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Mitteilungen der Residenzen-Kommission 10/2 (2000)

 

 

 

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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 10 (2000) Nr. 2

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 10 (2000) Nr. 2

 

 

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette:

Plan des Petrus Zweidler der Stadt Bamberg, 1602, Ausschnitt des Domplatzes mit Alter und Neuer Hofhaltung, siehe im Beitrag von Chr. Dümler in diesem Heft, S. 25.
(Staatsbibliothek Bamberg, Invt.Nr. V.B. 22, Foto: StBB, Alfons Steber)

 

Inhalt

 

Vorwort *

Aus der Arbeit der Kommission *

Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch *

Die Arbeit der anderen *

Historischer Atlas von Bayern – Neuburg an der Donau. Studien zur
Herrschaftsgeschichte und zu den Wechselwirkungen von Zentralort,
Residenz und Umland,
von Markus Nadler, Neuburg an der Donau *

Die Neue Residenz in Bamberg und ihre Vorgängerbauten,
von Christian Dümler, München *

Arbeitskreis "Höfe des Hauses Österreich",
von Stefan Sienell, Wien *

Kolloquiumsberichte *

Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter,
von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer *

"Erziehung und Bildung bei Hofe". 7. Symposium der Residenzen-Kommission
der Akademie der Wissenschaften in Göttingenin Zusammenarbeit mit dem
Stadtarchiv Celle und dem Deutschen Historischen Institut Paris,
Celle, 23.-26. September 2000,
von Harm von Seggern, Kiel *

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen *

Buchvorstellungen *

Adelige Welt und familiäre Beziehung. Aspekte der "privaten Welt" des Adels
in böhmischen, polnischen und deutschen Beispielen vom 14. bis
zum 16. Jahrhundert, hg. von Heinz-Dieter Heimann, Potsdam 2000,
von Sven Rabeler, Groß-Grönau. *

Streich, Brigitte: Das Amt Altenburg im 15. Jahrhundert.
Zur Praxis der kursächsischen Lokalverwaltung im Mittelalter, Weimar 1999,
von Jörg Wettlaufer. *

Zuchowski, Tadeusz J.: Pałac papieski na Watykanie od końca V do
początku XVI wieku. Ceremoniał a ewolucja kompleksu rezydencjonalnego
(Der Papstpalast im Vatikan vom Ende des 5. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Zeremoniell und Entwicklung der Residenzarchitektur), Poznań 1999,
von Jörg Wettlaufer.
*

Neuerscheinungen *

Vermischtes *

Die Arbeitsstelle Kiel *

 

 

 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. April 2001), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.

Vorwort

 

Nach den Freuden des glücklich vollbrachten Symposiums ist es immer ein wenig schwer, in den Alltag des täglichen Geschäfts hinabzusteigen, zumal wenn die Tagung so schön war wie diejenige in Celle. Immerhin schwingt alles noch nach in der Besprechung, die Harm von Seggern angefertigt hat und die in diesem Heft nachzulesen ist. In der gegenwärtigen Nummer wird auch das neueste Buch von Brigitte Streich vorgestellt, der wir als der Organisatorin von Tagung, Ausstellung und Exkursion vor Ort zu dauerndem Dank verpflichtet bleiben. Daneben erinnern wir uns gerne an die fürstlichen Tage in Greifswald, über die ebenfalls berichtet wird. In dem einen wie dem anderen Fall geht es nun an die Veröffentlichung in unserer Reihe der "Residenzenforschung", die im Jahre 2000 immerhin um drei Bände reicher geworden ist: um Mark Mersiowskys Monument der Rechnungslegung, "Das Frauenzimmer", und Liliane Châtelet-Langes "Catharinenburg". Dazu kommt noch der dritte Band der Bibliographie der Reiseberichte in den "Kieler Werkstücken": à la bonheur (und Dank an die tüchtigen Redakteure in Kiel).

Daneben keimt nun schon der Gegenstand des nächsten Symposiums hervor: Die Forschungen zum Tagungsort, Neuburg an der Donau, beschreibt Markus Nadler bereits in diesem Heft. Auch das Thema ist schon eröffnet, unter der Rubrik "Aus der Arbeit der Kommission": "Der Fall des Günstlings" heißt es, nun durch einen Untertitel erklärt: "Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert". Wenn das keinen Appetit macht! Doch gemach: Der Aufruf erfolgt erst im nächsten Heft. Dann aber möge ein reiches Echo hallen (einzelne Stimmen können sich aber schon nach dieser Lektüre vernehmen lassen).

Unerbittlich tickt derweil die Uhr, die unsere gemeinsame Kraftanstrengung ordnet, jenen ersten Teil des "Hof- und Residenzen-Handbuchs", der, wenn er dereinst auf dem Tisch liegt, wohl zu den opera magna gezählt werden wird. Doch das will verdient sein. Die Arbeitsstelle in Kiel verbessert Übersicht und Hilfestellung: unter unserer Internet-Adresse sind unter "aktualliste.htm" die neusten Informationen über die zahlreichen Mitarbeiter und ihre Themen abrufbar; verbesserte Hinweise zur Abfassung der Artikel gibt die Rubrik "Publikationen". Und in diesem Heft ist eine kräftig akzentuierte Kurzfassung der wesentlichen Informationen nachzulesen, die deutlich macht, worauf es besonders ankommt.

Zu den Hilfestellungen gehört auch die zweite "Lustralbibliographie" der Neuerscheinungen zum Thema Hof und Residenz, die Jan Hirschbiegel aus den Titeln zusammengestellt hat, die im zweiten Jahrfünft dieser Mitteilungen verzeichnet worden sind und nun das 5. Sonderheft der MRK ausmachen (es gibt sie also schon zehn Jahre - doch auf das Jubeln müssen wir noch 15 lange Jahre warten). Daß dergleichen Gefallen findet, zumal hier etwas kostenlos zu haben ist, zeigt die einfache Tatsache an, daß wir die Auflage erneut anheben müssen, von 650 auf 700. Wie lange wir uns das wohl leisten können?

Dies fragt sich, teils wolkig, teils heiter,

Ihr

Werner Paravicini

Aus der Arbeit der Kommission

 

Die 16. Sitzung der Residenzen-Kommission fand am 25. September 2000 von 21:00-23:00 Uhr in Celle am Rande des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission im Bomann-Museum statt. Hier die hauptsächlichen Feststellungen und Beschlüsse:

 

  1. Symposien

  • Neuburg/Donau 2002 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ferdinand Kramer, Katholische Universität Eichstätt. Der erweiterte Titel des Symposiums soll lauten "Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert", evtl. unter Einbeziehung der Mätressen. Eine erste größere Ankündigung wird in den Mitteilungen der Residenzen-Kommission 11/1 erfolgen.
  • 2004 wird das Symposium der Residenzen-Kommission in Halle in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andreas Ranft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zum Thema "Stadt und Residenz" stattfinden.
  • Das Symposium in Eutin wird nun 2006 zum Thema "Höfe und Finanzen" abgehalten.

  1. Fürstliche Höfe und Residenzen. Ein dynastisch-topographisches Handbuch

  • Die Mitarbeiter der Arbeitsstelle berichten über den Stand der Anmeldungen und über die zeitlichen Horizonte des Unternehmens (hier qua 30. November 2000): Die Gesamtzahl der Artikel wird ca. 580 betragen, darunter sind 40 Dynastie-Artikel, 180 Hof-Artikel und 357 Residenz-Artikel. Insgesamt haben sich 142 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Übernahme von Artikeln zur Unterstützung des Unternehmens bereit erklärt. Erscheinungsdatum des Handbuches soll der 31. Dezember 2002 sein.
  • Die Verlagsfrage ist noch nicht abschließend geklärt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Handbuches werden zu gegebener Zeit informiert.
  • Allgemeine Fragen (Residenzendefinition, prozessualer Charakter der Residenzenbildung etc.) sollen in der Einleitung des Handbuches behandelt werden. Ob neben Hauptresidenzen (bspw. Celle) auch Nebenresidenzen (bspw. Gifhorn) eigene Artikeln erhalten, soll den Bearbeitern überlassen werden, doch sollten für eigene Artikel besondere Gründe sprechen. Oft wird eine Erwähnung im Dynastie- bzw. im Fst.–Hof-Artikel ausreichen; dort aber sollen sie in jedem Fall genannt werden.
  • Aufgrund der Diskussion in der Werkstatt zum Handbuch am Rande des Symposiums wurde beschlossen, daß von der Arbeitsstelle ein Papier für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt wird, in welchem noch einmal die wesentlichen Punkte des Konzepts vorgestellt werden, das dann auch über das Internet zugänglich sein soll (dies ist inzwischen geschehen und kann unter der bekannten Adresse eingesehen werden.)

  1. Veröffentlichungen

  • Residenzenforschung

    • Mark Mersiowsky, Rechnungslegung im deutschen Nordwesten (Bd. 9) ist erschienen (siehe unten S. * die Angaben in der Rubrik Neuerscheinungen).
    • Das Frauenzimmer (Bd. 11) ist erschienen und lag zum Symposium in Celle vor (siehe unten S. * die entsprechenden Angaben).
    • Liliane Châtelet-Lange, Catharinenburg (Bd. 12) ist erschienen (siehe unten S. * die entsprechenden Angaben).
    • Die Akten des Greifswalder Principes-Symposiums (siehe zur Tagung unten S. *) sind in Vorbereitung zum Druck und werden als Bd. 13 in der Reihe Residenzenforschung erscheinen.
    • Die Akten des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission (siehe zur Tagung unten S. *) werden unter dem Titel "Erziehung und Bildung bei Hofe" als Bd. 14 in der Reihe Residenzenforschung erscheinen.

  • Reiseberichte

    • Teil 3 der analytischen Bibliographie der europäischen Reiseberichte des späten Mittelalters: Niederländische Reiseberichte sind erschienen (siehe unten S. * die entsprechenden Angaben und die Werbeeinlage S. *.

  • Hof- und Verwaltungsordnungen

    • Prof. Ellen Widder hat dem Institut für Niedersächsische Landesforschung Göttingen zu Händen von Prof. Ernst Schubert ihre Sammlung an Hofordnungen aus dem niedersächsischen Kreis in Kopie als Leihgabe der Residenzen-Kommission überlassen. Prof. Schubert wird diese Sammlung auf Vollständigkeit überprüfen. Ein Bericht darüber wird in den Mitteilungen 11,1 erscheinen.
    • Prof. Brigitte Kasten hat ein Probemanuskript zu den jülich-klevisch-bergischen Hofordnungen eingereicht.
    • die Hofordnungen des Ordenslandes und des Herzogtums Preußen werden weiterhin von Dr. Klaus Neitmann bearbeitet.

  1. MRK

  • Heft 10,1 ist erschienen (Auflage: 650 Ex.); Heft 10,2 liegt hiermit vor (Auflage nun: 700 Ex.).
  • Sonderhefte

    • Nr. 4: "Dynastie – Hof – Residenz. Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch. Allgemeine Auswahlbibliographie zu einem Projekt der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen", ist mit den MRK 10,1 (2000) erschienen. Eine aktualisierte Internetversion liegt Ende des Jahres vor.
    • Nr. 5: Auswahlbibliographie der Neuerscheinungen 1995-2000 ist mit den vorliegenden MRK 10,2 erschienen.

  1. Nächster Sitzungstermin: Göttingen, 28. September 2001, 11:00 Uhr.

Werner Paravicini

Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich
Ein dynastisch-topographisches Handbuch

 

Im Rahmen des am Rande des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission in Celle abgehaltenen Workshops zu diesem Unternehmen der Kommission wurde das Bedürfnis geäußert, wesentliche Aspekte des Projekts und ergänzende Hinweise in einem zusammenfassenden Überblick zusammenzustellen. Wir nutzen für die Publikation dieses Überblicks die vorliegenden Mitteilungen, da wir auf diese Weise alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen, stellen diesen Überblick aber seit Ende Oktober auch über die Internetseite der Residenzen-Kommission zur Verfügung, Adresse wie üblich am Ende dieses Heftes.

J.H./J.W.

Zentrale inhaltliche und formale Aspekte

Das dynastisch-topographische Handbuch ist das erste von vier geplanten Handbüchern, dem ein Bildband, ein Quellenband und ein systematisches Handbuch in Einzelbeiträgen folgen soll. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am dynastisch-topographischen Handbuch werden ausdrücklich gebeten, bereits jetzt Material für die Folgebände zu sammeln. Unter Einschluß konkurrierender geistlicher und weltlicher Herrscher soll das Handbuch neben den Königen alle reichsunmittelbaren geistlichen (Erzbischöfe, Bischöfe, reichsunmittelbare Äbte und Äbtissinnen, einzelne Pröpste) und weltlichen (Herzöge und herzogsgleiche Markgrafen und [Pfalz-, Land-] Grafen) Reichsfürsten(tümer) mit ihren Höfen, ihren dynastischen Zugehörigkeiten und den entsprechenden Residenzen für die Zeit von etwa 1200 bis Mitte des 17. Jahrhunderts erfassen. Grundlage der Auswahl ist die Wormser Reichsmatrikel von 1521, die die verfassungsgeschichtliche Realität des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation um 1500 nahezu vollständig abbildet. Ziel ist die Wiedergabe des derzeitigen Forschungsstandes, Desiderata sollen an entsprechender Stelle vermerkt werden.

 

1. Chronologie

Eine untere Grenze wird – je nach Sachlage von der jeweiligen Autorin bzw. dem jeweiligen Autor individuell zu entscheidenAnfang, Mitte oder Ende des 13. Jh.s zu ziehen sein, als obere Grenze des Bearbeitungszeitraums wurde das Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) festgesetzt. Allerdings soll das 15. Jahrhundert bzw. die Zeit um 1500 als Kernzeit des Vorhabens betrachtet und davon ausgehend die frühere und spätere Entwicklung dargestellt werden.

Ausnahmen:

Die Artikel zu den einzelnen Königen mit den entsprechenden königlichen Höfen orientieren sich an den jeweiligen Regierungszeiten. Nur aufgrund einiger dieser Artikel wurden auch Dynastieartikel und Artikel zu königlichen Residenzen in das Handbuch aufgenommen, die mit Blick auf die Kernzeit des Unternehmens sonst keinen Eingang in die zugrunde liegenden Listen gefundenen hätten wie z.B. die Wartburg als Sitz Heinrich Raspes oder die Dynastien der Ludowinger oder Staufer.

Infolge des Anliegens, sowohl Rückblicke als auch Ausblicke zu geben, wird das künftige Handbuch zudem Artikel enthalten, deren Eigenständigkeit der großen Komplexität des ursprünglichen Artikels zu verdanken ist wie im Fall der einzelnen Pfalzartikel oder der unter dem Stichwort Österreich zu versammelnden Teilartikel. Zur Orientierung und aus Gründen der Transparenz wird das künftige Handbuch entsprechende Verweise enthalten.

 

2. Geographie

Das Handbuch umfaßt das spätmittelalterliche Reich mit Trient und Aquileja, Savoien und Lothringen, dazu die Bistümer Metz, Toul und Verdun, Cambrai und Lüttich sowie Genf, die böhmischen Länder und Prag, aber auch Ostfriesland mit Emden und Aurich. Während der südliche Alpensaum unter Einbeziehung der Eidgenossenschaft den Raum nach Süden hin begrenzt, sollen im Osten sowohl Schlesien als auch das Ordensland einbezogen werden und im Westen die Niederlande, soweit sie zum Reich gehörten.

Ausnahme:

Der Erwartung der Benutzer entgegenkommend wird im Norden des Reiches trotz der verfassungsgeschichtlichen Inkonsequenz das Herzogtum Schleswig mit Gottorf und das Schleswiger Bistum mit seinen Bischofssitzen Schleswig und Schwabstedt einbezogen.

 

3. Inhalt

Es werden Einzelartikel zu drei verschiedenen Bereichen von einschlägig ausgewiesenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschrieben. Nach jeweils vorgegebenen Bearbeitungsmasken werden Dynastien als Dachartikel angesehen, von denen aus auf die Artikel zu den jeweiligen Königen und den weltlichen Reichsfürsten(tümern) mit ihren Höfen und Residenzen verwiesen wird. Die Artikel zu den geistlichen Reichsfürsten(tümern) mit ihren Höfen stehen entsprechend nur in Ausnahmefällen in verweisender Verbindung zu den Dynastieartikeln, enthalten aber selbstverständlich die entsprechenden Verweise auf die relevanten Residenzen. Stammbäume oder Amtsinhaberlisten sind ebensowenig vorgesehen wie Pläne und Abbildungen, jedoch wird im Innendeckel der Bände eine Übersichtskarte der Residenzorte gegeben.

Um inhaltliche Überschneidungen zu vermeiden, wird es in Einzelfällen notwendig sein, daß sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander absprechen, v.a. dann, wenn die Autorinnen und Autoren von miteinander in Beziehung stehenden Artikeln nicht identisch sind. Zum Zweck der Information darüber, wer welche Artikel bearbeitet, bietet die Internetseite der Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission ein Verzeichnis aller Artikel mit den entsprechenden Bearbeiterinnen und Bearbeitern.

Der Schwerpunkt soll insgesamt gesehen nicht auf der Darstellung der Architektur einer Residenz, für die es von kunsthistorischer Seite bereits einschlägige Handbücher gibt, sondern vielmehr auf der Darstellung von Höfen und Dynastien liegen. Sollen die einzelnen Residenzartikel deshalb zeigen, wer wie oft wann residierte und somit auf die eine oder andere Weise prägend für die jeweilige Residenz war, so sollen die bei den einzelnen Artikeln zu den jeweiligen Reichsfürsten(tümern) zusammenfassend zu behandelnden Höfe gleichfalls die jeweils prägenden Persönlichkeiten hervorheben. In Verbindung mit den Dynastieartikeln soll somit einer tendenziell vorwiegend statisch-chronologischen Abfassung der einzelnen Artikel ein dynamisches Element an die Seite gestellt werden.

 

4. Umfang

Das Handbuch wird auf zwei (Quart-) Bände (Dynastien, Könige und königliche Höfe und weltliche bzw. geistliche Reichsfürsten[tümer] und reichsfürstliche Höfe sowie Residenzen als je eigene Teile) mit insgesamt maximal 1.900 S. beschränkt sein. Die Artikel werden zweispaltig gesetzt.

5. Zeitplan

Als Sonderheft 3 der MRK ist eine Beschreibung des Projekts mit inhaltlichen und formalen Vorgaben, Beispielartikeln und einer Auswahlbibliographie für die Mitarbeiter Ende 1999 erschienen ("Materialien zum Werk"). Dieses Sonderheft der MRK ist außerdem über die Internetseite der Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission als Download-Version zugänglich, zudem werden über diese Seite verbesserte Verzeichnisse zu den erwarteten und in Arbeit befindlichen Artikeln angeboten. Eine zusätzliche eigenständige allgemeine Auswahlbibliographie ist Mitte 2000 erschienen. Der erste Teil des Projekts soll mit dem Erscheinen des dynastisch-topographischen Handbuchs Ende 2002 abgeschlossen sein. Damit dieser Zeitplan eingehalten werden kann, bittet die Redaktion um Zwischenberichte zu verschiedenen Daten, die sich am Zeitpunkt der Anwerbung der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren. Diese Zwischenberichte dienen der rechtzeitigen Information der Arbeitsstelle, um eine Fertigstellung der einzelnen Artikel sicherzustellen, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ausfällt.

 

6. Bearbeitungsmasken

Die Bearbeitungsmasken dienen der Orientierung und vereinheitlichenden Abfassung der einzelnen Artikel.

Bei den Bearbeitungsmasken für die königlichen Herrscher und die geistlichen bzw. weltlichen Reichsfürsten(tümer) mit ihren Höfen, die Dynastien und die Residenzen handelt es sichabgesehen von den römisch numerierten Hauptpunkten, die der Einheitlichkeit der Artikel dienen sollenum nicht-hierarchisch gegliedert zu verstehende Stichwortreihen, mithin um Anregungen für die Bearbeiterinnen und Bearbeiter, welche inhaltlichen Gesichtspunkte bei der Abfassung der Handbuchartikel in der Regel zu beachten sein könnten. Entsprechend der den einzelnen Artikeln jeweils zugrundeliegenden unterschiedlichen Erscheinungsformen, entsprechend der jeweils unterschiedlichen Quellenlage und des jeweils unterschiedlichen Forschungsstandes können im jeweiligen Einzelfall möglicherweise nicht alle Stichpunkte behandelt werden, es kann aber sicher auch notwendig sein, Ergänzungen einzubringen. Dies im Einzelfall zu entscheiden, muß den Autorinnen und Autoren überlassen bleiben.

Hofartikel:

Aufgrund von Hinweisen aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzen wir unter Punkt II. "Hof", hier unter Nr. 1. als Stichwort/Frage: "Welche Familie besetzte die Ämter bei Hofe?" Insgesamt sollte der personenorientierte Ansatz der Hofforschung stärker berücksichtigt werden, als dies die entsprechende Bearbeitungsmaske in den "Materialien zum Werk" (Sonderheft 3) deutlich macht.

Ebenso ist ggf. unter II, Nr. 4 als Frage zu ergänzen: "Wo sind die Fürsten aufgewachsen?"

Residenzartikel:

Aufgrund von Hinweisen aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präzisieren wir Punkt I. "Name und erste Charakterisierung der Residenz", hier: "Unterschiedliche Schreibweisen (Etymologie/Tradierungen, frühere und spätere Bezeichnungen)" dahingehend, daß hier möglichst nach der jeweils ersten schriftlich überlieferten Erwähnung des (Orts-)Namens weitere, für die Namenentwicklung maßgebende Schreibweisen bis zur heute gebräuchlichen wiedergegeben werden sollten (siehe beispielhaft die entsprechenden Angaben in den zu Artikeln Calbe, Giebichenstein, Halle, Magdeburg oder Wolmirstedt, MRK, Sonderheft 3, S. 32, 35, 36, 39 und 41).

Das künftige Handbuch wird eine Reihe von Artikeln zum selben Residenzort aufweisen, weil Mehrfachbesetzungen zu berücksichtigen sind. So war bspw. Prag nicht nur königliches Herrschaftszentrum der Luxemburger und Habsburger, wegen der Verbindung mit den Habsburgern zudem zentraler Ort Österreichs, sondern natürlich auch Sitz des Königs von Böhmen und des Prager Erzbischofs. Um Dopplungen zu vermeiden, wird das Handbuch, dessen die Residenzen betreffender Teil alphabetisch sortiert erscheinen wird, allgemeine Angaben zu den mehrfach besetzten Orten nur in dem hierarchisch an erster Stelle stehenden Artikel führen. Beim Beispiel Prag werden diese allgemeinen Angaben entsprechend im C.1.-Artikel zu finden sein. Die von dieser Regelung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Arbeitsstelle Kiel informiert worden.

 

7. Formalia

Alle Artikel erscheinen in deutscher Sprache, anderssprachige Texte werden übersetzt.

Die redaktionelle Überarbeitung der Texte (Formatierung, Spaltensatz etc.) erfolgt durch die Kieler Arbeitsstelle. Wir bitten um sparsamsten Gebrauch von Formatierungszuweisungen. Unterschiedliche Formatvorlagen für einzelne Textteile sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Der Text des einzelnen Artikels soll bei der Arbeitsstelle Kiel der Residenzen-Kommission in Form eines vollständigen Ausdrucks und einer Datei auf Diskette (3,5 Zoll) mit DOS/Windows-kompatibler Formatierung unter Angabe des verwendeten Textverarbeitungsprogramms abgeliefert werden. Ausdruck und Datei müssen dabei identisch sein. Alternativ kann die Datei auch als "attached document" per Email geschickt werden (resikom@email.uni-kiel.de mit dem Eintrag "Handbuch" in dem Feld "Subject"). Nur Dokumente, die mit gängigen Textverarbeitungen erstellt wurden, können weiterverarbeitet werden. Bitte benutzen Sie die Dateiformate MS Word (Version 6 oder 7) für Windows oder alternativ das Rich-Text-Format (RTF), das von den meisten Textverarbeitungsprogrammen als Speicheroption angeboten wird.

Manuskriptgestaltung:

  • keine doppelten oder mehrfachen Leerzeichen im Text.
  • nur Absätze sind mit einem "Wagenrücklauf" abzuschließen (Zeichen: ¶) und es ist sicherzustellen, daß die Worte am Zeilenende im Fließtext ungehindert in die nächste Zeilen umbrechen können.
  • vor Satzzeichen und am Anfang eines Absatzes keine Leerzeichen oder Tabulatoren.
  • Überschriften sind linksbündig und durch eine Leerzeile vom Text abzutrennen.
  • Kursivschrift im Text ist durch Unterstreichungen (durch eine entsprechende Formatierung in der Textverarbeitung) zu markieren und zu formatieren. Andere Hervorhebungen (Sperrungen oder Fettungen) sind nur sehr sparsam zu verwenden und nur im ausgedruckten Manuskript durch eine Unterstreichung mit entsprechender Randanmerkung kenntlich zu machen. Entsprechende Formatierungen in der Textverarbeitung sind nicht zu benutzen.
  • Autorennamen stehen stets in der Formatierung Kapitälchen (nicht GROSSBUCHSTABEN) und Vornamen sind ausgeschrieben (Beispiel: Werner Paravicini).

Umfang

Dynastieartikel und Artikel zu den Königen und Reichsfürsten(tümern) bzw. königlichen und reichsfürstlichen Höfen: vier bis maximal acht Seiten (14.000 bis maximal 30.000 Anschlagszahlen inkl. Leerzeichen bei einer Schriftgröße von 12 Punkten, einfachem Zeilenabstand und Rändern von jeweils 2,54 cm zu jeder Seite).

Residenzartikel: ein bis zwei Seiten (3.500 bis 7.000 Anschlagszahlen inkl. Leerzeichen bei einer Schriftgröße von 12 Punkten, einfachem Zeilenabstand und Rändern von jeweils 2,54 cm zu jeder Seite).

Unterartikel und Teilartikel werden wie eigenständige Artikel behandelt.

Abkürzungen

Die Verwendung allgemeiner und fachspezifischer Abkürzungen orientiert sich neben dem Duden v.a. am Abkürzungsverzeichnis im Lexikon des Mittelalters I (1980) S. XVII-XXI. Zeitschriftensiglen entsprechen in der Regel denjenigen, die in der Historischen Zeitschrift Verwendung finden, Reihentitel werden bis auf wenige Ausnahmen ausgeschrieben.

Anführung von Quellen und Literatur im laufenden Text

Grundsätzlich bitten wir um sparsame Verwendung von Quellen- und Literaturangaben im Text. Fuß- oder Endnoten sind nicht vorgesehen, notwendige Anmerkungen stehen in möglichst abgekürzter Form im laufenden Text in Klammern, z.B. (Wenskus 1968, S. 11). Zu vermeiden sind in diesem Zusammenhang Abkürzungen wie "ebd." oder "ibid.", "a.a.O.", "op. cit." oder "l.c.". Bei der Verwendung von Anführungsstrichen ist darauf zu achten, daß "typographische" oder umgedrehte »französische« Zeichen benutzt werden. Nicht erwünscht sind amerikanische "Zollzeichen" oder ‚einfache‘ Anführungsstriche (bspw. Zitat im Zitat). Kalendarische Daten sind so genau wie möglich anzugeben.

Quellen- und Literaturangaben

Die jeweiligen Literaturangaben können mit kurzen Kommentaren versehen sein, wobei sich am Ende des zweiten Teils des Handbuches ein Verzeichnis mehrfach zitierter Literatur befinden wird. Sonstige Literatur wird am Ende jedes Artikels vollständig genannt. Jede vollständige Quellen- und Literaturangabe in den Verzeichnissen am Ende des einzelnen Artikels steht jeweils in einem eigenen Absatz (Wagenrücklaufzeichen). Der Gebrauch von "Dies." oder "Ders." bei Angaben mit sich wiederholenden Autorennamen ist zu vermeiden. Ansonsten wird um die Einhaltung folgender Richtlinien gebeten:

  • Die Schreibweise der Namen von Autoren erfolgt wie oben angegeben, bei mehreren Verfassern werden die Namen durch ein Komma getrennt. Das Kürzel "Hg." für einen oder mehrere Herausgeber steht in Klammern nach dem letzten Namen. Vor jedem Titel steht ein Doppelpunkt, nach jedem Titel die Orts- und Jahresangabe, ggf. gefolgt von einem Reihentitel mit Bandangabe, letztere in arabisch ohne das Kürzel "Bd." und durch ein Komma vom Reihentitel getrennt: Werner Paravicini: Die ritterlich-höfische Kultur des Mittelalters, München 1994 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 32).
  • Buch- oder Aufsatztitel werden nicht durch Kursive hervorgehoben.
  • Für das Zitieren von Aufsätzen in Zeitschriften gilt beispielhaft die Regel: ... , in: HZ 223 (1975) S. 33 (d.h. kein Komma vor der Seitenangabe).

Jan Hirschbiegel / Jörg Wettlaufer

 

 

Die Arbeit der anderen

 

Historischer Atlas von Bayern – Neuburg an der Donau. Studien zur Herrschaftsgeschichte und zu den Wechselwirkungen von Zentralort, Residenz und Umland

Die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verfolgt mit der Herausgabe des Historischen Atlas von Bayern eines der größten landesgeschichtlichen Forschungsprojekte in Deutschland mit dem Ziel einer historisch-topographischen Beschreibung des gesamten heutigen Bayern in Einzelbänden. Jeder Teilband der Reihe soll umfassende Grundlagenforschung zu Fragen der Herrschafts-, Verfassungs- und Sozialgeschichte für ein ehemaliges Landgericht bzw. für einen Landkreis leisten und als Ergebnis eine Darstellung der Entwicklung von Herrschaftsstrukturen bieten. Die zu erstellende Ortsstatistik und die Dokumentation in Kartenform dienen dabei nicht nur zur Veranschaulichung, sondern bilden den Kern des Forschungsansatzes. Die zentrale Frage der Ausübung von Herrschaft wird vom frühen Mittelalter bis hin zur modernen Verwaltungsorganisation verfolgt. Konstante und dynamische Aspekte des Bearbeitungsgebietes sollen dadurch sichtbar gemacht werden.

Die Vorgabe des Historischen Atlas für den Regierungsbezirk Schwaben – maßgebend ist der Zustand vor der Reform 1972 – sich an den Landkreisgrenzen zu orientieren, ist für Neuburg an der Donau obsolet, da die Bände für die umliegenden Landgerichte bzw. Landkreise bereits erschienen oder in Bearbeitung sind und sich somit das Landgericht Neuburg mit den beiden Pfleggerichten Burgheim und Reichertshofen als Bearbeitungsgebiet logisch ergibt. Es handelt sich um das Kerngebiet des ehemaligen Fürstentums Pfalz-Neuburg um seine Residenz Neuburg an der Donau (das nord-westlich angrenzende pfalz-neuburgische Gericht Graisbach-Monheim wird im Atlasband Donauwörth enthalten sein). Im Norden wird das Bearbeitungsgebiet durch das ehemalige Hochstift Eichstätt (heutige Landkreisgrenze) begrenzt, im Osten, Süden und Westen war das Gebiet von bayerischem Territorium umschlossen. Der damit umrissene Band des Historischen Atlas zu Neuburg wird als Dissertation bei Professor Dr. Ferdinand Kramer an der Katholischen Universität Eichstätt entstehen.

Obwohl Neuburg in der Geschichtsschreibung wegen seines Fürstentums große Aufmerksamkeit gefunden hat, gibt es keine ausführliche Gesamtdarstellung der Geschichte der Stadt und seiner Umgebung, noch weniger des Hofes oder der Residenz. Vorhandene Teilbetrachtungen oder kurze Überblicksdarstellungen können über diesen Mangel nicht hinwegtrösten. Trotz oder gerade wegen der Vielzahl von Detailuntersuchungen wird eine Zusammenfassung in einer Monographie schmerzlich vermißt. Aufgrund der Entstehungsgeschichte der "Jungen Pfalz", der juristischen Schaffung am Verhandlungstisch durch den königlichen Schiedsspruch Maximilians I., ist das Fürstentum Neuburg ein Sonderfall nicht nur der bayerischen Geschichte. Durch die Lage seiner verstreuten Gebiete an der Nordgrenze des bayerischen Herzogtums, in Schwaben und in Franken und vor allem durch die enge verwandtschaftliche Verbindung zur pfälzischen Linie der Wittelsbacher, stand Pfalz-Neuburg von Beginn an im Spannungsfeld zwischen Kurpfalz und Bayern und somit auch zwischen zwei gegensätzlichen Polen, welche die Krisensituationen des Reiches maßgeblich mitprägten. Die Chancen aber auch die Risiken dieser Konstellation führt die Geschichte der "Jungen Pfalz" eindrucksvoll vor: Zweimal erbte das Haus Neuburg die Kurpfalz mit der Kurwürde, aber dreimal wurde das kleine Fürstentum in Kriegen (1546, 1633 und 1703) von bayerischen bzw. bayerisch-kaiserlichen Truppen eingenommen und besetzt.

Neuburg kann gleichzeitig als Sonderfall wie auch als Modellfall eines deutschen Fürstentums und einer kleineren Fürstenresidenz angesehen werden: Das Besondere ist seine ‘unnatürliche’ Entstehung und seine bemerkenswerten reichsgeschichtlichen Verflechtungen, die durch Erbschaften im 17. Jahrhundert sogar noch eine größere, europäische Dimension erhielten. Modellcharakter für die Residenzenforschung kann Neuburg jedoch deshalb haben, weil es in singulärer Weise Antworten auf eine Reihe von Fragen bietet: Welche Voraussetzungen mußte eine Stadt bieten, um als Residenz eines neugeschaffenen Fürstentums in Frage zu kommen? Welche Bedürfnisse des Hofes konnte die Stadt von Beginn an erfüllen, welche Einrichtungen mußten dagegen erst aufgebaut werden? Wie veränderte sich dadurch das Bild der Stadt, wie die Strukturen der Bevölkerung, des Gewerbes und des Handels? Nach welchen Vorbildern wurde der neue Hof organisiert, wie entwickelte er sich? Welche rechtlichen Konsequenzen ergaben sich für die Hauptstadt selbst und für die nähere Umgebung?

Die Prägung Neuburgs und seines Umlandes durch die Hauptstadtfunktion ist vielfältig. Im Rahmen der Atlasforschung wird besonders auf die Veränderungen in der Besitzstruktur und in der Verwaltung sowie im Gerichtswesen einzugehen sein. Die Erhebung von kleinen Adelssitzen zu Hofmarken und von Bauerngütern zu Edelsitzen in der näheren Umgebung der Stadt zur Ausstattung hoher pfalzgräflicher Räte ist ein interessantes Phänomen, das noch näher zu untersuchen sein wird. Der Ankauf von Gütern durch die Fürsten selbst, zur Errichtung von Jagd- und Lustschlössern bzw. für ein pfalzgräfliches Gestüt ein weiteres. Die intensiven städtebaulichen Neuerungen wurden in der Forschung bereits eingehend untersucht.

Weitere tiefgreifende Veränderungen wurden im 17. Jahrhundert dadurch verhindert, daß die Hauptresidenz nach zwei großen Erbschaften am Rhein 1609/14 (Jülich und Berg) und 1685 (Kurpfalz) sukzessive von Neuburg an der Donau wegverlegt wurde. Dennoch behielt das Fürstentum seine Regierung in Neuburg und das Schloß wurde weiter als Nebenresidenz und vor allem als Sitz für die pfalzgräflichen Prinzen und Prinzessinnen genutzt.

 

Die Untersuchung langer Zeiträume, besonders der grund- und gerichtsherrschaftlichen Verhältnisse von den ersten Urbaren des 13. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert, könnte Rückschlüsse auf die Stellung des Herzogs, bzw. vor ihm des Königs, im Raum Neuburg und an der Donau überhaupt im Hoch- und Spätmittelalter ermöglichen. Aus diesem Ansatz dürften sich Antworten auf die Frage ergeben, warum Neuburg zur Residenz erhoben wurde. Das Schloß hatte nicht erst seit der Gründung des Fürstentums Neuburg 1505, sondern schon vorher unter den Ingolstädter Herzögen als Nebenresidenz gedient. Daß dieses Schloß an gleicher Stelle erbaut war, wie schon die vorhergehende Herzogs- und Königspfalz, ist entgegen der früheren Forschung gerade in jüngster Zeit aufgrund von Grabungen vermutet worden. In engem Zusammenhang mit dieser ins Mittelalter weisenden Frage stehen weitere Probleme der Neuburger Geschichte: Zum einen die Frage nach der Existenz eines Bistums Neuburg im 8. Jahrhundert und nach seinem Bischofsitz, die bereits von Generationen von Historikern kontrovers diskutiert wurde, zum anderen die fehlende Erklärung der Beziehung der nahegelegenen Burg "Alten-Neuburg" mit der noch nicht eindeutig lokalisierten Stadtburg.

Es läßt sich in Neuburg eine direkte Entwicklungslinie aufzeigen vom Residenzschloß als Verwaltungsmittelpunkt des werdenden Staates der frühen Neuzeit, über die Burgen als Herrschaftsstützpunkte und -zentren des Mittelalters bis hin zum frühmittelalterlichen Adelssitz nach der Völkerwanderungszeit und sogar bis hin zum Römischen Kastell auf dem Neuburger Stadtberg. Diese Entwicklung soll für den entstehenden Atlasband gründlich erforscht und dokumentiert werden. Somit werden für diesen Band ganz im Sinne des Atlasprojektes zwei Schwerpunkte gesetzt, zum einen in der frühen Neuzeit, der glanzvollen Epoche des Neuburger Fürstentums, und zum anderen im Mittelalter, wo die Voraussetzungen für diese Phase geschaffen und die Zentralortfunktionen Neuburgs angelegt wurden.

Der Historische Atlas soll möglichst die gesamten für das Bearbeitungsgebiet relevanten Quellenbestände erschließen. Wichtigste Quellen für die mittelalterliche Herrschafts- und Besitzgeschichte werden sein zum einen die Traditionen der im Gebiet ansässigen Klöster – vor allem des Klosters Bergen und des Benediktinerklosters Neuburg, später Jesuitenkolleg und Malteserballey – und auch der um Neuburg begüterten auswärtigen Klöster, Niederschönenfeld, Kaisheim, Rebdorf, Kühbach u.a. Zum anderen werden die Überlieferungen der umliegenden Bistümer Augsburg, Freising, Eichstätt und Regensburg als zentraler Quellenbestand für das Früh- und Hochmittelalter besondere Aufmerksamkeit finden. Die Ausbildung von Herrschaft ist vor allem anhand der Urbare, Saalbücher und Urkunden der Herzöge sowie wichtiger Adelsfamilien wie der Grafen von Pappenheim, von Graisbach oder von Hirschberg zu erforschen, die in den zuständigen Archiven in München, Augsburg, Nürnberg, Amberg und Neuburg liegen bzw. in den Monumenta und den Regesta Boica ediert sind (ergänzend zum Archivmaterial werden die Sammelbestände des Historischen Vereins Neuburg herangezogen). Für Fragen der Besitz- und Rechtsgeschichte versprechen die Gerichtsurkunden und Gerichtsliteralien die meisten Aufschlüsse. Die großen Mischbestände der Pfalz-Neuburg Literalien und Akten müssen systematisch erschlossen werden.

Für die Ortsstatistik (mit Kirchenorganisation, Gerichtsbarkeit, Ämter- und Obmannschaftszugehörigkeit sowie allen Anwesen mit ihren Grundherren) steht als Quellengrundlage nur eine Steuerbeschreibung von 1725-1728 zur Verfügung. Anhand dieser zuverlässigen und einheitlich gestalteten Quelle wurde die Ortsstatistik mittlerweile erstellt und in einem detaillierten Vergleich mit den Besitzfassionen von 1808/10, dem Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1810 und dem Grundsteuerkataster von 1835 abgeschlossen. Bereits bearbeitet wurden ebenfalls die ersten Kapitel des geschichtlichen Überblicks, die dem Früh- und Hochmittelalter gewidmet sind.

Markus Nadler, Eichstätt*

 

 

 

Die Neue Residenz in Bamberg und ihre Vorgängerbauten

Zur Baugeschichte der fürstbischöflichen Hofhaltung im 17. und 18. Jahrhundert

Die Neue Residenz Bamberg zählt zu den größten Schlössern in Bayern. Ungeachtet dieser Tatsache war das Schloß der Bamberger Fürstbischöfe bislang nicht Gegenstand übergreifender kunsthistorischer Forschung. Nur die lokale Kunstwissenschaft hat sich dieses Bauwerks angenommen, wobei der Bamberger Theologieprofessor und bedeutende Kenner der fränkischen Kunstgeschichte Dr. Heinrich Mayer im Rahmen seiner viel beachteten Studie zu den ›Bamberger Residenzen‹ von 1951 die verschiedenen fürstbischöflichen Hofhaltungen in Bamberg bisher am ausführlichsten untersucht hat. Im Bezug zur Neuen Residenz legte Heinrich Mayer den Schwerpunkt auf die jüngeren, vermeintlich bedeutenderen Teile des Schlosses, jene unter dem Kurfürsten und Fürsterzbischof Lothar Franz von Schönborn (geb. 1655, 1693-1729) am Ende des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts erbauten beiden Trakte am Domplatz, ohne sich aber mit den kunsthistorischen Bezügen und Abhängigkeiten auseinanderzusetzen. Durch eine neuerliche Beschäftigung mit dem Gesamtkomplex konnten die Baugeschichte der älteren, zu Anfang des 17. Jahrhunderts unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel (geb. 1555, 1599-1609) errichtete Trakte geklärt, und offene Fragen zum sogenannten "Schönbornbau" beantwortet werden.

S

Die Geschichte des "Neuen Oberen Hofhaltungsbaus" beginnt mit den verschiedenen Planungen des Fürstbischofs Ernst von Mengersdorf (geb. 1554, 1583-1591), der die mittelalterliche, sogenannte "Alte Hofhaltung" zeitgemäß um- und ausbauen lassen wollte. Dieses Vorhaben wurde vom Domkapitel mit Hinweis auf die zu hohen Kosten verhindert, woraufhin sich der Fürstbischof seinen eigenen Domherrenhof, die Kurie St. Thomas, mit eigenen Mitteln als private fürstliche Hofhaltung repräsentativ ausbauen ließ. Von dessen Nachfolger, Fürstbischof Neydhard von Thüngen (1591-1598) erworben und als private Hofhaltung weiter genutzt, wurde die Thomaskurie auf Betreiben des 1599 zum Fürstbischof gewählten Johann Philipp von Gebsattel durch das Hochstift angekauft. Damit verlagerte sich endgültig der Regierungssitz von der Alten Hofhaltung auf die benachbarte, nordwestliche Seite des Domplatzes. Nachdem Fürstbischof Gebsattel die ältere Bebauung neben und hinter der vormaligen Thomaskurie durch das Hochstift auf Abbruch erworben hatte, konnten im Frühjahr 1604 die Baumaßnahmen zum "Neuen Oberen Hofhaltungsbau" beginnen.

Schon bei den ersten archivalischen Recherchen, namentlich bei Durchsicht der lückenlos erhaltenen Bamberger Hofkammerzahlamtsrechnungen, konnten verschiedene Angaben nicht mit dem bislang vermuteten Bauablauf in Übereinstimmung gebracht werden. Weil die Baurechnungen unter anderem ausführlich die Abbruchmaßnahmen der Vorgängerbebauung überliefern, ergab sich, daß die Baugeschichte des Gebsattelbaus nur dann zutreffend darzustellen war, wenn diese Vorgängerbebauung identifiziert würde, denn aus der Abfolge der Abbruchmaßnahmen war nicht nur der Umfang der Baumaßnahmen selbst, sondern auch die topographische Bauentwicklung zu erschließen.

Als wichtigste Dokumente sind alte Kaufbriefe, die domkapitelschen Rezeßakten sowie spätmittelalterliche Bildquellen herangezogen worden, wobei dem 1602 fertiggestellten Stadtplan des Petrus Zweidler eine herausragende Bedeutung zukommt (Abb. 1). Dieser überliefert die aus dem späten Mittelalter überkommene Bausubstanz kurz vor den ersten Abbruchmaßnahmen in Vogelschauansicht: Unmittelbar hinter der Domkirche, und von den Domtürmen teilweise überdeckt, befindet sich die Alte Hofhaltung mit dem markanten Turm, der sogenannten "Hohen Warte". Rechts der Alten Hofhaltung ist die nordwestliche Bebauung des Domplatzes wiedergegeben, wo seit 1604 die ersten Trakte der Neuen Residenz entstehen sollten. Das große Gebäude mit dem rechts vorgestellten Turm, daß mit vier Trakten einen quadratischen Innenhof umschließt, ist in dem Zweidlerplan als New hoff haltung bezeichnet. Es handelt sich um die oben genannte Domkurie St. Thomas, die Fürstbischof Ernst von Mengersdorf bereits als Domherr erworben und nach dem Scheitern seiner Bauprojekte zur Alten Hofhaltung in den späten 1580er Jahren in dem hier überlieferten Erscheinungsbild ausbauen ließ. Links neben der Thomaskurie befindet sich das sogenannte Seckendorffer Höflein, das bis zum Jahre 1517 im Besitz des St.-Kunigunden-Werks (Dombauhütte) war. Nach dem Verlegen des Werkhofs zunächst verpachtet und danach an den Domherren Georg von Egloffstein verkauft, verwahrloste das zuletzt durch Konrad und Gundel von Seckendorff bewohnte Höflein, und war spätestens seit dem Jahre 1580 nicht mehr bewohnt. Von Interesse ist in diesem Bezug der Verbindungsgang, welcher von der Alten Hofhaltung ausgehend, die Gasse zum Seckendorffer Höflein überbrückte und, über die Hofmauer laufend, eine Verbindung zur Thomaskurie herstellte. Den Bau dieses Verbindungsgangs, der dem Bischof ermöglichte, ungesehen über das ungenutzte Höflein von der Thomaskurie in die Ratsstube der Alten Hofhaltung zu gelangen, belegen die Hofkammerzahlamtsrechnungen. Hinter dem Seckendorffer Höflein befinden sich zwei Pfründhäuser, und rückwärtig anschließend der zur Kommende Hagenbach gehörige Hof, dessen Parzelle von der Gasse bei der Alten Hofhaltung bis zur Burgmauer des Dombezirks reichte und den kleinen zur Thomaskurie gehörigen Garten nach Nordwesten abgrenzte. Rechts der genannten Pfründhäuser stand die alte Hofscheuer und die Hofwagnerswerkstatt, welche, die südwestliche Begrenzung des Gartens bildend, bereits im Jahre 1602, bzw. 1604 abgebaut, und an anderer Stelle wieder aufgerichtet wurden. Zuletzt konnte auf Betreiben des Fürstbischofs Gebsattel auch die Kurie St. Gallus erworben werden. Diese befand sich unmittelbar hinter dem Hof, der zur Kommende Hagenbach gehörte. Die Galluskurie wurde einer Wirtschaftsnutzung zugeführt.

Auf Grundlage der vorgestellten Identifizierung und Bestimmung der einzelnen Anwesen konnte erstmalig die Baugeschichte des Gebsattelbaus detailliert nachgezeichnet werden: Die Bauarbeiten begannen nach Ausweis der Archivalien beim Seckendorffer Höflein, also am Domplatz – und nicht, wie bislang angenommen, im rückwärtigen Areal des ehemals zur Kommende Hagenbach gehörigen Hofs. Neben der vormaligen Thomaskurie entstand ein kurzer Eingangstrakt (vgl. Abb. 2), dessen Existenz bislang unbekannt war, obwohl Fundamentmauern dieses Trakts bei den Umbaumaßnahmen des frühen 18. Jahrhunderts wiederverwendet wurden und, im heutigen Keller verborgen, noch von diesem Bauteil Zeugnis geben. Der abgegangene Eingangstrakt war durch ein reich geschmücktes Portal baulich hervorgehoben. In diesem Eingangstrakt ist wohl auch der Große Saal zu lokalisieren, dessen Ausstattung mit Stuckmarmor, einer flachen Kassettendecke und 15 auf Leinwand gemalten Kaiserbildnissen beim Tode des Bauherren im Jahre1609 fast fertiggestellt war. Es handelte sich um einen der frühesten belegbaren Kaisersäle im süddeutschen Schloßbau. Gleichzeitig mit dem Eingangstrakt entstand an der Burggasse, gegenüber der Alten Hofhaltung, ein weiterer, und seit 1607 ein dritter Trakt, wobei letzterer – von der Burggasse zur Burgmauer verlaufend – die westliche Parzellengrenze des vormals zur Kommende Hagenbach gehörigen Hofs aufnahm.

Als Architekt konnte der Forchheimer Zimmermann und Festungsbaumeister Paul Keit (um 1560/65-1621) nachgewiesen werden, dem offenbar in den späten 1580er Jahren bereits die örtliche Leitung beim Bau der Thomaskurie unter Fürstbischof Mengersorf übertragen worden war. Die Auswertung der Forchheimer Kastenamtsrechnungen erlauben es, die bislang lückenhafte Biographie des 1604 zum ersten Bamberger Hochstiftsbaumeister berufenen Paul Keit fortzuschreiben.

Unter dem Nachfolger Gebsattels, Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen (1609-1622), der im Vorfeld des Dreißigjährigen Krieges andere staats- und kirchenpolitische Ziele verfolgte, wurde der Schloßbau bis zum Jahre 1612 bzw. 1615 im Rohbau fertiggestellt und die unter Gebsattel begonnene Ausstattung des Großen Saals vollendet. Allem Anschein nach waren die Arbeiten in der Hof- und der Tafelstube noch unter Gebsattel zum Abschluß gebracht worden. Während die vorgenannten Prunkräume im 17. Jahrhundert bei besonderen Anlässen genutzt wurden, wohnten die Fürstbischöfe weiter in der benachbarten, vormaligen Thomaskurie. Erst am Jahrhundertende erfolgte unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn der gesamte Innenausbau, wobei neue Vorstellungen von Repräsentation und Wohnkomfort den völligen Verlust der frühbarocken Ausstattung bedingte.

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Unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn begannen im Jahre 1697 die Baumaßnahmen zu einer großzügigen Erweiterung des älteren Gebsattelbaus. Die Hofkammerzahlamtsrechnungen enthalten in der Schönbornzeit keine Bauregister mehr, worin die Vergütung der am Bau beschäftigten Handwerker nachzulesen wäre. Dies erklärt sich aus der veränderten Abrechnungspraxis. Der Baumeister der Barockzeit war "Generalbauunternehmer", der nach vorab erfolgtem Kostenanschlag mit dem Bauherren einen Festbetrag für den Rohbau vereinbarte. Hiervon hatte der Baumeister die vertraglich fixierten Bauleistungen in eigener Zuständigkeit abzurechnen und die Handwerker zu entlohnen. Aufschlußreich ist hingegen die erhaltene, rege Korrespondenz des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn, der nach seiner Wahl zum Fürsterzbischof und Kurfürsten von Mainz im Jahre 1695, mit den Bamberger Behörden und insbesondere mit seinem Bamberger Statthalter Karl Sigismund von Aufseß die verschiedenen, sich bis ins Detail ergehenden Fragen zur Planung, zu Planänderungen und zur Ausstattung des Schlosses erörterte. Der Architekt des Schönbornbaus, Leonhard Dientzenhofer (1660-1707) hatte bereits im Frühjahr 1695 eine erste Planung vorgelegt, deren Grundrisse zum Erdgeschoß und zum zweiten Obergeschoß sich in der Staatsbibliothek Bamberg erhalten haben. Nach dieser Planung war beabsichtigt, den Domplatz durch zwei Trakte an der Nordwest- und der Nordostseite bis zum ehemaligen Unteren Burgturm vollständig einzufassen, wobei eine gleichförmige, nicht durch Risalitbildung unterbrochene Fassadengliederung in Superposition die monumentale Wirkung der sehr langen Trakte steigern sollte. Hierzu wurde der alte Eingangstrakt am Domplatz und die benachbarte Thomaskurie nebst dem zugehörigen Turm eingelegt und weitere Gebäude erworben, das Pfründhaus St. Veit und die Domkurie St. Kilian, während die dazwischen liegende domkapitelsche Hofschmiede schon einige Jahre zuvor in den Besitz des Hochstifts gelangt war (vgl. die topographische Situation auf Abb. 2).

Die erste, zunächst für die Baumaßnahmen gültige Planung, konnte nicht realisiert werden, weil der Kurfürst Lothar Franz, der selbst ein Kunst- und Architekturliebhaber gewesen ist, neue Ideen einbrachte. Die Umplanung des Haupttreppenhauses im Jahre 1698 griff noch nicht in das Gesamtkonzept ein, im darauf folgenden Jahr mußte Leonhard Dientzenhofer allerdings die Planung im Sinne einer Ehrenhofanlage verändern. Der stadtseitige Trakt, der von Nordwesten nach Südosten verläuft, wurde daraufhin um 1/3 verkürzt und mit einem um ein Geschoß erhöhten und risalitartig vortretenden Kopfpavillon und abschließenden Altan ausgeführt (vgl. Abb. 3). Dafür sollte auf der gegenüberliegenden Seite des Domplatzes, also an Stelle der Alten Hofhaltung, ein linker Ehrenhofflügel entstehen, der zusammen mit dem Eingangstrakt eine Dreiflügelanlage gebildet hätte. Wegen des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) mußten die Baumaßnahmen im Jahre 1703 eingestellt werden. Der Nachfolger im Bischofsamt und Neffe des Kurfürsten, Friedrich Karl Graf von Schönborn (geb. 1674, 1729-1746) konnte das Ehrenhofprojekt wegen unüberwindlichen Konflikts mit dem Domkapitel nicht vollenden, wiewohl Balthasar Neumann (1687-1753) und später auch Johann Jakob Michael Küchel (1703-1769) entsprechende Planungen vorgelegt hatten.

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Der Schloßbau des Fürstbischofs Gebsattel entstand zu einer Zeit, als die Renaissancearchitektur in Deutschland ihren Zenit überschritten hatte. Der Gebsattelbau besaß zwar noch ein altertümliches Erschließungssystem mit drei unter Lothar Franz von Schönborn angebrochenen Treppentürmen sowie Fenster- und Türgewände mit altertümlicher Karniesprofilierung, der Architekt Paul Keit hatte aber bereits wichtige Merkmale der deutschen Renaissancearchitektur – wie beispielsweise aufragende, traufseitig aufgesetzte Ziergiebel – nicht mehr verwandt. Mit den umlaufenden Gurt- und Sohlbankgesimsen wurde statt dessen eine Gliederung aufgegriffen, welche die Horizontale, also die Breitenlagerung und Blockhaftigkeit unterstreicht. Diese Architektursprache findet sich nach 1600 bei zahlreichen Profanbauten des süddeutschen Raums, wobei die abgegangenen fränkischen Schlösser Schwanningen, oder Baiersdorf anzuführen sind. Auch das beinahe ein halbes Jahrhundert später, ab 1643 errichtete Schloß Friedenstein in Gotha folgt mit dem umlaufenden Gurtgesims und den karniesprofilierten Gewänden noch dieser gestalterischen Auffassung. Befremdend erscheint hingegen die Gesamtanlage, indem die Trakte mit ungleichen Winkeln aneinanderstoßend, nicht dem Ideal von Symmetrie oder Achsialität folgen, was auch im deutschen Schloßbau der Renaissance seit der Mitte des 16. Jahrhunderts zumindest als ideales Ziel verfolgt wurde. Zahlreiche Beispiele – zu nennen wäre der nur teilweise realisierte Entwurf Heinrich Schickhardts (1558-1635) zu Schloß Backnang aus dem Jahre 1606 – zeigen indessen, daß eine besondere topographische Situation häufig akzeptiert und im Sinne einer integrierenden Gestaltung in die Entwurfsplanung einbezogen wurde. So orientieren sich auch die Trakte des Bamberger Gebsattelbaus in ihrer Lage und Ausdehnung genau an der Parzellenstruktur der abgegangenen Vorgängerbebauung.

Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde bei der Erweiterung des Schlosses die grundsätzliche Disposition von Geschoßhöhe, Geschoßzahl und Traufhöhe vom Gebsattelbau übernommen. Die Fassaden des Schönbornbaus wurden nun, wie oben schon erwähnt, mit den drei Säulenordnungen im Sinne der Superposition gegliedert – dorisch im Erdgeschoß, ionisch im ersten und korinthisch in zweiten Obergeschoß sowie am Frontispiz über dem Hauptportal und am vierten Pavillongeschoß. Nur im Erdgeschoß ist das Gebälk ohne Unterbrechung durchgehend ausgebildet, in den oberen Geschossen sind Architrav und Fries auf Reststücke über den Pilastern reduziert, so, daß neben dem Sohlbankgesims lediglich das schmale Kranzgesims die Fassaden horizontal gliedert (Abb. 4). Die Pilaster stehen unmittelbar auf dem Kranzgesims auf, nur am Frontispiz und am vierten Pavillongeschoß ruhen die Pilaster auf Piedestals. Die Fenster sind von faszierten Gewänden gerahmt, die seitlich von leicht zurückgestuften Lisenen mit eingetieftem, gekörnten Spiegel begleitet werden. In Höhe des Fenstersturzes ist den Lisenen eine Volutenkonsole aufgelegt, welche die vorkragenden Verdachungen tragen. Während im Erdgeschoß die Fenster durch waagrechte Verdachungen überfangen werden, finden sich in den Obergeschossen alternierend Dreieck- und Segmentbogengiebel. Nur am Domplatz ist die Fassadenarchitektur in aufwendiger Werksteinarchitektur umgesetzt; an den Fassaden gegen die Stadt und gegen den Großen Hof nebst Hofgarten wurde diese aus Kostengründen nur aufgemalt. Letzteres bedeutete, daß auch die hofseitigen Fassadenabschnitte des älteren Gebsattelbaus entsprechend einbezogen und mit malerischen Mitteln umgestaltet wurden. Die Fassadenmalerei ist heute verloren, am stadtseitigen Trakt wurde sie aber in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts rekonstruiert.

Die klassische Gliederung in Superposition, deren Ursprung auf die antike Profanarchitektur zurückgeht, wurde sowohl in der italienischen Renaissancearchitektur, als auch im französischen Schloßbau der Renaissance und des beginnen Barock verwandt, wobei als wichtigstes Vorbild der Innenhof des Palazzo Farnese in Rom anzuführen ist, dessen Ansicht und Schnitt auch im Architekturtraktat des Carl Philipp Dieussart (†1696) abgebildet ist, welches Leonhard Dientzenhofer 1697 in Bamberg als Nachdruck publizierte. In Deutschland hatte zuletzt das kurfürstliche Schloß in Mainz vom Anfang des 17. Jahrhunderts eine entsprechende Fassadengestaltung erhalten. Auch die Fensteranordnung mit waagrechten Verdachungen im Erdgeschoß sowie Dreieck- und Segmentbogengiebeln in den Obergeschossen ist der italienischen Renaissancearchitektur entlehnt. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts sollte in Bamberg mit dieser retrospektiven Fassade ein Sinnbild herrschaftlicher Architektur entstehen, wobei die gleichförmige Aneinanderreihung stets identisch gestalteter Achsen in Verbindung mit den langen Schloßtrakten – insbesondere beim stadtseitigen Trakt, der ursprünglich bis zum Unteren Burgtor reichen sollte – monumental gewirkt hätte. Letztlich formulierte Dientzenhofer hier eine Bauauffassung, wie sie der böhmische Aristokrat und Architekturliebhaber Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein (1611-1684) propagierte: Niemals solle ein Gebäude ohne die "Zierde der Architektur", also nicht ohne Säulen und Gebälk (und entsprechend gestalteten Fenstern) errichtet werden, wobei an einer Fassade 60 oder mehr Säulen in gleichem Abstand und ohne Risalitbildung nacheinander folgen sollen: Dan was brachtig ist in einem Gebeu, will ein Leng haben – und jehe langer, jehe vornehmer – dan dies ist das greste Ahnsehen und Herligkeit, ein grosse Ahnzal der Fenster und der Seilen zu sehen .... Durch die erwähnte Umplanung des Schlosses im Sinne einer Ehrenhofanlage und die damit verbundene deutliche Verkürzung des stadtseitigen Trakts wurde diese ursprünglich konzipierte Wirkung allerdings nicht erzielt.

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Sowohl der Gebsattelbau als auch die schönbornsche Schloßerweiterung markieren jeweils das Aufkommen neuer architektonischer Strömungen in Süddeutschland. Die Baumaßnahme unter dem Kurfürsten Lothar Franz bedeutet zudem den Beginn einer Reihe bedeutender Schloßbauten in Franken, die mit der Familie Schönborn in Verbindung stehen. Hierzu gehört zuletzt auch die Residenz Würzburg, die eine Generation später begonnen, einen Höhepunkt des europäischen Schloßbaus darstellt.

Christian Dümler, München*

Abbildungen

Abb. 1: Plan des Petrus Zweidler der Stadt Bamberg, 1602, Ausschnitt des Dom-platzes mit angrenzender Bebauung (Staatsbibliothek Bamberg, Invt.Nr. V.B. 22, Foto: A. Steber).

 

 

Abb. 2: Domkurie St. Thomas und der seit 1604 errichtete Gebsattelbau nebst Domplatz in Bamberg, Zustand um 1612.

 

Abb. 3: Neue Residenz nach der schönbornschen Erweiterung nebst Dom-platz in Bamberg, Zustand Sommer 1703.

 

 

Abb. 4: Neue Residenz Bamberg, Fassade des Süd-osttrakts gegen den Domplatz in Schrägansicht, ge-sehen vom Eingangstrakt (Foto: U. Gaasch).

 

Arbeitskreis "Höfe des Hauses Österreich"

 

Am 26. April 1999 hat sich auf Initiative der Historischen Kommission im Clubraum der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein Arbeitskreis "Höfe des Hauses Österreich" konstituiert. Der vorläufige Arbeitstitel, wie er auch im letzten Heft der MRK zum Abdruck gebracht wurde, lautete Arbeitskreis "Wiener Hof", es wurde jedoch schnell deutlich, daß die Bezeichnung das Interessengebiet nur unvollständig umschreibt.

In diesem Arbeitskreis sind gegenwärtig rund 40 Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen geistes- und geschichtswissenschaftlichen Disziplinen vertreten, die ein gemeinsames (Forschungs-)Interesse an dem Hof verbindet. Die – im wahrsten Sinne des Wortes – Quellennähe der involvierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Prag, Wien, Innsbruck oder Graz soll auch zu deren näherem Zusammenrücken führen. Forschungsleistungen besser abzustimmen und Forschungsdesiderata gemeinsam aufzuarbeiten, sind die elementaren Anliegen des Arbeitskreises.

Es ergibt sich eine natürliche Konzentration auf die Frühe Neuzeit, jene Epoche also, in der der Hof als politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zentrum eine herausragende Rolle in der Gesellschaft spielte. Grundsätzlich sind jedoch innerhalb des Arbeitskreises keine zeitlichen Einschränkungen vorgesehen, so daß auch Mediävisten und Kolleginnen und Kollegen, die sich mit der Zeit des Unterganges der Monarchie beschäftigen, vertreten sind.

Der Arbeitskreis versteht sich als ein offener Kreis, ohne eine explizite Mitgliedschaft. Seine Intention ist es, durch Information die Kommunikation zwischen den Disziplinen zu verbessern. Zu diesem Zwecke wurden von den Beteiligten Erhebungsbögen mit Fragen nach den eigenen Forschungsschwerpunkten und vorrangig erscheinenden Desiderata beantwortet, deren Ergebnisse gesammelt wieder ausgeschickt wurden. Im Vordergrund steht vorläufig der Informationsaustausch über die "Arbeit des Anderen", d.h. jene der Nachbardisziplin. Zukünftige Arbeiten sollen davon profitieren. Im Idealfall sind tatsächlich transdisziplinäre zukünftige Projekte zu erhoffen, deren Themen jedermann völlig frei stehen.

Bei einem ersten Workshop des Arbeitskreises, der am 23. November 1999 in Wien stattfand, leistete Karl Vocelka mit einem Impulsreferat wichtige Anregungen zur Konzeption der weiteren Vorgehensweise des Arbeitskreises. Es wurde beschlossen, jährlich zwei Workshops zu organisieren. Am 17. März 2000 wurde von der Gastgeberin Beatrix Bastl in Wiener Neustadt ein Workshop veranstaltet, der sich mit der eher definitorischen Frage "Welcher Hof?" und den unterschiedlichen Zugängen einzelner Disziplinen zum Hof beschäftigte. Der nächste Workshop am 21. November 2000 wird von Gerda Mraz in den Räumlichkeiten der Portraitsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek ausgerichtet. Generalthema wird hier die Frage nach den verschiedenen Quellen sein, die Auskunft über den Hof geben können. Zu beiden Veranstaltungen wird es im nächsten Heft der MRK eine kurze Besprechung geben. Im Frühjahr 2001 tagt der Arbeitskreis in Prag.

Zur verbesserten Kommunikation der Teilnehmer des Arbeitskreises ist auch eine mailing-Liste eingerichtet worden, durch die Nachrichten über Tagungen, Workshops, aktuelle Literatur, Rezensionen aber auch Stellenausschreibungen verbreitet werden sollen.

Kontakt: DDr. Jan Niederkorn, Historische Kommission

Österreichische Akademie der Wissenschaften

Fleischmarkt 22/2/3

A – 1010 Wien

Tel.: +43 / 1/ 512 91 84 - 95

Fax: +43 / 1 / 513 38 51

e-mail: jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at

Stefan Sienell, bisheriger Sekretarius des Arbeitskreises

 

 

 

Kolloquiumsberichte

 

Principes
Dynastien und Höfe im späten Mittelalter

Interdisziplinäre Tagung in Greifswald

15. bis 18. Juni 2000

Veranstaltet vom Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald in Verbindung mit der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Das spätmittelalterliche Reichsfürstentum erfreut sich seit geraumer Zeit des zunehmenden Interesses insbesondere der sozial- und kulturgeschichtlichen Forschung, nicht zuletzt dank der bekannten Quellenfülle dieser Epoche: "Hofforschung hat Konjunktur", so Jörg Rogge (Mainz) in seiner Zusammenfassung am Ende der Tagung. Seit 1995 gibt es am Greifswalder Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften das interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt "Principes. Die sozialen Beziehungen der Reichsfürsten und die innere Struktur des Reichsfürstenstandes im Spätmittelalter". Dieses Projekt "zielt auf eine umfassende Untersuchung der weltlichen Reichsfürsten als soziale Gruppe im Zeitraum von etwa 1250 bis 1520/30", wobei die soziale Vernetzung der Fürsten vergleichend analysiert werden soll, um "Aufschluß über die Binnendifferenzierung der Gruppe zu erhalten, deren vermeintliche politische und soziale Einheit als ’Reichsfürstenstand‘ sich mittlerweile als Fiktion erwiesen habe" – der unten vorzustellende Vortrag von Peter Moraw (Gießen) wird dies in aller Deutlichkeit bestätigen. Mit Blick auf die Schwerpunkte der Forschungen zum spätmittelalterlichen Fürstenstand stellten die Veranstalter der Tagung – Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß, Dr. Cordula Nolte und Dr. Ralf-Gunnar Werlich – "Dynastien und Höfe in den Mittelpunkt, um den über Greifswald hinaus geführten Dialog mit den Fachwissenschaften zu intensivieren und dabei zugleich Doktoranden und Habilitanden verschiedener Disziplinen, die zur Zeit in Deutschland über den Fürstenstand arbeiten, methodische und inhaltliche Anregungen zu vermitteln", so die das Programm der Tagung einleitenden Worte. Dabei sollte es, so stand weiter zu lesen, sowohl um die einzelne Dynastie und den einzelnen Fürstenhof gehen als auch um Vernetzungen und Kontakte zwischen Dynastien bzw. zwischen Höfen. Beides, das Exemplarische und das Vergleichende, sollte die Perspektive bestimmen, von der aus die für die Tagung ausgewählten Themenkomplexe bearbeitet werden sollten: Kommunikations- und Beziehungsnetze zwischen den Reichsfürsten – Familie und Hof – Herrschaftsrepräsentation – Memoria. Ein ursprünglich vorgesehener fünfter Themenbereich – Erziehung und Bildung – war von den Veranstaltern frühzeitig zugunsten des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission in Celle zu diesem Thema ausgeklammert worden (siehe den Tagungsbericht unten S. *).

Der eigentlichen Tagung vorgeschaltet war ein Workshop, der am Abend des 15. Juni der Kurzvorstellung laufender Projekte diente. Hier referierte J. Rogge über "Geschlecht, Familie, Identität: zentrale Dimensionen der Lebensführung von Fürstinnen 1300-1600"; Cornell Babendererde (Münster/Greifswald) behandelte "Begräbnis und Tod im weltlichen Reichsfürstenstand des Spätmittelalters"; Johannes Mötsch (Meiningen) stellte "Die letzten Grafen von Henneberg und die Hofgeschichtsschreibung" vor, und Matthias Thumser (Berlin) berichtete schließlich über "Die ’opera omnia‘ eines fürstlichen Rates. Zur Edition der Schriften Ludwigs von Eyb des Älteren (1417-1502)". Zu den Projektvorstellungen im einzelnen:

J. Rogge führte an 53 hauptsächlich wettinischen Eheverbindungen der Zeit von 1300 bis 1600 "Lebensführungsanalysen" von Fürstinnen durch. Diese hatten zum Ergebnis, daß dynastischer Heiratspolitik unterworfene Frauen ihre Identität in erster Linie durch aktiv vollzogene Abgrenzung in Auseinandersetzung mit ihren geschlechtlichen und familiären Zugehörigkeiten gewannen. Geschlecht und Stand konnte er als determinierende Faktoren der Lebenswelt dieser Frauen herausarbeiten. Dabei trat häufig die Spannung zwischen der Rolle als Fürstin und den individuellen Interessen als Frau zu Tage. Besonders interessant ist für Rogge die Untersuchung von Frauen, die sich ihrer vorgeschriebenen Rolle verweigerten und sich durch abweichendes Verhalten abgrenzten. Er bediente zur Interpretation dieses Verhaltens der These ‚gender by doing‘ (B. Lund) als interaktive Reaktion auf Funktionalisierung und Instrumentalisierung. In der sich anschließenden Diskussion provozierte dies nahezu zwangsläufig Fragen danach, ob weibliche Identitätsbildung nur als Verweigerungshaltung zu verstehen sei, woran weibliche Verweigerungshaltung denn erkennbar sei, ob wir überhaupt in der Lage wären, das entsprechende Symbolsystem weiblichen Verhaltens tatsächlich zu verstehen oder ob es gar Quellen männlicher und weiblicher Provenienz gebe. – C. Babendererde zeigte am Beispiel vor allem württembergischer und hessischer Höfe bis 1530, wie der Aufwand der stark zeremonialisierten fürstlichen Begängnisse Gradmesser für Rang und Stellung gewesen seien und auch hinsichtlich der jeweiligen Nachfolger durch Legitimations- und Repräsentationszwänge Funeralstandards geprägt habe. – Gegenstand der Ausführungen von J. Mötsch war die Hofgeschichtsschreibung der Grafen von Henneberg und deren Instrumentalisierung in Folge ihrer Fürstung, die eine belegbar standesgemäße Genealogie erforderlich gemacht habe. 1466 hatte Pius II. den Hennebergern ihre Abstammung von dem römischen Geschlecht der Colonna bestätigt und so findet sich auch die sog. Colonnasäule in ihrem Wappen – ein Beispiel für das Bedürfnis nach genealogischer Legitimation in dieser Zeit. – M. Thumser nun beschrieb detailliert ein Projekt zur Edition der Schriften Ludwigs von Eyb des Älteren, der als unabkömmlicher, weil kenntnisreicher Hofverwalter erst eigentlich das Funktionieren des ansbachischen Hofes ermöglicht hatte. Die Vorträge des Workshops machten gleich zu Beginn der Tagung an konkreten Beispielen deutlich, daß sich die Auseinandersetzungen im höfischen Milieu um Rang und Einfluß nahezu aller zu Gebote stehenden Mittel und Möglichkeiten bedienten und sich die höfische Gesellschaft mit den Fürsten an ihrer Spitze um ihres eigenen Bestehens willen dieser Mittel und Möglichkeiten auch bedienen mußte: Ob es sich um die Ehe oder um den Tod handelte, um Hofhistoriographie oder um die Nutzung von Spezialwissen – alles konnte im Dienst höfischer Repräsentation instrumentalisiert und funktionalisiert werden.

Nach Grußworten des Rektors der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, Prof. Dr. jur. Jürgen Kohler, und des Dekans der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Peter Hirtz, sowie einer Einführung von Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß eröffnete Werner Paravicini (Paris) am Freitagmorgen die Tagung mit einem Vortrag über "Königliche Schlichtheit und herzogliche Pracht: Ludwig XI. und Karl der Kühne im Vergleich".

Hatten die Vorträge des Workshops die Bedeutung von Repräsentation und Zeremoniell als Folge, Zweck und Funktion der Konkurrenz um die Macht bei Hofe und der Höfe untereinander herausgearbeitet, so führte Paravicini vor, wie wenig Ludwig XI. scheinbar an Repräsentation und Zeremoniell gelegen habe und stellte daher die Frage, ob die Theorie denn stimme, aber der Befund falsch sei, oder ob es sich hier mit einem Wort J. Heers‘ um einen Fall "repräsentativer Insuffizienz" gehandelt habe: Ludwigs Kleidung sei schlicht, der Zugang zu ihm einfach, sein Kontakt zu den Städten freundlich gewesen. Entrées habe er vermieden. Ludwig habe einen Hof, aber kein Hofleben gehabt. Nie habe ein Orden unter diesem König getagt, eine Wortdevise von ihm sei nicht bekannt, auf heraldische Repräsentation habe er keinen Wert gelegt. Seine Residenzen seien schlicht gewesen, er habe sie nach Lust und Neigung gewechselt, nicht nach repräsentativen Erfordernissen. Aber wenn dieser König mit Bürgern Umgang gehabt habe, dann nicht mit den geringsten, sein Jagdaufwand sei enorm, sein gelegentliches königliches Auftreten bekannt gewesen – er ließ sich mit majesté anreden. Ludwig habe Pracht vermieden, aber um den deren Einsatz wohl gewußt. Als Pilger und Jäger habe er sakral und geographisch Besitz vom Raum ergriffen. Paravicini stellte fest, daß ausgeprägte Repräsentationsbedürfnisse mit einem starken Willen zur Regelung (Hofordnungen) gerade bei schwächeren Mächten festzustellen seien: noch am Vortag hatte Mötsch in seinem Vortrag gezeigt, daß es bei den Grafen von Henneberg die im Zuge ihrer Fürstung entstandenen Repräsentationsausgaben gewesen wären, die schließlich auch zum Ruin des Hauses geführt hätten. Aber es habe offensichtlich keinen universellen Zwang zu Pracht und Herrlichkeit gegeben. So ist Ludwig XI. von Paravicini als intelligente, fleißige und gedächtnisstarke Persönlichkeit charakterisiert geworden, die die absichtliche Mißachtung des Systems von Repräsentation und Zeremoniell erfolgreich zum Zeremoniell erhoben habe, wohl wissend um die Existenz dieses Systems, dem der König sich nur habe entziehen können, weil es ihm im Gegensatz zu den Herzögen von Burgund nicht an Legitimation fehlte.

Reinhard Stauber (Rom) beschäftigte sich in seinem Vortrag anschließend mit Herrschaftsrepräsentation und dynastischer Propaganda der Wittelsbacher (bes. am Beispiel der Linien Bayern-Landshut und Heidelberg) und der Habsburger zwischen 1450 und 1520. Dabei gelangte er zu der Schlußfolgerung, daß der frühneuzeitliche Verstaatlichungsprozeß von 1450 bis 1520 mit dem Ergebnis einer Erbfolgeregelung nach dem Primogeniturrecht nur um den Preis innerdynastischer Konflikte zu erreichen gewesen sei, allerdings auch nicht zwangsläufig das Ende der Entwicklung zur Territorialherrschaft dargestellt habe. Von besonderer Bedeutung aber für das Funktionieren von Herrschaftsrepräsentation und dynastischer Propaganda sei hinsichtlich der konfliktreichen Verbindung von Territorium/Land und Dynastie der Hausbegriff im politischen Sprachgebrauch der Wittelsbacher gewesen. Der Begriff des Hauses, zunächst synonym für die dynastische Familie, habe zuerst in Urkunden Erwähnung gefunden, sei 1450 in die Chronistik eingegangen, aber schon 1490 hätten Haus und fürstliche Herrschaft nebeneinander gestanden, bis schließlich in der Historiographie mit diesem Begriff eine Verbindung des Landes und der Untergebenen mit der herrschenden Dynastie auch in der Zeit hergestellt worden sei und letztlich das "Haus Bayern" – nicht das "Haus Wittelsbach"! – als ein Netzwerk anderen Netzwerken (Haus Österreich) gegenüber gestanden habe. Daneben habe sich eine neue historiographische Tradition entwickelt, die nun das chronologische Gerüst der Kaiser- und Papstfolgen durch wittelsbachische Herrscherreihen ersetzte (Arnpeck, Wildenburg, Fuetrer), mit Karl dem Großen als Spitzenahn und Ludwig dem Bayern als Helden. In der Folge wurde weitere repräsentative Elemente wie Gemäldezyklen und Wandmalereien, genealogische Tafeln und Wappenrollen oder die Memoria den Erfordernissen der neuen politischen und verfassungsrechtlichen Situation angepaßt.

Nach dem Blick auf die auf Außenwirkung bedachte Ausgestaltung reichsfürstlich-dynastischer Repräsentationsbedürfnisse, auf die Barbara Welzel (Marburg) in ihrem Abendvortrag wieder zurückkommen sollte, nun die Sicht auf die Binnenstrukturen. Es ging um die Spannung zwischen politisch-gesellschaftlichen Notwendigkeiten und persönlichen Bedürfnissen und Bedingungen, die ihren Ausdruck in der schriftlichen Reflexion der Betroffenen fanden (J. Rogge). Reichsfürstliche Familienverhältnisse standen auf der Grundlage einer spezifischen Überlieferung im Mittelpunkt der Vorträge von Jürgen Herold (Greifswald), Gerhard Fouquet (Kiel) und Cordula Nolte (Greifswald). Herold stellte diese Überlieferung selbst – spätmittelalterliche Fürstenbriefe – in das Zentrum seiner Ausführungen: "Eine quellenkundliche Untersuchung am Beispiel des transalpinen Korrespondenzwesens der Markgrafen von Mantua im 15. Jahrhundert". Er präsentierte in seinem Vortrag verschiedene Brieftypen von der Antike bis zum späten Mittelalter, erläuterte am gegebenen Beispiel Korrespondenzbedingungen und -charakteristika, die Arten der Beförderung von Briefen, diskutierte deren Entstehungsbedingungen und ihre Authentizität und analysierte die Inhalte hinsichtlich ihrer Aufschlußfähigkeit u.a. für die Verhältnisse der Schreibenden zueinander. Ein Sohn aus der Familie der Markgrafen von Mantua hatte einige Jahre im Reich bei den fränkischen Brandenburgern in Ansbach verbracht. Herold konnte zeigen, wie dieser sich in der Korrespondenz niederschlagende Aufenthalt der Festigung und Intensivierung bestehender dynastischer Verbindungen diente, aber auch mit Blick auf den Plassenburger Humanistenzirkel den Kulturtransfer förderte.

G. Fouquet und C. Nolte beschlossen den ersten Tag der Tagung mit Vorträgen, die den "Fürsten unter sich" gewidmet waren: Fouquet beschäftigte sich mit "Privatheit und Öffentlichkeit, Emotionalität und Zeremoniell im Medium des Briefes", Nolte betrachtete "Die markgräfliche Familie von Brandenburg-Ansbach in ihrem höfischen Umfeld".

Fouquet definierte das hinsichtlich ihrer Inhalte, wie er meinte, nicht in öffentliche und private Bereiche zu scheidende Korrespondenzwesen als wesentlichen Teil adeliger Lebensform. Briefe seien Schlüsselquellen für soziale Strukturen und Lebensverhältnisse, denn hier könnten die Briefpartner in bestimmten Situationen "belauscht" werden, was Fouquet an mehreren spezifisch kontextualisierten Beispielen eindringlich vorführte. Diese Beispiele – so habe sich der unmündige Heinrich von Mecklenburg bittend, aber formlos an seinen Vater Magnus gewandt, der ihm umgehend und nichts verweigernd geantwortet habe – seien unmittelbares Zeugnis Kohärenz stiftender Kommunikation der Fürsten untereinander und würden eine Beobachtung reichsfürstlichen Verhaltens in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld erlauben, aufschlußreich auch gerade deshalb, weil politische und soziale Ebenen ineinandergreifen. Nolte unterstrich mit ihrem Beitrag die von Fouquet hervorgehobene Bedeutung der brieflichen Kommunikation für sozialgeschichtliche Fragestellungen. Die in einem Briefwechsel zwischen Berlin und Ansbach, zwischen Albrecht Achilles und seinem Sohn Johann Cicero zur Sprache kommenden Fragen von Versorgung und Verpflegung erlaubten der Referentin sogar allgemeinere Schlußfolgerungen wie diejenige, daß wohl zunächst stets die Versorgung der nächsten Verwandten Vorrang habe, bevor die weitere Verwandtschaft in den Genuß vorgeblich altruistischen Verhaltens kam, gestatteten ihr aber auch konkrete Vergleiche zwischen dem Ansbacher und dem Berliner Hof und den Lebensbedingungen an diesen Höfen. Der vom Ansbacher Hof abhängige Berliner Hof habe mit 200 Personen 100 Personen weniger umfaßt als der Ansbacher Hof und sei spartanisch ausgestattet gewesen, auch wenn die Mitglieder der markgräflichen Familie ihre eigenen Wohnbereiche gehabt hätten, von Nolte allerdings mit der plakativen Wendung "Zwei Zimmer – Altbau – Außenklo" illustriert. Albrecht Achilles, der den Berliner Hof finanzierte, habe dort alles toleriert, solange er nicht zur Kasse gebeten wurde. Seine Räume in Ansbach hingegen haben vielfache kontrollierende Ausblicke ermöglicht und das Leben am Ansbacher Hof sei vergleichsweise angenehm und kurzweilig gewesen. Ein Aufenthalt Johanns in Ansbach wiederum sei äußerst sparsam gestaltet worden. Nolte konnte im lohnenden Vergleich zweier Höfe einer Dynastie zeigen, wie briefliche Quellen individuelle Sichtweisen offenbaren und eine differenzierte Betrachtung von Individuen in Gruppen ermöglichen.

Sichtbarer Herrschaft und den Paradigmen fürstlicher Kunst galt der schon erwähnte Abendvortrag. Die Referentin konzentrierte sich in vier Abschnitten auf die fürstliche Herrschaft sichtbar machende kostbare und künstlerisch wertvolle Materialität der höfischen Welt und die darin zum Ausdruck kommende Markierung dynastischer Ansprüche (J. Rogge). Daß derartige fürstliche Magnifizenz nicht grundsätzlich und zwangsläufig Voraussetzung für politischen Erfolg war, politischer Erfolg sich wiederum nicht notwendigerweise in materialisierter Pracht ausdrücken mußte, war ein Ergebnis des Eröffnungsvortrags von W. Paravicini. Hatte dieser aber eine einzigartiges Fallbeispiel im Blick, so visualisierte jene die "Normalität" fürstlichen Gepränges. In Welzels Vortrag zeigte die höfische Prachtentfaltung die ihr eigenen Formen, die nur ignorieren konnte, der sie kannte und von entsprechendem Stande war, an denen aber auch der zugrunde gehen konnte, der zu seiner eigenen Legitimitierung und zur Behauptung seines Platzes auf dem Feld der konkurrierenden Dynastien auf repräsentative Prachtentfaltung angewiesen war, wie das Haus Henneberg. Fürstliche- und dynastische Markierung sowie die Spiegelung höfischer Präsenz waren weitere Abschnitte ihres reich bebilderten Vortrags, der die ganze Pracht höfischen Lebens am Ausgang des Mittelalters vor Augen führte.

"Reichsfürsten am Königshof" war das in zwölf Thesen vorgetragene Thema von Peter Moraw zu Beginn des zweiten Tagungstages. Moraw zeichnete ein vielschichtiges Bild "des" Reichsfürstenstandes und gab damit der Tagung ein auch theoretisch tragfähiges Fundament. Fürstliche Ungleichheit, abhängig von Verfassungsrang, politischen und militärischen Erfolgen und Mißerfolgen, Heiratsverbindungen, Herrscherpersönlichkeiten und der allgemeinen Akzeptanz der jeweiligen Dynastie, dann die Existenz mehrerer fürstlicher Dynastien, derer es etwa zwanzig gab im Reich, darunter die königsfähigen, verbunden durch das Konnubium, zum Dritten der Regionalismus des Reiches und der fürstliche Hegemonialismus, alsdann die besondere Bedeutung der Kurfürsten und schließlich die Tatsache, daß der König immer auch Fürst war: allesamt waren dies Bedingungen für die hierarchische Gliederung des Reiches, aber auch für das Aufeinanderangewiesensein sowohl der Fürsten als auch von König und Fürsten, für das Bestehen von Konkurrenzsituationen, aber auch für die besondere Bedeutung reichsfürstlicher Kommunikationsstrukturen. Damit waren dies auch Voraussetzungen für den Kontakt der Dynastien und der Fürsten, für den Besuch bei Hof, für den fürstlichen Hofzug, wobei selten alle Fürsten am Königshof erschienen, insbesondere nicht jene "mittlerer Qualität", nicht die Häupter der jeweils gegnerischen Großdynastien, nicht die königsfernen und nicht die hegemonialisierten Fürsten, jedoch galt allen der königliche Hof als Maß, an welchem sich zu orientieren war. Daß hier auch die Wurzel der noch heute vorhandenen kulturellen Vielfalt und ebensolchen Reichtums im Lande liegt, scheint aber inzwischen in Anbetracht aktueller kulturpolitischer Zentralisierungsbemühungen keine Binsenweisheit mehr zu sein.

Während Thomas Zotz (Freiburg i. Br.) am Beispiel der Habsburger in den vorderen Landen im Spätmittelalter "Fürstliche Präsenz und fürstliche memoria an der Peripherie der Herrschaft" untersuchte, hatte Klaus Graf (Freiburg i. Br.) die fürstliche Erinnerungskultur als Ganzes im Blick. Zotz zeigte am Beispiel der Grablege Königsfelden, dem "Magnet" habsburgischer Stiftungspraxis, wie sich dieser Ort der memoria zum Ort der Politik gewandelt habe. Erst Albrecht III. habe nach krisenhaften Erscheinungen den Schwerpunkt habsburgischer Politik in den Osten, nach Wien, verlegt und sich damit vor allem nach Sempach von den Vorderen Landen abgewendet, denn die Bedingung auch der habsburgischen Form der Raumbesetzung war die Anwesenheit (J. Rogge). Ausgehend von den Inhalten des heutigen Denkmalbegriffs – einerseits Gedächtnismal, andererseits Kulturdenkmal – demonstrierte Graf anschließend am Beispiel der Quellentermini "gedechtnus" und "monimentum", daß in Spätmittelalter und früher Neuzeit noch ein enger inhaltlicher Bezug der danach auseinandergetretenen Bedeutungsgehalte vorhanden gewesen sei. Retrospektive und prospektive Erinnerung ließen sich allerdings unterscheiden, und im Mittelpunkt seines Referats standen das Verhältnis und die Verschränkung dieser beiden Erinnerungsdimensionen. Unter Ausklammerung von Historiographie und fiktionaler Literatur, religiöser Stiftungen und den Zeugnissen liturgischer Memoria beschränkte Graf sich bei seinen Ausführungen auf die nicht-schriftlichen Medien der Erinnerung und konzentrierte sich vor allem auf solche Ausdrucksformen, die sich im 15. Jahrhundert und zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Innovationen erwiesen haben. Dies seien zunächst Münzsammlungen gewesen. Das Aufkommen von Porträtmedaillen, verschenkt als Erinnerungsstücke, interpretierte Graf als prospektive Antwort auf das retrospektiv-antiquarische Sammeln antiker Münzen. Ein weiteres Beispiel für das Ineinandergreifen retrospektiver Traditionspflege und prospektiver Verewigung seien schließlich Ahnengalerien gewesen. Auch habe man sich "in einer Art frühen Denkmalpflege" um die Grablegen fürstlicher Ahnen gekümmert und begonnen, "Erbkleinodien" zu sammeln. Graf wollte anhand dieser Beispiel zeigen, daß sich am Ausgang des Mittelalters ein neues Modell des Gedenkens etabliert habe. Charakteristisch erschienen ihm das Aufkommen neuer Erinnerungsmedien und die enge Verbindung prospektiver und retrospektiver Elemente. Im Mittelpunkt der fürstlichen Erinnerungskultur haben der Nachruhm und das ewige Gedächtnis des Fürsten gestanden, wobei der fürstlichen Erinnerungskultur aber nur auf bestimmten Feldern wie bei den Porträtmedaillen eine innovative Führungsrolle zugekommen sei. Als Funktion der fürstlichen Erinnerungskultur sah Graf die enge Verknüpfung mit Formen der Legitimation und Repräsentation von Herrschaft, mit politischer Propaganda, und der Stärkung dynastischen Selbstverständnisses.

Den letzten Nachmittag der Tagung bestritten Paul-Joachim Heinig (Mainz) und Matthias Müller (Greifswald).

Heinig behandelte "Das fürstliche Konkubinat im 15./16. Jahrhundert" und stellte einleitend fest, daß das Konkubinat ursprünglich toleriert worden sei (Augustinus). Moralischer Rigorismus u.a. in Folge eines veränderten Sittenempfindens, aber auch im Zuge praktischer Erwägungen wie derjenigen, daß das Konkubinat ausübende Priester möglicherweise keine Sakramentsfähigkeit mehr besitze, sei erst recht spät und dann verstärkt seit der Frühen Neuzeit festzustellen. Tatsächlich seien aber auch adeliger Habitus, zölibatäre Überlegungen und die Ehelehre kollidierende Normensysteme gewesen. Heinig fragte konkret nach Beschaffenheit und Dauer von konkubinären Beziehungen, nach sozialer Herkunft, Position und Versorgung der Frauen und nach den Reaktionen der Umwelt. In einem Konkubinat zu leben, war nach Heinig für Fürsten nichts Ungewöhnliches; er schätzte den Anteil konkubinärer Beziehungen auf 25 bis 40%. Zu unterscheiden sei zwischen dem Konkubinat weltlicher und geistlicher Reichsfürsten. Habe diese Form der eheähnlichen Beziehung für weltliche Fürsten eher der kurzfrstigen Erfüllung sexueller Vergnügungen neben der Ehe gedient, so seien die gleichwohl dissimulierten Konkubinate geistlicher Fürsten eher auf Dauer gestellt gewesen und ehelichen Verbindungen gleichgekommen. Erst mit dem Auseinandertreten von Staat und Gesellschaft seien konkubinäre Lebensformen auf den fürstlichen Stand beschränkt worden.

Der Kunsthistoriker Müller betrachtete abschließend das spätmittelalterliche Fürstentum im Spiegel der Architektur: "Überlegungen zu den repräsentativen Aufgaben landesherrlicher Schloßbauten um 1500 im Alten Reich". Bislang unbeachtet geblieben sei nach Müller, daß das "wehrhafte Schloß" als Trutz- und Tugendburg ein "steinerner Fürstenspiegel" gewesen sei. Tore, Mauern, Gräben, Fallbrücken und Türme haben vielfache symbolische Funktionen gehabt. Das Tor habe für Ordnung und Schutz gestanden, war die Schwelle zwischen Hof und Territorium. Der Turm habe zeichenhaft adelige Herrlichkeit, Herrschaft und Gerichtsbarkeit sowie als Wappenturm dynastische Altehrwürdigkeit demonstriert. Müller hob das Güstrower Schloß hervor, das europaweit vorbildhaft Sitz der neuen Linie Mecklenburg-Güstrow gewesen sei und in Form einer architektonischen Meisterleistung eine neue Verbindung von Tradition und Modernität geschaffen habe.

Nach der Tagungszusammenfassung von Jörg Rogge machte die sich anschließende Diskussion auf zahlreiche kleinere und größere Desiderata der Hofforschung aufmerksam. So fragte Zotz nach den Sanktionen bei Verstößen gegen die Hofzucht, Spieß betonte die Notwendigkeit einer vergleichenden europäischen Perspektive, Gert Melville (Dresden) gab zu bedenken, daß ein Hof ohne Professionelle, ohne die Diener, nicht denkbar sei, Harald Wolter-von dem Knesebeck (Kassel) trat für die Rezeption musikwissenschaftlicher Erkenntnisse ein und wies auf die auch akustische fürstliche Präsenz hin, Volker Honemann (Münster) vermißte den Einbezug germanistischer Forschungen und Graf erhoffte weiteren Aufschluß durch die Nutzung fürstlicher Testamente und plädierte für die Digitalisierung der Quellenerschließung. Fouquet schließlich betonte, daß die Materialisation des Geldes von großer Bedeutung gewesen sei und er trat für eine stärkere Erforschung der fürstlichen Finanzen ein: "Adel und Zahl" müsse zusammengeführt werden. Spieß meinte, daß die jeweils spezifische finanzielle Situation sicher ein limitierender Faktor für die Entfaltung von Macht und Pracht gewesen sei, fragte aber, ob höfischer, fürstlicher Aufwand tatsächlich die wirtschaftliche Potenz des einzelnen Fürsten spiegele oder nicht doch vielmehr Ausdruck seines fürstlichen Ranges sei. Paravicini gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, daß die Höfe sicher ökonomische Umschlagplätze gewesen seien, aber die fürstliche Existenz nicht nur ökonomisch faßbar sei. Sicher gehe es nicht darum, den ökonomischen Bereich zu vernachlässigen, aber der Blick müsse von der Einnahmenseite auf die Ausgabementalität gelenkt werden.

Zum Abschluß unternahm Peter Moraw eine Standortbestimmung. Habe es zunächst nur die hinlänglich bekannten Forschungen wie diejenigen Julius Fickers gegeben, so seien die sechziger Jahre durch eine "sozialgeschichtliche Etappe" gekennzeichnet gewesen. Nun würde Kulturgeschichte betrieben, doch die stehe erst am Anfang. In einem nächsten Schritt sei eine Orientierung in Raum und Zeit zur Besinnung auf vorhandene Tatbestände notwendig, die erst dann das Erkennen und Schließen von Lücken möglich mache. Am Ende ließen sich dann vielleicht Antworten finden auf Fragen wie danach, was ein verantwortlicher Adeliger eigentlich tatsächlich getan oder gelassen habe. Ziel sollte eine "Anthropologie des geschichtsmächtigen Adels" sein. Diesem Ziel näher gekommen zu sein, ist das Verdienst der Greifswalder Tagung, deren Akten in der Reihe Residenzenforschung publiziert werden.

Daß die Tagungsteilnehmer nach Abschluß der umsichtig organisierten und von der Fritz Thyssen Stiftung großzügig unterstützten Tagung auf einer Exkursion nach Ludwigsburg, Wolgast, Pudagla und Stolpe unter der kenntnisreichen Leitung von Ralf-Gunnar Werlich den (wenigen verbliebenen) Spuren der Herzöge von Pommern folgen konnten, soll am Ende dieses Berichtes nicht unerwähnt bleiben.

Jan Hirschbiegel / Jörg Wettlaufer

"Erziehung und Bildung bei Hofe"
7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Celle und dem Deutschen Historischen Institut Paris
Celle, 23.-26. September 2000

 

Mittelalterliche Könige, Fürsten und Herren sollten sorgfältig auf ihre standesgemäßen Aufgaben vorbereitet sein und mußten deshalb entsprechend ausgebildet werden. Das Hineinwachsen in die adlige Gesellschaft, die Sozialisation der jungen Adligen erfolgte am Hof. Der Hof war die adlige Erziehungsinstitution schlechthin, wobei ihm darüber hinaus noch eine eminente Bedeutung für die Sicherung der Herrschaft bis weit in die frühe Neuzeit zukam (Werner Paravicini); nebenbei bemerkt ist diesem Aspekt der höfischen Kultur bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden, selbst im jüngst erschienen Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte wird hierum ein Bogen geschlagen. Der Fragenkreis, wie und wodurch dieses Ziel erreicht wurde und ob dies stets gelang, war Gegenstand des 7. Symposiums der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, das vom 23. bis 26. September in Celle in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut Paris und dem Celler Stadtarchiv stattfand. 90 Historikerinnen und Historiker aus den Bereichen Geschichte, Kunst und Literatur aus dem In- und Ausland diskutierten im Celler Schloß, einer ehemals welfischen Residenz, über ein Thema, das zur Zeit auch andernorts im Gespräch ist.

Leitfragen der Tagung waren die Antonyme "Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion", "Konkurrenz oder Symbiose des geistlichen und weltlichen Wissens" sowie "Tradition oder Innovation" bei Hofe. Mit Blick auf diese drei Begriffspaare stellten dreizehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Frankreich, Deutschland, Tschechien und Österreich ihre Forschungsergebnisse zu Erziehung, Bildung und Wissen bei Hofe vor. Das Spektrum der Themen war beträchtlich, denn die Referate erfaßten die Zeitspanne vom 12. bis zum beginnenden 18. Jahrhundert und behandelten die Höfe von Spanien bis Böhmen und blickten von der Marienburg des Deutschen Ordens bis in das Sizilien Friedrichs II.

Vor den eigentlichen Arbeitssitzungen am 25. und 26. September begann die Tagung am Samstag, dem 23. September, mit einer festlichen Eröffnung im Rittersaal des Celler Schlosses, während der die Celler Stadtarchivarin Brigitte Streich nicht nur die Teilnehmer der Tagung, sondern auch zahlreiche Celler Bürgerinnen und Bürger zur Eröffnung der Ausstellung "Stadt – Land – Schloß. Celle als Residenz" begrüßen konnte. Ausstellungs- und Tagungseröffnung fielen nicht zufällig zusammen, sondern es sollte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung die Möglichkeit gegeben werden, ein Bild von der Stadt Celle als Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg zu gewinnen. Weiter ausgeführt und vertieft wurde die Celler Residenzgeschichte in dem öffentlichen Festvortrag Uwe Albrechts (Kiel) über das "Celler Schloß als norddeutscher Fürstensitz zwischen Spätgotik und Frührenaissance". Grußworte sprachen Otto Stumpf, der Erste Bürgermeister der Stadt Celle, Ministerialdirigent Klaus Palandt, der Vertreter des niedersächsischen Kultusministeriums, und S.K.H. Prinz Heinrich von Hannover aus dem Welfenhaus.

Auf einer Exkursion am Sonntag erkundeten die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer die nähere und weitere Umgebung Celles. Es wurden Wolfenbüttel, Königslutter, Gifhorn und das Kloster Wienhausen besucht.

Am Montag eröffnete Werner Paravicini (Paris) als Vorsitzender der Residenzen-Kommission die Arbeitsgespräche, indem er einleitend die Leitfragen in Erinnerung rief und die vielfältigen Formen, Funktionen und Inhalte von Erziehung und Wissen bei Hofe im Spätmittelalter als Forschungsfeld skizzierte. Die erste Sektion, unter der Leitung von Andreas Sohn (Münster), war dem Thema "sozialer Wandel und soziale Reproduktion" gewidmet. Als erstes sprach Bernhart Jähnig (Berlin) über "Junge Edelleute am Hof des Hochmeisters zu Marienburg um 1500". Anhand einiger ausgewählter Familien beleuchtete er auf der vergleichsweisen dichten Grundlage von Amtsbüchern, Briefen und dem Tresslerbuch vor allem Herkunft und Ausbildung der Diener des Hochmeisters. Es handelte sich bei ihnen um junge Adelige, die keine Ordensleute werden sollten. Mehrheitlich stammten sie aus Preußen. Aber auch einige Söhne von Rittergeschlechtern aus dem Reich (Wanneburg, Westerstede, Werdenau) und aus Westeuropa fanden sich in dieser Personengruppe, so daß die preußischen Stände 1438 forderten, der Deutsche Orden möge nicht so viele "Ausländer" aufnehmen, ein bemerkenswert weites Ausschreiten der auch anderwärts begegnenden landständischen Indigenatsforderungen, die sich ja meistens auf die Räte bezogen.

Der Vortrag von Frédérique Lachaud (Paris) über "Formation et éducation de la noblesse à la cour d’Angleterre aux XIIe et XIIIe siècles" lenkte den Blick auf den Englischen Hof, der auch von dem nachfolgenden Redner, Arnd Reitemeier (Kiel), behandelt wurde. Mit hauptsächlichem Bezug auf den "Urbanus Magnus" genannten Traktat, der Daniel of Beccles zugeschrieben wird, stellte Lachaud die vier Teile dieses Werkes vor, wobei sie vor allem die im letzten Teil behandelten Tischsitten in den Vordergrund hob. Dort ist von Sitzordnungen die Rede, aber auch und gerade von Affektkontrolle, die im England des 12. Jahrhunderts so sicher nicht vermutet worden wäre, und doch ein bezeichnendes Bild auf das soziale Miteinander des Adels in dieser Zeit wirft. So wird beispielsweise den jungen Adeligen verboten, im Saal bei oder nach dem Essen an die Wand zu urinieren – dergleichen wird nur dem Herrn selbst gestattet. Das soziale grooming nach dem Essen, das Absuchen nach Flöhen und anderem Ungeziefer, verstößt nach Beccles ebenfalls gegen die guten Sitten und hat zu unterbleiben. Ebenso ist das Bartscheren bei Tisch verboten und es wird allgemein zur Sauberkeit beim Essen angehalten. Neben diesen illustren Beispielen hochmittelalterlicher Tischsitten gibt das Werk aber auch moralische Ratschläge und versucht auf diese Weise auch die soziale Verantwortung der jungen Adeligen für andere Stände zu vermitteln.

Reitemeier wandte sich der "Adelserziehung am englischen Hof im 14. und 15. Jahrhundert" zu. Er beschrieb die zunehmende Institutionalisierung der Erziehung englischer Adelskinder und besonders des Thronfolgers. Hatte es sich beim Hof des Deutschen Ordens um einen Hof ohne Frauen gehandelt, so zeigte Reitemeier am Beispiel des englischen Königshofes auch die Bedeutung der Frauen hinsichtlich der Rhythmen höfischer Ausbildung, der Installation von Kinderhöfen als eigenen Erziehungsinstitutionen und ihrer erzieherischen Funktion bis zum achten Lebensjahr, wenn Erziehungspersonal an die Stelle der Frauen trat. Für den Prince of Wales wurde gleich nach seiner Geburt ein eigener Hof geschaffen, der in seiner Struktur dem väterlichen Hof nachgebildet war. Nacheinander wurden dem Prinzen vom König Ammen (rocker = Wiegenschauklerin/nurse), eine Erzieherin (mistress) und ein Lehrer (tutor) zur Seite gestellt, deren Auswahl mehr vom Vertrauen, das der Herrscher ihnen entgegengebrachten, als von ihren pädagogischen Fähigkeiten abhing. Sie hatten die Aufgabe, den Prinzen durch die Vermittlung von sozialer Kompetenz sowie einer adäquaten Bildung und durch die Schulung im Umgang mit Waffen auf sein späteres Herrscherdasein vorzubereiten. Mit den Erziehern suchte der König diejenigen Adelskinder aus, die zusammen mit seinem Sohn am Prinzenhof aufwachsen sollten. Auf diese Weise wurden nicht nur Beziehungen zu bestimmten Adelsfamilien gefestigt, sondern auch der Grundstock für die spätere Beraterschar des Prinzen gelegt. Daneben gab es am englischen Hof zahlreiche adelige Kinder, die aufgrund des königlichen Vormundschaftsrechtes in der eigenen Institution des "Royal Ward" erzogen wurden. Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Vermittlung administrativer und juristischer Kenntnisse gegenüber militärischen Fähigkeiten immer mehr zu, die Erziehung wurde durch die Schaffung von Ämtern (ab 1449 grammar master, ab 1464 master of henchmen und master of song) weiter institutionalisiert.

Von England aus unternahm Monique Sommé (Arras) anschließend den Sprung auf das Festland, zum nahegelegenen Burgund und seinem splendiden Hof zur Zeit Philipps des Guten. "Les jeunes nobles à la cour de Bourgogne sous Philippe le Bon" war der Titel ihres Vortrags, der einen Einblick in das Pageninstitut am burgundischen Hof bot. Ausgehend von den erzählenden Quellen und der umfangreichen Rechnungsüberlieferung, insbesondere von den Gagenrollen, konnte sie in ihrem Beitrag eindrucksvoll Zahl und Herkunft der Pagen am Hof rekonstruieren. Diese kamen aus dem eigentlichen Herzogtum Burgund, dann aber auch aus Nordfrankreich (Pikardie und Artois) und dem Reich, weniger aus den anderen niederländischen Fürstentümer. Insonderheit waren es die Kinder der hochadligen Räte und Kammerherrn sowie der Ritter des Ordens vom Goldenen Vließ. Auch Bastarde fanden sich in ihren Reihen. So war der Hof hier auch ein Ort zur Ausbildung sozialer Kompetenz. Norm und Realität konnten aber sogar beim vorbildlichen burgundischen Hofzeremoniell auseinanderfallen, wenn zwar nur zwölf Pagen in den Hofordnungen vorgesehen, aber mindestens sechzehn gleichzeitig tatsächlich Gagen für ihren Dienst bei Hofe erhielten.

Thematisch wie chronologisch machte der folgende Vortrag einen weiten Sprung. Susanne Claudine Pils (Wien) berichtete über "Identität und Kontinuität. Die Erziehung zum Höfling am Beispiel der Harrach im 17. Jahrhundert", einer der führenden Familien am Hofe Kaiser Leopolds II. Ausgehend vom Raumbegriff bzw. der Bewegung von Personen im Raum im Zeitalter des Barock stellte sie die "Tagzettel" vor, Aufzeichnungen der Johanna Theresia Harrach, tägliche Mitteilungen über die Familie, die sie ihrem Mann nach Spanien schickte, wo er als kaiserlicher Gesandter weilte. Für den Zeitraum Juli bis Dezember 1665 und November 1676 bis Dezember 1677 sind sie überliefert. In ihnen äußert sich die Mutter ausführlich über die Erziehung der Kinder. Diese außerordentlich dichte Überlieferung, wie sie sonst wohl nicht vorliegt, läßt sich die Sorge der Mutter um die richtige und vor allem anspruchsvolle Erziehung ihrer Kinder ablesen, die auf den Erwerb von Sprachkenntnissen und auch gesellschaftlichen Fähigkeiten (Tanz, gemessene Haltung) abzielten, die am barocken Hof mit seiner Vorliebe für die zeremonielle Ordnung des Raumes von besonderer Bedeutung waren. Bemerkenswerterweise hatte die Gräfin Harrach das ausschließliche Erziehungsrecht und hatte dieses, zumindest während der Abwesenheiten des Mannes, auch aktiv ausgeübt.

Chronologisch an diesen Vortrag anschließend führte Antje Stannek (Braunschweig) am Beispiel von Christian und Karl von Mecklenburg-Schwerin und deren Vorbereitung auf die standesgemäße Bildungsreise der Zeit, dem "Grand Tour", dem Abschluß und Höhepunkt der höfischen Erziehung, "Exempla & Imitatio. Medien und Methoden höfischer Standeserziehung, 17.-18. Jahrhundert" vor. Wiederum läßt sich die Sorgfalt der Mutter bei der Auswahl der Instruktoren, vor allem auch in Fragen der Religionserziehung, feststellen. Aber auch Kenntnisse des Lateinischen, des Französischen und des Spanischen waren für die standesgemäße Erziehung zum Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Bedeutung und erhielten entsprechenden Raum im Stundenplan der jungen Fürsten, gleich ob es Erstgeborene oder Nachgeborene als "dynastische Reserven" waren. Es mußte offen bleiben, ob es eine Bildungsoffensive der Zeit als Kompensation einer Krise des Adels gab. Sowohl Stannek als auch Pils vermittelten aber die Erkenntnis, wie ein erzieherisches Programm über das Individuum hinaus auf die Gruppe verwies, der es angehörte (so Gerhard Fouquet in der Tagungszusammenfassung).

Im Anschluß an die erste Sektion der Tagung fand eine Werkstattsitzung zu dem von der Residenzen-Kommission betriebenen Handbuchprojekt "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich" statt, auf die im Rahmen dieses Tagungsberichts nicht eingegangen werden kann (siehe dagegen oben S. *). Die Homepage der Residenzen-Kommission bietet zudem unter der Adresse "http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de" weitere Informationen.

Die zweite Sektion der Tagung stand unter der Überschrift: "Konkurrenz oder Symbiose? Geistliches und weltliches Wissen bei Hofe". Unter dem Vorsitz von Ellen Widder (Tübingen) und Johannes Helmrath (Berlin) untersuchten vier Referenten die Anteile und Wechselwirkungen geistlichen und weltlichen Wissens bei Hofe und in der hofnahen Literatur.

Michael Rothmann (Frankfurt/Main) referierte über seine Beschäftigung mit den "Otia Imperialia" (entstanden zwischen 1180 uns 1210) des Wanderlehrers Gervasius von Tilbury und vertrat in seinem Beitrag unter dem Titel "Wissen bei Hofe zwischen Didaxe und Unterhaltung. Die höfische Enzyklopädie des Gervasius von Tilbury" die These, daß dieses Werk vor allem für das höfische Publikum geschrieben worden sei und der Wissensvermittlung insbesondere bei Hof gedient habe. Die Stoffe für seine Enzyklopädie habe Gervasius ebenfalls an den Höfen gefunden, an denjenigen Heinrichs II. und Heinrichs III. von England, Wilhelms von Sizilien und Wilhelms von Sens bzw. Reims sowie Kaiser Ottos IV. In der nachfolgenden Diskussion wurde das Werk des Gervasius als Steinbruch, aber auch als Denkmal höfischer Gesprächskultur bezeichnet (Peter Johanek) – eine Charakterisierung, die sich durchaus mit der Rezeptionsgeschichte des Werkes vor allem an der Oxforder Universität deckt.

Ivan Hlavácek (Prag) hielt ein Kurzreferat zum Thema "Geistlich und weltlich am Hofe der letzten Premysliden und Luxemburger" und bereicherte damit die Tagung um den Blick auf den Osten Europas. In der Diskussion wurde zu Recht die Frage nach geistlichen und weltlichen Anteilen an Organisation und Verwaltung der Höfe nicht nur in Böhmen gestellt (Peter Moraw), ohne daß hier ein abschließendes Urteil möglich war. Peter Johanek wies darauf hin, daß zu unterscheiden sei zwischen Geistlichen am Hof und den clercs, den klerikalen Kanzleikräften. Festgestellt werden konnte, daß der soziale Habitus, das soziale Verhalten eine umso stärkere geistlich-weltliche Kompatibilität und Kongruenz aufwies, je höher die hierarchische Stufe ist, die betrachtet wird.

Der folgende Beitrag von Jacques Verger (Paris) über "Culture universitaire, culture de cour à Paris au XIVe siècle" entfernte sich von dem genannten Gegensatzpaar wieder und nahm dafür ein anderes, ebenso bedeutendes in den Blick: Hof und Universität. So hatte die Pariser Universität seit ihrer Gründung große Unterstützung durch die französischen Könige erfahren. Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts öffnete sich der königliche Hof der Universität immer weiter. Verger stellte in seinem Vortrag zu Recht die Frage nach persönlicher und institutioneller Protektion. Einzelne, führende Gelehrte wie Nicolas Oresme gehörten beiden Sphären an, die Förderung am Hof war aber entscheidend für den Aufstieg an der Universität. In diesen Zusammenhang gehört auch die Einrichtung der königlichen Bibliothek unter Karl V. ("der Weise"), die sowohl für den Hof als auch für die Entwicklung der Universität von Bedeutung war, wobei die Universität zur Keimzelle des französischen Frühhumanismus wird. Beide Bereiche behalten aber ihre kulturelle Identität.

Unter dem dezidierten Aspekt der Konfessionalisierung erörterte Antonio Saez-Arance (Bielefeld) "Erziehung und Bildung in Zeiten der Konfessionalisierung am Hof Philipps II. von Spanien". In seinem breit angelegten Vortrag stellte er das politische und pädagogische Wirken von drei Gelehrten am spanischen Hof vor, die für die Zeit Philipps von ganz besonderer Bedeutung waren: Honorato Juan, Sebastiàn Fox Morcillo und Benito Arias Montano. Auf höchster Ebene wurde häufig durch sog. "Instructiones" (geheime Lehrschriften, die nur in der Familie weitergereicht wurden) von den Vätern Einfluß auf die Erziehung und das politische Handeln der Söhne genommen. Ebenso verdeutlichte Saez-Arance den Einfluß der Konfessionalisierung bei der Organisation und der Konzeption der königlichen Bibliothek (mit ca. 70.000 Bänden ["ein Bibliotaph", so der Referent] die größte Sammlung auch griechischer, hebräischer und anderer Schriften), die nach der Maxime "suchen, sammeln, tilgen" arbeitete: Die als unnütz erachteten Bücher wurden auf den Index gesetzt und waren nicht zugänglich. Das humanistische Bildungsprogramm hatte auch hier das ritterliche Erziehungsideal abgelöst. Schließlich gab der Referent den Blick frei auf die durch die Verschmelzung von weltlichen und geistlichen Elementen geprägte Baugeschichte des Escorial bei Madrid, der ein ganz besonderes Bildungsprogramm in seiner Architektur aufweist. Nebenbei wurde auch die Einführung des burgundischen Hofzeremoniells 1548 gestreift, was wochenlanges Üben erforderte.

Einen weiteren, eigenständigen Zugang zum Thema eröffnete die dritte Sektion der Tagung, die unter der Überschrift "Tradition oder Innovation? Der Hof als Ort des Alten und des Neuen" stand. Gundula Grebner (Frankfurt/Main) eröffnete diese Sektion mit einem Vortrag über die naturwissenschaftlichen Texte am Hof Friedrichs II. am Beispiel der berühmten Falknertraktate, besonders auch an dem Text des Moamin, einer Falkenmedizin nach arabischer Vorlage. Sie erläuterte diese verschiedenen Typen und fragte nach dem innovativen Potential des friderizianischen Hofes in diesen Wissensdomänen. Hintergrund ist die Aristoteles-Rezeption, bei der die Höfe eine weitaus größere Rolle spielten als die Universitäten. Etwas weniger deutlich ist dieser Vorrang bei der Rezeption des Römischen Rechts. Sie konnte jedoch festhalten, daß insbesondere der Hof Kaiser Friedrichs II. als gelehrtes Zentrum und als Vermittlungsinstanz eindeutig vor den Universitäten der Zeit rangierte. Universitäten vermittelten weniger umfassende Gelehrsamkeit als vielmehr bloßen, wenn auch wichtigen, Prüfungsstoff.

Zurück in das späte Mittelalter, an die Schwelle zur Neuzeit, führte der Beitrag von Lukas Burkart (Basel) über "Paradoxe Innovation. Soziale und politische Funktionen des Alten und des Neuen am Hof Kaiser Maximilians I." Mit Hilfe von Abbildungen versuchte er einen a priori konstruierten Widerspruch zwischen Maximilians Nostalgie für Rittertum und Turniere und seiner intensiven Beschäftigung und Förderung von wissenschaftlichen, künstlerischen und technologischen Innovationen an seinem Hof zu widerlegen. Dabei interpretierte er Maximilians Vorliebe für ritterlich-höfische Inszenierungen als berechnende Selbstdarstellung. Gerade auch vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit des neuen Mediums der Druckgraphik hatten die vermeintlichen Kaiservergnügungen repräsentative Funktion. In der anschließenden Diskussion wurde eingewendet, daß die Inszenierung Maximilians als "letzter Ritter" tatsächlich dem romantisch verklärten Geschichtsbild der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu verdanken, zudem positiv konnotiert sei, und der aufgezeigte Widerspruch zwischen Tradition und Modernität im Verhalten und Auftreten Maximilians nur ein vermeintlicher, jedenfalls in der Zeit selbst nicht als solcher empfunden worden sei (Thomas Zotz), Maximilians Selbstinszenierung geradezu mit ein Grund für sein Scheitern war (Ernst Schubert über Maximilian: "hochadeliger Schnösel").

Zum Abschluß demonstrierte Steffen Stuth (Magdeburg) an dem sehr konkreten Beispiel der Hofbibliothek Herzog Johann-Albrechts I. von Mecklenburg, die dieser in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zusammentrug, wie humanistische Bildung an den Höfen Europas Einzug hielt; Berater des Herzogs bei den Bucheinkäufen war kein Geringerer als Daniel Chytraeus, Prof. an der Rostocker Universität (vgl. Beitrag Verger). Die Hofbibliothek Albrechts war auch deshalb ein gut gewähltes Beispiel, weil diese nach Albrechts Tod über lange Zeit vergessen wurde und dadurch nicht nur Aufschluß gibt über die Einstellung seiner Nachfolger zur Bildung, sondern bis heute als geschlossenes Corpus einer humanistischen Fürstenbibliothek in der Rostocker Universitätsbibliothek mit dem originalen Katalog erhalten ist und entsprechende Forschung möglich macht. Diese Ausgangssituation bietet die idealen Voraussetzungen für die Auslotung des geistigen Lebens am Schweriner Hof in der zweiten Hälfte die 16. Jahrhunderts, die Stuth in seinem Vortrag unternahm, nicht ohne auch auf die Erziehung am Herzogshofe einzugehen. Stuth zeigte am Beispiel der "Schweriner Fürstenschule", daß höfisch-humanistische Erziehungsideale und -ziele nicht an den Toren des Hofes enden mußten: die "Schweriner Fürstenschule" diente auch der Ausbildung von einheimischen, teilweise mittellosen und entsprechend alimentierten Talenten, damit natürlich auch der Erhöhung des fürstlichen Ansehens. Es wurde zudem deutlich, wie sehr auch persönliche Ambitionen und Ansprüche Erziehung prägen konnten, bspw. durch die Auswahl von Lehrern, das Aufstellen von Stundenplänen, die Gewichtung und Auswahl der zu unterrichtenden Inhalte.

Gerhard Fouquet (Kiel) hatte das Schlußwort und erläuterte zunächst noch einmal das Hauptanliegen der Tagung. In einem zweiten Abschnitt sprach er die einzelnen Vorträge direkt an und bündelte dabei die Ergebnisse derart, daß nach allgemeinem Empfinden auf eine Schlußdiskussion verzichtet werden konnte. Nun, am Ende der Tagung, war es Fouquet gegeben, das "methodisch-thematische Kaleidoskop", das die Tagung bot, in einer rhetorisch und inhaltlich präzisen Darstellung zusammenzufassen. So seien Erziehung und Bildung erst in der Renaissance zu einem Paar geworden und erst der Humanismus habe mit seiner moralphilosophischen Orientierung (Aristoteles) zu einer auch innerweltlichen Bildung geführt. Nun habe die Rhetorik die Dialektik der Scholastik verdrängt und der Glaube an die Erziehbarkeit des Menschen habe begonnen, Platz zu greifen. Dabei habe die Entwicklung zur Bildung als Prinzip auch eine neue Form der sozialen Auslese (Gebildeter versus Ungebildeter) zur Folge gehabt. Nun erst sei fehlende Bildung also auch vom Adel als Manko empfunden worden, denn es sei die Bildungsfeindlichkeit des Adels gewesen, die dazu geführt habe, daß der gebildete Nichtadel drohte, den Adel auf diesem Gebiet mit all seinen Folgen zu überflügeln. Nun habe der Adel studiert und sei gereist, um für die Karriere an den Höfen vorbereitet zu sein. Es entstanden Bildungsliteratur und Curricula. Der Hof, der dritte Parameter der Tagung nach Erziehung und Bildung, sei der Ort gewesen, der die humanistischen Bildungsentwürfe eingefangen habe, und habe damit nicht nur adeliger Bildung zum Durchbruch verholfen, sondern auch die Figuren des Hofmannes, des Weltmannes, des gentleman entstehen lassen. Fouquet schloß mit dem eindringlichen Hinweis darauf, daß es stets die Menschen gewesen seien, die das jeweilige gesellschaftliche Leitbild verkörpert haben.

So weit die Vorträge des Symposiums thematisch und chronologisch auch auseinander liegen mochten, so war doch immer das Bemühen um ein tieferes Verständnis von Organisation und Funktion von Erziehung und Bildung an europäischen Höfen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit verbindendes Element. Ein grundsätzliches Problem der Tagung blieb freilich trotz der erklärenden Schlußbemerkungen Fouquets die Terminologie: Erziehung, Ausbildung oder Bildung? In den Diskussion nach den Vorträgen wurde vielfach auch nach den Netzwerken gefragt, die aus den persönlichen Beziehungen der Prinzen in ihrer Jugend zu anderen Adeligen entstanden sein mochten und die in der späteren Regierung von entscheidender Bedeutung sein konnten. Der Einfluß der Erziehung und der frühen Sozialisation auf das spätere Handeln eines Fürsten erscheinen vor dem Hintergrund der Celler Tagung als notwendiger Teil jedes historischen Erklärungsversuchs. Auch die Frage nach der Erziehung der Erzieher wurde in diesem Zusammenhang gestellt und diskutiert.

Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion? Höfische Erziehung hatte immer die soziale Reproduktion zum Ziel und die höfische Gesellschaft konnte auch gar nicht anders, wenn sie ihre Position an der Spitze der Machtpyramide nicht verlieren wollte. Der höfischen Erziehung fehlte es nicht an der Fähigkeit zum Wandel, indem sie Impulse des Humanismus aufnahm und sich auch mit religiösen Gegenpositionen zumindest vertraut machte, damit der Fürst sich auch in diesen Fragen gegenüber seinen Räten durchsetzen konnte.

Konkurrenz oder Symbiose des geistlichen und weltlichen Wissens? Auf dem "Stundenplan" der jungen Adeligen standen immer beide Wissensbereiche – welchem sie sich später eher zuneigten, war sicher auch eine Frage individueller Dispositionen, ganz abgesehen von der Überlegung eines Herrschers, welche Lebenswege er für seine Söhne vorgesehen hat. Daß aber gerade in der Zeit der Reformation und der Religionskriege auf die religiöse Erziehung viel Wert gelegt wurde, überrascht nicht. Schließlich war die Frage nach der "richtigen" Konfession in dieser Zeit eine der entscheidenden überhaupt. Dem Gesamteindruck der Vorträge folgend wird man also eher von einer Symbiose von geistlicher und weltlicher Bildung bei Hofe ausgehen wollen.

Tradition und Innovation bei Hof? Dieser Frage widmete sich am deutlichsten der Beitrag von Burkart. Gerade im Humanismus verbanden sich allerorten, so auch das Ergebnis des Vortrags von Stuth, Tradition und Innovation zu einem ganz eigenen erzieherischen, eben humanistischen, Konzept. Antikenverehrung und Ritternostalgie waren integrale Bestandteile der entstehenden Moderne, die nicht zuletzt auch aufgrund von geographischen und anderen Entdeckungen sowie religiösen Neuerungen in der Wissensperzeption wie -vermittlung einen Umbruch bedeutete.

Es ist geplant, die Vorträge, vermehrt um einige Beiträge, die aus Zeitgründen nicht vorgetragen werden konnten, in einem Band der Reihe "Residenzenforschung" des Thorbecke Verlags bis zum nächsten Symposium der Residenzen-Kommission in Neuburg an der Donau im Jahre 2002 zu veröffentlichen. Dann wird der "Fall des Günstlings" zu behandeln sein – ein weiteres Thema aus dem Bereich der Hofforschung, die durch die Göttinger Kommission und ihre Tagungen zur Zeit zahlreiche neue Impulse erhält.

Harm von Seggern*

Liste der Teilnehmer:

Albrecht, Uwe, Kiel

Amann, Konrad, Mainz

Aßmann, Ingo, Hamburg

Baletka, Tomás, Nový Jicín

Baudisch, Susanne, Dresden

Bauer, Andreas, Osnabrück

Bernhardt, Marcus, Jülich

Bihrer, Andreas, Freiburg i.Br.

Böcker, Heidelore, Berlin

Burkart, Lucas, Basel

Butz, Reinhardt, Dresden

Châtelet-Lange, Liliane, Mundolsheim

Châtelet-Lange, Albert, Mundolsheim

De Jonge, Krista, Leuven

Droste, Heiko, Hamburg

Dülberg, Angelika, Dresden

Eggert, Wolfgang, Berlin

Ehlers, Caspar, Göttingen

Fouquet, Gerhard, Kiel

Frauenknecht, Erwin, Tübingen

Göing, Anja-Silvia, Hamburg

Graf zu Dohna, Lothar, Rheden

Gräfin zu Dohna, Armgard, Rheden

Grebner, Gundula, Frankfurt am Main

Greve, Anke, Paris

Hannover, S.K.H. Heinrich, Prinz von,

Göttingen

Helmrath, Johannes, Berlin

Hemfort, Elisabeth, Düsseldorf

Heuvel, Christine van den, Hannover

Hirschbiegel, Jan, Kiel

Hlavácek, Ivan, Prag

Hoffmann, Manfred, Göttingen

Horowski, Leonhard, Berlin

Hucker, Bernd Ulrich, Vechta

Huesmann, Jutta Maria, Oxford

Jähnig, Bernhart, Berlin

Janssen, Wilhelm, Düsseldorf

Johanek, Peter, Münster

Karau, Björn Kristian, Kiel

Kasten, Bernd, Schwerin

Kircher-Kannemann, Anja, Duisburg

Kollbach, Claudia, Bonn

Komander, Gerhild H. M., Berlin

Korsch, Evelyn, Bonn

Kraack, Detlev, Berlin

Krieg, Heinz, Freiburg i. Br.

Kruse, Holger, Kiel

Lachaud, Frédérique, Paris

Maehnert, Sabine, Celle

Matthies, Jörg, Kiel

Meinhardt, Matthias, Halle

Moraw, Peter, Gießen

Mötsch, Johannes, Meiningen

Müller, Margit, Magdeburg

Paravicini, Werner, Paris

Pils, Susanne Claudine, Wien

Prochno, Renate, München

Ranft, Andreas, Halle

Reinle, Christine, Mannheim

Reitemeier, Arnd, Kiel

Rothmann, Michael, Frankfurt am Main

Saager, Rita, Celle

Saez-Arance, Antonio, Bielefeld

Schirrmeister, Albert, Bielefeld

Schmidt-Salzen, Wolf-Nikolaus,

Göttingen

Schneider, Joachim, Würzburg

Scholz, Michael, Potsdam

Schröder, Sybille, Berlin

Schubert, Ernst, Göttingen

Schwarz, Ulrich, Wolfenbüttel

Seggern, Harm von, Kiel

Sohn, Andreas, Münster

Sommé, Monique, Arras

Spieß, Karl-Heinz, Greifswald

Stannek, Antje, Braunschweig

Steinbrink, Matthias, Kiel

Streich, Brigitte, Celle

Stuth, Steffen, Magdeburg

Sühnel, Michael, Jena

Verger, Jacques, Villetaneuse

Waha, Gernot, Freiburg

Werlich, Ralf-Gunnar, Greifswald

Wettlaufer, Jörg, Kiel

Widder, Ellen, Tübingen

Wilke, Jürgen, Göttingen

Wulf, Brigitte, Burgdorf

Wüst, Wolfgang, Erlangen

Zeilinger, Gabriel, Kiel

Zotz, Thomas, Freiburg i. Br.

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

 

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Kolloquium

Freundschaft und Liebe, Verwandtschaft und Ehe

Konstruktion und Repräsentation personaler Beziehungen im Mittelalter

Bamberg, 19. bis 20. Februar 2000

Kontaktadresse: Dr. Klaus van Eickels

Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

D-96045 Bamberg

Tel. [D] 09 51 - 8 63-23 03 – Fax [D] 09 51 - 8 63-23 06

Email: klaus.van-eickels@ggeo.uni-bamberg.de

Aus dem Programm:

Sieber, A. (Berlin), Konkurrenzmuster personaler Bindungen im späthöfischen Roman.

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Ausstellung

Barocke Schätze der schwedischen Oper

Drottningsholm, Theatermuseum, Herzog-Karls-Pavillon, jährlich Mai bis September

Kontaktadresse: Drottningholm Slottsteater

Box 27 050

S-102 51 Stockholm

Tel. [S] 08 - 6 65-14 00 – Fax [S] 08 - 6 65-14 73

Internet: http://www.drottningholmsteatern.dtm.se

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Internationales Kolloquium

Alt-Andalus und Europa zwische Orient und Okzident

Bonn, 3. bis 7. Mai 2000

Kontaktadresse: Dr. Martina Müller-Wiener

Seminar für Orientalische Kunstgeschichte der Universität Bonn

Regina-Pacis-Weg 1

D-53113 Bonn

Tel. [D] 02 28 - 73 93 10 – Fax [D] 02 28 - 73 55 79

Llamadas en Español/Communication en Français: [D] 02 21 - 6 80 12 46

Email: info.sok@uni-bonn.de

Internet: http://www.uni-bonn.de/al-andalus/Information.html

Aus dem Programm:

Donnerstag, 4. Mai

Sack, D., Überlegungen zu den kalifalen Residenzen der Umaiyaden- und frühen Abbasidenzeit.

Sonntag, 7. Mai

Kerscher, G., Methodische Probleme der eurozentristischen Sicht auf die spätmittelalterliche Palastbaukunst.

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Internationale Tagung

Die europäische Monarchie

Struktur, Funktionen und Symbole eines Herrschaftssystems

Berlin und Potsdam, 20. bis 23. September 2000

Kontaktadresse: Forschungsinstitut für die Geschichte Preußens e.V.

Hausvogteiplatz 5-7

D-10117 Berlin

Tel. [D] 0 30 - 2 02 46-6 65 – Fax [D] 0 30 - 2 02 46-6 66

Email: norbert.winnige@rz.hu-berlin.de

Internet: http://www2.hu-berlin.de/fgp/monarch.htm

Aus dem Programm:

Mittwoch, 20. September

ERÖFFNUNG

Hinrichs, E. (Oldenburg/Berlin), Begrüßung; Stölzl, C. (Berlin), Grußwort; Duchhardt, H. (Mainz), Der 18. Januar 1701 und die europäische Monarchie.

Donnerstag, 21. September

Sektion I: LEBENSZYKLUS

Ehlers, J. (Berlin), Grundlagen der europäischen Monarchie in Spätantike und Mittelalter; Bély, L. (Paris), La royauté française au XVIIe siècle; Röhl, J. C. G. (Sussex), Monarchistische Kritik am Kaisertum Wilhelms II., 1888-1918.

Sektion II: FAMILIEN UND DYNASTIEN

Moraw, P. (Gießen), Kontinuität und Krise; Straub, E. (Essen), Monarquía austriaca. Die Idee von Einheit und Interessengemeinschaft der casa de Austria und ihre Auswirkungen auf Europa; Williams, R. (Nottingham), The British Monarchy in the 19th Century.

Freitag, 22. September

Sektion III: KONZEPTE UND THEORIEN

Schneidmüller, B. (Bamberg), Zwischen Gott und den Getreuen. Die Etablierung der christlichen Konsensmonarchie im abendländischen Mittelalter (8.-13. Jh.); Friedeburg, R. von (St. Andrews/Bielefeld), Die Monarchie im Spiegel des Tyrannenbegriffs in der Frühen Neuzeit; Vogel, J. (Berlin), Christliche Herrscher in einer säkularen Gesellschaft? Monarchie, Religion und Konfession am Ende des 19. Jahrhundert.

Sektion IV: DER ANLASS

Hahn, P. M. (Potsdam), Traditionsstiftung als Mittel dynastischer Geltung im Vorfeld der preußischen Königskrönung; Matsche, F. (Bamberg), Die Krönungsfeierlichkeiten aus der Sicht der Kunstgeschichte.

Abendvortrag: Staszewski, J. (Thorn), Polen und Brandenburg an der Wende ihrer Geschichte (1696-1702).

Samstag, 23. September

Sektion V: ZEREMONIEN UND RITUALE

Buc, P. (Stanford), Rituals of Monarchy in the Middle Ages; Stollberg-Rilinger, B. (Münster), Die Wissenschaft der feinen Unterschiede. Das Präzedenzrecht und die europäischen Monarchien im 17. und 18. Jahrhundert; Paulmann, J. (München), Europäische Monarchenbegegnungen im 19. Jahrhundert.

Sektion VI: VERGLEICHE UND PERSPEKTIVEN

Asch, R. G. (Osnabrück), Die frühneuzeitliche Monarchie in England und in Frankreich; Zernack, K. (Berlin), Schweden und Polen: Königtum und Republik; Lieven, D. (London), The Monarchy in Russia, Austria, Germany and Japan: A Comparison.

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Ausstellung

600 ans de relations entre Montbéliard et le Wurtemberg

Montbéliard, Musée Beurnier, bis 24. September 2000

Kontaktadresse: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 4

D-70173 Stuttgart

Tel. [D] 07 11 - 2 12-43 35 – Fax [D] 07 11 - 2 12-43 60

Email: Hauptstaatsarchiv@s.lad-bw.de

Internet: http://www.lad-bw.de

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Kolloquium

Jeux et divertissements au Moyen Age

Amiens, 24. bis 30. September 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Danielle Buschinger

93, Mail Albert 1er

F-80000 Amiens

Tel. [F] 03 - 22 92-24 95 – Fax [F] 03 - 22 92-97 60

Email: danielle.buschinger@ca.u-picardie.fr

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7. Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker

Residenzort – Hansestadt – Industriestandort

Oldenburg, 27. September bis 1. Oktober 2000

Kontaktadresse: Dr. Beate Störtkuhl

Bundesinstitut für ostdeutsche Kultur und Geschichte

Fachbereich Kunstgeschichte

Johann-Justus-Weg 147a

D-26127 Oldenburg

Tel. [D] 04 41 - 9 61-9 50 – Fax [D] 04 41 - 9 61-95 53

Email: stoertk@uni-oldenburg.de

idis@uni-oldenburg.de

Internet: http://www.uni-oldenburg.de/bokg

Aus dem Programm:

Sektion I: RESIDENZBILDUNG, LANDESAUSBAU UND KULTURTRANSFER

Gussone, N., Die herzogliche Residenzstadt Ratibor im 13. und 14. Jh.; Dziurla, H. (Breslau), Der ungewöhnliche historische Raum der Stadt Breslau; Langer, A. (Leipzig), Jagiellonische Prinzessinnen an den Fürstenhöfen des Römischen Reiches – Aspekte des Kulturtransfers; Torbus, T. (Leipzig), Das Wawelschloß in Krakau als Schlüsselbau für die Erforschung der Architektur der Frührenaissance in Ostmitteleuropa; Wrabec, J. (Breslau), Barocke Raumordnungen am Beispiel einiger Residenzstädte in der ehemaligen Grenzregion zwischen Schlesien und Polen; Gorzelik, J. (Kattowitz), Oberglogau – eine oberschlesische Residenzstadt im Zeitalter des Barock; Morsbach, C. (Wiesbaden, Oldenburg), Wolfgang Heimbach – oldenburgischer Hofmaler des Barock; Gässler, E. (Oldenburg), Die klassizistische Residenzstadt – Oldenburg nach 1800; Brendel, H. (Posen), Residenz und Repräsentation. Neue Aspekte des Schloßquartiers in Poznan.

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Internationaler Kongreß

Hofgesellschaft und Höflinge an europäischen Fürstenhöfen in der Frühen Neuzeit
(15.-18. Jh.)

Société de cour et courtisans dans l’Europe de l’époque moderne (XVe-XVIIIe siècle)

Marburg, 28. bis 30. September 2000

unter der Schirmherrschaft der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Ruth Wagner, und S. E. des Botschafters der Republik Frankreich, Herrn Claude Martin

veranstaltet von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Malettke (Philipps-Universität Marburg) und Univ.-Prof. Dr. Chantal Grell (Université Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines ESR 17-18)

Kontaktadresse: Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Malettke

Philipps-Universität Marburg

Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften

Fachgebiet Neuere Geschichte

Seminar für Neuere Geschichte

Wilhelm-Röpke-Str. 6 C VIII

D-35032 Marburg/Lahn

Tel. [D] 0 64 21 - 28-20 oder -2 46 04 – Fax [D] 0 64 21 - 28-2 37 73

Email: malettke@mailer.uni-marburg.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 28. September 2000

ZUR "ANATOMIE" DER HOFGESELLSCHAFT

1. STAND DER FORSCHUNG: VERSUCH EINER BILANZ

Meyer, J. (Paris), La noblesse de cour; Kurze, D. (Berlin), Zum ‚Hofklerus‘ um 1500; Müller, R. A. (Eichstätt), Hofmann versus Höfling – Kategorien des Hofpersonals in der Frühmoderne; Dubost, J.-F. (Caen), Les étrangers à la cour der France: de la polémique à l’évaluation numerique (XVIe-XVIIe siècle).

Freitag, 29. September 2000

ZUR "ANATOMIE" DER HOFGESELLSCHAFT

2. HOFSTAAT DES KÖNIGS; HOFSTAAT DER KÖNIGIN; HOFSTAAT DES THRONFOLGERS; HOFSTAAT DER MITGLIEDER DER REGIERENDEN DYNASTIE

Cruickshanks, E. (London), The Households of Charles II, Catherine of Braganza, James II, and Mary of Modena: organisation, religion and politics; Malettke, K. (Marburg), La ‚Maison du Roi‘ sous Louis XIV vue par Ézéchiel Spanheim; Sienell, S. (Wien), Die spanischen und österreichischen Habsburger; Neugebauer, W. (Berlin), Vom höfischen Absolutismus zum fallweisen Prunk. Kontinuitäten und Quantitäten in der Geschichte des preußischen Hofes im 18. Jahrhundert; Schmid, A. (München), Der Mundus Christiano Bavaro-Politicus. Zur Theorie des Hofes der Wittelsbacher im Zeitalter des Absolutismus; Nazarov, V., (Moskau), La structure de la cour et l’histoire de la noblesse en Russie (16e-17e siècle).

HOF UND MACHT: NETZWERKE UND KLIENTELSYSTEME

1. WEGE UND MITTEL DER POLITISCHEN ODER SONSTIGEN EINFLUSSNAHME

Hours, B. (Lyon), Le duc de la Vauguyon: carrière et ambition d’un courtisan "dévot" à la cour de Louis XV; Troubetzkoy, W. (Versailles), Les réseaux à la Cour des Romanov; Asch, R. G. (Osnabrück), Thomas Wentworth, Earl of Strafford. Frondeur oder Favorit? Eine Karriere zwischen Provinz und Hof; Howarth, D. (Edinburgh), Van Dyck and his courtiers.

DAS LEBEN AM HOF ALS SOZIALES MODELL

1. ZU PSYCHOLOGIE UND VERHALTENSWEISEN DES HÖFLINGS (SPRACHE; HÖFLICHKEITS-IDEALE USW.)

Sterchi, B. (Basel), Regel und Ausnahme in der burgundischen Hofetikette. Die honneurs de la cour von Éléonore de Poitiers (ca. 1444-1509); Wunder, H. (Kassel), Herrschaft und Geschlecht. Frauen an kleinen Höfen im Heiligen Römischen Reich; Bury, E. (Versailles), La rhétorique du courtisan: un art d’être soi sans blesser les autres.

DAS LEBEN AM HOF ALS SOZIALES MODELL

2. DAS LEBEN AM HOF: SCHWERPUNKT "HOFZEREMONIELL"

Hengerer, M. (Konstanz), Form und Funktionen des Zeremoniells am Beispiel des Wiener Hofes (17. Jh.); Duindam, J. (Utrecht), Ceremony and Verschriftlichung: a comparison of Vienna and Paris/Versailles.

DAS LEBEN AM HOF ALS SOZIALES MODELL

3. DER HOF ALS SOZIALES MODELL: SEINE EINFLÜSSE AUF DIE GESELLSCHAFT

Auer, L. (Wien), Einflußmöglichkeiten des Kaiserhofes der frühen Neuzeit auf die Gesellschaft; Lope, H.-J. (Marburg), Villa y Corte: Madrid als Hauptstadt und Residenz zur Regierungszeit Karls III. (1759-1788); Wolff, F. (Marburg), Der Sparsame und der Verschwender? Hof und Gesellschaft in Kassel unter den Landgrafen Friedrich II. und Wilhelm IX. (1760-1803); Winterhager, W. E. (Marburg), Der Hof als Leitmodell für die Gesellschaft: Schweden – ein Sonderfall?

Samstag, 30. September 2000

HOF UND MACHT: NETZWERKE UND KLIENTELSYSTEME

2. FAKTIONEN; RIVALITÄTEN; OPPOSITION AM HOF

Persson, F. (Lund), Am Hof des Königs von Schweden; Serwanski, M. (Posen), La rivalité des fractions à la cour de Pologne aux XVIe et XVIIe siècles; Externbrink, S. (Marburg), Der savoyische Hof zur Zeit der Regentschaft von Christine de France (1637-1663).

DAS LEBEN AM HOF ALS SOZIALES MODELL

4. DIE KRITIK AM HOF

Grell, C. (Versailles), La critique de la cour d’après les sources ecclésiastiques; Roberts, P. (Canterbury), Attacks on the Court and the Stage during the Personal Rule of Charles I; Luttenberger, A. P. (Regensburg), Zur frühneuzeitlichen Hofkritik in Deutschland.

HOF UND MACHT: NETZWERKE UND KLIENTELSYSTEME

3. VERSUCH EINE TYPOLOGIE DER NETZWERKE UND KLIENTELSYSTEME

Schindling, A. (Tübingen), Kurfürstenhöfe und Fürstenhöfe im Heiligen Römischen Reich; Bérenger, J. (Paris), La cour impériale de Léopold Ier: parti, clan et clientèle; Gräf, H. T. (Marburg), Das Personennetzwerk am Oranierhof in der Spannung zwischen europäischer Aristokratie und niederländischem Republikanismus; Emich, B. (Freiburg), Europäische Gemeinsamkeiten, römische Eigenheiten: Das Klientelsystem am Hof des Papstes.

DAS LEBEN AM HOF ALS SOZIALES MODELL

5. ZUR PSYCHOLOGIE DES HÖFLINGS: DEVOTION; RELIGIÖSE ASPEKTE

Schmidt, G. (Jena), Luthertum, "Aufklärung" und religiöse Gleichgültigkeit: Der Weimarer Hof am Ende des 18. Jahrhunderts; Le Roux, N. (Paris), Les courtisans et la religion.

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Kongreß

Le héros bourgignon: histoire et epopée

Glasgow, Edinburgh, 28. September bis 1. Oktober 2000

Kontaktadresse: Centre Européen d’Etudes bourgignonnes

Secrétariat général

Facultés Universitaires Saint-Louis

Faculté de Philosophie et des Lettres

Boulevard du Jardin Botanique, 43

B-1000 Brüssel

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Ausstellung

Giotto di Bondone

Florenz, bis 30. September 2000

Kontaktadresse: Galleria dell’Accademia

Via Ricasoli 58-60

I-50122 Florenz

Tel. [I] 0 55 - 23 88-6 12 – Fax [I] 0 55 - 23 88-6 09

Email: GalleriaAccademica@sbas.firenze.it

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Tagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte e.V.

Das Reich und Polen

Parallelen, Interaktionen und Formen der Akkulturation im hohen und späten Mittelalter

Insel Reichenau, 3. bis 6. Oktober 2000

Kontaktadresse: Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte e.V.

Benediktinerplatz 5

D-78467 Konstanz

Tel./Fax [D] 0 75 31 - 6 17 43

Aus dem Programm:

Dienstag, 3. Oktober

Labuda, A. (Berlin), Wechselbeziehungen zwischen dem Reich und Polen im späten Mittelalter aus kunsthistorischer Sicht.

Mittwoch, 4. Oktober

Lübke, C. (Greifswald), Hegemonialzonen im Osten des Reiches; Jurdek, T. (Posen), Die Migration deutscher Ritter nach Polen; Irgang, W. (Marburg), "Libertas ecclesiae" und landesherrliche Gewalt – Vergleich zwischen dem Reich und Polen; Kurtyka, J. (Krakau), Hofämter, Landesämter, Staatsämter und ihre Hierarchien in Polen im mitteleuropäischen Vergleich.

Donnerstag, 5. Oktober

Wünsch, T. (Konstanz), Gemeinsame Heilige – Typologie und Reichweite von Kultbeziehungen zwischen dem Reich und Polen im späten Mittelalter; Iwanczak, W. (Kielce/Warschau), Höfische Kultur und ritterliche Lebensformen in Polen vor dem Hintergrund der europäischen Entwicklung; Kras, P. (Lublin), Wissenstransfer und Gelehrtentausch zwischen dem Reich und Polen im 15. Jahrhundert; Górecki, P. (Riverside), Ethnische Gruppenbildung in Polen zwischen Assimilation und Abstoßung – ein gesamteuropäisches Paradigma?

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Internationales Kolloquium

Quasi Centrum Europae

Kunst und Kunsthandwerk aus Nürnberg für den europäischen Markt (1400-1800)

Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, 4. bis 6. Oktober 2000

Kontaktadresse: Dr. Hermann Maué, Dr. Thomas Eser, Sven Hauschke M.A.

Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. [D] 09 11 - 13 31-211, -174, -217 – Fax [D] 09 11 - 13 31-200

Email: CentrumEuropae@gnm.de

Internet: http://www.gnm.de

Gepriesen als quasi centrum europae war Nürnberg lange Zeit ein führender Herstellungsort europaweit geschätzter Waren. Zu seinem 150jährigen Gründungsjubiläum wird das Germanische Nationalmuseum im Jahr 2002 herausragende Zeugnisse Nürnberger Kunst in einer Ausstellung präsentieren. Im Rahmen dieses interdisziplinären Forschungsprojektes sollen die Phänomene des Nürnberger Exporterfolges diskutiert werden:

Aus dem Programm:

Mittwoch, 4. Oktober

EINFÜHRUNG

Grossmann, G. U. (Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums), Begrüßung.

Eser, T. (Nürnberg), "Quasi Centrum Europae".

Neuhaus, H. (Erlangen), Die Wertschätzung Nürnberger Produkte in Europa. Der Blick von außen auf die Reichsstadt.

I. ZENTRUMSBILDUNG UND ZENTRUMSSTRATEGIEN: "GUTES REGIMENT" UND "HEIMLICHE HAUPTSTADT DES REICHS"

Das "Lob der Stadt Nürnberg" ist von Stereotypen geprägt. Immer wieder genannt werden die geographische Lage, das hochentwickelte Nachrichtenwesen, die exzellenten Fernkontakte und der reichspolitische Einfluß. Es gilt, Ursache und Wirkung dieser Standortvorzüge zu benennen und Individual- und Gemeinschaftsinteressen ihrer Initiatoren zu untersuchen.

Heimann, H.-D. (Potsdam), Damit der Schornstein raucht ... Forstwirtschaft und Energieversorgung in Nürnberg im 15. und 16. Jahrhundert; Lindgren, U. (Bayreuth), Regiomontans Wohnsitz. Nürnberg als Zentrum angewandter, respektive praktischer Mathematik im 15. und 16. Jahrhundert; Jakob, R. (München), Zucker, Edelsteine und ein Rhinozeros. Nachrichten von der Iberischen Halbinsel im 16. Jahrhundert; Fouquet, G. (Kiel), Matthias Mülich – ein Nürnberger in Lübeck. Die Korrespondenz im Frühjahr 1523; Tacke, A. (Kassel), "Centrum Europae". Überlegungen zu kunsthistorischen Aspekten temporärer Zentrumsbildung in der frühen Neuzeit.

II. BESTANDSAUFNAHME: NÜRNBERGER KUNST UND NÜRNBERGER WAREN AUF DEM EURO-PÄISCHEN MARKT

In drei Sektionen werden Sach- und Schriftquellen befragt: Welche Wege nahmen Nürnberger Exportprodukte, auf welchen Kriterien basierte ihre Wertschätzung, welche Käuferschichten lassen sich fassen, welchen Ruf genossen die jeweiligen Warengruppen und gab es eine "Nürnberger Qualitätstypik"?

1. Verbreitungswege: Schriftquellen, Inventarverzeichnisse, Sammlungsbestände

Esch, A. (Rom), Nürnbergische und andere deutsche Waren in den römischen Zollregistern der Frührenaissance; Schmid, W. (Trier), Nürnberger Kunstpreise der Dürerzeit.

Donnerstag, 5. Oktober

Wozniak, M. (Thorn), Zur Nürnberger Silberschmiedekunst des 15. und 16. Jahrhunderts in Mitteleuropa; Markova, G. (Moskau), Nürnberger Goldschmiedewerke in der Schatzkammer der Moskauer Zaren; Bencard, M. (Nykøbing), Nürnberg Art and Artists in Denmark.

2. Einzelwerk und Spezialistentum: Kaufmotivation und Kundenbindung

Beaufort-Spontin, C./Pfaffenbichler, M. (Wien), Nürnberger Plattnerkunst; Hauschke, S. (Nürnberg), Ein Paragone um Grabdenkmäler der Vischer-Werkstatt: Kardinal Albrecht von Brandenburg und Friedrich der Weise von Sachsen; Paas, J. R. (Northfield, Minnesota), Nuremberg engraves for Sweden: Jacob von Sandrart’s equestrian portraits of Charles X and Charles XI of Sweden.

3. Massenware Metall: Bearbeitungsspezifik und Identifizierungsfragen

Seggern, H. von (Kiel), Der Export Nürnberger Metallwaren in den Ostseeraum; Baumgärtel, O. A. (München), Wie erkennt man Nürnberger Messinggerät? Kriterien anhand von Quellen und belegten Beispielen; Riederer, J. (Berlin), Nürnberger Skulpturen und Geräte aus Kupferlegierungen. Methoden und Ergebnisse der Materialanalysen; Hachenberg, K. (Wissen), Nürnberger Musikinstrumente. Chancen und Grenzen der Herkunftsbestimmung durch Materialanalyse.

Freitag, 6. 10.

III. WECHSELWIRKUNGEN: REZEPTION UND MIGRATION

Künstler und Kunsthandwerker in ganz Europa rezipierten graphische Vorlagen aus Nürnberg. Welche Bedeutung für den Rezipienten hatte die Herkunft solcher Nürnberger Vorbilder? Eine stete Zuwanderung auswärtiger Künstler, Handwerker und Erfinder führte zu Innovationsschüben. Gleichzeitig fanden Abwerbungsversuche konkurrierender Zentren statt.

Ortuño, M. (Nürnberg), Dürer in Spanien; Chino, E. (Padua), Johann Franz Neidinger. A Medalist from Nuremberg in late 17 th century Venice; Gerstl, D. (Regensburg), Freie Reichsstadt versus königliche Residenz. Zur Vokation des Nürnberger Stechers Georg Christoph Eimmart (1638-1705) nach Stockholm; Schmidt, E. D. (Florenz), Nürnberger Kunst und Kunsthandwerk am Florentiner Hof.

IV. MÄRKTE UND KONKURRENZEN. AUFSTIEGSTHESEN UND NIEDERGANGSMYTHEN

Die Nürnberger Stadtgeschichtsschreibung dramatisiert Ansehensgewinn und Ansehensverlust der Reichsstadt und ihrer Exportprodukte. Nürnbergs Niedergang begann angeblich im 17. Jahrhundert und fand zum Ende der reichsstädtischen Zeit seinen Tiefpunkt. Zur Frage stehen die Plausibiliät dieses Modells und seine möglichen Ursachen.

Wüst, W. (Erlangen), Kommunikation, Kooperation und Konkurrenz. Interessenabgrenzung im (Kunst-) Markt zwischen Nürnberg und Augsburg; Shirley, P./Glanville, P. (Waddesdon Manor/London), The Nuremberg influence on English goldsmiths in 16 th and 17 th century (VT); Heitmann, B. (Hamburg), Hamburger und Nürnberger Goldschmiedekunst; Kubach-Reutter, U. (Nürnberg), Nürnbergs Umgang mit seiner reichsstädtischen Vergangenheit. Die Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg um 1800.

Maué, H. (Nürnberg), Fazit.

Die Beiträge werden im Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums des Jahres 2002 veröffentlicht [alle Angaben http://www.gnm.de].

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Colloque international

Le Nôtre, un inconnu illustre

Versailles, 5., 6. Oktober, Chantilly, 7. Oktober 2000

Kontaktadresse: Section Française de l’ICOMOS

62, rue de St. Antoine

F-75186 Paris cedex 04

Tel: [F] 01 42 78 56 42 – Fax [F] 01 44 61 21 81

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Workshop

Ideology of Chivalry in Burgundian Culture: the Cult of the Golden Fleece

Groningen, 4. bis 7. Oktober 2000

Kontaktadresse: Dr. Jan Veenstra

RUG

Faculteit der Wijsbegeerte

A-weg 30

NL-9718 CW Groningen

Email: j.veenstra@philos.rug.nl

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Ausstellung

Spiegel der Seligkeit – Sakrale Kunst im Spätmittelalter

Sonderausstellung des Germanischen Nationalmuseums im Rahmen des Projektes "2000 Jahre Kunst und Kultur in Bayern" der Bayerischen Staatsregierung

Nürnberg, bis 8. Oktober 2000

Kontaktadresse: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. [D] 09 11 - 13 31-0 – Fax [D] 09 11 - 13 31-200

Email: info@gnm.de

Internet: http://www.gnm.de/Ausstellungen/Spiegel.htm

Die Epoche des Spätmittelalters zeichnet sich durch ein bis dahin unbekannte Präsenz von Bildern im alltäglichen Leben aus. In jenen Jahrhunderten geschaffene Skulpturen, Tafelgemälde und Pfeilerfiguren zur Ausstattung von Kirchen und Fassaden führten dem Betrachter die christliche Heilsgeschichte in Kirchen- und Stadtraum in einem großen Bilderreichtum vor Augen. Daneben ist das späte Mittelalter auch durch eine Privatisierung des Bildes und der Frömmigkeit gekennzeichnet. Die in den Klöstern des 14. Jahrhunderts ausgeprägte Mystik stellte die Grundlage für eine Entwicklung zur privaten Nutzung religiöser Bilder dar. Mit kostbaren Haus- und Reisealtären, farbenprächtigen Gemälden und höfischen Preziosen, seltenen Drucken und glanzvollen Handschriften werden diese Facetten spätmittelalterlicher Kultur in der Ausstellung veranschaulicht. Sie spiegeln die Vielfalt der Funktionen, die religiöse Bilder im Privatleben des Menschen einnahmen. Ausgehend vom Andachtsbild eroberten geistliche Motive auch die Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, wurden zu Schmuckstücken und zu Sammelobjekten humanistisch gebildeter Auftraggeber. Mit der Eröffnung werden sich der kleine Kreuzgang und der Raum bis zum Treppenhaus des Südbaus nicht nur umfassend saniert, sondern auch als Sonderausstellungsflächen präsentieren, bevor sie im Herbst wieder als Teile der ständigen Schausammlung eingerichtet werden [Text: http://www.gnm.de/Ausstellungen/Spiegel.htm].

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Vortragsreihe

Medien der Kommunikation im Mittelalter

Universität Greifswald, Historisches Institut, WS 2000/01, jeweils Montag 19:00 Uhr

Kontaktadresse: Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß

Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften

Domstraße 9 a

D-17487 Greifswald

Tel. [D] 0 38 34 - 8 63-3 02 – Fax [D] 0 38 34 - 8 63-3 05

Email: spiess@mail.uni-greifswald.de

Aus dem Programm:

Montag, 23. Oktober 2000

Gansel, C. (Greifswald), Macht und Ohnmacht der Medien. Zu Entwicklung und Leistung der Medien aus kommunikationstheoretischer Sicht.

Montag, 30. Oktober 2000

Müller, U. (Greifswald), Die Sprache der Dinge: Medien der Kommunikation aus der Sicht der Mittelalterarchäologie.

Montag, 6. November 2000

Ruhe, D. (Greifswald), Ratgeber. Hierarchie und Strategien der Kommunikation.

Montag, 13. November 2000

Erfen, I. (Greifswald), Nonverbale Kommunikation, rituelles Schweigen und die Rituale des Schweigens.

Montag, 20. November 2000

Röckelein, H. (Göttingen), Nonverbale Kommunikation bei frühmittelalterlichen Reliquientranslationen.

Montag, 27. November 2000

Seggern, H. von (Kiel), Herrschaftsmedien und ihre Hierarchie im Spätmittelalter.

Montag, 4. Dezember 2000

Milde, W. (Wolfenbüttel), Theologisch-philosophische Vermittlung durch das Bild. Die letzte Miniatur in dem Heinrichsevangeliar.

Montag, 11. Dezember 2000

Henkel, N. (Hamburg), Mediale Wirkungsstrategien des mittelalterlichen "Dramas".

Montag, 18. Dezember 2000

Fajen, R. (Würzburg), Melancholische Projektionen. Medien der Kommunikation in der adligen Familie um 1400.

Montag, 15. Januar 2001

Althoff, G. (Münster), Inszenierung verpflichtet. Zum Verständnis politischer Rituale im Mittelalter.

Montag, 22. Januar 2001

Biewer, L. (Bonn), Wappen als Zeichen mittelalterlicher Kommunikation.

Montag, 29. Januar 2001

Krüger, K. (Greifswald), Bilder als Medien der Kommunikation. Zum Verhältnis von Sprache, Text und Visualität.

Montag, 5. Februar 2001

Eisermann, F. (Groningen), Als die Blätter fliegen lernten. Politische Kommunikation im Spiegel der Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts.

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Internationale Fachkonferenz

Preußen, Deutschland und Europa 1701 bis 2001

Potsdam, 26. und 27. Oktober 2000

Kontaktadresse: Universität Potsdam – Historisches Institut

Lehrstuhl Brandenburgische Landesgeschichte

Postfach 601553

D-14415 Potsdam

Tel. [D] 03 31 - 9 77-18 05 – Fax [D] 03 31 - 9 77-10 76

Email: zellner@rz.uni-potsdam.de

Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/aktuelles/htm

Aus dem Programm:

Freitag, 27. Oktober

Pecar, A. (Köln), Der neue Königshof in Berlin und der Kaiserhof in Wien. Ein Vergleich.

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Wissenschaftliche Konferenz

Der Soldatenkönig – Friedrich Wilhelm I. in seiner Zeit

Königs Wusterhausen, 26. bis 28. Oktober 2000

Kontaktadresse: Dr. Thomas Gerber

Gesellschaft für Geistesgeschichte

Universität Potsdam

Am Neuen Palais 10

Postfach 60 15 53

D-14415 Potsdam

Tel. [D] 03 31 - 9 77-17 39 oder -10 36 – Fax [D] 03 31 - 9 77-11 68

Email: tgerber@rz.uni-potsdam.de

Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/neuere2/ggg.htm

Aus dem Programm:

Samsatg, 28. Oktober

Hahn, P. M. (Potsdam), Hof und Repräsentation unter Friedrich Wilhelm I. Zwischen Kulturbruch und Kontinuität.

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Tirol, Südtirol, Trentino – Landesausstellung 2000

Leonhard und Paola. Ein ungleiches Paar

Lienz, Schloß Bruck

De ludo globi – vom Spiel der Welt

Brixen, Hofburg

An der Grenze des Reiches – Die Schlacht von Calliano

Trient, Castel Beseno

jeweils bis 31. Oktober 2000

3 Länder, 3 Orte, 1 Ausstellung. Vom 13. Mai bis 31. Oktober 2000 findet in Tirol, in Südtirol und im Trentino die erste gemeinsame Landesausstellung dieser Länder statt. Sie ist an drei Orten (auf Schloß Bruck in Lienz, in der Hofburg Brixen und auf Castel Beseno) zu sehen und beschäftigt sich mit der historischen Zeitenwende um 1500. Und sie hat einen gemeinsamen Kommunikationsort: das Internet. Hier finden Sie schon vor der Eröffnung der Ausstellung aktuelle und umfassende Infos zu den Ausstellungsorten und -inhalten:
http://www.1500circa.net/produktion_haupt2/auswahl/docs/index_auswahl.htm [Text: ebd.].

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Ausstellung

Madonna mit der Spindel

Arezzo, Palazzo Communale, bis Anfang November 2000

Kontaktadresse: Palazzo Communale

Piazza della Libertà 1

I-52100 Arezzo

Tel. [I] 05 75 - 37 76 71

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Vortrag

Auf den Spuren des Königs
Das Repertorium der deutschen Königspfalzen

WS-Programm des Historischen Clubs e.V.

Rheinische-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, Historisches Seminar, Konviktstrasse Raum III

2. November 2000, 20.00 Uhr

Kontaktadresse: Peter Kreuter, M.A

Vorsitzender des Historischen Clubs e.V.

Email: uzsr2v@uni-bonn.de

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Ausstellung

"... und ein Leib von Perl"

Die Sammlung der barocken Perlfiguren im Grünen Gewölbe

Dresden, Schloß, Georgenbau, bis 5. November 2000

Kontaktadresse: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Schloßplatz

D-01067 Dresden

Tel. [D] 03 51 - 4 91-46 22 – Fax [D] 03 51 - 4 91-46 16

Email: info@staatl-kunstsammlungen-dresden.de

Internet: http://www.staatl-kunstsammlungen-dresden.de/deutsch/1perl.htm

Die fantasievollen Gebilde, die von der buckligen Form verwachsener Perlen bestimmt sind, gehören zu den charakteristischen Pretiosen der Schatzkammer Augusts des Starken. Das skurrile Repertoire dieser überaus kostbaren miniaturhaften Figuren aus Gold, Email und Edelsteinen umfaßt groteske Zwerge und Harlekine, Tiere und Fabelwesen, Heilige, Soldaten und Bettler. Die Ausstellung, die auch auf Bezüge zu den grafischen Vorlagen, insbesondere im Werk Jacques Callots hinweist, stellt erstmals die einzigartige, weltweit größte Sammlung dieser Art in ihrer Gesamtheit vor [Text: http://www.staatl-kunstsammlungen-dresden.de/deutsch/1perl.htm].

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Ausstellung

Norenberc – Nürnberg 1050 bis 1806

Nürnberg, Staatsarchiv, bis 12. November 2000

Kontaktadresse: Staatsarchiv Nürnberg

Archivstr. 1

D-90408 Nürnberg

Tel. [D] 09 11 - 9 35-1 90 – Fax [D] 09 11 - 9 35-19 99

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7. Tagung des Arbeitskreises Frauen- und Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit

Körper – Schrift – Ressourcen

Stuttgart-Hohenheim, 16. bis 18. November 2000

Kontaktadresse: Dieter R. Bauer/Petra Braun

Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

– Referat Geschichte –

Im Schellenkönig 61

D-70184 Stuttgart

Tel. [D] 07 11 - 16 40-7 52 – Fax. [D] 07 11 - 16 40-7 77

Email: Braun@Akademie-RS.de

Aus dem Programm:

Freitag, 17. November

Heissler, S. (Mannheim), Gelehrsamkeit als Gegenentwurf? Erzherzogin Maria Elisabeth (1680 - 1741); Ruby, S. (Giessen), Die körperliche (Selbst)Darstellung der königlichen Mätresse im Frankreich des 16. Jahrhunderts (Diane de Poitiers und Gabrielle d'Estrées).

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39. Arbeitstagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung

Selbstzeugnisse frühneuzeitlicher Städterinnen

Heidelberg, 17. bis 19. November 2000

Kontaktadressen: Prof. Dr. Bernd Roeck

Historisches Seminar der Universität Zürich

Karl-Schmid-Str. 4

CH-8006 Zürich

Tel. [CH] - 1 - 6 34 38 60

Email: roeck@hist.unizh.ch

Dr. Hans-Peter Becht

Stadtarchiv Pforzheim

Kronprinzenstr. 28

D-75177 Pforzheim

Tel. [D] 0 72 31 - 39-28 99

Email: bechth@stadt-pforzheim.de

Dr. Helmut Richter

Stadtarchiv Fürth

Schlosshof 12

D-90768 Fürth

Tel. [D] 0 91 19 - 7 4 17 50

Email: stadtarchiv.fuerth@odn.de

Aus dem Programm:

Freitag, 17. November 2000

Roeck B. (Zürich), Eröffnung der Tagung.

Öffentlicher Abendvortrag

Roedel, V. (Karlsruhe), Sophie Gräfin von Löwenstein-Wertheim. Eine deutsche Hochadlige am Versailler Hof zwischen Selbstbehauptung und Anpassung.

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Colloque international

Textes et archéologie monumentale

Possibilités et limites d’une approche conjointe

Avignon, 30. November bis 2. Dezember 2000

Kontaktadresse: Anne-Marie Bernard

BP 149

F-84008 Avignon cedex 1

Tel. [F] 04 - 90 27 50 71 – Fax [F] 04 - 90 27 50 78

Email: am.bernard@palais-des-papes.com

Aus dem Programm:

Donnerstag, 30. November

FINALITÈ DES SOURCES ET FINALITÈ DE LA RECHERCHE

Domenge i Mesquida, J. (Barcelona), Le portail du Mirador de la cathédrale de Majorque: du document au monument; Araguas, P. (Bordeaux), La cathédrale de Saragosse, aspects comtables des relations entre architecture et décor; Girard, A. (Gard), Regards croisés sur la Maison des Chevaliers de Pont-Saint-Esprits; Poisson, J.-M. (Lyon), Le palais comtal d’Albon (XIIe-XVe siècle): données textuelles et archéologique; Cartron, I. (Bordeaux), Le monastère de La Sauve Majeure: sources hagioraphiques et cartulaires au service de l’étude du bâti (VIe-XIIIe siècle).

Freitag, 1. Dezember

POUR UNE AUTRE LECTURE DU TEXTE ET DU MONUMENT

Guerreau, A. (Paris), Saint-Denis carolingien, plan et texte; Speer, A. (Köln), Suger et le chantier de Saint-Denis: pour une nouvelle lecture de ses écrits sur l’abbaye; Schuller, M. (Löln), Schriftliche Quelle verso Baubefund. Beispiele aus der Praxis der Bauforschung; Baud, A. (Lyon), Cluny, la Chapelle de l’Abbé entre fouilles et sources modernes.

DOCUMENTS SANS MONUMENTS ET MONUMENTS SANS DOCUMENTS

Chapelots, O. (Paris), Rieth, B. (Paris), Un manoir disparu: Conflant et le trésor des chartes d’Artois; réflexions méthodologiques; Mannoni, T. (Genua), In quanti modi esiste un rapporto tra il monumento e le fonti scritte; Riccetti, L. (Orvieto), Il palazzi papali di Orvieto: monumenti senza documenti? Payet, X. (Marseille), L’image du lieu de culte dans les libri carolini.

Samstag, 2. Dezember

ENQUÊTES SÈRIELLES

Beck, P. (Paris), Laborier, E. (Paris), Maerten, M. (Paris), Chenove, Germolles, Montbard et les autres ... approches scripturaires et archéologiques des établissements ducaux de Bourgogne; Bernardi, P. (Aix-en-Provence), Hartmann-Virnch, A. (Marseille), La pierre au Palais des Papes d’Avignon: le quotidien d’un chantier; Boato, A. (Genua), Oggetti e parole, due aspeti di una ricerca sul costruito storico genovese.

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Internationales Kolloquium
veranstaltet vom Deutschen Historischen Institut Paris in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Geschichte Mainz, dem Kunsthistorischen Institut Florenz, der Bibliotheca Hertziana Rom und den Deutschen Historischen Instituten in London, Rom und Warschau

Grand Tour II

Adliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert
Einheit und Vielfalt der abendländischen Adelskultur

Hôtel Duret de Chevry – Deutsches Historisches Institut Paris, 24. bis 25. November 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Rainer Babel

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. [F] 1 42 71 56 16 – Fax: [F] 1 42 71 56 43

Email: direktor@dhi-paris.fr

Aus dem Programm:

Freitag, 24. November

Paravicini, W. (Paris), Begrüßung und Einleitung.

HERKUNFTSLÄNDER UND ZIELLÄNDER: CHRONOLOGIE UND GEOGRAPHIE DER TEILNAHME

Péricard-Méa, D. (Paris), La noblesse en pèlerinage à Compostelle (XIVe-XVe siècles); Herbers, K. (Erlangen), Die "ganze" Hispania: Der Nürnberger Hieronymus Münzer unterwegs – seine Ziele und Wahrnehmung auf der Iberischen Halbinsel (1494/95); Bömelburg, H.-J. (Warschau), Adlige Mobilität und Grand Tour im polnischen und litauischen Adel (ca. 1400-1700); Bender, E. (Marburg), Die Bedeutung der Niederlande als Reiseziel der Landgrafen von Hessen (1500-1800); Faber, E. (Graz), Zinzendorf versus Riedesel: die "Entdeckung" Siziliens zwischen Kreuzfahrt, Grand Tour und Kommerzreise.

WIRKUNGE: EIN NETZ VON BEKANNTSCHAFTEN

Schwinges, R. (Bern), Die Universität als neuer sozialer Ort des Adels; Marx, B. (Dresden), Die Grand Tour des Florentiner Großprinzen Cosimo III. und sein Aufenthalt in Dresden (1668): Vor- und Nachgeschichte; Keller, K. (Leipzig), Von der Nützlichkeit des Reisens. Bemerkungen zu Erscheinungsbild und Konsequenzen der Grand Tour am Beispiel sächsisch-thüringischer Befunde; Weidner, M. (Münster), Vom ‚Landjunker‘ zum ‚Cavalier du monde‘: Standeserziehung, kultureller Wandel und Strukturen adligen Daseins im 17./18. Jh. beim stiftsfähigen Adel des Fürstbistums Münster; Leibetseder, M. (Paderborn), Kavalierstour, Pietismus und gesellschaftliches Fortkommen.

Samstag, 25. November

WIRKUNGEN: IMPORTE UND EXPORTE IN LEBENSFORM, KUNST UND WISSENSCHAFT

Tönnesmann, A. (Augsburg), Reisen und Bauen. Mobilität und kulturelle Aneignung in der Architektur der Renaissance; Rees, J. (Potsdam), Die enzyklopädischen Europareisen der politischen Funktionsträger des Alten Reichs: Praktizierter Kulturtransfer 1763-1798; Chaney, E. (Southampton), The evolution of the Grand Tour: the English in Italy, 16th -18th centuries; Blanning, T. (Cambridge), The Grand Tour and the reception of neo-classicism in England.

DIE GRENZEN DES MODELLS UND DAS ENDE DER EXKXLUSIVITÄT: KONFESSIONELLE, STAATLICHE,NATIONALE DIFFERENZEN UND DIE BÜRGERLICHE KONKURRENZ

Stannek, A. (Braunschweig), Konfessionalisierung des Giro d‘Italia? Protestanten im Italien des 17. Jahrhunderts; Fosi, I. (Cosenza), Konversionen protestantischer Rom-Reisender im 17. Jahrhundert; Nolde, D. (Hamburg), Blickwechsel – Reisende und ihre Gastgeber; Conrads, N. (Stuttgart), Das Incognito. Standesreisen ohne Konventionen; Frijhoff, W. (Rotterdam), Éducation, savoir, compétence: les transformations du Grand Tour dans les Provinces-Unies à l‘époque moderne; Grosser, T. (Mannheim), Bürgerliche Welt und Adelsreise: Nachahmung und Kritik.

Paravicini, W. (Paris), Zusammenfassung.

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Kolloquium der VW-Forschergruppe "Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum"

Die Ästhetik des Unsichtbaren

Zum Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit in Kunst und Bildtheorie des
Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 7.-10. Dezember 2000

Kontaktadresse: Dr. Thomas Lentes

VW-Nachwuchsgruppe "Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum"

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Hüfferstr. 27

D-48149 Münster

Tel. [D] 02 51 - 2 03 32 32

Email: kultbild@uni-muenster.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 7. Dezember

Lentes, T. (Münster), Vom Sehen des Unsichtbaren. Zur Geschichte eines Topos; Hoeps, R. (Münster), Das Licht der Kathedrale; Schulz, M. (Karlsruhe), Bildgebrauch und christliche Bildtheorie: Die Realpräsenz Mariens im Medium der Ikone am Beispiel der Nicopea in San Marco; Hamburger, J. (Harvard), Body vs. Book. The Trope of Visibility in Images of Christian-Jewish Polemic.

Freitag, 8. Dezember

SAKRAMENT UND SYMBOL: UNSICHTBARKEIT ALS AUSZEICHNUNG

Preimesberger, R. (Berlin), Tizians "Gloria" ("Anbetung der hl. Trinität"); McGinn, B. (Chicago), Trinity Higher than Any Being. Some Images of the Unknowable Trinity; Mariaux, P.-A. (Rom), Conficere Corpus Christi. Eucharistie et théorie de l’image, Xe-XIIe siècle; Gormans, A. (Münster), Develatio sanctissimi. Das eucharistische Stilleben des Jan Davids de Heem im Kunsthistorischen Museum Wien; Jussen, B. (Göttingen), videre – visus – visio. Zur Semantik des Sehens in der christlich-lateinischen Literatur des Mittelalters.

TOD, GEIST, EROS: UNSICHTBARKEIT ALS TABU

Kiening, C. (Greifswald/Zürich), Imagination und Repräsentation. Vom Denken des Todes bei Geiler von Kaysersberg; Mohnhaupt, B. (Bamberg), Visuelle Metaphern menschlicher und göttlicher Sexualität in der christlichen Kunst des Mittelalters; Koerner, H. (Düsseldorf), Spiritistische Kunst.

Samstag, 9. Dezember

VISION UND TRAUM

Largier, N. (Berkeley), Das theatralische Bild – Liturgie und Vision in der Beginenmystik; Meier-Staubach, C. (Münster), Per visibilia ad invisibilia? Mittelalterliche Visionsikonographie zwischen analoger und negativer Ästhetik; Bogen, S. (Konstanz), Die (Un)Sichtbarkeit des Gesetzes – Träumt Jesse?; Stoichita, V. (Fribourg), Der sehende Leib. Visionäre Erfahrung und Gebärdensprache in der italienischen und spanischen Malerei der Gegenreformation.

BILDER UND DIE SICHTBARMACHUNG VON VERBORGENEM

Blume, D. (Jena), Sichtbares Bild und unsichtbare Ordnung. Die Funktion mittelalterlicher Sternbilderdarstellungen; Burkart, L. (Basel), Der visualisierte Code. Sozialbeziehungen patrizischer Herrschaft und kollektive Bildstiftung im spätmittelalterlichen Verona; Lentes, T. (Münster), Ästhetik der Kommunikation mit dem Unsichtbaren. Zu den Fresken Fra Angelicos im Konvent von San Marco; Falkenburg, R. (Berkeley), The Soul as Viewer: Campin and Conformitas; Krueger, K. (Greifswald), Das Unschaubare als Geheimnis seiner Darstellung. Bild und Schleier in der frühen Neuzeit.

Sonntag, 10. Dezember

UNSICHTBARKEIT ALS ÄSTHETISCHES STRUKTURPRINZIP BILDLICHER DARSTELLUNG

Figge, V. (Hannover), Außen und innen. Verweisstrukturen bei spätmittelalterlichen Flügelaltären; Thürlemann, F. (Konstanz), Die Miniatur und ihr Jenseits. Zu den Formaterweiterungen in den Très Riches Heures des Herzogs von Berry; Ganz, D. (Münster), Bild und Buch als Pforten des Auges. Zur Metaphorik des Öffnens und Schließens in Filippino Lippis Cappella Carafa; Imorde, J. (Zürich), Nubis symbolum est arcanae divinitatis. Das Wolkige in der barocken Kunst.

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Wissenschaftliches Kolloquium

Hofkultur und aufklärerische Reformen

Jena, 8. und 9. Dezember 2000

Kontaktadressen: Prof. Dr. Georg Schmidt

Humboldtstr. 11

D-07743 Jena

Tel. [D] 0 36 41 - 9 44-4 30

Email: g5repl@nds.rz.uni-jena.de

Marcus Ventzke

Humboldtstr. 34

D-07743 Jena

Tel. [D] 0 36 41 - 9 44-4 30 oder [D] 03 51 - 8 48 53 55

Email: ventzke@aol.com

Tagungsbüro:

Elke Müller

SFB 482 Ereignis Weimar-Jean. Kultur um 1800

Humboldtstr. 34

D-07743 Jena

Tel. [D] 0 36 41 - 9 44-0 50

Email: elke.mueller@uni-jena.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 8. Dezember

1. KLEINSTAATLICHE HOFKULTUR: SINNSUCHE ZWISCHEN POLITIK UND KUNSTLIEBHABEREI

Heinz, A. (Jena), Das Weimarer Theater in der Erbprinzenzeit; Berger, J. (Jena), Höfische Musenpflege als weiblicher Rückzugsraum? Herzogin Anna Amalia von Weimar zwischen Regentinnenpflicht und musisch-mäzenatischen Ambitionen; Merkel, K. (Lentning), Fürstliche Dilettantinnen.

2. ADELIGES REISEVERHALTEN UND REFORMTRANSFER

Tilgner, H. (Potsdam), Adelsreise und Reform in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Pluralisierung – Informationstransfer – Vernetzung; Rees, J. (Potsdam), Vom "Landesherrn" zum "Bürgerfreund". Zum Funktionswandel der Prinzenreise in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein Generationenvergleich aus Schwarzburg-Rudolstadt; Stannek, A. (Christian Joseph Jagemanns Ehrenrettung Italiens; Daniel, U. (Braunschweig), Höfe und Aufklärung in Deutschland – eine Begegnung der dritten Art.

Freitag, 9. Dezember

3. DER ’AUFGEKLÄRTE HOF‛ AM ENDE DES 18. JAHRHUNDERTS. DENK- UND HANDLUNGS-RÄUME EINER SICH WANDELNDEN ELITÄREN GESELLSCHAFT

Biskup, T. (Cambridge), Aufgeklärter Herrschergestus, Reformpolitik, Hofkultur und außerhöfische Öffentlichkeit in Braunschweig; Schmidt, G. (Jena), Weimar 1783 – Kirche, Musenhof, Illuminaten und Öffentlichkeit.

4. HOF, MERKANTILE INTERESSEN UND BÜRGERLICHES UNTERNEHMERTUM

Bauer, V. (Frankfurt am Main), Die Darstellung des Hofes in der ökonomischen Literatur des 18. Jahrhunderts; Ventzke, M. (Jena), Fürsten als Feuerbekämpfer – öffentliche Angelegenheiten als Tätigkeitsmotiv einer sich wandelnden Hofgesellschaft; Flik, R. (Jena), Die Bedeutung des Weimarer Hofes für den unternehmerischen Erfolg Friedrich Justin Bertuchs.

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Kolloquium

Geschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit

FU Berlin, WS 2000/01, jeweils Dienstag 18-20 Uhr

Kontaktadresse: Prof. Dr. Claudia Ulbrich

Prof. Dr. Reimer Hansen

Prof. Dr. Étienne François

FU Berlin – Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften

Koserstr. 20

D-14195 Berlin

Email: cjarzebo@zedat.fu-berlin.de

Aus dem Programm:

Dienstag, 9. Januar 2001

Drexl, M. (Bochum), "Denn sie forschete teglich in der Schrift/ ob sichs also hielte/ was man predigte". Formen und Funktionen gegenseitiger Unterstützung von Kurfürstinnen und Theologen am Brandenburgischen Hof um 1600.

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2. Tagung des Projekts "Die Stiftskirchen in Baden-Württemberg"

Funktion und Form

Die mittelalterlichen Stiftskirchen im Spannungsfeld von Kunstgeschichte, Landeskunde und Archäologie

Weingarten, 16. bis 18. März 2001

Kontaktadressen: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Im Schellenkönig 61

D-70184 Stuttgart

Tel. [D] 07 11 - 16 40-7 52

Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften

Wilhelmstr. 36

D-72074 Tübingen

Tel. [D] 0 70 71 - 2 97-23 87

Email: s.lorenz@uni-tuebingen.de

olver.auge@ uni-tuebingen.de

Internet: http://www.uni-tuebingen.de/IfGL

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Wissenschaftliche Konferenz

Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha
Sein Wirken als Staatsmann und Förderer der Wissenschaften und Künste

Gotha, Schloß Friedenstein, 5. bis 7. April 2001

Kontaktadresse: Dr. Roswitha Jacobsen

Pädagogische Hochschule Erfurt

Institut für Germanistik

PF 307

D-99006 Erfurt

Telfax: [D] 03 61 - 7 37 19 10

Email: jacobsenr@igerm.ph-erfurt.de

Anläßlich des 400. Geburtstages Herzog Ernst des Frommen von Sachsen-Gotha am 25. Dezember 2001 veranstaltet die Thüringische Literarhistorische Gesellschaft Palmbaum e. V. in Verbindung mit der Forschungsbibliothek Gotha, dem Thüringischen Staatsarchiv Gotha, Gotha-Kultur und dem URANIA Kultur- und Bildungsverein Gotha eine wissenschaftliche Konferenz zum Wirken des bedeutenden ernestinischen Fürsten, dessen Landespolitik in vielen Bereichen zukunftsträchtig war, anderen deutschen Kleinstaaten zum Vorbild diente und darüber hinaus europäische Wirkungen zeigte [Text: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/ arbtagu2.htm].

Anmeldungen von Referaten werden erbeten bis zum 30. November 2000 an obige Adresse.

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Kongreß

Société Internationale pour l’Etude du Théâtre Médiéval

Groningen, 2. bis 7. Juni 2001

Kontaktadresse: SITM 2001

Faculteit der Letteren

RUG

Postbus 716

NL-9700 AS Groningen

Email: sitm@let.rug.nl

Themen:

1. The verbal made visual

2. Conditions and techniques of performance

3. Processions and festivals as theatre genres

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International Medieval Congress

Familia and Domus

Leeds, 9. bis 12. Juli 2001

Kontaktadresse: Axel E. W. Müller – Josine Opmeer

International Medieval Institute

Parkinson Building 1.03

University of Leeds

Leeds LS2 9JT U.K.

Tel. [GB] 01 13 - 2 33-36 14 – Fax [GB] 01 13 - 2 33-36 16

Email: imc@leeds.ac.uk

Internet: http://www.leeds.ac.uk/imi/imc/imc2001/imc2001.htm

Call for Papers

The IMC seeks to provide an exposition of all spheres of medieval research. IMC 2001 will adopt Familia and Domus as its special theme. Scholars from all disciplines and countries working within the medieval field are invited to submit sessions and papers which deal with this theme. Please note, however, that Familia and Domus is not intended to be an exclusive theme, but that sessions and papers will be welcomed, as always, on all aspects of Medieval Studies. Our intent is to foster a conversation among the multiple disciplines of medieval studies, including anthropology, archaeology, art history, drama, history, literature, liturgy, music, technology, philosophy, and theology. It is hoped that scholars will approach the idea of Familia and Domus in an international fashion, and consider it at a private and public level. Participants could consider the meaning and use of the words Familia and Domus, the values attributed to domesticity, the representation of the family and home in the arts, the role and nature of the family or household in public life, the public regulation of home life, by church or state, in all levels of society. Dr Sarah Rees Jones, from the Household Group of the Centre for Medieval Studies, University of York, will coordinate the strand.

Areas for discussion might include:

Acceptance and exclusion – Households of kings and noblemen – Courtship and marriage – Intimacy and sexuality – Childbirth and medicine – Kinship – Clothing, food and housework – Lineage of families – Demography and mobility – Material culture – Environment: rural and urban – Property and Inheritance – Education and employment – Quality of life – Familia and Domus in Art and Literature – Religious communities – Family sagas – Servants of a household or institution – Family values: religious and secular – Toys and pastimes – Friendship – Tribes and nations – Hospitality and entertainment.

The deadline for submission of individual 20-minute papers, including abstracts for IMC 2001 is 31 August 2000. For submission of full sessions of three 20-minute papers, the deadline is 30 September 2000.

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4. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit

Kommunikation und Medien

Augsburg, 13. bis 15. September 2001

Kontaktadressen: Prof. Dr. Johannes Burkhardt

Universität Augsburg

Philosophische Fakultät II

Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit

D-86135 Augsburg

Regina Hudayberganoglu (Sekretariat)

Tel. [D] 08 21 - 5 98-55 48 – Fax [D] 08 21 - 5 98-55 01

Dr. Christine Werkstetter

Tel. [D] 08 21 - 5 98-55 57

Email: Christine.Werkstetter@Phil.Uni-Augsburg.de

Internet: http://www.phil.uni-augsburg.de/phil2/faecher/geschich/KuM_2.htm

Die von neuen Medien bestimmte Kommunikationsgesellschaft stellt die Geschichte heute vor neue Herausforderungen. Den Verheißungen und Leistungen der High-Tech-Offensive und ihrer kommunikationswissenschaftlichen Auslegung fehlt der Rückhalt eines historischen Gedächtnisses. Die Informationsgesellschaft kennt ihre eigene Geschichte noch nicht. Die Kulturwissenschaften sind nicht nur Nutzer der elektronischen Systeme, sondern zu ihren Aufgaben gehört ihre kulturelle Deutung. Um die sich hier anbahnenden Veränderungen abzuschätzen, bedarf es einer weiten historischen Vergleichsperspektive. Die moderne Medienrevolution ist kein einmaliges Ereignis, sie muß sich an ihren Vorläufern messen lassen. Wer in das ‘global village’ einzieht, sollte das alteuropäische Dorfgeschwätz kennen. Informierte Informatiker wissen das. "Medientheorie muß sich hier nur stärker als Mediengeschichte begreifen", lautet der programmatische Schlußsatz einer kritischen Bestandsaufnahme von Werner Faulstich, die er bereits einzulösen begonnen hat. Der Frühneuzeitforschung wächst hier eine besondere Aufgabe zu. Denn die Druckmedien, die seit Beginn der Neuzeit zum Einsatz kamen, bedeuteten eine gewaltige Erweiterung der Verbreitungsmöglichkeiten und Speicherleistung von Information und Wissen. Die typographische Verarbeitung hat die Weichen der europäischen Kultur für Jahrhunderte auf die Vorrangstellung des Schrifttextes gestellt. Was nach akustischen und bildlichen Formen der Fernkommunikation in den Netzen der Gegenwart geschieht, wird so auch als eine triumphale Rückkehr des Schrifttextes auf anderer Ebene erkennbar. Auch der Verschriftlichungsschub im Dienste der Administrationen gründet in Politik und Kultur der Frühen Neuzeit; Kaufmannskorrespondenzen, Gesandtschaftsberichte und Visitationsprotokolle sind Verständigungsmittel ihrer aufsteigenden Institutionen. Die methodische Ablage und Aufbereitung des Wissens in Archiven, Bibliotheken und Enzyklopädien fundierten die frühneuzeitliche europäische Wissensgesellschaft. Ebenso zu bedenken aber ist die materielle Infrastruktur der Kommunikationswege, die etwa in der neuen durchregulierten Nachrichtenpost geradezu spektakuläre Ausmaße annahm. Zwischen Reformation und Aufklärung entfalteten sich frühmoderne Öffentlichkeiten, in denen sich Informationsaustausch, Meinungspflege, Propaganda und Kommunikationspolitik multimedial entwickelten. Aber Kommunikation in der Frühen Neuzeit folgte auch eigenen Wegen. In den dörflichen wie den städtischen Kommunikationsräumen kam den unterschiedlichen sozialen Netzwerken große Bedeutung zu. Im mikrohistorischen Zugriff gewährt der Kommunikationsaspekt Einblick in die Zusammenhänge von obrigkeitlichen Regulierungsmaßnahmen und Partizipation der Untertanen. Die kulturelle Inszenierung und das politische Zeremoniell bestimmen das frühneuzeitliche Inventar ordnungspolitischer Kommunikation. Körperliche, zeichenhafte und insbesondere mündliche Formen der Kommunikation bedürfen eigenwertiger Beachtung. Denn die schriftliche Überlieferung verzerrt auch unsere Wahrnehmung: Kommunikation fand noch weitgehend mündlich statt, in einer ubiquitären nonverbalen Sprache, deren historische Erforschung gerade erst beginnt. Die mit zunehmender Lese- und Schreibfähigkeit durchgesetzte Schriftkultur aber modifizierte auch diese Strukturen. Der Entwicklungspfad verläuft nicht immer linear und hält zwischen Mündlichkeit, Bildlichkeit und Schriftlichkeit viele Überraschungen bereit. Der Kongreß geht von einem offenen Begriff von Kommunikation und Medien aus. Er behandelt einerseits klassische Medien wie Flugblätter, Flugschriften und Zeitungen, sowie historische Quellen, die von ihrem Mediencharakter her erschlossen werden, und er fragt nach den historischen Situationen, Konstellationen und Umgebungen, in denen ihr Zusammenwirken und die Art und Weise der Verständigung besonders aussagekräftig sind. Verschieden dimensionierte Kommunikationsräume (Dorf und Stadt, Region und Reich, Europa und die Welt) erschließen Wege und Typen der Information und reflektieren ihre geschichtliche Entwicklungsdynamik. Das liefert der gegenwärtigen Debatte das historisch relevante Orientierungswissen und eröffnet zugleich einen neuen Blick auf die Kultur der Frühen Neuzeit [Text: http://www.phil.uni-augsburg.de/phil2/faecher/geschich/KuM_2.htm].

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2. Mildensteiner Kolloquium

Die Burg Mildenstein/Leisnig im Spätmittelalter

Baubetrieb, Wirtschaft und Hofhaltung an einer wettinischen Residenz

Leisnig, 14. bis 16. September 2001

Kontaktadressen: Dr. Brigitte Riese

Direktorin Burg Mildenstein

Burglehn 6

D-04703 Leisnig

Tel. [D] 0 3 43 21 - 1 26 52

Email: info@burg-mildenstein.de

Dr. Susanne Baudisch

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Zellescher Weg 17

D-01069 Dresden

Tel. [D] 03 51 - 4 36-16 33

Email: ISGV@mailbox.tu-dresden.de

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Tagung

Die Wahrnehmung höfischer Kunst- und Lebensformen
Hofbeschreibung und Hofchronistik um 1700

Rudolstadt, Heidecksburg, 4. bis 6. Oktober 2001

Kontaktadresse: Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur e.V.

Thüringer Landesmuseum Heidecksburg

PF 48/51

D-07407 Rudolstadt

Tel. [D] 0 36 72 - 42 90-13 – Fax: [D] 0 36 72 - 42 90-90

Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/ arbtagu2.htm

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Internationales interdisziplinäres Kolloquium

Die Hofkultur der Jagiellonendynastie und verwandter Fürstenhäuser

Kultura dworu Jagiellonów i dworów z nimi związanych

Lublin, September 2002

Durchgeführt von der Katolicki Uniwersytet Lubelski/Katholischen Universität Lublin (Sr. Prof. Dr. Urszula Borkowska), dem Institut für Ostmitteleuropa in Lublin (Prof. Dr. Jerzy Koczowski) und dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO) (Prof. Dr. Winfried Eberhard; Dr. Jiri Fajt)

Kontaktadressen: Sr. Prof. Dr. Urszula Borkowska

Katolicki Uniwersytet Lubelski

Al. Racławickie 14

PL-20950 Lublin

Dr. Andrea Langer

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)

Luppenstr. 1b

D-04177 Leipzig

Email: langer@rz.uni-leipzig.de

Call for Papers

Die geplante Veranstaltung ist der Kultur und Kunst der jagiellonischen Höfe Ostmitteleuropas sowie den mit ihnen durch Heirat verbundenen Höfen (u.a. Habsburger, Wettiner, Wittelsbacher, Hohenzollern, Wasa) gewidmet. Es sollen die Genese der jagiellonischen Hofkultur sowie die Wechselwirkungen und vielfältigen Verflechtungen zwischen den europäischen Höfen unter folgenden Gesichtspunkten untersucht werden:

SOZIO-ÖKONOMISCHE ASPEKTE

Versorgung, Hofhaltung und Kosten; Hof als wirtschaftliche Institution

ALLTAGSLEBEN UND FEST

Nahrung, Wohnen, Kleidung, Reisen, Unterhaltung

HOF UND HÖFLINGE

Nationale, regionale und konfessionelle Struktur; Hofordnung und Zeremonie; höfische Etikette

RELIGIÖSES LEBEN

Beichtvater, Prediger, Gebetbrüder, Teilnahme an liturgischen Zeremonien, Pilger, kirchliche Stiftungen

ERZIEHUNG UND BILDUNG

Humanistenkreise, höfische Bibliothek, Patronage und Stiftungen für Universitäten

RESIDENZARCHITEKTUR

Typologie, Funktion

BILDENDE KUNST, LITERATUR; MUSIK

Vortragssprachen sind Englisch, Deutsch, Französisch. Die Referate sollen publiziert werden. Referatsvorschläge mit kurzem Exposé (1 Seite) werden bis Dezember 2001 erbeten an eine der oben genannten Adressen.

Buchvorstellungen

 

Adelige Welt und familiäre Beziehung. Aspekte der "privaten Welt" des Adels in böhmischen, polnischen und deutschen Beispielen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hg. von Heinz-Dieter Heimann, Potsdam 2000 (Quellen und Studien zur Geschichte und Kultur Brandenburg-Preußens und des Alten Reiches) [Verlag für Berlin-Brandenburg, 239 S., 19 Abb., kartoniert, 58,– DM].

Der Band versammelt Beiträge einer Tagung, die unter der Bezeichnung "Die ‘private Welt’ des Hofes in adeligen Selbstzeugnissen des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit" 1997 in Potsdam stattfand und an der neben deutschen auch tschechische und polnische Historiker teilnahmen. In das Generalthema führt einleitend Heinz-Dieter Heimann ein. Er skizziert Möglichkeiten und Aufgaben gegenwärtiger und zukünftiger Forschungen zum Adel im spätem Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Adel sei ein "spezifischer kultureller Habitus bis in das alltägliche Miteinander hinein" gewesen (S. 9). Er postuliert eine "Adelsgeschichte als Geschichte von Beziehungsweisen seit dem Mittelalter" (ebd.). Dies ist nur zu begrüßen; denn tatsächlich eröffnet die Erforschung adliger Beziehungsgeflechte und damit zusammenhängender Verhaltensweisen höchst interessante Perspektiven, wie u. a. auch der vorliegende Band zeigt. Dabei kommt innerfamiliären Bezügen eine wichtige, aber nicht ausschließliche Rolle zu. (Nur am Rande sei vermerkt, daß mit dem S. 13 als "Josef Moser" bezeichneten Historiker vermutlich Joseph Morsel gemeint ist.)

Inwieweit es sinnvoll ist, dies mit dem Begriff des ‘Privaten’ zu verknüpfen, soll hier nicht diskutiert werden. Zum einen würde dies vor dem Hintergrund jüngster und noch keineswegs abgeschlossener Diskussionen um die Möglichkeit einer Unterscheidung von ‘privaten’ und ‘öffentlichen’ Lebensbereichen in der Vormoderne und besonders im Mittelalter sowie um die damit verbundenen Probleme und Chancen zu weit führen. Zum anderen wird der Begriff von der Mehrzahl der Autoren des vorliegenden Bandes – wenn überhaupt – unreflektiert verwendet. Die Definition der "privaten Welt" des Adels ist dabei mit Unschärfen behaftet, ohne daß dies den Wert des Buches im ganzen wie in seinen einzelnen Teilen schmälern würde. Die Autoren beschäftigen sich mit vielfältigen Aspekten adliger Lebensformen abseits politischer, administrativer und militärischer Tätigkeiten. Neben den in vielen Beiträgen thematisierten Familienbeziehungen geht es vor allem um Alltags- und Mentalitätsgeschichte, wobei häufig Selbstzeugnisse die zentrale Quellengrundlage abgeben und in einigen Beiträgen der höfische Kontext eine Rolle spielt. Damit sind wichtige Komplexe der aktuellen Adelsforschung angesprochen.

Václav Buzek gibt an Hand einzelner Beispiele einen Überblick über familiäre Beziehungen in böhmischen Adelsfamilien während des 16. und 17. Jahrhunderts. Insbesondere geht er emotionalen Bindungen zwischen Ehepartnern sowie Eltern und Kindern nach. Interesse erweckt die anscheinend nicht geringe Überlieferung von Korrespondenzen, Tagebüchern u. ä. aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert in tschechischen (Adels-)Archiven, auf die sich der Autor stützt. Möglichkeiten und Probleme der Itinerarforschung in Hinblick auf den böhmischen Hochadel des 14. bis 16. Jahrhunderts führt Ivan Hlavácek am Beispiel der Rosenberger (insbesondere Ulrichs von Rosenberg, 1403–1462), daneben der Pernsteiner vor. Seine Ausführungen betreffen insbesondere adlige Mobilität und Kommunikation. Ebenfalls Ulrich von Rosenberg wendet sich Miloslav Polívka zu, der Aspekte des ‘Privatlebens’ abseits der politischen Aktivitäten dieses bedeutenden böhmischen Adligen skizziert. Deutlich wird dabei, daß für das 15. Jahrhundert Quellen zu Familienangelegenheiten, Alltag, Religiosität usw. selbst für Ulrich von Rosenberg, der zu den am besten dokumentierten böhmischen Adligen dieser Zeit zählt, spärlich fließen.

Zwei Beiträge betreffen das Verhältnis zwischen Adel und Kloster: Marek Derwich geht den ‘privaten’ Beziehungen des kleinpolnischen Niederadels zum Benediktinerkloster Lysiec im 15. Jahrhundert nach. In der näheren Umgebung seien diese vor allem wirtschaftlicher Art gewesen; sie seien aber auch über das Gefolge und die familia des Abtes sowie die Einrichtung von Grablegen zustande gekommen. Überregionale Anziehungskraft habe das Kloster als Wallfahrtsort entwickelt. Die Abtei sei für den Adel nicht nur in Hinblick auf Prestige und Totengedenken wichtig gewesen, sondern auch für die Pflege von weiterreichenden Kontakten (z. B. zum Königshof). Przemyslaw Wiszewski beschäftigt sich mit sozialen Wechselbeziehungen zwischen Niederadel und Nonnenklöstern in Schlesien während des späten Mittelalters. Er zeigt auf, daß sich über Stiftungen, Schenkungen, wirtschaftliche Transaktionen und Konventszugehörigkeit von Familienangehörigen längerfristige und verhältnismäßig stabile, wenn auch meist nicht völlig kontinuierliche Bindungen ergeben konnten. Rahmenbedingungen für "Alltagsleben und Privatleben des polnischen Adels im Spätmittelalter" skizziert Jan Wroniszewski u. a. in Hinblick auf Familienstruktur und ökonomische Situation. Er behandelt auch die Stellung der adligen Frau innerhalb der Familie. Weitergehende kulturgeschichtliche Forschungen zum spätmittelalterlichen polnischen Adel kennzeichnet er als Desiderat.

Andreas Ranft beschäftigt sich mit adligen Wappen-, Turnier-, Haus- und Familienbüchern, zwischen denen er teilweise formale, inhaltliche und funktionale Gemeinsamkeiten aufzeigt. Er verdeutlicht Gebrauchszusammenhang und Funktion solcher Werke, die helfen sollten, sozialen Rang und adlige Lebensform zu sichern. Angemahnt wird zu Recht eine stärkere und nicht mehr eher antiquarischen Interessen folgende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Wappen- und Turnierbüchern, wie sie seit einiger Zeit erfolgreich, aber eben immer noch in zu geringem Maße betrieben wird. Udo Geiseler thematisiert die Wohnverhältnisse des brandenburgischen Adels mit Schwerpunkt auf dem 16. Jahrhunderts. Dabei geht es nicht um die stattlichen Häuser ökonomisch potenter Familien, sondern um die Masse der wirtschaftlich schwächer gestellten Adligen, deren Höfe und Wohnbauten weitgehend großbäuerlichen Charakter gehabt hätten. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sei eine stärkere Abgrenzung zu bäuerlichen Lebensverhältnissen erkennbar, der allerdings auch noch im 17. Jahrhundert die ökonomische Grundlage gefehlt habe. Einen Überblick über die Schriften Ludwigs von Eyb d. Ä. (1417–1502) im Kontext des Ansbacher Markgrafenhofes gibt Matthias Thumser, wobei er besonders auf dessen Chronik der brandenburgischen Markgrafen (die sogenannten ‘Denkwürdigkeiten’), aber auch auf andere Stücke (darunter das ‘Gültbuch’, in der Forschung meist als ‘Familienbuch’ bezeichnet) eingeht. Seine Interpretation gewinnt diesen Quellen interessante neue Aspekte ab. Ludwig von Eyb selbst kennzeichnet er treffend als "ritterlichen Bürokraten", der als Verwaltungsfachmann fungiert habe und zugleich in seinem Denken von ritterlichem Ethos geprägt gewesen sei.

Abschließend folgen zwei instruktive Beiträge zu Fürstenbriefen: Cordula Nolte untersucht eigenhändige Briefe in der Korrespondenz zwischen Angehörigen der brandenburgischen Markgrafenfamilie im Zeitraum von 1470 bis 1530. Insbesondere fragt sie nach der Funktion dieser Schreiben sowie nach deren Aussagewert hinsichtlich der Beziehungen zwischen Absender und Empfänger. In die Interpretation einbezogen werden auch formale und sprachliche Gesichtspunkte. Jörg Rogge geht an Hand einiger Beispiele auf die überlieferte wettinische Familienkorrespondenz aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein. Die Konstellationen, die er an konkreten Briefinhalten darstellt, betreffen vornehmlich das Verhältnis zwischen Vater bzw. Mutter und (erwachsenen) Söhnen. Überzeugend zeigt er auf, wie sich die Emotionalität dieser Beziehungen in den Briefen spiegelt, ohne daß funktionale Aspekte außer acht gelassen werden dürften.

Die hier versammelten Aufsätze vermögen natürlich nur Teilaspekte des Gesamtthemas vorzuführen. Im Rahmen des Möglichen spiegeln sie jedoch gegenwärtige Tendenzen in der Beschäftigung mit dem Adel während des Spätmittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit in einem nicht geringen Maße wider. Dazu gehört auch, daß viele Beiträge Momentaufnahmen aus größeren laufenden Forschungsprojekten bieten. Zugleich lenkt der Band den Blick auf ‘Adelslandschaften’ – nämlich vor allem auf den Osten des mittelalterlichen Reiches (Brandenburg, Sachsen, Schlesien, Böhmen) und auf Polen –, denen bislang nicht gerade das vorrangige Interesse der entsprechenden Forschung galt (womit der Wert vorhandener Arbeiten nicht geschmälert werden soll). Zu den Verdiensten des Buches gehört, daß dem Leser, der die entsprechenden Sprachen nicht beherrscht, aufschlußreiche Einblicke in die tschechische und polnische Adelsforschung gewährt werden. Dies weist zugleich auf eine weitere wichtige Aufgabe hin, die sich der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Adel längerfristig stellt: der regionale und – aus heutiger Sicht – internationale Vergleich. Insgesamt verdeutlicht der Sammelband die Fortschritte der Adelsforschung während der letzten Jahre, führt aber auch vor Augen, daß sich für die Zukunft noch wesentliche Aufgaben stellen.

Sven Rabeler*

Streich, Brigitte: Das Amt Altenburg im 15. Jahrhundert. Zur Praxis der kursächsischen Lokalverwaltung im Mittelalter, Weimar 1999 (Veröffentlichungen aus thüringischen Staatsarchiven, 7) [Böhlaus Nachfolger, 314 S., 78,– DM].

Die Geschichte der territorialen Lokalverwaltung durch den Niederadel im Zuge des Ausbaus der Landesherrschaft im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit ist seit langem ein Desiderat der Forschung. Für den sächsischen Kreis Altenburg hat die Celler Stadtarchivarin Brigitte Streich nun eine beispielhafte Studie veröffentlicht, die wesentliche Erkenntnisse zur Organisation des spätmittelalterlichen wettinischen Ämterwesens bietet. Die Arbeit enthält zudem die Edition einer Altenburger Amtsrechnung von 1449/50 nebst einem Glossar sowie eine umfassende Einordnung dieser Quelle in den regionalen historischen Kontext. Als weitere Quellengattung nutzt Streich eine Serie von sog. "Amtleutebücher", den Rechnungsregistern der wettinischen Kanzlei, die mit den 1380er Jahren einsetzen und für den Zeitraum des 15. Jahrhunderts Einblick in die Rechnungslegung der einzelnen Ämter geben. Diese Quellengattung wurde im wettinischen Raum zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den sog. "Erbbüchern" abgelöst, die in umfangreicherer Weise als die Amtleutebücher Rechte und Einkünfte aus den einzelnen Ämtern verzeichnen und von denen jeweils ein Exemplar im Amt und eines in der Zentralverwaltung aufbewahrt wurde. Diese bislang wenig beachtete Quellengattung wird in der Arbeit von Streich zum ersten Mal für die Erforschung der territorialen Lokalverwaltung fruchtbar gemacht.

Die Untersuchung läßt sich in zwei Hauptteile gliedern: einen allgemeineren zur Geschichte und Entwicklung der sächsischen Ämterverfassung ab dem 13. Jahrhundert nebst einem prospographischen Katalog der wettinischen Amtleute von 1360 bis 1460 (S. 26-76) und einen spezielleren zur Situation im Amt Altenburg zur Zeit der edierten Amtsrechnung 1449/50 (S. 77-188). Dieser speziellere Teil umfaßt zwei eigenständige Kapitel, in denen Streich zunächst die Geschichte des Amts Altenburg, seine räumliche Ausdehnung sowie eine umfangreiche Identifizierung der einzelnen Orte im Amt, hauptsächlich anhand der Rechnungsüberlieferung, die chronologisch den Ortsnamen zugeordnet wird, vornimmt. Ein weiteres Kapitel ist sodann der eigentlichen Verwaltung des Amtes Altenburg gewidmet, wobei zunächst die Personen vorgestellt werden, die mit der Verwaltung beauftragt waren und des weiteren Amtseinnahmen, -Ausgaben und schließlich die Aufgaben des Amtes im Rahmen der Zentralverwaltung besprochen werden. Nach der kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse schließt sich die Edition der schon erwähnten Ämterrechnung an, der eine kurze Beschreibung der Quelle selbst vorangestellt ist. Neben einem ausführlichen Glossar und einem Literaturverzeichnis bietet die Untersuchung einen Orts- und Personenindex sowie drei Faksimileabbildungen von Textproben aus den besprochenen Quellen.

Die Arbeit bedient zwei unterschiedliche Forscherkreise: zum einen die Landeshistoriker, die genauere Auskünfte über das Amt Altenburg und die sächsische und thüringische Prosopographie in der Mitte des 15. Jh. erhalten und zum anderen die Verfassungshistoriker, denen interessante Einblicke in die spätmittelalterliche Organisation von Landesherrschaft auf lokaler Ebene geboten werden. Besonders das Kapitel über die Aufgaben des Amtes Altenburg im Rahmen der Zentralverwaltung (Kap. 4.5.) ist für die zuletzt genannte Gruppe von besonderem Interesse. Am Beispiel der Instandhaltung von Gebäuden und der Beherbergung, dem Botenverkehr sowie der Vorbereitung von Hoftagen beschreibt Streich konkret die Aufgaben eines Amtes im Rahmen der Zentralverwaltung und der Bedürfnisse des wettinischen Hofes. Aus der Auswertung der entsprechenden Rechnungsbücher geht deutlich hervor, welch wichtige Rolle ein Amt bei der Beherbergung von Gästen und Bediensteten des Landesherrn hatte. Eine Tabelle der Besucher und des Haferverbrauchs ihrer Pferde verzeichnet allein für die Zeit vom 27. Juli 1449 bis zum 20. Juli 1450 mehr als 180 Einträge von Besuchern und Besuchergruppen in Altenburg, die auf Kosten des Amtes mit ihren Pferden verpflegt wurden. Die Ämter mit Ihren Burgen und Vogteien waren zudem wichtige Stützpunkte für den im Land umherziehenden landesherrlichen Hof. Durch die zeitweilige Residenzfunktion der Ämter wurden an die Vögte und Amtmänner Bereiche der Hofverwaltung delegiert, insbesondere was das Gastungs- wie auch das Entlohnungssystem betrifft. Gleichsam bestätigend schweigt das Botenbuch des Amtes nämlich, wenn der Hof selbst in Altenburg weilte, weil dann der Botendienst durch den Hof selbst erledigt wurde (S. 176). Für die Residenzenforschung von besonderem Interesse ist somit die Funktion der Ämter als Rückgrat der Landesverwaltung für den spätmittelalterlichen Hof in der Phase zwischen Reiseherrschaft und Residenzbildung.

Ziel der Untersuchung, so Streich in ihrer Zusammenfassung (S. 189), sei nicht eine Rekonstruktion der Verwaltungswirklichkeit des Amtes Altenburg in all ihren Facetten, sondern es solle modellhaft das Funktionieren der Institution "Amt" als lokale Verwaltungsebene im 15. Jahrhundert dargestellt werden. Obwohl diese "Verwaltungswirklichkeit" nicht Ziel und Anspruch der Studie ist, bietet Sie doch aufgrund ihres stark prosopographischen Ansatzes eine ganze Reihe von wichtigen Bausteinen, um eben dieser Realität näher zu kommen.

Der Preis für diesen Reichtum an Detailinformationen und tabellarischen Verzeichnissen mußte allerdings mit der Komposition der Arbeit bezahlt werden. Die immerhin fast 50 Seiten lange Liste der einzelnen Orte im Amt Altenburg hätte mitsamt den wertvollen Auskünften zur Erwähnung der Orte in der lokalen Rechnungsüberlieferung besser in einem eigenen Anhang Platz gefunden anstatt im Zentrum der analytischen Darstellung. Die über 160 Einzeltitel dieser Ortsliste sind nicht für eine kontinuierliche Lektüre des ansonsten anregend geschriebenen Werkes geeignet. Ähnlich störend auf den Lesefluß wirken sich teilweise die sechs Tabellen aus, von denen die längste sich über immerhin 16 Seiten erstreckt. Doch finden sich natürlich gerade hier die wichtigsten Erträge der Arbeit für die lokale Forschung, so daß auf diese Teile in keinem Fall hätte verzichtet werden können.

Bemerkenswert ist schließlich noch, daß Streich nicht auf einen von ihr selbst verfaßten Aufsatz verweist, den sie 1993 in der Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte über das Amt Altenburg im 15. Jahrhundert veröffentlichte und der als Vorstudie zu der nun erschienen Arbeit bezeichnet werden kann. Ansonsten wird ein breiter und nahezu vollständigen Überblick der Forschungsliteratur geboten, die bis zur Drucklegung verfügbar war. So kann man die Verfasserin abschließend zu ihrer Studie nur beglückwünschen und auf eifrige Nachahmung hoffen, auf daß in naher Zukunft auf der Grundlage von solch soliden Einzelstudien eine vergleichende Erforschung des spätmittelalterlichen Ämterwesens als europäische Erscheinung möglich sein wird.

Jörg Wettlaufer

Zuchowski, Tadeusz J.: Pałac papieski na Watykanie od końca V do początku XVI wieku. Ceremoniał a ewolucja kompleksu rezydencjonalnego (Der Papstpalast im Vatikan vom Ende des 5. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Zeremoniell und Entwicklung der Residenzarchitektur), Poznań 1999 (Seria Historia Sztuki, 27 ) [Adam Mickiewicz University Press, 223 S., kart., zahlr. sw-Abb., poln. mit engl. Abstract].

Der Gedanke, Zeremoniell und Architektur des Papstpalastes im Vatikan miteinander in Beziehung zu setzen und zu untersuchen, ist nicht neu. Man denke hier nur an die einschlägigen Studien von Bernhard Schimmelpfennig oder Gottfried Kerscher, die z.T. auch auf den Tagungen der Residenzen-Kommission Eingang gefunden haben (vgl. Zeremoniell und Raum, 4. Symposium der Residenzen-Kommission, Sigmaringen 1996; Residenzenforschung Bd. 6, Sigmaringen 1997 – nicht 1977, wie Zuchowski S. 298 schreibt). Dies jedoch über eine Spanne von über 1000 Jahren mit einer so exponierten Residenz wie dem mittelalterlichen Papstpalast im Vatikan zu unternehmen, ist eine ebenso reizvolle wie anspruchsvolle Aufgabe, zumal die letzte ausführliche Untersuchung des spätantik-mittelalterlichen Palastes immer noch von Philippe Lauer vom Anfang des Jahrhunderts stammt. Eben diesen Mangel versucht Zuchowski durch eine neue Studie zu beheben, in der er, aufbauend auf der bisherigen Forschung, ein neues Gesamtbild der funktionalen Architekturgeschichte des Papstpalastes zeichnet. Zusammenfassend kann gesagt werden, das ihm dies, unter Beachtung vieler Details und Beantwortung einiger Spezialfragen, hervorragend gelungen ist.

In acht Kapiteln und einem Exkurs über die Gast-Appartements im Vatikanpalast beschreibt und belegt er mit Hilfe von vielen Abbildungen die Entwicklung der zentralen Residenzgebäude des Vatikan. Ausgehend von den antiken Traditionen verfolgt Zuchowski die Entwicklung von Zeremoniell und Architektur chronologisch bis zum neuen Papstpalast des 16. Jahrhunderts. Er stellt zunächst die Abhängigkeiten der frühen Bischofsresidenz zu den spätantiken byzantinischen Vorbildern der kaiserlichen Residenzen dar. Besonders der große kaiserliche Palast in Konstantinopel sei hier Vorbild gewesen. Der byzantinische Einfluß sei auch im zweigeteilten Aufbau der Residenz zur Zeit Papst Leo des III. spürbar, in der eine große Festhalle sowie ein privater Teil mit einem Hauptraum in der Form eines Triconchen-Eßzimmers einander gegenüberstünden.

Die großen Erweiterungen des frümittelalterlichen Palasts fanden im 12. und 13. Jahrhundert statt. Es entstanden der sog. untere und obere Palast mit einer Folge von 3 größeren und kleineren Kapellen. Während der untere Palast für die Amtsgeschäfte genutzt wurde, diente der sog. obere Palast als eigentliche päpstliche Residenz. Diese Erweiterungen entsprachen den Bedürfnissen des neuen Zeremoniells, das eine Konzentrierung der feierlichen Handlungen innerhalb der päpstlichen Residenz erlaubte und nicht mehr die gesamte Stadt Rom in die päpstlichen Zeremonien einschloß. Dieses Konzept blieb auch für den Avignonesischen Palast und die späteren Erweiterungen und Veränderungen an den Gebäuden des Vatikan, namentlich des Palastes an der St. Peterskirche, gültig, der nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon Residenz wurde. Die späteren Umbauten und Erweiterungen an den Gebäuden hatten schließlich vornehmlich das Ziel, die Privatgemächer des Papstes zu erweitern – so der Ausbau zur Zeit Nikolaus V. (1447-1455). Über diese Bauphase hat Zuchowski seinem Buch einen Quellenauszug aus der Lebensbeschreibung dieses Papstes von Giannozzo Manetti im lat. Original und in polnischer Übersetzung in einem Anhang beigegeben (S. 282-286).

Hier über die weiteren Baumaßnahmen des späten 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts in ihrem zeremoniellen Kontext weiter zu berichten, würde zu weit führen. Es sei nur auf die kurze aber sehr instruktive englische Zusammenfassung am Ende des Buches hingewiesen, die die wichtigsten Stationen bis zum Bau des sog. neuen Palasts unter Gregor XIII. und Sixtus V. (1585-1590) beschreibt.

Die Arbeit bietet neben einem ausführlichen Literaturverzeichnis drei Indizes, und zwar zunächst einen topographischen Index des Vatikans und des Papstpalasts, dann ein Orts- und ein Personenverzeichnis.

Eine Übersetzung in eine westliche Sprache wäre zur leichteren Rezeption der Arbeit wünschens- und lohnenswert, zumal die Arbeit über den Buchhandel nicht ohne weiteres erhältlich ist, sondern nur über den Universitätsverlag der Adam Mieckiewicz Universität bezogen werden kann.

Jörg Wettlaufer

Übersetzung des Inhaltsverzeichnisses:

Vorwort — 1. Der Vatikanpalast: Forschungstand und Quellen — Einleitung — Die Papstresidenz im Vatikan — Forschungstand — Quellentexte und ikonographische Materialien — 2. Zeremoniell und Architektur — Einleitung — Forschungen zum Hofzeremoniell — Antike Tradition und das Papstzeremoniell — 3. Der Episkopat. Die Anfänge des Bischofssitzes im Vatikan — Einleitung — Der Vatikan und die umliegenden Gebiete: Vom Ende des Kaiserreichs bis zur ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts — Quellentexte und Interpretation — *domus accubitos — Der funktionelle Aufbau und die Lokalisierung — 4. Der große Umbau 1150-1300. Das Problem des geschlossenen Zeremoniells — Einleitung — Der Papst und Rom vom Ende des 9. bis Ende des 13. Jahrhunderts — Quellen und Forschungsstand — Etappen des Palastausbaus — Der Vatikanpalast um 1300 - Rekonstruktion — Der Palatin im Mittelalter — Byzanz und Rom. Kontakte und das Problem der Rezeption der Residenzarchitektur — 5. Der Vatikanpalast in der Zeit von Avignon und des Schismas — Einleitung — Die Papstpaläste in Avignon und Montefiascone — Der Vatikan nach der Rückkehr der Päpste aus Avignon — Die Analyse der Quellen. Rekonstruktion — Der Palast an der Schwelle zur Renaissance — Das nördliche Segment und das Problem der Papstappartements — 6. Der Umbau durch Nikolaus V. Realisierung und Projekt — Einleitung — Die Rekonstruktion des Palastes am Ende des Pontifikats von Nikolaus V. — *Conclavio und sala granda — *Cubiculum — *Das Studio — Das Konzept des Umbaus des Palastes in der Beschreibung von Manetti. Quellenprobleme — 7. Exkurs. Gästezimmer im Vatikan — 8. Auf der Suche nach der perfekten Formel — Prestige und Komfort — Die neue Kapella Magna und die Bibliothek — Villa und Amtssitz. Antipoden der Residenzen, in dem die Zeremonielle stattfinden. — Appartement mit strahlenförmig angeordneten Antichambre — Papstpalast – Familienpalast — 9. Der neue Palatin — Einleitung — Appartements — *conclavio und camera secreta — *Camera Suae Sanitatis — *Der nördliche Trakt. Stanza Raffaela — *Stanza della Segnatura – Das Problem der Funktion — Kordonata und Loggia — Vogelhaus. Die Galerie von Julius II. und die Balkons von Leo X. — Die Königstreppe — Der Belvedere-Hof — Die Appollinisch-kaiserliche Herleitung — 10 Endbemerkungen — 11. Anhang — 12. Literatur — Indizes — topographischer Konkordanzindex des Vatikan und des Papstpalastes — Topographischer Index — Personenindex.

 

Neuerscheinungen

 

Ackermann, J.: Ein Leben in standesgemäßer Langeweile. Wilhelm von Ysenburg-Wächtersbach (1700-1747), zweitgeborener Sohn in der Nachfolge des Grafen Ferdinand Maximilian I., in: Büdinger Geschichtsblätter 16 (1998/99) S. 247-264.

Adel und Zahl. Studien zum adligen Rechnen und Haushalten in Spätmittelalter und früher Neuzeit, hg. von H. von Seggern und G. Fouquet, Ubstadt-Weiher 2000 (Pforzheimer Gespräche zur Sozial-, Wirtschafts- und Stadtgeschichte, 1) [Verlag Regionalkultur, 313 S.].

Aus dem Inhalt:

Fouquet, G.: Adel und Zahl – "es sy umb klein oder groß". Bemerkungen zu einem Forschungsgebiet vornehmlich im Reich des Spätmittelalters, S. 3ff.; Steinbrink, M.: Nahrungsmittelkonsum am Hof Herzog Albrechts von Sachsen und Lüneburg am Ende des 14. Jahrhunderts, S. 25ff.; Rothmann, M.: "Damit aber wir sovil besser hinder die sach kommen" – Zentrum und Peripherie. Das Rechnungswesen der Landgrafen von Hessen und der Grafen von Ysenburg im 15. und 16. Jahrhundert, S. 43ff.; Fuhrmann, B.: Das Rechnungswesen Konrads von Weinsberg. Landesherr zwischen Territorium und Reich – Erste Eindrücke, S. 79ff.; Hirsch, V.: Zur Wirtschaftsführung im Territorium des Basler Bischofs Johannes von Venningen (1458-1478), S. 99ff.; Bingener, A.: Bauaufwendungen im nassauischen (Ober-)Amt Siegen am Beispiel der Renteirechnung von 1463/64, S. 121ff.; Weissen, K.: Stagnation und Innovation in der Rechnungslegung der Territorial- und Hofverwaltung der Fürstbischöfe von Basel (1423-1527), S. 135ff.; Kruse, H.: Philipp der Gute, der Adel und das Geld. Zur Bedeutung des Geldes am burgundischen Hof im 15. Jahrhundert, S. 149ff.; Ewert, U. C.: Langfristige Struktur und kurzfristige Dynamik: Eine Längsschnittuntersuchung der Einnahmen der burgundischen "recette générale de toutes les finances" (1383-1476), S. 165ff.; Seggern, H. von, Ewert, U. C.: Vom Nutzen der Clusteranalyse. Der holländische Adel in den Rechnungen des Rats von Holland, S. 197ff.; Selzer, S.: Sold, Beute und Budget: Zum Wirtschaften deutscher Italiensöldner des 14. Jahrhunderts, S. 219ff.; Plöger, K.: Englische Gesandtschaftsrechnungen, S. 247ff.; Kölsch, H.: Steuer und Reform. Alltag und Reformbestrebungen in der mittleren Finanzverwaltungsebene der Grafschaft Nassau während des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 255ff.; Klink, B.: "Im Ehstandt lebt man froh und fein ..." Adelige Haushaltsführung des Freiherrn Sebastian Joseph von Pemler von Hurlach und Leutstetten (1718-1772) im Hochzeitsjahr 1763, S. 269ff.; Seggern, H. von: Zusammenfassung, S. 289ff.; Seggern, H. von: Auswahlbibliographie, S. 297ff.

Alvermann, D.: Domstift, Hofkapelle und Kanzlei. Das Urkundenwesen der Herzöge von Pommern-Stettin von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, in: Baltische Studien 85 (1999) S. 119-134.

Architektur und Erinnerung, hg. von W. Martini, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung, 1) [Vandenhoeck & Ruprecht, 224 S., 68 Abb., kart., 56,– DM].

Bahl, P.: Der Hof des Großen Kurfürsten. Studien zur höheren Amtsträgerschaft Brandenburg-Preußens, Köln, Weimar 2000 (Veröffentlichungen aus den Archiven preußischer Kulturbesitz, Beiheft 8) [Böhlau, 992 S., geb., 198,– DM].

Baletka, T.: Dvůr olomouckého biskupa Stanislava Thurza (1497-1540) [Der Hof des Olmützer Bischofs Stanislaus Thurzo (1497-1549], in: Aristokratické rezidence a dvory v raném novovĕ, hg. von V. Bůžek und P. Král, České Budĕjovice 1999 (Opera historica, 7), S. 361-382.

Bastl, B.: Tugend, Liebe, Ehre. Die adelige Frau der Frühen Neuzeit, Wien 2000 [Böhlau, 600 S., 32 sw-Abb., 32 farb. Abb., geb., 140,– DM].

Beck, L. F.: Herrschaft und Territorium der Herzöge von Sachsen-Wittenberg (1212 - 1422), 1. Aufl., Potsdam 2000 (Bibliothek der brandenburgischen und preußischen Geschichte, 6) (Verlag für Berlin-Brandenburg, 338 S., Abb., kart.].

Beyer, A.: Parthenope. Neapel und der Süden der Renaissance, München 2000 [Deutscher Kunstverlag, 240 S., Abb., brosch., 98,– DM].

Select Bibliography on Czech History. Books and Articles 1990-1999, zusammengestellt von V. Horčáková, K. Rexová und L. Polanský, hg. und eingel. von J. Pánek, Prag 2000 (Opera Instituti Historici Pragae. Series D – Bibliographia, 8) [Institute of History of the Academy of Sciences of the Czech Republik, 333 S.].

Bilder, Texte, Rituale. Wirklichkeitsbezug und Wirklichkeitskonstruktion politisch-rechtlicher Kommunikationsmedien in Stadt- und Adelsgesellschaften des späten Mittelalters, hg. von K. Schreiner und G. Signori, Berlin 2000 (Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 24).

Aus dem Inhalt:

Schreiner, K.: Texte, Bilder, Rituale. Fragen und Erträge einer Sektion auf dem Deutschen Historikertag (8. bis 11. September 1998), S. 1-15; Groebner, V.: Flüssige Gaben und die Hände der Stadt. Städtische Geschenke, städtische Korruption und politische Sprache am Vorabend der Reformation, S. 17-34; Slanicka, S.: "Der Knotenstock ist abgehobelt". Der Hobel als Sinnbild der "Réformation" bei Johann ohne Furcht, Herzog von Burgund, S. 165-198.

Blancardi, N.: Les petits princes. Enfance noble à la cour de Savoie (XVe siècle), Lausanne 2000 (Cahiers Lausannois d’Histoire Médiévale, 28) [35,– CHF].

Borst, A.: Computus. Zeit und Zahl in der Geschichte Europas, München 1999.

Brakensiek, S.: Fürstendiener – Staatsbeamte – Bürger. Amtsführung und Lebenswelt der Ortsbeamten in niederhessischen Kleinstädten (1750-1830), Göttingen 1999 (Bürgertum. Beiträge zur europäischen Gesellschaftsgeschichte, 12) [Vandenhoeck & Ruprecht, 538 S., 28 Tab. 2 Ktn., kart., 120,– DM].

Braun, F.: Das Alte Palais in Schwerin, in: Mecklenburgische Jahrbücher 114 (1999) S. 105ff.

Breul-Kunkel, W.: Herrschaftskrise und Reformation. Die Reichsabteien Fulda und Hersfeld ca. 1500-1525, Gütersloh 2000 (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte, 71) [Gütersloher Verlagshaus, 368 S., geb., 78,– DM].

Brincken, A.-D. von den: Historische Chronologie des Abendlandes. Kalenderreformen und Jahrtausendrechnungen, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 144 S., kart., 39,90 DM].

Brink, C.: Arte et Marte. Kriegskunst und Kunstliebe im Herrscherbild des 15. und 16. Jahrhunderts in Italien, München 2000 (Kunstwissenschaftliche Studien, 91) [Deutscher Kunstverlag, 224 S., 64 Abb., brosch., 78,– DM].

Brückle, W.: Revision der Hofkunst. Zur Frage historischer Phänomene in der ausgehenden Kapetingerzeit und zum Problem des höfischen Pariser Stils, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 63 (2000) S. 404-434.

Burkhardt, J.: Deutsche Geschichte 1517-1617. Reformation und Konfessionalisierung im frühmodernen Reich, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 200 S., kart., 38,– DM].

Carré, G.: Trois exemples d’habitat aristocratique en Touraine (XIIe-XIVe siècles), in: Bulletin Monumental 157 (1999) S. 43ff.

Châtelet-Lange, Liliane: Die Catharinenburg. Residenz des Pfalzgrafen Johann Casimir von Zweibrücken. Ein Bau der Zeitenwende 1619-1622, Stuttgart 2000 (Residenzenforschung, 12) [Thorbecke, 236 S., 87 sw-Abb., Ln., 84,– DM].

Clouzot, M.: Le son et le pouvoir en Bourgogne au XVe siècle, in: Revue historique 302 (2000) S. 615-628.

Corvosier, C., Rolland, D.: La prévôté de Favières, dépendance de l’abbaye Saint-Médard de Soissons, in: Bulletin Monumental 157 (1999) S. 115ff.

Festive culture in Germany and Europe from the sixteenth to the twentieth century, hg. von K. Friedrich, Lewiston 2000 [Edwin Mellen Press, 396 S., 227,– DM].

Davies, N.: Im Herzen Europas. Geschichte Polens, München 2000 [Beck, 580 S., 30 Abb., 12 Karten, Ln., 48,– DM].

Demeures seigneuriales dans la France des XIIe-XIVe siècles. Étude sur les résidences rurales des seigneuries laïques et ecclésiastiques = Bulletin Monumental 157 (1999) – siehe die Beiträge Séraphin, Carré, Impey, Garrigoe Grandchamp/ Guerreau/Salvèque/Impey und Corvosier/Rolland.

Drache, Greif und Liebesleut. Mainzer Bildteppiche aus spätgotischer Zeit (Ausstellungskatalog], hg. von H.-J. Kotzur, Mainz 2000 [Philipp von Zabern, 88 S., 66 farb. Abb., 6 sw-Abb., 6 farb. Faltabb., geb., 39,80 DM].

Ehlers, J.: Die Kapetinger, Stuttgart u.a. 2000 [Kohlhammer, 310 S., kart., 32,95 DM].

Einblattdrucke des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Probleme, Perspektiven, Fallstudien, hg. von V. Honemann, S. Griese, F. Eisermann und M. Ostermann, Tübingen 2000.

Epperlein, S.: Leben am Hofe Karls des Großen, Regensburg 2000 [Pustet, 200 S., 50 Abb., geb., 49,80 DM].

Erbe, M.: Die Habsburger (1493-1918). Eine Dynastie im Reich und in Europa, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 296 S., kart., 31,30 DM].

Adelige und bürgerliche Erinnerungskulturen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, hg. von W. Rösener, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung, 8) [Vandenhoeck & Ruprecht, 240 S., 27 Abb., 2 Karten, kart., 58,– DM].

Esser, J., Schefers, C.: Die Inschriften in der Fürstengruft unter der Neuburger Hofkirche, in: Neuburger Kollektaneenblatt 146/147 (1998/99) S. 271-296.

Études de castellologie médiévale. Actes du colloque international de Graz (Autriche), 22-29 août 1998. Publications du Centre de Recherches archéologiques médiévales, Université de Caen, Caen 2000 (Château Gaillard, 19) [Publications du CRAM, 328 S., kart., zahlr. Abb., 280 FF].

Aus dem Inhalt:

Beuchet, L.: Étude archéologique du château du Guido (Côtes-d’Armor). Premiers résultats; Booth, K., Robert, P.: Recording the keep, Dover Castle; Butler, L.: The siege of Dolforwyn Castlein 1277; Colardelle, M., Moyne, J.-P., Verdel, E.: La prise du château de La Perrière, épisode de la guerre delphino-savoyarde (1333); Meulemeester, J. de, Matthys, A.: Châteaux et guerres: quelques exemples issus des fouilles de châteaux à mottes dans l’espace Belge; Durdik, T.: Die vorgeschobenen Basteien der böhmischen Burgen des späten Mittelalters; Eriksson, T.: Swedish castles in warfare. Descriptions by an archbishop in exile; Ettel, P.: Die Eroberung der Schweinfurter Burgen in der historischen und archäologischen Überlieferung; Ettel, P.: Die slawische Fürstenburg von Dobin, Mecklenburg-Vorpommern in den Feldzügen des 12. Jahrhunderts; Flambard Héricher, A.-M., Decaëns, J., Bernouis, P.: La butte du château à Bretoncelles, un exemple de la con quête territoriale des Rotrou; Friedrich, R.: Die Zerstörung der Burg Bommersheim durch den Rheinischen Städtebund im Jahre 1382; Goodall, J.: Dover Castle and the great siege of 1216; Grossmann, G. U.: Die Kaiserpfalz (Kaiserburg) zu Nürnberg. Literaturbricht und Forschungsstand; Heyer-Boscardin, L.: Bayt al’Ambasah: Ein mittelalterliches Turmhaus in Sana’a/Yemen. Archäologie und Baugeschichte; Hoekstra, T., Janssen, H. L., Olde Meijerink, B.: Fortification of castles in the Northern Netherlands during the Gelre-Habsburg conflict (1492-1543); Jacquier, E.: Les châteaux bourguignons pendant la guerre de Cent Ans. Leur mise en défense: artillerie, garnisons, campagnes de fortifications; Krenn, P.: Die steirische Wehrgeschichte und das Landeszeughaus; Lansival, R., Henrotay, D.: La mise à sac du château de Meinsberg à Manderen par les troupes impériales du colonel Maillard en 1634; Le Maho, J.: Fortifications de siège et "contre-châteaux" en Normandie (XIe-XIIe s.); Meyer, W.: Die Burgen in der Blutfehderache von 1308/09 gegen die Mörder König Albrechts I. Historische und archäologische Befunde; Obrecht, J.: Mittelalterliche Uferbefestigungen und Hafenanlagen im Vierwaldstättersee; Ödman, A.: The Scanian Castles map; Olsen, R. A.: The ideal of warfare. A newly found medieval manuscript and a European riddle; Ose, I.: Burgen und Kriege in Lettland während des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts; Pickl, O.: Die Steiermark, Bollwerk und Brücke; Pospieszny, C.: Der Waldstein im Fichtelgebirge, eine Ministerialenburg im Egerland; Roosens, B.: Guerres, fortifications et ingénieurs dans les anciens Pays-Bas à l’époque de Charles Quint; Speight, S.: Castle warfare in the Gesta Stephani; Stell, G.: War-damaged Castles; the Evidence from Medieval Scotland; Ubregts, W.: Le rôle des châteaux dans la guerre à Liège entre les awans et les waroux; Uotila, K.: The collapse of the defense of Finnish castles around 1500 a.d.; Waha, M. de: Les traces du bombardement de Beersel en 1489; Zettler, A.: Zwischen Fehde und Frieden. König Rudolf I. und die Burgen in den habsburgischen Stammlanden; Meyer, W.: Die umkämpfte Burg. Rückblick auf das Symposion Château Gaillard 19, 1998.

Favreau-Lilie, M.-L.: Von Nord- und Ostsee ans "Ende der Welt": Jakobspilger aus dem Hanseraum, in: Hansische Geschichtsblätter 117 (1999) S. 93-130.

Fenske, H.: Der moderne Verfassungsstaat. Eine vergleichende Geschichte von der Entstehung bis zum 20. Jahrhundert, Paderborn 2000 [Schöningh, 450 S., geb., 88,– DM].

Flori, J.: Richard Coeur de Lion. Le roi-chevalier, Paris 1999.

Flügel, A.: Bürgerliche Rittergüter. Sozialer Wandel und politische Reform in Kursachsen (1680-1844), Göttingen 2000 (Bürgertum. Beiträge zur europäischen Gesellschaftsgeschichte, 16) [Vandenhoeck & Ruprecht, 304 S., 4 Abb., 37 Tab., kart., 75,– DM].

La fortaleza medieval. Realidad y símbolo. Actas de la XV asamblea general de la Sociedad de estudios medievales, hg. von J. A. Barrio Barrio und J. V. Cabezuelo, Alicante 1998 [Fundación de Estudios Medievales Jaime II, 365 S., 18,03 Euro].

Frauen bei Hof. Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten in Südwestdeutschland, hg. vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Verbindung mit der Landeshauptstadt Stuttgart durch O. Borst. Mit Beitr. von S. Asche u.a., Tübingen 1998 (Stuttgarter Symposion, 6) [Silberburg-Verlag, 288 S., Ill., kart., 16 Abb., 19,80 DM].

Deutsche Frauen der Frühen Neuzeit. Dichterinnen – Malerinnen – Mäzeninnen, hg. von K. Merkel und H. Wunder, Darmstadt 2000 [Primus, 270 S., 18 sw-Abb., geb., 49,90 DM].

Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 6. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Dresden, 26.-29. September 1998, hg. von J. Hirschbiegel und W. Paravicini, Stuttgart 2000 (Residenzenforschung, 11) [Thorbecke, 458 S., Ln., 128,– DM].

Aus dem Inhalt:

Paravicini, W.: Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, S. 13-25; Strohschneider, P.: Kemenate. Geheimnisse höfischer Frauenräume bei Ulrich von dem Türlin und Konrad von Würzburg, S. 29-45; Bousmar, E. und Sommé, M.: Femmes et espaces féminins à la cour de Bourgogne au temps d’Isabelle de Portugal (1430-1471), S. 47-78; Contamine, P.: Espaces féminins, espaces masculins dans quelques demeures aristocratiques françaises, XIVe-XVIe siècle, S. 79-90; Kress, S.: Frauenzimmer der Florentiner Renaissance und ihre Ausstattung: Eine erste "Spurensuche", S. 91-113; Franke, B.: Bilder in Frauenräumen und Bilder von Frauenräumen: Imaginationen und Wirklichkeit, S. 115-131; Langer, A.: Die visuelle Repräsentation der Königin. Zu frühneuzeitlichen Porträts von jagiellonischen Herrschern und Herrscherinnen, S. 133-150; Hoppe, S.: Bauliche Gestalt und Lage von Frauenwohnräumen in deutschen Residenzschlössern des späten 15. und des 16. Jahrhunderts, S. 151-174; Chatenet, M.: Les logis des femmes à la cour des derniers Valois, S. 175-192; Bischoff, B.: "... daß es was artiges sey zum Plaisir einer Fürstin ...". Zum Phänomen der Prunkküche im Schloßbau des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, S. 193-204; Osswald-Bargende, S.: Der Raum an seiner Seite. Ein Beitrag zur Geschlechtertopographie der barocken Höfe am Beispiel von Schloß Ludwigsburg, S. 205-231; Kircher-Kannemann, A.: Organisation der Frauenzimmer im Vergleich zu männlichen Höfen, S. 235-246; Streich, B.: Frauenhof und Frauenzimmer, S. 247-262; Keller, K.: Kurfürstin Anna von Sachsen (1532-1585). Von Möglichkeiten und Grenzen einer "Landesmutter", S. 263-285; Welzel, B.: Die Macht der Witwen. Zum Selbstverständnis niederländischer Statthalterinnen, S. 287-309; Heinig, P.-J.: Umb merer zucht und ordnung willen. Ein Ordnungsentwurf für das Frauenzimmer des Innsbrucker Hofs aus den ersten Tagen Kaiser Karls V. (1519), S. 311-323; Bojcov, M.: "Das Frauenzimmer" oder "die Frau bei Hofe"?, S. 327-337; Münster, A.-M.: Funktionen der dames et damoiselles d’honneur im Gefolge französischer Königinnen und Herzoginnen (14.-15. Jahrhundert), S. 339-354; Bastl, B.: Das Österreichische Frauenzimmer. Zum Beruf der Hofdame in der Frühen Neuzeit, S. 355-375; Kintzinger, M.: Die zwei Frauen des Königs. Zum politischen Handlungsspielraum von Fürstinnen im europäischen Spätmittelalter, S. 377-398; Weiss, S.: Die Rolle der Damen am päpstlichen Hof von Avignon unter Papst Johannes XXII. (1316-1334), S. 401-409; Märtl, C.: Le papesse. Frauen im Umkreis der römischen Kurie nach der Mitte des 15. Jahrhunderts, S. 411-428; Prevenier, W.: La stratégie et le discours politique des ducs de Bourgogne concernant les rapts et les enlèvements de femmes parmi les élites des Pays-Bas au XVe siècle, S. 429-437; Moraw, P.: Der Harem des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach († 1486), S. 439-461; Nolte, C.: Verbalerotische Kommunikation, gut schwenck oder: Worüber lachte man bei Hofe? Einige Thesen zum Briefwechsel des Kurfürstenpaares Albrecht und Anna von Brandenburg-Ansbach 1474/75; Melville, G.: Nachwort: Ausschluß und Einschluß der Frau bei Hofe, S. 463-471.

Friedrich I. von Sachsen-Gotha und Altenburg. Die Tagebücher 1667-1686, hg. vom Thüringischen Staatsarchiv Gotha. Erster Band: Tagebücher 1667-1678. Zweiter Bd.: Tagebücher 1678-1686, bearb. von R. Jacobsen unter Mitarb. von J. Brandsch, Weimar 2000 [Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 500 S., 11 Abb., 78,– DM].

Garrigoe Grandchamp, P., Guerreau, A., Salvèque, J.-D., Impey, E.: Doyennés et granges de l’abbaye de Cluny. Exploitations domainiales et résidences seigneuriales monastiques en Clunisois du XIe au XIVe siècles, in: Bulletin Monumental 157 (1999) S. 71ff.

Gemeinschaft und Geschichtsbilder im Hanseraum, hg. von T. Hill und D. W. Poeck, Frankfurt am Main u.a. 2000 (Kieler Werkstücke. Reihe E: Beiträge zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 1) [Peter Lang, 150 S., 15 Abb., 54,– DM].

Genealogie als Denkform in Mittelalter und Frühe Neuzeit, hg. von K. Heck und B. Jahn, Tübingen 2000 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 80) [Niemeyer, 280 S., kart., 124,– DM].

Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, hg. von R. A. Müller. Bd. 2: Spätmittelalter, 1250-1495, hg. von J.-M. Moeglin und R. A. Müller, Leipzig 2000 [Reclam, 480 S., 19,– DM].

Giotto. Bilancio critico di sessant’anni di studi e ricerche. Ausstellungskatalog, hg. von A. Tartuferi, Florenz 2000 [Giunti, 60.000,– Lire].

Glauert, M.: Die Bischofswahlen in den altpreußischen Bistümern Kulm, Pomesanien, Ermland und Samland im 14. Jahrhundert, in: Römische Quartalsschrift 94 (1999) S. 82ff.

Gotthard, A.: Säulen des Reiches. Die Kurfürsten im frühneuzeitlichen Reichsverband. Bd. 1: Der Kurverein. Kurfürstentage und Reichspolitik. Bd. 2: Wahlen. Der Kampf um die kurfürstliche "Präeminenz", Husum 1999 (Historische Studien, 457,1 und 457,2) [Mathiesen Verlag, 902 S., geb., 228,– DM].

Groebner, V.: Gefährliche Geschenke. Ritual, Politik und die Sprache der Korruption in der Eidgenossenschaft im späten Mittelalter und am Beginn der Neuzeit, Konstanz 2000 (Konflikte und Kultur – historische Perspektiven, 4) [Universitätsverlag Konstanz, 312 S., brosch., 68,– DM].

Guerre, pouvoir et noblesse au Moyen Age. Mélanges en l’honneur de Philippe Contamine. Textes réunis par J. Paviot et J. Verger, Paris 2000 [Presses de l’Université de Paris-Sorbonne, 680 S., zahlr. sw- und farb. Abb., 325 FF].

Aus dem Inhalt:

Schneider, J.: Avant-propos; Publications de Philippe Contamine; Allmand, C.: Le problème de la désertion en France, en Angleterre et en Bourgogne à la fin du Moyen Age; Aurell, M.: Aliénor d’Aquitaine (1124-1204) et ses historiens: la destruction d’un mythe? Autrand, F.: "Hôtel de seigneur ne vaut rien sans dame": le mariage de Jean, comte de Poitiers, et de Jeanne d’Armagnac, 24 juin 1360; Balard, M.: Les forces navales génoises en Méditerranée aux XVe et XVIe siècles; Barthélemy, D.: La milice de Bourges et sa défaite du 18 janvier 1038; Bériac-Lainé, F.: Une armée anglo-gasconne vingt ans avant la guerre de Cent Ans; Blockmans, W.: La représentation de la noblesse en Flandre au XVe siècle; Bompaire, M.: Le gouvernement des monnaies de Jean Poilevilain; Boudet, J.-P.: Un jugement astrologique en français sur l’année 1415; Boutet, D.: Du guerrier barnare au lignage chrétien: la chanson de geste et l’intégration fictionnelle du Danemark à la culture occidentale; Bouzy, O.: Jeanne d’Arc, les signes au roi et les entrevues de Chinon; Carozzi, C.: La victoire de Bénévent et la légitimité de Charles d’Anjou; Chapelot, J.: De la "maison" au "château": Les qualificatifs de Vincennes dans les sources écrites aux XIIIe-XIVe siècles; Chevalier, B.: La guerre pour un chapeau de cardinal. Guillaume Briçonnet instigateur de l’entreprise de Naples, mai 1493-août 1494; Crouzet-Pavan, E.: Quand le doge part à la croisade ...; Curry, A.: Bourgeois et soldats dans la ville de Mantes pendant l’occupation anglaise, de 1419 à 1449; Delort, R.: Le prince et la bête; Demotz, B.: La noblesse et la guerre dans la Savoie médiévale; Demurger, A.: Le pape Clément VI et l’Orient; ligue ou croisade? Dubois, H.: La noblesse au miroir de l’Échiquier de Normandie, 1374-1408; Dutour, T.: Pouvoir politique et position sociale en ville. Les factions et leurs chefs à Dijon à la fin du Moyen Age; Favier, J.: Occupation ou connivence? Les Anglais à Paris (1420-1436); Favreau, R.: La Rochelle pendant la guerre de Cent Ans; Fossier, R.: Le domaine du roi en Picardie (Xe-XIIIe siècle); Fowler, K.: ’Condotte‘ et ’condottieri‘. Mercenaires anglais au service de Florence au XIVe siècle; Gauvard, C.: Entre justice et vengeance: le meurtre de Guillaume de Flavy et l’honneur des nobles dans le royaume de France au milieu du XVe siècle; Genet, P.: Des capitaines au parlement (1353-1370); Gilli, P.: Guerre, paix, alliance, duel: le disciplinement de la violence dans les traités juridiques sur la guerre, en Italie, au XVe siècle; Guyotjeannin, O.: Les autorisations royales de fortifier enregistrées en chancellerie (1441-1497); Jones, M.: "Les archives du succès"?: les débuts d’une grande famille parlementaire bretonne, les Becdelièvre; Kerhervè, J.: Le budget de la guerre en Bretagne d’après l’"estat" de 1482-83; Labory, G.: Réflexions sur le remaniement de la ’Grande Chroniques de Normandie‘ à la fin du XVe siècle; Lachaud, F.: Un ’miroir du prince‘ méconnu: le ’De nobilitatibus, sapienciis et prudenciis regum‘ de Walter Milemete (vers 1326-1327); Lalou, E.: Le souvenir du service de la reine; l’hôtel de Jeanne de Navarre, reine de France, en juin 1294; Lassalmonie, J.-F.: Les compagnies d’ordonnance au début du règne de Louis XI d’après les notes de l’abbé Le Grand (XVIIe siècle); Leclercq, P.: La femme dans le ’Gouvernement des princes‘ de Gilles de Rome; Le Mené, M.: ’Tenir en fief‘ à la fin du Moyen Age [en Anjou]; Leroy, B.: En Navarre au XIVe siècle: "ceux qui pour garder loyalement leur nation exposent leur corps au hasard de la mort; Lewis, P. S.: Être au Conseil; Mattéoni, O.: Les présidents de la Chambre des comptes de Moulins à la fin du Moyen Age; Mehl, J.-M.: Le combattant des soixante-quatre cases; Ménard, P.: L’art de la guerre en Orient au temps de Saladin; Mérindol, C. de: Les décors monumentaux peints et armoriés; un témoignage sur la société médiévale; Michaud-Fréjaville, F.: Jeanne d’Arc, ’dux‘, chef de guerre: le point de vue des traités en faveur de la Pucelle; Morsel, J.: Sociogénèse de la noblesse en Franconie à la fin du Moyen Age; Paravicini, W.: Georg von Ehingens unvollendete Reise (1458); Pinoteau, H.: Genèse du blanc; Rapp, F.: Guerre et liberté urbaine en Alsace à la fin du Moyen Age: les villes alsaciennes face aux incursions des routiers; Rigaudière, A.: Aide aux quatre cas, coutume, droit féodal et droit écrit: Robert de Balsac et ses hommes de Saint-Chamant (1487-1489); Sarrazin, J.-L.: La noblesse de la terre de Belleville d’après les aveux de 1344; Schnerb, B.: Fortune et infortune de messire Tassin Gaudin (1405-1435); Sommé, M.: La Chambre des comptes de Lille et le pouvoir ducal au milieu du XVe siècle, d’après la correspondance d’Isabelle de Portugal; Taviani-Carozzi, H.: Bien gouverner en temps de guerre comme en temps de paix: le bon roi Roger de Sicile; Vaivre, B.: Les armes de Joinville; Zink, M.: "Mis pour meurir au feurre de prison", le poète, leurre du prince.

Notker Hammerstein: Res publica litteraria. Ausgewählte Aufsätze zur frühneuzeitlichen Bildungs-, Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, hg. von U. Muhlack und Gerrit Walther, Berlin 2000 [Duncker und Humblot, 409 S., 1 Abb., brosch., 128,– DM].

Hartmann, J.: Staatszeremoniell. 3., neu bearb. Aufl., Köln 2000 (1. Aufl. 1988) [Carl Heymanns Verlag, 332 S., 128,– DM].

Heckmann, D.: Preußische Jagdfalken als Gradmesser für die Außenwirkung europäischer Höfe des 15. und 16. Jahrhunderts, in: Preußenland 37 (1999) S. 39-62.

Heckmann, D.: Das Urbar der Deutschordenskommende Metz von 1404 (-1496), in: Rheinische Vierteljahrsblätter 64 (2000) S. 168-207.

Heckmann, M.-L.: Überlegungen zu einem Repertorium an Hand der Hochmeisterwappen des Deutschen Ordens, unter der Internetadresse: http://people.freenet.de/heckmann.werder/ Wappen.htm.

Heidenreich, G.: Schloß Meßkirch. Repräsentation adeligen Herrschaftsbewußtseins im 16. Jahrhundert, Epfendorf/Neckar 2000 [bibliotheca academica Verlag, 256 S., 157 Abb., Ln., 98,– DM].

Hertlein, B., Kulke, W.-H.: Hofgärten und Orangerien in Pappenheim. Barocke Gartenkultur einer kleinen Residenz, in: Villa nostra 2 (2000) S. 5-18.

Heyden-Rynsch, V. von der: Christina von Schweden. Die rätselhafte Monarchin, Weimar 2000 [Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 272 S., 20 sw-Abb., 48,– DM].

Hinrichs, E.: Fürsten und Mächte. Zum Problem des europäischen Absolutismus, Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 270 S., 10 Abb., geb., 54,– DM].

Hoeges, D.: Niccolò Macchiavelli. Die Macht und der Schein, München 2000 [Beck, 290 S., 11 Abb., Ln., 54,90 DM]..

Hollegger, M.: Maximilian I. Herrscher und Mensch einer Zeitenwende, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 240 S., kart., 32,– DM].

Hübner, G.: Lobblumen. Studien zur Genese und Funktion der "Geblümten Rede", Tübingen, Basel 2000 (Bibliotheca Germanica, 41) [A. Francke, 500 S., Ln., 168,– DM].

Impey, E.: Le manoir de Chauvincourt (Eure): une résidence seigneuriale du XIIIe siècle, in: Bulletin Monumental 157 (1999) S. 63ff.

Itinerari medievali e identità Europea. Atti del congresso internazionale Parma, 27-28 febbraio 1998, hg. von R. Greci, Parma 1999 [335 S., 24,80 Euro].

Die Jagd der Eliten in den Erinnerungskulturen von der Antike bis in die Frühe Neuzeit, hg. von W. Martini, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung, 3) [Vandenhoeck & Ruprecht, 224 S., 45 Abb., kart., 56,– DM].

Jäger, B.: Fulda. Die geistliche geprägte Stadt. Entwicklungslinien vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 83 (1998) S. 133-179.

Jähnig, B.: Hartmut Boockmann * Marienburg 22. August 1934, † Göttingen 15. Juni 1998, in: Preußenland 37 (1999) S. 23-28.

Jansen, T.: Höfische Öffentlichkeit im frühmittelalterlichen China. Debatten im Salon des Prinzen Xiao Ziliang, Freiburg i.Br. 2000 [Rombach, 350 S., brosch., 98,– DM].

Janssen, W.: Die niederrheinischen Territorien im Spätmittelalter. Politische Geschichte und Verfassungsentwicklung 1300-1500, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 64 (2000) S. 45-167.

Jeismann, K.-E.: Geschichte und Bildung. Beiträge zur Geschichtsdidaktik und zur Historischen Bildungsforschung, hg. und eingel. W. Jacobmeyer und B. Schönemann, Paderborn 2000 [Schöningh, 412 S., kart., 88,– DM].

Kaiser Karl V. und seine Zeit. Katalog zu den Ausstellungen der Bibliothek Otto Schaefer, Schweinfurt, des Stadtarchivs Schweinfurt sowie des Fördervereins und der Forschungsstiftung für vergleichende Europäische Überseegeschichte, hg. von S. Diller, Bamberg 2000 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schweinfurt, 14; Schriften der Museen der Stadt Bamberg, 42; Beiträge zur Geschichte und Kultur der Neuzeit, 1) [Universitäts-Verlag Bamberg, 219 S., 49,80 DM].

Kellermann, K.: Königliche Hoheit. Leibliche Herrscherrepräsentanz in der deutschen Literatur des Mittelalters aus kulturwissenschaftlicher Sicht, in: Das Mittelalter 5,1 (2000) S. 123-139.

Kelnberger, C.: Text und Musik bei John Dowland, Passau 1999 [Verlag Karl Stutz, 461 S., Notenbeispiele, Faksimiles, 2 Abb., kart., 68,– DM].

Kerscher, G.: Kopfräume – Eine kleine Zeitreise durch virtuelle Räume, Kiel 2000 [Ludwig Verlag, 240 S., Abb., brosch., 49,– DM] [u.a. am Beispiel von Schloß und Palastanlagen].

Kissling, P.: "Gute Policey" im Berchtesgadener Land. Rechtsentwicklung und Verwaltung zwischen Landschaft und Obrigkeit 1377 bis 1803, Frankfurt am Main 2000 (Studien zu Policey und Policeywissenschaft) [Klostermann, 299 S., 68,– DM].

Knittler, H.: Die europäische Stadt in der frühen Neuzeit, München 2000 (Querschnitte, 4) [Oldenbourg, 320 S., 48,– DM].

Konsens und Dissens. Deutsche Königswahl (1273-1349) und zeitgenössische Geschichtsschreibung, hg. von M. Lenz, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung, 5) [Vandenhoeck & Ruprecht, 336 S., kart., 78,– DM].

Körntgen, L.: Königsherrschaft und Gottes Gnade. Zu Kontext und Bedeutung sakraler Vorstellungen in Historiographie und Bildzeugnissen der ottonisch-frühsalischen Zeit, Berlin 2000 (Orbis mediaevalis. Vorstellungswelten des Mittelalters, 2) [Akademie Verlag, 450 S., 70 Abb., geb., 98,– DM].

Kraack, D.: Jerusalem als Reiseziel brandenburgischer Fürsten im 15. und im 19. Jahrhundert. Mittelalterliche Markgrafen und neuzeitliche Monarchen auf dem Weg ins Heilige Land, in: Jahrbuch für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte 1999, S. 37-61.

Krakau, Prag und Wien. Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat, hg. von M. Dmitrieva und K. Lambrecht, Stuttgart 2000 (Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa, 10) [Steiner, 400 S., Ill., 124,– DM].

Kreiser, K.: Der Osmanische Staat (1300-1922), München 2000 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte, 30) [Oldenbourg, 230 S., brosch., 38,– DM].

Kresten, O.: "Staatsempfänge" im Kaiserpalast von Konstantinopel um die Mitte des 10. Jahrhunderts. Beobachtungen zu Kapitel II 15 des sog. "Zeremonienbuches", Wien 2000 (Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse, 670).

Kugler, G. J., Kurzel-Runtscheiner, M.: Des Kaisers teure Kleider. Festroben und Ornate, Hofuniformen und Livreen vom frühen 18. Jahrhundert bis 1918, Wien 2000 [Kunsthistorisches Museum, 279 S., farb. Abb., 71,– DM].

Landwehr, A.: Policey im Alltag. Die Implementation frühneuzeitlicher Policeyordnungen in Leonberg, Frankfurt am Main 2000 (Studien zu Policey und Policeywissenschaft) [Klostermann, 88,– DM].

Literatur und Wandmalerei. Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter. I. Freiburger Colloquium vom 2. 5. September 1998, hg. von E. C. Lutz, J. Thali und R. Wetzel, Freiburg 2000 (Scrinum Friburgense, 15) [Universitätsdruck, 500 S., 120 Abb., 186,– DM].

Lorenz Fries, Chronik der Bischöfe von Würzburg, Bd. III, hg. von U. Wagner und W. Ziegler, Würzburg 1999 [Ferdinand Schöningh, 398 S., geb., 118,– DM].

Die Lust am Jagen. Jagdsitten und Jagdfeste am Kurpfälzischen Hof im 18. Jahrhundert, von U. Pirl, R. Wagner, S. Richter, A. Roth, W. Schröck-Schmidt, S. Schwenk, hg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stuttgart 1999 [Verlag Regionalkultur, 120 S., 50 z.T. farb. Abb., 24.,– DM].

Der deutsche Malagis nach den Heidelberger Handschriften cpg 340 und 315. Unter Benutzung der Vorarbeiten von G. Schieb und S. Seelbach hg. von A. Haase, B. W. T. Duijvestijn, G. A. R. de Smet und R. Bentzinger, Berlin 2000 (Deutsche Texte des Mittelalters, 82) [Akademie Verlag, 625 S., 248,– DM].

Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. von L. Kolmer und C. Rohr, Paderborn 2000 [320 S., zahlr. Abb., Ln., 68,– DM].

Mann, M.: Geschichte der Macht, hg. und mit einem Nachwort von H. Haferkamp und W. Knöbl. Aus dem Englischen von H. Herkommer, Frankfurt am Main 2000 [Campus, 360 S., geb., 78,– DM].

Marchesin, I.: L’image organum. La représentation de la musique au moyen âge, Turnhout 2000 [Brepols, 300 S., kart.].

Märtl, C.: Papst Pius II. (1458-1464) in der Kaplle des Palazzo Medici Riccardi zu Florenz. Ein Beitrag zu Ikonographie und Zeremoniell der Päpste in der Renaissance, in: Concilium medii aevi 3 (2000) S. 155-183.

Mast, P.: Ost- und Westpreußen und die Deutschen in Litauen, München 2000 (Studienbuchreihe der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, 10) [Langen Müller, 220 S., geb., 29,90 DM].

Meditation und Erinnerung in der Frühen Neuzeit, hg. von G. Kurz, Göttingen 2000 (Formen der Erinnerung, 2) [Vandenhoeck & Ruprecht, 405 S., 31 Abb., kart., 84,– DM].

Meissner, B.: Hofmann und Herrscher. Was es für die Griechen hieß, Freund eines Königs zu sein, in: Archiv für Kulturgeschichte 82 (2000) S. 1-36.

Faire mémoire. Souvenir et commémoration au Moyen Âge. Séminaire "Sociétés, Idéologies et Croyances au Moyen Âge". À la mémoire de Georges Duby, hg. von C. Carozzi und H. Taviani-Carozzi, Aix-en-Provence 1999 (Publications de l'Université de Provence) [369 S., Abb., 40,55 Euro].

Aus dem Inhalt:

Autrand, F.: La tour Maubergeon à Poitiers: un monument de paix? Balivet, M.: Un fait demémoire inaltérable: la prise d’une métropole dans l’orient islamo-byzantin; Carozzi, C.: Clovis, de Grégoire de Tours aux grandes chroniques de France: naissance d’une mémoire ambiguë; Granier, T.: Lieux de mémoire – lieux de culte à Naples aux Ve-Xe siècles: saint Janvier, saint Agrippin et le souvenir des évêques; Guilleman, B.: Le procès á la mémoire de Boniface VIII; Guyon, J.: Une mémoire plurielle: textes et monuments commémoratifs de la bataille du pont Milvius (28 octobre 312) dans la Rome de l’antiquité tardive; Hélas, J.-C., Sigal, P.-A.: Hagiotoponymes et dédicaces d’églises en Bs Languedoc du moyen âge à nos jours; Mazel, F.: Mémoire héritée, mémoire inventée: Guilhem de Baux, prince d’Orange, et la légende de Guillaume d’Orange (XIIe-XIIe siècles); Paul, J.: Lieux de mémoire, lieux de culte: le souvenir de saint François; Picard, C.: La mémoire religieuse des lieux: des cultes chrétiens aux cultes musulmans sur les rivages d’al-Anadalus; Planavergne, D.: De Jumièges à Tournus: mémoire et culte de saint Philibert; Stouff, L.: Présence et souvenir de Rome dans l’Arles du bas moyen âge; Taviani-Carozzi, H.: De Robert Guiscard au roi de Sicile: la mémoire de l’historien Alexandre de Telese; Verdon, L.: L’anthroponymie, un lieu pour quelle(s) mémoire(s) L’exemple du Roussillon du Xe au XIIIe siècle.

Mersiowsky, Mark: Die Anfänge territorialer Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium, Stuttgart 2000 (Residenzenforschung, 9) [Thorbecke, 480 S., Ln., 168,– DM].

Merz, J.: Fürst und Herrschaft. Der Herzog von Franken und seine Nachbarn 1470-1519, München 2000 [Oldenbourg, 267 S., 98,– DM].

Moers. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, hg. von M. Wensky, 2 Bde., Köln, Weimar 2000 [Böhlau, 900 S., 220 sw-Abb., 40 farb. Abb., geb., Subskriptionspreis bis zum 31.12.2000 88,– DM, danach 118,– DM].

Mouillebouche, H.: Les maisons fortes de la Côte d’Or. Recherches sur l‘habitat seigneurial mineur en Bourgogne à la fin du Moyen Age. Thèse Univ. Nancy II 2000 [unveröff.].

Müller, P.: Von der Registratur der Hofkanzlei zum fürstlichen Zentralarchiv. Geschichte des Fürstlich Löwenstein-Wertheim-Freudenbergschen Archivs, in: Wertheim Jahrbuch, 1999, S. 155-196.

Müller, R. A.: Vom Adelsspiel zum Bürgervergnügen, in: Archiv für Kulturgeschichte 82 (2000) S. 67-91 [betr. das Schachspiel].

Münkler, H., Münkler, M.: Lexikon der Renaissance, München 2000 [Beck, 400 S., geb., 49,80 DM].

Müssel, K.: Hofleben, Feste und Gäste der Herzogin Elisabeth Friederike Sophie auf Schloß Fantaisie und in Bayreuth (1763-1780), in: Archiv für Geschichte von Oberfranken 79 (1999) S. 225-324.

Nagel, S.: Spiegel der Geschlechterdifferenz. Frauendidaxen im Frankreich des späten Mittelalters, Stuttgart 2000 (Ergebnisse der Frauenforschung, 54) [Metzler, 320 S., kart., 55,– DM].

Der Natur und Kunst gewidmet. Der Esterházysche Landschaftsgarten in Eisenstadt, hg. von F. Prost, Wien 2000 [Böhlau, 364 S., 113 sw-Abb., 80 Farbtafeln, geb., 124,– DM].

Naumann-Unverhau, C.: Vom Spital zur Rittergemeinschaft. Kaiser Heinrich VI. und die Frühzeit des Deutschen Ordens, in: Württembergisch Franken. Jahrbuch des Historischen Vereins für Württembergisch Franken 83 (1999) S. 7-21.

Nikolaus Muffel: Descrizione della città di Roma nel 1452. Der ablas und die heiligen stet zu Rom. Hg. und mit einer italienischen Übersetzung von G. Wiedmann, Bologna 1999 [Pàtron Editore, 144 S., Abb., brosch., 18.000,– ital. Lire].

Oberli, M.: Magnificentia Principis. Das Mäzenatentum des Prinzen und Kardinals Maurizio von Savoyen (1593-1657), Weimar 1999 [Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaft, 344 S., 58 sw-Abb., 23 farb. Abb., 132,– DM].

Osswald-Bargende, S.: Die Mätresse, der Fürst und die Macht. Christina Wilhemina von Grävenitz und die höfische Gesellschaft, Frankfurt am Main 2000 [Campus, 370 S., brosch., 78,– DM].

Der südliche Ostseeraum und das Alte Reich, hg. von N. Jörn und M. North, Köln, Weimar 2000 (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 35) [Böhlau, 560 S., geb., 118,– DM].

Ottonische Neuanfänge. Symposium zur Europarats- und Landesausstellung "Otto der Große. Magdeburg und Europa", hg. von B. Schneidmüller und S. Weinfurter, Mainz 2000 [Philipp von Zabern, 450 S., 88 Abb., geb., 150,– DM].

Paulmann, J.: Pomp und Politik. Monarchenbegegungen in Europa zwischen Ancien Régime und Erstem Weltkrieg, Paderborn 2000 [Schöningh, 460 S., Abb., geb., 88,– DM].

Planta, C. von: Landesherrliche Ämter, Solddienst und Handel. Bemerkungen zu den politischen und wirtschaftlichen Existenzgrundlagen kleiner Herrschaftsträger der Bischöfe von Chur im 14. und 15. Jahrhundert, in: Bündner Monatsblatt. Zeitschrift für Bündnerische Geschichte und Landeskunde 3 (2000) S. 214-226.

Policey und frühneuzeitliche Gesellschaft, hg. von K. Härter, Frankfurt am Main 2000 (Ius Commune, Sonderheft, 129) [Klostermann, 630 S., Ln., 198,– DM].

Powerbrokers in the Late Middle Ages. The Burgundian Low countries in a European Context, hg. von R. Stein, Turnhout 2000 [Brepols, 250 S., kart.].

Aus dem Inhalt:

Stein, R.: Burgundian bureaucrazy as a model for the Low Countries? The Chambres des Comptes and the creation of an administrative unity; Godding, P.: Le Conseil de Brabant sous Philippe le Bon. L’institution et les hommes; Damen, M.: Taxation for prince and officers. The Council of Holland and the aides in the Burgundian period; Dumolyn, J.: Les conseillers flamands au 15e siècle: rentiers du pouvoirs, courtiers de pouvoirs; Jean, M.: Les Gens de Comptes à Lille à la fin du XVième siècle; Black, A.: Ottoman political thought: A comparison with Europe; Genet, J.-P.: Les conseillers du prince en Angleterre à la fin du moyen âge: sages et prudents? Bos-Rops, Y.: The Power of mones. Financial officials in Holland in the late 15th and early 16th century.

Das Preußenland als Forschungsaufgabe. Eine europäische Region in ihren geschichtlichen Bezügen. Festschrift für Udo Arnold zum 60. Geburtstag, gewidmet von den Mitgliedern der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, hg. von B. Jähnig und G. Michels, Lüneburg 2000 (Einzelschriften der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung, 20) [Nordostdeutsches Kulturwerk, 880 S., geb., 139,– DM].

Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II., hg. von F.-L. Kroll, München 2000 [Beck, 350 S., 20 Abb., geb., 49,80 DM].

Prozesse der Normbildung und Normveränderung im mittelalterlichen Europa, hg. von D. Ruhe und K.-H. Spiess, Stuttgart 2000 [Steiner, 450 S., geb., 144,– DM].

Reckwitz, A.: Die Transformation der Kulturtheorien. Zur Entwicklung eines Theorieprogramms, Weilerswist 2000 [Velbrueck Wissenschaft, 704 S., 149,– DM].

Rees, J.: Grand Tour. Adeliges Reisen und europäische Kultur vom 14. bis zum 18. Jahrhundert [Tagungsbericht], in: Kunstchronik 53 (2000) S. 135-140.

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von H. Koller und P.-J. Heinig. Heft 14: Die Urkunden und Briefe aus den Archiven und Bibliotheken der Stadt Nürnberg. Teil 1: 1440-1449, Wien u.a. 2000 [Böhlau, 372 S., brosch., 132,– DM].

Regesten Kaiser Ludwigs des Bayern (1314-1347), nach Archiven und Bibliotheken geordnet, hg. von P. Acht. Heft 6: Die Urkunden aus den Archiven und Bibliotheken der Schweiz, bearb. von J. Wetzel, Köln, Weimar 2000 (J. F. Böhmer, Regesta Imperii) [Böhlau, 150 S., brosch., 68,– DM].

Rehberg, A.: Kirche und Macht im römischen Trecento. Die Colonna und ihre Klientel auf dem kurialen Pfründenmarkt (1278-1378), Tübingen 1999 (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, 88) [Max Niemeyer Verlag, 658 S., geb., 192,– DM].

Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift für Peter Moraw, hg. von P.-J. Heinig; S. Jahns, H. J. Schmidt, R. Schwinges und S. Wefers, Berlin 2000 (Historische Forschungen, 67) [Duncker & Humblot, 759 S., brosch., 148,– DM].

Aus dem Inhalt:

I. Herrschaftskonzepte: Verfassung und politische Ordnung

Ehlers, J.: Der wundertätige König in der monarchischen Theorie des Früh- und Hochmittelalters, S. 3ff.; Schmidt, H.-J.: Vollgewalt. Souveränität und Staat. Konzepte der Herrschaft von Kaiser Friedrich II., S. 21ff.; Schneidmüller, B.: Konsensulae Herrschaft. Ein Essay über Formen und Konzepte politischer Ordnung im Mittelalter, S. 53ff.; Miethke, B.: Die "Wahldekrete" bei der Wahl eines ’rex Romanorum‘ im spätmittelalterlichen Deutschland, S. 89ff.; Bulst, R.: Stände und Widerstände. Die Reformvorstellungen der Generalstände von 1413 und die ’révolte cabochienne‘, S. 115ff.; Lottes, G.: Zwischen Herrschaftsvertrag und Verfassungsnotariat. Die Wahlkapitulationen der deutschen Kaiser und Könige, S. 133ff.; Klippel, D.: Verfaßte Freiheit. Die Entdeckung der Freiheitsrechte als Verfassungsprinzip im 18. und 19. Jahrhundert, S. 149ff.; Steiger, H.: Vom Völkerrecht der Christenheit zum Weltbürgerrecht. Überlegungen zur Epochenbildung in der Völkerrechtsgeschichte, S. 171ff.

II. Herrschaftspraxis: Recht und Macht, Institutionen und Finanzen

Schieffer, R.: "Ausländische Empfänger" von Königsurkunden der Ottonen, Salier und Staufer, S. 191ff.; Hlaváček, I.: Wenzel (IV.) und Giongaleazzo Visconti, S. 203ff.; Chittolini, G.: Städte, kirchliche Institutionen und ’bürgerliche Religion‘ in Nord- und Mittelitalien in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, S. 227ff.; Schuchard, C.: Die Papstfinanz und der Norden Europas im späten Mittelalter, S. 249ff.; Blockmans, W.: Die Hierarchisierung der Gerichtsbarkeit in den Niederlanden, 14.-16. Jahrhundert, S. 261ff.; Meuthen, E.: Der Regensburger Christentag 1471. Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III., Achte Abteilung, zweite Hälfte, S. 279ff.; Wefers, S.: Der Wormser Tag von 1495 und die ältere Staatswerdung, S. 287ff.; Diestelkamp, B.: Eine versuchte Annäherung Zar Iwans IV., des Schrecklichen, an den Westen? Ein Reichskammergerichtsprozeß, der dies nahelegt, S. 305ff.; Jahns, S.: "Mecklenburgisches Wesen" oder absolutistisches Regiment? Mecklenburger Ständekonflikt und neue kaiserliche Reichspolitik (1658-1755), S. 323ff.

III. Personen, Gruppen, Verbände

Heinig, P.-J.: Fürstenmorde. Das europäische (Spät-) Mittelalter zwischen Gewalt, Zähmung der Leidenschaften und Verrechtlichung, S. 355ff.; Elm, K.: ’Sacrum Commercium‘. Über Ankunft und Wirken der ersten Franziskaner in Deutschland, S. 389ff.; Paravicini, W.: Zeitenwende. Edelleute aus dem Ordensland Preußen und
Livland im Westeuropa des 15. Jahrhunderts, S. 413ff.; Esch, A. und D.: Mit Kaiser Friedrich III. in Rom. Preise, Kapazität und Lage römischer Hotels 1468/69, S. 443ff.; Andermann, K.: Gemmingen-Michelfeld. Eine personengeschichtliche Fallstudie zum Themenkreis Patronage – Verwandtschaft – Freundschaft – Landsmannschaft, S. 459ff.; Berding, H.: Carl Vogt (1817-95). Der politische Lebensweg eines liberalen Demokraten, S. 479ff.; Fuhrmann, H.: Von solchen, "die noch östlicher wohnten" – Deutsche, Polen, Juden im Oberschlesien des 19. Jahrhunderts, S. 497ff.

IV. Die Universität und ihr Umfeld

Verger, J.: Une autorité universelle? L’Université de Paris et les princes européens au Moyen Age, S. 515ff.; Wriedt, K.: Universität oder theologische Domlektur in Lübeck?, S. 527ff.; Schwinges, R. A.: Stiefel, Wams und Studium oder: Wozu hat man einen geistlichen Onkel? Aus Notizen des Kölner Studenten Gerhard von Wieringen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, S. 543ff.; Dölemeyer, B.: Die Universität als "gelehrte Manufactur". Reformideen des aufgeklärten Absolutismus in Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel, S. 565ff.; Hammerstein, N.: Eine deutsche Universität im 18. Jahrhundert: Gießen, S. 583ff.; Felschow, E.-M.: Reformbestrebungen an deutschen protestantischen Universitäten im 18. Jahrhundert – die Beispiele Marburg und Gießen, S. 599ff.; Baumgarten, M.: Die klassische Universität, S. 619ff.; Prüll, C.-R.: Macht und Mythos. Die moderne Medizin an der deutschen Universität und ihre Historiographie, S. 635ff.

V. Darstellung von und Nachdenken über Geschichte

Petersohn, J.: Ein Bericht über die Reichenau aus dem Jahre 1417. Hochmittelalterliche Voraussetzungen spätmittelalterlicher Befunde, S. 653ff.; Moeglin, J.-M.: Das Reich und die bayerischen Fürsten in einer ersten (?) Fassung der Bayerischen Chronik von Ulrich Füetrer, S. 675ff.; Schilling, H.: Wider den Mythos vom Sonderweg – die Bedingungen des deutschen Weges in die Neuzeit, S. 699ff.; Duchhardt, H.: Fachhistorie und "politische" Historie: der Mediävist, Landeshistoriker, Kulturhistoriker und Publizist Friedrich Rühs, S. 715ff.; Althoff, G.: Das Mittelalterbild der Deutschen vor und nach 1945. Eine Skizze, S. 731; Bojcov, M. A.: Mittelalterlicher Symbolismus und (post)moderner Historismus, S. 751ff.

Europäische Reiseberichte des späten Mittelalters. Eine analytische Bibliographie, hg. von W. Paravicini. Teil 3: Niederländische Reiseberichte, nach Vorarbeiten von D. Kraack bearb. von J. Hirschbiegel, Frankfurt am Main u.a. 2000 (Kieler Werkstücke. Reihe D: Beiträge zur Geschichte des späten Mittelalters, 14) [Peter Lang, 414 S., kart., 118,– DM].

Riedmann, J.: Die Besetzung der Bischofsstühle von Brixen und Trient 998-1448, in: Römische Quartalsschrift 94 (1999) S. 35ff.

Rill, B.: Kaiser Matthias. Bruderzwist und Glaubenskampf, Graz 1999 [Styria, 342 S., 16 sw-Abb., geb., 54,– DM].

Rischert, H.: Bestandsaufnahme der Burgen und Schlösser im Landkreis Eichstätt, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000) S. 280-306.

Robert, Y.: Jean-Antoine de Baїf and the Valois Court, Bern u.a. 2000 [Peter Lang, 231 S., 70,– DM].

Rouse, R. H., Rouse, M. A.: Manuscripts and their makers. Commercial book producers in medieval Paris, 1200-1500, 2 Bde., Turnhout 1999 (Illiterati et uxorati) [Harvey Miller Publishers, 800 S., 200 Abb., 217,– Euro].

Sabatier, G.: Versailles ou la figure du roi, Paris 1999.

Scharer, A.: Herrschaft und Repräsentation. Studien zur Hofkultur König Alfreds des Gros-sen, München 2000 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband, 36) [Oldenbourg, 156 S., geb., 66,– DM].

Schmale, W.: Geschichte Europas, Wien 2000 [Böhlau, 300 S., 30 Abb., geb., 58,– DM].

Schmale, W.: Geschichte Frankreichs, Stuttgart 2000 [UTB, 432 S., 16 Karten, 39,80 DM].

Schmid, A.: Die Bistumspolitik Ludwigs des Bayern, in: Römische Quartalsschrift 94 (1999) S. 55ff.

Schmid, A.: Der Eichstätter Hof zu Regensburg, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000) S. 233-245.

Schmiedel, H.: Berüchtigte Duelle. Mit einer Einführung in die Duell-Regeln, München 2000 [Koehler & Amelang, 130 S., 17 Abb., geb., 28,– DM].

Schneidmüller, B.: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819-1252), Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 380 S., kart., 35,– DM].

Schönfeld, R.: Slowakei. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Regensburg 2000 (Ost- und Südosteuropa) [Pustet, 230 S., 16 sw-Abb., brosch., 44,– DM].

Schreiber, H.: August der Starke, Gernbach 2000 [Casimir Katz, 288 S., Abb., geb., 48,– DM].

Schuler, P.-J.: Die spätmittelalterliche Vertragsurkunde. Untersucht an den Urkunden der Grafen von Württemberg 1325-1392, Paderborn 2000 (Quellen und Forschungen aus dem Gebiet der Geschichte, 14) [Schöningh, 397 S., 11 S. Abb., kart., 198,– DM].

Schulz, D.: Schloß Ludwigsburg – Zeitspuren eines barocken Gebäudes, Asperg 1999 [Büro Kunst – Biuro Sztuki, 325 S.].

Schwennicke, D.: Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Bd. 1, Teil 3: Die Häuser Oldenburg, Mecklenburg, Schwarzburg, Waldeck, Lippe und Reuß, Frankfurt am Main 2000 [Klostermann, 192 S., 129 Tafeln, Hochformat 25 x 35cm, Ln., 200,– DM].

Schwennicke, D.: Europäische Stammtafeln. Neue Folge. Bd. 19: Zwischen Weser und Oder, Frankfurt am Main 2000 [Klostermann, 220 S., 162 Tafeln, Hochformat 25 x 35cm, Ln., 240,– DM].

Segert, J.: Der Eichstätter Hof in der frühen Neuzeit, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000) S. 329-343.

Senn, R. T.: Sophie Charlotte von Preußen. Biografie, Weimar 2000 [Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 272 S., 10 sw-Abb., 48,– DM].

Séraphin, G.: Salles et châteaux gascons, un modèle de maisons fortes, in: Bulletin Monumental 157 (1999) S. 11ff.

Staat und Krieg. Vom Mittelalter bis zur Moderne, hg. von W. Rösener, Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 250 S., 1 Abb., brosch., 44,– DM].

Stadt und Hochstift Brixen, Bruneck und Klausen bis zur Säkularisation 1803. Città e principato Bressanone, Brunico e Chiusa fino alla secolarizzazione 1803, hg. von H. Flachenecker, H. Heiss und H. Obermair, Bozen 2000 (Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs, 12) [Verlagsanstalt Athesia].

Stadt – Land – Schloß. Celle als Residenz. Begleitband zur Ausstellung, Bielefeld 2000 (Celler Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs und des Bomann-Museums, hg. von der Stadt Celle – Stadtarchiv – Brigitte Streich, 29) [Verlag für Regionalgeschichte, 272 S., zahlr., teils farb. Abb., Karten, kart., 22,90 DM].

Aus dem Inhalt:

Seggern, H. von: Die welfischen Residenzen im Spätmittelalter – ein Überblick, S. 11-33; Rüggeberg, H.: Regierungsdaten der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, S. 35-48; Schmidt-Salzen, W.-N.: Die Landstände im Fürstentum Lüneburg, S. 49-55; Streich, B.: Celle als Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, S. 57-86; Heuvel, C. van den: Christian Ludwig – Herzog von Braunschweig und Lüneburg (1622-1665): Regierung und Hof, S. 87-95; Steinbrink, M.: Alltags- und Festtagskost am Hofe Herzog Albrechts von Sachsen und Lüneburg. Betrachtungen aufgrund der Celler Vogteirechnungen des 14. Jahrhunderts, S. 97-104; Maehnert, S.: Fürstliche Repräsentation am Beispiel von Hochzeiten und Beerdigungen, S. 105-133; Maehnert, C.: In 147 Turnieren nur "3 mahl ledich gevallen". Das Turnierbuch Heinrichs des Mittleren und seines Sohnes, Herzog Franz, S. 135-162; Heuvel, C. van den: Die fürstliche Jagd, S. 163-168; Paetzold, G.: Die Celler Herzöge als Förderer von Kunst und Wissenschaft, S. 169-197. – Literaturverzeichnis S. 213-231. Katalogteil S. 233-269.

Das älteste Greifswalder Stadtbuch (1291-1332), bearb. von D. W. Poeck, Köln, Weimar 2000 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern, Reihe IV. Quellen zur pommerschen Geschichte, 14) [Böhlau, 476 S., geb., 78,– DM].

Brandenburgisches Städtebuch. Handbuch Städtischer Geschichte, hg. von P. Johanek und K. Meyer-Schwickerath, Stuttgart 2000 (Deutsches Städtebuch, 2) [Kohlhammer, 700 S., Ln., 138,– DM].

Stieldorf, A.: Die Siegel der Herrscherinnen – Siegelführung und Siegelbild der "deutschen" Kaiserinnen und Königinnen, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 64 (2000) S. 1-44.

Stiglmayr, C. M.: Der Palast Karls V. in Granada, Frankfurt am Main u.a. 2000 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 28: Kunstgeschichte, 354) [Peter Lang, 274 S., 40 Abb., 3 Faltbl., 89,– DM].

Störkel, R.: Zur Geschichte von Schloß Herborn, in: Nassauische Annalen 110 (1999) S. 95ff.

Studien zur Geschichte des Mittelalters. Jürgen Petersohn zum 65. Geburtstag, hg. v. M. Thumser, A. Wenz-Haubfleisch und P. Wiegand, Darmstadt 2000 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, XVII und 423 S.].

Aus dem Inhalt:

Herde, P.: Öffentliche Notare an der päpstlichen Kurie im dreizehnten und beginnenden vierzehnten Jahrhundert, S. 239-259; Meuthen, E.: Der Frauenanteil an der literarischen Produktion im deutschen 15. Jahrhundert und im italienischen Quattrocento. Ein Vergleich, S. 311-334; Müller, H.: Gesandtschaft und Gewissen. Bernard de La Planche, ein Bischof aus dem englischen Aquitanien, auf dem Basler Konzil, S. 335-357; Arnold, K.: Georg Rixner genandt Hierosalem, Eraldo vnnd kunig der wappen und sein Buch über Genealogie und Wappen der Herzöge von Mecklenburg, S. 384-399; Schriftenverzeichnis Jürgen Petersohn, S. 415-423.

Stürner, W.: Friedrich II. Teil 2: 1220-1250, Darmstadt 2000 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 690 S., 12 sw-Abb., geb., 78,– DM].

Stuth, S.: Güstrow als Residenz am Ende des dreißigjährigen Krieges und in der Mitte des 17. Jahrhunderts, in: Mecklenburgische Jahrbücher 114 (1999) S. 81ff.

Syre, C.: Tintoretto. Der Gonzaga-Zyklus [Ausstellungskatalog], Ostfildern-Ruit 2000 [Hatje Cantz, 255 S., zahlr. Abb., kart., 42,– DM].

Vergé-Franceschi, M.: Un prince portugais au XVe siècle. Henri le Navigateur (1394-1460), Paris 2000.

Vermaak van de elite in de vroegmoderne tijd, onder red. van J. de Jongste, Hilversum 1999 [Verloren, 313 S., Abb., 20,50 Euro].

Aus dem Inhalt:

Bondt, C. de: Tennis aan het Italiaanse hof (1450-1650).

Vocelka, K.: Geschichte Österreichs. Kultur – Gesellschaft – Politik, Graz 2000 [Styria, 320 S., zahlr. sw-Abb., geb., 48,– DM].

Vogtherr, T.: Das Bistum Verden und seine Bischöfe im Großen Schisma, in: Römische Quartalsschrift 94 (1999) S. 131ff.

Voisenet, J.: Bêtes et hommes dans le monde médiéval. La bestiaire des clercs du Ve au XIIe siècle, Turnhout 2000 [Brepols, 452 S., kart., 57,– Euro].

Vones, L.: Papsttum und Episkopat im 14. Jahrhundert, in: Römische Quartalsschrift 94 (1999) S. 149ff.

Walter, M.: Gesang als höfische Rollen-Vernunft. Kastraten in der ’opera‘ seria, in: Historische Anthropologie 8,1 (2000) S. 208-235.

Walterskirchen, H.: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne, Wien 2000 [Ueberreuter, 200 S., sw-Abb., geb., 39,80 DM].

Weisbrod, A.: Mätressen. Neue Aspekte der französischen Kulturgeschichte. Von Macht und Mythos der Pompadour. Die Mätressen im politischen Gefüge des französischen Absolutismus, Königstein/Taunus 2000 [Ulrike Helmer, 300 S., brosch., 48,– DM].

Welker, L.: Die Musik des Mittelalters als Gegenstand einer Kulturwissenschaft, in: Das Mittelalter 5,1 (2000) S. 101-121.

Wetter, E.: Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (1450-1550) [Tagungsbericht], in: Kunstchronik 53 (2000) S. 129-135.

Wörster, P., Kenéz, C.: Archivbestände zur Geschichte Est-, Liv- und Kurlands in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts, Marburg 2000 (Sammlungen des Herder-Instituts zur Ostmitteleuropa-Forschung, 9) [Herder-Institut, 140 S., 33,– DM].

Wüst, W.: Bürger und Räte, Äbte, Pröpste und Vögte in der Residenzstadt Füssen. Städtische Autonomie und stiftsstaatliche Kontrolle im Absolutismus, in: Festschrift 1250 Jahre St. Mang in Füssen – 750-2000, hg. von R. Böhm im Auftrag des Historischen Vereins Alt Füssen in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Mang, Füssen 2000 (Jahrbuch des Historischen Vereins Alt Füssen, Jg. 1999).

Zimmermann, H.: Der Deutsche Orden im Burzenland, Köln, Weimar 2000 (Studia Transylvanica, 26) [Böhlau, 264 S., 5 sw-Abb., geb., 48,– DM].

 

 

[Werbeblatt niederländische Reiseberichte]

Vermischtes

 

Ein Workshop zum Thema: "Medium-evo. Gli studi medievali e il mutamente digitale" findet vom 21. - 22. Juni 2001 in Florenz statt. Weitere Informationen kann man unter der Adresse: http://www.storia.unifi.it/_PIM/medium-evo/ erhalten.

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Auf der Grundlage von Sonderheft 4 wird zum Jahresende auch eine erweiterte und aktuelle Bibliographie zum Projekt "Fürstliche Höfe und Dynastien", zur Hof- und Residenzenforschung unter der Internetadresse der Residenzen-Kommission verfügbar sein.

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Links

Von Stephan Hoppe, Lehrstuhl für Baugeschichte, Universität Dortmund, zusammengestellte Literaturlisten zum Thema der höfischen Architektur und Kultur in Mitteleuropa 1400-1789 (Schloßbau, Gartenkunst, Hofleben, Zeremoniell etc.) finden sich unter der Internetadresse

http://www.altenberg-projekt.uni-dortmund.de/hoppe/literaturlisten.htm;

eine spezielle Literaturliste zu Fragen der Hofkultur 1400-1789 liegt dort unter der Adresse

http://www.altenberg-projekt.uni-dortmund.de/hoppe/lit3.htm.

Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Jan Hirschbiegel

Dr. Jörg Wettlaufer

Björn Kristian Karau, M.A.

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 0431-880-1484

 

 

Email: resikom@email.uni-kiel.de

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

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Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

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