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Mitteilungen der Residenzen-Kommission
der
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
 
 
 
Jahrgang 1 (1991) Nr. 2

 
 
 

 

 

Residenzen-Kommission
Arbeitsstelle Kiel

 

 

 
 

Herstellung:
Vervielfältigungsstelle
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
 
Titelvignette:
Stadtansicht von Ansbach
von M. Merian, 1648

 

 

 


Inhalt

 
Stimmungsbild 3

Aus der Arbeit der Kommission 4

3. Symposion: "Alltag bei Hofe" (1992) 6

4. Symposion: "Zeremoniell und Raum" (1994) 8

Aus der Werkstatt: Forschungsberichte der Mitarbeiter. Residenzengeschichtliches Florilegium aus spätmittelalterlichen deutschen Reiseberichten, zusammengestellt von Christian Halm 9

Chronik 12

Buchvorstellungen 19

Neuerscheinungen 24

Die Arbeit der anderen: Lutz Fenske, Göttinger Pfalzenforschung 27

Personalia: Addenda & Corrigenda 34

Die Arbeitsstelle Kiel 35


Stimmungsbild

Das Echo auf den Versand der ersten Nummer dieser Mitteilungen war umwerfend: Ganze vier Zuschriften erreichten mich aus dem Kreis der freien Mitarbeiter und Betreuer. Es schrieben mir und sandten Sonderdrucke Frau Wüfling und die Herren Ehmer, Quarthal und Wüst. Das kommt davon, höre ich sagen. Immerhin gab es außerhalb dieses Kreises ein lebhafteres Echo. Darum noch einmal: Senden Sie mir einen Bericht über den Stand Ihrer Arbeit für die Rubrik Arbeitsberichte, senden Sie mir eine Buchsprechung, senden Sie mir Sonderdrucke und Kolloquiumsprogramme, Gedanken und Hinweise aller Art. Alles wird vermerkt und findet Eingang in der einen oder anderen Weise in die nächste Nummer. Wir müssen ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben, zu unser aller und der Sache Nutzen.

Nächster Redaktionsschluß: 1. April 1992.

Es ist deutlich an der Zeit, daß wir uns alle wieder einmal sehen, um etwas mehr Optimismus und Zuversicht zu entwickeln, ist der Gegenstand unserer Arbeit doch nicht irgendein beliebiger, sondern gehört zum Schönsten und Feinsten, Spannendsten und Aktuellsten: "Wenn Du ein fremdes Territorium gewinnst, so verlege Deine Hauptstadt dorthin", schrieb Macchiavelli in seinen "Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio" 1513/1519.

Zumal hinsichtlich des mittelalterlich Hofes wäre eine ganze Zitatensammlung neuesten Datums von einander wiederholenden Rufen nach dem Werk hier anzuführen, das endlich eine Geschichte dieser Institution gäbe, die auf der methodischen Höhe der Zeit wäre. Hier ist ein Problem zu lösen, sind Meriten zu erwerben.

Wir sind natürlich bescheidener. Geld gibt es ohnehin nur tröpfchenweise (siehe oben). Aber wir sollten uns an die Arbeit machen oder kräftig darin fortfahren. Gelegenheit, darüber zu reden bietet Ansbach, Ende Februar.

Werner Paravicini, Kiel


Aus der Arbeit der Kommission

1. Die 5. Sitzung der Residenzen-Kommission fand am 18. Oktober 1991 in Göttingen statt. Eine neue Beschreibung der Aufgaben der Kommission wurde beschlossen: anstatt "Die Entstehung der landesherrlichen Residenzen im spätmittelalterlichen deutschen Reich" nunmehr "Residenz und Hof im spätmittelalterlichen deutschen Reich (1200-1600)". Damit wird der zeitliche Rahmen und neben der topographischen auch die soziale Dimension der Residenzproblematik sichtbar.

2. Reihe "Residenzenforschung"

Bd. 3 (Passau) ist bedauerlicherweise immer noch in der (2.) Korrektur begriffen.

Folgende Bände werden 1991/1992 im Ms. abgeschlossen und sollen von der Kommission begutachtet und gegebenenfalls veröffentlicht werden:

Dieter Kerber, "Herrschaftsmittelpunkte im Erzstift Trier am Ende des Mittelalters".
Frau Weigand-Karg, "Die Plassenburg als Residenz im 16. Jahrhundert".

Johann Kolb, "Die Entstehung der Residenz Heidelberg".

Michael Scholz, "Die Magdeburgische Residenz Halle 1503-1541".

Ein Band über oberschlesische Residenzen (Ratibor, Auschwitz), erarbeitet am Oberschlesien-Institut Münster i. W. unter Leitung von Prof. Johanek.
 

3. "Mitteilungen der Residenzen-Kommission"

Jg. 1 (1991) Nr. 1 (24 S.) ist im April 1991 erschienen (Auflage 250). Jg. 1 (1991) Nr. 2 (35 S.) hiermit im November 1991 (Auflage 300). Die Zuteilung einer ISSN - Nummer wird beantragt.
 

4. Symposium "Alltag bei Hofe" (1992)

Der neueste Stand des Programms ist unten wiedergegeben. Hin kam, daß wir uns um eine Führung durch die Stiftskirche St. Gumbertus mit der Schwanenritter-Kapelle bemühen. Diese Führung soll am Frühnachmittag des 1. März nach dem Mittagessen angeboten werden. Vgl. auch unten Punkt 7.

Aus der Kommission haben ihre Teilnahme am Symposium zugesagt die Prof.res Boockmann, Honemann, Johanek und Paravicini.
 

5. Künftige Symposien

Für 1994 ist das Thema "Zeremoniell und Raum 1200-1600" vorgesehen. Siehe unten.

1996 sollten wir uns des Themas "Hof- und Hofordnungen" annehmen.
 

6. Das Projekt "Bibliographie der spätmittelalterlichen Reiseberichte"

Bd. 1 (deutsche Berichte) soll im Frühjahr 1992 abgeschlossen und anschließend veröffentlicht werden. 110 Berichte sind bislang mit Itineraren versehen, bei 22 fehlen sie noch. Einige Texte müssen noch aufgenommen werden, auch die durchgehende bibliographische Revision steht noch aus. Vgl. den Beitrag des neuen Bearbeiters Christian Halm in diesem Heft. Sein künftiger Kollege Detlev Kraack, wird ab dem 1. Januar 1992 die Bearbeitung der ausländischen Berichte beginnen.

7. Das Projekt "Handbuch der landesfürstlichen Residenzen im spätmittelalterlichen Reich" soll auf der bevorstehenden Ansbacher Tagung besprochen und später zum Gegenstand eines neuen Antrags bei Drittmittelgebern gemacht werden.
Werner Paravicini, Kiel


3. Symposion: "Alltag bei Hofe" (1992)

Die ursprünglich geplante Gliederung hat sich nicht verwirklichen lassen: Das Programm war zu ehrgeizig. Weiser und fruchtbarer ist, sich zunächst nach verfügbaren Quellen und Quellengruppen auszurichten. So ist denn im Spiel von Nachfrage und Angebot das folgende, erfreulich internationale Programm entstanden:

Alltag bei Hofe

Ansbach, 28. Februar - 1. März 1992

Kath. Pfarrzentrum St. Ludwig, Karolinenstr. 30

8800 Ansbach

Tel. (0981) 2532

 

Vorläufiges Programm (Stand: 1. Nov. 1991):

 

Freitag, d. 28. Februar

                Anreise

18 h Gemeinsames Abendessen

20 h Workshop: Erfahrungen beim Schreiben von Residenzenmonographien. Projekt "Handbuch der landesfürstlichen Residenzen im spätmittelalterlichen Reich"

 

Samstag, d. 29. Februar

                9 h 00 W. Paravicini (Kiel) Begrüßung und Einleitung

 

I. Versorgung

                9 h 45 M.G.A. Vale (Oxford) Provisioning princely households of the Netherlands in the Fourteenth Century.

                10 h 15 K. Militzer (Köln) Die Versorgung des Kurkölnischen Hofs

                10 h 45 Kaffeepause

                11 h 15 R. Seyboth (Regensburg) Reichsstadt und fürstlicher Hof. Nürnberg als Versorgungszentrum für die fränkischen Hohenzollernresidenzen.

                11 h 45 I. Hlavácek (Prag) Religiöse Versorgung: Das Kapellanat am luxemburgischen Hof.

                12 h 15 Diskussion

                13 h 00 Gemeinsames Mittagessen
 

II. Alltag und Fest

                 15 h 00 B. Studt (Münster) Der geplagte Alltag der Hofliteraten

                 15 h 30 H. Boockmann (Göttingen) Alltag am Hof der Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen.

                16 h 00 A. Uyttebrouck (Brüssel) Quelques aspects de la vie quotidienne à la Cour de Brabant (fin XIVe- début XVe siècle).

                16 h 30 Kaffeepaus

                17 h 00 U. Dirlmeier/G. Fouquet (Siegen) Alltag in der Hofhaltung des Basler Bischofs Johannes von Venningen aufgrund seines Haushaltungsbuchs der Jahre 1458-1478.

                17 h 30 A. Kubinyi (Budapest) Alltag um 1500 am ungarischen Königshof der Jagiellonen.

                18 h 00 Diskussion

                20 h 00 Gemeinsames Abendessen

  Sonntag, den 1. März

III. Land und Hof

                9 h 00 W. Wüst (Augsburg) Höfische Zentralität und dezentrales Ämterwesen. Die hochstiftisch-augsburgischen Residenzen in der frühen Neuzeit.

                9 h 30 R.G. Asch (Münster) Am Hof der Stuarts 1603-1640: der Zugang zum Herrscher.

                10 h 00 Kaffeepause

                10 h 30 P. Johanek (Münster) Zusammenfassung

                11 h 00 Generaldiskussion

                13 h 00 Gemeinsames Mittagessen

                ca. 14 h 30 Führung durch die Stiftskirche St. Gumbertus Abreise


4. Symposion (1994)

Um einen künftig zweijährigen Turnus zu ermöglichen, müssen jetzt schon die Vorbereitungen für das Kolloquium des Jahres 1994 beginnen. Im Einverständnis mit den Mitgliedern der Kommission schlage ich vor, sich mit dem Komplex

"Zeremoniell und Raum"

vom 12. bis zum 16. Jahrhundert zu beschäftigen. Menschen und Sachen, sich verändernde Sozialstrukturen und bauliche Gestalt werden von der Frage erfaßt, wie die zunehmende Zeremonialisierung und Distanzierung im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sichtbar geworden sind. Beim "Raum" ist indes nicht nur an die bauliche Anlage der Residenz, sondern auch an den weiteren, durch Umritt und Einzug erschlossenen Raum zu denken. Das Thema ist mühelos interdisziplinär und kann vor allem Historiker und Kunsthistoriker zusammenführen.

Bitte schreiben Sie mir Ihre Anregungen und Vorschläge, auch hinsichtlich eines geeigneten Tagungsortes, zu Themen und Referenten.

Oder sollte wir ein anderes Thema wählen?


Aus der Werkstatt: Forschungsberichte der Mitarbeiter

 
Residenzengeschichtliches Florilegium aus spätmittelalterlichen deutschen Reiseberichten zusammengestellt von Christian Halm

Als kleine Kostprobe aus dem Reichtum spätmittelalterlichen deutschen Reiseberichte, die in der künftigen Bibliographie verzeichnet sein werden (in Klammern deren vorläufige Nr.), folgen hier einige Texte, die dem Residenzenforscher nicht gleichgültig sein dürften.

Aix-les-Bains
Item. Die herberge zcu deme Wissen Crucze ist des herczogen von Soffoyen herberge, dorumme hatte der werdt yme zcu eren in die herberge eyn sunderlich bad gemuret vnd gewelbet dor yn.

Hans von Waltheym, 1474 (65), S. 17.

Angers
Do muost mein herr dem kunig [König René von Anjou] zu lieb reiten in ein stat und schloss, heisst Angers. Das ist das kostenlichst vest schloss, das ich mein, das in der Cristenheit sei ... Das schloss leit in einer eben und hat einen gefuoterten graben umb sich aussen herumb geen und hat ein mauern inwendig, do man mit wägen darauf varen mag und stend funfundzweinzig thürn auf der mauer, und ein ieder thurn hat ein ritter zu gewalt, und ist so weit und gross, das er inwendig sein wonung und wesen wol mag haben. Inwendig im schloss da stet erst der kunig pallast und daran ein kirchen, darin ist ein halber thum. Und die kirch ist uberkostlich geziert und dorin ser kostlich cantores. Item man findet in dem schloss von allen handwerken des merern teils, die ir wonung darin haben, und man hat zweiunddreissig jar daran gebaut als wir da waren, und ist geordnet und gestiftet, das man alle jar zweiunddreissig tausend gulden daran verbauen müssen, und wann der kunig von Cecylly stirbt, so ist das selbig schloss des kunigs von Frankreich.

Also fürten sie meinen herrn, nachdem er das schloss innen und aussen gesehen het, in des kunigs pallast. Do was bereit ein kostlich mal mit einer kostlichen kredenz und vil silbergeschir das der kunig stets in dem schloss hat, und die allerkostlichsten essen, die man meinem herrn und seinen gesellen durchauss gab mit allen kredenzen, als waer der kunig selbs da. Do lag ein tebich auf des kunigs bett, meinet man, das er ob vierzig tausend gulden wert waer, und alle gemaech mit den kostlichsten tebichen geziert, das unsäglichen ist. Und do man gessen het, füert man meinen herrn allenthalben umb. Und derselbig kunig hat gross lieb zu vogeln und seltsamen tier. Der sach wir aussdermassen vil, und geiss, kamen auss der heidenschaft, haben oren länger dann drei spann lang; und sahen do zwen gross lewen, zwen leoparden nacheinander, zwen straussen und ander seltsames tier gar viel.

Leo von Rozmital, 1465-67 (56), S. 161 ff.

Bari
Mitwoch ritten wir 15 meilen in die stadt Baro, diese Stadt Baro leit auch am Mehre [...] Inn dieser Stadt helt die Alte hertzogin von Meylandt, der Tochter dem Könige von Polen verheirat ist, wesentlich hofflager, vndt hat ein fast starck Schlosz new erbauet alda des forms mit den spitzen ecken wie zu Mola.

Bernhard von Hirschfeld, 1517 (115), S. 92.
 

Brüssel
Item von dann auss ritt wir in ein stat, ist ser gross, heisst Brugsel. Aldo funden wir den herzog von Burgundi. [Es folgt die Beschreibung des Empfangs und des Essens] Und do mein herr gessen het, do fuorten jn die herren wider zum herzogen. Der schiket mit jm, und liess jn zum ersten seinen tiergarten sehen, der ist an massen kostenlich, vast weit, vil schoner brunnen und weier, darinn man findet von allem geflügel und tieren, die anders geheuer sein. Darnach liess er meinen herrn seinen schatz und kleinet sehen, die unaussprechlich vil uberkostlich sein, das man meinet, er ubertreff weit der Venediger schatz von kostlich edelgestein und perlein. [Es folgt die Beschreibung des Schatzes].

Leo von Rozmital, 1465-67 (56), S. 149 f.
 

Burghausen
Das sloß do selbist Borghusen vnd ist des richen herczogen Loddewiges, vnd das sloß hat XXIII thorme. Vff deme genannten slosse hat herczoge Loddewig die czwalff guldene aposteln, die synt alzo groß alzo eyn vorwachsen man. Her hat ouch doruffe alle synen schacz, vnde das sloß ist wol alzo langk alzo die stad Lipczigk. Item. Zcu deme slosse gehoren LXX sehe vnde tiche etc.

Hans von Waltheym, 1474 (65), S. 5.
 

Landshut
Item. Bie der stat zcu Landeßhüet hat der riche herczoge Loddewig das lustigiste jagethuß in das wasser büwen lassen, das ich noch ye gesehin habe. Do yagt man den herß vß deme walde gewiß biß vndir das iagthuß; do sleht man on alzo balde etc.

Hans von Waltheym, 1474 (65), S. 5.
 

Lissabon
Von dann gen Lissabona was 5 meil, da blieben wir 6 tag dar stilligent, vnd besahen die grossen schiff, die von Calecut kummen, vnd das ganze Haus von India, vnd des Königs Zeughaufs gar viel hübsche büchssen, vnd die Harnisch sollen sein für 40 tausent man zu fus, vnd 10 taussent zu Rofs, Und viel glocher zu den pferden, vnd ein Kalakudisch Harnisch, vnd viel seltzamer waar, vnd fuhren zu dem newen schlofs, vnd zu dem newen Closter, das der König bawen lest, vnd besahen die gantz statt, was darinnen zu besehen was.

Sebald Örtel, 1521/22 (125), S. 73.

 
Mailand
Meilant ist ein ausdermassen ein kostenliche schone wolerbaute stat, do vil gewerbs ist auch vil kostenlicher handwerker und vil guter plattner. Und in der stat ist das aller kostlichst schloss von gebäuen unter der erden, das ich mein, das in der cristenheit sey. Ist ser wol bewart und behutet, dann wer das schloss hat, der mag die ganzen stat nöten. Wir sahen auch zu Meilant ein kostlich haus, hetten des Kosman de Medici kaufleut innen.

Leo von Rozmital, 1465-67 (56), S. 193.
 

Orléans, Blois und Amboise
[...] Darnach gen Orliens, ist ein Grosze Statt. Da saszend wir mit den Rossen uf das wasser, fuorend für Bläfs nider, ist da ein schön Schloss unnd Gartten, als man finden kan. Darnach kamend wir gen Ambos, ist auch ein Schöne Statt unnd mechtig schlosz. im selben Schloss waren zwen Löwenn.

Heinrich Schönbrunner, 1531 (130), S. 221.


Chronik

Das "Centre d'Etudes Supérieures de la Renaissance" in Tours (B.P. 1328, F - 37013 Tours Cedex) ist für alle Forscher, die sich mit dem 15. und 16. Jahrhundert beschäftigen, ein Begriff. Das 34. seiner Internationalen Kolloquien, Tours, 1.-11. Juli 1991, trug den Titel:

Le Concert des voix et des instruments à la Renaissance

Die lange Liste der fast 50 Vorträge kann hier nicht wiedergegeben werden. Es genüge der Hinweis darauf, daß hier Wichtiges zur Hofmusik gesagt wurde und veröffentlicht werden wird.

*

Am 12. Juli 1990 fand eine Tagung in der Reihe der Atzelsberger Gespräche der Dr. Alfred Vinzl-Stiftung an der Universität Erlangen-Nürnberg im Schloß Atzelsberg statt, diesmal zum Thema:

Das höfische Fest im Absolutismus
Politische Motive - künstlerische Realisierungen

Der Erlanger Musikwissenschaftler Fritz Reckow hatte es geplant und geleitet - womit wir wieder bei der Musik und dem Gesamtkunstwerk Fest wären. Nicht nur Historiker fordern die "histoire totale":

Fritz Reckow, Erlangen: Einleitung.

Werner Oechslin, Zürich: Fest, Feuerwerk, Inszenierung, öffentlicher Raum.

Lars Olof Larsson, Kiel: Bildende Kunst im Dienste der Repräsentation in Schloß und Garten von Versailles.

Fritz Reckow, Erlangen: Der inszenierte Fürst. Situationsbezug und Stilprägung der Oper im absolutistischen Frankreich.

Volker Kapp, Erlangen: Spielen und Mitspielen: Literatur und höfische Repräsentation zur Zeit Ludwigs XIV.

Einen kurzen Bericht erstattete F. Reckow im F[riedrich-] A[lexander-] U[niversität] Uni-Kurier 17. Jg. Nr. 83 (April 1991), S. 32f. Die Vorträge der Tagung werden veröffentlicht werden.

*

Anläßlich der 500-Jahrfeier der 15. Kapitelssitzung des Ordens vom Goldenen Vlies 1491 in Mecheln fand in dieser Stadt ein Symposium statt unter dem Titel

Der Orden vom Goldenen Vlies zu Mecheln 1491.

Veranstalter war der Kon. Kring voor Oudheidkunde, Letteren en Kunst van Mechelen, Organisator war Raphaël de Smedt, Chef de Département an der Königlichen Bibliothek in Brüssel. Folgende Themen, die in Gegenstand und Personen durchaus nicht nur von vergleichendem Interesse sind, wurden behandelt:

R. de Smedt, Brüssel
Le 15e chapitre de l'Ordre de la Toison d'Or (Malines, 1491).

A. Lindner, Stuttgart
Der "Pas d'Armes " des Claude Salins.

J.-M. Cauchies, Brüssel/Louvain-la-Neuve
L'Archiduc Philippe d'Autriche, dit le Beau (1478-1506).

P. de Win, Brüssel
Engelbert II van Nassau (1451-1504).

B. Bauchau, Brüssel
Jacques de Savoie (1450-1486).

R. de Smedt, Brüssel
Jan heer van Lannoy (1402-1493).

A. Scufflaire, Brüssel
Jehan de Ligne (ca. 1439-1491).

J. Richard, Dijon
Claude de Toulongeon (ca. 1420 - ca. 1504).

W. Blockmans, Leiden
Albrecht III hertog van Saksen (1443-1500).

J. Debry, Châtel-sur-Moselle
Claude de Neufchâtel (1448/50-1505).

M. van Gent, Leiden
Jan van Egmond (1438-1516).

Die Akten des Kolloquiums sollen im Mai 1992 im Druck erscheinen.

Die Ausstellung über die 109 Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies im 15. Jahrhundert, die das Kolloquium ursprünglich begleiten sollte, wird von Oktober bis Dezember 1992 in der Brüsseler Königlichen Bibliothek zu sehen sein (c/o Raphaël de Smet, Chef de département, Bibliothèque Royale Albert Ier, Bd. de l'Empereur 4, B 1000 Bruxelles).

*

Das "Dansk Komite for Byhistorie" (Dänische Komitee für Stadtgeschichte), 1990 mit Sitz an der Universität Odense gegründet und von Prof. Dr. Thomas Riis (C.F. Richs Vej 101 B, DK - 2000 Frederiksberg) geleitet, hat, neben einer Tagung zum Thema "Stadtwerdung und städtische Typologie des Ostseegebietes bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts" (Odense 14.-15. Okt. 1991) auch ein Kolloquium ausgerichtet über

"Berlin und Kopenhagen ca. 1650 - ca. 1930",

das am 3. und 4. Okt. 1991 im Kopenhagener Stadtmuseum stattfand. Hier das Programm:

Helga Schulz, Berlin
Die Metropole aus der Streusandbüchse. Die Beziehungen zwischen Berlin und seinem Hinterland in neuerer Zeit.

Helge Gamrath, Kopenhagen
Kopenhagen als Hauptstadt während des Absolutismus ca. 1650-1850.

Ingo Materna, Berlin
Die Hauptstadt des Kaiserreiches und der Weimarer Republik.

Torben Ejlersen, Kopenhagen
Kopenhagen als Hauptstadt ca. 1850-1930.

Poul Stromstad, Kopenhagen
Städtebau und Wohnungen in Kopenhagen ca. 1700 bis ca. 1850.

Ole Hyldtoft, Kopenhagen
Von Festung zu moderner Großstadt: Kopenhagen 1840-1914.

Peter Franke, Berlin
Arbeiteralltag in einem Berliner Industriebetrieb um 1900.

Bärbel Holtz, Berlin
Leben und Arbeiten im Berlin der Weimarer Republik.

*

Fast zur selben Zeit, vom 10. bis zum 13. Oktober 1991 fand zu Jena statt ein interdisziplinäres Symposium über

Frühneuzeitliche Hofkultur in Thüringen und Hessen

veranstaltet vom Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Universsität Jena und dem dem Institut für Neuere Deutsche Literatur der Universität Marburg.

*

Die Strukturen der Macht sind seit langem ein bevorzugter Gegenstand der französischen Mediävistik. Jetzt plant das "Centre de Civilisation Polonaise" an der Université de Paris-Sorbonne (Paris IV) unter Leitung von Prof. Micheal Tymowski, 18, rue de la Sorbonne, F - 75005 Paris, Tel.: (00331) 40 46 27 15, ein Kolloquium zum Thema

Lieux du pouvoir au moyen âge.

Es wird am 1. und 2. April 1992 in der Sorbonne stattfinden. Folgende Vorträge sind geplant:

Jacques Le Goff,
Cérémonial d'intronisation des rois français à l'époque du moyen âge.

Martin Heinzelmann,
Lieux du pouvoir dans l'oeuvre historiographique de Grégoire de Tours.

Jacek Banaszkiewicz,
Centre du pouvoir - lieux d'intronisation dans les monarchies du Haut moyen âge en Europe Centrale et Orientale.

Hanna Zaremska,
Cérémonie d'expulsion des bannis à Cracovie au Bas moyen âge.

Halina Manikowska,
Etablissemnt et publication de droit urbain dans les villes polonaises et silésiennes du Bas moyen âge.

Roman Michalowski,
Les églises royales dans la capitale. Une étude sur la religiosité politique au moyen âge.

 

*

Mehrere deutsche Städte feiern 1992 ein größeres Stadtjubiläum. Dazu gehören die Residenzstädte Celle (700 Jahre), Erfurt (1250), Ingolstadt (600), Kiel (750 Jahre), Kleve (750 Jahre) und Koblenz (2000 Jahre). Folgende Ausstellungen und Veröffentlichungen sind bekannt geworden:

Celle hat gerade ein "Festbuch" veröffentlicht (ISBN 3-925902-12-0, 19,50 DM), mit Beiträgen von über 40 Autoren, darunter: Michael Guenter, Celles Anfänge bis zur ständigen Residenz der Welfischen Herzöge 1388; Joachim Schwanitz, Die Entwicklung des Stadtgebietes im Laufe der Jahrhunderte; Helmut Rüggeberg, Residenz und Bürgerstadt; Eberhard Johow, Vom Hof- zum Volkstheater; Hans-Walter Schütte, Die Stadtkirche und ihre Generalsuperintendenten; Angelica Hack, Sophie Dorothea -Die Prinzessin von Ahlden; Andreas Brundiers, Clemens Cassel - Celles Geschichtsschreiber; Werner Krumm, Baumaßnahmen am Celler Schloß; Micheal Hild, Stadtgestalt und Denkmalpflege.

Erfurt veröffentlicht einen populären Sammelband "Erfurt. Die Stadt in der Mitte Deutschlands", 150 S., dazu 50 farbige und ca. 100 s/w Aufnahmen.

Ingolstadt plant zur Erinnerung an seine Erhebung zur Haupt- und Residenzstadt des Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt eine Ausstellung "1392" im Stadtmuseum, die vom 28. Juni bis 20. September geöffnet sein wird.

Koblenz wird im Theiss-Verlag eine prächtig ausgestattete, zweibändige Stadgeschichte veröffentlichen, hg. von Ingrid Bátori, deren 1. Bd. im September 1992 vorliegen wird, der zweite soll 1993 folgen. Die stadtgeschichtliche Ausstellung im Sommer 1992 wird von einem Katalog begleitet sein.

Kiel legt noch 1991 eine 560 S. starke "Geschichte der Stadt Kiel" vor, die im Wachholtz-Verlag zu Neumünster erscheinen wird, hg. von Jürgen Jensen & Peter Wulf.

Im Rahmen der 750-Jahrfeier der Stadt Kleve wird am 25.-26 Sept. 1992 im dortigen Stadtarchiv, veranstaltet vom Stadtarchivar Prof. Dr. Klaus Flink, eine Tagung stattfinden zum Thema

"Territorien und Residenz am Niederrhein".

Interessenten können mit Prof. Dr. Klaus Flink, Stadtarchiv, Tiergartenstr. 41, 4190 Kleve, Kontakt aufnehmen. Tagungsgebühr: 15,-- DM.

Vorläufiges Programm:

Prof. Dr. W. Janssen (Düsseldorf)
Regierungsform und Residenzbildung in den niederrheinischen Territorien des 14. und 15. Jahrhunderts

Dr. D. Flach, Koblenz
Pfalz und Reichsgut - Frühformen der Territorienbildung am Niederrhein

Drs. Thissen, Nijmegen
Die Pfalz Nimwegen zwischen Reichs- und Territorialgewalt (1247-1371)

Prof. Dr. S. Corsten, Bad Godesberg
Residenzen des Herzogtums Jülich als Zentren der Herrschaft

Prof. Dr. K. Flink, Kleve
Territorialbildung und Residenzentwicklung in Kleve

Dr. C. Looz-Corswarem, Düsseldorf
Die Residenzen der Herzöge von Berg

Prof. Dr. K. Schulz, Berlin
Residenz und Gesellschaft

Drs. G. Nijsten, Nijmegen
Hofkultur im spätmittelalterlichen Geldern

Prof. Dr. P. Johanek, Münster
Zusammenfassung und Schlußdiskussion (Leitung)

 

*
 

Hinzuweisen ist auf eine neue Zeitschrift, die vom Institut für Architektur-, Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland beim Weserrenaissance-Museum Schloß Brake, Postfach 820, 4920 Lemgo, im Tosch-Verlag, Hindenburgplatz 26, 4400 Münster, herausgegeben wird unter dem Titel:

AKK
Architektur-, Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland.

 
Naturgemäß liegt das Schwergewicht auf der Frühen Neuzeit und der Kunst- und Baugeschichte. Das in 3 Heften zu je 40 S. pro Jahr seit 1990 erscheinenden Blatt wurde interdisziplinär angelegt und ist für alle, die sich für Residenz und Hof in der angegebenen Region interessieren, von evidentem Nutzen. Interessenten erhalten es auf Anfrage kostenlos.


Buchvorstellungen

Wenn auch nach dem im Residenzen-Projekt üblicherweise behandelten Zeitraum angesiedelt, sei an dieser Stelle hingewiesen auf einen interessanten Artikel zur mitteleuropäischen Kulturgeschichte:

Wolfgang Wüst, Höfische "divertissements" in der Bürgerschaft. Das kulturelle Leben in der Reichs- und Residenzstadt Augsburg, in: P. Fried (Hg.), Forschungen zur schwäbischen Geschichte (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 4), Sigmaringen 1991, S. 153-175. Der Autor gründet seine Ausführungen in erster Linie auf Quellen aus dem Stadtarchiv Augsburg. Aus diesen schöpft er reichlich und beschreibt anschaulich, was den städtischen Alltag zur Kurzweil ihrer Bürger durchbrach. Denn ähnlich wie in den großen fürstlichen Residenzen gab es auch in der schwäbischen Reichsstadt Augsburg eine Vielzahl verschiedener Zerstreuungen und Belustigungen, mit denen sich Wüst nacheinander befaßt.

Während Maskenbälle von städtischer Seite strengen Beschränkungen unterworfen waren, erfreuten sich Redoutenbälle einer großen Beliebtheit, die sich in hohen Teilnehmerzahlen von bis zu einem Zehntel der Stadtbevölkerung niederschlug. In ähnlicher Weise spielte die italienische Opera buffa eine überragende Rolle für das bürgerliche und höfische Kulturleben in Augsburg. Im 1776 neu errichteten Theater wurden jährlich im Durchschnitt etwa 60 Stücke aufgeführt, von denen die genannte Gattung den größten Teil ausmachte. Die Ensembles kamen zumeist aus Italien.

Höhepunkt barocker Hoffeste war in der Regel Feuerwerke, die mit Raffinement und enormen Kostenaufwand auch in Augsburg in Szene gesetzt wurden. Auch konnte der unterhaltungsbedürftige Bürger zuweilen Vorführungen von komplizierten mechanischen Automaten wie beispielsweise dem "mécanisme du fluteur automate" (1748) beiwohnen, um sich von sogenannten "technischen Wundern" mit eigenen Augen zu überzeugen.

Vor allem auf Jahrmärkten und anläßlich von Kirchweihfesten kamen Gaukler und Akrobatentruppen in die Stadt, die als Trapezspringer, Seiltänzer, Balancierer, Taschenspieler usw. auftraten. Exotisches zog die Massen besonders an; so konnten zum Beispiel Riesen und Zwerge, die teilweise aus Übersee stammten, gegen geringes Eintrittsgeld besichtigt werden.

Vielbeachtete Attraktionen waren auch Vorführungen von Reitkunst und Pferdedressur. Ein Pferderennen indessen fand - wohl in Ermangelung einer andernorts häufig angelegten Reitbahn - nur einmal statt (1791). Ebenso spektakulär wie selten waren in Augsburg Tiermenagerien und Tierhatzen.

Die Fechtkunst spielte kaum eine Rolle, deren Lehrer rechnet der Autor zu den Außenseitern des städtischen Lebens. Von offizieller Seite waren sie wenig geschätzt; der Rat war der Ansicht, daß "das instruieren im fechten aber eine in einer wohlangerichteten republique (Stadtregiment) brodlose kunst und mehr schädliche als nützliche sache ist".

In der Zeit des Barock und der Aufklärung, resumiert Wüst, war das wohlhabende Bürgertum Augsburgs den südwestdeutschen Fürstenhöfen als Auftraggeber und Betreiber derartiger Ereignisse durchaus ebenbürtig. Die Stadt war regelmäßige Station der großen Ensembles dieser Zeit. Die zahlreichen Quellenzitate, mit denen in diesem Artikel die beschriebenen "divertissements" illustriert werden, geben eine Ahnung von deren Vielfalt - und machen im übrigen die Lektüre selbst über das fachliche hinaus zu einer unterhaltsamen Zerstreuung.

Johann Kolb, Kiel

 

Die Residenz der Witwe des Kurfürsten Albrecht Achilles von Brandenburg behandelt ein Aufsatz von

Reinhard Seyboth, Neustadt an der Aisch als Residenz der Kurfürstenwitwe Anna von Brandenburg 1486-1512, in: Streiflichter aus der Heimatgeschichte (des Geschichts- u. Heimatvereins Neustadt a.d. Aisch), 1990, S. 9-35. Seit der Gründung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zum Jahr 1806 bestand zwischen Neustadt und dem Haus Hohenzollern eine enge Verbindung. Es gehörte - wenn es auch nie die Bedeutung von Ansbach oder Bayreuth erreichte - zu den wichtigsten Städten der markgräflich-brandenburgischen Besitzungen in Franken, war zeitweise Nebenresidenz des Kurfürsten und erlebte seine Blütezeit in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Im ersten Abschnitt behandelt der Autor die Zeit von 1458 bis 1486, in der Anna die Gemahlin Albrecht Achilles' war. Zahlreiche überwiegend von Anna selbst geschriebene Briefe geben eine recht genaue Vorstellung von ihrer Persönlichkeit und ihrem Lebensumfeld: Ehe, Familie und tägliches Leben am Hof in Ansbach.

Nach dem Tod des Kurfürsten im Jahr 1486 übersiedelte Anna nach Neustadt an der Aisch. Daß sie diese Stadt als ihre Witwenresidenz wählte, stand Seyboth zufolge offenbar von vornherein fest, denn von den ihr aufgrund der Wittumsverschreibung zukommenden Orten war dieser der "größte, bedeutendste und in baulicher Hinsicht komfortabelste". Mit der Zeit in Neustadt bis zu ihrem Tod 1512 befaßt sich der zweite Abschnitt des Artikels.

Der Aufschwung und die Blütezeit, die Neustadt unter Albrecht erlebt hatte, setzte sich unter seiner Witwe fort. Ende des 15. Jahrhunderts besaß die Stadt, wie ein Steuerregeister ausweist, ca. 1120 Einwohner, zu denen noch die darin nicht erfaßte Personen wie städtsässige Adligen, Kleriker, Juden u.a. hinzuzurechnen sind. Zweifellos profitierte die Wirtschaft Neustadts von der Anwesenheit der Markgräfin und ihres Hofes.

Anna wohnte im sog. "Alten Schloß", einem Wasserschloß im Nordosten der Stadt. Ihr Hof war Seyboth zufolge "hinsichtlich seines Umfangs wie auch der Zusammensetzung durchaus beachtlich". Er entsprach in Bezug auf die verschiedenen Amtsträger weitgehend den um 1500 in den landesherrlichen deutschen Residenzen üblichen Verhältnissen. Nachzuweisen sind Hofmeister, Hausvogt, verschiedene Räte, Kanzler, Kastner, Hofkaplan, Küchenmeister und weiteres Personal im Dienst des Hofes und der Verwaltung.

Seyboth berichtet des weiteren von der Behauptung der Markgräfin gegenüber Versuchen, ihre Position und ihren Einfluß zu beschränken, von ihrer Fürsorge gegenüber ihrer Familie und ihrer Neustädter Residenz als Ort der Erziehung junger Prinzen des Hauses Hohenzollern. Anna starb hier im Jahr 1512 und wurde in der Familiengrablege im Kloster Heilsbronn beigesetzt.

Der Autor verschafft dem Leser einen Einblick in eine Epoche der Neustädter Geschichte, in der die Stadt durch ihre Funktion als Residenz der Markgräfin Anna geprägt war. Im Mittelpunkt der Darstellung steht allerdings weniger die Stadt, die als solche lediglich entrückt im Hintergrund bleibt, sondern die Person Annas, so daß es bei diesem Artikel sich eher um eine biographische Skizze mit einem besonderen Nebenaspekt handelt.

Johann Kolb, Kiel

 

Ulrike, Weber-Karge, " ... einem irdischen Paradeiß zu vergleichen...", Das Neue Lusthaus in Stuttgart. Untersuchungen zu einer Bauaufgabe der deutschen Renaissance. Sigmaringen 1989.

 

Die 1986 an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Fach Kunstgeschichte angenommene Inaugural-Dissertation untersucht das in der Forschung bisher weitgehend unbeachtete Thema des Lusthauses am Beispiel des Neuen Lusthauses im Stuttgarter herzoglichen Garten.

Ausgewertet wurden die in Stuttgart vollständig aufbewahrten über 500 Bauaufnahmen des Architekten Karl Beisbarth, die dieser 1844 vor Abbruchs des Lusthauses angefertigt hat. Auf der Grundlage dieser Zeichnungen widmet sich die Verfasserin der Vorstellung, Einordnung und Interpretation des Stuttgarter Baues, um dann anhand weiterer nachgewiesener Lusthäuser Wesen und Geschichte der mitteleuropäischen Bauaufgabe Lusthaus zu untersuchen.

Das Phänomen Lusthaus als Bautyp der Renaissance taucht schon im Mittelhochdeutschen als "lusthûs" auf und deckte zahlreiche Bauten unterschiedlichster Größe, Gestalt und Funktion ab. Synonyme waren "Lustschloß", "Pavillon", "Belvedere", "Sommerhaus", "Sommersaal", "Saal", "Badehaus", "Grotte", "Gartenhaus", "Gartensaal", "Speisesaal", "Casino" und "Altan". Gemeinsam war allen diesen Bauten, daß sie in einem Garten für einen zeitlich begrenzten, nur dem Vergnügen dienenden Aufenthalt zur Verfügung standen.

Das Lusthaus in Stuttgart, das bis ins Jahr 1845 als zweigeschossiges Bauwerk im ehemaligen Garten des Stuttgarter Residenzschlosses stand, wurde 1592 unter Leitung des Architekten Georg Beer fertiggestellt. Den ersten schriftlichen Niederschlag fand das Bauwerk in dem Reisebericht des englichen Gesandten Robert Spencer aus dem Jahre 1603 anläßlich der Überbringung des Hosenbandordens an Herzog Friedrich von Württemberg. Dort heißt es: "... von dem Herzog in seinen Garten und in das Lusthaus berufen, welches eines der stattlichsten Lusthauser der ganzen Christenheit ist, mit dem schönsten Springbrunnen versehen ...". 1606 beschreibt der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer 1606 den großen Saal im Obergeschoß als "einem irdischen Paradeiß zu vergleichen".

Bauherr war Herzog Ludwig von Württemberg und Teck, Graf zu Mömpelgard und Herr zu Heidenheim, der die Regierung nach einer Übergangszeit unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna Maria, seines Oheims, des Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach, des Markgrafen Karl von Baden-Durlach und des Herzogs Wolfgang von Zweibrücken, im Jahr 1574 übernahm. Der im Schatten seines Vaters Christoph stehende Fürst, der zweimal kinderlos verheiratet war, lernte Latein und Französisch, ohne jedoch in seinem Leben nur ein einziges Mal ins Ausland zu reisen. Im Herzogtum widmet er sich der Förderung des evangelisch-lutherischen Glaubens, der Ahnenforschung, dem Jagd- und Festwesen und den schönen Künsten. So ließ er neben dem Lusthauses in Stuttgart (1583-1593), das Jagdschloß in Hirsau (1589-1593) und das Collegium Ludovicianum (1588-1592) in Tübingen bauen.

W.-K. skizziert im Folgenden den Bauverlauf einschließlich späterer Umbauten (so zu einem Opernhaus durch Leopold Retti im Jahre 1750) und die Biographien der Künstler, um dann in dem größten Kapitel des ersten Teils der Arbeit eine sehr anschauliche Beschreibung und Einordnung des im Kern 61,91 x 24,52 m großen Bauwerks einschließlich der überlieferten Ausstattungen zu liefern.

Daß ihr bei der Beschreibung des Wappens des Ludwig von Württemberg kleine formale Fehler unterlaufen, fällt bei der hervorragenden Arbeit nicht ins Gewicht.

 
Zur Erklärung von Funktion und Nutzung des Lusthauses wurden Reiseberichte, Stadtführer, panegyrische Ortsschilderungen und Beschreibungen von Festen ausgewertet. Danach diente das Erdgeschoß mit seinen Brunnenbecken nicht nur als Grotte oder Fischbehälter, sondern mit der Aufstellung von römischen Grab- und Inschriftensteinen und der Aufhängung von Portraits als Antikensammlung und Gemäldegalerie.

Über die Funktion der Wasserbassins und Brunnen in der Erdgeschoßhalle schreibt der herzogliche Secretarius und Geographus Johannes Oettinger 1609, "daß man rings herum gehen und zur heißen Sommerzeit mit Erküelung und einem frischen Lufft sich trefflich erquicken kann". Der Altan ermöglichte die trockene Umschreitung des ganzen Baues und die Betrachtung des Gartens von oben. Den Damen diente er als Zuschauertribüne für die davor stattfindenden Turniere. Die vier Türme fanden in den Erdgeschossen Verwendung zur Ausstellung von Antiken, während die Obergeschosse als Spielcasinos dienten. Den Hauptzweck des Lusthauses erfüllte jedoch der Saal im Obergeschoß, der anläßlich von Hochzeits- und Tauffeiern, Fastnachtsfesten, aber auch Theater- und Ballettaufführungen, die insbesondere für die Regierungszeit Herzog Johann Friedrichs (1608-1628) überliefert sind, genutzt wurde. "Lust" wurde aber nicht nur durch diese Festivitäten vermittelt. Bereits das Bauwerk an sich mit seinem kostbaren Material, den farbigen und zierlichen Ornamenten, den Ahnenbüsten und der Strenge und Symmetrie, in Kombination mit der Fülle von verschiedenen Formen, bereitete den Zeitgenossen Vergnügen. Lustig war das Laufen der Brunnen, das Schwimmen der Fische und der Klang der Orgeln. Mit dem Eintritt Württembergs in den Krieg im Jahre 1622 endete die Glanzzeit des Neuen Lusthauses.

In der ikonographischen Interpretation gelingt es W.-K., die Vielzahl von Einzelelementen in ihrem historisch-politischen, verfassungsrechtlichen, künstlerischen und religiösen Kontext darzustellen und danach zu einer Sinneinheit zusammenzusetzen, die dem Leser aufs beste die Perspektive des damaligen Betrachters vermittelt.

Abschließend für den ersten Teil wird eine typologische Herleitung und Einordnung des Bautyps "Lusthaus" nach formalen und funktionalen Gesichtspunkten vorgenommen, die insbesondere für die Residenzenforschung aufgrund der Vielzahl der Vergleiche mit anderen Residenzen im Reich von Interesse ist.

Der zweite Teil der Arbeit, der etwa ein Viertel ausmacht, behandelt weitere Lusthäuser in Deutschland, die größtenteils nur noch in schriftlichen Quellen nachweisbar sind. Dabei zeigt sich, daß nicht nur die Bezeichnung (s.o.), sondern auch Gestaltung und Ausmaß der Lusthäuser stark variierten. So wird das aus Sträuchern geschnittene Lusthaus neben das massiv gebaute gestellt. Die Verfasserin beschränkt sich auf die dem Stuttgarter Lusthaus in Form und Funktion ähnelnden Bauten und findet diese in Prag (1538), Stuttgart (1556), München (1560), Weimar (1563), Wien (1573), Dresden (1589), Saarbrücken (1575), Ansbach (1594) etc.

Bereits an dieser Auswahl von Residenzenstätten wird deutlich, daß Auftraggeber der Lusthäuser fast ausschließlich Grafen, Herzöge, Bischöfe und Kaiser waren.

 
Im letzten Kapitel widmet sich die Verfasserin der Entwicklung des Gartenfestes insbesondere der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als sich das fürstliche Fest vom Volksfest zur einer abgeschlossenen Veranstaltung des Adels weiterentwickelte und der Garten so zum Medium der ritterlich-höfischen Kultur des 16. Jahrhunderts wurde.

Alles in allem vermittelt das mit Anhang und zahlreichen Abbildungen 161 Seiten umfassende Buch einen sehr anschaulichen Einblick in Bauwesen, Kunst und Kultur der frühneuzeitlichen Residenz.

Christian Halm, Kiel


Neuerscheinungen

 
Altenburg, Detlef, Jörg Jarnut, Hans-Hugo Steinhoff (Hgg.), Feste und Feiern im Mittelalter. Paderborner Symposion des Mediävistenverbandes. Sigmaringen (Thorbecke) 1991, 551 S.

Armgart, Martin, Die Ausstellungsorte der Land- und Hochmeisterurkunden in Preußen bis zum Jahre 1351, in: Preußenland 29 (1991), S. 1-32.

Asch, Ronald G./Adolf M. Birke, Princes, Patronage, and the Nobility. The Court at the Beginning of the Modern Age c. 1450-1650, Oxford (Oxford University Press) 1991, VI-507 S. (Studies of the German Historical Institute London).

Albrecht, Uwe, Vom Wohnturm zum Herrenhaus. Zur Typen- und Funktionsgeschichte norddeutscher und dänischer Schloßbaukunst des 14. bis 16. Jahrhunderts, in: Renaissance in Nord-Mitteleuropa Bd. 1 = Schriften d. Weserrenaissance-Museums Schloß Brake, 4, München 1991, S. 30-59.

Andermann, Kurt, (Hrsg.), Residenzen - Aspekte hauptstädtischer Zentralität von der frühen Neuzeit bis zum Ende der Monarchie. Sigmaringen (Thorbecke) (in Vorber.) [vgl. Mitteilungen I, 1 S. 13].

Bak, János M., Coronations. Medieval and Early Modern Monarchic Ritual. Berkeley/Los Angeles/Oxford (Univ. of California Press) 1990.

Boone, M., Een vorstelijke bouwwerf: het Hof Ten Walle of Prinsenhof, in: Een stad in opbouw: Gent voor 1540, hg. von B. Baillieul/A. Duhameeuw, Tielt 1991, p. 296-300.

Boone, Marc/Marie Christine Laleman/Daniel Lievois, Van Simon sRijkensteen tot Hof van Ryhove. Van erfachtige lieden tot dienaren van de centrale Bourgondische staat, in: Handelingen der Maatschappij voor Geschiedenis en Oudheidkunde te Gent, n. r. 44 (1990 [Gent 1991]), S. 47-86.

Budapest im Mittelalter [Aufsätze und Katalog], hg. v. Gerd Biegel (Schriften des Braunschweigischen Landesmuseums, 62). Braunschweig 1991, 584 S.

Fleckenstein, Josef (Hg.), Curialitas. Studien zu Grundfragen der höfisch-ritterlichen Kultur (Veröff. d. Max-Planck-Instituts f. Geschichte, 100). Göttingen 1990, 500 S.

Minois, Georges, Le confesseur et le roi. Les directeurs de conscience de la monarchie francaise. Paris (Fayard) 1988, 550 S.

Härtel, R., Itinerar und Urkundenwesen am Beispiel der Patriarchen von Aquileia (12. und 13. Jahrhundert), in: RHM 31 (1989) 93-121.

Hamann, R., Die Hofgesellschaft der Residenz Celle im Spiegel der Vogteiregister von 1433 bis 1496, in: Niedersächsisches Jb. f. Landesg. 61 (1989) 39-59.

Hauptmeyer, C.-H., Die Residenzstadt Hannover im Rahmen der frühneuzeitlichen Stadtentwicklung, in: Niedersächsisches Jb. f. Landesg. 61 (1989) 61-85.

Hörold, Dietrich (Hg.), Geschichte der Stadt Bonn, Bd. 1 ff., Bonn (Dümmler) 1989.

Jones, Michael K., Collyweston - an Early Tudor Palace, in: D. Williams (Hg.), England in the 15th century, Woodbridge, Suffolk 1987, S. 129-141.

Kerber, Dieter, Dr. Ludolf von Enschringen. Ein Rittersdorfer als kurtrierischer Kanzler [1483-1503, +1504], in: Beiträge zur Geschichte des Bitburger Landes 2 (1991) H. 2 S. 30-37.

Möckl, Karl (Hg.), Hof und Hofgesellschaft in den deutschen Staaten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Boppard 1990 (Deutsche Führungsschichten der Neuzeit, 18).

Müller-Wiener, W., Bischofsresidenzen des 4.-7. Jahrhunderts im östlichen Mittelmeer-Raum, in: Actes du XIe congrès intern. d'archéologie chrétienne, hg. v. N. Duval, Vatikanstadt/Rom 1989, Bd. 1, S. 651-709, 24 Abb. und 1 Karte.

Ragotzky, Hedda,/Horst Wenzel, Höfische Repräsentation. Das Zeremoniell und die Zeichen. Tübingen (Niemeyer) 1990, 350 S.

Selle, X. de Le, Le service des âmes de la Cour: Confesseurs et anumoniers des rois de France du XIIIe au XVe siècle, in: Positions des Thèses de l'Ecole nationale des

Chartes 1990, S. 93-107.

Seyboth Reinhard, Neustadt an der Aisch als Residenz der Kurfürstenwitwe Anna von Brandenburg 1486-1512, in: Streiflichter aus der Heimatgeschichte (des Geschichts- u. Heimatvereins Neustadt a.d. Aisch), 1990, S. 9-35. [Besprochen in diesem Band]

Straubel, Rolf/ Weiss, Ulman, (Hg.), Kaiser, König, Kardinal. Deutsche Fürsten 1500-1800. Leipzig (Urania) 1991, 408 S.

Tissoni Benvenuti, A., Le armi e le lettere nell'educazione del Signore nelle corti padane del Quattrocento, in: Mélanges de l'Ecole Française de Rome, Moyen Age et Temps Modernes 99 (1987) 435-446.

Tognon, G., Intelletuali ed educazione del principe nel Quattrocento italiano. Il formasi di una nuova pedagogia politica, in: Mélanges de l'Ecole Française de Rome, Moyen Age et Temps Modernes 99 (1987) 405-33.

Vetter, Klaus, Am Hofe Wilhelms von Oranien. Leipzig 1990. Stuttgart (DVA) 1991, 164 S., 91 Abb.

Weber-Karge, Ulrike, "... einem irdischen Paradeiß zu vergleichen ...". Das Neue Lusthaus in Stuttgart. Untersuchungen zu einer Bauaufgabe der deutschen Renaissance. Sigmaringen (Thorbecke) 1989. [Besprochen in diesem Band]

Wüst, Wolfgang, Höfische "divertissements" in der Bürgerschaft. Das kulturelle Leben in der Reichs- und Residenzstadt Augsburg, in: P. Fried (Hg.), Forschungen zur schwäbischen Geschichte (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 4), Sigmaringen 1991, S. 153-175. [Besprochen in diesem Band]

Zorzi, A. und P. Marton, Paläste in Venedig. München 1989. 532 S., 490 farb. Abb.


Die Arbeit der anderen

Trotz manchen Briefen war es nicht möglich, wie geplant mit der Gruppe "Europa delle Corti" Kontakt aufzunehmen. Dr. Lutz Fenske vom Max-Planck-Institut für Gschichte in Göttingen, der unlängst die Leitung des Pfalzenrepertoriums übernommen hat, war so freundlich, innerhalb sehr kurzer Zeit einzuspringen und den folgenden Text eigens für diese Mitteilungen zu verfassen. Sie werden nach der Lektüre mit mir darin übereinstimmen, daß es nicht nur um einen Platzhalter handelt.

Werner Paravicini, Kiel


Lutz Fenske, Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen
Göttinger Pfalzenforschung

An Versuchen, einer breiteren, wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit die mit der Erforschung der deutschen Königspfalzen durch das Max-Planck-Institut für Geschichte verbundenen Absichten und Ziele nahezubringen, hat es im Laufe der letzten Zeit nicht gefehlt, seit Hermann Heimpel dieses Vorhaben auf dem Berliner Historikertag 1964 recht umfassend in seinen Entstehungsvoraussetzungen und in seinen Zielsetzungen vorgestellt hat, und seit Thomas Zotz die dieses Werk tragenden Grundgedanken und Leitvorstellungen noch einmal 1982 anläßlich des Erscheinens der ersten Lieferung des Pfalzenrepertoriums in einer alle wesentlichen Punkte prägnant zusammenfassenden Skizze beschrieben hat.

Dieses Arbeitsprojekt entwickelte sich nicht voraussetzungslos, sondern knüpfte in vielen Einzelaspekten an ältere Vorläufer an. Schon Gelehrte des 17. und 18. Jahrhunderts hatten ihre Aufmerksamkeit auf die Pfalzen als jene Stätten gerichtet, an denen die Herrschaft der deutschen Könige im Mittelalter einen besonderen Niederschlag gefunden hatte und dabei bereits erste Schritte zu ihrer systematischen Erfassung eingeleitet. Während des 19. Jahrhunderts waren es dann namhafte Vertreter der Rechts- und Verfassungsgeschichte des Mittelalters, die zu einem vertieften Verständnis der Pfalzen als Schauplätzen königlicher Herrschaft verhalfen; und als sich schließlich die Wirtschaftsgeschichte mit den ökonomischen Grundlagen des Königtums zu beschäftigen begann, leistete sie ebenfalls einen wichtigen Beitrag dazu, daß mit dem Problem des wandernden Königshofes und seiner materiellen Versorgung zugleich auch die Pfalzen und Königshöfe ins Blickfeld rückten. Die Pfalzen und hier insbesondere ihre noch vorhandenen oder rekonstruierbaren Baulichkeiten begannen dann aber auch das Interesse der architekturgeschichtlichen Bauforschung und der Kunstgeschichte auf sich zu ziehen, wobei sich letztere häufig dazu verleiten ließ, die Pfalzen in einem ihre Bedeutung und Funktion mißverstehenden Sinn als "Kaiserpfalzen" zu überhöhen. Vieles an wertvollem Wissen, das unsere Anschauungen und Vorstellungen, insbesondere von der baulichen Gestaltung und dem mit einer Pfalz verbundenen Baubestand außerordentlich erweitert hat, ist der Archäologie zu danken.

Eine grundlegende Neuorientierung in der Pfalzenforschung, die zu einer Vertiefung und Fortentwicklung bereits vorhandener älterer Ansätze geführt hat, hat sich dann in den 50er Jahren unseres Jahrhunderts herausgebildet, als Forscher wie Wilhelm Berges und Walter Schlesinger, neben ihnen aber auch Hans Jürgen Rieckenberg, Peter Classen und Adolf Gauert die Idee einer systematischen Erforschung der deutschen Königspfalzen zum Programm erhoben und damit zugleich auch den Plan verbanden, ein großes Sammel- und Nachschlagewerk in Gestalt eines Repertoriums als Inventar des gesamten, durch Forschungen geförderten und gesicherten Wissens über die deutschen Königspfalzen zu schaffen. Diese Intensivierung einer vornehmlich verfassungsgeschichtlichen Sicht auf die Problemkreise Königtum und Reich, die sich damals auch in Itinerarstudien und Forschungen zum Reichsgut oder zu Problemen der Reichskirche niederschlug, richtete sich in ihren erkenntnisleitenden Interessen und Bestrebungen auf ein vertieftes Verständnis des noch nicht ortsfest regierenden Königtums und auf seine an die spezifischen Eigenarten des Reisekönigtums gebundenen Herrschaftsvoraussetzungen und Wirkungsmöglichkeiten, um so vermehrt Einblicke in die herrschaftliche Praxis gewinnen zu können, die der auf einer kontinuierlichen Wanderungsbewegung durch Kerngebiete des Reiches befindliche König und sein Hof an den von ihm aufgesuchten Stätten entfalten und zur Geltung bringen konnte. Dabei wurden Fragen aufgeworfen oder aus veränderter Perspektive neu gestellt, welche die Gewichtung der königlichen Aufenthaltsorte an ihren Funktionen für die Ausübung und Gestaltung von königlicher Herrschaft und deren Verhältnis zu den Kräften von regional und lokal verwurzelter Herrschaft als wichtige Forschungsanliegen in neuer Sicht hervortreten und damit zu Gegenständen gründlicher Erforschung werden ließen.

Eine wichtige Voraussetzung zur Realisierung dieses Forschungsprogramms war seine Anbindung an das Max-Planck-Institut für Geschichte, wodurch seine Förderung mit den Mitteln und der Kontinuität, wie sie nur ein Forschungsinstitut gewähren und leisten kann, überhaupt erst ermöglicht werden konnte.

Dieses Forschungsvorhaben war der wissenschaftlichen Fachwelt erstmals 1956 auf dem Ulmer Historikertag in einem Frühstadium seiner Vorüberlegungen und theoretischen Grundlagen präsentiert worden, um in den darauf folgenden Jahren durch mehrere vom Max-Planck-Institut für Geschichte durchgeführte Tagungen und Arbeitsgespräche intensiviert und weiter ausgestaltet zu werden. Dabei ist insbesondere auch auf die Grundlagenforschung zu verweisen, durch die Adolf Gauert die allgemeinen Vorstellungen von den äußeren Erscheinungsformen einer Pfalz präzisiert und damit dem Pfalzengriff zu schärferen Konturen und größerer Anschaulichkeit verholfen hat. Im gleichen Zeitraum setzten dann erste Arbeiten ein, durch die insbesondere Walter Schlesinger und seine Schüler, neben ihnen aber auch andere, die bisher entwikelten modellhaften Vorstellungen in der Praxis, und das heißt orientiert auf Quellenforschung, erprobten. Von Walter Schlesinger stammt auch das in sich sorgfältig ausdifferenzierte und in seinem methodischen Zugriff weitgespannte Bearbeitungsschema, das, um die Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der zu bearbeitenden Objekte zu gewährleisten, zum wichtigsten Arbeits- und Orientierungsmittel der Pfalzenforschung geworden ist. Bis zur Mitte der 70er Jahre waren die als Bearbeitungsvoraussetzungen notwendigen Grundlagenforschungen soweit abgeschlossen und in ihren Ergebnissen so auf das geplante Repertorium ausgerichtet, daß mit der Bearbeitung begonnen und damit zugleich das Pfalzenrepertorium auf den Weg gebracht werden konnte.

Dabei darf der Obertitel des Werkes "Die deutschen Königspfalzen", dessen erste Lieferung 1983 erschien, nicht zu der falschen Vorstellung verleiten, daß sich dieses nur eine Bearbeitung der Pfalzen im engeren Sinn zum Ziel gesetzt habe. Denn als Ergebnis vieler Vorüberlegungen und Diskussionen während der Vorbereitungsphase wurde erkennbar, daß sich der Pfalzenbegriff vom damaligen Stand der Forschung aus betrachtet, nicht eindeutig definieren und abgrenzen ließ, so daß es sich nicht nur als erforderlich erwies, diesen Begriff weiterzuziehen, sondern vor allem auch Orte in das Repertorium aufzunehmen, für die der Begriff "Pfalz" keine Anwendung finden konnte und die deswegen als Königshöfe zu charakterisieren sind. Darüber hinaus wurden auch aus Gründen, auf die noch näher einzugehen sein wird, die übrigen Aufenthaltsorte der Könige einbezogen, so wie dies im Untertitel des Repertoriums zum Ausdruck gebracht wird, wo ja von "Pfalzen, Königshöfe(n) und übrigen Aufenthaltsorte(n)" die Rede ist.

Ähnlich wie die Residenzenforschung bei Gegenständen ihres Interesses ist auch die Pfalzenforschung nicht in der Lage, den Begriff "Pfalz" so klar zu difinieren, daß damit dem Wandel zwischen der Karolinger- und der Stauferzeit und ebenso auch der historischen Individualität der bedeutenden Stätten der Königsherrschaft im Mittelalter entsprochen werden könnte. Nicht nur ist das Bedeutungsfeld des palatium-Begriffs mehrschichtig, wie Thomas Zotz jüngst für die Karolingerzeit aufgezeigt hat, sondern die Verwendung dieses Begriffes unterliegt auch dort einem Schwund, wo ihm eindeutig ein räumlicher, auf eine bauliche Anlage bezogener Bedeutungsinhalt zugrunde liegt und wird im Laufe der auf die Karolingerzeit folgenden Jahrhunderte vielfach durch Termini wie curia, curtis, civitas, villa, castellum oder urbs ersetzt, ohne daß damit zugleich auch eine grundsätzliche Einschränkung und Bedeutungsminderung von Pfalzfunktionen und Pfalzcharakter auswiesenden Stätten verbunden wäre und sich somit die Qualifizierung von bestimmten königlichen Aufenthaltsorten als Königspfalzen ändern würde. So ist es denn immer erforderlich, die "Pfalzlichkeit" eines Ortes, wie es Walter Schlesinger einmal ausgedrückt hat, mit einem Instrumentarium von verschiedenen Kriterien zu prüfen, welche von der uns überlieferten Quellenterminologie über die mit dem jeweiligen Platz verknüpften historischen Ereignisse bis hin zu seiner materiellen Ausstattung mit Reichsgut, der Zahl der registrierbaren Königsaufenthalte und zu seinem vielfach nur mit Hilfe archäologischer Forschungen zu ermittelnden Bestand an Baulichkeiten reichen.

Da sich der Begriff "Pfalz" einer einheitlichen, allgemein verbindlichen Definition entzieht, schien es bei den Repertoriumsarbeiten geraten, statt seiner besser einen modernen Ordnungsbegriff zu verwenden und darauf zu setzen, daß mit dem Abschluß des Repertoriums auch der Pfalzenbegriff an Klarheit gewinnen könnte. Insbesondere bereitet seine Abgrenzung von den Königshöfen Schwierigkeiten, und darüber hinaus darf keinesfalls übersehen werden, daß sehr viele bedeutende Regierungshandlungen und Herrschaftsakte, die ihren Niederschlag in Hof- und Reichstagen, in Synoden oder bei kirchlichen Festfeiern fanden, sich nicht innerhalb des Kreises der Königspfalzen vollzogen, sondern sich in hohem Maße auch in Bischofsstädten oder in Reichsklöstern vollzogen, die im Rahmen des Reichsdienstes der geistlichen Fürsten und durch das mit ihm verbundene servitium regis bedeutende Stützpunkte der mittelalterlichen Königsherrschaft gewesen sind, ohne für den König zugleich auch Pfalzcharakter zu besitzen. Ohne ihre Einbeziehung in das Repertorium würde dieses also ein ganz und gar unvollständiges Bild von den königlichen Aufenthaltsorten und ihrer Stellung innerhalb des königlichen Itinerars vermitteln. In diesem Sinne richtet sich das mit dem Repertorium verbundene Anliegen auf die Verfügbarkeit aller historischer Angaben bzw. archäologischer Befunde über die Aufenthaltsorte der Könige, soweit sich diese auf Pfalzen oder auf Königshöfe beziehen, auf eine Beschreibung ihrer Baulichkeiten, auf ihre Ausstattung mit Reichsgut, ihre Einbindung in die kirchliche Topographie und auf ihre topographisch-geographische Lage im Reich bzw. in den Kernlandschaften der Königsherrschaft. Von gleich hohem Stellenwert ist die Bearbeitung der königlichen Aufenthalte in Bischofsstädten und in Reichsklöstern, die von einem nahezu gleichgerichteten Frageraster aus erfolgt und somit dieselben Erhebungen und Bestandsaufnahmen ermöglicht wie im Falle von Königspfalzen und Königshöfen. Das Repertorium verzeichnet alle Aufenthalte der Könige am jeweiligen Ort und führt die mit ihnen verbundenen politischen Ereignisse und die ihnen zugrundeliegenden herrscherlichen Aktivitäten an und weist die dabei anwesenden Personen nach.

Die Durchführbarkeit dieses Forschungsvorhabens wird durch die Vielgliedrigkeit des Bearbeitungsschemas als in sich stark aufgefächertes Frageraster gewährleistet, dessen Anwendung als eine Kombination von allgemein historischen, rechtshistorischen, siedlungs-, verfassungs- und wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen erscheint, wobei es zugleich auch gilt, topographische und lokalhistorische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. In diesem Sinne verbinden sich in den Forschungen, wie sie die einzelnen Artikel des Pfalzenrepertoriums repräsentieren, reichs-, landes- und lokalhistorische Untersuchungsmethoden.

Neben den systematischen Arbeiten an einzelnen Bänden des Pfalzenrepertoriums, die augenblicklich für Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und neuestens auch für Bayern durchgeführt werden, haben sich in letzter Zeit einzelne Untersuchungen und Studien zur Pfalzenproblematik auch stärker um eine schärfere Herausarbeitung und Abgrenzung des Pfalzenbegriffs bemüht und dessen Wesensmerkmale und Bedeutungsinhalte, so wie sie für die verschiedenen Epochen des Mittelalters Geltung besaßen, in ihren zeitlich bedingten Erscheinungsformen zu analysieren versucht. Darüber hinaus sind auch Bestrebungen zu verzeichnen, die herrschaftliche Praxis des Königtums in historisch einheitlich geprägten Landschaften oder Regionen, somit also in enger umgrenzten Untersuchungsfeldern, nach Struktur und Eigenart, so wie sie sich durch die hier zu registrierenden Königsaufenthalte an Pfalzen, Königshöfen, Bischofssitzen oder in Klöstern abzeichnen, d.h. also in ihren institutionellen und materiellen Grundlagen, zu erfassen und auszuwerten.

Es versteht sich, daß Fragen, die es bei der Erforschung der Königspfalzen zu lösen gilt, von recht verschiedenen Ausgangspunkten aus aufgegriffen werden können, und deswegen sind es häufig auch sehr unterschiedliche Forschungsvorhaben und -ansätze, welche in die Pfalzenproblematik hineinführen und zu ihrer Aufhellung beitragen können. Hier sind einmal die vielen, häufig durch Initiativen der Landesgeschichte angeregten Vorhaben zur Erforschung des Reichsguts anzusprechen. Zum anderen ist ebenso auch auf Forschungen zu verweisen, deren Anliegen Gegenständen von zentraler Bedeutung des historischen Interesses am Mittelalter gilt, wie beispielsweise dem Königtum, die sich im Verlauf ihrer Durchführung dann aber zumeist vielgestaltigen Erscheinungsformen der unterschiedlichsten Problemstellungen zuzuwenden haben und dabei häufig Felder besetzen, die sich auch für die Pfalzenforschung aus aussagefähig erweisen. Schließlich sei noch auf die Archäologie und ihre Erkenntnisse als wichtige, unser Bild von den Pfalzen und Königshöfen außerordentlich bereichernde und erweiternde benachbarte Disziplin hingewiesen. Insofern erscheint also eine Beschäftigung mit den Königspfalzen als Forschungsfeld, das nach vielen Seiten hin offenliegt und zu dem Verbindungen aus den unterschiedlichsten Richtungen herstellbar sind.

Das Pfalzenrepertorium, das alle Orte verzeichnet, an denen bis zum Jahre 1198 wenigstens ein Königsaufenthalt überliefert ist, wird ungefähr 8-10 Bände umfassen und orientiert sich bei der regionalen Zuordnung der königlichen Aufenthaltsorte an den heutigen Bundesländern. Das Werk wird in Lieferungen zu jeweils 8 Bogen (128 Seiten) herausgegeben und hat seit dem Erscheinen der ersten Lieferung 1983 inzwischen folgenden Stand erreicht: Für den Band Hessen (Deutsche Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und die übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters Band 1: Hessen) liegen die Lieferungen 1-3 vor.

Für den Band Thüringen (Deutsche Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und die übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters Band 2: Thüringen) sind die Lieferungen 1-4 erschienen. Es ist zu vermuten, daß dieser Band mit der Lieferung 5 zum Abschluß gebracht werden kann.

Der Band Baden-Württemberg (Deutsche Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrige Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters Band 3: Baden-Württemberg) liegt bisher in der ersten Lieferung vor. Lieferung 2 wird gegenwärtig für den Druck vorbereitet.

Für Bayern, wo mit der Bearbeitung erst kürzlich begonnen wurde, ist die erste Lieferung für 1993 zu erwarten.

Die wichtige Literatur zur Pfalzenproblematik allgemein wie auch zu einzelnen Pfalzen bis zum Jahre 1975/76 erfaßt der Dahlmann-Waitz, Quellenkunde zur deutschen Geschichte, 10. Aufl. 184/ 499-509. Sie wird ferner in den oben gesondert zitierten Arbeiten (Anm. 1-6) genannt und ausgewertet.

Aus der umfangreichen Literatur hervorgehoben seien hier noch die drei vom Max-Planck-Institut für Geschichte herausgegebenen Bände zur Pfalzenforschung: Deutsche Königspfalzen. Beiträge zu ihrer historischen und archäologischen Erforschung (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 11/1-3) Göttingen 1963-1979. Schließlich sei noch auf den gerade erschienenen, von Franz Staab herausgegebenen Sammelband "Die Pfalz. Probleme einer Begriffsgeschichte vom Kaiserpalast auf dem Palatin bis zum heutigen Regierungsbezirk", hg. v. F. Staab (Veröffentlichung der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 81), Speyer 1990 verwiesen, der wichtige Beiträge von H. Castritius, F. Staab, Th. Zotz (wie oben Anm. 5), G. Streich (wie oben Anm. 8) und W. Haubrichs enthält.

 


Personalia: Addenda & Corrigenda

Stand: 1. November 1991

 
Kommission:

Prof. Dr. Ernst Schubert: Die dienstl. Tel.-Nr. endet richtig mit 4347; die priv. Anschrift und Tel.-Nr. lautet: Am Kreuze 69, 22 88 2.

 

Freie Mitarbeiter und Betreuer:

Nachzutragen zum Verzeichnis in Heft 1 ist:
Priv.-Doz. Dr. Klaus Militzer [Residenzbildung der Erzbischöfe von Köln], Hisorisches Archiv der Stadt Köln, Severinstr. 222-223, 5000 Köln 1; Winckelmannstr. 32, 5000 Köln 30. Tel.: (0221) 221-4473

 

Anschriften und Telephonnummern haben sich verändert bei:
Dr. Karl-Heinz Ahrens: Tel.: 05431/23627

Priv.-Doz. Dr. Sönke Lorenz, Universität Tübingen, Institut für geschichtliche Landeskunde und historische Hilfswissenschaften, Wilhelmstraße 36, 7400 Tübingen. Tel.: (07071) 29 23 87.

Dr. Michael Reinbold, Oldenburgisches Landesmuseum, Schloßplatz 1, 2900 Oldenburg, Tel.: 0441/220-2618

 

Neu hinzugekommen sind:
Prof. Dr. Rainer M. Müller [Hofkultur der Frühen Neuzeit], Historisches Seminar der Universität Eichstätt; Longinustr. 7, 8000 München 60.

cand. phil. Michael Scholz [die Magdeburgische Residenz Halle, bes. 1503-1541], Leonard-Nelson-Str. 20, 3400 Göttingen, Tel.: (0551) 58 167.

cand. phil. Birgit Studt [Hofliteratur], Westfälische Wilhelms-Universität, Historisches Seminar, Domplatz 20-22, 4400 Münster, Tel.: (0251) 39 22 22 (priv.).

Sabine M. Wigand-Karg (MA) [Plassenburg]., Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte, Geschwister-Scholl-Platz 3, 8580 Bayreuth; Siebenmorgen 26, 8540 Schwabach, Tel.: (09122) 71232
 

Arbeitsstelle Kiel:
Überraschenderweise ist Susanne Hofmann, M.A., zum 1. Juli 1991 ausgeschieden: Ein Weg in den Beruf wurde gefunden, und wer wäre ihn nicht gegangen, in diesen Zeiten? Es war möglich, schnell Ersatz zu finden in der Person von Herrn cand. phil. Christian Halm, der ohne Unterbrechung die Arbeit an der Bibiliographie der Reiseberichte fortgeführt hat. Vgl. seine Beiträge in diesem Heft.


Die Arbeitsstelle Kiel
Christian Halm
Johann Kolb
Prof. Dr. Werner Paravicin
Adresse:
Historisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität, (postalisch:) Olshausenstr. 40,
(Besuchsadresse:) Leibnizstr. 8,
2300 Kiel 1
Tel.: 0431/880-3403, 2282, 3639, 1484, 2280.
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