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Mitteilungen der Residenzen-Kommission 10/1 (2000)

 

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Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

Jahrgang 10 (2000) Nr. 1

 

 

 

Mitteilungen der Residenzen-Kommission

der

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

 

 

 

Jahrgang 10 (2000) Nr. 1

 

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

 

 

ISSN 0941-0937

 

Herstellung:

Vervielfältigungsstelle

der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Titelvignette: Ansicht der Klosteranlage Wienhausen bei Celle von Süden.
Kupferstich Merian (1654)

 


Inhalt

 

Vorwort *

Erziehung und Bildung bei Hofe. 7. Symposium der Residenzen-Kommission in Celle *

Aus der Arbeit der Kommission *

Die Arbeit der anderen *

Politische und soziale Integration am Wiener Hof: Adelige Bestattung als Teil der höfischen Symbol- und Kommunikationsordnung (1620-1850)

1. Kommunikation und Symbole. Ein kulturwissenschaftlicher Horizont
der Fragen und Begriffe, von Rudolf Schlögl, Konstanz *

2. Adelsintegration und Bestattungen, von Mark Hengerer, Konstanz *

Places of Power: Royal Residences and Landscape in Medieval Iberia,
von Rita Gomez, Lissabon *

Cadolzburg. Ein "Deutsches Burgenmuseum", von G. Ulrich Großmann, Nürnberg *

Kolloquiumsberichte *

The Court Painter in Early 17th-Century Europe: Van Dyck and his Contemporaries. Symposium der Royal Academy of Arts und der National Gallery London
in Verbindung mit dem Institute of Historical Research, University of London,
und der Society for Court Studies, 26./27. November 1999,
von Michael Wenzel, Heidelberg *

Artes et Scientiae. Repräsentation neuer und alter Sichtweisen von "Natur".
Wolfenbüttel, 5.-8. April 2000, von Pablo A. Schneider, Hamburg *

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen *

Buchvorstellungen *

Baudisch, Susanne: Lokaler Adel in Nordwestsachsen. Siedlungs- und Herrschaftsstrukturen vom späten 11. bis zum 14. Jahrhundert, Köln 1999,
von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Stadt und Herrschaftsresidenz zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Internationale Tagung, Târgovişte, 29. Mai bis 2. Juni 1996, Bukarest 1997 (Historia Urbana, 5,1) [Editura Academiei Române], von Jan Hirschbiegel, Kiel *

Slavnosti a zábavy na dvorech a v rezidenčních městech raném novověku
[Festlichkeiten und Unterhaltung an den Höfen und in den Residenzstädten
der frühen Neuzeit], hg. von Václav Bůźek und Pavel Král,
České Budějovice 2000, von Ivan Hlavá
¹ ek, Prag *

Neuerscheinungen *

Vermischtes *

Die Arbeitsstelle Kiel *

 

 

*****

Wenn Sie den Mitteilungen einen Text zusenden wollen (bitte, tun Sie es: nächster Redaktionsschluß ist der 1. Oktober 2000), dann schicken Sie ihn bitte an mich über die Redaktion in Kiel oder direkt nach Paris. Die jeweiligen Adressen sind, wie stets, auf der letzten Seite angegeben.

W.P.


Vorwort

 

Wer nicht lediglich mit gelehrter Zerstreutheit dieses Heft in die Hand nahm, wird bemerkt haben, daß die Titelvignette diesmal keine Residenz zeigt, sondern ein ländliches Kloster, das nicht einmal eine Hofeskirche war, nämlich Wienhausen in seiner Landschaft, so wie es im 17. Jahrhundert war. Damit sei erneut auf unser bevorstehendes Symposium hingewiesen, genauer auf die Exkursion am Sonntag, dem 24. September, die von Celle nach Wolfenbüttel, Königslutter, Gifhorn und eben nach Wienhausen führen wird, und zwar zur Zeit der "Teppichwoche", wenn die mittelalterlichen Tapisserien gezeigt werden, die allein schon eine Reise wert sind.

Daß wir mit "Erziehung und Bildung" wieder einmal Zeitgeist geatmet haben, ohne es zu wollen, zeigen manche verwandte Veranstaltungen, die im Kalender dieses Heftes aufgeführt sind. Wir nehmen dies erfreut zu Kenntnis und hoffen auf gegenseitige Bereicherung. Unser Programm ist jedenfalls vollständig (siehe S. 9-11) und mag sich wohl sehen lassen. Die neueste Version des Programms und weitere Hinweise, u.a. zur Exkursion, können übrigens auf der homepage der Residenzen-Kommission eingesehen werden. Die Vortragenden seien daran erinnert, daß ihre Resümees bis zum 1. August 2000 in Kiel erwartet werden. Anmeldungen zur Teilnahme am Symposium sind auch weiterhin möglich und erhofft. Schließlich wollen die Vortragenden ja nicht unter sich bleiben. Der letzte mögliche Termin hierfür ist der 8. September 2000.

Auf dem Celler Symposium wird es eine Werkstatt zum "Residenzen-Handbuch" geben (wie wir "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch" gewöhnlich abkürzen). Hier geht es nicht um eine erneute Vorstellung des Projekts, wie sie Dr. Hirschbiegel am 30. März am Rande der 8. Tagung der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern in Nürnberg auf Einladung von Dr. Großmann geben konnte. Vielmehr sollen Stand und Probleme erläutert und im Plenum diskutiert werden. Zwar hat es gute Fortschritte, erfreulich viele Anmeldungen und große Bereitschaft zur Mitarbeit gegeben. Aber das heißt nicht, daß wir schon über den Berg wären. Weiterhin müssen wir laut und vernehmlich zur Beteiligung auzufrufen. Denn nur wenn sich für alle Artikel Bearbeiter finden, kann das Handbuch wie vorgesehen erscheinen. Schauen Sie noch einmal in Sonderheft 3 dieser "Mitteilungen" nach, ob sich nicht "Ihr" König, "Ihre" Dynastie, "Ihr" Hof, "Ihre" Residenz darin findet und danach ruft, von Ihnen behandelt zu werden – oder von jemandem, den Sie für geeignet halten und dessen Namen Sie uns deshalb schreiben (und auch den Namen der Residenz, etc., die wir etwa vergessen haben sollten). Wir haben von verschiedenen Seiten schon wertvolle Anregungen erhalten, für die wir uns bedanken. Eine ständig aktualisierte Liste der Handbuchartikel befindet sich auf unseren Seiten im Internet, die auch weiteres Material für die Bearbeiter bieten.

Diejenigen, die ihre Mitarbeit schon zugesagt haben, sollten derweil nicht vergessen, jetzt schon für die folgenden Bände des Handbuchs sammeln: Texte, Bilder, Begriffe.

Daß wir überhaupt so zuversichtlich an die große Aufgabe herangehen, ist eine Folge der großartigen Mittelbewilligung der Fritz Thyssen Stiftung (Köln): Für drei Jahre ist die Stelle (von Dr. Wettlaufer) nun gesichert: innerhalb dieser Zeit, soll, kann und muß der erste Teil des Handbuchs entstehen. Unser Dank gilt dem vorbildlichen Mäzen.

Ansonsten haben, ganz still und leise, diese Mitteilungen nicht nur die Auflage von 650 erreicht, sondern auch den 10. Jahrgang. Davon werden wir nicht viel Aufhebens machen. Es sei jedoch erlaubt, ein diskretes "immerhin" einzuflechten. Und pünktlich erscheint mit dieser Nummer das 4. Sonderheft, enthaltend die Bibliographie von Jan Hirschbiegel zu "Dynastie – Hof – Residenz", die mit ihren fast 1400 Titeln den Autoren des Handbuchs, und nicht nur ihnen, bedeutende Dienste leisten dürfte.

Nun aber sollten Sie in diesem Heft weiterblättern. Für den Anfang würde ich Ihnen empfehlen die Lektüre von ... Nein, alles ist interessant, und Ihrem Urteil will nicht vorgreifen

Ihr

Werner Paravicini

 

 

Erziehung und Bildung bei Hofe

7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen

in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Celle und dem Deutschen Historischen Institut Paris

Celle, 23.-26. September 2000

Tagungsprogramm

(Stand: Juni 2000)

Samstag, 23. September

17.30 Öffentlicher Vortrag im Rittersaal/Schloß

Uwe Albrecht (Kiel)

Das Celler Schloß. Ein norddeutscher Fürstensitz zwischen Spätgotik und Frührenaissance.

Brigitte Streich, (Celle)

Einführung in die Ausstellung "Stadt – Land – Schloß. Celle als Residenz".

Rundgang durch die Ausstellung.

20.00 Empfang durch die Stadt Celle im Foyer des alten Rathauses.

Sonntag, 24. September

8.30 Exkursion (ganztägig): Wolfenbüttel – Königslutter – Gifhorn – Wienhausen.

Montag, 25. September (Vortragssaal im Schloß)

9.00 Begrüßung

9.15 Werner Paravicini (Paris)

Formen, Funktionen, Inhalte von Erziehung und Wissen bei Hofe.

Sitzung 1 Sozialer Wandel oder soziale Reproduktion

9.30 Bernhart Jähnig (Berlin)

Junge Edelleute am Hof des Hochmeisters zu Marienburg um 1400 (Kurzreferat).

9.45 Frédérique Lachaud (Paris)

Formation et éducation à la cour d’Angleterre aux XIIe et XIIIe siècles.

10.15 Diskussion

Kaffeepause

11.00 Arnd Reitemeier (Kiel)

Adelserziehung am englischen Hof im 14. und 15. Jahrhundert.

11.30 Monique Sommé (Arras)

Les jeunes nobles à la cour de Bourgogne au XVe siècle.

12.00 Diskussion

Mittagessen

15.00 Doris Aicholzer (Wien)

Erziehung am, für und durch den Wiener Hof im 16. und 17. Jahrhundert.

15.30 Susanne Claudine Pils (Wien)

Identität und Kontinuität. Die Erziehung zum Höfling am Beispiel der Harrach im 17. Jahrhundert.

16.00 Antje Stannek (Braunschweig)

Exempla & Imitatio. Medien und Methoden der höfischen Standeserziehung, 17.-18. Jahrhundert, am Beispiel der Höfe von Mecklenburg-Schwerin und Sachsen-Gotha.

16.30 Diskussion

Kaffeepause

17.15 Werkstatt: Das Handbuchprojekt "Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich".

21.00 [16. Sitzung der Residenzen-Kommission]

Dienstag, 26. September (Vortragssaal im Schloß)

Sitzung 2 Konkurrenz oder Symbiose? Geistliches und weltliches Wissen bei Hofe

9.00 Michael Rothmann (Frankfurt/M.)

Wissen bei Hofe zwischen Didaxe und Unterhaltung. Die höfische Enzyklopädie des Gervasius von Tilbury.

9.30 Ivan Hlavá¹ ek (Prag)

Geistlich und weltlich am Hofe der letzten Pé emysliden und der Luxemburger (Kurzreferat).

9.45 Diskussion

Kaffeepause

10.30 Jacques Verger (Paris)

Culture universitaire, culture de cour à Paris au XIVe siècle.

11.00 Antonio Saez-Arance (Bielefeld)

Erziehung und Bildung in Zeiten der Konfessionalisierung: Der Hof Philipps II. von Spanien.

11.30 Diskussion

Mittagessen

Sitzung 3 Tradition oder Innovation? Der Hof als Ort des Alten und des Neuen

15.00 Gundula Grebner (Frankfurt/M.)

Naturerkenntnis und politisches Handeln am Hofe Friedrichs II.

15.30 Lucas Burkart (Basel)

Paradoxe Innovation. Soziale und politische Funktionen des Alten und des Neuen am Hof Kaiser Maximilians I. (1500-1519).

16.00 Diskussion

Kaffeepause

16.45 Steffen Stuth (Magdeburg)

Zwischen Tradition und Moderne. Zur Rolle von Bildung und Erziehung am mecklenburgischen Hof unter Johann Albrecht I. (1547-1576).

17.15 Gerhard Fouquet (Kiel)

Schlußwort

17.45 Abschlußdiskussion

20.00 Gemeinsames Abendessen (Congress Union Celle)

 

 

Aus der Arbeit der Kommission

 

1. Reihe "Residenzenforschung":

  • Bd. 9, Mark Mersiowsky: Die Anfänge territorialer Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium, ist im Druck und steht kurz vor der Auslieferung.
  • Bd. 12, Liliane Châtelet-Lange: Die Catharinenburg. Residenz des Pfalzgrafen Johann Casimir von Zweibrücken. Ein Bau der Zeitenwende 1619-1622, ist im Druck.
  • Bd. 11, "Das Frauenzimmer", ist nach dem Erstkorrekturdurchlauf wieder beim Verlag. Das Erscheinen zum kommenden Symposien ist geplant.

 

2. Handbuchprojekt:

  • Bislang wurden über 40% der Artikel an über 70 Mitarbeiter vergeben. Weitere 70 Personen wurden gefragt, ob Sie als Mitarbeiter oder Koordinatoren tätig werden wollen. Jetzt geht es darum, die Bearbeiterliste so bald wie möglich zu vervollständigen, damit die Termine gehalten werden können. Wir werden überwacht!

 

3. Symposien:

  • Die Planungen für das 7. Symposium "Erziehung und Bildung bei Hofe", 23.-26. September 2000 in Celle, sind abgeschlossen. Die Finanzierung ist gesichert, wofür der Gerda Henkel Stiftung, der Göttinger Akademie und der Stadt Celle zu danken ist.
  • Das nächste Symposium wird im Jahre 2002 in Neuburg an der Donau stattfinden. Das Thema lautet: "Der Fall des Günstlings". Es liegt sogar schon eine Anmeldung vor. Der Aufruf wird in den MRK 11,1 im Frühjahr 2001 erscheinen.

 

4. Mitteilungen der Residenzen-Kommission:

  • Heft 9,2 ist erschienen (Auflage 600 Ex.). Heft 10,1 (Auflage 650 Ex.) liegt hiermit vor.
  • Gleichzeitig mit Heft 10,1 erschien das Sonderheft 4: "Dynastie – Hof – Residenz: Fürstliche Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Allgemeine Auswahlbibliographie zu einem Projekt der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen", zusammengestellt von Jan Hirschbiegel (Auflage 650 Ex.).

 

5. Projekt "Bibliographie europäischer Reiseberichte des späten Mittelalters":

  • Bd. 3: Niederländische Reiseberichte, ist im Druck und wird im Sommer erscheinen.

 

6. Die Arbeitsstelle in Kiel:

  • Die geteilte BAT-Stelle der Göttinger Akademie wurde zum 1. Januar 2000 zugunsten von Dr. Hirschbiegel zusammengefaßt. Die bei der Fritz Thyssen Stiftung (Köln) beantragte zweite BAT-Stelle wurde im Januar des Jahres bewilligt, so daß Dr. Wettlaufer noch im selben Monat seine Arbeit für die Kommission fortsetzen konnte. Diese Stelle ist auf drei Jahre befristet und soll die termingerechte Fertigstellung des ersten Teils des geplanten Handbuchs sicherstellen.

7. Nächste Sitzungen der Residenzen-Kommission:

  • Am 18. Juni 2000 findet von 9.00 bis 11.00 Uhr eine Sitzung in Greifswald statt, anläßlich der gemeinsam mit der Kommission veranstalteten Tagung "Principes".
  • In Celle wird die Kommission am Montag, den 25. September 2000 von 21.00 bis 22.00 Uhr tagen.

Die Arbeit der anderen

 

Politische und soziale Integration am Wiener Hof. Adelige Bestattung als Teil der höfischen Symbol- und Kommunikationsordnung

von

Mark Hengerer und Rudolf Schlögl

 

Rudolf Schlögl holt weit aus, um uns über die Untiefen von "cultural turn" und Postmoderne zu sicheren Begriffen zu führen. Das erfordert mehrfaches Lesen und eine Sprache, die sich vom common sense leichter Prosa entfernt, doch ist der Gewinn bedeutend. Mark Hengerers ausführliche Projektskizze wird in weite Fragestellungen eingebettet, und der Leser erhält dazu noch eine Einführung in den Konstanzer SFB 485 "Norm und Symbol". Bis ins 19. Jahrhundert hinein wagen wir uns selten, und doch zeigt Mark Hengerers Text, wie fruchtbar jener weite Blick voraus (oder zurück) sein kann. Probleme, die hier als neue begegnen, sind alt oder kehren wieder; Hengerer verweist selbst in Anm. 50 auf Vergleichbares in der Antike: Vieles hat sich nicht "entwickelt", sondern bildet sich in ähnlichen Situationen erneut aus und ist doch immer wieder anders. So schärft sich unser Blick für die Bedeutung von Hofämtern in Konkurrenz zu adeligem Eigenrecht, für Ehre und Amt, und für Orte von Grablegen. Auch zeigt sich einmal mehr, daß jede geglückte Integration auch eine Abgrenzung bedeutet.

W.P.

 

Kommunikation und Symbole. Ein kulturwissenschaftlicher Horizont
der Fragen und Begriffe

Das hier vorgestellte Forschungsvorhaben zum Wiener Hof und zur adeligen Bestattung wurde als Teilprojekt des seit Jahresbeginn eingerichteten Konstanzer Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs/SFB 485 Norm und Symbol. Die kulturelle Dimension sozialer und politischer Integration konzipiert. Der Forschungsverbund untersucht die symbolischen Repräsentationsformen normativer Konstrukte in ihrer Funktion für Aufbau, Reproduktion und Veränderung sozialer Ordnung. In den Teilprojekten sind alle historischen Epochen von der Antike bis zur Gegenwart berücksichtigt. Das Thema wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Geschichte, Soziologie, Literaturwissenschaft, Philosophie, Politik- und Rechtswissenschaft bearbeitet. Auf diese Weise realisiert die Konzeption des Forschungskollegs die Verbindung des inhaltlichen Zieles mit einem methodischen Anliegen. Das Forschungskolleg soll aus seiner konkreten Forschungsarbeit heraus einen weiterführenden Beitrag zur gegenwärtigen Debatte um den Kulturbegriff als möglichen Orientierungs- und Integrationspunkt geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung leisten. Da dieser Bezugsrahmen Begrifflichkeit, Methodologie und Frageraster des Projektes zum Wiener Hof prägt, sind hier ganz knapp einige allgemeinere Überlegungen zu Begriffen vorangestellt, die auch im Konzept des Forschungskollegs eine zentrale Rolle spielen.

Norm und Symbol reagiert in seiner inhaltlichen wie methodischen Zielsetzung auf eine zwischenzeitlich diffus gewordene Diskussion um "Kulturgeschichte", oder allgemeiner den "linguistic turn" oder auch den "cultural turn" in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Selbst die Protagonisten eines "cultural turn" sind nach einer knapp zwei Jahrzehnte laufenden und zum Teil manichäisch geführten Theoriedebatte nicht in der Lage, ein kohärentes kulturwissenschaftliches Methoden- und Themenkonzept zu formulieren. Bestandsaufnahmen verweisen auf "Bedeutung" und "Zeichen" als neue Zentralbegriffe kulturwissenschaftlicher Gegenstandskonstitution; man kann ihnen entnehmen, daß das Konzept des "Wissens" und der "Wissenskulturen" semantische und begriffsgeschichtliche Studien organisiert; daß die Paradigmen und Metabegriffe des Narrativs reflektiert werden müssen, weil die Ergebnisse der Forschung von ihrer Darstellung nicht unabhängig sind, und daß man schließlich auf Distanz geht zu den "großen Erzählungen" und insbesondere den modernisierungstheoretischen Paradigmen, wie überhaupt zu kausalen Erklärungsmustern. An ihre Stelle tritt die Mikrostudie, tritt die im Vergleich abgesicherte Evidenz, die sich allerdings dem klassischen Modell der nomothetischen Wissenschaftlichkeit nur mehr eingeschränkt verpflichten will.

Die Debatte in der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft bietet kaum ein klareres Bild. Es eint die Protagonisten einer neuen Kulturgeschichte die Grenzziehung zur Sozial- und Gesellschaftsgeschichte und ihrem "strukturfunktionalistischen" Erbe sowie die Aufwertung des handelnden und leidenden Subjektes, das jenes Sinn- und Bedeutungsgewebe hervorbringt, in dem sich nach dem vielzitierten Merksatz von Clifford Geertz "Kultur" konstituiert. Grenzen werden aber auch immer wieder gezogen zum poststrukturalistischen Dekonstruktivismus, weil eine als Text beschriebene Welt der Historiographie kein Objektivitätskriterium mehr bietet und die Geschichtswissenschaft der Beliebigkeit der Diskurse ausliefert.

Es ist kennzeichnend, daß in dieser Situation von Protagonisten des "linguistic turn" neuerdings wiederum der Körper und die "Körpererfahrung" als unhintergehbares und gewißheitsverbürgendes Fundament des subjektiven Weltbezuges und der Geschichtsschreibung entdeckt werden. Eine andere Empfehlung lautet, an die kulturwissenschaftliche Debatte um 1900 und damit an die sozialwissenschaftliche Begriffswelt insbesondere Max Webers und Georg Simmels anzuschließen. Wollte man dem jeweils uneingeschränkt folgen, muß man sich an der Hypothek abarbeiten, daß das handelnde Subjekt in den Sozialtheorien des 20. Jahrhunderts mehr als einmal mit guten Argumenten zwischen Struktur und Diskurs zerrieben wurde und die soziale und diskursive Konstruiertheit des (geschlechtlichen) Körpers zu den Hauptentdeckungen der kulturalistischen Wende selbst gehörte.

Demgegenüber bot es für die thematische Konzeption des Forschungskollegs einige Vorteile, den Begriff sozialer Kommunikation zum Ausgangspunkt der Forschungsarbeit und der methodischen Diskussion zu wählen. Er läßt sich zum einen mit Sozialtheorien hohen Auflösungsvermögens, wie der Theorie sozialer Systeme, der Theorie kommunikativen Handelns oder auch einer Theorie symbolischer Kapitalien verbinden und öffnet darüber hinaus Wege, um die unfruchtbaren Dichotomien zwischen Handlung und Struktur, Bedeutung und Funktion hinter sich zu lassen. Der Kommunikationsbegriff bietet damit einen breiten Orientierungsrahmen, der für sehr unterschiedliche thematische Fragen wie auch methodische Anliegen aufbereitet werden kann, und er stellt gleichzeitig eine verbindende Klammer bereit, indem er symbolische Repräsentationen und die Funktion symbolischer Ordnungen ins Zentrum des gemeinsamen Fragehorizonts rückt.

Soziale Ordnung entsteht, wenn es in sozialer Kommunikation gelingt, die im Bewußtsein der Beteiligten hervorgebrachte überschießende Unendlichkeit von Sinnzuweisungen zu koordinieren. Dauerhafte Strukturbildung setzt voraus, daß diese wechselseitigen Sinnzumutungen zwischen Alter und Ego durch Erwartungsroutinen aufeinander abgestimmt werden. Da Alter und Ego sich in ihrem Bewußtsein unzugänglich bleiben, kann dies nur geschehen, indem Sinnselektionen sich an symbolische Repräsentationen außerhalb des Bewußtseins der Beteiligten binden. Sinn steht dadurch den Teilnehmern einer Kommunikation in abrufbaren Konfigurationen zur Verfügung und er wird in dieser Selektion – durch Medien – über Interaktion hinaus auch an Nichtanwesende verfügbar.

Die Medialität gibt Sinn ein materielles Substrat und bindet soziale Kommunikation in ihrer Fähigkeit, komplexe soziale Strukturmuster aufzubauen, an historisch spezifizierbare Errungenschaften medialer Codierung von Sinn. Die Sprache ermöglicht es, solchen Sinngefügen eine variable Form zu geben, die dann wiederum, wenn sie sich zu symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien verdichten, der sozialen Strukturbildung jeweils gänzlich neue Möglichkeiten eröffnen. Artefakte, Performanz und deren Kombination im Ritual, die Formung der Kommunikation im Zeremoniell sind weitere "kulturelle Errungenschaften", mit denen soziale Kommunikation die Unwahrscheinlichkeit der Koordination von Erwartungen und Sinnzumutungen zwischen Ego und Alter dauerhaft herabsetzen kann, so daß der Aufbau sozialer Strukturzusammenhänge möglich wird – auch (und dies ist von besonderer Wichtigkeit) ohne die konsensuelle Übereinstimmung im Bewußtsein der Beteiligten im Einzelfall vorauszusetzen.

Von diesem Ausgangspunkt aus erhalten die Begriffe Norm und soziale Integration eine neue Form. Normen werden als sehr komplexe symbolische Repräsentationen beobachtbar, in denen sich Situationsdeutung, Verhaltenserwartung und kommunikative Anschlußregeln zu einer festen Einheit verbunden haben. Normen zeichnet aus, daß an ihnen zunächst auch festgehalten wird, wenn man sie nicht befolgt. Sie unterstützen deswegen nicht nur Strukturbildung, sondern provozieren auch die Abweichung, so daß dann für soziale Kommunikationszusammenhänge das Problem entsteht, mit welchen Kommunikationsstrategien man die anomische Wirkung von Devianz neutralisiert. Soziale Integration, die in handlungstheoretischen Konzepten stets eng an soziale Normen und Moral gebunden ist, läßt sich entsprechend von einem kommunikationstheoretischen Beobachterstandpunkt aus als Koordination von Strukturbildung in Gesellschaften oder Kommunikationszusammenhängen geringeren Umfanges begreifen. Dies bedeutet nicht, daß man von der Funktion von Normen oder Moral im Aufbau sozialer Ordnung absieht, aber sie verlieren ihre prominente und singuläre theorietechnische Stellung, die ihnen Handlungstheorien zuweisen müssen. Normen und Moral sind in einem Kommunikationsmodell an theoretisch wie forschungsstrategisch abgeleiteter Stelle verankert und sie werden eingereiht in den Gesamtkomplex erwartungskoordinierender Sinnentwürfe. Dazu gehören dann nicht nur lernbereite, kognitive Weltorientierungen, sondern auch Semantiken, mit denen die Gemeinschaft sich selbst beobachtet und sich durch Verortung in Zeit und Raum eine eigene Identität gibt. Wie im Fall der Normen rückt der Begriff der Semantik – anders als bei einem handlungstheoretischen Ausgangspunkt – nicht die Frage der Akzeptanz in den Vordergrund, sondern die Formen der kommunikativen Koordination, mit denen Strukturmuster oder Kommunikationszusammenhänge aufeinander abgestimmt werden.

Soziale Integration ist daher steigerbar, bringt Strukturmuster geringerer oder höherer Komplexität hervor, schränkt aber damit auch die Selektionsmöglichkeiten in der Kommunikation entsprechend ein. Die formale Organisation sozialer Zusammenhänge ist ein Beispiel für hohe soziale Integrationsleistung, effektive Handlungskoordination, hochgradig eingeschränkte kommunikative Selektionsmöglichkeiten und (jedenfalls idealtypisch) hohe Kapazitäten der Komplexitätsverarbeitung. Es ist ein entscheidender Vorteil, daß der Kommunikationsbegriff dabei die sonst gebräuchliche und auch die empirische Forschung stets irritierende Dichotomie von Sozial- und Systemintegration hinter sich läßt. An ihre Stelle tritt die Unterscheidung von Interaktion als Kommunikation unter Anwesenden und medial über räumliche und zeitliche Distanzen vermittelte Kommunikation. Die Medialität symbolischer Repräsentationen und damit die historisch vorfindlichen medialen Techniken einer Gesellschaft werden zu einem determinierenden Faktor für die Reichweite sozialer Integrationsprozesse. Der Interaktionsbegriff ist insbesondere für den Historiker wesentlich trennschärfer als die Unterscheidung von Sozial- und Systemintegration, weil er etwa verstehen läßt, warum und wie translokale Gruppenbildungen und Integrationsprozesse in vormodernen Gesellschaften die Fiktion von Verwandtschaftszusammenhängen aufrechterhalten oder weswegen in der Erlebnisgesellschaft der Moderne selbst die Bildung von Milieus und Kleingruppen von persönlichen Kontakten stark entkoppelt ist.

Das vorliegende Projekt begreift den Hof im hier nur knapp umrissenen Sinn als Kommunikationszusammenhang, in dessen Raum sich Interaktion und medial vermittelte Kommunikationen so überschneiden, daß einerseits der Hof als formale Organisation Gestalt gewinnt, die politische Entscheidungen trifft und vermittelt sowie andererseits Kommunikation und Anwesenheit am Hof die Adelsfamilien der Erblande zu einer geordneten, nach Status, Einfluß und Rechten hierarchisierten Adelsgesellschaft integriert. Als auf den Kaiser zentriertes System von Kommunikationsrechten transformiert der Hof Anwesenheit in Macht und verleiht Verwandtschaft den Charakter eines Mediums der Kommunikationschancen. Der Hof tauscht Kredite in politische Rechte und Ämter und vermittelt auf diese Weise zwischen Geld und Macht. Der Hof ermöglicht es, die Reichweite gesellschaftlicher Integration beträchtlich auszuweiten, obwohl die Oberschicht ihre soziale Reproduktion und ihre Machtposition kaum anders als in Interaktion garantieren kann. Der Hof trägt damit nicht nur die Integration der Adelsgesellschaft, er wird zu einem Garanten des Adels und der Adelsqualität überhaupt.

Durch die Abstufung der Kommunikationsrechte am Hof wird Ehre zu einem zentralen Muster der Koordination von interaktiver Kommunikation. Wie in allen Interaktionszusammenhängen ist es auch am Hof schon für sich wichtig, Erwartungen in Kommunikation vor Enttäuschung zu schützen, weil wegen der Interaktionsdichte und der geringen Rollenspezifizierung immer sofort die gesamte Persönlichkeit in Frage steht. Da die Statushierarchie der Adelsgesellschaft sich immer feiner ausdifferenziert, läßt sich die im adeligen Ehrenkodex komprimierte wechselseitige personale Identitätsfiktion in den situativen Wechselfällen der vielfältigen persönlichen Kontaktmöglichkeiten zunehmend aber nur noch aufrechterhalten, wenn die Situationen, die kommunikativen Anschlußmöglichkeiten und die wechselseitigen Erwartungen im Zeremoniell verbindlich definiert und als Symbole generalisiert werden. An zeremoniell gestalteter Ehrkommunikation ist gut zu beobachten, wie kommunikativer Erfolg über symbolische Repräsentationen von den Gesinnungs- und Motivlagen (oder gar von Konsens und Akzeptanz) der Beteiligten unabhängig wird.

Das Zeremoniell arbeitete als eine Ordnung des Raumes. Es gliederte und strukturierte ihn in synchron und diachron aufeinander abgestimmte Präsenz-, Beobachtungs- und Kontaktpunkte, in deren Kombination die Status- und Machthierarchie Gestalt annahm, die aus der Sicht der beteiligten Personen selbstverständlich auch die Möglichkeit der Statusveränderung einschließen mußte. In dieser Spannung zwischen stabiler Hierarchisierung und Konkurrenz um Statuspositionen drängte der Hof über sich hinaus und schrieb sich in den Stadtraum ein. Die Topographie der Wiener Kirchen wurde zu einem Medium für die Präsentation der höfischen Ordnung und der Hierarchie der Adelsgesellschaft zugleich. Im Grabmonument ließ sich die Hofkarriere einer Adelsfamilie nicht nur zum Ausdruck bringen, sondern es taugte auch zur symbolischen Repräsentation von Ansprüchen, deren Realisierung dann als Erwartung in den Interaktionen präsent war, ohne thematisiert werden zu müssen. Am Ende des 18. Jahrhunderts unterband die josephinische Neugestaltung des Begräbniswesens die weitere Nutzung dieses Mediums. Dies bedeutete nicht nur einen Verlust an Artikulationsmöglichkeiten, sondern machte auch sichtbar, daß soziale Strukturbildung und symbolische Ordnung sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts ohnehin bereits beträchtlich auseinander entwickelt hatten. Wie es scheint, konnten Hof und Adel jetzt auf die steinerne Topographie verzichten, weil politische Macht nicht mehr ausschließlich in der Interaktion einer Oberschicht realisiert wurde, sondern sich selbst zu einem Handlungszusammenhang eigener Rationalität integrierte. An diesem Punkt trifft das Projekt erneut ein zentrales Anliegen des Forschungskollegs, weil es das Zusammenspiel von medialer und struktureller gesellschaftlicher Veränderung im Wandel symbolischer Repräsentationen sichtbar macht.

Rudolf Schlögl, Konstanz*

Adelsintegration und Bestattungen

Adelsintegration am Kaiserhof 1620 bis 1665

 

Einleitung und Problemstellung

In einer Eingabe an Leopold I. beklagte der niederösterreichische Ritterstand 1665, daß seine Mitglieder von den kaiserlichen Hofdiensten "ganz ausgeschlossen" seien. Ritterstandsangehörige würden weder Edelknaben noch Kämmerer, auch sonstige höhere Ämter erhielten sie nicht mehr. Der Kaiser ließ daraufhin den für die Besetzung des Kämmereramtes mitverantwortlichen Oberstkämmerer wissen, er sei gewillt, die Mitglieder des Ritterstandes zu Hof- und Kriegsdiensten sowie zu Kameral- und anderen Ämtern heranzuziehen, was bei der Besetzung vakanter Stellen zu berücksichtigen sei.

Wenn sie auch nicht fruchtete, so macht die Klage des Ritterstandes doch deutlich, daß die Adelsgesellschaft in den Erblanden sich seit geraumer Zeit in einer Phase der Umstrukturierung befand, in der sich die Eingebundenheit in den Hof als eine wesentliche Voraussetzung der Teilhabe am politischen und gesellschaftlichen Leben herausstellte. Der Hof produzierte in besonderem Maße seit den 1620er Jahren durch seine Praxis der Nobilitierung und mannigfaltigen rechtlichen und wirtschaftlichen Begünstigungen eine hochadelige Oberschicht, die mit der Krone in engstem Kontakt stand und nicht nur die wesentlichen zentralen Hof- und Verwaltungsämter besetzte, sondern deren Mitglieder vielfach auch in den Ländern einen oft ausschlaggebenden Einfluß gewannen.

Die Rolle des Hofes für die Herausbildung dieser neuen Oberschicht wird zwar regelmäßig betont. Eine weiterreichende Analyse steht jedoch bis heute aus. Ein knapper Blick auf die Tendenzen der Forschung verdeutlicht die Ursachen hierfür, vermag aber auch die Position präziser zu bestimmen, von welcher aus gegenwärtig der Versuch einer Analyse unternommen wird. War der Hof als Thema historischer Forschung lange Zeit kaum beachtet worden, wurde er zunächst als Gegenstand der Verwaltungs- und Verfassungsgeschichte entdeckt. Weitergehendes Interesse wurde ihm erst entgegengebracht, als er im Kontext der Absolutismusdebatte in den 1960er und 70er Jahren als Ort der Domestizierung des Adels mehr postuliert denn analysiert wurde. In einer Gegenbewegung wurde in den folgenden Jahren zum einen die These der politischen Rationalität barocker Hofhaltung in Frage gestellt, während zum anderen zahlreiche Arbeiten zur Wirklichkeit fürstlicher Herrschaft in der frühen Neuzeit das klassische Absolutismuskonzept relativierten. Im Bereich der politischen Geschichte verschob sich daher die Perspektive hin zur Erforschung der Rolle des Hofes für die gesellschaftliche Integration als einem allgemeineren Phänomen. Die auch literaturwissenschaftlich inspirierte Forschung zum Hofzeremoniell wurde derweil über den Begriff der Repräsentation auch für die Geschichtsforschung im engeren Sinne anschlußfähig. Damit eröffneten sich die Problembereiche von Semantik und Symbolik für die Analyse des Hofes. Da (nicht nur) im symbolisch aufgeladenen Hofzeremoniell Personen in direkter Kommunikation agieren, wurden in jüngster Zeit überdies systemtheoretische Kommunikationstheorien für die Erforschung des Hofes rezipiert. Diese sind beim gegenwärtigen Stand der Theoriebildung auch in der Lage, thematische Bereiche aufeinander zu beziehen und zu integrieren, die bislang vielfach getrennt voneinander diskutiert wurden.

Der Ansatz der Arbeit trägt diesen Entwicklungen und Möglichkeiten u.a. insofern Rechnung, als die Integrationsleistung des Hofes für den habsburgischen Herrschaftszusammenhang untersucht wird und Kommunikation den Ausgangspunkt der Überlegungen darstellt. Eine thematische Eingrenzung findet dieses Unterfangen mit der Konzentration auf das Verhältnis von Krone und Hochadel – die oben angeführte Klage des Ritterstandes, er werde von attraktiven Hofämtern nicht mehr herangezogen, mag als einer neben vielen Gründen angeführt werden. Mit Kaiser Ferdinand II. setzt die Untersuchung vor allem wegen vielfältiger Veränderungen der Hofstaatsstruktur und der tiefgreifenden Umstrukturierung des Adels (Nobilitationen und Güterverteilungen) ein. Mit dem Jahr 1665 zu schließen schien auch deshalb vertretbar, weil zahlreiche Veränderungen der Hofstaatsstruktur nunmehr stabilisiert waren und zugleich der Herrschaftszusammenhang seit geraumer Zeit in eine Phase der Konsolidierung eingetreten war (Evans).

 

Untersuchungsebenen

Um dieses Forschungsfeld zu strukturieren, wird vom Begriff der Integration ausgegangen. Dieser unterscheidet sich vom Begriff der Ordnung bzw. der Struktur durch einen normativen Aspekt. Integration meint eine als gelungen bewertete Ordnung und eröffnet in der Kombination mit der klassischen Strukturanalyse eine ungewohnte Perspektive. Sie bezieht Sinnhorizonte ein, die sich lediglich hermeneutisch erschließen lassen, die aber in der Kommunikationstheorie eine wesentliche Rolle spielen: Es rücken neben der gesellschaftlichen Funktionsanalyse damit die Dimensionen der moralischen Integration und der expressiven Gemeinschaft ins Blickfeld. Daß aber der Hof durch seine besonderen Formen der Interaktion für die spezifische Ausprägung adeliger Ehre und der Formen adeliger Vergemeinschaftung eine zunehmend wichtige Rolle spielte, wird im Verlauf des 17. Jahrhunderts immer deutlicher. Damit sind drei Untersuchungsebenen gewonnen, welche die Relevanz des Hofes für die Integration der hochadeligen Oberschicht genauer spezifizieren können.

Hofstaat, Hofadel, Herrschaft

Der Hof war vor dem Hintergrund der Entfaltung fürstlicher Herrschaft insbesondere durch die Bereiche Finanzverwaltung und Militär, aber nach wie vor auch als Spitze des Lehens- und Rechtsverbandes sowie als solcher derjenige Ort, an dem es adeligen Familien möglich war, von der fürstlichen Gnadenfülle zu profitieren. Status, Geld, Macht und Rechtspositionen konnten am Hof zudem ineinander überführt werden. Diese Transformation – wenn etwa ein kaiserlicher Gläubiger nobilitiert und somit aus Geld Status wurde, oder wenn eine einflußreiche Familie das Recht zur Einrichtung eines Fideikommisses erhielt und damit Macht in Recht verwandelt wurde, war legitim nur als fürstliches Handeln. Gleichwohl ist dies kein Ausweis von Käuflichkeit kaiserlicher Entscheidungen – der Kaiserhof war kein Markt im strengen Sinne. Er blieb vielmehr ein fürstliches Herrschaftsinstrument deshalb, weil die jeweilige Entscheidung im Belieben des Kaisers verblieb. Dennoch wurden wechselseitige Erwartungshaltungen aufgebaut, mit denen beide Seiten rechnen konnten. Dies führte dazu, daß am Hof sich Relationen zwischen den Inhalten des fürstlichen Füllhorns herstellten, die wiederum unter Einbeziehung hochadeliger Familien relationierbar wurden. So konnte auch ein relativ komplexes politisches System gesteuert und stabilisiert werden.

An dieser Stelle interessieren besonders diejenigen Mechanismen, welche durch die Regulierung von Kommunikation diese Steuerung übernahmen und die ganz wesentlich in der Struktur des Hofstaates im weiteren Sinne zu suchen sein dürften. Zunächst knapp zur Grundstruktur des Hofstaates. Neben dem Hofstaat im engeren Sinne, der cum grano salis in die vier bekannten Funktionsstäbe eingeteilt war (Obersthofmeisterstab mit dem geheimen Rat, Oberstkämmererstab mit dem wichtigen Kämmereramt, [Oberst-]Marschallstab, Oberstallmeisterstab) ist besonders auf die Hofkammer, den Hofkriegsrat, die österreichische Hofkanzlei, die Reichsvizekanzlei und schließlich auf den vergleichsweise eigenständigen Reichshofrat hinzuweisen. Diese Aufreihung stellt jedoch kein modernes, klare Verfahrensregeln und Kompetenzen implizierendes Organigramm dar. Vertikal waren diese Bereiche vornehmlich durch ihre Beziehung zum Kaiser verbunden, horizontal aber – informell – durch die in den Ämtern vertretenen Mitglieder der adeligen Oberschicht, durch verschiedene Familienverbände. Im geheimen Rat, dem wesentlichen Beratungsgremium des Kaisers, in dem Materien der verschiedenen Amtsbereiche zur Erörterung und Entscheidung vorgelegt wurden, waren neben anderen Mitgliedern des Hochadels die ebenfalls regelmäßig hochadeligen Spitzen der verschiedenen Ämter vertreten. Die Einwirkung auf diese Gremien von außen her war in Ermangelung eines modernen entpersonalisierten Antragsverfahrens auf der einen Seite über den Kontakt zu einem Amtsträger des entsprechenden oder über Inhaber anderer Hofchargen möglich, die dann persönlich bekannte oder verwandte Funktionäre ansprachen.

Auf der anderen Seite stand die Möglichkeit, beim Kaiser oder seinen Familienmitgliedern persönlich vorstellig zu werden. Besondere Bedeutung kommt dabei den Zugangsregelungen zu. Neben der angemeldeten Privataudienz, deren Erlangung in der Regel einen gewissen Status bzw. die Aktivierung von Beziehungen zu dem in diesem Feld entscheidenden Oberstkämmerer erforderte, stand der Kontakt zum Kaiser in den verschiedenen Vorzimmern der Hofburg. Vor der Retirade des Kaisers lagen mehrere Vorzimmer, die sogenannte Ratsstube, eine innere und äußere Antecamera sowie die Ritterstube, vor welcher noch die Wachstube lag. Je näher der Raum an der Retirade lag, desto höher war die Wahrscheinlichkeit des persönlichen Kontaktes zum Kaiser, die Möglichkeit der persönlichen Übergabe eines Memorials o.ä. Der immer wieder umstrittene Zutritt zu den einzelnen Zimmern stand in Abhängigkeit vom Adelsrang einerseits und vom Hofamt andererseits. Unter Ferdinand III. beispielsweise hatten u.a. Kardinäle und Fürsten, königliche Botschafter und die Inhaber der (obersten) kaiserlichen Hofämter, die wirklichen geheimen Räte, die Feldmarschälle und der ungarische Palatin Zutritt zur Ratsstube. In die innere Antecamera durften u.a. wirkliche Reichshofräte, die wirklichen Räte von Stand, die Kämmerer des verstorbenen Kaisers und des Erzherzogs Leopold Wilhelm, Generäle, die Residenten der Kronen sowie Prälaten und Domherren adeliger Stifte. Die äußere Antecamera war v.a. den Ehrenkämmerern, sonstigen wirklichen Räten, und den Residenten der Kurfürsten vorbehalten. Rangniedrigere Personen mußten mit der Wachstube vorlieb nehmen. Die Kommunikationschancen eines Hofkammerrates waren offensichtlich geringer als die eines geheimen Rates, in den äußeren Vorzimmern warteten die Besucher wohl teilweise Wochen und sogar Monate. Die wirklichen Kämmerer, und dies dürfte für die besondere Entwicklung dieses Amtes ausschlaggebend gewesen sein, hatten regelmäßig das Zutrittsrecht zur kaiserlichen Retirade. So ist es kein Zufall, wenn der Oberstkämmerer in den frühen Regierungsjahren Leopolds I. beklagte, daß bis zu 60 Kämmerer dem Kaiser "in dero retirata so gar auf dem Hals stehen", das dieser sich "vast durchtringen" müsse. Die Relevanz der Struktur des Hofstaates wird damit deutlich. Sie war ein ausschlaggebendes Strukturelement der Kommunikation an demjenigen Ort, der für die Reproduktion des gesellschaftlichen Gesamtzusammenhanges insgesamt von zentraler Bedeutung war.

Insbesondere die 1620er Jahre sahen nun eine nachhaltige Veränderung der Hofstaatsstruktur einerseits und andererseits eine der adeligen Gesellschaft. Der Sieg der Habsburger über den protestantischen Adel, die darauf folgenden Konfiskationen sowie der Krieg spielten der Krone Güter in die Hand, die man verteilen konnte. Die Träger von Hofämtern und deren Familien konnten aufgrund ihrer Nähe zum Thron, der unter Beweis gestellten Loyalität und ihrer rein materiellen Vorleistungen für die Krone sowie aufgrund ihrer mannigfaltigen Einwirkungsmöglichkeiten auf die kaiserliche Willensbildung und die Exekutionsleistung der verschiedenen Behörden einen Großteil des Gnadenschatzes für sich reservieren. Mit der Verbesserung der materiellen Lage ging v.a. beim Hofadel die Aufwertung in der Adelshierarchie einher. In den Genuß der zahlreichen Fürstungen, aber auch die Erhebungen in die verschiedenen Grafen-, Freiherren- und Adelsstände, Wappenverbesserungen, Prädikatsverleihungen etc. kamen vor allem Mitglieder des Hofes. Der Kaiserhof schuf sich in wenigen Jahrzehnten einen sehr zahlreichen Hochadel.

Im gleichen Zuge veränderte sich die Form der Anbindung von Adeligen an den Hof. Auch etwa Ferdinand I. hatte eine außerordentlich große Zahl von Adeligen an den Hof gezogen, nur wenige aber erhielten die klassischen Hofämter, während die überwiegende Zahl lediglich als Diener von Adel ohne Amt geführt, in den Editionen nicht namentlich berücksichtigt und daher von der Hofforschung bisher nicht gewürdigt wurden. Im späteren 16. Jahrhundert verschob sich die Anbindungsform v.a. mit der quantitativen Ausweitung des Kämmereramtes. Unter Ferdinand II. wurde diese Möglichkeit der vollmitgliedschaftlichen Anbindung von Adeligen an den Hof nachhaltig genutzt und auch auf den Geheimen Rat übertragen. Die Kämmerer zählten unter ihm nach mehreren Hunderten, Ferdinand I. hatte weniger als 20. Damit war der Hof nicht mehr nur "point of contact" (Elton), sondern für weite Teile des v.a. erbländischen Adels eine Institution geworden, in der man mit den oben gezeigten Implikationen für Kommunikationsrecht und materielle Chancen Mitglied war – oder auch nicht. Nicht mehr der Hof an sich war damit für den Adel attraktiv, sondern die möglichst ranghohe Mitgliedschaft.

Dies galt grundsätzlich relativ unabhängig davon, ob die Amtsträger tatsächlich Dienst taten oder nicht. Die Amtsträger waren nicht sämtlich ständig bei Hof. So nahmen an den Sitzungen des Geheimen Rates unter Ferdinand III. selbst um 1650, als dieser etwa 30 Mitglieder zählte, in der Regel nur acht oder neun Personen teil. Von den Kämmerern war in der Regel eine weitaus bedeutendere Zahl bei Hofe, die sich im Verlaufe eines Tages aber dann drastisch reduzierte, wenn die eigentlichen Dienstaufgaben zu erfüllen waren. Bei den geheimen Räten lassen sich wie bei den Kämmerern unter den wirklichen Inhabern (im Gegensatz zu den echten Titularen) Ämtern drei Gruppen unterscheiden: ein Kern von sehr regelmäßig anwesenden Personen, ein weitere Kreis von etwas seltener, doch immer wieder teilnehmenden Mitgliedern und ein Kreis von sich überaus rar machenden Personen. Sie hatten jedoch die Funktionsweisen des Hofes kennengelernt, dort die Gelegenheit gehabt, persönliche Kontakte zu knüpfen und konnten im Bedarfsfalle ihre mit dem Amt verbürgten persönlichen Zugangsrechte am Hof nutzen. Daher scheint es angemessen zu sein, den Begriff des Titulars insofern durch den des virtuellen Hofes zu ersetzen.

Nobilitierung und die Verleihung von Hofämtern trugen darüber hinaus zur immer umfassenderen und subtileren Hierarchisierung der adeligen Gesellschaft bei. Die Absicherung einer adeligen Familie und ihrer Mitglieder insbesondere gegen die Möglichkeit der Verarmung etwa mittels des Fideikommisses oder anderer Rechtsinstitute oder ihre materielle Unterstützung durch Ämter oder Zuwendungen sowie ihre weitere Mitgliedschaft am Hof als Voraussetzung künftiger relativer Rangwahrung ließ sich nur über Präsenz am Hof organisieren. Die Zugehörigkeit zum Hofstaat wurde damit für den hohen Adel immer wichtiger.

Unter dem Gesichtspunkt der Gewährleistung adeliger Partizipation und fürstlicher Herrschaft sollen im folgenden Aspekte des materiellen Austausches zwischen Krone und Adel, der Problematik der Exekution kaiserlicher Anweisungen und der Funktion des Hofadels in den Landständen sowie für die Erschließung immer weiterer Herrschaftsgegenstände beispielhaft hervorgehoben werden.

Hofämter brachten auf verschiedenen Ebenen erhebliche Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Dies gilt auch und besonders für die Inhaber von Verwaltungsstellen, v.a. der Hofkammer. Neben den nicht unbeträchtlichen Besoldungen stand die Aussicht auf kaiserliche Gnadengelder. So erhielt der kaiserliche Obersthofmeister Maximilian Graf von Trauttmansdorff für seine Leistungen beim Westfälischen Frieden 100.000fl. Gnadenerweise waren innerhalb des Hofes auch auf niedrigerer Stufe breit gestreut. So stellte das Hofzahlamt beispielsweise im Jahr 1655 unter der Rubrik Gnadengaben 12.000 fl. für den geheimen Rat Franz Christoph Graf Khevenhüller, 6.000 fl. für den geheimen Rat Ottavio Piccolomini, 3.000 fl. für den Kämmerer und niederösterreichischen Regimentsrat Ernst Freiherr von Molart, 1.897 fl. für den geheimen Rat Johann Franz Graf Trautson, 1.000 fl. für Diana Gräfin Cernin, ein ehemaliges Kammerfräulein der Kaiserin und viele weitere mehr ein. Ein Großteil dieser Zahlungen waren überdies nur Abschlagszahlungen. In jenem Jahr waren es insgesamt 82.294 fl., die vornehmlich an hochadelige Mitglieder des Hofstaates und innerhalb dieser Gruppe wiederum bevorzugt an ranghohe Höflinge gingen. Gnadengelder indes stellten nur eine Rubrik von einseitigen Zuwendungen an Hochadelige dar. Zu den wichtigsten zweiseitigen Geschäften gehörten adelige Darlehen an den Kaiser. Ein bedeutender Teil der Einnahmen des Hofzahlamtes kam im fraglichen Zeitraum von Mitgliedern des Hofstaates, wobei sich wiederum Abhängigkeiten zwischen Rang und Volumen ausmachen lassen.

War die Erlangung von Gunsterweisen von der persönlichen Präsenz am Hof bzw. der Einflußnahme von Höflingen abhängig, so war es in Anbetracht der Funktionsweise der kaiserlichen Behörden erst recht die Realisierung der von der Krone zumeist ja lediglich zugesagten materiellen und rechtlichen Vorteile. Der Satz Caspar Graf von Starhembergs darf allgemeine Geltung beanspruchen: "Meine geschäffte gehen auff wienerisch fort, das ist Langsamb [...]". Die persönliche Präsenz der begünstigten Mitglieder des Hofes oder wenigstens die von Empfehlungsschreiben begleitete Entsendung von Beauftragten oder Familienmitgliedern oder aber die Einschaltung wichtiger Hofleute waren die ebenso klassischen wie notwendigen Mittel der Sollicitation. Nicht nur die Korrespondenzen einflußreicher Höflinge, wie die des Obersthofmeisters Maximilian Graf von Trauttmansdorff oder die der Hofkammerpräsidenten Sinzendorff und Weissenwolf sind geprägt von Empfehlungs- und Bittschriften, die auf die Durchführung kaiserlicher Befehle drängen. Interessant ist die hohe Bedeutung der richtigen Information, verweist sie doch auf die Verbindlichkeit der vom Hof durch Vorverhalten generierten Erwartungshaltungen und damit auf den Bereich der Rechtmäßigkeit fürstlichen Verhaltens. Die unterschiedlichen Korrelationen zwischen Ansprüchen und ihrer Realisierung verweisen dagegen auf die Bedeutung der persönlichen oder familiären Anbindung an den Hof. Erhielten die Erben des Maximilian Grafen von Trauttmansdorff, dessen Sohn als Reichshofrat am Hof vertreten war, ihre 100.000 fl. in wenigen Jahren, so mußten andere Jahrzehnte darauf warten: "würklich contentirt", das stellten die Grafen Leslie in der Mitte des 18. Jahrhunderts gegenüber dem Hof fest, sei ihr uralter Anspruch erst dann, wenn sie die Gnade "unpertürbirlich genüssen" könnten. Dafür aber brauchte man enge Beziehungen zum Hof.

Die Hilfe von Hofleuten war für Nichtmitglieder ebenso wie für abwesende Mitglieder unabdingbar. Die Familienverbände sind in diesem Zusammenhang in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen. So klagte Erasmus d.J. Graf von Starhemberg, der als Protestant kein Hofamt hatte, 1623 seiner Mutter, daß es "mit denen hoff pretensionen so langsam, verdrieslich, und beschwärlich" zugehe, da er aber hochrangige Hofleute (Liechtenstein, Trauttmansdorff, Werdenberg, Losenstein und andere) um Assistenz ersucht habe, erhoffe er einen glücklichen Ausgang. Der Hofmarschall Heinrich Wilhelm Graf von Starhemberg riet seinem Bruder in Linz, der unter Ferdinand II. Kämmerer gewesen war, unter Ferdinand III. jedoch nicht, und der mit seinen Bemühungen um Auszahlung eines zugesagten Hochzeitspräsentes bei der Hofkammer keinen Erfolg hatte, "derselbe solte gedachtem hochzeit praesent ainen anderen Nahmen geben" und Geld, das er in seiner Funktion in den Ständen in Österreich ob der Enns eingenommen habe, mit einem vom Kaiser versprochenen Gnadengeschenk verrechnen. Die Verknüpfung von Hofleuten und ihren Bezugspersonen in den Ländern tritt besonders deutlich zutage, wenn der Hofmarschall seinem Bruder, der vergessen hatte, eine Quittung an den Hof zu schicken, riet, diese – und damit den erfüllten Anspruch – zu behalten unter der falschen Angabe, daß dies vom verstorbenen Kaiser befohlen worden sei. Er selbst wolle dies beim gegenwärtigen Hofkammerpräsidenten und Hofkammerdirektor "schon helfen hindurch drükhen". Als Gegenleistung erwartete er vom Bruder, daß dieser die Verordneten der Stände Österreichs ob der Enns dazu bewegte, ihm einige tausend Gulden zu verschaffen, was er sich "umb die gesammelte Landstände gewiss wieder verdienen" wolle. Eine solche Gegenleistung konnte in der Hilfe bei der Erstellung und Anbringung der ständischen Gravamina an den Kaiser liegen.

Die so strukturierten Beziehungsnetze ließen sich indes auch zu kaiserlichen Zwecken gebrauchen. So vermittelte der Hofmarschall Starhemberg über den Bruder den Landständen in Österreich ob der Enns mehrfach die Position des Kaisers. Zahllos sind Briefe des Kaisers, in denen er insbesondere Mitglieder des Hofes oder deren nahe Verwandte bat, die jeweiligen Landstände zu guter Kooperation zu disponieren. Die Informationen und die Kooperation des Adels in den ständischen Gremien war für die Krone nicht nur in Fragen des Steueraufkommens, der Militärversorgung und der Normsetzung für Herrschaftsausübung von großer Bedeutung. Die wechselseitige Durchdringung von Landständen und Hof wird deutlich, wenn ein Landeshauptmann der Steiermark das Amt des geheimen Rates anstrebte mit dem Argument, ohne dieses verliere er bei den Landständen alle Autorität und könne bei den Landtagen kaum mehr erfolgreich für die Interessen des Kaisers eintreten. Bemerkenswert sind auch Hofkarrieren von Herrenstandsverordneten wie die des Franz Albrecht Graf Harrach oder Peter Ernst Freiherrn von Molart.

Mit der Ausweitung des kaiserlichen Hofstaates nahm die Reichweite kaiserlicher Einflußnahme auch deshalb zu, weil damit immer mehr Verbindungsstellen zur Krone geschaffen wurden. Der Einfluß eines Höflings am Hof war dabei ein wesentlicher Faktor für Volumen und Beschaffenheit seiner Kommunikation mit Dritten. So stieg das Volumen der Korrespondenz etwa des Franz Graf von Harrach mit den innegehabten Position am Hof an. Zudem änderte sich die Zusammensetzung. Je höher er stieg, desto höher wurde der Anteil derer, die mit wenigen Briefen mit nur einem Anliegen auf ihn zukamen, dann jedoch durchaus auch selbst in Anspruch genommen wurden. Die Aktivierung kaiserlicher Einflußnahme wirkte nicht nur in einer Richtung. Wer seiner Familie und seinem Klientelsystem den kaiserlichen Willen zugänglich machte, machte beide dem kaiserlichen Willen zugänglich, wer über Dritte an den Hof appellierte, konnte vom Hof in Anspruch genommen werden. Daß mit der Verleihung von Hofämtern an bestimmte Adelige ganz bestimmte Regionen näher an den Hof angebunden wurden, liegt auf der Hand. So nehmen Bittschriften aus Mähren in der Korrespondenz des Obersthofmeisters Maximilian Fürst von Dietrichstein einen ganz anderen Stellenwert ein als in des Obersthofmeisters Maximilian Graf von Trauttmansdorff. In Struktur und Besetzung des Hofstaates läßt sich somit neben der bürokratischen Form ein Mechanismus der Erschließung von Herrschaft ausmachen, der zwar die Möglichkeiten der Zentrale in Anspruch nahm, eine wesentliche Antriebskraft jedoch in der Peripherie hatte. Von der Bürokratie bzw. einer weiter entwickelten Organisation aber unterschieden war er auch deshalb, weil verschiedene Hofleute jeweils familiär, regional und individuell spezifische Netzwerke an den Hof vermittelten. Da von den Außenkontakten jedoch wiederum der innerhöfische Stellenwert abhing und somit eine äquivalente Position am Hof nicht automatisch zu äquivalenten Einflußpotentialen und Beziehungsnetzen führten, waren zumindest hohe Amtsträger nicht ohne eine nicht unerhebliche Veränderung des Systems austauschbar. Die langfristige Hofmitgliedschaft wichtiger Familien bot hier wohl die beste Gewähr für wechselseitige Kontinuität.

Die Grenzen dieses Systems funktionaler Integration freilich liegen auf der Hand. Personenzentrierte und auf Anwesenheit aufbauende Netzwerke sind nicht beliebig ausbaufähig. Überdies bevorteilten die angedeuteten Relationen zwischen höfischem Status, eingesetztem Kapital und den aktivierbaren Verbindungen einerseits und dem vielfältigen Ertrag dieses Einsatzes, der wiederum in eine Verbesserung bzw. Mehrung von Status, Kapital und Netzwerkpositionen mündete, die bereits erfolgreichen Familien in besonderem Maße. Es nimmt daher nicht wunder, wenn der Hof insgesamt zu einer familienbasierten Abschließung neigte. Nicht umsonst konnten zahlreiche Familien der Großen des Hofes dieser Zeit sich dort bis zum Ende der Monarchie erhalten.

Quellen adeliger Ehre

Die Moralisierung der Interaktion und ihre Steuerung über Achtung kondensierte in der Frühen Neuzeit im Begriff der Ehre. Bei der in diesem Rahmen zu stellenden Frage nach der Bedeutung des Hofes für die Ausformung adeliger Ehre lassen sich zwei Dimensionen unterscheiden: Zum einen ist zu untersuchen, in welcher Weise adelige Interaktion am Hof als höfische Interaktion ausgeformt wurde, zum anderen ist nach der gesellschaftlichen Reichweite höfischer Interaktionsformen zu fragen. Es entspricht mehr dem Alltag des Hofes und auch dem Bemühen der Krone um die Unterdrückung des auch wohl recht seltenen Duells als einer autonomen Form der Bestimmung adeliger Ehre, wenn die Untersuchung neben den Konflikten um die Ehre auch die Praxis der positiven Ehrbezeugungen betrachtet.

Respekt wird vornehmlich in Interaktion zum Ausdruck gebracht. Da diese von ihrem sozialen Ort aber nicht absehen kann und da am Hof Hierarchie als symbolisches Substitut für den Vergleich von Machtlagen für die Ausgestaltung von Interaktion bestimmend ist, neigen in der höfischen Interaktion die Ebenen Hierarchie/Macht und Ehre zur Verschmelzung. Machtkämpfe am Hof stellten sich entsprechend häufig als Ringen um zeremonielle Vorrechte dar. So mußte Maximilian Graf Lamberg, als er Obersthofmeister wurde, mit dem Streit um die Ehrbezeugung der Präzedenz vor den Geheimen Räten auch um seine politische Relevanz kämpfen. In dem Maße, wie der Hof sich personell ausweitete, unüberschaubarer wurde und zudem mit dem Problem der hohen Statusmobilität (Nobilitierung/Hofamt) und den zahlreichen sich daraus ergebenden Interferenzen wie z.B. der Ämterhäufung zurechtzukommen hatte, mußte die Ausgestaltung der Hierarchie und die Wahrung der alten Rechte an Bedeutung noch zunehmen. Die Regelung von Präzedenz und die Vermeidung des schlechten Präjudizes gewannen für die Bestimmung adeliger Ehre zunehmend an Bedeutung.

Die hohe Sensibilität für diese Probleme läßt sich am Kaiserhof beispielsweise im Zeremoniell der Botschafter deutlich beobachten. Ob etwa der Nuntius einen Besucher von der Kutsche abholte, ihm entgegenging (und wie weit), ihm die Hand reichte, wie er ihn verabschiedete, hing neben dem Stand von dem Hofamt des Besuchers ab. In Abhängigkeit vom Hofamt standen auch Umfang und Form der Korrespondenz: Courtoisieschreiben (Glückwünsche v.a. zu Weihnachten und Neujahr, Ostern und Pfingsten) reflektieren das Hofamt des Adressaten ebenso deutlich wie die Titulaturen. Selbst die Festlegung dessen, was in relativ standardisierten Schreiben wie Todesmitteilungen wer zu wissen würdig war, hing vom Rang des Adressaten ab. Nicht jedem teilte man etwa die genaue Todesstunde mit.

In Anbetracht des engen Zusammenhanges von Macht und Hierarchie sind die Einteilungen in die Hierarchie des Hofstaates für beide Bereiche relevant. Die Ernennung des kaiserlichen Botschafters in Spanien zum geheimen Rat mit der Bestimmung, daß dieser die Session nicht nach seiner Rückkehr und der Ableistung des Amtseides, sondern bereits nach dem Ernennungsdatum haben solle, scheint für adelige Ehre zwar noch nicht viel zu bedeuten. Die Implikation von Amt und Anciennität für die persönliche Ehre wird aber deutlich, wenn bei der Frage, ob der Hofkanzler oder der Hofkammerpräsident (bzw. ihre Stellvertreter) den Vortritt habe, die Vornehmheit der sonst bedienten Ämter angeführt wurde: Der eine sei bereits länger Kämmerer, die Würde dieses Amtes aber von seiner Person nicht zu trennen. Dagegen wurde gehalten, daß die Anciennität des Kämmereramtes nur innerhalb dieses Amtes Berücksichtigung finden könne. Die Trennung von Amt und Person wurde zwar diskutiert, durchgesetzt hatte sie sich aber noch nicht.

Wenn der Hof durch die Verleihung eines Amtes so über die Praxis der Ehrbezeugungen entscheiden konnte, mußte es naheliegen, ihn auch außerhalb des eigentlichen Hofstaates in Anspruch zu nehmen. So mußte der Kaiser 1680 darüber entscheiden, ob regierende Fürstinnen den Ehefrauen Geheimer Räte in ihrem Hause die rechte Hand geben sollten oder nicht. Die Ehrenbezeugungen des Hofes und seine Einteilungen in die höfische Hierarchie waren jedoch auch für Personen in den Ländern wichtig. So bemühte sich von Böhmen aus Adam Matthias Graf Trauttmansdorff über Jahre hinweg um den Orden vom Goldenen Vlies und klagte, man lasse ihn die Verdienste seines uralten Hauses und seines Vaters nicht genießen. Sigmund Friedrich Graf Trauttmansdorff versuchte, obschon Landeshauptmann in der Steiermark, von Graz aus vor dem Hintergrund dortiger Präzedenzfragen, eine Stelle im Geheimen Rat zu erhalten, während Otto Graf Kolonitsch aus den gleichen Gründen verhindern wollte, daß ein innerösterreichischer geheimer Rat das Jurament vor dem Kaiser und nicht in Graz ablegte.

Das mußte eine relativ autonome Bestimmung adeliger Ehre, die aus der adeligen Geburt, dem rechtlich gesicherten Status der Landständigkeit und dem rittermäßigen Leben mit dem Ideal grundsätzlicher adeliger Gleichrangigkeit herrühren konnte, nachhaltig gefährden. Wenn Landleben und Hofleben auch kompatibel blieben, ging die soziale Äquivalenz doch verloren. Der aus der Adelsqualität fließende Anspruch auf die adäquate Ehrbezeugung war in Anbetracht der durchgehenden und vom Hof aus in doppelter Weise organisierten Hierarchisierung der adeligen Gesellschaft immer mehr auf die Transformation in das höfische Anspruchsäquivalent angewiesen. So betrachteten die Mitglieder bedeutender Familien die Ablehnung eines Gesuches um die Verleihung des Kämmereramtes nicht zu Unrecht als Zeichen kaiserlicher Ungnade. Deren Ehrenrührigkeit lag darin, daß der aus dem Adel fließende Anspruch nicht in die jetzt allgemein anerkannte und bestimmende Modalität des Hofes überführt werden konnte und damit in dem zentralen sozialen Feld des Adels nicht ohne weiteres anerkannt und durchgesetzt werden konnte. Mit der weiteren Entfaltung der Hierarchisierung des Adels durch Nobilitierung und Hofamt wuchs der Krone zugleich eine weitreichende Definitionsmacht für die Form adeliger Ehre zu. Dabei zeigt sich wiederum die in der personellen Durchdringung auch dezentraler Gebiete liegende Relevanz auch des quantitativen Wachstums des Hofstaates. So konnte es in Wien um 1700, als es hunderte von Kämmerern gab, wohl etwas zu abschätzig heißen: "[...] Es sey keine ehre ihn zu haben / aber wohl eine schande ihn nicht zu haben."

Formen und Funktionen höfischer Vergemeinschaftung

Die Grenzen des Systems Hof wurden nicht allein mittels der vielfältigen Kommunikation der Höflinge und der besonderen höfischen Ausformung adeliger Ehre gezogen, sondern darüber hinaus von der Krone wie dem Adel in vielfältiger Weise so symbolisiert, daß die für den Zusammenhang insgesamt konstitutiven Sinnhorizonte affirmativ bestätigt wurden. Damit waren interne Spannungslagen und konkurrierende Ansprüche zwar nicht aus der Welt geschafft, ihr ebenso verbindender wie verbindlicher Bezugsrahmen aber anerkannt. Die Höflinge wußten sich als Teil einer gemeinsamen Ordnung. Dies war um so wichtiger, als bei der Auseinandersetzung um die am Hof verteilten Güter die jeweilige Ausformung der höfischen Hierarchie als kontingent erlebt werden mußte. Sie konnte daher nicht "naturalisiert", unmerklich gemacht werden. Von daher nimmt es nicht Wunder, daß expressive Gemeinschaft am Hof stets zwei Funktionen erfüllte: Sie machte Status und Hierarchie für alle sichtbar, erkannte aber den ihr Unterworfenen und dem Adel als dem privilegiertesten Teil die Rolle von Koproduzenten der Aussagen zu: Das machte Legitimitätsdiskurse überflüssig. Der Hof gewann damit Reflexivität auf der einen Seite, Bejahung auf der anderen.

Sakrale, politische wie profane Ereignisse lieferten reichlich Anlässe für die sinnfällige Repräsentation des Systems Hof und des zugehörigen Adels als einer Gemeinschaft. Im sakralen Bereich waren es vor allem die kirchlichen Hochfeste, aber auch die zahllosen Messen, die in Gegenwart von Mitgliedern der Dynastie und Mitgliedern des Hofes gefeiert wurden. Taufen, Hochzeiten und Bestattungsfeierlichkeiten versammelten jeweils mehr oder weniger große Teile des Hofstaates. Die Fronleichnamsprozession durch die Residenz dürfte in diesem Bereich den Höhepunkt darstellen. Auch im profanen Bereich sorgten festliche Veranstaltungen wie Hofturniere und Schießen, der Fasching mit seinen Schlittenfahrten und Maskeraden, Konzerte, Ballette und Komödien sowie die v.a. zu kaiserlichen Geburtstagen aufgeführten Opern für durch ein durch Hierarchie geordnetes, aber gemeinschaftliches Erleben. In dem Bereich, der Sakrales und Profanes im Politischen vermengte (Huldigungen, Krönungen und Land- und selbst Reichstage), gilt dies ebenso. Hinzu kommt der Alltag mit seinen spezifischen Gruppenbildungsprozessen, sei es der Arbeit in den verschiedenen Gremien oder der Aufenthalt in den Vorzimmern der Mitglieder der Dynastie.

Wenn aber in dieser Weise Personen regelmäßig einander begegnen, tritt ein, was Karl Weick als Entwicklung hin zu einer geteilten Subjektivität beschreibt: "When the same people show up day after day at the same time and place, their activities are likely to become more and more mutually defined, more mutually dependent, more mutually predictable, and more subject to common understanding encoded into common language. Generic subjectivity increases." Die Entwicklung einer auf einer geteilten Sinnhorizonten und einer besonderen Geschichte aufruhenden gemeinsamen Sprache, welche Kommunikation in Andeutungen möglich macht, die dann als Ausweis der Zugehörigkeit zum System avancieren kann, verbindet den Hofadel und grenzt ihn als Gesamtheit ab. Von daher verstehen sich etwa ironische Anspielungen der Bühnenwerke auf die Situation am Hof. Wie im Falle der adeligen Ehre standen höfische Formen der Vergemeinschaftung damit neben anderen, mehr ständisch orientierten wie etwa den Hochzeiten des Adels. Doch auch hier versuchte der hohe Adel durch die Einladung des Kaisers, die in der Regel die Entsendung eines kaiserlichen Abgesandten nach sich zog, sowie durch die Einladung wichtiger Hofleute die Sphäre des Hofes mit derjenigen der Familie zu verflechten.

 

Adelige Bestattung in der Residenz 1630 bis 1850

Die Untersuchung der Adelsintegration am Kaiserhof wird flankiert von einer eigenständigen Studie zur adeligen Bestattung in der Residenz. Damit wird die oben aufgeworfene Frage nach dem Zusammenhang zwischen Sozialordnung und ihrer symbolischen Repräsentation und der Ordnung des Raumes weiter verfolgt. Indem die spezifischen Probleme der Medien des Totengedenkens in ihren gesellschaftlichen Kontext gestellt werden, ist zugleich ein neuerlicher Perspektivenwechsel vollzogen.

Dem trägt die vorgenommene Periodisierung insofern Rechnung, als sie das Verhältnis von sozialer und symbolischer/medialer Ordnung nachzeichnet. So ergeben sich für die Zeit zwischen 1620 und 1850 drei Abschnitte. Das 16. Jahrhundert, in dem Wien sehr lange Residenz war, in dem sich die adeligen Stadtquartiere deutlich ausgebildet hatten und das mit seiner Mehrkonfessionalität für den baulichen Bestand der Kirchen einflußreich wurde, wird eingehende Beachtung finden.

 

Herrschaftskonsolidierung und Gründung adeliger Erbbegräbnisse

Nachdem in den 1620er Jahren absehbar wurde, daß Wien dauerhaft als feste Residenz der Habsburger dienen würde, richteten zahlreiche hochadelige Familien Erbbegräbnisse in den Kirchen der Residenz ein. Bei diesen Familien handelte es sich vor allem um jene Familien, die sich in den hohen Ämtern des Hofes nachhaltig hatten etablieren können. Die Medien der Memoria sorgten für die dauerhafte Einbindung der bedeutsamen Einzelnen und ihrer Familien in das symbolische Ensemble der Stadt. Damit wurde die Leistung einer Familie für den Hof zu deren unverlierbarem Kapital. Überdies war mit dem Medienwechsel eine symbolische Absicherung gegenüber der instabilen höfischen Ordnung verbunden. Mit einem Grab etwa in der Hofkirche konnten Familien auf ihre einstige Position am Hof auch dann verweisen, wenn sie gerade keine höchsten Ämter innehatten. Das Grab gab die Möglichkeit, an der sichtbaren Geschichte des Hofes mitzuschreiben. Mit der Einbeziehung in den sozialen Raum des Hofes wandelte sich indes die Selbstbeschreibung der Adeligen: Die Epitaphien in der Residenz repräsentieren nicht länger Adel in seinen traditionellen Bezügen, sondern adelige Hofkarrieren.

Die hofnahen Kirchen und vor allem die Hofkirche wurden bei der Einrichtung von Erbbegräbnissen besonders bevorzugt, so daß der Hof erkennbar zum Fluchtpunkt einer spezifisch adeligen Ordnung des sakralen Raumes wurde. Daß in den ersten Jahrzehnten der Herrschaftskonsolidierung die hofnahen Kirchen am stärksten frequentiert wurden, während in den hofferneren Kirchen erst nach der Mitte in größerem Umfang Erbbegräbnisse gestiftet wurden, stützt die These, daß die symbolische Repräsentation der hierarchischen bzw. gesellschaftlichen Stellung sich im Bereich der steinernen Medien der adeligen Bestattung in der Residenz analog zu den zeit-räumlichen Ordnungen von Personen am Hof vollzog.

Obschon sehr viele hochadelige sowie aufsteigende niederadelige Funktionärsfamilien Grablegen in Wien gründeten, blieben diese bezogen auf den Adel der Erblande insgesamt die Minderzahl. Schwächer vertreten waren vornehmlich regional verankerte Familien sowie die national gebundenen Eliten der Kronen Böhmens und Ungarns. Obschon auch diese Adelsverbände einen stark auf den Hof ausgerichteten und dort sehr bedeutsamen Hofadel stellten. Das verweist auf eine Spannung zwischen familialer Memoria und höfischer Integration. Die Verlegung eines Familiengrabes an die Residenz erforderte eine tiefgreifende Umstrukturierung nicht nur des sozialen Feldes des Adeligen, sondern auch seiner symbolischen Orientierung. An den Abweichungen zwischen Hofadel, dem in der Residenz bestattetem Adel und dem Adel insgesamt lassen sich daher auch die vielschichtigen Abstufungen und Grenzen der Integrationskraft des Hofes nachvollziehen.

 

Überschreibung und Ergänzung

War das 17. Jahrhundert medial geprägt von der hof- und hochadeligen Durchdringung der Kirchen in der Residenz, fällt im 18. Jahrhundert eine Auffächerung der Medien des Totengedenkens auf. Dies scheint zunächst an den medientechnischen Problemen der für die Ewigkeit konzipierten Grabkapellen und sonstigen Memorialmonumente gelegen zu haben. Die Symbolsprache der von den Vorfahren gestalteten Kapellen war in den neuartigen Sinnzusammenhängen der aufgeklärten Gesellschaft des ausgehenden 18. Jahrhunderts nicht nur immer schwerer vermittelbar, sondern zu einer nunmehr veralteten Kunstform geworden; wegen der Bedeutung der repräsentierten Personen aber standen die alten Memorialensembles für Umbauten nicht beliebig zur Disposition. So nahm die Repräsentation innerhalb der Kirchen vornehmlich die Form ergänzender zeitgemäß gestalteter Epitaphien an.

Problematisch war auch der Wandel der doch als fest erscheinenden steinernen Ordnung. In vielen Kirchen vermochten die am Hof neu zur Geltung gelangten Familien einen Platz neben den alten zu erringen. Prosopographisch läßt sich im 18. Jahrhundert eine weitaus breiter gestreute adelige Bestattung feststellen, die auf eine immer weiter reichende Integration des erbländischen Hof- und Hochadels hinweist. Die Erschließung neuer Grüfte und die Wiederveräußerung von Kapellen ausgestorbener Familien aber modifizierten das steinerne Abbild einstiger höfischer Ordnung und beeinträchtigten so die Funktion eines ewigen Gedächtnisses bestehender Ordnung. In dieser Situation scheint die immer weitere Entfaltung der pompa funebris dem Adel einen Ausgleich für die Einbußen im Bereich der Kraft verbindlicher Repräsentation durch die Grablege geboten zu haben. Zudem erreichte der Leichenumzug eine andere Öffentlichkeit als das Monument in der Kirche. Der Umstand, daß der Leichenumzug in weitaus stärkerem Maße auch dem niederen Adel und dem Bürgertum zugänglich war als die steinernen Medien und ohne weiteres – anders als Epitaph und Wappen – den jeweiligen Stand nicht darstellten, führte zu einem dem Stand, der Bedeutung und der Prätention angemessenen, insgesamt immer höheren Aufwand. Dies führte wiederum zu einer restriktiven landesherrlichen Gesetzgebung, die eine dem jeweiligen Stand entsprechende Beerdigungsklasse vorschrieb und die pompa funebris auf diese Weise seiner Nähe zum Markt entzog.

Die Schließung der innerstädtischen Grüfte am Ende des 18. Jahrhunderts machte es unmöglich, die Sozialtopographie und -symbolik des Todes, wie sie sich seit den 1620er Jahren entwickelt hatte, fortzuschreiben. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie nach dem Normwandel der Adel seine grundsätzlich beibehaltene gesellschaftliche Position symbolisch so darstellen konnte, daß die primär wissenschaftliche Logik der aufklärerischen Friedhofsanlage nicht über die Symbolisierung der stratifizierten Ordnung obsiegte.

 

Ausdifferenzierung

Mögliche Anknüpfungspunkte waren neben der Privatisierung des Gedächtnisses und neben dem Versuch, den Normerlaß zu revidieren, insbesondere die bis dahin entwickelten Medien des Totengedenkens. Das Verbot des Privatgrabes und des Grabmonumentes in Wien in der ersten Phase der Josephinischen Reformen machten adäquate Neuerungen indes unmöglich. Dies konnte den Adel nicht befriedigen. Auf seinen massiven Druck hin erließ der Kaiser, der die Grüfte für Laien weiter verschlossen hielt, zunächst Ausnahmeregeln, so daß bereits vor der Jahrhundertwende auf Friedhöfen wiederum vereinzelt Privatgräber und selbst Grabmonumente errichtet werden konnten. Die nächsten Jahrzehnte sahen ein beharrliches Ringen um die Gestalt der Friedhofsanlage, bis in den 1830er Jahren das Einzel- bzw. Familiengrab mit einem zugehörigen Monument die standesunabhängige Regel wurde. Wie sich das adelige Bestattungsverhalten bis zu dieser Normlage, die von großen Teilen des Adels auf den Wiener Friedhöfen angenommen wurde, entwickelte, ist derzeit eine offene Frage.

Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß sich die Umgestaltung der adeligen Begräbniskultur vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen Wandels vollzog. War im 17. Jahrhundert Interaktion in Oberschichten vom Politischen noch kaum zu trennen, war im 18. Jahrhundert der Bereich des Politischen aus der Oberschichteninteraktion zunehmend ausdifferenziert worden. Hatten der Hof und die traditionelle Bestattungsform die Funktionalisierung des Adels und die Ausdifferenzierung seiner Lebensweltmöglichkeiten noch verdeckt, machte der hohe Differenzierungsgrad des adeligen Bestattungsverhaltens im frühen 19. Jahrhundert eine Pluralität sichtbar, die eben dieser Differenzierung adeligen Lebens, die damit den Rückzug in das Privatleben im engeren Sinn erst ermöglicht hatte, entsprochen haben dürfte. So stellte das Grabmal im Landschaftsgarten keine Alternative zu einem Kanon mehr dar, sondern eine unter vielen Möglichkeiten. Daß es aber andere Sinnzusammenhänge symbolisierte als eine Grabkapelle in der Hofkirche, liegt auf der Hand.

Mark Hengerer, Konstanz*

Places of Power: Royal Residences and Landscape in Medieval Iberia

Das Thema "Zeremoniell und Raum" besitzt nach wie vor Aktualität, sogar in der Dimension, wie wir sie auf unserem Symposium des Jahres 1994 noch nicht in ganzem Umfang wahrgenommen haben. Es geht nicht nur um Raumordnung oder um Blickachsen in der Stadt, sondern um Parks, Wildgehege, Gestüte, "fishing grounds", Jagdgründe, Wälder, ganze Landstriche, die sich um Residenzen bilden. Davon spricht der folgende Beitrag von Prof. Rita Costa Gomes, die vor einigen Jahren ein wichtiges Buch zum portugiesischen Hof im Spätmittelalter veröffentlicht hat: "A corte dos reis de Portugal no final da idade média", Lind-a-Velha 1995. Die Frage nach der Residenz-Landschaft in einem ganz anderen Sinne läßt sich ohne weiteres auf Mitteleuropa übertragen, und dies nicht erst seit dem 18. Jahrhundert.

W.P.

 

This text presents my current research about the relationship between royal residences and the landscape of the Iberian Peninsula, from 1250 to 1500. During this period of Iberian history the coexistence of Islam and Christianity on the peninsula gave way to the ascendancy of Christian rulers after the conquest of Valencia and Mallorca, most of the Andalucia and the Portuguese Algarve. Such historical process was central to the shaping of the environment in which the Iberian populations evolved after the 13th century.

Monarchs have always been important agents of change in the Iberian landscape, as may be seen in the history of royal residences in the late medieval period. Royal residences in the Iberian Peninsula reflect a history of conquest, territorial control, and inscription of power in space. They testify to certain ways of perceiving and of fashioning the land, not only through the construction of gardens related to the palaces but also through the maintenance or replanting of woodlands, the preservation of wet marshes as hunting grounds for falconry, the establishment and maintenance of water systems, and the setting aside of lands for horse breeding. In the history of medieval gardens the fundamental ambiguity of the king’s figure in his relation to the natural world can be traced, both in the christian and the islamic tradition. Other modes of intervention in the physical space testify also to this complex of ideas and beliefs associated to ancient and medieval kingship. In no other historical object as the royal residence can such cultural aspects be better studied, in the ways the residence connects human settlement to the wilderness, or in the ways it uses the signs and symbols of past political rule to signify the conquest and reintegration of spaces into new territories. I sustain in this book that such an approach, partial or "external" as it may be, is essential to the understanding of Iberian gardens and other forms of land use that originate specific historical landscapes. Movement in space, that is topographical difference and the succession of places according to the cycle of the seasons originate a specific perspective that is always conceived, in the case of kings, according to a territorial perception. Understanding this form of medieval experience can contribute to a critical look at the conceptual instruments and unquestioned cultural choices that underlie our own modern perception of past environments, such as a clear distinction between "aesthetic" and "utilitarian" uses of the land, between a precise local topography imbedded in an "internal", "experienced" sense of the landscape and the necessary orientation of the spatial realities in the societies of the past, using other cultural categories, and other technological and material instruments, than our own.

Although the royal residences were important features in the Iberian landscape, many of them have disappeared or have been substantially altered since the Middle Ages. Nevertheless, their construction and characteristics can be traced in numerous historical records. The specific objectives of my project are a) to establish the locations of royal residences and to represent them in maps b) to describe the successive episodes of abandonment, reoccupation, destruction, and/or reconstruction that characterizes many of these residences and c) to develop a typological approach to royal residences that contrasts urban and rural settings. In analyzing urban residences, my focus lays on the fashioning of successive cultural traditions, from the Islamic ksar reused and transformed by Christian kings to the emergence of the new palaces of the later Middle Ages, and considers the varying relationships these residences had with urban landscape in the main Iberian cities. In most cases, urban history provides us today with the necessary instruments for retracing and evaluating these changes. The chronology of such changes in the different Iberian kingdoms shows a remarkable parallelism which remains unexplained. My work in progress contributes to the establishment and comparison of this process of urban change. My discussion of the rural setting focuses on the differences between the suburban residence (such as Madinat al-Zahara in Andalucia or Sintra in Portugal), the Christian monastery used for residential purposes (such as Las Huelgas in Castile or Poblet in Catalonia), the residence (usually fortified) in the king’s dominion, and the royal hunting lodge.

In this research I develop the concept of "place of power" proposed by Gérard Sabatier, in a direction that contemplates the different types and purposes of the buildings in their relation to specific spaces and geographical systems. Places of power are physical structures that have been used as residences by kings or other rulers close to the monarchic figure (such as the Granadan emirs) or by members of the royal families (such as queens or heirs to the throne). My study is not principally intended to describe the architecture of these places of power, a work that is largely and competently been done by art historians, and important as such a description may be to the establishment of the aforementioned typology. I intend instead to explain the ways in which these places are related to the diverse geographical reality of the peninsula, thus constructing the landscapes of the kingdoms of Navarra, Aragon/Catalonia, Portugal, León/Castile, and Granada. Islamic political units existing before 1250, such as the Cordoban Caliphate and the successive taifas kingdoms of the south, are also taken into consideration for the purpose of comparing, for instance, water management systems, horticultural techniques and other important practices like horse breeding. This book will provide the first general picture of places of royal power for the whole of the Iberian Peninsula, which has been generally recognised as a geographical unity in spite of its division during the Middle Ages into several kingdoms and its present division into the Spanish and Portuguese nations.

The locations, descriptions, and uses of the royal residences can be reconstructed through medieval documentation, later iconography, and careful analysis of movements of monarchs recorded in royal itineraries. These itineraries, which have been widely used in the study of royal Charters and Diplomatics, have the potential – hitherto unrecognized in the Iberian case – to be invaluable sources for the identification of the "royal cities" in the peninsula and of seasonal residences which the kings used for activities marked by specific calendar rhythms such as hunting. My research on Portugal using the itineraries of kings has allowed me to reconstruct the network of royal residences in the late medieval period (see Map), and also to develop a specific methodology for the study of such data series, one that has proven valid for other Iberian sources. Having determined the location of such residences throughout the peninsula during the late medieval period, I draw on archival and published documentation regarding property, land use, transport and the royal buildings themselves to analyze the ways in which the monarchs created and transformed the landscape.

This project is open for the comment of all scholars of similar interests, in particular those working with medieval Iberian sources, and wellcomes all contributions regarding method, theoretical aspects or available data. I expect to complete my book in the year 2002.

Rita Costa Gomes, Lissabon*

 

 

 

 

 

Cadolzburg
Ein "Deutsches Burgenmuseum"

Kooperationsmodell für die Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (München) in Verbindung mit dem Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg) und der Wartburg-Gesellschaft (Eisenach/Nürnberg)

 

Seit langem gilt der Rhein als das Land der Burgen und dort befindet sich ob Braubach auch die Marksburg als oft besuchtes Museum der Deutschen Burgenvereinigung. Nachdem das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg auf der Kaiserburg ein kleineres Museum eingerichtet hat, ergreift dessen Generaldirektor, der Architekturhistoriker G. Ulrich Großmann, die Initiative, wiederum in Franken, einem anderen, bedeutenden Burgenland des Reichs, erstmals ein umfassendes Burgenmuseum einzurichten, das sich auf die Bestände des "GNM" stützen könnte. Im Unterschied zur Marksburg war die Cadolzburg auch länger (hohenzollerische) Residenz und besitzt bedeutende Teile früher Festungsarchitektur des 16. Jahrhunderts.

W.P.

 

Die Cadolzburg

Die Cadolzburg ist eine Höhenburg mit wesentlichen Bauteilen des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Es handelt sich um ein großes und bedeutsames Beispiel einer solchen Burg, daß mit Vortor, Vorburg, Doppeltor zur Kernburg, zwei wesentlichen Kernburgflügeln mit Kapelle, Küchenkamin ("Ochsenschlot") und Hinterhof äußerlich umfassend erhalten und in seinen Einzelheiten erkennbar ist.

Durch ein Großfeuer im Zweiten Weltkrieg ging das Innere der Gebäude fast vollständig verloren, im wesentlichen sind nur die Umfassungsmauern erhalten. Diese lassen nach wie vor die Baugeschichte des Mittelalters vom 12./13. bis zum 15./16. Jahrhundert ablesen.

Gegenwärtige Nutzung

Die Burg bedarf einer dauerhaften Nutzung, die ihrer Größe und Bedeutung angemessen ist. Die gegenwärtige Nutzung als Konzertsaal ist bei einem Rauminhalt von schätzungsweise 6000 bis 8000 Kubikmetern und Besucherfrequenzen von 150 Personen an einigen wenigen Tagen im Jahr sicher unbefriedigend, nicht zuletzt angesichts der Kosten. Das Gebäude sollte künftig dauerhaft besucht und umfassend besichtigt werden können.

Perspektive: Museumskonzept

Auf Grund ihrer Lage etwas abseits der großen Zentren, jedoch im Naherholungsbereich dieser Orte (Nürnberg, Fürth usw.) kommt m.E. nur ein Museumskonzept in Frage, das dem besonderen Charakter des Ortes Rechnung trägt. Ein rein regionales historisches Museum mit Blick auf die Hohenzollern oder mit Blick auf die ortstypische Keramik bzw. Fayence erfüllt diese Aufgabe in keiner Weise, ließe sich aber partiell in eine umfassendes Konzept einbinden.

Wissenschaftliche Betreuung

Die wissenschaftliche Betreuung des Konzeptes und des Aufbaues kann vom Germanischen Nationalmuseum in Zusammenarbeit mit der Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern erfolgen. Die Federführung in einer zu bildenden Arbeitsgruppe kann der Unterzeichner übernehmen und qualifizierte Fachkollegen der entsprechenden Gremien und Vereinigungen einbeziehen.

Deutsches Burgenmuseum

Auf Grund meiner früheren Tätigkeit als Gründungsdirektor des Weserrenaissancemuseums Schloß Brake in Lemgo sowie meiner Erfahrungen als Vorsitzender der internationalen Wartburg-Gesellschaft zur Erforschung von Burgen und Schlössern möchte ich vorschlagen, die Cadolzburg als "Deutsches Burgenmuseum" einzurichten. An keiner Stelle in Mitteleuropa wird das Thema "Burg" in einer für den Bürger interessanten, anschaulichen und verständlichen Weise erläutert, obwohl sich gerade für das Mittelalter in allen seinen Lebensbereichen und ganz besonders in der Burg viele Menschen begeistern. Ausgehend von Architektur-Modellen wichtiger und typischer Burgen der Epoche zwischen 1000 und 1600 könnte die Entwicklung und Bedeutung der Burg aufgezeigt werden. Doch kann und soll die architekturgeschichtliche Präsentation nur ein kleiner Teil des Austellungskonzeptes, gewissermaßen ein Anknüpfungspunkt sein.

Bestände des Germanischen Nationalmuseums

Darüber hinaus lassen sich wesentliche Bereiche der Burg, etwa die Bewaffnung, das Reiten, das Kochen und Essen, das tägliche Leben, aber auch die Rechtsprechung und die Repräsentation, durch Sammlungsobjekte des Germanischen Nationalmuseums präsentieren. Bei einer entsprechenden Kooperation könnten diese Objekte in das Museum eingebunden werden.

Konsequenzen für die Sanierung

Soweit nicht gegenwärtig schon in Angriff genommen, sollte auf die weitere Rekonstruktion längst verloren gegangener Teile verzichtet werden. Geschichte läßt sich nicht kopieren. Gegenwärtig sind die historischen Baubefunde deutlich von den modernen, vielfach statisch bedingten Einbauten in Beton zu unterscheiden. Von diesem Zustand kann man baulich ausgehen. Für die Museumsnutzung sind einige Räume klimatisch für diffizile historische Gegenstände vorzubereiten, andere bedürfen keiner sehr weitgehenden Beheizung und Klimatisierung. Kosteneinsparung hilft hier eher dem Konzept, als ihm zu schaden.

Eine Rekonstruktion des Gewölbesaales im Altbau wäre für die Museumsnutzung nicht nötig, scheint aber schon recht weit gediehen zu sein; von einer Rekonstruktion der Butzenfenster würde ich abraten. Im Hinblick auf eine Museumsnutzung wäre eine Abstimmung der weiteren Arbeiten wichtig, wofür sich der Unterzeichner anbietet, falls diese Konzeptidee weitergetragen werden kann.

Dr.habil. G. Ulrich Großmann, Nürnberg*

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe auch die Informationen unter der Internet-Adresse:

http://staff-www.uni-marburg.de/~altwasse/wartburg/rundb-20.html#Burgenmuseum

Kolloquiumsberichte

 

The Court Painter in Early 17th-Century Europe: Van Dyck and his Contemporaries

Symposium der Royal Academy of Arts und der National Gallery London in Verbindung mit dem Institute of Historical Research, University of London, und der Society for Court Studies, London, 26./27. November 1999

Wir machen Ernst mit der Internationalen Hofkunst, auch wenn, wiederum, unser selbstgesetzter Zeitrahmen überschritten wird. Was Sie, verehrter Leser, gleich zur Kenntnis nehmen können, ist indes keine zahme Lektüre: der Autor hat frisch geurteilt und Noten verteilt. Die Lust dazu wird ihm vermutlich mit zunehmenden Alter vergehen, aber jetzt sei’s ihm noch erlaubt.

W.P.

Der 400. Geburtstag des Anthonis van Dyck war 1999 Anlaß für eine ganze Reihe von Jubiläumsveranstaltungen, die den flämischen Maler mit Ausstellungen, Vortragsreihen, Publikationen usw. ehrten. So wurde auch die – nach Antwerpen, vgl. zur Tagung dort: Eva Struhal: Überlegungen zu Anton van Dyck, in: Frühneuzeit-Info 10 (1999) S. 315-326 – zweite Station der großen van Dyck-Ausstellung in London (Royal Academy of Arts, 11. September bis 10. Dezember 1999) von einem zweitägigen Symposium begleitet, das hier die spezifische Funktion van Dycks und seiner Kollegen in ihrer Rolle als Hofkünstler in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Thema hatte. Das kompakte Programm sah vier Sektionen vor, die sich jeweils um eine europäische Region als Ausgangspunkt der Überlegungen gruppierten. Nachdem Sir John Elliott (London) in Stellvertretung des erkrankten Hugh Trevor Roper (Lord Dacre of Glanton) in gewohnt präziser Form eine allgemeine Einführung zu Aspekten der Hofforschung, der vergleichenden Residenzenforschung und der Repräsentation von Macht gegeben hatte, eröffnete Sir Oliver Millar (London) die erste Sektion The Court Painter in the Low Countries.

Luc Duerloo (Löwen) beschäftigte sich in seinem Vortrag A Court in a Country of Painters: The Habsburg Policies of Patronage in the Netherlands mit Fragen der Etablierung und Stabilisierung des Hofes der Erzherzöge Albrecht und Isabella in den Südlichen Niederlanden. Dabei stellte Duerloo, der u.a. auch die Brüsseler Ausstellung "Albert & Isabella 1598-1621" organisiert hatte, grundsätzliche Funktionsweisen der erzherzoglichen Hoforganisation und deren propagandistischen Aufbereitung vor. Die einheimischen Adelseliten wurden schrittweise mittels Ämtern, Titeln und Auszeichnungen in das Gefüge der habsburgischen Herrschaftsausübung eingebunden. Eine wichtige Rolle spielte die Auftragsvergabe an die Bildkünste, um zentrale Aussagen der fürstlichen Herrschaft wie Frieden und Ordnung auch visuell zu vermitteln. Die lokalen Eliten imitierten dieses Verhalten und wurden so auch über die Künste stärker an die Habsburger Monarchie gebunden. Die Kunstpatronage der Erzherzöge fand somit direkt wie auch indirekt statt.

Einer spezifischen Gattung der Malerei in ihrer bisher weniger beachteten sozialen und politischen Funktion widmete sich Barbara Welzel (Marburg) mit David Teniers II and Archduke Leopold Wilhelm. Das Galerie- bzw. Sammlungsstück und dessen "Erfindung" durch Teniers in der Repräsentation der Sammlung von Erzherzog Leopold Wilhelm war Gegenstand ihres Beitrags. Mittels einer prägnanten Gegenüberstellung von Teniers‘ Bildern mit einem entsprechenden Galeriestück des 18. Jahrhunderts, Zoffanys Darstellung der Florentiner Tribuna und ihrer bürgerlichen Nutzer, und dessen (negativer) Rezeption durch den englischen Hof konnte Welzel die Gattung überzeugend als Medium fürstlicher Herrschaftsrepräsentation definieren: Leopold Wilhelm begann seine Sammeltätigkeit erst zu dem Zeitpunkt, als er Gouverneur der Niederlande wurde. Die Sammlung selbst wie ihre Darstellung in den Galeriebildern von Teniers spielten also erst dann für den fürstlichen Sammler eine Rolle, als er sich ihrer zu Zwecken der Darstellung seiner politischen Rolle bedienen konnte. Teniers‘ Bilder sind somit weder eine einfache Fortsetzung der Tradition von Galeriebildern bürgerlicher Sammlungen in Antwerpen, noch sind sie "realistische" Dokumente einer tatsächlich so existierenden Sammlung. Mit ihrer Konzentration auf Gemälde und der Beschränkung allein auf die italienische Schule z.B. im Bild des Kunsthistorischen Museums Wien repräsentiert diese Gattung bei Teniers nicht nur den Paradigmenwechsel im Sammlungswesen des frühen 17. Jahrhunderts im Gegensatz zu den Kunst- und Wunderkammern des 16. Jahrhunderts, sondern war mit dem letztgenannten Gesichtspunkt sogar dem zeitgenössischen Sammlungswesen und seiner Hängungspraxis ein Stück voraus. Ein weiterer Aspekt besteht darin, daß bestimmte Bilder Botschaften für spezifische Betrachtergruppen enthalten und somit der Kommunikation zwischen den europäischen Höfen dienten. Die Gruppe der Galeriebilder von Teniers enthält somit sowohl Aussagen über den Maler wie über den Auftraggeber: Der Künstler konnte in diesen Stücken im Sinne des Gattungsparagone die Malerei als ranghöchste Kunst darstellen, und der Sammler konnte von sich ein innovatives Bild als Connoisseur und als Fürst entwerfen lassen. – Weitere Aspekte hierzu enthält eine frühere, bereits gedruckte Beschäftigung der Referentin mit diesem Thema: Neuerwerbungen in höfischen Galerien: Ereignis und Repräsentation. Anmerkungen zu den Galeriebildern von David Teniers d.J., in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 24 (1997) S. 179-190.

Mit Apelles in search for Alexander: Van Dyck and his Princely Patrons näherte sich David Howarth (Edinburgh) dem Kernthema der Veranstaltung. Dabei distanzierte er sich nochmals – wie schon in einem älteren Artikel: The Arrival of Van Dyck in England, in: Burlington Magazine 132 (1990) S. 709f.; vgl. bereits Oliver Millar: Van Dyck in England, Ausst.kat. London 1982, S. 33f. – von der älteren britischen Kunsthistorie, die van Dycks englischen Aufenthalt gerne in einer quasi paradiesische Lebens- und Arbeitssituation darstellte, und zeigte anhand neu ausgewerteter Quellen aus dem Besitz des niederländischen Agenten Karls I., Balthasar Gerbier, auf, daß der flämische Maler nie vorgehabt hatte, sich dauerhaft in London niederzulassen. Vielmehr ergeben sich Hinweise darauf, daß van Dyck ursprünglich sich nur kurzzeitig zur Ausführung einiger Aufträge in England aufhalten wollte und daß er zu diesen zudem nur durch das intrigante Verhalten Gerbiers eher widerwillig bewegt werden konnte. Die äußerst produktiven und innovativen Werkphasen van Dycks während seines zweiten und dritten Antwerpener Aufenthalts 1628-1632 und 1634/35 würden ferner keinen Zweifel daran lassen, daß van Dyck ein flämischer Maler war, der eben nur in seiner Heimat Flandern seine Kreativität voll entwickeln konnte. Nach diesem Resümee wurde dann auch deutlich, warum Howarth seinen Vortrag in dieser und nicht in der Sektion zum englischen Hof plaziert hatte.

Den Abschluß dieser Sektion bildete das Referat von Jonathan Israel (London), einem der zur Zeit wohl bedeutendsten Historiker niederländischer Geschichte, der erst vor wenigen Jahren ein monumentales Kompendium zu diesem Thema veröffentlicht hat, das bereits als Standardwerk bezeichnet werden kann: The Dutch Republic: It’s Rise, Greatness, and Fall 1477-1806, Oxford 1995. Mit seinem Vortrag über Frederik Hendrik and the Artistic Strategy of the Court of Orange geriet er allerdings gerade im kunsthistorischen Feld öfters in Gefahr, in dem von ihm vorgestellten, ausufernden Material den Überblick zu verlieren. Thema waren die unter anderem stark durch seine französische Geschmacksbildung beeinflußte Kunstpatronage des niederländischen Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau, der Neoklassizismus in der niederländischen Architektur des 17. Jahrhunderts und die als klassizierender Realismus beschriebene Hofmalerei mit ihren Schwerpunkten auf Porträt, Mythologie und allegorisierenden mehrfigurigen Porträts: sämtlich Bereiche, die erst vor kurzem in drei großen Ausstellungen gewürdigt worden waren ("Princely Patrons" und "Princely Display" 1997 in Den Haag; "Onder den Oranje Boom" 1999/2000 in Krefeld, Oranienburg und Apeldoorn) und die somit in einem Kurzreferat kaum noch neue Ergebnisse erwarten ließen. Israels ursächliche Verknüpfung der wirtschaftlichen Rezession der 1620er Jahren in den Niederlanden mit der "naß in naß"-Technik und der Tendenz zu kleinen Formaten und tiefen Horizonten in der niederländischen Landschaftsmalerei ließ dann noch in der Schlußdiskussion Christopher Brown (Oxford) eher ungläubig zurück, der einer solchen ökonomischen Begründung dieser stilistischen Entwicklung nicht folgen wollte.

Die Nachmittagssektion zu Norditalien stand unter der Leitung der erfahrenen Spezialistin zu van Dycks Genueser Periode Susan J. Barnes. Genua selbst wurde allerdings kein Vortrag gewidmet, vermutlich weil die oligarchisch-aristokratische Ordnung der Stadt nicht mit dem Grundthema der Tagung koinzidierte. Einen Hof gab es in Turin, aber das Referat Painting at the Court of Turin and in the Duchy of Savoy during the First Half of the 17th Century von Arabella Cifani und Franco Monetti (Turin) gab zwar einen profunden Überblick über die regionale und lokale Barockmalerei in Piemont, spezifische Fragestellungen über Entstehung, Funktion und Verbreitung von Hofkunst wurden davon jedoch kaum betroffen. Auch Toby Osborne (Durham) blieb mit seinem Vortrag Van Dyck and the Abbate Scaglia: Painting and Patronage at the Courts of Savoy and Brussels in the Early 17th Century bei erprobten Deutungsmustern. Trotz der breiten Basis bisher nicht berücksichtigten Quellenmaterials vor allem in den Briefen des in savoyischen Diensten stehenden Botschafters Alessandro Scaglia (1592-1641) erschöpfte sich seine Interpretation der Aufträge Scaglias an van Dyck in der leicht idealisierten Konstruktion eines kosmopolitischen Klimas der europäischen Höfe, in dem Politik, Diplomatie und Kulturpatronage "unter Freunden" betrieben wurden. Das Interesse der Zuhörer konzentrierte sich dann auch vor allem auf die Frage, ob es sich bei der von Scaglia angebeteten Madonna in der Londoner National Gallery um ein Identifikationsporträt handelt. Und wer war dann die Dargestellte? Doch es wurde um ein bereits gelöstes Problem gerätselt: Friedrich Polleroß hatte sie bereits 1988 überzeugend als Marie-Claire de Croy erkannt, vgl. dazu Friedrich Polleross: Das sakrale Identifikationsporträt. Ein höfischer Bildnistyp vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, Worms 1988, Abb. 37f.

Der Historiker Marcello Fantoni (Florenz) zeichnete dagegen zum Abschluß des ersten Tages mit Sustermans, Painter and Courtier of the Medici ein beziehungsreiches Bild von Aufgaben und sozialer Stellung eines Hofkünstlers des 17. Jahrhunderts, basierend auf Dokumenten des Staatsarchivs von Florenz. So kam der Beitrag ohne Dias aus, zeigte die Abhängigkeit der Karriere des Antwerpener Malers Justus Suttermans bzw. Sustermans (1597-1681) von der politischen Situation am Hof und von den jeweiligen Herrschern, den Zusammenhang zwischen seiner Reisetätigkeit und den (verwandtschaftlichen) Beziehungen der Medici sowie einer anzunehmenden diplomatischen Tätigkeit und zuletzt die gesellschaftliche Position des Malers als familiare des Großherzogs. Als Hofkünstler machte sein reguläres Einkommen zwar nur etwa zehn Prozent seiner gesamten Einkünfte aus, aber Suttermans bezog aus seinem Amt ein Gutteil seines sozialen Prestiges, das es ihm erlaubte, einen Oberklassehaushalt in der Via Maggio und einen kaiserlichen Adelstitel zu führen. Gegen Ende seines Lebens füllte Suttermans mehrere Ämter in der höfischen Bürokratie aus, und auch darin erscheint die Karriere des Flamen als charakteristisch für das 17. Jahrhundert (vgl. z.B. Velázquez).

Die dritte Sektion wurde unter das Thema der Non-Van Dyck Courts gestellt und führte damit eine Kategorie ein, die sich zwar zunächst nur aus der Logik des Tagungsthemas ergab, im nachhinein aber durchaus mehr für sich hatte, als es zunächst schien. Den Anfang machte mit Emmanuel Coquery (Paris) ein Porträt-Spezialist des Louvre (jetzt aber dort für Tapisserien zuständig), der auch 1997 für die Ausstellung "Visages du Grand Siècle. Le portrait français sous le règne de Louis XIV 1660-1715" (Nantes und Toulouse) verantwortlich zeichnete. Coquery war somit für sein Thema The Sunrise, or the Birth of Court Portrait in 17th-Century France bestens gerüstet, das er dann auch breit angelegt vorführte, indem er eine Entwicklungsgeschichte des französischen höfischen Porträts zwischen 1610 und 1690 darlegte. Kernthese dieser Ausführungen war die Feststellung, daß sich das höfische Porträt in Frankreich erst verspätet um 1660 entwickelte und daß folglich van Dyck zu seinen Lebzeiten nahezu keinen Einfluß auf die französische Porträtkunst hatte. Um so interessanter war die Frage, der Coquery in der zweiten Hälfte seines Beitrags nachging, nämlich ob und in welcher Form ein nachträglicher Einfluß des Flamen auf die französische Porträtkunst von Champaigne und Le Brun bis hin zu Largillierre und Rigaud festzustellen ist. Coquery beantwortete diese Frage eindeutig mit ja und charakterisierte das Porträt am französischen Hof als ein Konstrukt aus flämischen und italienischen Elementen, was als Ausdruck des universellen Anspruchs Ludwigs XIV. verstanden werden darf. Somit führte Coquerys Beitrag von einem rein kunsthistorischen Ausgangspunkt zu Fragestellungen einer komparativen Hofforschung. Oder – prägnanter formuliert – zu der Frage: Entwickelte primär die höfische Gesellschaft oder der Hofmaler das höfische Porträt?

Eindeutig für den Hof als bestimmenden Faktor für die Gestalt des höfischen Porträts entschied sich mit guten Argumenten Friedrich Polleroß (Wien) in seinem Beitrag Gravitas et Majestas: Portraiture at the Austrian Courts in the First Half of the 17th Century. Hatte sich die Formulierung des barocken Porträts unter Rudolf II. in Prag vor allem wegen der Konkurrenz zu imperialen Ansprüchen anderer europäischer Herrscherhäuser noch innovativ gezeigt, blieb das Bildnis unter seinen Nachfolgern der Tradition der eigenen Dynastie verpflichtet: Hieratisierung und Ikonisierung der Bildnisform waren Folgen des Konservatismus der kaiserlichen Selbstrepräsentation, der dem kurzzeitigen Einfluß van Dycks und der flämischen Schule keinen dauerhaften Erfolg zuteil werden ließ. Daß der "Markenname van Dyck" trotz der am offiziellen Wiener Hof nicht geschätzten Form seiner höfischen Porträts auch dort seiner Wirkung nicht beraubt war, zeigen die postumen, auf 1649 (!) datierten Porträts Kaiser Ferdinands III. und seiner Gemahlin Maria von Spanien in van Dycks Iconographia nach Gemälden, die van Dyck nie gemalt hat.

Die spanische Variante des habsburgischen Traditionalismus ergänzte dann noch Jonathan Brown (New York) mit Velázquez and the Conventions of Portraiture at the Spanish Court. Brown griff hierbei vor allem auf seine eigene ältere Forschung zurück und betonte die am spanischen Hof allgegenwärtige Orientierung an früheren Bildnisformeln, die bereits für Karl V. und Philipp II. geprägt wurden und gegen die sich selbst Velázquez kaum mit neuen Formulierungen, sondern nur mit maltechnischen Innovationen behaupten konnte. Somit hatten die drei vorgestellten Non-Van Dyck Courts mehr miteinander gemein, als die zufällige Zusammenstellung von drei Höfen zu sein, an denen der flämische Maler nicht gearbeitet hatte. Vielmehr lag das Nicht-Aufgreifen van Dyckscher Bildlösungen in Wesen und Struktur eines jeweiligen Hofes und seiner Dynastie begründet – sei es die lange Tradition eines Herrscherhauses (Habsburger) oder die relativ junge Existenz einer Dynastie (Bourbonen). Die Fragestellungen dieser spannenden Sektion lassen hoffen, daß sie weiter geführt werden und daß mittels komparativer Hofforschung nicht nur Funktion und Aufgabenbereiche von Hofkünstlern – also die Ansprüche eines Hofes an den Künstler –, sondern auch die Anforderungen eines Künstlers und der von ihm bereitgestellten Ausdrucksformen an einen Hof zukünftig noch genauer erfaßt werden können.

Die abschließende Sektion der Tagung mußte konsequenterweise dann dem englischen Hof gewidmet sein. Malcolm Smuts (Boston) beschrieb The Structure of the Court and the Role of the Artist anhand des Hofes von Karl I. von England. Er weitete zunächst den Horizont, indem er die engere Organisation der Monarchie am Hof in ein weiteres topographisches und soziales Umfeld einschrieb und dann die Funktion van Dycks als Hofmaler analysierte. Das Amt des Hofmalers in England war nicht bürokratisch organisiert, und er arbeitete für den Hof wie auch für die Gentry. Außer der Decke des Banqueting House existierten kaum mythologisch-historische Bildzyklen und folglich seien ideologische Aussagen vor allem mittels des Porträts transportiert worden, aber diese hätten weniger politische Ideen vermittelt, sondern der Zurschaustellung kultureller Werte einer elitären Gesellschaft gedient. Die Hofkunst unter Karl I. hat laut Smuts demzufolge nicht staatliche Propaganda zum Zweck gehabt, etwa durch absolutistische Bildprogramme und Akademiegründungen, sondern habe weiterhin eine gemeinsame Adelskultur ohne größere Fraktionsbildungen repräsentiert.

Der Sammlungspolitik eines englischen Aristokraten hatte sich Jeremy Wood (Nottingham) mit Van Dyck, the Marquis of Hamilton and the Collection of Bortolo della Nave angenommen. Er veranschaulichte dabei den Ankauf der bedeutenden venezianischen Sammlung anhand eines unpublizierten italienischen Inventars und legte die Rezeption einiger Stücke daraus durch van Dyck dar. Ein Pendant zu van Dyck als Hofmaler der Königin stellte Gabriele Finaldi (London) mit Gentileschi and the Patronage of Queen Henrietta Maria vor. Im Mittelpunkt standen die Aufträge der Königin für die Ausstattung der Great Hall des Queen’s House in Greenwich. Eine des öfteren reklamierte Beteiligung von Gentileschis Tochter Artemisia lehnte Finaldi ab. Stilistische Beobachtungen verwiesen auf das Interesse des Malers an detaillierter Objektbeschreibung und zeigten eine verblüffende Nähe zu dem etwa gleichzeitig in London arbeitenden Gerrit van Honthorst (vgl. hierzu den von dem Referenten herausgegebenen Ausstellungskatalog: Orazio Gentileschi at the Court of Charles I, London/Bilbao/Madrid 1999).

Unter dem Titel Van Dycks Legacy: Lely and the Court of Charles II schloß Diana Dethloff (London) die Reihe der Vorträge mit einem Blick auf den englischen Hof der Restaurationszeit nach der Zäsur von Bürgerkrieg und Interregnum ab. Die bedeutendsten Aufträge erhielt der Nachfolger van Dycks im Amt des Hofmalers, Peter Lely, nicht etwa von König Karl II., sondern von dessen Bruder dem Herzog von York und dessen (nicht standesgemäßer) Gemahlin Anne Hyde. Deren Kunstpatronage stand im Mittelpunkt des Vortrags, und hier wiederum die sog. Windsor Beauties, eine Serie von Frauenporträts, die Lely nach der gegenwärtig allgemein akzeptierten Datierung von Oliver Millar zwischen 1662 und 1665 im Auftrag der Herzogin anfertigte. Dethloff folgte den Angaben Millars und besprach die Bildnisse zunächst in (formalem) Bezug zu van Dyck und typologisch im Kontext anderer zeitgenössischer Ansätze zu Schönheitengalerien in England – van Dycks sog. Countesses (heute zum größten Teil in Petworth) – und Den Haag (heute in Dessau-Mosigkau). Daraufhin benutzte Dethloff die Windsor-Serie für eine Positionsbestimmung der Herzogin innerhalb des Hofes. Prinzipiell ist eine solche Fragestellung nach der Kunstpatronage einer sozialen Aufsteigerin äußerst nützlich – sowohl für die Analyse der Funktionen von Hofkunst wie auch für die Bestimmung der Möglichkeiten, die die höfische Gesellschaft insbesondere Frauen bot. Doch ist es zu wenig, sich dabei allein auf eine Aussage in den halbfiktionalen Memoiren des Comte de Grammont zu stützen, wie dies Dethloff tat. Weitere Quellenforschungen vor allem zur Biographie der Herzogin (immerhin die Mutter von zwei englischen Königinnen) sind notwendig, um ihre Rolle als Auftraggeberin exakter umschreiben zu können.

Insgesamt waren die Vorträge zum englischen Hof überwiegend an dessen Peripherie angesiedelt. Das "Zentrum" der höfischen Gesellschaft, der König und dessen Repräsentation in der Kunst, vor allem im Porträt, fand kaum Berücksichtigung. Hier war am ehesten noch der Vortrag von Smuts geeignet, zur Problemstellung beizutragen, wenn auch in relativierender Form. Ansonsten scheint das Thema des Königsporträts bei van Dyck nach einer Reihe wichtiger Beiträge in den letzten 30 Jahren gegenwärtig für die Forschung weitgehend erschöpft zu sein. Vielleicht liegt das Desinteresse an bestimmten Themen auch darin begründet, daß Ausstellung und Kolloquium zum 400. Geburtstag des Malers erst vor wenigen Jahren entsprechende Veranstaltungen zu dessen 350. Todestag vorausgegangen waren (National Gallery Washington, 1990/91). Die damaligen Beiträge zum Katalog und dem ausgezeichneten Tagungsband (Van Dyck 350, hg. von Susan J. Barnes und Arthur K. Wheelock, Jr., Washington 1994 [Studies in the History of Art, 46]), zum Teil von denselben Autoren, die auch auf der Londoner Tagung vertreten waren, bestimmen in Niveau und Fragestellungen weiterhin die Leitlinien der gegenwärtigen van Dyck-Forschung.

Doch gibt es immer noch Überraschungen "im kleinen", die man bei einem so gut erforschten Œuvre wie dem von van Dyck nicht mehr erwarten würde – wie bei dem nachfolgenden Beispiel, das aber in London noch nicht für das allgemeine Publikum vorgestellt wurde: Die beiden Prinzenporträts des Kunsthistorischen Museums in Wien, die bisher als die Söhne des Winterkönigs Karl Ludwig und Ruprecht galten (so noch in der Ausstellung, Kat.Nr. 64), konnten jetzt als die italienischen Prinzen Filippo Francesco und Carlo Emanuele d’Este identifiziert werden, wobei die wesentlichen Argumente auf der für die pfälzischen Prinzen kaum in Frage kommenden spanischen Hoftracht, dem ältesten Inventareintrag von ca. 1730 und der stilistischen Datierung auf etwa 1634 liegen, vgl. die Wiener Ausstellung "Van Dyck im Focus" und einen kommenden Beitrag von Volker Manuth und Marieke de Winkel im Burlington Magazine.

Mit der Londoner Tagung gingen die insulare und kontinentale van Dyck-Forschung einen großen Schritt aufeinander zu. Und es steht außer Zweifel, daß die komparative Erforschung der europäischen Höfe, wie sie in den letzten Jahren verstärkt erfolgte, hierbei eine wichtige Rolle spielte. So wurde auch die Bedeutung des internationalen Austauschs auf diesem Gebiet bei der Schlußdiskussion nochmals eigens hervorgehoben. Doch warum wurde zum Beispiel Martin Warnkes Buch über den Hofkünstler, das seit einigen Jahren auch in englischer Übersetzung vorliegt, mit keinem Wort erwähnt? Es scheinen also noch nicht alle Grenzen der nationalen Perspektiven überwunden zu sein, aber der Weg dorthin ist bereitet.

Michael Wenzel, Heidelberg*

Der Begriff der Natur im Spannungsfeld von Künsten und Wissenschaften

Artes et Scientiae. Repräsentation alter und neuer Sichtweisen von "Natur" in der frühen Neuzeit." 10. Jahrestreffen des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Barockforschung,
Wolfenbüttel, 5.-8. April 2000

Was geschaffen wird, folgt aus der Vorstellung von der Schöpfung, bis hin zu den Formen der höfischen Repräsentation. Wenn wir in Celle auch über "Altes und Neues bei Hofe" tagen, dann ist das Folgende über "den Aufbau einer Wissenschaft bei Hofe" im Barockzeitalter ebenso ein Beitrag dazu, wie die vorangehenden Beobachtungen zur Hofkunst im 17. Jahrhundert.

W.P.

"Über alle aber lobe ich jene höchste wahre und billigenswerte Ansicht derjenigen, die sagen, der Mensch sei geschaffen um Gott zu gefallen [...]; dazu, um Gott zu preisen zusammen mit der gesamten Natur, wenn er so viele, so unterschiedene und so zusammenklingende Harmonie vernimmt, von Stimmen, Gesängen und Liedern, die in jedem Lebewesen wohnen, anmutig und süß [...]; dazu Gott zu fürchten und zu ehren, wenn er hört, schaut, erkennt: die Sonne, die Sterne, die Bewegung der Himmel, den Donner, den Blitz, all die Dinge, von denen der Mensch nicht umhin kann zu bekennen, daß sie geordnet, geschaffen und uns gegeben sind allein von Gott."

Diese Ausführung Leon Battista Albertis aus Della famiglia von 1434/1441 beschreiben die Themenspektren, die rund 200 Jahre später den künstlerischen, wissenschaftlichen und philosophischen Diskurs bestimmten. Alberti verankerte die Form der intellektuellen Aneignung der Welt, über den Begriff der Natur, in der unmittelbaren Stellung zu Gott. Er führte aus, daß Gott die beobachtbaren Erscheinungen geordnet geschaffen hatte, um sich hierdurch dem Mensch zu erkennen zu geben. Es wurde durch Alberti ein Weltbild formuliert, das die Phänomene benennt, ihre Ausprägungen teilweise charakterisiert und diese über die Geometrie und Musiktheorie an Gott, in der Ausprägung der beobachtbaren Erscheinungen, bindet. Die Idee der Harmonie bestimmte die Herangehensweise und das Ergebnis der Betrachtung. Es stellt sich die Frage, ob für das mit dem Etikett rationalistisch versehene 17. Jahrhundert die Sicht Albertis noch Gültigkeit besitzen kann. Ist dieses Weltverständnis für Zeitgenossen wie Galileo Galilei, Athanasius Kircher, Johannes Kepler, René Descartes, Gian Lorenzo Bernini, Rudolf II. oder Ludwig XIV. noch denkbar? Es mag die grundlegende Erkenntnis der Tagung sein, daß sich dieses Jahrhundert durch eine Vielfalt an Ideen auszeichnet. Diese konkurrierten miteinander im wissenschaftlichen, künstlerischen sowie gesellschaftlichen Wettbewerb. Ein Ablösen oder sich gegenseitiges Ausschließen im Sinne einer linearen und nicht parallelen Entstehungsgeschichte läßt sich im 17. Jahrhundert nicht beobachten.

Die Natur als Kumulationspunkt verschiedenster Auseinandersetzung läßt sich schwer als Begriff fassen und muß dennoch als ein Paradigma des 17. Jahrhunderts verstanden werden. Die Natura naturans als hervorbringende Natur, die Natura naturata als Allheit der hervorgebrachten Naturdinge und die Natur als Wesen wirkte in die Gesamtheit der philosophischen, theologischen, künstlerischen und politischen Überlegungen der Zeit. Die Natur stellte das Prinzip von Kraft und Bewegung dar (Thomas Leinkauf). Die tiefgreifende Bewertung der Wirkungen der Natur zeigte sich auch bei Martin Luther. Er sah besonders in den unscheinbaren Tieren und Blumen Prediger, denn der Mensch verstand nach dem Sündenfall anscheinend nur die auffällige Natur. Und im Prozeß der Offenbarung müßte der Mensch, so Luther, selbst vor einem dürren Blatt fliehen, da selbst das Geringste über dem sündigen Menschen steht. Die Lutherische Naturtheologie ist, in ihrer bildschaffenden Sprache, nach wie vor ein Desiderat, dessen Wirkung für das 17. Jahrhundert noch nicht eingehend gewürdigt wurde, wie Johann Anselm Steiger eindrücklich darlegte.

Dem Naturbegriff beigegeben wurde die mit ihr eng verknüpfte und umfassend wirkende Kategorie der Harmonie. Sie konnte, in der Tradition Albertis, durch die Geometrie hervorgebracht werden. Kepler beschrieb im Epilog über die Sonne: "Von der himmlischen Musik zu ihrem Hörer! Von den Musen zum Chorführer Apoll! Von den sechs umlaufenden, die Harmonie bildenden Planeten zur Sonne im Mittelpunkt aller Umläufe, zur Sonne, die selber unbeweglich am Platz steht, sich selber aber in sich dreht." Dieses Zitat aus den Harmonice Mundi, erschienen 1619, läßt bereits die Überschneidungen zwischen Künsten und Wissenschaften erahnen. Ähnliche Bewertungen der Harmonie finden sich bei Marin Mersenne und Kircher. Eine Übertragung dieser Gedankengebäude in höfische Ausstattungsprogramme läßt sich an verschiedenen Orten beobachten. Die grundlegende Schwierigkeit liegt in der Gleichzeitigkeit der verschiedenen Modelle begründet. Nimmt man die Hinweise Keplers auf die Kraft der Musik auf, so öffnet sich ein weiterer Strang der Thematik Kunst und Wissenschaft im Kontext der Repräsentation von Natur. Ausgehend von Marsilio Ficino zeigte Penelope Gouk die umfangreichen Bezüge auf. Im Werke von Aggripa von Nettesheim und Giordano Bruno, die selbst Musik praktizierten, sowie Robert Fludd und Michael Maier finden sich Überschneidungen zur Musiktheorie, die Teil der Mathematik war. Die Berührungspunkte zwischen Musik und magischen Praktiken im 17. Jahrhundert führten in der Forschung zu Vorurteilen, die die Analyse behinderten: ein Sachverhalt, den Brian P. Copenhaver bei der Rezeption Giovanni Pico della Mirandolas Oratio de hominis dignitate nachzeichnete. Hier waren es magische und kabbalistische Tendenzen, die in die Betrachtung nicht einbezogen wurden.

Die Wissenschaft der frühen Neuzeit war geprägt durch einen Methodeneklektizismus, der es erlaubte, verschiedene Systeme miteinander zu verbinden oder sie nebeneinander bestehen zu lassen. Hierbei kam der Erforschung des Sonnensystems und damit der Definition des Weltbildes eine grundlegende, in alle Bereiche wirkende Bedeutung zu. In Athanasius Kirchers Iter extaticum, Rom 1671, findet sich eine vergleichende Darstellung der kosmologischen Systeme. Die Tafel zeigt, chronologisch geordnet, das ptolemäische, platonische und tychonische System, denen die geozentrische Ausrichtung gemeinsam war. Die diesen widersprechende heliozentrische Kosmologie des Kopernikus wurde gleichberechtigt in die Abfolge eingeordnet. Die Pluralität der Planetensysteme zog sich durch alle gesellschaftlichen Gruppen. Während beispielsweise das 1580 von Tycho Brahe entwickelte Schema von Seiten der Jesuiten Zustimmung fand, kann nicht von einer konfessionellen Unterscheidung oder Konkurrenz der Weltbilder ausgegangen werden.

Den Höfen kam im vielfältigen Prozeß der Anregung und Repräsentation eine tragende Rolle zu. Als Konsequenz der Konfessionalisierung zeichnete sich ein Bedeutungszuwachs der entstehenden oder sich festigenden Territorien ab. Der frühneuzeitliche Hof wurde vielfach Zentrum dieser Entwicklung, wenn auch nicht ausschließlich. Er fungierte als Stätte von Entscheidungen und im besonderen als Kommunikationsort der Eliten. Hierdurch wurde der Hof für die Wissenschaften und Künste ein attraktiver Platz, wie Gerrit Walther herausstellte. Vorherrschend wurden Forschungen im militärischen, medizinischen, veterinärmedizinischen oder montanen Bereich gefördert, da sie die aktuellen Probleme der Staaten betrafen. Rudolf II. unterstützte nachhaltig die Verbesserung des Bergbaus. Ebenso wurden in der Mathematik zur Steuererhebung und in der Geometrie zur Landvermessung Fortschritte erzielt, die sich unmittelbar auf die Ausbeutung der Ressourcen auswirken konnten. Es wurde versucht, die Natur auf verschiedenen Wegen zu instrumentalisieren, um auch eine umfassende Verbesserung der Lebensumstände zu erzielen. Dies führte zu einer Experimentierfreiheit am Hofe, die allerdings mit einem erheblichen Risiko im Falle eines Mißerfolges verbunden war, denn Forschung war immer auch Teil der höfischen Repräsentation. Hierdurch wurde der Wissenschaftler, sei er nun Philosoph, Künstler oder Naturwissenschaftler, Teil des Systems Hof mit seinen spezifischen Ausprägungen. Das Verhaltensideal des Honnête homme, wie es etwa Baldassare Castiglione in seinem Libro del Cortegiano, erschienen 1528, entwarf, wurde auch für diesen Personenkreis verbindlich. Dies bedeutet auch den Aufbau und die Pflege eines Netzes, das durch Patronage und Verbindungen den gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichte und auf diesem Wege zu Titel und Privilegien führte. Die Autobiographien frühneuzeitlicher Naturforscher geben hiervon, wie Barbara Bauer zeigte, ein beredtes Zeugnis. Ausufernde Selbstdarstellung und Sendungsbewußtsein finden sich bei Petrus Ramus oder W. Whiston, eine Orientierung an den Geniestrukturen in den visuellen Künsten scheint naheliegend. Kircher wurde als lebendes Orakel und als von Gott gesandt gepriesen. Wobei letzteres auch als Versuch, ihn mit der Kirche zu harmonisieren, interpretiert werden kann. Die Rezeption des Mythos des Dr. Faustus kann ebenso in diesem Kontext betrachtet werden, prägte er das Bild des Wissenschaftlers besonders in der im 17. Jahrhundert untrennbar miteinander verbundenen Gebieten der Alchimie, Astrologie und Astronomie. Hinzu traten die demiurgischen Schöpfungsphantasien, die sich mit dem Faust-Mythos verbinden ließen und die ihn, seinen Assistenten Wagner und Luna als autonome Familie ohne Frau verstanden (Gerhild Scholz-Williams).

Der Aufbau einer Wissenschaft im höfischen Kontext beeinflußte auch die Erwartungshaltung an die Themen und ihrer Vermittlung. Als Teil dieser besonderen gesellschaftlichen Formation mußten Ergebnisse präsentiert werden, die erstens in einem politischen Verständnis die Gloire des Herrschers nachhaltig unterstützten und zweitens ebenso das "Unterhaltungsbedürfnis" befriedigten. Dem Experiment oder der Vorführung kam hierbei eine besondere Rolle zu, wobei die Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff im 17. Jahrhundert ein umfangreiches und wirkungsvolles Feld bot. Ließ er sich doch in allen Gebieten der Wissenschaften und Künsten darstellen wie in den Artefakten der Kunstkammern oder den mechanischen Inventionen eines Salomon de Caus, wie er sie in seinem Werk Von den gewaltsamen Bewegungen, erschienen 1615, darstellte. In diesem Raum von Forschung, Naturerkenntnis und -nachahmung sowie Repräsentation und aufsehenerregender Vermittlung kann auch ein sich ehemals im Besitz von Karl V. befindlicher Automat (heute im Deutschen Museum, München) gesehen werden. Der Android von ca. 1560 konnte vielfältigste Bewegungen vollführen und stellt dadurch auch die Frage nach dem Wesen der Natur. Des weiteren muß in die Betrachtung mit einbezogen werden, daß Wissenschaften und Künste einen bedeutenden Teil des höfischen Eliten-Codes bildeten. Durch die Sammlungen im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft, exemplarisch im Bereich der Kunstkammer zu sehen, wurde versucht, die Meinungsführerschaft im Diskurs der Zeit zu erreichen oder zu besetzen. Residenzen wie der Escorial, Ambras, Innsbruck, Prag oder das Studiolo Francesco I. de Medici können hier als Beispiele dienen. Besonders die Kunstkammer zeigt, in welcher Form sie fester Bestandteil der Herrschaftsikonographie wurde und vom 16. Jahrhunderts ausgehend ihre Gültigkeit bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts behalten konnte. Die These, daß der teilweise dem Zeremoniell entzogene Sammlungsraum, da durch die wissenschaftliche Ausrichtung konfessionsneutral, den Rahmen für einen offeneren politischen Diskurs bereitstellen konnte, bildete eine interessante Fragestellung für weitere Untersuchungen. Von einem ideengeschichtlichen Ansatz ausgehend, spiegelt die Kunstkammer den Erkenntnisweg des Jahrhunderts wieder, der sich mit den Begriffen Versammeln, Ordnen und Inbeziehungsetzen charakterisieren läßt.

Die Analyse des Fünf-Sinne-Zyklus von Jan Brueghel d.Ä. und Peter Paul Rubens für die Erzherzöge Albrecht VII. und Isabella unter dem Stichwort "Neue Wissenschaft" als Teil der höfischen Repräsentation zeigte exemplarisch die gegenseitige Befruchtung von Kunst, Wissenschaft und Politik. Der Hof als Leitinstitution und Sammelpunkt der Eliten, wirkte, wie Barbara Welzel zeigte, in einem höchsten Maße innovativ. Hierbei darf Fortschritt allerdings nicht mit Modernität gleichgesetzt werden. Der 1617/1618 entstandene Zyklus setzte sich von den tradierten und akzeptierten Stichserien etwa eines Johannes Collaert ab, ohne sich völlig von ihnen zu distanzieren. Die Lesbarkeit und Verständlichkeit mußte gerade in einem höfischen Kontext gewahrt bleiben. Die Stiche Collaerts können auf diesem Wege als Inventar des kollektiven Gedächtnisses betrachtet werden, von denen sich in einer graduellen ausdifferenzierten Weise abgesetzt werden mußt. In dieser Form konnten sich Verständlichkeit und repräsentativer Innovationsanspruch vereinigen lassen. In einer Kultur, die Künste, Wissenschaften und Repräsentation nicht trennt, sondern in vielfältiger Weise vereint, muß dieses Verständnis auch in der Analyse mitgedacht werden. Der Fünf-Sinne-Zyklus versammelt die Instrumente wissenschaftlicher Erkenntnis wie z.B. antike Plastiken, Globen, Musikinstrumente oder Gemälde im Bild und führt sie als Realien sinnlicher Erkenntnis vor. Die teilweise durch die wissenschaftlichen Instrumente provozierten gegenteiligen Aussagen werden zu Gunsten des Diktums der Harmonie entschieden, keiner der Gegenstände wird in Aktion, das heißt in einer möglichen Aussageform, gezeigt. Einzig die Bilder im Bild können direkt wirken, unterstreichen ihre Bedeutung und geben etwa im Ausblick in die Landschaft einen Hinweis auf die territoriale Potenz der Erzherzöge, oder im Falle eines überdimensionierten Marienbildes auf die konfessionelle Bindung. Hier kommt der Natur, wie auch im übrigen Zyklus, ein emblematischer Verweischarakter zu. Ein Reflex der wissenschaftlichen Methode der Kombinatorik findet sich ebenso in der umfangreichen Landschaftsmalerei der frühen Neuzeit. Die Geographie ebnete den Weg für eine Gattung, die die topographische Wiedergabe aus der Zweckbindung des religiös bestimmten Bildes löste (Nils Büttner). Die zeitgleiche Auseinandersetzung der Wissenschaften und der Künste mit dem Begriffsfeld der Natur zeigt hier deutliche Spuren.

Die Instrumentalisierung natürlicher Phänomene ließ sich exemplarisch an der umfangreichen Kometenliteratur der Zeit beobachten. Der kollektiv akzeptierte Zeichencharakter der Erscheinungen als eines Propheten wurde von evangelischen Theologen wie Georg Samuel Dörfel, Caspar Neumann und Philipp Jakob Spener in Frage gestellt. Sie bestätigten den hinweisenden Charakter der Kometen, interpretierten diesen aber als einen Verweis auf die Allmacht Gottes und stellten dadurch den Aspekt, der durch die Himmelserscheinungen angemahnten Buße in Frage, wie Martin Friedrich ausführte. Hierin einen Beginn des Rationalismus zu sehen, erscheint dennoch als zu weitgreifend. Die weiterhin konkurrierenden Interpretationsversuche limitierten die vielfältigen politischen und moralischen Verwendungsmöglichkeiten nicht, so daß der symbolbildende Warburgsche Denkraum der Besonnenheit weiterhin erobert werden mußte. Die Kometen konnten Transportmittel für theologische, wissenschaftliche sowie erotische Inhalte sein. Eine verbreitete Zunahme der Skepsis gegenüber dem Bußcharakter kann im 17. Jahrhunderts beobachtet werden, wobei die Verwendung in der politischen Ikonographie erhalten blieb (Dieter Martin). Die Bestätigung des kopernikanischen Systems durch Galileos Teleskopbeobachtungen führte in seiner Konsequenz zu einer Erhebung der Erde zu einem Stern. Dadurch wurde die Möglichkeit gegeben, über die "Raumfahrt" zu spekulieren. Diese wissenschaftlich gewonnene Erkenntnis über die Natur konnte sich in die Literatur des 17. Jahrhunderts einschreiben. In ihr wurde sie etwa bei John Wilkins, John Milton, Christiaan Huygens oder Bernard le Bouvier de Fontenelle verarbeitet und in das aktuelle Weltbild integriert (Dennis Danielson). Eine mentalitätsgeschichtliche Wirkung des Fortschritts in den Naturwissenschaften zeigte sich anhand der galileischen Zeichnungen der Mondoberfläche. Ihre direkte Adaption in der Capella Paolina führte, so Sebastian Schütze, zu einer prägenden Veränderung des Selbstbewußtseins der Künstler. Die Zeitgenossen sahen sich durch die Entdeckungen Galileos und die beeindruckenden Skulpturen Gian Lorenzo Berninis im ihrem Selbstbewußtsein bestätigt. Die Villa Borghese wurde in ein Observatorium der modernen und antiken Künste umgewandelt, in dem beide in einen Wettstreit unter dem Diktum des Fortschritts treten sollten. Bernini orientiert sich an Michelangelo und Raffael und zweifelte die als normativ gesetzte Verbindlichkeit der Antike an. In seiner Apoll und Daphne Gruppe zitierte Bernini den Apoll von Belvedere, um ihn sogleich zu übertreffen, indem er ihn in Bewegung versetzte und ihn hierdurch mit einem dramatisch-narrativen Kontext ausstattet. Lelio Guidiccioni rühmte Bernini provozierend als den, der das Jahrhundert vor dem Neid auf die Antike befreite. Überzeugend legte Schütze dar, daß sich hier ein Ausgangspunkt für die Querelle des Anciens et des Modernes liegt. Im Beispiel der Skulpturen Berninis zeigte sich, wie Veränderungen in der Bewertung des Naturbegriffs durch Künste und Wissenschaften sich gegenseitig befruchten und auf diesem Wege zu nachhaltigen Veränderungen führen konnten.

Anhand der Repräsentation von Natur im 17. Jahrhundert lassen sich ideengeschichtliche Tendenzen herausschälen. Abgesehen von allen weiteren Ausprägungen kann davon ausgegangen werden, daß sich im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert eine Vielzahl an neuen Ansichten abzeichnete, die sich im weitesten Sinne der Erklärung der Welt widmeten. Diese Pluralität führte allerdings nicht zu einem aggressiven Verdrängungswettbewerb, sondern zu einem fruchtbaren Nebeneinander, das in die Künste und Wissenschaften wirkte. Diese Gleichzeitigkeit bildete den Grund für diese Epoche. Die Wolfenbütteler Tagung des Arbeitskreises für Barockforschung konnte zeigen, daß eine Zeit, die noch nicht einengende Fachgrenzen zwischen den Künsten und Wissenschaften aufbaute, sich auf diesem Wege zu innovativen Höchstleistungen befähigte. Es zeichnete sich ebenso ab, daß ein Grenzwächtertum auf Seiten der heutigen Forschung dem universalwissenschaftlichen Weltbild des 17. Jahrhunderts nicht genügen kann. Dies ging nicht allein von einer Versammlung alles Wissens in seinen vielfältigen Ausprägungen aus, sondern sah in dem Herausstellen des Beziehungsgeflechts einen Weg der Erkenntnis. Am Beispiel des Naturbegriffes und seiner Analyse, Deutung, Ordnung und Verwendung konnte beobachtet werden, wie sich Künste und Wissenschaften unter dem Ziel der Erforschung der Welt und des Kosmos zu einem harmonischen Bild, im Sinne der Repräsentation, zusammenfanden.

Pablo A. Schneider, Hamburg*

Kolloquien, Ausstellungen, Jubiläen*

 

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Convegno internazionale di studi

Il principe architetto

Mantua, 21. bis 23. Oktober 1999

Kontaktadressen: Segretaria del Convegno: Daniela Salvaterra – Paola Claut

Centro Studi Leon Battista Alberti

Via Pescheria, 19

I-46100 Mantova

Aus dem Programm:

Guillaume, J. (Tours), Francesco I; Chatenet, M. (Tours), Francesco I architetto; Marias, F. (Madrid), Due cugini: il secondo Conde de Tendilla e il primo Marqués del Zenete tra l’Italia e la Spagna; Moreira, R. (Lissabon), Un re-architetto portoghese: D. Joăo (1521-1557); Garcia Pereira, P. J. (Lissabon), Reais Quinas – Symbolique, architecture et répresentation du pouvoir au Portugal au temps de Manuel I.

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Kolloquium

Hochadelige Herrschaft im mitteldeutschen Raum (1200-1600)

Formen – Legitimation – Repräsentation

Bad Homburg, 1. bis 3. November 1999

Kontaktadressen: Dr. Uwe Schirmer

Universität Leipzig – Historisches Seminar

Burgstr. 21

D-04109 Leipzig

Dr. Jörg Rogge

Universität Mainz – Historisches Seminar

Welderweg 18

D-55128 Mainz

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2. Tagung der Arbeitsgruppe Zürcher Mediaevistik

Pragmatische Schriftlichkeit und symbolische Kommunikation

Zürich, 15. Januar 2000

Kontaktadresse: Dr. Thomas Meier

Projektstelle Mittelalter

Culmannstr. 1

CH-8006 Zürich

Tel. + 1 634 - 28 50 – Fax + 1 634 - 49 81

Email: meiertho@hist.unizh.ch

Internet: http://www.mediaevistik.unizh.ch

Vorträge:

Keller, H. (Münster), Der pragmatische Schriftgebrauch des Hoch- und Spätmittelalters im Problemfeld Mündlichkeit/Schriftlichkeit; Althoff, G. (Münster), Zum Verständnis ritueller Kommunikation im Mittelalter; Glauser, J. (Zürich), Transmission der isländischen Sagaliteratur in der Frühen Neuzeit; Brun, P., Kraenzle, A. (Zürich), Schriftlichkeit, Kommunikationskultur und Herrschaftspraktiken im Spätmittelalter; Meier, T. (Zürich), Medienwandel in vorindustrieller Zeit. Das Zürcher Mediaevistik-Projekt.

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Vortrag

Horst Bredekamp: Individualität im Mittelalter

Berlin, Humboldt-Universität, 20. Januar 2000

Kontaktadresse: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Tel. + 0 30 - 20 37 02 41

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Colloquium

The Household in Late Medieval Cities

Italy and Northwestern Europe Compared

Gent, 21. bis 22. Januar 2000

Kontaktadresse: Myriam Carlier – Tim Soens

Vakgroep Middeleeuwse Geschiedenis

Blandijnberg, 2

B-9000 Gent

Tel. + 9 - 264-40 20 – Fax + 9 - 264-41 82

Email: myriam.carlier@rug.ac.be – tim.soens@rug.ac.be

Aus dem Programm:

Freitag, 21. Januar

LEGAL ASPECTS

van Melkebeek, M. (Gent), Classical canon law on marriage; Godding, P., La famille dans le droit urbain de l’Europe du Nord-Ouest au Moyen-Âge; Kuehn, T. (Clemson, USA), Household and family in Ius Commune and Ius Proprium.

ECONOMIC, DEMOGRAPHICAL AND SOCIAL ASPECTS

Goldberg, J. P. (York, GB), Household and the organisation of labour in later medieval towns: some English evidence; Jones, S. R. (York, GB), The household and English urban government in the later middle ages; Chabot, I. (Florenz), Biens de famille: gestion des ressources patrimoniales, gender et cycle domestique (Italie, XIIIe-XVe siècles); Franceschi, F. (Florenz), Famille et travail dans les villes italiennes des siècles XIII-XV.

Samstag, 22. Januar

MENTALITY: LOVE AND AFFECTION IN THE FAMILY

Quéruel, D. (Reims), Être veuve au Moyen Âge: le témoignage de la littérature française et bourguignonne; Crouzet-Pavan, E. (Paris), Les faux-semblants d’une histoire des relations affectives: l’exemple italien; Cohn, S. K. (Glasgow), Two pictures of family ideology taken from the dead in post-plague Flanders and Tuscany.

MARRIAGE STRATEGIES AND THE FAMILY: HOUSEHOLDS IN SOCIETY

Howell, M. (Columbia, USA), The social logics of the urban household in Northwestern Europe; Racine, P. (Straßburg), Les stratégies matrimoniales dans l’Italie du Nord-Ouest.

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Ausstellung

Sophie Charlotte und ihr Schloß

Ein Musenhof des Barock in Brandenburg-Preußen

Berlin, bis 30. Januar 2000

Kontaktadresse: Schloß Charlottenburg

D-14059 Berlin

Tel. + 0 30 - 32 09 12 33

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Ausstellung

Das Frouwken und die Renaissance

Fräulein Maria von Jever (1500-1575) – Herrschaft und Kultur in einer Residenz

des 16. Jahrhunderts

Jever, bis 30. Januar 2000

Kontaktadresse: Schloßmuseum Jever

Dr. Antje Sander-Berke

Postfach 135

D-26435 Jever

Tel.: + 0 44 61 - 91-22 13 oder -21 06 – Fax: + 0 44 61 - 91-22 14

Email: schlossmuseum.jever@ewetel.net

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Ausstellung

Kiste, Kutsche, Karavan – Auf dem Weg zur letzten Ruhe

Kassel, bis 30. Januar 2000

Kontaktadresse: Museum für Sepulkralkultur

D-34117 Kassel

Tel. + 05 61 - 9 18 93-0 – Fax + 05 61 - 9 18 93-10

Email: afd.Kassel@t-online.de

Internet: http://www.sepulkralkultur.de

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Ausstellung

Die Jagd

Heidelberg, bis 31. Januar 2000

Kontaktadresse: Kurpfälzisches Museum

Hauptstr. 97

D-69117 Heidelberg

Tel. + 0 62 21 - 58-34 62 oder -34 00 – Fax + 0 62 21 - 58-34 90

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Journée d’études: L’intellectuel et le prince

De la politesse à la politique:

Recherches sur les langages du "Courtisan" de Baldassare Castiglione

Université de Caen, 28. Februar 2000

Kontaktadresse: Istituto Italiano di Cultura Paris

Hôtel de Galliffet

50, rue de Varenne

F-75007 Paris

Detailliertes Programm: P. Grossi, Tel. + 1 - 45 44 85 01

Email: iicdirpc@francenet.fr

Internet: http://www.iicparis.org

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Congreso internacional

De la unión de coronas al Imperio de Carlos V (1490-1530)

Barcelona, 21. bis 25. Februar 2000

Kontaktadresse: Vicente Ernest Belenguer Cebrià

Universidad de Barcelona

Catedrático de historia Moderna de la Universidad de Barcelona

Cúpules Torre B

Baldiri Reixac, s/n

E-08028 Barcelona

Tel. + 93 - 4 40-92 00 oder + 93 - 3 33-34 66 – Fax + 93 - 4 49-85 10

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Internationales Symposium

Karl I. von Spanien und V. von Deutschland

Münster und Bonn, 22. bis 25. Februar 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Christoph Strosetzki

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Romanisches Seminar

Bispinghof 3 a

D-48143 Münster

Ziel des Symposions ist es, die unterschiedlichen und zum Teil miteinander konkurrierenden zeitgenössischen Diskurse in Politik, Gesellschaft, Religion, Literatur, bildender Kunst und Musik im Spannungsfeld von Tradition und Innovation zu betrachten und zu bewerten. Unter anderem werden folgende Referenten erwartet: Johannes Arndt, Fernando Bouza Alvarez, Martin Brecht, Antonio Ramajo Caño, Michel Cavillac, Roger Chartier, Daniel Crews, Heinz Duchhardt, Jacqueline Ferreras, Pilar Valero García, Anita González-Raymond, Klaus Hortschansky, Víctor Infantes, Alfred Kohler, Karl Kohut, Christoph Laferl, Maximilian Lanzinner, Alain Milhou, Horst Pietschmann, Augustín Redondo, Wilhelm Ribhegge, Francisco Rico, Ferdinand Seibt, Heribert Smolinski, Christoph Strosetzki, Klaus Wagner, Elke Anna Werner, Stanislav Zimic.

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Buchvorstellungen

Un architecte de la Renaissance italienne et française:

Sebastinao Serlio (Bologna 1475? - Fontainebleau 1554)

Paris, 24. Februar 2000

Kontaktadresse: Istituto Italiano di Cultura Paris

Hôtel de Galliffet

50, rue de Varenne

F-75007 Paris

Tel. + 1 - 44 39 49 39 – Fax + 1 - 42 22 37 88

Email: iicdirpc@francenet.fr

Internet: http://www.iicparis.org

Frommel, S., Sebastiano Serlio – Vorstellung durch J. Guillaume.

Serlio à Lyon. Architecture & Imprimerie – Vorstellung durch S. Deswarte-Rosa.

Leitung: M. Cantelli.

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Ausstellung

Antlitz des Mittelalters

Aachen, 4. März bis 31. Mai 2000

Kontaktadresse: Suermondt-Ludwig-Museum

Wilhelmstr. 18

D-52670 Aachen

Tel. + 02 41 - 47 98 00 – + 02 41 - 3 70 75

Internet: http://www.aachen.de/Kultur/Museen/Suermondtludwigmuseum/suermondtpage.htm

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Ausstellung

Residenzstadt Düsseldorf – Das Schloß

Düsseldorf, bis 5. März 2000

Kontaktadresse: Stadtmuseum Düsseldorf

Berger Allee 2

D-40213 Düsseldorf

Tel. + 02 11 - 8 99-61 70 – Fax + 02 11 - 8 99-40 19

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Ausstellung

Das Einhorn

Mythos und Signet

Schwäbisch Gmünd, bis 5. März 2000

Kontaktadresse: Museum im Prediger

Johannisplatz 3

D-73520 Schwäbisch Gmünd

Tel. + 0 71 71 - 6 03 41-30 – Fax + 0 71 71 - 6 03 41-29

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Ausstellung

Die Kunst des Mittelalters in Hamburg

Die Burgen

Hamburg, bis 5. März 2000

Kontaktadresse: Helms-Museum

Museumsplatz 2

D-21073 Hamburg

Tel. + 0 40 - 4 28 71-36 91 (Verwaltg.) – Fax + 0 40 - 4 28 71-26 84

Internet: www.hamburg.de/Helms-Museum

Gleichzeitig findet in der Hamburger Kunsthalle die Ausstellung "Goldgrund und Himmelslicht" statt. In beiden Museen wird unter dem Titel "Die Kunst des Mittelalters in Hamburg" jene vermeintlich düstere Epoche ans Licht der Gegenwart geholt. Das Helms-Museum widmet sich den bedeutendsten der mehr als 25 Burganlagen, die sich zur Zeit des Mittelalters auf Hamburger Gebiet befanden. Erste Bauten verlieren sich schon in vorgeschichtlicher Zeit. Sie sind nur schwer und dann nur aus archäologischen Funden heraus zu interpretieren. Am Anfang der mittelalterlichen Befestigungen stehen die Burgen erzbischöflicher Schutzsicherung, was die Hammaburg, der Bischofsturm Bezelins, die Widenburg und der Süllberg belegen. Dem konnte der herzogliche Burgenbau nur wenig Dauerhaftes entgegensetzen. Die Alsterburg und die Neue Burg waren nur von kurzer Dauer. Die aufblühende Stadt dominierte mit ihrem Machtanspruch und eigenen Anlagen zur Sicherung der Verkehrswege. Das Hauptinteresse der Ausstellung richtet sich auf die Menschen, die diese Burgen erbauten und bewohnten. Ihr Alltag wird anhand eindrucksvoller Exponate anschaulich gemacht. Ergänzend treten Gegenstände aus anderen norddeutschen Fundorten und Illustrationen aus den "Sachsenspiegel"-Handschriften hinzu. Mit Hilfe der teilweise einzigartigen Ausstellungsstücke wird ein lebendiges Bild des Mittelalters vermittelt. Im Mittelpunkt der Ausstellung in der Kunsthalle steht der jüngst in Polen wiederentdeckte vielteilige Hauptaltar des 1806 abgerissenen Hamburger Doms. Der Altar wird in Hamburg restauriert. Neben Tafeln von Meister Francke und Meister Bertram werden weitere Werke der Malerei, der Bildhauerei, der Buchmalerei und des Kunsthandwerks gezeigt. Drei begleitende Kataloge sind im Verlag Dölling und Galitz erschienen und sind in den Museen zum Preis von DM 98,- erhältlich (Text nach dem Ausstellungskalender der Zeitschrift "Damals" im Internet, siehe unter: www.dva.de/damals).

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Ausstellung

Il sogno di un cardinale

Collezioni e artisti di Fernando de’ Medici

Rom, Accademia di Francia, Villa Medici, bis 5. März 2000

Kontaktadresse: Accademia di Francia

Villa Medici

Viale Trinità de Monte 1/a

I-Rom

Tel. + 06 - 6 76-11 – Fax + 06 - 6 76-13 05

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Symposium

Karl V. 1500-2000

Wien, 7. bis 11. März 2000

Kontaktadressen: Univ.Prof. Dr. Alfred Kohler (wissenschaftliche Leitung)

Mag. Barbara Haider – Marianne Grattenthaler (Koordination)

Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Historische Kommission der ÖAW

Sonnenfelsgasse 19

A-1010 Wien

Tel: + 5 12 91 84/92

Email: histkomm@oeaw.ac.at

 

Aus dem Programm:

Dienstag, 7. März

Kohler, A. (Wien), Ein Blick 500 Jahre zurück: Bilanz und Defizite einer "endlosen" Forschungsgeschichte.

Karl V. und das Heilige Römische Reich

Roll, C. (Konstanz), Die kaiserlosen Zeiten im Heiligen Römischen Reich während der Regierung Karls V.; Luttenberger, A. (Regensburg), Concordia et reformatio – Die Religionspolitik Karls V. im Reich; Neuhaus, H. (Erlangen), Römischer König im Schatten des kaiserlichen Bruders? Zum Verhältnis zwischen Karl V. und Ferdinand I.; Laferl, C. (Wien), Karl V. und Ferdinand I. Zur Bedeutung der Familienkorrespondenz Ferdinands I. für die Biographie Karls V.; Heilingsetzer, G. (Linz), Karl V., Ferdinand I. und der österreichische Adel; Pánek, J. (Prag), Die böhmische Ständegemeinde und ihre Stellung zur Reichspolitik Karls V. und Ferdinands I. im Zeitalter des Schmalkaldischen Krieges; Reinhard, W. (Freiburg i. Br.), Governi stretti e tirannici. Die Städtepolitik Kaiser Karls V. 1550-1556.

Mittwoch, 8. März

Die Niederlande, Spanien und Amerika

Blockmans, W. (Leiden), Karl V. und seine niederländischen Untertanen; Gorter van Royen, L. (Mezilles), Maria von Ungarn als Regentin der Niederlande; Schepper, H. de (Nijmwegen), Die Einheit der Niederlande unter Karl V. – Realität oder Mythos? Vilar Sánchez, J. A. (Huétor Vega), Hoheitsrechte und Besitzungen Karls V. als Herzog von Brabant und Limburg im Rheinland: von der Nordsee bis zur Mosel; Pietschmann, H. (Hamburg), Karl V., der Aufstand der Comunidades und die spanische Expansion in Amerika; Schmidt, P. (Erfurt), Herr "der Canarischen und Indianischen Insulen und der Terrae Firmae des Oceanischen Meeres". Karls Herrschaftssystem in Amerika.

Selbstdarstellung, Propaganda und Traditionsbildung

Wohlfeil, R. (Hamburg), Bilder im Dienste von Selbstdarstellung und Propaganda Karls V.; Rosenauer, A. (Wien), Karl V. und Tizian; Römer, F. (Wien), Zur Panegyrik in der Epoche Karls V.; Bosbach, F. (Bayreuth), Kaiserliche Selbstauffassung und Selbstdarstellung bei der Kaiserkrönung in Bologna.

Donnerstag, 9. März

Alvar Ezquerra, A. (Madrid), El proceso de hispanización de Carlos V; Martínez Millán, J. (Madrid), La Corte de Carlos V: La Casa del Emperador y el gobierno de los Reinos.

Kontrahenten der kaiserlichen Politik

Babel, R. (Paris), Die Politik Frankreichs in der Epoche Karls V.; Rodríguez-Salgado, M. J. (London), Karl V. und England; Bregnsbo, M. (Odense), Karl V. und Dänemark; Petritsch, E. (Wien), Zur Problematik der kontinentalen Osmanenabwehr; Duchhardt, H. (Mainz), Tunis - Algier - Jerusalem? Zur Mittelmeerpolitik Karls V.; Brendle, F. (Tübingen), Zur reichsständischen Opposition gegen Karl V.

Freitag, 10. März

Herrschaftsidee, Kommunikations-, Wirtschafts- und Finanzstrukturen

Tracy, J. D. (Minneapolis), Der Kaiser und das Geldgeschäft: die Finanzierung der Kriege der 1540er Jahre; Pieper, R. (Graz), Die Wirtschaftsräume im Reich Karls V.; Ochoa Brun, M. A. (Madrid), Die Entwicklung der kaiserlichen Diplomatie; König, H. J. (Eichstätt), Zur Monarchia Universalis Karls V. Ursprünge und Äußerungen; Gelderen, M. van (Brighton), Die Universalmonarchie und ihre Kritiker: Karl V., Erasmus und Vittoria; Dallmeier, M. (Regensburg), Großreich und Kommunikation; Edelmayer, F. (Wien), Viele usurpierte Throne? Sukzessionsfragen im Hause Österreich (1500-1531).

Samstag, 11. März

"Der Kaiser lebt weiter" – Zur Rezeptionsgeschichte Karls V.

Sommer-Mathis, A. (Wien), Zur Rezeption Karls V. in Theater und Fest; Fuchs, M. (Wien), Karl V. in der deutschsprachigen Belletristik – eine populäre Figur? Klecker, E. (Wien), Karl V. in der neulateinischen Habsburg-Panegyrik des 17. und 18. Jahrhunderts; Fagel, R. P. (Leiden), Zur Rezeption Karls V. in den Niederlanden unter Philipp II. und danach.

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Vortrag

Dr. Matthias Niendorf: Das Großfürstentum Litauen 1569-1795

Probleme frühneuzeitlicher Nationsbildung

Leipzig, 8. März 2000

Kontaktadresse: Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)

Luppenstr. 1b

D-04177 Leipzig

Tel. + 03 41 - 97 35-5 60 – Fax. + 03 41 - 97 35-5 69

Email: gwzo@rz.uni-leipzig.de

Internet: http://www.uni-leipzig.de/gwzo

 

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Ausstellung

Adriaen de Vries

Augsburg, 11. März bis 12. Juni 2000

Kontaktadresse: Städtische Kunstsammlungen Augsburg – Maximilianmuseum

Maximilianstraße 46

D-86150 Augsburg

Tel. + 08 21 - 3 24-41 19 – Fax + 08 21 - 3 24-41 05

Email: adriaen@augsburg.de

Internet: http://www.adriaen-de-vries.com/ausstellung/ausstellung.html

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Ausstellung

Kaiser Karl V. und seine Zeit

Ausstellung anläßlich seines 500. Geburtstags

Schweinfurt, 12. März bis 11. Juni 2000

Kontaktadresse: Bibliothek Otto Schäfer

Museum für Buchdruck, Grafik, Kunsthandwerk

Judithstr. 16

D-97424 Schweinfurt

Tel. + 0 97 21 - 39 85 – Fax + 0 97 21 - 39 84

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Ausstellung

Kunstkammerstücke der Weimarer Herzöge

Weimar, bis 13. März 2000

Kontaktadresse: Schloßmuseum

Burgplatz 4

D-99243 Weimar

Tel. + 0 36 43 - 5 46-1 60 – Fax + 0 36 43 - 5 46-1 01

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Vortrag

Dr. Evelin Wetter: Prager Bildstickerei um 1400

Auftragskunst und Serienproduktion für den Export

München, 16. März 2000

Kontaktadresse: Bayerisches Nationalmuseum

Prinzregentenstraße 3

D-80538 München

Tel. + 0 89 - 2 11 24-01 – Fax. + 089 - 2 11 24-2 01

Email: bay.nationalmuseum@extern.lrz-muenchen.de

Internet: http://www.bayerisches-nationalmuseum.de

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Akademietagung

"Wir, Karl V., von Gottes Gnaden Römischer Kaiser, …"

Religion, Politik und Kultur in Europa an der Schwelle zur Neuzeit

Mülheim/Ruhr, 18. bis 19. März 2000

Kontaktadresse: Katholische Akademie Wolfsburg

Falkenweg 6

D-45478

Tel. + 02 08 - 9 99 19-0 – Fax 02 08 - 9 99 19-1 10

Email: wolfsburg@bistum-essen.de

Aus dem Programm:

Kohler, A. (Wien ), Der Kampf um die Vorherrschaft in Europa in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts; Stöve, E. (Duisburg), Karl V. und Martin Luther Religion und Politik an der Schwelle zur Neuzeit; Schmitt, E. (Bamberg), Entdeckung neuer Welten, Verknüpfung neuer Räume. Das Ausgreifen Europas im Zeitalter Karls V.; Ullrich, U. B. (Bonn), Politik und Kunst zur Zeit Karls V.

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Ausstellung

Geburt der Zeit

Eine Geschichte ihrer Bilder und Begriffe

Kassel, bis 19. März 2000

Kontaktadresse: Museum Fridericianum Kassel

Friederichsplatz 18

D-34177 Kassel

Tel. + 05 61 - 9 37 77

Internet: http://www.documenta.de/museum/index.htm

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Kolloquium

"Europäische" lieux de mémoire

Villa Vigoni, Loveno die Menaggio (Italien), 20. bis 23. März 2000

Kontaktadresse: Institut für Europäische Geschichte

Abteilung Universalgeschichte

Alte Universitätsstrasse 19

D-55116 Mainz

Tel. + 61 31 - 3 93-93 60 – Fax + 61 31 - 3 93-01 54

Email: ieg2@inst-euro-history.uni-mainz.de

Internet: http://www.inst-euro-history.uni-mainz.de/akt/kol/lieux.htm

Vorläufiges Programm:

Montag, 20. März

Anreise

Dienstag, 21. März

Redner: Prof. Funke (Münster); Prof. Nippel (Berlin); Prof. Schneidmüller (Bamberg); Prof. Moeglin (Paris); Prof. Lottes (Giessen); Prof. Evans (Oxford).

Mittwoch, 22. März

Redner: Prof. Siemann (München); Prof. von der Dunk (Utrecht); Prof. Hildermeier (Göttingen); Prof. Corni (Trient).

Abendliches Kamingespräch: Dr. Morawiec (Mainz), "Antemurale Christianitatis". Polens Selbstverortung in der europäischen Geschichte (Arbeitstitel).

Donnerstag, 23. März

Abreise

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Tagung

Memoria, Communitas, Civitas

Formen und Funktionen des städtischen Gedächtnisses und Selbstbewußtseins in der spätmittelalterlichen Stadt

Veranstaltet vom Deutschen Historischen Institut Paris in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Geschichte Göttingen und der Mission Française Göttingen

Paris, 31. März bis 1. April 2000

Kontaktadresse: Dr. Hanno Brand

Deutsches Historisches Institut Paris

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. + 1 - 42 71 56 16 – Fax + 1 - 42 71 56 43

Email: forschung@dhi-paris.fr

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Internationales Treffen der Britischen Sektion der International Courtly Literature Society

Courtly Literature

Coventry, 3. bis 4. April 2000

Kontaktadresse: L. Paterson

University of Warwick – French Department

GB Coventry CV4 7AL

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Colloquio Internazionale

Funzioni e decorazioni

Arte e ceremoniale nel Palazzo Apostolico Vaticano dal Medioevo al Rinascimento

Rom, Istituto Olandese, 3. bis 4. April 2000

Kontaktadresse: Istituto Olandese a Roma

Via Omero 10-12

I-00197 Roma

Tel. + 39 - 06 - 3 20-07 51 – Fax + 39 - 06 - 3 20-4971

Email: comptab@nir-roma.it

Internet: www.nir-roma.it

Programm:

Montag, 3. April

Luchterhandt, M. (Rom), Die Palastaulen Leos III. im Lateran und das höfische Zeremoniell um 800; Monciattie, A. (Pisa), Funzione e decorazione dell’architettura nel Palazzo Vaticano di Niccoló III Orsini; Frommel, C. L. (Rom), Riflessioni sulle origini dell’organizzazione die palazzi papali e cardinalizi nel Rinascimento; Schimmelpfennig, B. (Augsburg), Der Einfluß des avignonesischen Zeremoniells auf den Vatikanpalast seit Nikolaus V.; Roth, A. (Rom), Liturgie, Musik und Zeremoniell im Vatikanpalast um 1500.

Öffentlicher Vortrag:

Waddy, P. (Syracus, USA), Where to live? How to live? Cardinals‘ palaces in seventeenth-century Rome.

Dienstag, 4. März

Kieven, E. (Rom), Apertura della seconda giornata; Poeschel, S. (Stuttgart), Die neuen Funktionen der camerae secretae Alexanders VI.; Weddigen, T. (Zürich), Camera Papagalli vaticana; Kempers, B. (Amsterdam), Ritual and ist images – People in the Vatican Stanze; Rohlmann, M. (Rom), Raffaels Stanzen – Einheit des Programms und Vielfalt der Funktionen; Jong, J. L. de (Groningen), The painted decoration of the Sala Regia – Intention and reception; Smid, C. (Amsterdam), Putting the Sistine Palace (1589-1594) in place – The new papal apartments and their context.

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10. Jahrestreffen des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Barockforschung

Artes et Scientiae

Repräsentation neuer und alter Sichtweisen von "Natur" in der frühen Neuzeit

Wolfenbüttel, 5. bis 8. April 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Barbara Bauer

Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien

Fachbereich Germanistik und Kunstwissenschaften

Philipps-Universität Marburg

D-35039 Marburg

Wilhelm-Röpke-Straße 6 A

Tel. + 0 64 21 - 28-2 46 60

Email: bauerb@mailer.uni-marburg.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 6. April

Watanabe O’Kelly, H. (Oxford), Alchemie am Dresdner Hof.

Freitag, 7. April

Walther, G. (Frankfurt), Fürsten, Höfe und Naturwissenschaften in der Frühen Neuzeit. Versuch einer Systematik.

Samstag, 8. April

Welzel, B. (Marburg), "Neue Wissenschaften" als Teil der höfischen Repräsentation. Der Fünf-Sinne-Zyklus von Jan Brueghel d. Ä. und Peter Paul Rubens für die Erzherzöge Albrecht und Isabella.

Besprechung siehe oben S. *ff.

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Ausstellung

Triumphs of the Baroque

Architecture in Europe 1600-1750

Montreal, bis 9. April 2000

 

Kontaktadresse: Montreal Museum of Fine Arts

P.O. Box 3000, Station H

C-Montreal, Québec H3G 2T9

Email: mmasse@mbamtl.org

Internet: http://www.mbam.qc.ca/en-cours/a-baroque.html

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Tagung

Spätmittelalterliches Landesbewußtsein in Deutschland

Insel Reichenau, 11. bis 14. April 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Helmut Maurer

Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte e.V.

Benediktinerplatz 5

D-78467 Konstanz

Tel./Fax + 0 75 31 - 6 17 43

Programm:

Dienstag, 11. April

Moeglin, J.-M. (Paris), Reich, Land, Territorium und Dynastie als Bezugsrahmen regionalen Bewußtseins am Beispiel Flanderns.

Mittwoch, 12. April

Bünz, E. (Jena), Das Land als Bezugsrahmen von Herrschaft, Rechtsordnung und Identitätsbildung. Überlegungen zum spätmittelalterlichen Landesbegriff; Mertens, D. (Freiburg), Spätmittelalterliches Landesbewußtsein im Gebiet des alten Schwaben; Stelzer, W. (Wien), Formen spätmittelalterlichen Landesbewußtseins im habsburgischen Länderkomplex; Petersohn, J. (Marburg), Ursprünge und Entwicklung des fränkischen Stammes- und Landesbewußtseins.

Donnerstag, 13. April

Hirschmann, F. G. (Trier), Landesbewußtseins im Westen des Reiches? Die Niederlande, die Rheinlande und Lothringen im hohen und späten Mittelalter; Johanek, P. (Münster), Das Landesbewußtsein im spätmittelalterlichen Westfalen. Werner Rolevink und andere? Scheibe, M. (Berlin), Kollektive Identität und Landesbewußtsein im spätmittelalterlichen Mecklenburg und Pommern; Helmrath, J. (Berlin), Landesbeschreibung und Landesbewußtsein im europäischen Frühhumanismus.

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Kolloquium

Aktuelle Forschungsprobleme des Mittelalters und der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte

Halle, jeweils Dienstags 18.15 Uhr vom 11. April bis 11. Juli 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Andreas Ranft – Prof. Dr. Werner Freitag

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Fachbereich Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaft

Institut für Geschichte

D-06120 Halle

Kröllwitzer Str. 44

Tel.+ 03 45 - 55-2 42 95 oder -2 42 81 – Fax + 03 45 - 55-2 71 01

Email: ranft@geschichte.uni-halle.de

 

 

Programm:

Dienstag, 11. April

Schmidt, S. (Siegen), "Zucht und Ordnung" Zur Konfessionalisierung im Spiegel von Visitationsakten in Nassau-Dillenburg und Nassau-Siegen.

Dienstag, 18. April

Selzer, S. (Halle), Sold, Beute und Budget. Zum Wirtschaften deutscher Italiensöldner im 14. Jahrhundert.

Dienstag, 25. April

Seggern, H. von (Kiel), Formen der Kommunikation im Mittelalter.

Dienstag, 2. Mai

Flüchter-Sheryari, A. (Münster), Das katholische Pfarrhaus zwischen Konkubinat und Zölibat im 16. und 17. Jahrhundert (Jülich-Berg).

Dienstag, 9. Mai

Israel, U. (Goettingen), Fremde aus dem Norden in italienischen Städten am Alpensüdrand im Mittelalter.

Dienstag, 16. Mai

Meyer, G. (Kiel), "Paläosoziometrie" – ein Versuch, das Beziehungsgeflecht der Lübecker "Oberschicht" des frühen 15. Jahrhunderts anhand von Testamenten zu rekonstruieren.

Dienstag, 23. Mai

Müller, M. (Greifswald), Die Wettiner als baukünstlerischer "hegemon". Neue Aspekte zum frühen Residenzenbau in Sachsen und Anhalt.

Dienstag, 30. Mai

Brakensiek, S. (Bielefeld), Juristen in ihrer sozialen Umwelt. Hessische Richter und Ortsbeamte 1750-1830.

Dienstag, 6. Juni

Vötsch, J. (Erfurt/Dresden), Zwischen Reichsfreiheit und Landsässigkeit: Die Grafen von Mansfeld insbesondere in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Dienstag, 13. Juni

Specht, O. (Bamberg), Aspekte der Stadtkernarchäologie von Halle (12.-14. Jh.) und Ansätze zur Sozialtopographie aus archäologischer Sicht.

Dienstag, 20. Juni

Carl, H. (Tübingen), Ständische Diskurse und genossenschaftliche Identität – zur politischen Kultur des Schwäbischen Bundes.

Dienstag, 27. Juni

Ewert, U. C. (Rostock), Historische Fakten – Ökonomische Theorie – Mathematische Modelle. Über die Beurteilung der Wirkungen von Bevölkerungsveränderungen auf die wirtschaftliche Entwicklung am Beispiel von Hungersnöten in den burgundischen Niederlanden im 15. Jh.

Dienstag, 4. Juli

Hoeh, M. von der (Köln/Rom), Die Stadt als Erinnerungsraum. Aspekte des Umgangs mit Vergangenheit in den italienischen Kommunen des Hochmittelalters.

Dienstag, 11. Juli

Deutschländer, G. (Halle), Zum Entstehungshintergrund von Luxusordnungen in deutschen Städten des Spätmittelalters.

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38. Büdinger Vorträge

Sozialer Aufstieg

Funktionseliten im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit

Büdingen, 13. bis 15. April 2000

Kontaktadresse: Prof. Dr. Günther Schulz

Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Universität zu Köln

Albertus-Magnus-Platz

D-50923 Köln

Tel. + 02 21 - 4 70-42 74 – Fax: + 02 21 - 4 70-52 09

Email: schulz&g@wiso.uni-koeln.de

Die 38. Büdinger Gespräche thematisieren den Aufstieg fachlich qualifizierter Gruppen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit: von Juristen, Verwaltungsfachleuten und anderen in den Städten und Territorien, im Bürgertum und im Adel.

Aus dem Programm:

Donnerstag, 13. April

Schulz, G. (Köln), Einführung; Fouquet, G. (Kiel), Zwischen Nicht-Adel und Adel. Chancen und Risiken sozialer Mobilität im späten Mittelalter.

Freitag, 14. April

Noflatscher, H. (Innsbruck), Funktionseliten an den Höfen der Habsburger um 1500; Lehsten, L. von (Bensheim), Die Entstehung von territorialen Verwaltungseliten am Beispiel der Kanzler; Brakensiek, S. (Bielefeldt), Juristen in frühneuzeitlichen Territorialstaaten. Auf- und Abstiegsprozesse am Beispiel Hessens.

Samstag, 15. April

Rogg, M. (Potsdam), Die Entstehung militärischer Funktionseliten im 16. Jahrhundert.

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Convegno Internazionale di Studi

Il sogno di Pio II e il viaggio da Roma a Mantova

Mantua, Teatro Bibiena, 13. bis 15. April 2000

Kontaktadresse: Segreteria del Convegno

Daniela Salvaterra – Luca Chiavoni

Centro Studi Leon Battista Alberti

Via Pescheria, 19

I-46100 Mantova

Tel. + 03 76 - 36 71 83 – Fax + 03 76 - 32 31 75

Email: csalberti@commune.mantova.it

Aus dem Programm:

Donnerstag, 13. April

Esch, A. (Rom), Prolusione; Pellegrini, M. (Pisa), Il Collegio cardinalizio e la Dieta; Modigliani, A. (Rom), Pio II e i Romani; Rinaldi, R. (Parma), L’Italia "romana" del Piccolomin; Fiore, F. P. (Rom), La loggia di Pio II per i Piccolomini; Ascheri, M., Pertici, P. (Siena), Siena e Pio II; Viti, P. (Lecce), "Laudavit pontifex Florentinos": una "laudatio" di Firenze durante il viaggio a Mantova.

Freitag, 14. April

Pini, A. I. (Bologna), "Non tam studiorum mater quam seditionum altrix": Bologna e Pio II; Mazzone, U. (Bologna), I rappresentanti del potere a Bologna a l’ambiente ecclesiastico cittadino nell’età di Pio II; Mallett, M. (Warwick), Camera Venezia, i Turchi e il Papato dopo la pace di Lodi; Simonetta, M. (Yale University, USA), Il Duca alla Dieta: "marginalia" sforzeschi; Calzona, A. (Parma), Mantova in attesa della Dieta; Romani, M. (Brescia), Residenze delle élites al tempo della Dieta; Signorini, R. (Mantua), Gli alloggi die cardinali alla Dieta; Chambers, D. (London), Costi del soggiorno di Pio II.

Samstag, 15. April

Bianca, C. (Florenz), I poeti e la Dieta di Mantova; Zanichelli, G. (Parma), La produzione miniata nell’ambiente della Dieta; Woodhouse, J. (Oxford), Da Pio II a Baldesar Castiglione; dal "De curialium miseriis" al libro del Cortegiano; Cantatore, F. (Rom), Architettura mantovana al tempo della Dieta; Vasoli, C. (Florenz), Dal "De pace fidei" alla Dieta di Mantova; Spremic, M. (Belgrad), "I Balcani e la crociata dal 1455 al 1464"; Dall‘Oco, S. (Lecce), Fede, politica, retorica nelle "orazioni" e nelle "reazioni" mantovane; Iurlaro, S. (Lecce), Il "De curialium misreiis" nell’ideologia politica di Pio II: dal Concilio alla Crociata.

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Ausstellung

Carlos V.

Las armas y las letras

Granada, 13. April bis 25. Juni 2000

Kontaktadresse: José Martínez Millán, Profesor Titular de Historia Moderna de la

Universidad Autónoma de Madrid

Sociedad estatal para la commemoracion de los centenarios de Felipe II. y Carlos V.

Paseo de la Castellana, 16

E-28001 Madrid

Email: jose.millan@uam.es

Internet: http://www.felipe2carlos5.es/actividades/act0040.htm

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Ausstellung

Wappen

Zwischen Tradition und Fortschritt

Schleswig, 14. April bis 15. Dezember 2000

Kontaktadresse: Landesarchiv Schleswig-Holstein

Prinzenpalais

D-24837 Schleswig

Internet: http://www.schleswig-holstein.de/archive/lash/lash_veranst.htm

Vorträge im Rahmen der Ausstellung u.a.:

Donnerstag, 13. Juli

Kraack, D. (Berlin), Die Wappen weisen den Weg – Auf den Spuren spätmittelalterlicher Adliger unterwegs in der Ferne.

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Tagung

Quellengattungen zur höfischen Kultur der Frühen Neuzeit

Rudolstadt, Heidecksburg, 28. bis 29. April bis 2000

Kontaktadresse: Dr. Lutz Unbehaun

Thüringer Landesmuseum

Heidecksburg Rudolstadt

PF 48/51

D-07407 Rudolstadt

Tel. 0 36 72 - 42 90-13 – Fax: 0 36 72 - 42 90-90

Internet:

http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/framesarb.htm

In den letzten Jahren gelangte der Hof als Zentrum fürstlicher Herrschaft verstärkt in den Mittelpunkt historischen und kunsthistorischen Interesses. Die unterschiedlich ausgeprägten fürstlichen Lebenswelten erschließen sich uns heute nur in einem Zusammenspiel von Informationen verschiedenster Quellengattungen. Nur selten liegt etwa für einen Hof eine umfassende zeitgenössische Beschreibung vor, und selbst dann trägt diese natürlich die subjektiven Besonderheiten ihres Verfassers. So entsteht das Bild eines frühneuzeitlichen Hofes oft nur mühsam aus zusammengetragenen Nachrichten und überkommenen gegenständlichen Objekten. Die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bei der Gestaltung höfischer Kultur und deren unterschiedliche Ausprägung ist der Grund, warum bislang nur selten ein Hof in all seinen Facetten ausführlich dargestellt werden konnte. Zudem sind Teile höfischer Kultur, z.B. Musik oder Theater, von historischer oder kunsthistorischer Seite auf Grund häufig fehlenden Spezialwissens bislang nur unzureichend betrachtet worden. Ziel der Tagung ist es, für die Erforschung frühneuzeitlicher Hofkultur relevante schriftliche Quellengattungen (gedruckt oder handschriftlich) auf ihre Aussagekraft im Hinblick auf Hof und Residenz vorzustellen. Im Zentrum sollen dabei weniger die Ereignisse und Phänomene rund um die höfischer Kultur stehen, sondern die jeweilige Quellengattung, die auf ihre spezifischen Aussagemöglichkeiten hin zu untersuchen ist. In den Vorträgen soll es deshalb zum einen um die Grenzen und Möglichkeiten der Quellengattung als solche gehen, zum anderen soll das Leistungsvermögen des jeweiligen Quellentypus zielgerichtet auf unseren Forschungsschwerpunkt untersucht werden. Neben den bekannten und häufig genutzten, mehr oder weniger systematisch ausgewerteten Gattungen wie Briefen, Gelegenheitsdichtungen, Reisebeschreibungen u.ä. soll sich das Augenmerk auch und gerade auf weniger bekannte, vielleicht bislang vernachlässigte Quellengruppen richten. Behandelt werden sollen u.a. Hofordnungen, Inventare, Rangordnungen, Gesandtenberichte, Familiengeschichten, Leichenpredigten, Schreibkalender, Tagebücher, Hofkalender, Eheverträge, Landesbeschreibungen (Text: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/framesarb.htm).

Vorläufiges Tagungsprogramm:

Hahn, P.-M. (Potsdam), Einleitungsreferat; Jacobsen, R. (Erfurt), Lebenslauf und Tagebuch im 17. Jahrhundert. Zwei höfische Quellengattungen in ihrer textlichen Verfaßtheit; Rees, J. (Potsdam), Die höfische Gesellschaft unterwegs. Residenzkultur im Spiegel handschriftlicher Reisetagebücher (1750-1800); Lass, H. (Marburg), Amts- und Landesbeschreibungen – Zum unterschiedlichen Erkenntniswert zweier Quellengattungen; Müller, M. (Greifswald), … soll alles fein ordentlich zugeen. Zum Quellenwert frühneuzeitlicher Hofordnungen für die Schloßbauforschung; Rohrmüller, M. (Marburg), Inventare landesherrlicher Wohnbauten 1500-1800. Anmerkungen zu einer Quellengattung; Hoppe, S. (Dortmund), Frühe Inventarverzeichnisse als Quelle für höfische Lebensverhältnisse; Schmitt, R. (Halle), Bauakten und Rechnungen als Quelle zur höfischen Baukunst. Hinweise zur methodischen Erschließung und Auswertung dieser Quellen. (Arbeitstitel); Czech; V. (Potsdam), Fourierzettel und Fourierbücher als Quellen zum Besucherverkehr am Hof; Kunze, J. (Leipzig), Amtsrechnungen von Leisnig als Quelle zur höfischen Kultur des späten Mittelalters; Keller, A. (Potsdam), Überlegungen zur Darstellung des Hofes im barocken Roman (Arbeitstitel).

 

Zu weiteren Vorhaben des Arbeitskreises siehe unten S. *.

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Workshop

Semantike(en) des Reisens von der Antike bis zur Gegenwart

Graduiertenkolleg "Reiseliteratur und Kulturanthropologie"

Universität Paderborn, 28. bis 29. April 2000

Kontaktadresse: Tilman Fischer – Mathias Leibetseder

Graduiertenkolleg FB 3

Warburger Str. 100

D-33098 Paderborn

Tel. + 0 54 21 - 1 52 31 oder + 0 52 51 - 60 - 42 57

Email: tilman.fischer@gmx.de

mleibetseder@hotmail.com

Internet: http://hrz.uni-paderborn.de/graduiertenkolleg/

Aus dem Programm:

Bunsmann-Hopf (Detmold), Zu Semantik(en) des Reisens in Palästina-Pilgerberichten des 15. Jahrhunderts; Kraack, D. (Berlin), Die vormoderne Begrifflichkeit des ‘Unterwegsseins’ im Spannungsfeld von Selbstverständnis und Fremdwahrnehmung; Müller, R. C. (Leipzig), Zwischen Lüge und Lust – das Selbstverständnis deutscher Reisender im 16. Jahrhundert.

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Ausstellung

Lebenslust und Frömmigkeit

Kurfürst Carl Theodor (1724-1799) zwischen Barock und Aufklärung

Mannheim, bis 30. April 2000

Kontaktadresse: Reiss-Museum Mannheim (D5 & C5)

Tel. + 06 21 - 2 93-31 51 – Fax + 06 21 - 2 93-95 39

Email: reissmuseum@mannheim.de

Internet: http://www.mannheim.de/reiss_museum

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Congreso internacional

Carlos V: europeísmo y universalidad

Granada, 1. bis 5. Mai 2000

Kontaktadresse: José Martínez Millán, Profesor Titular de Historia Moderna de la

Universidad Autónoma de Madrid

Sociedad estatal para la commemoracion de los centenarios de Felipe II y Carlos V

Paseo de la Castellana, 16

E-28001 Madrid

Email: jose.millan@uam.es

Internet: http://www.felipe2carlos5.es/actividades/act0044-b.htm

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Colloque

"À l’ombre du pouvoir"

Les entourages princiers au Moyen Âge

Lüttich, 3. bis 5. Mai 2000

Kontaktadressen: Université de Liège

Département des Sciences historiques

Services d’Histoire du Moyen Âge

quai Roosevelt, 1b

Bât. A4

B-4000 Liège

Aus dem Programm:

Bournazel, E. (Paris), La familia regis; Richard, J. (Dijon), Les conseillers de Saint Louis: des grands barons aux premiers légistes. Au point de rencontre de deux droits; Contamine, P. (Paris), Familiers, conseillers et corps constitués: l’entourage de Charles VII révélé par le compte de ses obsèques (1461); Allmand, C. (Liverpool), Henry V, roi d’Angleterre (1413-1422) et son entourage; Genet, J. P. (Paris), L’entourage du prince en Angleterre de Richard II à Richard III: théorie et pratique; Bock, N. (Lausanne), Fidelitas. Genèse et expression d’un concept courtois dans le royaume de Naples (1350-1450); Leroy, B., L’animation de la cour de Navarre vers 1360-1430; Jones, M. (Nottingham), Servir le duc: remarques sur le rôle des hérauts à la cour de Bretagne à la fin du Moyen Âge; Demotz, B. (Lyon), Choix et représentations: l’entourage des comtes de Savoie (XII-début XV siècles); Vandermaesen, M. (Brügge), Conseillers et administrateurs au service des comtes de Flandre au bas Moyen Âge: intérêts économiques, ambitions politiques et sociales; Croenen, G. (Liverpool), L’entourage des ducs de Brabant au XIIIe siècle: nobles, chevaliers et clercs dans les chartes ducales; Margue, M. (Luxemburg), De l’entourage comtal à l’entourage royal: le cas des Luxembourg (XIIe-XIVe siècles); Schnerb, B. (Lille), Les capitaines de Jean sans Peur, duc de Bourgogne (1404-1419); Sommé, M. (Université d’Artois), Les conseillers et collaborateurs d’Isabelle de Portugal, duchesse de Bourgogne, au milieu du XVe siècle; Paravicini, W. (Paris), En attendant le nouveau règne: les hommes de Charles le Téméraire, 1454-1467; Cauchies, J. M. (Brüssel), "Croit-conseil" et ses "ministres". L’entourage politique de Philippe le Beau (1494-1506); Kaiser, R. (Zürich), L’entourage des rois du regnum Burgundiae aux époques burgonde et mérovingienne; Ehlers, J. (Berlin), Entourage du roi-entourage des prince. L’aube d’un monde courtois en Allemagne au XIIe siècle; Kinzinger, M. (München), De la région à l’Europe. Recrutement et fonction de l’entourage de l’empereur Sigismond; Guillemain, B. (Bordeaux), Les entourages des cardinaux à Avignon; Claverie, P. V. (Paris), De l’entourage royal à l’entourage pontifical: l’exemple méconnu de l’archévêque Gilles de Tyr († 1266); Maillard-Luypaert, M. (Tournai), Entre soustraction et restitution d’obédience: les relations douces-amères de Pierre d’Ailly, évêque de Cambrai, avec ses proches (1398-1408); Kupper, J. L. (Lüttich), L’oeuvre politique de Gislebert de Mons; Marchandisse, A. (Lüttich), L’entourage de Jean de Bavière, prince-évêque de Liège (1389-1418).

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Examens- und Forschungscolloquium

Berlin, 4. Mai bis 20. Juli 2000

Kontaktadressen: Gisela Bock

Examens- und Forschungscolloquium im Sommersemester 2000

FU Berlin

Friedrich-Meinecke-Institut

Koserstr. 20

D-14195 Berlin

Email: dapflug@zedat.fu-berlin.de

Aus dem Programm:

Donnerstag, 25. Mai

Horowski, L. A. (Berlin), "Ceux qui ne quittent jamais le Prince": die obersten Chargen am Hof vonVersailles.

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Vortrag

Host H. Stierhoff: Idealstadt auf dem Berg?

Jülich, 5. Mai 2000

 

Kontaktadresse: Museum Zitadelle Jülich

D-52428 Jülich

Tel. + 0 24 61 - 6 32 28 – Fax + 0 24 61 - 6 33 54

Email: museum@juelich.de

Internet: www.juelich.de/museum/

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Byzantine Symposium 2000

Pilgrimage in the Byzantine Empire

7th-15th c.

Dumbarton Oaks, Washington (D.C. - USA), 5. bis 7. Mai 2000

Kontaktadresse: Caitlin McGurk

Dumbarton Oaks

1703 32nd Street

USA-Washington, D.C. 20007

Tel. + 01 - 2 02 - 3 39 69 40

Email: Byzantine@doaks.org

Internet: http://www.doaks.org/byzpilgrim.html

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Tagung

Schwabenkrieg/Schweizerkrieg 1499 – Ereignis und kollektive Identitäten

Freiburg i. Br., 12. bis 13. Mai 2000

Kontaktadressen: Prof. Dr. Dieter Mertens

Dr. Klaus Graf

Historisches Seminar

Albert-Ludwigs-Universität

KG IV – Werthmannplatz

D-79085 Freiburg i. Br.

Tel: + 07 61 - 2 03-34 52; -34 18 – Fax + 07 61 - 2 03-34 25

Email: sekmert@ruf.uni-freiburg.de

graf@uni-koblenz.de

Die Tagung findet statt im Rahmen des Teilprojekts B5 des SFB 541 "Ausbildung kollektiver Identitäten im Renaissance-Humanismus"

Aus dem Programm:

Donnerstag, 12. Mai

Marquardt, B. (St. Gallen), Schwabenkrieg und Identitätsbildung im Bereich von Bodensee und Alpenrhein; Meyer, W. (Basel), Basel und der Schwabenkrieg; Brady, T. (Berkeley), Turning Swiss: The Swiss Sonderweg in South German Eyes; Carl, H. (Tübingen), Schwäbischer Bund und Schweizerkrieg; Graf, K. (Freiburg), Schwaben und Schweizer – regionale Identitäten im Konflikt; Marchal, G. P. (Luzern), Stigmatisierung und Stigma-Management: Eidgenössische Selbstrepräsentation um 1500; Rogg, M. (Potsdam), Landsknechte und Reisläufer im Kontext kollektiver Identitäten.

ÖFFENTLICHER ABENDVORTRAG

Mertens, D. (Freiburg), Die Bilder vom Schwabenkrieg 1499.

Freitag, 13. Mai

Schanze, F. (Tübingen), Reimpublizistik im Schwabenkrieg 1499; Niederberger, A. (Freiburg), Sebastian Brant; Mueller, M. (Freiburg), 1386-1499: Adlige Erinnerung und Schweizerkrieg.

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Symposium

Münchner Theatergeschichte 1600 bis 2000

München, 12. bis 14. Mai 2000

Kontaktadressen: Dr. Katharina Weigand

Institut für Bayerische Geschichte der LMU

Geschwister-Scholl-Platz 1

D-80539 München

Tel: + 0 89 - 21 80-28 50 – Fax + 0 89 - 21 80-56 69

Email: Katharina.Weigand@lrz.uni-muenchen.de

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Ausstellung

Der Riß im Himmel

Clemes August und seine Epoche

Bonn, Brühl, Jülich, Köln, Miel, 13. Mai bis 1. Oktober 2000

Kontaktadressen: Schloß Augustusburg

D-50321 Brühl

Tel. + 0 22 32 - 9 44 31 16

Email: clemensaugust@netcologne.de

Stadtmuseum Bonn

Franziskanerstr. 9

D-53113 Bonn

Tel. + 02 28 - 77 20 94

Email: Stadtmuseum@Bonn.de

Museum Zitadelle Jülich

D-52428 Jülich

Tel. + 0 24 61 - 6 32 28 – Fax + 0 24 61 - 6 33 54

Email: museum@juelich.de

Internet: www.juelich.de/museum/

Schloß Miel

D-53913 Swisttal-Miel

Tel. + 01 72 - 8 05 54 05

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Ausstellung

"Nach dem Leben und aus der Phantasie"

Niederländische Zeichnungen vom 15. bis 18. Jahrhundert

Frankfurt am Main, bis 14. Mai 2000

Kontaktadresse: Städelsches Kunstinstitut

Schaumainkai 63

D-60596 Frankfurt am Main

Tel. + 0 69 - 60 50 98-0 – Fax + 0 69 - 61 01 63

Internet: http://www.frankfurt-online.net/museum/staedel/index.htm

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Ausstellung

Kaiser Heinrichs Romfahrt

Zur Inszenierung von Politik in einer Trierer Bilderhandschrift des 14. Jahrhunderts

Koblenz, Landeshauptarchiv, 15. bis 26. Mai 2000

Kontaktadressen: Landeshauptarchiv Koblenz

Karmeliterstr. 1/3

D-56068 Koblenz

Tel. + 02 61 - 91 29-0 – Fax + 02 61 - 91 29-1 12

Internet: www.landeshauptarchiv.de

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Symposium

Keizer Karel V en het Europa van zijn tijd

Utrecht, 16. Mai 2000

Kontaktadresse: C. Brom

Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschappen

Postbus 25000

NL-2700 LZ Zoetermeer

Tel. + 0 79 - 3 23 23 23

Email c.brom@minocw.nl.

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3. Kolloquium der Stadt Kraichthal

Rittersitze

Facetten adligen Lebens im Alten Reich

Gochsheim, 19. bis 27. Mai 2000

Kontaktadresse: Dr. Kurt Andermann

Nibelungenring 79

D-76297 Stutensee-Blankenloch

Tel. + 0 72 74 - 9 25 61

Aus dem Programm:

Freitag, 19. Mai

Andermann, K. (Blankenloch), "Adeliche Wüertschaften auf dem Land". Zu den ökonomischen Grundlagen der Ritterschaft in der frühen Neuzeit; Rupprecht, K. (Bamberg), Konsulenten, Schultheißen und Amtleute. Beobachtungen zur Verwaltung ritterschaftlichen Besitzes; Dohna, J. Graf zu (Castell), Die Ahnengalerie. Politische Orientierung und Konfession des (ost)preußischen Adels im Spiegel seiner Porträts vom 16. bis ins 18. Jahrhundert.

Samstag, 20. Mai

Schattkowsky, M. (Dresden), Adliges Landleben in Kursachsen um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert; Schäfer, R. (Mainz), Stadthöfe des ritterschaftlichen Adels; Schmitt, S. (Mainz), Zwischen frommer Stiftung, adliger Selbstdarstellung und standesgemäßer Versorgung. Sakralkultur im Umfeld von Rittersitzen; Reinle, C. (Mannheim), Auf Spurensuche. Recherchen zu Bibliotheken der Ritterschaft im Süden und Südwesten des Alten Reiches; Schmider, C. (Freiburg), Der Musikbaron. Franz Friedrich von Böcklinsau (1745-1813) und die Musik seiner Zeit.

Sonntag, 21. Mai

Himmelein, V. (Stuttgart), Türme – Mauern – Zinnen. Schloßbauten als Ausdruck ritterlichen Selbstverständnisses.

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Ausstellung

Exotica

Portugals Entdeckungen im Spiegel fürstlicher Kunst- und Wunderkammern der Renaissance

Wien, bis 21. Mai 2000

Kontaktadresse: Kunsthistorisches Museum Wien

Hauptgebäude

Maria-Theresien-Platz

A-1010 Wien

Tel. + 1 - 5 25 24-4 01 – Fax 1 - 5 23 27 70

Email info@khm.at

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Colloque international

Le technicien dans la cité en Europe occidentale 1250-1650

Göttingen, 25. bis 27. Mai 2000

Kontaktadressen: Mission historique française en Allemagne

Dr. Pierre Monnet

Hermann-Föge-Weg 12

D-37073 Göttingen

Tel. + 05 51 - 5 52 13 – Fax + 05 51 - 4 64 55

Email: monnet@mhfa.mpg.de

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Kolloquium

Herrschaft und Kommunikation in Brandenburg-Preußen 1650-1850

Berlin, 26. bis 27. Mai 2000

Kontaktadresse: Dr. Norbert Winnige

Forschungsinstitut für die Geschichte Preußens e.V.

Hausvogteiplatz 5-7

D-10117 Berlin

Tel. + 0 30 - 2 02 46-6 64 – Fax + 0 30 - 2 02 46-6 66

Email: norbert.winnige@rz.hu-berlin.de

Aus dem Programm:

Freitag, 26. Mai

Pröve, R., Herrschaft und Kommunikation in Brandenburg-Preußen (Einführung).

NACHRICHTENWEGE UND POSTORGANISATION

Körber, E. B., Postverbindungen im klevischen Erbfolgestreit; Kundler, J., Kommunikation als Instrument der Herrschaftssysteme. Die Post in Brandenburg-Preußen 1646-1713.

DIPLOMATIE UND PROPAGANDA

Externbrink, S., Kommunikation – Information – Außenpolitik. Frankreich und Brandenburg-Preußen 1750-1770; Hofmeister, A., Preußische Propagandaprojekte in den Napoleonischen Kriegen.

Samstag, 27. Mai

INFORMATIONSGEWINNUNG UND VERWALTUNGSPRAXIS

Brenker, A.-M., Breslau und Brandenburg-Preußen zwischen 1740 und 1800. Thesen zur Kommunikation mit einer neueroberten Provinzhauptstadt; Haas, S., Symbolische Kommunikation als Herrschaftsstrategie in Preußen 1790-1848.

INFORMATIONSÜBERMITTLUNG UND REZEPTION

Prass, R., Die Brief-Tasche des Pfarrers. Informationsübermittlung in den ländlichen Kirchengemeinden des Fürstentums Minden im 18. Jahrhundert; Winnige, N., Alphabetisierung in Preußen. Grundlagen von Kommunikation und Rezeption.

STRASSENBAU UND KOMMUNIKATIONSTECHNIK

Brandes, I., Die "Verwaltung des Fortschritts": Gemeindewegebau zwischen Selbstverwaltung und administrativer Steuerung in der Bürgermeisterei Senheim 1817-1847; Seising, R., Elektrische Telegraphie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – von ersten Göttinger Signalen zum "Nervenkostüm" Preußens.

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Ausstellung

Spiegel der Seligkeit

Sakrale Kunst im Spätmittelalter

Nürnberg, 31. Mai bis 8. Oktober 2000

Kontaktadressen: Germanisches Nationalmuseum

Kartäusergasse 1

D-90402 Nürnberg

Tel. + 09 11 - 13 31-0 – Fax 09 11 - 13 31-2 00

Email: info@gnm.de

Internet: http://www.gnm.de

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Ausstellung

Krönungen

Könige in Aachen – Geschichte und Mythos

Aachen, Rathaus, Dom und Domschatzkammer, 11. Juni bis 30. September 2000

Kontaktadresse: Dr. Mario Kremp

c/o Domverwaltung

Klosterplatz 2

D-52062 Aachen

Tel. + 02 41 - 4 77 09-1 49 – Fax + 02 41 - 4 77 09-2 00

Email: info@Kroenungen.de

Internet: http://www.Kroenungen.de

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Ausstellung

Meisterwerke Bayerns von 900 bis 1900

Ausstellung zur Veranstaltung "2000 Jahre Kunst und Kultur in Bayern"

München, 21. Juni bis 3. Oktober 2000

Kontaktadresse: Bayerisches Nationalmuseum

Prinzregentenstraße 3

D-80538 München

Tel. + 0 89 - 2 11 24-01 – Fax. + 089 - 2 11 24-2 01

Email: bay.nationalmuseum@extern.lrz-muenchen.de

Internet:

http://www.bayerisches-nationalmuseum.de/Win/e/e0302c.htm

Zur Millenniumsfeier zeigt das Bayerische Nationalmuseum Meisterwerke aus eigenem Besitz, die eintausend Jahre Kultur- und Kunstgeschichte in Bayern von der karolingischen Zeit bis ins 19. Jahrhundert hinein belegen. Wie keine andere Sammlung vermag das Bayerische Nationalmuseum einen umfassenden Überblick Bayerischer Kunst anhand qualitativ überragender Objekte zu geben, geht der Kern- und Hauptbestand des Hauses doch auf die enzyklopädisch breit ausgerichteten, von höchsten Ansprüchen geprägten Sammlungen des Wittelsbacher Hofes zurück. Zeugnisse sakraler Kunst, höfischer Kultur und schließlich großbürgerlichen Lebensstils verbinden sich zu einem umfassenden Bild. Der besondere Anlaß der Millenniumsfeier gibt zudem die Gelegenheit, ergänzend zu den Kostbarkeiten des Bayerischen Nationalmuseums auch besondere Gäste einzuladen: Ausgesuchte Kunstwerke aus Museen und Privatbesitz werden zu sehen sein. Es sind Exponate, die in markanter Verbindung zu den Hauptwerken des Bayerischen Nationalmuseums stehen und in direktem Vergleich mit diesen zu erleben sind. Wenn auch nur für kurze Zeit, können Pendants zueinandergebracht, Ensembles komplettiert, Zweitfassungen verglichen, Vorläufer- oder Nachfolgewerke in Beziehung gesetzt und ursprüngliche Zusammenhänge aufgezeigt werden. – Gleichzeitig feiert das Bayerische Nationalmuseum zum historischen Zeitpunkt des Jahrtausendwechsels das 100jährige Bestehen seines von Gabriel von Seidl errichteten, am 29. September 1900 eröffneten Haupthauses an der Prinzregentenstraße (Text: http://www.bayerisches-nationalmuseum.de/Win/e/e0302c.htm).

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Fourth International Congress

Fifteenth -Century Studies

Antwerpen, 2. bis 7. Juli 2000

Kontaktadressen: Peter M De Wilde

Dept. of Romance Languages

University of Antwerp

Universiteitsplein 1

B-2610 Antwerpen (Wilrijk)

Tel. + 323 - 820-28-25 – Fax + 323 - 820-28-23

Email: dewilde@ula.ua.ac.bc

Edelgard E. DuBruck

Modern Languages

Detroit, Michigan, 48221 (USA)

Tel: + 248-488-2026 (residence) – Fax: + 248-489-0875

Email: 110337.3107@compuserve.com

Aus dem Programm:

Montag, 3. Juli

Sektion 1. Voyages and Mapmaking

Sektion 2. Violence in Text and Image

Sektion 3. Arts in the Low Countries

Sektion 4. The Relationship of Miniature and Text

Exposito, S. (Rennes), Plaisirs et dévotion: les bordures des livres d'heures, témoins privilégiés de la culture du XVe s.; Foron-Dauphin, N., La vie dans les marges: Entre réalité et onirisme – L'exemple du Livre d'Heures de Jean de Montchenu.

Sektion 5. Representing Malory: The Editorial Tradition

Sektion 6. Huizinga Revisited

Christensen, P. G. (Wisconsin), Hella Haasse's View of the 15th Century as compared to Huizinga's; van der Lem, A. (Leiden), An unexpected source for The Waning of the Middle Ages; Hannsen, L. (Katholieke Universiteit Brabant), Johan Huizinga.

Sektion 7. Material Culture and Art: Everyday Life in 15th-Century Europe

Verhuyck, P. (Leiden), Jean Molinet et le jeu d'échecs; Smets, A. (Leuven), Jean de Francières, Artelouche de Alagona et les autres: quelques réflexions autour des traités de fauconnerie français du XVe s. Clouzot, M., Menestrels et instruments de musique dans les entrées solemnelles des ducs de Bourgogne au XVe s.

Sektion 8. Health Care and Disease Control

Sektion 9. Farce and Comic Theatre

Dienstag, 4. Juli

Sektion 10. Re-presenting Malory: Post-Medieval Interventions

Sektion 11. Botticelli's Pictorial Imagery

Sektion 12. Medical Knowledge in Ms Trinity

Sektion 13. The Role of Memoria in Late Medieval Art and Literature Presentations

Sektion 14. Poetry of Love and death

Sektion 15. Editing Texts and Teaching by Computer

Sektion 16. Late Medieval Women

Muller, C. (Lausanne), Women as Patrons and Authors: the Status of Female Poetry in 15th century France.

Sektion 17. Violence in Text and Image

Ellena, O. (Grenoble), La noblesse face à la violence: supplices, exécutions et assassinats dans les Chroniques de Froissart de Louis de Gruuthuse (Paris, BN fr. 2643-2646).

Sektion 18. The Relationship of Miniature and Text

Raynaud, C. (Montpellier), Les marques d'honneur dans les images.

Mittwoch, 5. Juli

Sektion 19. Material Culture and Art: Everyday Life in 15th-Century Europe

Sektion 20. Time and Fiction/Historicity

Wettlaufer, J. (Kiel), Jus primae noctis – fashion, fiction and historicity of a literary topos in the fifteenth century; Pairet, A. (Rutgers University), In a Timeless Land: Chivalric Romance in the Age of Print.

Sektion 21. Spanish Literature

Donnerstag, 6. Juli

Sektion 22. Material Culture and Art: Everyday Life in 15th-Century Europe

Sektion 23. Spanish Literature

Sektion 24. Violence in Text and Image

Sektion 25. Poetry of Love and Death: Alain Chartier

Sektion 26. Text, Performance, Audience

Sektion 27. Art and Religion

Sektion 28. Voyages and Mapmaking

Sektion 29. Late Medieval Women

Sektion 30. Poetry of Love and Death

Mühletaler, J.-C. (Lausanne), Récrire le Roman de la Rose au XVe siècle: Les commandements
d'Amour chez Charles d'Orléans.

Sektion 31. Health Care and Disease Control

Freitag, 7. Juli

Sektion 32. Spanish Literature

Sektion 33. Sorcery, Witchcraft and Demons

Sektion 34. Poetry of Love and Death: Christine de Pizan

Bertrand, O. (Orléans), L'expression de la joie et de la souffrance liée à l'amour dans les Cent Ballades d'Amant et de Dame de Christine de Pizan; Kosta-TThefaine, J.-F., Du chant de la douleur au chant d'amour: les poèmes de veuvage de Christine de Pizan; Mcwebb, C. (Alberta), Christine de Pizan's Role in the Debate about the Roman de la Rose and her Livre des Trois Vertus.

Sektion 35. Poetry of Love and death

Emerson, C. (Hull), The Knight who Suffered Much: Olivier de la Marche's Voice Beyond the Grave; Marks, D. (New York), Charles d'Orléans and the Hard-hearted Lady; Sankovitch, T. (Northwestern University), Between Love and Death: Topologies of the Burgundian Spectacle in the Poetry of Georges Chastellain.

Sektion 36. The Relationship of Miniature and Text

Jefferis, S. (Pennsylvania), Das Meisterlied von der Königin von Frankreich: Ihre Geschichte in Text und Bildern.

Sektion 37. Violence in Text and Image

Sektion 38. Late Medieval Women

De Boer, D. E. H. (Groningen), The Testament of the Duchess: an Analysis of the Accountbook of the Executors of the Will of Duchess Jacoba of Bavaria, countess of Holland.

Sektion 39. Theater

Sektion 40. Landscapes and gardens

Helmstaedter, G. (Frankfurt am Main), The Early Modern Garden: Design and Culture.

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Congreso internacional

Carlos V y la quiebra del Humanismo político en Europa

Madrid, 3. bis 6. Juli 2000

Kontaktadresse: José Martínez Millán, Profesor Titular de Historia Moderna de la

Universidad Autónoma de Madrid

Sociedad estatal para la commemoracion de los centenarios de Felipe II y Carlos V

Paseo de la Castellana, 16

E-28001 Madrid

Email: jose.millan@uam.es

Internet: http://www.felipe2carlos5.es/actividades/act0071.htm

Anmeldungen:

EAE Organización de congresos

C/Gran Vía,6 – 62 planta

E-28013 Madrid

Tel. + 91 - 5 24-75 00 – + 91 - 5 25-74 40

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Arbeitsgespräch

Ostmitteleuropäische Metropolen

Hof, Kirche, Stadt und Universität im 15./16. Jahrhundert

Leipzig, 13. bis 15. Juli 2000

Kontaktadresse: Dr. Andrea Langer

Geisteswissenschaftliches Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)

Luppenstr. 1 B

D-04177 Leipzig

Tel. + 03 41 - 97 35-576

Email: langer@rz.uni-leipzig.de

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Kolloquium

Vraie et fausse fortification: Les ‚signes militaires‘ dans l’architecture de la Renaissance

Tours, 13. bis 16. Juni 2000

Kontaktadressen: Joan Guillaume

Professeur à l’Université de Tours

Centre d’Études supérieures de la Renaissance

57, rue Néricault Destouches

F-37013 Tours Cedex 1

Aus dem Programm:

Frommel, C.-L. (Rom), Fortificazioni vere e finte nell'architettura del Rinascimento italiano; Lamberini, D. (Florenz), "... Col prato in fortezza": la ‚militarizzazione‘ cinquecentesca delle ville fiorentine; Giordano, C. (Pavia), Segni castellani per le villeggiature della Lombardia meridionale; Conforti, C. (Rom), Palazzo signorile e rocca militare, le matrici tipologiche dell'architettura dei principi padani; Burns, H. (Venedig), Il "palazzo forte" nell'architettura italiana; Marias, F. (Madrid), Palazzi bastionati nella Castiglia; Camara, A. (Madrid), Los signos de poder en las residencias de la nobleza espanola: conquistadores y cortesanos; Guillaume, J. (Paris), Persistances et innovations: dans le château français du XVe au XVIIe siècle; Tollon, B. (Toulouse), Les châteaux bastionnés de la seconde moitié du XVIe siècle dans le midi de la France; Salamagne, A. (Valenciennes), De la fausse-braie à la plate-forme: ou changement de sens? Faucherre, N. (La Rochelle), La canonnière ornamentale; Knecht, R. (Birmingham): Noblesses anglaise et française: une comparaison; Howard, M. (Sussex), "Defending" the great houses of the courtiers of Henry VIII; Girouard, M. (London), The castle style in later Elizabethan and Jacobean architecture; McKean, C. (Dundee), Mock-military aspects of the Scottish country-houses; Carl, H. (Tübingen), Noblesses allemande et française aux XVe et XVIe siècles; Hoppe, S. (Dortmund), Rows of dormer windows and polyfocal view: "civilising" medieval crenelation devices in German castle architecture; Lippmann, W. (Zürich), Il palazzo posto su baluardi in Europa centrale; Albrecht, U. (Kiel), Vraies et fausses fortifications au Danemark et dans l'Allemagne du Nord; de Jonge, K. (Löwen), L’image de la domus noble dans les anciens Pays-Bas aux XVe et XVIe siècles; Ottenheym, K. (Utrecht), Signes castraux dans les châteaux modernes des Provinces-Unies au milieu du XVIIe siècle; Mossakowski, S. (Warschau), I palazzi in fortezza all’italiana in Polonia.

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International conference

Patrons, authors and workshops

Books and book production in Paris circa 1400

Liverpool, 13. bis 15. Juli 2000

Kontaktadresse: Dr Godfried Croenen

University of Liverpool

Department of French

Modern Languages Building

Chatham Street

GB-Liverpool L69 7ZR

Tel. + 44 - 1 51 - 7 94 27 63 – Fax+ 44 - 1 51 - 7 94 23 57

Email: G.Croenen@liv.ac.uk

Internet: http://www.liv.ac.uk/www/french/patrons/welcome.htm

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Internationaler Sommerkurs

Potsdam und Berlin

Residenz und Metropole im Zeitalter der Aufklärung

Potsdam, 28. August bis 8. September 2000

Kontaktadressen: Internationaler Sommerkurs

Forschungszentrum Europäische Aufklärung

Dr. Raingard Esser – Dr. Christoph Frank

Gregor-Mendel-Str. 21/22

D-14469 Potsdam

Tel. + 03 31 - 27 81-105 – Fax + 03 31 - 27 81-207

Email: resser@rz.uni-potsdam.de

Internet: http:// www.uni-potsdam.de/u/fea/

Zwischen 1745 und 1748 ließ der Preußenkönig Friedrich II. auf einer Anhöhe vor den Toren Potsdams seine Sommerresidenz Sanssouci errichten. Die Anlage wirkte stilbildend für die Grundhaltung fürstlichen Selbstverständnisses und galt – neben dem 60 Jahre zuvor in Versailles errichteten Hof – als Vorbild sowohl für den äußeren als auch für den inneren Aufbau einer fürstlichen Residenz. Auf einer realpolitischen Ebene gewährleistete eine Residenz durch die Form ihrer Zentralisierung eine größere politische Kontrolle, während diese Konzentration im Bereich propagandistischer Suggestion sich zur absolutistischen Fiktion idealstaatlicher Harmonie verdichten sollte. Adressaten dieser mitunter komplexen Symbolik waren zu gleichen Teilen Herrscher und Beherrschte. Währenddessen sahen die europäischen Hauptstädte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein mehr oder weniger beständiges Wachstum, das sich sowohl ökonomisch als auch demographisch niederschlug, so daß sich die Formierung und Autonomisierung der bürgerlichen Gesellschaft nahezu zeitgleich mit der Verlagerung des politischen Zentrums an eine nunmehr residentielle Peripherie vollzog. Nach einem Prozeß initialer Entfremdung vom Hof gewannen jedoch die Hauptstädte zunehmend an kultureller und zivilisatorischer Autonomie, so daß man im steigenden Maße von einem Spannungsverhältnis wechselnder Strömungen zwischen Residenz und Hauptstadt sprechen kann. Dieses Wechselverhältnis steht im Mittelpunkt des Sommerkurses. Welche Spannungen entstehen aus der Vielzahl an aufgeklärten Kommunikationsräumen (Sozietäten, Salons etc.). Wie unterscheiden sich höfisches und hauptstädtisch-bürgerliches Mäzenatentum? Wie lange orientierte sich die Hauptstadt am Geschmacksverhalten des Hofes? Wann kommt es zur Umkehrung? Wann setzt die Reprivatisierung des höfischen Raumes ein? Wann und wie reflektieren diese Machtverschiebungen die Karrierestrukturen von Adeligen und Bürgerlichen? Wie verändert sich die Behördentopographie des preußischen Absolutismus? Wann und wie vollzieht sich der gewerbliche Strukturwandel zwischen höfischen und städtische Investoren und Investitionen? Wie schlagen sich diese Entwicklungen in Demographie und Stadtgeographie nieder? Welche Potentiale entwickeln sich daraus für sogenannte Randgruppen und Minderheiten? Um allen an dem Studienkurs beteiligten Disziplinen einen inhaltlichen Zusammenhalt zu geben, wird die Lektüre einer gemeinsamen Textgrundlage im Vorfeld des Kurses vorausgesetzt. Als Textgrundlage dienen zwei Quellentexte (Friedrich Gedike, Über Berlin. Briefe "Von einem Fremden" in der Berlinischen Monatsschrift 1783-1785. Kulturpädagogische Reflexionen aus der Sicht der Berliner Aufklärung, hg. von Harald Scholtz, Berlin 1987 und Joachim Christoph Friedrich Schulz, Kleine Wanderungen durch Teutschland in Briefen an den Doktor K*, in: Teutscher Merkur, Dezember 1784, S.193-215; Januar 1785, S.41-55; März 1785, S. 251-267; April 1785, S.54-76; Mai 1785, S.121-142; Juni 1785, S.250-282; Juli 1785, S.30-55), die einerseits als Gegenfolie zu lesen sind, während sie sich andererseits in der Wahrnehmung der städtischen Lebenswelten von Potsdam und Berlin sehr gut ergänzen. Darüber hinaus empfiehlt sich die Lektüre von Engelhard Weigl, Schauplätze der deutschen Aufklärung: Ein Städterundgang, Reinbek bei Hamburg 1997, die die Aufklärung im Deutschland des 18. Jahrhunderts in ihrer regionalen und städtischen Spezifik untersucht.

Die Veranstalter übernehmen die Tagungskosten sowie die Kosten für Anreise und Unterkunft in Potsdam. Interessenten senden bitte bis zum 30. April 2000 einen kurzen Lebenslauf, eine Übersicht über ihre akademische Laufbahn und die Referenz eines akademischen Lehrers an obige Kontaktadresse (Text nach den Angaben im Internet: http:// www.uni-potsdam.de/u/fea/).

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5th International Conference on Urban History

European Cities

Networks and Crossroads

Berlin, 31. August bis 2. September 2000

Kontaktadresse: Technische Universität Berlin

Wissenstransfer (WTB 31)

EAHU 2000

Steinplatz 1

D-10623 Berlin

Tel. + 30 - 31 42 14 57 – Fax+ 30 - 31 42 40 98

Email: kongresse@wtb.tu-berlin.de

Internet: http://eauh2000.tu-berlin.de/index.html

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Ausstellung

Von Memling bis Rubens

Stuttgart, bis 3. September 2000

Kontaktadresse: Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 30-32

Postfach 104342

D-70038 Stuttgart

Tel. + 07 11 - 2 12-40 50 oder -40 28 – Fax + 07 11 - 2 12-40 68

Email: staatsgalerie-stuttgart@t-online.de

Internet: http://staatsgalerie.de

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Konferenz

Court Festivals of the European Renaissance and After

Politics and Performance

Castelvecchio Pascoli, Lucca/Toskana, 16. bis 21. September 2000

Kontaktadressen: European Science Foundation (ESF)

1, quai Lezay-Marnésia

F-67080 Strasbourg Cedex

Tel. + 388 76 71 35 – Fax + 388 38 69 87

Email: euresco@esf.org

Internet: http//:www.esf.org/euresco

Renaissance Journal

Centre for the Study of the Renaissance

University of Warwick

GB-Coventry CV4 7AL, England

Renaissance Festivals have become over recent years an area of considerable academic interest. Festivals invite attention as significant political occasions, deriving meaning from, and conferring meaning on, the events they celebrate: dynastic marriages, entries to major cities, and royal and ducal births, christenings and funerals. They are also significant events in the history of culture, promoting and reflecting the development of art forms including music, the visual arts, and theatre performance. All of these aspects will be considered by a conference which, like the Renaissance Festival itself, will be pan-European in scope, examining and interpreting festivals in central and Eastern Europe, the Netherlands, France, Italy, Germany, and Scandinavia.

The conference will take place in a fully-equipped international conference centre set in one of the most beautiful parts of Tuscany. In addition to hearing a wide array of papers by senior scholars, conference members will have opportunities to explore the region, including taking part in a half-day excursion to Lucca. ‘I1 Ciocco’ is conveniently located approximately 60 km from Pisa airport and railway station. Conference shuttle buses will be in operation to convey members to and from Pisa on opening and closing days.

Vorläufiges Programm:

Sonntag, 17. September

Watanabe O’Kelly, H. (Oxford), From Event to Print: European Festival Books of the Renaissance; Rahn, T. (Halle), The Festival as Utopia: Festival Books on the Occasion of the Wedding of Wilhelm V, Duke of Bavaria, and Renée, Duchess of Lorraine, in Munich (1568); Mamone, S. (Florenz), Politics and the Preparation for Festival; Wade, M. (University of Urbana-Champaign), Politics and Performance: Saxon-Danish Court Festivals, 1548-1709; Ellenius, A. (Uppsala), The Way to Eternity: Court Funerals in Eighteenth-Century Sweden.

Montag, 18. September

McGowan, M. (University of Sussex), The Renaissance Triumph and its Classical Inheritance; Mitchell, B. (University of Missouri-Columbia), Extratemporal Dignity: the Psychology of Allusions to Ancient History in Sixteenth-Century Entries; Schnitzer, C. (Dresden), Kostumfigurine und Festpraxis am Beispiel des Dresdner Hofes; Bues, A. (Warschau), The Political Use of Festival in an Electoral Monarchy: Poland-Lithuania, 16th-18th Centuries; Petneki, A. (Miskolc), Polish and Hungarian Funerals.

Dienstag, 19. September

Fenlon, I. (Cambridge), Music, Performance and Public; Fabris, D. (Bari), Feste musicali di una capitale senza corte: Napoli spagnola da Carlo V (1536) a Filippo V (1702); Carreras, J.-J. (Saragossa) [Thema steht noch nicht fest]; Guidobaldi, N. (Tours) [Thema steht noch nicht fest]; Savage, R. (Edinburgh), A Check-List for Philostrate: Problems of Staging a Courtly Show.

Mittwoch, 20. September

Schimmelpfennig, B. (Augsburg), The Two Coronations of Charles V at Bologna, 1530; Knecht, R. (Birmingham), The Journey of Charles V through France, 1539-40; Chatenet, M. (Paris), Henri III et le ceremonial de France; Le Roux, N. (Paris), Les politiques de la fête à la cour des derniers Valois; Grell, C. (Versailles), Le financement et l'organisation matérielle des fêtes de Louis XIV.

Donnerstag, 21. September

Christout, M.-F. (Paris), Seventeenth Century French Ballet; Bums, H. (Vicenza), Palladio and Henri III's Visit to Venice; Davidson, P. (Warwick), The Grisaille Arch for the Wedding of Federico della Rovere and Claudia de Medici.

Siehe auch unten S. *

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1. Interdisziplinäre Sommerakademie des Mediävistenverbandes e.V.

Bildung im Mittelalter

Organisation – Inhalte – Funktion

Düsseldorf, 18. bis 22. September 2000

Kontaktadressen: Präsident des Mediävistenverbandes e.V.

Prof. Dr. Wilhelm G. Busse

Anglistisches Institut

Heinrich-Heine-Universität

Universitätsstr. 1/23.21

D-40225 Düsseldorf

Tel. + 02 11 - 81-1 29 61 – Fax + 02 11 - 81-1 17 28

Email: busse@phil-fak.uni-duesseldorf.de

Zum Programm:

Kloster oder Stadtschule? Stätten der Bildung.

Lernen oder Singen? Weg zum Wissenserwerb.

Inhalte oder Methode? Ziele des Unterrichts.

Text oder Bild? Medien des Lehrens.

Verstehen oder Memorieren? Strategien des Lernens.

Tradition oder Innovation? Reformen des Wissens.

Ziel oder Ausweg? Motive zum Studium.

Doktor oder Vagant? Gruppen von Gebildeten.

Bildungswissen oder Handlungsanweisung? Funktionen der Gelehrsamkeit.

Summa: Der gesellschaftliche Ort der Bildung.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Teilnehmen könen Studierende im Hauptstudium, die einen mittelalterlichen Schwerpunkt in einem ihrer Studienfächer haben. Die Teilnahmegebühr beträgt 195,– DM und deckt die Kosten für Verpflegung und Unterbringung sowie das Kursmaterial ab. Anmeldeschluß ist der 15. Juni 2000.

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Internationales Kolloquium

Die Länder der böhmischen Krone und ihre Nachbarn zur Zeit der Jagiellonenkönige (1471-1526)

Kunst – Kultur – Geschichte

Kuttenberg/Kutná hora, 21.-24. September 2000

Kontaktadresse: Dr. Evelin Wetter

Geisteswissenschaftliches Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. (GWZO)

Luppenstr. 1 B

D-04177 Leipzig

Tel. + 03 41 - 97 35-565

Email: wetter@rz.uni-leipzig.de

Durchführung durch das GWZO-Projekt "Bedeutung der Jagiellonen für die Kunst und Kultur Mitteleuropas (ca. 1450-1550)" unter Leitung von Prof. Dr. Robert Suckale, dem Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik (Doz. Dr. Jirí Kuthan), dem Institut für Kunstgeschichte der Karlsuniversität Prag (Prof. Dr. Jaromír Homolka) und dem Center of Medieval Art Prag (Dr. Jirí Fajt).

Call for papers

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts "Die Bedeutung der Jagiellonen für Kunst und Kultur Mitteleuropas (ca. 1450-1550)", das seit Januar 2000 am GWZO Leipzig seine Arbeit aufgenommen hat. Die zur Vorbereitung dieses Projekts im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg durchgeführte Tagung (29.1.-1.2.1999) hatte zum Ziel, die in den einzelnen Ländern lange getrennt verlaufenden Forschungen zusammenzuführen und ein Diskussionsforum zu schaffen, das auch auf der Ebene der wissenschaftlichen Auseinandersetzung der Internationalität dieser Epoche Rechnung trägt. Das Kuttenberger Kolloquium fokussiert Kunst, Kultur und Geschichte der Länder der böhmischen Krone (Böhmen, Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz) unter den Jagiellonenkönigen (1471-1526). Unter Einbeziehung der Nachbarländer und jener Territorien, mit denen dynastische Verbindungen eingegangen wurden, sollen vor allem die vielfältigen Verflechtungen und der künstlerische Austausch zwischen den verschiedenen kulturellen Zentren und Regionen dargestellt werden (Polen, Sachsen, Brandenburg, Franken, Ober- und Niederbayern, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien u. a.). Fachübergreifende Vorträge sind herzlich willkommen.

Vortragssprachen sind Englisch, Französisch und Deutsch. Die Referate sollen publiziert werden. Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen.

Anmeldungen mit Referatsvorschlägen waren erbeten bis Ende März, eine Zusammenfassung der Vorträge (1 Seite) bis Ende Mai 2000.

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7. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Erziehung und Bildung bei Hofe

Celle, 23. bis 27. September 2000

veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem

Stadtarchiv Celle und dem Deutschen Historischen Institut Paris

Kontaktadresse: Residenzen-Kommission

Akademie der Wissenschaften in Göttingen – Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel

Tel./Fax/AB + 04 31 - 8 80-14 84

Email: resikom@email.uni-kiel.de

Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

Das Programm siehe oben S. *-11.

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43. Deutscher Historikertag

Eine Welt – Eine Geschichte?

Aachen, 26. bis 29. September 2000

Kontaktadresse: Organisationsbüro Historikertag 2000 RWTH Aachen

Templergraben 86

D-52056 Aachen

Tel.: + 02 41 - 80-99-0 63 – Fax: + 02 41 - 80-99-5 01

Email: historikertag2000@rwth-aachen.de

Internet: http://www.historikertag2000.rwth-aachen.de

Vom 26.-29. September 2000 findet in Aachen der 43. Deutsche Historikertag statt, zu dem etwa 3000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet werden. Veranstalter ist der Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands. Mit der Ausrichtung ist für das Historische Institut der RWTH Aachen Prof. Dr. Max Kerner betraut worden. Die Durchführung vor Ort übernimmt das eigens zu diesem Anlaß eingerichtete Organisationsbüro Historikertag 2000 am Templergraben. Die Tagung der deutschen Geschichtswissenschaftler, die auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich ist, steht diesmal unter dem Generalthema: Eine Welt - Eine Geschichte? In über 50 Fachsektionen, die thematisch von der Antike bis in die Moderne reichen, soll diese Fragestellung eingehend behandelt werden. Die Einheit der Welt werde auf verschiedenen Ebenen, in verschiedenen Wissenschaften diskutiert, die eine Geschichte sei seit langem strittig, werde andererseits heftig verteidigt, so der Vorsitzende des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands, Prof. Dr. Johannes Fried von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Daran knüpft er die Frage, ob die Einheit der Geschichte nur noch eine regulative Idee darstelle, während wir uns längst in partikularen Geschichten über Kontinente und Zeiträume hinweg bewegen. Auf diese und ähnliche Fragestellungen werden auch die geplanten Festvorträge Antworten zu geben versuchen. Mit Spannung wird vor allem der Besuch der amerikanischen Historikerin Natalie Davis erwartet. Die in den Fest- und Sektionsvorträgen behandelten Themen werden durch verschiedene Ausstellungen insbesondere zur Bedeutung Aachens und des Rhein-Maas-Gebietes in Geschichte und Gegenwart ergänzt. Darüber hinaus bereichern zahlreiche Exkursionen das Programm, welche die Teilnehmer u.a. auch an historisch bedeutsame Stätten in Belgien und den Niederlanden führen und damit die euregionale Bedeutung des Tagungsortes unterstreichen. Die Stadt Aachen erschien dem Historikerverband in besonderer Weise geeignet, die größte Versammlung der deutschen Historiker gerade im Jahr 2000 willkommen zu heißen. Dies zum einen aufgrund der zahlreichen Jubiläen, die in diesem Jahr in der Kaiserstadt begangen werden. Hier sind etwa der 1200. Jahrestag der Kaiserkrönung Karls des Großen in Rom und der baulichen Fertigstellung der Aachener Marienkirche zu nennen wie auch die 1000. Wiederkehr der Öffnung des Karlsgrabes durch Otto III. Zum anderen haben aber wohl auch die zentrale geographische Lage in Europa und der Gedanke der europäischen Integration für die Kaiserstadt gesprochen. "Aachen, die Stadt der Karolinger, die auch hier an Traditionen des Römischen Reiches anknüpfen, steht für die Integration Europas im Namen einer lebendigen, produktiven Kultur des Abendlandes", begründete Prof. Dr. Fried die Wahl des Tagungsortes und schloß mit den Worten: "Ich erwarte einen ungemein spannenden Aachener Historikertag" (Text: http://www.historikertag2000.rwth-aachen.de).

Sektion des Deutschen Historischen Instituts Paris auf dem Historikertag zu Aachen am 28. September 2000 unter dem Titel

Der berühmteste Hof Europas

Das Machtzentrum des burgundischen Staates im 15. Jahrhundert

Programm:

  1. Paravicini, W. (Paris), Reiche Quellen, viele Fragen, wenig Antworten: Der Stand der Forschungen zum Hof der Herzöge von Burgund.
  2. Kruse, H. (Kiel), Der burgundische Hof als soziales Netz.
  3. Brand, H. (Paris), Gagen, Geschenke und Venalität. Bemerkungen zur Bezahlung und Bestallung der Amtsträger der Hofhaltung Philipps des Guten von Burgund und seiner Verwandten.
  4. Damen, M. (Amsterdam), Linking court and countries. The governors or ‚stadhouders‘ of Holland and Zeeland in the fifteenth century.
  5. Dumolyn, J. (Gent), La cour bourguignonne: le centre névralgique des réseaux politiques flamands?
  6. Greve, A. (Paris), Burgund: Wirklich der berühmteste Hof Europas?

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Ausstellung

Die Künste am Hofe Karls des Großen

artes liberales et artes mechanicae

Aachen, Reiff-Museum der RWTH Aachen, 26. September bis 15. Oktober 2000

Kontaktadressen: Reiff-Museum der RWTH Aachen

Schinkelstr. 1

D-52062 Aachen

Lehr- und Forschungsgebiet Stadtbaugeschichte

Schinkelstr. 1

52062 Aachen

Tel. 0241-806666

Email: pohle@stadtbaug.rwth-aachen.de

Vom 26. September bis zum 15. Oktober 2000 präsentiert der Arbeitskreis "Karolingisches Aachen" der RWTH Aachen im Auftrag des Rektorates Ergebnisse seiner Forschungen. In einer umfangreichen Tafelausstellung werden Alltagsleben Geisteswelt, wissenschaftliches und künstlerisch-handwerkliches Können orientiert am System der Freien und Mechanischen Künste dargestellt. Mit der Ausstellung sollen das Zusammenwirken von Wissenschaft und Handwerk im Karolinger-Reich illustriert und noch ungelöste Fragestellungen angesprochen werden. Die Freien Künste gliedern sich in die Disziplinen des Triviums (Grammatik, Rhetorik, Logik) und des Quadriviums (Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie). Sie gewannen nach einer Zeit des Niedergangs in den Wirren der Völkerwanderung unter Karl dem Großen neue Bedeutung und stehen für den wissenschaftlichen Fortschritt der "Karolingischen Renaissance". Zu den Mechanischen Künsten zählen die ursprünglich für den alltäglichen Lebensunterhalt notwendigen Handwerke, aber auch der Bereich der bildenden Kunst. Arbeiten in Stein, Holz und Metall, Malerei, Weberei und die praktische Musikpflege werden dabei ebenso angesprochen wie der landwirtschaftliche Bereich, Architektur und Buchproduktion sowie zahlreiche weitere Handwerke. Die Handwerkskammer Aachen konnte als Partner gewonnen werden, um nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch dessen praktische Anwendung zu vermitteln (Text: http://www.rwth-aachen.de/historikertag2000).

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Workshop

Stadt als Medium - Adelige Bestattung in Wien in der Frühen Neuzeit

SFB 485 "Norm und Symbol. Die kulturelle Dimension

sozialer und politischer Integration"

Universität Konstanz, 27. bis 28. Oktober 2000

Kontaktadressen: Prof. Dr. Rudolf Schlögl, Mark Hengerer, M.A.

Fach D5, Fachbereich Geschichte und Soziologie

Universität Konstanz

D-78457 Konstanz

Tel. +7531-88-2488/88-4258, Fax. +7531-88-3264

Email: mark.hengerer@uni-konstanz.de

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Conference

Ways of Knowing

Frühe Neuzeit Interndisziplinär (FNI)

Durham/North Carolina, 19. bis 22. April 2001

Kontaktadressen: [Kunstgeschichte]

Larry Silver

University of Pennsylvania

Department of the History of Art

Jaffe Building, 3405 Woodland Walk

USA-Philadelphia PA 19104-6208

Email: lasilver@sas.penn.edu

Alison Stewart

University of Nebraska

Department of Art and History

Nell Cochrane Woods Hall

USA-Lincoln NE 68588-0114

Email: astewart@unl.edu

[Geschichte]

David M. Lübke

Department of History

1288 University of Oregon

USA-Eugene OR 97403-1288

Email: dluebke@darkwing.uoregon.edu

Suzanne Pohl

Cornell University

Department of History

450 McGraw Hall

USA-Ithaka NY 14853-4601

Email: sp108@cornell.edu

 

Call for papers

The third triennial conference of Frühe Neuzeit Interdisziplinär will take place on the campus of Duke University in Durham, North Carolina, April 19-22, 2001. FNI is a conference group that supports and promotes interdisciplinary research on the culture, politics, and society of German-speaking Central Europe during the early modern period (roughly 1400-1750). The organization brings together scholars from all areas of the arts and sciences in an effort to promote innovative scholarship and imaginative teaching about German society and culture in this era, as well as to overcome boundaries between the various disciplines and methodologies in an effort to broaden our understanding of the early modern world. The general theme of the 2001 conference will be "Ways of Knowing": In many disciplines, scholars wonder whether historical reality is easily grasped beyond a document, a literary text or an image. As a result many scholars no longer take sources, images and texts at face value, but look to understand the cultural values that helped shape their creation. The conference invites explorations of how people in the past perceived, understood, and created their own worlds and how modern scholars in turn create knowledge about these early modern worlds. The conference will include sessions and workshops from history, music, art history, religion, literature, and the history of science, medicine, and technology.

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Tagung

Die Frau im Bildnis 1600 bis 1750

Barocke Repraesentationskultur im höfischen Kontext

Kassel, 11. bis 13. Mai 2001

Kontaktadressen: Gabriele Hueske, M.A.

Fachgebiet Kunstwissenschaft an der Kunsthochschule Kassel

Menzelstr. 13-15

D-34109 Kassel

Fax + 05 61 - 8 04-54 46

Email: ghueske@uni-kassel.de

 

Call for papers

Für die obengenannte interdisziplinäre und internationale Tagung der AG "Frauen, Kunst und Kultur im 17. und 18. Jahrhundert" (Ulmer Verein – Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften e.V.; Kontakt Dr. Cordula Bischoff, Dresden) in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Kunstwissenschaft der Kunsthochschule Kassel bitten wir um Exposés für einen halbstündigen Vortrag zu folgenden Themenschwerpunkten:

- Typen des Repräsentationsbildnisses

- Geschlechtsspezifische Ikonographie

- das Bildnis in verschiedenen Medien und Funktionszusammenhängen

- das Bildnis als Objekt

- Frauen als Auftraggeberinnen und Urheberinnen

- Selbstinszenierungen von Frauen in Autobiographik, Musik und Literatur.

Angesprochen sind Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Fachgebiete Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Theologie, Geschichte und Musikwissenschaften.

Themenvorschläge mit Exposés richten Sie bitte schriftlich bis zum 1. Juni 2000 an obige Adresse, ebenso Fragen zum Programm und zu den Themenschwerpunkten.

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Tagung der Deutschen Sektion der International Courtly Literature Society

Höfische Literatur und Klerikerkultur

Wissen, Bildung und Gesellschaft

Tübingen, 28. Juli bis 3. August 2001

Kontaktadresse: Prof. Dr. Christoph Huber

Universität Tübingen – Deutsches Seminar

Wilhelmstr. 50

D-72074 Tübingen

Email: ndminfo@uni-tuebingen.de

Die Tagung beschäftigt sich mit der Prägung der mittelalterlichen europäischen Höfe durch die Gelehrtenkultur. Folgende Fragestellungen und methodische Annäherungen sind möglich: Was sind Kleriker? Was verstand man unter Bildung? Wie wurde Wissen vermittelt? Welche gesellschaftliche Funktion hatten Bildung und Wissenschaft? Welches Verhältnis bestand zwischen Intellektuellen und politischer Macht? Welche Rolle spielten dabei Frauen? – Wie überlagern sich geistliche und weltliche Interessen? Wie läßt sich von Schichtung und Überlagerung verschiedener Teilkulturen in höfischen Texten sprechen? Wie treffen sie sich in der Arbeit bestimmter Autoren und in ihren Werken? Wie läßt sich Verweltlichung, Säkularisierung geistlicher Traditionen beschreiben? Wie wirken weltliche Diskurse in geistliche Redeweisen ein? – Welche Metamorphosen erfahren antike Literaturtraditionen? Mit welchen anderen kulturellen Strömungen treffen sie zusammen? Welche Bilder der Antike entwickelt das Mittelalter? In welchen Stoffen und Motiven lebt sie fort? Wie verhalten sich traditionelle Strukturen zu jeweiligen Aktualisierungen, zur politischen Instrumentalisierung durch den Adel? – Wie organisiert die Klerikerkultur die Bestände des mittelalterlichen Wissens? Wie beeinflussen sich mittelalterliche und schöne Literatur wechselseitig? Wie bedingt die klerikale Kulturtradition bestimmte höfische Literaturgattungen? Wie befördert sie das Selbstverständnis und die Theorie von Literatur? Wo lassen sich Epochenzäsuren erkennen?

Themenvorschläge für 20-minütige Vorträge können mit einem einseitigen Abstract bis Herbst 2000 an obige Adresse gerichtet werden.

 

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Ausstellung

Welt – Macht – Geist

Das Haus Habsburg und die Oberlausitz 1526-1635

Zittau, April bis Oktober 2002

Konferenz

Geschichte und Kultur der Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa

Zittau, Herbst 2002

Kontaktadressen: Dr. Volker Dudeck

Städtische Museen Zittau

Klosterstrasse 3

D-02763 Zittau

Tel./Fax + 0 35 83 - 51 02 70

Dr. Joachim Bahlcke

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas

Luppenstrasse 1-B

D-04177 Leipzig

Tel. + 03 41 - 97 35-5 60 – Fax + 03 41 - 97 35-5 69

Email: bahlcke@rz.uni-leipzig.de oder joachim.bahlcke@bahlcke.de

Der Beginn der habsburgischen Herrschaft über die Oberlausitz jährt sich 2001/2002 zum 475. Male. Diesem Jubiläum ist das Ausstellungsprojekt "Welt - Macht - Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz 1526-1635" gewidmet. In Spätmittelalter und Früher Neuzeit bildete die Oberlausitz ein wichtiges Verbindungsglied zwischen den mitteldeutschen Ländern auf der einen, Polen, Schlesien, Böhmen und Österreich auf der anderen Seite. Im Jahre 1526 wurde das Sechsstädteland Teil eines mächtigen übernationalen Staatsgebildes, dessen Einzelterritorien, die zunächst nur an der dynastischen Spitze durch den Landesherrn aus dem Haus Habsburg verklammert waren, mehr und mehr ein eigenes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelten. Diese monarchische Union von Ständestaaten erstreckte sich von den beiden Lausitzen im Nordwesten bis nach Ungarn und Kroatien im Südosten. Eine Ausstellung über die Geschichte und Kultur der Oberlausitz, eines wirtschaftlich reichen und dementsprechend politisch selbstbewußten Territoriums, während der mehr als ein Jahrhundert währenden Habsburgerherrschaft ist geradezu prädestiniert, die historische Identität des mitteleuropäischen Raumes anschaulich zu machen.

Die Exposition soll dazu beitragen, die historischen Gemeinsamkeiten der Oberlausitz mit Böhmen, aber auch mit Schlesien, Mähren, Österreich und Ungarn erneut bewußt zu machen. Der Titel "Welt - Macht - Geist" steht vor allem für drei Grundlinien: Erstens geht es darum, die großen europapolitischen Veränderungen zwischen 1526 und 1635 deutlich zu machen und ihrem Echo in der Oberlausitz nachzuspüren. Zweitens sollen die machtpolitischen Veränderungen, insbesondere der Aufstieg des Hauses Habsburg zu einer europäischen Großmacht, dargestellt und ihre Auswirkungen auf die Oberlausitz verdeutlicht werden - auch im Vergleich zu anderen Ländern der Böhmischen Krone. Und drittens wird das Ziel verfolgt, Einflüsse der großen Umbrüche im Geistesleben, in Wissenschaft, Technik und Kunst jener Zeit in der Oberlausitz aufzuzeigen. Ausstellungsort wird das Kulturhistorische Museum im Franziskanerkloster in Zittau sein. Als Zeitraum sind die Monate April bis Oktober 2002 vorgesehen.

Das von den Städtischen Museen Zittau initiierte Ausstellungsprojekt wird das Wissen um die alte und neue Mitte Europas nicht nur im allgemeinen Bewußtsein stärker als bisher präsent machen; es wird auch der Wissenschaft neue, fruchtbare Impulse bringen. Deutsche und österreichische Historiker haben erst begonnen, zusammen mit ihren tschechischen und polnischen Kollegen die gemeinsame Vergangenheit zu erarbeiten. Die Zeiten sind vorbei, in denen mit dem Argument der Geschichte Machtpolitik betrieben und um die Erinnerungshoheit gestritten wurde, in denen historische Werke Besitzansprüche anmeldeten oder zumindest den Anteil des jeweils eigenen Volkes in einem von mehreren Völkern besiedelten und geprägten Raum über Gebühr in den Vordergrund rückten. Das Interesse an dieser Spurensuche ist, dies zeigen gerade in der Oberlausitz zahlreiche grenzüberschreitende Einzelinitiativen und wissenschaftliche Veranstaltungen während der vergangenen Jahre, bei der einheimischen Bevölkerung ebenso wie den östlichen Nachbarn beachtlich.

Call for papers

Die in Kooperation mit zahlreichen in- und ausländischen Wissenschaftlern konzipierte Ausstellung in Zittau wird daher zum Anlaß genommen, um im Herbst 2002 eine internationale Fachtagung über "Geschichte und Kultur der Oberlausitz im frühneuzeitlichen Mitteleuropa" abzuhalten. Die Tagung wird, anläßlich des tausendjährigen Stadtjubiläums von Bautzen, in der historischen Hauptstadt der Oberlausitz stattfinden. Ausstellung wie Konferenz steht ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite, dem führende Historiker und Kunsthistoriker, Sprach- und Literaturwissenschaftler aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und England angehören (Rainer Aurig, Joachim Bahlcke, Karlheinz Blaschke, Robert J. W. Evans, Jan Harasimowicz, Alfred Kohler, Jaroslav Pánek, Manfred Rudersdorf, Walter Schmitz, Dietrich Scholze, Ludger Udolph). Unter den zahlreichen Kooperationspartnern seien hier nur das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas Leipzig, der Historicky ustav CAV in Prag, die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz, das Sorbische Institut Bautzen, das Steiermärkische Landesmuseum Joanneum und die Universitäten Leipzig, Oxford, Wien und Breslau genannt.

Interessenten für eine Mitarbeit an der Fachtagung wenden sich bitte mit einem kurzen Exposé mit thematischen Vorüberlegungen und Arbeitstitel des Vortrags an die oben angegebene Kontaktadresse.

Leipzig, im Januar 2000

Joachim Bahlcke

Buchvorstellungen

 

Baudisch, Susanne: Lokaler Adel in Nordwestsachsen. Siedlungs- und Herrschafts-strukturen vom späten 11. bis zum 14. Jahrhundert, Köln, Weimar, Wien 1999 (Geschichte und Politik in Sachsen, 10) [Böhlau, 376 S., geb., 4 Abb., 4 Tab., 1 Faltkarte in Rückentasche, 88,– DM].

Susanne Baudisch hat mit dieser Arbeit einen grundlegenden Beitrag zur Siedlungsgeschichte und politischen Landesgeschichte des Mittelalters vorgelegt, die auf einer im Wintersemester 1994/95 von der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität zu Dresden angenommenen Dissertation beruht, welche – bereits 1987 begonnen – für den Druck nur leicht überarbeitet worden ist, aber Literatur bis zur Drucklegung berücksichtigt. Der Band ist in vier Kapitel gegliedert, wobei das erste in drei Schritten in das Thema einführt (S. 15-65), das letzte einer "Schlußbetrachtung" gewidmet ist (S. 247-272). Die beiden Hauptkapitel behandeln zunächst im Überblick den "Weiße Elster-Mulde-Raum zur Zeit der frühen Territorienbildung Wiprechts von Groitzsch" vom späten 11. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts (S. 67-91), konzentrieren sich dann, das vorangegangene Kapitel bis etwa zur Mitte des 14. Jahrhunderts weiterführend, in Form von "Kleinraumbetrachtungen unter den Bedingungen der Landesherrschaft" (S. 93-246) auf die einzelnen historisch-geographischen Regionen. Das Ende des Untersuchungszeitraumes ist für die Autorin markiert durch den Übergang vom Urkunden- zum Aktenzeitalter. Einem Katalog mit zwei jeweils alphabetisch nach Orten sortierten Verzeichnissen zu den Burgen und Herrensitzen des lokalen Adels und den dann bei den Orten in chronologischer Reihenfolge notierten adligen Namensträgern (S. 273-326) folgen ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 327-358) und ein Register (S. 361-376). Die beigegebene Karte gibt ein differenziertes Bild des ersten Katalogteiles vor dem Hintergrund der land(wirt)schaftlichen Nutzung.

Betrachtet wird ein heterogener Personenkreis innerhalb des Adels, der von Baudisch als "lokaler Adel" bezeichnet wird. Die Autorin definiert diesen lokalen Adel nach Ortsbezug und Wirkungsbereich und identifiziert ihn auf der Grundlage der mit archäologischen, historisch-topographischen, namen- und siedlungskundlichen Quellen abgeglichenen schriftlichen Überlieferung adliger Personen mit einem Beinamen, der die Lokalisierung eines Herkunftsortes erlaubt, sei es eine Burg, ein wie auch immer gearteter (Herren)Sitz oder eine Siedlung im Raum zwischen der Weißen Elster und der Pleiße von Leipzig bis Groitzsch und Pegau im Westen und der Mulde von Wurzen bis Leisnig und Rochlitz im Osten. Die archivalische Überlieferung besteht in der Hauptsache aus Urkunden"material" der Zeit von 1100-1350, was freilich auch dazu führt, daß dem administrativen Aspekt ein durchaus zu diskutierender Vorrang eingeräumt wird. Präzise terminologische (S. 19-21), theoretische und methodische Ausführungen (S. 22-51) begründen allerdings die Vorgehensweise, ergänzt durch Angaben über den "Adel und seine Sitze im Siedlungs- und Herrschaftsgefüge" (S. 52-62). Darüberhinaus informiert bereits einleitend ein dreiseitiger Abschnitt im Überblick über den historischen Werdegang des untersuchten Gebietes (S. 63-65). Ziel der Arbeit bildet neben der Erfassung des relevanten Personenbestandes und dessen Bedeutung für raumgestaltende Prozesse des Mittelalters wie der Herrschafts- und Territorienbildung letztlich "ein nach markanten Zeitabschnitten und sich verändernden historischen Kleinräumen differenziertes Bild der Entwicklung des Adels in einer slawisch-deutschen Kontaktzone" (S. 15).

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt schon allein quantitativ auf dem zweiten Hauptkapitel. Baudisch behandelt das Leipziger Land (S. 93-124), das Wurzener Land (S. 125-146), den Muldenraum um Grimma und Döben bis Mutzschen (S. 147-173), das Reichsland um Leisnig und Colditz (174-208) und den Übergangsbereich zum Pleißenland (S. 209-246), unterschieden in das Gebiet Groitzsch-Rochlitz unter den Wettinern von Dedo V. bis zu Markgraf Dietrich von Meißen (S. 211-231) und den Raum Groitzsch-Borna-Rochlitz seit der Zeit des Markgrafen Heinrich von Meißen (S. 231-246). Deutlich gezeichnet erscheint im Rahmen der nach dem Ende der Herrschaft Wiprechts von Groitzsch in diesen Räumen konkurrierenden Machtinteressen des Reiches, der wettinischen Landesherrschaft und anderer adliger Herrschaftsbestrebungen – 191 Burgen und Herrensitze konnten von der Autorin ermittelt werden – das jeweilige Verhältnis von Burg und Adel mit Blick auf Landesausbau, Kolonisation, Herrschafts- und Territorialbildung.

Die Autorin ging aus von dem kausalen Zusammenhang adliger Namensträger zu ihren namengebenden Orten und konnte 140 namengebende Orte – "Herrensitze" – im untersuchten Gebiet ermitteln. Diese Herrensitze werden klassifiziert in befestigte und fraglich befestigte Herrensitze, in Herrensitze ohne Befestigungsnachweis und solche ohne Lokalisierungsmöglichkeit. Hinzu kommen 51 mittelalterliche Wehranlagen ohne den Nachweis adliger Namensträger. Ein wesentliches Ergebnis der Arbeit liegt in der Feststellung zweier Phasen, deren Übergang Mitte des 13. Jahrhunderts anzusiedeln ist. Die erste im späten 11. Jahrhundert beginnende Phase ist durch eine in der Regel klar erkennbare Beziehung der adligen Namensträger zu den namengebenden Orten gekennzeichnet. Bezogen auf den Gesamtüberlieferungsbestand des Untersuchungszeitraumes bilden ein Viertel der Urkunden und ein Drittel der Einzelbelege die diesen Befund untermauernde Überlieferung. 55 Prozent der von Baudisch erfaßten namengebenden Orte Adliger werden in dieser Zeit erstmals erwähnt. Die zweite Phase ist durch Namensverfestigungen charakterisiert. Feste Familien- und Geschlechternamen beginnen sich zu bilden und es kann kein eindeutiger Zusammenhang mehr zwischen Ort und Namensgebung festgestellt werden. Baudisch hat damit zu Recht den Schwerpunkt auf die Untersuchung der ersten Phase gelegt und die Analyse des folgenden Zeitabschnitts nur noch zur Abrundung des Gesamtbildes genutzt.

Ein weiteres, von der Autorin herausgestrichenes Ergebnis ist die der Zielformulierung entsprechende Darstellung der Entwicklung des Adels. Der erfaßte Personenkreis im 12. Jahrhundert war zunächst von einem den Altsiedelgebieten entstammenden Adel dominiert, dessen Vertreter nach ständischen Kriterien als nobiles definiert werden können. Namengebende Orte haben aber nach Feststellung der Autorin auffälliger Weise nicht im Bereich früher Territorienbildung gelegen. Zudem haben sich nur wenige Familien langfristig an namengebenden Orten behaupten können und nur wenigen, nämlich den Burggrafen von Altenburg, Leisnig und Dohna, ist ein Aufstieg in die Reihen der Territorialherren geglückt. Ministeriales imperii treten nach der Mitte des 12. Jahrhunderts auf, sind aber nach 1250 nicht mehr im Untersuchungsgebiet zu ermitteln gewesen, nordwestsächsische ministeriales des Hochadels hingegen erscheinen seit den achtziger Jahren des 12. Jahrhunderts. Nach der Mitte des 13. Jahrhunderts bilden schließlich die Dienstmannen der Territorial- und Landesherren den Hauptanteil des lokalen Adels. Baudisch kann soziale Umschichtungsprozesse erkennen wie die Assimilation von nobiles und ministeriales, die offensichtlich einhergehen mit einer gestiegenen Mobilität und damit einer Überwindung der kleinräumigen Bindung des lokalen Adels.

Entstanden ist ein flüssig geschriebenes, leicht und verständlich lesbares Buch. Baudisch hat sich in einem nach Raum, Zeit und sozialer Gruppe, nach Theorie und Methodik eindeutig festgelegten Rahmen bewegt und auf diese Weise Ergebnisse erzielt, die kritischer Betrachtung standhalten. Hinzuzufügen wäre einzig, daß die Autorin diesen Rahmen vor allem mit Blick auf die Rezeption von Arbeiten beispielsweise zur Theorie der zentralen Orte und der Zentralitätsforschung hier und da gern ein wenig hätte überschreiten können. Gleichwohl könnte der methodische Ansatz Untersuchung aufgrund seiner Anwendbarkeit auch auf andere Regionen Grundlage großräumiger Vergleiche sein, von denen durchaus auch die Residenzenforschung profitieren würde.

Jan Hirschbiegel

Stadt und Herrschaftsresidenz zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Internationale Tagung, Târgovişte, 29. Mai bis 2. Juni 1996, Bukarest 1997 (Historia Urbana, 5,1) [Editura Academiei Române].

Der erste Teil des fünften Bandes der rumänischen Zeitschrift "Historia Urbana" nennt als Erscheinungsjahr 1997, ist aber tatsächlich erst in diesem Jahr, 2000, veröffentlicht worden. Noch weiter zurück liegt die Tagung "Stadt und Herrschaftsresidenz zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert", die vom 29. Mai bis zum 2. Juni 1996 in TârgoviÕ te stattgefunden hatte. Acht Vorträge dieser international besetzten Tagung – die Teilnehmer kamen aus Rumänien, Italien, Ungarn, Polen, der Slowakei und Deutschland – sind nun in französischer, italienischer und deutscher Sprache publiziert worden.

Der erste Beitrag von Gheorghe I. Cantacuzino widmet sich der Stadt und ehemaligen fürstlichen Residenz TârgoviÕ te selbst. Bologna steht im Mittelpunkt der Ausführungen von Francesca Bocchi, die die dortige städtische Organisation und ihre Institutionen mit Blick auf die residenze pubbliche vom 12. bis zum 13. Jahrhundert behandelt. István Petrovics schließlich betrachtet den Zusammenhang von königlicher Residenz und Stadtentwicklung während der Regierungszeit der Anjou in Ungarn, während die Burgen des Deutschen Ordens und die Städte in Preußen das Thema des Beitrags von Janusz Tandecki sind. Ivan Chalupecky konzentriert sich auf die Städte in der Zips im Nordosten der Slowakei, kann aber das Anliegen der Tagung, über das Verhältnis von Stadt und Residenz zu berichten, nicht aufgreifen, weil es Residenzen in der Slowakei nur sehr wenige und diese dann nur zeitweise gegeben habe, damit eine mit Deutschland oder Italien vergleichbare Situation auch nicht existent gewesen sei. Zudem haben die Zipser Städte wie die Städte in der Slowakei überhaupt "mit allen Mitteln mit dem ungarischen Adel um ihre Freiheit" gekämpft. Im Zentrum der Ausführungen stehen deshalb v.a. die städtische Siedlungs- und Rechtsgeschichte dieser Region. Im Kontrast dazu kann sich Peter Johanek, Direktor des Instituts für vergleichende Stadtforschung zu Münster, reichen Materials bedienen und untersucht Residenzbildung und Stadt bei geistlichen und weltlichen Fürsten im Nordwesten Deutschlands. Zugleich bietet Johanek einleitend einen Überblick über die Residenzenforschung in Deutschland mit zahlreichen Literaturhinweisen. Woiwodinischen und fürstlichen Residenzen Moldawiens nehmen Mircea D. Matei und Vasile NeamÛ u in den Blick. Abschließend stellt Paul Niedermaier die Wechselwirkungen von Stadt und Residenz in Transsilvanien dar. Leider fehlt ein die Erkenntnisse der Tagung zusammenfassender Beitrag. Da die Vorträge von Cantacuzino, Matei/NeamÛ u und Niedermaier nicht nur geographisch am Rand des Horizonts der (west)europäischen Residenzenforschung angesiedelt sind, sollen diese exemplarisch etwas ausführlicher vorgestellt werden.

TârgoviÕ te an der JalamiÛ a war vom Anfang des 15. Jahrhunderts bis zum österreichisch-türkischen Krieg 1736 Residenz der Fürsten der Walachei. Gheorghe I. Cantacuzino vermutet, daß auch schon Johannes Schiltberger während seiner Reise zurück aus osmanischer Gefangenschaft durch TârgoviÕ te gekommen ist, wenn dieser schreibt: "Ich bin auch gewesen in der Walachei und in den zweien Hauptstädten in der Walachei ...". Die geographisch und strategisch günstige Lage inmitten der Walachei, die Bedeutung als Markt und Handelsplatz, der über BraÕ ov mit den Donauhäfen verbunden war, das fortgeschrittene Stadium wirtschaftlicher und urbaner Entwicklung mag die Entscheidung Mirceas I. d.Ä. (1386-1418) beeinflußt haben, TârgoviÕ te zum Sitz seines an der Regierung beteiligten Sohnes Michael zu wählen, was wiederum den weiteren Aufschwung der Stadt bedingte. Die Etablierung einer fürstlichen Residenz machte TârgoviÕ te zum wirtschaftlichen, administrativen und militärischen Zentrum der Walachei, das auf Händler und Künstler eine große Anziehungskraft ausübte. Auch wenn sich TârgoviÕ te nach Einrichtung eines Fürstenhofes in Bukarest ab 1459 mit dieser Stadt während zweier Jahrhunderte die vorherrschende Stellung als Residenz der Walachei teilen mußte, blieb TârgoviÕ te gleichwohl bevorzugter Aufenthaltsort von Radu dem Großen (1495-1508) bis Matei Basarab (1632-1654) und war bekannt als Hauptstadt des antiottomanischen Widerstandes. Die Bedeutung TârgoviÕ tes als fürstliche Residenz wird nicht nur bestätigt durch archäologische Funde, die die Errichtung erster steinerner Gebäude bereits am Ende des 14. Jahrhunderts belegen, sondern auch durch den Bau einer Metropolitankirche, der 1520 erfolgte. Dadurch, daß der Metropolit seinen Sitz in TârgoviÕ te nahm, wurde die Stadt auch zum religiösen Zentrum des Landes. Im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts ließ Petru Cercel, der die italienischen Städte und den Hof des französischen Königs Heinrichs III. gekannt habe, einen neuen Palast und neben der bestehenden eine weitere Kirche erbauen. Eine überdachte Galerie verband Palast und Kirche, Gärten à l’italienne und Tiergehege wurden angelegt und eine Fontaine auf der Esplanade installiert. 1595 ist TârgoviÕ te von den Türken erobert worden. Obwohl nicht nur die Befestigungsanlagen der Stadt bei der Rückeroberung zerstört worden waren, gelang Matei Basarab ein wohl beeindruckender Wiederauf- und Ausbau seiner Residenz, der Besucher und Reisende zu Vergleichen mit Aleppo und Damaskus veranlaßte. Der fürstliche Palast, die Metropolitankirche, der Palast des Metropoliten, verschiedene andere Kirchen, erneuerte Befestigungsanlagen und ein Turm, genannt Chindia, hatten das Stadtbild bestimmt. Verheerende Brände und große Zerstörungen im Zuge von Auseinandersetzungen mit Türken und Tataren 1658 und 1659 leiteten dann aber den Niedergang der Stadt ein. Der österreichisch-türkische Krieg 1736-1739 schließlich setzte der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung von TârgoviÕ te ein Ende, die damit ihre Stellung an Bukarest für immer verlor.

Mircea D. Matei und Vasile NeamÛ u betonen in ihrem Beitrag, daß es sich bei den woiwodinischen Residenzen und den moldawischen Fürstenresidenzen um zwei unterschiedliche Phänomene handelt, die nur dann in ihrer jeweiligen Komplexität und Mannigfaltigkeit richtig erfaßt werden können, wenn die unterschiedlichen historischen Rahmenbedingungen in sowohl chronologischer als auch strukturpolitischer Hinsicht berücksichtigt werden. Beide Residenztypen müßten dabei aber zugleich als Funktion und Ausdruck dieser Bedingungen gesehen werden. So haben sich unter zunächst mongolischem und tatarischem Druck, der zu erheblichen Migrationsbewegungen führte, dann durch die aktive Präsenz der Tataren selbst, politisch instabile Strukturen etabliert, die zur Ausbildung von für das Land östlich der Karpaten typischen Mikroregionen führten, den späteren Knäs und Woiwodschaften. Kristallisationspunkte waren jedoch die Zentren wirtschaftlicher Aktivitäten, die noch vor ihrer Funktion als woiwodinische Residenzorte als Keimzellen der zahlreichen bedeutenden Städte des künftigen moldawischen Feudalstaates zu gelten haben. Residenzorte, die sich vor diesem Hintergrund entwickelten, waren anfangs von rein lokaler Bedeutung. Ihr Aufstieg begann erst mit dem Schwinden des militärischen und politischen Einflusses der Mongolen, der sich in dieser Hinsicht erst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bemerkbar durchsetzen konnte. Erst dann gelangten woiwodinische Residenzen wie BaV a und Suceava, die zudem an bedeutenderen Handelsrouten lagen, zu überregionaler Geltung. Die zweite Phase der historischen Entwicklung sei bestimmt gewesen durch die Bestrebungen Ludwigs von Anjou, dem ungarischen König, seinen Einfluß auf die östlich der Karpaten gelegenen Gebiete auszudehnen. Gleichzeitig erlebte Moldawien den Zustrom von Angehörigen unterschiedlichster Nationen, die den Urbanisierungsprozeß in dieser Region vorangetrieben haben. Dies ist der zeitliche Abschnitt, in welchem nach Matei und NeamÛ u die woiwodinischen Lokalresidenzen in fürstliche Residenzen von überregionaler Bedeutung transformiert wurden. Das herausragende Beispiel dieser Epoche sei BaV a, wo sich DragoÕ , ein Vertreter der Interessen des ungarischen Königs, niedergelassen hatte. Der letzte Nachfolger von DragoÕ , der sich in Siret eingerichtet hatte, wurde von Bogdan I., dem eigentlichen Gründer Moldawiens und erklärtem Gegner des ungarischen Königs, gefangengesetzt. Bogdan etablierte eine neue, Moldawien beherrschende Dynastie, gab BaV a auf und kürte Siret zum politischen, militärischen und administrativen Zentrum seiner Macht. Ohne im Detail der Frage nachgehen zu wollen, was dazu geführt haben mag, daß Siret zum Mittelpunkt des Fürstentums erhoben wurde, heben die beiden Autoren die Hinwendung des Nachfolgers Bogdans, LaÛ cus, zum Katholizismus hervor, der dadurch der aggressiven ungarischen Politik begegnen wollte. In Siret sollte ein Bistum errichtet werden und LaÛ cus erklärte nicht nur seine eigene Bereitschaft zur Annahme der neuen Religion, sondern auch die seiner Familie, der Boyarden und aller Einwohner Moldawiens. Damit machte der Herrscher Moldawiens seine Hauptstadt zu einer europäischen Kapitale und zu einem machtvollen katholischen Zentrum inmitten eines gleichwohl orthodox gebliebenen Staates. Pierre I. MuÕ at (1375-1392) schließlich erklärte Suceava zur neuen Hauptstadt Moldawiens, ohne daß auch hier die Gründe dafür im einzelnen deutlich wären, und erreichte, daß diese Stadt europaweit Beachtung fand, umso mehr, als unter Stefan dem Großen (1457-1504) Suceava zur Drehscheibe politischer Entscheidungen im Kampf gegen die Türken wurde. Nach verschiedenen Zerstörungen und der Unterwerfung durch die Türken verlor Suceava allerdings seinen Status. Entscheidend für die Rolle BaV as, Sirets und Suceavas als fürstliche Residenzen war aber nicht die Tatsache, daß sich die vielfältigen fürstlichen Aktivitäten ausschließlich an diesen Orten abgespielt hätten. Die Fürsten hielten sich, begleitet vom Rat, der Kanzlei und einem Großteil ihrer Entourage, ebenso in IaÕ i, Hârl| u, Vaslui oder Cotnari auf. Entscheidend war nach Ansicht der Autoren ihre Positionierung im Gefüge der historisch relevanten Ereignisse und Strukturen. IaÕ i schließlich stieg dann zur Residenz unter den Türken auf und dient Matei und NeamÛ u somit als letzter Ort der beobachteten Reihe als Beleg für ihre These.

Paul Niedermaier stellt in seinem Beitrag über das Verhältnis zwischen Stadt und Residenz in Transsilvanien trotz rechtlich vielfältiger Bedingungen Entwicklungstendenzen allgemeinerer Art fest, die in dem von ihm untersuchten Gebiet – Siebenbürgen, das Banat und das Kreischgebiet – parallel zu den Etappen der Stadtentwicklung liegen, die er wiederum in Verbindung mit der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Landwirtschaft und Handwerk sieht. Die erste Etappe bis Mitte des 14. Jahrhunderts bezeichnet Niedermaier als "Landausbauperiode". Es seien zunächst vor allem die Bischofsstädte (Wardein, Tschanad, Weißenburg), daneben auch die Niederlassungen weltlicher Pröpste (Arad, Hermannstadt) gewesen, die in dieser Phase die Stadtwerdung zentraler Orte durch Siedlungspolitik, den Aufbau von Verwaltungsstrukturen und der Etablierung städtischer Institutionen beförderten. Dies habe natürlich auch für Orte mit königlichen Sitzen gegolten wie v.a. für Temeschwar, aber auch für Lippa, Karansebesch oder Sathmar. Ob das Verhältnis zwischen Herrschaft und Siedlung störungsfrei und stets zum Vorteil der Ortschaften gewesen sei, stellt der Autor zu Recht in Frage, verweist aber auf eine diesen Punkt nur unzureichend erhellende Quellenlage. In der zweiten Etappe sei es in Folge des Entstehens handwerklicher Zentren dann zu auch von den Quellen belegten Spannungen zwischen Stadt und Residenz gekommen, hervorgerufen durch wirtschaftliche Ungleichgewichte. Dies habe insbesondere für die alten Bischofsstädte gegolten, in denen das Streben der Einwohner nach größerer Unabhängigkeit mit der Preis- und Abgabenpolitik der Stadtherren kollidierte. Demgegenüber habe die teilweise städtefreundliche Politik der Könige gestanden, die im Angesicht stets drohender türkischer Einfälle besonders die Städte im Süden – Temeschwar, Hermannstadt und Kronstadt – im Blick gehabt habe. Königlicher Förderung stand aber auch königliche Benachteiligung zur Seite, wenn es um wie auch immer begründete Begünstigungen Nahestehender zu Lasten der betroffenen Orte ging. Niedermaier belegt dies anhand zahlreicher Beispiele. Die dritte Etappe begann in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Zunehmend ließen sich privilegierte Adlige in den Städten nieder, in denen sich nicht nur die Abgabenlast der nichtadligen Einwohner erhöhte, sondern sukzessive auch die Zusammensetzung der Magistrate veränderte. Dies führte wiederum vielerorts zu einem verstärkten Streben der Stadtbewohner, in den Adelsstand erhoben zu werden, was gegen entsprechende Bezahlung relativ problemlos möglich gewesen sei. Orte wie Thorenburg, Deesch oder Straßburg wurden schließlich, wie Niedermaier schreibt, zu oppida nobilium schlechthin erklärt. Wirtschaftlich starke Städte konnten sich gegen den Zuzug von Adligen beispielsweise durch den Ankauf nachgefragter Gebäude schützen oder verboten einfach die Ansiedlung ortsfremder Adliger. Tendenziell waren es also vor allem die kleineren Städte, die in dieser Zeit ihren Charakter verloren, während der Adel sich in größeren Städten nicht durchzusetzen vermochte. Zu Residenzstädten entwickelten sich in erster Linie Karansebesch, Thorenburg, Wardein und Weißenburg.

Die drei Beiträge machen im Rahmen einer übergeordneten Betrachtung des Verhältnisses von Stadt und Residenz auf je unterschiedliche Weise deutlich, welche Faktoren überhaupt von Einfluß waren auf die Entwicklung eines Ortes zum Residenzort (individuelle Präferenzen, wirtschaftliche Gegebenheiten, militärische Notwendigkeiten oder politisch-strukturelle Bedingungen), und daß eine Residenz kaum losgelöst von dem selten spannungsfreien Verhältnis zu der Stadt, in der sie sich befand, betrachtet werden kann. Daß der Begriff selbst kaum problematisiert wurde, kann nur vordergründig als Mangel empfunden werden, denn es sind Einzelstudien wie diese, die dereinst erst in einer Gesamtschau eine definitorische Annäherung erlauben werden, nicht umgekehrt.

Jan Hirschbiegel

Slavnosti a zábavy na dvorech a v rezidenčních městech raném novověku [Festlichkeiten und Unterhaltung an den Höfen und in den Residenzstädten der frühen Neuzeit], hg. von Václav Bůźek und Pavel Král, České Budějovice 2000 (Opera historica, 8) [Edition Universitatis Bohemiae meridionalis, 612 S. mit mehreren Abb. im Text].

Das kleine, jedoch überaus arbeitsame Historische Institut der Südböhmischen Universität unter der Leitung von Václav Bůźek, über dessen frühere Aktivitäten in dieser Zeitschrift bereits des öfteren berichtet wurde, hat die Ergebnisse des im Herbst 1998 in Krumau abgehaltenen internationalen Symposiums über Festlichkeiten und Unterhaltung an den Höfen und den Residenzstädten in der frühen Neuzeit nun veröffentlicht. Der Band wird durch einige nicht vorgetragene Beiträge ergänzt. Einige der insgesamt 29 Beiträge von Fachleuten aus sechs Ländern gehen z.T. über das engere Interessengebiet der Residenzen-Kommission hinaus. In der folgenden Inhaltsübersicht wurde daher auf die Nennung der aus der Sicht der Kommission weniger relevanten Beiträge verzichtet, so zum Beispiel Artikel zu Festivitäten von Städten, Universitäten oder der Kirche – soweit diese nicht unmittelbar mit dem höfischen Leben in Zusammenhang stehen.

Da alle Beiträge, sofern nicht direkt in Weltsprachen publiziert, fremdsprachige Zusammenfassungen besitzen, wurde auf eine weitere Kommentierung, die ohnehin knapp ausfallen müßte, verzichtet.

Josef Válka, Homo festivans (S. 5-21). – Karl Vocelka, Feste in der frühen Neuzeit in der österreichischen Geschichtsschreibung (S. 21-36). – István G. Tóth, Höfische Feste in Ungarn in der frühen Neuzeit. Rekonstruktion des Leichnamsfestes des Fürsten Gabriel Bethlen anhand einer Spottschrift (S. 37-54). – Peter Michael Hahn, Höfische Festkultur in den protestantischen Reichsterritorien während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (S. 79-105). – Otto G. Schindler, "Die wälischen comedianten sein ja guet…" Die Anfänge des italienischen Theaters am Habsburger Hof (S. 107-136). – Václav Bůźek, Pijácké zábavy na dvorech renesančích velmožů (Ambras – Bechyně) (mit Zus. Dining Festivities at the Courts of Renaissance Aristocrats. Ambras – Bechyně) (S. 137-161). – Petr Maťa, Karneval v životě a myšlení raně novověké šlechty (mit Zus. Der Karneval im Leben und Denken des frühneuzeitlichen Adels) (S. 163-189). – Petr Vorel, Aristokratické svatby a stavovské diplomacie (mit Zus. Aristokratische Heiraten in Böhmen und Mähren im 16. Jahrhundert als Mittel der gesellschaftlichen Kommunikation und der ständischen Diplomatie) (S. 191-206). – Petr Daněk, Svatba, hudba a hudebníci v období vrcholné renesance. Na příkladu Jana Krakovského z Kolovrat v Innsbrucku roku 1580 (mit Zus. Wedding, Music and Musicians in the High Renaissance Period. Exemplified by the Wedding of Jan Krakovsky z Kolovrat in Innsbruck in 1580) (S. 207-264, S. 225-262 Abb.). – Joseph Patrouch, Reichstag und Hochzeit (Speyer 1570) (S. 265-280). – Veronika Sandbichler, In Nuptias Ferdinandi. Der Hochzeitskodex Erzherzog Ferdinands II. (S. 281-292). – Josef Hrdlička, Slanostní stolování na aristokratickém dvoře v raném novověku (mit Zus. Festliches Tafeln am aristokratischen Hofe in der frühen Neuzeit) (S. 293-314). – Pavel Král, Pohřebni slavnosti jako prostředek a místo komunikace raně noověké společnosti (mit Zus. Funeral Festivities as a Means and Place of Communication in the Early Modern Society) (S. 315-332). – Václav Bok, Hofkritik in der deutschen moralisierenden Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts (S. 333-344). – Jiří Mikulec, Barokní náboženká bratrstva, šlechta a slavnosti (mit Zus. Les confréries baroques, la noblesse et les fętes) (S. 345-358). – Petr Fidler, La contessa dell ária dell’acqua. Zum Zeit- und Raumbegriff einer Barockperformance (S. 359-379). – Milan Svoboda, Velkovaradénský svátek. Festivita jako oslava vítězství nad Turky (Großwardeiner Siegesfest. Festivität als eine Feier des Sieges über die Türken) (S. 381-398). – Karen Lambrecht, Die Beteiligung der Universität an höfischen Festen – Krakau, Prag und Wien im Vergleich (1450-1550) (S. 481-503).

Ivan Hlaváček, Prag*

Neuerscheinungen

 

Angst und Politik in der europäischen Geschichte, hg. von F. Bosbach, Dettelbach 2000 [Verlag Röll, 236 S., brosch., 48,– DM].

Anthropologie de la ville médiévale, hg. von M. Tymowski, Warschau 1999.

Aus dem Inhalt:

Gauvard, C.: Les hôtels princiers et le crime: Paris à la fin du Moyen Âge, S. 11ff.; Wilska, M.: La cour et la ville: leurs cérémonies et leurs jeux (en Pologne du XIVe au XVIe siècle), S. 141ff.

Aretin, K. O. Frhr. von: Das Alte Reich. Bd. 4: Gesamtregister, Stuttgart 2000 [Klett-Cotta, 152 S., geb., 58,– DM].

Art Markets in Europe, 1400-1800, hg. von M. North und D. Ormrod, Aldershot 1998 [Ashgate, 262 S., 47,50 ₤].

Aus dem Inhalt:

North, M., Ormrod, D.: Introduction: Art and ist Markets, S. 1-6; Blockmans, W.: Manuscript Acquisition by the Burgundian court and the Market für Books in the Fifteenth-Century Netherlands, S. 7-18; Martens, M. P. J.: Some Aspects of the Origins of the Art Market in Fifteenth-Century Bruges, S. 19-27; Bonsdorff, J. van: Is Art a Barometer of Wealth? Medieval Art Exports to the Far North of Europe, S. 29-43; Alvarez, M.-T.: Artistic Enterprise and Spanish Patronage: The Art Market during the Reign of Isabel of Castile (1474-1504), S. 45-59; Guerzoni, G.: The Italian Renaissance courts’ demand for the arts: the case of d’Este of Ferrara (1471-1560), S. 61-80.

Baldwin, J. W.: Aristocratic life in medieval France. The romances of Jean Renart and Gerbert de Montreuil, 1190-1230, Baltimore 2000 [Johns Hopkins UP, 312 S., 38,50 $].

Banz, C.: Höfisches Mäzenatentum in Brüssel. Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle (1517-1586) und die Erzherzöge Albrecht (1559-1586) und Isabella (1566-1633), Berlin 2000 (Berliner Schriften zur Kunst, 12) [Mann, 208 S., geb., 51 Abb., 120,– DM].

Baratay, E., Hardouin-Fugier, E.: Zoo. Von der Menagerie zum Tierpark. Aus dem Frazösischen von M. Wolf, Berlin 2000 [Wagenbach, 256 S., geb., zahlr. Abb., 48,–].

Barbier, F.: Représentation, contrôle, identité: Les pouvoirs politiques et les bibliothèques centrales en Europe, XVe-XIXe siècles, in: Francia 26,2 (2000) S. 1-22.

Bedürftig, F.: Taschenlexikon Karl V., München 1999 [Piper, 247 S., 16,90 DM].

Bennassar, B., Vincent, B.: Spanien. 16. und 17. Jahrhundert. Das Goldene Zeitalter, Aus dem Französischen von Renate Warttmann, Stuttgart 1999 [Klett-Cotta, 288 S., 78,– DM].

Bestor, J. F.: Marriage Transactions in Renaissance Italy and Mauss’s Essay on the Gift, in: Past & Present 164 (1999) S. 6-46.

Beumann, H.: Theutonum Nova Metropolis. Studien zur Geschichte des Erzbistums Magdeburg in ottonischer Zeit, hg. von J. Krimm-Beumann, Köln, Weimar 1999 [Böhlau, 272 S., geb., 58,– DM].

Bibliographie der Geschichte Ost- und Westpreußens 1995. In Zusammenarbeit mit dem Towarzystwo Naukowe w Toruniu und der Biblioteka Uniwersytecka Torun und i Verbindung mit der Historischen Kommission für Ost- und Westoreußische Landesforschung hg. vom Herder-Institut, Marburg 2000 (Bibliographien zur Geschichte und Landeskunde Ostmitteleuropas, 23) [Herder-Institut, 272 S., kart., 59,– DM].

Bidlingmaier, R.: Klassizistische Dekorationsmalereien in den Toskanazimmern der Würzburger Residenz und in Schloß Werneck, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 51 (1999) S. 160-175.

Biewer, L.: Die Geschichte des Herzogtums Pommern-Stolp. Ein Streifzug durch die Geschichte Hinterpommerns bis zum Jahre 1459, in: Külzer Hefte 1 (1999) S. 101-126.

Biskup, M., Labuda, G.: Die Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen. Wirtschaft, Gesellschaft, Staat, Ideologie. Übers. aus dem Polnischen, Osnabrück 2000 (Klio in Polen, 6) [Fibre, 74,– DM].

Boockmann, H. (†): Spätes Mittelalter, Teil II, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 51 (2000) S.125-129.

Hartmut Boockmann zum Gedenken. Gedenkfeier am 15. Januar 1999 in der Aula der Georg-August-Universität, mit Gedenkreden von Z. H. Nowak, A. Esch, M. Hildermeier und G. Gottschalk, Göttingen 1999 (Götinger Universitätsreden, 92) [Vandenhoeck & Ruprecht, 32 S., brosch., 8,– DM].

Hartmut Boockmann: Wege ins Mittelalter. Historische Aufsätze, hg. von D. Neitzert, U. Israel und E. Schubert, München 2000 [C. H. Beck, 650 S., geb., 98,– DM].

Bur, M.: Le château, Turnhout 1999 (Typologie des sources du Moyen Âge occidental, 79) [Brepols, 164 S., ill.].

Büren, G. von: Salette, Schlafkammer, Garderobe und Kabinett. Raumaufteilung und Raumnutzung im herzoglichen Schloß zu Jülich in der zweiten Hälfte des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts, in: Italienische Renaissancebaukunst an Schelde, Maas und Niederrhein. Stadtanlagen – Zivlibauten – Wehranlagen. Tagungshandbuch. 2. Jülicher Pasqualini-Symposium vom 18. bis 21. Juni 1998 in Jülich, hg. von G. Bers und C. Doose, Jülich 1999, S. 409-430 (Diskussion S. 431-433).

Busch, R.: Die Kunst der Mittelalters in Hamburg. Die Burgen, Hamburg 1999 [118 S., 29,80 DM].

Charles, C.: Stalles sculptées du XVe siècle. Gnève et le duché de Savoie, Paris 2000 [Picard, 280 S., 460 Abb., davon 145 farb., 450,– FF].

Châtelet-Lange, L.: Architekturzeichnungen des 16. Jahrhunderts aus dem Archiv der elsässischen Familie Waldner von Freundstein, in: Burgen und Schlösser 40,1 (1999) S. 23-38.

Coppens, T.: Antonius Mor, hofschilder van Karel V., Baarn 1999 [271 S., 24 farb. und 55 sw-Abb., 44,– DM].

Cosandey, F.: La reine de France (XV-XVII siècle), Paris 2000 [Gallimard, 420 S., 165 FF].

Courts, patrons and poets, hg. von D. Mateer, New Haven 2000 [Yale University Press, 432 S., 84,– DM].

Dascher, K.: Warum sind Hauptstädte so groß? Eine ökonomische Interpretation und ein Beitrag zur Geographie der Politik, Berlin 2000 (Volkswirtschaftliche Schriften, 502) [Duncker & Humblot, 202 S., 98,– DM].

Decker, K.-P., Grossmann, G. U.: Schloß Büdingen, Regensburg 2000 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 6,1) [Schnell & Steiner, 64 S., 61 farb., 19 sw-Abb., 19,80 DM].

Decker, K.-P., Grossmann, G. U.: Die Ronneburg, Regensburg 1999 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 2,1) [Schnell & Steiner, 64 S., 70 farb., 7 sw-Abb., 19,80 DM].

Demel, B.: Der Deutsche Orden einst und jetzt. Aufsätze zu seiner mehr als 800jährigen Geschichte, Frankfurt a.M. u.a. 1999 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 3, 848) [Peter Lang, 118,–DM].

Derschka, H. R.: Die Ministerialen des Hochstifts Konstanz, Stuttgart 1999 (Vorträge und Forschungen, Sonderband, 45) [Jan Thorbecke, 579 S.].

Der Deutsche Orden in der Zeit der Kalmarer Union 1397-1521, hg. von Z. H. Nowak unter Mitarb. von R. Czaja, Toruń 1999 (Universitas Nicolai Copernici. Ordines militares. Colloquia Torunensia Historica, 10). – Siehe hier: Arszyński, M.: Die Deutschordensburgen und der Wehrbau im Ostseeraum, S. 183ff.

International Directory of Medievalists. Répertoire International des Médiévistes, Turnhout 1999.

Disziplinierung im Alltag des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Internationaler Kongreß Krems an der Donau 8. bis 11. Oktober 1996, Wien 1999 (Veröffentlichungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 17. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Sitzungsberichte. Philosophisch-historische Klasse, 669) [Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 300 S., ill.].

Duindam, J.: Ceremony at Court: Reflexions on an Elusive Subject, in: Francia 26,2 (2000) S. 131-140.

Dülmen, R. van: Historische Anthropologie. Entwicklung, Probleme, Aufgaben, Köln, Weimar 2000 [Böhlau, 140 S., 8 sw-Abb., brosch., 19,80 DM].

Durschmied, E.: Der Untergang großer Dynastien. Bourbonen, Romanows, Habsburger, Hohenzollern, Tennos, Pahlewi. Aus dem Englischen von H. Pollentin, Wien 2000 [Böhlau, 235 S., 16 sw-Abb., geb., 58,– DM].

Emotionalität. Zur Geschichte der Gefühle, hg. von C. Benthien, A. Fleig und I. Kasten, Köln, Weimar 2000 (Literatur – Kultur – Geschlecht. Kleine Reihe, 16) [Böhlau, 240 S., 10 sw-Abb., brosch., 35,– DM].

Eschenfelder, C.: Der Ballsaal von Schloß Fontainebleau, Frankfurt am Main u.a. 1999 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 28: Kunstgeschichte, 348) [Peter Lang, 270 S., 106 Abb., brosch., 84,– DM].

Eustache Deschamps, French Courtier-Poet. His Work and His World, hg. von D. M. Sinnreich-Levi, New York 1998 (AMS Studies in the Middle Ages, 22) [AMS Press, 281 S., 55 $].

Ewert, U. C., Hirschbiegel, J.: Gabe und Gegengabe. Das Erscheinungsbild einer Sonderform höfischer Repräsentation am Beispiel des französisch/burgundischen Gabentausches zum neuen Jahr um 1400, in: Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 87 (2000) S. 5-37.

Fimpeler-Philippen, A., Schürmann, S.: Das Schloss in Düsseldorf, Düsseldorf 1999 [Droste].

Historische Forschung in Sachsen-Anhalt. Ein Kolloquium anläßlich des 65. Geburtstages von Walter Zöllner, hg. von H. Lück und W. Freitag, Stuttgart 2000 (Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse, 76,3), Stuttgart 2000 [Hirzel, 177 S., kart., 88,– DM].

Fössel, A.: Die Königin im mittelalterlichen Reich. Herrschaftsausübung, Herrschaftsrechte, Handlungsspielräume, Sigmaringen 2000 (Mittelalter-Forschungen, 4) [Jan Thorbecke Verlag, 432 S., 16 farb. Abb., 89,– DM].

Lorenz Fries: Chronik der Bischöfe von Würzburg 742-1495. Bd. 3: Von Gerhard von Schwarzburg bis Johann II. von Brunn (1372-1440), hg. von U. Wagner und W. Ziegler. Bearb. von C. Bauer, H. Götz, A. Schröder, U. Wagner, Würzburg 1999 [Schöningh, 382 S.].

Froschkönige und Dornröschen. Einblicke in die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, hg. von K. R. Mathieu, Regensburg 2000 [Schnell & Steiner, 144 S., 176 Abb., 19,80 DM].

Geburt der Zeit. Eine Geschichte der Bilder und Begriffe [Ausstellungskatalog], hg. von H. Ottomeyer, S. Lüken und M. Röhring, Wolfrathausen 1999.

Gerstl, D.: Drucke des höfischen Barock in Schweden. Der Stockholmer Hofmaler David Klöcker von Ehrenstrahl und die Nürnberger Stecher Georg Christoph Eimmart und Jacob von Sandrart, Berlin 1999 [Mann, 124 S., 240 Abb., davon 20 farb., Ln., 208,– DM].

Geschlechterräume. Konstruktion von "gender" in Geschichte, Literatur und Alltag, hg. von M. Hubrath, Köln, Weimar 2000 (Literatur – Kultur – Geschlecht. Kleine Reihe, 15) [Böhlau, 304 S., 6 sw-Abb., brosch., 68,– DM].

Graf, K.: Gewalt und Adel in Südwestdeutschland. Überlegungen zur spätmittelalterlichen Fehde. Online-Preprint eines Beitrags auf dem Bielefelder Kolloquium "Gewalt" am 29. November 1998, einsehbar unter Adresse: <http://www.uni-koblenz.de/~graf/gewalt.htm>].

Grenzgänger zwischen Kulturen, hg. von M. Fludernik und H.-J. Gehrke, Würzburg 1999 (Identitäten und Alteritäten, 1) [Ergon-Verlag, 480 S., ill., kart., 89,– DM].

Groebner, V.: "Gemein" und "Geheym". Pensionen, Geschenke, und die Sichtbarmachung des Unsichtbaren in Basel am Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 49 (1999) S. 445-469.

Grossmann, G. U.: Schloß Marburg, Regensburg 1999 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 3,1) [Schnell & Steiner, 56 S., 62 farb., 14 sw-Abb., 19,80 DM].

Guignet, P.: Introduction: De Philippe le Bon à Rem Koolhaas: de quelques jalous et pierres d’attente dans la longue histoire des élites de la France du Nord, in: Revue du Nord 81 (1999) (N° 332: Les élites dans la France du Nord XVe-XXe siècle. Composition, pouvoirs et éthique sociale. Etudes réunies par P. Guignet) S. 671-678.

Die Habsburger im deutschen Südwesten. Neue Forschungen zur Geschichte Vorderösterreichs, hg. von F. Quarthal und G. Faix, Sigmaringen 2000 [Jan Thorbecke Verlag, 576 S., geb., 98,– DM].

Die Habsburger Zeit 1526-1740. Im Auftrag der Historischen Kommission für Schlesien hg. von L. Petry und J. J. Menzel, 4. Aufl., Sigmaringen 2000 (Geschichte Schlesiens, 2) [Jan Thorbecke Verlag, 318 S., 24 Abb., davon 1 farb. Abb. und 4 Textabb., 10 Karten, darunter 6 Ausschlagkarten, Ln., 48,– DM].

Hansekaufleute in Brügge. Teil 4: Beiträge der Internationalen Tagung in Brügge April 1996, hg. von N. Jörn, W. Paravicini und H. Wernicke, Frankfurt am Main u.a. 2000 (Kieler Werkstücke. Reihe D: Beiträge zur europäischen Geschichte des späten Mittelalters, 13) [Peter Lang, 411 S., 9 Abb., geb., 118,– DM].

Hauptstädte und Global Cities an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, hg. von A. Sohn und H. Weber, Bochum 2000 (Herausforderungen. Historisch-politische Analysen, 9) [Verlag Dr. Dieter Winkler, 500 S., zahlr. Abb. und Tab.] – Im Zeichen der Globalisierung stellen sich Fragen nach der Genese urbaner, polyfunktionaler Zentren und deren Zukunftsfähigkeit mit größerer Eindringlichkeit und wachsender Aktualität. Dies gilt besonders für die Hauptstädte in der Welt. Während bislang deren Genese hauptsächlich in engen nationalstaatlichen Grenzen oder in kontinentalen Teilräumen diskutiert worden ist, bedarf es an der Schwelle zum 21. Jahrhundert eines öffentlich-gesellschaftlichen und interdizisplinären wissenschaftlichen Diskurses im globalen Kontext. Dies legt sich vor allem deshalb nahe, weil nur ein derartiger Diskurs zu einem möglichst großen Erkenntnisgewinn in den jeweiligen wissenschaftlichen Einzeldisziplinen und einer angemessenen Problemlösungskompetenz bei den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft, Religion und Kultur führen dürfte. Einem solchen Diskurs - über traditionelle Hauptstadtreflexionen weit hinausgehend - soll der vorliegende Band mit Beiträgen in deutscher und englischer Sprache sowie mit zahlreichen Abbildungen dienlich sein, indem aus der Perspektive unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und gesellschaftlicher Kompetenzbereiche ausgewählte Einzelsujets aus Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa vorgestellt und diskutiert werden. Die globale Ausrichtung des Buches zeigt sich auch darin, daß Autorinnen und Autoren aus allen fünf Kontinenten dazu beigetragen haben. Zunächst wird die Genese von Capitalen in Europa beispielhaft seit dem Mittelalter verfolgt und um die Analyse von außereuropäischen Hauptstadtneugründungen im 20. Jahrhundert ergänzt. Dann richtet sich das Untersuchungsinteresse auf "Hauptstädte" neuen Typs, die im Verlauf der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts entstehen und zentralörtliche Funktionen über nationalstaatliche Grenzen hinaus besitzen, insbesondere auf sogenannte Global Cities. Der Wettbewerb zwischen konkurrierenden Städten – die Hauptstadtfunktion trägt bereits in sich die Frage nach einem Ranking – verlagert sich mit fortschreitender Internationalisierung auf Weltebene. Die Diskussion um die Bedeutung der Global Cities wird hier aus der allgemein vorherrschenden ökonomischen Engführung gelöst, indem politische, kulturelle und religiös-symbolische Aspekte berücksichtigt und auch Architektur, Bildende Kunst und Literatur einbezogen werden.

Aus dem Inhalt:

Keene, D.: London: metropolis and capital, a.d. 600-1530. Alter, P.: London in der Neuzeit. Sohn, A.: Hauptstadtwerdung in Frankreich. Die mittelalterliche Genese von Paris (6.-15. Jahrhundert). Wirsching, A.: Paris in der Neuzeit (1500-2000). Thamer, H.-U.: Berlin als erste deutsche Hauptstadt?

Heckmann, D.: Die Beziehungen der Herzöge in Preußen zu West- und Südeuropa (1525-1688). Regesten aus dem Herzoglichen Briefarchiv und den Ostpreußischen Folianten, Köln, Weimar, Wien 1999 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz, 47) Böhlau, 606 S., geb., 148,– DM].

Hedemann, D.: Preußische Jagdfalken als Gradmesser für die Außenwirkung europäischer Höfe des 15. und 16. Jahrhunderts, in: Preußenland 37,2 (1999) S. 39-62.

Die Heitersheimer Herrschaftsordnung des Johanniter-, Malteserordens von 1620, hg. von W.-D. Barz. Mit einer Einführung zur Heitersheimer Geschichte von A. Müller, Münster 1999 (Ius vivens. Abt. A: Quellentexte zur Rechtsgeschichte, 5) [Lit, brosch., 39,80 DM].

Helvetia Sacra 1994-1999, Basel 2000 [Schwabe-Verlag, 57 S.].

Hoensch, J. K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 270 S., brosch., 30,– DM].

Humanismus im deutschen Südwesten. Biographische Profile. Im Auftrag der Stiftung "Humanismus heute" des Landes Baden-Württemberg hg. von P. G. Schmidt, 2. Aufl., Sigmaringen 2000 [Jan Thorbecke Verlag, 300 S., 53 Abb., davon 15 farb. Abb., geb., 68,– DM].

Humanities-Net Sozial- und Kulturgeschichte (H-Soz-u-Kult). Bilanz nach 3 Jahren, hg. von R. Hohls und P. Helmberger, Köln 1999 (Historical Social Research, 24, N° 3: Sonderheft).

Hye, F.-H.: Die Habsburger zur Zeit Albrechts I., in: Der Geschichtsfreund 152 (1999) S. 115-126.

Ich werde niemals vergessen, sie zärtlich zu lieben. Madame de Pompadour. Briefe, hg. von H. Pleschinski, München 1999 [Carl Hanser].

Ingrao, C. W.: The Habsburg monarchy 1618-1815, Cambridge 2000 (New Approaches to European History, 3) [Cambridge UP, 280 S., paperback, 13,– £].

Janssen, H. E.: Gräfin Anna von Ostfriesland – eine hochadelige Frau der späten Reformationszeit (1540/42-1575). Ein Beitrag zu den Anfängen der reformierten Konfessionalisierung im Reich, Münster 1998 [285 S., 112.– DM].

Jäschke, K.-U.: Europa und das Römisch-deutsche Reich um 1300, Stuttgart, Berlin, Köln 1999 [Kohlhammer, 187 S., kart.].

Kaiser Friedrich II. Leben und Persönlichkeit in Quellen des Mittelalters, hg. von K. van Eickels und T. Brüsch, Darmstadt 2000 [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 482 S., geb., 39,90 DM].

Kaiser Karl V. (1500-1558). Macht und Ohnmacht Europas [Ausstellungskatalog], Bonn 2000 [Skira editore, Mailand, 388 Seiten mit ca. 480 Abb., davon 288 farb., 110,– DM].

Friedel, B., Grossmann, G. U.: Die Kaiserpfalz Nürnberg, Regensburg 1999 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 1,1) [Schnell & Steiner, 64 S., 62 farb., 14 sw-Abb., 19,80].

Karl V. und seine Zeit, hg. von H. Soly, Köln 2000 [Dumont, 528 S., 400 farb. und 100 sw-Abb., geb., 248,– DM].

Knefelkamp. U.: Das Mittelalter – Geschichte im Überblick, Paderborn 1999 [Schöningh, UTB 2105, 340 S.].

Die Deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, hg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte. Redaktion: C. Ehlers, L. Fenske, T. Zotz. Bd. 2: Thüringen. Lfg. 6: Tilleda (Schluß)-Wölfis. Bearb. von M. Gockel, Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 96 S., 7 Karten, 1 Klapptafel, brosch., Subskriptionspris 26,– DM]. Damit ist Bd. 2: Thüringen komplett erschienen [Vandenhoeck & Ruprecht, 720 S., 64 Abb., 9 Faltkarten, 15 Tafeln, 1 Klapptafel, Ln., 168,– DM].

Die Deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, hg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte. Red. C. Ehlers, L. Fenske, T. Zotz. Bd. 4: Niedersachsen, Lfg. 2: Braunschweig (Schluß)-Brüggen, bearb. von C. Ehlers, L. Fenske, K. Elmshäuser und H. Goetting (†), Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 128 S., 6 Karten, davon 2 Faltkarten, brosch., Subskriptionspreis 32,– DM].

Die Korrespondenz Ferdinands I. Familienkorrespondenz 1533 bis 1534, hg. von C. Lutter, C. Laferl und C. Thomas, Wien 1999 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, 90) [Böhlau, 456 S., brosch., 104,– DM].

Kraack, D.: Heinrich Rantzau (1526-1598) – ein norddeutscher Adliger von europäischem Format im Dienste der Familie, des Königs und der Musen, in: Steinburger Jahrbuch 44: Historische Persönlichkeiten (2000) S. 29-52.

Kraack, G.: Johann Rantzau (1492-1565) – Feldherr und Staatsmann, in: Steinburger Jahrbuch 44: Historische Persönlichkeiten (2000) S. 9-28.

Kretzschmar, H.: Vom Anteil Sachsens an der neueren deutschen Geschichte. Ausgewählte Aufsätze, hg. von R. Gross und M. Kobuch, Stuttgart 1999 (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, 16) [Franz Steiner, 574 S., geb., 148,– DM].

Krönungen. Könige in Aachen – Geschichte und Mythos [Ausstellungskatalog], München 2000 [Philipp von Zabern, 640 S., 175 farb. und 175 sw-Abb., geb., 100,– DM].

Krüger, K.: Corpus der mittelalterlichen Grabdenkmäler in Lübeck, Schleswig, Holstein und Lauenburg (1100-1600), Stuttgart 1999 (Kieler Historische Studien, 40) [Jan Thorbecke Verlag, 1200 S., 16 Kunstdruckseiten, 64 Abb., 169,– DM].

Kubinyi, A.: Matthias Corvinus. Die Regierung eines Königreiches in Ostmitteleuropa 1458-1490, Herne 1999 (Studien zur Geschichte Ungarns, 2) [Schäfer, 245 S., 45,– DM].

Kunst und Politik am badischen Hof. Studien zur Repräsentation der Zähringer, hg. von K. Krimm und C. Rehm, Sigmaringen 2000 (Oberrheinische Studien, 18) [Jan Thorbecke Verlag, 288 S., 48 Abb., in Vorbereitung].

Kunst und Reformation [Ausstellungskatalog], hg. von K. von Berswordt-Wallrabe und K. Hegner, Schwerin 1999 [Staatliches Museum Schwerin, 96 S., zahlr. Ill.].

Brandenburgische Landesgeschichte Heute, hg. von L. Enders und K. Neitmann, Potsdam 1999 (Brandenburgische Historische Studien, 4) [Verlag für Berlin-Brandenburg, 196 S., TB, 39,– DM].

Lacour, E.: Die Bevölkerungsentwicklung in der Grafschaft Virneburg im 17. Jahrhundert, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 24 (1998) S. 231-244.

LaVopa, A.: Der Höfling und der Bürger. Reflexionen über Norbert Elias, in: Historische Anthropologie 8,1 (2000) S. 119-134.

Lecouteux, C.: Eine Welt im Abseits. Zur niederen Mythologie und Glaubenswelt des Mittelalters, Dettelbach voraussichtlich 2000 [Verlag Röll, 220 S., brosch., 48,– DM].

Lecuppre-Desjardin, E.: Un modèle de scénographie urbaine: l’exemple des Pays-Bas bourguignons au XVe siècle, in: Revue du Nord 81 (1999) (N° 332: Les élites dans la France du Nord XVe-XXe siècle. Composition, pouvoirs et éthique sociale. Etudes réunies par P. Guignet) S. 679-688.

Lemmer, M.: Burgen, Burgherren und mittelalterliche Literatur, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 6-24.

Maria Laach. Landschaft – Kunst – Geschichte – Leben, hg. von P. Drutmar Cremer, Regensburg 2000 [Schnell & Steiner, 48 S., 80 farb. Abb., 9,80 DM].

Mittelalterliche Literatur und Kunst im Spannungsfeld von Hof und Kloster. Ergebnisse der Berliner Tagung, 9.-11. Oktober 1997, hg. von N. F. Palmer und H.-J. Schiewer, Tübingen 1999.

Aus dem Inhalt:

Mertens, V.: Klosterkirche und Minnegrotte, S. 1ff.; Vollmann, B. K.: Hof und Herrschaft in der frühmittelalterlichen Klosterliteratur, S. 17ff.; Lutz, E. C.: Literatur der Höfe – Literatur der Führungsgruppen. Zu einer anderen Akzentuierung, S. 29ff.; Althoff, G.: Spielen die Dichter mit den Spielregeln der Gesellschaft?, S. 53ff.; Henkel, N.: ‘Nibelungenlied’ und ‘Klage’. Überlegungen zum Nibelungenverständnis um 1200, S. 453ff.; Rocher, D.: Hof und christliche Moral. Inhaltliche Konstanten im Œuvre des Stricker, S. 99ff.; Bertau, K.: Die ‘Goldene Schmiede’ zwischen Rittern und Reuerinnen, S. 113ff.; König, E.: Buchmalerei – eine narrative Kunst?, S. 141ff.; Müller, J.-D.: Aufführung – Autor – Werk. Zu einigen blinden Stellen gegenwärtiger Diskussion, S. 149ff.; Peters, U.: Mittelalterliche Literatur am Hof und im Kloster. Ergebnisse und Perspektiven eines historisch-anthropologischen Verständnissses, S. 167ff.; Grubmüller, K.: Gattungskonstitution im Mittelalter, S. 193ff.; Haug, W.: Für eine Ästhetik des Widerspruchs. Neue Überlegungen zur Poetologie des höfischen Romans, S. 211ff.

Lorenz, S.: Herrschaftswechsel: Calwer, Welfen und Tübinger zwischen Schwarzwald und Neckar (12. Jahrhundert), in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147, N.F. 108 (1999) (Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag) S. 29-60.

Lukatis, C.: "allerhand Kupferstiche und Zeichnungen berühmter Meister" – Die Landgrafen von Hessen-Kassel als Graphiksammler, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 104 (1999) S. 131-154.

Luttrell, A.: The Hospitaller State on Rhodes and ist Western Provinces, 1306-1462, Aldershot 1999 (Collected studies series, 655) [Ashgate Variorum, ill., kart.].

Magister Theodoricus. Court painter to Emperor Charles IV. The pictorial decoration of the shrines at Karlstejn Castle, hg. von J. Fajt, Prag 1999 [Narodnis Galerie, 549 S.399,– DM].

Majoros, F.: Karl V. Habsburg als Weltmacht, Graz, Wien; Köln 2000 [Styria, ca. 248 S., 40 sw-Abb., geb., DM 48,– DM].

Malettke, K.: L’éducation des Princes allemands: le cas de la Hesse, in: Francia 26,2 (2000) S. 47-62.

Autour de Marguerite d’Écosse. Reines, princesses et dames du XVe siècle. Actes du colloque de Thouars (23 et 24 mai 1997), hg. von G. und P. Contamine, Paris 1999.

Aus dem Inhalt:

Autrand, F.: Christine de Pisan et les dames à la Cour, S. 19ff.; Laidlaw, J.: Les belles dames sans mercy d’Alain Chartier, S. 33ff.; Jones, M.: Entre la France et l’Angleterre: Jeanne de Navarre, duchesse de Bretagne et reine d’Angleterre (1368-1437), S. 45ff.; Chauvenet, F.: Le tombeau de Marguerite d’Écosse, S. 73ff.; Chevalier, B.: Marie d’Anjou, une reine sans gloire, 1404-1463, S. 81ff.; Sommé, M.: Une mère et son fils: Isabelle de Portugal, après son départ de la cour (1457-1471), et Charles le Téméraire, S. 99ff.; Trombert, F.: Une reine de quatre ans à la cour de France: Marguerite d’Autriche, 1484-1485, S. 123ff.; Paviot, J.: Les honneurs de la cour d’Éléonore de Poitiers, S. 163ff.; Léger, S.: Gabrielle de Bourbon: une grande dame de la France de l’Ouest à la fin du Moyen Âge. Étude de son cadre de vie à partir de l’inventaire après décès de ses biens demeurés au château de Thouars (1516), S. 181ff; Contamine, P.: Dames à cheval, S. 201ff.

Die Maria-Magdalenen-Kapelle der Moritzburg zu Halle, hg. im Auftrag der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt von H. L. Nickel, Halle 1999 [Verlag Janos Stekovics].

Maria Pavlovna. Die frühen Tagebücher der Erbherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, hg. von K. Dimitrijewa und V. Klein, Köln, Weimar 1990 [Böhlau, 416 S., 40 sw-Abb., geb., 78,– DM].

Minneker, I. S., Poeck, D. W.: Herkunft und Zukunft. Zu Repräsentation und Memoria der mecklenburgischen Herzöge in Doberan, in: Mecklenburgische Jahrbücher 114 (1999) S. 17-55.

Mittelalter und frühe Neuzeit. Übergänge, Umbrüche und Neuansätze, hg. von W. Haug, Tübingen 1999 (Fortuna vitrea, 16) [Niemeyer, 585 S., Ln., 168,– DM].

Moraw, P.: Prag. Die älteste Universität in Mitteleuropa, in: Stätten des Geistes. Große Universitäten Europas von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von A. Demandt, Köln u.a. 1999, S. 127-146.

Morsel, J.: La noblesse contre le prince. L’espace social des Thüngen à la fin du Moyen Age (Franconie, vers 1250-1525), Sigmaringen 2000 [Jan Thorbecke Verlag, 700 S., 26 Abb., 148,– DM].

Müller-Oberhäuser, G.: Norture newe founde or auncyent. Zur Tradierung von Höflichkeitsregeln im englischen Spätmittelalter am Beispiel von William Caxtons‚ Book of Courtesy‘, in: Schriftlichkeit und Lebenspraxis im Mittelalter. Erfassen, Bewahren, Verändern, hg. von H. Keller, C. Meier und T. Scharff (Akten des Internationalen Kolloquiums 8.-10. Juni 1995), Würzburg 1999, S. 279-298.

Music as Medicine. The history of music therapy since antiquity, hg. von P. Horden, London 2000 [344 S., 40,– ₤].

Neugebauer, W.: Residenz – Verwaltung – Repräsentation. Das Berliner Schloß und seine historischen Funktionen vom 15. bis 20. Jahrhundert, Potdam 1999 (Kleine Schriftenreihe der Historischen Kommission zu Berlin, 1) [Verlag für Berlin-Brandenburg, 72 S., graph. Darstellg., brosch., 19,80 DM].

Neugebauer, W.: Die Hohenzollern. Bd. II:. Eine europäische Dynastie in der Zeit des Wandels seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 200 S., brosch., 30,– DM].

Noblesse de Bretagne du Moyen Âge à nos jours. Actes de la journée d’étude tenue à Guingamp le 22 novembre 1997, hg. von J. Kerhervé, Rennes 2000 [Presses Universitaires de Rennes, 230 S., 130,– FF].

Aus dem Inhalt:

Kerhervé, J.: Introduction: des nobles en général aux nobles de Bretagne en particulier; Brand’Honneur, M.: La notion de noblesse à travers l’étude de la chevalerie du XIe au milieu du XIIIe siècle: Débats d’idées, problème de méthode. Perspectives critiques à partir des données du Rennais; Morvan, F.: Le livre des Ostz (1294). Un éclairage sur les rapports du duc avec la noblesse bretonne à la fin du XIIIe siècle; Douard, C.: Architecture et manières d’habiter: l’exemple de quelques manoirs au XVe siècle; Nassiet, M.: Fidélités et perspectives dynamiques dans la noblesse bretonne lors de la crise de succession (1470-1491); Le Page, D.: Noblesse et pouvoir royal en Bretagne (1480-1540); Pacault, A.: Grands seigneurs de cour et gentilshommes provinciaux en Bretagne entre 1550 et 1650; Jarnoux, P.: La noblesse bretonne au XVIIIe siècle: les tiraillements de la modernité; Pétré-Grenouilleau, O.: La noblesse commerçante nantaise (XVIIe-XIXe siècles): une noblesse ouverte?; Boisnard, L.: Rémanence et mondanités. La noblesse malouine de 1846 à 1914.

Nolte, C.: Der kranke Fürst. Vergleichende Beobachtungen zu Dynastie- und Herrschaftskrisen um 1500, ausgehend von den Landgrafen von Hessen, in: Zeitschrift für historische Forschungen 27,1 (2000) S. 1-36.

O’Hara, D.: Courtship and constraint. Rethinking the making of marriage in Tudor England, Manchester 2000 (Politics and culture in Early Modern Britain) [Manchester UP, 300 S., 45,– ₤].

Le Palais Rihour et ses vitraux. Texte: O. Canneva-Tétu, C. Denis und M. Hérold, Lille 1999 (Itinéraires du Patrimoine) – zu beziehen über: Centre de Documentation du Patrimoine. 1, rue du Lombard. F-59800 Lille – Email: bernard.castelain@culture.fr.

Pätzold, S.: König Philipps Hoftag zu Magdeburg im Jahre 1199, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 47 (1999) S. 1061-1075.

Petzet, M.: Claude Perrault und die Architektur des Sonennkönigs. Der Louvre unter König Ludwig XIV. und das Werk Claude Perraults als Architektur, München 2000 [Deutscher Kunstverlag, 700 S., 370 Abb., geb., 298,–].

Pierre II de Savoie. ‘Le Petit Charlemagne’ († 1268). Études publiées par B. Andenmatten, A. Paravicini Bagliani en collaboration avec E. Pibiri, Lausnne 2000 (Cahiers Lausannois d’Histoire Médiévale, 27) [50,– SFr].

Pilger und Wallfahrtsstätten in Mittelalter und Neuzeit, hg. von M. Matheus, Stuttgart 1999 (Mainzer Vorträge, 4) [Franz Steiner, 150 S., kart., 38,– DM].

Poetry at Court in Trastamaran Spain. From the "Cancionero de Baena" to the "Cancionero General". Papers from a conference held at Georgetown University, Washington, D.C., 11-14 Feb. 1993, Tempe/Arizona 1998 (Medieval & Renaissance Texts & Studies, 181) [Arizona State University, 297 S., 30 $].

Policey und frühneuzeitliche Gesellschaft, hg. von K. Härter, Frankfurt am Main 2000 (Ius commune. Sonderhefte. Studien zur europäischen Rechtsgeschichte, 129) [Klostermann, 629 S., geb., 198,– DM].

Prietzel, M.: Guillaume Fillastre der Jüngere (1400/07-1473). Kirchenfürst und herzoglich-burgundischer Rat, Sigmaringen 2000 (Beihefte der Francia, 51) [Jan Thorbecke Verlag, 576 S., 4 Kunstdruckseiten mit 4 Abb., 136,–].

Prodi, P.: Das Sakrament der Herrschaft. Der politische Eid in der Verfassungsgeschichte des Okzidents. Aus dem Italienischen von J. Elze, Berlin 1997 (Schriften des Italienisch-Deutschen Historischen Instituts in Trient, 11) [Duncker & Humblot, 455 S., 168.– DM].

Quellen zur Verfassungsgeschichte der deutschen Stadt im Mittelalter, hg. von B.-U. Hergemöller, Darmstadt 2000 (Freiherr-vom-Stein-Gesamtausgabe, A, 34) [Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 496 S., Ganzln., 128,– DM].

Ramharter, J.: Die Garden der Fürsten von Liechtenstein, in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 107 (1999) S. 131-146.

Ranft, A.: Katharina von Bora, die Lutherin – eine Frau von Adel, in: Mönchshure und Morgenstern. Wittenberger Sonntagsvorlesungen. Evangelisches Priesterseminar 1999, S. 58-75.

Die Regesta Imperii im Fortschreiten und Fortschritt, hg. von H. Zimmermann, Köln 2000 (J. F. Böhmer, Regsta Imperii. Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte, 20) [Böhlau, 158 S., geb., 44,– DM].

Regionalgeschichte in Europa. Methoden und Erträge der Forschung zum 16. bis 19. Jahrhundert, hg. von S. Brakensiek und A. Flügel, Paderborn 2000 (Forschungen zur Regionalgeschichte, 34) [Schöningh, 310 S., 59,– DM].

Reichert, W.: Im Glanz des Friedens und der Eintracht? Die Moselterritorien Trier und Luxemburg im hohen und späten Mittelalter, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 24 (1998) S. 73-104.

Reichskreis und Territorium: Die Herrschaft über die Herrschaft? Supraterritoriale Tendenzen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Vergleich süddeutscher Reichskreise, hg. von W. Wüst, Sigmaringen 2000 [Jan Thorbecke Verlag, 400 S., 18 Abb., davon 8 farb. Abb., 58,– DM].

Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Friedrich III. Achte Abteilung, Zweite Hälfte: 1471. Hg. durch die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften von H. Wolff, Göttingen 2000 (Deutsche Reichstagsakten. Ältere Reihe, 22,2) [Vandenhoeck & Ruprecht, 640 S., brosch., 328,– DM].

Reisezeit. Zeitreise zu den schönsten Schlössern, Burgen, Gärten, Klöstern und Römerbauten in Deutschland. Offizieller gemeinsamer Führer der Schlösserverwaltungen, hg. vom Facharbeitskreis Schlösser und Gärten in Deutschland, 2. Aufl., Regensburg 2000 [Schnell & Steiner, 256 S., 440 farb. Abb., 10 farb. Karten, 24,80 DM].

Renoux, A.: Karolingische Pfalzen in Nordfrankreich (751-987), in: 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Beiträge zum Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, hg. von C. Stiegemann und M. Wemhoff, Mainz 1999, S. 130-137.

Residenzkultur in Thüringen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert, hg. von R. Jacobsen, Bucha bei Jena 1999 (Palmbaum-Texte. Kulturgeschichte, 8 [Quartus-Verlag, 384 S., ill.].

Aus dem Inhalt:

Jonscher, R.: Thüringer Kulturlandschaft vom 16. bis zum 19. Jahrhundert – Konstanten und Wandel. Ergebnisse und Desiderate der landesgeschichtlichen Forschung seit 1990, S. 11ff. Winterling, A.: Der Fürstenhof in der Frühen Neuzeit. Forschungsprobleme und theoretische Konzeptionen, S. 29ff. Blaha, D.: ‚... in civitate nostra Wimare ...‘ Die Entwicklung Weimars zum Residenzort, S. 43ff. Bärnighausen, H.: Saalfeld als Residenz, S. 60ff. Blaha, W.: ‚Hier war kein Unterschied der Stände zu spüren ...‘ Höfisches Leben und stadtbürgerliche Kultur in Erfurt, S. 88ff. Schütte, U.: Architekturprogramme und Baukonjunkturen zwischen 1650 und 1750 in thüringisch-sächsischen Residenzen, S. 102ff. Boblenz, F.: Zum Einfluß Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar auf die Entwicklung der Architektur in Thüringen, S. 114ff. Bachmeier-Schraml, I.: Die Ausstattungsunternehmer Carlo Domenico und Bartolomeo Lucchese und ihre Aufträge für die ernestinischen Herzöge in Saalfeld und Meiningen, S. 148ff. Oelschläger, M.: Schloß- und Gartenarchitektur des Landschlosses Friedrichs I. von Sachsen-Gotha und Altenburg in Friedrichswerth, S. 164ff. Meise, H.: Zum Stellenwert des fürstlichen Schreibkalenders in der höfischen Gesellschaft. Das Beispiel Elisabeth Dorothea Landgräfin von Hessen-Darmstadt, geb. Herzogin von Sachsen-Gotha, S. 176ff. Jacobsen, R.: Prestigekonkurrenz als Motiv höfischer Kultur – Fürstenbegegnungen im Tagebuch Herzog Friedrichs I. von Sachsen-Gotha und Altenburg, S. 187ff. Brandsch, J.: Das Erlöschen der Wettinischen Hauptlinie Sachsen-Altenburg 1669/1672 in den Tagebüchern Friedrichs I. von Sachsen-Gotha und Altenburg, S. 208ff. McMullen, D.: Ein Blick in die thüringische Liedergeschichte am Ende des 16. Jahrhunderts. Nicolaus Rosthius und seine Galliarden mit Texten, S. 223ff. Casey, O.: Die Fiktionalisierung der christlichen Heilsgeschichte: Lucas Mais Drama ‚Von der ... gerechtigkeit und barmhertzigkeit‘ (1561), S. 240ff. Ludscheidt, M.: ‚Wohl! so such‘ ich / großer Fürst / Nechst des Himmels deine Gnade‘ – Georg Neumark als Dichter des Weimarer Hofes, S. 250ff. Döring, B.: Reflexionen höfischer Wohlredenheit im Werk Kaspar Stielers, S. 266ff. Brück, H.: Musik in der Residenz der kurmainzischen Statthalter in Erfurt, S. 278ff. Dobritzsch, E.: Das Ekhof-Theater in Gotha. Technik, Spielplan, Darsteller, S. 288ff. Kaufmann, U.: ‚Ein Kranich lahm, zugleich Poet ...‘ – Jakob Michael Reinhold Lenz‘ dichterische Gestaltung Weimarer Erfahrungen, S. 303ff. Kaufmann, S.: Zur Situation des Hofkünstlers in Sachsen-Weimar-Eisenach in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, S. 315ff. Häder, U.: Die Weimarer Malschule zwischen großherzoglichem Mäzenatentum und internationaler Kunstentwicklung, S. 348ff.

Der Riß im Himmel. Clemens August und seine Epoche, 4 Bde., Köln 2000 [DuMont]. Bd. 1: Coellen eyn Croyn, hg. von W. Schäfke [448 S., 240 Abb., davon 30 farb., geb., 49,90 DM]; Bd. 2: Im Wechselspiel der Kräfte. Politische Entwicklungen des 17. und 18. Jh.s in Kurköln, hg. von F. G. Zehnder [288 S., 146 Abb., davon 16 farb., geb., 49,90 DM]; Bd. 3: Eine Gesellschaft zwischen Tradition und Wandel. Alltag und Umwelt im Rheinland des 18. Jahrhunderts, hg. von F. G. Zehnder [336 S., 130 Abb., davon 18 farb., geb., 49,90 DM]; Bd. 4: Köln als Kommunikationszentrum – Studien zur frühneuzeitlichen Stadtgeschichte, hg. von G. Mölich u.a. [520 S., 129 Abb., geb., 49,90 DM]; Bd. 5: Hirt und Herde. Religiosität und Frömmigkeit im Rheinland des 18. Jh.s, hg. von F. G. Zehnder [250 S., 96 Abb., davon 16 farb., geb., 49,90 DM].

Röckelein, H.: Graf Wolfgang von Fürstenberg (1465-1509) als Reisebegleiter Philipps des Schönen (1503 und 1506), in: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar 42 (1999) S. 7-24.

Rödel, V.: Sophie Marquise de Dangeau – eine Löwenstein am Hof des Sonnenkönigs, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147, N.F. 108 (1999) (Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag) S. 449ff.

Rösch, G.: Venedig – Geschichte einer Seerepublik. Mit einem Vorwort von P. Johanek, Stuttgart 1999 [Kohlhammer, 184 S., 3 Karten, Kt., 48,90 DM].

Rubens Passioni. Die Kultur der Leidenschaften im Barock, hg. von U. Heinen und A. Thielemann. Bd. 3: Rekonstruktion der Künste, Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 240 S., 70 farb. und 75 sw-Abb., kart., 148,– DM].

Russell, J. B.: Geschichte des Himmels, Wien u.a. 1999 [Böhlau, 196 S., ill.].

Säckl, J.: Zum Leben und Wirken des Fürstlich Sächsischen Landbaumeisters Christoph Pitzler, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 185-204.

Saint-Denis et la Royauté. Mélanges offerts à Bernard Guenée, Paris 1999 (Histoire Ancienne et Médiévale, 59) [Publications de la Sorbonne, 820 S., 370 FF].

Aus dem Inhalt:

I. LE RÉGNE DE CHARLES VI: Autrand, F.: Le règne de Charles VI: un mauvais souvenir?, S. 13-22. Guenée, B.: Liturgie et politique. Les processions spéciales à Paris sous Charles VI, S. 23-49. Gorochov, N.: Entre théologie, humanisme et politique. Les sermons universitaires de la fête de saint Louis sous le règne de Charles VI (1380-1422), S. 51-64. de la Selle, X.: La cour de Charles VI, lieu de vie religieuse, S. 65-75. Vulliez, C.: Les maîtres orléanais (doctores) au service de l’Université, de l’Église et des pouvoirs séculiers au temps de Charles VI, S. 77-90. Mornet, E.: "Entre Église et État". Élites scandinaves à Paris sous le règne de Charles VI, S. 91-107. Bozzolo, C.: L’intérêt pour l’histoire romaine à l’époque de Charles VI: l’exemple de Laurent de Premierfait, S. 109-124. Paravicini, W.: Jean de Werchin, sénéchal de Hainaut, chevalier errant, S. 125-144. Mattéoni, O.: L’image du duc Louis II de Bourbon dans la littérature du temps de Charles VI, S. 145-156. Gonzalez, E.: L’officier, sa femme et le duc. Place et rôle de la femme au sein d’un hôtel princier, S. 157-168. Boudet, J.-P., Poulle, E.: Les jugements astrologiques sur la naissance de Charles VII, S. 169-179. Demurger, A.: Le Religieux de Saint-Denis et la croisade, S. 181-196. Jouet, V.: Louis de Sancerre, ses dernières volontés et le Religieux de Saint-Denis, S. 197-212. Millet, H.: Michel Pintoin, chroniqueur du Grand Schisme d’Occident, S. 213-236. Pons, N.: Michel Pintoin et l’historiographie orléanaise, S. 237-259. Rigaudière, A.: Le Religieux de Saint-Denis et le vocabulaire politique du droit romain, S. 261-298. II. ÉCRITURE DE L’HISTOIRE: Moeglin, J.-M.: L’historiographie moderne et contemporaine en France et en Allemagne et les chroniqueurs du Moyen-Âge, S. 301-338. Guyotjeannin, O.: La science des archives à Saint-Denis (fin du XIIIe - début du XVIe siècle), S. 339-353. Nebbiai dalla Guarda, D.: Des rois et des moines. Livres et lecteurs à l’Abbaye de Saint-Denis (XIIIe-XVe siècles), S. 355-374. Bourgain, P.: La protohistoire des Chroniques latines de Saint-Denis (BNF lat. 5925), S. 375-394. Spiegel, G.: Les débuts français de l’historiographie royale: quelques aspects inattendus, S. 395-404. Paulmier-Foucart, M., Duchenne, M.-C.: La matière de l’Histoire selon Vincent de Beauvais: les titres des chapitres du Speculum historiale, S. 405-420. Rech, R.: Géraud de Frachet, l’Aquitaine et le roi de France, S. 421-437. Martin, G.: L’escarboucle de Saint-Denis, le roi de France et l’empereur des Espagnes, S. 438-462. Chazan, M.: Guillaume de Nangis et la translation de l’Empire aux rois de France, S. 463-480. Lamarrigue, A.-M.: La rédaction d’un catalogue des rois de France. Guillaume de Nangis et Bernard Gui, S. 481-492. Guyot-Bachy, I.: Expediat ut unus homo moreretur pro populo. Jean de Saint-Victor et la mort du roi Philippe V, S. 493-504. Heullant-Donat, I.: De l’influence de l’historiographie dionysienne sur les chroniques universelles italiennes au XIVe siècle. L’exemple des chroniques de Paolino da Venezia, S. 505-518. Labory, G.: Une généalogie des rois de France se terminant à Henri IV, roi "de France" et d’Angleterre, S. 519-536. Tricard, J.: Le roi dans la mémoire officielle d’une ville. Les notes du calendrier consulaire de Limoges, S. 537-546. Blanchard, J.: Commynes et la "nouvelle politique", S. 547-561. Collard, F.: Ranimer l’oriflamme. Les relations des rois de France avec l’abbaye de Saint-Denis à la fin du XVe siècle, S. 563-581. Auger, M.-L.: Instruction d’un faux procès. Alain Bouchart contre Robert Gaguin, S. 583-591. Verger, J.: "Ladicte Université de Thoulose est moult notable et tres ancienne". Histoire et conscience de soi chez les universitaires toulousains à la fin du Moyen Âge, S. 593-606. III. IDÉOLOGIE ET ROYAUTÉ: Krynen, J.: Idéologie et Royauté, S. 609-620. Genet, J.-P.: Histoire politique française, histoire politique anglaise, S. 621-636. Lewis, P.: "Des humanistes en mal d’écrire". Réflexions sur la motivation et sur la réception de la polémique, en France, à la fin du Moyen Âge, S. 637-646. Boyer, J.-P.: Une théologie du droit. Les sermons juridiques du roi Robert de Naples et de Barthélémy de Capoue, S. 637-646. Cauchies, J.-M.: Jean sans Peur, comte de Flandre (1405-1419), législateur, S. 661-669. de Carvalho Homem, A.-L.: Législation et compilation législative au Portugal au début du XVe siècle. La genèse des Ordonnances d’Alphonse V, S. 671-680. Gauvard, C.: Mémoire du crime, mémoire des peines. Justice et acculturation pénale en France aux XIVe et XVe siècles, S. 691-710. Beaune, C.: Les ducs, le roi et le Saint Sang, S. 711-732. Boureau, A.: L’Immaculée Conception de la souveraineté. John Baconthorpe et la théologie politique (1325-1345), S. 732-749. Allmand, C.: Les saints anglais et la monarchie anglaise au bas Moyen Âge, S. 751-756. Muller, H.: Etre conciliateur à l’époque conciliaire. Les Anjou et la cour royale face au concile de Bâle (1431-1449), S. 757-770. Paravicini-Bagliani, A.: Le corps du Pape et le corps du roi, S. 771-782.

Salewski, M.: Geschichte Europas. Staaten und Nationen von der Antike bis zur Gegenwart, München 2000 [C. H. Beck, 1250 S., geb., 78,– DM].

Schmidt, H.-G.: Herzog Ferry III. von Lothringen und der Ritter Raoul von Siersberg – oder: Wie kommt eine altfranzösische Urkunde ins Staatsarchiv Würzburg?, in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 51 (1999) S. 33-51.

Schmitt, R.: Burg, Kloster und Schloß Goseck. Zum Stand der baugeschichtlichen Erforschung, in: Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt 7 (1999) S. 24-46.

Schmitt, R.: Das Kornhaus der Burg Querfurt – der älteste Profanbau in Sachsen-Anhalt. Ein Beitrag zur Baugeschichte, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 25-52.

Schmitt, R.: Quellen zur Baugeschichte des Schlosses Wendelstein. Ein Nachtrag, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 131-142.

Schmitt, R.: Die Doppelkapelle des Schlosses Neuenburg bei Freyburg/Unstrut im Barock, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 205-226.

Schneidmüller, B.: Die Welfen im europäischen Mittelalter, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 240 S., brosch., 30,– DM].

Schriftlichkeit und Lebenspraxis im Mittelalter. Erfassen, Bewahren, Verändern, hg. von H. Keller, C. Meier und T. Scharff (Akten des Internationalen Kolloquiums 8.-10. Juni 1995), Würzburg 1999 (Münstersche Mittelalter-Schriften, 76) [Fink, 361 S., ill., 178.– DM].

Aus dem Inhalt:

Angenendt, A.: Grab und Schrift, S. 9ff. Kaller, H.: Vorschirft, Mitschrift, Nachschrift: Instrumente des Willens zu vernunftgemäßem Handeln und guter Regierung in den italienischen Kommunen des Duecento, S. 25ff. Mihm, A.: Vom Dingprotokoll zum Zwölftafelgesetz. Verschriftlichungstufen städtischer Rechtstraditionen, S. 43ff. Wild, J.: Schriftlichkeit in der Verwaltung am Beispiel der Lehenbücher in Bayern, S. 69ff. Tutsch, B.: Zur Rezeptionsgeschichte des Consuetudines Bernhards und Ulrichs von Cluny, S. 79ff. Cygler, F.: Vom ‚Wort‘ Brunos zum gesatzten Recht der Statuten über die ‚Consuetudines Guigonis‘. Propositum und Institutionalisierung im Spiegel der kartäusischen Ordensschriftlichkeit (11.-14. Jahrhundert), S. 95ff. Engen, J. van: Managing the Common Life: The Brothers at Deventer and the Codex of the Household (The Hague, MS KB 70 H 75), S. 111ff. Staubach, N.: Reform aus der Tradition: Die Bedeutung der Kirchenväter für die Devotio moderna, S. 171ff. Studt, B.: Zwischen historischer Tradition und politischer Propaganda. Zur Rolle der ‚kleinen Formen‘ in der spätmittelalterlichen Geschichtsüberlieferung, S. 203ff. Schneider, J.: Legitime Selbstbehauptung oder Verbrechen? Soziale und politische Konflikte in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Nürnberger Strafjustiz und des Süddeutschen Fürstenkriegs von 1458-1463, S. 219ff. Schuler, S.: Vitruvs ‚De architectura‘ und die Baukunst in der Enzyklopädie des Vinzenz von Beauvais: Kompilation und Innovation, S. 243ff. Keil, G.: Aqua ardens. Vom Kurztraktat zum Beruf des Branntweinbrenners, S. 267ff. Müller-Oberhäuser, G.: Norture newe founde or auncyent. Zur Tradierung von Höflichkeitsregeln im englischen Spätmittelalter am Beispiel von William Caxtons‚ Book of Courtesy‘, S. 279ff. Schanze, F.: Überlieferungsformen politischer Dichtungen im 15. und 16. Jahrhundert, S. 299ff. Honemann, V., Griese, S., Eisermann, F.: Zu Wesen und Bedeutung des textieren Einblattdrucks im 15. und frühen 16. Jahrhundert, S. 333ff.

Schuchardt, G.: Welterbe Wartburg, Regensburg 2000 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 4,1) [Schnell & Steiner, 64 S., 63 farb., 19 sw-Abb., 19,80 DM].

Schwennicke, D.: Europäische Stammtafeln, Bd. 1, Teil 2: Premysliden, Askanier, Herzöge von Lothringen, die Häuser Hessen, Württemberg und Zähringen, Frankfurt am Main 1999 [Klostermann, 172 S., 110 Tafeln, Ln., 200,– DM].

Secretum Scriptorum. Liber alumnorum Walter Prevenier, hg. von W. Blockmans, M. Boone und T. de Hemptinne Löwen 1999 [Garant, 384 S.].

Aus dem Inhalt:

Croenen, G.: Governing Brabant in the Twelfth Century: The Duke, his Household and the Nobility, S. 39ff.; Vandermaesen, M.: Le droit de livrée à la cour de Louis, comte de Flandre, de Nevers et de Rethel en 1331, S. 279ff.

Sherr, R.: Music and Musicians in Renaissance Rome and Other Courts, Northampton 1999 [38 S., 55,– ₤].

Skovgaard-Peterson, K.: Historiography at the court of Christian IV (1588-1648). Studies in the Latin histories of Denmark by Johannes Pontanus and Johannes Meursius, Kopenhagen 2000 [Museum Tusculanum, 350 S., ill., 74,– DM].

Spectacvlvm Evropævm (1580 - 1750) – Theatre and spectacle in Europe – Histoire du spectacle en Europe, hg. von P. Béhar und H. Watanabe O’Kelly, Wiesbaden 1999 (Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung, 31) [Harrassowitz, 818 S., ill., geb., 248.– DM] – Siehe Wolfenbütteler Bibliotheks-Informationen 24, 3/4 (1999) S. 41-44.

La splendeur des Rolin. Un mécénat privé à la cour de Bourgogne. Table ronde Autun 27-28 février 1995, hg. von B. Maurice-Chabard, Paris 1999 (Société Eduenne des Lettres, Sciences et Arts) [Picard, 327 S., zahlr. Ill., graph. Darst.].

Stadt und Herrschaftsresidenz zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Internationale Tagung, Târgovişte, 29. Mai bis 2. Juni 1996, Bukarest 1997, erschienen Bukarest 2000 (Historia Urbana, 5,1) [Editura Academiei Române]. – Siehe die Vorstellung oben S. *ff.

Aus dem Inhalt:

Cantacuzino, G. I.: Târgovişte – Ville et résidencer princière, S. 5-15. Bocchi, F.: Organizzazione urbana, istituzioni e residenze pubbliche a Bologna fra XII e XIII secolo, S. 17-37. Petrovics, I.: Royal Residence and Urban Development During the Reign of the Anjou Kings in Hungary, S. 39-65. Tandecki, J.: Die Burgen des Deutschen Ordens und die Städte in Preußen, S. 67-77. Chalupecki, I.: Die Zipser Städte im 13.-16. Jahrhundert, S. 79-89. Johanek, P.: Residenzbildung und Stadt bei geistlichen und weltlichen Fürsten im Nordwesten Deutschlands, S. 91-108. Matei, M., Neamţu, V.: Résidences voÎ vodales et principales résidences princières en Moldavie, jusqu’à la fin du XVIe siècle, S. 109-121. Niedermaier, P.: Stadt und Residenz in Transilvanien, S. 123-130. Möhlenkamp, R.: Die Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen moldauischen Städte bis Ende des 16. Jahrhunderts. II. Teil 5. Vom Mongoleneinfall (1241) bis zur Entstehung des unabhängigen Fürstentums Moldau (1363). Einleitende Bemerkungen, S. 131-144.

Stadtwerdung und städtische Typologie des Ostseegebietes bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, hg. von J.-K. Büthe und T. Riis, Odensee 1999 (Studien zur Geschichte des Ostseeraumes, 3) [Odense University Press].

Stahl, A.: Historische Nachrichten von der Burg Kalbe an der Milde, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 8 (1999) S. 79-110.

Stöller, E.: Mythos und Aufklärung. Psychoanalytische und kulturgeschichtliche Aspekte des Themas Herrschaft, Stuttgart 1999 (Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, 367) [Heinz, 220 S., kart., 35,– DM].

Strupp, C.: Johan Huizinga. Geschichtswissenschaft als Kulturgeschichte, Göttingen 2000 [Vandenhoeck & Ruprecht, 352 S., brosch., 64,– DM].

Symbole und Rituale des Politischen. Ost- und Westeuropa im Vergleich, hg. von A. Pribersky und B. Unfried, Frankfurt am Main u.a. 1999 (Historisch-Anthropologische Studien, 4) [Peter Lang, 300 S., zahlr. Abb., 98,– DM].

Szilágyi, A.: Die Esterházy-Schatzkammer. Übers. von K. Reviczky, Frankfurt am Main u.a. 1999 [Peter Lang, 132 S., 85 farb. und 76 sw-Abb., Ganzln., geb., 69,– DM].

Tentures médiévales dans le monde occidental et arabo-islamique. Actes de la journée d’étude de Lyon, 16 mars 1994 = Mélanges de l’École française de Rome – Moyen Âge 111 (1999) S. 281-486.

Aus dem Inhalt:

Piponnier, F.: Du palais aux tentes de guerre. Les textiles dans le cadre de vie, S. 281-288; Martiniani-Reber, M.: Tentures et textiles des églises romaines au haut Moyen Âge d’après le Liber pontificalis, S. 289-305; Cornu, G.: Rideaux et tentures dans le monde arabo-islamique oriental jusqu’à l’époque mamlüke, S. 307-322; Cardon, D.: A la découverte d’un métier médiéval. La teinture, l’impression et la peinture des tentures et des tissus d’ameublement dans l’Arte della lana, S. 323-356; Favre-Communal, M.: La Passion du musée de Reims. Étude technique et iconographique de toiles peintes du XVe siècle, S. 357-371; Lüttenberg, T.: Le tissu comme aura. Les fonctions des tentures à la cour d’Aragon et à Barcelone (XIVe-XVe siècle), S. 373-392; Mane, P.: Le lit et ses tentures d’après l’iconographie du XIIIe au XVe siècle, S. 393-418; Piponnier, F.: La diffusion des tentures à la fin du Moyen Âge: l’exemple de la Bourgogne, S. 419-442; Lachaud, F.: Les tentures et l’activité militaire. Les guerres d’Édouard Ier Plantagenet (1271-1307), S. 443-461; Alexandre-Bidon, D.: Tentures d’extérieur et de lieux publics, S. 463-477.

Thietje, G.: Die Orangerien und Gewächshäuser der Eutiner Residenz, in: Jahrbuch für Heimatkunde 33 (1999) S. 33-51.

Thomann, M.: Der "Truchsess" im deutsch-französischen Grenzsaum des Mittelalters, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147, N.F. 108 (1999) (Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag) S. 213-253.

Toussaint, I.: Asyl und Zuhause – Württembergische Herzöge in Schloß Fantaisie bei Bayreuth, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147, N.F. 108 (1999) (Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag) S. 469-491.

Treffeisen, J.: Habsburger Städte im spätmittelalterlichen Breisgau, in: Der Geschichtsfreund 152 (1999) S. 99-113.

Trugenberger, V.: Wappen auf der zimmerischen Burg Wildenstein als Zeugnisse adligen Familienbewußtseins im 16. Jahrhundert, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147, N.F. 108 (1999) (Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag) S. 339-362.

Tuck, A.: Crown and Nobility. England 1272-1461, 2. Aufl., Oxford 1999 [Blackwell, 357 S., 14,99 £].

Untermann, M.: opere mirabili constructa – Die Aachener Residenz Karls des Großen, in: 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Beiträge zum Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, hg. von C. Stiegemann und M. Wemhoff, Mainz 1999, S. 152-164.

Die Urkunden und Briefe aus Archiven und Bibliotheken der Stadt Nürnberg. Teil 1: 1440-1449, bearb. von D. Rübsamen, Wien 2000 (Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet hg. von H. Koller und P.-J. Heinig, 14) [Böhlau, 360 S., brosch., 98,– DM].

Die Urkunden und Briefe des Staatsarchives in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Urkundenabschriften (1440-1446), bearb. von T. Willich, Wien 1999 (Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), nach Archiven und Bibliotheken geordnet hg. von H. Koller und P.-J. Heinig, 12) [Böhlau, 352 S., brosch., 112,– DM].

Von der Urzeit bis zum Jahre 1526. Im Auftrag der Historischen Kommission für Schlesien hg. von L. Petry, J. J. Menzel und W. Irgang, 7. Aufl., Sigmaringen 2000 (Geschichte Schlesiens, 1) [Jan Thorbecke Verlag, 588 S., 32 Abb., davon 3 farb. Abb., 31 Karten, darunter 7 Ausschlagkarten und 4 Karten in Kartentasche, Ln., 68,– DM].

Valdez del Alamo, E., Pendergast C. S.: Memory and the Medieval Tomb, Aldershot 2000 [Ashgate, 285 S., 35,– ₤].

Vorderösterreich – nur die Schwanzfeder des Kaiseradlers? Die Habsburger im deutschen Südwesten. Landesausstellung Baden-Württemberg, 20. Februar bis 24. Mai 1999, Zehntscheuer Rottenburgam Neckar. Reiseführer. Autoren: I. C. Becker, D. Büchner, F. Quarthal, Stuttgart 1999 [Württembergisches Landesmuseum, 47 S., Kt.].

Vorderösterreich – nur die Schwanzfeder des Kaiseradlers? Eine Ausstellung des Landes Baden-Württemberg, des Landes Niederösterreich und des Kantons Aargau vom 20. Februar 1999 bis 27. Februar 2000, veranstaltet vom Württembergischen Landesmuseum Stuttgart. Gesamtkoordination: H. Burkert, Heidelberg 1999 [Vernissage-Verlag, 66 S., überw. Ill., Kt.].

Vorderösterreich – nur die Schwanzfeder des Kaiseradlers? Die Habsburger im deutschen Südwesten [Ausstellungskatalog erschienen anläßlich der Landesausstellung "Vorderösterreich – nur die Schwanzfeder des Kaiseradlers? Die Habsburger im Deutschen Südwesten" vom 20. Februar bis 24. Mai 1999 in der Zehntscheuer in Rottenburg am Neckar, vom 19. Juni bis 1. November 1999 auf der Schallaburg in Niederösterreich und vom 1.Dezember 1999 bis 27. Februar 2000 im Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau], hg. vom Württembergischen Landesmuseum Stuttgart. Ausstellungsleitung: V. Himmelein. Wissenschaftliche Beratung: F. Quarthal. Katalogredaktion: I. C. Becker unter Mitarbeit von A. Förschler, 2. Aufl., Stuttgart 1999 [Süddeutsche Verlags-Gesellschaft, 448 S., 419 Abb., zahlr. Ill., 48,– DM – Rez. im H-NET/Liste für Sozial- und Kulturgeschichte <H-SOZ-U-KULT@H-NET.MSU.EDU> von Klaus Graf <graf@uni-koblenz.de>].

Wandhoff, H.: velden und visieren, blüemen und florieren: Zur Poetik der Sichtbarkeit in den höfischen Epen des Mittelalters, in: Zeitschrift für Germanistik 9 (1999) S. 586-597.

Adelige Welt und familiäre Beziehung. Aspekte der "privaten Welt" des Adels in böhmischen, polnischen und deutschen Beispielen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hg. von H.-D. Heimann, Potsdam 2000 [Verlag für Berlin-Brandenburg, 239 S.]. – Eine Vorstellung dieses Buches erfolgt in den MRK 10,2.

Aus dem Inhalt:

Heimann, H.-D.: Adelsherrschaft und Adelskultur in Beziehungsweisen. Zur Einleitung, S. 9-16; Bůžek, V.: Die private Welt der böhmischen adeligen Familien in ihren Selbstzeugnissen des 16. und 17. Jahrhunderts, S. 17-41; Hlaváček, I.: Bemerkungen und Überlegungen zu den hochadeligen böhmischen Itineraren im Spätmittelalter, besonders zu dem des Ulrich von Rosenberg, S. 43-57; Polívka, M.: Ulrich von Rosenberg und seine Umgebung, S. 59-72; Derwich, M.: Der kleinpolnische Niederadel in seine privaten Beziehungen zum Benediktinerkonvent Łysiec im 15. Jahrhundert, S. 73-85; Wiszewski, P.: Stifterfamilie und Konvent. Soziale Wechselbeziehungen zwischen schlesischen Nonnenklöstern und Ritterfamilien im späten Mittelalter, S. 87-103; Wroniszewski, J.: Alltagsleben und Privatleben des polnischen Adels im Spätmittelalter, S. 105-114; Ranft, A.: Adlige Wappen-, Turnier-, Haus- und Familienbücher. Zur Notationspraxis von Wappen- und Namenslisten, S. 115-139; Geiseler, U.: ... uf schlechte erden von holtze und leyme – Zur Lebenswelt des brandenburgischen Adels an der Schwelle zur Frühen Neuzeit, S. 141-153; Thumser, M.: Chronist und ritterlicher Bürokrat. Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502) und seine Schriften aus dem Umkreis des Ansbacher Markgrafenhofes, S. 155-176; Nolte, C.: Pey eytler finster in einem weichen pet geschieben. Eigenhändige Briefe in der Familienkorrespondenz des Markgrafen von Brandenburg (1470-1530), S. 177-202; Rogge, J.: muterliche liebe mit ganzen truwen allecit. Wettinische Familienkorrespondenz in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, S. 203-239.

Welterbe Wartburg. Porträt einer Tausendjährigen, hg. von der Wartburg-Stiftung, mit Texten von J. Krauss und Fotografien von U. Kneise, Regensburg 2000 [Schnell & Steiner, 158 S., 20 sw-Abb., 129 farb. Abb., 29,80 DM].

Wendt, A.: Schloß Gottorf, Regensburg 2000 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 5,1) [Schnell & Steiner, 64 S., 59 farb., 20 sw-Abb., 19,80 DM].

Winterling, A.: Aula Caesaris. Studien zur Institutionalisierung des römischen Kaiserhofs in der Zeit von Augustus bis Commodus (31 v.Chr.-192 n.Chr.), München 1999 [Oldenbourg, 283 S., 98,– DM].

Wisplinghoff, E.: Beamtenschaft, Finanzen und Verwaltungswirklichkeit in Kurköln zur Zeit Erzbischof Dietrichs II., in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25 (1999) S. 183-218.

Wouters, C.: Informalisierung. Norbert Elias’ Zivilisationstheorie und Zivilisationsprozesse im 20. Jahrhundert, Wiesbaden 1999 (Hagener Studientexte zur Soziologie, 3) [Westdeutscher Verlag, 222 S., brosch., 29,80 DM].

Württemberg, P. Herzog von: Das Lackkabinett im deutschen Schloßbau. Zur Chinarezeption im 17. und 18. Jahrhundert, Bern u.a. 1998 [Peter Lang, 261 S., zahlr. Abb., geb., 123,– DM].

Yiu, Y.: Jan van Eyck: Das Arnolfini-Doppelbildnis, Frankfurt am Main 2000 [Stroemfeld, brosch., Abb., 48,–].

Zedinger, R.: Die Verwaltung der Österreichischen Niederlande in Wien (1714-1795). Studien zu den Zentralisierungstendenzen des Wiener Hofes im Staatswerdungsprozeß der Habsburgermonarchie, Wien 2000 (Schriftenreihe der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts, 7) [Böhlau, 272 S., brosch., 69,80 DM].

Zettler, A.: Geschichte des Herzogtums Schwaben. Ursprünge, Geschichte und Nachleben, Stuttgart 2000 [Kohlhammer, 240 S., geb., 49,– DM].

Ziegler, S.: Holzvertäfelte Stuben der Renaissance zwischen Main und südlichem Alpenrand. Studien zur Innenarchitektur des 16. und 17. Jahrhunderts, Frankfurt am Main u.a. 1995 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 28: Kunstgeschichte, 237) [Peter Lang, 717 S., 114 Abb., 4 Faltblätter, 178,– DM].

Zotz, T.: Von Hof zu Hof: Grenzerfahrungen mittelalterlicher Gesandtschaften, in: Grenzgänger zwischen Kulturen, hg. von M. Fludernik und H.-J. Gehrke, Würzburg 1999 (Identitäten und Alteritäten, 1), S. 251-263.

Zscheiplitz. Pfalzgrafenhof, Kirche, Kloster und Gut, hg. von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Halle/Saale 1999 (Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Sonderheft).

Vermischtes

Renaissance Journal

Mit der ersten Nummer ist im Januar 2000 das "Renaissance Journal" in Coventry, England, erschienen. Diese neue Zeitschrift ist eng verbunden mit dem Forschungsprojekt "Europa Triumphans" an der Universität von Warwick, einem interdisziplinären Projekt zur Erforschung der höfischen Festkultur der Renaissance und der frühen Neuzeit. Es beschäftigt sich mit höfischen Festen in Europa und in der "Neuen Welt". Dazu dienen u.a. Tagungen, die, ähnlich wie die Symposien der Residenzen-Kommission, im zweijährigen Rhythmus abgehalten werden sollen. Ein ambitioniertes Programm also, das die Herausgeber, Ronnie Mulryne und Helen Watanabe-O'Kelly, dem Leser mit dieser ersten Ausgabe der neuen Zeitschrift nahebringen wollen.

Darin findet sich zunächst eine Projektbeschreibung, die den Beginn und die bisherige Entwicklung der Forschungsgruppe beschreibt. Alles fing an mit einer Tagung an der Universität Warwick im April 1990 über "Italian Renaissance Festivals and their European Influence". Hieraus entwickelte sich ein Netzwerk, aus dem schließlich das vom britischen "Arts and Humanities Research Board" geförderte Projekt entstand. Noch in diesem Jahr wird erneut eine Tagung zum Thema in der Toskana stattfinden, auf die wir auch oben, S. *f., hinweisen.

In weiteren Artikel wird das Editionsvorhaben des Projekts, eine zweibändige Sammlung von Festival-Texten, die Ende 2001 oder Anfang 2002 erscheinen soll, sowie die einzelnen Forschungsvorhaben des Gesamtprojekts in Auswahl vorgestellt. Insgesamt gibt es acht Unterprojekte, die sich mit Polen/Litauen, Genua, Skandinavien, den Niederlande, der Protestantische Union, Heinrich III. von Frankreich, La Rochelle und der Niederlage des Protestantismus sowie mit der "Neuen Welt" beschäftigen.

Interessenten können das Journal durch Einsendung Ihrer Adresse und eines Cheques in Höhe von 5 £ pro Ausgabe abonnieren. Die ersten beiden Nummern sind jedoch auch kostenlos unter folgender Adresse erhältlich: Renaissance Journal, Centre for the Study of the Renaissance, University of Warwick, Coventry CV4 7AL, England.

Jörg Wettlaufer

500. Geburtstag Karl V.

Zahlreiche Informationen im Internet unter der Adresse:

http://www-geschichte.fb15.uni-dortmund.de/vl/fnz/fnz.htm

Internetprojekt "Reti Medievali – Medieval Networks"

Eines neues, italienisches Internetprojekt zur Unterstützung von Mediävistischer Forschung und Lehre bieten fünf Historiker unter folgender Adresse an: http://www.retimedievali.it

 

Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur

Vorhaben des Arbeitskreises:

Für das Jahr 2001 sind von Seiten des Arbeitskreises zwei Veranstaltungen geplant. Zum einen soll im Frühjahr in Potsdam eine kleine Tagung über den Hofzeremonienmeister Johann Besser veranstaltet werden. Besser, der sowohl in Berlin als auch in Dresden wirkte, ist bislang als ein bedeutender Sammler von Hofnachrichten, Verfasser von Casuallyrik und Organisator der preußischen Königskrönung nicht ausreichend gewürdigt worden.

Eine weitere Veranstaltung im Herbst in Rudolstadt wird sich der "Residenzbildung und Staatlichkeit in Thüringen in der Frühen Neuzeit" widmen. Dabei stehen die Dynastien des mitteldeutschen Raumes (Sachsen, Anhalt, Thüringen), Fragen der Periodisierung und der Bewertung von Residenzbildung im Mittelpunkt.

Eine Tagung zum Thema "Mittelalter in der Frühen Neuzeit" wird im Frühjahr 2002 stattfinden. Diese Fragestellung wurde in der Vergangenheit eher vernachlässigt, gewinnt aber in jüngerer Zeit an Bedeutung. Schwerpunkte sollen dabei die Fragen nach der Bedeutung von Geschichte und Tradition für die Hofkultur der Frühen Neuzeit sein.

Kontaktadresse:

Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur, Thüringer Landesmuseum Heidecksburg (Dr. Lutz Unbehaun, Thüringer Landesmuseum, Heidecksburg Rudolstadt, PF 48/51, D-07407 Rudolstadt, Tel. 0 36 72 - 42 90-13 – Fax: 0 36 72 - 42 90-90, Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/landesgesch/framesarb.htm).

3. Münchner Bohemisten-Treffen

Am 5. März 1999 fand in München das 3. Münchner Bohemisten-Treffen zu Themen der deutschsprachigen Bohemistik statt, eine Veranstaltung des Collegium Carolinum. Herbert Schmid aus Hof stellte aus diesem Anlaß ein Forschungsprojekt zum Wiener Fürstentag von 1515 vor, das als eines der größten höfischen Feste in Spätmittelalter und Frühneuzeit mit politisch weitreichenden Folgen unter strukturgeschichtlichen und verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten bearbeitet werden soll. Die bislang dominierende Perspektive aus Sicht des Heiligen Römischen Reiches soll durch die Einbeziehung osteuropäischer Zusammenhänge und Quellen korrigiert werden. Dabei wird die Frage des Generalvikariats im Reich mit der Adoptionspraxis zwischen den Habsburgern und den Ostmitteleuropa beherrschenden Jagiellonen in Verbindung gesetzt.

Arbeitskreis "Wiener Hof"

Kontaktadresse: Dr. Stefan Sienell

ÖAW – Historische Kommission

Fleischmarkt 22/II/3

A-1010 Wien

Email: stefan.sienell@oeaw.ac.at

Die Arbeitsstelle Kiel

 

 

Prof. Dr. Werner Paravicini

Dr. Jan Hirschbiegel

Dr. Jörg Wettlaufer

Björn Kristian Karau, M.A.

 

 

Adresse:

Akademie der Wissenschaften in Göttingen

Residenzen-Kommission

Arbeitsstelle Kiel

c/o Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8

(postalisch:) Olshausenstr. 40

D-24098 Kiel (für Briefe)

D-24118 Kiel (für Päckchen und Pakete)

Tel./Fax/AB: [D] 0431-880-1484

 

 

Email: resikom@email.uni-kiel.de

 

Adresse im Internet: http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de

 

*****

Prof. Dr. Werner Paravicini

Deutsches Historisches Institut Paris

Hôtel Duret de Chevry

8, rue du Parc-Royal

F-75003 Paris

Tel. 00 33-1-42 71 56 16 – Fax 00 33-1-42 71 56 43

Email: direktor@dhi-paris.fr

Adresse im Internet: http://www.dhi-paris.fr

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