagie und Zeichenhaftigkeit. Institutionelle Formen der Symbolisierung.

Donnerstag, 23. Mai 2002

Buc, P. (Stanford), Noch einmal 918/919: Rituals, Truths, Fictions and Kings; Kamp, H. (Münster), Tugend, Macht und Ritual. Politisches Verhalten beim Saxo Grammaticus; Keller, H., Dartmann, C. (Münster), Inszenierungen von Ordnung und Konsens. Privileg und Statutenbuch in der symbolischen Kommunikation mittelalterlicher Rechtsgemeinschaften; Angenendt, A. (Münster), Das Offertorium als Zeichen, Ritual und Wert; Honemann, V. (Münster), Funktionen des Schachspiels in mittelalterlicher deutscher Geschichte und Literatur; Schreiner, K. (Bielefeld), "...in signum victoriae". Heilige Zeichen als Medien symbolischer Kommunikation in kriegerischen Konflikten des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit.

Freitag, 24. Mai 2002

Wenzel, H. (Berlin), Herrschaftspräsentation im "Welschen Gast" des Thomasin von Zerklaere; Meier-Staubach, C. (Münster), Prügel und Performanz. Ästhetik und Funktion der Gewalt im Theater der Übergangszeit; Bojcov, M. (Moskau), Symbolische Muster, symbolische Zentren und symbolische Peripherien – im Mittelalter, aber vielleicht nicht nur; Halbig, C. (Münster): Ethische und ästhetische Werte. Überlegungen zu ihrem Verhältnis; Kraye, J. (London), Pagan Virtue in Pursuit of Christian Happiness: Renaissance Humanists and the Revival of Classical Ethics; Schüssler, G. (Passau), "Die Tugend auf dem Berge". Zu Pinturicchios Fußbodenbild im Dom von Siena; Ebert-Schifferer, S. (Rom), Virtus romana in einem römischen Freskenzyklus der Renaissance; Poeschke, J. (Münster), Virtù fiorentina. Cosimo de’Medici als erster Bürger von Florenz.

Samstag, 25. Mai 2002

Stollberg-Rilinger, B. (Münster), Knien vor Gott – Knien vor dem Kaiser. Zum Ritualwandel im Konfessionskonflikt; Rooijakkers, G. (Amsterdam), Ritual Violence – Violent Rituals. The Physics of Early-Modern Malevolent; Paulmann, J. (Bremen), Überlebte Traditionen und reduzierte Formen: Symbolische Kommunikation in der europäischen Politik des frühen 19. Jahrhunderts; Haas, S. (Münster), Initiationsrituale als körperliche und symbolische Praktiken. Frühneuzeitliche Hochzeitsfeste im interkulturellen Vergleich; Kittsteiner, H.-D. (Frankfurt/Oder), Die Stufen der Moderne. Über die Stabilisierungsmoderne, die evolutive Moderne und die heroische Moderne; Thamer, H.-U. (Münster), Die Wiederkehr des Gleichen? Funktionswandel politischer Rituale im Übergang zur Moderne.

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Internationales Kolloquium

Der ägyptische Hof des Neuen Reiches –

seine Gesellschaft und Kultur im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenpolitik

Mainz, 27 bis 29. Mai 2002

Kontaktadressen: Prof. Dr. Rolf Gundlach

Sonderforschungsbereich 295 "Kulturelle und sprachliche Kontakte: Prozesse des Wandels in historischen Spannungsfeldern Nordostafrikas/Westasiens"

Teilprojekt A.1 "Ideologie und Praxis des ägyptischen Königtums des späten Neuen Reiches"

Johannes Gutenberg-Universität

D-55099 Mainz

Tel. [D] 0 61 31 - 39-2 40 12 oder -24022 – Fax [D] 0 61 31 - 39-2 40 20

E-mail: R.Gundlach-DA@t-online.de

Aus dem Programm:

Montag, 27. Mai

Gundlach, R. (Mainz), Hof – Hofgesellschjaft – Hofkultur im pharaonischen Ägypten; Winterling, A. (Freiburg), Grundprobleme des monarchischen Hofes in Antike und früher Neuzeit; Roeder, H. (Heidelberg), Bemerkungen zum ägyptischen Hofritual.

Dienstag, 28. Mai

Pusch, E. (Hildesheim/Quantir), Die Deltaresidenz der Ramessiden; Raedler, C. (Mainz), Zur Struktur der Hofgesellschaft Ramses‘ II.; Roth, S. (Mainz), Internationale Diplomatie am Hof Ramses‘ II.; Hirsch, E. (Mainz), "Die Augen und Ohren des Königs im Fremdland". Die Statthalter und Vasallen in der Levante und ihre Beziehungen zum ägyptischen Hof; Schneider, T. (Basel), Ausländer am ägyptischen Hof im Neuen Reich.

Mittwoch, 29. Mai

Wagner, A. (Mainz ), Der israelitische Hofstil – Ausprägung und Transformation; Kreikenbom, D. (Mainz), Ist dies Jupiters’ Haus? Bemerkungen zur Residenz des Augustus; Gundlach, R. (Mainz), Zu Zielen und Aspekten ägyptologischer Residenzenforschung.

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Kolloquium des Centre d'Études Supérieures de la Renaissance

La genèse du système bastionné en Europe 1500-1540.

Nouvelles découvertes, nouvelles perspectives

Tours, 4. bis 6. Juni 2002

Kontaktadresse: Jean Guillaume

Centre d'Études Supérieures de la Renaissance

59, rue Néricault-Destouches

BP 1328

F-37013 Tours Cedex 1

Tel. [F] 02 - 47 70 17 00 – Fax 02 - 47 70 17 01

E-Mail: guillaume@univ-tours.fr

Internet: http://www.cesr.univ-tours.fr

Programm:

Fiore, P. (Rome), Il "tracé italien": origini, concezioni, problemi; Repetto, B. (Rome), Le fortificazioni nell’Italia centrale alla fine del XV secolo: genesi della forma bastionata; Deswarte-Rosa, S. (Lyon), Francisco de Holanda et le bastion, à l'école d'Antonio da San Gallo il Giovane; Pepper, S. (Liverpool), Venitian fortifications in mainland Greece; Martens, P. (Leuven), Les premières fortifications bastionnées des Pays-Bas et le traité de Dürer; Hemmes, A. (Leyde), les débuts de la fortification bastionnée dans les Pays-Bas: Willem van Noort et Donato di Boni Pellizuoli à Utrecht (1536-1558); Roosens, B. (Berlin), Les fortifications urbaines d’Anvers au début du XVIe siècle; Salamagne, A. (Tours), La genèse du bastion dans les anciens Pays-Bas (1530-1535); Bragard, P. (Louvain-la-Neuve), La naissance des flanquements angulaires dans le sillon Sambre-et-Meuse; Crouy-Chanel, E. de (Amiens), Le boulevard de la porte Monstrecu à Amiens; Collet, B. (Troyes), Du boulevard au bastion: exemples champenois sous le gouvernement de Claude de Lorraine; Faucherre, N. (La Rochelle), Anchise de Bologne et la frontière méridionale de François Ier; Parisel, R. (Lille), Genèse et évolution du bastion en Franche-Comté (1530-1550); Migos, A. (Liverpool Jone Mooris U.): The fortification of the Hospitalers in Rhodos (1480-1522); Rafael Moreira (Lisbonne): L’évolution du bastion maritime au Portugal (1480-1540); Castro Fernández, J. J. de (Valladolid), La fortificación de transición española, en la frontera con Francia entre 1497 y 1538; Guerra, F. C. (Valladolid), Los débates técnicos de la fortificación de transición à partir del tratado de Luis Escrivá, (Nápoles 1538); Cooper, E. (London), "Sviluppo di un bastione nello spazio": réflexions sur le développement du bastion en Espagne de 1460 à 1540.

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6. Workshop des Arbeitskreises "Höfe des Hauses Österreich"

Der Innsbrucker Hof

Innsbruck, 6./7. Juni 2002

Kontaktadressen: DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Prinz-Eugen-Str. 8-10

A-1040 Wien

E-Mail: Jan.Paul.Niederkorn@oeaw.ac.at

ao. Univ.-Prof. Dr. Heinz Noflatscher

Universität Innsbruck, Institut für Geschichte

Christoph-Probst-Platz

A-6020 Innsbruck

E-Mail: heinz.noflatscher@uibk.ac.at

Tel. [A] 05 - 1 25 07-43 71 oder -43 72

Aus dem Programm:

I. Normen und Repräsentation

Müller, R. A. (Eichstätt), Der (deutsche) Fürstenhof als Objekt politisch-ethischer Normliteratur der Renaissancezeit (1450-1570); Schlachta, A. v. (Innsbruck), "... durch ein verborgenes fenster". Stände und höfisches Zeremoniell am Innsbrucker Hof (1648-1800); Antonovic, D. (Innsbruck), Der Antiquar Roschmann und die graphische Sammlung in Ambras im 18. Jahrhundert; Hanzl-Wachter, L. (Wien), Die Neuausstattung der Innsbrucker Hofburg im 19. Jahrhundert; Häusler, W. (Wien), Herrscherbild und Herrschaftsrepräsentation im Reformabsolutismus (Führungsreferat durch die Hofburg).

II. Höfische Feste

Sandbichler, V. (Innsbruck), Festkultur am Hof Erzherzog Ferdinands von Tirol; Antonicek, T. (Wien), Opernaufführungen am Innsbrucker Hof des 17. Jahrhunderts.

Abendvortrag

Wieslecker-Friedhuber, I. (Graz), Kaiser Maximilian I. und die Stadt Innsbruck.

III. Die Frau am Hof

Bojcov, M. (Moskau), Zum Frauenzimmer am Innsbrucker Hof Erzherzog Sigmunds; Taddei, E. (Innsbruck), Anna-Caterina Gonzaga und ihre Zeit. Der italienische Einfluß am Innsbrucker Hof; Weiss, S. (Innsbruck) Claudia de’Medici – Leben nach Florentiner Art.

IV. Konfession, Adel, Region

Chisholm, M. (Oxford), Hof und Konfessionalisierung unter der Regierung Ferdinands I.; Bůžek, V. (Budweis), Der böhmische und mährische Adel am Hof Erzherzogs Ferdinand von Tirol in Innsbruck und Ambras.

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Wissenschaftliche Fachtagung

der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit

mit dem Arbeitskreis Frauen- und Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit

Neue Perspektiven: Geschlechtergeschichte nach dem linguistic turn

Weingarten, 13. bis 15. Juni 2002

Kontaktadresse: Dieter R. Bauer

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Kirchplatz 7

D-88250 Weingarten

Tel. [D] 07 51 - 56 86 0 – Fax [D]07 51 - 56 86 22 2

Aus dem Programm:

Opitz-Belakhal, C. (Basel), Staatsräson kennt kein Geschlecht. Zur Theorie und Praxis weiblicher Regierungsgewalt im 16. Jahrhundert.

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Tagung

Der Passauer Vertrag von 1552

Passau, 7. bis 8. Juni 2002

Kontaktadresse: Prof. Dr. Winfried Becker

Universität Passau

Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte

Innstraße 25

D-94032 Passau

Tel. [D] 08 51 - 5 09-27 10 – Fax [D] 08 51 - 5 09-22 03

E-Mail: Winfried.Becker@uni-passau.de

Aus dem Programm:

Wolgast, E. (Heidelberg), Die Religionsfrage auf den Reichstagen 1521-1550/51; Lanzinner, M. (Bonn), Passau als Verhandlungsort; Wartenberg, G. (Leipzig), Moritz von Sachsen und die protestantischen Fürsten; Koller, A. (Rom), Der Passauer Vertrag und die Kurie; Luttenberger, A. P. (Regensburg), Politische Kommunikation, Neutralität und Vermittlung während des Fürstenaufstandes 1552; Neuhaus, H. (Erlangen), Die Entwicklung des Reichsreligionsrechts: Vom Nürnberger Anstand zum Augsburger Religionsfrieden; Schindling, A. (Tübingen), Der Passauer Vertrag und die Kirchengüterfrage; Haustein, J. (Bonn), Das Verhältnis der Konfessionen um die Mitte des 16. Jh. Ein europäischer Vergleich; Becker, W. (Passau), Der Passauer Vertrag in der Historiographie.

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Tagung

Mittendrin

Die Präsenz der Stifter in der Altniederländischen Malerei

Münster, 21. Juni 2002

Kontaktadressen: Dr. Heike Schlie

Forschungsgruppe "Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum"

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Hüfferstraße 27

D-48149 Münster

Tel. [D] 02 51 - 8 33-25 85 – Fax [D] 02 51 - 8 33-00 38

E-Mail: hschlie@uni-muenster.de

Internet: http://www.uni-muenster.de/kultbild

Ziel des Studientages ist, auf der Basis von Kurzvorträgen eine Diskussion über den zunehmenden Eingang der "individuellen Person" in die Bildwelt des 15. Jahrhunderts zu eröffnen. Welche Funktion hat das Bildnis bzw. das Abbild von zeitgenössischen Personen? Das Hauptaugenmerk liegt auf den prominenten Beispielen der sogenannten Stifterbilder der altniederländischen Malerei, in denen sich Merkmale der "ordinären" Stifterbilder und des "autonomen" Porträts zu kreuzen scheinen. 1994 formulierte Wolfgang Schmid, daß ein methodischer Zugriff fehle, die mediale Bedeutung von Stifterbildern umfassend zu erklären. Seither ist die Forschung nicht nur um Aspekte der religiösen und rechtshistorischen Bedeutung dieser Bildnisse bereichert worden, auch die Literatur zur Entstehung des Privatporträts hat die Diskussion um das säkulare und sakrale Funktionssspektrum von Bildnissen erweitert. Ihr Zusammenhang jedoch ist selten diskutiert worden. Wie sind das Bedürfnis nach weltlicher und religiöser Memoria, der Wunsch nach Selbstpräsentation im sozialen Gefüge, rituelle Selbstreflexion, Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung, Stellvertreterfunktionen, juristische Beurkundung von Stiftungen, die Dokumentation der Devotionshaltung, virtuelles Pilgern zu den Heiligen Stätten, die Formulierung einer Heilsgewissheit etc. gewichtet? Welche Rolle spielt die gleichzeitige Bildwerdung der Lebenswirklichkeit und des unmittelbaren Umfeldes der Betrachter, Stifter, Donatoren, Auftraggeber, Bildbenutzer etc.? Welche Beziehung besteht zu Inschriften und Wappen, die ebenfalls die Präsenz von Personen und Familien an einem Bildort gewährleisten? Diesen und weiteren Fragen soll vornehmlich aus der Perspektive der Bildpraxis nachgegangen werden.

[Text: http://www.uni-muenster.de/Kultbild/veranstaltungen/mittendrin.html]

Aus dem Programm:

Grötecke, I. (Bochum), Bildpositionen von Stiftern und Stifterinnen zwischen Repräsentation und Devotion; Welzel, B. (Dortmund); Mittendrin und dicht davor. Stifterbilder und Stifter; Lentes, T. (Münster), Stifter beten – Beter stiften; Lehmann, A.-S. (Utrecht), Beten für einen himmlischen Leib. Körperlichkeit und Nacktheit in frühniederländischen Stiftungen am Beispiel des Genter Altars; Schlie, H. (Münster), Die Beherbergung des Corpus Christi: Der Stifter als Gastgeber.

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Konferenz

Die Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa. Politik – Wirtschaft – Kultur

Bautzen, 28. August bis 1. September 2002

Kontaktadressen: Prof. Dr. Joachim Bahlcke

Universität Erfurt

Geschichtswissenschaft

Nordhäuser Str. 63

D-99089 Erfurt

E-Mail: joachim.bahlcke@bahlcke.de

Dr. Volker Dudeck

Städtische Museen Zittau

Klosterstrasse 3

D-02763 Zittau

Tel./Fax [D] 0 35 83 - 51 02 70

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Sonderausstellung

Pracht und Zeremoniell – Möbel der Residenz München

München, 7. September 2002 bis 6. Januar 2003

Ausstellungsort: Residenz München

Residenzstraße 1

D-80333 München

Tel. [D] 0 89 - 1 79 08-4 44

Internet: http://www.pracht-und-zeremoniell.de

Kontaktadresse: Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Postfach 38 01 20

D-80614 München

Tel. [D] 0 89 - 1 79 08-0 – Fax [D] 0 89 - 1 79 08-1 54

E-Mail: info@bsv.bayern.de Internet: http://www.schloesser.bayern.de

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44. Deutscher Historikertag

Traditionen – Visionen

Halle/Saale, 10. bis 13. September 2002

Kontaktadresse: Prof. Dr. Andreas Ranft

44. Deutscher Historikertag 2002 – Organisationsbüro

Kröllwitzer Straße 44

D-06099 Halle/Saale

Tel. [D] 03 45 - 5 52 43 04 – Fax: [D] 03 45 - 5 52 72 61

E-Mail: info@historikertag2002.uni-halle.de

Internet: http://www.historikertag2002.uni-halle.de

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Tagung

Pfalzen – Höfe – Residenzen

Bonn, 7./8. Oktober 2002

Kontaktadresse: Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande

Am Hofgarten 22

D-53113 Bonn

Tel. [D] 02 28 - 73 75 53 – Fax [D] 02 28 - 73 75 62

E-Mail: igl@uni-bonn.de

Internet: http://www.igl.uni-bonn.de

Verschiedene Forschungsprojekte, aber auch Ausstellungen der letzten Zeit, haben uns wieder deutlicher ins Bewußtsein gerückt, in welchem Ausmaß königliche und fürstliche Herrschaft zu allen Zeiten auf Inszenierung angewiesen war, auf herrschaftliche Räume und höfisches Publikum. Man braucht im Rheinland nur an die Präsentation des Brühler Schlosses im Rahmen der Ausstellung "Der Riß im Himmel" vom Jahre 2000 zu erinnern. In räumlicher Hinsicht spannt sich der Bogen von den karolingischen Pfalzen über die mobilen Höfe des Hochmittelalters zu den spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Residenzen. Auch die Hofgesellschaften unterlagen einem ständigen Wandel, der gesamtgesellschaftliche Entwicklungen reflektierte. Die Tagung soll die Forschungsansätze der letzten Jahrzehnte in der Pfalzen-, Hof- und Residenzforschung für die Geschichte des Rheinlandes fruchtbar machen.

[Text: http://www.igl.uni-bonn.de/tagung/tagfr.htm]

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Tagung

Burgen, Märkte, kleine Städte

Mittelalterliche Herrschaftsbildung am südlichen Oberrhein

Neuenburg/Rhein, 11. bis 12. Oktober 2002

Kontaktadresse: Prof. Dr. Thomas Zotz

Historisches Seminar

Abteilung Landesgeschichte an der Universität Freiburg

Werderring 8

D-79085 Freiburg

Tel. [D] 07 61 - 2 03 34 59 – Fax [D] 07 61 - 2 03 91 88

E-mail: Renate.Koerner@geschichte.uni-freiburg.de

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Tagung

Murder and Monarchy

Office and Tyrannicide in Medieval and Early Modern Europe

London, 18. bis 19 Oktober 2002

Kontaktadresse: Robert C. F. von Friedeburg

Erasmus Universiteit Rotterdam

Faculteit der Historische en Kunstwetenschappen

Postbus 1738

NL-3000 DR ROTTERDAM

Tel. [NL] 10 - 4 08-25 15 – Fax [NL] 10 - 4 08-91 35

E-mail: Vonfriedeburg@fhk.eur-nl

Aus dem Programm:

Condren, C. (Sidney), Office and Duties in Monarchies; Ehlers, J. (Berlin), Early Medieval Monarchy; Buc, P. (Stanford), High Medieval Monarchy; NN, Fifteenth Century France; Carpenter, C. (Cambridge), Fifteenth Century England; Burns, J. (London), Scotland in the Fifteenth and Sixteenth Centuries; Burgess, G. (Hull), Seventeenth Century England and Scotland; Bély, L. (Paris), France 1589-1730; Zernack, K. (Berlin), Das russische Zarenreich im 17. und 18. Jahrhundert 1715-1800.

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Tagung

Fürst und geistliche Herrschaft in der Frühen Neuzeit
Vergleichende Perspektiven: Deutschland – Italien

München, 24. bis 26. Oktober 2002

Kontaktadresse: Dr. Katharina Weigand

Institut für Bayerische Geschichte

Universität München

Geschwister-Scholl-Platz 1

D-80539 München

Tel. [D] 0 89 - 21 80 28 50 – Fax [D] 0 89 - 21 80 56 59

E-Mail: Katharina.Weigand@Lrz.uni-muenchen.de

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7. Workshop des Arbeitskreises "Höfe des Hauses Österreich"

Ferdinand I. (1503 - 1564)

Erzherzog - König - Kaiser

Wien, 7./8. November 2002

Kontaktadresse: DDr. Jan Paul Niederkorn

Historische Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Prinz-Eugen-Str. 8-10

A-1040 Wien

E-Mail: Jan.Paul.Niederkorn@oeaw.ac.at

Als Referenten sind u. a. vorgesehen:

Benedik, C. (Wien); Bůžek, V. (Budweis); Heilingsetzer, G. (Linz); Kohler, A. (Wien); Kohn, R. (Wien); Kugler, G. (Wien); Muchka, I. (Prag); Pállfy, G. (Budapest); Pánek, J. (Prag); Pfaffenbichler, M. (Wien); Sutter-Fichtner, P. (New York).

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Kolloquium

Naples entre Anjou et Aragon: continuité et changements

Lausanne, Dezember 2002

Kontaktadresse: Dr. Nicolas Bock

Section d’histoire de l’art

BFSH 2

CH-1015 Lausanne

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Call for papers

Symbolic forms of the European state-building process (1500-1850)

Konstanz, 20. bis 22. Februar 2003

Kontaktadresse: Mark Hengerer, M.A.

Lehrstuhl Prof. Dr. Rudolf Schlögl

Fachbereich Geschichte und Soziologie

Universität Konstanz

D-78457 Konstanz

Tel. [D] 0 75 31 - 88-42 58/24 88 – Fax [D] 0 75 31 - 88-32 64

E-Mail: Mark.Hengerer@uni-konstanz.de

Internet: http://www.uni-konstanz.de/FuF/sfb485/c1.htm

A conference on symbolic forms of the European state-building process (1500-1850) focussing on the sepulchral/funeral-culture of the ruling elites will be held on 20-22 of February 2003 in Konstanz, Germany.

The aim is to analyse the correlations between political integration of elites and the forms of sepulchral/funeral-culture in different political units, such as dynasty-ruled or ecclasiastical territories and cities of different constitutions.

Special emphasis will be laid on the shift from an interaction-based model of integration to a more bureaucratic model and its impact on the sepulchral/funeral-culture and, within this framework, the changing patterns of memory.

Un congrès sur les formes symboliques de l´evolution des États en Europe à l`époque moderne (1500-1850), sous l´aspect de l´intégration politique et sociale et de la culture funéraire aura lieu du 20 au 22 février 2003 à l´université de Constance, Allemagne.

Le but en sera d´analyser les relations spécifiques entre l´intégration des élites politiques et la culture des funérailles dans des territoires de status différents (soit appartenant à une dynastie, soit soumis à l´administration ecclésiastique, et des villes de constitutions différentes). L'intérêt consiste également à mettre en question deux modèles d'explication de l'intégration politique et sociale: 1° un model plûtot fondé sur l´ínteraction personnelle et 2° un schéma fondé plutôt sur une bureaucratisation croissante.

Any requests and suggestions are welcome, for further information please contact

Pour d‘avantage de renseignements veuillez vous adresser à

Mark.Hengerer@uni-konstanz.de

http://www.uni-konstanz.de/FuF/sfb485/c1.htm

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10. Symposium des Mediävistenverbandes in Krems an der Donau

Call for papers

Virtuelle Räume
Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter

Krems, 24.-26. März 2003

Kontaktadresse: Dr. Elisabeth Vavra

Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Körnermarkt 13

A-3500 Krems

E-Mail: elisabeth.vavra@oeaw.ac.at

Raum: eine Kategorie, ein Bezugssystem, ein Ort. Räume werden physisch durchmessen – Räume werden real geschaffen – Räume werden psychisch erlebt – Räume werden imaginiert – Räume werden durch Sprache konstituiert. Mit der Weite, die das Thema des Symposiums auszeichnet, verknüpft sich die Einladung, dessen Vielschichtigkeit in Vorträgen auszuleuchten, welche die eigene fachkompetente Perspektive auf das fachübergreifende Gespräch hin öffnen. Zugleich ist gebotener Einschränkung Rechnung zu tragen: weder der geographische, mathematische oder physikalische Raum steht im Blick noch die Geschichte des Raumbegriffes.

Ein virtueller Raum entsteht durch die Überformung der realen topographischen Koordination und Raumstiftungselementen durch Konstituenten anderer Kategorien; dies können Sinneswahrnehmungen sein (z.B. Gerüche, optische, akustische Wahrnehmungen), psychische Dispositionen, funktional oder intentional geforderte Raumgrenzsetzungen (z.B. politischer oder kirchlicher Herrschaft) oder auch alternative Wahrnehmungen (z.B. literarischer oder bildnerischer Art). Alle diese Konstituenten können zu einer Überlagerung alltäglicher Raumwahrnehmungsmuster mit anderen Raumvorstellungen führen und damit einen virtuellen Raum im realen Raum situieren. Sie können virtuelle Räume imaginieren, die zwar nur außerhalb der realen Welt existieren, dieser aber entweder eingegliedert werden (z.B. Paradiesesvorstellungen) oder außerhalb der erlebten Welt als alternative, "utopische" Raumentwürfe (z.B. Himmel, Hölle) gedacht werden. Das Phänomen der virtuellen Räume wirft so ein Licht auf die Wahrnehmung von Raum überhaupt; es zeigt, in welchen Kategorien Raum gedacht wird und welche Einflüsse jeweils neue Raummuster generieren.

Das Symposium will sich diesem Gegenstand interdisziplinär nähern; erwünscht werden deshalb Beiträge, die sich mit dem virtuellen Raum und seiner Konstitution beschäftigen und eine fachübergreifende Diskussion begünstigen. Mögliche Hauptaspekte sind:

  • die subjektive Erfassung und Wahrnehmung realer Räume
  • die Überlagerung von realem Raum durch alternative Wahrnehmungsmuster
  • die Konstitution von imaginären Räumen
  • die Inszenierung von imaginären Räumen
  • die Einbindung imaginärer Räume in den erlebten Raum

[Text: viadrina.euv-frankfurt-o.de/~medvb/Downloads/callforpapers.doc]

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Call for papers

Moritzburg-Tagung 2003
Frühsommer 2003

Kontaktadresse: Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke

Kunsthistorisches Institut der Christian-Albrechts-Universität

D-24098 Kiel

Tel. [D] 0 431 - 880 - 46 34/4631 – Fax [D] 0 431 - 880 - 46 28

E-Mail: DrDrAndreasTacke@aol.com

Anläßlich der 500. Wiederkehr des Bezuges der Moritzburg im Mai 1503 findet in Halle an der Saale im Frühsommer 2003 eine Tagung statt, welche von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke (z. Z. Kiel) in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Sachsen-Anhalt, Staatliche Galerie Moritzburg Halle ausgerichtet wird. Im Mittelpunkt der öffentlichen Tagung stehen Ernst von Wettin (1476-1513) und Albrecht von Brandenburg (1490-1545) sowie die Moritzburg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Erwünscht sind v. a. landesgeschichtliche wie kunst- und kulturgeschichtliche Beiträge oder solche aus dem Gebiet der Residenzenforschung. Ausdrücklich sind junge Forscherinnen und Forscher, die sich z. B. im Rahmen einer Magisterarbeit bzw. Dissertation mit dem Themenkreis beschäftigen, aufgefordert sich zu beteiligen. Die Tagungsbeiträge sollen gedruckt werden. Vorschläge in Form eines ca. einseitigen Kurzexposés richten Sie bitte bis zum 31. Juli 2002 schriftlich an die:

Staatliche Galerie Moritzburg Halle

- Direktion -

Friedemann-Bach-Platz 5

D-06108 Halle/Saale

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2. Thüringer Landesausstellung

Thüringen

Land der Residenzen

Schloß Sondershausen, 15. Mai bis 3. Oktober 2004

Kontaktadresse: Dr. Konrad Scheurmann (Projektleiter)

Dr. Martin Salesch

Regina Pleyer (Sekretariat)

Schloß Sondershausen

Postfach 83

D-99702 Sondershausen

Tel. [D] 0 36 32 - 6-63-2 32 – Fax [D] 0 36 32 - 6 63-2 34

E-Mail: ausst-thuer-residenzen3@t-online.de

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Buchvorstellungen

 

Metropolen und Kulturtransfer im 15./16. Jahrhundert. Prag – Krakau – Danzig – Wien, hg. von Andrea Langer und Georg Michels, Stuttgart 2001 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 12) [Steiner, 277 S., 69 farb. und sw- Abb., geb., 50,– Euro].

Im November 1997 fand im Rahmen eines interdisziplinär angelegten Projekts des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO) zur Entwicklung von Metropolen Ostmitteleuropas im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein Kolloquium zur Sonderfrage der Rolle von Metropolen als Stätten des Kulturtransfers statt, dessen Ergebnisse mit dem hier vorzustellenden Band nun vorliegen. Es sei vorweggenommen, daß das Fehlen einer zusammenfassenden Schlußbetrachtung nur auf den ersten Blick bedauerlich ist, denn die beiden Herausgeber Andrea Langer und Georg Michels haben den insgesamt elf ausgewählten Beiträgen (die Auswahlkriterien selbst werden leider nicht offengelegt, einige Referate sind aber inzwischen andernorts publiziert worden, siehe die Hinweise S. 9, Anm. 9) nicht nur eine fundierte Einleitung vorangestellt (S. 7-13), die in die Thematik umfassend einführt und an der sich auch die vorliegende Vorstellung orientiert, sondern sich auch der Mühe unterzogen, ein Orts- (S. 201-203) und ein Personenregister (S. 205-213) zu erstellen. Beschlossen wird der Band von einem umfangreichen Abbildungsteil zu den Beiträgen von Karen Lambrecht, Andrea Langer, Marina Dmitrieva-Einhorn, Arnold Bartetzky und Jacek Tylyicki (S. 219-277).

Hat die Leipziger, ehemals Berliner Forschungseinrichtung die Perspektive der Stadtgeschichtsforschung um kulturgeschichtliche Untersuchungen am Beispiel ostmitteleuropäischer Metropolen erweitert, dies v.a. auch mit für die Residenzenforschung grundlegend wichtigen Publikationen (was die Herausgeber zu Recht in ihrem knappen forschungsgeschichtlichen Abriß erwähnen), so wird einleitend nun als zentrales Anliegen formuliert, die besondere Stellung der frühneuzeitlichen großen Zentren Ostmitteleuropas mit Blick auf die Frage nach den Prozessen des Kulturtransfers in der Zeit vom 15. bis zum frühen 17. Jahrhundert zu untersuchen (vgl. S. 9). Das dem Band zugrundeliegende Verständnis von Kulturtransfer ist mit den Worten der Herausgeber "ein Modell von Rezeption, Transformation und Multiplikation, das nicht allein den Kulturtransport beobachtet, als eine Interaktion von Kulturen also, die den Prozeß der produktiven Aneignung, und eben nicht nur die Übertragung fremder Ideen und Einrichtungen beinhaltet, sondern vor allem auch die Ausgangs- und Rezeptionskultur in den Blick nimmt" (S. 8). Sinnvollerweise erhält der Band mit dem an den Anfang gestellten Beitrag von Matthias Middell "Von der Wechselseitigkeit der Kulturen im Austausch. Das Konzept des Kulturtransfers in verschiedenen Forschungskontexten" (S. 15-51) ein Fundament von grundsätzlicher Bedeutung.

Die Fragen nach den europäischen Kulturkontakten der ostmitteleuropäischen Metropolen, mithin nach Trägern und Rezeptoren wie Hof, Stadt und Kirche und nach Wegen und Medien des Transfers sowie nach der kulturellen Bündelung und Verdichtung innerhalb der Metropolen, daran anschließend auch die Frage nach dem Anteil der verschiedenen Gruppen am Kulturtransfer in ihrer vermittelnden und impulsgebenden Funktion (vgl. S. 9) finden in den einzelnen Beiträgen inhalts- und detaillreiche Antworten.

Die Einführung in den historischen Kontext hat Krzysztof Baczkowski übernommen, der sich dem "Humanismus in Krakau und Wien um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert" (S. 15-51) auf prosopographischem Wege nähert und die Internationalität humanistischer Kultur mit Blick auf die ostmitteleuropäischen Metropolen verdeutlicht.

Eine erste Gruppe von Beiträgen gilt dem intentionalen Kulturtransfer an Beispielen von Historiographie, Buchdruck und Zeitung. Mit "Geschichtsbilder im Kulturtransfer: Die Hofhistoriographie in Wien im Zeitalter des Humanismus als Rezipient und Multiplikator" (S. 65-84) sind die Aussführungen von Arno Strohmeyer überschrieben. Strohmeyers Analyse hat zum Ergebnis, daß die Einführung wichtiger Elemente des humanistischen Geschichtsbildes aus dem Reich, Westeuropa und Italien vor allem der Vermittlung zweier Hofhistoriographen zu verdanken ist, die herrschende Dynastie diesen Kulturtransfer aber im Sinne ihrer politischen Interessen in Folge der Erweiterung des habsburgischen Herrschaftsbereiches instrumentalisierte und funktionalisierte. Karen Lambrecht vergleicht Prag und Krakau als Orte der Kulturvermittlung durch den Buchdruck auf der Grundlage eines dreistufigen Kommunikationsmodells: "Kulturtransfer und Kommunikation: Die Anfänge des Buchdrucks in Prag und Krakau im Vergleich" (S. 85-99). Lambrecht zeigt, daß die Bedeutung Krakaus als Druckzentrum über die Vermittlung von Wissen hinaus in der Erzeugung neuer Ideen und wissenschaftlicher Leistungen lag. Dies kann als Konsequenz aus der im Unterschied zur reduzierten Vermittlerrolle Prags ganz anders gelagerten öffentlichen Kommunikation gesehen werden, die Reichweite und Ziele von Vermittlungsprozessen je unterschiedlich bestimmt. Geschriebene und gedruckte Zeitungen sind Gegenstand der Untersuchung von Jan Pirożński zur “Stellung der polnischen Metropolen im europäischen Nachtrichtenverkehr des 16. Jahrhunderts” (S. 101-110). Vor allem am Beispiel größerer Städte wie Danzig, Krakau, Wilna oder Warschau verdeutlicht Pirożński die Brückenfunktion dieser Städte für den Nachrichtenverkehr von Ost nach West.

Die Beiträge von Andrea Langer und Heidemarie Petersen veranschaulichen Formen des Kulturtransfers als Folgeerscheinung der Migration von Einzelpersonen. So sind "Jüdische Ärzte am Krakauer Hof des 16. Jahrhunderts als Vermittler italienisch-sephardischer Kultur in das polnische Judentum" (S. 111-120) Gegenstand der Untersuchung von Heidemarie Petersen. Petersen entwickelt ihre Ausführungen auf der Grundlage eines gestuften Modells von Kulturtransfer. Am Anfang stehen informelle Kontakte, die erst in einem zweiten Schritt zur gegenseitigen Rezeption kultureller Muster führen, in diesem Fall durch Erziehung, Ausbildung und Berufsausübung in dem jeweils anderen Kulturbereich. Die Vertiefung der Rezeption der unterschiedlichen Kulturmuster in einem dritten Schritt integriert italienische Juden in das polnisch-jüdische Milieu und führt damit auch zur Rezeption des italienisch-sephardischen Kulturmodells durch polnische Juden. Am Schluß steht eine Multiplikatorfunktion in Folge eines in diesem Sinne erfolgreichen Kulturtransfers. Andrea Langer widmet sich unter dem Titel "‚Ex longa stirpe Imperatorum‘. Zum Einfluß Elisabeths von Habsburgs (1436/37-1505) auf die Kunst- und Repräsentationstraditionen am jagiellonischen Hof" (S. 121-140) der "Übertragung von Traditionen in ein neues Umfeld und deren materielle Gestaltung in diesem anderen Kontext" (S. 11), in der Hauptsache durch die Rolle der Herrscherin als bedeutende Auftraggeberin.

Karl Vocelka schließlich berichtet über "Höfische Feste als Phänomene sozialer Integration und internationaler Kommunikation. Studien zur Transferfunktion habsburgischer Feste im 16. und 17. Jahrhundert (S. 141-150). Hier geht es vor allem um die "Interaktion zentralitätstiftender Faktoren" in der Metropole Wien (S. 12), um die Verdichtung von wechselseitigem Kulturtransfer im Zusammenhang von Stadt und Hof.

Die letzten drei Beiträge widmen sich den Beziehungen zwischen west-, süd- und ostmitteleuropäischen Kunstregionen. Marina Dmitrieva-Einhorn betrachtet die "Rhetorik der Fassaden: Fassadendekorationen in Böhmen" (S. 151-170), wobei sie die Bedeutung der Metropole Prag im 16. Jahrhundert sowohl als Zentrum der Rezeption als auch der Weitervermittlung italienischer Einflüsse auf die Architektur herausarbeitet. Arnold Bartetzky behandelt unter dem Titel "Niederlande versus Polen: Zur Rezeption nordisch-manieristischer Architektur in Danzig (1560-1620)" (S. 171-184) den Danziger Niederlandismus als aktiven Aneignungsprozeß. Die "Manierismusrezeption in Malerei und Zeichnung Breslaus und einiger preußischer Städte" (S. 185-197) von Jan Tylicki bildet den Abschluß einer Veröffentlichung, die auf der Grundlage einer modernen Konzeption von Kulturtransfer ein sowohl dem Gegenstand nach als auch geographisch bislang kaum beachtetes Gebiet der Stadtgeschichtsforschung auf vielfältige Weise erschlossen hat.

Jan Hirschbiegel

 

Bildnis, Fürst und Territorium, hg. vom Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt, bearb. von Andreas Beyer unter Mitarb. von Ulrich Schütte und Lutz Unbehaun, München u.a. 2000 (Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur, 2) [Deutscher Kunstverlag, 266 S., 156 sw-Abb., geb., 45,- Euro].

Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um die Veröffentlichung der Ergebnisse einer kunsthistorischen Tagung, die 1998 auf Schloß Heidecksburg in Rudolstadt stattfand. Das Kolloquium beleuchtete unterschiedlichste Varianten der Verbildlichung territorialer Herrschaft im Zeitraum zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Untersuchungen zum Thema "Porträt" und dem damit symbolisierten Herrschaftsanspruch haben derzeit offenbar Konjunktur. In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Monographien und Sammelbände zur politischen Ikonographie des Porträts.

In dem hier vorzustellenden zweiten Band der Rudolstädter Forschungen zur Residenzkultur folgen nach der kurzen zusammenfassenden Einleitung von Andreas Beyer (S. 7-10) insgesamt 14 Aufsätze, deren Themen – chronologisch angeordnet – sich auf den deutschen Sprachraum sowie Frankreich und Italien beziehen. Zuerst beschreibt Matthias Müller in seinem Beitrag "Das irdische Territorium als Abbild eines himmlischen. Überlegungen zu den Monatsbildern in den Très Riches Heures des Herzogs Jean de Berry" (S. 11-29) die Darstellungen in dem berühmten Gebetsbuch aus dem frühen 15. Jahrhundert als vom Menschen kultivierte Landschaften, die ein Sinnbild der guten Regierung des Herzogs darstellen. Gleichzeitig wird diese Kulturlandschaft von einer identifizierbaren Schloßarchitektur dominiert, welche die gottgegebene, aber weltliche Regierung mit Mitteln der christlichen Ikonographie rechtfertigt. Martin Eberle belegt in seinem Beitrag "Rudolf IV. und seine Bildnisse in und an St. Stephan in Wien" (S. 31-42), daß das Porträt des österreichischen Erzherzogs nicht weniger als fünfmal am oder im Stephansdom auftaucht und damit der Landesherr in ungewöhnlich deutlicher Form die Selbstbehauptung der höfischen neben der sakralen Welt manifestiert. Der folgende Aufsatz von Kristine Patz "Otium statt negotium? Bild und Bildnis weiblicher Herrschaft am Beispiel von Isabella d’Este" (S. 43-57) hat das Ausstattungsprogramm der Privatgemächer Isabella d’Estes in ihrem Castello in Mantua zum Thema. Die Autorin interpretiert den für diesen Ort entstandenen Gemäldezyklus als Sinnbild der tugendhaften ‚freien Muße‘, dem die Laster gegenübergestellt werden.

Der nächste Beitrag mit dem Titel "Mediceische Erinnerungsräume: Cosimo I. im Palazzo Vecchio. Die Methode und Funktion der historischen inventio in Francesco Salviatis Sala dell’Udienza (1543-1548)" (S. 59-87) von Marcus Kiefer beschäftigt sich mit einem antiken Heldenzyklus, der auf subtile Weise zur Rechtfertigung der Herrschaft Cosimo I. instrumentalisiert wird. Raphael Sennhausers Aufsatz "... uff der pfallentz in der obern stuben. Selbstdarstellung und Herrschaftsorganisation schweizerischer Abteien" (S. 89-109) schildert anhand des heraldischen Bildprogrammes vom Kloster St. Georgen in Stein am Rhein, wie auch geistliche Herrscher Selbstdarstellung, Herrschaftsanspruch und Macht zu inszenieren wissen. Die Analyse "Das Skulpturenprogramm des Schloßportals in Brieg/Schlesien (um 1550-1556). Zur Selbstdarstellung eines Fürsten im Spannungsfeld der territorial-politischen Interessen der Großmächte Mitteleuropas" (S. 110-125) von Dietmar Popp zeigt, wie vorzüglich sich die Portalanlage eines Renaissanceschlosses mit qualitätvollem bauplastischem Schmuck zur Zementierung des Machtanspruches eines Territorialfürsten eignet. Barbara Welzel lenkt mit ihrer Untersuchung "Territorium als Bild am Körper – Der Panzerkragen Erzherzog Albrechts mit der Schlacht von Ostende" (S. 126-139) den Blick auf ein schmückendes Detail aus dem Bereich des Kunsthandwerkes. In der Madrider Rüstkammer wird der Panzerkragen der Prunkrüstung von Erzherzog Albrecht VII. von Habsburg aufbewahrt. Die Rückenpartie zeigt detaillierte Darstellungen von Ostende und Umgebung mit den Festungen, während auf der Brustplatte Kampfhandlungen gegeben sind. Nach der 1601 in Ostende erfolgreich geschlagenen Schlacht ließ sich Albrecht den teilweise vergoldeten Kragen anfertigen, um ihn fortan zu besonderen Gelegenheiten gleichsam als individuelle Form eines Ordens zu tragen.

Kilian Heck gibt mit seinem Beitrag "Grabmonumente als soziale Raumbildung. Das Grabmal für Dietrich von Fürstenberg und die Grabdenkmale des Domkapitels im Paderborner Dom" (S. 141-153) ein interessantes Beispiel aus dem Bereich der Sepulkralkultur und beschreibt den komplexen Aufbau, den Standort und die Herrschaftsinszenierung des Grabmals aus den Jahren nach 1616. Mit seiner Höhe von 14 Metern verkörpert es auf eindrucksvolle Weise den Machtanspruch des Fürstbischofs. "Zur Bedeutung der Darstellung von Territorium im Porträt am Beispiel der Herrscherbildnisse im großen Saal des Residenzschlosses Friedenstein zu Gotha" (S. 155-168) ist der Aufsatz von Marc Rohrmüller betitelt. Der Autor beschäftigt sich mit einer Folge von 28 Herrscherbildnissen sächsischer Kurfürsten und Herzöge aus der Zeit um 1648 und untersucht die im Hintergrund der lebensgroßen Porträts wiedergegebenen Ansichten von Teilen des Herrschaftsgebietes. Etwas aus dem Rahmen fällt der Beitrag von Christian Renfer, handelt es sich bei seinem Beitrag "Staatlicher Souveränitätsanspruch in der Rathausikonographie – Der Zürcher Rathausneubau von 1692-1700. Zürichs Rolle als souveräner Staat und Vorort der schweizerischen Eidgenossenschaft im 17. Jahrhundert" (S. 169-187) doch um das Exempel der Selbstdarstellung eines souveränen Stadtstaates. Der Autor beleuchtet, wie sich die Bürger bei Planung und Neubau des Zürcher Rathauses eines allegorischen Fassadenprogrammes und einer anspruchsvollen emblematischen Ikonographie im Innern – bis hin zu den Prachtöfen in den Ratssälen – bedienen.

Friedrich Polleross untersucht in seinem Aufsatz "Kaiser, König, Landesfürst: Habsburgische ‚Dreifaltigkeit‘ im Porträt" (S. 189-218) exemplarisch drei Bereiche der politischen Ikonographie – das Staatsporträt, das Staatszeremoniell sowie die Herrschergenealogie und Habsburgerapotheose – um sich den bekanntermaßen äußerst komplizierten Verflechtungen der Linien des Hauses Habsburg, das über Jahrhunderte in mehreren Ländern in Personalunion regierte, anzunähern. "Das sog. Vestibül in Schloß Weissenstein zu Pommersfelden: Ein ‚Ehrentempel‘ für Kurfürst und Reichserzkanzler Lothar Franz von Schönborn" (S. 219-248) ist Thema von Franz Matsche. Schönborn ließ ab 1711 das Schloß quasi als Baudenkmal seiner eigenen Person komplett neu erbauen und machte es unter Zuhilfenahme der gängigen barocken Allegorien allerdings gleichzeitig zum dynastischen Monument des Hauses Schönborn. Der Band wir durch Hubertus Kohles Aufsatz "Hyacinthe Rigauds Porträt des Gaspard de Gueidan – Kunst und aristokratische Politik im Ancien Régime" (S. 249-266) abgeschlossen. Kohle deutet das Porträt des aus bürgerlicher Familie stammenden südfranzösischen Adligen im Schäferkostüm vor pastoraler Landschaft als Beleg für den eigenen Statuswechsel vom Bürger zum Aristokraten. Gleichzeitig wird ein Selbstbewußtsein dokumentiert, das die aristokratische Kultiviertheit des nicht-höfischen Adels betont.

Die Beiträge, zumeist von jungen Kunstwissenschaftlern erarbeitet, sind indes allesamt solide und fundiert recherchiert, sie genügen mit ihrem meist umfangreichen Anmerkungsapparat dem aktuellen Forschungsstand und bringen viele interessante Einzelaspekte zum Thema der fürstlichen Selbstdarstellung. Leider läßt die Abbildungsqualität etwas zu wünschen übrig. Man vermißt die für kunsthistorische Publikationen nötigen farbigen Reproduktionen schmerzlich, was mit Kostengründen erklärt werden kann. Gelegentlich sind die Abbildungen selbst von recht mäßiger Qualität, insbesondere auf den Seiten 20, 48, 130, 250 (besonders unverständlich, da Rigauds kurioses Porträt in wesentlich besserer Qualität in Farbe den Titel des Bandes ziert) und 253-260. Sicherlich ist das angerissene Forschungsfeld nahezu unerschöpflich und kann nicht annähernd mit einem Kolloquium oder in einem Sammelband abgehandelt werden. Doch wäre ein einleitender Theorieaufsatz, der die Heterogenität der Aufsatzthemen erläutert, für den Leser sicher nutzbringend gewesen.

Angesichts des Buchtitels hätte man sich vielleicht auch einen Beitrag zur Selbstdarstellung und Untermauerung des fürstlichen Souveränitätsanspruches mit Hilfe von Veduten oder den verbreiteten umfangreichen Stichserien der Barockzeit ebenso vorstellen können wie eine Untersuchung zur Machtinszenierung auf dem Gebiet fürstlicher Hof-, Schloss- und Gartenanlagen.

Jörg Matthies, Kiel*

Neuerscheinungen

Andrian-Werburg, K. von: Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach und das kaiserliche Landgericht des Burggraftums Nürnberg, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 60 (2000) S. 56-66.

L’artiste et le commanditaire aux derniers siècles du Moyen Âge (XIIIe-XVIe siecle), hg. von F. Joubert, Paris 2001 (Cultures et civilisations médiévales, 25) [PUF, 316 S., sw-Abb., 32,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Joubert, F.: Introduction "Selon la devise et portraiture ...": de l’idée d’une oeuvre à sa réalisation; Sandron, D.: La cathédrale de Laon, la volonté du clergé, la liberté des architectes; Balcon, S.: Le rôle des évêques dans la construction de la cathédrale de Troyes et la réalisation du décor vitré d’après l’étude des baies hautes du choeur; Subes, M.-P.: La vie de saint Maurille à la cathédrale d’Angers: le rôle des commanditaires dans le choix des images et leur disposition; Boulc’h, A.-C. de: Modèle anglais et contre-modèle tourangeau. Quelques clés pour comprendre l’architecture de la cathédrale de Dol-de-Bretagne; Caillet, J.-P.: Mise au point sur les relations Commanditaire/Artiste en Italie: le cas des signatures de Nicola et Giovanni Pisani; Cassagnes-Brouquet, S.: Les peintres et la politique: l’exemple de la Bourgogne des Valois; Blondeau, C.: Du plaisir des sens à la passion du sens: l’illustration d’un cycle du Lancelot Graal et ses remaniements; Sécula, D.: Nicolas Rolin fondateur de l’Hôtel-Dieu de Beaune (1443´): réflexions sur son rôle dans la conception du programme architectural; Lorentz, P.: Le processus d’une commande: la décoration de la chapelle Sainte-Ursule en l’église des Carmes de Metz; par le peintre Jost Haller (1453); Nys, L.: La commande en art funéraire à la fin du Moyen Âge: le cas des lames funéraires gravées à Tournai et dans les régions limitrophes; Schandel, P.: Les peintres lillois et la commande échevinale (XVe siècle); Charron, P.: Quelques bibliophiles de la Cour de Bourgogne et le maître du Champion des Dames (ca.1465-1475); Gatouillat, F.: Les peintres-verriers au service de Louis XI à la cathédrale d’Evreux; Weigert, L.: Commande, donation et exposition d’une tenture de chśur: la vie de Gervais et Protais; Delaunay, I.: Livres d’heures de commande et d’étal: quelques exemples choisis dans la librairie parisienne 1480-1500; Joubert, F.: La commande laïque de vitraux à la fin du Moyen Âge: observations préliminaires; Hérold, M.: La commande artistique à la cour des ducs René II et Antoine de Lorraine (1473-1544): une politique raisonnée.

Autobiography of Charles IV of Luxemburg, Holy Roman Emperor and King of Bohemia, hg. von B. Nagy, übersetzt von P. W. Knoll und F. Schaer, Budapest u.a. 2001 (Central European Medieval Texts Series, 2) [Central European University Press, 300 S., geb., 54,95 $/34,– Ł].

Les Années Fouquet. Politique, société, vie artistique et culturelle dans les années 1650. Colloque organisé conjointement par l’Université de Versailles-Saint-Quentin (ESR 17-18) en collaboration avec le Séminaire d’Histoire Moderne de l’Université de Marburg à Versailles, 26-27 mai 2000, hg. von C. Grell und K. Malettke, Münster 2001 (Forschungen zur Geschichte der Neuzeit. Marburger Beiträge, 2) [Lit, 144 S., 15,90 Euro].

Aus dem Inhalt:

Grell, C.: En guise d’introduction. Nicolas Fouquet au tribunal de l’histoire, S. 1ff.; Meyer, J.: Le cas Fouquet. Faut-il réhabiliter Fouquet? S. 11ff.; Petitfils, J.-C.: Louis XIV et Fouquet, S. 35ff.; Malettke, K.: Fouquet et l’Europe, entre la paix de Westphalie et la paix des Pyrénées, S. 49ff.; Darmon, J.-C.: La Fontaine, Vaux et l’apprentissage de la poésie, S. 73ff.; Bury, E.: La "culture Fouquet". Précieuses et galants, S. 101ff.; Mérot, A.: Temple des Muses, Palais du Soleil. Les plafonds peints par Charles Le Brun au château de Vaux-le-Vicomte, S. 111ff.; Grell, C.: Les années Fouquet. Le contexte politique, militaire, religieux, littéraire et artistique, S. 125ff.

Assing, H.: Das Bistum Brandenburg wurde wahrscheinlich doch erst 965 gegründet, in: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 51 (2000) S. 7-29.

Aufriß der Historischen Wissenschaften, hg. von M. Maurer, Bd. 6: Institutionen, Leipzig 2002 [Reclam, 408 S., kart., 10,10 Euro].

Ausgewählte Aufsätze von Hans Patze, hg. von P. Johanek, E. Schubert und M. Werner, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 50) [Thorbecke, 850 S., Ln., 11 Abb., 3 Karten, 74,– Euro].

Auge, O.: Kleine Geschichte der Stuttgarter Stiftskirche, Leinfelden-Echterdingen 2001 [DRW-Verlag, 96 S., geb., 25 Abb., 7,80 Euro].

Auge, O.: Ars und Scientia am Hof der Württemberger: Das Beispiel des Stuttgarter Heilig-Kreuz-Stifts, in: Ars und Scientia im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Ergebnisse interdisziplinärer Forschung. Georg Wieland zum 65. Geburtstag, hg. von C. Dietl und D. Helschinger, Tübingen/Basel 2002, S. 235-254.

Auge, O.: Stiftsbiographien. Die Kleriker des Stuttgarter Heilig-Kreuz-Stifts (1250-1552), Leinfelden-Echterdingen 2002 (Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, 38) [DRW-Verlag, 740 S., geb., 78,– Euro].

Bahl, P.: Der Hof der Großen Kurfürsten. Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens, Köln 2001 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz, Beiheft 8) [Böhlau, 777 S., geb., Tab., Taf., 91,– Euro].

Bastl, B.: Europas Aufbruch in die Neuzeit. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt 2002 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 224 S., geb., 31 sw- und 41 farb. Abb., 39,90 Euro].

Bauer, V.: Repertorium territorialer Amtskalender und Amtshandbücher im Alten Reich. Adreß-, Hof-, Staatskalender und Staatshandbücher des 18. Jahrhunderts. Bd. 3: Der Westen und Südwesten, Frankfurt am Main 2001 (Ius Commune. Sonderheft, 147) [Klostermann, 790 S., Ln., 119,– Euro].

Beiträge zum II. Veduten-Colloquium in Lüneburg, 7.-9.X.1983, III. Veduten-Colloquium in Regensburg, 3.-6.X.1985, hg. von A. Marsch und E. Jäger, Lüneburg 2001 (Lüneburger Beiträge zur Vedutenforschung, 2) [Institut Nordostdeutsches Kulturwerk, 469 S., 238 farb. und sw-Abb., ca. 45,– Euro].

Bendel, R.: 1000 Jahre Bistum Breslau. Überlegungen für eine Diözesangeschichte, in: Archiv für Schlesische Kirchengeschichte 58 (2000) S. 9-25.

Benporat, C.: Feste e banchetti. Convivialità italiana fra tre e quattrocento, Florenz 2001 (Biblioteca dell’"Archivum Romanicum", 1,302) [Leo S. Olschki, 290 S., 12 Tafeln sw und farb., 30,99 Euro].

Berger, E.: Historische Gärten Österreichs. Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Bd. 1: Niederösterreich – Burgenland, Wien 2002 [Böhlau, 920 S., geb., 660 sw-Abb., 78,30 Euro]. Bd. 2: Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark und Tirol, Wien 2002 [Böhlau, 808 S., geb., 790 Kleinabb., 78,30 Euro].

Bellany, A.: The politics of court scandal in early modern England. News Culture and the Overbury Affair, 1603-1660, Cambridge 2002 [Cambridge University Press, 342 S., 70 $].

Berichte und Beiträge des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. 2000. Tätigkeitsbericht 2000, hg. Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V., Leipzig 2001.

Aus dem Inhalt:

Arbeitsgebiet III: Die Metropolen Ostmitteleuropas. Regionalkultur – Nationalkultur – Europäische Kultur.

Projekt III/1: Metropolen und Zentren. Ihre Entwicklung als Faktoren und Orte staatlicher Repräsentation sowie kultureller und gesellschaftlicher Integration in Ostmitteleuropa (15.-17. Jahrhundert). Leitung W. Eberhard, S. 45-60.

Michels, G.: Probleme wirtschaftlicher Interaktion in ostmitteleuropäischen Metropolen im 15. und 16. Jahrhundert, S. 48-50; Belzyt, L.: Soziale und ethnische Pluralität in Prag und Krakau um 1600, S. 50f.; Petersen, H.: Judengemeinde und Stadtgemeinde in Polen im 14.-16. Jahrhundert: Krakau, Posen, Lemberg, S. 51-53; Dmitrieva, M.: Die Metropolen Krakau und Prag als Transferorte der Renaissance und des internationalen Manierismus und die Entstehung vernakulärer Stile, S. 5356; Lambrecht, K.: Zentrum und Kommunikation. Kulturelle Metropolen in Ostmitteleuropa im Zeitalter der Jagiellonen (ca. 1450-1550), S. 56f.; Langer, A.: Weibliche Mitglieder des Jagiellonenhauses als Trägerinnen und Vermittlerinnen von kulturellen Strömungen an ostmitteleuropäischen und Mitteleuropäischen Residenzen im 15./16. Jahrhundert, S. 58f.; Brunner, M.: Die Repräsentationsarchitektur Kaiser Rudolfs II. Ein architekturhistorischer Vergleich zwischen der Struktur des Prager Kaiserhofs und den großen Residezen der Gegenreformation in Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und München um 1600, S. 59f.

Projekt III/2: Die Bedeutung der Jagiellonen für die Kunst und Kultur Mitteleuropas (ca. 1450-1550). Leitung T. Suckale, S. 71-77.

Wetter, E.: Die Goldschmiedekunst der Jagiellonenzeit im Kontext höfischer und bürgerlicher Repräsentationskultur. Studien zu Bedeutung und Funktion am Beispiel der Objekte des ungarischen Drahtemails, S. 72f.; Torbus, T.: Das Wawel-Schloß in Krakau und die Residenzarchitektur der beginnenden Renaissance in Polen-Litauen, Böhmen und Ungarn, S. 73f.; Popp, D.: Forschungen zur Italien- und Renaissancerezeption in Ungarn und im Jagiellonenreich ca. 1460-1530 unter besonderer Berücksichtigung der Graphik als vermittelndem Medium, S. 74f.; Cemus, P.: Die Wandmalereien des Meisters des Leitmeritzer Altars in der Wenzelskapelle im Veitsdom zu Prag. Eine kunsthistorisch-ikonographisch-funktionsgeschichtliche Analyse, S. 76f.

Binding, G.: Der mittelalterliche Baubetrieb in zeitgenössischen Abbildungen, bearb. von A. Bernhöft u.a., Stuttgart 2001 [Theiss, 208 S., pb., 39,90 Euro].

Böck, F.-R.: Ein Einzelfall? Das Fürststift Kempten als "Territorialstaat". Notizen zur Herrschaftsgeschichte, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 91-98.

Bues, A.: Das Herzogtum Kurland und der Norden der polnisch-litauischen Adelsrepublik im 16. und 17. Jahrhundert. Möglichkeiten von Integration und Autonomie, Fernwald 2001 (Habil.-Schr. Univ. Warschau 2001) [Litblokkin, 370 S., brosch., 50,11 Euro].

Buettner, B.: Past Presents: New Year’s Gifts at the Valois Courts, ca. 1400, in: The Art Bulletin 83,4 (2001) S. 598-624.

Bünz, E.: Zur Geschichte des Wittenberger Heiltums. Johannes Nuhn als Reliquienjäger in Helmarshausen und Hersfeld, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 52 (1998) S. 135-158.

Bünz, E.: Wircibvrc – zum ältesten Siegel des Stadt Würzburg von 1195, in: Festschrift für Rudolf Endres. Zum 65. Geburtstag gewidmet von Kollegen, Freunden und Schülern, hg. von C. Bühl und P. Fleischmann, Neustadt a. d. Aisch 2000 (Jahrbuch für fränkische Landesforschung, 60), S. 29-46.

Bünz, E.: Die Siegel der Stadt Würzburg im Mittelalter, in: Geschichte der Stadt Würzburg, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkrieges, hg. von U. Wagner, Stuttgart 2001, S. 250-254 und S. 621f.

Von der Burg zum Schloß. Landesherrlicher und Adeliger Profanbau in Thüringen im 15. und 16 Jahrhundert, hg. von H. Lass, Bucha bei Jena 2001 (Palmbaum Texte, 10) [quartus-Verlag, 231 S., kart., zahlr. Zeichnungen, Grundrisse und Photos, 17,40 Euro].

Aus dem Inhalt:

Lass, H.: Burg und Schloß – Überlegungen zum landesherrlichen und adeligen Profanbau in Thüringen im 15. und 16. Jahrhundert, S. 17-28; Grossmann, G. U.: Die Verwandlung der Burg zum Schloß, S. 29-40; Durdik, T.: Böhmische Burgenarchitektur der Zeit Wenzels IV., S. 41-66; Strickhausen, G.: Beobachtungen zur älteren Baugeschichte des Hohen Hauses auf Schloß Beichlingen, S. 67-93; Hoppe, S.: Wie wird die Burg zum Schloß? Architektonische Innovation um 1470, S. 95-116; Brohl, E.: Polnische Einflüsse auf den frühen Festungsbau in Mitteldeutschland um 1500, S. 117-132; Unbehaun, L.: Nikolaus Gromann und der Schloßbau unter den Ernestinern im 16. Jahrhundert, S. 133-150; Lohmann, B.: Burg und Schloß – Zur baulichen Entwicklung des Alten Schlosses zu Dornburg im 15. und 16. Jahrhundert, S. 151-177; Altwasser, E.: Von der Burg zum Schloß und wieder zurück. Das Oberschloss zu Kranichfeld, S. 179-191; Boblenz, F.: Vom Hof zum Schloß – Zur Geschichte von Schloß Frohndorf, S. 193-214; Wirth, H.: Wandlungsprozesse im Burgen- und Schloßbau Mitteldeutschlands, S. 215-225.

Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, hg. von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der deutschen Burgenvereinigung e.V. (Red. I. Roch-Lemmer und R. Schmitt), Halle 2001 (Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V., 10).

Aus dem Inhalt:

Petzschmann, U.: Mittelalterliche Vorgängerbauten und jüngere Befunde auf Schloß Mansfeld, S. 7-32; Schmitt, R.: Zur Geschichte der Baugeschichte der Burg Arnstein, Kreis Mansfelder Land, S. 33-135; Behrens, H. A.: Zur Entstehungsgeschichte der Burg Zilly, S. 158-180; Schmitt, R: Quellen zur Baugeschichte des Zeitzer Schlosses vom Mittelalter bis in die Zeit unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg, S. 181-219; Schröder, O.: Das Neue Schloß bei Braunschwende, Ldkr. Mansfelder Land – eine renaissancezeitliche Investruine, S. 220-247; Stahl, A.: Das fürstlich-anhaltische Renaissanceschloß Harzgerode. Nachrichten zur Vorgeschichte, Nutzung und Ausstattung des Schlosses, S. 248-280; Hildebrand, S.: Neues zu Halles Baugeschichte. Bislang unbekannte barocke Entwurfszeichnungen der Moritzburg in Halle, S. 308f.

Burgenbau im 13. Jahrhundert, hg. von der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Verbindung mit dem Germanischen Nationalmuseum, Red.: G. U. Grossmann, München u.a. 2002 (Forschungen zu Burgen und Schlössern, 7) [Deutscher Kunstverlag, 308 S., kart., zahlr. farb. und sw-Abb.].

Aus dem Inhalt:

Meyer, W.: Neuerungen im Burgenbau des 13. Jahrhunderts nach Beispielen aus der Umgebung Basels, S. 9-22; Biller, T.: Die Entwicklung regelmäßiger Burgformen in der Spätromanik und die Burg Kaub (Gutenfels), S. 23-44; Thon, A.: Studien zu Relevanz und Gültigkeit des Begriffes "Pfalz" für die Erforschung von Profanbauwerken des 12. und 13. Jahrhunderts, S. 45-72; Hirschbiegel, J.: Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich – ein Projekt der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, S. 73-82; Grossmann, G. U.: Die Kaiserburg zu Nürnberg. Literaturbericht und Forschungsstand, S. 83-98; Burger, D.: Die Cadolzburg. Ein Hauptwerk des frühen gotischen Burgenbaus in Franken, S. 99-116; Schulz, A.: Die Burg Kaiser Karls IV. in Lauf an der Pegnitz. Eine Untersuchung ihrer ursprünglichen Bedeutung, S. 117-128; Burger, D.: Die Burg der Reichsmarschälle von Pappenheim in staufischer Zeit, S. 129-148; Drake, K.: Burgenbau des 13. Jahrhunderts in Schweden, S. 149-160; Grossmann, U. und F.: Mittelalterliche Kritzeleien in walisischen Burgen, S. 161-166; Heine, H.-W.: Die Harlyburg bei Vienenburg im Landkreis Goslar. Eine unerforschte Burg des 13. Jahrhunderts, S. 167-174; Möser, J.: Die älteren Bauteile des Schlosses Jessen/Elster als Beispsiel früher Backsteinbauten im Elbe-Elster-Gebiet, S. 175-194; Hoffmann, Y.: Burg Gnandstein in Sachsen im 13. Jahrhundert, S. 195-208; Durdik, T.: Grundlinien des königlichen Burgenbaues im 13. Jahrhundert, S. 209-220; Bolina, P.: Zu den Anfängen der Burg Wildenstein bei Budišov (Bautsch) in Nordmähren, S. 221-228; Friedrich, W.: Burg Romrod, eine unbekannte Burganlage aus dem 12. Jahrhundert. Vorbericht der Grabung von 1997-2000, S. 229-240; Grossmann, G. U.: Der Saalbau im Marburger Schloß, S. 241-254; Jost, B.: Der Falkensteiner Bau der Burg Münzenberg. Überlegungen zu seiner Stellung im Burgenbau des 13. Jahrhunderts, S. 255-268; Herrmann, C.: Burg Landskron in Oppenheim. Ein Residenzenbau König Rudolfs von Habsburg, S. 269-274; Barz, D.: Lichtenstein in der Pfalz – das Ende einer Burg im 13. Jahrhundert, S. 275-282; Losse, M.: Die Burg bei Hausach im Kinzigtal (Schwarzwald) – eine Spornburg des 13. Jahrhunderts? S. 283-292; Radt, T.: Die Burgruine Neuhöwen im Hegau, S. 293-300.

Buri, A. R.; Stucky-Schürer, M.: Burgundische Tapisserien, München 2001 [Hirmer, 488 S., 335 Abb., 86,– Euro].

Cappellae apostolicae sixtinaeque collectanea, acta, monumenta, hg. von A. Roth, Turnhout 2002 (Studi di storia della musica nella Roma papale, 1) [Brepols, 350 S., pb., 74,– Euro].

Cawsey, S. F.: Kingship and propaganda. Royal eloquence in the western Mediterranean, c. 1200-1450, Oxford 2002 (Oxford historical monographs) [Oxford University Press, 224 S., 65,– Euro].

Fourteenth Century England, Bd. 1, hg. von N. Saul, Woodbridge 2000 [Boydell & Brewer, 210 S., geb., Ill., 91,24 Euro].

Le château à la croisée des voies, à la croisée des temps. Actes du colloque des 16, 17 et 18 juin 2000, hg. von J.-M. Pastré, Rouen 2001 (Publications de l’Université de Rouen, 303) [322 S., 22,– Euro].

Château et Imaginaire. Actes des Rencontres d’Archéologie et d`histoire en Périgord les 29, 30 septembre et 1er octobre 2000, hg. von A.-M. Cocula und M. Combet, Pessac 2001 [Ausonius, 296 S., 63 Ill., 29,– Euro].

Chatenet, M.: La cour de France au XVIe siècle. Vie sociale et architecture, Paris 2002 [Picard, 388 S., 170 Abb., darunter 14 Pläne, 54,– Euro].

Chauvineau, H.: Entre le prince et la cour. L’administration financière sur les grands-ducs de Toscane (XVI-XVII siècle) [Thèse en prép.: La cour du grand-duchés de Toscane de 1559 à 1737, sous la dir. de Jean Boutier, EHESS-Marseille], Hypothèses. Travaux de l’école doctorale d’histoire 2000, Paris 2001, S. 221-230.

Medieval Conduct, hg. von K. Ashley und R. L. A. Clark, Minneapolis u.a. 2001 (Medieval cultures, 29) [University of Minnesota Press, 241 S., Ill., 28,67 Euro].

Aus dem Inhalt:

Ashley, K, Clark, R. L. A.: Medieval conduct: texts, theories, practices; Sponsler, C.: Eating lessons: Lydgate’s "Dietary" and consumer conduct; Amos, M. A.: "For manners make man": Bourdico de Cenew, and the common appropriation of noble manners in the Book of courtesy; Krueger, R. J.: Nouvelles choses: social insuability and the problem of fashion in the Livre du chevalier de la Tour Landry, the Ménagier du Paris, and Christine de Pizan’s Livre des trois vertus; Ashley, K.: The miroir des bonnes femmes: not for women only?; Rasmussen, A. M.: Fathers to think back through: the middle high german mother-daughter and father-son advice poems known as Die Winsbeckin und Der Winsbecke; Pronzek, A.: Gendered theories of education in fourfteenth-century conduct books; Clark, R. A.: Constructing the female subject in late medieval devotion; Rondeau, J. F.: Conducting gender, theories and practises in italian confraternity literature; Nissé, R.: Grace under pressure: conduct and representation in the Norwich heresy trials.

Contamine, P.: Essai sur la place de ".XII. pairs" dans l’ordo de la royauté française à la fin du moyen âge, in: Hierarchies et services au moyen âge. Séminaire sociétés et croyance au Moyen Age, hg. von C. Carozzi und H. Taviani-Carozzi, Aix-en-Provence 2001, S. 53-70.

Cosmè Tura. Painting and design in Renaissance Ferrara [Ausstellungskatalog], hg. von S. J. Campbell, Mailand 2002 [Electa, 293 S., zahlr. Ill., 50 $].

Court Festivals of the European Renaissance. Art, politics and performance, hg. von R. Mulryne und E. Goldring, Warwick 2002 [Ashgate, 368 S., 78 sw-Abb., 47,50 Ł].

The Cultural Politics of Duke Cosimo I de Medici, hg. von K. Eisenbichler, Warwick 2002 [Ashgate, 284 S., 19 sw-Abb., 45 Ł].

Crawford, A.: The Queen’s Council in the Middle Ages, in: English Historical Review 116 (2001) S. 1193-1211.

La dama en la corte bajomedieval, hg. von M. Aurell, Pamplona 2002 [Ediciones Universidad de Navarra, 181 S., Ill., 11,42 Euro].

Davis, N. Z.: Die schenkende Gesellschaft. Zur Kultur der französischen Renaissance, München 2002 [Beck, 240 S., brosch., 22,90 Euro].

Dawson, R.: "Europens Kaiserin". Katharina II. und die Zelebrität, in: L’Homme 12,2 (2001) S. 265-290.

Decker, K. P.; Wolf, D.: Terra Imperii – Wetterau und Vogelsberg – Stätten einer Königslandschaft aus staufischer Zeit, in: Geschichte und Kultur in Wetterau und Vogelsberg, Bd. 8, Wetterau 2001, S. 7-75.

Im Dienste Preussen. Wer erzog Prinzen zu Königen? [Ausstellungskatalog], hg. von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin 2001 [Henschel, 224 S., 50 farb. und 70 sw-Abb., 26,– Euro].

Dörrich, C.: Poetik des Rituals. Konstruktion und Funktion politischen Handelns in mittelalterlicher Literatur, Darmstadt 2002 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 272 S., Ln., 39,90 Euro].

Dorner, J.: Herzogin Hedwig und ihr Hofstaat. Das Alltagsleben auf der Burg Burghausen nach Originalquellen des 15. Jahrhunderts, Burghausen 2002 (Burghauser Geschichtsblätter, 53) [Stadt Burghausen, Stadtarchiv, 240 S., zahlr. Ill.].

Eberl, I.: Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens, Stuttgart 2002 [Thorbecke, 500 S., 5 Karten, geb., 29,90 Euro].

Ebneth, B.: Inspektionsordnungen der Reichsstadt Nürnberg und des Markgraftums Brandenburg-Ansbach für Stipendiaten in Wittenberg im 16. Jahrhundert. Reglementierung und Kontrolle des Studiums in der Frühen Neuzeit, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 60 (2002) S. 158-176.

Les élites nobiliaires dans les Pays-Bas au seuil des temps modernes, Brüssel 2001 (Cahiers du Centre de recherches en histoire du droit et des institutions, 16).

Aus dem Inhalt:

Win, P. de: Être noble au XVe siècle. À la recherche de critères et d’une définition, S. 1ff.; Dumolyn, J.: De Vlaamse adel in de Late Middeleeuwen: staatsdient en sociale mobiliteit, S. 9ff.; Sommé, M.: Le service des nobles des hôtel ducaux sous Philippe le Bon, S. 31ff.; Cauchies, J.-M.: "Grands" nobles, "petits" nobles, non-nobles dans les conseils de Maximilien d’Autriche et Philippe le Beau pour les Pays-Bas, S. 49ff.; Cools, H.: Équilibres ou déséquilibres régionaux au sein de l’aristocratie des Pays-Bas (1477-1530), S. 63ff.; Janssens, P.: La noblesse au sueil des temps modernes: continuités et discontinuités (XVe-XVIe siècles), S. 83ff.

Engels, J. I.: Beyond sacral monarchy. A new look at the image of the early modern French monarchy, in: French History 15,2 (2001) S. 139-158.

Preußische Facetten. Rheinromantik und Antike. Zeugnisse des Wirkens Friedrich Wilhelm IV. an Mittelrhein und Mosel. Mit einem Beitr. von W. Brönner. Katalog bearb. von J. Meissner und D. Olschewski, hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz – Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz, Regensburg 2001 [Schnell & Steiner, 124 S., 130 farb. Ill., ca. 29,80 Euro].

Faust, P. U.: Zur Reichsunmittelbarkeit Ottobeurens und Buxheims, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 143-153.

Federico Zuccaro. Kunst zwischen Ideal und Reform, hg. von T. Weddigen, Beitr. von M. Brunner, Basel 2000 (Bibliotheca Helvetica Romana, 27) [Schwabe, 272 S., geb., 72 Abb., 35,– Euro].

Feldkamp, M. F.: Regententabellen und Stammtafeln zur Geschichte Europas vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Leipzig 2002 [Reclam, 420 S., 10,10 Euro].

Foronda, F.: De "dit au roi" au "dit royal". Traces et transformations de la parole au roi dans la Castille de la fin du XVe siècle [Thèse en cour: Parler au roi en Castille au XVe siècle, sous la dir. de Claude Gauvard, Paris I], in: Hypothèses. Travaux de l’école doctorale d’histoire 2000, Paris 2001, S. 231-239.

František Graus. Ausgewählte Aufsätze 1959-1989, hg. von H.-J. Gilomen, P. Moraw und R. C. Schwinges, Stuttgart 2002 (Vorträge und Forschungen, 55) [Thorbecke, 448 S., Ln., 1 Tafel, 39, – Euro].

Freitag, W.: Kleine Reichsfürsten im 15. Jahrhundert – das Beispiel Anhalt, in: Sachsen und Anhalt 23 (2001) S. 141-160.

Fried, J.: Die Aktualität des Mittelalters. Gegen die Überheblichkeit unserer Wissensgesellschaft, Stuttgart 2002 [Thorbecke, 96 S., geb., 9,95 Euro].

Fuchs, C. L., Reisinger, C.: Schloss und Garten zu Schwetzingen, Worms 2001 [Werner, 208 S., Buchleinen, Abb., 49,95 Euro].

Les Funérailles a la Renaissance. XIIe colloque international de la Société Francaise d’Étude du Seizième Siècle, Bar-le-Duc, 2-5 décembre 1999, hg. von J. Balsamo, Genf 2002 (Travaux d’humanisme et Renaissance, 356) [Droz, 531 S., Ill.].

Gauvard, C.: Henneur de femme et femme d’honneur en France à la fin du Moyen Age, in: Francia 28,1 (2001) S. 159-191.

Geografia del collezionismo. Italia e Francia tra il XVI e il XVIII secolo. Atti delle giornate di studio dedicate a Giuliano Briganti (Roma, 19-21 septembre 1996), hg. von O. Bonfait, M. Hochmann, L. Spezzaferro und B. Toscano, Rom 2001 (Collection de l'Ecole française de Rome, 287) [Ecole française de Rome, 432 S., 23 sw-Abb., 57,– Euro].

Gerlich, A.: Könige, Fürsten, Adel und Städte am Mittelrhein und in Franken zwischen Thronstreit und Mainzer Reichslandfrieden 1198-1235, Darmstadt 2001 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, 127) [Hessische Historische Kommission, 281 S., kart., zahlr. Ill., 20,– Euro].

Gier, H.: Die Bibliotheken der ostschwäbischen Reichsstifte, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 173-185.

Goliński, M.: Służba rycerska a potencjał militarny księstw śląskich w późnym średniowieczu. I. Księstwo nysko-otmuchowskie (Der Ritterdienst und die Militärmacht der schlesischen Herzogtümer im Spätmittelalter, I: Das Fürstentum Neiße [-Ottmachau]), in: Śląski Kwartalnik Historyczny Sobótka 53 (1998) S. 33-67.

Greve, A., Lebailly, E.: Comptes de l’Argentier de Charles le Téméraire duc de Bourgogne, Bd. 1: Année 1468. Le registre B 2068 des Archives départementales du Nord, hg. von W. Paravicini, Correspondant de l’Institut, avec le soutien de l’Academie des sciences de Göttingen et de l’Institut historique allemand de Paris, Paris 2001 (Académie des Insriptions et Belles-Lettres. Recueil des Historiens de la France. Documents Financiers et Administratifs, 10).

Hartmann, P. C.: Kulturgeschichte des Heiligen Römischen Reiches 1648 bis 1806, Wien 2001 (Studien zu Politik und Verwaltung, 72) [Böhlau, 509 S., geb., 16 S. farb. und 200 sw-Abb., 39,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Höfische Kultur: Bedeutung des Hofes im 17. und 18. Jahrhundert – Verschiedene Typen fürstlicher Höfe – Besondere Bereiche höfischer Kultur.

Hassmann, E.: Meister Michael. Baumeister der ‚Herzoge‘ von Österreich, Wien 2002 [Böhlau Wien, 672 S., geb., 161 sw-Abb., ca. 79,– Euro].

Hasty, W.: Art of Arms. Studies of Aggression and Dominance in Medieval German Court Poetry, Heidelberg 2002 (Beiträge zur älteren Literaturgeschichte) [C. Winter, 154 S., kart., 22,– Euro].

Heck, K.: Ahnentafel und Stammbaum. Zwei genealogische Modelle und mnemotechnische Aufrüstung bei frühneuzeitlichen Dynastien, in: Seelenmaschinen. Gattungstraditionen und Leistungsgrenzen der Mnemotechnik vom späten Mittelalter bis zum Beginn der Moderne, hg. von J. J. Berns und W. Neuber, Wien u.a. 2000 (Frühneuzeit-Studien. N.F., 2), S. 563-584 [Böhlau, 800 S., Ill., 88,40 Euro].

Heck, K.: Genealogie als Monument und Argument. Der Beitrag dynastischer Wappen zur politischen Raumbildung der Neuzeit, München u.a 2002 (Kunstwissenschaftliche Studien, 98) [Deutscher Kunstverlag, 327 S., kart., 150 sw-Abb., 34,80 Euro].

Heimann, H.-D.: Die Habsburger. Dynastie und Kaiserreiche, München 2001 [C. H. Beck, 128 S., kart, 8 Abb., 7,50 Euro].

Le héros bourguignon: histoire et épopée,hg. von J.-M. Cauchies, G. Small und A. Brown, Neuchâtel 2001 (Publication du Centre Européen d’Études bourguignonnes, 41).

Aus dem Inhalt:

Croenen, G.: Heroes and anti-heroes in Book II of Jean Froissart’s Chroniques, S. 7-14; Fowler, K.: "A world of visual images": Froissart’s legacy to Burgundy, S. 15-25; Chattaway, C.: The heroes of Philip the Bold, S. 27-37; Hemelryck, T. van: Les figures exemplaires au secours du héros bourguignon: exemples de chroniqueurs, S. 39-51; Devaux, J.: Le culte du héros chevaleresque dans les Mémoires d’Olivier de la Marche, S. 53-66; Millar, A.: Olivier de La Marche and the Herculean origins of the Burgundians, S. 67-75; Emerson, C.: "Tel estat que peust faire le filz aisné légitime de Bourgoingne": Antoine, Great Bastard of Burgundy and Olivier de La Marche, S. 77-87; Morgan, D. A. L.: "The Resolved Gentleman": Lewis Lewkenor, Olivier de La Marche and the consciousness of Burgundy, S. 89-103; Schnerb, B.: Jean de Villiers, seigneur de L’Isle-Adam, vu par les chroniqueurs bourguignons, S. 105-121; Cools, H.: Les frères Henri, Jean, Antoine et Corneille de Glymes-Bergen: les Quatre Fils Aymon des Pays-Bas bourguignons, S. 123-133; Allmand, C.: Did the De re militari of Vegetius influence the military ordinances of Charles the Bold? S. 135-143; Visser-Fuchs, L.: "Warwick, by himself": Richard Neville, Earl of Warwick, "the Kingmaker", in the Recueil des croniques d’Engleterre of Jean de Wavrin, S. 145-156; Gunn, S.: Sir Edward Poynings: an Anglo-Burgundian hero, S. 157-169; Jones, M.: Of Hector and Lysander: reflections on Breton heroes at the end of the Middle Ages, S. 171-182; Daly, K.: Villains into heroes? Some "French" and "Norman" attitudes to Norman history in the later Middle Ages, S. 183-198; Schnitker, H.: "Wat mi die edel minne gheeft, dat sel ic gaerne draghen": spiritual heroism in Burgundian Dutch literature, S. 199-210; Harris, A. J.: "Van Houeerdye, Nijdt ende Ghierichede": the birth of a Netherlandic civic morality; the demise of the chivalric hero? S. 211-222; Blondeau, C.: Arthur et Alexandre le Grand sous le principat de Philippe le Bon: les témoins d’un imaginaire en mutation, S. 223-246; De Blieck, E.: In search of the comic hero: an example from the Cent Nouvelles Nouvelles, S. 247-258.

Hierarchies et services au moyen âge. Séminaire sociétés et croyance au Moyen Age, hg. von C. Carozzi und H. Taviani-Carozzi, Aix-en-Provence 2001 [Publications de l’Université de Provence, 314 S., 27,44 Euro].

Aus dem Inhalt:

Autrand, F.: "Monseigneur veut que ses gens deviennent riches": les parvenus à l’Hôtel du duc de Berry, S. 11ff.; Carozzi, C.: Hiérachie angélique et tripartition fonctionnelle chez Grégoire le Grand, S. 31ff.; Contamine, P.: Essai sur la place de ".XII. pairs" dans l’ordo de la royauté française à la fin du moyen âge, S. 53ff.; Hartmann, W.: L'évêque comme juge: la pratique du tribunal épiscopal en France du Xe au XIIe siècle, S. 71ff.; Iancu, D.: Hiérarchie au sein de la communauté juive provençale à la fin du Moyen Age, S. 93ff.; Jansen, P.: Offices et services de la commune et du prince en Italie XIIIe-XVe siècle, S. 105ff.; Blévec, D. le: Service et hiérarchie dans l’ordre des chartreux au premier siècle de son histoire, S. 143ff.; Paul, J.: Hiérarchie et savoir chez les Frères Prêcheurs de la province de Provence, S. 169ff.; Stouff, L.: Domestiques et esclaves à Arles au milieu du XVe siècle, S. 197ff.; Taviani-Carozzi, H.: Ordre et hiérarchie dans la compagnie des vivants et des morts: le De Miraculis de Pierre le Vénérable, S. 217ff.; Terrade, L.: Hiérarchie des perfections, service et justification: l’image de l’évêque dans l’hagiographie latine des Ve-VIIe siècles, S. 243ff.; Vauchez, A.: Un réformateur religieux dans la France de Charles VI: Jean de Varennes († 1396?), S. 271ff.; Verger, J.: Rapports hiérarchiques et amicitia au sein des populations universitaires médiévales, S. 291ff.

Historiker-Lexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von R. von Bruch und R. A. Müller, 2. Aufl., München 2002 [Beck, 14,50 Euro].

Hofgesellschaft und Höflinge an europäischen Fürstenhöfen in der Frühen Neuzeit (15.-18. Jahrhundert). Société de cour et courtisans dans l’Europe de l’époque moderne (XVe-XVIIIe siècle). Internationales Kolloquium, veranstaltet vom Seminar für Neuere Geschichte der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit der Universität Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines (ESR 17-18) vom 28. bis 30. September 2000 in Marburg, hg. von C. Grell und K. Malettke unter Mitwirkung von P. Holz, Münster u.a. 2001 (Forschungen zur Geschichte der Neuzeit. Marburger Beiträge, 1).

Aus dem Inhalt:

Kurze, D.: Zum Hofklerus im ausgehenden Mittelalter und am Beginn der Frühen Neuzeit, S. 17ff.; Müller, R. A.: Hofstaat – Hofmann – Höfling. Kategorien des Personals an deutschen Fürstenhöfen der Frühen Neuzeit, S. 37ff.; Dubost, J.-F.: Les étrangers à la cour de France: de la polémique à l’évaluation numérique, 1515-1630, S. 55ff.; Cruickshanks, E.: The Households of Charles II, James II, Catherine of Braganza and Mary of Modena: 1660-1689, S. 69ff.; Malettke, K.: La "Maison du Roi" sous Louis XIV vue par l’énvoyé extraordinaire de Brandebourg Ézéchiel Spanheim, S. 77ff.; Sienell, S.: Die Wiener Hofstaate zur Zeit Leopolds I., S. 89ff.; Neugebauer, W.: Vom höfischen Absolutismus zum fallweisen Prunk. Kontinuitäten und Quantitäten in der Geschichte des preußischen Hofes im 18. Jahrhundert, S. 113ff.; Schmid, A.: Der "Mundus Christiano-Bavaro-Politicus". Zur Theorie des Hofes der bayerischen Wittelsbacher im Zeitalter des höfischen Absolutismus, S. 125ff.; Hours, B.: Carrière et ambitions d`un "grand bigot" à la cour de Louis XV: le duc de La Vauguyon, S. 1471ff.; Troubetzkoy, W.: Le prince Nikita Iouriévitch Troubetzkoy (1699-1767), Feld-maréchal, procureur-général du Sénat de gouvernement. Sa position dans les réseaux de la cour de l’Impératrice Elisabeth Ière de Russie (1741-1761), S. 153ff.; Asch, R. G.: Thomas Wentworth, Earl of Strafford (1593-1641): "Frondeur" und Favorit? Eine Karriere zwischen Hof und Provinz, S. 159ff.; Howarth, D.: Van Dyck, Marie de Médicis and a proposed visit to Madrid in 1634, S. 175ff.; Persson, F.: Recreating the point of contact. The court of Gustavus Adolphus of Sweden, S. 197ff.; Serwański, M.: La rivalité des factions à la cour de Pologne aux XVIe et XVIIe siècles, S., 217ff.; Externbrink, S.: Christine von Frankreich und der savoyische Hof. Regentschaft und höfisches Klientel im Dreißigjährigen Krieg, S. 231ff.; Schindling, A.: Kurfürstenhöfe und Fürstenhöfe im Heiligen Römischen Reich, S. 245ff.; Bérenger, J.: La Cour impériale de Léopold Ier: partis, clans et clientèles, S. 257ff; Gräf, H. T: Das Personennetzwerk am Oranierhof in der Spannung zwischen europäischer Aristokratie und niederländischem Republikanismus, S. 273ff.; Emich, B.: Europäische Gemeinsamkeiten, römische Eigenheiten: Das Klientelsystem am Hof des Papstes, S. 287ff.; Sterchi, B.: Regel und Ausnahme in der burgundischen Hofetikette. Die Honneurs de la cour von Éléonore de Poitiers, S. 305ff.; Bury, E.: La rhétorique du courtisan: Un art d’être soi sans blesser les autres, S. 325ff.; Hengerer, M.: Hofzeremoniell, Organisation und Grundmuster sozialer Differenzierung am Wiener Hof im 17. Jahrhundert, S. 337ff.; Duindam, J.: Ceremonial staffs and paperwork at two courts: France and the Habsburg monarchy ca. 1550-1720, S. 369ff.; Auer, L.: Der Kaierhof der frühen Neuzeit in seiner Wirkung auf die Gesellschaft, S. 389-396.; Lope, H.-J.: Villa y Corte: Madrid als Hauptstadt und Residenz während der Regierungszeit Karls III. (1759-1788), S. 397ff.; Wolff, F.: Der Sparsame und der Verschwender? Hof und Gesellschaft in Kassel unter den Landgrafen Friedrich II. und Wilhelm IX. (1760-1803), S. 411ff.; Winterhager, W. E.: Der Hof als Leitmodell für die Gesellschaft: Schweden-ein Sonderfall? S. 421ff.; Grell, C.: La critique de la cour: la source des sermons, S. 439ff.; Roberts, P. R.: William Prynne’s Histrio Mastix: a Puritan Attack on the Court and the Stage during the Personal Rule of Charles I, S. 447ff.; Luttenberger, S. P.: Miseria vitae aulicae. Zur Funktion hofkritischer Reflexion im Reich während der frühen Neuzeit, S. 459ff.; Schmidt, G.: Luthertum, Aufklärung und religiöse Gleichgültigkeit am Weimarer Hof im späten 18. Jahrhundert, S. 491ff.; Le Roux, N.: La religion des courtisans dans la France de la Renaissance, S. 507ff.

Honemann, V.: Formen symbolischer Kommunikation in deutscher Literatur des Mittelalters, in: Das Mittelalter 6,1 (2001) S. 19-30.

Hruschka, C.: Kriegsführung und Geschichtsschreibung im Spätmittelalter. Eine Untersuchung zur Chronistik der Konzilszeit, Köln u.a. 2001 (Diss. Univ. Würzburg 2000) (Kollektive Einstellungen und sozialer Wandel im Mittelalter, 5) [Böhlau, 445 S., brosch., 51,– Euro].

Hufschmidt, A.: Adlige Frauen im Weserraum zwischen 1570 und 1700. Status-Rollen-Lebenspraxis, Münster 2001 (Veröffentlichungen der Historischen Komission für Westfalen, 22 A, 15) [Aschendorff, 584 S., geb., 26 farb. Tafeln, 34,80 Euro].

Innocenti, M.: Anna von Österreich, Enkelin Kaiser Sigismunds von Luxemburg und ihr trauriges Ende in der sächsischen Eckartsburg. Eine "inoffizielle Heilige" im Kloster Reinhardsbrunn, in: Hémecht 53,4 (2001) S. 601-608.

Jähnig, B.: Das Preußenland als Forschungsaufgabe, in: Preußenland 38 (2000) S. 39-44.

Das Jagdbuch des Mittelalters. Ms. fr. 616 der Bibliothèque Nationale in Paris, hg. von W. Schlag, Darmstadt 2001 (Glanzlichter der Buchkunst, 4) [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 276 S., Ln., 49,90 Euro].

Janse, A., Winter, J. M. van: Een bruiloftsmaal aan het Hollandse hof in 1369, in: Jaarboek voor Middeleeuwse Geschiedenis 3 (2000), S. 162-195.

Johannes Mellinger. Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600. hg. von P. Aufgebauer, K. casemir, U. Geller, D. neitzert, U. Ohainski und G. Streich, Gütersloh 2001 (Veröffentlichungen des Institus für Historische Landesforschung der Universität Göttingen, 41) [Verlag für Regionalgeschichte, 160 S., geb., 48 farb. und 4 sw-Abb., 2 Karten, 24,– Euro].

Jordan, A.: Visualizing kingship in the windows of the Sainte-Chapelle, Turnhout 2002 [Brepols, 300 S., geb., 87 sw-Abb., 120,– Euro].

Kaiser Ludwig der Bayer. Kolloqium anläßlich seines 650. Todestages am 11. Oktober 1997, hg. von H.-G. Hermann und H. Nehlsen, Paderborn 2002 (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte, 22) [Schöningh, 296 S., kart., ca. 20 Abb., 60,– Euro].

Kaufmann, J. E.: The medieval fortress. Castles, forts and walled cities of the Middle Ages, London 2001 [Greenhill Books, 320 S., 570 Ill., 45 Pläne, 29,95 Euro].

Keisch, C.: "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720, Berlin 2001 [Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, 286 S., farb. und sw-Abb., 38,– Euro].

Keller, H.: Ottonische Königsherrschaft. Organisation und Legitimation königlicher Macht, Darmstadt 2002 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 320 S., geb., 11 sw-Abb., 1 Stammtaf., 1 Tab., 26,90 Euro].

Kotzurek, A.: Von den Zimmern bey Hof. Funktion, Disposition, Gestaltung und Ausstattung der herzoglich-württembergischen Schlösser zur Regierungszeit Carl Eugens (1737-1793) Berlin 2001 (Diss. Univ. Stuttgart 2001) [Tenea Verlag, 656 S., brosch., zahlr. sw-Abb., 4 DIN-A3-Pläne, 39,– Euro].

Kraack, D: Chivalrous adventures, religious ardour and curiosity at the outer periphery of medieval world. Inscriptions and graffiti of later medieval travellers, in: Le Sinai de la conquête arabe à nos jours, hg. von J.-M. Mouton, Kairo 2001 (Cahier des annales islamologiques, 21), S. 87-106.

Krahe, F.-W.: Burgen und Wohntürme des deutschen Mittelalters. Bd. 1: Burgen, Bd. 2: Wohntürme, Stuttgart 2002 [Thorbecke, 360 S., geb., zahlr. Ill., 24,90 Euro].

Kubisch, N.: Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Unterwegs zu Kunst und Kultur des Mittelalters, Darmstadt 2002 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 176 S., geb., 300 Abb., davon 200 farb. Abb., 10 Pläne, 24,90 Euro].

Kündiger, B.: Fassaden der Macht. Architektur der Herrschenden, Leipzig 2001 [E. A. Seemann Verlag, 191 S., kart., zahlr. Ill., 49,90 Euro].

Kulturtheorien der Gegenwart. Ansätze und Positionen, mit Beitr. von J. Assmann, P. Burke und L. Daston u.a., hg. von H. Breuninger und G. Schröder, Frankfurt am Main 2001 [Campus, 220 S., kart., 21,50 Euro].

Kundert, W.: Die Erbhofämter des Hochstifts Konstanz in neuerer Zeit, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 149 (2001) S. 163-197.

Die baltischen Länder. Estland, Lettland, Litauen, hg. von M. Garleff u.a., Regensburg 2001 [Pustet, 250 S., brosch. 16 sw-Abb. und Textill., 24,90 Euro].

Laubach, E.: Ferdinand I. als Kaiser. Politik und Herrschaftsauffassung des Nachfolgers Karls V., Münster 2001 (Habil.-Schrift Univ. Münster 2000) [Aschendorff, 783 S., geb., 75,60 Euro].

Leferme-Falguières, F.: La noblesse de cour aux XVIIe et XVIIIe siècles. De la definition à l’autoreprésentation d’une élite [Thèse en prép.: La haute noblesse et le cérémoniel de cour aux XVII et XVIII siècles, sous la dir. de Daniel Roche, Paris I], in: Hypothèses. Travaux de l’école doctorale d’histoire 2000, Paris 2001, S. 88-98.

Leon Battista Alberti e il Quattrocento. Studi in onore di Cecil Grayson e Ernst Gombrich. Atti del convegno internazionale, Mantova, 29-31 ottobre 1998, hg. von L. Chiavoni, G. Ferlisi und M. V. Grassi, Florenz 2001 (Ingenium, 3) [Olschki, 452 S., kart., 54,02 Euro].

Aus dem Inhalt:

Tenenti, A.: Aspetti del settentrione rinascimentale nel quatrocento; Welch, E.: The Gonzaga go shopping. Commercial and cultural relationships between Milan and Mantua in the fifteenth century.

Le Roux, N.: La faveur du roi: mignons et courtisans au temps des derniers Valois (vers 1547-vers 1589), Seyssel 2001 [Champ Vallon, 805 S., Ill., 240 FF].

Liebhart, W.: Die Benediktinerabteien St. Ulrich und Afra (Augsburg) und Irsee im Ringen um die Landeshoheit und Reichsunmittelbarkeit, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 133-142.

Liebhart, W.: Zur Geschichte der ostschwäbischen Reichsstifte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Eine Einführung, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 1-11.

Linden, S. J.: George Ripley’s The compound of alchymy (1591), Aldershot 2001 [Ashgate, 198 S., Ill., 53,– Euro].

Lipsius, J.: Opera Omnia. 4 Bde. in 8 Bde. Reprint der Auflage Wesel 1675, Hildesheim 2001 [Olms, 5010 S., Ln., 1 Kupferstich, 998,– Euro].

Höfische Literatur & Klerikerkultur: Wissen – Bildung – Gesellschaft. Xth Triennial Conference der Internationalen Gesellschaft für höfische Literatur (ICLS) vom 28. Juli bis 3. August 2001 in Tübingen. Red.: A. Sieber, Berlin 2002 (Encomia-Deutsch. Sonderheft der Deutschen Sektion der ICLS).

Aus dem Inhalt:

Knapp, F. P.: "Pfaffen und Laien": Literarisches Leben im spätmittelalterlichen Wien zur Zeit Albrechts III. (1365-1395), S. 11ff.; Mettauer, A.: David Sanctissimus Rex. Ein frühmittelalterliches Herrscherideal im Schnittpunkt klerikaler und laikaler Interessen, S. 25ff.; Gade, D.: ir milde richet ware kunst nach adels gunst. Zur milte-Thematik im ersten Spruchbuch Heinrichs von Mügeln, S. 39ff.; Mazzadi, P.: Der ‚Tristan‘, ein Roman der Hoffnung? Gottfrieds von Straßburg Bezüge zur klerikalen Kultur des 13. Jahrhunderts, S. 53ff.; Störmer-Caysa, U.: Mitleid als ästhetisches Prinzip: Überlegungen zu Romanen Hartmanns von Aue und Wolframs von Eschenbach, S. 64ff.; Kasten, I.: Inszenierungen des Sichverliebens im höfischen Roman, S. 94ff.; Altrock, S.: "... got will, daz du nu riter siest." Geistliche und weltliche Ritterschaft in Text und Bild der ‚Vita‘ Heinrich Seuses, S. 107ff.; Lundt, B.: Konzepte und Modelle männlicher Sozialisation im Spiegel klerikaler Erzähltradition vom 134. bis 15. Jahrhundert (am Beispiel des Erzählstoffes von den ‚Sieben Weisen Meistern‘), S. 123ff.; Sieber, A.: "Medea-Morphosen": Zur mittelalterlichen Rezeption einer antiken Figur, S. 143ff.; Lähnemann, H.: Margarethe von Savoyen in ihren literarischen Beziehungen, S. 158ff.

Livres en bouche. Cinq siècles d’art culinaire français, du quatorzième au dix-huitième siècle [Ausstellungskatalog], hg. von S. Coron, Paris 2001 [Herrmann, 251 S., 200 Abb,., 39 Euro].

Ludwig, W.: Frischlins Epos über die württembergisch-badische Hochzeit von 1575 und zwei neue Briefe Frischlins, in: Daphnis 29 (2000) S. 413-464.

Lundt, B.: Konzepte für eine (Zu-)Ordnung der Geschlechter zu Krieg und Frieden (9. bis 15. Jahrhundert), in: Der Frieden. Rekonstruktion einer europäischen Vision, hg. von K. Garber und J. Held, Bd. 1: Erfahrung und Deutung von Krieg und Frieden. Religion – Geschlechter – Natur und Kultur, hg. von K. Garber, J. Held, F. Jürgensmeier, F. Krüger und U. Széll, München 2001, S. 337-356.

Manz, D.; Jakob Mennel und Johannes Eck, in: Rottenburger Mitteilungen 26 (2001) S. 18-20.

Maria di Portogallo Sposa di Alessandro Farnese. Principessa di Parma e Piacenza dal 1565 al 1577. Atti della giornata di studio Parma 25 settembre 1999, hg. von G. Bertini, Parma 2001 [Ducati, 283 S., Ill.].

Aus dem Inhalt:

Rusconi, R.: Maria di Portogallo, principessa di Parma. Cultura e devozione dell’elite di governo nell’Italia del’500, S. 9ff.; Vilas Boas Tavares, P.: Come la principessa di Parma apprese la matematica, S. 15ff.; Gschwend, A. J.: La Capela Real del palazzo reale di Lisbona: politica, dottrina, ceremoniale e committenza religiosa alla corte di Giovanni III e Caterina d’Austria, S. 27ff.; Bertini, G.: La vita e la corte di Maria di Portogalo a Parma, S. 82ff.; Cecchinelli, C.: I rapporti di Maria di Portogallo con gli ordini religliosi e le confraternite parmensi, S. 113ff.; Freitas Carvalho, J. A. de: Andrea d’Avellino e Giulia Sanseverio, S. 148ff.; Bertini, G., Nori, G.: L’entrata solenne di Maria di Portogallo a Piacenza nel 1568, S. 162ff.; Tudela, A. P. de: L’incontro tra Maria di Portogallo e Don Giovanni d`Austria nel 1574, S. 189ff.; Sá Fardilha, L. F. de: Nuovi documenti di e sopra Maria di Portogallo, S. 208ff.; Denunzio, A. E.: Strategie diplomatiche e vicende dinastiche: le pretese Farnese nella successione al trono di Portogallo (1578-1580), S. 224ff.; Sanz Hermida, J.: Dalla storia alla letteratura: Alessandro Farnese nelle commedie di Lope de Vega, S. 259ff.

Meier, T.: Die Archäologie des mittelalterlichen Königsgrabes im christlichen Europa, Stuttgart 2002 (Mittelalter-Forschungen, 8) [Thorbecke, 462 S., geb., 173 Abb. und Tab., 68,– Euro].

Mérindol, C. de: Essai sur la distinction des espaces par le décor à l’époque médiévale: iconologie et typologie, in: Aux marches du palais. Qu’est-ce qu’un palais médiéval? Actes du VIIe Congrès international d’Archéologie Médiévale, Le Mans – Mayenne, 9-11 septembre 1999, hg. von A. Renoux, Maine 2001 (Publication du LHAM), S. 63-75.

Merkle, H.: Tafelfreuden. Eine Geschichte des Genießens, Düsseldorf 2001 [Artemis & Winkler, 224 S., farb. und sw-Abb., ca. 20,– Euro].

Monnet, P.: La patria médiévale vue d’Allemagne, entre construction impériale et identités régionales, in: Le Moyen Age 1 (2001) S. 71-99.

Moraw, P.: Ruprecht von der Pfalz – ein König aus heidelberg, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 149 (2001) S. 97-110.

Neitmann, K.: Landesgeschichtsforschung im Zeichen der Teilung Deutschlands: Walter Schlesinger und Hans Patze, 1. Tl.: Hans Patze: Thüringischer Landesarchivar – Gesamtdeutscher Landeshistoriker – Erforscher der mittelalterlichen deutschen Landesherrschaften, in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel-und Ostdeutschlands 47 (2001) S. 193-300.

Neugebauer, W.: Residenzpraxis und Politik in Kurbrandenburg im 16. Jahrhundert, in: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte 51 (2000) S. 124-138.

Noblesse de l’espace Plantaguêt (1154-1224). Table ronde tenue à Poitiers le 13 mai 2000, Poitiers 2001 [288 S.].

La noblesse das les territoires Angevins à la fin du Moyen Âge. Actes du colloque international Angers-Saumur, 3-6 juin 1998, hg. von N. Coulet und J.-M. Matz, Rom 2000 [École française de Rome, 841 S., 103,50 Euro].

Omtrent 1302, hg. von P. Trio, D. Heirbaut und D. van den Auweele, Löwen 2002 (Alfred Cauchie Reeks, 4) [Leuven University Press, 269 S., 41,50 Euro].

Orte der Herrschaft. Mittelalterliche Königspfalzen, hg. von C. Ehlers, Göttingen 2002 [Vandenhoeck & Ruprecht, 240 S., kart., 28 Abb., 15,90 Euro].

Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, hg. von E. Eichler und H. Walther, bearb. von E. Eichler, V. Hellfritzsch, H. Walther und E. Weber, 3 Bde., Berlin 2001 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 21) [Akademie Verlag, Bd. 1 (A-L): 624 S., Bd. 2 (M-Z): 681 S., Bd. 3 (Apparat und Register): 397 S., 258,– Euro].

Orzechowski, K.: Rola biskupów wrocławskich w ustrojowych dziejach średniowiecznego Śląska (Die Rolle der Breslauer Bischöfe in der Strukturgeschichte des mittelalterlichen Schlesien), in: Śląski Kwartalnik Historyczny Sobótka 53 (1998) S. 359-363.

Peschken, G., Wiesinger, L.: Das königliche Schloß zu Berlin, Bd. 3: Die barocken Innenräume. Tafelband und Textband, München 2001 [Deutscher Kunstverlag, 752 S., geb., 48 Farbtafeln, 700 sw-Abb., 128,– Euro].

Pisanello. Painter to the Renaissance Court. Mit Beitr. von L. Syson, D. Gordon, S. Avery-Quash, London 2001 [Yale University Press, 256 S., 250 Abb., 35 Ł].

Pons, R.: "Wo der gekrönte Löw seinen Kayser-Sitz". Herrschaftsrepräsentation am Wiener Kaiserhof zur Zeit Leopolds I., Egelsbach 2001 (Deutsche Hochschulschriften, 1195) (Diss. Univ. Heidelberg 2000) [Fouqué Literaturverlag, 519 S., 17,38 Euro].

Die Protokollbücher des Ordens vom Goldenen Vlies. Herzog Philipp der Gute (1430-1467), hg. von S. Dünnebeil, Stuttgart 2002 (Instrumenta, 9) [Thorbecke, 368 S., geb., 2 Abb., 39,– Euro].

Quarthal, F.: Wissenschaft und Bildung in den ostschwäbischen Reichsklöstern, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 201-225.

Rabeler, S.: Über ein zukünftiges Urkundenbuch zur mittelalterlichen Geschichte der Stadt Pforzheim (bis 1565). Skizze eines Editionsprojekts, in: Neue Beiträge zur Stadtgeschichte II., hg. von C. Groh, Stuttgart 2001 (Pforzheimer Geschichtsblätter, 10), S. 9-21.

Reden-Dohna, A. von: Reichsklöster in Ostschwaben: Stand, Probleme und Aufgaben der Forschung, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 15-32.

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller, P.-J. Heinig und A. Niederstätter, Heft 15: Die Urkunden und Briefe aus den Beständen "Reichsstadt" und "Hochstift" Regensburg des Bayerischen Hauptstaatsarchivs München sowie der Regensburger Archive und Bibliotheken, bearb. von F. Fuchs und K.-F. Krieger, Wien u.a. 2002 [Böhlau, 382 S., brosch., 75,– Euro].

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller, P.-J. Heinig und A. Niederstätter, Sonderbd. 2: Das Taxregister der römischen Kanzlei 1471-1475 (Haus-, Hof-u. Staatsarchiv Wien, Hss. "weiss 529" und "weiss 920"). 2 Tl.e, bearb. von P.-J. Heinig und I. Grund, Wien u.a. 2002 [Böhlau, 909 S., brosch., 112,– Euro].

Reynaud, M.-R.: Le temps des princes Louis II. and Louis III. d’Anjou-Provence 1384-1434, Lyon 2000 (Collection d’histoire et d’archéologie médiévales, 7) [Presses Université de Lyon, 212 S., kart., graph. Darst., 23,62 Euro].

Medieval and Early Modern Rituals. Fomalized Behavior in Europe, China and Japan, hg. von J. Rollo-Koster, Leiden 2002 (Cultures, beliefs and traditions. Medieval and early modern peoples, 13) [Brill, 310 S., geb., 88,– Euro].

Rödel, W. G.: Die Bevölkerung der Residenz-und Festungsstadt Mainz im 17. und 18. Jahrhundert, in: Landesgeschichte und historische Demographie, hg. von M. Matheus und W. G. Rödel, Stuttgart 2000 (Geschichtliche Landeskunde, 50), S. 9-15.

Rödel, W. G.: Überlegungen zur Residenzfunktion der Stadt Mainz, in: Festschrift für Friedrich Schütz, hg. von W. Dobras, F. Dumont, H. Mathy und F. Scherf, Mainz 2001/02 (Mainzer Zeitschrift. Mittelalterliches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte, 96/97), S. 115-123.

Rogge, J.: Gefängnis, Flucht und Liebeszauber. Ursachen und Verlaufsformen von Geschlechterkonflikten im hohen Adel des deutschen Reiches im späten Mittelalter, in: Zeitschrift für historische Forschung 28,4 (2001) S. 487-511.

Rummel, P.: Beziehungen der ostschwäbischen Reichsstifte zur Universität Dillingen, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 187-199.

Schlütter-Schindler, G.: Herzog Otto I. von Wittelsbach, in: Bayern, vom Stamm zum Staat. Festschrift für Andreas Kraus zum 80. Geburtstag, hg. von K. Ackermann u.a. Red. J. Seidl, Bd. 1, München 2001 (Schriften zur bayerischen Landesgeschichte, 140,1), S. 87-100.

Schneider, A.: Regularkanoniker und Benediktiner: Ideal und Wirklichkeit angesichts weltlicher Herrschaft, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 49-65.

Schubert, E.: Erscheinungsformen der öffentlichen Meinung im Mittelalter, in: Das Mittelalter 6,1 (2001) S. 109-127.

Schubert, E.: Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander, Darmstadt 2002 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 424 S., geb., 18 sw-Abb., 24,90 Euro].

Schütz, A.: Kronrat und Reichskanzlei als Zentralbehörden des Reiches unter Ludwig dem Bayern, Paderborn 2002 (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte, 23) [Schöningh, 280 S., kart., 50,– Euro].

Schwennicke, D.: Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Bd. 20: Brandenburg und Preußen 1. Bd. 21: Brandenburg und Preußen 2, Frankfurt am Main 2001 [Klostermann, geb., 162 Tafeln, je 125,– Euro].

Seggern, H. von: Die Kirchenreformdiskussion in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Bistum Speyer, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 53 (2001) S. 197-231.

Seitz, R. H.: Zur archivalischen Überlieferung der ehemaligen Reichsstifte von Bayerisch-Schwaben am Staatsarchiv Augsburg, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 33-47.

Selzer, S., Ewert, U. C.: Verhandeln und Verkaufen, Verstehen und Vertrauen. Über die Netzwerkstruktur des hansischen Handels, in: Hansische Geschichtsblätter 119 (2001) S. 135-161.

Selzer, S.: Deutsche Söldner in Italien, Tübingen 2001 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, 98) [Niemeyer, 563 S., Ln., 80,– Euro].

Sissakis, M., Lippelt, C.: Herzog Heinrich der Jüngere und der braunschweigische Adel nach dem Schmalkaldischen Krieg: Die gewaltsame Lösung von Pfandschaften als Mittel der Politik, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte 82 (2001) S. 81-103.

Sohn, A.: Mehr als 2000 Jahre Pariser Stadtgeschichte. Anmerkungen zur Geschichtsschreibung über die französische Hauptstadt vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, in: Francia 28,1 (2001) S. 213-236.

Souden, D.: Pilgerwege. Aus dem Engl. übers. von F.-J. Krücker, München 2002 [Christian, 192 S., kart., 4 sw- und 135 farb. Photos, 5 Ill., 20 Karten, 26 Euro].

Spies, M.: Zur Geschichte der Waisen-und Landschaftskassen ostschwäbischer Reichsstifte, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 99-111.

Spiess, K.-H.: Grafen und Herren aus dem Rhein-Main-Gebiet zwischen Königtum und fürstlicher Hegemonie im Spätmittelalter, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 136 (2000) S. 135-163.

Splendor palatii. Neue Forschungen zu Paderborn und anderen Pfalzen der Karolingerzeit. Red.: G. M. Berndt, Göttingen 2001 (Deutsche Königspfalzen. Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung, 5. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 11/5) [Vandenhoeck & Ruprecht, 321 S., Ln., 75 Abb., davon 31 farb., 74,– Euro].

Städtelandschaft – Städtenetz – zentralörtliches Gefüge. Ansätze und Befunde zur Geschichte der Städte im hohen und späten Mittelalter, hg. von M. Escher, A. Haverkamp und F. G. Hirschmann, Mainz 2000 (Trierer Historische Forschungen, 43) [von Zabern, 460 S., Ill., Karten und 3 Falt-Karten, 61,36 Euro].

Aus dem Inhalt:

Escher, M, Haverkamp, A., Hirschmann, F. G.: Städtelandschaft – Städtenetz – zentralörtliches Gefüge. Einleitung, S. 9ff.; Heit, A.: Stadt, Stadt-Land Beziehungen, Städtelandschaft. Über die Entwicklung der geschichtswissenschaftlichen Definition historischer Siedlungsphänomene, S. 55ff.; Kiessling, R.: Städtebünde und Städtelandschaften im oberdeutschen Raum. Oberschwaben und Altbayern im Vergleich, S. 79ff.; Henn, V.: Kommunikative Beziehungen und binnenhansisches Raumgefüge, S. 117ff.; Utyven, R. van: Die Städtelandschaft des mittelalterlichen Herzogtums Brabant, S. 131ff.; Fray, J.-L.: Les localités centrales de l’Auvergne, du Velay et du Bourbonnais au Moyen Age. Problèmes et perspectives, S. 169ff.; Bordone, R., Guglielmotti, P., Vallerani, M.: Definizione del tertritorio e reti di relazione nei comuni piemontesi dei secoli XII. e XIII., S. 191ff.; Žemlička, J.: Böhmen-von den slawischen Burgenzentren zum spätmittelalterlichen Städtenetz (mit Berücksichtigung Mährens), S. 233ff.

Stannek, A.: Telemachs Brüder. Die höfische Bildungsreise des 17. Jahrhunderts, Frankfurt u.a. 2001 (Geschichte und Geschlechter, 33) [Campus, 303 S., kart., 5 Abb., 34,90 Euro].

Stauferreich im Wandel. Ordnungsvorstellungen und Politik in der Zeit Friedrich Barbarossas, hg. von S. Weinfurter und B. Schneidmüller, Stuttgart 2002 (Mittelalterliche Forschungen, 9) [Thorbecke, ca. 360 S., geb., 8 Abb., 55,– Euro].

Stern, S.: Der Hofjude im Zeitalter des Absolutismus. Ein Beitrag zur europäischen Geschichte im 17. und 18. Jahrhundert, aus dem Engl. übertragen, kommentiert und hg. von M. Sassenberg, Tübingen 2001 (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, 64) [Mohr Siebeck, 284 S., Ln., 64,– Euro].

Suevia Sacra. Zur Geschichte der ostschwäbischen Reichsstifte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Pankraz Fried zum 70. Geburtstag, hg. von W. Liebhart und U. Faust, Red.: D. Pfister, Stuttgart 2001 (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens, 8).

Thiele, A.: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte. Europäische Kaiser-, Königs-, und Fürstenhäuser I. Westeuropa. Bd. 2, Teilbd. 1.3, überarb. und erg. Aufl., Frankfurt am Main 2001 [Fischer, 336 S., pb., 50,11 Euro]. Bd. 3, Ergänzungsbd. 2, überarb. und erg. Aufl., Frankfurt am Main 2001 [Fischer, 213 S., pb., 50,11 Euro].

Thon, A.: Barbarossaburg, Kaiserpfalz, Königspfalz oder Casimirschloss? Studien zu Relevanz und Gültigkeit des Begriffes "Pfalz" im Hochmittelalter anhand des Beispiels (Kaisers-) Lautern, in: Kaiserslauterer Jahrbuch für pfälzische Geschichte und Volkskunde 1 (2001) S. 109-144.

Thon, A.: Geld von Burg Scharfenberg? Zur Lokalisation der Münzstätte über Annweiler am Trifel. Miszelle in: Kaiserslauterer Jahrbuch für pfälzische Geschichte und Volkskunde 1 (2001) S. 543-550.

Thon, A.: "Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt, erheben sich Mauern, Häuser und riesige Thürme am senkrechten Abgrunde". Pfälzische Burgen in Zeichnungen Leopold Eltesters (1822-1879), in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 27 (2001) S. 225-307.

Tischer, A.: Eine französische Botschafterin in Polen 1645-1646. Die Gesandtschaftsreise Renée de Guébriants zum Hofe Wladislaws IV., in: L’Homme 12,2 (2001) S. 305-321.

Königliche Tochterstsämme, Königswähler und Kurfürsten, hg. von A. Wolf, Frankfurt am Main 2002 (Studien zur Europäischen Rechtsgeschichte, 152) [Klostermann, 498 S., Ln., 78,– Euro].

Twycross, M., Carpenter, S.: Masks and masking in Medieval and Early Tudor England, Aldershot 2002 (Studies in Performance and Early Modern Drama) [Ashgate Verlag, 432 S., ca. 77,– Euro].

Ut pictura politeia oder Der gemalte Fürstenstaat. Moritz der Gelehrte und das Bildprogramm im Eschwege, hg. von H. Borggrefe, T. Fusenig und B. Kümmel, Marburg 2000 [Jonas, 248 S., geb., sw-Abb., 30,– Euro.]

Vormoderne politische Verfahren, hg. von B. Stollberg-Rilinger, Berlin 2001 (Zeitschrift für historische Forschung. Beiheft, 25).

Aus dem Inhalt:

Stollberg-Rilinger, B.: Einleitung, S. 9-24; Sikora, M.: Der Sinn des Verfahrens. Soziologische Deutungsangebote, S. 25-51; Althoff, G.: Beratungen über die Gestaltung zeremonieller und ritueller Verfahren im Mittelalter, S. 53-71; Schreiner, K.: Wahl, Amtsantritt und Amtsenthebung von Bischöfen. Rituelle Handlungsmuster, rechtlich normierte Verfahren, traditionsgestützte Gewohnheiten, S. 73-117; Schraut, S.: Die Bischofswahl im Alten Reich seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Symbolische Formen einer Wahl mit verabredetem Ausgang, S. 119-137; Helmrath, J.: Rangstreite auf Generalkonzilien des 15. Jahrhunderts als Verfahren, S. 139-173; Kunisch, J.: Formen symbolischen Handelns in der Goldenen Bulle von 1356, S. 263-280; Neuhaus, H.: Der Streit um den richtigen Platz. Ein Beitrag zu reichsständischen Verfahrensformen in der Frühen Neuzeit, S. 281-302; Gotthard, A.: Die Inszenierung der kurfürstlichen Präminenz. Eine Analyse unter Erprobung systemtheoretischer Kategorien, S. 303-332; Walther, G.: Der andere Körper des Königs? Zum politischen Verfahren der französischen Generalstände, S. 417-447; Vec, M.: "Technische" gegen "symbolische" Verfahrensformen? Die Normierung und Ausdifferenzierung der Gesandtenränge nach der juristischen und politischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, S. 559-587.

Weingart, R.: Der Rotwildfries im Güstrower Schloß – Voraussetzungen und Nachfolge, in: Mecklenburgische Jahrbücher 115 (2000) S. 119-152.

Weiss, S.: Otto Brunner und das ganze Haus oder Die zwei Arten der Wirtschaftsgeschichte, in: Historische Zeitschrift 273 (2001) S. 335-369.

Wien im Dreißigjährigen Krieg. Bevölkerung – Wirtschaft – Kultur – Konfession, hg. von A. Weigl, Wien u.a. 2001 (Kulturstudien, 32) [Böhlau, 288 S., kart., zahlr. Abb., 55,80 Euro].

Aus dem Inhalt:

Weigl, A.: Die "Hauptstadt" Wien und der Dreißigjährige Krieg, S. 15ff.; Weigl, A.: Residenz, Bastion und Konsumptionsstadt: Stadtwachstum und demographische Entwicklung einer werdenden Metropole, S. 31ff.; Broucek, P.: Der Krieg und die Habsburgerresidenz, S. 106ff.; Hengerer, M.: Zur symbolischen Dimension eines sozialen Phänomens: Adelsgräber in der Residenz (Wien im 17. Jahrhundert), S. 250-352; Pils, S. C.: Stadt, Pest und Obrigkeit, S. 353ff.; Schindler, O. G.: Sonst ist es lustig alhie. Italienisches Theater am Habsburgerhof zwischen Weißem Berg und Sacco di Mantova, S. 565ff.; Sommer-Mathis, A.: Ein pícaro und spanisches Theater am Wiener Hof zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, S. 655ff.

Whiteley, M.: The Courts of Edward III and Charles V of France: A comparison of their Architectural Setting and Ceremonial Functions, in: Fourteenth century England, hg. N. Saul, Bd. 1, Woodbridge 2000.

Wüst, W.: Impetrantische Hausklöster: zwischen bischöflich-augsburgischer Suprematie und Reichsstandschaft, in: Suevia Sacra (siehe dort), S. 155-169.

Zeilinger, G.: Die Uracher Hochzeit 1474. Form und Funktion eines höfischen Festes im 15. Jahrhundert, unveröff. Mag.-Arbeit Univ. Kiel 2002.

Zientara, B.: Heinrich der Bärtige und seine Zeit. Politik und Gesellschaft im mittelalterlichen Schlesien, München 2001 (Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 17) [Oldenbourg, 500 S., 39,80 Euro].

Sonstiges

Im Mai 2002 ist mit Encomia 20/21 (1998-99) ein weiteres bibliographisches Heft der International Courtly Literature Society erschienen, das die Jahre 1996-97 erfaßt.

Neuerscheinung Juli 2002

Erziehung und Bildung bei Hofe, hg. von Werner Paravicini und Jörg Wettlaufer, Stuttgart 2002 (Residenzenforschung, 13) [Thorbecke, 292 S., Ln., 15 Abb., ISBN 3-7995-4513-1, 49,– Euro].

Wie Könige, Fürsten, Herren im Mittelalter auf ihre standesgemäßen Aufgaben vorbereitet und mit einer entsprechenden Ausbildung versehen wurden, war Gegenstand des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen im September 2000. Zentrale Themen der Tagung waren die Untersuchung der Erziehung junger Adeliger bei Hofe und die Vermittlung des für die spätere öffentliche Rolle notwendigen Wissens im späten Mittelalter. Als Leitfragen dienten die Antonyme "Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion", "Konkurrenz oder Symbiose des geistlichen und weltlichen Wissens" sowie "Tradition oder Innovation" bei Hofe. Mit Blick auf diese drei Begriffspaare stellen dreizehn Autoren aus Frankreich, Deutschland, Tschechien und Österreich ihre Forschungsergebnisse zu Erziehung, Bildung und Wissen bei Hofe vor. Die Referate erfassen die Zeitspanne vom 12. bis zum beginnenden 18. Jahrhundert und behandeln die Höfe von Spanien bis Böhmen.

Zu beziehen über den Thorbecke-Verlag [http://www.thorbecke.de]

oder den Buchhandel.

 

 

Neuerscheinung September 2002

Marie-Luise Heckmann: Stellvertreter, Mit- und Ersatzherrscher. Regenten, Generalstatthalter, Kurfürsten und Reichsvikare in Regnum und Imperium vom 13. bis zum frühen
15. Jahrhundert. Warendorf 2002 (Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit, 9)
[Fahlbusch Verlag, XX, 978 S. in zwei Teilen, brosch., 2 Abb., 7 Karten,
ISBN 3-925522-21-2, 65,– Euro].

Das ‚lange 14. Jahrhundert‘ erweist sich bei näherer Betrachtung als Zeitalter der Experimente, die das Zusammenleben und Zusammenwirken der neu entstehenden Stände austarieren sollten. Die vorliegende Studie nimmt einen Sachaspekt aus dieser Sattelzeit in den Blick: Die Stellvertretungen für Herrscher, die ihr Amt aus irgendwelchen Gründen nicht oder nur zeitlich und örtlich begrenzt ausgeübt haben. Gab es unterschiedliche oder einander ähnelnde Formen der Stellvertretung in Frankreich als einem ‚Erbreich‘ und im Heiligen Römischen Reich als einem ‚Wahlreich‘? Welche Versuche unternahmen ‚Mittelgewalten‘ wie Regenten, Generalstatthalter, Kurfürsten oder Reichsvikare, um ihre eigenen Positionen im politischen und sozialen Gefüge mit Hilfe von Stellvertretungen bzw. von Formen der Mit- und Ersatzherrschaft für den König oder Kaiser zu verbessern?

Die Studie folgt einer verfassungsgeschichtlichen Fragestellung. Verfassungsgeschichte wird aber nicht nur als Rechts- und Verwaltungs-, sondern auch als Handlungs- und Vorstellungsgeschichte verstanden. Handlungen historischer Personen und Personengruppen wurden zum einen von bestimmten Konstellationen und Situationen, zum anderen aber von fest verankerten Werten und manchmal auch von persönlichen Idealen bestimmt. Die Untersuchung setzt bei dieser Prämisse an und macht sie durch eine entsprechende Methodik fruchtbar. Hauptquellen bilden Kaiser- und Königsdiplome, deren Formelgut einen Zugang zu den erwähnten Werten und Idealen erlaubt. Der mittel- bis langfristige Vergleich des Formelguts aus dem 13. bis frühen 15. Jahrhundert wird durch den synchronen Blick auf Regnum und Imperium ergänzt, um mögliche Wechselwirkungen, einseitige Beeinflussungen oder auch eine eventuelle Unabhängigkeit der Stellvertretungsmodalitäten westlich und östlich von Rhein und Maas aufzuweisen.

Die quellennahe Studie legt gleichzeitig einen bibliographischen Zugang zu weiteren Sachfragen, die die ‚Luxemburger und ihre Zeit‘ betreffen. Eine Edition von 34 Königs- und drei Kaiserurkunden im Anhang dient der Erweiterung und Absicherung der Quellenbasis. Differenzierte Orts-, Personen- und Sachweiser erschließen die beiden Bände nicht nur zur einfachen Benutzung, sondern liefern auch wertvolle und gebündelte Zusatzinformationen aus dem biographischen Bereich.

Die Monographie richtet sich an Historiker, Studierende und Geschichtslehrer mit Verständnis für den historischen Vergleich, Interesse am Überblickswissen, Neigungen für die Hilfswissenschaften und Neugier auf eine ungewohnte Methodik.

Bei Direktbestellung im Inland keine Versandkosten: Fahlbusch Verlag, Düsternweg 11, D-48231 Warendorf, Tel. [D] 08 51 - 6 11 55, Fax 00 49 - 28 51 - 78 42 46, E-Mail: bernward.fahlbusch@t-online.de

 

Online Ressourcen

Die Bayrische Staatsbibliothek bietet im Rahmen ihrer Digitalen Bibliothek eine Reihe von Ressourcen an, die auch für den Hof- und Residenzenforscher von Interesse sind. Neben einem Benachrichtigungsdienst für Neuerscheinungen zu versch. Sammelgebieten finden sich dort online und frei zugänglich in unterschiedlichen Erschließungsstadien unter anderem:

  • Regesta Imperii – Urkundenverzeichnis zu den deutschen Königen und Kaisern (760-1516) Volltext und Images (komplett), Volltext derzeit bis Karolinger (weitere Bände in Vorbereitung).
  • Decretum Gratiani -Kirchenrecht, hg. Friedberg 1871 – Volltext und Images.
  • Kaiserurkunden in Abbildungen, 760-1517, hg. Sybel-Sickel 1893.
  • Druckgraphische Buchillustrationen des 15. Jh. – Inkunabeln.
  • Johann C. Adelung, Grammatisch kritisches Wörterbuch ... 1811 Volltext und Images.
  • Johann H. Zedler, Großes vollständiges Universallexicon ... 1732. Blättern in den Bänden und Stichwortindex mit Links zu den Lexikonseiten - mit Supplement A-C. (560.619 Stichwörter).
  • Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte (ZBLG) Bände 1-30 (1928-1967) ab Band 25 mit Volltextsuche.

http://mdz.bib-bvb.de/

Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Jan Hirschbiegel

Dr. Jörg Wettlaufer

Sophie Laufer

Sönke Schaal

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 0431-880-1484

Email: resikom@email.uni-kiel.de

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